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Zur Abwehr von Neuem. Exemplarisch rekonstruiert an Kabels (2021) Replik auf Meier und Kreische (2021)

Abstract

Datum & Diskurs 1 (2019), 35 S. Pädagogische Teildisziplin: Sonstige; als elektronischer Volltext verfügbar

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Zur Abwehr von Neuem. Exemplarisch rekonstruiert an Kabels (2021) Replik auf Meier und Kreische (2021)

Author: Meier-Sternberg, Michael,Kreische, Tina
Publisher: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Year: 2024
DOI: 10.25656/01:34476
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34476/pdf/datum_diskurs_2019_1_Meier-Sternberg_Kreische_Zur_Abwehr.pdf
Meie -S e nbe g, Michael; K eische, Tina
Zu Abweh on Neuem. Exempla isch ekons uie an Kabels (2021) Replik
au Meie und K eische (2021)
Da um & Disku s 1 (2019), 35 S.
Quellenangabe/ Re e ence:
Meie -S e nbe g, Michael; K eische, Tina: Zu Abweh on Neuem. Exempla isch ekons uie an Kabels
(2021) Replik au Meie und K eische (2021) - In: Da um & Disku s 1 (2019), 35 S. - URN:
u n:nbn:de:0111-pedocs-344761 - DOI: 10.25656/01:34476
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344761
h ps://doi.o g/10.25656/01:34476
in Koope a ion mi / in coope a ion wi h:
h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/index
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#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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Zu Abweh on Neuem
Exempla isch ekons uie an Kabels (2021) Replik au Meie und
K eische (2021)
Michael Meie -S e nbe g und Tina K eische
1. Einlei ung
Diese Essay kann e s ens als eine inhal liche (Re)Replik au Sascha Kabels (2021) Replik gelesen
we den, die sich au den on uns e ass en Essay „Wie Schulp axis p o essionell e lek ie en?“
(Meie / K eische 2021) bezieh .1 Das Ziel eine (Re)Replik lieg mi un e da in, eine o geb ach e
K i ik als unbeg ünde zu ückzuweisen. So auch diese (Re)Replik; abe das is nu ein Anlass. Denn
sachlich is die Replik schnell dekons uie , denn sie sp ich übe einen ande en Gegens and (Mo-
dell de Leh e bildung in P axisphasen, Kabel 2021, S. 1) als im u sp ünglichen Essay (P axis e lexi-
onsmodell) ( gl. S. 5 .). Die K i ik geh somi an de Sache o bei. – Fü eine*n Lese *in s ell sich
somi die F age, wa um sie*e die olgenden 35 Sei en lesen soll e, wenn das zen ale A gumen
eine (Re)Replik so schnell o geb ach we den kann?
Diese Essay g ei zudem die P axis wissenscha liche K i ik au . Denn obgleich die Replik in
de Sache nich äg , wu de e als wissenscha liche Tex e s anden und als ein solche publizie .
Es s ell sich somi die F age, wie diese Va ian e eine K i ik eigen lich genau unk ionie . Wieso
kann die Replik als eine wissenscha liche gelesen we den? Im Anschluss an die Disku sanalyse on
Jean-F ançois Lyo a d (1989) ag die o liegende (Re)Replik danach, wie die Replik inhal lich a gu-
men ie , mi els welche he o ischen Figu en sie es u und welchen Zweck sie hie bei scheinba
e olg .
Die Un e suchung de (Re)Replik e olg als eine A gumen a ionsanalyse, wobei wi ausge-
wähl e Passagen mi dem analy ischen Ins umen a ium de Objek i en He meneu ik (We ne
1 Diese Replik is eine (Re)Replik au Sascha Kabels (2021) Bei ag: »Misslingende Ve anke ungs e suche. Eine Replik
zum Ve häl nis on Analyse und Modell im Bei ag „Wie Schulp axis p o essionell e lek ie en?“« Quelle:
h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/a icle/ iew/54, die eine Replik au diesen Essay
da s ell : Meie , Michael/ K eische, Tina (2021): Wie Schulp axis p o essionell e lek ie en? Übe legungen zu einem Re-
lexionsmodell au Basis de Analyse des P ak ikumsdokumen es de S uden in N. B. da um&disku s#1, (Sep. 2021), S.
1–33. Quelle: h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/a icle/ iew/51 (abge u en am 18.
Jan. 2023).
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2009a, 2009b, 2006) un e suchen ( gl. Kapi el 2). Wi we den zeigen, dass die on de Replik o -
mulie e K i ik aus hochschulpoli ischen G ünden eine Abweh des Neuen be eib und ein ein ach
anzuwendendes P axis e lexionsmodell pädagogische P axis, das obend ein de pädagogischen
Idee des Essays zum „Technologiede izi de E ziehung und die Pädagogik“ on Luhmann und Scho
(1982) olg , aus dem schulpädagogischen Disku s aum auszuschließen such . Übe die Rekons uk-
ion de Replik hinausgehend disku ie de o liegende Essay (Kapi el 5 und 6) das Ve häl nis on
wissenscha lich Neuem und Fo men wissenscha liche K i ik.
2. Rekons uk ion de Replik 1
Angesich s de s a ken he o ischen Elemen e, die die scha o mulie e Replik on Kabel (2021)
mi de Übe sch i beginnend du chzieh , gil es im Anschluss an die Analysen on Jean-F ançois
Lyo a d in „De Wide s ei “, de die Logik wissenscha liche S ei gesp äche zum Gegens and ha ,
zwei Ebenen eine wissenscha lichen A gumen a ion in den Blick zu nehmen: „Man sag , daß S ä ke
[eines Sa zes im Wide s ei , d. A.] en scheide . Wo in abe bes eh diese S ä ke, wenn es sich um
eine En scheidung zwischen Sä zen handel ? Gib es s a ke Sä ze ode Disku sa en und ande e,
schwache (N . 231)?“ (Lyo a ds 1989, S. 261). Wenn die Replik in ih em Funk ionie en un e such
we den soll, so is genau diese S ä ke zu ekons uie en, die e s ens in dem p oposi ionalen Gehal ,
also in de sachlichen Sei e des WAS eines Sa zes und zwei ens in dem pe o ma i en Momen (im
Folgenden Rhe o ik genann ), also dem WIE lieg . Wäh end das WAS in de Sp ache de Objek i en
He meneu ik gesp ochen au de Ebene des Mani es en meh ode minde unmi elba zugänglich
is und dami ohne dezidie es me hodisches Ve ah en an de Sache selbs gep ü we den kann,
so sind Rekons uk ionen des WIEs au eine In e p e a ionsme hode angewiesen, wie beispiels-
weise de Objek i en He meneu ik (u. a. We ne 2009a, 2009b, 2006). Mi de Objek i en He me-
neu ik is es möglich, die Sinns uk u ie hei eines Falls, also auch den Fall eine Replik, im De ail
zu e schließen. Bei unse e A gumen a ionsanalyse g ei en wi insbesonde e dann au die In e p e-
a ionsme hode de Objek i en He meneu ik zu ück, wenn das jeweilige Momen des Da ums (die
Replik) on s a ken pe o ma i en Momen en bes imm is . Diese Rekons uk ionen kon on ie en
wi schließlich mi dem Fall (de in K i ik s ehende Essay), um das Momen des WIE-sich-au -die-
Sache-bezogen-wi d schä e zu sehen.
Die Analyse beginn mi dem An ang des Da ums, also de Übe sch i de Replik:
(N . 1) Misslingende Ve anke ungs e suche
(Kabel 2021, S. 1)
De p oposi ionale Gehal de Übe sch i weis misslingende Ve suche on Ve anke ungen aus,
abe wo on genau die Rede is , kann an de Fo mulie ung nich ausgemach we den. Die Übe sch i
mach neugie ig, da unkla is , wo au sie sich sachlich bezieh bzw. noch beziehen wi d. Es is dieses
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Momen de Neugie de, des Wo an des Schei e ns, de das pe o ma i e Momen in den Vo de -
g und ück . G ei en wi also au die Me hode de Objek i e He meneu ik zu ück und beginnen mi
Lesa enbildungen.
In welchem Kon ex könn e on „misslingenden Ve anke ungs e suche[n]“ wohlge o m ge-
sp ochen we den? – Dies könn e beispielsweise in einem ma i imen Kon ex de Fall sein, also wenn
jemand eine Segle geschich e zum Bes en gib : Ein S u m zog au , das Segelboo e eich nich meh
ech zei ig den e enden Ha en, und nun gil es, das Segelboo zu siche n. „Misslingende Ve anke-
ungs e suche“ wä e die Übe sch i eine Geschich e, die da übe be ich e , wie das Segelboo
meh ach e anke wu de – was alle dings nich gelang. Ein ande e Kon ex könn e die E zählung
eines Handwe kes sein, also wie beispielsweise ein*e Sch eine *in e such e, eine schwe e Holz-
pla e an eine Wand zu be es igen. Die Geschich e wü de analog zu e s en Va ian e da on ge a-
gen sein, zu e zählen, wie meh ach e such wu de, die Holzpla e zu be es igen – was misslang.
Eine Va ian e könn e z.B. das Vo s iegskle e n an eine Felswand sein.
Allen Va ian en is gemeinsam, dass sie das Momen des meh maligen Ve suchens und des
Schei e ns be onen, einen Gegens and an einem ande en Gegens and zu ixie en. – Doch diese Aus-
sage wä e gleich alls du ch die Übe sch i „Misslingende Ve anke ungen“ gedeck . Es is abe in
de Replik on „Ve anke ungs e suche[n]“ die Rede. Was mein eigen lich diese Beg i „Ve anke-
ungs e suche“? S ellen wi dieses Wo in einen ande en, möglichs neu alen Kon ex : Pe e be-
ich e on Ve anke ungs e suchen. Wü de man nun da on ausgehen können, dass diese geglück
ode missglück sind? Dem Ums and, dass es Ve anke ungs e suche gab, is keine Auskun da übe
zu en nehmen, ob diese Ve suche missglück ode geglück sind. Es könn e soga jede einzelne
Ve such geglück sein (wie in eine wissenscha lichen Expe imen al eihe). Lieg das Resul a des
Ve suches dami auße halb des Ve suches? – S ellen wi uns einmal den Fall o , dass das Segelboo
nach meh e en Anläu en e olg eich e anke wu de. Wü de Pe e on „Ve anke ungs e suchen“
sp echen, wenn e eine Geschich e e zählen woll e, in de die Ve anke ung le z lich geklapp ha ?
Pe e wü de dies ielleich un, wenn e einen Spannungsbogen ü die Geschich e e zeugen woll e,
also bewuss das Ende o enlassen wü de. Jensei s li e a ische Kon ex e wü de Pe e e mu lich
on eine „schwie igen Ve anke ung“ sp echen, also le z lich das posi i e Resul a he auss ellen.
