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Mehrsprachigkeit in Rio Grande do Sul: Zur Negation im Brasilianischen Hunsrückisch

Abstract

Im vorliegenden Artikel wird anhand eines spontansprachlichen Korpus bilingualer Sprecher ein sprachliches Phänomen im brasilianischen Hunsrückischen genauer betrachtet: die Negation. Die Negation ist insofern linguistisch interessant, als sie in den beiden involvierten Kontaktvarietäten (deutsche Minderheitensprache, brasilianisches Portugiesisch (BP)) unterschiedlich ausgeprägt ist. Von Interesse ist insbesondere die Stellung des Negationswortes in Hinblick auf das finite Verb und das direkte Objekt sowie die Frage, ob zwei Negationselemente in einem Satz vorkommen können, ohne dass die negative Interpretation des Satzes sich in eine Affirmation wandelt (Negative Concord). Ziel der Analyse ist es, mögliche Sprachkontaktphänomene und sprachkontaktbedingten Wandel zu identifizieren. Es wird geschlussfolgert, dass die Negation im Hunsrückischen sehr stabil ist und deutschen Wortstellungsmustern folgt. Diese grammatische Stabilität beruht auf dem regelmäßigen Gebrauch des Dialekts. Dennoch finden sich wie im BP Phänomene von Negative Concord, das im Standarddeutschen nicht in gleicher Weise möglich ist. Im Gegensatz zum brasilianischen Portugiesischen handelt es sich allerdings nicht um ein kategorisches, sondern um ein variables Phänomen, das in ähnlicher Weise in anderen deutschen Dialekten existiert bzw. existierte.

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Mehrsprachigkeit in Rio Grande do Sul: Zur Negation im Brasilianischen Hunsrückisch

Author: Rinke, Esther; Flores, Cristina
Publisher: Universidade de São Paulo. Faculdade de Filosofia, Letras e Ciências Humanas
Year: 2023
DOI: 10.11606/1982-8837264968
Source: https://repositorium.uminho.pt/bitstreams/c21d5e20-d05f-4f98-89b4-966a1601e904/download
RINKE E.; FLORES C. – Meh sp achigkei in Rio G ande do Sul
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Meh sp achigkei in Rio G ande do Sul:
Zu Nega ion im B asilianischen Huns ückisch
[Mul ilingualism in Rio G ande do Sul: On nega ion in B azilian Huns ückisch]
h p://dx.doi.o g./10.11606/1982-8837264968
Es he Rinke
1
C is ina Flo es
2
Abs ac : Based on a co pus o spon aneous speech p oduc ion o bilingual speake s, he p esen
pape in es iga es he p ope ies o nega ion in B azilian Huns ückisch. Focussing on nega ion is
in e es ing om a linguis ic pe spec i e because his linguis ic phenomenon is e y di e en ly
ealized in he wo con ac a ie ies in ol ed (Ge man a ie y, B azilian Po uguese (BP)). We
ocus on he posi ion o he nega ion ma ke is-á- is he ini e e b and di ec objec and on he
ques ion whe he wo nega ion wo ds can occu wi hin one and he same sen ence wi hou u ning
i in o an a i ma i e p oposi ion (Nega i e Conco d). The aim o ou analysis is o iden i y
po en ial a eas o con ac -induced language change and c oss-linguis ic in luence. The esul s
show ha nega ion is a e y s able phenomenon in Huns ückisch and ollows Ge man wo d o de
pa e ns. This s abili y is a esul o he cons an use o he dialec . Ne e heless, we ind
phenomena o Nega i e Conco d which a e simila o BP bu no g amma ical in S anda d
Ge man. In con as o BP, Nega i e Conco d wi h nega ed objec s is no a ca ego ical bu a
a iable phenomenon which also exis s o exis ed in o he Ge man dialec s.
