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Anwendbarkeit der ISO 17100 auf intralinguales Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache

Abstract

Nach dem aktuellen Stand des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG, 2018) sollen Kommunikationen in Leichter und Einfacher Sprache zugänglich gemacht werden. Diese Tätigkeiten sind im Bereich der intralingualen Übersetzung angesiedelt, die ihrerseits Teil der kommunikativen Barrierefreiheit sind. Es stellt sich mithin die Frage, inwiefern Instrumente und Prozesse der Qualitätssicherung und -optimierung, wie sie sich für die interlinguale Übersetzung bewährt haben, auf die intralinguale Übersetzung in Leichte und Einfache Sprache anwenden lassen. Im vorliegenden Beitrag gehen wir dieser Frage insbesondere mit Blick auf die ISO 17100 nach, die den Standard für Übersetzungsdienstleister definiert und Übersetzungsqualität über die Prozessqualität definiert.

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Anwendbarkeit der ISO 17100 auf intralinguales Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache

Author: Deilen, Silvana; Hansen Schirra, Silvia; Maaß, Christiane
Publisher: Universidad de Sevilla
Year: 2019
DOI: 10.12795/mAGAzin.2019.i27.03
Source: https://idus.us.es/bitstreams/de045a2b-f55a-4792-8770-56165f54d009/download
Magazin 27
Deilen, Sil ana, Hansen-Schi a, Sil ia y Maaß, Ch is iane: Anwendba kei de ISO 17100 au in alinguales
Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 43-53. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.03
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Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
Anwendba kei de ISO 17100 au
in alinguales Übe se zen in Leich e und
Ein ache Sp ache
Applicabili y o he ISO 17100 o in alingual ansla ion
in o Easy and Plain Language
Sil ia Hansen-Schi a
Uni e sidad de Mainz
[email p o ec ed]
O cid: h ps://o cid.o g/0000-0002-3277-7717
Recibido: 11/09/2020
Acep ado: 18/01/2021
DOI: h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.03
G
emäß dem no ellie en Behinde engleichs ellungsgese z (BGG) sind „bauliche
und sons ige Anlagen, Ve keh smi el, echnische Geb auchsgegens ände, Sys eme
de In o ma ions e a bei ung, akus ische und isuelle In o ma ionsquellen und
Kommunika ionsein ich ungen sowie ande e ges al e e Lebensbe eiche [ba ie e ei],
wenn sie ü Menschen mi Behinde ungen in de allgemein üblichen Weise, ohne
besonde e E schwe nis und g undsä zlich ohne emde Hil e au indba , zugänglich
und nu zba sind“ (§ 4 BGG 2018, He o hebung du ch die Au o innen). Fü den Be eich
de Kommunika ion wi d diese Fo de ung nach Ba ie e eihei du ch § 11 des BGG
konk e isie , in dem T äge ö en liche Gewal zu Be ei s ellung on In o ma ionen
in Leich e Sp ache e p lich e we den. Das BGG üh somi aus, dass Menschen mi
Behinde ungen einen ech lichen Beda an ba ie e eien In o ma ionen haben und
diese du ch das Be ei s ellen on E läu e ungen in Ein ache und Leich e Sp ache e üll we den soll. Dies
geschieh du ch Übe se zen in Leich e Sp ache und in Ein ache Sp ache, so dass sich das Thema im Be eich
de in alingualen Übe se zung ansiedel . Dami s ell sich die F age, inwie e n P ozesse de Quali ä ssiche ung
und -op imie ung, die sich im Be eich de in e lingualen Übe se zung he ausgebilde und bewäh haben,
au die in alinguale Übe se zung in Leich e Sp ache Anwendung inden können. Diese F age gehen wi im
o liegenden Bei ag nach. Dabei gehen wi insbesonde e au die Anwendba kei de Quali ä sno m ISO 17100
au das Übe se zen in Leich e Sp ache ein. In Kapi el 2 disku ie en wi zunächs , was Leich e und Ein ache
Sp ache sind, und zeigen anschließend in Kapi el 3 au , inwie e n die ak uelle Tex p axis in den Be eich de
Übe se zung äll . Kapi el 4 is dann den Ins umen en und P ozessen de Quali ä ssiche ung und -op imie ung
in de in e lingualen Übe se zung und de Übe agba kei diese Ins umen e und P ozesse au die Leich e
Sp ache gewidme . Abschließend we den im ün en Kapi el Pe spek i en ü die P o essionalisie ung im Be eich
de Ba ie e eien Kommunika ion disku ie .
Ch is iane Maaß
Uni e sidad de Hildesheim
[email p o ec ed]
Sil ana Deilen
Uni e sidad de Mainz
[email p o ec ed]
O cid: h ps://o cid.o g/0000-0002-2933-9257
Magazin 27
Deilen, Sil ana, Hansen-Schi a, Sil ia y Maaß, Ch is iane: Anwendba kei de ISO 17100 au in alinguales
Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 43-53. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.03
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2. Leich e und Ein ache Sp ache
Leich e Sp ache is inzwischen in Poli ik und Gese zgebung, P axis und Wissenscha es e ablie . Die
G oßsch eibung („Leich e Sp ache”) e weis au den S a us als Eigenname und es liegen sowohl aus de
P axis (Ne zwe k Leich e Sp ache 2013, Inclusion Eu ope 2009) wie aus de Wissenscha (Maaß 2015; B edel/
Maaß 2016a, b) Hand eichungen und Regelwe ke o . Fü Ein ache Sp ache is das nich im selben Maße de
Fall. Hie inde sich die G oß- neben de Kleinsch eibung („Ein ache Sp ache” ode „ein ache Sp ache”), de
Bekann hei s- wie auch de Regulie ungsg ad diese Va ie ä lieg insgesam deu lich un e dem de Leich en
Sp ache.
Bei Leich e wie bei Ein ache Sp ache handel es sich um nähesp achlich gep äg e e s ändlichkei sop imie e
Reduk ions a ie ä en des Deu schen (B edel/Maaß 2016a: 32), die Pe sonen mi Leseeinsch änkungen den
Zugang zu s anda d- und achsp achlichen In o ma ionen und somi kommunika i e und gesellscha liche
Teilhabe e möglichen. Ein Beda an e s ändlichkei sop imie e Kommunika ion bes eh bei
un e schiedlichen Zielg uppen mi ge ingen Lese ähigkei en mi und ohne Kommunika ionsbehinde ung.
