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Die Lehre von den Staatenverbindungen

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Die Lehre von den Staatenverbindungen

Author: Jellinek, Georg, (1851-1911)
Publisher: Wien : A. Hölder, 1882
Year: 1882
Source: https://idus.us.es/bitstreams/394e2844-bb27-4014-b433-dea609766600/download
-44
DIE LEHRE
,

•
VON DEN
STÄÄTENVERBINDENGEN.
VON
D
R.
GEORG JELLTNEK,
PRIVATDOCIINT DER RECKTE AN DER UNIVERSITÄT WIEN.
•
0
WIEN 1882.
ALFRED HÖLDER,
K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER.
11ALlien l
p
inns u
ss .
15.
4
Alle Rech e o behal en.
Vo ede.
Das wachsende In e esse, welches de wissenscha lichen
Bea bei ung des ö en lichen Rech es sich zuwende , ha de
Leh e on den S aa en e bindungen eine e höh e Bedeu ung
gegeben. In dem ganzen Be eich deu sche S aa swissenscha :
in Deu schland, Oes e eich-Unga n und de Schweiz is de
Einhei ss aa nich die Fo m, in de sich de s aa liche
Lebensp ocess ollzieh . Die G und agen des ö en lichen
Rech es diese S aa engebilde hängen innig zusammen mi de
Lösung, die den schwie igen P oblemen gegeben wi d, welche
die S aa en e einigungen de Wissenscha da bie en.
Ein eind ingendes S udium de Ve bindungs o men ha
mich geleh , dass zu Klä ung des o z ausgedehn e
li e a ische Bea bei ung noch imme iel ach dunkeln Gebie es
es unbeding nö hig sei, nich , wie es so häu ig geschieh , bei
de einsei igen Be ach ung eine ode meh e e Fo men
s ehen zu bleiben , sonde n alle his o isch gegebenen A en
de Ve bindungen eingehend zu un e suchen, um zu siche en,
o dem Desa eu des Lebens so iel als möglich geschü z en
Resul a en zu gelangen.
Eine solche um assende und zusammenhängende Un e -
suchung des ganzen Gebie es ha bis je z in de Li e a u
gemangel . Es is einzelnen Fo men, namen lich dem S aa en-
bund und dem Bundess aa , g osse Au me ksamkei geschenk
wo den , ande e jedoch wu den nu lüch ig behandel , ode
ga öllig igno i .
IV
Das o liegende Buch will diese Lücke aus üllen , ein
Un e nehmen, das bei de No hwendigkei
eingehende
Un e -
suchungen übe das Wesen des S aa es eine sei s und bei de
g ossen Ausdehnung des ech shis o ischen und. posi i - ech -
lichen Ma e ials ande e sei s kein leich es is .
Meine p incipiellen Anschauungen übe die Bedeu ung
des Gegens andes sowie übe Me hode und Ziel de Un e -
suchung habe ich im e s en Capi el de Einlei ung da ge han.
Indem die Resul a e so iel als möglich aus de e gleichenden
Be ach ung des posi i en S o es gezogen sind , habe ich
eine eingehende e Da legung desselben do ü no hwendig
gehal en, wo die Li e a u en wede dü ig is , ode en gegen-
gese z e Anschauungen zum Ausd uck b ing . Bei denjenigen
Bildungen jedoch, de en Rech iel ache Bea bei ungen mi
ane kann en Resul a en au zuweisen ha , habe ich nu die-
jenigen Punk e he o gehoben, welche ü die Beg ündung de
on mi e e enen Ansich en on Bedeu ung sind.
Fü be ei willige Un e s ü zung in de He beischa ung
on schwe zu e langenden , besonde s de ame ikanischen
Li e a u angehö igen We ken bin ich dem Vo s ehe de
hiesigen Uni e si ä sbiblio hek He n D . L e i h e, ü eund-
liche Be ücksich igung meine Wünsche ausse dem namen lich
dem Sc ip o an demselben Ins i u e He n J. Meye zum
Danke e p lich e .
Wien , im Feb ua 1882.
In hal s-Ve zeichniss.-
Einlei ende Un e suchungen.
I. Die S aa en e bindungen und die Me hode des ö en -
lichen Rech s

3
-
16
§. 1. Theo e ische Unkla hei übe die S aa en e bindungen

3
§. 2.
G- iinde de selben. a) Incong uenz des allgemeinen und des posi-
i en S aa s ech s

5
3.
b) Ve wechslung ju is ische und poli ische Be ach ungsweise .

7
§. 4.
Selbs s ändige S ellung de ju is ischen Behandlung des S aa es
im K eise de S aa swissenscha en

. •

9
§. 5.
No hwendigkei die Beu heilung eale Bildungen nach idealen
Typen zu e meiden

10
§. 6.
Die induc i e Me hode im ö en lichen Rech . Cha ak e de on
de Wissenscha zu o de nden Beg i sbes immungen

14
II.
De Sou e äne ä sbeg i

1
6
-
36
§, 1. Ve wi ung in de Leh e on de Sou e äne ä


16

§. 2. K i ik de Theo ien übe die Sou e äne ä


19
§. 3.
En wickelung des Beg i es de Sou e äne ä
§. 4.
Folge ungen aus demselben


34
III.
Sou e äne und nich sou e äne S aa en

3
6
-
58
§. 1.
Is Sou e äne ä ein wesen liches Me kmal des S aa sbeg i es ? .

36
§. 2.
De nich sou e äne S aa


39
§. 3.
Beg i des eigenen Rech es

41
§. 4.
En s ehung nich sou e äne S aa en

44
§. 5.
Nich sou e äne S aa en als ölke ech liche Subjee e . . .

49
§. 6.
Ve häl niss de sou e änen S aa sgewal zu nich sou e änen . .

51
§. 7.
Ve lus de Sou e äne ä nu du ch gänzliches Au geben de
s aa lichen Exis enz , ech liche Bildung nich sou e äne S aa en
du ch den Willen eines sou e änen möglich. K i e ium de Sou-
e äne ä

53
IV.
Ein heilung de S aa en e bindungen

5
8
-
60
§. 1.
Nich o ganisi e und o ganisi e Ve bindungen


58
§. 2.
His o isch-poli ische Ve bindungen und Ve bindungen mi ju i-
s ischem Cha ak e


59
ERSTE ABTHEILUNG.
His o isch-poli ische Ve bindungen.
I.
Nebenlände und Colonien im Ve häl nisse zum Haup -
und Mu e land

6
3
-
68
§
.
1. Nebenlände

63
§. 2.
Colonien

64
II.
Die Inco po a ion (Vollkommene Union, Fusion,
Annexion)


68
-
82
§.
1.
Un e schied

de

Inco po a ion

on

de s aa lichen Neubildung
68
§.
2.
Wesen de Inco po a ion. Keine ech lichen, sonde n nu poli ische
Un e schiede inne halb de selben möglich



.

.
68
§.
3.
Beispiele: a) Finnland-Russland
70
§.
4.
b) Polen•Russland sei 1815


71
§.
5.
c) Unga n-C oa ien-Sla onien.

Die ös e eichischen K onlände .
75
§.
6.
Ju is ische Bedeu ung de Inco po a ion

78
§.
7.
En s ehungsa en de Inco po a ion


81
Sei e

VI
Sei e
. . 82-88
III. Die Pe sonalunion . . . • ...........
82
§. 1. Con usion in de Te minologie. G ünde de selben

84
§. 2. De ini ion de Pe sonalunion

§. 3. En s ehung uni Endigung de Pe sonalunion Rech liches Ve -
häl niss pe sönlich uni e S aa en


87
ZWEITE ABTHEILUNG-
1.
Ve bindungen mi ju is ischem Cha ak e .
E s e abschni :
:

ich o gani8i e Ve bindungen.
I. Die S aa engemeinscha und das S aa en sys em . . 91-100
§. I. Vo he schende Be ach ung des is di en S aa es in de S aa s-
wissenscha


91
§. 2. De S aa als Mi glied de S aa engemeinscha


93
'. 3. Na u de S aa engemeinscha . Die S aa ensys eme


95
§. 4. Ane kennung des S aa es als Vo ausse zung de Rech sgemeinscha 99
II. De S aa en e ag

100-113
. 1. De S aa en e ag Typus de ölke ech lichen S aa en e bin-
dungen

100
2.
Allgemeine No men de e agsmässigen Ve bindungen . . .

102
3.
Ein heilung de Ve äge. Unb auchba kei de bishe igen Classi-
ici ungen

104
§. 4. Ein heilung nach de A de Ve bindung : Ve wal ungs- und
poli ische Ve äge

105
§. 5. Ein heilung nach dem G ade de Ve bindung : Ve äge im enge en
Sinne und Bündnisse. O ganisi e nich o ganisi e Bündnisse

107
§. 6. Die in e na ionale Ve wal ung

108
§. 7. Fe ne e Gang de Un e suchung

112
III. Ve agsmässige Occupa ion und Uebe nahme eines
S aa es in Ve wal ung

113-121
§ 1. Neuhei diese Ve bindungs o m

113
§. 2. Bosnien und die He zegowina. Cype n. Tunis

115
...

.
§. 3. Mili ä con en ionen deu sche S aa en mi P eussen. Waldeck . . 119
§. 4. I egula i ä de e ö e en Ve bindungen

121
TV. Die Allianz

121-126
§. 1. De ini ion und Ein heilung de Allianzen. Un e schied de selben
on de Gesellscha des P i a ech s

121
2. Die s. g. ungleichen Allianzen. Lehensband. T ibu


124
V. P o e c ion, Ga an ie. Ewige Neu ali ä

1.26-137
§. 1.
Das
P
o ec ions e hal niss. U sachen desselben .

.

125
§. 2.
K akau 1815-1846

....
§
3. Die Jonischen Inseln 1815-1863
. 4. Ga an ie. De Ga an iebeschluss

........... 128
§. 5. Ewige Neu ali ä

133
135
§. 6. Alle d ei Ve häl nisse beg ünden keine Un e o dnung

VI, De S aa ens aa

137
§. 1. Wesen des
S
aa ens aa es. Iudi ec e Heuscha de sou e ii
1
n
3
e
7
n
-157
S aa sgewal übe das Volk

§.

Sociale Vo bedingungen diese S aa s o m

137
§.

Uno ganische Na u des S aa ens aa es

139
§. 4.
Das al e deu sche Reich _

140
§. 5.
Die anzösischen Reichsleben ' •

•

142

145
VII
Sei e
§.
6.
Das osmanische Reich

146
§•
§.
§.
7.
8.
9.
Ve häl niss de Union zu den Indiane n. Nica agua und die Mosqui os
De S aa ens aa in Asien

Resul a

152
156
156
Zwei e Abschni : O ganisi e
Ve bindungen.
L Die in e na ionalen Ve wal ungsbündnisse (In e na io-
nale Ve wal ungs e eine)

158-172
§. 1.
Na u de Ve wal ung e eine

158
§. 2.
Zwei A en de selben mi in e na ionalen und mi s aa lichen
Zwecken

159
§. 3.
E s e A . In e na ionale Flusscommissionen , Pos - und Tele-
g aphenunion, Me e con en ion. Anzeichen neue Bildungen. Ve -
wal ungs e eine mi o übe gehenden Zwecken. Rech liche S ellung
de O gane diese Class° on Ve einen

160
§. 4.
Zwei e A . Beispiele : gemeinsame Ge ich shö e deu sche
S äd e, deu sche Zoll e ein 1867-1871. Rech liche S ellung de
Func ionä e de zwei en Ve einsga ung

168
§. 5.
Un e schied zwischen Ve wal ungs e ein und Ve wal ungsmanda
171
II. De S aa enbund

172-197
§. 1.
De ini ion. Fo daue de S aa ensou e äne ä im Bunde

. . 172
§. 2.
Ewigkei kein Me kmal des S aa enbundes

174
§. 3.
Folge ungen aus de Sou e äne ä de Bundesgliede


176
§. 4.
De S aa enbund keine Pe son

177
§. 5.
T o zdem eine ölke ech liche Einhei . Lösung des scheinba en
Wide sp uchs

181
§. 6.
Zwei A en de S aa enbünde, Cha ak e de e s en A . .

