Muhsal, Fabian; G aalmann, Ka ha ina
Dokumen a ische Bildin e p e a ion on Da um #7 un e Hinzunahme on KI
als Ve gleichsho izon
Da um & Disku s 7 (2025), 24 S.
Quellenangabe/ Re e ence:
Muhsal, Fabian; G aalmann, Ka ha ina: Dokumen a ische Bildin e p e a ion on Da um #7 un e
Hinzunahme on KI als Ve gleichsho izon - In: Da um & Disku s 7 (2025), 24 S. - URN:
u n:nbn:de:0111-pedocs-344806 - DOI: 10.25656/01:34480
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344806
h ps://doi.o g/10.25656/01:34480
in Koope a ion mi / in coope a ion wi h:
h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/index
Nu zungsbedingungen Te ms o use
Dieses Dokumen s eh un e olgende C ea i e Commons-Lizenz:
h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.de - Sie dü en das We k
bzw. den Inhal e iel äl igen, e b ei en und ö en lich zugänglich machen
sowie Abwandlungen und Bea bei ungen des We kes bzw. Inhal es
an e igen, solange Sie den Namen des Au o s/Rech einhabe s in de on ihm
es geleg en Weise nennen.
This documen is published unde ollowing C ea i e Commons-License:
h p://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/deed.en - You may copy, dis ibu e
and ende his documen accessible, make adap a ions o his wo k o i s
con en s accessible o he public as long as you a ibu e he wo k in he
manne speci ied by he au ho o licenso .
Mi de Ve wendung dieses Dokumen s e kennen Sie die
Nu zungsbedingungen an.
By using his pa icula documen , you accep he abo e-s a ed condi ions o
use.
Kon ak / Con ac :
peDOCS
DIPF | Leibniz-Ins i u ü Bildungs o schung und Bildungsin o ma ion
In o ma ionszen um (IZ) Bildung
E-Mail: [email p o ec ed]
In e ne : www.pedocs.de
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 1 on 24
Dokumen a ische Bildin e p e a ion on Da um
#7 un e Hinzunahme on KI als Ve gleichsho i-
zon
Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann
1 Einlei ung
In diesem Bei ag beschä igen wi uns mi dem im Call o geschlagenen Da um #7 mi els eine
Dokumen a ischen Bildin e p e a ion. Dabei geh es uns anhand de In e p e a ionssch i e de Do-
kumen a ischen Me hode ( gl. Bohnsack, 2014) um die Rekons uk ion on O ien ie ungen des ab-
bildenden Bildp oduzen en (Fo og a Julian Ge main) eine sei s und de abgebilde en Bildp odu-
zen :innen (Pe sonen au dem Da um #7 und den ande en Bilde n de Reihe) ande e sei s hinsich -
lich de en Ve s ändnisses on „Klassen aum“ (s. hie zu e ie Kap. 2). Unse Fokus lieg da au ,
möglichs nah am Ma e ial die jeweiligen ekons uie en O ien ie ungen zu besch eiben und „Klas-
sen aum“ aus dem Bild he aus zu assen. Um uns dabei on unse en eigenen Annahmen und P ä-
gungen emde machen bzw. um eben diese in de Rekons uk ionsphase iden i izie en und be-
nennen zu können, explizie en wi im Vo eld unse e jeweiligen Vo annahmen und e suchen nach-
olgend dann, diese me hodisch kon ollie im P ozess de In e p e a ionen im Blick zu hal en, in-
dem wi sie als empi ischen Ve gleichsho izon he anziehen1. Die Explika ion zu Beginn des Bei ags
spiegel dabei auch den Fo schungsp ozess wide , da diese Explika ion auch hie den An ang da -
s ell e und s a and, be o das Bild bea bei e wu de.
Als wi den Call gelesen haben, ha en wi jeweils Vo annahmen zum Thema „Klassen aum“ im Kop ,
welche wi unabhängig oneinande no ie haben:
Fabian Muhsal: „Wenn ich an einen Klassen aum denke, dann sehe ich o allem Schüle :innen und
eine Leh k a . Zusä zlich gib es mindes ens zwei Si zplä ze p o Pe son, eine an einem Tisch mi
einem S uhl und einen zwei en in einem Si zk eis. De Si zk eis is o ( o allem in G undschulen)
du ch Bänke schon o s uk u ie , sodass die Si zo dnung an den Tischen nich e ände we den
muss. Auße dem is de Klassen aum mi e schiedenen Ma e ialien zum Le nen bzw. als E inne-
ungen an Fachinhal e ausges a e . An den Fens e n hängen o Schüle :innen-P oduk e, die de
Jah eszei en sp echen. In wei e üh enden Schulen inde sich wenige Deko an den Wänden, da ü
1 Diese Explika ion on Vo wissen und Vo annahmen wi d in Fo schungswe ks ä en häu ig du chge üh , um jene
anschließend aus de In e p e a ion zumindes im analy ischen Sinne ‚zu suspendie en‘. Dies is ü unse Vo gehen in
de me hodologischen Angeleg hei de Dokumen a ischen Me hode ‚ ypisch‘ ( gl. z.B. G aalmann e al., 2022).
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 2 on 24
meh Schüle :innen-E gebnisse, wie z.B. Plaka e ode Bilde aus dem Kuns un e ich . Fes ange-
leg e Si zk eise inden sich eben alls nahezu ausschließlich in de G undschule. Die Si zo dnung is
imme au eine Ta el (K eide ode elek onisch) ausge ich e . In diese Blick ich ung s eh auch das
Pul de Leh k a . An den Wänden be inden sich Sch änke mi Fäche n ü die Schüle :innen, in
denen sie Ma e ialien au bewah en können.“
Ka ha ina G aalmann: „Wenn ich an einen Klassen aum denke, sehe ich eine Leh pe son zwischen
Pul und Ta el s ehend, o ne im Raum, lächelnd in eine Runde on Schüle :innen blickend, die in u-
ö mige Tischano dnung si zen. Fas schon oman isie end schein die Sonne du ch eine Fens e -
on , die sich übe die gesam e Raumlänge e s eck , und de g üne Linoleumboden ha lau e
schwa ze S ei en on den Sohlen de S aßenschuhe de Schüle :innen. Es hängen iele Pos e ode
(Le n-)Plaka e an den Wänden und Pläne, z.B. we welchen Diens in de ak uellen Woche übe -
nimm . Es gib Sch änke hin en im Raum, also Pul und Ta el gegenübe und hin e de le z en Reihe
on Schüle :innen, in denen Büche , He e, Pläne, sons iges Ma e ial au bewah we den können,
p o Schüle :in. Au den Tischen liegen E uis/Schlampe , He e, Büche , Handys he um und es s ehen
T ink laschen d au . An den Tischen hängen Schul anzen ode Rucksäcke und die Jacken liegen bei
den Schüle :innen s a an de Ga de obe, die di ek links neben de Tü in den Raum ein an de
Wand häng .“
Au ällig is , dass wi beide seh konk e e Vo s ellungen o mulie en – sowohl übe in einem Klas-
sen aum anwesende Pe sonen als auch übe die a chi ek onische Anlage und Auss a ung des
Raums. Diese a iie in beiden Vo s ellungen leich , weis abe im G oben homologe S uk u an-
nahmen au – Schüle :innenp oduk e an den Wänden, Pul , Ta el, Tische, S ühle und Ano dnung
diese , um einige Beispiele zu nennen. Dass wi so ähnliche Vo s ellungen haben, läss sich da au
zu ück üh en, dass wi selbs jah elang in Klassen äumen saßen und de en S uk u en und Wi kun-
gen e inne lich haben. Da wi ähnlich al sind und in ähnliche äumliche Lage zu Schule gegan-
gen sind, bilde sich hie eine mögliche G undlage ü unse e e gleichba en Pe spek i en au den
Gegens and „Klassen aum“.
Diese Pe spek i en könn en du ch die Bilde aus de Reihe des Fo og a en Julian Ge main „ka aly-
sie “ we den, wie Russell Robe s dies besch eib , de un e halb de e s en Fo og a ie aus de Reihe
„Class oom Po ai s (2004-205)“ des empi ischen Da um #7 zi ie wi d und dami eine Akzen uie-
ung bzw. He o b ingung on gemach en E ah ungen mein . Auch dieses Zi a im Kon ex des Da-
um #7 ha uns ü die Rele anz unse es eigenen E ah ungs aums „Klassen aum“ und die Zugäng-
lichkei zu diesem sensibilisie .