Die eingesch änk e Lese ähigkei diese G uppen und in olgedessen de Beda an e s ändlichen, leich
wah nehmba en und ba ie e eien Tex en kann au un e schiedliche G ünde zu ückgehen: eine kogni i e
ode senso ische Beein äch igung, Le nschwie igkei en, demen ielle E k ankungen, Aphasie, abe auch
nich behinde ungsbeding e Fo men des unk ionalen Analphabe ismus ( gl. B edel/Maaß 2016a: 139 .; eine
Besch eibung de Ba ie e ypen in Abhängigkei on den Behinde ungsa en inde sich in Rink 2019 und 2020:
142 .). Da übe hinaus sind auch Mig an (inn)en mi ge ingen Deu schkenn nissen, insbesonde e zu Beginn
des Zwei sp ache we bs, au leich e s ändliche In o ma ionen angewiesen ( gl. B edel/Maaß 2016a: 169 .;
Ah ens 2020). Das obe s e Ziel de Tex e s ändlichkei wi d in Leich e Sp ache du ch eine sys ema ische
Komplexi ä s eduk ion e eich . Diese bezieh sich sowohl au die einzelnen Ebenen des Sp achsys ems als auch
au das bei den Rezipien en o ausgese z e Sp ach-, Wel - und Disku swissen ( gl. Maaß 2015: 11 .; Rink 2020).
Zum Abbau on Kommunika ionsba ie en bedien sich die Leich e Sp ache dabei eine sei s „S a egien de
Besch änkung (Reduk ion)“ und ande e sei s „S a egien de E wei e ung (Addi ion)“ (B edel/Maaß 2016b:
154 .). So wi d du ch die Besch änkung des lexikalischen und syn ak ischen In en a s eine sei s siche ges ell ,
dass ausschließlich leich e s ändliche und dem/de Lese (in) bekann e sp achliche S uk u en e wende
Zusammen assung:
Nach dem ak uellen S and des
Behinde engleichs ellungsgese zes (BGG, 2018) sollen
Kommunika ionen in Leich e und Ein ache Sp ache
zugänglich gemach we den. Diese Tä igkei en sind
im Be eich de in alingualen Übe se zung angesiedel ,
die ih e sei s Teil de kommunika i en Ba ie e eihei
sind. Es s ell sich mi hin die F age, inwie e n
Ins umen e und P ozesse de Quali ä ssiche ung
und -op imie ung, wie sie sich ü die in e linguale
Übe se zung bewäh haben, au die in alinguale
Übe se zung in Leich e und Ein ache Sp ache anwenden
lassen. Im o liegenden Bei ag gehen wi diese F age
insbesonde e mi Blick au die ISO 17100 nach, die den
S anda d ü Übe se zungsdiens leis e de inie und
Übe se zungsquali ä übe die P ozessquali ä de inie .
Schlüsselwö e :
Leich e Sp ache, Ein ache Sp ache;
in alinguale Übe se zung, Übe se zungsquali ä
Abs ac :
Acco ding o he cu en s a us o he Ac on
Equal Oppo uni ies o Pe sons wi h Disabili ies
(Behinde engleichs ellungsgese z, BGG, 2018), ex s
should be accessible in Easy and Plain Language. These
ac i i ies a e conside ed as in alingual ansla ion,
which in u n is pa o communica i e accessibili y.
Agains his backg ound, he ques ion a ises o wha
ex en ins umen s and p ocesses o quali y assu ance
and op imiza ion, which a e es ablished o in e lingual
ansla ion, can be adap ed o in alingual ansla ion in o
Easy and Plain Language. In his a icle, we add ess his
ques ion in pa icula in iew o he ISO 17100, which
de ines he s anda d p ocedu es o ansla ion se ice
p o ide s and ansla ion quali y h ough p ocess quali y.
Keywo ds:
Easy Language, Plain Language, in alingual
ansla ion, ansla ion quali y
Magazin 27
Deilen, Sil ana, Hansen-Schi a, Sil ia y Maaß, Ch is iane: Anwendba kei de ISO 17100 au in alinguales
Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
Magazin 27, ISSN 1136-677X. In ie no 2019, pp. 43-53. h ps://dx.doi.o g/10.12795/mAGAzin.2019.i27.03
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Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
we den. Ande e sei s wi d das ü das Tex e s ändnis e o de liche und dem/de Lese (in) ehlende Sp ach-,
Wel - und Disku swissen du ch das Hinzu ügen on E läu e ungen und Beispielen im Tex angeleg ( ü eine
aus üh liche Besch eibung de S a egien de Reduk ion und Addi ion s. B edel/Maaß 2016a: 489 .). Die
Ein ache Sp ache is wenige s a k komplexi ä s eduzie und e s eck sich als Kon inuum zwischen S anda d-
(und eilweise Fach-)sp ache au de einen Sei e und de maximal komplexi ä s eduzie en Leich en Sp ache
au de ande en Sei e. B edel/Maaß (2016a: 526 ., 2016b: 186 .) und Maaß (2020: 155 .) besch eiben Ein ache
Sp ache als s a egische An eiche ung au de G undlage des Leich e-Sp ache-Regelin en a s.
Leich e Sp ache ich e sich an den Beda en on Ad essa (inn)en mi s ä ke ausgep äg en
Kommunika ionseinsch änkungen aus und is im enge en Sinne dem Feld de Ba ie e eien Kommunika ion
zuzu echnen. Dabei is de Beg i „ba ie e ei” als ela i anzusehen: „‚Ba ie e eihei ’ im wö lichen Sinne
[is ] eine U opie“ (Maaß/Rink 2019: 21). Au g und de He e ogeni ä de Ad essa (inn)en und de sich
wide sp echenden, un e schiedlichen kommunika i en Bedü nisse is eine gene elle, zielg uppenübe g ei ende
Ba ie e eihei im Be eich de Kommunika ion nich ealisie ba . Du ch die un e schiedlichen Beda e de
Ad essa (inn)en, die auch eilweise mi Meh achbehinde ungen leben, üh das S eben nach Ba ie e eihei
eilweise zu Zielkon lik en. Die Emp ehlung on Leidne (2007), „dass bei jede konk e en Maßnahme zu
He s ellung on meh Ba ie e eihei imme übe leg we den muss, ob nich im selben Augenblick Ba ie en ü
ande e en s ehen“ (Leidne 2007: 32), kann auch au den Be eich de Ba ie e eien Kommunika ion übe agen
we den (Mälze 2016: 7). Folglich e weis de Te minus „Ba ie e eihei ” nich au ollum änglich ba ie e eie,
sonde n ielmeh au „‚ba ie eä me e[]’ bzw. wah nehmungs- und/ode e s ändlichkei sop imie e[]
Kommunika e“ (Maaß/Rink 2019: 21).
