Re is a de Filología Alemana ISSN: 1133-0406
2010, ol. 18 163-180 163
Ve o ung de E inne ung.
Raumda s ellung und Geschich skons uk ion
in Gün e G ass’ Ein wei es Feld1
Manuel MALDONADO ALEMÁN
Uni e sidad de Se illa
[email protected]
Recibido: 1 de diciemb e de 2009
Acep ado: 8 de eb e o de 2010
ZUSAMMENFASSUNG
Fü die e zähle ische Inszenie ung on E inne ungsp ozessen is die Raumda s ellung on
he o agende Bedeu ung. Die li e a ische Inszenie ung on E inne ung und de En wu on
Raumbilde n gehen o mi einande einhe . Das Gedäch nis wi d in seine Ak ualisie ung in de
E inne ung on Räumen s uk u ie . In seinem Roman Ein wei es Feld gib Gün e G ass anhand on
E inne ungen und de Besch eibung de Gebäude, S aßen und Plä ze on Be lin deu sche Geschich e
wiede . Mi els de E inne ung und de Da s ellung des S ad aumes wi d die Ve gangenhei gedeu e
und kons uie . Im olgenden Bei ag wi d de Zusammenhang on Raum, E inne ung und his o ische
Ve gangenhei in G ass’ Ein wei es Feld un e such .
Schlüsselwö e : Raum, E inne ung, Ve gangenhei skons uk ion.
Rememb ance’s Spa ial Re e en s. Space Desc ip ion and His o y Cons uc-
ion in Gün e G ass’ Too Fa A Field
ABSTRACT
The desc ip ion o spaces and places is ex ao dina ily signi ican o he na a i e ep esen a ion o
ememb ance. The li e a y sceni ica ion o ememb ance is equen ly linked o he spa ial ep esen a-
ion. Space a icula es and s uc u es he memo y ha ealizes in ememb ance. In his no el Too Fa A
ield Gün e G ass p esen s he las cen u ies’ Ge man his o y h ough he ememb ance o main igu es
and he desc ip ion o buildings, s ee s and squa es in Be lin. By means o he desc ip ion o u ban
space and ememb ance, pas is ecalled and in e p e ed, and his o y is cons uc ed. The a icle analyses
he ela ionship be ween space, ememb ance and his o ical pas in Gün e G ass’ Too Fa A ield.
Keywo ds: Space, Rememb ance, His o ical Pas cons uc ion.
RESUMEN
La desc ipción de espacios y luga es es de singula ascendencia pa a la ep esen ación na a i a del
ecue do. Con ecuencia la esceni icación li e a ia del ecue do apa ece inculada a la ep esen ación
espacial. El espacio a icula y es uc u a la memo ia que se ac ualiza en el ecue do. En su no ela Es
__________
1 Diese Bei ag is im Rahmen eines om spanischen Minis e io de Ciencia e Inno ación und
Fondo Eu opeo de Desa ollo Regional (FEDER) inanzie en Fo schungsp ojek es übe „El discu so
de la memo ia en la na a i a alemana a pa i de 1990“ (FFI2009-09489) en s anden.
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
164
cuen o la go Gün e G ass p esen a la his o ia de Alemania de los úl imos siglos a a és del ecue do
de las igu as p incipales y de la desc ipción de los edi icios, calles y plazas de Be lín. Median e la
desc ipción del espacio u bano y del ecue do se e oca e in e p e a el pasado y se cons uye la his o ia.
En el p esen e a ículo se analiza la elación en e espacio, ecue do y pasado his ó ico en Es cuen o
la go de Gün e G ass.
Palab as cla es: Espacio, ecue do, cons ucción del pasado.
INHALTSVERZEICHNIS: 1. Raum und E inne ung. 2. Die S ad als E inne ungs aum. 3. Die
Simul anei ä de Zei . 4. E inne ung als Mi el de Geschich sda s ellung. 5. Raumda s ellung und
Inszenie ung on Geschich e.
1. Raum und E inne ung
Fü die e zähle ische Inszenie ung on E inne ungsp ozessen is die Raumda -
s ellung on he o agende Wich igkei . Au g und de ihnen zugesch iebenen sym-
bolischen Bedeu ung können O e und Räume als Sinn äge in E zähl ex en
ungie en, die E inne ungen auslösen bzw. E inne ungsinhal e e mi eln. Im Me-
dium de Fik ion kann de Raum „übe seine Minimal unk ion als Handlungsschau-
pla z hinaus als seman isie e Ma e ialisie ung eines bes imm en G uppengedäch -
nisses in E scheinung e en und so die P äsenz de Ve gangenhei
e ozie en“ (Neumann 2003: 70). Nich nu das kollek i e Gedäch nis is mi
Räumen eng e bunden, auch das indi iduelle Gedäch nis, das im kollek i en
e anke is , „wi d in seine Ak ualisie ung in de E inne ung on Räumen s uk u-
ie “ (Csáky / S achel 2001: Vo wo ). „G oß is die K a de E inne ung, die O en
innewohn “ sag e Cice o (1989: V. 1-2, 394-396) und be on e dami die Bedeu ung
on O en ü den Au bau eines Gedäch nisses. O e und Räume sind ü die Kon-
s uk ion und S uk u ie ung on E inne ung on besonde em Belang. Die E in-
ne ung an Ve gangenes is äumlich konno ie . Übe die Raumda s ellung wi d
Ve gangenhei gedeu e . Räume sind Kons uk e, an die sich Gedäch nis klamme ,
das in de E inne ung ak ualisie wi d. Raum, Gedäch nis und E inne ung s ehen
mi hin in eine Ko ela ion (Kenneweg 2009: 49).