Im Kapi el 2 besch eiben wi unse me hodisches Vo gehen, um eine sei s das Ve ah en nach oll-
ziehba zu machen und ande e sei s au zuzeigen, an welchen S ellen wi unse Vo wissen me ho-
disch kon ollie einzuo dnen e such haben, dami wi unse e Assozia ionen zum „Klassen aum“
nich o de g ündig in die In e p e a ion(en) einbinden, sonde n o en ü das sind, was das Bild on
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 3 on 24
sich auslie e . Nachdem wi diese Vo übe legungen also me hodologisch als Ve gleichsho izon e
eino dnen und das Vo gehen de wei e en Analyse besch eiben, we den wi das empi ische Da um
#7 zunächs o mulie end und anschließend e lek ie end in e p e ie en (Kap. 3). Im Sinne de kom-
pa a i en Analyse (Bohnsack, 2011, S. 43) kon as ie en wi d ei Sich weisen au „Klassen aum“
(Kap. 4), indem wi die O ien ie ungen de Bildp oduzen :innen (abbildende (Fo og a ) und abgebil-
de e (Schüle :innen)) (a) mi unse en Vo annahmen, die be ei s explizie wu den, (b) mi den an-
de en Bilde n de Bild eihe des Fo og a en und (c) abschließend mi einem KI-gene ie en Bild e -
gleichen, um die im empi ischem Da um #7 en hal enen O ien ie ungen au „Klassen aum“ ekon-
s uie en zu können. Übe den Einbezug eines KI-gene ie en Bildes eines Klassen aums e ö ne
sich die Möglichkei , meh in einem kollek i en Sinn eine Pe spek i e au Klassen aum mi einzube-
ziehen, um insgesam die im Call zen al ges ell e F age, was uns bei allen Va ianzen zu Iden i ika-
ion eines Klassen aums kommen läss , zu okussie en.
2 Me hodologische und me hodische Eino dnungen
Me hodologische G undlage unse es Vo gehens is die p axeologische Wissenssoziologie
(Bohnsack, 2017) bzw. das da in en hal ene Konzep de Kollek i i ä . Wi wählen die Dokumen a-
ische Bildin e p e a ion als ekons uk i en Fo schungszugang, um das kollek i e Wissen übe
„Klassen äume“ he auszua bei en (Asb and, 2011, S. 1). Wissen wi d in „konjunk i en E ah ungs-
äumen“ (Bohnsack, 2017, S. 176 .) e b ei e und als Kollek i habi us inko po ie . Gleiche Exis-
enzbedingungen endie en dazu, gleich ö mige Disposi ionen zu scha en. Es en s eh also ein ge-
eil es Wissen, das jeweils in einen g uppenspezi ischen Habi us münde . De „G uppenhabi us, de
kollek i e, de klassen- ode milieuspezi ische Habi us“ (Bohnsack, 2017, S. 192) wi d in z.B. Bilde n
du ch die Ges al ungsleis ungen de Bildp oduzie enden sich ba bzw. kann anhand de Ges al ung
diese ekons uie we den. Es lassen sich zwei A en de Bildp oduzen :innen un e scheiden: die
„abgebilde en Bildp oduzen Innen (den o de Kame a Agie enden) und den abbildenden Bildp o-
duzen Innen (den Fo og a ie enden und noch danach an de Bea bei ung des Bildes Be eilig en)“
(Bohnsack, 2022, S. 597, He .i.O.).
Bei Bildanalysen im Sinne de Dokumen a ischen Me hode geh es zunächs mi de o mulie enden
In e p e a ion da um, kommunika i e Wissensbes ände zu explizie en, um dann in einem zwei en
Sch i , dem de e lek ie enden In e p e a ion, konjunk i e Wissensbes ände ekons uie en zu
können. Diese Un e scheidung e klä Bohnsack mi Mannheim (1964, S. 118) du ch die Un e schei-
dung zwischen dem „in endie en Ausd uckssinn“ (Bohnsack, 2007, S. 88) und de Sinns uk u sei-
nes P oduk s, dem „Dokumen sinn“ (ebd.). Das Besonde e da an is , dass de Dokumen sinn im Bild
imme o handen is , auch wenn die Bildp oduzen :innen sich dessen nich bewuss sind: „De
‚Schöp e ‘ (mi dem nich nu de Küns le gemein is ) ep äsen ie mi seinem We k also kollek-
i e, d.h. kul u elle und milieuspezi ische Sinnzusammenhänge, in die e selbs eingebunden is ,
ohne dass e sich hie übe heo e isch- e lexi Rechenscha ablegen müss e“ (ebd.).
Mi de o mulie enden In e p e a ion we den das Bild und die do e kennba en Handlungen in
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 4 on 24
einzelnen Elemen en besch ieben, dies bezeichne Bohnsack (2011, S. 56-57) als die Besch eibung
de o ikonog a ischen Ebene (3.1) und de ikonog a ischen Elemen e (3.2). Hie bei is es wich ig,
das eigene Vo wissen und die eigenen Pe spek i en nich zum einzigen Bezugspunk ode Gegen-
ho izon zu machen (s.o.: unse e Vo annahmen), sonde n empi ische Ve gleichs älle hinzuzuneh-
men, die da ü so gen, dass sich die Ve gleichs olie insgesam e wei e . Es soll also nich das Com-
mon-Sense-Wissen übe mögliche Elemen e im Bild e d äng , sonde n ein mögliches Wissen um
die „ all- ode auch milieuspezi ische Besonde hei des Da ges ell en“ (Bohnsack, 2009, S. 33) zu-
ückges ell we den. In diesem Fall e kennen wi z.B. die abgebilde en Lebewesen/Menschen als
Kinde , alle dings nich so o /unmi elba als Schüle :innen. Dabei bedienen wi uns „kommunika-
i -gene alisie en Wissensbes änden“ (Bohnsack, 2011, S. 56 .), die ein E kennen on Gegens än-
den in „s e eo ypisie ende Fo m“ (ebd.) e möglichen. Ein Iden i izie en als Kinde is also, au
G undlage on Gesich szügen und Kö pe g öße, möglich, da diese In e p e a ion wah scheinlich
iele Menschen zus immen wü den. Ob dies auch a sächlich Schüle :innen sind, is da schon schwe-
e zu e kennen und abhängig on spezi ischen A ibu en, wie z.B. die Möglichkei , eine Schule be-
suchen zu können, und kann hie nich au den e s en Blick angenommen we den. Dies kann dann
in de Folge geschehen, wenn wi meh e e Elemen e iden i izie en, die da au e weisen, dass es
sich um Schüle :innen handeln könn e.
Das G undge üs de e lek ie enden In e p e a ion des Bildes s ell die Rekons uk ion de o malen
Komposi ion da . Mi Reku s au Imdahl un e scheide Bohnsack d ei Dimensionen des o malen
komposi ionellen Au baus des Bildes: die „pe spek i ische P ojek ion“, die „szenische Cho eog a ie“
und die „planime ische Ganzhei ss uk u “ (Bohnsack, 2011, S. 57). Fü die A bei mi Bilde n
schläg e eine expe imen elle Ve ände ung de gesam en Komposi ion des Bildes o sowie das
He anziehen on empi ischen Ve gleichs ällen. Bohnsack nenn dies „Komposi ions a ia ion“
(Bohnsack, 2007, S. 80). So soll die eigene S ando e bundenhei me hodisch kon ollie we den
(Bohnsack, 2017, S. 239, s. Kap. 1). Anhand de e schiedenen Sch i e de o mulie enden In e p e-
a ion, de E assung de Planime ie und de kompa a i en Analyse e schiedene all-in e ne
(Komposi ions a ia ion) und all-ex e ne (Vo annahmen, ande e Bilde ) Ve gleichsho izon e kann
dann eine abschließende Rekons uk ion de O ien ie ungen s a inden, in dem A bei ssch i de
ikonologisch-ikonischen In e p e a ion (3.3.5). Abschließend e p oben wi die Ve wendung on
Küns liche In elligenz (KI) an zwei S ellen im me hodischen Ablau : Zum einen als Ve gleichsho i-
zon und zum ande en als Komposi ions a ia ion (Kap. 4).
3 Bildbesch eibung und -in e p e a ion des Da um #7
Nach olgend we den alle besch iebenen Sch i e de Dokumen a ischen Bildin e p e a ion exemp-
la isch anhand des o geschlagenen Da ums #7 explizie . De Au bau des Bei ags olg dabei dem
oben besch iebenen Vo schlag on Ral Bohnsack. Die jeweiligen Sch i e we den zunächs ku z um-
issen und dann am Ma e ial aus üh lich ollzogen. Dabei is uns bewuss , dass die nach olgende
seh genaue Bildbesch eibung nich in dem Maße no wendig is . Wi gehen abe aus zwei G ünden
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 5 on 24
so o :
(1) Die Abbildung des hohen De ailg ades heb die Genauigkei de Auseinande se zung he o
und e höh da übe die in e subjek i e Nach ollziehba kei , da so alles e wähn wi d, was
wi in die In e p e a ion einbeziehen. Diese genaue Blick au das Bild ha uns als A bei s-
sch i ü iele De ails die Augen geö ne , die in einem so bekann en Kon ex wie Schule
schnell übe sehen we den könn en.
