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Kollegstufenversuch in Nordrhein-Westfalen - das Ende der gymnasialen Oberstufe und der Berufsschulen

Abstract

Pädagogische Korrespondenz 35 (2022) 66, S. 8-29 Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Berufs- und Wirtschaftspädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

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Kollegstufenversuch in Nordrhein-Westfalen - das Ende der gymnasialen Oberstufe und der Berufsschulen

Author: Blankertz, Herwig
Publisher: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Year: 2022
DOI: 10.25656/01:33209
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/33209/pdf/PaeK_2022_66_Blankertz_Kollegstufenversuch_in_NRW.pdf
Blanke z, He wig
Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen - das Ende de gymnasialen
Obe s u e und de Be u sschulen
Pädagogische Ko espondenz 35 (2022) 66, S. 8-29
Quellenangabe/ Re e ence:
Blanke z, He wig: Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen - das Ende de gymnasialen Obe s u e
und de Be u sschulen - In: Pädagogische Ko espondenz 35 (2022) 66, S. 8-29 - URN:
u n:nbn:de:0111-pedocs-332094 - DOI: 10.25656/01:33209; 10.3224/paek. 35i2.02
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-332094
h ps://doi.o g/10.25656/01:33209
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In o ma ionszen um (IZ) Bildung
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Ko espondenz
Zei sch i ü k i ische Zei diagnos ik
in Pädagogik und Gesellscha
NACHGELESEN And eas G uschka Was wä e gewesen,
wenn ... und was wu de o zdem? Anme kungen zum
Au sa z on He wig Blanke z aus dem Jah e 1972 ün -
zig Jah e spä e He wig Blanke z Kollegs u en e such
in No d hein-Wes alen – das Ende de gymnasialen
Obe s u e und de Be u sschulen AUS WISSENSCHAFT
UND FORSCHUNG G ischa S iebe Die Gesellscha de
Inklusionspädagogik. Re lexionen zu dem no ma i en
Lei ziel eine ‚inklusi en Gesellscha ‘ SALZBURGER
SYMPOSION I Ines M. B einbaue O e des p oble-
ma isie enden Ve nun geb auchs bei Jö g Ruhlo (?)
SALZBURGER SYMPOSION II Ma ina Lü ke-Ha mann
K i ik als Kuns k i ik – Fluch linien äs he ische Bildung
Pädagogische
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Ve lag Ba ba a Bud ich
Pädagogische Ko espondenz 66_2022
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IMPRESSUM
Pädagogische Ko espondenz. Zei sch i ü k i ische Zei diagnose in
Pädagogik und Gesellscha
Jg. 35, He 66 (2/2022) | ISSN: 0933-6389 | ISSN Online: 2196-1425
HERAUSGEBER*INNEN UND REDAKTION:
Ka l-Heinz Damme (Heidelbe g), Sieglinde Jo ni z (F ank u /Main), Sascha Kabel (Flensbu g),
Ma ion Pollmanns (Flensbu g)
WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT:
Pe e Eule (Da ms ad ), And eas G uschka (F ank u /Main), Be nd Hackl (Wien),
And ea Liesne (Hambu g), And eas We ne (Hanno e ), An onio Zuin (São Ca los, B asilien)
REDAKTIONSADRESSE:
D . Sieglinde Jo ni z, DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion,
Ros ocke S aße 6, 60323 F ank u am Main, [email p o ec ed]
Manusk ip e we den als Wo d-Da ei an Sieglinde Jo ni z ([email p o ec ed]) ode
Ma ion Pollmanns ([email p o ec ed]) e be en und du chlau en ein
Begu ach ungs e ah en.
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e ilmungen und die Einspeiche ung und Ve a bei ung in elek onischen Sys emen. Namen lich
gekennzeichne e Bei äge geben nich in jedem Fall die Meinung de Redak ion wiede .
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Pädagogische Ko espondenz, He 66 | 2022
Pädagogische Ko espondenz He 66 Win e 2022
INHALT
NACHGELESEN
And eas G uschka
Was wä e gewesen, wenn … und was wu de o zdem?
Anme kungen zum Au sa z on He wig Blanke z aus dem
Jah e 1972 ün zig Jah e spä e 3
He wig Blanke z
Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen – das Ende de gymnasialen
Obe s u e und de Be u sschulen 8
AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
G ischa S iebe
Die Gesellscha de Inklusionspädagogik. Re lexionen zu dem
no ma i en Lei ziel eine ‚inklusi en Gesellscha ‘ 30
SALZBURGER SYMPOSION I
Ines M. B einbaue
O e des p oblema isie enden Ve nun geb auchs bei Jö g Ruhlo (?) 65
SALZBURGER SYMPOSION II
Ma ina Lü ke-Ha mann
K i ik als Kuns k i ik – Fluch linien äs he ische Bildung 89
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Pädagogische Ko espondenz, He 66 | 2022, S. 8 – 29
He wig Blanke z
Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen –
das Ende de gymnasialen Obe s u e und de
Be u sschulen1
I.
T iumph de Be u sbildung ode Ve lüch igung des
S ei gegens andes
T adi ionellem Ve s ändnis zu olge müß e mi eine Übe legung, die sowohl
das Gymnasium als auch die Be u sschule be üh , eine d ei ache P oblema ik
hema isie we den, nämlich die des „Be u s“, die de „Bildung“ und die des
Ve häl nisses beide . Le z e es ha die deu sche Pädagogik wäh end des gan-
zen 19. Jah hunde s nu nega i e lek ie , nämlich un e dem Gesich spunk
eine o geblich dem „ ein Geis igen“ e p lich e en allgemeinen Menschen-
bildung, die, wie auch imme sich ih wechselnde Bezug au die he schenden
K ä e de Zei ges al e e, jeden alls peinlich ge enn sein woll e on banau-
sischen Be u szwecken. Mi beginnendem 20. Jah hunde ände e die on da
an au e ende Be u s- und Wi scha spädagogik die Si ua ion inso e n, als
sie, insbesonde e in Ges al de Be u sbildungs heo ie, ih e o nehms e Au -
gabe da in sah, die Isolie ung de Pädagogik on poli isch-gesellscha lichen,
ökonomischen und echnischen Au gaben zu übe winden. Jah zehn elang ha e
dieses Bemühen nu beg enz en E olg, nämlich allein inne halb des Au baus
des be u sbildenden Schulwesens und auch hie o wiegend indi ek , nämlich
in ih e Wi ksamkei besch änk au die Ausbildung de Handels-, Gewe be-
und Landwi scha sleh e . Die P obleme de be ieblichen Be u sausbildung
wu den nich sys ema isch bea bei e , ielmeh e schien das o gegebene „du-
ale Sys em“ als eine es s ehende G öße. K i ische Auseinande se zungen gab
es allen alls hinsich lich de abzug enzenden Be eiche de beiden Pa ne , also
bezogen au das Zusammenwi ken be u liche Schulen und Be iebe an de
gemeinsamen Au gabe. Da übe hinaus a die Be u spädagogik, so e n sie
übe haup die Be iebsausbildung be ücksich ig e, als Apologe adi ionelle
Fo men au . Die Lei bilde des „Handwe ke s“, des „königlichen Kau manns“
und des au eigene Scholle wi kenden „Landwi es“ schienen meh ode we-
nige deu lich p ononcie die Basis zu sein sowohl ü Be u sbildungs heo ien
1 Wiede abd uck on: He wig Blanke z: „Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen – das
Ende de gymnasialen Obe s u e und de Be u sschulen“ in: Die Deu sche Be u s- und
Fachschule. Zei sch i ü Be u s- und Wi scha spädagogik, 68. Jg., He 1, 1972, S. 2-20
F anz S eine Ve lag, Wiesbaden 1972.