Mau ice Halbwachs zeig , dass E inne ungen „O e“ haben und diese O e un e -
schiedlich ausges al en. Die Ve knüp ung de E inne ung mi konk e en O en bilde
eine A on „Topog aphie“ de E inne ung.2 Fü Halbwachs is dahe de O bzw.
de Raum, „an dem eine G uppe leb […] nich gleich eine schwa zen Ta el, au de
man Zahlen und Ges al en au zeichne und dann auswisch […] de O ha das
Gep äge de G uppe e hal en und umgekeh . Alsdann können alle Un e nehmungen
de G uppe äumlich ausged ück we den, und de O , an dem sie leb , is nu die
Ve einigung all diese Ausd ücke“ (Halbwachs 1985: 130).3 Im Gegensa z zu den
__________
2 Vgl. Halbwachs (1941). Am Beispiel eines eligiösen Kollek i gedäch nisses zeig Halbwachs
in diese S udie wie die E inne ung mi konk e en O en e knüp is .
3 Fü Halbwachs gib es also auch Räume in einem übe agenen Sinne, in welchem G uppen und
Indi iduen agie en, z. B. einen wi scha lichen, ju is ischen, kul u ellen ode eligiösen Raum.
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180 165
Annahmen des „Con aine -Modells“, das Räume nu un e den physischen
Quali ä en au ass und da s ell , is de Raum kein neu ale „Behäl e “ ü die in
ihm s a indenden P ozesse,4 keine eine Ma e iali ä , sonde n das P oduk
menschlichen Handelns, das Resul a soziale P axis und dami ein kul u elles Kon-
s uk . „Niemand ha , wenn e übe einen Kon inen , eine Region ode eine S ad
e lek ie , diese eal o sich; ielmeh sind es imaginie e Räume, mi denen hie
ope ie wi d“ (Csáky / S achel 2001: Vo wo ). Imaginie e O e und Räume sind
Medien des Gedäch nisses und mi hin wich ige E inne ungs äge . Die li e a ische
Inszenie ung on E inne ung und de En wu on Raumbilde n gehen deshalb o
mi einande einhe . Sie se zen die Seman isie ung des Raums o aus.
Die Li e a u wi k bei de Kons uk ion und Umges al ung kul u elle Raum o -
s ellung mi . O e und Räume zeigen im li e a ischen Tex einen Doppelcha ak e .
Fungie en sie zum einen als Auslöse ü E inne ung, so we den sie zum ande en als
E inne ungs äge on de E inne ung selbs ges al e und au gebau . „E inne ung
kann in einen Raum hinein p ojizie we den, sie kann abe auch selbs diesen Raum
he s ellen und s uk u ie en. Ein physische Raum kann in de indi iduellen Aneig-
nung zu einem E inne ungsanlass we den, ode abe zum Zwecke kollek i e E in-
ne ung zum E inne ungsanlass bes imm bzw. mi diese Absich e bau we -
den“ (Dami -Geilsdo / Hend ich 2005: 34 .). So is de Raum auch ein Speiche
on Zei , ein „Zei speiche “ (Bassele / Bi ke 2005: 131). Au g und ih e Ma e i-
ali ä können O e und Räume die E inne ung nich nu es igen und bezeugen, „sie
e kö pe n auch eine Kon inui ä de Daue , die die e gleichsweise ku zphasige
E inne ung […], die in A e ak en konk e isie is , übe s eig “ (Assmann 1999:
299). Dank ih e ma e iellen P äsenz und e d äumlichen Fixie hei sind O e und
Räume s abile T äge on E inne ung (Bo mann 2001: 253). Diese S abili ä is
imme hin ela i . Denn auch ma e ielle E inne ungs äge sind nich gegen
Ve ände ungen ode Ze s ö ung geschü z . Ih e Bedeu ung kann sich auße dem im
Lau e de Zei wandeln. De Raum kann zwa als „Zei speiche “ ungie en. Dami
häng abe auch eine en gegengese z e Funk ion zusammen, die zum Ve deu lichen
on Wechsel und Wandel in Ansp uch genommen wi d: „Am Raum mani es ie
sich nämlich neben de Daue auch die Ve ände ung, und zwa in zwei ache Weise:
Zum einen ha sich de O selbs e ände ; zum ande en – as noch en scheidende
– kann du ch die Kon inui ä des Raums abe auch die En wicklung des den Raum
wah nehmenden Subjek s he ausges ell we den“ (Bassele / Bi ke 2005: 131). Im
Raum we den also nich nu Kon inui ä en in de E inne ung o enba , sonde n auch
B üche und Einschni e. Deshalb beda das Gedäch nis de O e eine bes ändigen
disku si en Ak i ie ung (Assmann 1999: 298-339; Kenneweg 2009: 38 .).
Ohne die zei liche Dimension sind kul u elle Raum o s ellungen kaum zu e k-
lä en. Fü die E inne ung is siche lich die Ma e iali ä on O en und Räumen, also
sinnliche E ah ba kei , on Belang, en scheidend abe is ih e „Au a“, die mi den
ein physischen Aspek en on Raum nich zu g ei en is , die „Magie“ nämlich, „die
__________
4 Die Ablösung des „Con aine -Modells“ is in besonde em Maße on de neuen kul u geog ap-
hischen Fo schung o ange ieben. Vgl. dazu BACHMANN-MEDICK (2006: 292).