(2) Auße dem e möglichen wi da übe einen Sch i in Rich ung Abbau on Ba ie en ü Fo -
sche :innen mi Sehbeein äch igungen, die so nich da au angewiesen sind, die e kü z en
Besch eibungen und In e p e a ionen abzugleichen, sonde n auch selbs p ü en können, ob
sie so eben alls in e p e ie en wü den.
3.1 Vo ikonog a ische Ebene
Hie wi d zunächs das Bild genau besch ieben, das spä e als G undlage ü die In e p e a ion ge-
nu z wi d (Bohnsack, 2022, S. 601). Es wi d also au ge üh , was au dem Bild zu sehen is
(Bohnsack, 2011, S. 19) und zwa aus de Pe spek i e de bildp oduzie enden Pe son(en). Wich ig
is dabei, dass Dinge hie nu de a e kann we den, wie sie ohne spezi isches Wissen (um Schule,
Klassen aum ode Schulklasse) e kennba sind. Um den Besch eibungen de abgebilde en Pe sonen
besse olgen zu können, ügen wi hie eine bea bei e e Ve sion des Da um #7 ein. So we den Be-
sch i ungen, die wi in de nach olgenden In e p e a ion g undgeleg haben, nach ollziehba (Abb.
1).
(Abb. 1: Numme ie ung de Pe sonen au dem Bild)
Au de Fa b o og a ie sind 29 Kinde in einem Raum zu sehen. Das Bild äg die Un e sch i : „Mo -
combe Communi y School, Eas bou ne, UK. Yea 1, Li e acy, 2015“. Ein Kind is im Gesich e pixel
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 6 on 24
(252). Alle Kinde schauen in Rich ung de o obe ach enden Pe son bzw. des abbildenden Bildp o-
duzen en. Ach Kinde si zen au S ühlen, sieben au dem Fuß-/Teppichboden und die es lichen
Kinde s ehen. Die Kinde sind un e schiedlich g oß und agen ähnliche Kleidungss ücke in den Fa -
ben Blau, Weiß, G au, Schwa z. Sie agen en wede Hosen, Poloshi s, Pullo e , S ickjacken, Blusen
ode Kleide und dazu Socken und Schuhe, wobei weiblich gelesene Kinde ehe Kleide und Blusen
agen und männlich gelesene ehe Polo-Shi s ode Pullo e . Im Raum be inden sich Tische und
S ühle, wobei die S ühle übe wiegend an den Tischen s ehen und nich gepols e sind. Nu eine
Si zgelegenhei s eh nich am Tisch und is gepols e , sie sieh aus wie ein Sessel. Im Bild zu sehen
sind zwei Wände und zwei Fens e , eine Decke mi d ei länglichen ech eckigen Lampen, ein an de
Decke be es ig e Beame sowie eine Leinwand. An den Wänden hängen einige Plaka e, eine Uh
und Deko a ionen in e schiedenen Fo men und Fa ben, die eilweise auch in den Raum hinein a-
gen. Die Fens e links im Bild sind mi eilweise he un e gelassenen blauen Rollos ausges a e . Au
die hin e e Wand sind e schiedene Dinge gekleb ode be es ig .
Im Bild o de g und si z links au einem blauen S uhl ein Kind (4) mi Zahnlücke in de obe en Zahn-
eihe und e sch änk en Händen, die au ein au geschlagenes Buch geleg sind, das au dem Tisch
lieg , an dem das Kind si z . Au de ech en Sei e des Bild o de g undes si zen zwei Kinde an einem
ande en Tisch (24, 28). Ein Kind da on (24) si z au einem blauen S uhl, was dadu ch sich ba wi d,
dass de S uhl leich ged eh is . Die ande en Kinde im Bild o de g und si zen so zu Kame a, dass
die S ühle nich e kennba sind. Das Kind au dem blauen S uhl (24) ha die A me übe einande
e sch änk und die un en liegende ech e Hand au ein He geleg , das zugeschlagen au dem Tisch
lieg . Das Kind äg einen osa Haa ei mi osa Blü e, die au de linken Kop häl e sich ba is .
Neben dem Kind si z ein wei e es Kind (28), dessen Obe a me, Schul e n und Kop zu sehen sind.
Dieses Kind äg ein weißes Hemd un e einem blauen Pullo e . Au dem Tisch o diesem Kind is
eine Ecke eines He es zu e kennen. Hin e diesem Kind s eh ein Kind mi je einem Zop zu jede
Sei e des Kop es (29). Das Kind äg eine ku zä melige weiße Bluse un e einem Kleidungss ück, das
ein Kleid sein könn e. Die zwei Tische im ech en Bild o de g und, an denen die Kinde (24, 28)
si zen, sind aneinande geschoben. De hin e e Tisch, an dem die beiden Kinde si zen, is sei lich
abgesch äg . An dem o de en Tisch is ein g aue S uhl zu sehen, au dem niemand si z . Au die-
sem Tisch s eh ein bläuliche Behäl e , de eine Besch i ung mi dem Wo „Che y“ au weis , mi
einem Bild eines (Ki sch-)Baums. An dieses Bild sind Namensschilde gehe e : „Ella-Louise“, „An-
onella“, „Cha lo e“. An onella is in blau gesch ieben, die beiden ande en Namen in o .
Im Bildmi elg und sind au de linken Bildsei e ie Kinde zu sehen, die an einem Tisch si zen (1, 3,
8, 9). Außen links s ü z ein Kind den Kop mi dem linken A m ab, de ech e A m lieg au dem Tisch
und die Hand be üh ein He (1). Das Kind äg eine ku zä melige Bluse un e einem g auen Obe -
eil, jedoch sind die Ä mel e was länge als bei dem Kind im Bild o de g und. Links neben dem Kind
2 Um eine besse e Nach ollziehba kei zu gewäh leis en, wu den die Kinde du chnumme ie (s. Abb. 1). Dies dien
lediglich de Genauigkei de Besch eibung und s ell keine We ung da .
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 7 on 24
liegen d ei Bun s i e au dem Tisch. Rech s neben dem Kind si z ein Kind, on dem de Kop und
die ech e Häl e des Obe kö pe s bis zum Obe a m sich ba is (3). Die linke Häl e wi d e deck
du ch das Bild eines Baumes, an dem ie nich lesba e Schilde be es ig sind. Das Kind äg eine
hellblaue Bluse. Zwischen diesen beiden Kinde n s eh ein wei e es Kind (2). Es ha ein au geschla-
genes Buch in den Händen o dem Obe kö pe . Die Hände s ü zen den Buch ücken e sch änk ab.
Das Kind ha zwei ge loch ene Zöp e und äg eine hellblaue Bluse mi einem g auen Kleid d übe .
Es sieh so aus, als wü den die ande en Kinde mi den g auen Obe eilen auch dieses Kleid agen,
da es gleich geschni en is . Links om Kind (2) is ein Fens e zu sehen. Das Kind s eh un e einem
blauen Dach, an dessen Rand in Wimpel o m eine Gi lande mi e schiedenen Landes ahnen häng .
Dieses Dach is an de Decke ode de Leis e ü die Fens e ollos be es ig . Rech s on den beiden
Kinde n (1, 3) an de Tischsei e di ek hin e dem besch iebenen Kind aus dem linken Bild o de -
g und si zen zwei Kinde (8, 9). Das o de e (8) si z sch äg am Tisch au einem blauen S uhl, sodass
das linke Bein, de Obe kö pe und de Kop e kennba sind. Die Hände um assen das Tischende,
die linken Finge sind übe die ech en geleg . Un e dem ech en A m is ein He zu sehen. Das
Kind äg ein blaues Poloshi und eine ku ze g aue Hose sowie schwa ze Schuhe. Das Kind dahin e
(9) si z eben alls au einem blauen S uhl, lehn sich nach hin en und schau so an dem Kind (8)
o bei. Auch o diesem Kind (9) lieg au dem Tisch ein geö ne es He . Das Kind ha lange Haa e,
die übe die Schul e n allen. Es äg eine weiße ode hellblaue Bluse und einen blauen Ca digan.