Wäh end Ve suche im wissenscha lichen Kon ex eine Reihe on Expe imen en mein , die ge-
wünsch ode une wünsch aus allen können, so en sp ich de all agssp achlichen Ve wendung
ehe die Bedeu ung on „e ha es e such “, was implizie , dass es le z lich nich geklapp ha . Die
all agssp achliche Ve wendung des Beg i s olg somi eine ande en Logik als die wissenscha li-
che. In einem All agskon ex e schiene es nich wohlge o m , das Momen de Ve suche zu be onen,
wenn le z lich die Sache gelungen is ; „Ve suche“ implizie in diese Lesa Schei e n. – Nun läss
sich gegen diese Lesa einwenden, dass es sich bei de Replik um einen wissenscha lichen Kon ex
handel , was heiß , dass hie „in eine sys ema ischen und me hodisch kon ollie en Ve bindung
eigens ändige und k ea i e Gedanken mi be ei s o liegenden wissenscha lichen Be unden“
(Bohl 2008, S. 13) abgehoben we den wü de. Doch i diese Lesa die Sache? – Nein, denn die
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Replik ich e sich au eine A gumen a ion, die au g und empi ische Da en Theo ieen wicklung be-
eib ( gl. Meie / K eische 2021). Da es sich also um keinen wissenscha lichen Ve such, geschweige
denn um meh e e, sonde n um eine Analyse und A gumen a ion handel , schein die all agssp ach-
liche Bedeu ung naheliegend.
Wenn man nun diese Lesa olg , dann wü de es sich bei de Übe sch i um eine he o i-
sche Figu handeln, die übe die eine Sachbo scha (Die Ve anke ung is misslungen.) hinausgeh ,
denn du ch die lexie e Fo m on Misslingen und du ch das Subs an i „Ve suche“ wi d die Bo -
scha des Schei e ns e doppel . Dies zeig sich insbesonde e an de kon as i en Fo mulie ung
„misslingende Ve anke ungen“ – dami wä e inhal lich eben alls alles gesag . Eine Ve doppelung
de Bo scha is ein Pleonasmus, de als „Wo eich um ohne E kenn nisgewinn“ (Wikipedia 2023;
gl. Meine 1998, S. 503; Duden online 2023) cha ak e isie wi d. Dabei handel es sich in kommu-
nika ions heo e ische Pe spek i e um eine edundan e Kommunika ion, die im Be eich de echni-
schen Kommunika ion beispielsweise dazu genu z wi d, dass eine Bo scha beim Emp änge bzw.
bei de Emp änge in siche ankomm (z. B. du ch P ü summen, Spiegelung on Da en, e c.). Es gil
als he o isches Ausd ucksmi el, um das Gesag e he o zuheben bzw. dem zu e mi elnden Inhal
ein besonde es Gewich zu e leihen – nich zule z , um Eind uck au einen Ad essa enk eis zu e -
zeugen.
Auch wenn die Analyse de Übe sch i nich zwei els ei he ausa bei en kann, dass es sich
bei de Ve wendung de Fo mulie ung „Misslingende Ve anke ungs e suche“ um einen Pleonas-
mus handel , da de Au o de Replik ielleich unse e A gumen a ion als Ve suche2 e s eh und
de Beg i des Ve suchs nich zwangsläu ig das Schei e n implizie , so bes ä k die Fo mulie ung,
die ma i ime Assozia ionen weck , unse oben au gezeig es me hodisches Vo gehen, die Replik
nich nu hinsich lich de sachlichen Sei e de K i ik, sonde n auch au he o ische Momen e hin zu
un e suchen. An diese S elle deu e sich die Ve mu ung an, dass die Replik mögliche weise au ei-
ne G enze ope ie , die zwischen sachliche K i ik und he o ische Beein lussung lieg . – Wie geh
es wei e ?
(N . 2) Eine Replik zum Ve häl nis on Analyse und Modell im Bei ag »Wie Schulp axis p o-
essionell e lek ie en?«“
(de s., S. 1)
Zunächs äll au , dass es sich bei de Un e übe sch i um eine sachliche In o ma ion handel . De
Sa z s ell da , als was sich de Tex e s ehen läss , nämlich als eine Replik, au welchen Gegens and
e ge ich e is (Ve häl nis on Analyse und Modell) und au welche Re e enz sie sich bezieh („Wie
2 De Beg i Ve suche könn e mi Blick au den Gegens and, einen Essay, als du chaus passend e s anden we den, denn das Wo
Essay läss sich auch als Ve such übe se zen ( gl. Meine 1998, S. 202). Da hie abe on Ve suchen im Plu al gesp ochen wi d, is
ande es als de Essay in seine konk e en Ges al gemein .

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Schulp axis p o essionell e lek ie en?“). Eine besonde e Rhe o ik, die einen unmi elba en he me-
neu ischen Zug i benö igen wü de, is nich augen ällig. Somi kann eine gesonde e Analyse des
WIEs, also de pe o ma i en bzw. he o ischen Dimension des Ausgesag en, en allen. Mi Blick au
die oben ekons uie e Ve mu ung, das mi „misslingende[n] Ve anke ungs e suche“ das Momen
des meh maligen Ve suchens und des Schei e ns be on sein könn e, einen Gegens and an einem
ande en Gegens and zu ixie en, äll alle dings ein Kon as au : Ein Ve häl nis is eine Beziehung,
eine Rela ion, die zwischen zwei En i ä en bes eh . Dieses Ve häl nis kann en e n , nah, e loch-
en, lose gekoppel , e c. sein. Eine Ve anke ung is eine spezi ische Fo m eines Ve häl nisses: Es gib
mi Blick au einen Anke ode Siche ungsseil einen meh ode wenige s a ken Zusammenhal .
Wenn man nun das Misslingen de Ve anke ung als E gebnis de Ve häl nisbes immung on Analyse
und Modell e s eh , dann implizie dies ein bes imm es Modell eine Rela ion on Analyse und
Modell – nämlich eines (meh ode wenige ) es e anke en. Dami is eine zen ale Implika ion
de K i ik de Replik ma kie , nämlich eine, die eine es e Ve anke ung on Analyse und Modell als
ich ig und wich ig se z und olglich eine lose ode keine Ve anke ung ablehn . Somi kann an diese
S elle e s ens die F age ges ell we den, ob eine Analyse und ein Modell zwingend es e anke
sein müssen. Und zwei ens, wenn e s e e bejah wi d: Wo in bes eh ein gu e Anke , also wie muss
das Modell an die Analyse gebunden we den? – Jeden alls wi d mi de Übe sch i und de Un e -
übe sch i eine implizi e S ando bes immung in de Replik ollzogen, die eine es e Ve anke ung
als ele an behaup e , welche somi die Posi ion des Essays on Meie und K eische (2021) als
alsch se z . – Schauen wi wei e :
(N . 3) 1. Analyse und Modellbildung: E s e Ve häl nis agen
Mi dem Bei ag „Wie Schulp axis p o essionell e lek ie en? Übe legungen zu einem Re lexi-
onsmodell au Basis de Analyse des P ak ikumsdokumen es de S uden in N.B.“ möch en
Michael Meie und Tina K eische »Momen en de Re lexion in pädagogischen P ak ikumsbe-
ich en« (Meie & K eische 2021, S. 2) nachspü en und p ak ische Schlüsse au Basis de Be-
schä igung mi diesen ziehen. Vo geleg wi d ein Modell de Leh e bildung in P axisphasen,
genaue ein Konzep , wie diese gelingen kann.
(Kabel 2021, S. 1)
Es olg eine Kapi elübe sch i , die inhal lich an das be ei s Da ges ell e unmi elba anschließ . De
e e enzie e Tex de K i ik wi d ausgewiesen und das Anliegen de Au o *innen mi ih em Essay
besch ieben. Mi dem Modalwo „möch en“ wi d de Wunsch de Au o *innen un e s ichen, ein
Anliegen zu e eichen, und somi sp achliche Dis anz zum Ziel des E eichens des Anliegens be on :
Denn we e was nachspü en möch e, de ha es schließlich noch nich e olg eich ge an. An diese
S elle ep oduzie sich die Implika ion des Schei e ns (siehe oben: Pleonasmus). Abe wesen lich
in e essan e als das Be onen des Schei e ns sind die inhal lichen Aspek e, also das, wo an de Essay
lau de Replik geschei e sei. Dabei handel es sich um olgende Aussagen: Wäh end das Anliegen
des Essays a) „Momen e […] de Re lexion in pädagogischen P ak ikumsbe ich en“ du ch Zi a e e-
enzie wi d, inde dies hinsich lich olgende Aussagen nich s a : die Au o *innen ziehen b)
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„p ak ische Schlüsse au Basis de Beschä igung mi diesen“ und en wickeln c) „ein Modell de Leh -
e bildung in P axisphasen, genaue ein Konzep , wie diese gelingen kann“.
