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Ethnographische Protokolle ethnographisch lesen! Eine Kritik der Bereitstellung ethnographischer Daten für Sekundäranalysen, zugleich method(olog)ische Anleitung und Replik

Abstract

Datum & Diskurs 5 (2022), 33 S. Pädagogische Teildisziplin: Empirische Bildungsforschung; Sonstige; als elektronischer Volltext verfügbar

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Ethnographische Protokolle ethnographisch lesen! Eine Kritik der Bereitstellung ethnographischer Daten für Sekundäranalysen, zugleich method(olog)ische Anleitung und Replik

Author: Meier-Sternberg, Michael
Publisher: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
Year: 2024
DOI: 10.25656/01:34479
Source: https://www.pedocs.de/volltexte/2025/34479/pdf/datum_diskurs_2022_5_Meier-Sternberg_Ethnographische_Protokolle.pdf
Meie -S e nbe g, Michael
E hnog aphische P o okolle e hnog aphisch lesen! Eine K i ik de
Be ei s ellung e hnog aphische Da en ü Sekundä analysen, zugleich
me hod(olog)ische Anlei ung und Replik
Da um & Disku s 5 (2022), 33 S.
Quellenangabe/ Re e ence:
Meie -S e nbe g, Michael: E hnog aphische P o okolle e hnog aphisch lesen! Eine K i ik de
Be ei s ellung e hnog aphische Da en ü Sekundä analysen, zugleich me hod(olog)ische Anlei ung und
Replik - In: Da um & Disku s 5 (2022), 33 S. - URN: u n:nbn:de:0111-pedocs-344794 - DOI:
10.25656/01:34479
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:0111-pedocs-344794
h ps://doi.o g/10.25656/01:34479
in Koope a ion mi / in coope a ion wi h:
h ps://ojs. achpo al-paedagogik.de/index.php/Da umundDisku s/index
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#5
da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 1 on 33
E hnog aphische P o okolle e hnog aphisch
lesen!
Eine K i ik de Be ei s ellung e hnog aphische Da en ü Sekun-
dä analysen, zugleich me hod(olog)ische Anlei ung und Replik1
Michael Meie -S e nbe g
1. Einlei ung
Die Be ei s ellung, A chi ie ung und Nu zung quali a i e Da en ü Sekundä analysen is in iele lei
Hinsich ein Segen. De Au o selbs g ei im Rahmen seine Hochschulleh e egelmäßig au die om
A chi ü pädagogische Kasuis ik (ApaeK) de Goe he-Uni e si ä F ank u be ei ges ell en Da en
zu ück und zudem g ünden zahl eiche Hausa bei en und manche Quali ika ionsa bei en in Da en,
die nich selbs e hoben wu den. Ge ade un e dem Gesich spunk beg enz e zei liche , inanzielle
und sozial-emo ionale Ressou cen is es e s ändlich, dass nich nu die in wenige Wochen einge-
zu e Hochschulleh e Sekundä da en nu z , sonde n sich auch Fo schungs ö de ungsgemeinscha -
en wie die Deu sche Fo schungsgemeinscha DFG (2015) nachd ücklich ü die Be ei s ellung, A -
chi ie ung und Nu zung (quali a i e ) Da en ü Sekundä analysen aussp echen. Die Vo züge sind
e iden .
Als diskussionswü dig muss alle dings in diesem Zusammenhang e scheinen, dass nich nu
quali a i e Da en wie G uppendiskussionen, na a i e In e iews ode Tonband ansk ip ionen on
Un e ich ss unden ode de gleichen, sonde n auch e hnog aphische Da en ü Sekundä analysen
be ei ges ell we den (sollen). Dass es sich bei e hnog aphischen Da en abe um eine Da enso e
sui gene is handel , wi d dabei ebenso übe sehen wie die me hodologischen und e hischen P ob-
lems ellungen, die mi eine Be ei s ellung dieses Da en yps ü Sekundä analysen einhe gehen
können.
Diese Essay wi d im Folgenden a gumen ie en, dass sich e hnog aphische Da en nich ü
ekons uk i e Sekundä analysen eignen.2 Das zen ale A gumen is , dass die Logik eines e hnog a-
1 De Essay kann jensei s seine Haup a gumen a ion auch als eine Replik au den Bei ag on Anne Reh, And é B and-
ho s und F anziska P oskawe z (2021) e s anden we den.
2 De Au o in endie , sich an ande e S elle gegen die in diesem Essay au ges ell en A gumen e im Sinne eines dialek-
ischen Wei e denkens zu posi ionie en. In diesem Zusammenhang dank e D . Ch is oph Lese (P ojek koo dina o
des DFG-P ojek es "Au bau eine Fo schungsda enpla o m ü die quali a i e Bildungs o schung (QualiBi)" an de Goe-
he-Uni e si ä F ank u a. M.) ü die p oduk i e Zusammena bei und k i ischen Diskussionen zu F agen on Sekun-
dä da ennu zungen e hnog aphische Da en.
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 2 on 33
phischen Fo schungsp ozesses eine spezi ische A on Da enma e ial, nämlich e hnog aphische Da-
en, e zeug , die sowohl aus me hodologischen als auch aus e hischen G ünden keine ekons uk i-
en Sekundä analyse zuge üh we den soll en.
Dazu wi d zunächs da ges ell , was de Au o un e E hnog aphie e s eh (Kapi el 2.1), wel-
che Bedeu ung de E hnog aph*in als Fo sche *in und Pe son im e hnog aphischen Fo schungsp o-
zess ha (Kapi el 2.2) und was un e einem e hnog aphischen Da um zu e s ehen is (Kapi el 2.3).
Am Beispiel des im Call #4 on da um&disku s.de gese z en Da ums „Feldp o okoll Inklusion“3 wi d
in Kapi el 3 gezeig we den, wie sich eine e hnog aphische on eine sekundä analy isch- ekon-
s uk i en Pe spek i e, wie sie on Anne Reh, And é B andho s und F anziska P oskawe z (2021)
ü das Da um #4 o geleg wu de, un e scheide (Kapi el 3 und 4). Die A gumen a ion wi d zeigen,
dass eine sekundä analy ische Rekons uk ion e hnog aphische Da en mi eine Ve schiebung des
E kenn nisgegens andes einhe gehen kann und olglich me hodologische und e hische P oblems el-
lungen au gewo en sind, die eine Nu zung diese Ma e ialso e ü Sekundä analysen en gegen-
s ehen. De dokumen a ischen Rekons uk ion wi d eine e hnog aphische Lek ü e des Ma e ials ge-
genübe ges ell . Es wi d dabei e s ens gezeig , dass die e hnog aphische Lek ü e ähnlich de Doku-
men a ischen Rekons uk ion F emdhei sphänomene au zeigen und hie an Wah nehmungsmus e
k i isch disku ie en kann. Im Gegensa z zu de on Reh e al. du chge üh en Rekons uk ion ziel
die e hnog aphische Lek ü e da au ab, die Fo sche *in du ch konk e e am Ma e ial en wickel e
F ages ellungen zu wei e en Fo schungen anzuhal en, um sich so den in e essie enden Gegens and
anzueignen. Die e hnog aphische Lek ü e kann als ein o schungsp agma ische und konsequen an
Empi ie o ien ie e Zug i e s anden we den. Zwei ens wi d a gumen ie , dass wede die doku-
men a ische Rekons uk ion noch die e hnog aphische Lek ü e mi Blick au Sekundä analysen un-
p oblema isch e scheinen, da sie nach Abschluss eines Fo schungsp ojek es du chge üh we den
und ihnen somi kaum eine o schungsp ak ische Bedeu ung zugemessen we den kann. Indes sind
nich in endie e Folgen zu be ü ch en, die eine Be ei s ellung e hnog aphische Da en ü Sekun-
dä analysen als nich ge a en e scheinen lassen (Kapi el 5).4
3 B äu, Ka in/ Akbaba, Yaliz: Feldp o okoll Inklusion. PDF-Dokumen (1 Da ei), 7 Sei en, 2020, URL: h ps://a -
chi .apaek.uni- ank u .de/3726 Bei diesem Beobach ungsp o okoll handel es sich lau Inhal szusammen assung des
Dokumen es lau ApaeK-A chi um ein „e hnog aphisches P o okoll“.
4 De Essay kann jensei s des me hodologischen und o schungse hischen A gumen a ionsganges auch als me hod(o-
log)ische Anlei ung gelesen we den, wie man e hnog aphische P o okolle e hnog aphisch lies , also wie man sie ange-
messen in e p e ie und ü den e hnog aphischen Fo schungsp ozess nu zba mach . De Essay demons ie in Kapi-
el 3 eine e hnog aphische Lek ü e eines e hnog aphischen Da ums am Beispiel eines Da ums, das on da um&disku s
mi dem Call #4 gese z wu de.