Keywo ds: bilingual speake s; Huns ückish; language con ac ; nega ion
Resumo: Com base num co pus de p odução de ala espon ânea de alan es bilingues, o p esen e
abalho in es iga as p op iedades da negação em huns uquiano b asilei o. O oco na negação é
in e essan e do pon o de is a linguís ico, po que es e enómeno linguís ico é ealizado de o ma
mui o di e en e nas duas a iedades de con ac o en ol idas ( a iedade alemã, po uguês b asilei o
(PB)). Cen amo-nos na posição do ma cado de negação em elação ao e bo ini o e ao objec o
di ec o e na ques ão de sabe se dois elemen os de negação podem oco e den o de uma mesma
ase sem a ans o ma numa a i mação (Conco dância Nega i a). O obje i o da nossa análise é
iden i ica po enciais á eas de mudança linguís ica induzida pelo con a o linguís ico e po
ans e ência linguís ica. Os esul ados mos am que a negação é um enómeno mui o es á el em
huns uquiano e segue os pad ões de o dem das pala as do alemão. Es a es abilidade é o esul ado
do uso cons an e do diale o. No en an o, encon amos enómenos de Conco dância Nega i a que
são semelhan es ao PB, mas ag ama icais em alemão pad ão. Em con as e com o PB, em alemão,
1
Goe he-Uni e si ä F ank u am Main, Ins i u ü Romanische Sp achen und Li e a u en, No be -
Wollheim-Pla z 1, D-60629 F ank u am Main, Deu schland. E-Mail: Es he .Rink[email p o ec ed]u .de.
ORCID: 0000-0001-9378-9079.
2
Depa amen o de Es udos Ge manís icos e Esla os, Escola de Le as, A es e Ciências Humanas,
Uni e sidade do Minho, Campus de Gual a , 4710-057 B aga, Po ugal. E-mail: [email p o ec ed] .
ORCID: 0000-0001-5629-9556.
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a Conco dância Nega i a com obje os negados não é um enómeno ca egó ico, mas a iá el, o
qual ambém exis e ou exis iu nou os diale os alemães.
Pala as-cha e: alan es bilingues; huns uquiano; con a o linguís ico; negação
Zusammen assung: Im o liegenden A ikel wi d anhand eines spon ansp achlichen Ko pus
bilinguale Sp eche ein sp achliches Phänomen im b asilianischen Huns ückischen genaue
be ach e : die Nega ion. Die Nega ion is inso e n linguis isch in e essan , als sie in den beiden
in ol ie en Kon ak a ie ä en (deu sche Minde hei ensp ache, b asilianisches Po ugiesisch
(BP)) un e schiedlich ausgep äg is . Von In e esse is insbesonde e die S ellung des
Nega ionswo es in Hinblick au das ini e Ve b und das di ek e Objek sowie die F age, ob zwei
Nega ionselemen e in einem Sa z o kommen können, ohne dass die nega i e In e p e a ion des
Sa zes sich in eine A i ma ion wandel (Nega i e Conco d). Ziel de Analyse is es, mögliche
Sp achkon ak phänomene und sp achkon ak beding en Wandel zu iden i izie en. Es wi d
geschluss olge , dass die Nega ion im Huns ückischen seh s abil is und deu schen
Wo s ellungsmus e n olg . Diese g amma ische S abili ä be uh au dem egelmäßigen
Geb auch des Dialek s. Dennoch inden sich wie im BP Phänomene on Nega i e Conco d, das
im S anda ddeu schen nich in gleiche Weise möglich is . Im Gegensa z zum b asilianischen
Po ugiesischen handel es sich alle dings nich um ein ka ego isches, sonde n um ein a iables
Phänomen, das in ähnliche Weise in ande en deu schen Dialek en exis ie bzw. exis ie e.
S ichwö e : bilinguale Sp eche ; Huns ückisch; Sp achkon ak ; Nega ion
1 Einlei ung
Riog adense Huns ückisch (ALTENHOFEN 1996; po . huns iqueano iog andense) wi d
sei as 200 Jah en im Süden B asiliens gesp ochen. Ange angen mi deu schen
Einwande e n im 19. Jah hunde , ha sich im Dialek - und Sp achkon ak mi dem
b asilianischen Po ugiesischen eine eigens ändige Kon ak a ie ä bzw.
