G eil, Melanie; Kipman, Ul ike
Umgang mi AD(H)S. Pädagogische Hil en, schulische Un e s ü zung und
essou ceno ien ie e Fö de ansä ze
Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel, Robe [H sg.]: B ücken zu Teilhabe: Wo
K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e Bildung ü Kinde und Jugendliche mi
ch onischen E k ankungen. Bad Heilb unn : Ve lag Julius Klinkha d 2025, S. 114-124
Quellenangabe/ Re e ence:
G eil, Melanie; Kipman, Ul ike: Umgang mi AD(H)S. Pädagogische Hil en, schulische Un e s ü zung und
essou ceno ien ie e Fö de ansä ze - In: Somme , Nicola [H sg.]; Mülle , Sa ah [H sg.]; Langnickel,
Robe [H sg.]: B ücken zu Teilhabe: Wo K ankhei und Schule sich begegnen. Chancen inklusi e
Bildung ü Kinde und Jugendliche mi ch onischen E k ankungen. Bad Heilb unn : Ve lag Julius
Klinkha d 2025, S. 114-124 - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-343973 - DOI: 10.25656/01:34397;
10.35468/6197-09
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-343973
h ps://doi.o g/10.25656/01:34397
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In o ma ionszen um (IZ) Bildung
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Melanie G eil, Ul ike Kipman
Umgang mi AD(H)S:
Pädagogische Hil en, schulische
Un e s ü zung und essou ceno ien ie e
Fö de ansä ze
Abs ac
Die Au me ksamkei sde izi -/Hype ak i i ä ss ö ung (AD(H)S) zähl zu
den
häu igs en neu obiologischen En wicklungss ö ungen im Kindes- und Ju-
gendal e . Be o ene Kinde und Jugendliche zeigen e hebliche Schwie-
igkei en in de Au ech e hal ung on Au me ksamkei , ein übe du ch-
schni liches Maß an Ak i i ä sowie eine e minde e Impulskon olle . Man
un e scheide zwischen dem o wiegend unau me ksamen Typ (o als ADS
bezeichne , codie mi F98 .80 im ICD-10 (WHO 2015)), bei dem haup säch-
lich Au me ksamkei sp obleme bes ehen, und dem kombinie en Typ, de
zusä zlich du ch Hype ak i i ä und Impulsi i ä gekennzeichne is , codie
mi F90 .0 im ICD-10 (WHO 2015, gl . auch Kipman Kap . 3 .3) . In diesem
Bei ag soll zue s ein ku ze Übe blick zu den wesen lichen und ypischen
Au älligkei en on Kinde n und Jugendlichen mi AD(H)S gegeben we -
den . Ziel dieses Bei ags is es, ypische E scheinungs o men on AD(H)S
im Schulall ag da zus ellen . Ein Fallbeispiel soll die besch iebene S ö ung
illus ie en, um da au au bauend Implika ionen ü den Schulun e ich ab-
lei en zu können .
Keywo ds: AD(H)S im Schulall ag; Pädagogische Fö de s a egien; Un e -
ich sanpassung; Beziehungsges al ung; Inklusi e Bildung
Einlei ung
Das AD(H)S-Synd om s ell eine e hebliche He aus o de ung ü jede Leh -
k a da –und dami auch ü das Bildungssys em . Obwohl um ang eiche
In o ma ionen zu AD(H)S e ügba sind, mangel es den ele an en Be u s-
g uppen häu ig an undie em Wissen übe dieses medizinische Phänomen
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Umgang mi AD(H)S
und auch an Wissen, wie ü Schüle innen und Schüle mi diesem S ö ungs-
bild en sp echende Rahmenbedingungen gescha en we den können .
Abe jede He aus o de ung, so g oß sie auch e scheinen mag, bi g zugleich
Chancen zu Wei e en wicklung . Sie e ö ne Le np ozesse, die nich nu ü
die di ek Be o enen, sonde n auch ü ih Um eld und dami ü die gesam e
Gesellscha on Bedeu ung sind . Das Wissen um den Umgang mi AD(H)S
kann neue Pe spek i en e ö nen, um zukün igen He aus o de ungen–de-
en A und Ausmaß wi heu e noch nich kennen–au al e na i e Weise zu
begegnen . Dabei soll e nich e gessen we den, dass jedes Kind, unabhängig
on eine AD(H)S-Diagnose, übe indi iduelle Talen e und Fähigkei en e -
üg . Eine e olg eiche Schullau bahn is auch mi AD(H)S möglich, wenn die
ich igen Rahmenbedingungen gescha en we den (S ollho 2003) .