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
166
den E inne ungso en zugesch ieben wi d, […] ein ‚sonde ba es Gespins aus Raum
und Zei ‘, das P äsenz mi Absenz, sinnliche Gegenwa mi his o ische Ve gan-
genhei e sch änk “ (Assmann 1999: 337 .). Dank de Ta sache, dass bei jegliche
E inne ungsleis ung die Raumda s ellung on his o ischen, kul u ellen Vo s ellun-
gen abhängig is , wi d eine „Lek ü e de Zei im Raum“ (Benjamin 2001: 594)
möglich, bei de neben de äumlichen Wah nehmung ein „Zei bewuss sein und
[eine] Zei wah nehmung“ (Ha mann 2005: 11) G und o ausse zung sind. Raum-
deu ung und Ve gangenhei sdeu ung allen also sozusagen zusammen (Kenneweg
2009: 47). Mi dem on Michail Bach in einge üh en Beg i des Ch ono opos
(Bach in 1989). wi d die wechselsei ige Beziehung on Raum und Zei bezeichne ,
also die „Ve äumlichung de Zei “ und die „Ve zei lichung des Raums“ (Bassele /
Bi ke 2005: 131), wie sie in de Da s ellung on E inne ungsp ozessen in E schein-
ung e en. Wi d de Raum au de einen Sei e Auslöse ü E inne ung, wi d die
äumliche E ah ung au de ande en Sei e in eine zei liche übe se z (Bassele /
Bi ke 2005: 131).
2. Die S ad als E inne ungs aum
Nach dem englischen Kuns philosophen Jon Ruskin bes eh de höchs e We
eines Bauwe ks nich in seinen S einen und kos ba en Ma e ialien, sonde n in
seinem Al e , in seine Quali ä als his o isches Zeugnis menschlichen Lebens. Die
Maue n daue ha e A chi ek u ep äsen ie en ü ihn eine Fo m on Daue , die
e gessene und zukün ige Zei al e mi einande e knüp und dami Kon inui ä
und Iden i ä s i e (Ruskin 1849). Die A chi ek u is , nach diese Au assung, eine
„A chi ek u de E inne ung“, ein wich ige E inne ungs äge , de die Gegenwa
de Ve gangenhei e kö pe (Bogdano ić 1994). Die S ad kann deshalb als ein
„Depo gesammel e E inne ungen“ be ach e we den, wie de se bische A chi ek
Bogdan Bogdano ić behaup e (Bogdano ić 1993). Dank ih e Fähigkei , In o ma-
ionen übe die Ve gangenhei zu speiche n, kann die S ad selbs mi einem Palimp-
ses e glichen we den. Die S ad is ein d eidimensionale Palimpses . De Palimp-
ses -Cha ak e eine Me opole weis Pa allelen zu geologischen Me aphe de
Schich ung au . Im S ad aum sind bes imm e Zei schich en o handen: „au kon-
zen ie em Raum is Geschich e imme schon geschich e als Resul a wiede hol e
Um o mungen, Übe sch eibungen, Sedimen ie ungen“ (Assmann 2007: 111-112).
Die un e schiedlichen Schich en u bane Bausubs anz zeigen die Gleichzei igkei
des Ungleichzei igen; in ihnen is die Ve gangenhei gleichzei ig anwesend (Ass-
mann 2007: 112; Milosz 2001). Is die Ve gangenhei in de Gegenwa p äsen ,
dann is sie in de Regel on Zukun se wa ungen du chzogen. Die Zukun gehö
auch zu Ve gangenhei swah nehmung, zu Be ach ung eine e gangenen Gegen-
wa . „Die ehemalige Gegenwa ohne ih e eins malige Zukun wi k emd, sie is
kaum noch zu e kennen; das mach die iesige Disk epanz zwischen eine Gegen-
wa mi Zukun spe spek i e und eine Gegenwa in de Ve gangenhei spe spek-
i e aus“ (Assmann 2007: 9).
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180 167
3. Die Simul anei ä de Zei
Gün e G ass is übe zeug on de Simul anei ä de Ve gangenhei , Gegenwa
und Zukun . Aus diesem G unde e meide e in seinen Romanen die linea e Ch o-
nologie, die nu als Folge eine geküns el en Reduk ion de Zei denkba is . Um die
komplexe Zei s uk u de Wi klichkei da s ellen zu können, ha e eine „ ie e
Zei “ (G ass 1980: 127) en wickel , die sei langem den Modus seines E zählens
bes imm . In einem In e iew aus dem Jah e 1975 heiß es dazu:
Wi ha en uns angewöhn , imme nu on de Wi klichkei zu sp echen. Mi sind in-
dessen meh e e Wi klichkei en begegne – Wi klichkei en, die einande ausschließen,
Wi klichkei en, die e bo gen liegen, on de Wi klichkei e deck . […] die Gleich-
zei igkei on Geschehnissen, das Ve gangene, das in die Gegenwa hinein eich , die
Vo wegnahme on Zukun , die Vielzahl de S immen, die man hö , obgleich nu eine
Pe son ode zwei Pe sonen im Raum sind, das Dazwischensp echen de Gegens ände,
die angeblich s umm sind – all das e lang nach Da s ellung. Und es o de na ü lich
dem Sch i s elle Fo men ab, die sich nich au s bloße ch onologische E zählen
besch änken; denn die Ch onologie, so wie sie uns als Reali ä angep iesen wi d, is
auch eine Fik ion. (G ass 1987: 185)
Die Zei s uk u diese „e wei e en Wi klichkei “ nenn G ass spä e in Kop ge-
bu en ode Die Deu schen s e ben aus „Ve gegenkun “:
Wi haben das so in de Schule gele n : nach de Ve gangenhei komm die Gegenwa ,
de die Zukun olg . Mi abe is eine ie e Zei , die Ve gegenkun geläu ig. Deshalb
hal e ich auch die Fo m nich meh einlich. Au meinem Papie is meh möglich. Hie
s i e einzig das Chaos O dnung. Soga Löche sind Inhal hie . Und nich e zu e
Fäden sind Fäden, die g ündlich nich e zu wu den. Hie muß nich alles au den
Punk geb ach we den. (G ass 1980: 127)
Die „Ve gegenkun “ bezeichne einen zei lichen Raum, de sowohl Ve gangen-
hei als auch Gegenwa und Zukun beinhal e und mi einande e binde . Sie is
eine du ch Simul anei ä gep äg e Zei , in de diese d ei Dimensionen einen ge-
meinsamen Raum bilden; sie we den nich linea isie und sind dami nich
oneinande ge enn . In olgedessen e schein die Gegenwa im epischen Raum als
Bes and eil on Ve gangenhei und Zukun : die Geschich e wi d nich linea und
die Gegenwa nich punk uell s uk u ie . Die „Ve gegenkun “ is somi wei meh
als ein e zähl echnisches P inzip de Zei da s ellung; in ih kann eine „e wei e e“,
übe die „linea isie e Reali ä hinausgehende Wi klichkei als E ah ungs aum Ge-
s al annehmen“ (Pla en 2000: 137, 143).