Minde hei ensp ache he ausgebilde , die on Gene a ion zu Gene a ion wei e gegeben
wi d. Al enho en (1996) besch eib Huns ückisch als ein Kon inuum wes mi eldeu sche
Dialek e (z.B. Rhein änkisch und Mosel änkisch).
Obwohl Huns ückisch o allem in ländlichen Regionen in Rio G ande do Sul
noch ak i gesp ochen wi d, is sein Geb auch mi le weile zu Guns en des
b asilianischen Po ugiesischen ückläu ige , insbesonde e bei jünge en bilingualen
Sp eche n (ALTENHOFEN 2004; WAGNER 2019).
Im o liegenden A ikel be ach en und besch eiben wi anhand eines
spon ansp achlichen Sp achko pus on bilingualen huns ückisch-po ugiesischen
Sp eche n (20 In e iews, siehe WAGNER 2019) ein sp achliches Phänomen im
Huns ückischen: die Nega ion. Von In e esse ü die Sp achkon ak o schung sind
insbesonde e solche Eigenscha en de Nega ion, die im b asilianischen Po ugiesischen
ypische weise ande s ausgep äg sind als im Deu schen ode deu schen Dialek en, bzw.
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Minde hei ensp achen, nämlich die S ellung des Nega ionswo es in Hinblick au das
di ek e Objek und das ini e Ve b sowie die F age, ob zwei Nega ionselemen e in einem
Sa z o kommen können (nega i e conco d), ohne dass eine a i ma i e In e p e a ion zu
S ande komm .
Eine kü zlich du chge üh e S udie, die sich au dieselbe Da enbank wie die
o liegende S udie s ü z , ha gezeig , dass das Huns ückische im Be eich de
Ve bs ellung wei e hin e s aunlich s ik ge manischen Wo s ellungsmus e n olg und
zwa auch bei simul an bilingualen Sp eche n de jünge en Gene a ion (FLORES; RINKE;
WAGNER 2022). Diese Sp eche ha en zwa in de Kindhei egen Kon ak mi dem
Dialek , o allem, weil e die Familiensp ache wa , e wenden ihn als E wachsene
jedoch wenige als äl e e Sp eche . Es s ell sich die F age, ob Nega ion ebenso s abil is
wie die Wo s ellung ode ob sich in diesem Be eich mögliche weise au g und des
Ein lusses des b asilianischen Po ugiesischen be ei s ein sp achkon ak beding e
Wandel zeig . In diesem Zusammenhang is es auch o s ellba , dass
Kon e genzphänomene au e en, wie sie aus ande en S udien zum Sp achkon ak
be ich e we den (c . BRAUNMÜLLER; HOUSE 2009).
De olgende Abschni (Kapi el 2) en häl einige ein üh ende his o ische und
soziolinguis ische In o ma ionen zum Riog adense Huns ückisch. Im Anschluss s ellen
wi unse Ko pus o . In den Abschni en 4 und 5 we den die un e such en Phänomene
de Nega ion ü das b asilianische Po ugiesische und das Deu sche (un e
Be ücksich igung dialek ale Me kmale) kon as i da ges ell und mi den E gebnissen
unse e Ko pusanalyse e glichen. In Kapi el 6 assen wi unse e E gebnisse zusammen
und kommen zu ück zu unse e Ausgangs age nach dem Ein luss des b asilianischen
Po ugiesischen bzw. nach eine möglichen sp achlichen Kon e genz im Be eich de
Nega ion.
2 Das Riog adense Huns ückisch als dialek ale Kon ak a ie ä
Obwohl es keine ak uellen o iziellen S a is iken gib , wi d angenommen, dass in
B asilien bis zu d ei Millionen Menschen den Riog andense huns ückischen Dialek
sp echen (ALTENHOFEN 2019; BORTIKOVA 2016; EBERHARD e al. 2022). Zu Beginn des
neunzehn en Jah hunde s (ab 1824) wa de b asilianische Bundess aa Rio G ande do
Sul das Zen um de deu schen Einwande ung nach B asilien. Die im neunzehn en
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Jah hunde en s andenen deu schen Kolonien blieben lange Zei isolie , was dazu üh e,
dass sie ih en lokalen Dialek bzw. ih e Dialek e übe meh e e Gene a ionen hinweg
bewah en (KOCH 1974). Nich sdes o o z wi d das heu e in San o C is o und ande en
Regionen on Rio G ande do Sul gesp ochene Huns ückisch als E gebnis de
Kon e genz e schiedene wes mi eldeu sche Dialek e angesehen. Nach Al enho en
(1996) s ell es ein Kon inuum zwischen dem Rhein änkischen und dem
Mosel änkischen da - zwei egionale Va ie ä en, die im heinland-p älzischen Huns ück
gesp ochen we den. Diese Sp ach a ie ä um ass auch Regionen an de G enze zu
Hessen, dem Saa land und Luxembu g.