184
§. 7.
Zwei e A des S aa enbundes. Die Leh e Calhoun's. Das
ede al
go e nmen

187
§
.
8. Die Con ede a ion de ame ikanischen Rebellens aa en

194
§. 9. Resul a

194
III. Die Realuni on

197-253
A. K i ik bishe ige Beg i sbes immungen,
§. 1.
Theo ie H. A. Zacha iae's und . Ju aschek's

197
§. 2.
Unmöglichkei g undgese zliche Ve einigung

198
§. 3.
Realunion kann nu du ch Ve ag en s ehen

204
§. 4.
K i ik de . Ju aschek'schen Leh e. Mecklenbu g. Sachsen-
Cobu g-Go ha

205
§. 5.
Fo se zung. S aa s ech liche Unmöglichkei allmäligen Ve -
wachsens mode ne S aa en au dem Wege de Realunion

209
B. En wicklung des Beg i es de Realuni on
§• 6. Na u de Realunion

211
§. 7. Realunion als ausgep äg e Fo m de S aa en e bindungen is nu
ü besch änk e Mona chien möglich

216
§. 8.
Poli ische Cha ak e de Realunion

216
§. 9.
Endigungsg ünde de Realunion

218
§. 10.
Bildung on Realunionen

220
C. Die Realunion de Gegenwa .
§. 11.
Schweden-No wegen

223
§. 12.
Oes e eich-Unga n. Die Cen als aa s heo ie

226
§. 13.
Bundess aa s heo ie Dan sche 's .

227
§. 14.
P incipielle S andpunk ü die E kenn niss de ech lichen
Na u Oes e eich-Unga ns

234
VII
I
Sei e
g. 15. Die p agma ische Sanc ion ................
234
§. 16. De Ansgleich on
1867.
Rech liche Cha ak e de gemeinsamen
Angelegenhei en . . ............

240
§ 17.
Die Delega ionen

245
18.
Die Bei agsleis un
g
zu den gemeinsamen Angelegenhei en


249
19.
Die nach gemeinsamen G undsä zen zu e wal enden Ange-
legenhei en


249
20.
Aus
den Bezeichnungen
"
Reich" und „Mona chie" sind keine
Schlüsse au den ju is ischen Cha ak e de Ve einigung zu ziehen
250
§.
§. 21.
His o isch-poli ische Con inui ä des
7 gegenwä igen Zus andes
de Mona chie mi dem ühe en o z de neuen Rech sbasis
on
1867
A. Die En s ehung des. Bundess aa es.
1.
Bedeu ung de F age

253
73•
2.
Die Ve ags heo ie. Unhal ba kei de selben
3.
Fo se zung. Unmöglichkei ju is ische Cons uc ion de En -
s ehung
des S aa es

259
Q
,
4.
Die En s ehung de Bundess aa en is nu im Zusammenhange
mi de na ionalen S aa enbildung zu beg ei en. Wesen de selben
§. 5.
P ocess de Bildung de Bundess aa en

§. 6.
Bedeu ung de bes ehenden S aa sgewal en ü das Zus ande-
kommen des Bundess aa es

269
§. 7.
Bedeu ung des Ein i s in einen Bundess aa ü die Glieds aa en
B. Die Na u des Bundess aa es.
§. 8 Beg i des Bundess aa es

276
,

9. Die S aa sangehö igkei im Bundess aa e

278
§. 10.
Zwei ache Möglichkei ü den
his o ischen
Ausgangspunk des
Bundess aa s

280
§. 11.
Di ec e He scha de Bundess aa sgewal . Die Theo ie
Laband's 281
§. 12.
Das öde ale P incip im Bundess aa e


284
§. 13.
O ganisa ion des Bundess aa es. No hwendige Momen e zu Wah-
ung seine Na u

289
§. 14.
In e na ionale S ellung des Bundess aa es

291
§. 15.
Fo m de Bundes e assung

292
§. 16.
Ve assungsände ungen im Bundess aa e. G enze zwischen S aa en-
bund und Bundess aa

294
§. 17.
Dieselbe is ü conc e e Bildungen ohne poli ische Vo ausse zungen
nich zu gewinnen

297
§. 18.
Sch anken de Compe enzände ungen

301
§. 19.
Fo se zung. Die Exis enz de Glieds aa en keine Sch anke .

304
C. Die s aa liche S ellung de Gliede .
§. 20.
O ganisa ion de
Glieds aa en

§• 21. Die Glieds aa en als ölke ech liche Subjec e

306
307
§. 22.
Die Bundesexecu ion

310
§. 23. G enze ü den S aa scha ak e de Glieds aa en

311
D.
D
as Zusammenwi k en des Bund ess aa es undde Glieds aa en.
§. 24.

313
Schluss.
Völke ech liche und s aa s eeh licheVe bindungen

315-316
Sach egis e .

Zusä ze und
Be ich igungen

.317-319
320
IV. De Bundess aa
251
253 -314
255
262
264
271
i3
!19
Einlei ende Un e suchungen.
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

1
8
eine unkla e , alle Rech ssiche hei ze s ö ende Anschauung
e hiel e, wenn man die Schä e de Rech sbeg i e zu Guns en
de Vo gänge und Ansich en des wi hscha lichen Lebens
abs ump en woll e, so wi d auch alles Rech liche in de Na u
des S aa es und in den Beziehungen de S aa en un e ein-
ande ze s ö , wenn man ju is ische E k-enn niss du ch poli-
ische E wägungen zu e se zen such .
Wessen G unds ück übe schulde is , de kann wi h-
scha lich gewiss nich meh als Eigen hüme desselben ange-
sehen we den; welche Ve wi ung jedoch, welchen Ums u z
alles Rech slebens wü de es he o u en, woll e man jene
ökonomischen Anschauung i gend welchen Ein luss au die
Beu heilung de ech lichen Ve häl nisse ein äumen ! Die
Ansich , dass das ö en liche Rech eine engen Ve bindung
mi de Poli ik nich en a hen und sich nich on ih ennen
könn e. wie e wa das P i a ech sich zu eine selbs ändigen
Ges al ung gegenübe E hik und Oekonomik he ausgebilde ha ,
ha zu Vo ausse zung die ge inge Ach ung des Rech es on
Sei en de S aa en , und wa dahe einige massen be ech ig
zu eine Zei , wo Ve assungen und Ve äge schonungslos
mi Füssen ge e en wu den. So lange ein S aa nu Poli ik
eib und sich um das Rech übe haup nich kümme , mag
es eine undankba e A bei sein, dieses ewig missach e e Rech
es s ellen und beg ei en zu wollen. Abe ge ade unse Jah -
hunde ha einen gewal igen Fo sch i im Bewuss sein de
Gel ung des ö en lichen Rech s he o ge u en. De Ve -
assungsb uch wi d im mode nen S aa e imme meh zu sel enen,
on schwe en E schü e ungen beglei e en Ausnahme. Gewal ige
Umwälzungen im Inne n de S aa en ollziehen sich au legalem
Wege. Das S aa s ech is nich meh od e Fo m, sonde n en -
wickel sich zu gel enden Mach . Die gewal ige En wickelung
des in e na ionalen Lebens ha auch das Völke ech on eine
idealen Fo de ung zu eine sich ba wi kenden K a e hoben.
In e na ionale Ins i u e wie die Gen e Con en ion , die in e -
na ionalen Flusscommissionen , de Wel pos e ag u. s. w.
zeugen on de Reali ä eines Rech s, dessen Leugnung s e s
nu die doc inä e Consequenz eine Schulde ini ion des Rech es
is , in de en Schablone ü die Rech s e häl nisse des Völke -