Theo e ische Rahmung
AD(H)S is eine häu ige neu oen wicklungsbeding e S ö ung, die wel wei bei
e wa 5%de Kinde und Jugendlichen au i (Polanczyk u . a . 2007) . E wa
30%de be o enen Kinde zeigen zusä zlich Le ns ö ungen (Mayes u . a .
2000) . Jungen sind häu ige be o en als Mädchen (Willcu u . a . 2005) .
Gene ische Fak o en spielen eine wesen liche Rolle bei de En s ehung on
AD(H)S . Kinde on El e n mi AD(H)S haben ein e höh es Risiko, selbs an die-
se S ö ung zu e k anken (Fa aone u . a . 2005; Gaw ilow u . a . 2011) . De izi e in
de Selbs egula ion, also de Fähigkei , Gedanken, Ge ühle und Handlungen zu
s eue n, agen eben alls zu En wicklung on AD(H)S bei (Gaw ilow u . a . 2011) .
Die Ke nsymp ome on AD(H)S lassen sich d ei Be eichen zuo dnen: Unau -
me ksamkei , Hype ak i i ä und Impulsi i ä . Unau me ksame Kinde und Ju-
gendliche machen häu ig Flüch igkei s ehle , haben Schwie igkei en, bei Au -
gaben ode Spielen konzen ie zu bleiben, scheinen nich zuzuhö en, olgen
Anweisungen nich , e lie en wich ige Gegens ände, lassen sich leich ablen-
ken, haben P obleme bei de O ganisa ion on Au gaben und sind o e gess-
lich . Hype ak i e Kinde zappeln häu ig, können nich uhig si zen, s ehen o
au , lau en ode kle e n in unpassenden Si ua ionen und zeigen ein anhal en-
des Mus e übe mäßige mo o ische Ak i i ä , das du ch Vo sch i en ode
die soziale Umgebung nich geb ems wi d . Impulsi e Kinde und Jugendliche
un e b echen ode s ö en ande e häu ig, eden übe mäßig iel, an wo en, be-
o F agen olls ändig ges ell sind und haben Schwie igkei en, in Spielen ode
ande en Ak i i ä en au ih en Tu n zu wa en (Dilling u . a . 2015) .
F ühe wu de angenommen, dass AD(H)S haup sächlich im Kindes- und Ju-
gendal e au i , doch inzwischen is bekann , dass die S ö ung bei ielen
Be o enen bis ins E wachsenenal e bes ehen bleib (Be n o u . a . 2008) . Im
E wachsenenal e e en Symp ome de Hype ak i i ä sel ene au , wäh end
Au me ksamkei sp obleme dominan e we den (Schmid &Pe e mann 2008) .
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AD(H)S beein äch ig sowohl im Kindes- als auch im E wachsenenal e Be-
ziehungen, schulische Leis ungen und die be u liche En wicklung (Be n o
u . a . 2008; Schmid &Pe e mann 2008) . Häu ig e en Beglei e k ankungen
au : Bei Kinde n und Jugendlichen sind dies un e ande em S ö ungen des
Sozial e hal ens, Angs s ö ungen, Dep essionen, Tics und Le ns ö ungen wie
Lese- und Rechens ö ungen (Willcu &Penning on 2000) . Bei E wachsenen
können Subs anzmissb auch, a ek i e S ö ungen, Angs s ö ungen sowie an i-
soziale ode Bo de line-Pe sönlichkei ss ö ungen hinzukommen (Biede man
2005) . Obwohl es nu wenige Langzei s udien gib , zeigen sich Hinweise da-
au , dass Be o ene ein nied ige es Bildungsni eau e eichen, psychosoziale
und psychia ische P obleme en wickeln und e meh Risiken eingehen, was
in de Folge zu A bei slosigkei , Un ällen und e höh em Risiko ü delinquen-
es Ve hal en üh en kann (Be n o u . a . 2008) . Eine ühzei ige Diagnose so-
wie eine um assende, konsequen e und mul imodale Behandlung sind dahe
essenziell (G osse&Sk odzki 2003) .