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 3 on 33
Inhal s e zeichnis
1. Einlei ung 1
2. Was is E hnog aphie? 3
2.1 E hnog aphie als me hodologische P axis 4
2.2 Die E hnog aph*in als Fo sche *in und als Pe son 6
2.3 E hnog aphische Da en 7
3. Ein e hnog aphisches Da um e hnog aphisch lesen 10
3.1 E hnog aphische Pe spek i e au ein e hnog aphisches P o okoll einnehmen 12
3.2 Ein e hnog aphisches P o okoll e hnog aphisch lesen am Bsp. Da um #4 14
4. Was leis e die e hnog aphische Lek ü e? 24
5. Plädoye gegen die Be ei s ellung e hnog aphische Da en ü Sekundä analysen 27
6. Li e a u 31
7. Au o en e zeichnis 34
2. Was is E hnog aphie?
Be o in diesem Essay da geleg we den kann, wie ein e hnog aphisches P o okoll e hnog aphisch
zu lesen is , inwie e n sich eine solche Lek ü e on eine ekons uk i en (Sekundä )Analyse un e -
scheide und was an beiden Analysen p oblema isch is , wi d in diesem Kapi el das Ve s ändnis on
E hnog aphie skizzie , das diese A gumen a ion zug unde lieg . Dabei wi d auch e läu e , welche
Rolle de E hnog aph*in als Pe son in diesem Fo schungsp ozess zukomm und was un e einem
e hnog aphischen Da um zu e s ehen is .
E hnog aphie is ein Fo schungss il, de me hodologisch insbesonde e on B onisław Malin-
woski (1979 [1922]) ü die mode ne E hnologie zu Beginn des 20. Jah hunde s besch ieben wu de.
Malinowski geh es im Gegensa z zu damals o he schenden ‚Lehns uhl-E hnologie‘, die o nehm-
lich am heimischen Sch eib isch Sekundä da enanalysen on Missiona sbe ich en be ieb, da um,
dass die Fo schenden sp ichwö lich ‚ih Zel ‘ in de F emde au schlagen und einige Zei mi den
Pe sonen zusammenleben, de en Kul u sie un e suchen. Fü Malinowski is zen al, dass die Fo -
schenden die Sp ache de Einheimischen e le nen und de en Handlungen selbs beobach en und
als e was au zu assen suchen, das a ional und sinn oll is ( gl. Fuchs/ Be g 1993, S. 25 .). Die Sozi-
ologie de Chicagoe Schule okussie e wiede um einheimische (Sub-)Kul u en (Bollig & Schulz
2019, S. 34), beispielsweise A bei e ie el (Why e 1996 [1943]) ode Wande a bei e (Ande son
1923). Ab den 1960e Jah en wei e e sich das e hnog aphisch-soziologische E kenn nisin e esse
nach und nach au die gesam e Gesellscha aus ( gl. z.B. Mi elschich : Go man 1986 [1967], 2003
[1959], 2009 [1963]; die einen Leu e: Gi le 2001; Fah s uhl ah ende: Hi schaue 1999; Schüle *in-
nen: B eidens ein 2006). E hnog aphie kann somi als eine adi ions eiche kul u - bzw. sozialwis-
senscha liche Fo schungss a egie e s anden we den, welche obgleich ih es Al e s imme noch
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inno a i e E kenn nisse e zeug ( gl. Budde e al. 2024).
Doch was e s eh man un e E hnog aphie? – E hnog aphie is keine Fo schungsme hode,
ielmeh ein Fo schungss il bzw. eine me hodologische Fo schungsp axis ( gl. Amann/ Hi schaue
1997; B eidens ein e al. 2013; Dellwing/ P us 2012). Diese Cha ak e isie ung kann dem Beg i E h-
nog aphie5 selbs en nommen we den: Das Wo lei e sich on emdes Volk (é hnos) bzw. Kul u
und (be)sch eiben (g aphé) (B eidens ein/ Kelle 1998, S. 137) ab. Das Cha ak e is ikum eine E hno-
g aphie lieg also da in, eine emde Kul u zu besch eiben. Mi diese Bes immung is eine me ho-
dologische Di e enzlinie zu Teilnehmenden Beobach ung gezogen: Auch wenn Teilnehmende Be-
obach ung als die Haup me hode de E hnog aphie e s anden we den kann, da sie nich mi E h-
nog aphie als me hodologische P axis e wechsel we den. Teilnehmende Beobach ung kann im
Gegensa z zu E hnog aphie als Me hode konzipie we den,6 beispielsweise als Technik on Leh -
am ss udie enden Un e ich ss ö ungen im Un e ich zu beobach en und diese ‚ ei‘7 zu p o okol-
lie en ode in s anda disie en Beobach ungsbögen in Fo m on S ichlis en (S ö ungs o m, Ge-
schlech e c.) es zuhal en. Teilnehmende Beobach ung heiß zunächs einmal nu , dass die Fo -
sche *in als Teilnehme *in o O is und mi eigenen Augen das Geschehen beobach e . E hno-
g aphie ich e sich hingegen au die Beobach ung des F emden, Unbekann en und Neuen, welche
ex an e nich me hodisie ba sind. Denn wä e das F emde ex an e me hodisch zu bes immen, bei-
spielsweise in Fo m on S ichlis enbeobach ungsbögen o.ä., so wä e es nich emd. Ein Kennzei-
chen des F emden, Unbekann en und Neuen is seine (a) heo e ische Un e ügba kei bzw. noch-
nich -Ve ügba kei ( gl. Zi den 2005), dem me hodisch ein noch-nich -me hodisie es E hebungs-
e ah en olg .
2.1 E hnog aphie als me hodologische P axis
Wenn das F emde wede heo e isch noch me hodisch ex an e e ügba is , so s ell sich die F age,
wie es zum Gegens and on Fo schung we den kann. Wenn man on adikalen Fo men des F emden
in de Fassung on Walden els (1997) absieh , die nich e s anden we den können, da sie sich im-
me wiede e neu dem e s ehenden Zug i en ziehen, so se z E hnog aphie au komplexe Le n-
p ozesse de Fo sche *in in de F emde und eine me hodologische P axis, die länge is ige, eil-
nehmende und beobach ende sowie mul ime hodische Zug i e einbezieh ( gl. zu E hnog aphie
und Längsschni : Meie 2020).
5 Siehe zu E indung des Kuns wo es E hnog aphie du ch deu schsp achige His o ike im 18. Jah hunde : Ve meulen
(2008).
6 Siehe zum e hnog aphischen Ve s ändnis on Teilnehmende Beobach ung: Meie / Ecke mann (2022).
7 Na ü lich kann ein heo iegelenk e Blick nich als wi klich ei e s anden we den, gl. z.B. zu P oblema ik des Theo-
ie-Empi ie-Ve häl nisses in de Un e ich s o schung: Meie -S e nbe g (2023).

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Dass es sich bei de E hnog aphie abe nich um eine ‚ein ache‘ me hodische, sonde n iel-
meh me hodologische Fo schungsp axis handel ,8 soll an einem Beispiel e läu e we den: Fü ge-
wöhnlich beginn eine e hnog aphische Fo schung mi einem In e esse ü ein Fo schungs eld, dem
Nachgehen eine Annahme bzw. Hypo hese übe E scheinungs o men ode eine meh ode minde
agen F ages ellung. So wi d e wa angenommen, dass diese Subkul u soziologisch on In e esse
sei ode abe es wi d die Annahme e olg , dass Jugendkul u einen bedeu enden Fak o ü die
E klä ung spezi ische E scheinungen im Un e ich da s ell . Das Phänomen, das in das Zen um
de e hnog aphischen Au me ksamkei ück , is emd, unbekann , neu ode soll wenigs ens in ei-
nem wissenscha lichen Disku szusammenhang als neu pe spek i ie we den ( gl. auch Meie -
S e nbe g 2024). Dabei mach es einen e heblichen Un e schied, ob das zu un e suchende Phäno-
men als adikal emd, emd/ neu ode als neu-zu-pe spek i ie en e s anden wi d. Mi Walden els
(1999) können e schiedene G ade de F emdhei – die sich o läu ig auch als G ade on Unbe-
kann hei ode Neuhei e s ehen lassen (s.u.) – un e schieden we den: So gib es beispielsweise
eine „all ägliche und no male F emdhei “, die beispielsweise in de unbekann en Pe son eine Pos -
bo in e scheinen kann (ebd., S. 35). Es gib Momen e „s uk u elle[ ] F emdhei “, wie sie sich bei-
spielsweise in einem emden Fes kalende o enba en (S. 36), abe auch „ adikale“ (ebd.) Ve sio-
nen. Ein adikal F emdes be ä e „all das, was auße halb jede O dnung bleib und uns mi E eignis-
sen kon on ie , die nich nu eine In e p e a ion, sonde n die bloße »In e p e a ionsmöglichkei «
in F age s ellen“ (ebd., S. 36 .). Das adikal F emde en zieh sich dem e s ehenden Zug i s e such,
da kein adäqua es O dnungssys em o handen is .
Au den e hnog aphischen Fo schungsp ozess übe agen bedeu en die E kenn nisse on
Walden els, dass sich das F emde, Unbekann e und Neue (je nach Ausp ägung) nich nu dem un-
mi elba en Ve s ehen, sonde n auch dem me hodischen Zug i en zieh , da e s noch ein ange-
messene me hodische Zugang zum Gegens and ge unden we den muss. Dabei o de das F emde
eine E hnog aph*in nich nu me hodologisch als Fo sche *in, sonde n auch als Pe son he aus ( gl.
ebd., S. 142), da das F emde mi eigenem Ansp uch au i und diesen an die Fo sche *in ich e
( gl. ebd., S. 118). Die Fo sche *in is au ge o de au den Ansp uch des F emden zu an wo en,
und zwa „in e inde ische und schöp e ische Fo m, indem wi geben, was wi nich haben“ (ebd.,
S. 142, He o h. im O ig.). Die E hnog aph*in muss also als Pe son einen Umgang mi eine Si ua ion
inden, die sich ih (zunächs ) e s ehend en zieh . Me hodologisch gewende bedeu e dies nich s
wenige , als dass sie im Angesich des F emden und Neuen me hodisch e was machen muss, übe
das sie (noch) nich e üg .