An de Rückenlehne des S uhls dieses Kindes lehn de Kop eines wei e en Kindes, das au dem
Boden si z (11). Das Kind si z zwischen den beiden S ühlen de ge ade besch iebenen Kinde (8, 9)
im Schneide si z au dem Fuß-/Teppichboden, häl mi de linken Hand das ech e Schienbein und
s ü z sich mi de ech en Hand des du chges eck en A mes au dem Boden ab. Vo diesem Kind
lieg ein He au dem Boden. Es äg einen blauen Pullo e , aus dem am Hals ein blaue K agen
ag , sowie eine schwa ze lange Hose und schwa ze Schuhe. Neben dem Kind si z ein lächelndes
Kind au dem Boden (17). Es si z im Schneide si z und häl mi beiden Händen ein Buch mi de
Au sch i „My wobbly oo h mus no e e ne e all ou “ und zwei un e schiedlich g oßen, gezeich-
ne en Figu en au dem Co e es . Das Buch is au ech und nich au den Boden geleg . Das Kind
äg eben alls einen blauen Pullo e , aus dem ein blaue K agen am Hals ag , und schwa ze
Schuhe. Die Beine sind nu eilweise zu sehen und nich mi Kleidung bedeck . Hin e diesem Kind
si zen ie wei e e Kinde (12, 14, 18, 20). Rech s om Kind si zen zwei (18, 20) und di ek hin e
dem Kind e was nach links e ück zwei wei e e (12, 14). Links si z o ne ein Kind im Schneide si z,
die A me au die Knie geleg (14). Es äg eine hellblaue Bluse und weiße Socken mi Riemchensan-
dalen. Dahin e is ein Kind mi sei lich ge loch enem Zop zu sehen, eben alls mi hellblaue Bluse
(12). Rech s daneben si z ein Kind (20) im Schneide si z mi einem He au den Knien, das un en
mi beiden Händen es gehal en wi d. Au dem He s eh „BE GENTLE“ gesch ieben. Das Kind äg
einen blauen Pullo e , un e dem ein weiße K agen he o schau . Hin e diesem Kind si z eines,
das den linken Zeige inge in die Lu s eck (18). Es häl ein He o seinem Obe kö pe und schau
ech s an dem o ihm si zenden Kind o bei. Es schein , als üge es einen blauen Pullo e , auch
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 8 on 24
wenn iel om Obe kö pe e deck is . Im ech en Bildmi elg und si z zwischen den beiden Kin-
de n aus dem ech en Bild o de g und ein Kind genau in de Lücke (26). De linke Obe a m sowie
de Kop sind zu sehen. Das Kind äg ein blaues Poloshi un e einem blauen Pullo e .
Im Bildhin e g und s ehen zehn Kinde in eine Reihe. Ganz links lehn ein Kind mi o enen Haa en
an einem g ünen, gepols e en S uhl (5). Das Kind äg einen blauen Ca digan übe einem hell-
blauen Kleid ode Rock. Hin e dem Kind sind an de Wand ein Plaka und ein Pos e angeb ach .
Au dem Plaka s eh „AROUND THE WORLD“ und au dem Pos e „My i s wo ld map“. Es sind, wie
auch schon an dem blauen Dach, un e dem Kind (2) mi den ge loch enen Zöp en aus dem Bildmi -
elg und s eh , e schiedene Wimpel mi Flaggen au gehäng . Au dem g ünen Pols e s uhl, an dem
das Kind (5) ganz links im Bildhin e g und mi beiden Un e a men abges ü z lehn , si z ein Kind
mi o dem Obe kö pe e sch änk en A men an ein paa Büche ode He e zwischen sich und de
Rückenlehne gelehn (6). Das Kind si z sei lich au dem S uhl, die Beine sind zu Sei e ge ich e , das
linke Bein is übe das ech e geschlagen. Das Kind äg einen blauen Pullo e übe einem blauen
Poloshi und eine g aue ode schwa ze lange Hose. Neben diesem Kind sind de Kop und die ech e
Schul e eines wei e en Kindes zu sehen (7). Dieses Kind ha zwei Zöp e je sei lich om Kop . Das
Kind äg ein blaues Obe eil, un e dem ein hellblaue K agen he o schau . Mi e was Abs and
s eh ein Kind in hellblauem Kleid daneben, das mi beiden Händen ein Buch o sich häl (10). Hin e
diesen beiden Kinde n is eine weiße Ta el zu sehen, au de „Monday 13 h July 13-7-15“ gesch ie-
ben is und an de en linke obe e Ecke d ei Sp echblasen hängen. Au de obe en, die g ün is , s eh
in weiß „whispe ed“, au de mi le en, die o is , s eh in weiß „g un ed“, und au de un e en, die
blau is , s eh in weiß „said“. Zudem sind ein Emoji, dessen Mund wie ein umgekeh es U ge o m
is , und ein Puzzle eil au de Ta el zu e kennen. An de Wand hin e diese Leinwand häng ein
blaues Pos e , au dem „le e s and [sounds?]“ s eh und da un e in Kleinbuchs aben das Alphabe
sowie wei e e, nich lesba e Wö e . Daneben häng eine ausged uck e Sonne mi g oßen Augen,
de en S ahlen du ch Wäscheklamme n da ges ell sind. In de Reihe de s ehenden Kinde is wei-
e hin eines zu sehen, welches ein o ange a benes Buch mi beiden Händen in seine Kö pe mi e
o dem Bauch häl (13). Das Kind äg ein blaues Poloshi und eine lange dunkle Hose. Daneben
s eh ein Kind, das sein Buch au geschlagen o seine Obe schenkel neig , so sieh man das hellblaue
Kleid, den blauen Ca digan und die weißen Socken in den schwa zen Riemchensandalen (15). Dane-
ben s eh ein Kind, das au den Boden schau und ein Buch mi eine Gans o seine Beine häl (16).
Dieses Kind äg eben alls ein hellblaues Kleid, genau wie das Kind (19) ech s daneben, das mi
einem au geschlagenen He o seinem Obe kö pe s eh . Das Kind daneben äg einen blauen
Pullo e , aus dem ein blaue K agen am Hals zu sehen is , und eine schwa ze lange Hose (21). Das
Kind daneben äg ein hellblaues Kleid mi einem blauen Ca digan und häl ein Buch o seine Obe -
schenkel (22), das Kind daneben häl ein Buch mi Beiden Händen e sch änk o den Bauch(23).
Dieses Kind äg einen blauen Pullo e mi blauem Poloshi da un e . Das Kind daneben ha e pi-
xel e Augen und häl sein Buch mi de linken Hand sei lich und mi de ech en Hand an de obe en
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 15 on 24
3.3.4 Schä e und Unschä e
Die Analyse on Schä e und Unschä e bezieh sich eine sei s au das Ve häl nis de beiden Aspek e
und ande e sei s da au , was scha ges ell is und was nich , wobei die schä e en Teile des Bildes
dieses o bes immen und die unschä e en ehe ü die S immung des Bildes e an wo lich sind
(P zybo ski & Wohl ab-Sah , 2014, S. 345).
Zu Wand hin nach hin en in den Raum hinein wi d das Fo o imme unschä e . Im Bild o de g und
sind Kinde und einzelne Wö e ih e Büche ode He e scha zu e kennen und (somi ) lesba . Im
Bildmi elg und wi d die Scha s ellung schon e was schwäche und kleine e Sch i g ößen au Bü-
che n ode He en sind nich meh zu en zi e n, wäh end abe Gesich sausd ücke de Kinde noch
kla zu e kennen sind. Im Bildhin e g und sind nu noch g oß ged uck e Buchs aben und Wö e
lesba und eilweise auch nich meh e kennba , ob Kinde die Augen geö ne ode geschlossen
haben. Von manchen Raumges al ungselemen en sind nu Fo men und Fa ben zu e kennen. Gene-
ell is das Bild au die Kinde pe spek i ie und geschä – im Bild o de g und sind bspw. ech s
die zwa lesba en Namen an dem Ki schbaum e häl nismäßig unscha .
Va ia ion:
Die Eins ellung de B ennschä e e zeug hie keinen besonde en E ek . Es wi d eine gene elle Sich
in einen Raum nachgebilde , wie, wenn eine Pe son hineinschau und den Bild o de g und okus-
sie . Dadu ch wi d nich s besonde s he o gehoben, wie dies z.B. bei de Scha s ellung au ein-
zelne Be eiche gewesen wä e, z.B. au die Kinde ode ges al enden Elemen e.
3.3.5 Ikonologisch-ikonische In e p e a ion
In einem le z en Sch i we den nun die einzelnen Elemen e bzw. die Analysen de einzelnen Kapi el
zusammenge ass zu eine „Gesam in e p e a ion des Dokumen sinns“ (P zybo ski & Wohl ab-
Sah , 2014, S. 345), um das „habi uelle implizi e Wissen“ he auszua bei en (ebd., S. 342), also die
O ien ie ungen de Bildp oduzen :innen.
Au diese Ebene können nun die Elemen e, die au de ( o -)ikonog a ischen Ebene besch ieben
wu den, mi Bezug zu Gesam komposi ion des Bildes in e p e ie we den. Zudem we den als Ve -
gleichsho izon e die ande en Bilde de Bild eihe sowie inal auch unse e da geleg en Vo annahmen
hinzugezogen.