Au g und des anhal enden Sp achkon ak s zwischen den e schiedenen Dialek en
des Deu schen sowie zwischen den deu schen Dialek en und dem Po ugiesischen haben
die e schiedenen Va ie ä en des Huns ückischen, die in den eilweise wei oneinande
en e n en deu schen Siedlungen gesp ochen we den, einige indi iduelle lexikalische und
phonologische Besonde hei en en wickel . Aus soziolinguis ische Sich wi d das
Huns ückische als eine meh ode wenige homogene deu sch-b asilianische Koiné
e s anden (ALTENHOFEN 1996; KOCH 1974). De Ein luss des B asilianischen
Po ugiesisch is o allem im Lexikon sich ba und zeig sich du ch Code-Swi ching und
En lehnungen (DAMKE 1997; SCHAUMLOEFFEL 2003).
De Dialek wi d auch heu e noch, also 200 Jah e nach den e s en Einwande ungs-
bewegungen, ak i on Nachkommen deu sche Einwande e amilien gesp ochen. Selbs
wäh end des Zwei en Wel k iegs und wäh end de b asilianischen Dik a u , als Deu sch
o iziell e bo en wa , wu de de Dialek in Rio G ande do Sul und da übe hinaus am
Leben e hal en. De Bezi k San o C is o im No dwes en des Bundess aa es Rio G ande
do Sul, 550 KM on de Haup s ad Po o Aleg e en e n , gehö zu den Gebie en, in
denen die deu sche Kul u noch gep leg und Huns ückisch on ielen Einwohne n
äglich gesp ochen wi d. Dies is beme kenswe , wenn man bedenk , dass Huns ückisch
in San o C is o und in ielen Gebie en, in denen de Dialek gesp ochen wi d, keine
o izielle ode ko-o izielle Sp ache is . Das bedeu e , dass do Huns ückisch auch nich
Teil des ö en lichen Schulun e ich s is und auch sons as nich gesch ieben wi d (siehe
abe SCHAUMLOEFFEL 2003 und ALTENHOFEN e al. 2007 zum Ve such, eine
huns ückische Sch i sp ache zu e ablie en). T o z de ak i en Ve wendung in de
Gemeinscha ha de Dialek jedoch – wie auch ande e Minde hei ensp achen - ein
ge inges P es ige, denn e wi d mi ländlichen Regionen und einem nied igen sozialen
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S a us assoziie (WAGNER 2019). Das üh in ielen Regionen zu einem Rückgang de
Zahl de jünge en Sp eche , da iele bilinguale El e n, die den Bildungse olg ih e
Kinde un e s ü zen wollen, sich ü Po ugiesisch als Familiensp ache en scheiden.
Demgegenübe gib es abe auch kul u elle und gesellscha liche Ini ia i en, de en Ziel
es is , die Minde hei ensp achen au zuwe en und ihnen im b asilianischen
Bildungssys em zu meh Gel ung zu e hel en.
Im Folgenden s ellen wi die e schiedenen Mus e de Nega ion im Deu schen
und im b asilianischen Po ugiesischen kon as i einande gegenübe und e gleichen
sie mi den Nega ionsmus e n in unse em Da enko pus. Wi konzen ie en uns dabei o
allem au die Sa znega ion, die du ch die Nega ionsma ke nich im Deu schen, não im
Po ugiesischen und ne im Huns ückischen ealisie wi d. Wi s ellen da , wie de
Nega ionsma ke übliche weise zum ini en Ve b bzw. zu In ini i en ode Pa izipien
s eh . Wei e hin in e essie uns seine S ellung zum di ek en Objek und die Möglichkei
des Vo kommens on zwei Nega ionselemen en in einem Sa z, ohne dass sich die
nega i e In e p e a ion des Sa zes ände (nega i e conco d).