9
lebens sich kein Pla z inde . Alle dings wi d es s e s Fälle
geben , in denen die S aa en wide das on ihnen selbs als
e bindlich ane kann e Rech handeln we den. Alles Rech
ha ja zunächs nu ideale Exis enz, s ell ein Sollen da ,
1
dem die E scheinungen wide sp echen können , es will die
menschlichen Handlungen egeln, und deshalb is die Möglich-
kei seine Uebe e ung schon mi seinem Beg i e als No m
ge ass . Incong uenzen de ac ischen Vo gänge mi den du ch
die Rech so dnung ge o de en sind im S aa sleben ebenso un-
e meidlich wie im P i a leben. Abe das Un ech , wenn es
nu nich die Regel bilde , ze s ö das Rech nich , sonde n
o enba ielmeh dessen We h und Bedeu ung.
n.
Bei dem heu igen Zus ande des ö en lichen Rech s-
bewuss seins is dahe die Fo de ung wohl beg ünde , dass
S aa s- und Völke ech als ein ju is ische Wissenscha en
au e en. De Vo wu des Scholas icismus, de gegen eine
solche Rich ung e hoben we den mag
8
),
i sie nich , weil
das Leben selbs den Ansp uch e heb , uns zu leh en, was
im S aa e und zwischen den S aa en Rech ens sei. Ein solche
Vo wu wä e nu dann beg ünde ,. wenn man o geben
woll e, dass die ju is ische Be ach ungsweise im S ande sei,
das Wesen des S aa es allsei ig zu e assen; das wä e ebenso
alsch , als wenn man on dem P i a ech behaup en woll e,
dass es die E klä ung des Menschen in de To ali ä seines
Seins zu lie e n e möge. Das Rech is nu eine Sei e des
S aa es , den in seinem ganzen Um ang und Inhal
zu
e -
o schen , as alle Wissenscha en mi wi ken müssen , weil
das complici es e sociale Gebilde zu seine olls ändigen
Du chd ingung die Kenn niss alle physischen und psychischen
Elemen e o ausse z , die es he o b ingen, bedingen und e -
hal en. Abe inne halb de Leh e om S aa e, inne halb
de S aa swissenscha is dem Rech e eine Posi ion anzu-
weisen, die so scha abgeg enz als möglich is . Die G enze
kann alle dings bei dem inne en Zusammenbange alle Sei en
des S aa es keine mechanische T ennung bedeu en. So wenig
es eine o ausse zungslose Wissenscha übe haup
gib ,
so
8
)
Vgl. Gie k e, die G undbeg i e des S aa s ech s und die neues en
S aa s ech s heo ien. Zei sch i . d.
g.
S aa sw. Bd. XXX, S. 157.
10
wenig ein S aa s- ode Völke ech , das nich bes imm e Vo -
ausse zungen Tibe das Wesen des S aa es, ja soga eine
conc e en s aa lichen Fo ma ion mi au die Wel b ing .
Auch ein absolu es Igno i en de his o ischen Bewegung,
welche sich so o im Wide sp uche gegen die Fo men des Rech s
ollzieh , ein gänzliches Nich beach en de Poli ik is mi
de ge o de en T ennung des ö en lichen Rech s on ande en
Be ach ungsweisen des S aa es nich gemein , dami wä e ja
die Möglichkei his o ische Indi idualisi ung , welche eine
nach ein äusse lichen Me kmalen e ah ende Cla ssi ici ung
e hü e , p eisgegeben und dami den Disciplinen des ö en -
lichen Rech s eines de mäch igs en Hil smi el zu E eichung
ih e Zwecke ge aub . Du ch den Hinblick au ih e poli ische
Bedeu ung wi d den abs ac en Sä zen des ö en lichen Rech es
in ielen Fällen e s ih ie e es Ve s ändniss zu Theil we den
können, wie auch die ökonomische und e hische Bedeu ung
de P i a ech sno men e s ih en ganzen We h zu en hüllen
e mag.
Nich eine gänzliche Isoli ung des ö en lichen Rech es
und dami eine Ve kümme ung seines heo e ischen und p ak-
ischen Gehal es is anzus eben, nu o de Ve wechslung
de e schiedenen Gebie e , o de Ve mischung und Iden i-
ici ung des beweg en Lebens des S aa es mi de uhenden
O dnung desselben muss man sich hü en.
5. Um die g oben Fehle zu e meiden, welche die Con-
sequenz de bishe igen Behandlungsa de Wissenscha sind,
wi d es o allem nö hig sein, eine ande e, siche e e Me hode
zu E o schung de G undbeg i e einzuschlagen. Schon de
al e P li e ha e e kann , dass „ein Leh gebäude des
S aa s ech es, sobald man es als eine Wissenscha behandel ,
wenn es nu i gend den Namen e dienen und b auchba sein
soll, .ohne ich ig bes imm e allgemeine G undsä ze ganz un-
möglich is ". 9)
Diese Me hode läss sich nun ku z dahin bes immen :
T ennung des Poli ischen om Ju is ischen , nich in dem
Sinne. dass die Be ech igung
n
ich ju is ische Be ach ungs-
Bey äge zum eu schen S aa s- und Fü s en eeli e S. 10.
11
weisen negi ode das öllige Igno i en de selben o n Ju-
is en ge o de we de, sonde n dass das Bewuss sein de
G enze de ech lichen gegen ande e Au assungen s e s
gewah bleibe; inne halb des so geschiedenen S o es kla e
ju is ische Du chd ingung de Rech sbeg i e. Die ju is ische
Du chbildung eines Beg i es kann nu e olgen, wenn alle
un e denselben allenden E scheinungen so g äl ig gep ü und
ih e gemeinsamen Me kmale e glichen und zusammenge ass
we den. Die Induc ion gil in demselben Masse ü die Fes -
s ellung de Rech sbeg i e, wie ü alle ande en aus de E -
ah ung abs ahi en Beg i e. Auch de S aa und seine Rech s-
e häl nisse sind keine jensei s de E ah ung liegenden En i-
ä en, zu de en E kenn niss ande e geis ige Quali ä en no h.
wendig sind , als die , mi welchen wi sons die Dinge zu
e assen uns bes eben. Gewiss ha e dem Wesen des S aa es
Une klä es und Une klä ba es an, gewiss is ein ein induc i es
Ve ah en im S aa s- und Völke ech e so wenig möglich, wie
in i gend eine Wissenscha , gewiss müssen alle Zweige de
S aa swissenscha on nich wei e educi ba en Hypo hesen
iibe
die Na u des S aa es ausgehen, allein das Une o sch-
liche zeig sich bei jedem Objec e, wenn wi es au seine le z en
Elemen e hin p ü en. Nu die Complici hei de s aa lichen
Ve häl nisse , de Ums and , dass de Mensch selbs mi all
den Rä hseln seine Na u das Molekül des s aa lichen O ga-
nismus bilde , e lei en zu dem Glauben, dass de S aa nu
e speculi abe nich e o sch we den könne.
Indessen ha es mi den specula i en Beg i en om S aa e
dieselbe Bewand niss wie mi alle Specula ion. Wenn sie
meh is als die Ausgebu eines müssigen Hi ns , so is sie
eine in ui i e Induc ion ode ielmeh eine Induc ion, die als
solche nich zum Bewuss sein komm . Ganz ich ig ha
G- neis als das Wesen de S aa sphilosophie e kann , dass
man die aus dem eigenen Leben abs ahi en Vo s ellungen
und, iigen wi hinzu , Wünsche, als e was ii alle Völke
und Zei en Gemeingil iges ansieh .
30
)
Bodin und Hob b es
zeichnen ih en absolu en He sche nach dem Vo bilde des
1
"
De Rech ss aa
2.
Au l., S.
26.
12
o ih en Augen sich en wickelnden und ollendenden unum-
sch änk en König hums. Locke und M o n e s q u i e u e heben
die Ve assung Englands zu absolu bes en , Hegel idea-
lisi den p eussischen S aa F ied ich Wilhelm's III., und
die Ro ecks und Welcke s inden den anzösischen Con-
s i u ionalismus du ch die Idee des S aa es ge o de . Und
nun wi d es auch kla , wa um zwischen allgemeinem S aa s-
ech und philosophischem Völke ech au de einen und den
be e enden posi i en Disciplinen au de ande en Sei e ein
Wide sp uch no hwendig o handen sein muss. Jene in ui-
i e Induc ion is nämlich auch eine un ollkommene Induc-
ion , die wei da on en e n is , den Reich hum de s aa -
lichen Bildungen du ch o sch zu haben. Wenn dahe eine
conc e e E scheinung sich den
a p io i
au ges ell en De ini-
ionen nich ügen will , so is sie bes en Falles ein Gebilde
sui gene is,
meis ens abe eine I egula i ä , de en Exis enz
man zugeben da , ohne die Gel ung des allgemeinen Beg i es
zu al e i en. Denn nu das Typische besi z wah en We h
was die Züge des Typus nich an sich äg , lohn eine
e ns e wissenscha liche Be ach ung nich . Dass nich nu die
co ec en Gebilde, sonde n auch die Missbildungen eine wissen-
scha lichen E assung ähig sind und diese ü die Kenn niss
des gesunden S aa slebens dieselbe Bedeu ung ha , wie die
Pa hologie ü die Physiologie, diese Gedanke auch nich
einmal o übe gehend au . Mi de Au assung eine s aa -
lichen Bildung als eine i egulä en is zugleich de Poli ik
die Au gabe gese z , die Un egelmässigkei hinwegzu äumen,
dami die Wi klichkei zule z dem Schulbeg i e en sp echend
ges al e we de — de Ra ionalismus de Theo ie zieh une -
bi lich den Ra ionalismus de Tha nach sich, das unhis o-
ische Denken das geschich swid ige Handeln.
Ni gends zeigen sich die Folgen de Beu heilung des
Conc e en nach idealen Typen schä e , als in de Leh e on
den S aa en e bindungen. Die allgemeinen Beg i e om S aa e
sind dem Typus des Einhei ss aa es en nommen.") Na ü lich
lassen sich mi diesen Beg i en die abweichenden Ve häl nisse
")
G. Meye , S aa s ech liche E ö e ungen übe die deu sche Reichs-
e . 1872, S. 5. Laband , das S aa s ech des deu schen Reiches 1, S. 62.
13
zusammengese z e S aa en nich in Einklang se zen. Die
Doc in e klä die Sou e äne ä ü un heilba , in den Be-
ziehungen des Vasallens aa es
zum
obe he lichen, des Glied-
s aa es im Bundess aa e zu Cen algewal schein o enba
eine Theilung de höchs en s aa lichen Mach o zuliegen.
Da
is
nu
eine zwie ache Möglichkei o handen. En wede
wende man sich on doc inä en Consequenzen ab und e klä ,
um nich eine unp ak ischen Scholas ik geziehen zu. we den,
die Na u de Sou e äne ä in zusammengese z en S aa en als
eine Ausnahme on dem allgemeinen Beg i e de selben, ode
man wi d, wenn man ein Ve eh e de Logik is , gezwungen,
en wede die Exis enz dessen zu leugnen, was man o Augen
sieh , ode die be e enden s aa lichen Bildungen als i egulä e,
epheme e, ansi o ische, ju is isch un assba e E scheinungen
zu be ach e/1.
12
) Abe diese Ausweg , so bequem e e -
scheinen mag, e hüll doch nu äusse s no hdü ig die
Un ähigkei de E kenn niss des Wi klichen aus den all-
gemeinen Beg i en he aus. Denn die Au gabe de Ju isp udenz
is es, nich nu s abile, sonde n auch o übe gehende Rech s-
e häl nisse zu e klä en. Wie iele Rech s e häl nisse des
P i a ech s en s ehen und e gehen in e schwindend ku ze
Zei ! Nich sdes owenige is ein solches Rech s e häl niss
o z seine ku zen Daue eine kla en ju is ischen E kenn niss
ähig. Und es is übe dies eine doc inä e ode poli ische
Vo eingenommenhei , wenn man Bildungen, wie die hunde -
jäh ige no dame ikanische Union und die ielhunde jäh ige
schweize Eidgenossenscha , de en s aa liche Ges al ung on
cons an en socialen Ve häl nissen ge agen wi d , als Uebe -
gangss a ionen im Leben de be e enden Völke hins ell .
I
')
. K al enbo n, Einlei ung in das cons i u ionelle Ve assungs-
ech S. 159: . Held, Sys em des Ve assungs ech
s
de mona chischen
S aa en Deu schlands I, S. 392 .; G undzüge des allg. S aa s ech s S. 447 . ;
die Ve assung des deu schen Reichs S. 29. Auch Zo n zähl zum Theil
hiehe . Vgl. das S aa s ech des deu schen Reiches I. 1880 S.
47:
„wo die
Sou e äne ä ehl , is ein S aa nich o handen. Noch nich so bei dem
halbsou e änen Fü s en hum Bulga ien — — — nich meh : so Ka hago nach
dem zwei en punischen K iege, Polen nach den polnisch- ussischen Ve ägen
on 1793."

1 4
6.
Dieses Un e mögen de Theo ie, die Wi klichkei
zu e klä en, kann nu besei ig we den, wenn ü das ö en -
liche Rech de Sa z des ömischen Ju is en zu Rich schnu
e hoben wi d , dem das P i a ech seine wissenscha liche
S ä ke e dank :
non ex egula jus suma u , sed ex ju e, quod
es , eyula
la .
Zwa wi d jede Fo sche on p incipiellen
Vo ausse zungen übe Na u und Zweck des S aa es, welche
ihm du ch den Um ang und den Inhal seine Bildung ge-
geben sind, ausgehen, wie auch de Ju is nich aus dem
P i a ech e den Beg i de Pe sönlichkei emp äng . Abe
die a
j
n
an den S o geb ach en Anschauungen müssen
du ch den conc e en S o geläu e , aus de Ve gleichung
de his o isch gegebenen S aa s o men und S aa sbildungen
müssen die höhe en Beg i e be ich ig und dabei de Fehle
e mieden we den, i gend eine conc e e Ges al ung mi all
ih en Zu älligkei en als das Pa adigma zu be ach en, nach
dem sich alle kün igen de selben Ga ung zu ich en haben.13)
Aus dem Fehle , ü die S aa en e bindungen Schablonen au -
zus ellen, is es zu e klä en, wa um die Theo ie jede neuen
Bildung an angs a hlos gegenübe s eh , wie es mi Oes e eich-
Unga n und dem deu schen Reiche de Fall wa . Besonde s
die Dogmengeschich e de s aa lichen Na u des le z e en is
höchs leh eich ü die Me hode des ö en lichen Rech es. Vo
de G ündung des Reiches wa die du ch To c q u e ille be-
g ünde e, du ch W a i z wissenscha lich ausge üh e Leh e om
Bundess aa e, die haup sächlich aus dem no dame ikanischen
Bundess aa s ech e sublimi wa , die he schende. Die Ve -
assung des no ddeu schen Bundes und des deu schen Reiches
wich wesen lich ab on dem Bundess aa , wie ihn W a i z
gedach ha e. Da wu de denn das neue Gemeinwesen on
de einen Sei e ü eine ganz selbs ändige Bildung e klä ,
die sich keine de o handenen Ka ego ien ganz un e o dnen
läss , on Ande en dasselbe als ein S aa enbund de ini , on
D i en de Typus des Bundess aa es in ihm e kann , abe
du ch iele I egula i ä en und p incipienwid ige Ein ich ungen
en s ell
14
),
bis endlich die Theo ie om Bundess aa e selbs
'
13
)
Vgl. G. Me
y
e , S aa s ech liche E ö e ungen
S.
-
1.
) Vgl. B ie, De Bundess aa . Eine his o isch-dogma ische Un e -
suchung, 1874.

§. 12.
15
sich modi lei e, und du ch die E kenn niss, dass die bishe ige
enge
Leh e das Unwesen liche und Pa iculä e mi dem Gene ischen
e wechsel ha e, die Beg i e jene Wei e bekamen , welche
auch die neue Ges al ung um assen konn e.
Die Beg i e , nach welchen wi suchen , müssen abe
scha , bes imm , es und gegeneinande s eng abgeg enz
sein. Bis au den heu igen Tag hö man imme wiede , dass
die G enzen zwischen S aa enbund un d. Bundess aa liessend
sind
15
),
dass es mannig al ige liebe gänge in den S aa en-
e bindungen on de ein achen Allianz bis zum Einhei s-
s aa e gib . Auch diese Behaup ung is die Folge eine Ve -
wechslung poli ische mi ju is ischen Gesich spunk en. Rech s-
beg i e sind allemal kan ig, das Ve schwimmen des einen in
den ande en wä e de Tod de Wissenscha , de Tod des
Rech slebens. Fü den Ci ilis en und den C iminalis en is
das keine neue Wah hei . Welche namenlose Ge ah ii Leben,
Familie und Eigen hum , wenn man behaup en dü e , die
G enzen zwischen den einzelnen Rech sgeschä en und Delic en
wä en liessend, z. B. zwischen Kau und Mie he , zwischen
Ehe und Concubina , zwische n Mo d und Töd ung ! Das is
ja eben das Wesen des Rech es , dass es die liessenden Ve -
häl nisse des Lebens du ch es e Beg i e gegeneinande
abg enz . Wo die Beg i e einmal an angen , in den he akli-
ischen Fluss de Dinge zu ge a hen, da ha die Ju isp udenz
ih Feld e lo en. Behaup en, dass sich im S aa s- und Völke -
ech e die G enzen zwischen den Beg i en nich mi de selben
Schä e ziehen lassen, wie im P i a -, im P ocess-, im S a -
ech e, heiss dahe nich s ande es, als jenen beiden Disci-
plinen de Rech swissenscha den wissenscha lichen Cha ak e
g undsä zlich absp echen.
Indem man abe on den Disciplinen des ö en lichen
Rech s es e Beg i e o de , muss man sich hü en, dieselben
ein ach du ch Analogien aus dem P i a ech zu gewinnen.
Als ein in seine Eigen hümlichkei einziges Gebilde kann
de S aa nich ande s wohe Mass und A seine Beu -
15
)
. 31 o
h 1, Reichss aa s ech S. 32, D u b s, Das ö en liche Rech
Schweize ischen Eidgenossenscha II. Theil. 1878. S. 5. G e c ke n