h ps://doi.o g/10.3224/paek. 35i2.02
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Kollegs u en e such in No d hein-Wes alen
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als auch ü angemessene Ausbildungskonzep ionen, ja man kann noch wei-
e gehen und kons a ie en, daß eine zusammenhängende Rech e igung de
handwe klichen Be u se ziehung übe haup e s on Wi scha spädagogen,
nich e wa on den Ve e e n des Handwe ks selbs , en wickel wo den is .
Eine on dahe beding e konse a i e Tendenz wa solange e deck , wie sich
die Polemik de Be u s- und Wi scha spädagogik gegen übe lie e e Au as-
sungen on de Bildungsi ele anz ökonomische , echnische und be u liche
An o de ungen ich en konn e. Denn wie s a k ode schwach be u sbildungs-
heo e ische ode wi scha spädagogische Sä ze auch imme beg ünde sein
moch en, so konn e die S oß ich ung doch als p og essi gel en. Diese Vo zug
is indessen dahin: Wäh end das lang e s eb e Ziel in g ei ba e Nähe ück , de
inhal liche Gegensa z on Allgemeinbildung und Be u sbildung heo e isch,
didak isch und schulo ganisa o isch schwinde , kann die schließliche Hono ie-
ung de Bemühungen, Be u sausbildung als Medium de Bildung auszuwei-
sen, kaum als T iumph, ehe schon als Ve lüch igung des S ei gegens andes
e läu e we den. De Sach e hal läß sich ablesen an den ideologiek i ischen
Rück agen, denen Be u sbildungs heo ie und Wi scha spädagogik ausge-
se z sind, F agen nach de Funk ion on Be u und Bildung im Kon ex on
Ausbildung und He scha , F agen nich zule z auch nach de Funk ion de
Wi scha spädagogik als Un e nehme ideologie. Vo diesem Hin e g und is
e s ändlich, wa um die Be u sschule angesich s eine schulpoli ischen En -
wicklungslinie, du ch die ih e kühns en T äume Reali ä zu we den e sp e-
chen, sich gleichwohl mi ih en eigenen Ve säumnissen und mi de Unzuläng-
lichkei ih e heo e ischen Siche ung kon on ie sieh . E schein sie meh als
e länge e A m de iel äl ig disk edi ie en „ olks ümlichen Bildung“, d.h.
eine die Chancenungleichhei be es igenden Ins anz, denn als das, wo ü sie
sich selbs gehal en ha , so s eh sie in de Ta nich besse da als die gymnasiale
Obe s u e. De en T adi ion is eilich länge und ansehnliche , ih Ende noch
schwe wiegende , wenn ielleich auch ehe o s ellba .
Die pessimis ische Be ach ung is indessen nu die halbe Wah hei , de an-
de e Teil bes eh da in, daß die Mängel und Schäden nu übe wunden, die p o-
duk i en In en ionen on gymnasiale Obe s u e wie Be u sschule in Zukun
nu noch dann ealisie ba sein we den, wenn – au länge e Sich – beide au hö-
en, in ih e bishe igen Fo m zu exis ie en. Die nach olgenden Aus üh ungen
sind o allem als de Ve such eine Beg ündung diese P ognose zu lesen.
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He wig Blanke z10
II.
Vo beme kungen zum no d hein-wes älischen
Schul e such
Im Lande No d hein-Wes alen wi d gegenwä ig ein Schul e such o be ei e
on eine Kommission, die de Kul usminis e des Landes Ende 1970 be ie
und de e die Bezeichnung „Planungskommission Kollegs u e“ gab. Kolleg-
s u e soll e hie die Bezeichnung sein ü eine O ganisa ion de Sekunda s u e
II in Fo m eine Gesam obe s u e. Die Planungskommission, bes ehend aus
Schulp ak ike n des Gymnasiums, de be u sbildenden Schulen und des zwei-
en Bildungsweges, Ve e e n de Schüle an Gymnasien und Be u sschule,
El e n e e e n, Minis e ialbeam en und Wissenscha le n, e hiel den Au -
ag, den in de Regie ungse klä ung om 28.7.1970 angekündig en und im
No d hein-Wes alen-P og amm 75 um issenen Schul e such mi de aillie en
Emp ehlungen o zube ei en. De Planungskommission wa en als Vo gaben
einige Bedingungen gese z , insbesonde e die,
• eine Konzep ion de Sekunda s u e II zu en wickeln, die die In eg a ion
on s udienbezogenen und be u squali izie enden Leh gängen zum Ve -
suchsgegens and mache, und zwa in cu icula e wie in o ganisa o ische
Hinsich ,
• den Endausbau de Kollegs u en als selbs ändige Schulen o zusehen,
• den Ve such bis zum Jah e 1970 au 30 S ando e ausdehnen zu können.
Die Planungskommission en wickel e ein Modell, das die wich igs en Linien
aus dem S uk u plan de Bildungskommission des Deu schen Bildungs a es,
des Bildungsbe ich es 1970 de Bundes egie ung und des Bildungsgesam -
planes au nimm und auße dem die gegebenen Zus ändigkei en wie Kompe-
enzen be ücksich ig . Ab 1972 sollen jäh lich IC Kollegs u en geg ünde we -
den, zunächs in eine Vo lau phase, die in den ü den Ve such ausgewähl en
Schulen die no wendigen Vo keh ungen i und die Zusammena bei de
Leh e de e schiedenen Schulen einlei e , dann übe gehend in die Haup -
phase, die die a sächliche und olls ändige In eg a ion on gymnasialen Obe -
s u en mi be u sbildenden Schulen zu o ganisa o isch selbs ändigen, öllig
neuen Schulen leis en soll.