Die de ail eiche Besch eibung de Kinde läss d ei Schlüsse zu, die in de Folge noch wei e in e -
p e ie we den. Zum einen e weis die seh ähnliche Kleidung mi wenig Va ia ion und seh ähnli-
chen Fa ben au eine gewisse Schulkleidung. Auch wenn hie keine Embleme wie Wappen ode Zei-
chen eine Schule zu sehen sind, kann o zdem da au geschlossen we den, dass nu eine beg enz e
Auswahl an Kleidung ü die Kinde zu Ve ügung s eh , wie es ü das Konzep on Schuluni o m
üblich is . Dass es dennoch einen Rahmen gib , in dem Indi iduali ä ausged ück we den kann, zeig
das Kind mi dem osa Haa ei (24). Auße dem kann anhand de Besch eibung de jeweiligen Hal-
ung und de Gesich sausd ücke eine gewisse Bandb ei e an Ges ik und Mimik im Bild e kann und
hinsich lich de jeweiligen Emo ionen in e p e ie we den. Zwei ens e weisen einzelne Me kmale
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 16 on 24
(wie z.B. die Zahnlücke bei Kind 4) au das unge äh e Al e de Kinde , was sie, in Kombina ion mi
de Kleidung und de Schulplich in England, als Schüle :innen e kennen läss . Die besch iebenen
Namensschilde au den Tischen e weisen au ein Se ing, in dem in wechselnden G uppen gea -
bei e wi d. Die Büche in den Händen, die zu P äsen a ion be ei liegen bzw. gehal en we den,
lassen sich d i ens als Hinweis au das Un e ich s ach li e acy e kennen, welches un e dem Bild
au ge üh wi d.
Mi Blick au die F age, was einen Raum zum Klassen aum mach und diesen cha ak e isie , läss
sich bei de In e p e a ion de e schiedenen he ausgea bei e en Elemen e eine analy ische T en-
nung o nehmen, da das Bild on zwei Ka ego ien an Bildp oduzen :innen he ges ell wi d. Zum
einen lassen sich die Denk-, Wah nehmungs- und Handlungsp ak iken des Fo og a en als abbilden-
den Bildp oduzen en und zum ande en die O ien ie ungen de wie soeben he gelei e als Schü-
le :innen ma kie en Kinde als abgebilde e Bildp oduzen :innen ekons uie en, bzw. was ü sie
„Kassen aum“ ausmach . Zunächs wi d im Folgenden au die Aspek e eingegangen, die de abbil-
dende Bildp oduzen ges eue ha bzw. s eue n konn e. Do , wo e den Kinde n Spiel aum gelas-
sen ha (z.B. Gesich sausd uck), wi d de en In e p e a ion on „Klassen aum“ analysie .
Ein wich ige Aspek ü die In e p e a ion is die Pe spek i e bzw. die Auswahl des Bildausschni es.
Dabei lassen sich die Dinge in e p e ie en, die im Bild sind, und die, die nich im Bild sind. In dem
o liegenden Bild is die Pe spek i e so gewähl , dass nich de ganze Raum zu sehen is . Ein Teil des
Raumes bleib angedeu e und de Raum somi un e ig. Gleichwohl we den die Kinde , die wah -
scheinlich Si zplä ze in dem ande en Teil des Raumes hä en, in dem gewähl en Ausschni des Rau-
mes abgebilde . Das e gib sich aus dem Ungleich e häl nis hinsich lich de Anzahl on Kinde n und
S ühlen ode Si zmöglichkei en. Dies läss den Schluss zu, dass ü den Fo og a en die Anwesenhei
de Kinde wich ige e schein als die Si zo dnung bzw. das Ein- ode E hal en diese . Das Besonde e
an diesem Teil des Raumes is , dass die Deko a ion an den Wänden bzw. de Decke zu dem Un e -
ich s ach „Li e acy“ pass , das als Bildun e sch i benann is . Im Hin e g und an de Wand be in-
den sich ü das Fach „Li e acy“ ele an e aumges al ende Elemen e: Alphabe , Anlau e, Umlau e
e c. Ausgewähl is ein Bildausschni , de deko a i um ang eich ges al e is – im ech en Bildhin-
e g und deu e sich au g und de unbehangenen Wände an, dass de wei e e Klassen aum wenige
s a k mi Gi landen, Schüle :innenp oduk en, Le n- und/ode S uk u ie ungshil en behangen sein
könn e. Es is dem Fo og a en abe wich ig, eben diese P oduk e mi abzubilden – e hä e auch die
Häl e des Bildhin e g undes ausspa en können, um den Fokus ausschließlich au die abgebilde e
Kinde g uppe zu legen. Diese Teil des Bildes un e s ü z alle dings die Fachzuweisung. Dass einige
Kinde Büche ode He e dabeihaben, e deu lich dies eben alls. De Fo og a wähl also, wie in
ande en Bilde n seine Reihe ebenso, einen Ausschni des Bildes, de das Fach un e s eich . Bis
hie hin lassen sich zwei In e p e a ionen konk e isie en:
Zum einen scheinen die Kinde wich ige zu sein ü das Ve s ändnis on „Klassen aum“ als die oll-
s ändige Abbildung des Raumes bzw. de Si zo dnung und zum ande en kann de Raum bzw. die
Ges al ung des Raumes als wich ige Teil des Ve s ändnisses on „Klassen aum“ gesehen we den,
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 17 on 24
sp ich: Du ch die Ges al ung und Nu zung des Raumes in Ve bindung mi den Kinde n en s eh ein
„Klassen aum“. Wenige wich ig is , dass die Kinde alle einen zugewiesenen Si zpla z haben. Dies
wä e dadu ch ep äsen ie , wenn die Kinde au den ü sie o gesehenen Si zplä zen abgebilde
wo den wä en, was du ch eine ande e Pe spek i e möglich gewesen wä e.
Die Ges al ung des Raumes is ein wich ige Aspek on „Klassen aum“, de sich auch in ande en
Nuancen im Bild zeig : De u sp üngliche, also p ädeko ie e, Raum weis keine Me kmale au , die
eine bes imm e Nu zung o schlagen. Lediglich die helle Ausleuch ung und die eiza m ges al e en
Wände lassen au eine Tä igkei schließen, die Konzen a ion e o de , was jedoch in ielen Be ei-
chen no wendig sein kann. Zudem lassen sich im Bild keine kindsspezi ischen a chi ek onischen
Me kmale e kennen, die au eine a chi ek onisch o s uk u ie e Nu zung als Klassen aum e wei-
sen wü den. E s indem diese Raum mi Kinde n ge üll und au die Beda e de Schüle :innen an-
gepass wi d (z.B. du ch Ma e ialien an den Wänden), en s eh ein Klassen aum, de z.B. ü Un e -
ich genu z we den kann, in diesem Falle ü „Li e acy“. Die Me kmale de Räume de Bild eihe
e inne n zunächs also ehe an Bü o äume (z.B. du ch die Deckenlampen), die nich au die Belange
de Kinde zugeschni en und somi inso e n un e ig sind, als dass sie noch du ch die Schüle :innen
und die Leh k a angeeigne und dami zum Klassen aum we den müssen:
De Fo og a wähl eine Pe spek i e, die die Decke des Raumes eben alls abbilde , obwohl do
keine Deko a ion meh o handen is . Somi we den abe die Deckenlampen mi in das Bild in e-
g ie . Dies läss sich in ielen ande en Bilde n aus de Reihe eben alls beobach en. Du ch die Abbil-
dung des Teiles des Raumes, de nich on den abgebilde en Pe sonen ges al e is , wi d die o -
gängige A chi ek u sich ba . Die Lampen, die so auch in ande en Se ings, wie e wa Bü os, hängen
könn en, sind zwa e izien in de Ausleuch ung des Raumes, können abe wah scheinlich nich au
di e se Bedü nisse angepass we den (z.B. bzgl. Dimmen ode Fa b a ianz des Lich s). Es geh also
da um, den Raum gu auszuleuch en, und nich da um, ein spezi isches Ambien e ü die Schüle :in-
nen zu scha en. Gleiches gil ü die Decke bzw. die Abbildung on lee en Wänden in ande en Bil-
de n. De Raum, an ode in dem Schule und Un e ich s a inden und de hie on dem Fo og a en
inszenie wi d, is o in seine U sp ünglichkei nich speziell ü Schüle :innen en wo en, sonde n
wi d e s du ch die zweckmäßige Ausges al ung (z.B. Deko a ion de Wände, Bes uhlung, Medien)
zu einem ü Schule unk ionalen Raum. Dies schein ü den Fo og a en ein en scheidendes Me k-
mal on Klassen aum zu sein, da es sich in allen Bilde n aus Innen äumen wiede inden läss in de
Bild eihe.
