Lang-Woj asik, G ego [H sg.]; König, S e an [H sg.]
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen in eine k isenbeladenen Wel und
bildungs ele an e Op ionen
Ulm : Klemm+Oelschläge 2025, 124 S. - (Weinga ne Dialog übe Fo schung; 7)
Quellenangabe/ Re e ence:
Lang-Woj asik, G ego [H sg.]; König, S e an [H sg.]: Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen in eine
k isenbeladenen Wel und bildungs ele an e Op ionen. Ulm : Klemm+Oelschläge 2025, 124 S. -
(Weinga ne Dialog übe Fo schung; 7) - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-344648 - DOI:
10.25656/01:34464
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344648
h ps://doi.o g/10.25656/01:34464
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In o ma ionszen um (IZ) Bildung
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Co ona und Co id s ehen ü konk e e K isene ah ungen de jünge en Zei .
Sie sind zugleich Symbol ü sich anbahnende Polyk isen des 21. Jah hunde s ,
die ande s als o 50 Jah en wah genommen we den. Es geh um Zusam-
menhänge zwischen K iegen, Klima, Demok a ie, Mig a ion, Wohls ands-
e eilung, Gesundhei , Bildung usw. Dami e bundene Zukun s agen e -
scheinen zunächs abs ak , können abe zugleich seh konk e we den, wenn
sich die bekann en Lebenssi ua ionen ände n und zu Einsch änkungen des
äglichen Lebens üh en. Neben psycho-sozialen e en biologische He aus-
o de ungen, die das Gesam des Menschen und seine po enziellen Mensch-
lichkei au den P ü s and heben. Eine unübe sich liche und abs ak e schei-
nende Wel o de alle massi he aus.
De sieb e Band des Weinga ne Dialogs übe Fo schung leg einen Fokus
au bildungswissenscha liche F agen, die sich mi de Besch eibung und
Bewäl igung mul iple K isenlagen beschä igen. Es geh um ein sys ema i-
sches Ve s ändnis bio-psycho-soziale He aus o de ungen als Be- und Übe -
las un gen, K isenszena ien, da au bezogene Bildungsziele, schulische Bea -
bei ungsop ionen, P ä- und In e en ionsmöglichkei en sowie Möglichkei en
eine zukun so ien ie en S ä kung kommende Gene a ionen. Dami we den
auch die Lei pe spek i en de Pädagogischen Hochschule in e - und ansdis-
ziplinä ges ä k : Bildung ü nachhal ige En wicklung, Umgang mi He e o-
geni ä und Di e si ä sowie k i isch-kons uk i e Umgang mi digi a len
Medien im Anschluss an die Pandemie zwischen Chancen und Beg enzungen.
Die Publika ion ich e sich an alle im Bildungsbe eich Ak i en, die aus den
gemeinsam ge eil en G enze ah ungen le nen wollen, um beim nächs en
Mal ande s o be ei e zu sein.
G ego Lang-Woj asik / S e an König (H sg.)
Weinga ne Dialog übe Fo schung 7
G.Lang-Woj asik / S. König (H sg.) Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen in eine k isenbeladenen Wel
klemm +
oelschläge
Weinga ne Dialog übe Fo schung
7
Klemm+Oelschläge
ISBN 978-3-86281-194-6
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen
in eine k isenbeladenen Wel
und bildungs ele an e Op ionen
E-Book-ISBN 978-3-86281-195-3
G ego Lang-Woj asik/ S e an König (H sg.)
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen in eine k isenbeladenen Wel
und bildungs ele an e Op ionen
Weinga ne Dialog übe Fo schung 7
Klemm+Oelschläge
G ego Lang-Woj asik / S e an König (H sg.)
Klemm+Oelschläge
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen
in eine k isenbeladenen Wel
und bildungs ele an e Op ionen
Weinga ne Dialog übe Fo schung 7
Imp essum
Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek.
Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion
in de Deu schen Na ionalbibliog a ie; de aillie e bibliog a ische
Da en sind im In e ne übe h p://dnb.d-nb.de ab u ba .
1. Au lage, Ulm 2025
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Umschlagges al ung: Hannelo e Zimme mann, Neu-Ulm
He s ellung: D ucke ei KLEB, Wangen
ISBN 978-3-86281-194-6
E-Book-ISBN 978-3-86281-195-3
„Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen
in eine k isenbeladenen Wel
und bildungs ele an e Op ionen“
Weinga ne Dialog übe Fo schung 7
h sg. im Au ag des
P o ek o a s de Pädagogischen Hochschule Weinga en
du ch
P o . D . D . G ego Lang-Woj asik (E ziehungswissenscha )
&
P o . D . S e an König (Spo wissenscha )
Die Buch eihe „Weinga ne Dialog übe Fo schung“ e olg das Ziel, Fo schung
an de Pädagogischen Hochschule Weinga en nachhal ig sich ba zu machen.
Vo diesem Hin e g und we den he aus agende Ve ans al ungen und P ojek e aus
dem Be eich Fo schung übe einzelne Bände dokumen ie und dami auch de
Hochschulgemeinscha zugänglich gemach .
Edi o ial Boa d
P o . D . Siegha d Belle (Uni e si y o Be gen, No wegen) †
P o . D . Julia F anz (Uni e si ä Bambe g)
P o . D . E in Ge lach (Uni e si ä Hambu g)
P o . D . Ka ja Kans eine (F eie Uni e si ä Bozen)
P o . D . Claus K iege (Uni e si ä Hambu g)
P o . D . Dip i Oza (Uni e si y o Ba oda)
P o . D . Ma hias Pilz (Uni e si ä Köln)
P o . D . Ka in Schweize (Pädagogische Hochschule Weinga en)
P o . D . Claudia Wiepcke (Pädagogische Hochschule Ka ls uhe)
P o . D . Jun Yamana (Uni e si y o Tokyo)
13
Als Lei aden de Ring o lesung und des o liegenden Bandes ging es um ol-
gende Aspek e:
Was is mi bio-psycho-sozialen He aus o de ungen als Be- und Übe las un-
gen gemein ?
Welche Bildungsziele soll en mi el is ig besonde s in den Blick genommen
we den, um den ak uellen He aus o de ungen de Wel gemeinscha ge ech
zu we den?
Von welchen K isenszena ien gehen wi aus, die in Kon lik en, Gewal und
Abweichung sich ba we den?
Kann Schule mi den skizzie en He aus o de ungen umgehen, ode welche
Ve ände ungen e scheinen no wendig?
Welche P ä- und In e en ionsmöglichkei en sind im Bildungsbe eich – ins-
besonde e in de Schule – denkba ?
Inwiewei und wodu ch können He anwachsende in ih e En wicklung ge-
s ä k we den?
Bei alledem is im Blick zu behal en, dass säm liche Übe legungen un e einem
seh hohen Komplexi ä sd uck s ehen. Dennoch bleiben Op imismus und Ho -
nung die G undlage on Pädagogik, alle dings schein zugleich de Zusammen-
hang on Wissen und Handeln imme schwe e auszuhal en. Es bleib eine ausge-
wogene Balance zwischen achlichen, äche bezogenen sowie in e - und ansdis-
ziplinä en Be ach ungen zu inden, um – mannscha sspo lich ausged ück – im
Spiel zu bleiben und die mi ge agenen Ko e de P obleme und F us a ionen
aushal en zu le nen.
2 Die Bei äge
G ego Lang-Woj asik geh in seinem G undlagenbei ag bio-psycho-sozialen
He aus o de ungen im Kon ex mul iple K isen nach. In ie Sch i en be e e
das Thema me a heo e isch zwischen Gesellscha , Menschen und Bildung ü die
Bedeu ung soziale O dnung in de Spä mode ne ein, e ie die dami e bunde-
nen He aus o de ungen au G undlage ak uelle empi ische S udien zu K isen in
e schiedenen Zusammenhängen, deu e bildungsbezogene No wendigkei en an
und e dich e seine Übe legungen in ie Thesen.
Ka ja Kans eine und Claudia Be gmülle -Haup mann besch eiben und analysie-
en in ih em Bei ag die Si ua ion on ge lüch e en Leh k ä en in Deu schland am
Beispiel ih es DAAD-ge ö de en IGEL-P ojek s, welches be ei s sei einigen Jah-
en mi g oßem E olg an de Pädagogischen Hochschule Weinga en du chge üh
wi d. Hie bei okussie en sie ielschich ige He aus o de ungen und Un e -
s ü zungsmöglichkei en ü ge lüch e e Leh k ä e o dem Hin e g und des Pa a-
doxons sys emische Ungleichhei en und s anda disie e Ge ech igkei .
14
Den d ama ischen Bewegungsmangel on Kinde n, Jugendlichen und E wachse-
nen im Blick g ei S e an König die biologische Pe spek i e de Gesam hema ik
au . Aus eine in e na ionalen wie auch na ionalen Pe spek i e be ich e e übe
ak uelle Bewegungszeugnisse („ epo ca ds“) und widme sich hie bei insbeson-
de e den Auswi kungen de Pandemie, die als „Bewegungskille “ gil . Abschlie-
ßend we den e schiedene bildungs ele an e Op ionen ü die Bewegungsk ise
unse e Gesellscha disku ie .
Juliana G as denk in ih em Bei ag übe Möglichkei en de Demok a ie ö de ung
im Rahmen schulische Bildung mi Inklusionsansp uch nach. Ausgehend on de
empi isch besch iebenen K ise de Demok a ie besch eib sie Op ionen de Demo-
k a iebildung un e Be ücksich igung on Kinde n mi zugesch iebenem Fö de -
beda und e deu lich am Beispiel eine eigenen S udie zu Bedeu ung des Klas-
sen a es au de Basis de G ounded Theo y, wie sich Demok a ie und Inklusion
in einem e wei e en Ve s ändnis konk e umse zen lassen.
Ma kus Hess disku ie in seinem Bei ag das Phänomen des Cybe mobbings und
dami ein mi le weile in ensi be o sch es und wei e b ei e es Phänomen digi-
ale Umwel en mi wei eichenden nega i en Folgen ü die En wicklung be-
o ene Jugendliche . Seine Analysen okussie en o allem Risiko- und Schu z-
ak o en ü die Be eiligung sowie die Folgen on Cybe mobbing. Eben alls denk
Ma kus Hess übe die F age nach, was man dagegen un kann, wobei hie p ä en-
i e Ansä ze im Vo de g und s ehen.
Sa ah Lukas, K is ina Gö z, Alina Rueß und Robe G assinge nehmen in ih em
Bei ag die anhal ende Ve schlech e ung des psychischen Wohlbe indens on
Kinde n und Jugendlichen zum Anlass, um Lösungen ü diese P oblema ik im
Schulall ag he auszua bei en. Ih Ansa z bes eh da in, Leh am ss udie ende als
Coaches in Schulen einzuse zen, um den on Leh k ä en ausgewähl en Schü-
le :innen besonde e Un e s ü zung anzubie en, wobei sie du ch Hochschuldozie-
ende achlich beglei e we den.
3 Danke
Diese Band is das E gebnis spannende Vo äge und de da au basie enden,
lebha en Diskussionen mi einem in e - und ansdisziplinä zusammenges ell en
Publikum. Besonde s beme kenswe is die Be ei scha alle Vo agenden, ih e
Manusk ip e in eine lese eundliche Fo m zu übe üh en, um die anges oßenen
Deba en einem g öße en Publikum zugänglich zu machen.
Wäh end und nach de Co id-Pandemie haben wi e schiedene E ah ungen mi
i uellen und hyb iden Fo ma en gemach , die Ausgangspunk e ände e Fo -
ma e de Weinga ne Ring o lesungen sein we den. De o liegende Band wi d
de e s e sein, de sowohl digi al als auch als D uckausgabe e ügba is .
15
Bei alledem wä en die Ring o lesungen und die Ve sch i lichung de Bei äge
kaum denkba ohne den g oßen Einsa z e schiedene Menschen. Neben den
zahl eichen Au o innen und Au o en sind dies Wal aud Schae e und And ea
B unne . Die Zusammena bei mi beiden is ein Geschenk de Ve lässlichkei und
P äzision. Wi bedanken uns bei beiden ü die O ganisa ion de zu ückliegenden
Ring o lesung sowie den s uk u ie en und okussie en Blick au die Lesba kei
und Ges al ung des Buches.
Li e a u
Lang-Woj asik, G. (H sg.). (2022). Globales Le nen ü nachhal ige En wicklung – ein
S udienbuch. Waxmann-UTB.
Scheunp lug, A. (2001). Wel bü ge liche E ziehung du ch den heimlichen Leh plan des
Schulsys ems? In S. Gö gens, A. Scheunp lug & K. S ojano (H sg.), Uni e salis-
ische Mo al und wel bü ge liche E ziehung. Die He aus o de ung de Globali-
sie ung im Ho izon de mode nen E olu ions o schung (S. 243–254). IKO.
S u m, T., Te oo en, A., Schmid , M., Bä mig, S., G unau, T., Thale , I., G unau, S.,
Ri e , M. & W ana, D. (H sg.). (2025). K isen und T ans o ma ionen. Anschlüsse
an den 29. Kong ess de Deu schen Gesellscha ü E ziehungswissenscha . Ba -
ba a Bud ich.
Uni ed Na ions (UN). (2015). T ans o ming Ou Wo ld: The 2030 Agenda o Sus aina-
ble De elopmen . h ps://sdgs.un.o g/2030agenda
17
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen
angesich s gesellscha liche K isen.
E wa ungen, Übe las ungen und Chancen
p o essionelle Bildungsa bei
G ego Lang-Woj asik
Pädagogische Hochschule Weinga en
1 Eins ieg
„Jede K ise is eine He aus o de ung, komplexe zu denken, als wi es gewohn sind. […] Es
geh – im Sinne de Komplexi ä – da um, nich nu unse K isen e hal en zu beobach en,
sonde n auch unse e K isen e hal ensmus e zu e lek ie en“ (Win e s eine , 2021, S. 51).
Mi dem o liegenden Bei ag wi d e such , das g oße Themen eld e ziehungs-
wissenscha lich zu um eißen. Um die k isenbeladene Wel im Umb uch sys ema-
isch ü Zukun s ähigkei im Rahmen p o essionelle Bildungsa bei in den Blick
nehmen zu können (OECD, 2025),
wi d de Zusammenhang on Menschen und Gesellscha als Ausgangspunk
soziale O dnung me a heo e isch e o e und mi den Basisbeg i en bio-
psycho-sozial in Beziehung gese z ,
we den desk ip i e E kenn nisse ( heo e isch und empi isch) mul iple K isen
– mi einem Schwe punk au COVID-19 – be ich e ,
exempla ische Bildungsdisku se de ak uellen Zei (Schulen wicklung und
Übe lebenspädagogiken) als no ma i gelei e e Ho nungen und Handlungs-
au äge sowie
abschließend p äsk ip i e Pe spek i en on Bildungsein ich ungen mi schul-
heo e ischem Fundamen zum Umgang mi K isen in ie Thesen skizzie .
2 Me a heo e ische Kon ex ualisie ung
Wie läss sich de Zusammenhang on Menschen und Gesellscha ü Bio-Psycho-
Soziale He aus o de ungen assen?
Die ak uellen K isenszena ien be e en die soziale O dnung als Ausgangspunk
des Denkens und Handelns in de Spä mode ne sowie die Möglichkei en ih e Au -
ech e hal ung und Wei e en wicklung (Luhmann, 1981, S. 195–285). In den Blick
kommen die Gesellscha als wel umspannendes Ganzes, Menschen als konk e
Be o ene sowie Bildungsein ich ungen als e mi elnde Ins anzen zwischen bei-
den (Lang-Woj asik, 2024b).
Um die Bedeu ung Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen sys ema isch eino d-
nen zu können, wi d zunächs zugespi z in den Zusammenhang on Menschen
und Gesellscha einge üh . Beide gehö en un ennba zusammen und sind doch
18
nu lose gekoppel . Sie bilden eine Einhei in de Di e enz. Mensch is nich Ge-
sellscha und umgekeh . Mi hil e zweie Me a heo ien läss sich dies genaue
besch eiben (Lang-Woj asik, 2013, 2021b, S. 34–39). Diese lassen sich nich au -
einande beziehen, sonde n s ehen pa allel nebeneinande , um sys ema isch zwi-
schen Menschen (und Gemeinscha ) sowie Gesellscha (und Pe son) un e schei-
den zu können (ausgehend on Tönnies, 1887/1922).
Aus de Pe spek i e Philosophische An h opologie (Plessne , 1928/2003) is de
Mensch sowohl ein gegebene Kö pe (bio), als auch ein Leib (sozial) in Gemein-
scha . Diese is au ande e Menschen angewiesen, um sich zu dem zu machen,
was e be ei s is . Im Gegensa z zu P lanze und Tie e üg de Mensch in diesem
Ve s ändnis übe eine exzen ische Posi ionali ä , die diese Einhei de Di e enz
on Kö pe und Leib selbs e lexi mi Bezug zu Geis und Seele (psycho) be-
ach en kann. De Mensch ha einen ückbezüglichen Kon ak zu seine psy-
chisch-seelischen Innenwel und seine sozialen Außenwel . Beide sind au die So-
ziali ä de Mi wel in Gemeinscha mi ande en konk e angewiesen. Bio-Psycho-
Soziale He aus o de ungen sind du ch in e dependen e P ozesse diese d ei As-
pek e gekennzeichne (Fuchs-Hein i z e al., 1995, S. 526).
Das Soziale dien des Wei e en als Besch eibung on Gesellscha jensei s on
Menschen als handelnden, he ausge o de en ode ge äh de en Indi iduen. Hie
komm aus sys em heo e ische Pe spek i e de Wel gesellscha (Luhmann,
1997) die Einhei de Di e enz on Sys em und Umwel unk ional in den Blick.
Dami wi d da au e wiesen, dass es um Pe sonen als Ad essa :innnen ode Ad-
essie ende on Kommunika ion geh . Diese können als soziales Sys em on eine
spezi ischen Umwel kommunika i i i ie we den und zugleich diese Umwel
kommunika i i i ie en. Dabei gib es keinen di ek en Du chg i zwischen sozi-
alem Sys em (Ope a ionsmodus: Kommunika ion) und psychischem Sys em (Ope-
a ionsmodus: Bewuss sein).
Die Un e scheidung on Menschen und Gemeinscha sowie Gesellscha und Pe -
son is hil eich ü die Beschä igung mi K isen als Bio-Psycho-Sozialen He aus-
o de ungen. Dabei sind Gesellscha und Pe son ein abs ak -kommunika i es
Angebo , wäh end Mensch und Gemeinscha konk e -handelnd angeleg sind.
Dies is olgen eich ü un e leg e Ve s ändnisse on No mali ä und Inklusion in
ih e sozialphilosophischen, soziologischen und bildungs ele an en Bedeu ung.
Imme hin haben He aus o de ungen mi k isenha em Cha ak e lange Zei eine
ehe abs ak -kommunika i e Bedeu ung ü angenommene No mali ä , be o sie
zu konk e en Einsch änkungen on Handlungen des als no mal Gel enden we den.
Sie können wah genommen we den, ohne handlungslei end zu sein. Inklusion
wi d dann ele an , wenn Menschen, Bildungsein ich ungen und Gesellscha zu-
einande in Beziehung gese z we den.
19
Im Beg i de No mali ä sind No men und We e als implizi e und explizi e O i-
en ie ung eine konk e en ode abs ak en Sozialen O dnung e bo gen. Diese ba-
sie en eine sei s au kons an -gewachsenen Kon en ionen und un e liegen ande-
e sei s dynamischen Wandlungsp ozessen. Die angenommene No mali ä de Zi-
ilisa ion des globalen No dens mi all ih en E ungenscha en se z z. B. in ma e-
ielle Hinsich die Ausbeu ung unzählige Menschen im globalen Süden o aus,
die in de Regel nu kommunika i als Pe sonen ele an sind. Sie bleiben z. B.
auch als po enziell Mig ie ende so lange abs ak , bis sie in den Au nahmeein ich-
ungen, e wa de Eu opäischen Union ode in eine Wohns a de unmi elba en
Nachba scha , sich ba we den. Auch dann lassen sie sich kommunika i ausblen-
den ode in Na a i en on All agsdisku sen zu abs ak en P ojek ions lächen ma-
chen; in de Spannung eine angenommenen U sache ü die Wel k isen ode als
Chance ü die Lösung des Fachk ä emangels. Gleichwohl: Zualle e s sind und
bleiben sie Menschen, die aus eine e au en Wel in eine ande e wande n und
do O ien ie ung b auchen.
De Disku s um Inklusion (Einschließung, Anschluss) um ass – jensei s on Re-
duk ionen au Menschen mi Behinde ungen und Einsch änkungen – zunächs die
konk e en Teilhabe- und -gabemöglichkei en on Menschen in eine Gemein-
scha mi ande en. Im Falle on He anwachsenden sind dies meis ens die Familie
und e schiedene Pee -G oups. Inklusion is zugleich als (wel -)gesellscha liche
Anschluss ähigkei zu beg ei en. Dami wi d angedeu e , dass g undsä zliche Pa -
izipa ionschancen ü alle angenommen we den, die kommunika i he ges ell
we den können.
No mali ä und Inklusion we den ü den Zusammenhang on Menschen/Gemein-
scha und Gesellscha /Pe son dann in e essan , wenn Bildungsein ich ungen ( o
allem Schule) ins Spiel kommen. Um aus de eigenen Lebenswel im Regelal e
on sechs Jah en eingeschul zu we den und eine Teilhabe sowie -gabe am Bil-
dungsp ozess zu ealisie en, müssen e schiedene, No mali ä sugge ie ende As-
pek e e üll we den, die sich in de wei e en Bildungska ie e o se zen. Es geh
z. B. um den kö pe lichen und geis igen En wicklungss and ode Sp ach ähigkei
und angenommene Un e s ü zungsmöglichkei en du ch das El e nhaus, übe die
eine bio-psycho-soziale ‚No mali ä ‘ angenommen wi d. Übe inne halb de Bil-
dungsein ich ung ep oduzie e und wei e en wickel e No mie ungen können pa -
izipa i e Anschluss ähigkei an eine a ia ions eiche, iskan e und unsiche e
Wel gesellscha e wa e we den.
Angesich s de ak uellen Wel si ua ion we den die o übe 50 Jah en p ognos i-
zie en „G enzen des Wachs ums“ (Meadows e al., 1972) on Kommunika ions-
angebo en zu konk e e lebba en He aus o de ungen eine schicksalsha en Wel -
gemeinscha : Klima-, kon lik - ode gesundhei swissenscha liche Fak en sind
zunächs In o ma ionen mi einem hoch abs ak en Rauschcha ak e . Sie we den
dann ele an , wenn die We e e eignisse o de eigenen Haus ü imme ex eme ,
20
K iege imme g ei ba e we den ode K ankhei en den eigenen All ag s ö en.
Das heiß konk e z. B., wenn das Ah al im Jah 2021 übe schwemm und seine
In as uk u dem E dboden gleichgemach wi d ode wenn Kinde aus ande en
Lände n mi wenig ode ga keine Sp achkompe enz in de Ve keh ssp ache ku z-
is ig im Bildungssys em ‚au auchen‘1 und olls ändige ode pa ielle Schul-
schließungen wegen de COVID-Pandemie ü massi e Einschni e in das bis da o
‚no male‘ Leben so gen.
Diese Übe legungen sind g undlegend ü die Eino dnung dessen, was im Folgen-
den bezogen au Bildung be ich e wi d.
3 Desk ip i e Übe legungen
Was wissen wi heu e übe ak uelle K isen und den Umgang dami ?
Zunächs mach es Sinn, sich übe den wei e b ei e en K isenbeg i kla zu we -
den, de – kommunika i – also sowohl all agssp achlich-medial ode wissen-
scha lich als „Wendepunk “ ode symp ombezogene „S ö ung“ in den Blick
komm (Win e s eine , 2021, S. 40, S. 47). E was p äzise : Eine K ise is eine „En -
scheidungssi ua ion, Wende-/Höhepunk eine ge äh lichen En wicklung […]“
(Duden, 2024, S. 639) ode „allgemeine Bezeichnung ü die plö zliche Zuspi zung
ode das plö zliche Au e en eine P oblemsi ua ion, die mi den he kömmlichen
P oblemlösungs echniken nich bewäl ig we den kann“ (Fuchs-Hein i z e al.,
1995, S. 377). Dami sind Konsequenzen ü Menschen, Bildungsein ich ungen
und Gesellscha e bunden.
3.1 Mul iple K isen als Polyk ise
Gemäß eine Reche che in einschlägigen bildungsbezogenen Da enbanken sind
die Deba en um ‚K isen‘ und ‚C isis‘ hoch ele an (17.07.2025): FIS-Bildung
(6346); ERIC (17.660). Auch mangel es nich an mahnenden S immen, die ein
Handeln im Be eich Klima, Umwel und Na u d ingend ein o de n, endlich ins
Handeln zu kommen, um unse e Lebens- und Wi scha sweise au einen P ad zu
b ingen, de ein Übe leben de Menschen au dem Plane en E de wah scheinlich
mach (z. B. Lücke , 2022; WBGU, 2011).
1 E wa 40 % de 4,7 Mio. uk ainischen Ge lüch e en sind Kinde (OECD, 2023, S. 23),
und ak uell be inden sich gu 200.000 uk ainische He anwachsende an deu schen Schulen
(Deu sches Schulpo al, 2023).
21
Im Fo sch i sbe ich de Ve ein en Na ionen zu den E olgen de Sus ainable
De elopmen Goals (SDGs) heiß es:
„The wo ld has been ocked by a se ies o in e linked c ises exposing undamen al sho com-
ings in business-as-usual app oaches o sus ainabili y including he ulne abili y and agili y
o p og ess, ein o cing inequali ies, li e-long impac s o ad e se e en s, inc easing h ea s
o i e e sible change, isks o igno ing in e linkages, and he geog aphically imbalanced
dis ibu ion o global asse s o achie ing sus ainable de elopmen ” (UN, 2023, S. 42).
Wi nehmen „mul iple K isen“ (Win e mann, 2022; Win e s eine , 2021) eine
lange p ognos izie en „Wel im Wandel“ (WBGU, 2011) imme s ä ke wah .