Bei den Aussagen b und c handel es sich um In e p e a ionen, denen man im Fall on b) inso e n
gu olgen könn e, als dass die En wicklung eines Konzep es zu Re lexion pädagogische P axis als
p ak ische Schlüsse gedeu e we den könn e, wenn man da un e Re lexion und Planung pädagogi-
schen Handelns e s eh . Die In e p e a ion c) geh alle dings öllig an de Sache o bei, nämlich
dass es sich bei dem P axis e lexionsmodell um ein „Modell de Leh e bildung in P axisphasen“ han-
del . Denn was wä e un e einem Modell de Leh e *innenbildung in P axisphasen zu e s ehen? –
Es wä e ein Modell, das om e s en Semes e beginnend übe die P ak ika im Bachelo s udium, übe
das P axissemes e im Mas e s udium (bspw. in NRW, Schleswig-Hols ein) und übe das Re e enda-
ia sowie die Fo bildungen in de d i en Phase hinweg eichen wü de. Ein solches Modell wä e als
cu icula es Konzep zu en we en, das die Bildungsp ozesse on Leh am ss udie enden, Re e en-
da en und Re e enda innen sowie im Be u s ehenden Leh k ä en übe S udien-, P axis- und Be-
u sphasen hinweg anlei en wü de, und zwa au de Ebene on (P o essions-)Theo ien und P a-
xis( e lexionen). Ta sache is indes, dass de Beg i de „Leh e bildung“ im Essay on Meie und
K eische (2021) nu im Li e a u e zeichnis sowie in den Angaben zu Au o in Tina K eische zu in-
den is . Auch de Beg i de „Leh e *innenbildung“ inde nu spä lich Ve wendung, und wenn dann
in dezidie ande en Zusammenhängen.3 Auch das Fazi des Essays lie e keinen einzigen sachlichen
Ansa zpunk ü die Aussage, dass die Au o *innen ein Modell de Leh e *innenbildung zu en wi-
ckeln such en.4 Es handel sich schlich um eine sachlich alsche Ta sache, wenn die Replik aussag ,
3 Hie sind alle S ellen dokumen ie , in denen die Au o *innen Meie und K eische den Beg i „Leh e *innenbildung“
benu zen. Wie den Zi a en zu en nehmen is , wi d an keine S elle da on gesp ochen, ein Modell de Leh e *innenbil-
dung ü P axisphasen zu en we en: (1) „Wi gehen dabei on de Annahme aus, dass de o liegende Fall de S uden in
N. B. au ebenso zen ale wie auch o ene F agen im Feld de P axisphasen- Beglei ung und Re lexion in de Leh e *in-
nenbildung hinweis .“ (Meie / K eische 2021, S. 2) (2) „Disk epanze ah ungen im eigenen ode emden Handeln üh-
en alle dings nich zwangsläu ig zu einem o enen Dialog übe selbige, beispielsweise mi de schulischen Men o in ode
ande en Pe sonen, die in de Leh e *innenbildung in ol ie sind (z.B. s uden ische Pee s, Schullei ungen, uni e si ä e
Dozie ende).“ (ebd., S. 15). (3.) „Das Modell de Meis e *innenleh e wi d sei ge aume Zei in de Leh e *innenbildung
ange ag , da diese als unwissenscha liche Ausbildungs o m gil und du ch P o essionalisie ung und Wissenscha lich-
kei übe wunden we den soll ( gl. z.B. Meye 1982). Das Fallbeispiel e weis da au , dass sich S udie ende dessen un-
geach e am Modell de Meis e leh e aus ich en und dies deck sich mi iel äl igen E ah ungen aus uni e si ä en Be-
glei o ma en di e se Schulp ak ika ( gl. z. B. Hasche 2012).“ (ebd., S. 17 Fn. 8)
4 Vgl. hie : „Vo he ige Aus üh ung zu Re lexion (un)p oblema ische Si ua ionen im Schulp ak ikum e s ehen sich als
e s e Suchbewegungen. Wei e e Übe legungen zum konzipie en Ansa z müssen olgen ( gl. z. B. die Lei agen im An-
hang). Zusammen assend läss sich es hal en, dass diese Essay am Beispiel des P ak ikumsbe ich s on N. B. au gezeig
ha , dass sich e s ens schulpädagogische P axise ah ungen un e p oblema ischen Bedingungen ausges al en können
und dass es zwei ens möglich is , ohne kasuis isches P o essionswissen, das sich e s gegen Ende eines S udiums he -
ausbilden kann, P axis g unds ändig zu e lek ie en. Wi e mu en nich nu , dass man mi hil e dieses Ansa zes päda-
gogische P axis soli ä abe auch in Semina kon ex en gu e lek ie en kann, sonde n dass sie auch einen b auchba en
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dass Meie und K eische (2021) ein Modell de Leh e *innenbildung bzw. de Leh e *innenbildung
in P axisphasen o geleg haben. Man könn e nun also einen e o in pe sona el objec o, einen
I um in Pe son ode Sache e mu en. Es schein , als wü de die Replik on X sp echen, wo de Essay
doch on Y sp ich . Be ei s an diese S elle ließe sich die Replik als unbeg ünde zu ückweisen, da sie
sich an einem Gegens and abzua bei en schein , de nich Thema des Essays is .
Doch eine solche Zu ückweisung de Replik wä e ein inhal liches A gumen , das zwa im
Sinne eine Zu ückweisung eine (Re)Replik angemessen e schein (siehe Lesa eins des Tex es, S.
1), abe das E kenn nispo en ial, das die Abweh des Neuen du ch Disku sp ak iken be i , wi d
dami noch lange nich bes imm . Es gil somi die he o ische Funk ionsweise de Replik eizule-
gen. Dazu nehmen wi e neu die Hal ung de Objek i en He meneu ik ein, die das Wö lichkei s-
p inzip scha s ell , und kon on ie en die Äuße ung mi dem Kon ex (hie : de Essay), au den sie
sich bezieh . Was beansp uch das P axis e lexionsmodell on Meie und K eische? – Es bean-
sp uch on Beginn des S udiums an einse zba zu sein und pädagogische P axis g unds ändig zu
e lek ie en. Dabei – so die Hypo hese des Essays – dü e sich „das analy ische Po en ial, e s im
Lau e eines S udiums ollum änglich e schließen [...] und zunehmend eine kasuis isch-p o essionelle
Re lexion“ (Meie / K eische 2021, S. 29) e möglichen. Das Modell e s eh sich als eine Möglichkei ,
die das P oblem un e lek ie e P axis, das zwischen S udienan ang und p o essionelle kasuis i-
sche He angehensweise mu maßlich lieg , zu übe b ücken bzw. al e na i zu ges al en. Das Modell
wi d dabei dezidie als o läu ige „Suchbewegung“ (ebd., S. 28) als „Hypo hese“ (ebd., S. 29) aus-
gewiesen. De S a us eine Hypo hese is die eine unbewiesenen Annahme, die wei e e Fo schung
beda .
Wenn diese Cha ak e isie ung des P axis e lexionsmodells nun abe als „Modell de Leh e -
bildung in P axisphasen“ ‚ e s anden‘ wi d, dann s ell sich die F age, welche Funk ion dieses
(Miss)Ve s ehen e üll . X wi d in de Replik als Y ‚ e s anden‘, also gleichgese z .
Die Gleichse zung de Replik: a) Modell pädagogische P axis e lexion (als Hypo hese) = b)
Modell de Leh e bildung. Zwei Lesa en sind denkba :
Ausgangspunk ü ägliche Sch eib e lexionen wäh end de P axisphasen da s ell , in denen angehende Schulp ak i-
ke *innen ih pädagogisches Handeln un e Reku s au das Modell besch eiben – und auch planen – können. Das Modell
is ein ach, äuße s spa sam hinsich lich heo e ische Vo annahmen (und somi im Rahmen des Konsens ähigen nahezu
ideologie ei, gl. Fn. 10) und benö ig keine höhe e akademische Vo bildung, um e s anden we den zu können. Ge-
ade dami g enz es sich on de He angehensweise de üb igen Essayis en ab, die mi ih e langjäh igen schulpädago-
gischen und o schungsme hodischen Expe ise einen holis ischen Blick au die P ak ikumsdokumen a ionen de S u-
die enden N. B. und ande e haben. Unse Modell kann au g und seine leich en Zugänglichkei , seines zei ökonomi-
schen Einsa zes und ohne um ängliche schulpädagogische Kenn nisse on Beginn des S udiums an eingese z we den.
Wi e mu en, dass sich das analy ische Po en ial e s im Lau e eines S udiums ollum änglich e schließen dü e und
zunehmend eine kasuis isch-p o essionelle Re lexion möglich mach , die neben (selbs ) e lexi em und biog aphischem
Wissen zu En scheidungsd uck und Bewäh ungsdynamik in de Schulp axis, schulpädagogisches Wissen sowie Fallsub-
sum ion und Rekons uk ion um ass . Sowei unse e Hypo hese.“ (ebd., S. 28 .)
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 8 on 35
1. Logische Gleichse zung: Leh e *innenbildung is dasselbe wie Re lexion pädagogische P a-
xis. Dies wü de implizie en, dass in Pe spek i e de Replik Leh e *innenbildung olls ändig
du ch das Momen on P axis e lexion bes imm wä e. Ande s gesag exis ie in diese Lo-
gik jensei s on P axis e lexion nich s in de Leh e *innenbildung.
2. Hype bel: Es handel sich um eine he o ische Figu de Übe eibung. Die Funk ion eine
Übe eibung könn e im Kon ex eine Replik da in liegen, dass diese als S ohmann-A gu-
men genu z wi d.
P ü en wi wei e , wie die Replik ih e K i ik en al e .
(N . 4) In e essan is , dass mi dem Ve weis au den Ansp uch on da um&disku s, „die em-
pi ische Wi klichkei zum Ausgangspunk e ziehungswissenscha liche Theo iebildung“ (zi .
nach. Ebd., [sic!], S. 1) zu nehmen, das o geschlagene Modell mi de Analyse des Da ums#1
e bunden wi d, was die F age nach dem Ve häl nis on Analyse und Modellbildung au wi .
E s e Übe legungen zu F age des Ve häl nisses on Analyse und Modell lassen sich anhand
de Un e übe sch i ans ellen. Diese e weis au eine Kopplung de ges al , dass „Übe le-
gungen zu X (das o geschlagene Modell) „au Basis de Analyse“ on Da um#1 e olg en.
(Kabel 2021, S. 1).
Fokussie en wi den zwei en und d i en Sa z des Abschni es N . 4. De Au o de Replik sch eib :
So we den hie „e s e Übe legungen“ om Au o de Replik zu den „Übe legungen zu X“ anges ell ,
wobei au den Un e i el des u sp ünglichen Essays e e enzie wi d. De Un e i el des Essays lau-
e im O iginal: „Übe legungen zu einem P axis e lexionsmodell au Basis de Analyse des P ak i-
kumsdokumen es de S uden in N. B.“. Was bilde die Replik ab? Sie nenn den Gegens and, um
den es geh (das P axis e lexionsmodell) nich , sonde n übe üh diesen in eine A e s en ‚Analy-
sesch i ‘. Doch welchen analy ischen Zugewinn e häl man, wenn man an die S elle on P axis e-
lexionsmodell (=) „das o geschlagene Modell“ se z ? De Gegens and, um den es den Au o *innen
inhal lich geh und an denen sie e mein lich geschei e sind, wi d zum Ve schwinden geb ach ,
zugleich abe die Au o *innen in ih em Bemühen, ein Modell in einen Disku s einzuspeisen, sich -
ba e gemach . De e s e ‚Analysesch i ‘ kann als eine Ve schiebung e s anden we den, die weg
on de Sache (die alsch benann wu de) und hin zu den Ve an wo lichen (Die an de Sache e -
mein lich geschei e sind.) üh . Angesich s dieses ekons uie en De ails s ell sich die F age, ob
es sich hie bei um einen Klä ungs e such in de Sache handel . Das kann am Da um nich bean wo -
e we den. Jeden alls dü e du ch diese Ve schiebung ein*e Lese *in, die den Un e i el des Essays
nich o ih em inne en Auge ab u en kann, dem Eind uck e liegen, dass die Au o *innen Meie und
K eische diese Übe legungen zu einem Modell de Leh e *innenbildung au Basis de Analyse eines
(!) P ak ikumsdokumen es ollzogen haben, was euphemis isch gesp ochen ein meh als gewag es
Un e angen gewesen wä e. Dami bleib die Ve mu ung eines Einsa zes des S ohmann-A gumen-
es an diese S elle wede be- noch wide leg . – Wie geh es wei e ?