Doch wohe weiß eine E hnog aph*in, dass sie das emde Phänomen me hodisch angemes-
sen zu assen bekomm ? Wesen lich ü den e hnog aphischen Fo schungsp ozess is die Teilnahme
8 Wä e E hnog aphie eine Me hode, so ließe sich ih e Fo schungsp axis in abs ak en und zugleich konk e en Beg i en
assen und ih Vo gehen s uk u ie da s ellen. Es gehö abe zum Wesen de E hnog aphie, das e hnog aphisches
Vo gehen nu beispielha , also an spezi ischen Si ua ionen und He aus o de ungen im Sinne eine wissenscha lichen
Allego ienbildung ü die eigene Fo schungsp axis, e läu e we den kann ( gl. die e hnog aphischen Me hodenbüche :
B eidens ein e al. 2013; Dellwing/ P us 2012).
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an de emden Kul u . Schü z (1972) be on das e kenn nis heo e ische Po enzial de K ise, in wel-
che eine F emde* zwangsläu ige Weise ge ä : Die K ise en s eh nach Schü z, da die F emde, die in
das selbs e iden e Denken-wie-üblich ih e Kul u einsozialisie is , ih e neue, emde Umwel wie
gewohn ausleg . Die emde Kul u s ell sich ih alle dings mi ih em umwel lichen Cha ak e als
eine da , die nich nu als Gegens ände ih es Denkens au auchen, sonde n die du ch Handlung ak i
behe sch we den müssen. Und in diese Handlungspe spek i e e lie das al e Auslegungs-
schema seine Gül igkei ; es wi d no wendig inadäqua . Die Teilnahme de F emden an diese Kul u
und die Beobach ung de Angemessenhei ih e Konzep e und de Folgen ih e Teilnahme anhand
diese Konzep e ko igie en ode e i izie en ih e Gegens ände des Denkens.
Me hodologisch pe spek i ie bedeu e das, dass die E hnog aph*in übe die Zei ih es
Feldau en hal es hinweg imme besse das F emde e s eh , da sie handlungsp ak isch mi den An -
wo en des F emden umgehen muss. In Reak ion au diesen Le np ozess kann sie das Phänomen
imme angemessene e s ehen sowie das me hodische Ins umen a ium wählen, adap ie en ode
e inden, um das Phänomen zu besch eiben. De be ühm e Slogan des E hnog aphiemani es es on
Klaus Amann und S e an Hi schaue (1997, S. 19), dass de „Me hodenzwang p imä om Gegen-
s and und nich on de Disziplin ausgehen muss“, äg nach wie o . Abe e ließe sich angesich s
des Ausge üh en wie olg konk e isie en: die Me hoden(e ) indung muss om ( emden) Gegen-
s and ausgehen, und nich on eine ex an e Theo e isie ung/ Me hodisie ung. Die Me hoden(e ) in-
dung e olg angesich s de Ansp üche des F emden und Neuen.
2.2 Die E hnog aph*in als Fo sche *in und als Pe son
Doch was bedeu e das ü eine E hnog aph*in, wenn sie den Ansp üchen des F emden ausgese z
is ?
De Fo sche *in komm im e hnog aphischen Fo schungsp ozess als Pe son zen ale Bedeu-
ung zu, da sie* eben nich nu in de Rolle als Fo sche *in, sonde n auch als ganze Pe son das Feld
be i , was heiß , dass sie* als Fo sche *in und Pe son om Feld zugelassen we den muss ( gl. Dell-
wing/P us, 2012, S. 83 .; Bühle -Niede be ge 2010; Gi le 2001). Go man (1996, S. 263) be-
sch eib die e hnog aphische Feld o schungss a egie als Einsa z des „eigenen Kö pe [s], (…) [ih e ]
eigenen Pe sönlichkei und (…) [ih e ] eigene[n] soziale[n] Si ua ion“, mi de man sich den „un o -
he sehba en Ein lüssen ausse z “ (ebd.), die sich im Feld e geben. Im Feld we den Pe sonen du ch
P axen in- ode exkludie ( gl. ebd., S. 265). Go man gib Hinweise, wie man sich im Feld s a e-
gisch bewegen soll e, um Zugang zu den ele an en P axen und In o ma ionsquellen zu bekommen,
nich zule z , da das Fo schungs eld mach ö mig und hie a chisch s uk u ie is . Dabei s eh die
E hnog aph*in o de dilemma ischen He aus o de ung, eine möglichs ‚neu ale‘ Beobach e po-
si ion zu beziehen, um möglichs ‚objek i e Da en‘ zu p oduzie en – was sie abe le z lich nich kann
(Meie 2019; gl. auch B eidens ein 2017, S. 17). Meie (2015a, S. 27 .) un e scheide ie S u en
des Feldzugangs, die jeweils mi un e schiedlichen E kenn nismöglichkei en e bunden sind: nach
einem o mal-ins i u ionellen Zugang zum Feld, de mi eine gene ellen E laubnis beispielsweise in
da um
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 7 on 33
eine Schule beobach en zu dü en, e bunden is , olg de pe sönliche Zugang zu eine Beobach-
ung on Ak eu en sowie zwei wei e e S u en des In o ma ionszugangs. Dass eine E hnog aph*in
beispielsweise die E laubnis besi z , in eine Schulklasse zu beobach en (S u e 1), bedeu e nämlich
noch lange nich , dass sich beispielsweise eine bes imm e Schüle in be ei e klä , sich in diese
Un e ich ss unde bei ih en Ak i i ä en beobach en zu lassen (S u e 2). Sie kann sich beispielsweise
du ch eine ‚Maue ‘ (Schulbuch hochkan als Abschi mung hins ellen) de Beobach ungssi ua ion
( eilweise) en ziehen. Die selbe Schüle in kann wiede um dami ein e s anden sein, sich bei ih e
Tä igkei einen B ie im Un e ich zu sch eiben, beobach en zu lassen – was alle dings noch nich
bedeu e , dass die E hnog aph*in diesen auch lesen, geschweige denn Kopien ü die Fo schung
e s ellen da . Die Schüle in kann gegenübe de E hnog aph*in ih e Sich de Dinge e ö e n (S u e
3) und ih dabei auch p i a e Sach e hal e wie pe sönliche P obleme an e auen (S u e 4). Zu wel-
che S u e des Feldzugangs die Fo sche *in si ua i zugelassen is , häng eben da on ab, welche
Rolle die E hnog aph*in als Fo sche *in und als Pe son im Feld eingenommen ha (bzw. einnimm )
und wie sie on den Ak eu *innen des Feldes gelesen und angenommen wi d. De e hnog aphische
Fo schungsp ozess is somi ein Zugleich, nämlich ein wissenscha liches wie auch ein pe sönliches
Un e angen.
2.3 E hnog aphische Da en
Wenn man da on ausgeh , dass de e hnog aphische Fo schungsp ozess inso e n ein Wagnis da -
s ell , als dass die am emden Phänomen zu en wickelnden Fo schungsme hoden ge unden ( gl.
Kapi el 2.1) und die E hnog aph*in als Fo sche *in und Pe son im Feld akzep ie we den muss ( gl.
Kapi el 2.2), dann läss sich e mu en, dass sich diese Momen e, die die pe sönliche wie me hodische
Unsiche hei de E hnog aph*in als Fo sche *in und als Pe son sowie die Suche nach E kenn nissen
in den e hnog aphischen Da en dokumen ie en. Dass e hnog aphische Da en gemeinhin als subjek-
i e angesehen we den als beispielsweise T ansk ip ionen on Tonau zeichnungen, kann als Com-
mon Sense inne halb de Sozialwissenscha en gel en. Bei eine solchen Ve o ung e hnog aphi-
sche Da en handel es sich indes um einen Ka ego ien ehle , denn das e mein lich subjek i e Mo-
men de Da enso e e hnog aphisches P o okoll is olge ich ig eine Me hodologie geschulde , die
au Ve s ehen on emden Phänomenen abheb . Das zu e s ehende F emde, Unbekann e und
Neue ich e dabei seine Ansp üche au die E hnog aph*in als Wissenscha le *in und Pe son. Da -
aus olg , dass die E hnog aph*in im e hnog aphischen E kenn nisp ozess eine p ominen e Rolle
spiel , und dass sie ih me hodisches Vo gehen angesich s de Ansp üche des F emden e s noch
en wickeln muss. E hnog aphische Da en sind no wendige weise deu lich s ä ke als ande e sozial-
wissenscha liche Fo schungsme hoden on suchenden, expe imen ellen, subjek i en – und wie die
Rekons uk ion on Reh e al. (2021)9 zeig und die on dem Au o en des Essays noch zeigen wi d -
9 „Es olgen dabei [im e hnog aphischen P o okoll, MMS] Bewe ungen und E klä ungs heo ien, die das Ziel haben die
indi iduell wah genommenen Disk epanzen bzgl. de D uck e zeugenden Leis ungsab age in die o handen O ien ie-
ungsmus e des Beobach enden einzube en.“ (Reh e al 2021, S. 10).