Die „Ve gegenkun “ bes imm die E zähls uk u on Gün e G ass’ Ein wei es
Feld. Mi ih e Hil e geling es dem Au o , die Vielschich igkei de „e wei e en
Wi klichkei “ da zulegen, d. h. eines epischen Zei aums, de in Ein wei es Feld
du ch die deu sche Einhei , jene on 1871 und die on 1990, es beg enz und um-
issen is . Be ei om Zwang ch onologische O dnung, e möglich die „Ve -
gegenkun “ einen besonde en „Blick in wechselnde Zei en“ (G ass 1995: 115) zu
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
168
we en. Geschich e wi d e gegenwä ig ; „in ih en Spu en und Übe es en p äg sie
Gegenwa und Zukun ; sie kann jede zei au ge u en und zi ie we den“ (Ewe
1999: 408). Dass Geschich e abe „jede zei au ge u en“ we den kann, lieg an de
Besonde hei de Mi el und S a egien des E inne ns, die G ass in Ein wei es Feld
anwende . Sie bewi ken, dass Geschich e zu einem G undbes and eil des gegenwä -
igen Geschehens wi d.
4. E inne ung als Mi el de Geschich sda s ellung
Ausgehend on de G undübe zeugung, dass E zählen imme auch Wide s and
gegen die „ e s eichende Zei “ is (G ass 1972: 148), also gegen das Ve gessen
übe haup , und dass Geschich e imme die Gegenwa p äg , beschä ig sich G ass
in Ein wei es Feld eingehend mi dem, „was on uns bleib : E inne ungen“ (G ass
1995: 317). Anhand on E inne ungen gib G ass deu sche Geschich e wiede . E in-
ne nd se z e sich mi de Ve gangenhei auseinande . Seine Hal ung kann als eine
e inne nde Ve a bei ung de Ve gangenhei be ach e we den. E inne n heiß in
diesem Fall dem Abgelau enen gegenwä igen Sinn geben. Das Ve gangene wi d
bedeu sam im gegenwä igen E inne n.
Du ch die E inne ung dehnen die Roman igu en ih en Zei ho izon aus, es
wächs ihnen auch eine en scheidende e lexi e Dimension hinzu. Die Figu en
en wickeln eine so enge Beziehung zu Ve gangenhei , wie es ü E inne ung
cha ak e is isch is . Denn „we sich mi de Ve gangenhei beschä ig , wi d mi sich
selbs kon on ie “ (Koselleck 1990: 361). Ih e pe sönliche Be o enhei e laub
„eine besonde s eind ingliche Auseinande se zung mi de Geschich e“, die als Al-
e na i e zu o iziellen Geschich ssch eibung au ge ass we den kann (Thesz 2003:
445). Deshalb wi d in Ein wei es Feld „nich Geschich e quasi ealis isch abgebilde ,
sonde n bedach “ (Geissle 1999: 68). T o z de epischen B ei e des Romans is es
G ass’ Absich , nich den Ablau de E eignisse de Ve gangenhei in allen
Einzelhei en zu e schließen und genau wiede zugeben, sonde n die
Gese zmäßigkei en de Geschich e zu e assen, was zugleich eine K i ik an de
Geschich e bedeu e .5 G ass selbs besch eib sein Vo haben olgende maßen:
Mein Eh geiz spi z e sich au die Absich zu, den ch onologisch geo dne en Zei e lau
au zuheben und die Ve gangenhei gegenwä ig zu machen. Gewi z du ch die
__________
5 Aus diesem G und, wie Di k SCHRÖTER (2003: 214) behaup e , we in Ein wei es Feld „eine
Handlung e ho e, de man hä e a emlos olgen können sollen, muss e en äusch we den. Szenen,
Gesp äche, B ie e, Gen ebilde , Monologe und Gedankens öme bilden die Bauelemen e dieses
epischen Romans, de noch imme keine genaue e Ga ungsbezeichnung e hal en ha . […] Ein wei es
Feld läss sich nich ein ach so ‚ka alogisie en‘. En sp echend inden sich in den Besp echungen alle
möglichen Bezeichnungen: Wende oman, Fon ane-Pa odie, Thesen-, T euhand- und Schelmen o-
man, Be lin-, Gegenwa s- und his o ische Roman. Ein wei es Feld ha on allem e was und nich s.