Gegenwä ig wag kein ande es Bundesland einen so wei gehenden Schul-
e such. De Ve such geh übe alle bishe igen P ojek e hinaus, weil es hie
nich allein da um geh , die D eiglied igkei des allgemeinbildenden Schulwe-
sens zu übe winden, wie das bei de Gesam schule de Fall is , sonde n „Allge-
meinbildung“ als schulo ganisa o isches P inzip und speziell di e enzie endes
Kennzeichen de gymnasialen Obe s u e gegenübe allen ande en Ausbil-
dungsins i u ionen de Sekunda s u e II zu besei igen. Nach langjäh igen, o -
wiegend akademisch ge üh en bildungs heo e ischen Auseinande se zungen
sowie e o m e heißenden, abe e bal bleibenden Absich se klä ungen ie-
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le G emien und Ausschüsse, nimm de no d hein-wes älische Schul e such
nunmeh eine de wich igs en bildungspoli ischen Au gaben de 70e Jah e in
Ang i , den P ü s ein demok a ische Schul e o m übe haup . Das E gebnis
wi d Folgen haben, die wei übe No d hein-Wes alen hinaus eichen; das is
schon je z abzulesen an de Au me ksamkei , die dem Kollegs u en e such
on den Kul usminis e ien de ande en Bundeslände , om Bundesminis e ium
ü Bildung und Wissenscha und on de Bund-Lände -Kommission gewid-
me wi d.
De in de These, de Kollegs u en e such sei de P ü s ein demok a i-
sche Schul e o m übe haup , en hal ene Ansp uch will im einzelnen e läu e
und beg ünde sein. De Ansp uch läß es indessen kaum sinn oll e scheinen,
on de Kollegs u e zu eden, indem nu on ih allein gesp ochen wü de. So
is auch die Planungskommission da on ausgegangen, daß das Ziel de de
Kollegs u e o ausliegenden Sekunda s u e I dami ixie sei, nach 10jäh i-
ge Vollzei schulp lich alle 15jäh igen bis zum Abi u I (bishe : mi le e Bil-
dungsabschluß) zu üh en. S ell e e end ü ande e Belege sei au den S uk-
u plan des Deu schen Bildungs a es e wiesen: e en häl – ü einen länge en
Planungszei aum – genau diese Zielp ojek ion und mach dami p ak isch die
Gesam schule bis zum Ende de Mi els u e maßgeblich, Gesam schule zu-
mindes in dem Sinne, daß alle Bildungsein ich ungen de Sekunda s u e I bis
zu 10. Klasse dem didak ischen P inzip und de schul ech lichen No m nach
die gleiche Quali ika ion anzus eben haben. Wenn nun diese Einhei lichkei
des Bildungsganges gegenübe die Sekunda s u e II die Le nenden zu un e -
schiedlichen Abschlüssen und inhal lich du chaus oneinande abweichenden
Quali ika ionen üh en muß, so ha jedes da ü angebo ene Konzep sein Di -
e enzie ungsp inzip zu ech e igen; und zwa zu ech e igen mi de F age,
inwiewei die ü die Re o m des gesam en Bildungswesens eingeb ach en P ä-
missen konk e isie , ob und inwiewei sie hie zu Ende gedach ode du ch
e deck e Nebenen scheidungen geb ochen sind.
Diese Zusammenhang soll hie ü die Emp ehlung, den die Planungs-
kommission o be ei e , disku ie we den. Die endgül ige Emp ehlung lieg
noch nich o ; sie is ü Ende 1971/An ang 1972 zu e wa en. Die Planungs-
kommission ha indessen un e dem Da um om 1.6.1971 eine Ku zin o ma-
ion übe den S and de Be a ungen o geleg . Diese Tex dien e als G undlage
ü meh e e Gesp ächs unden mi Ve e e n de Leh e e bände, de Schul-
äge , de Ki chen und mi dem Landesausschuß ü Be u sbildung, in denen
die Posi ion o de En wicklung de De ailkonzep ion und o de de ini i en
Beschluß assung abgeklä we den soll e. Un e Be ücksich igung de „Ku z-
in o ma ion“ und des Ve lau s de Gesp ächs unden lassen sich die Um isse
de Kollegs u e, wie sie die Planungskommission o schlagen wi d, schon je z
deu lich e kennen. Diese Um isse sollen hie zunächs in 6 Thesen o ges ell
we den.
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He wig Blanke z12
III.
6 Thesen zu Ges al de Kollegs u e
1. O ganisa o ische In eg a ion
Die Kollegs u e in eg ie die bishe ige gymnasiale Obe s u e mi be u sbil-
denden Schulen e schiedene A einschließlich de P lich be u sschule zu
eine o ganisa o isch selbs ändigen Schul o m. Welche Ein ich ungen de
Be u sausbildung in eg ie we den, wi d inne halb de 30 Ve suche a iie en
und dadu ch un e schiedliche Akzen e e möglichen. Jedes Kolleg abe wi d
eine gymnasiale Obe s u e und eine Be u sschule en hal en; daß le z e e un-
abdingba sei, wa nich in den minis e iellen Vo gaben, die nu allgemein on
de Vo be ei ung au S udium und Be u sp achen, en hal en, sonde n is eine
Kommissionsen scheidung.
2. Un e ich so ganisa ion
In diese neuen Schul o m wi d an die S elle des Klassenun e ich s das Ku s-
sys em e en, und zwa olls ändig, also keine Duali ä on klassengebunde-
nem Ke nun e ich und di e enzie endem Ku sun e ich . Vielmeh soll ein
Sys em on Basis- und Spezialku sen, on poly alen en und hema isie en
Ku sen e ikale und ho izon ale Flexibili ä e möglichen. Ve ikale Flexibi-
li ä mein hie die indi iduelle Va ia ion des Le n empos, d.h. die au 3 Jah e
angeleg e Kollegs u e kann on einem Kollegia en auch in 2 Jah en absol ie
we den, ohne daß e „gesp ungen“ wä e, ebenso wie e auch 4 Jah e im Kolleg
e weilen kann, ohne „si zengeblieben“ zu sein; ho izon ale Flexibili ä mein
das gemeinsame Le nen on Kollegia en un e schiedliche Bildungsgänge an
ganz ode pa iell übe eins immenden Au gaben.
3. Schwe punk p o ile
Die Indi idualisie ung gil nich nu ü das Le n empo, sonde n auch ü die
Le ninhal e: de gymnasiale Kanon, ja übe haup die Vo s ellung on eine in
bes imm en Fäche n ma e ialisie en Allgemeinbildung wi d es los au gege-
ben. Das Ke ns ück de cu icula en Konzep ion de Kollegs u e is die Bil-
dung on Schwe punk p o ilen, die Raum und Mo i a ion scha en ü kon-
zen ie e A bei an den Sach agen des kün igen S udiums ode Be u s und
dami die ma e iell p opädeu ische Sei e wiede he s ellen, die das Abi u als
Ausweis de S udie ähigkei einmal ha e, abe nich es hal en konn e, und
die die Be u squali ika ionen jensei s in ge aß e Anpassung übe haup e s ge-
winnen müssen.