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#5
da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 8 on 33
abweh enden Momen en bes imm . Die Ex ems ellung im Spek um de quali a i en Fo schungs-
me hoden ko espondie mi de me hodologischen Fo de ung, dass ein e hnog aphische Fo -
schungsp ozess iel Zei benö ig : Keine ande e sozialwissenscha liche Me hodologie o de eine
so lang andaue nde Teilnahme im Feld, also Kon ak mi dem F emden, ein.10
Auch wenn die E hnog aphie wei e e sozialwissenscha liche Fo schungsme hoden wie
(Feld)In e iews, G uppendiskussionen, Dokumen enauswe ungen, Fo o- und Filmanalysen, Sozio-
g amme, desk ip i e S a is iken und wei e es nu z , so is die Haup me hode de E hnog aphie die
Teilnehmende Beobach ung. Die Wahl komplemen ä e Me hoden bzw. die E indung on Me ho-
den e olg in Abhängigkei des zunächs noch emden, unbekann en ode auch als neu zu pe spek-
i ie enden Phänomens. Es kann also on eine me hodologischen P axis de E hnog aphie gesp o-
chen we den, da sich e s ens un e diesem Label e schiedene Fo schungsme hoden (z.B. In e -
iews, Dokumen enauswe ung, Fo og a ien, Soziog amme) e sammeln und zwei ens das Sch ei-
ben e hnog aphische P o okolle eine me hodologische (und eben keine singulä me hodische!) P a-
xis is . De le z e Sach e hal wi d an einem Beispiel e deu lich :
Ha man es mi eine Si ua ion zu un, in de (…) de Bundesp äsiden eine poli ische Rede zu
Lage de Na ion häl , dann is diese Si ua ion ande s zu dokumen ie en als beispielsweise
eine Modenschau in Mailand. Die e s e Si ua ion will o allem im genauen Wo lau ansk i-
bie sein, le z e e ha Kleide , Ges iken, Kö pe hal ungen und - o men zu besch eiben, abe
auch S immungen im Publikum wiede zugeben. Ein gu es P o okoll in mik osoziologische
Pe spek i e hä e sich „mime isch“ ( gl. Amann/Hi schaue 1997, S. 20) an den Geschehnis-
sen des Feldes auszu ich en um den Lese die besch iebene Si ua ion so plas isch wie möglich
nache leben zu lassen.
(Meie 2015, S. 45, Fn. 45)
Ein e hnog aphisches P o okoll is also nich gemäß eine (s anda disie en/ s anda disie ba en)
Me hode ou inie wie beispielsweise eine Audio ansk ip ion anzu e igen, sonde n es wi d ange-
sich s dessen, was sich in de F emde e eigne ha , gesch ieben. Genaue gesag we den aus de
Komplexi ä eine In e ak ionssi ua ion diejenigen Elemen e gewähl , die ü die Besch eibung on
Si ua ionen zen al sind bzw. zu dem Zei punk de Fo schung als zen al e scheinen. Dem e hno-
g aphischen P o okoll komm dabei ein expe imen elle S a us zu, denn e s ens kann niemand ex
an e (me hodisch) bes immen, wie man e was F emdes, Neues ode Un e au es, das sich oben-
d ein einem unmi elba - e s ehenden Zug i zu en ziehen d oh , zu besch eiben ha . Und zwei-
ens a iie en Si ua ionen, was eben bedeu e , dass es ü diese Va ianzen kein o ge e ig es Me-
hodensk ip geben kann. Folglich kann ein e hnog aphisches P o okoll nich im Common Sense-Ve -
s ändnis als ein meh ode wenige objek i es Da um im Sinne eine objek i en Abbildung eines Sach-
e hal es e s anden we den, ielmeh als Vo schlag, das F emde und Neue me hodisch zu assen
zu bekommen.
10 Dass sich beispielsweise Hube Knoblauch (2001) mi de Fokussie en E hnog aphie on diese Posi ion abse z ,
s ell eine Ausnahme on de Regel, nich abe die Regel da ( gl. zu K i ik de Fokussie en E hnog aphie: B eidens ein/
Hi schaue 2002).
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 15 on 33
ün en Klasse. Sei einige Zei a bei e die Klasse p ojek o ien ie am Thema „Sagen und My holo-
gien“. De Un e ich is an de Schule in d ei Blöcke (zwei am Vo mi ag und eine am Nachmi ag)
on je 90 Minu en einge eil . Die Leis ungs ückmeldung wi d u. a. übe „Ze i ika e“ ealisie . Ein
Ze i ika e häl man je indi iduell, wenn ein Tes bes anden ode ein P ojek abgeschlossen wu de.
(Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 1)
Die Übe sch i sag e mu lich aus, dass es 1 (ein) P o okoll om sechs en (E hebungs-)Tag is , was
bedeu en wü de, dass diesem P o okoll ün wei e e Beobach ungen o ausgegangen sind. Ob
diese auch p o okollie wu den, kann eben alls nu gemu maß we den. Dami be inde sich das
P o okoll am Beginn eine e hnog aphischen E hebungs- bzw. E kenn niss ecke, was au eine zwa
be ei s e inge e, abe imme noch bes ehende F emdhei / Un e au hei mi den P axen des
Feldes schließen lassen könn e. Wah scheinlich ha die Beobach e *in schon einiges gesehen und
die g öße en I i a ionen, die sich in e s en Beobach ungs agen eins ellen, wu den be ei s doku-
men ie . Es ha sich e mu lich noch keine Rou ine im Ve s ehen und Besch eiben de Feldphäno-
mene en wickel . Un e de Übe sch i olgen Kon ex in o ma ionen, die sich o ensich lich an ein
Publikum auße halb des En s ehungskon ex es/ P ojek zusammenhangs ich en. Den Aus üh ungen
is zu en nehmen, dass das olgende P o okoll in einem pädagogischen Kon ex ange e ig wu de,
das sich du ch meh e e Me kmale auszeichne : Es handel in eine sich als inklusi e s ehenden,
wei e üh enden Schule, die Leh e *innen bezeichnen sich als Le nbeglei e *innen, das Geschehen
‚spiel ‘ in eine ün en Klasse, de Un e ich inde in d ei Blöcken on je 90 Minu en s a und
Leis ungs ückmeldungen we den übe sogenann e Ze i ika e ealisie . Mi diese Kon ex ualisie-
ung gewinn eine Lese *in auße halb des P ojek zusammenhangs eine Vo s ellung da on, in wel-
chem Kon ex die sich noch zu besch eibenden Sach e hal e e eignen, die das e hnog aphische P o-
okoll abbilde (bzw. abzubilden such ). Doch un e Rückg i au die F age, was die Kon ex ualisie-
ung nich dokumen ie (Lee s ellen des P o okolls), äll au , dass es keine Beobach ungsda en (Da-
um und Zei de Beobach ung) en häl , also dass dem Dokumen nich en nommen we den kann,
wann sich die E eignisse (genau) im Schuljah und zu welche Uh zei e eignen. Angesich s des Um-
s andes, dass es sich um Geschehnisse in eine ün en Klasse handel , sind solche In o ma ionen
bedeu sam, da die Schüle *innen sich noch nich olls ändig in die Schulkul u eine wei e üh en-
den Schule einsozialisie haben dü en ( gl. bspw. den Fall G e a: Meie 2015b). Zudem ehlen
In o ma ionen da übe , we das P o okoll e s ell ha , was bedeu e , dass es keine In o ma ionen
übe das Al e , Geschlech , die pe sönliche E scheinung, den akademischen Hin e g und de E hno-
g aph*in us . gib . Diese Va iablen können den S ando im Feld und die dami eingenommene Pe -
spek i e au das Geschehen maßgeblich beein lussen ( gl. Meie 2020, 2015a). Übe He aus o de-
ungen, Kon lik e und Au lagen im Kon ex des Feldzugangs e äh man eben alls nich s. Zudem
inde sich keine Skizze om Klassenzimme ode ein Si zplan zen ale Ak eu e im Un e ich sge-
schehen. Die Lese *in gewinn alles in allem ein Bild om Un e suchungs eld, das sich als ein ehe
g ob au gelös es da s ell .
Was besch eib nun das e hnog aphische P o okoll?
P o okoll

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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 16 on 33
Im e s en Block s eh de Tes an, de le z e Woche mi de Klasse zusammen o be ei e wu de.
Beim Mo genk eis wi d iel Unwillen gegen den Tes geäuße . Manche euen sich auch schon au
den Tes . Das sind g öß en eils die Schüle *innen, die nach meine Wah nehmung gene ell wenig
P obleme bei de Bea bei ung de Au gaben haben und bei de P ojek a bei mo i ie wa en. Es is
insgesam un uhig, die Schüle *innen scheinen au ge eg und iele ne ös o dem Tes . F au Demm-
ich e zähl mi in de Pause, dass das e s das zwei e Mal is , dass die Klasse als Kollek i einen Tes
sch eib . Sons sch eiben die Le nenden am Ende eines Le nbaus eins einzeln einen Tes ode ein
P ojek wi d ande wei ig abgeschlossen.
(Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 1)
De e s e Sa z üh mi els eines Rückblicks in die noch zu besch eibende Szene ein und lös sogleich
eine I i a ion beim Lesen aus: Wieso s eh ein Tes ü die Klasse, also ü alle Schüle *innen, an,
wenn doch die Kon ex in o ma ionen ausweis , dass „Leis ungs ückmeldungen (…) übe »Ze i i-
ka e« ealisie “ we den, die die Schüle *innen „indi iduell“ nach Abschluss eines Tes s ode P o-
jek es on ih en Le nbeglei e *innen e hal en? Bedeu e das im G unde nich s ande es, als dass
No en du ch Ze i ika e e se z we den, abe die adie en P ü ungsmodali ä en (ein Tes zu sel-
ben Zei ü alle) e hal en bleiben? Und inde nich auch im adi ionellen Un e ich inso e n eine
„indi iduelle“ Leis ungs ückmeldung s a , da eine Schüle *in ü ih e Leis ung im Tes ih e No e
e häl , und nich e wa eine kollek i e Rückmeldung mi els des a i hme ischen Du chschni swe s
des Klassenspiegels? Und was genau bescheinig das Ze i ika ? Kann man sich da un e so e was
wie ein Kompe enz as e o s ellen? Ode handel es sich dabei um eine ande e Fo m de Leis ungs-
ückmeldung? Gib es abges u e Leis ungsbesch eibungen (im Sinne on besse / schlech e )? Und
welchen S ellenwe ha dieses eine Ze i ika im Kon ex eines ganzen Schuljah es? Wie hängen die
Ze i ika e zusammen und wie iele Ze i ika e gehen in das Schulzeugnis ein? Was dokumen ie
sich schließlich im Schulzeugnis? Ku zum: Wie häng das alles mi einande zusammen? – Geh es
de sekundä analy ischen Rekons uk ion des Da enma e ials im Sinne de Dokumen a ischen Me-
hode ode de Objek i en He meneu ik zu o de s da um, Aussagen übe die Inhal e des o lie-
genden Da ums zu e en (S uk u , Ho izon e e c.), so eg die e hnog aphische Lek ü e o allem
zu wei e üh enden F agen übe das Un e suchungsphänomen an, das noch nich besch ieben
wu de.16 In de e hnog aphischen Lesa geh es nich zu o de s da um, das P o okoll als Abbild
eine sozialen Wi klichkei ode hinsich lich seine Wi klichkei skons uk ion zu beg ei en und zu
ekons uie en, sonde n da um, das Phänomen zunächs einmal als empi ischen Gegens and zu o-
kussie en.
De zwei e Sa z des P o okolls sag aus, dass „beim Mo genk eis (…) iel Unwillen gegen den
Tes geäuße wi d“. Diese Besch eibung is in meh ache Hinsich ungenau. Wann ha die Un e -
ich seinhei begonnen? Ha sie di ek mi dem Mo genk eis begonnen? Und was genau is im Mo -
genk eis passie ? Es schein nämlich wenig wah scheinlich, dass o eine Beg üßung ode eine
16 Diese F agen können auch in Kon ex en objek i -he meneu ische ode dokumen a ische P o enance ges ell we -
den, abe sie haben im e hnog aphischen Fo schungsp ozess inso e n einen besonde en S ellenwe , weil sie ideali e
die dann e s noch olgende Beobach ung im Feld anlei en, um die Kul u eines Feldes besse zu e s ehen und zu be-
sch eiben.
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 17 on 33
E ö nung be ei s mi de Unmu sbekundung übe den Tes begonnen wi d. Und was bedeu e zu-
dem die Besch eibung „ iel Unwillen“? We ha diesen „Unwillen“ o geb ach ? Geschah dies lau ,
leise, ene gisch, e zwei el , i onisch ode pee kul u ell o ches ie e c.? Welche A gumen e wu -
den o geb ach ? Wie iel Raum ha diese „Unwillen“ im Mo genk eis eingenommen? Und schließ-
lich: Wie sind die Pädagog*innen dami umgegangen? Ans elle eine dezidie en Besch eibung des-
sen, was im Mo genk eis passie , wechsel die Besch eibung au eine psychologisie ende In e p e-
a ion: „Manche euen sich auch schon au den Tes .“ Wo an mach die E hnog aph*in ih e In e -
p e a ion es ? Am Wide sp uch zu den Unmu säuße ungen, an glücklichen Gesich e n ode an Äu-
ße ungen wie: „Ich eue mich schon au den Tes !“ (welche dann sinngleich meh ach geäuße
wo den sind)?
An diese psychologisie ende In e p e a ion de E hnog aph*in schließen sich wei e e an:
„Das sind g öß en eils die Schüle *innen, die nach meine Wah nehmung gene ell wenig P obleme
bei de Bea bei ung de Au gaben haben und bei de P ojek a bei mo i ie wa en.“ Wenn man
sich den Fo schungskon ex e gegenwä ig , also dass es sich e mu lich um die sechs e Beobach-
ung in diese Schulklasse handel , dann i i ie die Siche hei diese In e p e a ion bzw. Wah neh-
mung. Imme hin weis die Fo mulie ung „nach meine Wah nehmung“ au den subjek i en S a us
de Beobach ung hin. Im psychologisie enden und insgesam iel zu wenig das Geschehen besch ei-
benden, da ü zusammen assenden Modus geh es wei e : „Es is insgesam un uhig, die Schüle *in-
nen scheinen au ge eg und iele ne ös o dem Tes .“ Auch hie s ellen sich F agen an das P o o-
koll ein, beispielsweise was „un uhig“ bedeu e . Heiß das, dass die Kinde au ih en S ühlen hin und
he u schen ode dass sie alle lau du cheinande eden? Ku zum: Was ha sich im Mo genk eis
eigen lich genau e eigne ?
An die S elle genaue Besch eibungen des Geschehens s ell das P o okoll zusammen as-
sende In e p e a ionen, die ich ig (i.S. on angemessen) sein können, abe nich müssen.17 Auch
wenn Menschen ü gewöhnlich ein gu es Gespü ü emo ionale Be indlichkei en on Pe sonen
haben und mi un e schnelle Ne osi ä wah nehmen als ih e Indika o en besch eiben können
(und solche In e p e a ionen mi un e zen al ü e hnog aphische Besch eibungen on sozialen Si-
ua ionen sind), so e scheinen sie an diese S elle als zu pauschal und zudem als o schnell o ge-
b ach . Im Kon ex on Leh am s- und Fo schungssemina en wü de de Au o die e hnog aphisch
Fo schende* spä es ens an diese S elle au o de n, das P o okoll zu e besse n, was na ü lich nu
dann geling , wenn sich die Fo schende* noch gu an die beobach e e Si ua ion e inne n kann.18
17 Bei de hie o genommenen Un e scheidung on Beobach ung und In e p e a ion handel es sich um eine o -
schungsp agma ische Ve wendung des Beg i s. E kenn nis heo e isch läss sich ielleich eine In e p e a ion e s e on
zwei e und d i e O dnung un e scheiden, abe auch Wah nehmungen und noch so nüch e ne Besch eibungen sind
ebenso wie Audioau zeichnungen (und nich e wa nu ih e T ansk ip ionen) In e p e a ionen, da sie ein äuße s kom-
plexes In e ak ionsgeschehen au einen ode wenige Kommunika ionskanäle eduzie en und diese Reduk ion eine be-
sonde e e kenn nis heo e ische Bedeu ung zusch eiben - was nich s ande es als eine In e p e a ion is , die im Fall des
Un e ich s das Geschehen nu unzu eichend dokumen ie ( gl. Meie -S e nbe g 2023).
18 Ein e hnog aphisches P o okoll wi d ü eine Lese *in gesch ieben, die am Geschehen nich eilgenommen ha , es
abe bes möglich o ih em inne en Auge sehen können soll (Meie 2020). Dahe wi d g oßen We da au geleg , dass
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 18 on 33
Bes möglich soll en abs ak e Beg i e wie Un uhe sowie psychologisie ende In e p e a ionen wie
Ne osi ä du ch genaue Besch eibungen e se z we den.
Im Anschluss an die In e p e a ionen oll üh das Dokumen einen Zei sp ung in die sich an
die Un e ich ss unde anschließende Pause. Es is lau Aussage de Leh e in „e s das zwei e Mal
(…), dass die Klasse als Kollek i einen Tes sch eib . Sons sch eiben die Le nenden am Ende eines
Le nbaus eins einzeln einen Tes ode ein P ojek wi d ande wei ig abgeschlossen.“ Diese Besch ei-
bung wi e neu die F age au , in welchem Zei ens e des 5. Schuljah es die Beobach ung si uie
is . Die Aussage gewinn nämlich eine ande e Bedeu ung, soll e sich das Geschehen am An ang ode
am Ende eine ün en Klasse e eignen. Zu Beginn de ün en Klasse wä e die Fo mulie ung „e s
das zwei e Mal“ i i ie end, da sich die Rou inen e s noch he ausbilden müssen. Am Ende eine
ün en Klasse wü de sich hingegen die F age s ellen, wa um die Klasse übe haup kollek i einen
Tes sch eib , da es ja o ensich lich lange Zei ohne diese kollek i ie ende P axis ging. In diesem
Zusammenhang s ell sich zudem die F age, wie die Sache mi den Le nbaus einen unk ionie .
