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Fortschritt, Kontingenz, Dissipation. Zukunftskonzepte in Erwachsenenbildungsorganisationen

Elven, Julia,Schwarz, Jörg

Abstract

Debatte : Beiträge zur Erwachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 6-22 Pädagogische Teildisziplin: Erwachsenenbildung / Weiterbildung; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

El en, Julia; Schwa z, Jö g Fo sch i , Kon ingenz, Dissipa ion. Zukun skonzep e in E wachsenenbildungso ganisa ionen Deba e : Bei äge zu E wachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 6-22 Quellenangabe/ Re e ence: El en, Julia; Schwa z, Jö g: Fo sch i , Kon ingenz, Dissipa ion. Zukun skonzep e in E wachsenenbildungso ganisa ionen - In: Deba e : Bei äge zu E wachsenenbildung 5 (2022) 1, S. 6-22 - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-343401 - DOI: 10.25656/01:34340; 10.3224/deba e. 5i1.02 h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-343401 h ps://doi.o g/10.25656/01:34340 in Koope a ion mi / in coope a ion wi h: h ps://www.bud ich.de Nu zungsbedingungen Te ms o use Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz: h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de - Sie dü en das We k bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bea bei ungen des We kes bzw. 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Kon ak / Con ac : peDOCS DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion In o ma ionszen um (IZ) Bildung E-Mail: [email p o ec ed] In e ne : www.pedocs.de 6Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Fo sch i , Kon ingenz, Dissipa ion: Zukun skonzep e in E wachsenenbildungs- o ganisa ionen Deba e 2022 · Jg. 5 · H. 1 · 6-22 · h ps://doi.o g/10.3224/deba e. 5i1.02 Julia El en und Jö g Schwa z Zusammen assung Die E wachsenenbildung is ih e pädagogischen Ke n- idee nach de indi iduellen und kollek i en Zukun e p lich e – de konk e e Umgang mi Zukun abe ealisie sich in O ganisa ionen, wo ih e p inzipielle Un- bes immba kei au die No wendigkei on Planung i . De Bei ag di e enzie d ei übe g ei ende gesellscha li- che Zukun skonzep e (Fo sch i , Kon ingenz und Dis- sipa ion) und un e such diese als la en e, konku ie ende O ien ie ungen o ganisa ionale Planungsp ak iken. E wachsenenbildung/Wei e bildung · Zukun sp ak iken· Planung und P og amme in O ganisa ionen · U opie · Dys opie 7 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Fo sch i , Kon ingenz, Dissipa ion: Zukun s- konzep e in E wachsenen- bildungso ganisa ionen Julia El en und Jö g Schwa z 1. Einlei ung Eine wesen liche Funk ion de E wachse- nenbildung bes eh da in, gesellscha lichen Wandel in indi iduelles Le nen zu übe - se zen bzw. Zusammenwi ken und In e - e enz de beiden P ozesse zu s uk u ie en (Schä e 1993). Bei de dazu no wendigen bildungskonzep ionellen bzw. -p og am- ma ischen Ausges al ung und O ganisa ion spiel eine en scheidende Rolle, wie Zukun und de empo ale P ozess des Ein e ens, En wickelns, Eme gie ens e c. des Kün i- gen gedach und p ak isch konzep ualisie we den. Zei - und Zukun skonzep e sind sozial ge eil e, eils explizie e, zumeis abe implizi bleibende Vo s ellungen da on, nach welchen P inzipien Kün iges gegenwä ig wi d. Als in e subjek i ge eil e Wissensbe- s ände exis ie en Zukun skonzep e nich nu in den Kö pe n de Ak eu *innen, son- de n du chziehen auch Ins i u ionen, Kon- en ionen und die ma e ielle Umwel . Auch wenn sie zumeis implizi bleiben, en