4. Didak isches K i e ium
Konzen a ion de A bei au selbs gewähl e Schwe punk e e laub die Fes -
legung au wissenscha sp opädeu ischen Un e ich als du chgehendes Kenn-
zeichen de Didak ik de Kollegs u e. Es wi d kein s udienbezogenes ode
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abe e lang Wissenscha sp opädeu ik als sys ema isch e lek ie es und sys-
ema isch p ak izie es Haup hema. Wenn die ma e iell-p opädeu ische Sei e
de S udie ähigkei en schieden besse als im gegenwä igen Bildungssys em
e eich we den soll, muß de Un e ich bis zu diesem Zei punk den Wissen-
scha sbezug so e dich e haben, daß e nun die ü das wissenscha liche
A bei en und E kennen ypischen P obleme de Objek i ie ung und de Ab-
s ak ion im Medium de jeweiligen Sach agen zu seinem Gegens and machen
kann.
Im einzelnen is de wissenscha sp opädeu ische Un e ich an K i e-
ien zu messen, die den 3 Be eichen de Me hoden, de A i üden und de
poli isch-gesellscha lichen Vo ausse zungen angehö en und zusammen den
Au gabenkomplex umsch eiben. Die akzen se zenden K i e ien weisen au
Le np ozesse, die im kogni i en und a ek i en Be eich zu E gebnissen üh en,
welche den An angsan o de ungen beliebige Spezials udien an wissenscha -
lichen Hochschulen en sp echen. Dami is zugleich das Ansp uchsni eau
ü das Abi u II bezeichne . We den keine ande en K i e ien als die wissen-
scha sp opädeu ischen angeleg , so is es ü die E üllung des Ansp uches
une heblich, ob ein Leh gang als s udienbezogene die Vo be ei ung au eine
wissenscha liche Tä igkei als Haup au gabe o ganisie und demen sp echend
di ek au das Abi u II angeleg is ode ob e als be u squali izie ende p imä
ande e Ausbildungsziele e olg , diese abe au g und de speziellen Bedin-
gungen des Fachgebie s und de sich da aus e gebenden didak ischen Möglich-
kei en mi wissenscha sp opädeu ischem Un e ich ealisie . In diesem Fall
kann de be u squali izie ende Abschluß das Abi u II implizie en ode Teile
da on, ebenso wie es sich un e diesem Aspek anbie e , alle wissenscha sp o-
pädeu isch ausgewiesenen Ku se sowohl ü s udienbezogene als auch ü be-
u squali izie ende Leh gänge o enzuhal en, so daß auch umgekeh ein s u-
dienbezogene Abschluß zugleich eine Be u squali ika ion ode Teile da on
en hal en kann.
Demgegenübe bleib zunächs noch die F age zu ück, ob Wissenscha s-
p opädeu ik nu du ch die Aspek e de Me hoden, A i üden und de poli-
isch-gesellscha lichen Vo ausse zungen hin eichend umsch eibba is . Die
An wo au diese F age zeig e s den on de Planungskommission ü du ch-
schlagend e ach e en G und ü die de Wissenscha sp opädeu ik in de Kol-
legs u e angewiesenen dominie enden didak ischen Funk ion: de Fo sch i
de Einzelwissenscha en, ih e Ausdi e enzie ung und Spezialisie ung e -
lang eine P opädeu ik, die Spezialisie ung selbs einüb . Dami wi d abe eine
Fäche besch änkung no wendig, die jeden Gedanken an einen Kanon allen-
lassen muß; und nu ein a ional nich nach ollziehba e Dogma ismus wä e
in de Lage, einige wenige Disziplinen als diejenigen auszuzeichnen, denen
o allen ande en die p opädeu ische Au gabe zukäme. Das abe heiß : die
Bedingungen de echnisch-wissenscha lichen Zi ilisa ion lassen Wissen-
scha sp opädeu ik nu noch du ch eine Konzen a ion möglich e scheinen,
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die – jeden alls dem P inzip nach, ih e sei s die F eigabe alle Wissenscha -
en und e wissenscha lich en Technologien ü diese Au gabe implizie . Je-
de Ve such, au didak ischen Schleichwegen die Sehnsuch nach e lo enen
Ganzhei en zu be iedigen, behinde , je länge des o meh , die P opädeu ik
und e s ell du ch Ideologiebildungen den heu e möglichen und unbeding
no wendigen Blick ü die übe g ei enden S uk u en. Diese S uk u en, ebenso
bes imm du ch den Zwang zu in e disziplinä en Koope a ion, de seh genau
de o sch ei enden Spezialisie ung ko espondie , wie du ch die Re lexion
au die o sch ei ende Spezialisie ung selbs , die die poli ische Bedeu ung des
Wissenscha sp og esses als P oduk i k a in de Indus iegesellscha ans-
pa en mach , ep äsen ie en das „Allgemeine“ de Wissenscha sp opädeu ik.
Da au is die Didak ik des wissenscha sp opädeu ischen Un e ich s e wie-
sen, um den e o de lichen T ans e e ek zu siche n und die Ve b ei ung on
Fachbo nie hei auszuschließen. Die me awissenscha liche, philosophische
Rück age, bean wo e aus dem spezialisie en und di e enzie en P og eß
de Wissenscha en selbs , is un e zich ba es Elemen de P opädeu ik. Wis-
senscha sp opädeu ik in dem hie skizzie en Sinne da also nich als bloße
Ve mi lung on Techniken des wissenscha lichen A bei ens in den jeweils
aglichen Disziplinen miß e s anden we den, is ielmeh zu beg ei en auch
als „Bildung“: Au hebung de wissenscha lichen A bei s eilung in einem p o-
duk i en Sinne, d.h. Ve zich au kul u pessimis isch-ohnmäch ige Wehklagen
übe das de Spezialisie ung ko espondie ende, sich s ändig beschleunigende
Fo sch ei en de Ve wissenscha lichung de Wel , sonde n du ch die Ein-
sich in dessen Vo ausse zungen und Wi kungen. Die didak ische Fes legung
de Kollegs u e au Wissenscha sp opädeu ik in endie also die gleichzei ige
Ein übung und Übe windung on Spezialisie ung. Un e den Bedingungen de
Wissenscha slage unse e Zei is das die Wiede he s ellung des k i ischen Po-
en ials, welches in de au Wilhelm on Humbold zu ückgehenden Konzep ion
eine an Wissenscha en o ien ie en geleh en Bildung zumindes als Ve sp e-
chen au gehoben wa . Diese Wiede he s ellung e lang den Ve zich au die
unwah gewo dene Ma e ialisie ung des Allgemeinen in einem Kanon on Dis-
ziplinen. Die P eisgabe des Kanons abe e laub die Einbeziehung de ü die
Be u squali izie ung ele an en Technologien; de en Bindung an Ni eau und
P og amm de Wissenscha sp opädeu ik e ö ne alle e s die eale Chance,
den be u squali izie enden Un e ich gene ell aus seine gesellscha spoli isch
unk i ischen Ve engung und Ökonomisie ung zu be eien.