Die Symp oma ik on AD(H)S is ielges al ig und indi iduell un e schiedlich
ausgep äg . Zu den häu igs en Me kmalen zählen Konzen a ionsschwie ig-
kei en, ein leich es Abschwei en de Gedanken sowie die Fähigkei zum Hy-
pe okus bei pe sönlich in e essan en Themen . Be o ene Schüle innen und
Schüle hö en o nich au me ksam zu, beginnen iele P ojek e, schließen je-
doch wenige ab, meiden Langeweile, suchen s ändig nach neuen Reizen und
haben Schwie igkei en mi Regeln und Rou inen . Sie sind häu ig uno ganisie ,
chao isch, e gessen und e legen o Gegens ände . Zudem sind sie un uhig,
s ändig in Bewegung, handeln impulsi und äuße n spon an ih e Gedanken .
Diese Kinde haben eine ge inge F us a ions ole anz, sind ungeduldig und
neigen zu S immungsschwankungen sowie Wu ausb üchen . Im Ve gleich zu
lebha en und hype ak i en Kinde n is bei AD(H)S-Be o enen die Konzen-
a ion nich al e sgemäß, Teilleis ungss ö ungen e en häu ige au und die
soziale Rei e is o un e en wickel . Typische weise haben sie eine ex e nale
Kon ollübe zeugung, das heiß , sie sind übe zeug , dass äuße e Ums ände
ode ande e Pe sonen meh Ein luss au ih Leben haben als sie selbs (Ha i-
son&So ono 2002; Siegle u . a . 2016; Theule u . a . 2013; Weiss 2013) .
Im schulischen All ag zeigen be o ene Kinde und Jugendliche häu ig eine
Disk epanz zwischen kogni i em Po enzial und a sächliche Leis ung . Klas-
senwiede holungen und Suspendie ungen sind häu ige und sie haben ein
e höh es Risiko, die Schule ohne Abschluss zu e lassen . Ih e Leis ungen a i-
ie en je nach Leh k a , Fach, An o de ungen und Klassensi ua ion . Die Quali-
ä de Beziehung zwischen Leh k a und Schüle :in is ü sie en scheidende
als ü ande e Kinde und Jugendliche . Desin e esse und In e esse de Leh -
k a wi ken sich s ä ke au sie aus . Sie eagie en häu ig posi i au neue und
he aus o de nde Au gaben, wäh end Rou inen schnell zu Übe d uss üh en .
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Umgang mi AD(H)S
P axisbeispiel
Nach olgend inde sich ein P axisbeispiel, das ein ypisches Kind mi AD(H)S
besch eib :
Die Mu e gib an, man müsse XY o au o de n, mi eine Au gabe zu be-
ginnen, e mache häu ig Flüch igkei s ehle , übe p ü e seine A bei nich au
Fehle und habe Mühe, sich au Sachen zu konzen ie en . E e gesse, seine
Hausau gaben abzugeben, selbs wenn sie gemach seien . E beginne Haus-
au gaben und P lich en in le z e Minu e, plane Schulau gaben nich im Vo -
aus, un e schä ze die benö ig e Zei ü Au gaben und habe Mühe, Au gaben
e ig zu machen . Zudem un e b eche e ande e . Bei seinen Kompe enzen
gib die Mu e an, e könne sich uhig, in ensi und lange mi eine Sache
beschä igen und übe lege zue s , be o e handle .
Die Leh e in gib an, dass XY o Einzelhei en nich beach e, o Flüch igkei s-
ehle mache und die eigene A bei nich au Fehle übe p ü e . E habe Schwie-
igkei en, seine Au me ksamkei länge e Zei au ech zu e hal en, habe Mühe
bei Au gaben, die meh als einen Sch i e o de n, habe eine Abneigung gegen
Au gaben, die eine länge e Konzen a ion e o de n und we de on um ang-
eichen Au gaben übe wäl ig . E habe Mühe, mi Hausau gaben zu beginnen,
beginne Au gaben nich on sich aus und müsse au ge o de we den, dami
anzu angen, plane Schulau gaben nich im Vo aus, un e schä ze den Zei au -
wand, de benö ig we de, und beginne imme e s in le z e Minu e . E schein
o nich zuzuhö en, habe Schwie igkei en, Au gaben zu o ganisie en, b eche
A bei en ab, be o sie e ig seien, und könne Au äge nich olls ändig zu
Ende b ingen . XY lasse sich leich du ch die Umgebung und du ch eigene Ge-
danken ablenken . E en wickle on sich aus keine Ideen, wie man eine Au -
gabe lösen könne, habe Mühe, meh e e Lösungswege zu inden und b auche
Hil es ellung du ch E wachsene, um bei eine Sache zu bleiben .