Diese haben Rele anz ü Gesellscha , Menschen und Bildungsein ich ungen.
Von de Finanz- und Wi scha sk ise 2008 übe die Ge lüch e en- und Mig a i-
onsk ise 2015 (im gleichen Jah zunächs eine Willkommenskul u ) hin zu la en-
en Klimak ise, de globalen COVID-Pandemie und s ä ke en Sich ba kei wel -
wei e Ungleichhei (G obbaue & Lang hale , 2022), bis hin zu den K iegen – o
allem gegen die Uk aine –, de Ene gie- und E näh ungsk ise, In la ion sowie s el-
lenweise E osion de Demok a ie und dem Au s ieg au ok a ische Poli ik. All
diese Phänomene können ü sich alleine und im Sinne eine „Polyk ise“ (B eue ,
2023) be ach e we den, also als sich gegensei ig beein lussende und e s ä kende
he aus o de nde Wandlungsp ozesse (Tooze, 2022, zi . n. B eue , 2023).
F agen de Bedeu samkei , Ge äh dungen und des ak i en Ein e ens ü Demo-
k a ie lassen sich anhand on Eins ellungen de gesellscha lichen Mi e nach-
zeichnen. In de „Mi e-S udie“2 (Zick & Küppe , 2021; Zick e al., 2023) wi d on
olgende Annahme ausgegangen:
„Wenn Menschen in de Mi e ech sex eme Eins ellungen e b ei en ode mi ihnen meh
ode wenige sympa hisie en, dann is die Demok a ie in Ge ah “ (Zick, 2021, S. 17, 2023).
Dies zeig e sich insbesonde e angesich s schwe e gesellscha liche K isen, wie
sie e wa du ch die Co ona-Pandemie sich ba wu den. Dazu gehö en Diskussionen
übe menschliche Wü de, F eihei und Schu z, bei denen s aa liche S ellen und
Ak eu e massi en An eindungen ausgese z wa en (ebd.) und wei e hin sind, so-
wie das Einsicke n ech sex emen Gedankengu s, das eine g oße Rolle spiel . Bis
hin dazu, dass Rech sex eme on sich selbs annehmen, sie seien die gesellscha -
liche Mi e ode ga ‚das‘ Volk, das es in einem gemeinscha lich- ölkischen Sinne
zu e en gel e. Dies äll o allem au uch ba en Boden bei jenen, ü die du ch
COVID-19 die soziale Ungleichhei und das A mu s isiko zugenommen ha – e wa
ü Alleine ziehende ode Ge ingquali izie e (ebd., S. 20). De sich auch o de
Pandemie wei e b ei ende „Hass gegen Minde hei en, die Ve b ei ung on Hass-
ede im In e ne und o allem ech sex eme Gewal und Te o “ (ebd., S. 24)
ha in de Co ona-Zei zugenommen. Das gil auch ü Bildungsein ich ungen:
2 Rep äsen a i e compu e ges ü z e Tele onbe agung im Janua /Feb ua 2021 (be einig es
n = 1.750) (Rump & Maye böck, 2021); alle zwei Jah e sei 2006 (mi Vo s udien sei 2002).
22
„Ha espeech in de Schule“ (K ause & Wachs, 2023) als „absich liche Abwe ung
beziehungsweise Ve ach ung on Menschen au Basis on zugesch iebenen Me k-
malen, z. B. E hnie, Na ionali ä , Geschlech , sexuelle O ien ie ung ode Religi-
onszugehö igkei “ (ebd., S. 31) sind p äsen e gewo den. In de neues en „Mi e-
S udie“ (n = < 2.000) wi d zudem on eine ‚neuen Empö ungsbewegung‘ be ich-
e , in de sich poli ische und soziale Milieus mischen: „mi eine beme kenswe en
Mischung aus F iedensbeweg en, Anhänge :innen spi i uelle , an h oposophische
und na u heilkundliche G uppen mi e ablie -konse a i Bü ge lichen“ (Küppe
e al., 2023, S. 91). Als gesiche ech sex em gel en 8 % de Be ag en. 20,1 %
gehö en zum G aube eich (s imme übe wiegend zu, eils- eils, lehne übe wiegend
ab). Dabei geh es um F agebe eiche wie Be ü wo ung eine Dik a u , Na ional-
chau inismus, Ve ha mlosung des Na ionalsozialismus, F emden eindlichkei ,
An isemi ismus, Sozialda winismus (Zick & Mo os, 2023). Zunächs einmal e -
eulich is , dass gu 70 % de Be ag en ech sex eme Meinungen ablehnen. Und
bei alle So ge um den besch iebenen Zusammenhal de Demok a ie sehen die
Au o :innen de „Mi e-S udie“ genau in diese bed äng en G uppe auch jenes Po-
enzial, das zu kons uk i em Wandel bei agen kann.
Die e wähn en K isen als He aus o de ungen eines zukun s ähig-demok a ischen
Zusammenlebens sind ausschni ha e Phänomene eine Wel im Wandel, die sich
gegensei ig e s ä ken und die Unsiche hei im Denken und Handeln wah nehm-
ba e machen; ak uell sind dies auch ü He anwachsende o allem COVID,
Klima, Uk aine, die in de ep äsen a i angeleg en T ends udie „Jugend in
Deu schland – Somme 2022“ on 14- bis 29-Jäh igen (n = ca. 1.000) als Auslöse
ü psycho-soziale He aus o de ungen genann wu den. Fas die Häl e de
Be ag en (45 %) be ich e on S ess. Wei e e Symp ome sind An iebslosigkei
(35 %) und E schöp ung (32 %). Fas ein D i el be ich e on eine Dep ession
(27 %). Wei e e 13 % besch eiben sich als hil los und 7 % haben Suizidgedanken
(Schne ze & Hu elmann, 2022).
K iege b echen nie aus, sonde n haben s e s eine Vo geschich e (Lang-Woj asik,
2023). Die En wicklungen, die zu Ka as ophe des 24.02.2022 beige agen haben,
beginnen spä es ens mi de ussischen Bese zung de K im im Jah 2014. De Be-
ginn des menschengemach en Klimawandels mi ka as ophalen Folgen ü Öko-
sys eme und das Übe leben de Menschhei läss sich heu e aus paläon ologische
Pe spek i e ziemlich exak mi dem Beginn de o sch ei enden indus iellen Re-
olu ion ab 1830 pa allelisie en (Ab am e al., 2016). Sei mindes ens 50 Jah en
we den gesellscha liche He aus o de ungen besch ieben, die die Menschhei im
Allgemeinen an ih e plane a en G enzen b ingen und die Zi ilisa ion des globalen
No dens mi ih en liebgewonnenen ‚No mali ä en‘ im Besonde en in F age s ellen
(Dixson-Declè e e al., 2022; Meadows e al., 1972). De E dübe las ungs ag and
2023 be ei s am 2. Augus s a . Im Jah 1971 wa diese e s Ende Dezembe e -
eich (h ps://www.ge manwa ch.o g/de/o e shoo ).
29
K ankhei sbild Long COVID gib es bislang nich . Viele Menschen mi Long
COVID be ich en eine sogenann e ‚Fa igue‘. Dami wi d eine s a ke, anhal ende
Schwäche und schnelle E schöp ung bezeichne . Abe auch iele wei e e kö pe -
liche, geis ige und psychische Beschwe den sind möglich. Dazu zählen zum Bei-
spiel Ku za migkei , Konzen a ions- und Gedäch nisp obleme, Schla s ö ungen
sowie Muskelschwäche und Muskelschme zen. Auch psychische P obleme wie
dep essi e Symp ome und Ängs lichkei sowie S ö ungen on Geschmack und
Ge uch we den häu ig be ich e (In ek ionsschu z, 2022).12
Die ausgewähl en S udien lassen sich dahingehend zusammen assen, dass allge-
mein on eine s ä ke en Sich ba kei Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen im
Bildungsbe eich du ch COVID-19 ausgegangen we den kann.
Die be ich e en k isenha en He aus o de ungen – o allem im COVID-Ho izon
– sind zunächs lediglich In o ma ionen als Kommunika ionsangebo e. E s mi
Beginn de e s en K ankhei s- und Todes älle im eigenen Um eld sowie Lock-
downs, Schulschließungen und E p obungen digi al ges ü z en Fe nun e ich s
wu de konk e ü eigene Handlungen g ei ba , welche Risiken und Ge ah en sich
e geben. Ob dami auch das Bewuss sein ü ande e K isen in ih e mul iplen Be-
deu ung geschä we den kann, muss sich zeigen.
Die OECD kons a ie e zusammen assend: „A g adual e u n o no mali y a e he
COVID-19 pandemic” (OECD, 2022, S. 21). In e wa 80 % de OECD-Lände mi
o geleg en Da en wu den „ eco e y [E holung; GLW] p og ammes“ (ebd.) ange-
bo en. Zusä zliche Un e s ü zungsangebo e gab es in 19 on 29 Lände n (ebd.).
Bei alledem bleib zu agen, was in den ande en 10 Lände n passie is , ob diese
Angebo e aus eichen, um alle mi zunehmen und mi welchem No mali ä s e -
s ändnis au die Zukun zugegangen wi d.
3.5 K isen als Chance ü kons uk i en Wandel
Bei allen So gen angesich s mul iple K isen sei da an e inne , dass es angesich s
on Co ona möglich wa und dass inne halb seh ku ze Zei – zumindes in
inanz- und ökonomies a ken Lände n – En scheidungen e wa im Rahmen on
Re ungspake en ge o en wu den, die bis dahin kaum denkba wa en. Die Maß-
nahmen wa en nich imme populä und signalisie en zugleich, dass eine ande e
12 Zudem gib es wei e e medizinische Ala msignale, die he aus o de nd ü Bildungs eilhabe
sind! In sel enen Fällen i bei Kinde n und Jugendlichen eine schwe e En zündungs eak ion
nach eine Ans eckung mi dem Co ona i us ode eine E k ankung an COVID-19 au . Diese
E k ankung wi d als „PIMS“ (Pedia ic In lamma o y Mul isys em Synd ome) ode auch als
„MIS-C“ (Mul isys em In lamma o y Synd ome in Child en) bezeichne . Sie äuße sich un e
ande em du ch Fiebe , Schme zen, E b echen, Ausschlag und Müdigkei . Die be o enen
Kinde müssen zum Teil au de In ensi s a ion behandel we den. Die E k ankung is mi -
le weile abe gu behandelba . PIMS bzw. MIS-C i in de Regel e wa 3 bis 4 Wochen nach
de Ans eckung mi dem Co ona i us au . Das Risiko, an PIMS zu e k anken, is bei de
Omik on-Va ian e des Co ona i us deu lich ge inge als bei zu o bekann en Vi us a ian en
(Schumache , 2022).
30
Wi scha und Poli ik in K isenzei en möglich sind. Das kann dazu mo i ie en,
„das Unwah scheinliche [als] möglich“ (Win e s eine , 2021, S. 123) zu beg ei en
und sich auch au isionä e Fan asien einzulassen, die im Momen des Denkens
als Phan as e eien abge an we den mögen und im nächs en Momen Reali ä
we den.
Und: Es gib e mu igende Signale de jungen Gene a ion, ü die die COVID-Pan-
demie eine A B ennglas de Wah nehmung on K isen da s ellen könn e. Denn
die „G unds immung in de jungen Gene a ion [is ] e s aunlich posi i “; so die
e wähn e T ends udie aus dem Somme 2022. Die „meis en Be ag en [e wa en]
ü sich pe sönlich o z alle Belas ungen eine gu e Zukun . Dies s eh im Kon-
as zu inne e Un uhe: Die Zu iedenhei mi de eigenen psychischen Gesund-
hei is e gleichsweise nied ig, sowohl ak uell als auch im Blick au die Zukun
in zwei Jah en. Auch die pessimis ischen Töne bei de Einschä zung de Zu ie-
denhei mi de inanziellen Lage klingen mi “ (auch: Albe e al., 2024; Schne ze
& Hu elmann, 2022).
K isen können eine „Chance“ (O o, 2023, S. 402) ü undamen alen Wandel ode
T ans o ma ion (s uk u elle Ve ände ungen) sein, die auch an den G und es en
unse e bekann en und liebgewonnenen Zi ilisa ion ü eln. Dabei schein es da-
au anzukommen, die e schiedenen He aus o de ungen de Zei als in e depen-
den zu beg ei en; also z. B. Gesundhei und Klimawandel im Zusammenhang mi
Mig a ion, Kon lik en und K iegen, Umwel e ände ungen, e ände e Wi -
scha und Finanzen, Wasse , E näh ung, A mu e c. zu denken. Zudem is es be-
deu sam, K isen als Teil de Menschhei sgeschich e im Spannungs eld on Zu-
kun sangs und Ho nung zu espek ie en, die Wechselwi kungen on Na u und
Mensch zu be ücksich igen sowie Ve ände ung als sich e gänzenden P ozess indi-
iduelle En wicklung und poli ische Rahmung zu e o en. Dann is es möglich,
diesem Ziel eine ealis ische Einschä zung zu a es ie en: „Wi haben in den nächs-
en Jah en noch die Chance adikalen Wandels, wenn Ve ände ungen schnells -
möglich au den Weg geb ach we den“ (ebd.).
In eine im Ap il 2022 e ö en lich en ep äsen a i angeleg en Online-Um age
on Kan a und Be elsmann wu den 1.023 16- bis 30-Jäh ige zum Thema Nach-
hal igkei be ag . Dabei wi d deu lich, dass die S udien eilnehmenden ein b ei es
Nachhal igkei s e s ändnis im Sinne de SDGs haben, das wei übe Klima agen
hinausgeh . D ei Vie el de be ag en Jugendlichen und jungen E wachsenen leg
„We da au , sich nachhal ig zu e hal en“ (Be elsmann-S i ung & Kan a
Public, 2022, S. 6). Das gil auch ü junge Menschen mi ein achen ode mi le en
Bildungsposi ionen (ebd., S. 22).
In diesem Zusammenhang spielen Vo bilde im F eundesk eis und El e nhaus eine
g oße Rolle. Zudem wi d on eine hohen Be ei scha be ich e , sich im Be eich
de Nachhal igkei zu engagie en. 5 % se zen dies be ei s eh enam lich um – meh
31
F auen als Männe . In e essan is auch, dass Nachhal igkei im ökonomischen Be-
eich als seh wich ig angesehen wi d. Die Häl e de Be ag en möch e in einem
Un e nehmen a bei en, das einen nachhal igen Bei ag ü die Gesellscha leis e :
„Vie on ün Be ag en be onen da übe hinaus die Bedeu ung inno a i e Un-
e nehmen ü eine nachhal ige En wicklung“ (ebd., S. 6).
Bei alledem wi d empi isch auch un e s ichen, dass sich junge Menschen um as-
sende e Un e s ü zung bei ih em Engagemen auch aus de Poli ik wünschen: „Sie
wollen mi wi ken bei dem aus ih e Sich no wendigen Umbau des Wi scha s-
und Bildungssys ems“ (ebd., S. 7). In de Konsequenz b äuch e es meh posi i e
E ah ungen mi e ablie en gesellscha lichen K ä en, um poli ische und demo-
k a ische En scheidungsp ozesse zu s ä ken. Dabei we den ins i u ionelle Be eili-
gungs o ma e als ehe una ak i besch ieben (ebd., S. 21).
Zusammen assend schein es so zu sein, dass die Wah nehmung mul iple Wel -
k isen eine Rolle ü die kommenden Gene a ionen spielen und zugleich eine hohe
Be ei scha bes eh , sich selbs einzub ingen – ge ade auch nach Bewäl igung de
Co ona-Pandemie. Zugleich lieg die Ve mu ung nahe, dass schulische Bildung
eine Rolle ü die be ich e en Pe spek i en au K isen de He anwachsenden ge-
spiel haben könn e. Dazu gib es keine empi ische E idenz, und doch lieg diese
ho ende Möglichkei au de Hand.
4 No ma i e E wa ungen
Was wi d gesellscha lich und bildungsbezogen e ho , um zukun sge ich e e En -
wicklungen als möglich zu denken?
Im Kommunika ionsangebo eine abs ak en Wel gesellscha sind e schiedene
E wa ungen e bo gen, die ü das gewähl e Thema au Ebene de Ve ein en Na-
ionen, eu opäische sowie na ionale und landesbezogene Bildungs- und Schul-
poli ik en al e we den können. Dies gil insbesonde e ü das Anliegen globale
Nachhal igkei als ans o ma i em Gegenp og amm zu den mul iplen K isen, die
mi konzep ionellen An egungen in Beziehung gese z we den.
Mi den SDGs wu de es 2015 möglich, die zen alen plane a en He aus o de un-
gen de Wel gemeinscha zu benennen, als lösba zu be ach en und konk e e
Ziele zu ih e Übe windung zu o mulie en. Die Halbzei bilanz is gleichwohl e -
nüch e nd: Nu 12 % de ges eck en Zielma ken sind au einem e olg eichen Weg.
Dahe wi d ein undamen ale Wandel hin zu noch meh „commi men , solida i y,
inancing, and ac ion“ (UN, 2023, S. 2) ge o de .
Dies gil auch ü den Zielbe eich 4 – Inklusi e, gleichbe ech ig e und hochwe ige
Bildung gewäh leis en und Möglichkei en lebenslangen Le nens ü alle ö de n
– sowie den Zielbe eich 3 – Ein gesundes Leben ü alle Menschen jeden Al e s
gewäh leis en und ih Wohle gehen ö de n. Die Zielbe eiche zusammenzudenken
und sek o übe g ei ende Zielse zungen zu gene ie en (UN, 2015) is de Rahmen
32
ü kommendes Handeln. Ohne hie au De ails einzugehen, soll mi diesen Hin-
weisen un e s ichen we den, dass mündliche und sch i lich ixie e Kommunika-
ion keinen di ek en Du chg i ü Handlungen bedeu e . Zugleich sind die
Fo de ungen hil eich, um den Ho izon on E wa ungen als O ien ie ungspunk e
des gemeinsamen Handelns abzus ecken und dabei auch Rückschläge mi zu
bedenken.
Wei e e p og amma ische E klä ungen schließen da an an. Die Dublin Decla a ion
„The Eu opean Decla a ion on Global Educa ion o 2050” (GENE, 2022) um ass
Fo de ungen eine Bewuss seinsbildung ü as alle gesellscha lichen Que -
schni sbe eiche, die ü einen zukun s ähigen Plane en als ele an e ach e we -
den. Das Konzep de Ges al ungskompe enz (Bo mann & Haan, 2008) und de
O ien ie ungs ahmen Globale En wicklung (KMK, BMZ, EG, 2016) bie en um-
assende Kompe enzka aloge, um angesich s gesellscha liche K isen ins Handeln
kommen zu können. Die Lei pe spek i en und de Lei aden Demok a iebildung
de Bildungspläne in Baden-Wü embe g um assen neben BNE und BTV auch
den Be eich P ä en ion und Gesundhei s ö de ung (PG) (M KJS, 2016).
Zugleich sind mi diesen poli ischen und konzep ionellen An egungen hohe no -
ma i gene ie e E wa ungen e bunden, die zu Übe las ungen de e bei agen
können, die sie umse zen wollen (Leh ende) ode jene, ü die sie umgese z we -
den sollen (Le nende). Um die zugleich o handenen Chancen he o zuheben,
hil eine zen ale bildungs heo e ische F age, die im Kon ex „epochal ypische
Schlüsselp obleme“ (Kla ki, 1985/1996, S. 43 .) ges ell wo den is :
„Welche E kenn nisse, Fähigkei en und Eins ellungen benö igen junge Menschen ü ih e
Zukun , um sich p oduk i mi jenen uni e salen En wicklungen und P oblemen [epochal-
ypische Schlüsselp obleme; GLW] auseinande se zen zu können und sch i weise u eils ä-
hig, mi bes immungs ähig und mi ges al ungs ähig zu we den?“ (ebd., S. 80).
Das heiß ü den Umgang mi mul iplen K isen: Wie können He anwachsende au
eine unübe sich liche Wel gesellscha so o be ei e we den, dass sie Hand-
lungsop ionen im eigenen und kollek i en Be eich gemeinscha lich ge eil e
Lebenswel en en wickeln?
Es geh da um, die pädagogischen Chancen nach de Pandemie ü eine Gene a ion
im Daue k isenmodus – gep äg on eingesch änk em Schulbe ieb, e inge en
Kon ak en zu Gleichal igen, einem digi alen Fokus im F eizei - und Konsum e -
hal en sowie beg enz em sozialem und poli ischem Engagemen – he o zuheben
und umzuse zen:
„Schulen sollen die ih an e au en Kinde und Jugendlichen nich nu in ellek uell und kog-
ni i quali izie en, sonde n zugleich au das soziale Leben, au den Umgang mi Kon lik en,
den Konsum- und Wi scha ssek o , die Mediennu zung und die gesellscha liche Pa izipa-
ion o be ei en […] Im Daue k isenmodus is es noch wich ige gewo den, das gesam e
Spek um soziale Kompe enzen einschließlich de emo ionalen, kommunika i en, k ea i en
und in e ak i en Fähigkei en zu s ä ken“ (Hu elmann, 2023, S. 11).
33
Dazu gehö auch, au jene posi i en En wicklungen zu schauen, die sich e wa
im Be eich digi ale Fo ma e aus den k ea i en E p obungen in Folge de
Schulschließungen e geben haben (Schnack, 2022) und diese mi el is ig als mo-
i ie ende Chance zu beg ei en: Un e ich mi digi alen Medien und Umse zung
eine neuen Le nkul u , neue Fo men de Koope a ion und Kollabo a ion, neue
Fo men de Fo bildung, iel äl ige und meh dimensionale Fö de ung bei Le n-
ücks änden (Schnack, 2022, S. 8 .).
Dass sich e was bewegen läss , gil auch ü Schulen in sozialen „B ennpunk en“.
T o z übe schauba e empi ische Lage, läss sich z. B. au G undlage eine Be a-
gung on 149 Schullei ungen ( o allem G undschulen13) in Be lin, No d hein-
Wes alen, Rheinland-P alz und Schleswig-Hols ein es s ellen, dass es eine hohe
„Kollek i e Selbs wi ksamkei zu Ve besse ung de Bildungschancen“ gib . Fas
80 % de Be ag en s immen z. B. de Aussage ehe ode oll zu, „dass ih Kolle-
gium zum Abbau on Chancenungleichhei pädagogisch we olle A bei leis en
kann (B aun & P ände , 2023, S. 20). Zugleich is kla , dass es iel äl ige Un e -
s ü zungsno wendigkei en b auch , um dies auch zu ealisie en. Die höchs en Ein-
lussmöglichkei en (ehe g oß und seh g oß) we den im Be eich de Fachkompe-
enzen (78,9 %), Sp achkompe enzen (66 %), sozial-emo ionalen Kompe enzen
(66 %) und kö pe lich-mo o ischen Kompe enzen (53,7 %) (ebd.) be ich e .
Hie sind auch jene mi im Blick zu behal en, die absei s des No mal alls mode ne
Bildungsein ich ungen und Schule le nen wollen, wie dies e wa in – gemäß Selbs -
besch eibung – „ eien“ und „demok a ischen“ Schulen e such wi d (EUDEC,
2023). Dazu b auch es kon inuie liche F agen nach den implizi en No men und
gewachsenen S uk u en on Bildungsein ich ungen – allen o an de Schule als
eine as 6.000 Jah e al en gesellscha lichen Ausdi e enzie ung mi hohem
Funk onali ä spo enzial im 21. Jah hunde . Sie is äumlich, sachlich, zei lich und
sozial on de Lebenswel de He anwachsenden ge enn und kann sch i weise
mi jenen Vo ausse zungen in Beziehung gese z we den, die Menschen in ih e
Wel mi ande en en wickel haben.
Dabei hil ein schul heo e ische Blick in ie Pe spek i en. Die Schule is eine
uni e selle Bildungsein ich ung (globale Ve b ei ung), Ins i u ion (Kons anz und
Wei e en wicklung on We en und No men), O ganisa ion (Zweck a ionali ä ,
Mi gliedscha ss a us, Funk ionshie a chien) und In e ak ionso (in e - und in a-
gene a ionelle Teilhabe) (Lang-Woj asik, 2022b). Ge ade wenn es um F agen
de Schulen wicklung im Rahmen on O ganisa ions-, Pe sonal- und Un e ich s-
en wicklung geh , mach eine Rückbesinnung au die his o ische En wicklung
on Schule mi ih e spezi ischen Funk ionali ä Sinn (Lang-Woj asik, 2018).
13 „Soziale B ennpunk “ besch eib einen An eil on mindes ens 50 % de Kinde mi eine an-
de en He kun ssp ache als Deu sch ode mindes ens 50 % aus Familien, die Leis ungen nach
dem Zwei en Sozialgese zbuch bekommen.
34
In diesem Rahmen sind dann jene E p obungen un e „he abgese z em Risiko des
Schei e ns“ (Scheunp lug, 2001, S. 245) möglich, die zukun s ähige En wicklun-
gen eine Wel im Wandel denk- und e p obba machen. Ein Umgang mi Kom-
munika ionso e en eine Wel gesellscha kann mi den menschlichen Vo ausse -
zungen de Be eilig en in eine Schul- und Bildungsgemeinscha in Ve bindung
geb ach we den.
Dazu b auch es eine zukun s ähige Didak ik, die kö pe liche, psychisch-psycho-
soma ische und soziale He aus o de ungen in einem wei en Inklusions e s ändnis
e ns nimm und au Ho nung bau . Dazu gehö auch, im Falle bio-psycho-sozi-
ale Hinde ungsg ünde eines Schulbesuchs al e na i e Wege (z. B. sys ema ische
digi al ges ü z e Fe nun e ich auch in Kombina ion mi P äsenzphasen) ode In-
di idualbe euung als Teil no malen Schulhandelns zu beg ei en. Dies müss e au
de Basis passie en, dass wi klich jede Mensch we oll is und e gleichba e
Chancen bekommen kann, die eine Anschluss ähigkei an eine a ia ions eiche,
iskan e und unsiche e Wel gesellscha möglich machen (Lang-Woj asik, 2022a).