3 Das Ko pus
Das Ko pus des Huns ückischen aus San o C is o/Rio G ande do Sul en s and im Rahmen
eine Mas e a bei des Double Deg ee Mas e s Deu sch-Po ugiesische S udien an de
Uni e sidade do Minho/Po ugal und Goe he-Uni e si ä F ank u (WAGNER 2019). Das
Ko pus basie au In e iews mi zwanzig Sp eche n, die aus dem ländlichen Gebie on
San o C is o im Bundess aa Rio G ande do Sul im Süden B asiliens s ammen. Die
In e iews wu den au Huns ückisch ge üh . Die Sp eche wu den in zwei Al e sg uppen
mi jeweils 10 Teilnehme n un e eil : eine äl e e G uppe (Al e 55 bis 75 Jah e, Ø 64,5)
und eine jünge e G uppe (Al e 25 bis 40, Ø 33). Da es keine o male Ausbildung bzw.
Schulbildung im Huns ückischen gib , wi d de Dialek ausschließlich inne halb de
Familien e wende und on Gebu an mündlich wei e gegeben.
Die Sp eche de äl e en Gene a ion a bei en haup sächlich als Baue n (eine
Teilnehme in is Pu z au). Obwohl alle Sp eche in de Lage sind, Po ugiesisch zu
sp echen, zu lesen und zu sch eiben, be o zugen die äl e en Sp eche bei ih en äglichen
Ak i i ä en Huns ückisch. Nu die eligiösen P ak iken inden ausschließlich au
Po ugiesisch s a . In de jünge en Gene a ion is de Geb auch des Huns ückischen

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jedoch ande s, denn e besch änk sich ausschließlich au die Kommunika ion inne halb
de Familie, o allem mi de äl e en Gene a ion. Man kann die Zweisp achigkei de
jünge en Sp eche in diesem Sinne als ausgeglichen de inie en, denn sie haben das
Huns ückische on Gebu an e wo ben und e wenden den Dialek noch imme in
in o mellen Zusammenhängen, insbesonde e mi ih en El e n. De in ensi e Kon ak mi
de Meh hei ssp ache Po ugiesisch begann in de Schule, im Al e on sechs/sieben
Jah en, doch zu Zei de Da ene hebung is das Po ugiesische ih e dominan e Sp ache
im All ag. Po ugiesisch wi d bei de A bei und auße halb des amiliä en Um elds
e wende . Mi ih en eigenen Kinde n sp echen die Sp eche de jünge en Gene a ion
den deu schen Dialek und Po ugiesisch. Dies üh dazu, dass die Kinde ge inge en
Kon ak mi Huns ückisch haben, was wiede um dazu üh en kann, dass das
Huns ückische in nahe Zukun als Kommunika ionssp ache in diese Gemeinscha
e schwinden könn e, wenn keine S a egien zu Wiede belebung de Sp ache umgese z
we den.
Die In e iews wu den im Jah e 2018 in de Region San o C is o au genommen.
Sie haben eine Daue on je 25 Minu en und wu den on de Au o in de Mas e a bei ,
eine Mu e sp achle in des Huns ückischen, ge üh (WAGNER 2019). Da die
In e iewe in Teil de Gemeinscha is und die meis en Teilnehme pe sönlich kenn ,
wu den die In e iews in eine seh en spann en und na ü lichen A mosphä e
du chge üh . Es wu den o allem Themen besp ochen, die den Teilnehme n e au
wa en und ih en All ag be a en.