3. Leich e und Ein ache Sp ache als in alinguale Übe se zung
Nach dem adi ionellen Übe se zungsbeg i , de ansla ion p ope im Sinne on Jakobson (1959) bei de
in e lingualen Übe se zung e o e , äll das He s ellen on Tex en in Leich e und Ein ache Sp ache au de
G undlage s anda d- ode achsp achliche Ausgangs ex e nich in den Be eich de Übe se zung. Ak eu s- und
handlungs eldbezogene Ansä ze wie de jenige on Risku (1998 und ö e ), die ih en Übe se zungsbeg i an den
a sächlichen Tä igkei en de Übe se ze aus ich en, ö nen dagegen den Blick ü ande e Fo men de Tex a bei ,
die dann eben alls als Übe se zung besch ieben we den kann: in e semio ische Fo men de Übe se zung wie
Audiodesk ip ion ode Un e i elung ü Hö geschädig e und in alinguale Fo men wie Übe se zen in Leich e
und Ein ache Sp ache. Diese Fo men sind säm lich im Feld de Ba ie e eien Kommunika ion angesiedel , das
du ch die Inklusionsbemühungen im Ge olge de UN-Behinde en ech skon en ion in e na ional e heblichen
Au schwung genommen und Mä k e e ablie ha .
Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache wä e dami , wiede um im Sinne Jakobsons (1959), als in alinguale
Übe se zung zwischen un e schiedlichen Sp ach a ie ä en eine Einzelsp ache zu de inie en (B edel/Maaß
2016a: 182 .; Maaß 2019; Hansen-Schi a e al. 2020a). Dies deck sich mi dem in ui i en Übe se zungsbeg i
de P axis: So wi d on Sei en de Poli ik und Rech se zung (s. z.B. den En wu des no ellie en BGG 2015:
4, 40) on „Übe se zen in Leich e Sp ache” gesp ochen. In diese Linie s ehen auch die „Übe se zungsbü os”
ü Leich e Sp ache de Lebenshil e, die in den e gangenen Jah en mi Un e s ü zung de Ak ion Mensch in
zahl eichen deu schen S äd en an den S a gegangen sind.
Die gese zliche Fo de ung nach Ba ie e eie Kommunika ion ha dazu ge üh , dass sich de noch junge
Ma k ü ba ie e eie Kommunika ionsangebo e in ku ze Zei seh e g öße ha . Das s a k anwachsende
Volumen an Leich e-Sp ache-Tex en wi d dabei in de de zei igen P axis nich ausschließlich on p o essionell
ausgebilde en Übe se ze (inne)n bewäl ig , sonde n in ielen Fällen we den die Au äge an Bü os ü Leich e
Sp ache de Lebenshil e ode ande e soziale O ganisa ionen e geben. Diese s ehen, im Un e schied zu ielen
Übe se zungsbü os, du ch die angeschlossenen We ks ä en im di ek en Kon ak zu Ve e e (inne)n de
p imä en Zielg uppe, e ügen jedoch häu ig nich übe p o essionell ausgebilde e Übe se ze (innen), sodass
die Tex e häu ig on Ak eu (inn)en ohne übe se zungswissenscha lichen Hin e g und übe se z we den. Diese
„ eilweise unge egel [e] und in ui i [e] [Ma k ]“ (Maaß/Rink 2019: 17) ha zu Folge, dass das de zei ige Angebo
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Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
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an ba ie e eien Kommunika en du ch eine äuße s he e ogene Quali ä gekennzeichne is ( gl. ebd.: 17 .).
Vo dem Hin e g und, dass die Be u sbezeichnung „Übe se ze ” in Deu schland nich geschü z is , s ell die
du chwachsene Tex quali ä im Be eich des in e - wie in alingualen Übe se zens eine bekann e P oblema ik
da . In de in e lingualen Übe se zung wu de die Quali ä sp oblema ik in de Fo schung in ensi disku si ie
( gl. z.B. Holz-Män ä i 1984) und in Folge in de P axis übe be u s e bandliche S uk u en und na ionale
wie in e na ionale S anda disie ungsbemühungen angegangen. Inzwischen s eh zu S anda disie ung de
Quali ä ssiche ung in de in e lingualen Übe se zung die in e na ionale Quali ä sno m DIN EN ISO 17100
zu Ve ügung, in de An o de ungen an quali a i hochwe ige Übe se zungsdiens leis ungen es geleg sind.
Eine Ze i izie ung nach ISO 17100 ha sich au dem T ansla ionsma k als Kennzeichen da ü e ablie , dass
sich die am Übe se zungsp ozess be eilig en Ak eu (inn)e(n) nachweislich dazu e p lich e haben, höchs en
Quali ä ss anda ds Rechnung zu agen. Mi de Kon o mi ä se klä ung zu diese No m weisen die Übe se -
zungsdiens leis e (innen) nach, dass sowohl die in e nen P ozesse als auch die Quali izie ung de be eilig en
Ak eu (inn)e(n) als quali a i hochwe ig einges u we den können. Das P oduk , das in solchen quali ä ollen
P ozessen en s eh , en sp ich nach DIN EN ISO 17100 dann eben alls den e ablie en Quali ä ss anda ds ( gl.
B edel/Maaß 2016b: 70).
Obgleich eine „O ien ie ung an de p ozesso ien ie en ISO-17100 No m […] [in de Leich e-Sp ache-
Übe se zung] noch nich die übliche P axis [is ]“ (B edel/Maaß 2016b: 72), kann eine Anlehnung an s anda disie e
P ozessabläu e und Quali ä sme kmale auch beim E s ellen on ba ie e eien Tex en e heblich zu Ve besse ung
de ins abilen Tex quali ä bei agen. Vo dem Hin e g und de S anda disie ungsbes ebungen soll in dem
o liegenden Bei ag somi gep ü we den, inwie e n die in de DIN EN ISO 17100 genann en An o de ungen
an Übe se zungsdiens leis ungen auch au den Be eich de Ba ie e eien Kommunika ion angewand we den
können bzw. ü diesen modi izie und e gänz we den müssen. Dem wende sich de o liegende Bei ag in
Folge zu.
4. Übe agung de ISO 17100 au in alinguales Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
4.1. P oduk ionsp ozesse
Ebenso wie ü in e linguale Übe se zungsp ojek e is es auch ü in alinguale Übe se zungsp ojek e
unabdingba , dass diese on einem/eine P ojek manage (in) koo dinie we den. De /die P ojek manage (in)
is u.a. da ü e an wo lich, kompe en e Übe se ze (innen) und Re iso (inn)en auszuwählen, mi dem Kunden/
de Kundin zu kommunizie en und das Feedback einzuholen.