Um in de Zukun liegende globale He aus o de ungen an izipie en zu können,
kann eine wel bü ge liche Didak ik hil eich sein (Lang-Woj asik & Kop , 2022),
die den Zusammenhang on Mensch und Plane in den Mi elpunk s ell .
Um dies zu ealisie en, b auch es p o essionelles Pe sonal, das e lexi mi de
Di e enz eigene Posi ionie ung und gesellscha liche Ve mi elba kei umgehen
kann. Dazu gehö auch, den Be u eine Leh k a ehe le nbeglei end denn leh -
beglei end als Facili a o zu beg ei en. In diesem Sinne e schein eine Neu e mes-
sung de Leh p o ession angezeig , um ih e P o essionali ä (p o essionsbezoge-
nes Selbs e s ändnis), ih en P o essionalismus (indi iduell-kollek i es Selbs e -
s ändnis) und dami e bundene P o essionalisie ungse o de nisse zu jus ie en
(Lang-Woj asik & Schie e decke , 2022). Um mi den e schiedenen besch iebe-
nen He aus o de ungen umgehen zu können, b auch es „mul ip o essionelle
Teams“ (Reich, 2014) mi aus eichend Schulsoziala bei enden, Schulpsycho-
log:innen und -medizine :innen, Schul- und Sonde pädagog:innen, The apeu :in-
nen e c. als Selbs e s ändlichkei . Dami wi d auch die Rolle de einzelkämp en-
den Leh pe son zuguns en koope a i e Fo men ges ä k , wie sie e wa in „P o es-
sionellen Le ngemeinscha en“ (Kans eine , 2024) ealisie wi d. Dass dazu meh
Pe sonal einges ell we den müss e und dass dies angesich s des g assie enden
Fachk ä emangels insbesonde e im pädagogischen Be eich ku z is ig kaum ea-
lisie ba is , sei dahinges ell . Es muss gleichwohl die mi el is ige Pe spek i e
sein, um das Leh pe sonal zu en las en und in seinen Ke nbe eichen agie en zu
lassen.
35
5 P äsk ip i e Pe spek i en – ie Thesen
Wie läss sich die Spannung o handene K isen und pädagogische Op ionen ü
p o essionelle zukun s ähige Bildungsa bei zuspi zen?
Ausgehend on soziale O dnung wu de de Zusammenhang on Menschen, Ge-
sellscha und Bildungsein ich ungen me a heo e isch ge ahm , um die Bedeu ung
mul iple K isen de Gegenwa ü Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen mi
einem Schwe punk au de COVID-Pandemie als B ennglas eine k isenbeweg en
Zei zu skizzie en und da an anknüp end no ma i e E wa ungen an Gesellscha
und (schulische) Bildung zu be ich en.
These 1: Soziale O dnung is de Rahmen, au den de Zusammenhang on Men-
schen und Gesellscha in de Spä mode ne bezogen we den kann. Sie is zugleich
zen ale Ausgangspunk und Ges al ungsspiel aum ü Bildungsein ich ungen.
Gesellscha als Wel gesellscha is ein abs ak es Kommunika ionsangebo im
s e igen Wandel, du ch das Pe sonen als soziale Bezugspunk e ad essie we den
können und die zugleich im Sinne e ho en Wandels Gesellscha ad essie en kön-
nen, um soziale O dnung möglich zu denken und zu machen. Menschen sind als
handelnde Wesen au eine gemeinscha liche Mi wel angewiesen, in de sie
selbs e lexi aus sich selbs he aus e en und die einhei liche Di e enz ih es bio-
logisch gegebenen Kö pe s in einhei liche Di e enz zu ih em sozial he ges ell en
Leib bewuss (Psyche und Seele) in den Blick nehmen können. Dies is de Rah-
men ih es konk e en Handelns, den sie mi ande en kö pe lich-leiblichen Wesen
eilen. Die Wah nehmung de Di e enz on Menschen/Gemeinscha und Gesell-
scha /Pe son is de Ausgangspunk ü die unk ionale Ta sache on Bildungs-
ein ich ungen, in denen ein exempla ische Umgang mi de lose gekoppel en
Di e enz on Gemeinscha und Gesellscha möglich is . Dabei geh es da um,
e mein lich gese z e No mali ä s o s ellungen konsequen zu hin e agen, um
mi K isen umgehen zu le nen. Das schließ ein, Inklusion wei zu denken; also
eine sei s ih e Pa izipa ionsop ionen uni e sell und ins i u ionell sowie Teilhabe
und -gabe in O ganisa ionen und In e ak ionen konk e umzuse zen. Da aus e ge-
ben sich kon inuie liche He aus o de ungen ü Gesellscha , Mensch und Bil-
dungsein ich ungen.
These 2: Uni e sal-globale He aus o de ungen als plane a e K isen müssen und
können bewäl ig we den.
K isen sind on Beginn an ein Teil de Menschhei sgeschich e. Zugleich s ellen
die sich ak uell e eignenden mul iplen K isen einen Wa n u da , dass alles ge an
we den muss, um ein Übe leben au dem und eine Bewohnba kei des Plane en zu
ealisie en – o z und wegen K iegen, Pandemien, A mu , Hunge , K ankhei en
usw. mi Folgen ü Kö pe , Psyche und Soziales. Mögliche weise sind sie auch
ein kla e Hinweis da au , dass die Zi ilisa ion des globalen No dens in ih e je -
zigen Fo m kein Übe lebensmodell des Plane en is . Auch dies wä e nich neu.
36
Inso e n is es an de Zei , übe ande e Wege aus den K isen ins Gesp äch zu kom-
men und das Machba e zu e suchen. Dabei wi d es da au ankommen, die beson-
de en Fähigkei en und Fe igkei en des Menschen in eine Mi wel mi ande en in
das Zen um zu ücken.
Die Co ona-Pandemie als gesellscha liche und gemeinscha liche COVID-K ise
kann als B ennglas ü die Wah nehmung mul iple K isen in e p e ie we den,
die sich lange en wickel und de en Wah nehmung sich mi dem COVID-Blick
zugespi z haben. Im Bildungsbe eich wi d deu lich, dass sich die Belas ungen on
S udie enden, Auszubildenden, Leh enden und He anwachsenden e schä ha-
ben. Dabei geh es um – wie ausschni ha besch ieben – den wel wei en Zugang
zu Bildungsein ich ungen, zunehmende A mu und Kinde a mu – auch in
Deu schland –, e kennba e Le n ücks ände o allem im G undschulbe eich und
mi Folgen ü Bildungszugang und - eilhabe, physische und psychische Belas un-
gen.
Kombinie man dies mi häu ig e e enen Na a i en de Menschhei sge-
schich e, die om Menschen als g undsä zlich böse und des uk i ausgehen, so
sieh die Zukun in de Ta düs e aus. Bei diesen s e s wiede hol en E zählungen
wi d häu ig übe sehen, dass bei einem genauen Blick – üb igens auch in de
Co ona-Pandemie – die Geschich e de Menschhei auch ande s e zähl we den
kann und dass le z lich Fo sch i o allem au de Basis on Ve auen und Ko-
ope a ion möglich wa , is und sein wi d. Imme hin kann de Mensch auch als „Im
G unde gu “ (B egman, 2022) beg i en we den, de sich seine Mi wel als Hand-
lungskon ex meh als bewuss is . Dies läss sich mi Übe legungen e binden, die
einen neuen „Gemeinsinn“ (Schnabel, 2022) in den Mi elpunk s ellen und so
neue Ho nung ü die Zukun de Menschhei e zeugen.
Da aus e gib sich dann ein kla e Handlungsau ag ü Bildungsein ich ungen
und hie insbesonde e Schulen.
These 3: Bildungsein ich ungen – allen o an die Schule – bie en als bewäh e
unk ionale Schu z aum jene Rahmenbedingungen, um mi K isen zwischen
abs ak e Kommunika ion und konk e e Handlung in Hinblick au eine be-
he schba e Zukun umgehen zu le nen.
Bildungsein ich ungen sind als Bildungs-/Schulgemeinscha jene Ga an da ü ,
dass Zukun als möglich e ach e wi d. Schule is de zen ale „O gesellscha li-
che Teilhabe“ (Ho nbe g & Buddebe g, 2022) – im Ho izon zunehmend wah -
nehmba e Wel k isen sowie uni e sale He aus o de ungen ü Gesellscha und
Pädagogik. Es geh um jenen O , an dem ein Le nen zum Umgang mi K isen
zwischen abs ak e Kommunika ion und konk e e Handlung ü eine behe sch-
ba e Zukun e p ob we den kann.
Mi den SDGs und hie insbesonde e dem Zielbe eich 4 wi d de uni e sale
Cha ak e on Bildung und Schulen als Zukun sein ich ungen un e s ichen,
ins i u ionell au We e und No men he un e geb ochen und Handlungs aum ü
37
in a- und in e gene a ionelle In e ak ionen beg i en. Bei alledem s ell sich die
F age, welche Bedeu ung o ganisie e Bildung ü die in ih ak i en Menschen und
Pe sonen ha , welche Rahmenbedingungen o handen sind und welche Ziele e -
olg we den sollen.
Was hie uni e sell und ins i u ionell als p agma isches Bekenn nis zu Schule als
demok a ische Ke n- und Schu zein ich ung in eine Ausnahmesi ua ion o mu-
lie wi d, b auch o ganisa o ische Rahmung (Auss a ung, Räumlichkei en,
Pe sonal) sowie In e ak ions o ma e in de Spannung on P äsenz und Digi ali ä .
These 4: P o essionelle Bildungsa bei b auch Kla hei übe das Bildungs e -
s ändnis und o ganisa ionale Rahmenbedingungen, die o allem bildungs- und
inanzpoli isches Handeln e o de n.
Um zukun s ähige Bildungsa bei umzuse zen, b auch es endlich den lange ge-
o de en „Ruck“, de be ei s o as 30 Jah en du ch Deu schland gehen soll e
(He zog, 1997). Es wä e ein Szena io, um du ch die Übe windung de du ch
Co ona noch sich ba e gewo denen Bildungsk ise neue Chancen ü einen Um-
gang mi den ande en mul iplen K isen möglich zu machen. Das Ganze beweg
sich im Spannungs eld poli ische Rahmenbedingungen und p o essionelle Hal-
ung im Umgang mi den K isen.
Die ak uellen Meldungen zum Zus and des deu schen Bildungssys ems sind ehe
en mu igend. Denn zu den besch iebenen K isen e en wei e e Fak en eine sich
e schä enden Bildungsk ise, die sich übe Jah zehn e au gebau ha und nun im-
me wah nehmba e wi d:
„Ak uell ehlen bundeswei 400.000 Ki aplä ze, jedes ie e G undschulkind kann am Ende
de ie en Klasse nich ich ig lesen. Die Inklusion bes eh wei gehend nu au dem Papie .
Rund 50.000 Jugendliche e lassen jedes Jah die Schule ohne Abschluss. Die Chancen ü
Kinde aus sozial benach eilig en Familien, es au s Gymnasium zu scha en, sind auch heu e
beschämend nied ig. Und on denen, die ein S udium beginnen, is ein D i el on A mu
ge äh de . […] Soeben haben die Kul usminis e ien ih e P ognose zu Schüle :innenzahl ak-
ualisie : Bis 2025 wächs sie um as 10 P ozen . […] In den nächs en zwöl Jah en benö ig
das Bildungssys em meh als eine halbe Million (!) neue Leh k ä e […]“ (Pauli, 2023).
Was plaka i klingen mag, is eine wissenscha sjou nalis ische Zusammen as-
sung dessen, was wi sei langem wissen können. Als Pessimis wü de ich sagen:
Da kanns du also eh nich s machen.
Als Pädagoge und E ziehungswissenscha le ege ich an, genau hinzuschauen, wo
es im Einzel all ehl , sys ema isch an den Schal s ellen zu d ehen, das Bildungs-
und die Schulsys eme so umzubauen, dass sie mi el is ig den mul iplen K isen
gewachsen sind. Die ak uell ge o de en 100 M d. Sonde e mögen ü Bildung
sind mögliche weise nu ein An ang; alle dings ein kons uk i e Bei ag zu
Zukun s ähigkei . Dami wü de eine Basis gescha en, die unk ionale Chance
on Bildungsein ich ungen zum Umgang mi K isen s ä ke in den Mi elpunk zu
ücken.
38
Es is unbes i en, dass die Co ona-Pandemie einen Digi alisie ungsschub – auch
in deu schen Schulen – ausgelös ha . Das Digi alle nen wa ü iele zunächs
ans engend und zugleich ha es s ellenweise gu unk ionie , wenn – wie bei-
spielsweise in Hambu g – die digi ale Auss a ung o handen und Fähigkei en
exis ie en, sich au Fe nun e ich einzulassen (B ändle & Albe s, 2020). Das is
ein bedeu same An ang, au den iele gewa e haben. Zugleich b auch dies wei-
e e, sys ema ische Sch i e. Selbs mi eine um assenden Digi alauss a ung an
allen Schulen is es nich ge an, wenn die Rahmenbedingungen sich s e ig e -
schä en. In de Schullei ungss udie (2022)14 wu den als Haup he aus o de ungen
genann : Pe sonalgewinnung (52 %), Digi alisie ung des Un e ich s (58 %), Bau-
liche Themen (62 %), Digi ale Auss a ung (67 %) (Fich ne e al., 2022). Dami
sind die g oßen Baus ellen des deu schen Bildungssys ems benann , die mi dem
Ausbau mul ip o essionelle Teams und eine S ä kung p o essionelle Le nge-
meinscha en kombinie we den müss en.
Diese p o essionellen K ä e sind selbs on den K isen be o en und müssen zu-
gleich Wege inden, wie sie He anwachsende im Umgang dami s ä ken und p o-
essionalisie en. Dazu müssen sie als p o essionell Handelnde selbs i bleiben.
Dabei können ihnen kon inuie liche e lexi e Dis anz und Pe spek i enwechsel
hel en. Es geh um ih e Wide s ands ähigkei im Umgang mi mul iplen K isen,
dami sie s a k genug sind, um mi He anwachsenden zukun s ähig a bei en zu
können. „Resilienz“ e schein dabei als ein g oße und s ellenweise meh deu ig
e wende e Beg i mi un e schiedlichen T adi ionen in Pädagogik, Medizin und
Psychologie. Jensei s eines e mein lichen Modebeg i es sei au Folgendes hin-
gewiesen: „Es geh zunehmend auch um die E neue ungs- und Ges al ungsk a
und die Fähigkei , zu e sich lich nach o n blicken zu können“ (G imm, 2023,
S. 49). Dazu gehö en auch konk e e Maßnahmen zu P ä en ion psychische Be-
las ungen und Bu nou (Vbw, 2014, S. 15 .) sowie En spannung und Ach samkei
(Kal wasse , 2023), Supe ision als S anda d, globale Wei blicke :innen als
Global Teache ode Facili a o (Lang-Woj asik, 2021a) sowie P o essionali ä im
Be eich de Diagnos ik, p o essionsübe g ei ende Zusammena bei und Ausbau
kon inuie liche Schulsoziala bei (B ändle, 2023, S. 17).
Gleichzei ig s ell sich die F age, wohe das zusä zliche Pe sonal kommen soll.
Deu schland s eh hie nich alleine. Es is ein P oblem iele OECD-Lände
(OECD, 2023, S. 22). Geld alleine lös das P oblem siche nich – nu : Es is ein
An ang. Denn Deu schland beweg e sich im Jah 2020 mi seinen Gesam ausgaben
ü Bildungsein ich ungen des P ima - bis Te iä be eichs mi 4,6 % des BIP im
un e en D i el de OECD-Lände (OECD, 2023, S. 286) (No wegen: 6,8 %;
I land: 3,2 %; OECD-Du chschni : 5,1 %).
14 Me hodische Basis: 50 Lei adenin e iews mi Schullei ungen aus allen 16 Bundeslände n
und allen Schul o men Online-F agebogen ( ep äsen a i e Be agung) mi 1.116 Schullei-
e *innen aus allen 16 Bundeslände n.
45
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S. 17–31). Die z.
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Die dis anzie e Mi e. Rech sex eme und demok a iege äh dende Eins ellungen
in Deu schland 2022/23. (h sg. . d. F ied ich-Ebe -S i ung on F. Sch ö e ,
S. 19–33). Die z.
Zick, A. & Küppe , B. (H sg.). (2021). Die ge o de e Mi e. Rech sex eme und demo-
k a iege äh dende Eins ellungen in Deu schland 2020/21 (h sg. . d. F ied ich-
Ebe -S i ung on F. Sch ö e ). Die z.
Zick, A., Küppe , B. & Mok os, N. (H sg.). (2023). Die dis anzie e Mi e. Rech sex eme
und dekomk a iege äh dende Eins ellungen in Deu schland 2022/23 (h sg. ü die
F ied ich-Ebe -S i ung on F. Sch ö e ). Die z.
Zick, A. & Mok os, N. (2023). Rech sex eme Eins ellungen in de Mi e. In A. Zick,
B. Küppe & N. Mok os (H sg.), Die dis anzie e Mi e. Rech sex eme und de-
mok a iege äh dende Eins ellungen in Deu schland 2022/23. (h sg. . d. F ied-
ich-Ebe -S i ung on F. Sch ö e , S. 53–89). Die z.
47
In eg a ing Mig a ed Teache s in o he
Ge man Educa ional Sys em: The Pa adox o
S anda dized Equi y and Sys emic Dispa i ies
Ka ja Kans eine & Claudia Be gmülle -Haup mann
F ee Uni e si y o Bozen-Bolzano & Uni e si y o Educa ion Weinga en
1 In oduc ion
The longs anding poli ical, concep ual, and empi ical deba e conce ning he inclu-
sion o pupils wi h a mig a ion his o y (Gogolin, 2019) has been subsequen ly ex-
ended o add ess he si ua ion o eache s wi h a mig a ion backg ound, who un-
de wen p o essional socializa ion and ca ee ad ancemen wi hin he Ge man
school sys em (B essle & Ro e , 2017). In ecen yea s, a new and c ucial subjec
has eme ged wi hin his discou se: he e ec i e s uc u al in eg a ion o in e na-
ional eache s (sho : iTs)–de ined he e as mig a ed eache s who ob ained hei
p o essional quali ica ion in hei home coun y (Wojciechowicz, e al., 2022).
Especially due o he mig a ion lows esul ing om he wa in Sy ia and Russia's
a ack on Uk aine, Ge many, like o he coun ies, has since aced he mul i ace ed
challenge o in eg a ing displaced people in o socie y and he job ma ke . As he
educa ional sys em has become mo e and mo e a uned o he needs o s uden s
wi h a mig a ion backg ound, he e is meanwhile also a g owing ecogni ion ha
in eg a ing academically quali ied e ugee eache s could posi i ely espond o
challenges. Thei con ibu ion o he school sys em can be o help o a) coping
wi h he di e si y o pupils, b) educing he lack o eache s, and c) execu ing in
conc e e he join esponsibili y o he wo k o ce in eg a ion.
Building on his ecogni ion, we will mo e beyond a pu ely a i ma i e na a i e
by c i ically examining he expe iences o iTs. This analysis aligns wi h he
b oade discou se on 'Psychosocial Challenges in a C isis-Ridden Wo ld–Educa-
ionally Rele an Op ions'. F om his pe spec i e, we will apply a c i ical-analy i-
cal lens o in eg a ion se ings, speci ically h ough he concep ual amewo k o
disc imina ion. The eby, we will specially ocus on p ojec se ings ha pa icu-
la ly aim o complemen o mal ecogni ion p ocedu es and suppo he in eg a ion
o hese eache s in o he educa ion sys em. Such a p ojec is he IGEL p ojec –
“In eg a ion and Equali y o In e na ional Teache s”1 a he Uni e si y o
Educa ion Weinga en (sho : PHW) in Sou h Ge many. Wi h his p ojec , we ha e
achie ed a demons able success (a.o., Be gmülle -Haup mann e al., 2025;
Kans eine e al., 2022). In his a icle, howe e , i se es us as a case example o
e eal a eas o ension and o ms o s uc u ally embedded unequal ea men .
1 h ps://aww.ph-weinga en.de/de/ku se/igel
48
Such dynamics isk exace ba ing p o essional insecu i y, hus p esen ing signi i-
can psychosocial challenges. We will illus a e his by a) ou lining he si ua ion o
academic ecogni ion o eaching quali ica ions in Ge many, b) explaining he
IGEL app oach, c) p o iding insigh s in o he e e yday li es o iTs, based on se-
lec ed indings and expe iences as well as d) a guing ha e en wi hin se ings ex-
plici ly designed o mi iga e exis ing in eg a ion ba ie s, sub le (o 'la en /implic-
i ') pa e ns o disc imina ion a e embedded. Finally, we ad oca e o a e lec i e
app oach o di e si y o ien a ion wi hin he educa ional sys em and i s co espond-
ing esea ch.
2 P o essional Recogni ion in Ge many and Concomi an Challenges
The e-en y in o he eaching p o ession o iTs quali ied ab oad is unusually a -
duous. The employmen equi emen s in he Ge man school sys em a e highly eg-
ula ed, and he Ge man eache educa ion sys em is conside ed one o he mos
demanding, elabo a e, and ime-consuming in he wo ld (Te ha , 2019;
Wojciechowicz e al., 2022).
In gene al, he ecogni ion o eaching quali ica ions ob ained ab oad is go e ned
by he P o essional Quali ica ions Assessmen Ac and he EU-EEA Teache O -
dinance (EEA = Eu opean Economic A ea), wi h he espec i e school adminis a-
ion ca ying ou he conc e e ecogni ion p ocess. In abou 2/3 o all cases in Ge -
many, iTs mus unde ake addi ional s udies, equen ly o quali y in a second sub-
jec which is obliga o y in mos ede al s a es; his also applies o Baden-Wü em-
be g whe e he PHW is loca ed (K ieg & Te ha , 2023; S a is ical O ice o Ba-
den-Wü embe g, 2020). This ep esen s a signi ican obs acle, as uni e si y-le el
educa ion encompassing wo subjec a eas emains uncommon in many coun ies,
bo h wi hin and ou side Eu ope. O en, indi iduals in hese coun ies a e only e-
qui ed o comple e s udies up o he bachelo ’s le el. Language p o iciency e-
qui emen s o employmen in he Ge man school sys em a e excep ionally high,
eaching C2 le el in some ede al s a es. This le el o p o iciency is, no ably, no
always me by some na i e Ge man eache s and s uden eache s hemsel es. The
expec a ion o a C2 ce i ica e o en y in o schools is cu en ly unde discussion
ac oss he ede al s a es. In con as , uni e si y admission ypically equi es a C1
le el, which al eady en ails he abili y o comp ehend complex and nuanced ex s,
including implici meanings, and o exp ess onesel luen ly and spon aneously in
bo h spoken and w i en communica ion.2
2 h ps://www.eu opaeische - e e enz ahmen.de/
49
A u he signi ican challenge is he equen ly imposed equi emen o iTs o
comple e a one-yea unpaid in e nship. Du ing his pe iod, iTs mus a end accom-
panying pedagogical semina s addi ionally, ha a e pa o he second phase
o eache educa ion. In ce ain cases, his is ollowed by a manda o y eaching
assessmen .
All hese equi emen s, while ega ded as essen ial o ensu ing quali y in educa-
ion, o en o e look he subs an ial p o essional expe ience many mig a ed each-
e s b ing and c ea e unnecessa y delays and d opou s in he equali ica ion p ocess.
3 In eg a ion o In e na ional Teache s–Funding Ini ia i es and hei
Implemen a ion a he Uni e si y o Educa ion Weinga en
Fo many yea s, he PHW has been commi ed o in e na ional s uden s and each
yea 8% o i s capaci ies in he BA/MA eache p og am a e ese ed o his pu -
pose (§ 22 Abs. 1 N . 2 HZVO Baden-Wü embe g). In his con ex , “in e na-
ional” e e s o applican s who a e no Ge mans and no ci izens o EEA coun ies
(+ Swi ze land). Ea ly in he a o emen ioned e ugee si ua ion, he PHW also en-
gaged in he in eg a ion o eache s, many o whom comple ed hei uni e si y
s udies in non-EU coun ies. I soon became e iden ha e ugee and mig a ed
eache s–o in e na ional eache s as hey a e e e ed o (Wojciechowicz e al.,
2022)–encoun e a mul i ude o sys emic and s uc u al challenges in hei pu sui
o a p o essional in eg a ion. As ou lined abo e, legal equi emen s, language ba -
ie s, and expec a ions by membe s o he educa ional sys ems p esen conside a-
ble impedimen s (Kans eine e al., 2022).
This si ua ion cons i u es he s a ing poin o he IGEL p ojec , a i s “In eg a-
ion o Re ugee Teache s in o Teache Educa ion” (Kans eine e al., 2020). I
came o li e3, empowe ed by he unding o he Ge man Academic Exchange Se -
ice (DAAD). F om he beginning, he IGEL eam aimed o p o ide a suppo i e
en i onmen , which acili a es language lea ning combined wi h p o essional de-
elopmen . A anged as a comp ehensi e p og am wi h specially designed wo k-
shops, pee suppo by s uden eache s (‘Buddies’), and la ely e en in e nship
phases a schools, he IGEL p og am is b ough ou in collabo a ion wi h all uni-
e si y depa men s. P og am componen s and pa icipan s' expe iences a e e alu-
a ed concu en ly wi h a mul i-s and design (Kans eine e al., 2022). A p esen
he p ojec wi h he new i le In eg a ion and Equali y o In e na ional Teache s,
bu s ill called IGEL, has been opened owa ds he g oup o in e na ionally quali-
ied eache s in gene al.
3 h ps://aww.ph-weinga en.de/de/ku se/igel
50
Fig. 1. S uc u e o he cu en IGEL p og am.
Ou esea ch esul s show ha many o he mig a ed eache s ha dly conside ed i
possible o wo k in a Ge man school bu gained hope when hey lea ned abou he
p og am (Kans eine e al., 2022). Simila indings a e epo ed in epo s abou
compa able hi d-pa y unded p ojec s in Ge many (Wojciechowicz e al., 2022).