(N . 5) Be ei s hie läss sich die These au s ellen, dass das Modell nich als Theo iebildung
de Analyse anzusehen is , sonde n die Au o *innen gleichsam inspi ie du ch die Analyse
des Da ums das o geschlagene Modell en wo en haben. Dami läge eine Kopplung übe ein
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 15 on 35
Im Un e schied zu einem Rech ss ei [li ige] wä e ein Wide s ei [di é end] [z.B. de Disku s
zwischen Kabel und Meie & K eische, d.A.] ein Kon lik all zwischen (wenigs ens) zwei Pa -
eien, de nich angemessen en schieden we den kann, da eine au beiden A gumen a ionen
anwendba e U eils egel [= übe g ei ende Me hodologie ü OH und GTM, d.A.] ehl . Die
Legi imi ä de einen A gumen a ion [OH., d.A.] schlösse nich auch ein, daß die ande e nich
legi im is [GTM., d.A]. Wende man dennoch dieselbe U eils egel [O.H., d.A.] au beide zu-
gleich an, um ih en Wide s ei gleichsam als Rech ss ei zu schlich en, so üg man eine
on ihnen [hie : GTM., d.A.] Un ech zu (eine on ihnen zumindes , und allen beiden, wenn
keine diese Regeln gel en läß ).
(Lyo a d 1989, S. 9)
Nach Lyo a d lieg an diese S elle nich nu ein illegi imes A gumen , sonde n ein Un ech o .
Die Replik wei e :
(N . 8.) Wi d diese Ansp uch ga nich e hoben, könn e Beliebiges als du ch eine Da umsana-
lyse inspi ie e Übe legung ange üh we den (die Analyse des Da ums wä e dabei übe lüs-
sig).
(Kabel 2021, S. 2)
Diese Sa z is au schluss eich, denn e e such die implizi bezogene Posi ion, die nach Lyo a d in
einem (1!) Disku suni e sum Gül igkei ha , zu o alisie en. Die A gumen a ionss uk u is hie bei
olgende:
Wenn diese Ansp uch (Ve anke ung) nich e hoben wi d, dann kann Beliebiges ange üh
we den. Also: Wenn nich X, dann i gendein Y.
Doch kann man aus eine Nega ion e was Posi i es ablei en? Kann ich also schließen: Wenn
keine Schokolade o handen is , dann is i gend e was ande es, z.B. Gummibä chen da?9 Nein, denn
ex nihilo nihil i . (Aus nich s en s eh nich s.). Wü de man den Zusammenhang indes posi i o mu-
lie en, sähe die Sache ande s aus. Hie zu müss en wi alle dings au den in endie en Sinn spekulie-
en, den diese Fo mulie ung als posi i e Bes immung o enläss . Also: Wenn X, dann Y. Das heiß ,
wenn de Ansp uch e hoben wi d, das Modell empi isch zu e anke n, dann lieg eine Theo iebil-
dung o . – Im Sinne eine bene olen en Lesa wä e dann alle dings zu zeigen, dass X eine no wen-
dige Bedingung ü Y sein müss e – und dies wä e zu belegen. Die Rekons uk ion de Implika ionen
des ‚A gumen s‘ zeig also au , dass das A gumen – so wie es o geb ach wu de – nich äg . Da
die Replik also e was behaup e , was sie nich beleg , kann diese Aussage als ein Au o i ä sa gumen
beg i en we den. Da ü sp ich auch de S il, de mi Ve e Behaup ungen au s ell . Ande s gesag
s eh das WIE de Rhe o ik, die Pe o manz übe zeug e Gewisshei , in ha em Kon as zum WAS
des Inhal es, de sachlich nich äg (ode wie oben gezeig soga schlich alsch is – eine assozia i e
Na a ion).
9 Die A gumen a ionslogik is nich zu e wechseln mi : Wenn kein X, dann kein Y. Also: Wenn kein Saue s o da is ,
dann b enn auch kein Feue .

da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 16 on 35
(N . 9) De Bei ag on Meie und K eische spü zunächs in ie Kapi eln (2 bis 4) „de Re le-
xionslogik des Da ums“ nach, wobei geschau wi d, was (und was nich ) de S uden in zum
Gegens and eine Re lexion wi d.
(ebd., S. 2)
Die he o ische Finesse de Replik zeig sich an diesem Ausschni . Besonde es Augenme k is dabei
au den Beg i „nachspü en“ zu ich en, den die Au o *innen Meie und K eische im Kon ex eine
länge en Da s ellung ih e Re lexionsleis ung einmal benu zen ( gl. Meie / K eische 2021, S. 2 .). Im
Un e schied zum Essay wi d de Beg i abe in de Replik zum zwei en Mal e wende (N . 3, N . 9)
und s eh in de Replik gewisse maßen ü das gesam e me hodisches Vo gehen. F agen wi also,
was de Beg i „nachspü en“ eigen lich bedeu e . – Eine sei s eine Spu olgen bzw. e was e o -
schen und e g ünden ( gl. digi ales Wö e buch DWDS 2024) und kann somi als eine angemessene
Besch eibung eine Analyse eines Da ums un e eine lei enden F ages ellung be ach e we den.
Ande e sei s wi d nachspü en bzw. das Nachspü en auch in dezidie nich wissenscha lichen Kon-
ex en e wende , beispielsweise in spi i uellen ode eso e ischen K eisen. Ein Beispiel:
Unse e Ve ans al ungen ü Seele und Geis , ü He z und Ve s and. Ob Go esdiens e ode Exe zi-
ien, spi i uelle Expe imen e ode geis liche E ah ungen. Wi e möglichen Zei en zum Run e kom-
men und S ill-sein, zum Sammeln ode Inspi ie -We den, zum Nachdenken und Nachspü en. Aus-
zei en & Ande szei en, Raum ü Dich, Raum ü Go , Raum ü ande e.
(KHG Hanno e 2022)
Die Beg i s e wendung „nachspü en“ in de Replik is legi im, da sie on den Au o *innen selbs
e wende wi d und inso e n als angemessene Wiede gabe eine unscha bes imm en me hodi-
schen Ope a ion bezeichne we den kann. Alle dings kann die Wiede holung dieses Wo es als he-
o isches Elemen gelesen we den, das eben einen Assozia ions aum ähnlich de „misslingenden
Ve anke ungs e suche“ e ö ne : Es handel sich hie bei um s ilis ische Figu en, die als solche nich
zu ückgewiesen we den können, da sie sachlich agen, zugleich abe auch die G enzen des Sachli-
chen übe sch ei en können.
Im Sinne eines Zwischen azi s kann an diese S elle de Rekons uk ion gesag we den, dass
es sich bei de Replik um einen Tex mi eine s a ken Rhe o ik handel , die ih e S ä ke da aus be-
zieh , dass sie mi sachlichen Ausd ücken ope ie , die zugleich pejo a i e Assozia ionen zu wecken
e mögen. Diese Anklang eine Doppeldeu igkei e möglich es eine Lese in bzw. einem Lese die
Sä ze en wede sachlich ode eben auch pejo a i zu lesen. Man kann an diese S elle eine Falls uk-
u hypo hese übe die Replik o mulie en, nämlich, dass neben dem Sp echen aus eine scheinba
nich beg ündungsbedü igen Au o i ä sposi ion he aus und einem Fehlgehen in de Sache (assozi-
a i e Koppelung, Na a ion) ein wesen liches Momen in de Kuns e igkei lieg , mi Beg i en bzw.
Fo mulie ungen zu ope ie en, die unsachliche Assozia ionen zu wecken e mögen, abe als solche
du ch einen Sachbezug als wissenscha lich legi ime gelesen we den können. Die pe o ma i e K a
de Rhe o ik übe deck dabei die nich agenden und sachlich alschen Aussagen de Replik.
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 17 on 35
3. Rekons uk ion de Replik 2
Nachdem im zwei en Kapi el die A gumen a ionsanalyse im eien Anschluss an die Objek i e He -
meneu ik eine Falls uk u hypo hese übe die Replik gebilde ha , gil es am Ma e ial zu p ü en, ob
die S uk u de K i ik wei e hin dem disku ie en Modus Ope andi olg .
Wie geh es wei e ?
(N . 10) Im zwei en Teil des Bei ags wi d dann das Modell „pädagogische P axis e lexion“
o ges ell , mi dem pädagogisches Handeln anhand on Lei agen du ch einen Is -Soll-Ab-
gleich, de Bes immung des Ve häl nisses on pädagogischen Zielen (Soll) und in endie en
und nich in endie en Wi kungen (Is ), e lek ie we den soll ( gl. Meie & K eische 2021, S.
24). Meine Replik widme sich nu am Rande dem Modell selbs und okussie , wie eingangs
e wähn au die F age nach de Ve zahnung on Modell und Analyse des Da ums. Schwe -
punk mäßig a bei e ich mich dahe am e s en Teil des Bei ags on Meie und K eische ab,
da hie e kennba we den müss e, ob und wenn ja, inwie e n das Modell an die Da umsana-
lyse ückgebunden wi d bzw. als aus diese esul ie end gel en kann.