C
on ihm he ausgegebenen
7.
Au l. on H e e 's Völke ech . §. 20

-1
C
16
heilung. emp angen. Die Neigung zu Uebe agung p i a -
ech liche Anschauungen au den S aa is ge ade ü den
nach ju is ische Kla hei Ringenden eine d ohende und dahe
so g äl ig zu e meidende Ge ah .
Die o angegangenen Aus üh ungen haben wohl zu
Genüge da ge ban, dass, ehe wi zu unse em Thema sch ei en ,
es nö hig sein wi d, on den soeben en wickel en G undsä zen
aus, eine Re ision de jenigen G undleh en übe den S aa
o zunehmen, welche bei den uns hie beschä igenden F agen
in e s e Reihe in Be ach kommen. Vo allem is es de
Sou e äne äsbeg i , de eine eingehende E ö e ung e heisch ,
sodann die Leh e, dass die Sou e äne ä ein wesen liches
Me kmal des S aa sbeg i es sei. E s dann wi d de Gang
unse e Un e suchung und die Ein heilung des S o es zu
bes immen sein.
De Sou e äne ä sbeg i .
1. Wäh end die an ike S aa swissenscha imWesen licheu__
au die E g ündung den'
, si lichen Na u des S aa es ge ich e
wa und in de Au a kie, de si lichen Selbs genugsamkei
eines Gemeinwesens das un e scheidende Momen des S aa es
on ande en Fo men de menschlichen Gemeinscha e blick e,
ba die mode ne S aa swissenscha ih Augenme k au E -
o schung des S aa es als Vo ausse zung und Gebilde des
Rech es ge ich e und in ihm das Sub
•
ed on He scha s-
ech en, on unabhängige Mach e kann . Sei B o d i n den
S aa de ini e als
n
un
d oi gou e nemen de plusieu s mes-
nages
e de ce qui leu es co nmun a e c p u iss an ce so u e-
ain
e"
1
)
is •
de Beg i de Sou e äne .ä, zum G und= und
Ecks ein de ju is ischen: E kenn niss des S aa es sowohl in
Beziehung au sein Te i o ium und seine Un e han.ls
auch in seinen Ve häl nissen zu ande en Mäch en e hoben
wo den.
1
)
Les six li es de la Re'publique.
Pa is 1576. I, 1.
1.7
So einig man abe auch on allen Sei en Tibe die Be-
deu ung de Sou e äne ä ü die E kenn niss de Na u I
a
u d
es
S aa es is , eineammelaubliche Ve wi ung he sch dennoch
,diese
K
ich igs
;

en Lehi e des ö en lichen Rech es. Dass
_
clie
in
poli ische Sei e de So
g
e äio_e ä zu den he igs en Kämp en
Anlass gib , is beg ei lich ; häng doch on ih e Au assung
meh od
e
wenige die S ellung alle poli ischen Pa eien zum
S aa e _a,b.,
2
) Abe auch in Beziehung au den
.
ju is ischen
Cha ak e
de
Sou
y
e äpe ä is du chaus keine U
-
ebe ein-
s immung o handen , und ielleich ni gends in den Un e -
suchungen übe die ju is ischen G undbeg i e i so o die
Declama ion an S elle de Deela a ion , die e schwommene
unkla e Ph ase an S elle des scha abgeg enz en au ich igen
Beg i es.
Die heo e ische Unkla hei ha zu nächs en Folge die
äusse s e Unsiche hei bei En scheidung de p ak isch so
wich igen F age , wem in einem bes imm en s aa s- ode
ölke ech lichen Gebilde die Sou e äne ä zukomm . Das in-
e essan es e S ei objec in diese Hinsich is die no d-
ame ikanische Union. So sind z. B. nach T a e s Twiss 3)
die S aa en de Union , o zdem sie nich unabhängig sind,
„all So e eign S a es"
nach Whea on
4
), Halleck
3
)
und
Ande en is die ölke ech liche Sou e äne ä de Einzel-
s aa en ze s ö , die s aa s ech liche hingegen e hal en ; nach
Th. O olan
6
)
und V o 11 g a
7
)
besi zen die Einzels aa en
in keine Beziehung Sou e äne ä ; nach T ocque ille
8
)
und
*-9 Vgl. die aus üh lichen E ö e ungen on J. FT e 1 d, S aa und Gesell-
scha Bd. II, Sei e 576
.
3)
The law o na ions conside ed as independen poli ical communi ies
Vol. I, §. 23.
4)
.Elemen s du d oi in e na ional
. I, p. 71.
5 _In e na ional law,
New-Yo k 1861, eh. III, §. 16.
') „—
an ne peu pas di e que ces e' a s aien la sou e aine e in e+
ieu e, bien que l'exe cise de quelques-unes des a ibu ions de ce e, sou e aine 6
leu soi de'le lie'. e assu e pa la conszi u ion." Regle in e na ionales e diploma ie
de la ie
. I, p. 35.
7)
Wodu ch un e scheiden sich S aa en-Bund, Bundes-S aa und Einhei s-
S aa on
einande ? P og . de Uni e si ä Ma bu g, 1859,
5.
42.
8)
De la de'moc a ie en Am&ique 13
73 ne
ed.
. eh. VIII.
D . Jellinek, Die Leh e on
den S aa en e bindungen.

2
.94
ech liche Sou e äne ä nenn , is nu de no hwendige
Re lex de s aa s ech lich höchs en Gewal nach Aussen. 27)
Die inne e Sou e äne ä is nich nu „ egelmässig" , wie
H
e e behaup e
28
),
sonde n ausnahmslos die Basis de
äusse en. Wo angeblich eine ölke ech liche» Sou e äne ä
ohne s aa s ech liche exis i , wie es Viele om S aa enbunde
behaup en, is eben in Wah hei keine selbs ändige Mach ,
sonde n nu ein Quan um einem gemeinsamen O gane meh e e
S aa en on diesen delegi e Mach o handen, wie wi spä e
sehen we den. Ande e sei s wi d man dem poli ischen Ge-
bilde dem die ölke ech liche Sou e äne ä mangel , con-
sequen auch die s aa s ech liche absp echen müssen.
Eine ande e Unkla hei übe das Wesen de Sou e äne ä
wi d dadu ch he o ge u en , dass man sie om S aa e los-
lös und en wede au ein Elemen im S aa e : den Fü s en
ode das Volk 'übe äg
29
),
ode sie ausse halb des S aa es
in einem e hischen ode eligiösen P incip such . So ha man
on Fü s en-, Volks- und Na ionalsou e äne ä , on de Sou-
e äne ä de Ge ech igkei , -des Gewissens, de Menschhei ;
Go es, des Rech es des
sueage uni e sel
u. s. w.
30
)
ge-
sp ochen und den S aa als solchen de Sou e äne ä be aub .
Die le z e wähn en Ansich en gehö en in das Be eich
de Specula ion, welche de S aa sgewal ma e ielle Sch anken
ziehen will; sie allen ausse halb des Rahmens unse e K i ik.
Die Ve we ung de S aa ssou e äne ä jedoch zu Guns en
eine Fü s en- ode Volkssou e äne ä , ode auch die Spal ung
de Sou e äne ä in die des S aa es und des T äge s de
S aa sgewal be uh au eine Ve kennung des Wesens de
S aa spe sönlichkei .
De S aa , losgelös on seinen cons i ui enden Elemen en,
is ein beg i liches Schemen, dem nich s Reales en sp ich —
so wenig es i gend eine Pe sönlichkei gib , die ge enn on
27)
Uebe das Wi ksamwe den de Sou e äne ä nach Aussen siehe un en
II. Ab h. I. Absch. Cap. I, §. 4.
28)
§ 19.
29)
Z öp l I. §. 54, 55.
S. hie übe J. 11 eld, S aa und Gesellscha S. 499 und die Li e a u -
angaben S. 502-504 ; B 1 un schl i, Allg. S aa sleh e 5. Au l. S. 565 .

25
ih en physischen und psychischen O ganen noch als ein eio.enes.
Wesen wah nehmba exis i e. De S aa leb sich du ch
seine O gane aus , in ihnen und und du ch sie bewäh e
sein
‚
Dasein. E kann nu du ch O gane handeln, nu du ch
sie sich als Gewal da s ellen. Wenn dahe ein O gan des
S aa es handel , so handel dami de S aa selbs , es gehen
also nich e wa zwei
,
e schiedene Ac ionen o sich, die des
S aa es und die des O ganes. Wenn ein Mann einen Baum
äll , so schwingen seine Hände die Ax ; abe indem die
Hände sich bewegen, beweg sich de Mensch selbs . Es is
eine und dieselbe Thä igkei , nu einmal au die Hände als
das unmi elba handelnde O gan das ande emal au den
Menschen als den Eigne des O ganes bezogen. Ebenso im
S aa e. Die Thä igkei des S aa so ganes is Thä igkei des
S aa es selbs . Das Gese z wi d im mona chischen S aa e
om Fü s en sanc ioni . Die E heilung de Sanc ion is
abe nich nu Ac ion des Fü s en, sonde n Ac ion des S aa es
selbs . Eine Di e enz zwischen dem Handeln des S aa es
und dem des O ganes kann alle dings en s ehen, wenn das
O gan des S aa es die seine Thä igkei ges eck en ech lichen
G enzen nich einhäl ode übe sch ei e , wenn es also seine
gliedliche S ellung im S aa e e läss und sich als selbs ändige
Mach diesem en gegens ell . Dann is es abe nich meh O gan
des S aa es im s i en Sinne, seine Handlungen sind ech •
lieh nich meh Thä igkei en des S aa es. Wenn ein Fü s
eine e assungwid ige Handlung begeh , so handel nu e
selbs , abe nich de S aa , dessen Wille hie ga nich zum
Ausd ucke kommen kann, weil ihm das zu jede seine Willens-
äusse ungen e o de liche O gan in solchem Falle mangel .
Die Sou e äne ä des S aa es und die des O ganes, du ch
welches e sie be hä ig , allen dahe , insowei das O gan in
seine S ellung als solches handel , schlech weg zusammen.
Auch on einem Au age des S aa es, demzu olge de T äge
de Sou e äne ä als i‘landa a des S aa es e schein , kann
nich gesp ochen we den. Ein solches Manda hä e wiede
zu Vo ausse zung die Ze eissung des S aa es in ein unpe -
sönliches und doch wiede zu pe soni ici endes Abs ac um
und die Summe seine O gane , die dadu ch , dass ihnen das
26
einigende Band mangel e, in mechanische Theile auseinande -
ielen.
Alle Sou e äne ä is demnach S aa ssou e äne ä und als
solche gewissen O ganen des S aa es zus ändig.
31
)
Sie is nu
möglich, indem sie in s aa lichen O ganen zum Ausd uck komm ,
ih Dasein und ih e Zus ändigkei zu einem s aa lichen O gane
sind on einande unab ennba gegeben, das eine kann ohne
die ande e nich bes ehen. Da an ände auch de Ums and
nich s , dass im conc e en S aa e das O gan de Sou e äne ä
wechseln kann du ch Tod, eien En schluss ode Re olu ion.
Es is ii den S aa nu wesen lich , dass ein O gan o -
handen sei, dessen Wille sein Wille is , abe gleichgil ig, wie
dasselbe bescha en sei.
Wenn wi nun im Fo schen nach dem ech lichen Inhal
de Sou e äne ä uns den Leh en zuwenden , welche eine
scha e beg i liche De ini ion de selben geben wollen, so inden
wi zue s die soeben e wähn e Theo ie on de Sou e äne ä
als höchs e und unabhängige Mach . Von dem sechzehn en
Jah hunde bis au unse e Tage hö man die De ini ion de
Sou e äne ä als de höchs en Gewal , als
8 U27177111712
Impe ium,
sup ema po es as,
Mach ollkommenhei , die obe s e Gewal u. s. w.
Is du ch all' diese E klä ungen ein Einklick in den Inhal
de Sou e äne ä gewäh ? Mi diesen Beziehungen is wei e
nich s als eine R el a io n ausged ück und zwa posi i , dass
de S aa übe allen Mäch en und K ä en s ehe, die sich in
ihm bewegen und äusse n, nega i , dass keine Mach ausse
ihm o handen sei, de e sich zu beugen habe. Wo in sich
diese
höchs e Gewal äusse , was sie sei, da übe wi d man
olls ändig im Unkla en gelassen. 32)
Eine ande e De ini ion , welche nachweisba mi de
Pe soni ici ung des S aa es zusammenhäng
33
),
is die
Be-
81
)
Da in kommen as alle neue en deu schen Publicis en übe ein.
"') Die De ini ion de Sou e äne ä als höchs e Mach is im G unde
nu eine Ve balde ini ion, gl. Emile de G i a di n in Mau ice B I o c k , Dic ion-
nai e
gbie al cle la poli ique
s.
.
sou e aine
II, 944: „Sou e aine i
signi ie:
qui es au-de8sus."
J. He 1 d, Sys em I, S. 233.
33
)
Obwohl schon on B o din und G o ius behaup e , wi d die Einhei
als wesen liches Me kmal de Sou e äne ä geheisch und conseguen mi de
97
zeichnung de Sou e äne ä als Einhei de s aa lichen
K ä e
34
),
ode wenn die philosophische Idee in's Ju is ische
übe se z wi d, als Einhei de s aa lichen Hohei s ech e. 35)
Diese De ini ion e wechsel die Folge mi dem G und. Weil
de S aa Pe sönlichkei ha ode als O ganismus au ge ass
wi d, da um müssen alle on
ihm
ausgehenden Willens-
äusse ungen au ihn als ein einhei liches und un heilba es
Subjec zu ückbezogen we den. Die Einhei olg also aus
dem
Wesen des sou e änen S aa es, abe sie is nich die Sou e-
äne ä selbs .
36
)
Deshalb e schein auch diese De ini ion
äusse s unkla , denn sie läss uns übe die Na u de Einhei ,
übe das Wesen de geein en Rech e ganz im Dunkeln , sie
gib ein äusse es Kennzeichen de Sou e äne ä , übe heb
sich abe de Mühe , den ech lichen Inhal de selben e -
s ändlich zu machen. Auch das Eigen hum in de Au assung
Na u des S aa es als .Pe son e bunden zue s on Hob bes
de ci e c.
86-11 „ci i as — — — e i am. pe sona cicilis :
num
cum una si omnium olun as,
p o
1171C1,
pe sona habenda es ",
1. c. §. 9 dahe
„Impe ium summum di idi Posse,
exio iosissima ci i a is doc ina es "
c. XII. 85. Dann Pu en d o
De