Hence, o da e, o e 80 pa icipan s ha e success ully comple ed he p og am, ap-
p oxima ely 40 indi iduals a e cu en ly engaged and p og essing s eadily. A ound
20 pa icipan s a e in ol ed in a ious e sions o pedagogical esponsibili y in
schools, and a small numbe ha e al eady ansi ioned in o pe manen eaching
posi ions. Some ha e been helped o con inue hei s udies a o he uni e si ies
whe e hey can manage he dual demands o s udy and amilial obliga ions be e .
The IGEL ne wo k also plays a pi o al ole by acili a ing access o essen ial ins i-
u ional suppo s uc u es, including he BA öG o ice o s uden inancial assis-
ance, egional employmen agencies, and he c eden ial ecogni ion uni wi hin
he school adminis a ion.
51
Howe e , pa icipan s equen ly epo ha he ac ual in eg a ion pa h p o es sig-
ni ican ly mo e demanding han ini ially an icipa ed, despi e hei p io p o es-
sional quali ica ions. This ha dship s ems la gely om he s ingen linguis ic and
o ganiza ional equi emen s imposed by supplemen a y academic manda es. Ad-
di ionally, i is exace ba ed by he need o simul aneously manage amilial espon-
sibili ies and secu e inancial s abili y, o en unde al eady p eca ious li e ci cum-
s ances (Kans eine e al., 2022).
This si ua ion highligh s a co e pa adox: While many iTs pe cei e he equi emen
o e-en e o mal academic s udy as a de alua ion o hei exis ing p o essional
compe encies (a inding also documen ed in e alua ion epo s om compa able
Aus ian p og ams; K emsne e al., 2020), hey a e ne e heless highly mo i a ed
o e u n o school se ings and consequen ly unde ake hese uni e si y s udies.
F om ou analy ical pe spec i e, wo p ima y ensions eme ge om his con ex :
P o essional Expe ise s. Academic Re-quali ica ion: As al eady quali ied each-
e s, iTs seek u he p ac ical, in-se ice aining. Ye , as academically educa ed
indi iduals, hey also inhe en ly espec o mal academic s udies.
Expe ienced P o essionals s. ‘S uden ’ S a us: While highly expe ienced in hei
daily and p o essional li es, hey p e e no o be ea ed as no ices. Pa adoxically,
as a g oup deemed “unexpe ienced” by he sys em, hey simul aneously exp ess
g a i ude o he suppo ypically a o ded o unde g adua es.
The speci ic challenges iTs mus na iga e a e as mul i ace ed, as he s a egies a e
hey employ o asse hei p o essional compe ence. In he ollowing, we will p e-
sen selec ed insigh s d awn om ou e alua ion da a.
4 Na iga ing Ge man Academia: Mul i ace ed Challenges and Suppo o
In e na ional Teache s
Ou IGEL da a show ha iTs ace a a ie y o challenges when adap ing o ypical
Ge man uni e si y eaching me hods and academic expec a ions and de elop man-
i old aligned coping s a egies:
Academic Lea ning Challenges. Many iTs, while accus omed o long lec u es and
o e memo iza ion om hei home coun ies, canno ely on his ou ine in Ge -
man uni e si y classes. As one pa icipan desc ibes: “All lec u es a i s we e so
di icul , I couldn' concen a e, i s i e, hen en, la e hi y minu es, I had o ge
used o i .” (in e iew GN) While audio eco dings would aid pos -p ocessing, hey
a e only occasionally p o ided by lec u e s. Likewise, unde s anding scien i ic
ex s in Ge man p esen s g ea di icul ies, oo. Consequen ly, he o en subs an-
ially deepe subjec knowledge many iTs possess om hei concen a ed s udies
in a single discipline equen ly emains obscu ed by hese linguis ic limi a ions.
Pa icipan s epo ha only when academic s a explici ly acknowledge his dis-
ciplina y compe ence does i become a i al sou ce o a i ma ion and mo i a ion.
52
Online Lea ning and Digi al Hu dles. Like many o hei Ge man s uden pee s
esiding o -campus, se e al iTs canno eloca e because o a pa - ime job o he
concu en e o s o in eg a e hei own child en in school. In such cases, digi al
lea ning o e s lexibili y and accessibili y. Howe e , challenges eme ge du ing
synch onous online exchanges. Rapid w i en in e ac ion in Ge man, o ins ance,
can be p oblema ic: discussions o en p og ess while iTs a e s ill o mula ing hei
esponses. Labo iously yped con ibu ions o ques ions a e no added because
sending ou wi h delay could be seen as incompe ence (c . in e iew P oB).
Online-suppo ed examina ions also pose di icul ies due o limi ed amilia i y
wi h Ge man keyboa ds, and he addi ional cogni i e e o du ing es - aking is
only pa ially mi iga ed by o mal disad an age compensa ion.
Engaging wi h Academic Discou se and Expec a ions. Pa icipa ion in semina s
appea s easie when he le el o abs ac ion is mode a e. Theo y-based a gumen-
a ion, howe e , is conside ed mo e challenging and ecei es less app ecia ion–a
phenomenon we also obse e among Ge man s uden s. When w i ing e m pape s
o heses, some iTs ecognize he need o a di e en app oach han in hei ini ial
s udies. Many ind he discu si e logic demanding, no only o linguis ic easons,
bu also due o he necessi y o eading di e se and e en con adic o y con en ,
dis inguishing iewpoin s, and c i ically discussing a pa icula ques ion. Some
ind i i i a ing ha au ho s holding di e en iews can coexis in academic dis-
cou se, a p ac ice no uni e sally common in some home coun ies (in ou case c .
in e iew P oB; in addi ion, Boucha a, 2019). No ably, Ge man s uden s also sha e
his di icul y.
Fu he mo e, depending on hei p io expe ience, some iTs ind i challenging o
acknowledge newly p esen ed heo e ical iewpoin s and pedagogical concep s.
They eel ques ioned and do no open up easily, despi e needing o do so o ensu e
s udy success and p o essional ecogni ion. A con lic also a ises om he pe cep-
ion ha in ensi e wo k on heo ies and empi ical indings ep esen s a w ong p i-
o i iza ion, gi en hei expec a ion o lea n ime-e icien ly and di ec ly o p ac-
ice (Kans eine e al., 2022)–an a i ude again ound among some Ge man s u-
den s.
Challenges in Public P esen a ion. P esen ing in plena y sessions p esen s ano he
signi ican hu dle, no solely o linguis ic easons, bu because i igge s wo y
abou appea ing incompe en despi e being an expe ienced eache . This obse a-
ion has also been co obo a ed in o he p ojec e alua ions (B andho s e al.,
2023). Coping s a egies include eading aloud o w i ing and hen ansla ing hei
en i e ex in o hei i s language, ollowed by memo iza ion–a p ocess ha is, by
no means, ime-e icien . Unde s andably, some iTs seek help o iden i y he ‘ igh ’
pieces o ex and look o summa ies.
53
C ucial Uni e si y Suppo . Despi e hese challenges, he uni e si y communi y
makes conce ed e o s o p o ide s ong suppo . Lec u e s ecognize iTs’ expe-
ienced s a us, o e ing aluable consul a ion and eedback on assignmen s. Pee s
openly include iTs in g oup wo k, e en when collabo a ion is less smoo h due o
language limi a ions. Fu he mo e, iTs consis en ly desc ibe he IGEL Buddies
p og am as a highly aluable sou ce o pee suppo .
5 Conclusion abou In e na ionally Educa ed Teache s
Ou indings e eal a g adual acclima iza ion o iTs o he un amilia uni e si y
p ocedu es. While a mino i y adap s wi h ela i e ease–compa able o Ge man un-
de g adua es– he majo i y epo s conside able challenges. This g oup's abili y o
mee academic equi emen s a ies signi ican ly:
Some iTs app oach compulso y cou sewo k p agma ically, ocusing on ul illing
deg ee equi emen s as e icien ly as possible (p agma ic engagemen ). O he s en-
gage wi h he addi ional academic o e ings ou o in ellec ual cu iosi y, pe cei ing
hem as en iching oppo uni ies o hei p o essional de elopmen (in ellec ual
en ichmen ). Despi e he o e all demands, some iTs e en con ibu e o ex acu -
icula p ojec s o suppo incoming s uden s, inding in hese ac i i ies a c ucial
coun e balance o he s uggles encoun e ed in academic li e. These empi ical in-
sigh s un eil ha iTs a e no a homogeneous g oup, bu ins ead hei indi idual
ci cums ances and esponses o challenges di e conside ably. In a e ins ances
whe e pa icipan s discon inue hei s udies, he p ima y eason appea s o be an
o e bu den in sus aining he mul i ace ed demands o hei si ua ion, ega dless o
gende . They see hei p ospec s dwindling–a d opou scena io also disco e ed in
he Aus ian educa ion sys em, whe e a compa able p og am was conduc ed
(K emsne e al., 2020).
6 Disco e ing Po en ial Disc imina ion
6.1 Go e nance o and Resea ch in Thi d-Pa y Funded P ojec s
Due o he high numbe o mig an s and he inc ease o educa ional in eg a ion
e o s, as well as he expansion o in eg a ion ini ia i es such as hose ca ied ou
by p ojec s like IGEL, iTs ha e inc easingly become a ocus o empi ical esea ch.
This shi is pa ly d i en by he manda o y e alua ion componen s ypically in-
cluded in de elopmen -o ien ed p ojec s. Fu he mo e, p ojec eam membe s a e
equen ly ec ui ed om Mas e 's deg ee candida es, whose academic wo k hen
aligns wi h he p ojec ’s objec i es, leading o u he da a collec ion. Gi en ha
such p ojec s a e unded o suppo speci ic social g oups, hei e alua ion designs
logically concen a e on he de elopmen , needs, and ajec o ies o hese a ge
popula ions. Consequen ly, (in e )na ional unding calls o en add ess a speci ic
goal inhe en ly ocusing on a pa icula g oup, and success ul applica ions mus
54
align cong uen ly. Thus, e alua ion s udies a e adi ionally designed o gain
knowledge abou he g oup’s expe iences, se ing as basis o ecommenda ions
o subsequen p og ams. F om a s a egic pe spec i e, e e encing a collec i e
g oup–despi e i s in e nal he e ogenei y–legi imizes calls o s uc u al imp o e-
men . Howe e , his discu si e aming implici ly cons uc s a no ion o homoge-
nei y, he eby subo dina ing subs an ial knowledge abou he g oup’s inhe en di-
e si y.
Agains his backg ound, a heo e ical dilemma eme ges–one c i ically examined
since he la e 20 h cen u y, pa icula ly in ela ion o gende discou ses
(Kans eine , 2015): In he b oade s uggle o equi y, he eminis mo emen o en
elied on a bina y dis inc ion be ween men and women as analy ically sepa a e
ca ego ies. This app oach aimed o iden i y s uc u al inequi y and ad oca ed o
he ad ancemen o he disad an aged g oup, o en by subo dina ing in a-g oup
di e ences and o eg ounding ‘o he ness’ o jus i y esou ces and measu es. A
compa able heo e ical dilemma can be ound in he con ex o esou ce alloca ion
o inclusi e educa ion. He e child en a e ca ego ized as ‘ hose wi h special needs’
o jus i y addi ional eaching hou s o hei suppo (Keh e & Kans eine , 2023).
While he o e a ching objec i e is o p omo e inclusion in o mains eam educa-
ional en i onmen s, his s a egy simul aneously ein o ces ‘o he ness’. Thus, a
undamen al con adic ion a ises when inclusi e in en ions a e pu sued h ough he
e y ac o ‘doing di e ence’ (Kans eine , 2022).
In he ligh o he p eceding discussion, he e alua ion ocus o in eg a ion p ojec s
o iTs can be seen as unin en ionally con ibu ing o a homogenizing ‘closu e’
despi e he explici goal o os e ing in eg a ion. This me hodological endency
p ede e mines he ange o possible indings leading o a p edominan ocus on
di e ences a he han on he p ocess o ‘doing di e ence’ i sel . Following ex en-
si e esea ch on gende in highe educa ion (Reisz e al., 2012), a new opposi ional
g ouping is eme ging: iTs, posi ioned in con as o he pe cei ed no ma i e ca e-
go y o domes ically educa ed s uden eache s. Despi e ou e o s o nuance his
ca ego iza ion h ough quali ie s like 'some, many, occasionally' and o illumina e
he g oup’s in e nal di e si y, we canno sa is ac o ily a oid ep oducing o he -
ness. In doing so, we inad e en ly cons uc a con as e en i we seek o p omo e
ecogni ion and pa icipa ion as p o essional equals. This pa adox holds ue e en
when we ask iTs o pa icipa e in e alua ion s udies, emphasizing he epis emic
alue o hei pe spec i e o analy ical cla i ica ion. When asked o con ibu e as
he ‘speci ic g oup we need o lea n om’, hey end o sel -posi ion as 'o he s'
which implici ly in i es e e ences o o igin, na ionali y, and cul u al backg ound
when na a ing pe sonal expe iences. This s uc u al ension is pa adoxical and
disad an ageous, especially conside ing iTs’ s ong desi e o be ecognized as el-
low p o essionals.
61
Kans eine , K., Kump e -Moo e, B., Schneide , A., & F öhlich, M. (2022). Pe spek i en
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62
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63
„Bewegungs e hal en: No e 4−“: Beobach ungen,
Analysen und Handlungsemp ehlungen ü
Kinde , Jugendliche und El e n
S e an König
Pädagogische Hochschule Weinga en
1 Einlei ung
De sieb e Band des Weinga ne Dialogs übe Fo schung okussie mi de diese
Buch eihe inhä en en in e disziplinä en Aus ich ung bildungs ele an e Op ionen,
die insbesonde e Kinde und Jugendliche unse e Gesellscha un e s ü zen sollen,
He aus o de ungen eine k isenbeladenen Wel zu meis e n. Dami einhe geh die
Idee, junge Menschen in die Lage zu e se zen, gegenübe k i ischen indi iduellen
Lebense eignissen und schwie igen gesellscha lichen Si ua ionen Resilienz und
Wide s ands ähigkei zu en wickeln. Geh man an diese S elle einen Sch i wei e
und konk e isie , was mi K isen gemein is , inden sich im Ve s ändnis de bei-
den He ausgebe sowie auße dem in eine Vielzahl on Publika ionen und Vo ä-
gen in schöne Regelmäßigkei die olgenden Schlagwo e: Uk aine-K ieg,
Co ona-K ise, Flüch lingsk ise, Ene giek ise, Fachk ä emangel und zunehmende
Gewal in de Gesellscha , abe auch in ielen Familien.
T o z allem muss hinsich lich diese Au zählung kons a ie we den, dass bei die-
sen He aus o de ungen, die Kinde und Jugendliche zwei elsohne belas en, eine
Thema ik in de Regel e gessen wi d: Neben den genann en K isen und P oble-
men ha unse e Gesellscha zudem eine Bewegungsk ise, welche alle dings ge ne
o geschwiegen ode kleinge ede wi d. Fak is , dass die Meh zahl de Menschen
in Deu schland sich deu lich zu wenig beweg , was zu iel äl igen K ankhei sbil-
de n biopsychosoziale A üh . Bewegungsmangel is bei uns zwischenzei lich
so s a k e b ei e , dass sich soga die Ampel-Regie ung ala mie zeig e und 2022
bzw. 2024 zwei Bewegungsgip el e ans al e ha , um die Gesellscha de Bun-
des epublik zu meh Bewegung zu mo i ie en. Blick man an diese S elle noch-
mals au den zwei en Teil des Ti els dieses sieb en Bandes des Weinga ne Dia-
logs übe Fo schung, is es zuhal en, dass Kinde und Jugendliche, die sich egel-
mäßig kö pe lich und spo lich mode a bis in ensi be ä igen, einem ge inge en
Risiko ü bewegungsmangelbeding e K ankhei en un e liegen. Da übe hinaus
haben sie in de Regel eine besse e Ausdaue und weisen eine posi i e geis ige
Fi ness au . Ebenso is nachhal ig beleg , dass sei Jah en Bewegungsmangel und
lange Si zzei en den Lebenss il on ielen Kinde n und Jugendlichen kenn-
zeichnen (Bucksch & D ege , 2014; Hube & Köppel, 2017; König e al., 2024).
64
Inso e n e schein es d ingend gebo en, die o liegende P oblema ik als Teil eine
k isenbeladenen Wel aus eine „biopsychosozialen“ Pe spek i e zu be ach en
bzw. wissenscha lich zu bea bei en.
Vo diesem Hin e g und e olg de o liegende Bei ag meh e e Ziele. Zunächs
wi d de S a e o he A zum Thema Bewegungsmangel und den posi i en E ek-
en on kö pe lich-spo liche Ak i i ä kompak au gea bei e . Dem olg eine
Analyse de Reali ä , wobei hie sowohl eine in e na ionale als auch eine na ionale
Pe spek i e eingenommen wi d, indem übe Repo Ca ds bzw. Bewegungszeug-
nisse be ich e wi d. Anschließend wi d ein e ie e Blick au die Auswi kungen
de Pandemie als „Bewegungskille “ gewo en, be o e schiedene bildungs ele-
an e Op ionen ü die Bewegungsk ise unse e Gesellscha disku ie we den.
Abschließend we den Schlüssels ellen iden i izie und Handlungsemp ehlungen
ausgesp ochen.
2 Folgen on Bewegungsmangel und E ek e kö pe lich-spo liche
Ak i i ä – zwei Sei en eine Medaille
Zwischenzei lich gil es als empi isch obus abgesiche , dass Bewegungsmangel
und hohe Si zzei en den Lebenss il eine Vielzahl on Kinde n und Jugendlichen
kennzeichnen. Dies läss sich mi den olgenden Beobach ungen belegen (u. a.
Bucksch e al., 2024; Ho mann e al., 2023; Hube & Köppel, 2017; Rü en &
P ei e , 2016; Schlund e al., 2021):
In Deu schland e eichen ak uell wenige als 20 % de Kinde und Jugendli-
chen die in e na ionalen bzw. na ionalen Bewegungsemp ehlungen on äg-
lich 60 bzw. 90 Minu en kö pe lich-spo liche Ak i i ä mi mode a e bis in-
ensi e In ensi ä . Dami sind sie – nolens olens – Kandida en ü Bewe-
gungsmangelk ankhei en.
Nach wie o we den in diesem Kon ex g oße Un e schiede bezüglich de
Geschlech e , des Al e s sowie des sozio-ökonomischen S a us es ges ell .
Dahe exis ie mi Blick au Bewegungsmangel bzw. kö pe lich-spo liche
Ak i i ä eine soziale Klu .
Kinde und Jugendliche haben zunehmend hohe Si zzei en, die eilweise 10
S unden äglich übe sch ei en. Das bedeu e , sie si zen bis zu 70 % ih e Wach-
zei , was zu g oßen Teilen on Schule als bewegungs eindlichem Le no e -
u sach wi d. Zwei elsohne äg abe auch eine sich auswei ende Mediennu -
zung zu diesem schockie enden We bei.
Die Auswi kungen de e schiedenen COVID-19-Lockdowns haben die Si u-
a ion in Deu schland e schlech e und gezeig , dass al e na i e und e ek i e
Maßnahmen de Bewegungs ö de ung ü alle Al e sg uppen d ingend ange-
zeig sind.
65
Diese du chaus als d ama isch zu bezeichnende Si ua ion is zumindes in Teilen
umso e s aunliche , als die Spo wissenscha und e schiedene ih e Teildiszipli-
nen in den le z en Jah en und Jah zehn en eine Vielzahl heo e ische und empi i-
sche Belege ü posi i e Wi kungen kö pe lich-spo liche Ak i i ä o geleg ha-
ben, on denen die wich igs en Aussagen und E gebnisse im Folgenden zusam-
menge ass sind (u. a. Bossmann & Woll, 2023; Di ksen e al., 2015; Jois en e al.,
2023; Pahmeie e al., 2023; Schmid & Sudeck, 2023; Weye mann & König,
2021):
Kinde und Jugendliche, die sich egelmäßig mi mode a e bis in ensi e In-
ensi ä bewegen, e ah en un e schiedliche posi i e E ek e on diesen Ak i-
i ä en. Exempla isch sollen an diese S elle lediglich ein ge inge es Risiko
ü bewegungsmangelbeding e K ankhei en, eine besse e Ausdaue und dami
kö pe lich-spo liche Leis ungs ähigkei sowie eine posi i e e geis ige Fi ness
genann we den (Deme iou e al., 2024).
Wei e hin abgesiche is das Wissen um die E ek e spezi ische T ainings-
me hoden in un e schiedlichen spo lichen Se ings. So sind e wa klassische
und neue e Me hoden des Ausdaue -, Beweglichkei s- und K a ainings iel-
ach e aluie , was eine geziel e Ans eue ung spezi ische mo o ische Fähig-
kei en e laub (u. a. zusammen assend Basch a & Thienes, 2016; König, 2011,
2023).
Schließlich liegen zahl eiche E kenn nisse übe den Zusammenhang on mo-
o ischen und kogni i en Fähigkei en bzw. Schulleis ungen o – so zum Bei-
spiel übe Ausdaue und Au me ksamkei ode übe Koo dina ion und Schul-
e olg (u. a. Die kes e al., 2015; Weye mann & König, 2021; Windisch e al.,
2011).
Das schie aussich slose Ringen um Lösungen bzw. Ve besse ungen de besch ie-
benen Beobach ungen und E kenn nisse übe den Bewegungss a us on Kinde n
und Jugendlichen e schein o diesem Hin e g und doch seh e wunde lich.
An diese S elle kann kons a ie we den, dass eine sei s die posi i en E ek e kö -
pe lich-spo liche Ak i i ä bekann und zu ganz g oßen Teilen obus abgesiche
sind, ande e sei s die Reali ä die Sp ache de kö pe lich-spo lichen Inak i i ä
sp ich . Da übe hinaus muss uns bewuss sein, dass dieses P oblem nich an de
G enze zu Ös e eich ode F ank eich ende , sonde n dass wi es mi eine globalen
P oblemlage zu un haben. Ein Blick übe den Zaun is aus meine Sich deshalb
angezeig , um im bes en Fall die eigene Si ua ion besse einschä zen und e s ehen
zu können.
66
3 Ak uelle S udien zum Bewegungss a us on Kinde n und Jugendlichen
Die on mi ausgewähl e in e na ionale Pe spek i e okussie zunächs die Ak i-
i ä en de Ac i e Heal hy Kids Global Alliance ( gl. h ps://www.ac i e-
heal hykids.o g/, Zug i am 30.01.2025). Diese non-p o i -O ganisa ion on Fo -
sche :innen, Gesundhei s achk ä en und In e essen e e e :innen a bei en sei
gu 10 Jah en zusammen, um die kö pe lich-spo lichen Ak i ä en (ksA) on Kin-
de n und Jugendlichen wel wei o anzub ingen. Die O ganisa ion selbs wu de
2014 bei einem e s en Gip el e en in To on o geg ünde und ha sei dem ie mal
ge ag . Füh ende Kop is Ma c T emblay aus Kanada. Ziel diese G uppe is ,
du ch en sp echende Menschen üh ung, du ch Wissens ans e , du ch Hil e zu
Selbs hil e und o allem du ch poli ische In e essen e e ung Quan i ä und Qua-
li ä on ksA zu e besse n. Zu diesem Zweck wu den bishe ün Kon e enzen
abgehal en, au denen Ve e e :innen de einzelnen eilnehmenden Lände übe
die jeweils spezi ischen Si ua ionen o O be ich e haben. In ande en Wo en:
Es ging um eine wel wei e Bes andsau nahme e schiedene Face en on ksA,
wobei diese nach einem einhei lichen me hodischen Vo gehen e olg e bzw. nach
wie o e olg .
Besonde es Me kmal diese lände spezi ischen Be ich e is , dass sie sich alle an
einem o gegebenen und ela i igiden Ra ing-Sys em o ien ie en, welches ol-
gende maßen au gebau und s uk u ie is (Aube e al., 2022; Deme iou e al.,
2024; Filion e al., 2021):
Es gib ü alle Teilnehmenden 10 bzw. 11 eindeu ige analy ische Indika o en1:
Kö pe liche Ak i i ä , si zendes Ve hal en, nich -o ganisie e Spo , ak i e
Mobili ä , o ganisie e Spo , Fi ness, Übe gewich & Adiposi as, Familie &
F eunde, Schule, Kommune & Umwel , Regie ung.
Alle Indika o en we den zudem in einem e s en Sch i du ch en sp echende
P ozen -Rich we e on eine lände spezi ischen Expe :inneng uppe und au
de Basis spezi ische S udien, die bezüglich Al e , S ichp obeng öße und Me-
hodik o gegebene S anda ds e üllen müssen, beu eil . Anhand on Bench-
ma ks we den die Einschä zungen diese G uppen anschließend in Schulno en
übe üh .
Die Beu eilung ode Beno ung e olg eben alls du ch einhei liche S anda ds,
hie du ch das e wende e englische No ensys em abgebilde . Tabelle 1 ( gl.
nächs e Sei e) gib einen Übe blick übe die ü alle Indika o en e wende en
Ra ing-Skalen.
1 Die un e schiedliche Anzahl an Indika o en is de Ta sache geschulde , dass de Indika o
„Übe gewich (o e weigh )“ nich in allen Lände n e wende wi d.
67
Zu e gänzen is , dass neben den be ei s genann en 10 bzw. 11 Einzelindika o en
auch d ei zusammenge ass e We e be echne sowie wenige, ela i simple Va i-
ablen mi In o ma ionen übe die einzelnen Lände e gänz wu den. Was die zu-
sammen assenden We e anbelang , so wu den die genann en Einzelindika o en zu
einem Sco e, de sich au das Ve hal en bezieh , zu einem Sco e, de die Ve häl -
nisse abbilde , sowie zu einem Gesam sco e g uppie . In o ma ionen übe die
Lände wu den übe die Va iablen HDI2, HDI-Klassi ika ion und geo-kul u elle
Region gesammel . Ih e Funk ion bes and da in, Un e schiede zwischen einzelnen
G uppen on Lände n ode Regionen he auszu inden, um au diese Weise mögli-
che Mode a o -Va iablen zu inden.