Emp ehlungen
Nachs ehend inde sich eine Sammlung mi Tipps ü den Umgang mi Kin-
de n und Jugendlichen mi AD(H)S in de Schule:
Ri uale
Ri uale geben Kinde n und Jugendlichen S uk u , O ien ie ung und emo io-
nale Siche hei –insbesonde e in Phasen des Übe gangs ode bei wechseln-
den An o de ungen . Fixpunk e wie ein ägliche Mo genk eis, kla de inie e
Pausen, ein wiede keh ende S undenplan ode e lässliche Übe gänge zwi-
schen A bei s- und Ruhephasen scha en ein s abiles Ge üs im Schulall ag .
Da übe hinaus s ä k diese S uk u ie ung des Tages das gesam e G uppen
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ge ühl . Kinde und Jugendliche mi AD(H)S p o i ie en on eine geziel en
S eue ung on außen und einem Tag, de wie au Schienen läu , ohne S ö un-
gen und Abweichungen des üblichen Tagesp og amms . Diese äuße e Rah-
mung un e s ü z die Selbs egula ion und eduzie Reizübe lu ung .
Ein gu e Si zpla z
Die Wahl eines geeigne en Si zpla zes is ü Kinde und Jugendliche mi AD(H)S
on zen ale Bedeu ung–sowohl zu Minimie ung on Ablenkungen als auch
zu Fö de ung de Beziehung zu Leh k a . Es is on Vo eil, einen Sessel in
de Nähe de Leh k a au zus ellen, sodass diese häu igen Augenkon ak und
pe sönliches Ansp echen bie en kann . Güns ig sind Si zplä ze, die wei en e n
on po enziellen Reizquellen liegen – z . B . Tü en, Fens e , Ma e ials a ionen
ode Lau wege . Fü einige Schüle innen und Schüle kann auch die lexible
Nu zung on zwei de inie en A bei splä zen sinn oll sein, eine ü sch i liche
Au gaben, ein ande e ü k ea i e ode einmo o ische Tä igkei en . Somi kann
an einem Pla z im Buch gea bei e ode ein Puzzle gemach we den und am an-
de en Pla z im He gesch ieben ode ein Bügelpe lenbild ges al e we den . In
de K abbelg uppe ode im Kinde ga en is es on Vo eil, wenn das Kleinkind
beim A bei en und auch beim Essen neben eine Leh pe son si zen da . Auch
al e na i e A bei sposi ionen im Klassenzimme , z . B . am Boden, an einem S eh-
pul , mi Einbein-Hocke ode einem Si zball, können un e s ü zend wi ken .
Lau lose und wo lose E mahnung
Kinde und Jugendliche mi AD(H)S soll en niemals o de Klasse bloßge-
s ell ode beschäm we den . Viele on ihnen e ügen übe ein ausgep äg es
Ge ech igkei semp inden und eagie en sensibel au Ungleichbehandlung .
E mahnungen soll en dahe möglichs disk e und non e bal e olgen–e wa
du ch ku zen Blickkon ak , ein e einba es Geheimzeichen ode das uhi-
ge En e nen eines ablenkenden Gegens ands . Auch isuelle Hinweise–z . B .
ein au gekleb es Symbol au dem Tisch, au das die Leh k a lediglich deu-
e –können als s ille E inne ung dienen . Da übe hinaus kann du ch ein
s ummes Hochhal en ode Zeigen des benö ig en A bei sma e ials (z . B . He ,
Buch) ohne di ek e Ansp ache zu Konzen a ion zu ückge üh we den .
A bei en mi Ma e ial
Du ch das A bei en mi Ma e ialien, e wa Mon esso i-Ma e ialien und selbs
e s ell en Un e ich sma e ialien, können die Au me ksamkei und das Du ch-
hal e e mögen de Kinde und Jugendlichen imme wei e ges eige we den .
Zusä zlich is das Üben mi Ma e ial imme eine Fo m on Bewegung, die
insbesonde e Kinde und Jugendliche mi ADS benö igen .