Au ällig is , dass in as keinem de Bilde eine als Leh k a zu lesende Pe son abgebilde is . Es sind
nahezu ausschließlich Kinde de spezi ischen in de Bildun e sch i genann en Al e sg uppe abge-
bilde 4. Auch wenn dies p ak ische G ünde haben könn e, wie z.B., dass die Leh k a neben dem
4 Es gib nu ein Bild, au dem e mu lich eine Leh k a abgebilde is . Dabei is sie jedoch nu anhand des e mu e en
Al e s als solche e kennba und dies auch nu au den zwei en Blick (Wolsingham School and Communi y College,
Coun y Du ham, UK, Yea 10, Food Technology, 2004).
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 18 on 24
Fo og a en s eh und die Kinde im Blick behäl , is dies inso e n au ällig, als dass dies auch au
Bilde n de Fall is , au denen die Kinde au g und ih es Al e s wenige Beau sich igung und Anlei-
ung benö igen könn en. Es läss sich also da au schließen, dass die physische Anwesenhei eine
Leh k a ü den Fo og a en nich no wendig is ü die De ini ion on „Klassen aum“. Die Anwe-
senhei de Kinde und de on den Kinde n (und de Leh k a ) ges al e en Deko a ionen im Raum
jedoch schon. Somi wi d die Anwesenhei eine Leh k a übe die Raumges al ung zwa angedeu-
e , und da übe auch ü zen ale didak ische Rahmungen wie Class oom Managemen , in de eh-
lenden Rep äsen a ion jedoch in ih e Bedeu ung he abgese z . Die Abwesenhei de Leh k a
könn e abe auch da au e weisen, dass du ch die gewähl e Pe spek i e de Eind uck en s eh ,
dass das Bild den Blick de Leh k a da s ellen könn e. Sie nimm die Kinde in den Blick sowie die
ele an en Inhal e und die Kinde sind ih (zumindes übe wiegend) kö pe lich zugewand . Die un-
en besch iebenen un e schiedlichen Gesich sausd ücke könn en dann au die jeweilige un e -
schiedliche emo ionale Zugewand hei zu Leh k a e weisen. Al e na i kann de Blick au die
Schüle :innen und in den Klassen aum abe auch einem lüch igen Blick in das Klassenzimme glei-
chen, wie dies z.B. de Fall wä e, wenn jemand an de Tü ode einem Fens e o beigeh . Da in den
ande en Bilde n eilweise Tü en abgebilde sind, is diese Deu ung jedoch wenige hal ba .
Im Da um #7 läss sich eine Besonde hei inden, die au eine wei e e Ak eu :inneng uppe in de
Kons i u ion on Klassen aum e weis , welche jedoch noch wenige Bedeu ung ha als die Leh -
k a , da dies nu in einem, diesem, Bild in de Bild eihe au auch , und zwa die E ziehungs- ode
So gebe ech ig en de Kinde . Diese kommen in Da um #7 dadu ch ins Spiel, dass ein Kind (25) in
seine Iden i ä nach äglich unkenn lich gemach we den muss e. Unabhängig da on, ob die En -
scheidung dazu schon o he es s and und de Fo og a sich o zdem dazu en schieden ha , das
Kind mi au zunehmen, ode ob es nach äglich on den E ziehungs- ode So gebe ech ig en en -
schieden wu de, e weis dies au En scheidungen, die on E ziehungs- ode So gebe ech ig en ge-
o en we den. Da das Kind nich olljäh ig is , kann die En scheidung, ob das Kind iden i izie ba
au dem Bild sein soll, nu on den E ziehungs- ode So gebe ech ig en ge o en wo den sein. Diese
En scheidungen können (wie hie abgebilde ) einen Ein luss au die Si ua ion im Klassen aum haben.
Diese Ve weis wä e inso e n nich zwingend no wendig gewesen, als dass de Fo og a das Bild
nich in die Sammlung hä e au nehmen müssen. Es gib in de Reihe ein ande es Bild, das das Un-
e ich s ach Li e acy, und ein wiede um ande es, welches die en sp echende Al e ss u e abbilde .
Es schein also ü den Fo og a en eine gewisse Bedeu ung zu haben, dieses Bild in die Sammlung
au zunehmen.
Aus Sich de Kinde als abgebilde e Bildp oduzen :innen lassen sich e schiedene Kon inuen e ken-
nen, die die P ak ik des Schüle :in-Seins in einem Klassen aum cha ak e isie en. Diese P ak iken
üh en sie da au , wo de Fo og a (wah scheinlich) nich das Bild in Gänze he s ellen bzw. die In-
szenie ung kon ollie en konn e. Dies kann in meh e en Be eichen de Fall sein (z.B. bei de Ano d-
nung de Kinde im Raum, im Sinne des Class oom Managemen s also as au p oxemische Ebene),
schein abe au jeden Fall bei Ges ik und Mimik de Fall zu sein. So lassen sich au allen Bilde n
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 19 on 24
Kinde mi e schiedenen Gesich sausd ücken inden. Au dem o liegenden Bild läss sich das Kon-
inuum hinsich lich eine Be ei scha bzw. de Ablehnung, am Un e ich ode Fo omachen eilzu-
nehmen, au spannen, exempla isch zwischen Kind 2 mi au geschlagenem Buch und au me ksamem
Blick und Kind 6 mi e sch änk en A men und Kinn au de B us ( gl. Abb. 1). Auch die Gesich s-
ausd ücke lassen sich au einem Kon inuum e o en, on eundlich g insend übe gelangweil bis
hin zu ängs lich. Wie oben e wähn (s. Kap. 3.2), können sich die un e schiedliche Ges ik und Mimik
als Va ian en de Zugewand hei zu de Leh k a , dem Fach ode de Ins i u ion Schule gegenübe
in e p e ie en lassen ode in Bezug au das Fo og a ie we den. Da sich de Fo og a abe ü genau
dieses Bild en scheiden ha , bei dem die Gesich sausd ücke seh un e schiedlich sind, und dies auch
bei ande en Bilde n de Reihe de Fall is , kann da on ausgegangen we den, dass ü ihn die un e -
schiedlichen Gesich sausd ücke und dami du chaus S immungsausd ücke und inne en Hal ungen
zu „Klassen aum“ gehö en bezüglich des Un e ich s bzw. des Wohl ühl ak o s im Klassen aum.
Zudem lassen sich alle Kinde in D eiecks-Kons ella ionen zusammens ellen (s. Kap. 3.3.1), was e -
mu lich nich ak i om Fo og a en he ges ell wu de bzw. nich bewuss so a angie wu de. Dies
e weis au kleine e Zusammenhänge inne halb de Klassengemeinscha . Das Zusammenkommen
in (Sub-)G uppen is wah scheinlich Teil des Un e ich s, au jeden Fall abe eine P ak ik in den Pau-
sen. Schüle :in-Sein schein somi auch da an o ien ie zu sein, in kleine en Einhei en als in de
gesam en Klasse zusammenzukommen.
Zwischen azi :
Mi unse em dokumen a ischen Blick au das Da um #7 zeigen sich zwei zen ale Aspek e on „Klas-
sen aum“: Eine sei s geh es um die Aneignung des Raumes und ande e sei s um die Anwesenhei
de Kinde esp. Schüle :innen. Wi können ekons uie en, dass Schüle :innen als die en scheiden-
den Ak eu :innen on Klassen aum ma kie sind, wenn nich die A chi ek u an sich, sonde n die
Nu zung und Aneignung des ma e ialen und ges al e en Zimme s als en scheidend ü die Wah -
nehmung des Raums kons i u i gese z wi d. Da de G ad de Einmischung des Fo og a en, im Sinne
on Regieanweisungen bspw., unkla is , is auch die Schüle :innen-Pe spek i e wenige kla .
4 Nu zung on KI als Ve gleichsho izon und in de Komposi ions a ia ion
Mi de En wicklung und dami einhe gehenden lächendeckenden Ve ügba kei on KI e ö nen
sich neue Chancen, die e ablie e Me hoden de ekons uk i en Sozial- und Bildungs o schung zu
e wei e n. Konk e möch en wi in diesem Bei ag o schlagen, die bildgene ie enden bzw. -bea -
bei enden KIen zu nu zen, um eine sei s wei e e Ve gleichsho izon e zu e hal en und ande e sei s
das Ve ah en de Komposi ions a ia ion aus dem hypo he ischen Raum ins Konk e e zu übe üh-
en.
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 20 on 24
Zu diesem Zweck haben wi eine sei s mi Can a AI5 zwei Bilde e s ell und nu zen diese als Ve -
gleichsho izon e ü die bis zu diesem Zei punk e a bei e en O ien ie ungen on Klassenzimme
aus dem Da um #7. Ande e sei s haben wi eine Komposi ions a ia ion mi Cha GPT du chge üh ,
indem wi die Kinde aus dem Da um #7 e uschie haben.