(Kabel 2021, S. 2)
Beme kenswe is , dass de Gegens and de Replik als „pädagogische[...] P axis e lexion“ nun sach-
lich ich ig benann wi d. Kon ex uie is diese Benennung alle dings in de Da s ellung des Au baus
des A gumen a ionsgangs. D.h. hie e olg eine Benennung des zu k i isie enden Gegens andes,
ohne dass ü eine Lese in bzw. einen Lese unmi elba deu lich we den wü de, wie sich dieses
P axis e lexionsmodell zum un e s ell en Modell eine Leh e *innenbildung e hal en wü de. Man
könn e in Unkenn nis des Essays on Meie und K eische glauben (also wenn man die Replik o
dem Essay ode nu die Replik lies ), dass es sich hie bei um ein (Teil-)Elemen des un e s ell en
Modells eine Leh e *innenbildung in P axisphasen bzw. um ein Elemen des P o essionalisie ungs-
modells handel . In e essan is schließlich de le z e Sa z, mi dem eine Fokussie ung au einen Teil
des A gumen a ionsganges beg ünde bzw. zu beg ünden e such wi d. Diese Fokussie ung geh –
wie wi oben be ei s au gezeig haben – an den (!) möglichen A bei sweisen im Anschluss an die
G ounded Theo y Me hodologie o bei. Abe jensei s eine sachlichen K i ik an diese Posi ion im-
plizie diese Aussage ein bes imm es Ve s ändnis on Theo iebildung, das eizulegen is . In de
Fo mulie ung de Replik lieg de Lackmuss es de Theo iebildung da in, „ob und wenn ja, inwie-
e n das Modell an die Da umsanalyse ückgebunden wi d bzw. als aus diese esul ie end gel en
kann“. In diese Fo mulie ung we den zwei me hodische Ope a ionen angesp ochen, nämlich a)
eine Rückbindung de Theo ie an das Da um und b) ein Eme gie en („ esul ie end“) de Theo ie aus
dem Da um. Wie be ei s mi Blick au den i e a i en Fo schungsp ozess de G ounded Theo y Me-
hodologie hinsich lich de Modellbildung da ges ell wu de, wu de im Essay on Meie und K ei-
sche mi eine F ages ellung das Da um (kon as i : Szenen de Re lexion s. keine Re lexion im Da-
um) gelesen, eine P axis e lexion modellie , und dann mi hil e diese das Da um auszugsweise neu
in e p e ie bzw. e lek ie . Eine Rückbindung des Modells im Essay an das Da um is dami ein
Fak . Doch is diese Rückbindung übe haup wah nehmba , wenn das me hodische Vo gehen allein
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 18 on 35
au de Analyse des Da ums lieg ? – Wi sagen: Nein. Das me hodische Vo gehen de Replik un e -
sch ei e dami aus unse e Sich nich nu den eigenen Ansp uch, den ih e Fo mulie ung en häl ,
sonde n e wi d dem A gumen a ionsgang des Essays, de ein Ganzes da s ell , nich ge ech . An
diese S elle schein sich das Un ech , das mi Lyo a d be ei s ekons uie wu de, gewisse maßen
me hodisch kon ollie zu ep oduzie en. Wie is die zwei e me hodische Ope a ion b) zu analysie-
en? Die implizi e Hin e g undannahme diese Posi ion is , dass die Eme genz eine Theo ie meh
ode minde allein aus dem Da um selbs e wachsen da . Dies is eine in e essan e Posi ion, die
eingenommen und als ich ig ohne wei e e me hodologische bzw. e kenn nis heo e ische Belege ge-
se z wi d. (Zu p ü en wi d sein, ob im Rahmen de Replik ausgewiesen wi d, was do eigen lich
un e eine Theo ie e s anden wi d. Schließlich handel es sich bei diese Posi ion eine wissen-
scha lichen Theo ie um so e was wie das ‚ eine Ex ak ‘ eines Da ums.) Kann eine ‚da eneme -
gie e‘ Theo ie im Sinne de Replik e was ande es sein, als eine, ielleich beg ündba gene alisie e,
Falls uk u hypo hese? Dami wä e die Theo ie le z lich nu ü diesen und e gleichba e Fälle gül-
ig. Dass das nich de Fall is , also dass man objek i he meneu ische In e p e a ionen du chaus
gene alisie en bzw. au ande e Fälle und Felde übe agen kann, unk ionie ge ade auch deshalb,
weil die Objek i e He meneu ik das Allgemeine in die In e p e a ion mi els gedankenexpe imen-
elle Übe legungen mi einbezieh , also bei ih e In e p e a ion des Falls wesen lich au Elemen e
zu ückg ei , die auße halb des Falls liegen und den Fall dami gewisse maßen auch on außen au -
schließ (S ichwo : Dialek ik on Besonde em und Allgemeinem).
Die Replik be i nun mi de Übe sch i „2. Ve anke ungs e suche“ das nächs e Kapi el. Es
beginn mi olgendem Sa z:
(N . 11) Die Un e suchung de Re lexionslogik de S uden in im P ak ikumsbe ich schmieg
sich den on de S uden in gebilde en Phasen „Vo eude und Empa hie“, „E nüch e ung“
und „Resigna ion“ an, wenn Meie und K eische „Handeln und Re lexion“ jede de on de
S uden in bes imm en Phase in je einem Kapi el des Bei ags bes immen möch en.
(Kabel 2021, S. 2)
An diese S elle de Replik äll die Ve wendung des Ve bs „anschmiegen“ au , dass analog zu de
oben ekons uie en S uk u sowohl sachlich als auch pejo a i gelesen we den kann. Denn eine -
sei s kann anschmiegen im Kon ex on Kuns , A chi ek u und Landscha splanung eine sachliche
Besch eibung des Ums andes sein, dass sich ein Gebäude ode Gebäudeelemen in einen Kon ex
ohne Disha monie ein üg . Ande e sei s wi d anschmiegen auch im Kon ex kö pe liche Annähe-
ung e wende : ein Kind schmieg sich an einen Va e an, ein Mann schmieg sich im Be an eine
F au an, e c. Das Ve b e ö ne somi z.B. einen Assozia ions aum im Be eich emo ionale ode kö -
pe liche Bedü igkei ode sich anbahnende Sexuali ä . Auch an diese S elle ep oduzie sich die
Falls uk u de Replik. – P ü en wi das nächs e Elemen :
(N . 12) Zunächs olg die Analyse s a k de Auslegung on B äu, die zuge üg en P oblema-
isie ungen hinsich lich e schwe e e ek i e Zei nu zung und die Ve le zung de Regel, die
Schüle Innen übe den Un e ich s e lau zu in o mie en ( gl. ebd., S. 4) zeugen on eine
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 19 on 35
e alua i en Be assung mi dem im Da um geschilde en Un e ich , da ex e ne Messk i e ien
(Vo s ellungen gu en Un e ich s nach Meye , Helmke und ande en) an die Empi ie angeleg
we den, um diese zu p oblema isie en. Wi d es dadu ch schwie ig, die E schließung des Ma-
e ials wei e o anzu eiben,Fn.2 da de Fall lediglich no ma i e messen wi d, so soll hie
de Fokus au die on Meie und K eische p imä e olg e F age de Re lexionslogik geleg
we den.
Fn. 2: Auch die angebo ene „e wei e e Lesa “ zu B äu, dass gg . e s mi Ankündigung de
Res zei de E ns cha ak e de P ü ung ü die Schüle *innen e kennba wi d, schein mi die
Deu ung B äus nich zu e schieben ( gl. Meie & K eische 2021, S. 6).
(Kabel 2021, S. 2)
Die hie o geb ach e K i ik is , dass die „zuge üg en“ „P oblema isie ungen“ on e was „zeugen“,
nämlich on „eine e alua i en Be assung mi dem im Da um geschilde en Un e ich “, also dass
eine P oblema isie ung zuge üg , also hinzuge üg wu de, die nich selbs im Ma e ial zu schlum-
me n schein . P ü en wi die sachliche Dimension de K i ik, be o wi uns anschließend mi den
me hodologischen Implika ionen des Vo wu s beschä igen. Rich en wi zunächs den Blick au d ei
Auszüge de Analyse on Ka in B äu10 und dann au diejenige on Meie und K eische11.
10 "Sie selbs ha die Leis ungsübe p ü ungssi ua ion gescha en und sie ha glauben gemach , diese sei leich zu bewäl-
igen. Die Kinde haben abe o ensich lich mi „Tes s“ E ah ung genug, dass sie e kennen: Be uhigung hin ode he ,
wenn die Au gaben nich bewäl ig we den, ha das Konsequenzen, die Angs machen.“ (B äu 2019, S. 6.)
„Beide möch en, dass die Schule ein O sei, an dem man aus Fehle n le nen kann und an dem kein Leis ungsd uck
he schen soll. Unbe üh da on schein alle dings die schulische An o de ung, Tes s und Ve gleichsa bei en zu sch ei-
ben, sie zu bewe en und also Leis ung in konku ie ende Fo m he zus ellen. Denn ganz o ensich lich wi d in diesen
Szenen, dass eine sei s Leis ungssi ua ionen he beige üh we den und ande e sei s diese keinen D uck ausüben sollen.
Jedes Kind soll ohne Hil e und unangekündig zeigen, wie iele Ma heau gaben es in eine knapp bemessenen Zei
scha , ich ig zu lösen. Es soll dabei abe lachen, öhlich am Lu sche lecken, keinen D uck e spü en und Fehle als
Le nanlass sehen. Gleichzei ig we den die Fehle spä e o anges ichen, zusammenge echne und zu Leis ungsbewe -
ungen objek i ie , die am Ende Ve se zung, Schullau bahn und Abschlüsse he o b ingen (Kal ho / Di ich 2016).“
(B äu 2019, S. 9)
"F au H. häl ih Handeln ü pädagogisch we oll und ehe ü eine Ausnahme im Ve gleich zu ielen Kolleg*innen.
In e essan is , dass sie wie oben on B eidens ein ausge üh , pädagogisches Handeln in Kon as zu einem Handeln
se z , das Leis ungse b ingung und Fehle e meidung be on . Pädagogisches Handeln is aus ih e Sich on Fehle -
eundlichkei und Wegnehmen on Leis ungsd uck gep äg – zumindes in Wo en. Denn ak isch wi d die Ve gleichs-
a bei nich sdes o o z bewe e , die Fehle we den anges ichen und nich eundlich weggelächel und die da aus
en s ehenden Leis ungszusch eibungen haben Folgen on Lächeln ode S i n unzeln übe Lob ode Auslachen, Beloh-
nung ode Schimp en bis hin zu e se zungs- und schul o m ele an en No en. Inso e n is das, was on de Leh e in ü
pädagogisch angemessen gehal en wi d, genau genommen Ablenkung, I e üh ung und Ve ha mlosung.“ (B äu 2019,