Schließ die jede* indi iduell ü sich in ih em* eigenen Tempo ab, ode is Le nbaus ein ‚nu ‘ eine
A ande es Wo ü eine ( adi ionelle) Un e ich seinhei ? Ku zum: Wie häng das alles zusam-
men?
De nächs e Absa z:
F au Demm ich e such die Klasse au die ans ehende Tes si ua ion einzus immen. Sie mach den
Schüle *innen kla , dass sie iel Zei haben. Wenn es mal an eine S elle nich wei e gehen soll e,
solle man ie du cha men und den Kop ielleich auch mal ku z hinlegen. Um den D uck he auszu-
nehmen, sag F au Demm ich auße dem: „Wenn es ga nich klapp , schauen wi wie ih das Ze i i-
ka bekomm .“ Dann sollen sich die Kinde auseinande se zen, alle einzeln an einen de d eieckigen
Tische. Die Le nbeglei e in s ell je z eine Tes si ua ion he , wie man sie auch aus dem egulä en
Schulall ag kenn . Die Mappen mi den Ma e ialien sollen om Tisch, sowieso b auchen die Schü-
le *innen nu einen S i und ein Bla Papie .
(Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 1)
De Modus Ope andi des P o okolls se z sich o : Dass F au Demm ich e such , die Klasse einzu-
s immen, deu e an, dass es ih nich geling . Sie schein den Schüle *innen „kla “ zu machen, „dass
sie iel Zei haben“. Auch hie gil e neu : Nich s Genaues dokumen ie sich nich . Was sag F au
Demm ich zu den Schüle *innen? Wie eagie en diese da au ? Wo an wi d e kennba , dass es den
Kinde n nun kla is , dass sie iel Zei haben? De Ges us de Besch eibung ähnel denen de didak-
ischen Li e a u , die pädagogische In en ionen mi den ihnen zugesch iebenen Wi kungen e -
wechsel . Ein ähnlich gelage es Momen schein au , wenn die E hnog aph*in mi de Um-zu-Kon-
s uk ion a bei e , in de sie Beobach ungen (hie du ch wö liches Zi a e e enzie ) mi els psy-
chologisie ende Zusch eibung (um den D uck he auszunehmen) mi einande e binde . Wenn
schon nich besch ieben wi d, welche Wi kungen die Wo e de Le nbeglei e *in, die sich komische
e s ens e hnog aphische P o okolle dann gesch ieben we den, wenn die Eind ücke noch isch und die ieldno es noch
zu en zi e n sind (am bes en noch am selben Tag!). Und zwei ens soll en die P o okolle zei nah, also so lange die E in-
ne ungen de E hnog aph*in noch nich e blass sind, on Kolleg*innen k i isch gelesen we den, dami die P o okolle
en sp echend ih e Rück agen e besse we den können.
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 19 on 33
Weise als Tes du ch üh e *in en pupp , en al en, so mögen doch die Mo i e wenigs ens an die
anges eb en Wi kungen e inne n. Jeden alls e neue sich an diese S elle de Eind uck, dass die
pädagogisch P og amma ik sowie die ealexis ie ende P axis auseinande e en. An diese S elle
wä e also zu agen, wie genau die Schule ih e pädagogische P og amma ik en wi , und ob de
Eind uck des Auseinande e ens da au zu ückge üh we den kann, dass eine Lese *in des P o o-
kolls (hie de Au o ) mögliche weise eine ande e pädagogische P og amma ik imaginä en wi ,
als die Schule e i . Diese Sach e hal wä e jeden alls du ch wei e e Fo schungen zu klä en, was
im Kon ex de E hnog aphie bedeu en wü de, beim nächs en Feldbesuch einen Me hodenwechsel
zu oll üh en und mi els Feldin e iews und Dokumen enanalysen wei e e In o ma ionen übe die
pädagogische P og amma ik de Schule bzw. de e an wo lichen Leh k ä e einzuholen.
Wie geh es wei e im P o okoll?
Nico ag , welche Konsequenzen ihn e wa en wü den, wenn e doch in seine Mappe schauen
wü de. F au Demm ich sag dazu: „Dann muss ich den Tes nehmen und ih könn kein Ze i ika
k iegen.“ Gleiches d oh ü Absch eiben ode jemanden nach eine An wo agen. Nico und auch
die ande en Kinde , die mi gehö haben, akzep ie en diese Logik. Mi e schein die Dynamik an die-
se S elle abe du chaus b üchig. An sich gib es ü die Schüle *innen keinen D uck, den Tes zu
bes ehen, geschweige denn ihn übe haup sch eiben zu müssen. Das Nich -E hal en des Ze i ika s
e schein als kaum wi kungs olles D uckmi el, ande s als an eine Regelschule No en. Und o zdem
schein es ü die Schüle *innen, auch ü diejenigen, die ehe unwillig ode ne ös sind, eine gewisse
(in insische) Mo i a ion zu geben, den Tes zu sch eiben.
(Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 1 .)
Das P o okoll besch eib im Folgenden, was Nico angesich s de Tes si ua ion ag und wie die Leh-
e in da au eagie . An die Besch eibung schließ sich ein Kommen a an, de die Funk ion eines
Mimi-Memos e üll . Die E hnog aph*in sch eib : „Mi e schein die Dynamik an diese S elle abe
du chaus b üchig.“ Die Fo mulie ung is au schluss eich, denn sie en zieh sich einem unmi elba en
Ve s ehen (zumindes sei ens des Au o s). Von welche Dynamik is hie die Rede? Mein die E hno-
g aph*in die Kommunika ion zwischen Nico und F au Demm ich? Ode is dami auch das Gesche-
hen im Mo genk eis gemein ? Das „abe “ e weis au eine A Einsp uch ode Wide sp uch, de
nämlich zwischen eine gla en Dynamik und eine b üchigen zu bes ehen schein . Jeden alls schein
hie eine b üchige Dynamik o zuliegen, was wenige eine Besch eibung eines Sach e hal es da -
s ell , denn eine Ma kie ung eines Phänomens, das noch zu p äzisie en is . Vo ausse zung eine sol-
chen P äzisie ung is , dass die En i ä en des Phänomens ge ass und zueinande in Ve bindung ge-
se z we den können. Es muss also eine An wo au die Implika ion ge unden we den, was diese
b üchige Dynamik ausmach . Diese P äzisie ung nimm die E hnog aph*in im nächs en Sa z o . „An
sich“ gebe es keinen D uck den Tes zu bes ehen ode zu sch eiben, wobei das „an sich“ die noch zu
klä ende pädagogische P og amma ik implizi e e enzie . De nächs e Sa z „Das Nich -E hal en des
Ze i ika s e schein als kaum wi kungs olles D uckmi el, ande s als an eine Regelschule No en.“
olg de Logik eines Abgleiches pädagogische In en ionen mi ih en Wi kungen ( gl. zu diesbezüg-
lichen Re lexion pädagogische P axis: Meie / K eische 2021), wobei olgende All ags heo ie im Hin-
e g und zu liegen schein : Wenn No en an Regelschulen ein D uckmi el sind, dann sind Ze i ika e
da um
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 20 on 33
an diese Schule kein D uckmi el. Nich die Dynamik de beobach e en Si ua ion is b üchig ( gl.
auch: Reh e al. 2021, S. 9), sonde n diese (All ags)Theo ie, denn sie is logisch alsch. Sie bes eh
nämlich aus zwei unabhängigen Aussagesys emen, die ohne sachlichen G und mi einande e bun-
den we den: Wenn No en an Regelschulen exis ie en, dann sind sie be ei s ode können noch zu
einem D uckmi el we den. Und: Wenn Ze i ika e an diese Schule exis ie en, dann sind/ we den
sie zu keinem D uckmi el. Wenn es also ich ig is , dass No en zu einem D uckmi el we den, so
kann abe da aus nich geschluss olge we den, dass Ze i ika e (ode mündliche P ü ungen, P ä-
sen a ionen, Wiede holungen des S o s e c.) nich auch zu D uck üh en können. Es sei denn, es
wä e du ch Be undlage siche ges ell , dass allein No en als D uckmi el Ve wendung inden könn en
bzw. das Ze i ika e keinen D uck e zeug en. Die B üchigkei de Theo ie zeig sich be ei s im an-
schließenden Sa z, de mi „und o zdem“ eingelei e wi d. En gegen de (all ags) heo e ischen An-
nahmen (eine d uck eien ‚Ze i ika epädagogik‘) scheinen auch „die Schüle *innen, die „ehe un-
willig ode ne ös sind“, und dami einen gu en G und hä en, den Tes nich mi zusch eiben, mo i-
ie , dies (doch) zu un. Bei de Besch eibung äll au , dass sie im G unde genommen keine is , da
e neu eine psychologisie ende Zusch eibung (unwillig, ne ös, mo i ie ) s a inde , und Mo i a-
ion eine Klamme mi dem Wo „in insische“ o anges ell wi d. Das ,In insische‘ e weis dabei
au e was, das eigen lich en gegen de Annahme eine Unwilligkei du ch D uck s eh , e mu lich
s eh es deshalb in Klamme n. De Logik ih e Beobach ung zu olge, dass sich die Schüle *innen
(all ags) heo ieabweichend e hal en, wä e die Besch eibung mi de Zusch eibung ,ex insisch‘ an-
geb ach e gewesen. Dessen ungeach e wi d die Beobach ung/ Deu ung mi einem „ o zdem“ ein-
ge üh und e weis dami au eine (gewisse) Ko ek u ih e heo e ischen Annahme: Die Phäno-
mene des Feldes ügen sich somi nich in das o gängige In e p e a ionsschema de E hnog ap*in
ein: de he meneu ische Zi kel schlinge . Obgleich die (All ags)Theo ie einen Wi kungsmechanismus
zwischen Va iablen des Feldes behaup e , zeig e sich in de Besch eibung nich ! Die P axen des
Feldes ollziehen sich somi unabhängig on eine Theo e isie ung du ch die Fo sche *in; sie e lau-
ben sich mi ih em Ve hal en emd zu bleiben. F emdhei e hnog aphisch zu übe winden wü de o-
ausse zen, dass das emde Phänomen als Empi ie e ns genommen und ü eine Re o mulie ung
de o gängigen (All ags)Theo ie genu z wü de.