Tab. 1. Ra ing-Skalen de Repo Ca ds (modi izie nach Aube e al., 2018; Deme iou e al.,
2019).
No e P ä alenz (%) In e p e a ion
A+ 100–94 E olg eich ü eine g oße Meh hei de Kinde und
Jugendlichen
A 93–87
A- 86–80
B+ 79–74 E olg eich ü deu lich meh als die Häl e de Kinde und
Jugendlichen
B 73–67
B- 66–60
C+ 59–54 E olg eich ü e wa die Häl e de Kinde und Jugendlichen
C 53–47
C- 46–40
D+ 39–34 E olg eich ü wenige als die Häl e de Kinde und
Jugendlichen
D 33–27
D- 26–20
F < 20 E olg eich nu ü seh wenige Kinde und Jugendliche
INC ------ Un olls ändig – unzu eichende ode ungenügende
In o ma ionen ü die Ve gabe eine No e
Zum Abschluss dieses Abschni s sei nu ein einziges E gebnis be ich e , welches
sich auch au meine Aussage am Ende de Einlei ung bezieh : In e na ional haben
wi mi Blick au kö pe liche Ak i i ä bei Kinde n und Jugendlichen ein Zeugnis
mi as ausschließlich D eie n und Vie e n – also e ein ach gesag : demnächs
la en e se zungsge äh de . Diese Einschä zung zieh sich meh ode wenige
du ch alle Kon inen e und Lände – wie die einzelnen Spal en e deu lichen.
Tabelle 2 ( gl. nächs e Sei e) gib hie zu einen Übe blick.
2 HDI = Human De elopmen Index.
68
Als Zwischen azi läss sich an diese S elle Folgendes es hal en: Im Jah 2022
haben insgesam 57 Lände ein Bewegungs-Zeugnis publizie und au de
4. In e na ionalen Tagung de Global Alliance o ges ell . In eine gemeinsamen
Publika ion (Aube e al., 2022) wu den diese E gebnisse de b ei en Ö en lich-
kei p äsen ie . Deu lich wi d, dass Deu schland sich im in e na ionalen Ve gleich
au einem mi le en Ni eau be inde und Rang 25 einnimm .
In ande en Wo en: Kinde und Jugendliche in Deu schland bewegen sich wenige
als Gleichal ige in ielen ande en Lände n. Auch Maßnahmen ü die Fö de ung
de kö pe lichen Ak i i ä we den in ande en Lände n eils deu lich um ang eiche
und e ek i e ges al e : Finnland, Dänema k, Slowenien und Japan sind diesbe-
züglich die in e na ionalen Spi zen ei e (König e al., 2024).
Tab. 2. Da s ellung de Indika o en ü alle Lände , ü Eu opa und ü Deu schland (Aube
e al., 2022; König e al., 2024).
K i e ium Alle Lände Eu opa Deu schland
Kö pe liche Ak i i ä D D+ D-
O ganisie e Spo C- C B-
Nich -o ganisie e Spo /Spiel C- C C-
Ak i e Mobili ä C- C C
Si zendes Ve hal en D+ D+ C
Fi ness C- C D+
Familie & F eunde C- C+ C
Schule C+ B B-
Kommune & Umwel C+ B- B-
Regie ung C C INC
Ve hal enso ien ie e Indika o en D+ C- C-
Ve häl niso ien ie e Indika o en C C+ C+
Du chschni gesam C- C C-
4 Die Pandemie als „Bewegungskille “?
Die Co ona-Pandemie wu de am 30. Janua 2020 on de WHO als in e na ionale
Gesundhei sno lage dekla ie und im Mä z desselben Jah es o iziell zu Pande-
mie e klä . Au g und schwe e K ankhei s e läu e und iele Todes älle wu de
wel wei zu bis dahin unbekann en Einsch änkungen geg i en. In de Bundes e-
publik Deu schland üh e dies zu zwei Lockdowns, on Mä z bis Mai 2020 und
on Janua bis Mai 2021, welche le z endlich zudem ü den Spo d ama ische
69
Konsequenzen ha en: So ielen de Spo un e ich und alle auße un e ich lichen
Schulspo angebo e den Schulschließungen zum Op e , Ve einsspo du e nich
s a inden, und Fi ness-S udios wa en geschlossen.
Diese poli ischen Maßnahmen, so wu de angenommen, s ell en ü Menschen alle
Al e sg uppen schwe e biopsychosoziale He aus o de ungen da , was in de
Spo wissenscha und ih en Nachba disziplinen eine Menge an Fo schungsa bei-
en nach sich zog. Es is nich möglich, diese auch nu annähe nd angemessen hie
wiede zugeben; inso e n e olg eine Einsch änkung au den Bewegungss a us on
Kinde n, Jugendlichen und E wachsenen mi einem besonde en Fokus au die an
de PH Weinga en gene ie en E gebnisse. Tabelle 3 gib hie zu einen Übe blick.
Tab. 3. E gebnisse im Übe blick (ksA = kö pe lich-spo liche Ak i i ä ).
Zielg uppen E gebnisse
S a e o he A S udien an PHW
Schüle :innen de
P ima s u e Sinkende ksA bei Kinde n
und Jugendlichen eu opa-
wei , abe z. T. abhängig on
soziodemog a ischen Fak o-
en, z. B. Wohnsi ua ion und
Engagemen on Spo leh -
k ä en.
Rückgang on Spo un e -
ich üh eilweise zu E hö-
hung on ksA in de Familie,
abhängig om Al e , Wohn-
o und Kapazi ä en de
El e n.
Rückgang o allem bei Aus-
daue .
Schüle :innen de
Sekunda s u e
S udie ende O ganisie e , insbesonde e
Mannscha sspo geh zu-
ück, nich -o ganisie e
Spo nimm zu.
Spo s udie ende machen
meh Spo .
Bewegungsdaue und -in en-
si ä eduzie sich, ebenso
die Mo i a ion, spo lich
ak i zu sein.
Abe : „Neue Ak i i ä en“
kommen hinzu!
E wachsene Signi ikan e Rückgang on
ksA, bezogen au Bewe-
gungsemp ehlungen de
WHO; dies i im Beson-
de en ü spo a ine
Pe sonen und ü be u s ä ige
Mü e zu.
Junge E wachsene e su-
chen, Spo gewohnhei en
au ech zue hal en und zu
di e si izie en bzw. neue
Ak i i ä en zu s a en.
Be u s ä ige im Homeo ice Zei liche Flexibili ä üh zu einem Meh an ksA, abe
Si zzei en e höhen sich.
Spo leh k ä e Zunahme on Theo iephasen mi ande en Schwe punk en
und Rückgang on ksA.
70
Somi kann zusammen assend es gehal en we den, dass insbesonde e Kinde und
Jugendliche sowie äl e e E wachsene wäh end de Co ona-Pandemie (massi e)
Einsch änkungen ü kö pe lich-spo liche Ak i i ä en e uh en. Dies is deshalb
d ama isch, als ksA ü diese Al e sg uppen eine zen ale Bedeu ung ha , denn ne-
ben den empi isch obus beleg en en wicklungs ö de nden Impulsen on ksA bil-
de sich in Kindhei und Jugend – en sp echende kö pe lich-spo liche Ak i i ä
o ausgese z – ein ak i e Lebenss il he aus (Lenze e al., 2023). Mi Blick au
äl e e E wachsene is zu kons a ie en, dass degene a i e Al e ungsp ozesse – wie
z. B. Sa kopenie (Lenk e al., 2010) ode Zellal e ung (We ne e al., 2019) – nu
du ch kö pe lich-spo liche Ak i i ä e zöge we den können. Aus diesem G und
is ein Umdenken bezüglich de Angebo e d ingend angezeig .
5 Bildungs ele an e Op ionen und Schluss olge ungen
Be ei s in de Einlei ung zu diesem Kapi el wu de die übe geo dne e Zielse zung
dieses Bandes de Reihe Weinga ne Dialog übe Fo schung be on : Diese lieg
au bildungs ele an en Op ionen, die o allem Kinde und Jugendliche unse e
Gesellscha un e s ü zen sollen, besonde e He aus o de ungen eine zunehmend
k isenbeladenen Wel zu meis e n. Au g und de zwischenzei lich empi isch o-
bus en Be undlage übe die E ek e on kö pe lich-spo liche Ak i i ä , insbeson-
de e auch im mi le en und höhe en E wachsenenal e , we den die bildungswis-
senscha lichen Schluss olge ungen au diese Be ölke ungsg uppe e wei e . Wie
ü die Buch eihe ypisch, wi d g undsä zlich eine in e disziplinä e Pe spek i e
eingenommen.
Vo diesem Hin e g und e scheinen die olgenden bildungs ele an en Op ionen
sinn oll: Übe geo dne es Ziel ü die Bewegungsk ise muss ein ak i e Lebenss il
ü alle Al e sg uppen sein. Alle dings zeig eine la en e P o ilanalyse mi e o-
spek i en Lebens e lau sda en (Lenze e al., 2023), dass eine beweg e Kindhei
und Jugend eine wich ige G undlage ü ein lebenslanges Ak i sein da s ellen. Da-
he sind o allem die Theo iebaus eine de Sozialisa ionsp ozesse (Hu elmann,
2006) sowie de (mo o ischen) En wicklung (Meinel & Schnabel, 2018) in den
Blick zu nehmen. Diese Ansa z e laub uns, eine ins i u ionelle Pe spek i e zu
in eg ie en, zumal hinsich lich aus eichend kö pe lich-spo liche Ak i i ä de
Schule und dem Schulspo sowie den Ve einen und komme ziellen Spo anbie-
e n eine wich ige Rolle zukomm .
5.1 Familie und F eundesk eis
De Familie und dami den El e n komm o allem in de Vo schulzei eine
zen ale Au gabe zu. Sie sind es, die ü ein „beweg es Familienleben“ im All ag
so gen und zusä zlich ih en Kinde n eine Teilnahme an wei e en P og ammen ode
Maßnahmen, wie z. B. Kinde spo schulen ode Vo schulangebo en, e möglichen
können; inso e n is in diesem Lebensabschni o allem El e na bei essenziell.
77
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79
Kinde mi Fö de beda im Spannungs eld
schulische Demok a iebildung
Juliana G as
Pädagogische Hochschule Weinga en
1 Einlei ung – Zu K ise de Demok a ie
Unse e Wel kann de zei in iele lei Hinsich als eine k isenbeladene Wel be-
zeichne we den; denken wi nu an Umwel ka as ophen, psychische Belas ungen
Jugendliche wäh end de Co ona-Zei ode den Klimawandel. Auch mi Blick au
demok a ische und poli ische En wicklungen kann on eine K ise de Demok a ie
gesp ochen we den, bzw. es we den die En wicklungen im gesellscha lichen Dis-
ku s iel ach als eine solche gedeu e (Hen ges, 2020). Da ü sp echen zahl eiche
heo e ische Auseinande se zungen und S udien: Edels ein sp ich be ei s 2016
on de „ge äh de en Demok a ie“; die Leipzige Au o i a ismus-S udie beleg ei-
nen deu lichen An eil de Be ölke ung mi Tendenzen zu au o i ä e Agg ession
(Decke e al., 2022), und wenngleich die ak uelle Shell Jugends udie 2024 nich
on einem Rech s uck sp ich , so e weis sie doch au einen sei 2019 anhal enden
Ans ieg des An eils männliche Jugendliche , die sich als ehe ech s bezeichnen
(Albe e al., 2024). Es kann olglich on einem deu lichen Zusp uch ü ech e
und ademok a ische Posi ionen gesp ochen we den.
Dewey (1976/1899, S. 12) geh in seine E ziehungs heo ie da on aus, dass sich
in Schule eine „emb yonic socie y“, das heiß , die Gesellscha im Kleinen abbil-
de . Ausgehend on diese Annahme ück die Fo de ung nach Demok a iebildung
bzw. -pädagogik (wiede ) e s ä k in den Blick. Dies läss sich en lang bildungs-
poli ische Dokumen e nachzeichnen, die als eine A Lei linien ungie en: So wi d
die S ellungnahme de S ändigen Wissenscha lichen Kommission de Kul usmi-
nis e kon e enz om Juli 2024 zu „Demok a iebildung als Au ag de Schule“
b ei disku ie ; Baye n üh e zum Schuljah 2024/2025 eine Ve assungs ie el-
s unde ein, und in zunehmend meh Bundeslände n wi d (mi un e ) de Klassen a
als eine A ‚An wo au die K ise de Demok a ie‘ e p lich end ins Schulgese z
au genommen (Be lin, Thü ingen, Niede sachsen). So seh diese bildungspoli i-
schen Maßnahmen k i isch disku ie we den können, so machen sie doch deu lich,
wie de Au ag an Leh pe sonen he ange agen wi d, Demok a iebildung in
Schule und Un e ich o anzu eiben und umzuse zen.
Pa allel dazu kann auch im Zusammenhang mi den ak uellen En wicklungen eine
inklusi en schulischen Bildung on eine K ise de Demok a ie gesp ochen we -
den. Das Deu sche Schulba ome e de Robe Bosch S i ung om Ap il 2024
zeig inso e n bedenkenswe e E gebnisse, dass die Meh hei (übe 50 %) de
80
Leh pe sonen eine inklusi en Beschulung ehe k i isch gegenübe s eh , und be-
zogen au die Un e ich sp axis, eine Meh hei de Leh pe sonen (77 %) glaub ,
dass Schüle :innen mi un e schiedlichen Le n o ausse zungen in eine inklusi en
Beschulung nich die spezielle Un e s ü zung e hal en (Robe Bosch S i ung,
2024). Die GEW (2023) sp ich mi Blick au die UN-S aa enp ü ung Deu sch-
lands zu Umse zung de Behinde en ech skon en ion on eine „Rolle ückwä s
bei de Inklusion in Schule“, und de Fachausschuss zeig sich in seinen abschlie-
ßenden Beme kungen beso g übe das konsequen e Vo an eiben de Umse zung
eines inklusi en Bildungssys ems in Deu schland (UN, 2023). Dies spiegel sich
mi un e da in, dass sich die Exklusionsquo e in den e gangenen zwöl Jah en in
Deu schland nu ge ing ügig e ände ha (Klemm, 2022). Nich sdes o o z be-
s eh ü Schulen und Leh pe sonen nach wie o de gese zlich e p lich ende
Au ag, Inklusion in Schulen o anzub ingen und umzuse zen.
Vo dem Hin e g und de Annahme, dass Inklusion nich ohne Demok a ie zu
denken und beides unmi elba e bunden is (G as, 2024; Hinz, 2023), können die
ak uellen gesellscha lichen En wicklungen als eine ‚K ise de Demok a ie‘ ge-
deu e we den. Leh pe sonen haben mi diese (zugesch iebenen) K ise umzuge-
hen. An sie wi d de Au ag zu Demok a iebildung sowie zu Umse zung
on Inklusion in Schule und Un e ich he ange agen. Dabei s ell sich die F age,
wie Leh pe sonen mi beiden Au ägen in ih e all äglichen schulischen P axis
umgehen.
2 Demok a iebildung im schulischen Kon ex
Schule soll qua Gese z zu Demok a ie e ziehen (z. B. ü Baden-Wü embe g:
§ 1 Abs. 2 SchG BW). Jedoch is nach wie o unkla , was dies konk e bedeu e .
Es inden sich eine Vielzahl an Beg i lichkei en: Demok a iebildung, Demok a-
iepädagogik, Demok a iee ziehung, demok a isches Le nen e c. Wi d im o lie-
genden Bei ag on Demok a iebildung gesp ochen, so wi d au die im 16. Kinde -
und Jugendbe ich da geleg e Heu is ik on Demok a ie(bildung) eku ie : De-
mok a ie als Bildungsgegens and, als Bildungss uk u und als E ah ung
(BMFSFJ, 2020, S. 129 .). Bezogen au schulische Demok a iebildung müss e
e lek ie we den, inwie e n Demok a ie in Fo m poli isch-his o ische Inhal e
hema isie wi d, inwie e n demok a ische S uk u en o handen sind (z. B. schul-
gese zliche G undlagen, Klassensp eche :innen) und inwie e n die Schüle :innen
als (kollek i e) Subjek e des eigenen Le n- und Bildungsp ozesses wah genom-
men we den und mi ges al en können. Im o liegenden Bei ag lieg de Fokus au
de le z genann en Dimension on Demok a ie als E ah ung, die unmi elba mi
dem Aspek de Pa izipa ion e bunden is . Ge ade im Zusammenhang diese Di-
mension inde im Schulischen häu ig auch de Beg i de Demok a iepädagogik
Ve wendung, de mi eine s a k schulpädagogischen Pe spek i e e bunden is .
En sp echend wi d de Beg i im o liegenden Bei ag e wende .
81
Unabhängig on den e wende en Beg i lichkei en e weis sich Deweys E zie-
hungs- und Demok a ie heo ie als g undlegend ü den Disku s um schulische De-
mok a iebildung. E be ach e Demok a ie als „mo e han a o m o go e nmen “
(Dewey, 1976, S. 101). Fü ihn s ell Demok a ie o allem eine soziale Idee da ,
die sich du ch eien und wechselsei igen Aus ausch alle Be eilig en auszeichne
und sich in de Lebens o m spiegel . Basie end hie au konzep ualisie Himmel-
mann (2001) Demok a ie als He scha s-, Gesellscha s- und Lebens o m. Das
Momen de Pa izipa ion s ell dabei einen zen alen Teilaspek da . Demok a ie-
bildung implizie , Pa izipa ions äume zu e ö nen und au diese Weise Demo-
k a ie e ah ba zu machen. Vo dem Hin e g und eine Vielzahl an De ini ionen
zum Beg i „Pa izipa ion“ mi un e schiedlichen Schwe punk se zungen (Ose &
Biede mann, 2006) o ien ie en sich die Aus üh ungen hie insbesonde e an de
De ini ion on Fa ke und Schneide (2008), die Pa izipa ion als Mi sp ache, Mi -
bes immung und Mi ges al ung on Schüle :innen an Planungen und Angelegen-
hei en, die sie und ih e unmi elba e Umgebung be e en, e s ehen. Die Be eilig-
en pa izipie en dann, wenn sie (ak i ) an disku si en Aushandlungsp ozessen
eilnehmen und sich einb ingen können. Hie e ö ne sich mi Blick au eine de-
mok a ische Lebens o m und die dami e bundene gleichbe ech ig e Teilhabe
und -gabe alle eine Ve bindungslinie zu Pädagogik de Viel al und de Idee eine
Schule ü alle (P engel, 1995) – und alle mein hie alle, das heiß , Kinde mi und
aus un e schiedlichen sp achlichen, sozio-kul u ellen, bildungsbezogenen, psy-
chosozialen und amilialen Kon ex en – und dami auch in eine Dimension Schü-
le :innen mi zugesch iebenem Fö de beda 1.
3 Kinde mi Fö de beda im Zusammenhang schulische Demok a ie-
bildung
In eine bildungspoli ischen Pe spek i e wi d de Au ag schulische Inklusion
o allem dami e bunden, dass Schüle :innen mi sonde pädagogischem Fö de -
beda nich (meh ) an eine Fö de schule bzw. in Baden-Wü embe g an einem
Sonde pädagogischen Be a ungs- und Bildungszen um (SBBZ), sonde n an eine
allgemeinen Schule un e ich e we den. Hie zu zählen in Baden-Wü embe g
Schüle :innen mi den Fö de schwe punk en Le nen, geis ige En wicklung, Hö en,
kö pe liche und mo o ische En wicklung, Sehen, Sp ache sowie emo ionale und
soziale En wicklung. Die du ch die ‚Sonde beschulung‘ lange Zei ma ginalisie -
en G uppen beweg en und bewegen sich im Zusammenhang schulische Demo-
k a iebildung wei gehend un e halb des Rada s pädagogisch-wissenscha liche
Bemühungen. Bi lingmaye e al. (2020) bezeichne im Rahmen eine Expe ise
ü das Deu sche Jugendins i u im Zusammenhang on Demok a iebildung in
1 Aus Pla zg ünden sowie dem Lese luss geschulde , wi d im Wei e en au die o ausges ell e
Besch eibung „zugesch ieben“ zum Beg i „Fö de beda “ e zich e , wenngleich diese s e s
mi zudenken is .
82
Fö de schulen de en Schüle :innen als „ e gessene Kinde “. Zwa spiel Demo-
k a iebildung in eine konzep ionellen Pe spek i e eine Rolle, alle dings zeig sich
ein ekla an e Mangel an empi ische Fo schung im Be eich de Demok a iebil-
dung an Fö de schulen sowie im Be eich inklusi beschul e Schüle :innen (ebd.).
Viel ach wi d Schüle :innen mi einem zugewiesenen Fö de beda die Kompe-
enz abgesp ochen, im Zusammenhang poli isch-his o ische Themen und Inhal e
pa izipie en zu können – allein dem Ums and geschulde , ein kö pe liches,
sp achliches ode kogni i es Handicap au zuweisen. Wei e gehend gedach e höh
dies die Wah scheinlichkei , dass sie auch (zukün ig) im be u lich-gesellscha li-
chen Leben on poli ischen P ozessen wei gehend ausgeschlossen sind und ih e
Wünsche und Belange kaum ep äsen ie we den, was wiede um zu Au ech e -
hal ung de Ma ginalisie ung de ohnehin ulne ablen G uppen bei agen kann.
Kinde mi Fö de beda dahe e s ä k in den Blick zu nehmen, e weis sich o
dem Hin e g und de En wicklung eine inklusi -demok a ischen Schule und Ge-
sellscha als wesen lich. Au die F age nach dem Wie de Fö de ung eine solchen
En wicklung in Schule inden sich im Demok a iepädagogikdisku s un e schiedli-
che Fo ma e, au die zu ückgeg i en we den kann. Hie zu gehö en zum Beispiel
Baus eine wie das Schüle :innenpa lamen , die S ei schlich ung ode Se ice
Lea ning. Ein belieb es Fo ma zu Umse zung geleb e Demok a ie und Inklusion
s ell dabei das Fo ma des Klassen a s da . Lau eine S udie on Schneide und
Ge old (2018, S. 22) wu de/wi d de Klassen a on jede zwei en Leh pe son
p ak izie .
4 De Klassen a – ein Fo ma geleb e Demok a ie und Inklusion?
4.1 No ma i -konzep ionelle Ausgangssi ua ion
Dem Klassen a wi d in eine no ma i -konzep ionellen Pe spek i e zugesch ie-
ben, ein E ah ungs aum ü Demok a ie zu sein (Blank, 2016). E s ell einen ba-
sisdemok a ischen Ansa z zu Umse zung on Pa izipa ion in Schule da , e bun-
den mi dem Ziel, alle Schüle :innen in Planungs- und En scheidungsp ozesse ein-
zubeziehen. Im Zen um s ehen kollek i e Aushandlungs- und En scheidungsp o-
zesse. Cha ak e is isch is , dass un e schiedliche Rollen e geben we den (z. B.
Mode a ion, P o okollie ende: ) und die Leh pe son als gleichbe ech ig es Mi -
glied ungie , was mi eine möglichs selbs bes imm en Selbs egula ion de
G uppe einhe geh (Blum & Blum, 2023; DeGeDe, 2015). Da an schließ p o-
g amma isch de mi dem Klassenn a e bundene pa izipa i -demok a iepädago-
gische Ansp uch an. Pa allel wi d dem Klassen a im Inklusionsdisku s eine be-
deu same Rolle zugesch ieben: E wi d in sonde -, in eg a ions-, espek i e inklu-
sionspädagogischen und -didak ischen Konzep ionen sowie p axiso ien ie en
Hand eichungen au geg i en und o allem im Kon ex Sozialen Le nens sowie
de koope a i en Kon lik lösung hema isie (z. B. Moosecke , 2008; Tex o ,
2015) und als Baus ein eine inklusi en Pädagogik be ach e (z. B. Reich, 2014).
83
Dem Klassen a wi d zugesch ieben, geleb e Inklusion zu e möglichen ode ih
zumindes zu äglich zu sein (Wocken, 2017). Mi dem Klassen a sind olglich
sowohl sei ens des demok a ie- als auch des inklusionspädagogischen Disku ses
heh e (no ma i e) E wa ungen e bunden, was unmi elba die F age nach empi-
ische E idenz au wi .
4.2 Zum Fo schungss and
Ein Blick in den Fo schungss and zeig , dass bis da o keine um assenden quan i-
a i en Analysen zum Klassen a o liegen, jedoch inden sich meh e e quali a i e
S udien, die ambi alen e Fo schungse gebnisse spiegeln (u. a. Baue , 2013;
Budde, 2010; Budde & Weus e , 2017; Kipe , 1997): Es zeig sich, dass im Klas-
sen a eine sei s Pa izipa ion und Demok a ie ak i geleb und e ah en we den
können, wäh end gleichzei ig Sozialkompe enzen ge ö de und das soziale Klima
in de Klasse ode soga in de gesam en Schule e besse wi d. Ande e sei s wi d
deu lich, dass die Leh e :innen-Schüle :innen-Asymme ie im Klassen a wei hin
bes ehen bleib , die Disku smach iel ach bei de Leh pe son e bleib , zum Teil
Mi bes immung inszenie wi d ode es ga zu eine Depoli isie ung komm . Es
liegen dami zwa eine sei s einzelne ambi alen e Fo schungse gebnisse o , an-
de e sei s nimm keine de S udien den Klassen a im Kon ex eine inklusi en
Beschulung in den Blick. De Kon ex Inklusion und die Ve bindung beide Fel-
de , Demok a iebildung und Inklusion – hie am Beispiel des Klassen a s – is bis
da o wei gehend une o sch . Hie aus esul ie die F age, wie Leh pe sonen De-
mok a iebildung bzw. -pädagogik im Kon ex on Inklusion in ih e schulischen
P axis ges al en, beispielsweise dann, wenn sich Schüle :innen im Klassen a be-
inden, die sich sp achlich kaum bzw. nich ausd ücken können. An dieses Fo -
schungsdeside a schließ die S udie „Demok a iepädagogik im Kon ex on In-
klusion“ (G as, 2023) an, aus de he aus Teile gebnisse im Folgenden o ges ell
we den.