al en sie hohe Rele anz bei de He o b ingung soziale P axis – e wa bei de P ospek ion und Re lexion on Be u slau bahnen, bei de En scheidung ü einen Bildungsweg, beim Wei e bildungs e hal en, abe auch bei de Planung und Du ch üh ung on Angebo en in E wachsenenbildungso ganisa ionen. Fü mode ne Gegenwa skul u en sind zwei Beg i e on zen ale Bedeu ung ü die Vo - s ellung on Zukun : Fo sch i e weis au eine linea e En wicklung hin zum Besse en, Kon ingenz be on die p inzipielle O enhei und Unbes imm hei des Zukün igen. Ak- uell meh en sich nun abe die Hinweise da- au , dass zu diesen beiden konku ie enden Zukun skonzep en ein d i es hinzu i , welches du ch eine Dissipa ion de Zukun gekennzeichne is , eine zunehmende Au - lösung on Zukun s o s ellungen und eine Ze s euung gesellscha liche En wicklungs- en wü e. Im o liegenden Bei ag un e - suchen wi diese d ei Zukun skonzep e als konku ie ende Modelle im gesellscha li- chen Disku s und gehen de F age nach, was diese ü die gesellscha liche Ins i u ion de E wachsenenbildung und ganz konk e : ü den Umgang mi Zukun in E wachsenen- bildungso ganisa ionen bedeu en. Obgleich wi da on ausgehen, dass g undsä zlich säm - liche o ganisa ionalen P ozesse du ch zu- g undeliegende (implizi e) Zukun skonzep- e beding sind, g ei en wi in diesem Bei ag die P og ammplanung als einen zen alen P ozess in Wei e bildungso ganisa ionen bei- spielha he aus, da sie in besonde s exponie - e Weise an de Schni s elle gesellscha li- che Zukun skonzep e und o ganisa ionale Zukun sp ak iken ope ie . Im Folgenden s ellen wi zunächs die Zu- kun skonzep ion des Fo sch i s (2.) und de Kon ingenz (3.) o und beziehen sie jeweils au die P axis de P og ammplanung in E - wachsenenbildungso ganisa ionen. Abschlie- ßend wi d ihnen die d i e, bes ändig an Re- le anz gewinnende Zukun skonzep ion de Dissipa ion zu Sei e ges ell (4.), de en Impli- ka ionen ü die O ganisa ionen de E wachse- nenbildung wi im Ausblick disku ie en (5.). 8Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung 2. Zukun skonzep ion des Fo sch i s Zwa weis die Vo s ellung on Zukun als Fo sch i du chaus Va ia ionsb ei e au , de au klä e isch-mode ne G undgedanke bezieh sich jedoch au die allgemeine, ins- besonde e e kenn nis- und echnikbasie e Ve besse ung menschliche Seinsbedingun- gen.1 Immanuel Kan se z den „Fo sch i om Schlech e en zum Besse en“ (Kan 1964[1786], 92) als Menschhei sbes im- mung o aus, die alle dings du ch a iona- le Ve s andesa bei , echnische Inno a ion e c. ak i ealisie we den muss. Diese Du- ali ä eine meh ode wenige zwingenden (an h opologischen, e olu ionis ischen, so- zial on ologischen, geschich sphilosophischen e c.) Fundie ung de S eige ungsbewegung eine sei s und de en E zeugungs- bzw. Be- a bei ungsno wendigkei ande e sei s is kons i u i ü die mode ne Fo sch i sidee (Koselleck 2004 [1975]). Fo sch i und Kon ingenz schließen sich also nich aus: Inno a ionen können ehlschlagen ode sich in ih Gegen eil e keh en, Rücksch i e au dem Fo sch i sweg sind imme möglich. Inso e n wi d die Zukun skonzep ion des Fo sch i s e s du ch eine spezi isch mo- de nis ische, o sch i sop imis ische P axis ka alysie , in de en Kon ex die Möglichkei eines Rücksch i s zwa nich ausgeschlossen, jedoch als wenige wah scheinlich eingeheg wi d (siehe z. B. Nassehi 2003). Gesellscha lich wei hin wi ksame, zumeis implizi bleibende mode nis ische Vo s ellun- gen, e wa die Annahme eine uni e sellen Ra- ionali ä , die