Auch beim E s ellen on Leich e-Sp ache-Tex en is es die Au gabe des Übe se ze s/de Übe se ze in, „in
Übe eins immung mi dem Zweck des Übe se zungsp ojek es, einschließlich de sp achlichen Kon en ionen de
Zielsp ache und de be e enden P ojek spezi ika ionen, [zu] übe se zen“ (DIN EN ISO 17100 2015: 16). Die in
de ISO 17100 au ge üh en Un e punk e können dabei jedoch nich ausnahmslos au den Übe se zungsp ozess
übe agen we den.
Angesich s de ge ingen Wo scha zkenn nisse de Rezipien (inn)en (B edel/Maaß 2016a: 117 .) und de
da aus esul ie enden e o de lichen konsis en en Te minologie e wendung (Maaß 2015: 34 .) is es ü eine
ba ie e eie Übe se zung gemäß ISO 17100 on besonde e Rele anz, dass de /die Übe se ze (in) die o he
es geleg e „spezielle[] Sachgebie s- und Kunden e minologie“ (DIN EN ISO 17100 2015: 16) einhäl und sich de
No wendigkei de e minologischen Konsis enz bewuss is , was u.a. bedeu e , dass Synonyme ode sp achliche
Va ie ä zu e meiden sind. Auch die in de No m es geleg en Fo de ungen nach seman ische Ko ek hei
sowie angemessene Syn ax und O hog a ie haben in Leich e Sp ache einen hohen S ellenwe , denn gemäß des
in Leich e Sp ache gel enden G undsa zes „ alsches Deu sch e meiden“ (Maaß 2015: 82 .; zu du ch inko ek e
O hog a ie ausgelös e S igma isie ungsp ozesse s. Maaß 2020: 105 .) soll en die komplexi ä s eduzie enden
S a egien nich zu Las en de g amma ikalischen ode o hog a ischen Ko ek hei gehen. Bei de Fo de ung
nach angemessene Syn ax, O hog a ie, Zeichense zung und diak i ischen Zeichen is alle dings zu beach en,
dass neben dem K i e ium de Ko ek hei zugleich auch die in Leich e Sp ache he schenden Res ik ionen
be ücksich ig we den müssen, die dazu üh en, dass das g amma ische In en a de Leich en Sp ache e heblich
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Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
beg enz is ( gl. B edel/Maaß 2016a). Au gabe des Übe se ze s/de Übe se ze in is es somi , anhand on
wenigen g amma ischen Ausd ucksmöglichkei en und e laub en Sa zkons uk ionen die im Ausgangs ex
en hal enen, komplex o mulie en In o ma ionen p äzise, e s ändlich und dennoch g amma ikalisch und
seman isch ko ek zu übe se zen.
Ebenso kann auch die in de No m ge o de e lexikalische Kohäsion und Ph aseologie nich uneingesch änk
au die Leich e-Sp ache-Übe se zung übe agen we den. Obgleich Kohäsion, also de syn ak isch-g amma ische
Zusammenhang des Tex es, auch in Leich e Sp ache zu den essenziellen Tex eigenscha en zähl , wi d das
He s ellen on Kohäsion in Leich e-Sp ache-Tex en dadu ch e schwe , dass iele kohäsionss i ende Mi el
au g und de Reduk ion des lexikalischen und g amma ischen In en a s nich zu Ve ügung s ehen, wie z.
B. ein G oß eil de e bindenden sa zin e nen Konjunk ionen (B edel/Maaß 2016a: 391 .), die p onominale
Wiede au nahme (Maaß 2015: 68 .) ode de Geb auch on Synonymen und Hype onymen. Zu He s ellung
on Kohäsion wi d in Leich e-Sp ache-Tex en s a dessen übe aus häu ig au die Reku enz zu ückgeg i en.
Ebenso sind iele es e Wo e bindungen und kon en ionelle Ph asen wie komplexe Nominal- ode
P äposi ionalph asen au g und inhä en e lexikalische und/ode g amma ische Komplexi ä nich lizenzie
( gl. B edel/Maaß 2016a; Wol e 2017; Rink 2020). Die lexikalischen und syn ak ischen Res ik ionen üh en
wiede um dazu, dass auch kon en ionelle Fo mulie ungen und Ph asen, die au eine bes imm e Tex so e und
somi au die Tex unk ion e weisen und zugleich O ien ie ung lie e n („Im Namen des Volkes”), in Leich e
Sp ache nu seh beg enz e ügba sind. Wäh end in de S anda dsp ache die Bandb ei e de lexikalischen,
syn ak ischen und ph aseologischen Mi el in den einzelnen Tex so en anhand on Tex so enkon en ionen
selek i ausgeschöp wi d, üh das in Leich e Sp ache s a k beg enz e lexikalische und g amma ische Repe oi e
zu eine mo phologischen, lexikalischen und syn ak ischen Homogenisie ung de Tex e (B edel/Maaß 2016a;
Rink 2020). Da diese Homogenisie ung de Tex e wiede um zu Folge ha , dass auch die Tex unk ion in Leich e-
Sp ache-Tex en nu beding ealisie und eilweise nu schwe e kann we den kann, komm dem Übe se ze /
de Übe se ze in, im Un e schied zu in e lingualen Übe se zung, die Au gabe zu, die Tex unk ion explizi zu
e sp achlichen (Rink 2020; Maaß 2020). De /Die Übe se ze (in) muss sich hie bei zudem da übe bewuss
sein, dass es, im Un e schied zu in e lingualen Übe se zung, o mals nich möglich is , unk ionskons an
zu übe se zen und die Übe se zung des Ausgangs ex es somi häu ig mi einem Funk ionswandel einhe geh
(Maaß e al. 2014). So komm z. B. Rech s ex en eine ech liche Absiche ungs unk ion zu; die Leich e-Sp ache-
Ve sion e üll diese Funk ion hingegen nich . G und hie ü is , dass ein Tex nu dann ech s e bindlich is ,
wenn e bes imm e S anda ds e üll und Fo mulie ungen en häl , diese jedoch angesich s ih e Komplexi ä
in de Leich e-Sp ache-Übe se zung nich übe nommen we den können ( gl. Maaß 2015: 141). Das K i e ium
de lexikalischen Kohäsion und Ph aseologie gil es somi zwa auch bei de Leich e-Sp ache-Übe se zung
zu be ücksich igen, de Zusa z „gemäß den sp achlichen Kon en ionen de Zielsp ache” is hie ü jedoch
unen beh lich.