X.
e G. VH. c.
2,
13: „ci i a is haec commodissima ide u de ini io, quocl si
pe sona mo alis composi a, cujus olün as — — p o olun a e omnium habe u ,
dahe
c. 4, 1
SUMMUM,
impe ium ci ile „in se
112111212,
quiddam e indi isum"
o z
de
pa es po en iales,
die e gleich de S e e l e besi z . Rousseau du
con a social 1. I. eh.
7:
„le co ps poli ique ou le sou e ain", „ce e mul i ude
Hunie en un co ps", 1. eh. II „— — la sou e aine e — es indi isible ; ca
la olon e — — — es Gelle du
co ps
du peuple".
Fe ne gegen die Theilung de
Sou e äne ä :
„c'es co ume s'ils composaieu l'homme de plusieu s
C
o p.
"
."
Un e
den Neue en dahe on allen Ve e e n de Au assung des S aa es als eines
pe sönlichen O ganismus he o gehoben. Z. B. A h ehs , Na u ech 2. Bd.,
6. Au l. , S. 305 ; S ahl , S aa sleh e , 3. Au l., S. 190; T endelenb u g,
Na u ech , 2. Au l. § 203 ; . Ge be a. a. 0. S. 22 übe die S aa sgewal :
„Au ih e Bedeu ung als seelische K a de S aa spe sönlichkei eines Volkes
be uh ih e Eigenscha de Un heilba kei ." O o Mej e , Einlei ung in das
deu sche S aa s ech S. 5: „Daneben is sie ( id. die S aa sgewal ) als indi-
iduelle Mach eine Pe sönlichkei ih em Wesen nach un heilba ." Blun s chl
Allgemeine S aa sleh e S. 564: „Da de S aa ein o ganische Kö pe is , so
is Einh ei de Sou e äne ä ein E o de niss seine Wohl ah ."
34
)
Z. B Wai z, Poli ik S. 17; „Die S aa sgewal is die Einhei de
im S aa e o handenen (lebenden) K ä e und Ve mögen."
Zo n, Das S aa s ech des deu schen R. I. S. 46: „Die Einhei de
gesamm en
He scha s ech e is Sou e äne ä ."
3
9 Vgl. .T. . Held, G undzüge des allg. S aa s ech es S. 322.
28
des ömischen Rech es — um das Beispiel zu geb auchen,
dessen Analogie mi dem
'impe ium,
s e s ane kann wu de
kann de ini we den als die Einhei alle Rech e , die eine
Pe son übe eine Sache zus ehen. Diese Einhei olg abe
aus dem Wesen des Eigen hums als absolu e Willensmach
übe eine Sache. E s diese De ini ion gib mi Au schluss
übe den ju is ischen Inhal des Eigen hums , wäh end jene
Einhei nu ein aus dem Eigen humsbeg i abgelei e es
Me kmal is .
Eine kla e ju is ische Beg i sbes immung de Sou e-
äne ä ha Haen e 1 zu geben gesuch . Ihm zu olge lieg
de Ke npunk de Sou e äne ä da in , dass de S aa die
G enzen seine Compe enz nich on eine übe geo dne en
Au o i ä emp äng , sonde n , dass e sie sich selbs se z in
den e assungsmässigen Fo men seine Willensbildung , mi
einem Wo e in de Rech smach des S aa es übe seine
Compe enz. 37)
Diese De ini ion nähe sich de Wah hei , abe sie
e eich sie nich , weil sie eine einsei ig s aa s ech lichen
37
)
Ve agsmässige Elemen e S.
149.
Auch schon ühe als eines de
Me kmale de Sou e äne ä he o gehoben z. B. Wai z a. a. 0., S. 20 : „Im.
Allgemeinen kann nu de S aa selbs die G enzen seines Be eiches ziehen."
. Mohl Encyclopädie S. 119: „Die S aa sgewal is allum assend in dem
Sinne, dass sie ih e Wi kungen au das ganze Gebie und au sämm liche
S aa s heilnehme e s eck . Wie wei die einzelnen Handlungen und menschlichen
Ve häl nisse ih un e wo en sind, häng eilich on dem Wesen und den Gese zen
des conc e en S aa es ab " . Hol z en (I o , Encyclopädie de Rech s-
wissenscha 1, S. 633 inde die Son e äne ä eines S aa es gewah , „wo e n
nu die Möglichkei bes eh , dass sie in L'ebe eins immung mi dem .P incip
ih e Exis enz alle einzelnen ha sächlich behe schba en Func ionen des
Volkslebens ode de P i a hä igkei ih e Mach un e we en kann". G. Mey e ,
G undzüge des no dd. Bundes . S.
3
e klä eben alls das Rech selbs ändige
Compe enze wei e ung als haup sächliches Kennzeichen de Sou e äne ä , gl.
S.
26.
Aehnlich Funck-B en ano e So e l
P ,cis du, d oi des gen,.
Pa is
1877,
p.
32.
Mi Haenel übe eins immend Laband
1, S. 74,
Liebe,
S.
10, 31,
indess inso e n sich wide sp echend, als das einemal Son e äne ä
und Selbs bes immung de Compe enz als iden ische, das ande emal als sich
e gänzende Beg i e hinges ell we den. C. B ak e,
Beschouwingen, o e den
S a enbond
en
den Bondss aa . Academisch P oe sch i .
Ams e dam
1881,
p.
27
.
bes. p.
35 ; Z
o n, Einige S ei agen des deu schen S aa s ech es, Zei sch i
. d. g. S aa sw.
Bd.
XXXVII. 307, 314.
29-
Be ach ung en sp ungen is : de E wägung, dass in n e halb
des S aa es keine Co po a ion und kein Indi iduum seine
Compe enzen selbs ändig es s ellen ode e wei e n kann,
sonde n die G enzen de selben on de übe geo dne en Mach
des S aa es e häl , de als ech se zende Mach alle , also
auch seine eigenen Compe enzen zu bes immen ha . .Abe
ande s s eh die Sache, wenn man den S aa in seinen Be-
ziehungen nach Aussen in's Auge ass . Im Ve age bes imme
sich de S aa ei , e selbs se z dadu ch seine Compe enz dem
ande en Paciscen en gegenübe es ; ha e abe einmal seine
Handlungs eihei einem ande en S aa e gegenübe besch änk .
dann kann nu ein ech liche G und ihn seine Ve -
bindlichkei en heben. 38)
In seinem inne en Wi kungsk eise kann de S aa in
den e assungsmässigen Fo men die selbs gese z en Besch än-
kungen au heben. Nich so nach Aussen hin. De du ch Ve -
äge gebundene S aa ha das objec i e Ve ags ech
als ü ihn e bindlich ane kann , und selbs die Klausel
eb u s sie s an ibus" ,
die s illschweigend dem S aa en e age
hinzuge üg is , bilde einen Rech sg und ü die Lösung
eines Ve ages, se z abe du chaus nich den Ve agsb uch
in die Willkü des gebundenen S aa es. De S aa is also
co pe en , d. h. ei, indem e den Ve ag schliess , e is
jedoch incompe en , d. h. gebunden dem geschlossenen Ve ag
gegenübe . Die Sou e äne ä schlech hin als Rech smach des
S aa es übe seine Compe enz e klä en , heiss also das
Völke ech leugnen. 39)
8b
)
Lieb e, S. 10 es ingi dahe seine De ini ion, indem e den S aa
ü sowei besch änk e klä „als e sich selbs besch änken woll e". Dami
is abe eben die Unbesch änkba kei de s aa lichen Compe enz au gehoben. Vgl.
5. 27 n. 3. Die Auseinande se zungen Bake 's p. 33-34 e en den Ke n de
Sache nich , indem nu de Un e schied zwischen Gese z und S aa en e ag
ü die Un e hanen da geleg , abe die Gebundenhei des S aa es selbs du ch
den
Ve ag nich e ö e wi d.
39) Da Ha enel (Ve agsu . Eie n. S. 44) die Exis enz des Völke ech es
ane kenn und im S aa enbunde soga eine ölke ech liche Pe sönlichkei e -
blick , so ge ä h e in Wide sp uch mi seinem Sou e äne ä sbeg i und zeig
eine bedenkliche Hinneigung zu Leh e on de heilba en Sou e äne ä ; gl.
5. d3:

„De Einzels aa is in seine Sou e äne ä besch änk gegenübe

Man b auch üb igens, ganz abgesehen on dem soeben
o geb ach en allgemeinen Einwande, nu au die conc e en
ölke - und s aa s ech lichen Bildungen hinzublicken, um die
Unzulänglichkei de Haen e l'schen Theo ie zu e kennen.
De Suze än kann seine Compe enz übe den Vasallen nich
e wei e n, ebensowenig is de Vasall ech lich in de Lage,
die G enzen seine Zus ändigkei selbs ändig zu bes immen.
Wä e die Rech smach übe die Compe enz das Wesen de
Sou e äne ä , dann gäbe es ü Bulga ien übe haup keine
sou e äne Gewal , da wede de P o e, noch Bulga ien, noch
eine d i en Mach das ge o de e Me kmal zukomm . Die
jonischen Inseln s anden, gemäss eines on den G ossmäch en
geschlossenen Ve ages, on 1815-1864 un e dem P o ec-
o a e G ossb i anniens de a , dass le z e e Mach auch ge-
wis se Be ugnisse bezüglich de inne en Ve wal ung de sieben
Inseln zus anden. Konn e nun England seine Mach be ugnisse
übe den Schu zs aa aus eigenem Rech e e wei e n ode
diese z. B. dem on de englischen K one e nann en Lo d-
Commissä das Rech de Einbe u ung und Au lösung des
jonischen Pa lamen es en ziehen ? Da wede das Eine noch
das Ande e möglich wa , we ha e die Sou e äne ä übe die
jonischen Inseln ? Die s aa s ech liche S ellung C oa iens und
Sla oniens zu dem unga ischen S aa e is im Jah e 1868
de a ixi wo den , dass eine Abände ung de selben nich
du ch einsei igen Willen des sou e änen unga ischen S aa es,
sonde n nu mi Einwilligung de abhängigen Lände o -
genommen we den kann.
40
)
Wede Unga n noch C oa ien-
Sia onien haben das Rech de Selbs bes immung ih e Com-
pe enz bezüglich de c oa isch-sla onischen Angelegenhei en.
Wenn Sou e äne ä gleich Rech smach übe die Compe enz
is , dann suchen wi e gebens nach de sou e änen Gewal ,
die übe die unga ische P o inz C oa ien und Sla onien
he sch .
3. Um nach diese k i ischen Uebe schau zu eine be ie-
digenden Theo ie de Sou e äne ä zu gelangen, wi d es o
dem Bande nich blos du ch ein Ve ags e häl niss, sonde n du ch ein Ve häl -
niss de Uebe - und Un e o dnung, abe diese Sou e äne ä is in Beziehung
au die inne en Ve häl nisse eine ollkommen unbesch änk e."
40
)
XXX. Unga ische Gese za ikel 1868, §.
70.
•
31
Allem nö hig sein, das ju is ische Wesen de S aa s hä igkei
zu
bes immen.
41
)
Wi können an diese S elle absehen on eine
um assenden philosophischen Beg i sbes immung de Na u
des S aa es, weil nich das P oblem de Subs anz des S aa es
sonde n nu seine o mal-ju is ische Sei e , seine Na u als
S aa sgewal bei eine ju is ischen De ini ion in Be ach komm .
Als ma e iale Basis ü eine ju is ische Be ach ung e schein
uns de S aa in seinem Wesen als S aa spe sönlichkei , d. h.
als das sessha e Volk, das du ch ein Ve häl niss de Uebe - und
Un e o dnung zu G-esamm pe sönlichkei o ganisi is , welche
sich sowohl ih e En s ehung als ih em Dasein und Zwecken
nach, eine sei s du ch ih e inne e No hwendigkei , ande e -
sei s du ch ih e He sche mach on den ju is ischen Pe -
sonen des P i a ech s o o
gene e
un e scheide . 42)
Die S aa s hä igkei kann un e einem zwei achen Ge-
sich spunk e beu heil we den. Zue s on dem Objec de
S aa sgewal aus, on den ih un e wo enen Pe sonen. Von
hie aus gesehen, e schein de S aa als he schende Mach ,
als Be ehle on unbeding bindende K a e lassend, de en
Gesamm hei die ech lichen Sphä en de Indi iduen sowohl
gegen einande als auch gegen den S aa selbs abg enz .
He schen,
impe a e,
is de wesen liche Inhal de S aa s-
unc ionen ü die Un e hanen.
De ech liche Cha ak e des impe ium bes eh abe da in,
dass du ch einen einsei igen Ac desselben die Un e hanen
e p lich e we den. Es gib zwei Möglichkei en de ech -
lichen Ve p lich ung : Ve p lich ung du ch eigenen und Ve -
p lich ung du ch emden Willen. Die le z e e inde bei dem
Un e han s a , bei dem, de ech lich einem
inipe izon
un e -
wo en is . Und zwa is de Un e han im le z en G unde
in allen seinen Rech shandlungen du ch den S aa swillen, also
einen ande en Willen als den seinigen e p lich e , denn
auch eine Ve p lich ung du ch eigenen Willen kann ü ihn
ech lich nu s a haben , inso e ne de S aa im Vo aus an
Bezüglich de olgenden Aus üh ungen muss ich au meine Sch i
übe die
ie ech liche Na u de S aa en e äge e weisen, wo S. 9-45 die
Selbs e p lich ung des S aa swillens du ch Se zung und Ane kennung de Rech s-
o dnung eingehend nachgewiesen wi d.
S. un en Ab h. II., Abschni II., Cap. II §. 5.
39
einen solchen Ac des Un e hans du ch seine Be ehle ech -
liche Wi kung geknüp ha , inso e ne die om S aa e ge-
se z e Rech so dnung den ih Un e wo enen du ch seine
Handlung ü e p lich e e klä . Jede Ve p lich ung des
Un e hans muss sich au einen Sa z des objec i en Rech es.
also des S aa swillens g ünden. Ausschliessliche V e -
p lich ba kei du ch den S aa swillen, also
du ch emden Willen is das ju is ische Me k-
mal des Un e hans.
De zwei e Gesich spunk ü die E kenn niss de S aa s
unc ionen is die Be ach ung des S aa es als Subjec de
S aa s hä igkei en.
Hie e schein - de S aa eine sei s im Ve -
häl nisse zu seinen Un e hanen und ande e sei s im Ve keh e
mi seinesgleichen s ehend. Sowohl den Un e hanen als an-
de en S aa en gegenübe kann de S aa nu handeln, indem
e seinem Willen einen conc e en. Inhal se z , den e bei
Ausübung seine Thä igkei en als Rich schnu seine Hand-
hingen ane kenn , wo e n seine Handlungsweise nich den
Cha ak e bodenlose Willkü agen soll, und dahe jedes
Ve auen sowohl de Bü ge un e einande und zum S aa e,
als auch de S aa en in ih em Ve keh e au gehoben we den
soll. Nu dadu ch , dass de S aa die Vo sch i en , die e
e läss , als auch seinen Willen bindend ane kenn , en s eh
jenes Ve auen in die Cons anz des s aa lichen Wollens,
welches die G undlage des Rech slebens is .
In den Rech ssä zen , die e e läss , wende sich dahe
de S aa nich nu an die seine Gewal Un e wo enen,
sonde n auch an sich selbs , indem e im Ve assungs ech
sich die G enzen seine ech lichen Wi ksamkei übe haup
zieh , im Ve wal ungs ech seine eie Thä igkei ech lich
einsch änk und auch die an die Un e hanen ge ich e en
No men inso e ne als ü ihn e bindlich ane kenn , als e
du ch sie
implici e
e klä , dass die un e die be e enden
No men zu subsumi enden E scheinungen des Rech slebens
nu nach ihnen und keinen ande en zu beu heilen sind. 43)
43
)
Indem man die an den S aa swillen ge ich e en No men ausschliesslich
als Vo sch i en ü die S aa so gane hins ell , de a , dass de S aa selbs
un e p lich e bleib , übe sieh man eben, dass de S aa nu du ch willens-
33
Alle dings kann de S aa das bes ehende Rech auch
au heben, abe s e s nu inne halb und in den Fo men des
Rech es, so dass auch in de Aende ung des Rech es de S aa
an ech liche Fo men gebunden is . T o z de Fähigkei des
S aa es , alles Rech zu ände n , gib es doch keinen- o mell
unbesch änk en S aa swillen denn selbs • die e assungs-
mässigen Fo men ü die Aende ung des S aa swillens können
nu au gehoben we den , wenn neue an ih e S elle e en, so
dass in keinem Momen e des S aa slebens ein o mell eie
S aa swille o handen is . 44)
Wie nach Innen, muss auch de S aa nach Aussen
hin sich No men ü seine Thä igkei se zen. Indem e mi
seinesgleichen in Ve keh i , e kenn e die No men, welche
logisch aus de Na u de in e na ionalen Rech s e häl nisse
liessen, als ü seinen Willen gel end an. Auch die au dem Wege
de Völke gewohnhei en s andenen Rech ssä ze e kenn e an
und e leih denselben dami du ch seinen Willen Gel ung
ü ihn. Im äusse en S aa s ech e endlich gib e seinem
indi iduellen Willen übe die Regelung seine Beziehungen
begab e Indi iduen handeln kann, das; dahe das S aa so gan, indem es den
S aa swillen aus üh , die S aa sge wal selbs is . Nich sowohl de
Rich e be iehl die Aus üh ung des Rich e sp uches, als ielmeh die S aa s-
gewal selbs . Man e kenn unbedenklich an , dass de Wille des Fü s en,
de das Gese z sanc ioni und e kündig , Wille des S aa es is . Wenn man
nun den Willen des Fü s en, de e p lich e is , ein Ve assungsgese z , das
e ielleich selbs gegeben ha , als Rich schnu anzue kennen , indem e
solches hu , als pa icula en Willen des O ganes hins ell , so heiss das
mi doppel em Masse messen. Fü die Anhänge de o ganischen S aa sleh e
soll e sich das o ganische Leben des S aa es ge ade da in bewäh en, dass
jede Thä igkei , die on ihm ausgeh , auch wiede au ihn als Objec zu ück-
üh .
44
)
Das wi d on Allen übe sehen, die — wie neue dings Laban d, II.
S. 94-95 ( gl. jedoch S. 149, 212.); G. M e y e , Leh buch des deu schen S aa s .,
S. 10 ; H. Schulz e, Leh buch d. deu sch. S aa s ., I, S. 26, (indess S. 27 die
ich ige Ansich im Hinblick au die mode nen Ve assungss aa en) — den
S aa ü o mell sch ankenlos e klä en. Dann wä e es ja möglich, dass de
S aa eines Tags die ganze Rech so dnung au heb und dami einen " o mell"
ganz legalen Ac begeh . Das Rich ige is , dass de S aa jede e inz e 1 ne
Sch anke als solche au heben kann, d. h., dass Inhal und Ausdehnung seine
Besch änkung wechseln können , die Besch änkung selbs abe o exis i en
muss.
D .

Die Leh e on den S aa en e bindungen.
3
40
Wi haben das ju is ische Wesen des S aa es in de
Möglichkei de Ve p lich ung du ch eigenen Willen ge unden.
Um dahe zu. cons a i en, ob eine ö en lich- ech liche Co po-
a ion S aa ode dem S aa e un e han is , muss es ges ell
we den , ob sie aus eigenem Willen, aus eigene Mach -
ollkommenhei Rech zu e zeugen im S ande is . Im S aa e
ha alle dings nich nu die S aa sgewal selbs das Rech
de Fes se zung on Rech sno men. Auch ande en Ve bänden,
so namen lich den Selbs e wal ungskö pe n, kann die Fähigkei
de Rech sschöp ung gegeben sein.
9
)
Abe diese Thä igkei wi d
imme en wede di ec im Namen des S aa es ode doch un e
Au sich des S aa es ausgeiib . Die Geschä e de Selbs -
e wal ungskö pe sind s aa liche Geschä e ; indem de S aa
ihnen Au onomie e leih ode diese ane kenn , e wende e
sie ü seine Zwecke, übe äg ihnen die s aa liche Willens-
bildung au einem bes imm en Gebie e. Hie e p lich e
demnach de S aa die Un e hanen mi elba du ch eine
zwei e Mach , die en wede seine eigene Schöp ung is ode
on ihm o ge unden und in seinen O ganismus au genommen
wü de, die abe zu ihm nich nu in ollkommenem Sub-
jec ions e häl nisse s eh , sonde n auch in allen ih en Func-
ionen seinem
jus sup e nae inspec ionis
un e wo en is .
Das E lassen on Rech sno men hingegen , die Fes -
se zung o ganische Ein ich ungen aus eigenem Rech und in
eigenem Namen de a , dass diese Thä igkei keine
Con ole un e lieg ,
-
is
–
ei e-
--
Speci ische Eigenscha
_des S aa es. Nu de S aa ha uncon oli ba e
ö en lich- ech liche Gewal , nu seine Beschlüsse
können wede sis i , noch au gehoben, noch geände we den.
Und zwa gil das ü ,den ganzen Um ang de s aa lichen
Thä igkei . Wo dahe ein poli isches Gebilde nach
i gend eine Rich ung s aa liche Thä igkei
hin aus eigenem Rech e bindende No men zu
e lassen be ech ig is , da is im ju is ischen
l
'
Sinne ein S aa o handen.
Mi diese Behaup ung schein jedoch die Leh e on de
")
Das is e end he o gehoben on Zo n, Einige S ei agen a. a. 0.
S. 300-303.