Unse e Annahme nach müss en die gene ie en Bilde kollek i e O ien ie ungen zu „Klassen aum“
abbilden – schließlich schöp ein bildgene ie endes Founda ion Model algo i hmisch aus einem
Fundus kollek i ge eil e E ah ungen ( gl. z.B. E el, 2020, S. 9, Knaus, 2023, S. 6). So s ell das on
de KI gene ie e Bild einen empi ischen Ve gleichsho izon mi Blick au kollek i es Wissen da : Mi
Bohnsack (2014, S. 43) d ück sich Kollek i i ä u.a. übe eine „Ve dich ung des Disku ses“ aus. Auch
wenn e insbesonde e ü G uppendiskussionen ma kie , dass ge eil e E ah ungs äume diese Kol-
lek i e po enzie en, äll de Bezug im KI-Kon ex ins Gewich : Soziale Kon ex ualisie ung, also eine
Auseinande se zung eigene implizi e S uk u en und Logiken mi Pe spek i en ande e , un e -
s ü z eine Kon u ie ung eben dieses Indi iduellen. Kollek i i ä is hie bei ausge ich e au Pe spek-
i en, „die dem E leben des Einzelnen he e ono m und eben Gegens and dieses E lebens sind“
(ebd., S. 121). Das heiß , e s die „Teilhabe an un e schiedlichen Wi klichkei en“ (ebd., S. 117) e -
möglich und ges al e Zugang zu habi uell e anke em Wissen. Im Kon ex on KI(-Tools), wie im
Falle dieses Bei ags Can a AI als kos enloses KI-Design-Tool, wi d im Kollek i i ä sbezug ele an ,
dass bspw. Konze ne hin e den Tools s ehen, übe die kollek i e Wissenszugänge zu Themen algo-
i hmisch ab u ba we den und im doppel en Kollek i i ä ssinne dann eben auch noch o sys em-
gep omp ed spezi isch ge il e zum Ou pu be ei ges ell we den ( gl. hie zu Hu lö z, 2024, S.
352). „KI wi d so zu einem Handlungs äge neben menschlichen Handlungs äge n und ko-kons i-
uie dami sozialen Sinn, kollek i e Typologien und gesellscha liche Ka ego isie ungen. Insgesam
bilde KI dami einen Bes and eil de soziale [sic!] S uk u bildung und de sinnha sozialen In e -
ak i i ä en” (Raue , 2024, S. 465). Kahle e al. (2024, S. 502) spezi izie en diese Pe spek i ie ung,
indem sie KI insgesam ein „ e bindendes Po enzial zwischen Disziplinen, T adi ionen, und Themen“
zuweisen und sie somi als „kollek i bildend“ en we en. KI-Tools „can be adap ed o ine- uned o
a wide ange o downs eam asks, making hem e sa ile and capable o being in eg a ed in o a
a ie y o collec i e p ocesses, including idea gene a ion, de-libe a ion and p e e ence agg ega ion“
(Bu on e al., 2024, S. 1645), weswegen wi da on ausgehen, dass kollek i es Wissen in Ou pu
du ch KI-Tools abbildba und abgebilde is , ähnlich wie dies bspw. auch jüngs Liede und Schä e
(2023, S. 138) un, wenn sie im Kon ex on Fo schungswe ks ä en da on ausgehen, dass „gene a-
i e Sp achmodelle sich in dieses komplexe Handlungs-, Wissens- und Könnensge lech ein ügen“,
was die Au o en „als Anwendungs all on »Collabo a i e In elligence«“ assen. Da übe alidie
sich unse e Meinung nach, dass sich kollek i es Wissen auch übe KI-Tools zeig ( gl. dazu auch
5 P omp : Bi e e s elle ein Bild on einem Klassenzimme , das zu de Bildun e sch i : Mo combe Communi y School,
Eas bou ne, UK Yea 1, Li e acy, 2015 pass .
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 21 on 24
Bu on e al., 2024, S. 1645). Diese Übe legungen e anlass en uns, neben den bishe igen In e p e-
a ionen diese d i e Ebene zu ö nen und die on Can a AI gene ie en Bilde (Abb. 3 & 4) sowie die
ande en empi ischen Da en de Bilde eihe als Ve gleichsbilde zu behandeln, um homo- und he e-
ologe S uk u en zu ekons uie en.
(Abb. 3 & 4: KI-gene ie e Bilde zu „Klassen aum“)
Hinsich lich de oben he ausgea bei e en Me kmale on Klassenzimme lassen sich in den Bilde n
homologe S uk u en inden. So sind, wie in Da um #7, auch in den KI-gene ie en Bilde n die Wände
ausges a e mi ielen Plaka en und e mein lichen Me khil en. Au ällig is dabei die Ähnlichkei
in de Ges al ung, die sich z.B. in de Fa bgebung beme kba mach . Eben alls in den Bilde n o -
handen sind Kinde . In beiden Fällen agen sie zudem jeweils ähnliche Kleidung, die eben alls als
eine Schuluni o m deu ba is . Auße dem sind diese Kinde an G uppen ischen zusammengese z
und haben He e und Büche au geschlagen, die zu dem Un e ich s ach passen. De P omp ha
meh e e Bilde he o geb ach , au einem is e mein lich eine Leh k a , mindes ens eine e wach-
sene Pe son zu sehen (Abb. 3), au den ande en nich . Genauso wie bei den Bilde n au de Websi e
is eine Leh k a somi nu zum Teil ein wich iges Elemen on Klassen aum im Ho izon de KI,
haup sächlich wich ig sind die Ges al ung des Raumes als Le numgebung und die Kinde im Raum.
Eben alls nich wich ig ü die Da s ellung on Klassen aum is in beiden Fällen die Sich ba kei alle
Wände, Tü en ode de Gesam s uk u des Raumes. In allen Bilde n is imme nu ein Ausschni
zu sehen.
Ande s als au dem Da um #7, is jedoch ein Lich ein all in das Klassenzimme in beiden Bilde n
deu liche zu sehen, de in dem Bild eine mys ische bzw. e klä e A mosphä e scha . Dadu ch,
dass dies in dem Da um #7 nich de Fall is , schein dies ü den Fo og a en nich wich ig zu sein,
sp ich keine Bedeu ung im Kon ex de Da s ellung on Klassen aum zu haben. Eben alls ande s is
das A angemen de Kinde , die in beiden Bilde n alle einen Pla z haben und an diesem auch si zen.
Ande s als im Da um # 7, au welchem ein Teil de Kinde s eh , schein es im KI-Modus wich ig zu
sein, dass alle Kinde einen O zum Si zen haben. He e olog zum Da um # 7 sind zudem die Blick-
ich ungen de Kinde . In den Abbildungen 3 und 4 sind de en Blicke au die Büche und He e o
ihnen okussie und zeugen ehe on Konzen a ion, wäh end in den Bilde n on Julian Ge main
die Kinde eine sei s in die Kame a blicken und ande e sei s eine g öße e Va iabili ä in de Ges ik
und Mimik haben.
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 22 on 24
Ebenso wie ü die Ve gleichsho izon e läss sich die KI-un e s ü ze Komposi ions a ia ion he an-
ziehen, um die bishe igen E gebnisse auszuschä en. Dabei wu de das Da um #7 mi Cha GTP
(P omp : E se ze bi e die Kinde du ch den Hin e g und in diesem Bild.) e ände , um die Möglich-
kei du chzuspielen, dass de Klassen aum ohne Kinde da ges ell wi d (Abb. 6). Gleiches gil ü
das ande e Bild (Abb. 5), in dem de Hin e g und ge ausch wu de und ohne Deko a ionen da ge-
s ell wu de (P omp : Kanns du bei dem Bild oben die Deko a ionen an den Wänden en e nen?).
Hie bei is zu beach en, dass die A bei mi Cha GPT hie an G enzen s oßen kann, weil bei manchen
P omp s die Aussage kam, dass Bilde mi Kinde n eigen lich nich e ände we den dü en. Dies
schien abe nu manchmal zu gel en, da diese An wo nich imme kam, dennoch is dies bei de
wei e en Fo schung zu beach en und in e hische En scheidungen mi einzubeziehen. Da es sich hie
um ein ö en lich zugängliches Bild handel , gehen wi da on aus, dass die abgebilde en Menschen
da übe in Kenn nis gese z wu den, dass das Bild e ö en lich wi d und de en E laubnis (bzw.
de en El e n) eingehol wu de. Dennoch zeig sich hie aus o schungse hische Pe spek i e, welche
Abwägungen Fo schen mi KI implizie und so auch o schungsp ak ische Ve unsiche ungen e o-
zie en kann.