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Umgang mi AD(H)S
G öße e S uk u ie ung und Gedäch niss ü zen
O leiden Kinde und Jugendliche mi AD(H)S ode ADS besonde s un e
ih en eigenen S immungsschwankungen und da aus möglich esul ie enden
Leis ungsschwankungen . Viele nehmen wah , dass sie sich on Gleichal igen
un e scheiden, was zu Selbs zwei eln und e minde em Selbs we ge ühl
üh en kann . Zum einen hel en Gedäch niss ü zen und Eselsb ücken, wo diese
möglich sind . Zum ande en können Leh pe sonen den Kinde n und Jugend-
lichen bei de S uk u ie ung des A bei spla zes und des A bei sall ags hel-
en und ihnen un e die A me g ei en, sodass sie bald alles selbs bewäl igen
können . Eine sinn olle Reihen olge in de E a bei ung des Wochenplanes zu
e kennen, wä e eine Kompe enz, an de es sich zu a bei en lohn . Den Be-
o enen is gehol en, wenn sie selbs le nen, sys ema isch zu a bei en, den
A bei spla z in O dnung zu hal en, die ich igen Büche und He e einzupa-
cken, sich selbs e was aus dem Regal zu holen und dieses auch wiede weg-
zu äumen . Des Wei e en soll en sie iel aus üh liche als Nich be o ene ge-
leh bekommen, wie und wo sie im He a bei en sollen, und wo sie suchen
sollen, wenn de S i nich zu inden is . Denn wah scheinlich be inde sich
diese en wede un e dem Buch, un e dem Tisch ode un e dem Sessel .
Nich sdes o o z wi d es au g und schwe e K ankhei sausp ägungen imme
wiede Kinde und Jugendliche geben, die den Schulall ag ode den Wochen-
plan nich allein bewäl igen können und eine genaue Anlei ung zu E a bei-
ung de wöchen lichen Au gaben benö igen ode eine Ze legung g öße e
Au gaben in kleine e Einhei en bedü en .
Ans engungsbe ei scha loben
Kinde und Jugendliche mi AD(H)S äll es häu ig schwe , im schulischen All-
ag dieselben Leis ungen in de selben Zei zu e b ingen wie ih e Klassen-
kolleginnen und -kollegen . Ein eduzie es Du chhal e e mögen und asche
E müdung üh en zu eine e höh en Fehle an älligkei –insbesonde e bei län-
ge en ode mono onen Au gaben . Meis ens können Kinde und Jugendliche
mi AD(H)S nich die gleiche Anzahl on Rechnungen in demselben Zei aum
e ledigen . Ge ade deshalb is es bedeu sam, nich nu E gebnisse, sonde n o
allem die Ans engung und das Bemühen sich ba anzue kennen und geziel
zu loben . We schä zendes Feedback s ä k das Selbs we ge ühl und mo i-
ie zu wei e en Ans engung .
Sonde olle
Obwohl die meis en Kinde und Jugendlichen mi AD(H)S mindes ens eine
wei e e S ö ung o weisen, is de Besuch eine Sonde schule g undsä z-
lich nich no wendig . Sie können In eg a ionsklassen besuchen, die on zwei
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Melanie G eil, Ul ike Kipman
Leh pe sonen ge üh we den, ode in Klassen, welchen sie zusä zliche Fö -
de s unden bekommen .
Zu s enge Regeln
Wenn es im Un e ich wiede hol zu Kon lik en mi Schüle innen und Schü-
le n mi AD(H)S komm , kann es hil eich sein, die eigenen Regels uk u en
k i isch zu e lek ie en . Nich jede pädagogische No m is ü alle Kinde glei-
che maßen geeigne . Flexible Regelungen können im Einzel all angemesse-
ne sein als s a e Vo gaben . Wä e es in O dnung, wenn Kinde und Jugend-
liche mi AD(H)S einen S essball wäh end des Un e ich s hal en und dü en
sie auch kniend am Tisch a bei en? Die zen ale F age lau e : Dien die ak-
uelle Tagess uk u de Le n ö de ung–ode s eh sie dem Bedü nis nach
Bewegung, En las ung ode Selbs s eue ung im Weg?
Wenn-Dann-Ve äge
Kinde und Jugendliche mi AD(H)S p o i ie en on sogenann en Wenn-Dann-
Ve einba ungen, bei denen eine konk e e Handlung mi eine kla de inie -
en Konsequenz e knüp wi d . Solche Absp achen soll en sich au kla ab-
geg enz e Si ua ionen beziehen, e wa das Ans ellen o dem Tu nun e ich ,
und die gewünsch e Ve hal ensweise exak benennen . Die Handlung soll e
ein e eichba es Ziel beinhal en, wie ün mal bis zehn zählen . G undsä zlich
gil : Posi i e, handlungso ien ie e Fo mulie ungen (Bleib uhig s ehen.) sind
wi kungs olle als Ve bo e (Lau nich he um.), da sie O ien ie ung geben .