41
ge heil en Sou e äne ä du ch ein Hin e p ö chen wiede ein-
ge iih zu sein. Indem man die Möglichkei zugib , dass ein
S aa nu au einem beg enz en Gebie e die höchs e Mach
besi z , ha man doch implici e die Rich igkei dessen zu-
gegeben, was man soeben bekämp ha . Aus dem Beg i e
de Sou e äne ä olg e ne , dass sie ü alle Gebie e des
s aa lichen Lebens die obe s e Mach is , dass also sämm liche
Hohei s ech e in ih e einig sind, Wie kann also ein ode
das ande e Hohei s ech einem ande en als dem sou e änen
S aa e zu eigenem Rech e zuges anden we den ? En wede , so
s.chein _ es , muss de nich sou e äne S aa nu Manda a des
sou e änen sein dann is seine s aa liche Quali ä e nich e ;
ode de sou e äne S aa besi z
de ju e
nich die Fülle s aa -
liche Gewal — dann is die Sou e äne ä eben ge heil .
g
.
_diese Schwie igkei e o de eine genaue
Bes immung des Beg i es de Zus ändigkei zu eigenem Rech .
Ein 11,ech s eh Jemandem
-
zu eigenem Rech
zu, wenn e in Ausübung desselben nu de Voll-
s ecke seines eigenen Willens is . Nich zum
Beg i e des eigenen Rech es gehö es hingegen,
dass dasselbe auch in de Pe son des Inhabe s
en s anden is , e ne nich , dass es demselben
wide Willen nich en zogen we den kann.
10
) Ein
Rech kann on dem Einen dem Ande en zu selbs ändigen.
Innehabung übe agen we den, und die En eignung wide
Willen heb die Zus ändigkei de de En eignung ähigen
Rech e zu eigenem Rech nich au . Man ha eine G und-
diens ba kei nich wenige zu eigenem Rech e, wenn sie on
dem Eigen hüme des dienenden G unds ückes einge äum
ic
)
Abgelei e es und delegi es Rech iden i ici schlech hin S ey d e 1,
Die neues en Ges al ungen des Bundess aa sbeg i es, Hi h's Annalen des
deu schen Reiches 1876, S. 654; Zo n , S aa s ech I, S. 58, gl. Einige S ei -
agen, a. a. 0. S. 310 ., de deshalb zu eine Nega ion des Bundess aa s-
beg i es komm S. 60, 61, da nu „de Sp achgeb auch" die Glieds aa en als
S aa en bezeichne , was ju is isch dann ich ig wä e, wenn dem Reiche das
„Obe au sich s ech übe die Einzels aa en" (S 79) zus ände. Dieses Obe -
au sich s ech is abe on Z o n blos als angebliche Consequenz des Sou e äne-
ä sbeg i es a
p io i
deduci ; dass es ac isch nich o handen is , muss e
selbs zuges ehen (1. c. n.
9).
4 2
wu de. .Man is nich wenige Eigen hüme , weil das Eigen-
hum du ch Rech sgeschä übe agen , du ch Exp op ia ion
au gehoben, im ö en lichen In e esse du ch Polizei o sch i en
besch änk , zu S a e en zogen we den kann. Genau das-
selbe gil im ö en lichen Rech e; auch hie muss Succession
on Delega ion un e schieden we den ; auch hie kann eigenes
Rech dem Eigne zu S a e en zogen we den. De S aa ,
welchem du ch Ve ag ein Gebie on einem ande en ab-
ge e en wi d , is in Beziehung au die nun ihm zus ehenden
Hohei s eche übe dasselbe Rech snach olge des ab e enden
S aa es gewo den, abe nich dessen Delega a . Die Be ugnisse,
welche einem S aa e du ch eine S aa sse i u on einem
ande n zuges anden sind, sind aus de Mach ülle des le z e en
abgelei e , abe de be ech ig e S aa is in _Ausübung de -
selben nich Delega a des e p lich e en. De König on
England he sch aus eigenem Rech e; wenn e
,
abe ka holisch
wi d ode eine Papis in hei a he , so e lie e nach
ancl Mai; sess. 2, c. 2, s. 9
die K one. 11)
Das _Wesen des eigenen Rech s bes eh ‚dahe wede _in_,
O igina i ä noch in Unen ziehba kei . Sein speci isches Me kmal
is einzig und allein, dass de jenige, dem es zus eh , in dessen
Ausübung ech lich un e an wo lich is .
E
i.g,e n e s_ R e c
is ech lich uncon oli ba es„.R,e,c.h .
Wenn das au ö en lich- ech liche Co po a ionen ange-
wende wi d, so s ehen ihnen Rech e zu eigenem Rech
zu, in de en Ausübung sie nich de ech lichen
Con ole eines S aa es un e liegen. Alle gese z-
gebende und e wal ende Thä igkei eine P o inz, Colonie, Ge-
meinde u. s. w. un e s eh imme de Con ole des S aa es, dessen
Theil sie bilde ; sie üb dahe nich ih eigenes, sonde n das
Rech des S aa es aus , dem sie angehö . Ein g osse Theil de
englischen Colonien ha ein eigenes Pa lamen , einen Gou e -
neu , de die meis en S ellen des S aa sdiens es bese z , einen
eigenen execu i en Ra h , de dem Gou e neu als eine A
Minis e ium zu Sei e s eh , es dü en sei 18 Geo, III. c. 12
uj
Home sham
Co , The ins i u ione o he english g (wemnmi .
London
1863,
p.
619.
43
keine als den. Colonien selbs zu Gu e kommenden S eue n
e hoben we den. Abe das englische Pa lamen kann jeden
Beschluss des Colonialpa lamen es cassi en und kann selbs ändig
Gese ze ü die Colonien e lassen ; de Gou e neu is de
Regie ung des Mu e landes e an wo lich.
12
)
So ausge-
b ei e e Be ugnisse die Colonien besi zen, so s ehen sie ihnen
doch nich zu eigenem Rech e zu. Nich die Colonie is das
Subjec de Gese zgebung ; denn die Königin on England e -
läss du ch ih en Delegi en — den Gou e neu — das Gese z
ü die Colonie und kann demselben die Sanc ion e weige n ;
ode das englische Pa lamen e kenn den Willen des Dele-
ga a s nich als seinen eigenen an und heb das Colonial-
gese z au , ode es wi k du ch eigenen Willen unmi elba
au die Einwohne de Colonie. Alle Colonialgese ze sind
dahe als solche nich selbs ändige Wille de Colonie, son-
de n
-
Wille des englischen S aa es. Die Land age de im
ös e eichischen Reichs a he e e enen König eiche und
Lände haben bei eine ganzen Reihe s aa liche Angelegen-
hei en das ausschliessliche Rech , den Inhal de hie au be-
züglichen Gese ze es zus ellen , abe nich de Landeshe ,
sonde n de Kaise on Oes e eich sanc ioni sie, de ös e -
eichische Minis e con asigni sie. Die Landesgese ze sind
dahe nich Ac e eine om ös e eichischen S aa e unabhän-
gigen Landesau onomie, sonde n Ac e des Reichswillens, welche
sich nu au ein bes imm es K onland beziehen, und an de en
En s ehung de gewähl en Ve e ung des K onlandes eine
he o agende Theilnahme einge äum is . Die ös e eichischen
K onlände sind dahe nich S aa en, sonde n Theile eines
Einhei ss aa es. 13)
Das Wesen eines zu eigenem Rech e zus ehenden He -
scha s ech es bes eh also da in, dass au einem beg enz en
Gebie e s aa liche Thä igkei eine ö en lich- ech liche Co -
po a ion be ech ig is , inne halb desselben die egelnden
No men in le z e Ins anz , mi Ausschluss eine Con ole
12)
Fi schel, Die Ve assung Englands S. 512.
13)
Uebe die s aa liche Con ole de Selbs e wal ungskö pe gl.
L. . S ein , Handbuch de Ve wal ungsleh e. 2. Au l. S. 34 l ; Gn ei s , De
Rech ss aa S. 41 ; Laband I. S. 101 l .
44
eine höhe en Mach , zu e lassen.
14
)
Eine solche Co po a ion
läss sich nach dem Vo angehenden un e den Beg i „S aa "
ju is isch subsumi en. Ein
.
solche S aa is abe nich sou-
e än, weil das Gebie seine Thä igkei nich on seinem
Willen allein abhäng , weil e nich als ein in jede Rich-
ung selbs ändige S aa , sonde n nu als Glied eines höhe en,
sou e änen Ganzen e scheinen kann. 15)
4. Aus dem Beg i e de Sou e äne ä olg , dass dem
sou e änen S aa e alle Sei en des s aa lichen Lebens un e -
wo en sind, dass e alle e denklichen Hohei s ech e zu
eigenem Rech e inne ha . Wie kann demnach eine ö en lich-
ech liche Co po a ion in den Besi z selbs ändige s aa liche
Mach de a gelangen, dass sie ih zu eigenem Rech e zus eh ?
Wie kann de nich sou e äne S aa dem sou e änen gegenübe
eigene Rech e haben ?
O enba nu dadu ch , dass sie ihm om sou e änen
S aa e übe agen we den. Da de sou e äne S aa sich
selbs besch änken kann, so kann e auch aus de Fülle
seine Compe enz eine ihm un e s ehenden ö en lich- ech -
lichen Co po a ion s aa liche Mach de a zuweisen. dass
diese nun Inhabe de selben is , e kann aus seinen Theilen
Subjec e on He scha s ech en scha en. De jenige , dem
das He scha s ech übe agen is , besi z es nich als de-
legi es, wohl abe als abgelei e es Rech . Indess, wede die
Tha sache, dass ein Rech übe agen, noch dass es e en uell
")
Rich ig bezeichne Co ole y, A
ea ise an he con, i u ional limi a ions
which es upon he legisla i e powe o he s a es o he Ame ican Union,
Bos on 1871, das Wesen de S aa sgewal , die e alle dings nach de gangba en
Ansich mi de sou e änen schlech hin iden i ici , als
„nncon ollable powe "
und sch eib in Folge dessen den Glieds aa en de Union den S aa scha ak e zu.
L a b an d
I, 107
bezeichne die ech sse zende Thä igkei nich -
sou e äne S aa en als Au onomie, welche Ausd uck wegen de nun einmal
allgemein als Au onomie bezeichne en ech se zeugenden Thä igkei de de
S aa scon ole öllig un e geo dne en Selbs e wal ungskö pe zweideu ig is .
Gese zgebung is Rech se zeugung du ch S aa swillen, Au onomie Rech s-
e zeugung du ch einen nich s aa lichen Willen, dahe is die ech se zeugende
Thä igkei des sou e änen und des nich sou e änen S aa es besse nich in
Gegensa z zu einande , sonde n beide ielmeh als eine eigene Ga ung de
Rech sschöp ung de nich s aa lichen Co po a ionen en gegenzus ellen. Vgl.
G. Meye , Leh buch § 155.
on dem u sp ünglichen Eigne zu ückgenommen we den kann,
hinde n nach unse en Aus üh ungen seinen Cha ak e als
eigenes Rech des S aa es , dem es übe agen is .
uh
)
Also
auch wenn de sou e äne S aa k a seine Sou e äne ä
seine Compe enz ände n und einen Theil de dem nich sou-
e änen S aa e e liehenen Mach wiede an sich ziehen kann,
wi d dadu ch de Beg i de dem nich sou e änen S aa e zu
eigenem Rech zus ehenden He scha s ech e nich al e i .
Abe das Eine is ju is isch no hwendig , dass diese
Rech e nich als u sp ünglich in de Pe son des sie besi zen-
_
den nich sou e änen S aa es en s anden gedach we den —
sons is die Einhei de Sou e äne ä ze s ö . Es is ju i-
s isch un ich ig , dass die Rech e de Einzels aa en des
deu schen Reiches nich im Willen des Reiches wu zeln, son-
de n ih en p o s i i en G und in de his o ischen Tha saChe
haben, dass die Einzels aa en sou e äne Gemeinwesen wa en,
be o das Reich geg ünde wu de.
16
)
Man b auch nu die
En s ehung neue Glieds aa en de no dame ikanischen Union
aus ih en Te i o ien in's Auge zu assen, um das ehle ha e
diese Behaup ung einzusehen. Nach A . IV. Sec . 3, 2 de
Unions e assung ha de Cong ess die Gewal
„ o dispose o ,
and make all need ul ules and egula ions espec ing he e i-
o y and o he p ope e belonying o ue Uni ed S a es."
Die
Union üb sämm liche Hohei s ech e übe die Te i o ien aus ;
die Behö den de selben sind O gane des Cong esses , die Be-
schlüsse de Te i o iallegisla u en sind heils ausd ücklich,
heils s illschweigend de Genehmigung des Cong esses un e -
wo en. Ha nun ein Te i o ium eine Be ölke ungszahl on
sechzig ausend Seelen e eich , so kann es du ch Beschluss
des Cong esses gemäss A IV, Sec . 3, 1 de Ve assung in
die Union als S aa mi denselben Rech en wie die üb igen
1
°') Wenigs ens die Möglichkei eines mi abgelei e en Hohei s ech en
ausges a e en Einzel s aa es im Bundess aa e angenommen on P ö z 1, S aa s-
wö e buch s. . Bundess aa II, S. 285; Vgl. Z öp l

§ 64 IV.
16
)
Wie L a b and I, S. 107 behaup e . Ebenso H. Schulz e, P euss.
S aa s ech 2. Bd., S. 787: Die Einzels aa en haben „eigene nich on de
Cen algewal abgelei e e Hohei s ech e" , nachdem doch S. 786 die e -
assung sm äs sige Ve h e ilung de Compe enzen he o gehoben wi d;
gl. desselben Au o s Leh buch des deu schen S aa s . I, S. 46, 47.