S. 9 .)
11 „Die Schilde ung beginn mi dem Einbezug de S uden in in die pädagogische P axis: Gemeinsam mi de Leh e in
eil sie den „kleinen Tes “ aus und übe nimm einhe gehend die Rolle de Leh e *in-Assis enz. Nach B äu (2019) schein
es sich bei dem „kleinen Tes “ „nich um einen länge is ig angekündig en Ma he es zu handeln, sonde n um e was
Kleines, Spon anes, e was zum Ausp obie en“ (dies., S. 4). „In diese ku zen Sequenz wi d eine Ma hema ik-Klassena -
bei ini iie , die zwa als »Tes «, »klein« und »leich « annoncie wi d, dessen Bezug au eine Leis ungssi ua ion dami
abe nu no dü ig übe deck wi d“ (ebd.). De S uden in gegenübe e ö ne die Leh e in F au H. die wah e Bedeu ung
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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Zunächs kann mi dem Au o de Replik übe eins immend gesag we den, dass die Analysen
on Meie und K eische sich an B äus Analysen o ien ie en. Wa um auch nich ? De Au assung de
Au o en nach handel sich bei ih en In e p e a ionen auch nich um eine Ve schiebung on B äus
In e p e a ion, ielmeh um eine P äzisie ung im Sinne eine e wei e en Lesa . Die Bedeu ung die-
se P äzisie ung lieg da in, dass die Kokons uk ion de Leis ung in diese In e p e a ion schä e
ge ass wi d als es B äu (hie ) u . Die Fußno e de Replik (s.o. N . 11) me k an, dass diese e wei e e
de Si ua ion: Denn in Wi klichkei sch eiben die Kinde keinen „kleinen Tes “, sonde n eine jah gangsübe g ei ende
Ve gleichsa bei . Es kann an diese S elle nich meh ekons uie we den, ob mi diese Ve gleichsa bei auch eine
Beno ung, die mi schulische Selek ion einhe geh ( gl. dies., S. 4 .), e bunden is , ode ob die Leis ungen de
Schüle *innen ‚nu ‘ zum Zwecke de schulischen E alua ion e hoben we den. Fü die e s e Mu maßung sp äche eine
o mals wei e b ei e e schulische P axis de 2000e Jah en, Ve gleichsa bei en wie Klassena bei en zu behandeln (und
einhe gehend auch zu beno en), um den E ns cha ak e de P ü ung he auszus ellen und den Le n- und P ü ungsau -
wand ü Leh k ä e und Schüle *innen nich zusä zlich zu e höhen. Ungeach e eines möglichen und au schulische
Selek ion bezogenen E ns cha ak e s de Si ua ion handel es sich somi also nich um einen „kleinen Tes “, sonde n
um eine P ü ung, die mindes ens ü die Leh k a inso e n bedeu ungs oll sein du e, als dass mi dem Abschneiden
de Schüle *innen auch „die Leh e in au dem P ü s and“ (dies., S. 5) s eh . Inso e n s ell sich angesich s de Rahmung
de Si ua ion, die on de Leh e in mi einem ande en als dem ech en Wi klichkei ss a us ( gl. Go mann 1977) ‚ge-
amed‘ wu de, olgende si ua i e P oblema ik ein: Mi Blick au die du ch die P ü ungssi ua ion einge o de e An o -
de ung, Leis ung zu e b ingen, e schein eine alsche Rahmung inso e n als p oblema isch, als dass mi Blick au empi-
ische S udien e mu e we den kann, dass nich alle Schüle *innen die A de Si ua ion beg ei en und en sp echend
handeln ( gl. z. B. Zabo owski e al. 2011, S. 218 .). Das bedeu e , dass die Schüle *innen in Ve kennung de si ua ions-
bezogenen An o de ungen eine Ve gleichsa bei eben nich schnell und g ündlich zu We ke gehen, da es sich ja nu
um einen „kleinen“ und „leich en“ Tes handel ( gl. hie zu: Se l & Läu e 2012; Meie 2011; Sache 2009). Angesich s
des Ums andes, dass Ve gleichsa bei en mi un e so kons uie sind, dass sie kaum in dem o gesehenen Zei ens e
bea bei e we den können (Z. B. p ü VERA 3-Schulleis ungs es de 3. Klasse Wissen Ende Klasse 4., gl. Ins i u ü
Bildungsanalysen Baden-Wü embe g), du e sich diese Rahmung als p oblema isch ü eine e ek i e Zei nu zung und
dami ü die om Tes an isie e Leis ungse b ingung e weisen. Zudem s ell die Rahmung de Leh e in eine Ve le zung
de Regel da , die Schüle innen und Schüle da übe zu in o mie en, was sich in de Un e ich ss unde e eignen wi d
( gl. anspa en e Leis ungse wa ungen: Meye 2004; kla e S uk u ie ung des Un e ich s: Helmke 2004; Bo e & Hu-
wendieck 2000; Sch ade & Helmke, 2001).“ (Meie / K eische 2021, S. 4)
„De als „ganz leich “ (s.o.) angekündig e Tes s ell sich je z ü die Kinde (abe auch ü die P ak ikan in) als he aus-
o de nd da , da nach Einschä zung de Leh e in (und gemäß den Reak ionen de Schüle *innen) in „so ku ze Zei “
„seh iel zu echnen“ sei. „Die e sch ockene Reak ion de Kinde zeig , dass ihnen de es liche zei liche Rahmen zu
ku z e schein , um die Au gaben alle zu bea bei en, und dass dies abe wich ig wä e“ (B äu 2019, S. 5). Jensei s des
au scheinenden Leis ungsd ucks – und diese Lesa buchs abie B äu um assend in ih em Essay aus – konn e alle dings
im Sinne eine e wei e en Lesa gemu maß we den, dass e s in dem Momen , als die Leh e in „noch 5 Minu en“
sag , die Schüle in E. ealisie , dass sie sich eben nich in eine „kleinen“ und „leich en“ Tes si ua ion, sonde n in eine
ansp uchs ollen P ü ungssi ua ion be inde . In diese Lesa wä e das leise „Wimme n“ nich alleine au die (Nich -)Be-
wäl igung de Leis ungssi ua ion zu ückzu üh en, sonde n sie ealisie e auch in dem Momen alsch on de Leh e in
au die Leis ungssi ua ion einges imm wo den zu sein. Die „e sch ockene[n] Reak ion de Kinde “ (ebd.) wä en neben
dem D uck de Leis ungse b ingungssi ua ion mögliche weise auch au die Realisie ung des ech en Wi klichkei s ah-
mens ( gl. Go man 1977) zu ückzu üh en, de on de Leh e in e schleie wu de und on „Ablenkung, I e üh ung
und Ve ha mlosung“ (B äu 2019, S. 10) gekennzeichne is . Fü uns is es wich ig, diese e wei e e Lesa he auszus el-
len, da in diese In e p e a ion die (Nich -)Leis ung de Schüle *innen auch als P oduk au schein , welches du ch das
Handeln de Leh e in in e ak i kokons uie wi d: „Sie [die Leh e in, d. A.] ha die Leis ungsübe p ü ungssi ua ion
gescha en und sie ha glauben gemach , diese sei leich zu bewäl igen“ (B äu 2019, S. 6). Da das P oblem, also die
Si ua ion de Leis ungse b ingung eng mi dem Handeln de Leh e in e knüp is , könn e es on ih (mi -)e zeug sein.“
(Meie / K eische 2021, S. 6)

da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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Lesa die In e p e a ion nich e schieb . Das s imm du chaus, denn es is eine P äzisie ung. Abe
wa um wi d dies gewisse maßen im Ton all de K i ik in de Fußno e 2 angeme k ? K i ik hie an
wü de implizie en, dass eigene In e p e a ionen nu dann anges ell we den dü en, wenn sie Les-
a en nich p äzisie en, sonde n e schieben wü den. Eine höhe e Au lösung on E eignissen, die
zugleich deu liche da ü sensibilisie en, was de Fall is bzw. sein könn e, scheinen de Posi ion de
Replik nach, keine Rolle zu spielen – ein diskussionswü diges Ve s ändnis on Wissenscha . Zudem
läss sich hie e neu sehen, wie die Replik in N . 12 ungleiche Maßs äbe anleg , denn auch B äu
bezieh sich au eine A „e alua i e Be assung“ mi dem Da um, das eine no ma i e Ve messung
da s ell ( gl. Fn. 10). Diese lieg beispielsweise da in, dass die Rekons uk ion des Falls nich aus-
blenden kann, wo um es sich bei dem Da um ‚objek i ‘ handel , nämlich um eine Leis ungsbewe -
ungssi ua ion, welche „am Ende Ve se zung, Schullau bahn und Abschlüsse he o b ingen (Kal -
ho / Di ich 2016)“ (B äu 2019, S. 9). Die Zi a ion on Kal ho und Die ich e weis au einen
Wi klichkei ss a us de auße halb de beobach e en bzw. de du ch die S uden in N.B. da ges ell en
Si ua ion lieg . Die P ü ungssi ua ion e klä sich nich du ch sich selbs , sonde n sie e äh ih e
Spezi ik e s o dem Hin e g und des Allgemeinen. Es is eben die heo e ische A bei , die B äu in
ih em Essay o nimm , die den Fall de Ve gleichsa bei als eine spezi ische Ges al eine P ü ungs-
si ua ion pe spek i ie – und o diesem Hin e g und e olgen auch die Kon as ie ungen mi den
ande en Fällen sowie die In e p e a ion/Theo e isie ung. Das no ma i e Momen schein hie inso-
e n au , als dass die P axis de analysie en P ü ung mi dem sachlichen Ums and eine schulischen
Leis ungssi ua ion kon on ie wi d und de E läu e ung, welche Funk ion diese einnimm . In e es-
san e Weise en al e die Replik an diese Va ian e de Theo e isie ung keine K i ik, wohl abe an
de jenigen on Meie und K eische. Wo lieg hie de Un e schied? Meie und K eische okussie en
das Momen de Ve schleie ung de P ü ungssi ua ion mi Blick au die Ko-Kons uk ion de Leis-
ung. So könn e das E sch ecken de Schüle *innen nich nu dem Ums and geschulde sein, sich
plö zlich in eine Leis ungssi ua ion o zu inden, sonde n auch da übe , dass sie on de Leh e pe -
son übe den Wi klichkei ss a us ( gl. Go man 1977) ge äusch wu de. Diese Lesa ziel pe spek i-
isch au den Ve auensb uch de Leh e in ab, de im Gegensa z zu de Ve schleie ungs hese poin-
ie e und mi Blick au Re lexion pädagogischen Handelns o ensich liche ü die Ak eu e als ein
p oblema ische au scheinen dü e. Die In e p e a ion e olg mi Bezug au empi ische S udien
( gl. Fn. 11.: Zabo owski e al. 2011; Meie 2011; Se l/ Läu e 2012) und heo e isches Wissen ( gl.
Fn. 11.: Sache 2009; Meye 2004; Helmke 2004; Bo e / Huwendieck 2000; Sch ade / Helmke 2001),
das übe Leis ung in P ü ungssi ua ionen bzw. Kla hei des Un e ich sp ozesses o lieg . Dies is
keine no ma i e Ve messung, sonde n ein Vo schlag zum Ve s ehen, wa um das E sch ecken so
g oß is und inwie e n de mu maßliche Misse olg de Schüle *innenleis ungen im Handeln de
Leh k a selbs mi beg ünde liegen könn e. P oblema isch muss es an diese S elle e scheinen,
dass die Replik in ih em Pa nu die Re e enzen au Meye und Helmke namen lich an üh (s.o. N .