4.3 S udie zum Klassen a in inklusi en Se ings
In me hodologische O ien ie ung an de G ounded Theo y (Glase & S auss,
2005) wi d in de S udie danach ge ag , inwie e n Leh pe sonen Schüle :innen-
pa izipa ion im Klassen a in inklusi en Se ings ges al en. Hie zu wu den mi els
heo e ischem Sampling ach Beobach ungen, 17 p oblemzen ie e Leh pe sonen-
in e iews, d ei In e iews mi Expe :innen sowie d ei G uppengesp äche mi
Schüle :inneng uppen du chge üh . Die Da enauswe ung e olg e mi els des
d eis u igen Kodie p ozesses nach S auss und Co bin (1996). Au diese Weise
wu de en lang des Kodie pa adigmas sukzessi e ein mul ikomponen ielles Modell
de Schüle :innenpa izipa ion im Klassen a in inklusi en Se ings he ausgea bei-
e , in dem in e enie ende Bedingungen, Handlungss a egien de Leh pe sonen
zu Ges al ung on Pa izipa ion, G enzen und Reibungsmomen e sowie da aus
84
e wi k e Pa izipa ionsges al ungs o men in eg ie sind. Ausgehend on diese
Eino dnung wi d de Blick im Bei ag explizi au Schüle :innen mi Fö de beda
und das dami e bundene Spannungs eld schulische Demok a iepädagogik ge-
ich e .
5 E gebnisse – ode „ich bin dann mal aus“
Das in de S udie en wickel e Modell zeig im Ke n, dass sich Leh pe sonen im
Klassen a in inklusi en Se ings bei de Ges al ung on Schüle :innenpa izipa-
ion in einem Spannungs eld zwischen Pa izipa ionse möglichung und -beg en-
zung bewegen und dabei ein Pa izipa ionse möglichungsdilemma auszuhal en ha-
ben (G as, 2023, S. 337 .). Sie sind au de Handlungsebene hin- und he ge issen
zwischen eine sei s dem Ansp uch, Demok a iee leben zu beglei en (als gleichbe-
ech ig es Mi glied) und ande e sei s Demok a iee leben anzulei en, indem sie e -
suchen, jene Schüle :innen, denen die ( e mein lich) sp achlich-kogni i en Fähig-
kei en zu Pa izipa ion (noch) nich zugesch ieben we den, zu un e s ü zen. Im
Umgang mi diesem Spannungs eld se zen die Leh pe sonen, zei lich dimensiona-
lisie , o , wäh end und nach dem Klassen a un e schiedliche S a egien ein (An-
bahnungs-, S eue ungs-, Zu ücknahme- und E gänzungss a egien). Sie e weisen
eils wiede um zu ück au das Spannungs eld, indem sie an ( ezip oke) Reibungs-
momen e und G enzen s oßen (z. B. mangelnde zei liche Ressou cen, no ma i -
konzep ionelle Vo gaben). Da aus esul ie en un e schiedliche Pa izipa ionsge-
s al ungs o men, die on eine Fo m de Pa izipa ion als Teilhabe und -gabe und
bis hin zu empo ä e Exklusion und Pa izipa ion als pa izipa i em Un e ich s-
gesp äch eichen. Ohne das Modell in Gänze aus üh en zu wollen, wi d im o lie-
genden Bei ag de Blick explizi au einzelne Aspek e im Zusammenhang on
Schüle :innen mi Fö de beda ge ich e .
5.1 Sp achlich-kogni i e Fähigkei en als Vo ausse zung – Schüle :innen mi
Fö de beda als Legi ima ion eines Nich -P ak izie ens
Deu lich wi d anhand de Da en, dass de Klassen a beziehungsweise die Umse -
zung demok a iepädagogische Fo ma e on Leh pe sonen insbesonde e dann als
he aus o de nd emp unden we den, wenn die sp achlich-kogni i en Fähigkei en,
die ü die Umse zung als Vo ausse zung wah genommen we den, nich gegeben
scheinen. Leh pe sonen okussie en hie bei o allem Schüle :innen mi dem Fö -
de beda Sp ache und/ode geis ige En wicklung und e einzel sozial-emo ionale
En wicklung. Sie ma kie en in diesem Fall eine Sp ach-, Kogni ions- und Kom-
plexi ä sg enze sei ens de Schüle :innen, die dazu üh , dass jenen Schüle :innen
die Pa izipa ion im Sinne eine ak i en Mi sp ache, Mi bes immung und Mi ge-
s al ung abgesp ochen wi d. Bei einem Teil de Leh pe sonen olg da aus, dass
sie den Klassen a , so wie e konzep ionell angedach is (Leh pe son als gleich-
be ech ig es Mi glied e c.), nich p ak izie en und au al e na i e Fo ma e (z. B.
85
Soziale S unde) zu ückg ei en. Die (Un-)Fähigkei en ( on Schüle :innen mi Fö -
de beda ) we den au diese Weise zu Legi ima ion des Nich -P ak izie ens des
Klassen a s o ma s he angezogen, wie dies anhand olgende Aussage eine Leh -
pe son illus ie wi d:
„Wi haben abe dann ganz schnell geme k , dass wi die Klasse o al dami übe o de n. Das
wa ein ach/ […] und haben dann geme k , okay das is ü ne We k ealschulklasse mi In-
klusion zu iel, das is Realschulni eau ielleich . […]“
Ausgehend on einem Momen de Übe o de ung sei ens de Leh pe sonen im
Umgang mi g oßen sp achlich-kogni i en Di e enzen in gemeinsamen Aushand-
lungsse ings, de o allem in den (scheinba ) nich o handenen Fähigkei en de
Schüle :innen mi Fö de beda es gemach wi d, wi d den Schüle :innen ein ba-
sisdemok a isches E leben nich möglich.
5.2 ‚Pa izipa ion in G enzen‘ – Umdeu ung on Pa izipa ion und Exklusion
ü Schüle :innen mi Fö de beda
En lang de Da en konn en e ne e schiedene Pa izipa ionsges al ungs o men
he ausgea bei e we den, die on eine Fo m de Teilhabe und -gabe übe ‚Pa izi-
pa ion in G enzen‘ bis hin zu empo ä en Exklusion eich .
Mi Blick au die Fo m ‚Pa izipa ion in G enzen‘ wi d deu lich, dass wenn die
S a egien de Leh pe sonen nich aus eichen, um ein ih em Pa izipa ions e -
s ändnis adäqua es Pa izipie en zu e möglichen, sie dann ü einzelne Schüle :in-
nen Pa izipa ion als physisches Dabeisein umdeu en. Dies e olg en lang de o -
liegenden Da en o allem im Zusammenhang on Schüle :innen mi Fö de be-
da . Kennzeichnend hie ü is , dass ihnen ein ak i es Einb ingen kaum bzw. nich
möglich is . Dies äuße sich in den Beobach ungsda en da in, dass die be e en-
den Schüle :innen, eils angelei e du ch die Leh pe sonen, ande en Beschä igun-
gen nachgehen (z. B. Mandala malen), abwesend wi ken und ein endenziell pas-
si es Ve hal en zeigen. Es k is allisie en sich zwei Modi bzgl. des Zei punk s de
Umdeu ung he aus: Ein Teil de Leh pe sonen bemüh sich zunächs du ch den
Einsa z bes imm e S a egien, Pa izipa ion zu siche n. Sie g ei en z. B. au hand-
lungso ien ie e Elemen e zu ück ode elemen a isie en inhal lich. Scheinen die
S a egien nich auszu eichen, wi d wäh end de Klassen a sdu ch üh ung Pa izi-
pa ion un e Bezug au die Rahmenbedingungen ode Un ähigkei en ü Einzelne
als Dabeisein umgedeu e , wie olgende Aussage eine Leh pe son im Zusammen-
hang eine Schüle in mi Fö de beda geis ige En wicklung illus ie :
„Das muss sie absi zen. [...] Ich o de e o zdem die soziale Anpassung und lege ih manch-
mal dann was ganz ande es hin, dass sie wenigs ens was zu un ha . Das ha dann abe mi
dem g oßen Thema wenig zu un.“
Es we den die g uppenbezogenen In e essen und die Umse zung de konzep ionel-
len Vo gaben des Klassen a s gegenübe de Pa izipa ion Einzelne als p io i ä
be ach e und so Pa izipa ion ü diese als ein physisches Dabeisein umgedeu e .
86
Ein ande e Teil de Leh pe sonen deu e Pa izipa ion ü einzelne Schüle :innen
on o nhe ein um, ohne den Einbezug ande wei ige Un e s ü zungsangebo e in
E wägung zu ziehen. Sie beg ünden ih Handeln als Lebenswel o be ei ung
(„gu e Übung ü das es liche Leben“) und/ode legi imie en dieses anhand e -
mein lich bes ehende gesellscha spoli ische Ve häl nisse bzw. im O-Ton eine
Leh pe son: „E ha nich e s anden, wa um das kein Wi zchen gewesen sein soll.
Abe das is die Kon on a ion mi de no malen Wel “. Die in ih e Pe spek i e
wah genommene gesellscha spoli ische Wi klichkei wi d zu Legi ima ion on
„Dabeisein“ ü Schüle :innen mi Fö de beda he angezogen. Bei de le z ge-
nann en Fo m de ‚ empo ä en Exklusion‘ is ein zei liches und äumliches Dabei-
sein nich gegeben. Zu Siche s ellung de Du ch üh ba kei des Klassen a s we -
den einzelne Schüle :innen angewiesen, den Raum zu e lassen. Dies wi d eils
legi imie sei ens de Leh pe sonen mi dem Ve weis au die „Siche ung des In-
klusi en“ und dem ( e mein lichen) Schu z o eine nega i en Wah nehmung
du ch die Mi schüle :innen. Im Un e schied zu Fo m des Dabeiseins, was auch
eine Fo m psychische Exklusion da s ellen kann, handel es sich hie um physi-
sche Exklusion. Zum Teil wi d dies mi Au ägen wie z. B. dem Rennen ums
Schulgebäude e bunden. Einen be e enden Schüle mi Fö de beda im Nach-
gang zum Klassen a au dem Flu danach ge ag , wie es sich ü ihn an ühle,
mein e diese : „Ich bin dann hal aus“. Im Klassen a komm es olglich zu dis-
k iminie enden und exkludie enden Momen en und dami zu Rep oduk ion on
in Gesellscha bes ehenden disk iminie enden Ungleichhei s e häl nissen – o
allem ü Schüle :innen mi Fö de beda , die dami en gegen de posi i en E wa -
ungen ehe mi psycho-sozialen He aus o de ungen kon on ie sind.
5.3 Spannungs eld schulische Demok a iebildung – Ein E klä ungsansa z
Die hie skizzie en disk iminie enden und exkludie enden Momen e de (Nich -)
Pa izipa ion können sei ens de Leh pe sonen als ein Ausd uck ih e Übe o de-
ung im Umgang mi dem Pa izipa ionse möglichungsdilemma gedeu e we den.
Die Übe o de ung kann in eine Pe spek i e en lang des Spannungs elds au di-
dak ische Ebene hinsich lich de beiden Au äge Demok a iepädagogik und In-
klusionspädagogik e klä we den (G as, 2023, S. 250 .): Ausgehend on eine
e s ä k e ziehungswissenscha lich-schul-/sonde pädagogisch einge ä b en Pe -
spek i e au Inklusion (Hinz, 2022), die on Leh pe sonen ep oduzie wi d, e -
ö ne sich ü sie ein Spannungs eld du ch di e en e Schwe punk se zungen im
Ve s ändnis on Demok a ie- und Inklusionspädagogik, wie sie in Tabelle 1 da -
ges ell sind:
93
Wenn die He zjagd sich ins Ne z wag –
Cybe mobbing in Kindhei und Jugend:
E scheinungs o men, Folgen und
Handlungsmöglichkei en
Ma kus Hess
DHGS Deu sche Hochschule ü Gesundhei & Spo , Hochschulins i u Scha hausen HSSH
1 Einlei ung
Eine Reihe on S udien im deu schsp achigen Raum zeig , dass mi le weile na-
hezu jede Pe son im Jugendal e ein Sma phone besi z ode au ande em Weg
Zugang zum In e ne ha und auch häu ig meh e e S unden p o Tag im Ne z e -
b ing (z. B. Bündnis gegen Cybe mobbing e. V., 2022; MPFS, 2023). So e ügen
lau de neues en S udie des Medienpädagogischen Fo schungs e bundes Südwes
(MPFS, 2023) 96 P ozen de be ag en 1.200 Jugendlichen zwischen 12–17 Jah-
en übe ein Sma phone und sind im Du chschni insgesam 4,5 S unden übe
e schiedene Medien äglich online. Wäh end weibliche Jugendliche diese Zei
ehe mi Kommunika ions- (33 % s. 23 %) und Un e hal ungsangebo en (37 %
s. 32 %) e b ingen, sind männliche Jugendliche häu ige mi Online-Spielen be-
schä ig (19 % s. 34 %). Mi In o ma ionssuche beschä igen sich Jugendliche
unabhängig des Geschlech s nu und ein Zehn el de Zei (MPFS, 2020).
Mi Blick au Nu zungs ends läss sich es s ellen, dass Kommunika ion als
Haup ak i i ä zuguns en de Un e hal ung sowie de Nu zung on Online-Spielen
zwischen 2010 und 2020 abgenommen ha .
Insgesam we den die Konsequenzen de in ensi en Nu zung digi ale Angebo e
ü die En wicklung on Kinde n und Jugendlichen kon o e s disku ie . Wäh end
on eine Reihe on Wissenscha le innen und Wissenscha le n die Bedeu ung
und Funk ionali ä digi ale Umgebungen ü die Lebenswel on Kinde n und
Jugendlichen he o gehoben wi d (z. B. hinsich lich de Nu zung digi ale In e -
en ionsangebo e ode auch P lege soziale Kon ak e siehe Lance Psychia y
Commission, McGo y e al., 2024; Pano a & Ca bonell, 2022), machen zahl ei-
che Fo schende au die En wicklungs isiken eine ungezügel en Ak i i ä im In e -
ne au me ksam, e wa im Hinblick au Angs s ö ungen, Dep ession ode abhängi-
ges In e ne e hal en (z. B. Haid , 2024; Huang, 2022; Pano a & Ca bonell, 2022;
Qasem & Fau h-Bühle , 2023; Twenge e al., 2020). Nach olgendes widme sich
einem wei e en, mi le weile in ensi be o sch en und wei e b ei e en
Phänomen digi ale Umwel en mi wei eichenden nega i en Folgen ü die
En wicklung be o ene Jugendliche , dem Cybe mobbing (Li e al., 2024;
Schei haue e al., 2021; Schul ze-K umbholz & Schei haue , 2015).
94
Die nachs ehenden Kapi el gliede n sich wie olg : Nach de F age, was übe haup
gemein is , wenn man on Cybe mobbing sp ich , olg im d i en Abschni ein
Übe blick übe die Ve b ei ung on Cybe mobbing anhand ak uelle empi ische
S udien. Im Anschluss wi d de F age nachgegangen, welche E scheinungs o men
on Cybe mobbing angesich s de Viel al digi ale In o ma ions- und Kommuni-
ka ionswege nach ak uellem Fo schungss and un e schieden we den können. Die
anschließenden beiden Abschni e be assen sich au de einen Sei e mi Risiko-
und Schu z ak o en ü die Be eiligung an Cybe mobbing und au de ande en
Sei e mi den Folgen on Cybe mobbing ü Be o ene. Im sieb en Teil geh es
um die F age, was man gegen Cybe mobbing un kann, wobei hie p ä en i e An-
sä ze im Vo de g und s ehen. Das le z e Kapi el ende mi eine ku zen Zusammen-
assung.
2 Was is Cybe mobbing?
Als Basis zu Kennzeichnung on Cybe mobbing wi d häu ig die De ini ion on
adi ionellem Schulmobbing he angezogen. Un e Schulmobbing wi d klassisch
ein Ve hal en e s anden, das mi eine Schädigungsabsich gegenübe eine ande-
en Pe son einhe geh , wiede hol in mi un e abe un e schiedlichen Ausp ä-
gungen s a inde und mi einem (ge ühl en) Mach ungleichgewich zwischen
Aus üh endem und Be o enem einhe geh (Olweus, 1993; Wachs e al., 2016).
Obwohl alle d ei Ke nme kmale on Mobbing im Lau e de Jah e k i isch disku-
ie und de ini o ische Feinhei en he ausgea bei e wu den, behal en sie bis heu e
ih e Gül igkei (Hells öm e al., 2021).
In ühen Ansä zen zu Kennzeichnung on Cybe mobbing als eine spezielle Fo m
des adi ionellen Schulmobbings wi d au die d ei Me kmale de Schädigungsab-
sich , de Wiede holung und des Mach ungleichgewich s zu ückgeg i en und le-
diglich de Schaupla z des Geschehens in den digi alen Raum e lage (Smi h e
al., 2008). Wissenscha liche Un e suchungen in diese T adi ion sp echen dem
Cybe mobbing den S a us als eigene Fo m des agg essi en Ve hal ens ab. Eine
ganze Reihe on Fo schungsa bei en ha abe dazu ge üh , dass diese Sich weise
heu e als übe hol gil und Cybe mobbing eine ganze Reihe on spezi ischen
Me kmalen au weis (z. B. Schul ze-K umbholz & Schei haue , 2015; Zdun,
2022). Zu diesen Me kmalen zählen insbesonde e:
• Anonymi ä
• En hemmungse ek (Dis anz zum Op e )
• ehlende di ek e Rückmeldung du ch Op e
• i ale und unbeg enz e Ve b ei ung de Inhal e
• 24/7 Eigenscha des In e ne s
• ehlende Kon olle du ch E wachsene
95
Anonymi ä bezieh sich au den besonde en Fall, dass in Online-Kon ex en die
Be o enen nich no wendige weise wissen, on wem sie a ackie we den, auch
wenn sich Online- und O line-A acken häu ig übe schneiden. Mi un e kennen
sich die Be eilig en am Cybe mobbing ga nich pe sönlich, was in analogen Mob-
bingkon ex en kaum o komm (Schul ze-K umbholz & Schei haue , 2015).
Zudem kann de Mobbingaus üh ende im In e ne leich e e deck agie en und
iskie so nich , ü sein Ve hal en zu Rechenscha gezogen zu we den (Pa chin
& Hinduja, 2012).
En hemmungse ek e zeigen sich in Online-Kon ex en o allem dadu ch, dass die
Dis anz zwischen Mobbingaus üh enden und -be o enen sowohl äumlich als
auch in de Wah nehmung de E ek e de Ak ionen seh g oß sein kann und diese
Dis anz au Sei en des Aus üh enden zu eine g öße en En hemmung hinsich lich
de Ak ionen üh en kann.
Zu En hemmung äg zudem die in Online-Kon ex en häu ig ehlende di ek e
Rückmeldung du ch Be o ene bei; ü den Aus üh enden wi d dadu ch de
Schwe eg ad und die Auswi kung seines Handelns häu ig nich unmi elba sich -
ba .
Die i ale und unbeg enz e Ve b ei ung und auch die s ändige Ve ügba kei de
Inhal e sind eben alls Me kmale, in denen sich analoge on digi alen Kon ex en
un e scheiden. Insbesonde e hinsich lich des Me kmals de Wiede holung e geben
sich hie einige Besonde hei en des Cybe mobbings gegenübe dem adi ionellen
Mobbing. Wäh end im adi ionellen Mobbing da on ausgegangen we den kann,
dass wiede hol e A acken eben alls in endie sind, läss sich dies ü Online-Kon-
ex e so nich ablei en. Ein un o sich ige Pos in sozialen Medien kann dazu üh-
en, dass sich Inhal e unkon ollie e b ei en, und wiede hol an e schiedenen
S ellen im In e ne au geg i en we den, ohne dass de U hebe des Pos s selbs
meh ach ak i gewo den sein muss, um den Be o enen zu a ackie en. Ebenso
äg die s ändige Ve ügba kei digi ale Medien und de häu ig o handene
soziale D uck, diese zu nu zen, dazu bei, dass di amie ende Inhal e die Be o e-
nen auch kon ex - und zei unabhängig e eichen.
Le z lich kann man da on ausgehen, dass de Zugang zu O line-Se ings, wie e wa
pädagogischen Umgebungen, E wachsenen sowohl ins i u ionell als auch hinsich -
lich de e ügba en Kompe enzen leich e äll als das Agie en in Online-Kon ex-
en. Zwa mach schon Olweus (1993) üh da au au me ksam, dass auch in
O line-Umgebungen wie Schulen ein ge inges Moni o ing (e wa eine unzu-
eichende Pausenau sich ) Mobbingsi ua ionen begüns ig . Online po enzie sich
dieses Risiko angesich s de häu ig mangelnden Kon ollmöglichkei en und Di e -
si ä digi ale Kommunika ionskanäle.
96
Auße dem wi d das K i e ium des Mach ungleichgewich s kon ex spezi isch dis-
ku ie . Dabei wi d da au au me ksam gemach , dass sich Mach quellen zwischen
Online- und O line-Kon ex en un e scheiden können. Wäh end in analogen Um-
gebungen kö pe liche Übe legenhei eine dominan e Mach quelle da s ell , is dies
in digi alen Umgebungen nich de Fall. Hie gewinnen zum Beispiel echnische
Fähigkei en im Umgang mi digi alen Medien an Bedeu ung, was zu de Annahme
üh , dass Online-Kon ex e genu z we den, um sich ü analog e ah ene
A acken zu ächen, da sich die die Mach e häl nisse im Wechsel de Kon ex e
e schoben haben (Go schalk, 2022).
3 Wie e b ei e is Cybe mobbing?
Vo dem Hin e g und, dass sich bislang noch keine einhei liche De ini ion des
Phänomens Cybe mobbing e ablie ha und Cybe mobbing auch bislang keine
klinische Diagnose da s ell (Schulze-K umbholz & Schei haue , 2015), sind
Zahlen zu Ve b ei ung on Cybe mobbing s e s mi Vo sich zu genießen.
Epidemiologische Zahlen a iie en in Abhängigkei on de S anda disie ung des
Messins umen s, de zug unde geleg en De ini ion, de Anzahl und Fo mulie ung
de F agen des en sp echenden E hebungs e ah ens, des E hebungskon ex s
(z. B. Online s. Schule) sowie des Re e enzzei aums (Schul ze-K umbholz
& Schei haue , 2015). Die olgenden Zahlen s ellen dahe nu einen zusammen-
assenden Übe blick da .
An diese S elle we den sowohl in e na ionale als auch deu sche Zahlen zu Ve -
b ei ung on Cybe mobbing p äsen ie . Dabei besch änken sich die Angaben au
die Häu igkei on Vik imisie ungse ah ungen1. In eine Zusammen assung de
S udienlage zwischen 2004 und 2014 be ich en B ochado e al. (2017) au Basis
on 159 in e na ionalen S udien on den höchs en du chschni lichen P ä alenzen
ü Vik imisie ungse ah ungen in Kanada (23,8 %) und China (23,0 %) sowie
den nied igs en Ra en in Aus alien (5,0 %), Schweden (5,2 %) und Deu schland
(6,3 %). Hena es-Mon iel e al. (2022) be ich en in ih em Übe blick übe sieben
S udien ü den Eu opäischen Raum (un e ande em au Basis de g oßangeleg e
EU Kids Online IV 2018 S udie [Smahel e al., 2020]) zwischen 2010 und 2018
on den höchs en P ä alenz a en ü Vik imisie ungse ah ungen in Polen
(31,5 %), ge olg on de Tschechischen Republik (18,6 %), Rumänien (15,4 %),
Dänema k und Schweden (13 %) sowie No wegen und dem Ve einig en König-
eich (10,2 %). In Lände n wie Deu schland, G iechenland, den Niede landen,
Finnland und Spanien lagen die P ä alenz a en bei e wa 5 %, wäh end die nied-
igs en Ra en in I alien und Po ugal (2,8 %) zu beobach en wa en.
1 Un e Vik imisie ungse ah ungen is an diese S elle zu e s ehen, dass die be e enden Pe sonen
Op e on Cybe mobbing-A acken gewo den sind. Die be ich e en Zahlen basie en in de Regel au
Selbs einschä zungen de Be ag en.
97
Fü Deu schland be ich en Fische und Bilz (2024) au Basis de Heal h Beha iou
in School-aged Child en (HBSC)S udie und den Da en on knapp 6.500 Jugendli-
chen aus dem Jah 2022, dass d ei P ozen de 11- bis 15-Jäh igen eigenen Anga-
ben zu olge on Cybe mobbing be o en wa en. Ge ag wu de nach E ah ungen
in den le z en Mona en. Zusä zliche Ve gleiche mi Zahlen des Jah es 2017/2018
deu en au einen Ans ieg de Vik imisie ungse ah ungen hin (s a is isch bedeu -
same Ans ieg on 2 au 3 %). Im Rahmen de Cybe li e IV-S udie (Bündnis gegen
Cybe mobbing e. V., 2022) wu den 2022 übe 3.000 Kinde und Jugendliche zwi-
schen 7 und 20 Jah en dazu be ag , ob sie au Basis eine o he da gebo enen
De ini ion schon einmal Op e eine Cybe mobbing-A acke gewo den sind. Ins-
gesam 16,7 % de be ag en Kinde und Jugendlichen bejah en diese F age, wobei
zu beach en is , dass hie ein wesen lich länge e Zei aum abge ag wu de als in
de S udie on Fische und Bilz (2024).