Alles läss sich dann wiede inden, meh noch hineinin e p e ie en. Gleichzei ig abe s äub sich de
Tex gegen eine De ini ion“.
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180 169
scha sinnigen Einsich en des Sch i s elle s Theodo Fon ane, ha e ich mi o genom-
men, die Geschich e und die Geschich en de deu schen Einhei , die des Jah es 1871,
die des Jah es 1990, in alle B ei e e woben und bis in Nebensächlichkei en hinein zu
e zählen; dabei ging mi de Faden nich aus.
Als das E gebnis zum Buch gebunden o lag, zeig e sich, daß mein Tin en leiß den Le-
se o de e: Und e ließ sich he aus o de n, abs oßen und wiede ein angen, e nahm
den Roman an, sei es als ziegels einschwe en Schmöke , sei es als meh schich ige
Fundg ube, in de sich de Ab all de Geschich e sich en läß . (G ass 1997: 470)
G ass e such in seinem 1995 e ö en lich en Roman, dessen Handlung ku z
nach dem Maue all im Dezembe 1989 beginn und im He bs 1991 ende , die
Wende und Wiede e einigung 1989/90 zu de his o ischen En wicklung de
deu schen Na ion in Beziehung zu se zen und Pa allelen zu ziehen. Insbesonde e
we den die Reichsg ündung 1871 und die „G ünde zei “ mi de Wiede e einigung
1990 in Ve bindung geb ach . Haup sächlich geh es um die P oblema ik de
deu schen Einhei . Hin e g ünde, Ums ände und Folgen des Maue alls und des
Un e gangs de DDR we den he ausgea bei e . Ni ellie ende Einhei und en indi-
idualisie ende, abs ak e Iden i ä we den scha k i isie .
In seine K i ik de Geschich e s ell G ass un e schiedliche Fo men de E in-
ne ung an die Ve gangenhei und ih e Folgen da , die sich au ein polyphones und
mul i okales E zählen g ünden. Dabei geling es ihm, „eine mul ipe spek i ische Ein-
sich in das ‚wei e Feld‘ de deu schen Geschich e“ (Thesz 2003: 436) und de unmi -
elba en Ve gangenhei zu bie en, in de die g uppenspezi ischen E inne ungen Os -
und Wes deu sche mi ih en diame al en gegengese z en S a egien des E inne ns zu
e kennen sind. Diese kollek i en E inne ungen sind in keine Weise neu al: sie we -
den on sozial-poli ischen Absich en, In e essen und Bedü nissen bes imm .
5. Raumda s ellung und Inszenie ung on Geschich e
Schni punk de geschich lichen Be ach ungen in Ein wei es Feld is die S ad
Be lin, die im Roman als „Depo gesammel e E inne ungen“ (Bogdano ić 1993)
mi einem ausgep äg en his o ischen Palimpses -Cha ak e ungie . G ass e mag
es, die his o ische und kul u elle Palimpses -S uk u Be lins sich ba zu machen,
jene Gleichzei igkei des Ungleichzei igen, die das S ad bild dominie . Be lin wa
schließlich die Haup s ad des Ku ü s en ums de Ma kg a en on B andenbu g
(12.-17. Jh.), des König eichs P eußen (1701-1871), des Deu schen Kaise eichs
(1871-1918), de F eien Sozialis ischen Republik (9. No embe 1918), de Wei-
ma e Republik (19. Augus 1919-1933), des D i en Reichs (1933-1945), de DDR
(1949-1990) und de wiede e einig en Bundes epublik Deu schland (sei 1990).
Von all diesen Schich en de Geschich e künden die Gebäude, Plä ze, S aßen und
Monumen e de S ad . Dank ih e P äsenz is Be lin ein d eidimensionales A chi
de E inne ung, ein äumliches Zeugnis deu sche Geschich e. Von Bedeu ung is
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
170
abe nich nu das Phänomen de Schich ung, sonde n auch die ü den Palimpses
cha ak e is ische Löschung und Übe sch eibung de Plä ze- und S aßennamen6
sowie die Umbenennung und de Funk ionswechsel de Gebäude de S ad . Im
geschich lichen Wandel ha jede poli ische Sys emwechsel „zu Umbenennungen
ge üh , bei denen die jeweils he schende Gegenwa eine Re ision de
geschich e en Geschich e ans eb “ (Assmann 2007: 114).
In den Gebäuden, S aßen und Plä zen Be lins isualisie G ass das P inzip de
„Ve gegenkun “. Ein Beispiel hie ü is das T euhandgebäude. Gleichsam om
Kaise eich bis zum Un e gang de DDR, om Reichslu ah minis e ium übe das
Haus de Minis e ien, bis zu T euhand bleib das Gebäude gewisse maßen das glei-
che Gehäuse his o ischen Geschehens. Das T euhandgebäude kann als Zeichen
geschich liche Kon inui ä au ge ass we den (G ass 1995: 551 .). Sein Pa e nos-
e wide spiegel sinnbildlich die häu igen poli ischen Mach wechsel im S aa sge-
bäude. Im au - und abs eigenden Pa e nos e sind die Übe gänge on eine Zei zu
eine ande en ließend.