linea e Fo sch i sen wicklun- gen e ozie (El en 2020), o allem abe die Kul u eine o ganisie en Mode ne (Wagne 1995) mi ih e ausgep äg en Kon en ionali- sie ung und Ins i u ionalisie ung on Lebens- e läu en, Gesellscha sbe eichen und sozialen Posi ionen ug bis Mi e des 20.Jah hunde s zu p ak ischen Ve inge ung on Kon in- genze ah ung bzw. zu In isibilisie ung on Kon ingenz bei. Das Bildungssys em, nich zule z auch die o ganisie e E wachsenenbil- dung, dien dabei als T eib iemen zwischen pe sönliche und gesellscha liche En wick- lung und gil inso e n als wesen liche Mo o de Fo sch i sbewegung (Pa sons 1971). In de o ganisie en Mode ne kumulie dahe auch eine klassische U opie e ziehungswissen- scha lichen Denkens: „Die Ve besse ung de Wel wi d abhän- gig gemach on de ich igen E ziehung. […] Die A ibuie ung is nich limi ie - ba , jede neue Idee des Gu en kann zum Gegens and pädagogische E wa ungen gemach und es muß nu o ausgese z we den, die ich ige E ziehung sei möglich und sie sei das T anspo band des Gu en.“ (Oelke s 1990, 2). 2.1 P og amme als Inka na ion des o ganisa ionalen Umgangs mi eine planba en Zukun O ganisa ionen bea bei en die O enhei de Zukun , indem sie gegenwä ig En schei- dungen e en. Die au klä e isch-mode ne Zukun skonzep ion des Fo sch i s be on 1 Hie zu exis ie eine lange Disku s adi ion, u. a. auch zu eben alls mode nen Gegenposi ionen wie Niede gang ode zu Fo sch i sk i ik, die wi hie nich nähe au a bei en können (siehe z. B. Koselleck 2004 [1975]). 9 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung dabei die Möglichkei , zukün ige En wick- lungen absehba , du ch so g äl ige Planung behe schba und o allem auch e we - ba zu machen. O ganisa ionen haben o diesem Hin e g und einen besonde en Zu- gang zum Umgang mi Zukun en wickel , de sich egelha plan oll- e lexi ollzieh und spezi ische Ve ah en und Techno- logien zum Einsa z b ing . Im klassischen Managemen p ozess lei en sich e s aus den En scheidungen de (s a egischen) Planung sequenziell säm liche Folgeen scheidungen in den Be eichen O ganisa ion, Pe sonal, Füh ung und Kon olle ab (Sch eyögg & Koch 2020). Planung s ell dami die zen a- le Fo m des o ganisa ionalen Umgangs mi Zukun im 20. Jah hunde da ( an Laak 2008). Eine ähnlich g undlegende Bedeu ung komm in O ganisa ionen de E wachse- nenbildung de P og ammplanung zu, die zugleich eine de zen alen Spezi ika de Zukun skons i u ion da s ell , denn das P og amm kann als ein in die Zukun ge- ich e es „Leis ungs e sp echen“ (Nolda 2018, 293) de E wachsenenbildungso - ganisa ion au ge ass we den. P og amme sind an de G enze on E wachsenenbil- dungso ganisa ionen und ih e gesellscha - lichen Umwel e o e und s ellen den D eh- und Angelpunk zwischen o gani- sa ionalen P ak iken de Zukun sbea bei- ung und de Realisie ung des u opischen Ke ns de E wachsenenbildung in konk e- en Bildungsangebo en da . Deshalb wi d die P og ammplanung im Folgenden als ein Beispiel da ü okussie , wie sich la en e Zukun skonzep ionen in o ganisa ionalen Zukun sp ak iken zeigen. 