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Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung. Rekonstruktionen aus Studierendensicht

Hoffelner, Alexander,Danner, Stefan

Abstract

Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 2, S. 152-164 Pädagogische Teildisziplin: Empirische Bildungsforschung; Schulpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Hoffelner, Alexander; Danner, Stefan Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung. Rekonstruktionen aus Studierendensicht Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 2, S. 152-164 Quellenangabe/ Reference: Hoffelner, Alexander; Danner, Stefan: Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung. Rekonstruktionen aus Studierendensicht - In: Journal für LehrerInnenbildung 25 (2025) 2, S. 152-164 - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-345212 - DOI: 10.25656/01:34521; 10.35468/jlb-02-2025-12 https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-pedocs-345212 https://doi.org/10.25656/01:34521 in Kooperation mit / in cooperation with: http://www.klinkhardt.de Nutzungsbedingungen Terms of use Dieses Dokument steht unter folgender Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/deed.de - Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt unter folgenden Bedingungen vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen sowie Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. 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By using this particular document, you accept the above-stated conditions of use. Kontakt / Contact: peDOCS DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Informationszentrum (IZ) Bildung E-Mail: [email protected] Internet: www.pedocs.de journal für lehrerInnenbildung jlb no.2 2025 Gesamtausgabe online unter: http://www.jlb-journallehrerinnenbildung.net https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025 ISSN 2629-4982 Zur Rolle der Pädagogik in den bildungswissenschaftlichen Grundlagen Bibliografie: Alexander Hoffelner und Stefan Danner (2025). Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung. Rekonstruktionen aus Studierendensicht. journal für lehrerInnenbildung, 25 (2), 152–164. https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 152 jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 12 Alexander Hoffelner und Stefan Danner Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung. Rekonstruktionen aus Studierendensicht Abstract • Ziel des Beitrags ist es, zu klären, ob Pädagogische Improvisation der von Casale (2021) konstatierten Entpädagogisierung entgegenwirken kann. Dieses Konzept wurde in einer Lehrveranstaltung der Lehrer*innenbildung der Universität Wien in den Mittelpunkt gestellt. Die Analyse von 27 Lernjournalen von etwa 50 Teilnehmenden ergab, dass diese u. a. die Bedeutung von Schüler*innenorientierung, demokratischen Beziehungen und der Qualität von Beziehung reflektierten. Die Ergebnisse legen nahe, dass Pädagogische Improvisation ein möglicher Ansatz gegen Entpädagogisierung sein kann. Schlagworte/Keywords • Pädagogische Improvisation, Entpädagogisierung, Pädagogische Beziehung, Lehrer*innenhandeln, Lehrer*innenbildung 153 Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 Einleitung Die pädagogische Beziehung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen erweist sich als eine eigentümliche, da sie einerseits spezifisch, andererseits aber auch diffus ist (Oevermann, 1996/2016). Sie ist spezifisch im Hinblick auf den Zweck der Beziehung und das Lernen der Schüler*innen. Diffus bleibt sie, weil Lehrpersonen und Schüler*innen sich dennoch als ganze Personen gegenübertreten, unter anderem deshalb, weil die Schule Werte wie Respekt und Wertschätzung vermitteln soll, die immer die ganze Person betreffen (Giesecke, 2015). Laut Rita Casale (2021) wird in der Ausbildung von Lehrer*innen zunehmend die pädagogische Beziehung vernachlässigt, was sie als Teil einer von ihr konstatierten Entpädagogisierung sieht. Sie führt dies auf die Standardisierung im internationalen Bildungsdiskurs und die Fokussierung auf kognitive Psychologie in sehr engen Curricula zurück. Casale fordert deshalb eine stärkere Berücksichtigung der Besonderheiten der Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung in den Curricula. Gemäß dieser Forderung schlagen wir vor, Pädagogische Improvisation als Konzept in der Lehrer*innenbildung zu