E sah, als e im E dgeschoß in den au s eigenden Pa e nos e woll e, abe zwei wa ende
Elek ike o sich ha e, in eine abs eigenden Pa e nos e kabine jemanden, dessen An-
blick ihm on Pho os bekann wa : den Che de T euhand. […] Kaum ha e de Che mi
siche em Sch i die Kabine e lassen, kaum wa e an Fon y, de geg üß wu de und zu-
ückg üß e, o bei, und kaum wa en die Elek ike mi ih en We kzeugkis en nach oben
e schwunden, sah Fon y, de nich eins ieg, ielmeh zöge e und dem mi Ge olge da o-
neilenden Che nachblick e, sich selbs um ein halbes Jah hunde ück e se z . E sah sich
in Lu wa enuni o m und mi sch äg si zendem Käppi gleich alls im E dgeschoß au die
nächs e eie Pa e nos e kabine wa en, o ihm zwei O izie e.
Es wa de Reichsma schall, de on oben kam. […] Kaum wa diese S ei en o bei,
begann Fon y aus gleichem Blickwinkel, doch mi neue Film olle den his o ischen Ü-
be gang zu d ehen. Nach so ielen Uni o men o dne e e nachk iegsbeding e Zi ilklei-
dung an und ließ den spä e en S aa s a s o si zenden Wal e Ulb ich , den das Volk
»Spi zba « nann e, in sinkende Kabine au kommen: mi Bäuchlein und sächsisch
e kni en. […] Fon y ließ den Episoden ilm noch einmal und abe mals ablau en. Im
Pa e nos e geein . Vom Reichsma schall bis zum Che de T euhand. Die Denksch i
ha e ih zwingend zei a endes Bild. Zugleich sah e sich in wechselnden Zei en imme
wiede au eine s eigende Kabine wa en. E beg i die Mechanik de Wende in Ges al
eines as los diens willigen Pe sonenau zugs. So iel G öße. So iel Abs ieg. So iel Ende
und An ang. (G ass, 1995: 565-568)
De Pa e nos e des T euhandgebäudes, de “sei Anbeginn in Be ieb
wa “ (G ass 1995: 75), e anschaulich die his o ischen Vo ausse zungen des
Gegenwä igen. Im geschich lichen Wandel is dieses T anspo mi el das e bin-
__________
6 Wie Aleida ASSMANN (2007: 114) zeig , hieß zum Beispiel die 1925 nach dem e s en epubli-
kanischen S aa smann F ied ich Ebe benann e S aße zu ande en Zei en: Kase nens aße (um 1767-
1859), Schulga ens aße (1831-1867), B andenbu gische Kommunika ion (1845-1867), Somme s-
aße (1859-1925), Königg ä ze S aße (1867-1915), Budapes e S aße (1915-1925), Ebe s aße
(1925-1933), He mann-Gö ing-S aße (1933-1945) und Ebe s aße (1947).
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180 171
dende Elemen zwischen den e schiedenen Epochen. E is ein Kon inui ä s- und
ein Wendesymbol zugleich.
Um die Kon inui ä und Analogie de wei auseinande liegenden Epochen zu zei-
gen, geb auch G ass das P inzip de Epochen e sch änkung, das insbesonde e
du ch die häu igen Spazie gänge du ch die S ad Be lin de beiden Zen al igu en,
Theo Wu ke alias Fon y und Ludwig Ho alle alias Tallho e , e anschaulich
wi d. Ausges a e mi einem Spazie s ock du chs ei en Fon y und sein „Tagund-
nach scha en“ (G ass 1995: 11), de Agen de S aa ssiche hei Ho alle ,7 k euz
und que das Be lin de Jah e 1989 bis 1991. Spazie engehend und plaude nd
e schließen sie sich die e einig e S ad . Fo wäh end bie en die Spazie gänge Ge-
legenhei , einen epochenübe g ei enden Dialog zwischen Gegenwa und Ve gan-
genhei zu inszenie en.8 „Zu Anschauung kommen sowohl die Topog aphie Be lins
als auch die deu sche Geschich e“ (Ewe 1999: 406). Die his o ischen Monumen e
und Schauplä ze bie en Anlass zu „Abschwei ungen ins his o ische Feld“ (G ass
1995: 21), die mi li e a ischen Zi a en und E inne ungen e sehen sind. In de E in-
ne ung beide P o agonis en wi d deu sche Geschich e beleb . Man ede übe das
19. und das 20. Jah hunde , übe P eußen und die DDR, übe den Einhei sp ozess
on 1871 und 1989/90. Be lin e wandel sich dadu ch „in einen Gedäch nis aum,
eine ma e ialisie e His o io opog aphie“ (Ewe 1999: 407). De Spazie gang e ö -
ne somi die Möglichkei , die Dimensionen on Raum und Zei mi einande zu
e knüp en. E ha die Funk ion „bislang e bo gene ode schon wiede e schloss-
ene Möglichkei en de Geschich e sich ba we den zu lassen“ (Ewe 1999: 413).
Das Spazie engehen selbs is ein kons i u i es Elemen des E inne ungsp ozesses
und e weis sich als ein wich iges E inne ungsmi el.
Die Spazie gänge üh en du ch S ad eile wie F ied ichshain, Pankow, K euz-
be g, F iedenau, P enzlaue Be g, dem Bezi k Mi e, übe den Alexande pla z, den
Genda menma k , zum Bahnho Zoo, zum Reichs ag, zum B andenbu ge To , zu
Humbold -Uni e si ä und du ch das Scheunen ie el. Als O ü „kleine Aus-
b üche in die F eihei “ (G ass 1995: 109) be o zug Fon y o allem den Tie ga en.