3
Die In e iews wu den ansk ibie und in eine Excel-
Da ei kodie . Da es ü das Huns ückische keine einhei liche Sch eibkon en ionen gib ,
wu de de Dialek nach de on Al enho en e al. (2007) o geschlagenen Me hodik
ansk ibie . Nach de T ansk ip ion wu den 250 Ph asen p o Teilnehme kodie und
analysie , was insgesam 5.000 Sä ze e gab. Die Da en ü die Analyse de Nega ion
wu den nach den olgenden Gesich spunk en kodie : Typ des Nega ionselemen es,
Sa z yp, Ve bposi ion, S ellung des Nega ionselemen es zum ini en Ve b, S ellung des
Nega ionselemen es zu de ini en und inde ini en Objek en und Vo kommen on zwei
Nega ionsausd ücken in einem Sa z (Nega i e Conco d).
3
Die S udie wu de on de E hikkommission ü Fo schung in den Sozial- und Humanwissenscha en de
Uni e sidade do Minho un e de Numme CECSH 057/2018 genehmig . De Da enschu z wu de du ch
die Eliminie ung alle pe sönlichen In o ma ionen wäh end de Da ene hebung gewäh leis e . Die
Teilnehme un e zeichne en eine Ein e s ändnise klä ung.
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4 Die S ellung des Nega ionsma ke s zum ini en Ve b
4.1 Deu sch und Po ugiesisch
Im deu schen Haup sa z geh das ini e Ve b dem Nega ionsma ke o aus (1). Wenn de
Sa z eine komplexe Ve b o m en häl , dann e schein de Nega ionsma ke ech s om
ini en Ve b, abe links on einem In ini i bzw. Pa izip.
(1) a. Ich schla e nich .
b. Ich habe nich geschla en.
Ve bends ellung im deu schen Nebensa z üh dazu, dass de Nega ionsma ke links
om ini en Ve b und nich ini en Ve b e schein .
(2) a. Ich habe gesag , dass ich nich schla e.
b. Ich habe gesag , dass ich nich geschla en habe.
Im Gegensa z zum Deu schen, inde sich de Nega ionsma ke im b asilianischen
Po ugiesischen no male weise in de p ä e balen Posi ion links om ini en Ve b,
unabhängig da on, ob es sich um einen Haup - ode Nebensa z ode eine ein ache ode
komplexe Ve b o m handel .
(3) a. Eu não do mi bem.
ich nich schlie gu
„Ich habe nich gu geschla en.“
b. Eu disse que não do mi bem.
ich sag e dass nich schlie gu
„Ich sag e, dass ich nich gu geschla en habe.“
c. Ul imamen e eu não enho do mido bem.
in+le z e +Zei ich nich habe geschla en gu
„In le z e Zei habe ich nich gu geschla en.“
In kolloquialen Va ie ä en des b asilianischen Po ugiesischen is es möglich, dass de
Nega ionsma ke não zusä zlich zum p ä e balen Nega ionsma ke (Neg2) ode allein
am Sa zende e schein (Neg3) (SCHWEGLER 1991) (4). Ums i en is , ob und wie diese
e schiedenen Möglichkei en de Realisie ung mi un e schiedlichen p agma ischen
Ve wendungen ko elie en (SCHWENTER 2005; TEIXEIRA DE SOUSA 2011).
(4) a. Eu não du mo não. (NEG2)
ich nich schla e nich
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„Ich schla e nich .“
b. Eu du mo não. (NEG3)
ich schla e nich
„Ich schla e nich .“
Ob Sp eche de Region San o C is o diese Va ian en de Nega ion p oduzie en
is nich ganz kla . Teixei a de Sousa (2012) zu Folge we den Neg2 und Neg3 on
Sp eche n südb asilianische Dialek e ehe nich p oduzie und akzep ie .
Selbs wenn dies de Fall wä e, muss es gehal en we den, dass die sa z inale
S ellung des Nega ionsma ke s nu scheinba mi de S ellung im Deu schen ko elie ,
da im B asilianischen Po ugiesischen übliche weise nich s meh ech s on de Nega ion
e schein , wäh end im Deu schen nich ini e Fo men, ad e biale Nebensä ze und Objek e
ech s on de Nega ion e scheinen können ode müssen, wie z.B. das Pa izip in Beispiel
(1b). Deu sch und (b asilianisches) Po ugiesisch zeigen also un e schiedliche
Wo s ellungsmus e in Hinblick au die Nega ion.