verankern. Wir argumentieren, dass Pädagogische Improvisation eine Möglichkeit bietet, die pädagogische Beziehung wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Unter Pädagogischer Improvisation verstehen wir Interaktionen im Unterricht, die nicht vorab geplant werden oder aber von einem Plan abweichen. Aspekte wie Ungewissheit, Kontingenz, Responsivität und Unmittelbarkeit stehen hier im Mittelpunkt der Betrachtung pädagogischer Interaktionen. Wir gehen davon aus, dass diese Aspekte einen Großteil der pädagogischen Handlungen im Unterricht betreffen (Hoffelner, 2023b; Hoffelner & Danner, 2024). Fragestellung und Methodik An der Universität Wien wurde im Wintersemester 2022/23, im Sommersemester 2023 und im Sommersemester 2024 im Masterstudium Lehramt (Allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen, 2 ECTS, 1 SStd.) jeweils eine Lehrveranstaltung zu diesem Thema angeboten, in der sich die Studierenden zunächst theoretisch mit dem Konzept der Pädagogischen Improvisation auseinandersetzten, praktische Erfahrungen durch theatrale Übungen aus dem Improvisationstheater sam- 154 Alexander Hoffelner und Stefan Danner jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 melten und diese unter dem theoretischen Gesichtspunkt der Improvisation als professionelles pädagogisches Handeln reflektieren sollten. Im Rahmen der Lehrveranstaltung führten die Studierenden innerhalb der Einheiten ein Lernjournal, aus dem sie am Ende eine schriftliche Dokumentation ihrer Erfahrungen erstellten. Die konkrete Angabe dazu lautete: „Fassen Sie auf Basis des Lerntagebuchs zusammen, was Sie aus dem Kurs mitgenommen haben.“ Im Kern ging es darum, Lernprozesse und -ergebnisse aus dem Kurs zu dokumentieren und abschließend der Lehrveranstaltungsleitung (Alexander Hoffelner) abzugeben. Bewertet wurde lediglich, ob die Ausführungen nachvollziehbar beschrieben wurden, nicht jedoch der konkrete Inhalt. Von den insgesamt 50 Teilnehmenden aus drei Semestern gaben uns 27 Personen (54 %) die schriftliche Zustimmung, ihre Abgaben anonymisiert im Rahmen unserer Forschung analysieren zu dürfen. Wir analysierten diese zu zweit mit der Methode der Grounded Theory nach Charmaz (2014). Unser Ziel war es, die Frage zu beantworten, wie die Lernprozesse und -ergebnisse der Studierenden aus dem Kurs Hinweise darauf geben könnten, ob eine Lehrveranstaltung zur Pädagogischen Improvisation der von Casale (2021) konstatierten Entpädagogisierung entgegengewirkten könnte. Wir fokussierten unsere Analyse auf Datenausschnitte zur pädagogischen Beziehung. Pädagogische Improvisation Wenn Unterricht im Anschluss an Luhmann und Schorr (1982) als nicht-technologisierbare Interaktion von Lehrer*innen und Schüler*innen verstanden bzw. eine „technical rationality“ (Schön, 1983, S. 38) zurückgewiesen wird, dann kann es sinnvoll sein, das Konzept der Pädagogischen Improvisation (Hoffelner, 2023b; Hoffelner & Danner, 2024) heranzuziehen. Dieses fokussiert pädagogisches Handeln als eine Interaktion, die mit dem Phänomen der Ungewissheit (Paseka et al., 2018; Bonnet et al., 2021) einhergeht. Lehrer*innen können bspw. nicht wissen, was der von ihnen geplante Unterricht an Ergebnissen hervorbringt und wie sich Interaktionen konkret gestalten: „Der Lehrer kann zwar mit Hilfe einer durchdachten Anwendung methodisch-didaktischer Mittel ein definiertes Ziel verfolgen, er besitzt jedoch keine Gewissheit darüber, ob er sein Ziel tatsächlich erreicht“ (Tetens, 2013, S. 17). 155 Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 Der Ansatz der Pädagogischen Improvisation thematisiert die Kontingenz der Lehrer*innen-Schüler*innen-Interaktion im Arbeitsfeld Schule und geht davon aus, dass die mit jeglichem pädagogischen Handeln verbundene Ungewissheit die Interaktionspartner*innen dazu veranlasst, während des Interaktionsprozesses spontan Entscheidungen zu treffen und darauf basierend neue Handlungen zu beginnen (Hoffelner, 2023a). Wie wir an anderer Stelle dargestellt haben, verstehen wir den dabei entstehenden Handlungsverlauf als kollaborativen Prozess, an dem sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen potenziell beteiligt sind (Hoffelner & Danner, 2024). Nach der Wortherkunft von „Improvisation“ lässt sich diese – abgeleitet aus dem Lateinischen – als improvisus im Sinne von „unvorgesehen“ übersetzen (Siegemund, 2003). Improvisierte Handlungen basieren also