Do e inne e sich an die K iegsze s ö ungen und die anschließende Abholzung,
als „im Tie ga en de Kahlschlag beende wa , Bomben ich e neben Bomben ich-
__________
7 Ho alle is Fon ys „Tagundnach scha en“, „de ihn sein ganzes Leben lang – wie schon sein
ik ionale Vo gänge Tallho e Theodo Fon ane – obse ie und behü e , e p ess und be ö -
de “ (HEINZ 2002: 22). Ho alle spiel die Rolle des ewigen Spi zels, die an den ep essi en Appa a
de Zensu und Un e d ückung e inne (FISCHER 2001: 146). E sieh es als seine Au gabe an, die
omnip äsen e Ve schwö ung Einzelne gegen den S aa und die O dnung au zudecken. Fon y und
Ho alle e kö pe n eine a ale Dialek ik on F eihei und O dnung, Indi iduum und S aa smach ,
die die Mechanik de deu schen Geschich e bes imm . Beide sind ohne den ande en nich denkba ,
sie sind „mi einande e wachsen und on eine Ges al “ (GRASS 1995: 13), „de zu Einhei gekop-
pel e Gegensa z“ (GRASS 1995: 688). „De eine is Rauche , de ande e is Nich auche ; de eine
kann schwimmen, de ande e nich ; de eine äg Schnü schuhe, de ande e Schnallenschuhe. Ode ,
nun im G oßen: De eine sch eib ü die F eihei , de ande e zensie im In e esse de Un eihei ; de
eine e i die Rech e des Indi iduums, de ande e die des S aa es; de eine such das Lich de
Au klä ung, de ande e ih en Scha en“ (HEINZ 2002: 29-30).
8 Vgl. EWERT (1999: 404).
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
178
BASSELER, M. / BIRKE, D., «Mimesis des E inne ns», in: ERLL, A. / NÜNNING, A. (Hg.),
Gedäch niskonzep e de Li e a u wissenscha . Theo e ische G undlegung und An-
wendungspe spek i en. Be lin / New Yo k: Wal e de G uy e 2005, 123-147.
BENJAMIN, W., «Passagen-We k», in: De s., Gesammel e Sch i en. Bd. 5. F ank u a.
M.: Suh kamp 2001.
BOGDANOVIĆ, B., Die S ad und de Tod. Essays. Klagen u / Salzbu g: Wiese 1993.
BOGDANOVIĆ, B., A chi ek u de E inne ung. Essays. Klagen u / Salzbu g: Wiese 1994.
BORMANN, R., Raum, Zei , Iden i ä . Sozial heo e ische Ve o ungen kul u elle P o-
zesse. Opladen: Leske und Bud ich 2001.
CICERO, M. T., De inibus bono um e malo um. Übe das höchs e Gu und das g öß e
Übel. Übe s. und h sg. on Ha ald Me klin. S u ga : Reclam 1989.
CSÁKY, M. / STACHEL, P., Die Ve o ung on Gedäch nis. Wien: Passagen 2001.
DAMIR-GEILSDORF, S. / HENDRICH, B., «O ien ie ungsleis ungen äumliche S uk u en
und E inne ung. Heu is ische Po enziale eine Ve knüp ung de Konzep e Raum,
men al maps und E inne ung”, in: DAMIR-GEILSDORF, S. / HARTMANN, A. /
HENDRICH, B. (Hg.), Men al Maps – Raum – E inne ung. Kul u wissenscha liche
Zugänge zum Ve häl nis on Raum und E inne ung. Müns e : Li 2005, S. 25-48.
EWERT, M., «Spazie gänge du ch die deu sche Geschich e. Ein wei es Feld on Gün e
G ass», Sp ache im echnischen Zei al e 37 (1999), 402-417.
FISCHER, G., «De Li e a als His o ike . Zu Da s ellung de Zei geschich e bei Gün e
G ass und F ied ich Ch is ian Delius», in: FISCHER, G. / ROBERTS, D. (Hg.),
Sch eiben nach de Wende. Ein Jah zehn deu sche Li e a u 1989-1999. Tübingen:
S au enbu g 2001, 141-157.
GARBE, J., Deu sche Geschich e in deu schen Geschich en de neunzige Jah e. Wü z-
bu g: Königshausen & Neumann 2002.
GEISSLER, R., «Ein Ende des wei en Feldes?», Weima e Bei äge 45 (1999), 65-81.
GRASS, G., Kop gebu en ode Die Deu schen s e ben aus, in: GRASS, G., We kausgabe.
Hg. on V. NEUHAUS und D. HERMES. Bd. 10. Hg. on V. NEUHAUS. Gö ingen:
S eidl 1997 [1972].
GRASS, G., Aus dem Tagebuch eine Schnecke, in: GRASS, G., We kausgabe. Hg. on V.
NEUHAUS und D. HERMES. Bd. 7. Hg. on V. NEUHAUS. Gö ingen: S eidl 1997
[1980].
GRASS, G., We kausgabe in zehn Bänden. Hg. on Volke Neuhaus. Bd. X: Gesp äche mi
Gün e G ass. Hg. on K. STALLBAUM. Da ms ad / Neuwied: Luch e hand 1987.
GRASS, G., Ein wei es Feld in: GRASS, G., We kausgabe. Hg. on V. NEUHAUS und D.
HERMES. Bd. 13. Hg. on D. HERMES. Gö ingen: S eidl 1997 [1995].
GRASS, G., Reden übe den S ando in: GRASS, G., We kausgabe. Hg. on V. NEUHAUS
und D. HERMES. Bd. 16. Hg. VON D. HERMES. Gö ingen: S eidl 1997, 464-482.
HABERMAS, J., Die nachholende Re olu ion. F ank u am Main: Suh kamp 1990.