4.2 Huns ückisch
De Nega ionsma ke des Huns ückischen lau e ne . Unse Da enko pus en häl un e
insgesam 2540 Da ensä zen 160 Haup sä ze, die eine Sa znega ion en hal en (6.3 %). In
allen Haup sä zen inden wi ausnahmslos die pos e bale S ellung des Nega ionsma ke s
gegenübe dem ini en Ve b (5a). Wenn gleichzei ig ein nich ini es Ve b im Sa z
e schein (78 Beispiele), dann geh de Nega ionsma ke dem In ini i ode Pa izip s e s
o aus (5b). Dies is auch de Fall, wenn zwei nich - ini e Ve b o men in eine komplexen
Ve balph ase in ol ie sind (5c.).
(5) a. ich wess es ne .
„Ich weiß es nich .“
b. Tu woosch noch ne u die Wel gewes ,
„Du bis noch nich au de Wel gewesen.“
c. Awa ich hoon ne gelen sp eche.
„Abe ich habe nich gele n zu sp echen.“
Wenn ein In ini i in eine sa zini alen Posi ion dem ini en Ve b o anges ell
wi d, bleib de Nega ionsma ke in de u sp ünglichen Posi ion zu ück (6a). In eine
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solchen Kons ella ion und ku zen Sä zen (6b) e schein de Nega ionsma ke am
Sa zende, ad e biale E gänzungen können abe ech s om Nega ionsma ke e scheinen
(6c).
(6) a. awa sp echa kann sa ne .
„Abe sp echen kann sie nich .“
b. Und ich woll ne .
„Und ich woll e nich .“
c. Tas woa ne wie hai .
„Das wa nich wie heu e.“
Auch im Nebensa z olg das Huns ückische aus San o C is o konsequen den
deu schen Wo s ellungsmus e n. De Nega ionsma ke ne e schein in den 28
Nebensä zen mi Sa znega ion im Regel all in p ä e bale Posi ion, also links om ini en
Ve b (7a). Bei komplexen Ve balph asen geh de Nega ionsma ke o aus, wobei die
ini e Ve b o m de nich ini en Ve b o m o ausgehen ode olgen kann (7b-c, gl.
FLORES e al. 2022). In (7b) olg de negie e Nebensa z nach Code-Swi ching au einen
po ugiesischen negie en Haup sa z, wobei de Sp eche ü beide Sp achen die
zielsp achliche Nega ion e wende .
(7) a. wenn das ne ah… die g eeß Maschin is und…
„wenn das nich die g öß e Maschine is und...“
b. Eu não sei, dass die ne gepiss hoon.
„Ich weiß nich , dass die nich gebissen haben.“
c. ... wo ne he de a passie a.
„... was nich hä e dü en passie en.“
In einem Beispiel olg die Nega ion scheinba dem ini en Ve b. Alle dings wi d hie
nich de Inhal des Nebensa zes negie , sonde n es handel sich um eine ellip ische
Kons uk ion, wobei sich die Nega ion au den o angehenden Kon ex bezieh . Eine
solche Kons uk ion is auch im Deu schen möglich, wie die Übe se zung zeig .
(8) Das woa die Joh a iel schene gewend.
„Das wa die Jah e iel schöne gewesen.“
Jo. Awa wie ich u die Wel komm ne .
„Ja. Abe als ich au die Wel kam, (wa es) nich (meh schön).“
RINKE E.; FLORES C. – Meh sp achigkei in Rio G ande do Sul
Pandaemonium, São Paulo, . 26, n. 49, mai.-ago. 2023, p. 68-84
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de Sp ache in de Kindhei e klä en. Vo ausse zung ü eine ausgewogene
Meh sp achigkei , in de beide Kon ak sp achen au onom e wo ben we den und keine
in e dependen e En wicklung au weisen, is , wie sei den 80e Jah en übe zeugend in de
Fo schung zum meh sp achigen E we b gezeig wu de, de ak i e und kon inuie liche
Kon ak mi den Sp achen on ühem Al e an (MEISEL 1994).
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Recebido em 18 de se emb o de 2022
Acei o em 31 de dezemb o de 2022