2.2 Planung zwischen Zielp ojek ion und Suchbewegung In den Deba en zu P og ammplanung de 1970e Jah e i de Bezug au eine übe - g ei ende Zukun skonzep ion im Sinne ge- sellscha lichen Fo sch i s deu lich he o : „Selbs e s ändlich wi d man sch i weise o gehen, wenn man Inno a ionen des Bildungswesens ans eb . Diese Sch i e we den abe unsiche und zu ällig sein, wenn keine Zukun s o s ellungen o - handen sind und zu Gel ung kommen. Soll es nich um ak isch beding e Ak i i- ä en gehen, sonde n um Ve besse ungen au lange Sich , dann genüg es nich , au die Ausgangsbedingungen zu eagie en, dann muß an Zielp ojek ion o ien ie geplan we den. Sie müssen alle dings e - kennen lassen, on welchen Annahmen da übe ausgegangen wi d, wie unse e Gesellscha s uk u ie is , wie sie sich o aussich lich en wickeln wi d, was uns als wünschenswe , d.h. menschwü dig e - schein , au welchen Wegen und mi wel- chen Sch i en die Ziele e eich we den sollen.“ (Tie gens 1970, 83) Diese unmi elba e Bindung des E wachsenen- bildungssys ems an Fo sch i im Sinne eines kollek i en P ozesses de Mode nisie ung se z seine sei s die Be onung de g undsä zlichen Ges al ba kei on Zukun o aus, die Bil- dungsp ozesse inso e n e o de lich mach als „de hohe G ad des Ve ände lichen zu einem hohen G ad des Bewuß seins om Ve ände - ba en he aus o de “ (ebd., 21; H. i. O.). Das Indi iduum e kenn also o allem im Ve häl - nis zu eine sich dynamisch o en wickelnden Gesellscha das eigene Po enzial, den Fo - sch i auch ak i mi zuges al en. Die hie zu 10 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung no wendige Wissensg undlage e mi el wie- de um die E wachsenenbildung, wobei ge ade das „Übe schußwissen als dynamisches Po en- ial“ (ebd.) dien : Die Planung on Angebo en dü e sich ge ade nich da au besch änken, nu jene Bedü nisse zu be iedigen, die den Ad essa *innen „ on den Ums änden au genö- ig “ (ebd.) we den, sie solle bei ihnen ielmeh ein „Po enzial spon ane Selbs ges al ung“ (ebd.) au bauen. In de Gegenübe s ellung on subjek i en Bedü nissen de Ad essa *innen und objek i en Beda en des gesellscha lichen Fo sch i s wi d eine dynamische Lee s elle ausgemach , die zu üllen den O ganisa ionen de E wachsenenbildung oblieg . P og ammplanung als eine Ablei ung gesell- scha liche En wicklungsziele bi g hingegen P obleme, weil sie Ge ah läu , die Zukun s- ges al ung de De ini ionsmach ak uelle Poli ik zu un e s ellen. In Auseinande se - zung mi Konzep en des Club o Rome, die dem Bildungssys em eine zen ale Rolle in de Bewäl igung de Nachhal igkei sk ise zu- sp echen (Peccei 1979), mach Ho s Siebe deu lich, dass mi de Zuweisung de Au gabe gesellscha liche K isenbewäl igung an die E - wachsenenbildung eine P oblem e schiebung und ge äh liche Pädagogisie ung einhe geh , bei de die E wachsenenbildung Ge ah lau e, zu „sozial- he apeu ischen Repa a u we k- s a ins umen alisie zu we den“ (Siebe 1983, 220). Gleichzei ig zeig sich jedoch im ö en lichen Disku s eine K i ik an mangeln- de Zukun so ien ie ung de P og ammge- s al ung in E wachsenenbildungso ganisa io- nen; bemängel wi d, dass „die Ein ich ungen de E wachsenenbildung au gesellscha liche En wicklungen mi eine zei lichen Ve zöge- ung eagie en und kaum eine Sch i mache - olle wah nehmen, indem sie Themen ‚ on mo gen‘ au g ei en“ (ebd., 223). Zukun sp ak iken de P og ammplanung können sich also zunächs e wi klichen als eine E möglichung on Fo sch i : Diese ollzieh sich im Spannungs eld on allgemei- nen, insbesonde e du ch die p o essionelle Gemeinscha geleis e en gesellscha lichen En wicklungsdiagnosen und den indi iduel- len Bedü nislagen de Ad essa *innen. De olls ändigen cu icula en Fes sch eibung muss deshalb eine Absage e eil und an ih e S elle eine in konsequen e Teilnehmenden- o ien ie ung sich ealisie ende Zukun sbe- a bei ung in Fo m de Hans Tie gens’schen Suchbewegung gese z we den. 3. Zukun skonzep ion de