Ein zen ale Un e schied zu in e lingualen Übe se zung bes eh in den bei de Wo auswahl zu beach enden
K i e ien. Wäh end die Te minologieauswahl beim in e lingualen Übe se zen häu ig be ei s du ch Ein äge in
Te minologieda enbanken es geleg is , is es bei de Leich e-Sp ache-Übe se zung die Au gabe des Übe se ze s/
de Übe se ze in, un e Be ücksich igung de P o o ypen heo ie und den dami einhe gehenden K i e ien zu
e mi eln, welches Wo die meis en de hoch p io isie en K i e ien e üll und somi ü die Ziel ex lese (innen)
am e s ändlichs en is ( gl. B edel/Maaß 2016a: 347). Ebenso wie bei de in e lingualen Übe se zung kann
de Übe se ze /die Übe se ze in auch bei de Leich e-Sp ache-Übe se zung on CAT-Tools (compu e -aided
ansla ion) p o i ie en (Maaß e al. 2014), wobei zu beach en is , dass die bes ehenden CAT-Tools bislang nu
eingesch änk e wende we den können. Im Un e schied zu Nu zung on CAT-Tools in de in e lingualen
Übe se zung müssen bei de in alingualen, ba ie e eien Te minologiea bei insbesonde e beim Anlegen und
Nu zen on Te minologieein ägen einige Besonde hei en beach e we den. So beda es bspw. Eingabe elde ü
Pa aph asen ode E klä ungen sowie Möglichkei en zu in e semio ischen Übe se zung (zu den Möglichkei en
und G enzen de Einbindung on CAT-Tools in Leich e Sp ache s. Hansen-Schi a e al. 2020b). Dies implizie
zugleich, dass Leich e-Sp ache-Übe se ze (innen) im Umgang mi mul ikodale und mul imodale Übe se zung
geschul und in de Lage sein müssen, den Ziel ex je nach Bedü nissen de Ziel ex ezipien (inn)en mul ikodal

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Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
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und mul imodal au zube ei en.
Ebenso wie in de in e lingualen Übe se zung is es auch beim in alingualen ba ie e eien Übe se zen
on zen ale Bedeu ung, dass de /die Übe se ze (in) die „eigenen und/ode kundensei igen S il ich linien
(einschließlich Sachgebie , Sp ach egis e und Sp ach a ie ä )“ (DIN EN ISO 17100 2015: 16) einhäl . Hie bei
is zu beach en, dass de Be eich de Ba ie e eien Kommunika ion aus einem Kon inuum un e schiedlich s a k
komplexi ä s eduzie e Va ie ä en bes eh (Leich e Sp ache, Leich e Sp ache Plus, Ein ache Sp ache, Bü ge nahe
Sp ache, gl. Maaß 2020) und es je nach Reduk ions a ie ä un e schiedliche Handlungsemp ehlungen und
Rich linien zu Komplexi ä s eduk ion bzw. zu sp achlichen An eiche ung de Tex e gib . Im Gegensa z zu
in e lingualen Übe se zung gib es alle dings keine es o gesch iebenen am lichen Regeln ü O hog a ie
und G amma ik de Zielsp ache, sonde n insbesonde e de Be eich de Leich en Sp ache zeichne sich du ch
eine Reihe on konku ie enden Regelwe ken aus ( ü einen Übe blick s. Maaß 2015: 26 .; Maaß 2020: 69 .).
Folglich is es zu Beginn des in alingualen Übe se zungsp ozesses e o de lich, dass de Kunde/die Kundin eine
O ien ie ung an einem konk e en Regelwe k o gib , an die sich de /die Übe se ze (in) ausnahmslos zu hal en
ha . Die obliga o ische Einhal ung de kundensei igen S il ich linien kann alle dings dazu üh en, dass de /
die Übe se ze (in) gegen den genann en G undsa z „ alsches Deu sch e meiden“ (Maaß 2015: 82 .) e s oßen
muss, da in einigen Regelwe ken bspw. pos ulie wi d, dass die Tex e s ändlichkei o de Ko ek hei de
Tex e Vo ang ha und somi o hog a isch alsche Bindes ichkons uk ionen un e Ums änden on dem
Kunden/de Kundin gewünsch sein können.
Auch dem Un e punk de Fo ma ie ung komm bei Leich e-Sp ache-Übe se zungen eine zen ale Rolle zu.
Im Un e schied zu in e lingualen Übe se zung is die Fo ma ie ung jedoch angesich s de un e schiedlichen
Ba ie en de Rezipien (inn)en wei gehend egelgelei e und weich g undsä zlich on de Fo ma ie ung des
Ausgangs ex es ab.
Da übe hinaus wi d in de No m o gesch ieben, dass die Übe se zung un e Be ücksich igung de
„Zielg uppe und Zweck des zielsp achlichen Inhal s“ (DIN EN ISO 17100 2015: 16) anzu e igen is . Das
K i e ium de Zielg uppeno ien ie ung und de Funk ionsge ech igkei kann auch beim Übe se zen in Leich e
Sp ache als zen ales Me kmal de Ziel ex quali ä be ach e we den. So is es die Au gabe des Übe se ze s/
de Übe se ze in, die Ba ie en und Beda e de Rezipien (inn)en zu iden i izie en und die im Ausgangs ex
en hal enden Ba ie en un e Anwendung de jeweils angemessenen Übe se zungss a egien zu übe winden.
Angesich s des ge ingen common g ounds (Cla k 1996; Rink 2020: 175 .) zwischen dem P oduzen en des
Ausgangs ex es und den Emp änge (inne)n des Ziel ex es is es dabei zugleich die Au gabe des Übe se ze s/
de Übe se ze in, das ü das Tex e s ändnis e o de liche Sp ach-, Wel -, E ah ungs- und Disku swissen zu
p äsupponie en und, so e n es bei den Ad essa (inn)en nich o ausgese z we den kann, im Ziel ex anzulegen.
Da de /die Übe se ze (in) somi Wissenslücken an izipie und den Ziel ex an die Wissens o ausse zungen
de Rezipien (inn)en anpass , ungie e /sie als „Kenne (in) de Zielg uppe und Expe e/Expe in ü ih e
kommunika i en Bedü nisse“ (B edel/Maaß 2016a: 208). Von den un e schiedlichen Pa adigmen und Ansä zen,
die die Geschich e des in e lingualen Übe se zens gep äg haben ( ü einen Übe blick s. Sie e 2010), is ü
das in alinguale Übe se zen in Leich e Sp ache somi das handlungso ien ie e Pa adigma am bedeu ends en.