In endenzielle Übe eins immung mi dem S uk u plan, abe mi g öße e
Konsequenz und mi dem Mu zu Eindeu igkei komm die Planungskommis-
sion zu dem Vo um, den gymnasialen Kanon um de Wissenscha sp opädeu ik
willen und d.h. le z lich um de o iginä en gymnasialen In en ion willen p eis-
zugeben, dami nun alle dings zugleich auch die didak isch-cu icula e Mög-
lichkei zu e ö nen, den schulischen Teil de Be u sausbildung nach Maßgabe
des poli isch-pädagogischen Au ages zu in eg ie en.
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3. Bildungs heo ie
Cu icula e In eg a ion on s udienbezogenen und be u squali izie enden Leh -
gängen is mi den E wägungen zu Chancengleichhei und Wissenscha sp opä-
deu ik noch nich hin eichend beg ünde . Dem poli ischen Pos ula de Chan-
cengleichhei wi d ein ideologische Cha ak e nachgesag , dem Schule als
pädagogische Ins i u ion nich ein ach ausgelie e we den dü e; dem P inzip de
Wissenscha sp opädeu ik abe wi d das de Bildung kon on ie , de Bildung,
die als „geleh e“ du chaus an Wissenscha en o ien ie sei, wenn auch nich an
beliebigen und schon ga nich an Technologien, die abe an einem ausgesuch en,
de eu opäischen a es-T adi ion e p lich e en Kanon gebunden bleibe.
De Scheincha ak e des iel be ede en Gegensa zes on Allgemeinbil-
dung und Be u sbildung ebenso wie die lange e schwiegene poli ische Funk-
ion de Spiegel ech e ei lieg heu e so o en o alle Augen, daß sich eine
wei e ausholende E ö e ung nich meh lohnen mag. Indessen muß die Denun-
zia ion de Be u sausbildung als bildungsi ele an du ch den Hinweis au den
die be u liche U ili ä kennzeichnenden Anpassungsd uck im Bewuß sein blei-
ben. Denn das A gumen is nach wie o ich ig: die de Bildung zukommende
F eihei zu U eil und K i ik e kümme un e dem D uck des Anpassungs-
zwanges. Das k i ische Po en ial, welches im u sp ünglichen humanis ischen
Ansa z en hal en wa und das noch du ch alle beschämenden Kapi ula ionen
o den In e essen de He schenden doch als das uneingelös e Ve sp echen
sich ba blieb, is es zuhal en. Abe ü den aglichen Zusammenhang en hüll
die Bildungsgeschich e, daß die Rich igkei dieses A gumen es zugleich seine
Falschhei wa . Denn die inhal liche En gegense zung on Allgemeinbildung
und Be u sbildung en ließ den ganzen Be eich de poli isch-gesellscha lichen,
ökonomischen und echnologischen Tä igkei des Menschen aus den Möglich-
kei en on e nün ige K i ik. Ve nün ige K i ik wa es ingie au Tex - und
Kuns k i ik, wäh end die gesellscha liche, ökonomische und echnologische
Tä igkei des Menschen ge ade du ch diese T ennung dem p i a kapi alis-
ischen In e esse an Ausbeu ung übe an wo e wa .
Diese his o ische Reminiszenz e mu ig , auszusp echen, was längs an de
Zei wa und was wi im G unde auch alle wissen: ein eindeu ige Kanon on
Inhal en, de die Gebilde hei de Pe son umsch eib und demen sp echend
dann ü alle de Bildung e p lich e en Schulen maßgeblich sein müß e, wä e
abhängig on eine einhei lichen, die poli isch-gesellscha lichen O dnungen
umg ei enden Wel anschauung, wä e abhängig on einem ungeb ochenen Ve -
häl nis zum kul u ellen T adi ionszusammenhang und wä e abhängig on eine
ela i umg enz en und jeden alls in ih e Dynamik übe schauba en Wissen-
scha sen wicklung. Diese Vo ausse zungen sind ü uns nich gegeben; da aus
ha die cu icula e Konzep ion de Kollegs u e Konsequenzen zu ziehen.
De Ve zich au einen Kanon da indessen nich den Blick da ü e s el-
len, daß Bildung imme eine inhal liche und geschich lich konk e e Au gabe is .
Sind keine Inhal e denkba , denen schon als solchen das P ädika de allgemei-
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nen Menschenbildung ode ih e Fö de ung zukomm , so lassen sich doch all-
gemeine Le nziele iden i izie en, also Hal ungen, Eins ellungen und Fähigkei-
en, die pädagogisch mi Vo ang e s eb we den, weil sie die gesellscha liche
Funk ions üch igkei des Menschen bezeichnen und diese Funk ions üch igkei
zugleich im In e esse des Subjek s anszendie en. Die allgemeinen Le nziele
sind nich ohne Inhal e e eichba , abe die Inhal e, die da ü au gebo en we den,
sind denkba e schieden und ih e Va ia ionsb ei e nich on abs ak en P in-
zipien es zulegen. Diese spezi ischen Inhal e en sp echen keine bildungs heo-
e ischen Deduk ion, sonde n sie e geben sich aus einem Da enk anz de Bedin-
gungs ak o en des ö en lichen Un e ich swesens. Im Umk eis de Kollegs u e
mi ih e au S udium und Be u bezogenen p opädeu ischen Funk ion sind das
dem P inzip nach alle Wissenscha en und e wissenscha lich en Technolo-
gien. Die allgemeinen Le nziele e e en demgegenübe eine k i ische Funk-
ion; sie e langen on den achlichen Le nzielen eine Fo m de Ve mi lung im
Le np ozeß, du ch die sich diese pädagogisch ech e igen.