HALBWACHS, M., La Topog aphie légendai e des É angiles en Te e Sain e. É ude de
mémoi e collec i e. Pa is: P esses uni e si ai es de F ance 1941 (Deu sche Übe s.:
S ä en de Ve kündigung im Heiligen Land. Eine S udie zum kollek i en Gedäch -
nis. H sg. und aus dem F anzösischen übe s. on S ephan Egge . Kons anz: UKV
Ve lagsgesellscha 2003).
HALBWACHS, M., «Das kollek i e Gedäch nis und de Raum», in: De s., Das kollek i e
Gedäch nis. F ank u a. M.: Fische 1985, 127-163.
HARTMANN, A., «Konzep e und T ans o ma ionen de T ias „men al maps, Raum, und
E inne ung“. Ein üh ende Gedanken zum Kolloquium», in: DAMIR-GEILSDORF, S. /
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180 179
HARTMANN, A. / HENDRICH, B. (Hg.), Men al Maps – Raum – E inne ung. Kul u -
wissenscha liche Zugänge zum Ve häl nis on Raum und E inne ung. Müns e : Li
2005, S. 3-21.
HEINZ, J., «Gün e G ass: Ein wei es Feld: ‚Bilde bögen‘ und o al his o y», in: LÜTZELER,
P. M. / SCHINDLER, S. K. (Hg.), Gegenwa sli e a u . Ein ge manis isches Jah buch –
A Ge man S udies Yea book. Tübingen: S au enbu g 2002, 21-38.
HINCK, W., «Fon ane edi i us. Die Ve ne zung li e a ische und zei geschich liche
Anspielungen Gün e G ass: ‚Ein wei es Feld‘ (1995)», in: HINCK, W.,
Romanch onik des 20. Jah hunde s. Eine beweg e Zei im Spiegel de Li e a u .
Köln: DuMon 2006, 252-260.
KENNEWEG, A. C., S äd e als E inne ungs äume. Deu ungen gesellscha liche Um-
b üche in de se bischen und bulga ischen P osa im Sozialismus. Be lin: F ank &
Timme 2009.
KOSELLECK, R., «Wozu noch His o ie? Vo ag au dem Deu schen His o ike ag in
Köln, 1970», in: HARDTWIG, W. (Hg.), Übe das S udium de Geschich e. München:
d 1990, 347-365.
LABROISSE, G., Poli isch-His o isches in li e a ische Fo m. Zu Gün e G ass’ Roman
‚Ein wei es Feld‘. Be lin: Weidle 2008.
MALDONADO ALEMÁN, M., Gün e G ass. Mad id: Sín esis 2006.
METZ, J. B., Glaube in Geschich e und Gesellscha . S udien zu eine p ak ischen Fun-
damen al heologie. Mainz: Ma hias-G ünewald-Ve lag 1977.
MILOSZ, C., «Wilna», in: GRASS, G. e al., Die Zukun de E inne ung. Gö ingen:
S eidl 2001, 43-56.
NEUHAUS, S., Li e a u und na ionale Einhei in Deu schland. Tübingen / Basel:
F ancke 2002.
NEUMANN, B., «Li e a u als Medium (de Inszenie ung) kollek i e E inne ungen und
Iden i ä en», in: ERLL, A. / GYMNICH, M. / NÜNNING, A. (Hg.), Li e a u –
E inne ung – Iden i ä . Theo iekonzep ionen und Falls udien. T ie : VWT Wissen-
scha liche Ve lag T ie 2003, S. 49-77.
PLATEN, E., «Kein ‚Danach‘ und kein ‚Ande swo‘: Li e a u mi Auschwi z.
Beme kungen zu e hischen Dimension li e a ischen E inne ns und Da s ellens (am
Beispiel on Gün e G ass’ ‚Ein wei es Feld‘)», in: PLATEN, E. (Hg.), E inne e und
e undene E ah ung. Zu Da s ellung on Zei geschich e in deu schsp achige
Gegenwa sli e a u . München: Iudicium 2002, 130-145 [2000].
PREECE, J., The Li e and Wo k o Gün e G ass. Li e a u e, His o y, Poli ics. London:
Palg a e 2001.
RUSKIN, J., The Se en Lamps o A chi ec u e. London: Smi h, Elde , and Co. 1849.
SCHRÖTER, D., Deu schland einig Va e land. Wende und Wiede e einigung im Spiegel
de zei genössischen deu schen Li e a u . Leipzig / Be lin: Edi ion Ki chho &
F anke 2003.
SCHWAN, W., «Gün e G ass. Ein wei es Feld – Mi Neugie und Geduld e kunde »,
Poe ica 28 (1996), 432-464.
SILVA, M. H. G. DA, «Geschich e, E inne ung und Iden i ä in G ass’ Roman Ein wei es
Feld», Runa 25 (1996), 355-366.
SIMON, D., «Ve o dne es Ve gessen», in: SMITH, G. / MARGALIT, A. (Hg.), Amnes ie,
ode Die Poli ik de E inne ung in de Demok a ie. F ank u am Main: Suh kamp
1997, 21-36.
Manuel Maldonado Alemán Ve o ung de E inne ung. Raumda s ellung...
Re is a de Filología Alemana
2010, ol. 18 163-180
180
STOLZ, D., «Nomen es omen. ‚Ein wei es Feld‘ on Gün e G ass», Zei sch i ü Ge -
manis ik. Neue Folge VII/2 (1997), 321-335.
THESZ, N., «Iden i ä und E inne ung im Umb uch: Ein wei es Feld on Gün e G ass»,
Neophilologus 87/3 (2003), 435-451.