Eine wei e e An wo au die F age, wo denn de D uck he komm , den die Schüle *innen
angesich s de P ü ung e spü en, wi d im olgenden Absa z on de E hnog aph*in besch ieben:
Die Le nbeglei e *innen haben meh e e Tes e sionen en wickel (leich , mi el ode schwe ) und
sich zu o übe leg , wem sie welchen Tes geben wollen. Bei manchen Le nenden wa en sie sich noch
unsiche . Bei diesen Schüle *innen ag F au Demm ich beim Aus eilen des Tes s, an welchem sie
sich ge ne e suchen wü den. Das u sie disk e , so dass es höchs ens die Schüle *innen in nächs e
Nähe mi bekommen könn en. Wäh end des Aus eilens wi d die Le nbeglei e in ge ag , wo an man
die Schwie igkei ss u e de Tes s e kenne. F au Demm ich an wo e da au , dass sie die Tes s ein-
ach aus eile.
(Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 2)
In ‚ adi ionellen Regelschulen‘ bes ei en Schüle *innen übliche weise im Klassenkollek i ein und
denselben Tes und je nach Bea bei ung we den sie anschließend gemäß dem Schema besse /

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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 21 on 33
schlech e ka ego isie . Die Ka ego ienbildung is dem Tes e ah ensmäßig nachgeo dne ; sie is
das E gebnis eines Tes s. Nich so in de Besch eibung diese P axis. Das Tes e gebnis eine Ka ego-
ienbildung schein be ei s o dem Tes es zus ehen, wenn man on wenigen Ausnahmen absieh .
So is zu e mu en, dass die schlech en Schüle *innen den leich en Tes , die mi le en den mi le en,
und die gu en Schüle *innen den schwe en Tes zugewiesen bekommen. Was p ü also de Tes ?
E p ü , ob sich die Schüle *innen inne halb de ihnen zugewiesenen Ka ego ie bewäh en. Einhe -
gehend sind wei e üh ende F agen au gewo en, die die E hnog aph*in e neu mi els eines Me-
hodenwechsels (Feldin e iew) einholen soll e, wenn sie die pädagogische P axis des Feldes e -
s ehen will: Wann äll eine Schüle *in aus de Ka ego ie gu / schwe he aus? Was muss eine Schü-
le *in machen, um om ein achen Tes zu einem mi le en au zus eigen? Zudem: We den binnen-
di e enzie e A bei sma e ialien e wende und e lauben diese es übe haup , on eine ein achen
S u e au eine mi le e au zus eigen; da sie wi klich dieselben Un e ich sinhal e e mi eln, so dass
ein Au s ieg übe haup möglich is ( gl. Ecke mann/ Meie 2020)? Es gil also den Blick au die Ma-
e iali ä de pädagogischen P axis zu ich en und ih e Bea bei ung aus de Binnenpe spek i e de
Schüle *innen zu ekons uie en. Jeden alls bleib de Lese *in undeu lich, was die di e enzie en
Tes e sionen p ak isch bedeu en. Den Schüle *innen schein es jeden alls wich ig zu sein, he aus-
zu inden, welche Ka ego ie sie zugewiesen wu den. Wei e läss sich agen: Wenn man mi jede
Tes e sion das Ze i ika e we ben kann, wa um sch eiben dann nich alle Schüle *innen den leich-
es en Tes ? Wa um wi d die Logik de D eiglied igkei de Schüle *innenscha auch im Tes au -
ech e hal en, de e mu lich doch zum selben Ze i ika üh ? Ode gib es auch leich e, mi le e
und schwe e Ze i ika e (und Zeugnisse)?
Typisch ü eine e hnog aphische Lek ü e e hnog aphische P o okolle is , dass eine Lese *in
de p o okollie en P axis diese nich meh e s eh , da bei eine e hnog aphischen Lek ü e die Un-
schä en, Auslassungen und Wide sp üche des P o okolls sich ba we den. Die K ise, die die E hno-
g aph*in e mu lich zu be ieden such e, als sie beim Sch eiben des P o okolls Eigenes und F emdes
du ch eine implizi in ih e Besch eibung und sachlich nich agende Theo iebildung (s.o.) zueinande
ela ionie e, soll eben beim e hnog aphischen Lesen (handlungsen las e ) s ell e e end ü die
Fo sche *in eingehol und in Fo m wei e üh ende F agen e o mulie we den.
Das Ziel e hnog aphische P axis lieg - wie be ei s meh ach gesag - im Ve s ehen emde
und un e au e Phänomene, sei es au de Ebene ih e Beobach ung, ih e Besch eibung ode
eben bei de e hnog aphischen Lek ü e. Bei de E hnog aphie im Gesam en und beim e hnog aphi-
schen P o okollesch eiben im Speziellen handel es sich um he meneu ische Suchbewegungen, die
meh ode wenige ungeschü z Eingang in e hnog aphische P o okolle inden und ein Phänomen X
zu einem Zei punk Y zu assen suchen. Ein einzelnes e hnog aphisches P o okoll s ell abe keine
e lässliche Basis ü Aussagen übe ein Phänomen da , insbesonde e dann nich , wenn es das Phä-
nomen nich im De ail besch eib und es als solches noch nich wi klich e s anden is .
Mi Blick au die Lese *innen eundlichkei des Tex es wi d im Folgenden au eine Da s el-
lung de e hnog aphischen Lek ü e des gesam en P o okolls e zich e . Die e hnog aphische Lek-
ü e konn e wei e e Momen e am P o okoll okussie en, die nun e knapp da ges ell we den:
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da um&disku s, Da um #5 (2024), Essay Meie -S e nbe g (25.10.2024) Sei e 22 on 33
(1) E hnog aphische P o okolle we den häu ig spä am Abend und un e Zei d uck gesch ie-
ben. Folglich s ellen sich ypische Unschä en ein. Beispielsweis kann dem P o okoll en nommen
we den, dass „Daniele (…) nich mi im Raum“ (Feldp o okoll Inklusion 2020, S. 2) is , abe mi de
Teilhabeassis enz „ ü den Tes au den Gang“ (ebd.) geh . Ungeach e solche zei logischen Unge-
eim hei en kann das Geschehen - zumindes g ob - ekons uie we den, was olglich den inhal li-
chen We des Da ums nich schmäle . Wenn ein Sach e hal zwei els ei ekons uie ode siche
e inne we den kann, soll e das P o okoll ü eine spä e e Publika ion diesbezüglich e besse we -
den.
(2) E hnog aphische P o okolle en hal en Momen e, die s ä ke als Besch eibungen, und sol-
che, die s ä ke als In e p e a ionen au zu assen sind. Es komm o , dass sich die In e p e a ionen
on E eignissen nich mi ih en Besch eibungen decken (s.o.). Ein Tes wi d beispielsweise in Übe -
eins immung mi den In e p e a ionen des Feldes als „leich “ (ebd., S. 3) e s anden, wobei dies bei
genaue e Be ach ung de besch iebenen Au gabens ellungen in Zwei el zu ziehen is . In eine wei-
e en P o okolles elle wi d mi egalisie enden Beg i lichkei en eine Si ua ion summa isch besch ie-
ben, die sich dann alle dings in de konk e en Besch eibung als kon ä da s ell . Die Besch eibungs-
ebenen e hal en sich zueinande nich s immig; sie e en sinnlogisch auseinande . An eine S elle
läss sich e mu en, dass die E hnog aph*in es (aus pädagogischen und/ ode menschlichen G ün-
den) ge ne gesehen hä e, wenn Daniele „au Augenhöhe“ (ebd.) mi den ande en Schüle *innen
in e agie (dahe g ei sie e mu lich bei de zusammen assenden Besch eibung au diese In e -
p e a ion zu ück), abe die empi ische Wi klichkei zeig in ih en De ails eben nich dieses Bild.
Wü de sie genaue hinschauen, dann wü de sie die pee kul u elle P axis e mu lich als unbequem
e ah en, da sie wah scheinlich wede poli isch ko ek noch pädagogisch wünschenswe aus allen
wü de. In de E hnog aphie i nich nu das Vo e s ändnis, sei es pe sönlich ode pädagogisch-
heo e isch beg ünde , sonde n auch die eigene Hal ung zu Wel au eine Empi ie, die i i ie end
und e s ö end wi ken kann. Die Übe windung des eigenen S ando es zum Zwecke de Felde kenn -
nis is kein emo ional leich es Un e angen.