De Umk eis de allgemeinen Le nziele is im wesen lichen de inie du ch
2 Momen e. Das e s e Momen is beding du ch die Lebenssi ua ion in de
echnisch-wissenscha lichen Zi ilisa ion didak isch ausged ück in de Wis-
senscha so ien ie hei allen Le nens, ü die Kollegs u e zugespi z in dem be-
ei s e läu e en Komplex de Wissenscha sp opädeu ik. Das zwei e Momen
is beding du ch die sei de Au klä ung eigese z e Tendenz de Mündigkei
de Subjek e, mi de die eu opäische Bildungs adi ion in ih en besse en Mög-
lichkei en koinzidie und zu de sich unse e Republik als demok a isch e -
aß es Gemeinwesen bekenn , so daß de poli ische Au ag und die pädago-
gisch-bildungs heo e ische Legi ima ion e äglich bleiben. Dieses Momen
d ück sich didak isch aus im P inzip de K i ik. D.h. alle Inhal e de achlichen
Le nziele sind mi Vo ausse zungen, Implika ionen und Konsequenzen zu leh-
en, so daß dem Le nenden die Möglichkei des Wide sp uchs gegen die ihm
zugemu e e In en ionali ä o enbleib .
VI.
Konsequenzen ü die Be u sausbildung
Mi wechselndem Un e on wi d de Planungskommission imme wiede die
F age ges ell , wie sie es mi dem dualen Sys em hal e. Die An wo kann seh
ein ach sein; sie lau e dann, die Planungskommission habe zum dualen Sys em
keine Meinung, denn das liege nich in ih em Au ag, ielmeh gehe sie om
dualen Sys em au de Ebene de Leh lingsausbildung als Fak um aus, mi dem
zu echnen sei ü den Fall, daß de schulische An eil diese Ausbildungsebene
in die Kollegs u e in eg ie we den solle. Die Planungskommission ha sich
seh eingehend mi diese F age beschä ig und sie schließlich im Sinne de
In e g a ion en schieden. Die In eg a ion auch de Teilzei p lich be u sschule in
die Kollegs u e e o de na ü lich eine Re lexion übe den Gesam zusammen-
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hang de Be u sausbildung diese Ebene und inso e n is im Kollegs u enkon-
zep indi ek na ü lich doch auch ein U eil übe das duale Sys em implizie .
Dieses U eil schließ sich an das Vo um de Bildungs a semp ehlung zu Ve -
besse ung de Leh lingsausbildung an, nämlich daß Bildung übe die Vollzei -
schulp lich hinaus auch im be u lichen Sek o zum Be eich ö en liche Ve -
an wo ung gehö e und daß die Ausbildung auch de Leh linge so zu ges al en
sei, daß keine Sackgassen en s ehen und Übe gänge e möglich we den. Wenn
nun be ei s 1964 om Deu schen Ausschuß ü das E ziehungs- und Bildungs-
wesen 12 Wochens unden Un e ich als Rich maß ü die obliga o ischen
Au gaben de Be u sschule ge o de wu den und de Deu sche Bildungs a
1969 emp ahl, den Un e ich san eil bei einem Teil de Be u e auch übe 12
S unden hinaus es zulegen, schließlich auch iele Be iebe de Mi el- und
G oßindus ie du ch inne be iebliche Maßnahmen diese Fo de ungen be ei s
übe bie en, so zeig sich da an enden iell eine En wicklung zu Theo e isie ung
und Gene alisie ung. Die Reduk ion de Leh e en passan und die Reduk ion
de Ausbildung im lau enden P oduk ionsp ozeß zu Guns en schulische und
schulähnliche Ve ans al ungen is im Zuge de Ve wissenscha lichung und
Spezialisie ung de A bei s ollzüge zwingend und kann nu pa iell und o -
übe gehend e langsam , keines alls au gehal en we den. Im Umk eis solche
Übe legungen schein die In eg a ion de Teilzei be u sschule in die Kolleg-
s u e nich p oblema isch zu sein. Denn es wi d ja nu die Logik eine En wick-
lung au geg i en, wenn auch siche beschleunig , die sich ohnehin, also auch
ohne Kollegs u e du chse zen wi d.
Die Kollegs u e e b ing bes imm e Konsequenzen ü die Be u sausbil-
dung, die in 2 G uppen klassi izie ba sind, einmal solche,
• die sich zwingend aus de Konzep ion e geben und ü die kein ande e
G und namha gemach wi d als de , daß es – so e n man die Kollegs u e
will – nich ande s geh und solchen
• die speziell beabsich ig sind und e s ä k we den, obschon man es auch
ande s machen könn e.
Zu e s en G uppe gehö als he o s echendes Kennzeichen die Blockung
des Be u sschulun e ich s. Nu un e diese Vo ausse zung läß sich das duale
Ausbildungssys em mi de Kollegs u e e einba en. Die Kollegs u e ih e sei s
espek ie das duale Sys em, indem sie alle ih e Ku se de T imes e ein eilung
un e wi . Die Blockung des Un e ich s ha un e bes imm en Aspek en auch
Vo eile ü die Be iebsausbildung, abe selbs wenn dem nich so wä e, so
gäbe es doch keine ande e Möglichkei . Dem Einwand, ein Zwischen aum
on 2 T imes e n zwischen den Phasen des Schulbesuchs sei zu lang, kann
begegne we den, wenn de Leh ling das Kolleg im 1. Jah im 3. T imes e , im
2. Jah im 2. T imes e und im 3. Jah im 1. T imes e besuch : e absol ie
dann inne halb on 5 T imes e n seine 3 Kolleg imes e .
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Zu zwei en G uppe on Konsequenzen sollen 3 Punk e e läu e we den:
1. In olge de Au lösung des Klassenun e ich s in ein Ku ssys em we den nu
in wenigen Ku sen ausschließlich solche Kollegia en si zen, die die gleiche
Quali ika ion des gleichen Be u s e s eben. Die Si ua ion de gegenwä -
igen Zusammense zung eine Be u sschulklasse wi d sel en sein, nämlich
nu in einigen Ku sen, die ü einen Be u une läßlich e ach e we den, abe
keinen wissenscha sp opädeu ischen Cha ak e haben und in einem eng be-
g enz en Anwendungsin e esse eingeschlossen sind. Die Zahl diese Ku se
wi d, je länge es das Kolleg gib , e mu lich abnehmen. Jeden alls le n de
Kollegia in de Regel gemeinsam mi Schüle n, die ande e Be u squali i-
ka ionen als e ode S udienbe ech igungen e s eben ode auch die gleiche
Quali ika ion, abe au ande em Weg, e wa eine bes imm e Be u sausbil-
dung im dualen und ollzei schulischen Sys em. Das bedeu e He aus o -
de ung und Angebo ü alle Kollegia en. Die ela i e Endgül igkei de
Be u swahlen scheidung, die bishe mi Leh e agsabschluß ode , wenn
auch wenige g a ie end, mi dem Ein i in eine Be u s achschule gege-
ben wa , wi d zwei ellos locke e we den, und zwa genau in dem Maße,
in dem de Kollegia Ku se besuch , die zugleich auch Elemen e ande e
Bildungsgänge sind ode sein können. Wa die P lich be u sschule bishe
eine E gänzung de be ieblichen Ausbildung und au diese hingeo dne ,
so gu ode so schlech die Koo dina ion im Einzel all auch imme gewe-
sen sein moch e, so wi d sie als Teil des Kollegs auch Al e na i e sein: de
Leh ling kann sich nach jedem schulischen T imes e da ü en scheiden, im
Kolleg zu bleiben, seine Be u squali ika ion schulisch zu e we ben, einen
Wechsel o zunehmen ode eine S udienbe ech igung di ek anzus eben.