4 Wie spiel sich Cybe mobbing ab?
Einen wich igen Bei ag zu einem gemeinsamen Ve s ändnis des Phänomens s ell
die Analyse de iel äl igen E scheinungs o men on Cybe mobbing da . Dabei
lassen sich nach Schei haue e al. (2021) ün un e schiedliche Ka ego ien bilden,
nach denen Cybe mobbing inhal lich eingeo dne we den kann:
• Ve hal en
• Soziale Rolle
• Kommunika ionskanal
• Mo i
• Me kmale de Zielpe son(en)
Die wohl bekann es e Kennzeichnung on Cybe mobbing anhand un e schiedli-
che Ve hal ensweisen s amm on Willa d (2007), die E ah ungen aus ih e
Be a ungsp axis in diese Typologie bündel e. Sie un e scheide zwischen (1) Be-
leidigen (Ha assmen ), (2) Anschwä zen ode Ge üch e e b ei en (Denig a ion),
(3) Au e en un e alschem Namen (Impe sona ion), (4) Bloßs ellen und Be ü-
gen (Ou ing and T icke y), (5) Ausschließen (Exclusion), (6) o wäh ende Beläs-
igung und Ve olgung (Cybe s alking) und (7) o ene And ohung on Gewal
(Cybe h ea s). Willa d (2007) zähl auch das sogenann e “ laming“ zum Spek um
de cha ak e is ischen Ve hal ensweisen. Beim “ laming“ handel es sich um den
hi zigen und o beleidigenden Aus ausch on p inzipiell gleich angigen In e ak i-
onspa ne n übe digi ale Kanäle, wobei mi Blick au das K i e ium des Mach un-
gleichgewich s angezwei el we den da , ob “ laming“ wi klich eine Fo m des
Cybe mobbings da s ell . Au g und des s ändigen Wandels de Ve hal ensweisen
in Online-Kon ex en e wei e en Kowalski und Limbe (2007) die Typologie on
Willa d um das sogenann e “happy slapping“ und das “sex ing“. Beim “happy
slapping“ we den eale, in de Regel kö pe liche, A acken ge ilm und dann im
98
In e ne e b ei e . Beim “sex ing“ handel es sich um die Ve b ei ung on Bild-
ma e ial mi sexuellen Inhal en, wobei die Ve b ei ung im Kon ex on Cybe mob-
bing ohne die Zus immung de Be o enen s a inde ode de He abwü digung
de Be o enen dien .
Viele de wei e en Ka ego isie ungen au Basis on Ve hal ensweisen lassen sich
au die Typologie on Willa d zu ück üh en (Schei haue e al., 2021). Mi spezi-
ellem Fokus au Cybe mobbing in sozialen Medien (hie Wha sApp) un e schei-
den Aizenko und Kashy-Rosenbaum (2019) ie Typen: (1) e bale Gewal (z. B.
Beschimp ungen, Beleidigungen, Bed ohungen, Ve spo en e c.), (2) g uppenbe-
zogene Gewal (z. B. Bilden eine G uppe, die sich ak i gegen jemanden ich e ,
Ablehnung inne halb de G uppe e c.), (3) isuelle Gewal (z. B. Ve ö en lichung
ode Wei e gabe beleidigende Fo os und Videos e c.) und (4) G uppenselek i i ä
(z. B. Bildung eine G uppe ohne die Au nahme eine bes imm en Pe son, En e -
nen eine Pe son aus eine Online-G uppe e c.).
Die F age, wie sich Cybe mobbing abspiel , läss sich anhand de sozialen Rollen
de e schiedenen unmi elba be eilig en Ak eu e im Cybe mobbing-Geschehen
besch eiben. Schnell wi d hie jedoch deu lich, dass eine kla e T ennung zwischen
Tä e - und Op e olle im digi alen Kon ex nich zu beobach en is (Schei haue e
al., 2021). Auch im adi ionellen Mobbing exis ie eine zusä zliche Mischg uppe
de Tä e -Op e . Die Rollen de unmi elba Be eilig en im Cybe mobbing übe -
lappen abe iel s ä ke , Be eilig e sind seh häu ig sowohl als Aus üh ende als
auch als Be o ene in das Geschehen e wickel (Schul ze-K umbholz e al.,
2018).
Ein spezielles Augenme k wi d – wie im adi ionellen Mobbing – auch im Cybe -
kon ex au die G uppendynamik insgesam (Salmi alli e al., 1996) sowie insbe-
sonde e au die scheinba Unbe eilig en und de en Rolle im Mobbinggeschehen
ge ich e (P e sch, 2016). Schul ze-K umbholz e al. (2018) un e scheiden die
„kommunika i en Unbe eilig en” (be ich en ande en on dem Geschehen, we den
abe ansons en nich ak i ), die „agg essi en Ve eidige “ ( endie en dazu,
Mobbinggeschehnisse zu be ich en und au kon on a i e Weise einzug ei en), die
„Tä e -Op e “ (sind sowohl Ang ei ende als auch Be o ene), die „p osozialen
Ve eidige ” (be ich en E wachsenen und schü zen die Be o enen) und die
„Assis ie enden” (s eigen in das Mobbing ein).
Einen wei e en hil eichen Ansa zpunk zu Kennzeichnung on Cybe mobbing
s ell die Wahl des Kommunika ionskanals da . Pa allel zu den asan en En wick-
lungen im Be eich de Online-Kommunika ion ha sich de Schwe punk e de
Cybe mobbing-Fo schung im Lau e de Jah e imme wiede e schoben. Gene ell
kann man im digi alen Kon ex zwischen di ek en willen lichen Kommunika ions-
o men (z. B. Cha ooms, E-Mails) und ehe indi ek en semiwillen lichen
Kommunika ions o men (z. B. Video- ode Bildpos s in Medien wie You ube)
un e scheiden, in denen Cybe mobbing s a inde (Schei haue e al., 2021).
99
Ak uelle Fo schungsa bei en in diesem Be eich beschä igen sich mi Cybe mob-
bing wenige in p i a en Cha ooms, sonde n ehe in ö en lichen Fo en und digi-
alen sozialen Medien wie z. B. Ins ag am (Giume i & Kowalski, 2022; Ma golis
& Amanbeko a, 2023) ode mi en sp echendem Ve hal en in in e ak i en
Gaming-Umgebungen wie e wa League o Legends (sogenann e massi e mul-
iplaye online games, MMOGs) (McIn oy & Mishna, 2017).
Die Be ach ung zug undeliegende Mo i e kann dabei hel en, Cybe mobbing ge-
naue zu cha ak e isie en. Dabei wi d schnell kla , dass die Mo i e ü
Cybe mobbing seh iel äl ig sein können. Mi Blick au die Fo schungslage be-
nennen Schei haue e al. (2021) Wu , Abneigung, Hass, Rache (auch ü O line-
Mobbing), Ei e such , Mach / Dominanz, T aue ode ela ionale Agg ession (Ze -
s ö en on Beziehungen) als Mo i e ü Cybe mobbing-A acken. Abe auch Mo-
i e wie Spaß ode Langeweile we den in S udien be ich e . Eine bekann e, abe
nich empi isch undie e Mo i lis e ha A ab (2012) o mulie . Sie un e scheide
hinsich lich de Mo i e ü Cybe mobbing zwischen “ enge ul angel” (nimm sich
selbs nich als Ang ei enden wah , sonde n so g ü Ge ech igkei ), “powe
hung y” (will Dominanz übe ande e und Mach in Gegenwa eines Publikums
ausüben), “ e enge o he ne ds” (will sich ü O line-Mobbing ächen und hie bei
anonym Mach du ch übe legenes echnisches Know-how e scha en), “mean
gi ls” (meis Mädchen, die ande e online nu zu Un e hal ung schikanie en) und
dem “inad e en cybe bully” (will ein ha e Typ sein und is sich o nich be-
wuss , wie e le zend sein Ve hal en ü Op e is ).
Anhand de un e schiedlichen Zielpe son(en) läss sich das Phänomen Cybe mob-
bing genaue kennzeichnen. Pyżalski (2012) nenn hie als e s e Zielg uppe die
Gleichal e igen (Pee s) und is dami nahe an de u sp ünglichen Konzep ion on
adi ionellem Mobbing und auch Cybe mobbing. Die G uppe de Zielpe sonen is
abe e wei e ba . Nach Pyżalski (2012) und Schei haue e al. (2021) s ellen auch
Schulpe sonal (o im Um eld de aus üh enden Pe sonen), e le zliche G uppen
(z. B. Obdachlose, Such k anke e c., die sich des Ang i s abe o ga nich be-
wuss sind), o u eilsbasie e G uppen (z. B. LGBTQIA+, E hnie, Religion,
F auen, iele ande e denkba ) und P ominen e (z. B. Spo s a s, Poli ike innen und
Poli ike , In luence innen und In luence ) mögliche Zielg uppen da . Bisweilen
we den ebenso ein zu ällig ausgewähl e Pe sonen zu Op e n on Cybe mobbing-
A acken, wobei dies in de Regel ehe die Folge spon ane Impulse da s ell und
wenige dem G und e s ändnis on Cybe mobbing (z. B. hinsich lich eine s en-
gen Auslegung des K i e iums de Wiede holung) en sp ich .
5 Was sind Risiko- und Schu z ak o en beim Cybe mobbing?
Die F age, welche Ums ände dazu bei agen ode da o schü zen, dass man in Cy-
be mobbing-Si ua ionen e wickel wi d, ha eine hohe Rele anz ü die Ablei ung
on In e en ions- und P ä en ionsmaßnahmen. Kowalski e al. (2014) haben
100
Haup isiko- und Schu z ak o en sowohl ü die Be eiligung an als auch die Be-
o enhei on Cybe mobbing-A acken he ausgea bei e . Im E gebnis ih es wel -
wei en Übe blicks übe meh als 100 Einzels udien zeig e sich hinsich lich de Tä-
e scha , dass Online-Tä e innen und - ä e auch o line ak i an Mobbing be ei-
lig sind; zudem we den sie eben alls häu ige Op e on Cybe mobbing. Tä e -
scha geh des Wei e en einhe mi mo alische Loslösung (engl. „mo al disenga-
gemen “), d. h. de En e nung on allgemeinen mo alischen S anda ds, und in de
Folge mi de Au assung, dass es sich bei Cybe mobbing um ein akzep ables Ve -
hal en handel (z. B. Zhao & Yu, 2021). Nich e wunde lich is , dass die Online-
zei sowie iskan es Online e hal en (z. B. Besuch bes imm e In e ne sei en,
P eisgabe pe sönliche In o ma ionen, Hacking e c.) mi de Be eiligung an Cy-
be mobbing zusammenhängen. Als Schu z ak o en bezüglich de Be eiligung am
Cybe mobbing können ein hohes Ausmaß an Empa hie und el e liche Au me k-
samkei ü die Belange ih e Kinde gel en. Nich zule z wi k ein posi i es
Schulklima (gep äg du ch Fai ness, Respek und He zlichkei de pädagogischen
Fachk ä e) und ein e höh es Siche hei sge ühl im schulischen Kon ex p o ek i
au die Be eiligung an Cybe mobbing.
Hinsich lich de Be o enhei on Cybe mobbing-A acken läss sich sagen, dass
die Übe lappung on Vik imisie ung in Online- und O line-Kon ex en ech g oß
is . Das Risiko, online gemobb zu we den, is auße dem bei sozial ängs lichen
He anwachsenden e höh , die häu ig online sind und auch du ch eigenes iskan es
Online-Ve hal en (z. B. P eisgabe ode unkon ollie es ak i es Pos ing on pe -
sönlichen In o ma ionen) au allen. Wie be ei s hinsich lich de Tä e scha edu-
zie eine siche e und posi i e Schulumgebung zudem die Wah scheinlichkei de
Vik imisie ung in Online-Kon ex en.
Fü iele ande e insbesonde e indi iduelle Me kmale wie Subs anzmissb auch,
Ängs lichkei , Dep essi i ä ode auch das Selbs konzep konn en Zusammen-
hänge zu Be eiligung am Cybe mobbing ge unden we den. Jedoch is hie au -
g und de S udienlage nich mi Gewisshei zu klä en, ob es sich bei den genann en
Aspek en nun um Risiko ak o en ode Konsequenzen des Cybe mobbings handel
(Kowalski e al., 2014).
Eine neue e Übe blicksa bei ha sich eben alls mi Risiko- und Schu z ak o-
en ü die Be o enhei on Cybe mobbing beschä ig und dazu be ei s o han-
dene sys ema ische Li e a u eche chen nochmals zusammenge ass (Kas u i a na
e al., 2025). Au Basis de um assenden Da enlage läss sich beobach en, dass
Mädchen und Pe sonen mi Minde hei ens a us häu ige on Cybe mobbing-
A acken be o en sind. Au de Ebene de Pe sönlichkei sme kmale gehen Ex a-
e sion, O enhei ü neue E ah ungen sowie Ve äglichkei mi eine ge inge-
en Wah scheinlichkei ü Vik imisie ung, an isoziale Pe sönlichkei szüge, Do-
minanzs eben, Neu o izismus und sogenann e dunkle Pe sönlichkei szüge
(Machia ellismus, Na zissmus, Psychopa hie und Sadismus) mi eine höhe en
101
Wah scheinlichkei ü Vik imisie ung einhe . Des Wei e en we den on
Kas u i a na e al. (2025) ex e nalisie ende Ve hal ens endenzen wie Ä ge lichkei
und Feindseligkei sowie Subs anzmissb auch mi Cybe ik imisie ung in Ve bin-
dung geb ach . Als Schu z ak o en we den au Basis de Da enlage hingegen emo-
ionale In elligenz, Empa hie, ein angemessene Umgang mi Emo ionen sowie
eine hohe Selbs wi ksamkei und ein posi i ausgep äg e Selbs we genann . Hin-
sich lich de Bedeu ung on Umgebungs ak o en kommen Kas u i a na e al.
(2025) zu ähnlichen E gebnissen wie be ei s Kowalski e al. (2014), indem sie die
Rolle des amiliä en Um eldes sowie de schulischen Umgebung in posi i e wie
in nega i e Rich ung he o heben. Nich zule z s ellen Kas u i a na e al. (2025)
es , dass die Teilnahme an In e en ionsmaßnahmen zu P ä en ion on Cybe -
mobbing als Schu z ak o gegen Vik imisie ung wi k .
6 Welche Folgen ha Cybe mobbing ü die Be eilig en?
Cybe mobbing wi d mi e heblichen nega i en psychischen und psychosozialen
Folgen ü Kinde und Jugendliche in Ve bindung geb ach . Es s ell dami eine
e ns ha e He aus o de ung ü das ö en liche Gesundhei swesen da (Schul ze-
K umbholz & Schei haue , 2015). Als häu igs e Folgen on Cybe mobbing
we den in S udien Dep ession, Suizidali ä , Angs , Feindseligkei /Agg ession,
Subs anz- bzw. D ogenmissb auch und Selbs e le zungen genann . Häu ig we -
den auch ein ge inges Selbs we ge ühl, P obleme mi Gleichal igen, S ess,
Einsamkei und Isola ion sowie eine eduzie e Lebenszu iedenhei mi eigenen
E ah ungen on Cybe mobbing in Ve bindung geb ach (Kwan e al., 2020).
Selbs mo dgedanken und Selbs mo d e suche sind häu ige als bei Be o enen
on adi ionellem Mobbing. Ein wei e e Ans ieg des Suizid- und Dep essions i-
sikos e gib sich ü He anwachsende, die beide Fo men de Vik imisie ung e leb
haben (Li e al., 2024).
Da die Meh zahl de S udien au einmaligen Que schni se hebungen un e
He anwachsenden be uh , sind Aussagen übe kla e U sache-Wi kungs-Zusam-
menhänge bislang nu eingesch änk möglich. Beispielsweise is seh gu denkba ,
dass es sich beim Zusammenspiel zwischen psychischen Au älligkei en und Be-
o enhei on Cybe mobbing um einen sich wechselsei ig e s ä kenden Teu els-
k eis handel (Kwan e al., 2020). Längsschni s udien lassen e lässliche e Aus-
sagen zu kausalen Ve knüp ungen zu. Die wenigen o handenen E kenn nisse aus
Langzei beobach ungen legen nahe, dass adi ionelles Mobbing im Lau e de Zei
sowohl hinsich lich Tä e scha als auch Vik imisie ung häu ig in Cybe mobbing
übe geh , wäh end die umgekeh e En wicklung nu sel en zu beobach en is .
Zudem s ellen (soziale) Ängs lichkei und Dep essi i ä sowohl Risiko ak o en als
auch Folgen on Cybe mobbing da , wäh end Ge ühle de Einsamkei ehe im
102
E gebnis on Cybe mobbing-A acken zu beobach en sind. Wenige S udien konn-
en hingegen zeigen, dass Cybe mobbing-E ah ungen daue ha das agg essi e
Ve hal en e höhen (Came ini e al., 2020).
Fe ne konn e gezeig we den, dass Be o ene on Cybe mobbing häu ig schlech-
e e schulische Leis ungen zeigen, was nich sel en wei e e psychische Belas un-
gen und maladap i es Bewäl igungs e hal en nach sich zieh (siehe Kas u i a na
e al., 2025). Die du ch das Cybe mobbing ausgelös e emo ionale Belas ung kann
zu sozialen Rückzugs endenzen aus Schule und F eundesk eis üh en. Dies wie-
de um üh zu eine Ve schlech e ung de schulischen Leis ungen, in de en Folge
dann abweichende Ve hal ensweisen wie Subs anzmissb auch als dys unk ionale
Bewäl igungss a egien zum Einsa z kommen können (Kas u i a na e al., 2025).
7 Was kann man gegen Cybe mobbing un?
Wie die S udienlage deu lich mach , is Cybe mobbing sowohl ü Ang ei ende als
auch ü Be o ene mi zahl eichen nega i en Folgen ü die Lebensquali ä e -
bunden. Umso wich ige is , übe e ek i e und nachhal ige S a egien zu e ügen,
um bei Fällen on Cybe mobbing eing ei en ode Cybe mobbing be ei s im Vo -
eld e hinde n zu können. Mi le weile exis ie in e na ional eine Vielzahl an In-
e en ionsp og ammen, de en Wi k ak o en an diese S elle besch ieben we den
sollen. Im deu schsp achigen Raum is die Zahl de wissenscha lich e aluie en
p ä en i en In e en ionsp og amme noch übe schauba . Hie ha sich das P o-
g amm Medienhelden als wi ksame Ansa z gegen Cybe mobbing bundeswei
e ablie (Schul ze-K umbholz e al., 2021). Polanin e al. (2022) konn en, basie-
end au de in e na ionalen S udienlage zu Cybe mobbing-In e en ionen, sieben
G undansä ze un e scheiden, wobei angeme k we den muss, dass in ielen Fällen
meh e e diese Ansä ze in (auch p ä en i en) In e en ionsp og ammen ealisie
we den: (1) Fe igkei en aining, (2) Cu iculä au gebau e und manualisie e Ma-
e ialien, (3) Psychoeduka ion, (4) Muli mediale Inhal e, (5) T aining und Übung,
(6) Schula mosphä e und Schulpoli ik, (7) G uppen- ode indi iduumsbezogene
Reak ionen.
Das T aining on Fe igkei en soll dazu bei agen, dass Be o ene in Cybe mob-
bing-Si ua ionen angemessen au Ang i e eagie en können. Zu den hie zu einge-
se z en didak ischen Me hoden zählen Rollenspiele, medial und li e da ges ell es
Modell e hal en, Diskussion on Fallbeispielen und Rückmeldeschlei en, o
eingebe e in ein um ang eiches Cu iculum. Manche P og amme wie NoT ap!
(Palladino e al., 2016) ainie en Kommunika ions e igkei en zum Kon lik ma-
nagemen und zu Kon lik bewäl igung sowie zu Bewuss machung de Belas ung
du ch Cybe mobbing.
109
Leh am ss udie ende im Einsa z ü
Pe spek i en im Umgang mi psycho-sozialen
He aus o de ungen an Schulen
Sa ah Lukas1, K is ina Gö z2, Alina Rueß2 & Robe G assinge 2
1 Akademie ü Leh e o bildung und Pe sonal üh ung Dillingen,
2 Pädagogische Hochschule Weinga en
1 Psycho-soziale He aus o de ungen an Schulen und ih e Folgen
Als Folge de ak uellen anhal enden globalen K isen wie de Klimak ise, de
COVID-19-Pandemie, des Uk aine-K iegs und dem zunehmenden Zulau an ide-
mok a ische Ve einigungen e ablie sich eine wei e e K ise – die K ise de men-
alen Gesundhei , insbesonde e bei Kinde n und Jugendlichen (Ra ens-Siebe e e
al., 2023; Reiß e al, 2023; Robe Bosch S i ung, 2024b; Schmi z e al., 2024).
E wa 21 % de deu schen Kinde und Jugendlichen weisen psychische Au ällig-
kei en au . Am meis en belas e sie die So ge um K iege, die So ge um eigene
schulische Leis ungen sowie die Klima- und Umwel k ise. Nu e wa 8 % de Kin-
de geben an, ein hohes schulisches Wohlbe inden zu haben – 20 % be ich en on
einem ge ingen schulischen Wohlbe inden (Robe Bosch S i ung, 2024b).
Die anhal ende Ve schlech e ung des psychischen Wohlbe indens bei Kinde n und
Jugendlichen mani es ie sich in Anzeichen on Dep essionen, Angs s ö ungen
und psychosoma ischen Au älligkei en (z. B. Be am, 2021; Hol mann e al.,
2023; Ra ens-Siebe e e al., 2022). Um agee gebnisse de Deu schen Psycho-
he apeu enVe einigung (DP V) zeigen, dass An agen bei Kinde - und Jugend-
lichenpsycho he apeu en (KJP) on 2020 bis 2021 um 60 % zugenommen haben
(DP V, 2021) und sich die Wa ezei en ü eine psycho he apeu ische Behandlung
on 2021 au 2022 nochmals e höh haben (DP V, 2022). Bedenkenswe is diese
Si ua ion insbesonde e, da 66 % de be ag en KJP angeben, ih e Behandlungs-
s unden leich bis seh s a k ausgewei e zu haben (Plö ne e al., 2022).
Diese P oblema ik übe äg sich unmi elba in den Schulall ag. Psychisches
Wohlbe inden s ell eine de G undbedingungen da , dass e olg eiches Le nen
s a inden kann. Aus Sich weise de Leh k ä e we den Ve hal ensau älligkei en
on Schüle :innen als g öß e He aus o de ung in ih em All ag angesehen (Robe
Bosch S i ung, 2024a), dich ge olg on de ausgep äg en He e ogeni ä ih e
Schüle :innenscha . Meh als die Häl e de Leh pe sonen gib an, mi de g oßen
He e ogeni ä übe o de zu sein. Auch die o sa-Um age, welche die Sich weise
de Schullei ungen ep äsen ie , weis ein ähnliches Bild au : Die Inklusion und
In eg a ion de iel äl igen Schüle :innenscha wi d als eine de g öß en He aus-
o de ungen gesehen. Die Ve hal ensau älligkei en de Schüle :innen we den on
den Schullei ungen eben alls als he aus o de nd bezeichne , dies angie abe in
110
de Reihen olge ehe wei e hin en ( o sa, 2024). Um die Si ua ion an den Schulen
zu e besse n, wi d als d ingends e Maßnahme, meh Pe sonal genann . De Pe -
sonalmangel wi d als eines de g öß en ak uellen P obleme angesehen ( o sa,
2024; Robe Bosch S i ung, 2024a).
Um diesen He aus o de ungen an den Schulen zu begegnen, sind iel äl ige Maß-
nahmen e o de lich. Ein Ansa z könn e sein, angehende Leh k ä e besse au die
Si ua ion an den Schulen o zube ei en, indem ein Schwe punk au die pädagogi-
sche P o essionali ä geleg wi d. Diese wi d jedoch nich allein im Hö saal e wo -
ben, sonde n soll e auch in beglei e e P axise ah ung e ie we den. Leh am s-
s udie ende be ich en beim Übe gang om S udium in den Be u sall ag häu ig on
einem „P axisschock“ (Wal e & Ro hland, 2023). Sie nehmen sich als mi den
be u lichen An o de ungen übe o de wah und glauben, diese mi ih en de zei-
igen Kompe enzen nich bewäl igen zu können (Beuchel, 2022). Diese Unsiche -
hei kann zu nega i en Ve hal ens- und Eins ellungsände ungen üh en und lang-
is ig mi S ess und Bu nou -Symp omen einhe gehen (Klusmann e al., 2012).
Komplexi ä eduzie e P axise ah ungen bie en einen Rahmen, in dem S udie-
ende Kompe enzen en wickeln und es igen können. Wi p äsen ie en in diesem
Kapi el einen Ansa z, wie psychologisch-pädagogisches G undwissen in P axis-
handeln ans e ie we den kann. Die G undidee is , dass Leh am ss udie ende als
Coaches in Schulen eingese z we den, um den on Leh k ä en ausgewähl en
Schüle :innen besonde e Un e s ü zung anzubie en und du ch Hochschuldozie-
ende achlich beglei e zu we den. Da aus en s eh eine „Win-Win-Win”-Si ua-
ion: Die Leh am ss udie enden e hal en eine wei e e Gelegenhei , P axise ah-
ung zu sammeln und du ch die in ensi e Auseinande se zung mi einigen wenigen
Kinde n de en Gesam si ua ion besse zu e s ehen; die Leh k ä e bekommen in
Zei en des Pe sonalmangels und eine he e ogenen Schüle :innenscha Un e s ü -
zung. Schließlich e hal en die be o enen Kinde und Jugendliche Au me ksam-
kei , Un e s ü zung und Anlei ung in ih em Schulall ag.
2 Leh konzep „CaBi e”
De Name des hie o ges ell en Ansa zes „CaBi e – Co onabeding e Bildungs-
einb üche eduzie en” e weis au seine En s ehungszei als Reak ion au die
Schulschließungen wäh end de COVID-19-Pandemie und de dami e höh en
Au me ksamkei au das Wohlbe inden de Schüle :innen. E wu de als Wahl-
p lich ach im Mas e s udiengang Leh am G undschule und Leh am Sekunda -
s u e an de Pädagogischen Hochschule Weinga en in ein Pädagogisch-Psycholo-
gisches-Modul in eg ie . Die eilnehmenden S udie enden e hal en ku z o
Beginn des en sp echenden Semes e s eine d ei ägige Schulung, die sie speziell
au den Einsa z in de Schule o be ei e . Ein Fokus wi d au die Beziehungsge-
s al ung und das Coachen on Kinde n geleg , da eine posi i e und espek olle
Beziehung zwischen Leh enden und Le nenden die Leis ungsmo i a ion und
111
Le ne gebnisse sowie das Wohlbe inden de Schüle :innen beein lussen und die
Resilienz s ä ken (Fau h e al., 2019; Ha ie & Ya es, 2013; Robe Bosch S i ung,
2024b; Sabol & Pian a, 2012). Ein ande e Fokus lieg au dem E kennen on und
dem angemessenen Umgang mi psychischen Au älligkei en. Kinde und Jugend-
liche e b ingen einen G oß eil ih e Zei an de Schule. Schulen können und
soll en deswegen als P ä en ions- und F ühe kennungssys em ungie en (Schmi z
e al., 2024). Da ü is es no wendig, das pädagogische Pe sonal bezüglich
En wicklungsau älligkei en zu sensibilisie en und en sp echend zu schulen
(O’Fa ell e al., 2022; Whi ley e al., 2013) (Genaue Inhal e des Vo be ei ungs-
ku ses: Tabelle. 1).