11), denn diese Posi ionen können unse e Wah nehmung nach ü das Disku s eld de schulpäda-
gogischen Kasuis ik als egel ech e Feindbilde eine p axisanlei enden und dami un e komplexen
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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Un e ich skons uk ion angenommen we den. Eine mögliche Assozia ion bei den kasuis isch o ien-
ie en Lese *innen dü e somi olgende sein: We sich mi Meye und Helmke gemein mach –
de s ell sich auße halb de wah en Wissenscha , da diese Au o en schließlich zu S anda dlek ü e
de zwei en Phase de Leh am s(aus)bildung gehö en und ihnen de Ru des Me hodisch-Konk e en
anha e . Jensei s dessen muss an diese S elle noch einmal da au hingewiesen we den, dass die
objek i -he meneu ischen Analysen pädagogische P axis beispielsweise du ch And eas We ne ,
Wol am Meye hö e ode And eas G uschka g undsä zlich un e de Pe spek i e eine no ma i en
Ve messung e olgen: Beispielsweise wenn We ne die pädagogische P axis an ih e inhä en en
No ma i i ä e miss , G uschka da übe spekulie , was an dem Un e ich sgegens and Ganymed
an Bildung hä e im Un e ich eigeleg we den können (obgleich sich die Au gabens ellung bzw.
die Leh pe son o ensich lich nich da ü in e essie !) ode Meye hö e au zeig , dass den PISA-
Tes s ein p oblema isches Ve s ändnis on Ma hema ik inhä en is . Auch le z e es kann am Da um
selbs nich ekons uie , sonde n nu o dem Hin e g und de Re e enz Ma hema ik als Fo mal-
wissenscha – als Kon as ie ung – eigeleg we den ( gl. übe g ei end zu den Au o en: We ne
2006). Die o geb ach e K i ik äg nich nu nich , sie is endenziös, was heiß , dass sich auch an
diese S elle die ekons uie e Falls uk u de Replik ep oduzie .
4. Miss e s ändnis übe das Technologiede izi
Angesich s des Ums andes, dass die Analyse di e se Auszüge de e s en zwei Sei en de Replik en
dé ail ekons uie ha , eine Falls uk u hypo hese o mulie en und übe p ü en konn e, s ellen wi
an diese S elle das einglied ige Vo gehen de A gumen a ionsanalyse ein. Hal en wi es : Manche
S uk u momen e de Replik haben sich ep oduzie , ande e sind an diese S elle o engeblieben.
Deu lich gewo den is , dass die A gumen a ion sachlich nich äg , die Au o *innen Meie und K ei-
sche im Anschluss an Lyo a d ins Un ech gese z we den, und dass dieses sachliche Un ech mi
eine mi un e au o i ä anmu enden Tonlage übe deck wi d, die iel behaup e und wenig beleg ,
und die mi doppel en S anda ds miss , die ü einige, nich ü ande e und auch nich ü den Au-
o en de Replik gel en. Beme kenswe is , dass diese A gumen a ions igu en als wissenscha lich
legi ime gelesen we den (können).
Die A gumen a ionsanalyse übe sp ing nun einige Abschni e12 und okussie die S elle N .
26:
(N . 26) Die Annahme de P o essionalisie ungsbedü igkei on Leh e handeln (im P o essi-
ons e s ändnis nach Oe e mann und Helspe ) s eh und äll mi de Idee, Leh e handeln als
12 Zum Hin e g und de Zählung: In de e s en Ve sion dieses Tex es wu den die hie ehlenden Abschni e N . 13-26 in
Ku z o m im Anhang (an)in e p e ie .
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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nich s anda disie ba e, nich echnisch lösba e Falla bei zu e s ehen. De Zug i au Leh-
e handeln übe Is -Soll-Di e enzen hebel genau diese Idee inso e n aus, als de Is -Soll-Ab-
gleich als Technologiee sa z echnologie (Luhmann) zu ungie en schein . De Komplexi ä de
Soziali ä wi d du ch ein psychologisches Tool begegne , welches Handeln du ch Is -Soll-Ab-
gleiche e möglichen soll.
(Kabel 2021, S. 4)
Dieses A gumen is inhal lich in e essan und kann au g und de um ang eichen Bezüge nich mi
leich e Hand in seine Logik zusammen assend ekons uie und bewe e we den. Zudem en häl
die K i ik a sächlich einen sachlichen Punk , de – alle dings un e s a ken Abs ichen – als Hinweis
au P äzisie ung bzw. E läu e ung zu i .
Zum Hin e g und des A gumen es: Das P o essions e s ändnis on Oe e mann (1999) und
Helspe (2007) g ünde zum einen in eine geis eswissenscha lichen T adi ion de Pädagogik, die
Wide sp üche (beispielsweise An inomien) des pädagogischen Handelns au g und seine konzep i-
onellen Anlage, du ch Zwang zu Mündigkei zu üh en (Kan ), scha s ell . Ande e sei s spiel das
om Au o en de Replik e e enzie e „Technologiede izi de E ziehung und die Pädagogik“, das
Luhmann und (!) ( gl. N . 26) Scho (1982) besch eiben (und au welches die Replik sich in ih e
nich eindeu igen Re e enzie ung zu beziehen schein ), eine wesen liche Rolle (z. B. bei Helspe
2007, S. 18). Das – ulgo: – Technologiede izi de Pädagogik sag aus, dass au g und de Au opoiesis
soziale und psychische Sys eme es s uk u ell unmöglich is , diese im Sinne eine Kausali ä san-
nahme übe Kommunika ion zielsiche zu koppeln, nich zule z da de mündige Mensch als au o-
nomes Subjek nich kondi ional au äuße e Reize eagie , sonde n Kommunika ionen in e p e ie ,
mi un e soga au wändig e lek ie , jeden alls in einem noch auszulo enden Spiel aum meh ode
wenige (siehe hie zu Bou dieus Habi us heo ie) au onom bzw. selbs e e en iell bea bei e .13 In-
so e n lieg die Annahme nahe, zu sagen, dass ein P axis e lexionsmodell, das die Idee okussie ,
pädagogisches Handeln on Sollensbes immungen ausgehend übe die Wahl on Me hoden zu ei-
nem E gebnis zu üh en, on Beginn an au g und diese Unmöglichkei zum Schei e n e u eil
wä e. Eine solche Posi ion wä e nich nu sachlich alsch, sonde n zu ie s p oblema isch. Denn dami
wä e pädagogisches Handeln sowie Pädagogik als Wissenscha und P axis als Fa ce besch ieben,
wenn Pädagogik nich mi Blick au eine Ziels ellung, z.B. Mündigkei , e lek ie und beg ünde und
mi Blick au Me hoden, wie diese e eich we den kann, z.B. du ch Bildungsp ozesse, Au u zu
K i ik, e c. konzipie und e lek ie we den kann. Zudem könn en solche Übe legungen den S a us
eine Hypo hese nich e lassen, solange diese Wi kungen empi isch nich beg ünde we den, da
Pädagogik als Wissenscha und P axis meh als eine unbewiesene Annahme, also heo e ische Spe-
kula ionen, zu sein beansp uch . Die Pädagogik, besse : die E ziehungswissenscha , glaub abe als
13 Hinzu komm das P oblem de Komplexi ä , das insbesonde e ü pädagogische Kommunika ionen gil .
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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empi ische Disziplin no wendige Weise an Wi kungszusammenhänge, was sich allein schon mi den
on de Replik e mu lich e e enzie en Au o en Luhmann und Scho au zeigen läss . Hie zu zi ie-
en wi die le z en beiden Abschni e des Tex es „Das Technologiede izi de E ziehung und die Pä-
dagogik“, in denen e kennba is , dass die Theo ie des Technologiede izi s ein Denkmodell, genaue
gesag ein Zwischen azi eine Suchbewegung, also eine o läu ige Hypo hese, is , wobei die Au o en
g unds ändig abe an de Möglichkei , ja No wendigkei eine A pädagogische Technologie es -
hal en bzw. es hal en müssen ( gl. auch die Aus üh ungen zu den Kausalplänen als no wendig ü
E leben und Handeln, Luhmann/ Scho 1982, S. 18). Denn ä en Luhmann und Scho dieses nich ,
wü den sie Pädagogik als handelnde und wi klichkei s e ände nde P axis ebenso wie als eine anlei-
ende Wissenscha negie en müssen. Dass sich die Wi kungen pädagogischen Handelns nach die-
sen Au o en nich zielsiche bes immen lassen, sei es übe Technologien, Kausali ä s- ode Hand-
lungspläne, en binde abe wede die P axis noch die Pädagogik als Wissenscha da on, dass be-
s imm e Ziels ellungen e eich we den sollen bzw. müssen. Wenn man also nich nu den Beg i
„Technologiee sa z echnologie“ mu maßlich aus de Mi e des on uns e e enzie en A ikels zi-
ie (ebd., S. 21), sonde n den A gumen a ionsgang de Au o en bis zum Ende e olg , dann sieh
man, dass Luhmann und Scho schließlich eine Gegen- bzw. E wei e ungshypo hese zu ih e eige-
nen Hypo hese des Technologiede izi s o mulie en, indem sie das Schei e n de pädagogischen
Technologie an Selbs e e enz und Komplexi ä übe die Zei s uk u zu e en suchen:
Imme hin läss sich on einem solchen Au gabenmodell he das Technologiep oblem e was
ande s als üblich o mulie en. Es geh nich meh ein ach um die »Anwendung« eines Kausal-
gese zes, sonde n in e s e Linie um die E gänzung on U sachen (Inpu s) du ch wei e e U -
sachen (S a egien), die es wah scheinliche mach , daß gewünsch e Wi kungen ein e en.
Technologiep obleme en s ehen, wenn die Kon ingenz im Zusammen e en e schiedene
U sachen übe kogni i e P ozesse (und auch die we den dami U sachen) eduzie und zu
En scheidung geb ach we den muß. Diese Kombina ion wi d du ch eine Ou pu -O ien ie-
ung ges eue ; abe die p ak isch p imä e F age is : wie U sachen bescha en sein müssen,
dami ih e (mögliche weise e olg eiche) Kombina ion in Un e ich ssi ua ionen mi ih e
Komplexi ä und ih em aschen Wechsel on Episoden kogni i ges eue we den kann.
Wenn es in diesem Sinne um ein Hinzu ügen und Kombinie en bei unsiche en E olgschancen
geh , is auch die Selbs e e enz des psychischen und des sozialen Sys ems nich meh nu als
logische Zi kel ode als F eihei ak isches ode mo alisches Hinde nis de Technologie. Man
konn e sie auch als einen Hinweis da au nehmen, daß Sys eme [psychische Sys eme wie
Schüle *innen/Le nen, Un e ich ssys eme, u. a. d. A.], wenn man mi ihnen a bei en und sie
ände n will, Zei b auchen, um Selbs kon ak e he s ellen zu können. Man ha sich iel mi
dem sozialen Klima in Schulklassen ode im Ve häl nis on Leh e und Schüle n beschä ig ;
abe ielleich is das Technologiep oblem zu alle e s ein Zei p oblem. [Ende de A gumen-
a ion des Essays, d.A.]