Au jeden Fall wi d es psychologisch und p ak isch ü ihn seh iel leich e
sein, ein Leh e häl nis au zulösen, als das bishe de Fall wa . Diese Kon-
s ella ion muß sich nich unbeding gegen das duale Sys em auswi ken; sie
kann un e Ums änden auch bes ä kend wi ken, abe eben nu dann, wenn
die Be iebsausbildung so gu is , daß sie dem Ve gleich s and häl ode
ihn übe i . Die bloße Kon en ion, die da besag , daß de Abb uch eines
Leh e häl nisses ein Schei e n ode ga ein mo alisches Ve sagen bedeu e,
und zwa unabhängig on de Quali ä de Ausbildung im jeweiligen Leh -
be ieb, wi d sich nich meh lange hal en können.
2. Es wi d im Kolleg keine s udienbezogene und keine be u squali izie ende
Schwe punk bildung ohne An eil an wissenscha sp opädeu ischem Un e -
ich geben. Da aus müssen sich Konsequenzen ü die schulische Be u s-
ausbildung e geben. Denn die Wissenscha sp opädeu ik wi d einen D uck
au die Didak ik des be u sbezogenen Un e ich s ausüben, de die bloße
Benennung und Klassi izie ung on We k egeln zu übe winden ha . Diese
D uck wi d sich in doppel e Weise zeigen, nämlich einmal als Ansp uch
gegenübe den echnologischen Ku sen, die als wissenscha sp opädeu-
isch ausgewiesen sind, also auch on Kollegia en s udienbezogene Bil-
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dungsgänge besuch und dem Ve gleich mi solchen Ku sen, die aus de
bishe igen gymnasialen Obe s u e he auswachsen, ausgese z sein we den;
ande e sei s wi d sich diese D uck abe auch als Rück age gegenübe de
Legi ima ion de nich wissenscha sp opädeu isch ausweisba en Ku se
da s ellen, die im Punk sys em nu ü die spezielle Be u squali ika ion,
nich ü ande e Abschlüsse bewe e und demen sp echend wenige a ak-
i sein we den.
3. Die indi iduelle Schwe punk bildung, die das Ke ns ück de didak ischen
Konzep ion de Kollegs u e is , scha Raum ü die konzen ie e A bei
an den Sach agen des kün igen S udiums ode Be u s. Die Kollegs u-
enkonzep ion is abe nich au eine nu spezialisie ende Abkeh on de
adi ionellen Allgemeinbildung ge ich e , ielmeh wi d de Ge ah de
p ak izis ischen Fachidio ie, die ü Re lexionen übe sich selbs und ih e
poli isch-gesellscha lichen Vo ausse zungen nich meh o en is , ebenso
begegne wie dem al en Kanondenken. Das bedeu e , daß die schulische Be-
u sausbildung, die wei hin ein Op e de Ve engung auch de heo e ischen
Sich gewo den is und wo ü das Pochen au soundso iel P ozen Un e -
ich in sogenann en allgemeinbildenden Fäche n nu eine Bes ä igung
lie e , im Kolleg mi dem Anschluß an ein wissenscha sp opädeu isches
Ni eau zugleich auch in die Dimension de eigenen K i ik ück . Mögliche -
weise we den sich hie die bedeu sams en Konsequenzen e geben dadu ch
nämlich, daß dasjenige, was die Be u sausbildung in ih e Ökonomisie ung
e säum e und das Gymnasium in olge seine ökonomie e ne e ehl e,
om Un e ich hema isie wi d: die poli ische K i ik on Wissenscha
und Technologie auch als Ins umen gesellscha liche He scha .
VII.
Wissenscha liche Ra schlag und -poli ische En scheidung
Das is de Beg ündungskon ex ü die Konzep ion, die zu Kollegs u en e o m
ä . Ich wiede hole noch einmal die zu An ang ges ell e F age, we das nun ei-
gen lich sei, de da ä – is es de Ra de Wissenscha an die Poli ik ode is es
die sekundä e Ra ionalisie ung eine poli ischen En scheidung, die a sächlich
ande en als den ange üh en G ünden olg ? Die zwei e Möglichkei is uns allen
hinlänglich bekann als die Figu des Gu ach e k ieges: de Poli ike u , was e
ohnehin woll e, sag abe , e ä e es, weil es die Wissenscha le a en.
He mann Lübbe ha da au hingewiesen, daß die Ta sache de Möglichkei
solche Feigenbla unk ion de Wissenscha au d eie lei e weise,
• e s ens beweise sie, daß Wissenscha keines alls in allen Fällen poli isch
ällige En scheidungen mi e iden en Ra schlägen au zuwa en wisse;
• zwei ens beweise sie, daß P o esso en an eine Übe schä zung sowohl de
Rele anz als auch de Solidi ä ih e wissenscha lich beg ünde en Ra -
schläge li en, und
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• d i ens schließlich beweise sie, daß sowohl bei Wissenscha le n als auch
bei Poli ike n die Übe zeugung wachse, ohne wissenscha lichen Beis and
sei heu e Poli ik nich meh möglich.
Fü diese Übe zeugung gib es gu e G ünde. Da die G ünde iden isch sind
mi dem ü die Kollegs u enkonzep ion umsch iebenen Komplex Wissen-
scha sp opädeu ik, b auche ich sie je z nich noch einmal zu explizie en und
au den besonde en Fall zuzuspi zen. Wohl abe muß noch e was übe das Ve -
häl nis des wissenscha lichen Beis andes zu poli ischen En scheidung gesag
we den, und zwa aus dem Umk eis unse es Themas de Kollegs u en e o m:
De diesem Re o mp ojek zuzuo dnende poli ische En scheidungszwang s eh
wede in eine wissenscha lich übe haup nich beu eilba en Si ua ion, noch
in eine du ch wissenscha liche Sä ze lückenlos gesiche en Eindeu igkei . Ich
habe in meinen Aus üh ungen deu lich zu machen gesuch , daß und inwie e n
eine nu eilweise wissenscha liche Abklä ung gegeben is : das abe is die
Si ua ion de du chschni lichen, on Ex em ällen abgesehen, poli ischen En -
scheidung.