Gemäß dem handlungso ien ie en Pa adigma e s ell de /die Übe se ze (in) als handelnde( ) Expe e/Expe in
unk ionale Ziel ex e, die an die Zielsi ua ion und die in endie e Ad essa enscha angepass sind. Diese in
Leich e Sp ache dominie ende Ansa z des unk ionsge ech en, skopos- und handlungso ien ie en Übe se zens
s eh somi , aus heo e ische Pe spek i e, in Einklang mi den in de Übe se zungswissenscha üh enden
handlungs heo e ischen Ansä zen, wie z. B. de Skopos heo ie on Reiß/Ve mee (1984), de Theo ie des
ansla o ischen Handelns on Holz-Män ä i (1984) ode de Theo ie des unk ionalen Übe se zens on No d
(1993) (s. dazu Maaß 2019). Ebenso wie in de in e lingualen Übe se zung is die Funk ionsge ech igkei de
Leich e-Sp ache-Übe se zung e eich , wenn das T ansla in de Zielsi ua ion den anges eb en ode ge o de en
Zweck e üll . Es geh olglich nich um die Äqui alenz, sonde n um die Adäqua hei des Ziel ex es, d. h. das
Ziel de Übe se zung is nich die Übe eins immung mi dem Ausgangs ex , sonde n die Übe eins immung
mi dem Zweck und somi das Abbauen on Ba ie en. Diese Adäqua hei des Ziel ex es gil es bei de
in alingualen Übe se zung insbesonde e auch bei dem „Dilemma“ (Maaß 2015: 130) de In o ma ionsauswahl
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Übe se zen in Leich e und Ein ache Sp ache
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Wissenscha liche A ikel/A ículos Cien í icos
zu be ücksich igen. Eine Übe nahme on allen In o ma ionen is in de Regel nich möglich, da dies
au g und de addi i en Ve ah en dazu üh en wü de, dass de Ziel ex um ein Viel aches länge wä e als de
Ausgangs ex , was angesich s de ge ingen Au me ksamkei sspanne de Lese (innen) im Wide sp uch zu de
ge o de en Ba ie e eihei s eh (s. Rink 2020 zu e schiedenen Übe se zungsszena ien). Folglich gil es zu
Beginn des Übe se zungsp ozesses, in Abs immung mi dem Kunden/de Kundin und un e Be ücksich igung
de Tex unk ion und de si ua i en Me kmale (Zielg uppe, Medium, Anlass e c.) die zen alen Aussagen und
Aussageabsich en des Tex es es zulegen. Die Auswahl de In o ma ionen muss dabei gu mo i ie sein und da
nich au Basis on subjek i en P ä e enzen des Übe se ze s/de Übe se ze in e olgen.
In Hinblick au den in de ISO 17100 au ge üh en Teilp ozess de Übe se zung e gib sich ü den/die
Übe se ze (in) somi , ebenso wie bei de in e lingualen Expe en-Laien-Kommunika ion, die He aus o de ung,
die Komplexi ä de achsp achlichen In o ma ionen des Ausgangs ex es zu eduzie en und das ü das
Tex e s ändnis e o de liche Wissen in sp achlich und inhal lich komplexi ä s eduzie e Fo m im Ziel ex
zu e mi eln. Im Un e schied zu Expe en-Laien-Kommunika ion bezieh sich das Wissensge älle in de
Leich e-Sp ache-Übe se zung jedoch nich nu au das Fach- und Fachsp achenwissen, sonde n auch au
die sch i sp achliche Kompe enz und eilweise auch au die Sp ach ähigkei , die isuelle ode audi i e
Wah nehmungs ähigkei und die kogni i en Fähigkei en. Im Un e schied zu in e lingualen Übe se zung is
de /die Übe se ze (in) somi nich nu Kenne (in) de Sp ache und des Fachgebie es, sonde n da übe hinaus
Kenne (in) de Tex - und Rezipien enba ie en sowie Kenne (in) de Rezipien en ähigkei en und Bedü nisse.
Diese An o de ung an den/die Übe se ze (in) wi d jedoch du ch die He e ogeni ä und die un e schiedlichen
kommunika i en Bedü nisse de Zielg uppen e heblich e schwe ( ü einen Übe blick übe die jeweiligen
Kommunika ionsba ie en de einzelnen Zielg uppen s. Rink 2020).
Wäh end die in de No m o gesch iebene Kon olle des zielsp achlichen Inhal s du ch den/die Übe se ze (in)
uneingesch änk au das Übe se zen in Leich e Sp ache übe agen we den kann, lassen sich in de da au
olgenden obliga o ischen Re ision wesen liche Un e schiede zwischen de de zei igen in e lingualen und
in alingualen Übe se zungsp axis kons a ie en. So wi d in de DIN EN ISO 17100 es geleg , dass „[d]e Re iso ,
de eine ande e Pe son als de Übe se ze sein muss, […] die un e 3.1.5 genann en Kompe enzen in de Ausgangs-
und in de Zielsp ache au weisen [muss]“ (DIN EN ISO 17100 2015: 17). De /Die Re iso (in) muss dazu ähig
sein „den zielsp achlichen Inhal im Ve gleich mi dem O iginal au jegliche Fehle und ande e P obleme sowie
au ih e Zwecken sp echung [zu] p ü en“ (ebd.). Da die Re ision gemäß de ISO 17100 ein zen ale Bes and eil
de Quali ä ssiche ung ü Übe se zungsdiens leis e (innen) is , soll e somi auch bei de in alingualen
Übe se zungsdiens leis ung siche ges ell we den, dass die Übe se zung einen Re isionsp ozess du chläu . Das
Thema Quali ä ssiche ung ha in de de zei igen Leich e-Sp ache-P axis einen hohen S ellenwe ; sie wi d jedoch
zugleich kon o e s disku ie . Zwa bes eh sowohl in de P axis als auch in de Wissenscha Konsens da übe ,
dass die Re ision ebenso wie in dem in e lingualen Übe se zungsp ozess on einem/eine d i en Ak eu (in)
du chzu üh en is , jedoch gib es ü die Auswahl des Re iso s/de Re iso in un e schiedliche Ansä ze. Vo dem
Hin e g und, dass die Leich e Sp ache u sp ünglich ü Menschen mi kogni i en Beein äch igungen en wickel