(Abb. 5 & 6: Mi Cha GPT e ände e Bilde )
Au dem Bild ohne Deko a ionen ( gl. Abb. 5) is zu sehen, wie seh diese zu dem Eind uck des Bildes
bei agen. Die Klasse is als solche zu e kennen, z.B. an de Uni o m und dem ähnlichen Al e , de
(Klassen-)Raum, in dem sie sich au hal en, wi k jedoch nich passend. Ge ade in de Al e ss u e
wü de man eine bun e e Ges al ung des Raumes e wa en. Dies s ä k den oben besch iebenen
Aspek , dass die (Um- bzw. Aus-)Ges al ung des Raumes wich ig is ü „Klassen aum“. Gleiches gil
ü die umgekeh e Va ia ion, in de die Kinde aus dem Bild en e n wu den ( gl. Abb. 6). Die eh-
lenden Kinde bilden eine Lee s elle. Die Ges al ung des Raumes e weis au den egelmäßigen
Besuch on Kinde n in diesem Raum, die je z abe nich zu sehen sind. De Raum könn e somi auch
ohne die Anwesenhei de Kinde als ein Klassen aum iden i izie we den. Somi wi d im Ve gleich
deu lich, welchen S ellenwe die Kinde in den O ien ie ungen des Fo og a en bzgl. Klassen aum
haben. Indem die Kinde abgelich e we den, wi d ihnen eine besonde e Bedeu ung zu eil. Sie ül-
len die besch iebene Lee s elle aus und nehmen somi einen wich igen An eil an den O ien ie un-
gen ein.
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 23 on 24
Fazi
So kommen wi insgesam in unse e in e p e a i en Auseinande se zung mi Da um #7 zu dem
Schluss, dass als kons i u i e O ien ie ungen und dami iden i ika ionss i end ü ein Zimme als
ein Klassen aum das Zusammenspiel on Schüle :innen, die im Raum handeln und sich posi ionie en
(p oxemisch, mimisch und ges isch), Ein ich ungsgegens änden (wie Tische), schulp ak ischen Ge-
b auchsgegens änden (Büche , He e, Sch eibu ensilien) sowie die A chi ek u (Fens e ) des Rau-
mes gel en (können). Dies e gib sich aus de Rekons uk ion de O ien ie ungen des Fo og a en,
die abgeglichen wu den mi den Vo annahmen de Au o :innen und den KI-gene ie en Ve gleichs-
ho izon en.
Mi diesem expe imen ellen Aus lug in die Nu zung de KI sind esümie end e schiedene Dinge
deu lich gewo den. E s ens lassen sich g oße Homologien zwischen den KI-gene ie en Bilde n, dem
Da um # 7 sowie ande en Bilde n aus de Bild eihe des Fo og a en und unse en Vo annahmen in-
den. Dies zeug on einem ge eil en Wissen, das nich nu zwischen Menschen, sonde n auch mi
dem KI-Tool Can a AI ge eil is . Zwei ens läss sich es s ellen, dass die KI do als Ve gleichsho izon
dienen kann, wo nich so iele Bilde zu Ve ügung s ehen, wie in diesem Fall. Dies e ö ne o -
schungsp ak isch gedach neue Möglichkei en ü die dokumen a ische Bildin e p e a ion, hinsich -
lich meh Ve wendung on KI im Fo schungsall ag. Auch die Möglichkei , Bilde du ch KI zu e än-
de n, ha sich als p ak ikabel ü die Komposi ions a ia ion he ausges ell , da so de Eind uck deu -
lich gewo den is , den das Bild mi eine ande en Ges al ung e mi eln wü de. Auch wenn noch
meh e e S udien empi isch zeigen müssen, dass diese A en de Nu zung gewinnb ingend sind, so
zeig sich hie , dass es du chaus ein gangba e Weg is , die Analyse des Bildes mi de KI abzuglei-
chen.
Li e a u e zeichnis
Asb and, B. (2011). Dokumen a ische Me hode. Online Falla chi Schulpädagogik. Ab u un e h p://www. alla -
chi .uni-kassel.de/backup/wp-con en /plugins.old/lbg_chameleon_ ideoplaye /lbg_ p2/ ideos//asb and_dokme-
hode_o as.pd
Bohnsack, R. (2007). Die dokumen a ische Me hode in de Bild- und Fo oin e p e a ion. In R. Bohnsack (H sg.), Die
dokumen a ische Me hode und ih e Fo schungsp axis. G undlagen quali a i e Sozial o schung (2. Au l., S. 69-92).
VS Ve lag ü Sozialwissenscha en.
Bohnsack, R. (2009). The in e p e a ion o pic u es and he documen a y me hod. His o ical Social Resea ch, 34(2),
296-321.
Bohnsack, R. (2011). Quali a i e Bild- und Videoin e p e a ion. Die dokumen a ische Me hode (2. Au l.). UTB E zie-
hungswissenscha , Sozialwissenscha en: Bd. 8407. Ba ba a Bud ich.
Bohnsack, R. (2014). Rekons uk i e Sozial o schung. Ein üh ung in quali a i e Me hoden. Ba ba a Bud ich.
Bohnsack, R. (2017). P axeologische Wissenssoziologie. Ba ba a Bud ich.
Bohnsack, R. (2022). Fo oin e p e a ion. In R. Gugu ze , G. Klein & M. Meuse (H sg.), Handbuch Kö pe soziologie (2.
Au l., S. 595-612). Sp inge VS.
Bu on J. e al. (2024). How la ge language models can eshape collec i e in elligence. Na u e Human Beha iou , 8,
1643–1655).
da um
&disku s
#7
da um & disku s (2025), Da um #7, Essay Fabian Muhsal und Ka ha ina G aalmann (2025) Sei e 24 on 24
E el, W. (2020). G undku s Küns liche In elligenz. Sp inge Fachmedien.
G aalmann, K., Jäde, S., Ka enb ink, N. & Schille , D. (2022). Dokumen a isches In e p e ie en als e lexi e Fo schungs-
p axis. Wiesbaden: Sp inge VS.
Hu lö z, K. (2024). Hegemoniale Mach s uk u ? Eine Ka ie ung de Ak eu e im ak uellen KI-Disku s. In M. Heinlein &
N. Huchle (H sg.), Küns liche In elligenz, Mensch und Gesellscha . (S. 342-365) Sp inge VS.
Kahle , P., Ta a i, M., Kahle , S., Pollozek, S., Buchholz, J., Lang, B. & Passo h, J.-H. (2024). Küns liche In elligenz: Eine
Me hode ü alles? Sozialwissenscha liche Me hodologie de KI-Fo schung, ih e He aus o de ungen und Möglich-
kei en. In M. Heinlein & N., Huchle (H sg.) Küns liche In elligenz, Mensch und Gesellscha . (S. 501-530) Sp inge
VS.
Knaus, T. (2023). Küns liche In elligenz und Bildung: Was sollen wi wissen? Was können wi un? Was dü en wi ho -
en? Und was is diese KI? Ein kollabo a i e Au klä ungs e such. In Ludwigsbu ge Bei äge zu Medienpädagogik
23.
Liede , F. & Schä e , B. (2023). Ve mi lung ekons uk i e Sozial o schung du ch küns liche In elligenz – au dem
Weg zu hyb iden Konzep en des Leh ens und Le nens. In Jou nal ü Psychologie, 31(2), 131-154.
Mannheim, K. (1964). Wissenssoziologie: Auswahl aus dem We k. Luch e hand.
P zybo ski, A., & Wohl ab-Sah , M. (2014). Quali a i e Sozial o schung. Ein A bei sbuch (4. Au l.). Leh - und Handbü-
che de Soziologie. Oldenbou g Ve lag.
Raue , V. (2024). Von In e ak ion zu T ans o mak ion: Die Folgen on Küns liche In elligenz ü Theo ien sozialen
Handelns. In M. Heinlein & N. Huchle (H sg.), Küns liche In elligenz, Mensch und Gesellscha . (S. 464-499) Sp in-
ge VS.
Au o *in
Fabian Muhsal, Wissenscha liche Mi a bei e , Ins i u ü Rehabili a ionswissenscha en, Ab ei-
lung Pädagogik bei Beein äch igungen des Sehens, Humbold -Uni e si ä zu Be lin.
A bei sschwe punk e: Soziale Medien, Selbs da s ellungen, Kö pe soziologie, Bildin e p e a ion,
Dokumen a ische Me hode
abian.muhsal@hu-be lin.de
Au o *in
Ka ha ina G aalmann, D .in, Wissenscha liche Mi a bei e in, Ins i u ü E ziehungswissenscha ,
Ab eilung Schulpädagogik, Uni e si ä Osnab ück.
A bei sschwe punk e: Küns liche In elligenz in Schule und Un e ich , Bildungs(un-)ge ech igkei ,
Leh e :innenhabi us, Dokumen a ische Me hode, Psychosoziale Gesundhei im Leh am (ss udium)
ka ha ina.g aalmann@uni-osnab ueck.de