darauf, dass etwas im Vorfeld nicht vorhergesehen werden kann. Wenn wir davon ausgehen, dass Menschen nicht in die Zukunft sehen können, dann können wir davon ausgehen, dass jegliche menschliche Handlung Züge des Improvisatorischen aufweist. Diese Improvisationen basieren auf einem Repertoire an Handlungsoptionen, die uns im jeweiligen Moment zugänglich sind und eingesetzt werden können (Kurt, 2012). Hierbei ist anzunehmen, dass die Elemente des Handlungsrepertoires kreativ eingesetzt werden (Joas, 1996/2012), wir also nicht bestimmte Handlungen immer wieder eins zu eins umsetzen, sondern in der aktuellen Situation in einer spezifischen Konstellation auf eine Art und Weise hervorbringen, die immer auch ein neues oder originelles Moment beinhaltet. Während die Jazzmusik und auch das Theater die Improvisation bereits als bedeutende Praxis erkannt und beforscht haben (Holdhus et al., 2016), scheint es in der Schulpädagogik noch Aufholbedarf zu geben. Methoden aus dem Improvisationstheater sind bereits vielfach im Hinblick auf schulisches Lernen konzipiert worden (Hoffelner, 2023b), und auch Konzepte zum Einsatz in der Ausbildung von Lehrpersonen liegen vor (z. B. Lutzker, 2007; Souto-Manning, 2011; Toivanen et al., 2011; Köhler, 2017; Barker, 2019; Köhler & Hoffelner, 2022; Lösel, 2022; Hess, 2024). Indes scheint es ein relativ neues Phänomen zu sein, pädagogisches Handeln selbst unter der Lupe der Improvisation zu betrachten (Hoffelner, 2023b). Einige Forschungen aus dem englischsprachigen Raum rund um Sawyer (z. B. 2011, 2019) sowie der norwegischen Forschungsgruppe „Improvisation in Teaching and Education“ (Ben-Horin, 2016; Holdhus et al., 2016; Aadland et al., 2017; 156 Alexander Hoffelner und Stefan Danner jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 Mæland & Espeland, 2017) bilden hier eine Ausnahme. Im deutschsprachigen Raum ist die Forschungslandschaft mit einigen wenigen Arbeiten durchaus überschaubar, wenn es darum geht, Lehrer*innenhandeln als Improvisieren zu betrachten (Danner, 2001; Bayer, 2022; Hoffelner, 2023a, 2023b, 2024; Hoffelner & Danner, 2024). Sorensen (2023) macht für diese Forschungslücke unter anderem die Sprache und Praxis des Improvisierens verantwortlich; sie passen seines Erachtens nur schwer mit den derzeit gängigen Diskursen zur Standardisierbarkeit und Messbarkeit von Bildung zusammen. Analyseergebnisse: Aspekte der pädagogischen Beziehung In den von uns untersuchten Texten der Studierenden zeigen sich zahlreiche Passagen, in denen explizit oder implizit die pädagogische Beziehung thematisiert wird. Wir haben diese anhand der Kategorien „Schüler*innenorientierung“, „demokratische Beziehung“ und „Qualität der Beziehung“ rekonstruiert. Schüler*innenorientierung An knapp zehn Stellen wird in den Reflexionen der Studierenden explizit auf das didaktische Prinzip der Schüler*innenorientierung Bezug genommen (WS22_03, 12–16; SS23_02, 20–23; SS23_04, 15, 37–38; SS23_05, 15; SS23_08, 13–15). Das zeigt sich in den folgenden wörtlichen Passagen aus den Texten der Studierenden: „Durch Methoden der Improvisation kann, im Sinne des Konstruktivismus, individuell auf die Schüler*innen eingegangen werden. Dadurch können auch Potentiale und Talente der Kinder besser erkannt werden.“ (SS23_02, 41– 45) Improvisationsmethoden aus dem Theater werden hier als Möglichkeit verstanden, nicht nur zu individualisieren, sondern auch als diagnostisches Instrument verstanden, um Potenziale und Talente der Kinder erkennen zu können. Die Lehrperson hat damit ein Repertoire an Handlungsoptionen, das es ermöglicht, ihr Lernangebot individuell an den Schüler*innen auszurichten. Das wird von einer anderen studierenden Person mit dem bausteinartigen Planen verbunden: „Für die Zukunft nehme ich mir jedenfalls vor, Schulstunden offener und Baustein-artig zu planen, um mehr Orientierung an den Schüler*innen 157 Pädagogische Improvisation und pädagogische Beziehung jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 zu ermöglichen.