wu de, wi d in de P axis da ü plädie , dass ein Tex nu dann als Leich e-Sp ache-Tex ausgewiesen we den
da , wenn e zu o eine Re ision du ch eine P ü g uppe du chlau en ha ( gl. Ne zwe k Leich e Sp ache 2013:
35). Hie bei wi d de Ziel ex on Ve e e (inne)n de p imä en Zielg uppe au Ve s ändlichkei übe p ü . Im
Gegensa z zu in e lingualen Übe se zung wi d de Ausgangs ex bei diese Fo m de Re ision gänzlich auße
Ach gelassen. E s nachdem die Ko ek u en zu Zu iedenhei de P ü g uppe eingea bei e wu den, da de
Ziel ex an den Kunden/die Kundin ausgelie e we den. Die de zei p ak izie e Zielg uppenko ek u kann au
Basis de ISO 17100 alle dings au g und des ehlenden Ve gleichs on Ausgangs- und Ziel ex nich als Re ision
bezeichne we den. Dies is da au zu ückzu üh en, dass sich die P ü e (innen) ge ade dadu ch auszeichnen,
dass sie den Ausgangs ex au g und ih e ge ingen Lesekompe enzen nich e s ehen und olglich – selbs
wenn sie den Ausgangs ex zu Ve ügung hä en – auch nich beu eilen könn en, ob de Ziel ex den Inhal
des Ausgangs ex es ko ek wiede gib . Auch die Ta sache, dass die P ü e (innen) häu ig willkü lich und nich
anhand on o he es geleg en K i e ien ausgewähl we den, s eh im Wide sp uch zu den in de Quali ä sno m
es geleg en S anda ds. P oblema isch an dem de zei igen Re isions e ah en is zudem, dass die Tex ezep ion
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„häu ig schwe punk mäßig audi i “ (B edel/Maaß 2016a: 177) e olg . Dass die Tex e den P ü e (inne)n
o gelesen we den, wide sp ich jedoch dem P inzip de Ba ie e eihei und dem Ziel, die In o ma ionen so
au zube ei en, dass sie „g undsä zlich ohne emde Hil e […] zugänglich und nu zba sind“ (§ 4 BGG 2018).
Die P ü si ua ion s ell somi keine au hen ische Rezep ionssi ua ion da , denn beim Vo lesen we den dem Tex
zum einen du ch S immme kmale wie Tempo, Pausen und In ona ion pa a e bale In o ma ionen hinzuge üg
(B edel/Maaß 2016a: 177). Zum ande en wi d de Tex o mals sa zweise o gelesen, was dazu üh , dass die
Ve s ändlichkei au Tex ebene nich beu eil we den kann. Ob de Tex seine Funk ion in de Zielsi ua ion
e üll , kann mi eine audi i en Rezep ion somi nich hin eichend gep ü we den. Fü eine ziel üh ende
Tex p ü ung is es olglich e o de lich, dass die Rezep ionsbedingungen de P ü si ua ion wei gehend denen
de Zielsi ua ion en sp echen. Au g und de genann en Schwachs ellen de Zielg uppenp ü ung we den jedoch
da übe hinaus noch al e na i e Re isions e ah en eingese z , bei denen de Tex anhand des in de ISO 17100
o gesch iebenen Vie augenp inzips on einem/eine quali izie en Re iso (in) gep ü wi d ( gl. B edel/Maaß
2016b: 71). De /Die Re iso (in), de /die eben alls die Regeln de Leich en Sp ache behe schen und die in
Kapi el 4.3 genann en Kompe enzen haben muss, p ü den Tex au Regelkon e genz au mo phologische ,
syn ak ische , seman ische und ex uelle Ebene und e aluie zudem die Funk ionali ä des Tex es in de
Zielsi ua ion. Die Ko ek u en können dabei je nach Absp ache en wede on dem/de Re iso (in) ode dem/
de Übe se ze (in) eingea bei e we den. Wi d de Tex als egelkon o m und unk ional be unden, wi d e mi
einem P ü siegel e sehen ( gl. B edel/Maaß 2016a: 137).
Im Be eich de Ba ie e eien Kommunika ion gib es somi e schiedene A en de Re ision, die, so e n
dies aus adminis a i e , pe sonelle und inanzielle Hinsich p ak ikabel is , bes en alls in Kombina ion
angewand we den können. Mi einem doppel en Re isionsp ozess, in dem de Tex nach Re ision du ch
eine(n) p o essionelle(n) Re iso (in) eine Zielg uppenp ü ung du chläu , könn e somi sowohl die Fo de ung
de P axis e e e , die Zielg uppen Leich e Sp ache in den Übe se zungsp ozess mi einzubeziehen, e üll
we den als auch die in de DIN ISO 17100 genann en Quali ä ss anda ds de Re ision eingehal en we den.
T o z de genann en Nach eile de ausschließlichen Zielg uppenp ü ung bie e die Einbindung de Zielg uppe
in den P ü p ozess jedoch auch Vo eile und soll e somi nich du chgängig du ch eine ein p o essionelle
P ü ung e se z we den. Angesich s de Ta sache, dass sich Übe se ze (innen) und Ziel ex emp änge (innen) im
Hinblick au ih e sch i lichen, sp achlichen und eilweise auch kogni i en Fähigkei en un e scheiden, ungie en
empi ische E kenn nisse, die bspw. aus S udien zu Au me ksamkei sspanne ode zum Wo scha z gewonnen
und in den Regelwe ken be ücksich ig wu den, zwa als Rich we e; ob diese Rich we e und Regeln in de
Leich e-Sp ache-P axis a sächlich ‚ unk ionie en’, läss sich jedoch wede on dem/de Übe se ze (in) noch on
dem/de p o essionellen Re iso (in), sonde n lediglich on de Zielg uppe bean wo en. Da übe hinaus wi d
mi de Zielg uppenp ü ung zugleich das K i e ium des Einholens on Feedback be ei s eilweise e üll . Hie bei
is alle dings zu be ücksich igen, dass es angesich s de e s ä k au e enden Fo de ung nach ba ie e eien
Tex en in Zukun kaum möglich sein wi d, jeden einzelnen Tex eine doppel en Re ision zu un e ziehen.
Dies üh wiede um zu No wendigkei , e meh CAT-Tools in den Übe se zungsp ozess mi einzubinden.