Diese En scheidung is , weil sie nu in De ails, nich im Ganzen on ei-
ne echnologisch nu zba gemach en Wissenscha gedeck wi d, keineswegs
i a ional. Das poli ische Handeln is ielmeh an einem in sich konsis en en
Beg ündungszusammenhang o ien ie , de eine He meneu ik on Geschich e
und Umgangse ah ung olg , nich abe , jeden alls nich als Gesam komplex,
in Ve suchs eihen bewiesen is . In de a is o elischen T adi ion nann e man sol-
che A gumen e Topoi; die mode ne empi isch-analy ische Wissenscha s heo-
ie sp ich in diesem Fall on E klä ungsskizzen (im Un e schied zu den „E -
klä ungen“ im s engen Sinne und den inkonsis en en „Pseudoe klä ungen“).
Wa um abe , und das soll je z die le z e F age sein, wa um abe begnüg
sich die Planungskommission Kollegs u e nich dami , die wissenscha lich
eindeu ig beg ündba en Sä ze ü die Kollegs u en e o m zusammenzu agen,
wa um übe b ück sie in ih em Ra selbe schon die Lücke ehlende G ünde
und leis e dami ein poli isches Geschä ?
Nun denn, sie leis e diese A bei einmal da um, weil sie in de Ta keine
Feigenbla -, sonde n eine Planungs unk ion zu e üllen ha (de Kul usminis-
e ha keine e ige Konzep ion in de Schublade, die e on Wissenscha le n
und Schulp ak ike n eingesegne haben möch e, sonde n e wa e da au , daß
die seh allgemein gehal enen Ziel o s ellungen zu einem p ak ikablen und in
sich konsis en en Plan e dich e we den); zum ande en abe , weil ja in Wah -
hei auch die E schließung einige De ails und die Besch änkung au das im
s enge en wissenscha lichen Sinne beg ündba e eine poli ische Funk ion
en häl . Diese Funk ion, einmal bewuß gemach , leg es nahe, daß de E -
ziehungswissenscha le das E kenn nisin e esse seine Disziplin auszieh übe
die wissenscha lich gewissen De ailsä ze hinaus au das an izipie e Ganze,
daß e die poli ische En scheidung mi beein luß un e dem Aspek eine am
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P ozeß de Emanzipa ion des Menschen on Zwängen de Na u und übe -
lüssige gesellscha liche He scha engagie en Pädagogik. D.h. nich , daß
de „Ra “ zu Kollegs u en e o m eine eigene Poli ik sei gegenübe denjenigen,
die nach den Regeln des pa lamen a ischen Sys ems die En scheidungs e an -
wo ung haben und on de sie auch un e keine Bedingung en lassen we den
dü en, wohl abe , daß hie de in dem Vo gang selbs uneliminie ba en hal-
ene poli ische Ansp uch bei seinen besse en Möglichkei en e g i en wi d,
du ch die Kon on a ion on Ansp uch und Wi klichkei he ausgea bei e und
de Wide s and übe all da o ganisie wi d, wo bewuß seinsumgehende Indok-
ina ion e lang is .
De Mu zu Konsequenz und Eindeu igkei , de im Ra zu Kollegs u en-
e o m en hal en is , ha hie seine K a und seine Legi ima ion. Im Dialog
kommunizie ende Menschen sind wi in de F age de Bildungs e o m nich
a los, wie de Ra selbs keine echnok a ische Risiko eihei zu e sp echen
e mag.
Anme kungen
Die Planungskommission Kollegs u e des Landes No d hein-Wes alen ha
olgende Mi gliede :
P o esso D . He wig Blanke z,
o den liche P o esso ü Pädagogik und Philosophie
an de Uni e si ä Müns e (Vo si zende )
Obe s udiendi ek o Go ied Adolph,
Lei e de S äd . Gewe blichen Be u sschule IX
ü Elek o echnik und Elek onik, Köln
P o esso D . He be Becke ,
o den liche P o esso ü Soziologie
an de Pädagogischen Hochschule Rheinland, Ab eilung Neuss
Obe s udiendi ek o in Helga B uhns,
Lei e in des S äd . Abendgymnasiums Do mund
P o esso D . Wil ied Ennenbach,
o den liche P o esso ü Psychologie
an de Pädagogischen Hochschule Ruh , Ab eilung Essen
P o esso D . Hans He mann G oo ho ,
o den liche P o esso ü Pädagogik
an de Uni e si ä Köln
And eas G uschka,
Schüle , Düsseldo
PÄK_66_V1.indd 27PÄK_66_V1.indd 27 12.01.2023 15:54:2812.01.2023 15:54:28
Pädagogische Ko espondenz, He 66 | 2022
He wig Blanke z28
Wol gang Ha de ,
Akademische Ra , Au baukommission Obe s u enkolleg/Labo schule
an de Uni e si ä Biele eld
Obe s udiendi ek o Gün he Hee mann,
Lei e des Pes alozzi-Gymnasiums Unna
Obe s udiendi ek o Rudi Kae ge ,
Lei e de Gewe blichen K eisbe u sschule Lemgo
Klaus K ahne,
Schüle , Opladen
Obe s udiendi ek o D . Heinz Seege ,
Lei e des S äd . Ma h.-Na u wiss. und Neusp . Gymnasiums Dü en
Obe s udiendi ek o Ka l Schick,
Lei e des Wes alen-Kollegs Pade bo n
Obe s udiendi ek o D . He mann Schmid ,
Lei e de Kau männischen Be u sschule VII de S ad Köln
G e e Schneide ,
Lei ende Regie ungsdi ek o in im Schulkollegium
beim Regie ungsp äsiden en in Müns e
Obe s udiendi ek o D . Wilhem Sch eckenbe g,
Lei e des S aa l. S udiensemina s I ü das Leh am an Gymnasien in Düsseldo
P o esso D . Helmu Sch ey,
o den liche P o esso ü Pädagogik an de
Pädagogischen Hochschule Ruh , Ab eilung Duisbu g
Obe s udiendi ek o Ha wig S uckmeye ,
Lei e de Gesam schule Gelsenki chen
Hans-F ied ich Su e ,
Ve e e de Landesel e nscha
Obe s udiendi ek o Al ied Wichmann,
Lei e de Land a -Lucas-Schule I in Opladen
Aus dem Kul usminis e ium:
Minis e ial a Heinz Baiza
Minis e ial a D . Raine B ockmeye
S udienassesso We ne Habel
Regie ungsdi ek o Die e -Geo g Röh s
Regie ungsdi ek o Pe e Sacks
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