“ (SS23_05, 15–17) Die Stunden so aufzubauen, dass einzelne Teile der Planung erst im Moment zusammengeführt werden können – darauf verweist die Metapher vom Baustein –, ermöglicht mehr Orientierung an den Bedürfnissen, Vorwissen und Einstellungen der Schüler*innen. Schulstunden würden dadurch offener sein, was wiederum auf den erweiterten Spielraum im Unterricht verweist. Die grundsätzlich asymmetrische Beziehung von Lehrkraft und Schüler*innen (Forster-Heinzer & Oser, 2020) wird dadurch ein Stück weit symmetrischer gestaltet. Das verweist auch auf eine demokratisierende Tendenz, welche die Improvisation unterstützen kann (Hoffelner, 2024). Das vorliegende Material lässt auch teilweise problematische Vorstellungen von Pädagogischer Improvisation und Schüler*innenorientierung ins Auge treten. „Gibt man Schüler*innen die Möglichkeit, ihre eigenen Zugänge und Denkschablonen anzuwenden, entsteht automatisch der so oft verlangte Lebensweltbezug großer Realitätsnähe.“ (SS24_12, 11–13) Die Umsetzung der Schüler*innenorientierung – so impliziert die zitierte Stelle – führe automatisch zu Lebensweltbezug und großer Realitätsnähe. Das der Schule so oft angekreidete Fehlen von Realität würde damit quasi von selbst verschwinden. Die Komplexität schulischer Interaktion wird damit auf einen recht banalen Kausalplan (Luhmann & Schorr, 1982) reduziert, dem noch dazu eine abwegige Verallgemeinerung zugrunde liegt. Es wird nicht mehr differenziert, unter welchen Umständen und Bedingungen Lebensweltbezug generiert werden kann. Alleine die Möglichkeit nämlich bedeutet nicht, dass Schüler*innen in dem Moment oder überhaupt gewillt sind oder schlichtweg selbst – aus welchen Gründen auch immer – in der Lage sind, diesen Bezug herzustellen. Automatisch kann dieser also nicht erfolgen, jedoch möglicherweise erleichtert werden. Die Tatsache aber, dass Schüler*innen eigene Zugänge und Denkschablonen anwenden (wenn es ihnen möglich erscheint), kann für die Lernenden eine persönliche Bedeutsamkeit im Hinblick auf den Inhalt entstehen lassen, die wiederum als für den Lernprozess notwendig betrachtet wird. Direkt im Anschluss an diese Textstellen wird auch konkret die Schüler*innenorientierung angesprochen: „Was einen persönlich nicht betrifft, erscheint einem kaum sinnvoll zu (er)lernen. Zentral ist die Entfaltung des Eigenen, die Auflösung von Abhängigkeitsverhältnissen und die Steigerung individueller und kollektiver Ambiguitätstoleranz, denn die Ungewissheit birgt so viel Potential für unerwartete Lern- 158 Alexander Hoffelner und Stefan Danner jlb no. 2/2025 https://doi.org/10.35468/jlb-02-2025-12 prozesse.“ (SS24_12, 13–17) Auch hier zeigt sich die persönliche Bedeutung für die Lernenden als notwendige Voraussetzung eines guten Lernprozesses. Demokratische Beziehung Eine studierende Person verweist darauf, dass die „Improvisationskompetenz“ es der Lehrkraft ermöglichen würde, dass Schüler*innen den Unterricht „mitgestalten“ könnten (WS22_23, 12–16). Demnach ist es nicht die Lehrperson alleine, die Unterricht gestaltet und umsetzt. Schüler*innen können durchaus, wenn wir nach dieser Aussage gehen, mitbestimmende Personen in diesem Prozess sein. Insofern enthält die Textstelle einen impliziten Hinweis auf das demokratische Potenzial in der Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung. Wenn sich Schüler*innen im Unterricht einbringen können sollen, dann ist das, was sie einbringen, vorab nicht antizipierbar. Insofern ist Improvisation nicht nur sinnvoll, sondern obligatorisch (Hoffelner, 2024; Hoffelner & Danner, 2024). Eine andere Person schreibt: „Was ich mir aus dem Kurs mitgenommen habe, beziehungsweise was mich besonders beschäftigt hat, ist die Frage nach der intrinsischen Motivation bei den SuS [Schülerinnen und Schülern, Anm. d. Autoren]. Sie sollen das lernen, was sie auch selbst interessiert. Dies führt notwendigerweise zu Improvisation, da die Lehrperson auf die Schülerinteressen reagieren muss und nicht alles im Vorhinein planen kann.“ (SS23_08, 3–7) In dieser Äußerung dokumentiert sich der Respekt gegenüber den Lerninteressen und dem Wunsch nach Selbstund Mitbestimmung der Schüler*innen. Indirekt kommt der folgende Gedanke zum Ausdruck: Die völlige Verplanung und minutiöse, vorab überlegte Taktung des Unterrichts könnte zu einer potenziellen Entmündigung der Lernenden führen (denn alle Möglichkeiten zur Mitgestaltung des Unterrichts werden blockiert) und die Entstehung extrinsischer Motivation begünstigen, weil dann der Unterricht möglicherweise primär nach den Vorstellungen der Lehrperson verläuft. Qualität der Beziehung Inwiefern wird die Qualität der pädagogischen Beziehung mit der Pädagogischen Improvisation in Verbindung gebracht? Auch dazu finden sich konkrete Vorstellungen im Material der Studierenden, wenn