Sch i bild
Du ch mo o ische De izi e ode die g oße K a ans engung, die manche be-
o ene Kinde und Jugendliche ü das Sch eiben au wenden, un e lau en ih-
nen häu ig iele Fehle . Typische Me kmale sind eine unlese liche Handsch i ,
das Nich einhal en on Zeilen, un egelmäßige ode keine Abs ände zwischen
Wö e n sowie o mge eue Buchs aben und Zahlen . Diese Au älligkei en e-
sul ie en häu ig aus Übe o de ung, mangelnde Feinmo o ik ode ehlende
Au oma isie ung–und soll en pädagogisch di e enzie be ach e we den .
Eine nega i e Leis ungsbewe ung au g und des Sch i bilds – e wa du ch
sch i liche S a a bei en ode Abwe ung in de No engebung–is nich ziel-
üh end und demo i ie end . S a dessen soll en al e na i e Leis ungs o men
sowie geziel e Fö de angebo e im Be eich Feinmo o ik e wogen we den und
abgewäg we den, ob das E le nen de Sch eibsch i no wendig is . O leide
die Lese lichkei ode die Rech sch eibung da un e .
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Umgang mi AD(H)S
Bewegungsmöglichkei en
Kinde und Jugendliche mi AD(H)S e eichen schnelle ein hohes E egungs-
ni eau als Nich be o ene . S enge Sank ionen bei Un uhe e hal en sind in
de Regel kon ap oduk i . Sie e höhen das E egungsni eau und e schwe en
die Selbs egula ion . S a dessen soll en geziel e Bewegungsmöglichkei en
am Pla z gescha en we den, die mo o ische Impulse au g ei en, ohne den
Un e ich zu s ö en .
Es gib hie ü e schiedene Al e na i en, dami sich Kinde und Jugendliche
bewegen können, ohne au zus ehen ode he umzulau en . Geeigne sind z . B .
Balance-Igel ode Gummibände an den Tisch- ode S uhlbeinen ü die Füße,
Balance-Kissen, Si zbälle ode Einbein-Hocke ü den Rump sowie S ess-
bälle ode Akup essu -Ringe ü die Hände . Ein Le nbü o ( isuell abgeg enz e
Le na bei splä ze) und Gehö schu z hel en, die Ablenkung du ch die Umge-
bung zu e inge n . Gegen Ne osi ä können Beiß inge ode spezielle S i -
au sä ze genu z we den . Eine um die Schul e n ode au den Schoß geleg e
Gewich sdecke ode Gewich s ie e wi ken S ess und Un uhe en gegen . Es
sp ich nich s dagegen, wenn Kinde ein Lieblingsspielzeug als Anke mi in
den Un e ich nehmen . Diese Gegens ände soll en alle dings nich als Spiel-
zeug ode Ablenkung dienen, sonde n zu Senkung des E egungsni eaus .
B ain B eaks ode beweg e Pausen bauen den Bewegungsübe schuss ab .
Umgang mi En ladungen
Au g und eine e inge en Impulskon olle kann es bei Kinde n und Ju-
gendlichen mi AD(H)S e meh zu emo ionalen En ladungen und g enz-
übe sch ei endem Ve hal en kommen . Solche Si ua ionen soll en nich du ch
übe mäßige Au me ksamkei e s ä k we den . In de Aku si ua ion kann ge-
ziel es Igno ie en–z . B . du ch bewuss e Abwendung ode das Nu zen eines
e einba en Sa zes (Ich schaue ge ade nich .)–en las end wi ken . Die Tages-
e assung de Leh k a is nich imme gleich und so geschieh es, dass un-
e wünsch es Ve hal en an manchen Tagen d eißig Mal und an ande en Tagen
wenige häu ig igno ie we den kann . Kinde und Jugendliche mi AD(H)S
sind wegen Kleinigkei en schnelle au geb ach als ande e in de Klasse .
Du ch ein e höh es E egungsni eau komm es imme wiede zu unges eu-
e en Unmu säuße ungen wie Mo zen, Fäkalsp ache, sexis ischen Beschimp-
ungen, e balen D ohungen, Ve weige ungsäuße ungen ode pe sönlich
e le zenden Meldungen . Dieses Ve hal en wi d am bes en umgehend un e -
b ochen, wenn nö ig auch mi einem Raumwechsel . In manchen Fällen hil
nu de O swechsel zu Be uhigung . Nach de Kon on a ion sind die meis en
Kinde und Jugendlichen peinlich be üh . Es u ihnen leid und sie können
o seh e lek ie sein . So o nach de Be uhigung soll en sie jedoch wiede
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