Tab. 1. Beispielha e Leh plan des d ei ägigen Vo be ei ungsku ses o dem Einsa z de
S udie enden in den Schulen. Eine Zelle en sp ich eine Le neinhei on 90 Minu en.
Die Reihen olge de Inhal e is a iabel, je nach G uppe und nach Ve ügba kei de
Dozie enden.
Tag 1 Tag 2 Tag 3
Coaching E kennen on und Umgang
mi sexuelle Gewal
A ibu ionales Feedback
Le nen zu le nen Umsch iebene En wicklungs-
au älligkei en schulische
Fe igkei en
De ianz im Schulall ag
Das e s e T e en planen S uk u und E kennen
psychische Au älligkei en Tes
- und Diagnosesys eme
ü Leh k ä e
Beziehungsges al ung Umgang mi schwie igen
Si ua ionen im Schulall ag
Mi Beginn des jeweiligen Semes e s (Ok obe ode Feb ua ) s a en die Ak i i ä-
en de Leh am ss udie enden an den Schulen. Bei Anmeldung zu Mas e e an-
s al ung haben die S udie enden die Möglichkei , O s- ode konk e e Schulwün-
sche anzugeben. Diese können bei de Zu eilung meis be ücksich ig we den. Die
Ak i i ä en an den Schulen haben einen zei lichen Um ang on d ei S unden übe
12 bis 14 Wochen hinweg. Leh k ä e an den eilnehmenden Schulen suchen Kin-
de und passende Klassens u en aus – in einigen Fällen kann auch eine Passung zu
den S udien äche n ge unden we den. Die Ein e s ändnise klä ung de El e n wi d
übe die Schullei ung eingehol . Zusä zlich zum P axiseinsa z an de Schule besu-
chen die S udie enden einmal wöchen lich ein Semina , das on Psychologie-
dozie enden gelei e wi d. Dieses Semina dien als Coaching- und Be a ungsein-
hei , beglei end zu den Einhei en an de Schule. In diesem Semina haben die S u-
die enden Gelegenhei , ih e Fälle o zus ellen und zu besp echen, mi den ande en
S udie enden in den Aus ausch zu gehen und e wei e en achlichen Inpu on den
Psychologiedozie enden zu e hal en. Die Coaching-Sessions sind mi eine g oßen
112
O enhei und Flexibili ä konzipie , wodu ch sich S udie ende mi ih en Ängs en,
Wünschen und Ideen ak i einb ingen können. Diese S uk u bie e den Vo eil,
dass die S udie enden nich au sich allein ges ell sind und bei Rückschlägen die
no wendige Un e s ü zung e hal en. Dadu ch e inge sich das Risiko, nach
Misse olgen an den eigenen Kompe enzen und de eigenen Selbs wi ksamkei zu
zwei eln. Du ch den egelmäßigen Aus ausch und das Einholen on Feedback
können die S udie enden ih e Fähigkei en zunehmend wei e en wickeln.
3 Beglei ende E alua ion
Sei Bes ehen des CaBi e-P ojek s anden bislang d ei beglei ende E alua ionss u-
dien s a , da on zwei au Ebene de eilnehmenden Leh am ss udie enden und
eine au de Ebene de am P ojek eilnehmenden Schüle :innen (Lukas e al.,
2024).
3.1 Auswi kungen au Leh am ss udie ende
Anhand quali a i e In e iews mi zehn Leh am ss udie enden konn en wi zei-
gen, dass die am P ojek Teilnehmenden ih e p o essionellen, me hodischen, sozi-
alen und pe sönlichen Kompe enzen e wei e en (Lukas e al., 2024). Im Fokus des
hie o liegenden Bei ags s eh die F age, ob und wie sich die be u sbezogenen
Selbs wi ksamkei se wa ungen on Leh am ss udie enden du ch die Teilnahme
am CaBi e-P ojek e ände n. Selbs wi ksamkei se wa ungen (engl. sel -e icacy
expec a ions) beziehen sich au das Ve auen eine Pe son in ih e Fähigkei , be-
s imm e Au gaben ode Handlungen e olg eich auszu üh en, um spezi ische Ziele
ode E gebnisse zu e eichen (Bandu a, 1997). En sp echend wi d un e Leh e :in-
nen-Selbs wi ksamkei die pe sönliche Übe zeugung on Leh k ä en e s anden,
be u sspezi ische Au gaben au g und eigene Kompe enzen e olg eich bewäl i-
gen zu können (Schwa ze & Je usalem, 2002; Tschannen-Mo an & Wool olk
Hoy, 2001). Selbs wi ksamkei se wa ungen s ellen eine wich ige Komponen e in
de p o essionellen Kompe enz on Leh k ä en da (Baume & Kun e , 2006).
Leh k ä e mi hohen Selbs wi ksamkei se wa ungen weisen eine höhe e Un e -
ich sbegeis e ung sowie eine höhe e Mo i a ion im Schulall ag au , was sich po-
si i au die Un e ich squali ä auswi k (Holzbe ge e al., 2013; Küns ing e al.,
2016). Da übe hinaus agen ausgep äg e Selbs wi ksamkei se wa ungen zu
eine Reduk ion des allgemeinen S essemp indens sowie zu eine E höhung de
Be u szu iedenhei bei (Skaal ik & Skaal ik, 2010; Wang e al., 2015; Zee &
Koomen, 2016). Be u sbezogene Selbs wi ksamkei se wa ungen es igen sich
mi Be u se ah ung und sind dann nu schwe zu e ände n (Tschannen-Mo an e
al., 1998; Wool olk Hoy & Bu ke Spe o, 2005), wohingegen die Leh e :innen-
Selbs wi ksamkei bei une ah enen Leh k ä en s ä ke e ände ba zu sein
schein (Tschannen-Mo an & Wool olk Hoy, 2007). Dami ück die En wicklung
113
be u sbezogene Selbs wi ksamkei se wa ungen besonde s in de Leh k ä eaus-
bildung in den Vo de g und. Im Ve lau des Leh am ss udiums zeig en Schüle e
al. (2017) eine U- ö mige En wicklung de Leh e :innen-Selbs wi ksamkei . Sie
a gumen ie en, dass Leh am ss udie ende ih e Selbs wi ksamkei zu S udienbe-
ginn zu op imis isch einschä zen, was bei eine e s en Kon on a ion mi de Rea-
li ä (e s es P ak ikum) zunächs zu einem Ab all üh . De spä e e Ans ieg wi d
on den Au o :innen au einen e ände en Umgang mi den eigenen Einschä zun-
gen de be u lichen An o de ungen zu ückge üh . Angesich s diese E gebnisse
lieg die Schluss olge ung nahe, dass im wei e en Ve lau des S udiums ein kon i-
nuie liche Ans ieg de Leh e :innen-Selbs wi ksamkei zu inden is (siehe auch
See hale , 2017).
In e essan is , dass in Komplexi ä eduzie e P axise ah ungen die Selbs wi k-
samkei se wa ungen on Leh am ss udie enden s ä ken können (Weß e al.,
2020). Anknüp end an S udien zu sogenann en Leh -Le n-Labo en, in denen Leh -
am ss udie ende die Möglichkei haben, selbs en wickel e Le numgebungen in
kleinen Klassen zu e p oben, wäh end sie du ch ein beglei endes Semina Un e -
s ü zung e hal en (K o a & No dmeie , 2014; ü ein P axisbeispiel siehe z. B.
Rubne & Lukas, 2023; Weise e al., 2024), ziel das CaBi e-P ojek eben alls
da au ab, die Leh e :innen-Selbs wi ksamkei on eilnehmenden S udie enden
zu s ä ken. Die selbs s ändige Fö de ung de Schüle :innen bie e den S udie en-
den die Möglichkei , eigene E olgse ah ungen zu machen (Bandu a, 1997) und
diese in den wöchen lichen Beglei semina en hin eichend zu e lek ie en und zu
besp echen. Die wöchen lichen Coaching-Sessions dienen dazu, posi i e sowie ne-
ga i e E ah ungen zu e lek ie en, wobei die Möglichkei bes eh , sich übe diese
E ah ungen und gegebenen alls auch übe nega i e Emo ionen und Selbs zwei el
mi Kommili on:innen sowie Dozie enden auszu auschen. Du ch diesen Aus-
ausch e hal en die S udie enden we olle Rückmeldungen und le nen al e na i e
Lösungss a egien kennen. Diese Fo m de Un e s ü zung hil den S udie enden,
Bewäl igungss a egien zu en wickeln, die bei zukün igen He aus o de ungen an-
gewende we den können (Schwa ze & Je usalem, 2002). Au g und diese E ah-
ungen können die Selbs wi ksamkei se wa ungen ges ä k we den, selbs die
schwie igs en Si ua ionen aus eigene K a bewäl igen zu können (Bandu a,
1997).
Im Somme semes e 2024 wu den im Rahmen eine kleinen E alua ionss udie die
be u sbezogenen Selbs wi ksamkei se wa ungen de Teilnehmenden des CaBi e-
P ojek s (n = 14, da on 13 weiblich, 1 männlich, 0 di e s) e hoben und mi denen
eine Kon ollg uppe (n = 16, da on 12 weiblich, 4 männlich, 0 di e s) zu Beginn
und am Ende des Semes e s e glichen. In beiden G uppen be anden sich S udie-
ende im Schni im neun en Fachsemes e . S udie ende wu den mi dem meh di-
mensionalen F agebogen zu Leh e :innenselbs wi ksamkei (STSE, Scale o
114
Teache Sel -E icacy) on P i zne -Eden (2016) be ag . Diese basie au un e -
schiedlichen Un e ich s ä igkei en eine Leh k a anhand d eie Subskalen:
Schüle :innenmo i a ion (SM), Ins uk ionss a egien (IS) und Klassenmanage-
men (CM), die die Basisdimensionen gu en Un e ich s (Klieme e al., 2001) e-
p äsen ie en. Im STSE we den die S udien eilnehmenden ge ag , inwie e n sie
da on übe zeug sind, bes imm e Un e ich s ä igkei en e olg eich bewäl igen zu
können, wie zum Beispiel den Un e ich au das Leis ungsni eau de Schüle :in-
nen anzupassen (IS), s ö ungs eie Un e ich sabläu e auch bei au e enden
Schwie igkei en zu e möglichen (CM) und Schüle :innen auch un e schwie igen
Ums änden zu mo i ie en (SM).
Die E gebnisse (in Tabelle 2) zeigen, dass nach de Teilnahme am CaBi e-P ojek
die Leh e :innen-Selbs wi ksamkei , insbesonde e im Be eich de Ins uk ionss a-
egien, signi ikan höhe is , als am An ang des Semes e s. Im Be eich de Schü-
le :innenmo i ie ung und des Klassenmanagemen s gab es hingegen keine signi-
ikan en Ve ände ungen. In P axise ah ungen mi eduzie e Komplexi ä (kleine
G uppen) und mi Un e s ü zung (Coaching-Si zungen) kam es demnach nich zu
einem Absinken de Leh e :innen-Selbs wi ksamkei , sonde n diese konn e in ei-
nem Be eich soga signi ikan ges ä k we den (Weß e al., 2020).
Tab. 2. E gebnisse de E alua ion zu Wi kung des CaBi e-Semina s au die Selbs wi ksam-
kei se wa ungen on Leh am ss udie enden.
Zu Beginn des
Semes e s
Am Ende des
Semes e s
Selbs wi ksamkei s-
e wa ungen in Bezug au …
M SD M SD In aindi iduelle
Ve ände ung1
Expe imen alg uppe (N = 14)
…Ins uk ionss a egien 4,04 0,66 4,41 0,65 z = -2,54, p = 0,011, = 0,68
…Klassenmanagemen 3,55 0,71 3,86 0,64 z = -1,82, p = 0,069, = 0,49
…Schüle :innenmo i ie-
ung
4,09 0,74 4,21 0,57 z = -0,93, p = 0,354, = 0,25
Kon ollg uppe (N = 16)
…Ins uk ionss a egien 4,16 0,58 4,30 0,51 z = -0,72, p = 0,48, = 0,18
…Klassenmanagemen 3,73 1,01 4,09 0,79 z = -1,93, p = 0,054, = 0,48
…Schüle :innenmo i ie-
ung
4,0 0,56 4,28 0,42 z = -1,74, p = 0,082, = 0,44
Hinweis: M = Mi elwe , SD = S anda dabweichung, N = S ichp obeng öße, z = Tes we ,
p = Signi ikanzni eau, = E ek s ä ke; s a is ische P ü ung e olg e mi dem
Wilcoxon-Tes .
1 Au g und de eils ehlenden No mal e eilung wu den die Da en mi Wilcoxon-Tes s analysie .
115
3.2 Auswi kungen au Schüle :innen
Ziel des CaBi e-P ojek es is die indi iduelle Fö de ung on Schüle :innen. Um
diese zu planen und kon inuie lich zu e aluie en, e wenden S udie ende am
An ang, in de Mi e und am Ende des Semes e s Beobach ungsbögen, die Beson-
de hei en de Schüle :innen in den Be eichen Le n- und Leis ungsmo i a ion und
- e hal en, Emo ionales E leben und Sozial e hal en es hal en. Die Analyse on
Dokumen a ionen on 25 G undschüle :innen zeig e, dass übe den Ve lau eines
Semes e s (ca. 14 Wochen) signi ikan e Ve besse ungen in allen ie Be eichen zu
beobach en wa en (Lukas e al., 2024). Mi Blick au die oben genann en He aus-
o de ungen, denen Leh k ä e gegenübe s ehen (Ve hal ensau älligkei en on
Schüle :innen, zunehmende He e ogeni ä in den Klassen), wu den wei e e
Beobach ungsda en de Koho en des Win e semes e s 2023/2024 und des Som-
me semes e s 2024 zuge üg (insgesam n = 47) und analysie . E gebnisse zeigen,
dass S udie ende die Schüle :innen am Ende de Fö de ung im Ve gleich zum Be-
ginn als engagie e , selbs bewuss e , ziels ebige und le n eudige einschä z en
(Z-We e zwischen -3,12 und -2,82, p < 0,01). Sie konn en s uk u ie e , ausdau-
e nde und konzen ie e a bei en und ih e Zei besse ein eilen (Z-We e
zwischen -3,6 und -2,8, p < 0,01). Bezüglich des P ok as inie ens und de F us a-
ions ole anz nahmen S udie ende keine Ve ände ungen bei den Schüle :innen
wah . Zusammenge ass ha e die indi iduelle Fö de ung einen E ek au sowohl
die Le n- und Leis ungsmo i a ion als auch au das Le n- und Leis ungs e hal en.
Hinsich lich de im Bei ag besp ochene Thema ik on psychischen und Ve hal-
ensau älligkei en on Schüle :innen wa insbesonde e on In e esse, ob die
Fö de ung auch Ände ungen im Sozial e hal en und im emo ionalen E leben
bewi ken konn e. Bezüglich des sozial siche en Ve hal ens und de O enhei ü
Zusammena bei wa eine signi ikan e posi i e En wicklung zu e zeichnen
(Tabelle 3). Bezüglich des emo ionalen E lebens zeig en sich signi ikan e Ve bes-
se ungen in den Be eichen de gu en Laune und de Begeis e ungs ähigkei . In
ande en Be eichen wa zumindes , wenn auch nich signi ikan , eine Ve ände ung
in Rich ung adap i es emo ionales E leben und sozial e ägliches Ve hal en zu
e zeichnen.
116
Tab. 3. Mi elwe e und s a is ische Kennwe e zu den Beobach ungska ego ien des Sozial e -
hal ens und emo ionalen E lebens zu Beginn und am Ende des Fö de ungszei aumes
(N = 47).
Va iable Mi elwe
(SD)
Beginn de
Fö de ung
Mi elwe
(SD)
Ende de
Fö de ung
z p
Sozial e hal en
Sozial siche 3,62
(1,21)
3,96
(1,23)
-2,91 0,004 0,56
Koope ie end 3,79
(1,25)
4,04
(1,32)
-1,35 0,179 0,26
Agg essi 3,94
(2,07)
3,81
(2,22)
-0,78 0,437 0,15
Zu ück-
gezogen
3,32
(1,75)
3,49
(1,83)
-1,14 0,253 0,21
O en ü Zu-
sammena bei
3,91
(1,38)
4,49
(1,44)
-2,82 0,005 0,54
Emo ionales E leben
Gu gelaun
3,98 (1,21) 4,45 (1,28) -2,35 0,019 0,45
An iebslos 3,68 (1,64) 3,77 (1,58) -0,85 0,395 0,16
Wi d leich
wü end
4,00 (2,11) 3,81 (2,25) -1,13 0,260 0,22
Begeis e-
ungs ähig
3,38 (1,48) 3,74 (1,38) -2,12 0,034 0,41
Bed ück
3,45 (1,89) 3,40 (2,0) -0,15 0,881 0,03
Hinweis: SD = S anda dabweichung, N = S ichp obeng öße, z = Tes we , p = Signi ikanzni eau,
= E ek s ä ke
4 Diskussion
In dem hie o liegenden Bei ag s ell das Au o :innen eam ein Konzep o , in
dem ak uelle und b isan e He aus o de ungen an Schulen in sinn olle Weise mi
de Leh am sausbildung e knüp we den. Be ei s in de Leh am sausbildung is
es wich ig, neben den achlichen Kompe enzen auch pädagogisch-psychologische
Kompe enzen zu s ä ken, die ak uelle He aus o de ungen des Schulall ags ad es-
sie en. Leh k a zu sein bedeu e nich nu Wissens e mi lung, sonde n auch eine
117
(psychisch) gesunde En wicklung on Schüle :innen zu un e s ü zen (z. B.
Kunina-Habenich e al., 2012).
Ve schiedene Fo schungsa bei en konn en zeigen, dass sich Leh k ä e o nich
als gu genug au die ealen Begebenhei en in den Schulen o be ei e einschä zen
(z. B. Ande son e al., 2012; O’Fa ell e al., 2022; Whi ley, e al., 2013). Selbs -
wi ksamkei on Leh k ä en hinsich lich ih e eigenen p o essionellen Kompe-
enzen is jedoch ein Schu z ak o o Übe o de ung und Bu nou . Um Selbs -
wi ksamkei au zubauen, is es wich ig, um assende E ah ungen zu machen, sich
angs ei in geschü z em Rahmen und Komplexi ä minimie ausp obie en zu kön-
nen und kons uk i es, lösungso ien ie es Feedback übe sein Handeln zu e hal en
(Ande son e al., 2012; S o ey, 2016). Ma ins e al. (2015) a gumen ie en zudem,
dass de Ein luss de P axise ah ung au die Leh e :innen-Selbs wi ksamkei da-
on abhängig is , ob diese als E olg ode Misse olg bewe e wu den. Die P o-
jek e alua ion on Lukas e al. (2024) s ü z die Sich , dass CaBi e-S udie ende
das P ojek insgesam als e olg eich und als Gewinn ü die Wei e en wicklung
ih e p o essionellen Kompe enzen beu eilen. Insbesonde e die Re lexion und de
Aus ausch übe die eigenen E ah ungen in den Coaching-Si zungen, häu ig e -
bunden mi de on ande en Bewäl igungss a egien, lassen E olgse wa ungen
en s ehen. In e essan wä e nun, den wei e en Ve lau de En wicklung de Leh-
e :innen-Selbs wi ksamkei zu un e suchen, wenn die Koho e das Re e enda ia
beginn . Ein Follow-up is de zei in Planung. Ca uso e al. (2021) kons a ie en au
S udien e weisend, dass S udie ende in P axisphasen im Sinne des Modellle nens
häu ig das Ve hal en de schulischen Men o :innen übe nehmen, ohne dies (k i-
isch) zu e lek ie en. Dabei g ei en S udie ende sel en au an de Hochschule e -
le n e wissenscha liche E kenn nisse zum Un e ich und dessen Ges al ung zu-
ück. Unse e E gebnisse deu en da au hin, dass eine engmaschige e kon inuie li-
che Beglei ung, die Raum ü Aus ausch, Aneignung on Bewäl igungss a egien
und Re lexion gib , S udie ende in P axisphasen in de En wicklung on p o essi-
onellen Kompe enzen im Allgemeinen und de en Selbs wi ksamkei se wa ungen
im Besonde en un e s ü z . Gelegenhei en ü diese Le ne ah ungen soll en in den
Cu icula mode ne Leh am sausbildungen mi gedach und in eg ie we den.
Du ch die imme he e ogene we dende Schüle :innenscha , u. a. beding du ch
Mig a ion und s eigenden psychosozialen Au älligkei en, abe auch de e höh-
en Au me ksamkei diese Phänomene, wi d de Inklusionsgedanke imme be-
deu same und wei e sich au alle Schula en aus, nich nu au die Fö de schule
ode Schulen mi Inklusionsschwe punk (Blasse e al., 2021). Da dies seh
he aus o de nd is , kommen in Schulen e s ä k mul ip o essionelle Teams zum
Einsa z, um die Klasse als Ganzes zu un e ich en und gleichzei ig indi iduelle
Un e s ü zungsbeda e zu ad essie en. Fü eine gu e Zusammena bei is solchen
Teams bewäh sich, die e schiedenen Funk ionen und Rollen de Mi gliede zu
118
klä en und anspa en zu machen (Kielblock e al., 2020). Pädagogische Fach-
k ä e wie Schulsozialpädagog:innen können Leh k ä e in de P ä en ionsa bei
un e s ü zen. Schulpsycholog:innen können bei de Diagnos ik on Au älligkei-
en hinzugezogen we den. Die Leh pe son wi d jedoch imme die Pe son sein, die
mi den be o enen Kinde n den e s en und häu igs en Kon ak ha . Ein G undla-
genwissen und G und e s ändnis ü die A bei de ande en Ak eu e is deswegen
une lässlich. De Schule komm als O ü s a indende P ä en ions- und In e -
en ionsmaßnahmen eine besonde e Bedeu ung zu, da Kinde und Jugendliche
do seh iel Zei e b ingen und P ä en ionsmaßnahmen ühzei ig anse zen kön-
nen (B andenbu g e al., 2023; Schmi z e al., 2024; Schul e-Kö ne, 2022). Das
hie o liegende Konzep bie e einen Ansa z, wie Leh am ss udie ende hie einen
Bei ag leis en können und dabei ih e P o essionali ä s ä ken.
Li e a u
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M. Fabel-Lamla, J. Hinzke, A. Moldenhaue , L. Peuke , C. Rein jes & K. e Poel
(H sg.) Koope a ion – Koo dina ion – Kollegiali ä . Be unde und Disku se zum
(mul i-)p o essionellen Zusammenwi ken pädagogische Ak eu * innen an Schu-
len. Julius Klinkha d .
Co ona und Co id s ehen ü konk e e K isene ah ungen de jünge en Zei .
Sie sind zugleich Symbol ü sich anbahnende Polyk isen des 21. Jah hunde s ,
die ande s als o 50 Jah en wah genommen we den. Es geh um Zusam-
menhänge zwischen K iegen, Klima, Demok a ie, Mig a ion, Wohls ands-
e eilung, Gesundhei , Bildung usw. Dami e bundene Zukun s agen e -
scheinen zunächs abs ak , können abe zugleich seh konk e we den, wenn
sich die bekann en Lebenssi ua ionen ände n und zu Einsch änkungen des
äglichen Lebens üh en. Neben psycho-sozialen e en biologische He aus-
o de ungen, die das Gesam des Menschen und seine po enziellen Mensch-
lichkei au den P ü s and heben. Eine unübe sich liche und abs ak e schei-
nende Wel o de alle massi he aus.
De sieb e Band des Weinga ne Dialogs übe Fo schung leg einen Fokus
au bildungswissenscha liche F agen, die sich mi de Besch eibung und
Bewäl igung mul iple K isenlagen beschä igen. Es geh um ein sys ema i-
sches Ve s ändnis bio-psycho-soziale He aus o de ungen als Be- und Übe -
las un gen, K isenszena ien, da au bezogene Bildungsziele, schulische Bea -
bei ungsop ionen, P ä- und In e en ionsmöglichkei en sowie Möglichkei en
eine zukun so ien ie en S ä kung kommende Gene a ionen. Dami we den
auch die Lei pe spek i en de Pädagogischen Hochschule in e - und ansdis-
ziplinä ges ä k : Bildung ü nachhal ige En wicklung, Umgang mi He e o-
geni ä und Di e si ä sowie k i isch-kons uk i e Umgang mi digi a len
Medien im Anschluss an die Pandemie zwischen Chancen und Beg enzungen.
Die Publika ion ich e sich an alle im Bildungsbe eich Ak i en, die aus den
gemeinsam ge eil en G enze ah ungen le nen wollen, um beim nächs en
Mal ande s o be ei e zu sein.
G ego Lang-Woj asik / S e an König (H sg.)
Weinga ne Dialog übe Fo schung 7
G.Lang-Woj asik / S. König (H sg.) Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen in eine k isenbeladenen Wel
klemm +
oelschläge
Weinga ne Dialog übe Fo schung
7
Klemm+Oelschläge
ISBN 978-3-86281-194-6
Bio-Psycho-Soziale He aus o de ungen
in eine k isenbeladenen Wel
und bildungs ele an e Op ionen
E-Book-ISBN 978-3-86281-195-3