Kon ingenz Ein deu lich e nehmba e Wandel im Be- g ei en on Zukun wi d spä es ens sei den 1990e Jah en als E osion uni e selle En wicklungsmodelle (Schä e 1993) und Ze b echen des Mode nisie ungskonsens (Fauls ich 1998) disku ie – Kon ingenz wi d zu eine dominan en Zukun skon- zep ion. Die an die S elle kla e Handlungs- o ien ie ung e ende Uneindeu igkei wi d zu eine wesen lichen P ämisse zukun s- ge ich e e P axis. Die Rede übe Zukun in Konjunk i und Plu al (Holzinge 2007), die Schä ung des Möglichkei ssinns, die E - wei e ung de Handlungsspiel äume sowie de en ambi alen e Ve lech ung mi Unge- wisshei und Vo läu igkei kon on ie en alle gesellscha lichen Ak eu *innen mi (ubiqui- ä en) Kon ingenze ah ungen – und s el- 11 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung len die E wachsenenbildung o neue He - aus o de ungen: Das Au -Daue -S ellen on Bildung im lebenslangen Le nen, wie auch die En g enzung de E wachsenenbildung (Kade 1997; Kade & Sei e 2005), können als Reak ion au die E osion de sich selbs übe Dekaden s abilisie enden Ve häl nisse gelesen we den. Lebenslange E wachsenen- bildung an wo e au gesellscha liche En - wicklungen (A nold, Pä zold & Ganz 2018), die sich beschleunigen, unbe echenba und zusehends k isenha zeigen und in de en Ge olge No malbiog a ien, gesellscha liche Ins i u ionen und soziale Posi ionie ungen b üchig we den, sodass pe manen e bil- dungsges ü z e Anpassungen au indi iduel- le und gesellscha liche Ebene no wendig sind. Dies ad essie nich nu neue indi idu- elle „ empo ale Kompe enzen“ wie die He - s ellung on Anschluss ähigkei in neu zu e schließenden Kon ex en (Schä e 2012, 113), sonde n auch die Re lexions unk ion de E wachsenenbildung, die au einen ge- s eige en bildungsbezogenen O ien ie ungs- beda an wo e (Schä e 2010). Die Ho nung, kün ige En wicklungen o - wegnehmen, plan oll ges al en und lang is- ig bildungsp og amma isch en wickeln zu können, schwinde und mi ih die Vo s el- lung eine dominan en Ra ionali ä , un e de en Maßgabe sich ühe ode spä e de mode ne Fo sch i sp ad in linea e P og es- sion he ausmendeln muss. Die Bea bei ungs- oki de E wachsenenbildung e schieben sich dahe on de Kon inui ä zu Diskon- inui ä , om Bes imm en zum Unbes imm- en, on de Eindeu igkei zu Polysemie und Ambi alenz, on de S immigkei zum Kon- lik e c. (Fauls ich 1998). 3.1 Kon ingenzbewäl igung: P agma ismus, Re lexion und U opie Wie können Ak eu *innen und O ganisa- ionen de E wachsenenbildung in kon- ingen en Kon ex en Handlungssiche hei e zeugen? Eine Va ian e bes ünde in eine o mal- a ionalis ischen Lesa p agma i- sche Handlungss a egien wie sie Michael Wimme in k i ische Absich he ausa bei- e . Diese S a egie zen ie „Realisie ba - kei als o angige[s] K i e ium“ (Wimme 2002, 35) und p ä e ie Bildungsziele, „die in beg enz en Zei äumen und konk e an- gebba en Mi eln in ih en kausalen Wi kun- gen übe p ü ba “ (ebd.) sind. Eine de a au Realisie ba kei konzen ie e Pädagogik bie e eine solide G undlage ü P ogno- se und Planung. Sie endie abe ih e sei s wiede um zu linea en En wicklungs o m– wenn auch mi umgekeh en Vo zeichen, indem sie die Zukun kausallogisch an die E ah ungen de Ve gangenhei binde und diese e länge . Zwa käme auch dieses p agma ische Modell nich ohne implizi e Zukun sideale aus, es e wandel e sie je- doch un e dem Dik um de Fak izi ä und Planba kei in „pe spek i lose Nüch e n- hei “ (ebd., 36) und einen „K eislau sich selbs bes ä igende Vo u eile“ (ebd.). O ied Schä e eku ie eben alls au P adabhängigkei en, schläg abe eine S a- egie o , bei de E wachsenenbildung Mög- lichkei s äume ü das e lexi e Bea bei en „o ene Zukün e“ (Schä e 2015, 21) und ü den „p oduk i e[n] Umgang mi Unbes imm hei “ (ebd.) e ö nen soll: „Da es keine uni e sellen En wicklungs- modelle meh gib , bekomm es die E - wachsenenbildung konsequen e weise mi 12 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung eine p inzipiellen Unbes immba kei ge- sellscha liche ‚Zukün e‘ zu un, ü de- en s uk u elle O enhei sie pädagogische Bea bei ungs o men anbie en muß. In den Zei konzep en des Wei e bildungssys ems müssen dahe die gesellscha lichen An- izipa ions- und Planungsp obleme ange- sich s eine unbes immba en Zukun in de Weise zum Ausd uck gelangen, daß sie sich übe Disk epanze leben in pe sönlich bedeu same Le nanlässe ans o mie en lassen. Eine solche Selbs hema isie ung des pe manen en Zwangs zu k ea i en ‚Zukun sp oduk ion‘ soll hie als de ‚u o- pische Ke n‘ on E wachsenenbildung be- zeichne we den“ (Schä e 1993, 448). Ziel is die Un e s ü zung bedeu ungsbilden- de Umwel aneignungen bzw. aneignende Wel e zeugung, die Bildungsp ozesse nich meh nu als das In e nalisie en des Ex e nen, sonde n als k ea i en Ak e s eh (siehe auch Fauls ich 1998). Hie bei handel es sich um einen g undlegend sozialen P ozess – in eine spä e en Wiede au nahme de oben zi ie en Übe legungen sp ich Schä e dahe on eine T ans o ma ion in „biog a isch und sozials uk u ell bedeu same Le nanlässe“ (Schä e 2012, 119). Die o ganisie e E - wachsenenbildung e ö ne soziale Räume, in denen die Ve mi lung und Aushandlung un e schiedliche Sinns uk u en und P a- xismus e , abe auch de en Modi ika ion möglich wi d. Inso e n wi d – mi Jü gen Wi po h gesp ochen – die „Plu ali ä on Wissenso dnungen […] nich meh als Man- gel angesehen, sonde n als no wendige, o allem abe chancen eiche Folge dessen, dass adi ionelle O dnungsgewisshei en schlech - hin in die K ise ge a en sind“ (Wi po h 2001, 157). E wachsenenbildung ungie dann als e lexi e Mechanismus, de O ien ie ung und Koo dina ion im Raum de Bedü nisse, Anliegen und Op ionen bie e und die „pe - manen bes immungsbedü igen Zukun s- pe spek i e[n]“ (Schä e 2012, 118) zu kon- k e isie en hil . K i ische Re lexi i ä zähl gene ell zu den iel ach he ausges ell en S a egien im Um- gang mi Kon ingenz: Dies gil e wa ü das Re lek ie en wide sp üchliche Kons ella io- nen in soziale P axis und das Zugleichden- ken wide s ei ende K ä e (Riege -Ladich 2020, 150; s. a. Oelke s 1990), um Möglich- kei s äume ü kün ige P axis auszulo en. Eine p ominen e Va ian e k i isch- e le- xi e Bea bei ung on Zukun lieg auch im Übe windungsansp uch e schiedene ‚Pos -Disku se‘, die übe kommene Denk- ka ego ien ad essie en (des Pos -Kolonialen, des Pos -Wachs ums, des Pos -Neolibe alen e c.): Ohne das Danach nähe zu bes immen, beziehen sie ih e O ien ie ung ü zukun s- ge ich e e pädagogische P axis – ex nega i- o– aus dem Ande s un. Schließlich wi d auch das U opische k i- isch- e lexi gewende , indem es en wede als emanzipa o ische, die Quali ä des Un- bes imm en und des Gedankenexpe imen- ellen be onende Denk o m (Mau e 2012) e o mulie ode selbs zum Gegens and de Re lexion gemach wi d: Ve gangene U opien sind geeigne , um „die Zei e ah ung selbs zu be agen, d. h. zu agen, was Zukün igkei e möglich , wo in sich Zukun wenige ma- ni es ie als ankündig “ (Wimme 2002, 40). Dami wi d die U opie on