Demen sp echend is auch das umgekeh e Szena io denkba : So schlagen Maaß e al. (2014) bspw. o , bes imm e
Kons uk ionen und Segmen e bei de e s en Ve wendung on eine P ü g uppe au Ve s ändlichkei p ü en
zu lassen und diese anschließend zu Wiede e wendung in T ansla ion Memo ies zu speiche n ( gl. Maaß
e al. 2014: 81 .). Mi eine de a igen Lösung könn en eben alls zum einen die in de ISO 17100 genann en
An o de ungen an die Re ision e üll we den und zum ande en die Vo eile de Einbindung de Zielg uppe in
den Übe se zungsp ozess genu z we den.
Die im Anschluss an die Re ision olgenden Teilp ozesse, d.h. die achliche P ü ung und das Ko ek u lesen,
können in de Leich e-Sp ache-Übe se zung in Abs immung mi dem Kunden/de Kundin eben alls op ional
du chge üh we den, wobei die achliche P ü ung de inhal lichen Ko ek hei insbesonde e bei achlichen
Tex en (z.B. aus dem ju is isch-adminis a i en ode medizinischen Be eich) zu emp ehlen is . Ebenso wie
bei de in e lingualen Übe se zungsdiens leis ung is es im Anschluss die Au gabe des P ojek manage s/de
P ojek manage in, dem Kunden/de Kundin den Ziel ex zuzus ellen.
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4.2. P ojek o - und -nachbe ei ung
Die oben besch iebenen P oduk ionsp ozesse we den en sp echend de ISO 17100 in o be ei ende und
nachbe ei ende Sch i e eingebe e . Im Rahmen de P ojek o be ei ung wi d übe p ü , ob die ü den
Übe se zungsau ag no wendigen Ressou cen zu Ve ügung s ehen und die no wendige Expe ise o handen
is . E s e es kann beispielsweise den Einsa z on Tools ode Quali ä ssiche ungsmaßnahmen be e en. Le z e es
beinhal e die Expe ise zum Aus äumen und Au lösen on Kommunika ionsba ie en, die bei Fach ex en
insbesonde e achliche und achsp achliche Na u sind ( gl. Rink 2020). Die E assung des si ua i en Kon ex es
de Übe se zung sowie de in endie en Zielg uppe is ü das Angebo und die Ve einba ung zwischen
Übe se ze (in) und Au aggebe (in) wich ig. Au diese Basis e olg auch eine zielg uppeno ien ie e Selek ion
on In o ma ionen aus dem Ausgangs ex und eine Übe se zungss a egie ü den Ziel ex .
Vo dem Hin e g und, dass sich die Leich e Sp ache in einem kon inuie lichen En wicklungsp ozess
be inde , is auch die P ojek nachbe ei ung im Be eich de Ba ie e eien Kommunika ion on zen ale
Bedeu ung. Dies bezieh sich sowohl au das Feedbackmanagemen als auch au die P ojek a chi ie ung. Im
Un e schied zum in e lingualen Übe se zungsp ozess soll e das Feedback dabei nich nu on dem Kunden/
de Kundin, sonde n auch on den Ziel ex ezipien (inn)en, d.h. on Ve e e (inne)n de Zielg uppe eingehol
we den, um Rückschlüsse da au zu e hal en, ob de Tex unk ionsge ech is und einen ba ie e eien
Zug i au In o ma ionen e möglich . Die aus den Rückmeldungen de Ziel ex ezipien (inn)en gewonnenen
E kenn nisse soll en in die wei e e Übe se zungsp axis mi einbezogen we den. So kann es bspw. im Rahmen de
P ojek nachbe ei ung e o de lich sein, be ei s bes ehende Te minologieein äge im Nachhinein zu ko igie en
ode im T ansla ion Memo y bes imm e Kons uk ionen au Sa zebene als e s ändlich bzw. un e s ändlich
zu ma kie en. Auch hie soll eine op imie e P ozessquali ä zu eine nachhal ig op imie en P oduk quali ä
üh en.
Wie be ei s e wähn , wi d es angesich s des s a k anwachsenden Tex olumens in Zukun kaum
ealisie ba sein, jeden ba ie e eien Tex o de F eigabe on eine quali izie en P ü g uppe p ü en zu
lassen. Da Leich e-Sp ache-Übe se zungen in de de zei igen P axis häu ig auch on Ak eu (inn)en ohne
übe se zungswissenscha lichen Hin e g und ange e ig we den, is alle dings momen an noch nich da on
auszugehen, dass die oben o geschlagene Lösung de Einbindung on CAT-Tools lächendeckend umgese z
wi d. Um dennoch gewäh leis en zu können, dass de Tex seine in endie e Funk ion in de Zielsi ua ion e üll ,
is das Einholen des Feedbacks de Ziel ex lese (innen) somi eine alide Möglichkei . Die No wendigkei , die
Übe se zungen au ih e Funk ionali ä in de Zielsi ua ion bewe en zu lassen, wi d auch in de Rich linie (EU)
2016/2102 des Eu opäischen Pa lamen s und des Ra es om 26. Ok obe 2016 übe den ba ie e eien Zugang
zu den Websi es und mobilen Anwendungen ö en liche S ellen be ücksich ig . Mi de Rich linie we den
ö en liche S ellen u. a. dazu e p lich e , einen Feedback-Mechanismus einzu ich en, übe den die Nu ze (innen)
Mängel mi eilen ode zusä zliche In o ma ionen an o de n können.
Auch de in alinguale Übe se zungsp ozess ende mi de A chi ie ung des P ojek es, wobei ebenso wie
in de in e lingualen Übe se zungsdiens leis ung siche zus ellen is , dass die ech lichen und e aglichen
P lich en in Bezug au den Umgang mi den Da en und den Da enschu z eingehal en we den. Im Be eich
de Ba ie e eien Kommunika ion soll e das Resul a des Übe se zungsp ozesses somi ein gep ü e , leich
zugängliche , gu wah nehmba e , leich e s ändliche , sp achlich und inhal lich ko ek e sowie unk ionale
Ziel ex sein. Die O ien ie ung an de ISO 17100 ungie dabei, ebenso wie in de in e lingualen Übe se zung,
als „Quali ä sausweis“ (B edel/Maaß 2016b: 72), wobei im Be eich de Leich e-Sp ache-Übe se zungen bislang
nu wenige Übe se ze (innen) übe einen de a igen Quali ä sausweis e ügen.
4.3. P ozessbe eilig e Expe en
We den alle in Abschni 4.1 besch iebenen Teilp ozesse umgese z , a bei en die olgenden P ozessbe eilig en
an einem Au ag:
- Übe se ze (innen) und ande e Tex scha ende
- Re iso (inn)en
- achliche P ü e (innen)