(3) Die Inkong uenz on Besch eibung und In e p e a ion is ein wei e e Ma ke , an dem de
S ando de E hnog aph*in bes imm und ü wei e üh ende Beobach ungen im Feld nu zba ge-
mach we den kann. Das wide sp üchliche Momen kennzeichne das nich - ode halb e s andene
Phänomen.
(4) Besch eibungen können ohne In e p e a ionen e bleiben, was in bes imm en Kon ex en
eben alls als Ma ke eine S ando posi ion au zu assen is . Das P o okoll zi ie die Leh e in F au
Demm ich, dass „Daniele (…) manchmal ein ach wie ein Gold isch“ sei. Was will die Leh e in dami
zum Ausd uck b ingen? Dass Daniele schön anzusehen, abe ansons en … is ? Die nüch e ne Be-
sch eibung eines du chaus au s ö enden Kommen a s i i ie angesich s des Ausbleibens on In-
e p e a ionen, Emo ionen ode einem Ve such, diesen Kommen a im Kon ex de E eignisse zu
e o en. Wie ha die E hnog aph*in im Kon ex des Gesp äches diese Aussage e s anden? Wie
ha F au O ega da au eagie ? Dass das P o okoll keine An wo en au die F agen bie e , s ell eine
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Lee s elle im P o okoll und ein Indiz da ü da , dass sich die E hnog aph*in mi diese p oblema i-
schen Aussage nich e ie auseinande se zen und so die Pädagogin schü zen woll e (siehe ace-
sa ing: Ecke mann/ Meie 2019). P o okolle sind also auch dahingehend k i isch zu lesen, wo übe
sie keine Auskun geben. Auch dies s ell einen Ma ke ü wei e üh ende Beobach ungen da .
(5) Im pädagogischen All agsgeschä e en pädagogische In en ionen, pädagogisches Han-
deln (Me hoden) und ih e Wi kungen o auseinande ( gl. zu pee kul u ellen T ans o ma ion di-
dak ische A angemen s: B eidens ein 2006; ü die Analyse pädagogische P axis: Meie / K eische
2021). Wenn das Ziel da in lieg , pädagogische P axis e hnog aphisch zu besch eiben, dann müssen
Wege ge unden we den, das Nich -/ Zusammenwi ken diese Dimensionen zu besch eiben. In die-
sem Zusammenhang soll en Aussagen on Leh k ä en (und ande en Pe sonen) nich nu dokumen-
ie , sonde n auch sachlogisch gep ü we den, also ob sich beispielsweise eine in endie e päda-
gogische Wi kung (logisch) du ch die gewähl e Me hode e eichen läss us .
(6) Die P o okolls ellen zeigen abe auch, wie die S ando gebundenhei de Beobach ung,
die e mu lich au eine egalisie e ode zumindes egalisie ende P axis ho , du ch Empi ie he aus-
ge o de wi d. Die empi ischen Ta sachen wollen nich zu schönen Theo ie,19 zu den (pädagogi-
schen) Vo annahmen, Vo s ellungen ode Hal ung de Beobach e *in passen. Nich das F emde, das
Wide s ändige, das nich E wünsch e ge ä zu he meneu ischen He aus o de ung, sonde n die ei-
gene Übe zeugung da übe , wie Wel sein soll e und wie man Wel abbilden da .
(7) Die Au gabe, Wel so zu besch eiben wie sie is , ge ä zu einem P oblem, denn eine E h-
nog aph*in mach sich schnell mi schuldig am beobach e en Geschehen ( gl. Meie 2019; 2015):
We beispielsweise Mobbing beobach e und p o okollie , in e enie nich . Insbesonde e die E h-
nog aphie is an ällig ü e hisch he aus o de nde Si ua ionen – „A mo al man canno be a sociolo-
gis “ (Pa k zi . n. Gi le 2009, S. 82) –, denn die Un e suchung emde bzw. un e au e Phäno-
mene bedeu e eben nich nu , dass ein me hodologische Umgang mi dem Phänomen ge unden
we den muss, sonde n es e en eben auch ganz handlungsp ak isch No m o s ellungen eine aka-
demischen Mi elschich skul u au diejenigen des Feldes. Eine E hnog aph*in kann sich gegen die
Einb üche de Wi klichkei nich me hodisch schü zen, wie es beispielsweise die F agebogen o -
schung kann ( gl. Meie 2015, S. 26, Fn. 15). Sie is Teilnehme *in im Feld – also Zeug*in – und dami
auch pe sönlich (mi ) e an wo lich ü das, was sich do zu äg . Wü de die E hnog aph*in also
ih e Au gabe als Fo sche *in nachkommen und ein g ausames Zusammenspiel de beobach e en
Jungen im De ail besch eiben, so wü de sie e mu lich nich nu Sach e hal e beme ken, die sie
pe sönlich nich sehen will – was schon schwe genug is –, sonde n sie könn e on Sekundä o -
schenden ü das Geschehen pe sönlich ha ba gemach we den: Wa um ha die E hnog aph*in
nich in e enie , wenn sie doch Zeug*in on Mobbing, Rassismus, Sexismus, e c. gewo den is ?
19 Es gehö zu Au gabe de E hnog aphie - ebenso wie ü jede Sozialwissenscha - schöne (wünschenswe e, e c.)
Theo ien du ch hässliche Empi ie zu ko igie en. Beispielsweise weis Hoss elde (2018) nachd ücklich ü die (Quan-
en)Physik da au hin, dass und wa um schöne (hie gemein im Sinne on äs he isch schöne) Theo ien inno a i e E -
kenn nisse e hinde n und dami zum P oblem ü die Physik als solche gewo den sind.
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Welche mo alischen No m e s öße sind du ch das wissenscha liche E kenn nisin e esse legi i-
mie ?
Zusammen assend kann gesag we den, dass und inwie e n die om e hnog aphischen P o okoll
besch iebene P axis (nich ) angemessen ep äsen ie wu de. Es zeigen sich beispielsweise sachlo-
gische Wide sp üche, die zwischen Ta en und Wo en de Ak eu e im Feld und zwischen einzelnen
Besch eibungen und In e p e a ionen im P o okoll liegen. Auch wenn die e hnog aphische Lek ü e
die E hnog aph*in in den Fokus de Au me ksamkei ück , so u sie es au ma kan ande e Weise
als es de ekons uk i e Ansa z on Reh e al. (2021) u : Die E hnog aph*in wi d in de e hnog a-
phischen Lek ü e als Fo sche *in zum Zei punk de Feld o schung ad essie , die das noch nich gu
Besch iebene, die das noch nich Ve s andene, die das Abgescha e e und Ve d äng e im nächs en
Sch i ih e Fo schung un e suchen soll e. Die S ando gebundenhei de Fo sche *in wi d also
nich im Sinne eine habi uellen Posi ionie ung bes imm , sonde n als opologische S ando aus-
gewiesen, de einzunehmen ebenso no wendig ü den Fo schungsp ozess is , wie ihn wiede zu
e lassen. Die E hnog aph*in ha sich pe spek i isch, äumlich, me hodisch, he meneu isch und
emo ional wei e zubewegen und einen neuen S ando zu beziehen. Und auch diesen S ando ha
sie nach wei e e Re lexion wiede zu e lassen, um neu au gewo enen F agen nachzugehen. Die
G ounded Theo y Me hodologie (S auss 1998; Glase / S auss 2010) besch eib diesen Fo schungs-
p ozess als heo e isches Sampling.
4. Was leis e die e hnog aphische Lek ü e?
Das e hnog aphische Da um, das im Calls #4 on da um&disku s gese z wu de, wu de e hnog a-
phisch gelesen ( gl. Kapi el 3). Dabei wu de sich nich an einem s engen Vo gehen, z.B. die Sich ung
des P o okolls en lang eine einzelnen F ages ellung, o ien ie , ielmeh aus eine e hnog aphi-
schen Hal ung he aus das gesam e P o okoll e hnog aphisch gelesen und im Sinne de Anlei ung
wie e hnog aphische P o okolle zu sch eiben sind ( gl. Meie 2021) k i isch disku ie . Dabei wu de,
e wa im Gegensa z zu Rekons uk ion des Dokumen es im Sinne de Dokumen a ischen Me hode,
welche die S ando gebundenhei nich zule z o dem Hin e g und on Gü ek i e ien quali a i e
Sozial o schung auszulo en such ( gl. Reh e al. 2021), zahl eiche Übe legungen zu wei e üh en-
den Fo schungen anges ell und spezi ische, auch e hische P obleme e hnog aphische Fo schung
iden i izie . Auch wenn sich die Lek ü e des P o okolls du chaus mi dem Be und on Reh e al.
deck , dass de E hnog aph*in „die beobach e e Un e ich sp axis in e schiedens en Handlungs-
s uk u en emd zu sein schein und eine Re lexion de eigenen S ando gebundenhei sich nich
sys ema isch in dem Da um ausd ück “ (ebd., S. 13), so is au einen signi ikan en Un e schied zwi-
schen eine sekundä analy ischen Dokumen a ischen Rekons uk ion und eine e hnog aphischen
Lek ü e hinzuweisen: In Pe spek i e de Rekons uk ion ge ä das P o okoll un e de Hand zu einem
P ü all wissenscha liche Gü ek i e ien bzw. als Gegens and eine k i ischen Re lexion de S ando -
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michael.meie @uni- lensbu g.de