eine Zukun s- konzep ion des Fo sch i s in eine Konzep- ion de Kon ingenz übe üh , denn zu ö - 13 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung de s geh es nich meh da um, „das Handeln zu o ien ie en, sonde n das Denken ü die Zukun zu ö nen“ (ebd., 42). Dies geling angesich s des „Ze alls de Glaubwü dig- kei on Fo sch i sbehaup ungen“ (Oelke s 1990, 12) nich meh mi dem Reku s au „g oß lächige P ojek ionen“ (ebd.), ielmeh muss pädagogische U opie angesich s unge- wisse Zukün e no ma i e Ansp üche on Bildung und E ziehung e handeln. Mi hin bedeu e die Ve ände ung im Denken übe Zukun nich so seh eine Abkeh als iel- meh eine T ans o ma ion und Bescheidung de pädagogischen (Wel -)Ve besse ungsam- bi ionen, denn solange „E ziehung kon in- gen , also zugleich o en und beein lußba gedach wi d“ (ebd., 1), s ehen uns auch ‚bes- se e‘ Zukün e o en – die es eilich zunächs no ma i zu bes immen gil . 3.2 Planung zwischen Ma ke ing und Angleichung Die e meh e E ah ung kon ingen e Zukün e bi g e ände e o ganisa ionale He aus o de ungen und ha zu En wick- lung neue Planungskonzep e, -me hoden und - echnologien ge üh (Koch, K äme , Reckwi z & Wenzel 2016). Fü die E wach- senenbildung äll dies gegen Ende des le z- en Jah hunde s zusammen mi eine e - s ä k en Rezep ion on O ganisa ions- und Managemen heo ien o dem Hin e g und e ände e poli ische S eue ungs egime und eine s ä ke empi ischen O ien ie ung im P og ammplanungshandeln. Wil ud Gieseke (2000) leg ih e Un e suchung zu P og ammplanung als Bildungsmanagemen in eben diesem, sich neu jus ie enden gesell- scha lichen Spannungs eld an: „Bei E hal de pädagogischen Au gaben, bei eine S eige ung de pädagogischen Quali ä und de ge o de en Zielgenauig- kei de Angebo e haben sich also die Leis- ungsan o de ungen und die Ra ionali- sie ungsmomen e gleichzei ig e höh . Die jeweilige Fö de wü digkei wi d im Sinne on Zielg uppenadäquanz s ändig zu Dis- posi ion ges ell “ (Gieseke 2000, 33). Un e den Bedingungen manage iale Ra- ionalisie ungsideale zeig sich eine e s ä k e O ien ie ung au die Bedü nisse on Ad es- sa *innen und zwa nich p imä als po en- zielle Mi ges al ende de gesellscha lichen Zukun , sonde n als Kund*innen. Hinsich lich ih e empo alen O ien ie ung okussie die P og ammplanung dami s ä - ke die Gegenwa ; das Ideal möglichs passge- naue Angebo e s eh de Scha ung dynami- sche Po enziale du ch die Gene ie ung on Wissensübe schüssen diame al en gegen. Die zunehmende Kon ingenz de Zukun wi d du ch eine p agma ische Fokussie ung eine möglichs nahen und konk e en Zukun be- a bei e : Passgenaue Angebo sen wicklung mach P og ammplanung zu einem P oblem des Ma ke ings, nich zule z in Anbe ach eine (scheinba ) imme einglied ige en Aus- di e enzie ung un e schiedliche Zielg up- pen (Ba z & Tippel 2007; Mölle 2002). Hie e üllen um assende (abe eben aus de Ve - gangenhei esul ie ende) Da en die Funk ion eine Unsiche hei sabso p ion mi Blick au die Realisie ba kei on Angebo en, die au ku z is ige Bedü nisbe iedigung und P ob- lembea bei ung abs ellen. Die empi ische Rekons uk ion konk e e P ak iken de P og ammplanung zeig hin- gegen zunächs eine nu ge ing ügig du ch 20 Deba e Bei äge zu E wachsenenbildung Koselleck (H sg.). Geschich liche G und- beg i e: His o isches Lexikon zu poli isch- sozialen Sp ache in Deu schland. Teil 2. S u- dienausgabe. S u ga : Kle -Co a. Manha , Sebas ian & Wend , Thomas (2019). 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