(Luhmann/ Scho 1982, S. 32)
Es is somi o ensich lich, dass Luhmann und Scho keines alls die Suche nach Wi kungszusammen-
hängen au geben ode dazu a en, obgleich sie ein achen Kausali ä s o s ellungen au g und de
Komplexi ä eine pädagogischen Si ua ion und de Au opoiesis psychische Sys eme als kausale
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 31 on 35
(Kabel 2021, S. 7)
Diese Zeilen sind un eiwillig komisch. Denn wenn die Annahme s imm (und sie wu de in de Replik
nich bes i en), dass das P axis e lexionsmodell on Meie und K eische be ei s im e s en Semes-
e eingese z we den kann, dann bescheinig die Replik implizi in dem Absa z N . 39, dass das P a-
xis e lexionsmodell au „die gleiche P oblema ik wie Kasuis ik in de Leh e bildung sei eh und je“
s öß . Das bedeu e nich s ande es, als dass das Modell – zumindes in wesen lichen Momen en –
on de Replik als du chaus sa is ak ions ähig wah genommen wi d. Schlimme noch: Im Un e -
schied zu schulpädagogischen Kasuis ik, welche eine langjäh ige Einübung e lang , s öß das Mo-
dell die S uden *innen scheinba ohne Umwege au die „e wo benen No mali ä s o s ellungen
schulische P axis“, insbesonde e wenn es die S uden *innen unmi elba nach de Legi imi ä de
e wand en pädagogischen Me hoden ag . Wenn also das neue Modell ein ache und besse is ,
und zudem dasselbe leis e , dann s ell sich e neu die F age danach, wa um es so scha zu ückge-
wiesen wi d. Es schein e neu , als wü de es de Replik o allem um die Bewah ung e ablie e
Posi ionen, nich abe um wissenscha lichen E kenn nis o sch i gehen – ja diesen ge adezu mi
Vehemenz bekämp en.
6. Fazi
Auch wenn bislang nich geklä is , was un e Wissenscha genau zu e s ehen is (Meine 1998,
S. 737 .; gl. u. a. Hel ich 2016, S. 3 .), so is Wissenscha siche lich meh als ein Ve wal en „dessen,
was man weiß“ (ebd., S. 737) und Wissenscha le *innen sind olglich nich nu als Hü e *innen des
„du ch Sch i und Leh e übe lie e e[n] Scha z[es] an Wissen“ (ebd.) zu e s ehen. Wissenscha
se z au E kenn nis o sch i . Uns i ig is , dass Wissenscha le *innen eine Rolle als p oak i e Ak-
eu e im Diens e des E kenn niss ebens annehmen und Bishe iges on G unde au hin e agen. Ein
mögliches Neues, also eine neue E kenn nis, is dabei nich au oma isch besse als das Al e, e ab-
lie e Wissen. Dass es abe so sein könn e, also dass auch die Möglichkei eines Besse en15 ange-
nommen we den muss, is Vo ausse zung ü den wissenscha lichen E kenn nis o sch i . Das
heiß , dass das Neue als Denkba es angenommen we den können muss, dami es e s anden und
gep ü we den kann. Ande s läss sich keinem wissenscha lichen E kenn nis o sch i zua bei en.
Dabei s ell sich sys ema isch das P oblem, dass das Neue nu in de Logik des Al en ‚ e s anden‘
wi d ( gl. Zi den 2005, S. 12 .), was bedeu e , dass das Neue sich in eine deu lich schwäche en
Posi ion be inde als das Al e. Dieses schwie ige Ve häl nis on Al und Neu s ell sich ü das Wis-
15 Bei dem “Besse en“ handel es sich um eine Chi e, die je nach heo e ischem Kon ex auch ü ie e , b ei e , wei gehende ,
s ingen e , in quali a i e Hinsich besse und wei e es s ehen kann.

da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
Sei e 32 on 35
senscha ssys em als ein inhä en es Spannungsmomen da , denn wü de sich das Wissenscha ssys-
em allzu seh au die Sei e des als ich ig E kann en schlagen, dann wü de es zu eine A mi elal-
e lichen Scholas ik e s a en ( gl. Feye abend 1986). Se z e das Wissenscha ssys em hingegen zu
s a k au das Neue, dann lie e sie Ge ah , das Neue jensei s eine heo e ischen und empi ischen
Fundie ung, quasi im lu lee en Disku s aum, zu o cie en. Es gil also au das inhä en e Spannungs-
momen zu balancie en; das Al e sowie das Neue in seine Gül igkei zu p ü en – ohne dabei mi
Bezug au Jean-F ançois Lyo a d (1989) wissenscha liche A gumen a ionen in ein Un ech zu se -
zen.
Das Un ech , in das de Essay „Wie Schulp axis p o essionell e lek ie en“ Meie und K ei-
sche (2021) du ch die Replik on Kabel (2021) gese z wu de, zeig sich sachlich auch an eine nich
e kü z en Lek ü e des Tex es „Das Technologiede izi de E ziehung und die Pädagogik“ on Luh-
mann und Scho (1982). Es wu de gezeig , dass das P axis e lexionsmodell eine Re lexion ähnel ,
so wie sie on Luhmann und Scho in ih em Tex des „Technologiede izi s“ angedach wu de ( gl.
Kapi el 4). Zuges anden is indes, dass sich das P axis e lexionsmodell noch in dem S a us eine Hy-
po hese be inde und heo e isch nachgeschä sowie empi isch alidie we den muss. Hie bei is
insbesonde e die Dimension de Zei , au die Luhmann und Scho nachd ücklich hinweisen, bezie-
hungsweise au den (nich ) Konnex on Handlung und Wi kung, Wi kungen und nich -in endie en
Wi kungen (Nebenwi kungen) in das P axis e lexionsmodell au zunehmen. Dies wi d zu eine ande-
en Zei an ande e S elle geschehen. Dessen ungeach e konn e die Analyse de Replik zeigen, dass
die o geb ach e K i ik am P axis e lexionsmodell nich nu sachlich nich äg , sonde n diese e -
mu lich angesich s ih e Po en iali ä e ablie e kasuis ische P axis he auszu o de n, o geb ach
wu de. Die de aillie e Rekons uk ion de A gumen a ionss uk u ha dabei he o ische Figu en
iden i izie , die das Neue (in Fo m des en wickel en P axis e lexionsmodells) abzuweh en such .
Dies geschieh in Fo m eine K i ik, die im Ton all au o i ä und on de Sache he nich ge agen is
und somi einem wissenscha lichen E kenn nis o sch i zuwide a bei e . Es wu de he ausge-
s ell , dass das Mo i de Abweh als ein hochschulpoli isches, nich abe als ein an wissenscha li-
chem Fo sch i o ien ie es e s anden we den kann. Dami ge ie sich die Replik als eine mo-
de ne Ve e e in eine mi elal e lichen Scholas ik. Angesich s de Kons uk ionslogik de Replik
können deu liche Nähen zu A u Schopenhaue s „E is ische[ ] Dialek ik ode Die Kuns Rech zu
behal en“ aus dem Jah 1830 ausgemach we den. Das Ziel eine e is ischen Dialek ik lieg - so wie
es de Ti el be ei s aussag - da in, Rech zu behal en. Diese Dialek ik dien nich eine Klä ung de
Sache, beispielsweise du ch dialek isches Denken, sonde n de abulis ischen Kuns , „pe ais e ne-
as [mi Rech wie mi Un ech ]“ (Schopenhaue 2008, S. 3) Rech zu behal en. Eine solche Disku s-
o m kleide sich im Gewande wissenscha liche A gumen e, doch sie weh einen po en iellen E -
kenn nis o sch i ab; sie is e s a e Apologie al e Posi ionen. Un e ih e Obe läche eines wis-
senscha lichen Ans iches is sie lee ; sie ahm Wissenscha nach, ohne subs an iell on ih em
Geis ge agen zu sein. Die Replik sp ich als publizie e nich nu ü sich selbs , sonde n sie kann
da um
&disku s
#1
da um & disku s (2024), Da um #1, (Re)Replik Meie -S e nbe g/ K eische (15. Ap il 2024)
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als S imme eines Disku suni e sums e s anden we den, das e mu lich meh ode wenige d’ac-
cou d mi den e wende en A gumen a ions igu en is . Das Neue wi d dabei ins Un ech gese z ,
was e mu lich e kenn nis heo e isch auch nich ande s unk ionie en kann. Im Anschluss an Zi dens
Theo ie des Neuen (2005) kann e mu e we den, dass das Neue an änglich imme ins Un ech ge-
se z we den muss, da das Neue nu o dem Hin e g und des E ablie en und Bekann en e s anden
we den kann. Bei de Beschä igung mi dem Neuen we den die Maßs äbe des Al en ak i ie , mi
denen das Neue e messen wi d. De he meneu ische Zi kel e weis sich als he me ische Zi kel. Das
Neue, das du chaus s a ke Ähnlichkei en mi de Figu des F emden ha , wi d e s dann wi klich
wah genommen, wenn es mi eigenen Ansp üchen in E scheinung i . Diese Ansp üche wu den in
de o liegenden (Re)Replik an e schiedenen S ellen be ei s als Rück agen o mulie (s.o.). De
zen ale Ansp uch in diesem Essay is die Au o de ung einen Nachweis (empi ische E idenz) zu e -
b ingen, die beleg , dass kasuis ische Leh e *innenbildung eine Re lexion pädagogische P axis bes-
se zua bei e als ande e Me hoden. Und solange diese Nachweis nich e b ach wi d, gib es lo-
gisch keinen G und da on auszugehen, dass (neue) Re lexionsmodelle, beispielsweise das ein ach
zu e le nende und e gleichsweise leich anzuwendende P axis e lexionsmodell on Meie und K ei-
sche (2021), nich zum selben E gebnis üh wie die o ausse zungs olle kasuis ische Leh e *innen-
bildung: die Einübung p o essionelle Re lexionen pädagogische P axis.
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Sei e 35 on 35
Au o en*in
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Schul- und Un e ich s o schung, Me hodologie, E hnog aphie, Schule olg, He e ogeni ä und so-
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michael.me[email p o ec ed]e
Tina K eische, D .`in, S udien ä in im Hochschuldiens , Uni e si ä Siegen, Fakul ä II: Bildung A chi-
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ina.k eisch[email p o ec ed]