46
S aa en zugelassen we den.
17
)
Diese zu S aa en e hobenen
Te i o ien e hal en ih e Hohei s ech e unzwei elha on de
,ou e änen Union und in ih e ech lichen S ellung is kein
Un e schied wah zunehmen im Ve gleiche zu den S aa en,
welche im Jah e 1787 die Union bilde en, das 1874 zum
S aa e e hobene Neb aska s eh neben den al en Neuengland-
s aa en als gleichbe ech ig es Glied. Die s aa liche Mach e ne .
welche Vasallens aa en besi zen , is ihnen di ec on ih em
Suze än übe agen, sie wi d gewäh in Fo m on P i ilegien
und F eihei en , welche ihnen on dem Suze än zu eigenem
Rech e e liehen sind. So is o unse en Augen Bulga ien
du ch den Willen de P o e, welche au dem Cong esse
die Vo schläge de Mäch e accep i e, gemäss A . I des Be line
Ve ages om 13. Juli 1880 zum au onomen Fü s en hum
e hoben wo den. T o z de _De i a ion de Hohei s ech e Bul-
ga iens on de P o e wi d wohl Niemand da an zwei eln,
dass de Fü s on Bulga ien in Ausübung de ihm e -
liehenen s aa lichen Mach nich Delega a des Suze äns is .
Was in de Umwandlung de Te i o ien de Union in Glied-
s aa en und de P o inzen des osmanischen Reiches in Vasallen-
s aa en o sich geh , is beg i lich bei de En s ehung alle
nich sou e änen S aa en no hwendig. Nu du ch den Willen
des sou e änen S aa es können nich sou e äne
gebilde we den, de sou e äne S aa is be-
g i lich s e s das P imä e, de nich sou e äne
S aa das Secundä e.15)
De his o ische P ocess kann den umgekeh en Weg ein-
schlagen wie de ju is ische , was besonde s bei En s ehung
de Bundess aa en de Fall zu sein p leg . De Vo gang bei
de Schöp ung neue Glieds aa en du ch die Bundesgewal
leh indess auch anschaulich , was ju is isch s e s geschieh ,
dass du ch die Ve assung des Bundess aa es den Glieds aa en
")
Vgl. Rü imann 2. Bd., 2. Ab h. § 812 .
Vgl Zo n, S aa s ech I, S. 52, Einige S ei agen a. a. 0. S. 312, 313,
dem bezüglich de Ablei u n g de nich sou e änen S aa sgewal ollkommen
Rech zu geben is , de abe du ch Negi ung alle quali a i en Un e schiede
un e den dem sou e änen S aa e un e geo dne en Co po a ionen wei übe 's
Ziel schiess .
47
die ihnen zus ehenden Hohei s ech e übe agen we den. Die
Rich igkei dieses Sa zes , de bei E ö e ung des Bundes-
s aa es seine eingehende Beg ündung inden wi d , wi d ü
das deu sche Reich du ch die his o ische Tha nachgewiesen
sein, wenn Elsass-Lo h ingen einmal om Reichsland in einen
Glieds aa e wandel we den wi d. 19)
Dieses Loslösen einzelne aus de Sou e äne ä sich e -
gebende Rech e und Uebe agen de selben an ande e S aa en
zu Ausübung nach eigenem Rech e is ü das Völke ech
eine bekann e Tha sache. Jede S aa sse i u is ein Exempel
de selben. Die Ausübung de Func ionen de Gesand en und
Consuln, inso e n mi ihnen ein Gel endmachen de Hohei des
Sendes aa es e bunden is , be uh au selbs gewoll e Ein-
sch änkung des Emp angs aa es, de dem emden S aa e das
Rech zuges eh , dessen Willen au seinem Te i o ium gel end
zu machen.
2
°) De S aa , de im Ve age on einem ande en
i gend eine ech liche Be ugniss übe des le z e en Gebie und.
Un e hanen e häl , e schein in Ausübung de selben als selb-
s ändig, als uncon oli ba und un e an wo lich inne halb
de Ve agsg enzen, inso e n e nich ausd ücklich zu Aus-
übung de be e enden Rech e blos delegi wu de und dahe
ü die A und Weise de Ausübung dem Au aggebe e -
an wo lich is .
De selbe P ocess nun, de in den Beziehungen eines
sou e änen S aa es zu einem ande en s a inden kann, is
auch bezüglich eines S aa es zu einem seine Theile möglich.
Wenn ein S aa aus seine Mach ülle und k a de selben
einzelne ihm zus ehende Rech e loslösen kann, so wi d s aa s-
ech lich möglich sein, was ölke ech lich unzwei elha o -
handen is .
Dasjenige Beispiel, welches die Auss a ung on Theilen
eines sou e änen S aa es mi selbs ändige s aa liche Mach
on Sei en de sou e änen Gewal und die dadu ch e -
olg e Ve wandlung des Einhei ss aa es in einen zusammen-
19)
Wozu mi dem Reichsgese ze om 4. Juli
1879
de Ansa z gemach
wu de; gl. Z o n, S aa s . I, S. 437 .
20)
L ab and II, 252 ; Zo n I, S. 102.
48
gese z en am bes en da hu , bie e die Geschich e des al en
deu schen Reiches, wo sich das allmälige Loslösen einzelne
Hohei s ech e on dem Reich und die Uebe agung de -
selben an die Reichss ände zu Innehabung nach eigenem
Rech e deu lich e olgen läss , Die S ände handel en in Aus-
übung de Landeshohei , nich als Delega a e des Reiches.
Diejenigen z. B., welchen ein unbeg enz es
p i i7egium de non,
appellando
e liehen wu de, besassen ohne Zwei el die Jus iz-
hohei übe ih e Te i o ien , denn jede Beau sich igung on_
Sei en des Reiches wa ja du ch die Ve leihung des P i i-
legiums ausgeschlossen. De ju is ische Cha ak e de den
Reichss änden einge äum en Rech e is am bes en ausged ück
du ch die A de Ane kennung des Ve ags ech es de S ände
im Osnab ücke F ieden:
„Jus aciendi in e se e cum ex e is
oede a, p o sua cujusque conse a ione ac secu i a e singulis S a-
ibus pe pe uo libe um es o."
21
)
Diese
libe as in de Ausübung
eines Hohei s ech es is das Kennzeichen da ü , dass de In-
habe aus eigene Mach und nich im Au age eines Ande en
da on Geb auch machen kann. Das ha e Pu endo o z
seine Nega ion de Möglichkei zusammengese z e S aa en
in alle Schä e e kann , indem e ausd ücklich e klä , dass
die S ände ih e Be ugnisse k a eigenen Rech es und nich
als Ve e e des Kaise s ausüben, und die dagegen gemach en
Einwände en schieden zu ückweis
22
);
dahe is die zule z
on P ü e o muli e Ansich , dass das Reich übe
S aa en he sch e , ollkommen ich ig. Wede die Un e -
o dnung de S ände un e das Reich , noch die En zieh-
ba kei und Besch änkba kei de Landeshohei du ch die
sou e äne Cen algewal können an diese Tha sache e was
ände n, weil sie dem . Beg i e des eigenes Rech es nich
wide sp echen.
")
J. P. 0. VIII, §. 2.
22
)
„E is a quidenb omnia su o ju e non Impe a o is loco exe cen ."
De s a u imp, Ge m.
V. 28, gl. Die Polemik gegen die en gegengese z e Ansich
ib. no a 5 (ed. Schaumbu g 1734
p.
275). J. J. Mose , Von de Landeshohei
de deu schen Reichss ände c. 1. §. 7 heb es als den eigen lichen Vo zug de
deu schen Reichss ände he o , dass sie die Landeshohei nich als Beam e
ode im Namen des Kaise s, sonde n aus eigene Gewal , in eigenem Namen
ausüben.
49
4. Eine Bes ä igung des Sa zes , dass ö en lich - ech -
liche Co po a ionen , welche mi , zwa on eine sou e änen
Gewal abgelei e en , abe selbs ändigen Hohei s ech en aus-
ges a e sind , S aa en und nich blos dem S aa e un e -
geo dne e Kö pe scha en sind, bie e das Völke ech . V ö 1 k e -
ech liche Subjec e sind nu S aa en. Colonien,
P o inzen , K eise , Gemeinden u. s. w. haben keine ölke -
ech liche Exis enz. Wohl abe e kenn das Völke ech , wie
be ei s e wähn , die Exis enz de nich mi Sou e äne ä aus-
ges a e en S aa skö pe als ölke ech liche Subjec e an.
Ni 1
331sou e äne S aa en sind Rech ssubjec e im ölke ech lichen
Sinne, das gil nich nu
-
ön
—
jenen welche Gesand e schicken
und Ve äge schliessen können , wie die S aa en des al en
und des neuen deu schen Reiches, auch diejenigen nich sou e-
änen S aa en, denen gemäss de Ve assung, de sie un e -
wo en sind, jede selbs ändige Wi ksamkei nach Aussen un e -
sag is , wie die S aa en de Union, die auch un e sich keine
Ve äge schliessen können, weil ih e S aa sgewal sich „au
keinen Gegens and e s eck , welche als Subs a i gend
eines de a igen Abkommens gedach we den könn e"
3
)
,
haben
dennoch ih e ölke ech liche Exis enz nich öllig e lo en.
Das zeig sich im Falle eine Ve le zung de Bunde s-
e assung du ch den Glieds aa . Hie is de n i c h -
sou e äne S aa T äge des Un ech s. Eine Fähig-
kei , welche ausschliesslich dem S aa e o allen ande en
Co po a ionen eigen hümlich is , is die, schuldba es Un ech
e üben zu können.
23a)
Eine ju is ische Pe son kann zwa
ci il ech lich e an wo lich gemach we den , sie kann zu
E üllung und Wiede he s ellung, abe sie kann nich wegen
eines Schuldmomen es in ih en Handlungen zu s a ech -
lichen G-enug huung e hal en we den , denn Schuld und
Unschuld können nu Me kmale de Tha des unmi elba
handelnden Indi iduums sein. Ande s beim S aa e in seinen
ölke ech lichen Beziehungen. Die ech swid igen Handlungen
de jenigen, welche T äge de S aa sgewal sind, sind nich
23
)
Schlie a. a. 0. S. 253.
23a
)
Ve gl. H e e § 101-104; B1 un s ch 11 , Mod. Völke ech .
7. Buch ; Cal o I, 1. VI.
D . Je llinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

4
56
Die poli ische Selbs ändigkei Polens wa du ch den
T ac a on G odno om 5./16. Oc obe 1793
35
)
gewiss so
gu wie e nich e . De Kaise in on Russland und ih en
Nach olge n wi d on Polen im A ikel VI zuges anden :
„ on
deg
g
d' in luence u ile dans les mesu es Mili ai es e Poli iques,
qu'une sage p
g
oyance d' ap s un conce p
g
alable a ec le
Gou e nemen Polonais pou aien conseille pou la su e
g
e la
anquilli
g
de la R
g
publique."
In A . XI e p lich e sich
Polen, nu mi Vo wissen und de Zus immung Russlands
mi eine ande en Mach Ve äge zu schliessen, im A . XV
e sp ich es , keine Ve assungsände ungen o zunehmen,
„qu' en se conce an a ec Sa Majes e Impe a ice" .
De poli-
ische Ein luss Russlands au Polen wa demnach ein bei-
nahe unbeg enz e . Dennoch wa Polen damals ech lich
ein sou e äne S aa , denn alle Ve p lich ungen, die es in
dem T ac a übe nommen ha e , müssen als seinem eien
Willen en sp ungen und als du ch seinen unun e wo enen
Willen e üllba angesehen we den. Wenn es also Polen
gelungen wä e, die läs igen Ve p lich ungen abzuschü eln,
so hä e es dami höchs ens einen Ve agsb uch -- und iel-
leich nich einmal den — begangen , abe die Handlungs-
weise de Polen im Jah e 1795 kann nich als Rebellion
quali ici we den , wie es de Wide s and eines abhängigen
S aa es gegen seinen Obe he n is , denn Polen ha e einen
solchen nich .
Wenn im Ve age de S aa sou e än bleib , so kann
du ch Ve ag ein nich sou e äne S aa nich en s ehen.
Wohl kann ein S aa in E üllung eines Ve ages seine Sou-
e äne ä übe einen Theil seines Gebie es au geben und sich
e p lich en , sich einem ande en ganz zu un e we en, abe
eine Clausel, du ch welche sich de sich un e we ende S aa das,
Zu ückbehal en einige Hohei s ech e ausbedänge, is ju is isch
unmöglich , weil de S aa du ch das Au geben seine Sou-
e äne ä seine Exis enz als s aa liche Pe sönlichkei e lie
und demgemäss auch nich meh als Ve agspa ei o -
daue n kann, und weil ande e sei s de seine Selbs ändigkei
Ma ens,
Recueil des ai e's V. p. 222.

57
e lie ende S aa gegenübe dem obe he lichen S aa , k a
dessen ane kann e Sou e äne ä , als T äge on Hohei s-
' ech en , die in keinem Zusammenhange mi de Mach oll-
kommenhei des sou e änen S aa es s ehen, in Folge de Ein-
hei lichkei und Un heilba kei de Sou e äne ä nich gedach
we den kann. Ein S aa kann seine Sou e äne ä nu ganz
und ohne Rückhal , ode e kann sie ga nich au geben. 36)
Die zwei e F age kann dahe nu dahin bean wo e
we den, dass, da ein nich sou e äne S aa nich ande s en -
s ehen kann als du ch den Willen des sou e änen , diese
nu dadu ch einen nich sou e änen S aa scha en kann, dass e
eines seine Ve wal ungsbezi ke ode einen ihm un e geo d-
ne en Selbs e wal ungskö pe mi uncon oli ba e s aa -
liche Mach , mi zu eigenem Rech zus ehenden Hohei s ech en
auss a e und sie dadu ch zu He scha ssubjec en e heb .
I
n
adi —de --Ve ag--eelbs ändige S aa en, sonde n ausschliess-
lich_de ...Wille des sou e änen S aa es is de ju is ische
En s ehungsg und eine s aa s ech lichen S aa en e bindung.,
•

•
Wi sehen dahe schon
—
hie , was bei
-
de E ö e ung des
Bundess aa es beg ünde we den wi d, dass, wenn de G ün-
dung eine S aa en e bindung, de en Gliede eine Cen al-
gewal un e wo en sind, ein Ve ag o angegangen is , diese
Ve ag nich als Rech sg und de neuen s aa s- und ölke -
ech lichen Exis enz be ach e we den da .
Die Bean wo ung de le z en hie zu lösenden F age,
nach welchen Me kmalen es im conc e en Falle zu beu heilen
sei °öb
--
ein S aa sou e än sei ode nich , is nun seh leich .
Wenn ein S aa du ch einen Ac eines ande en S aa es de -
a gebunden we den kann , dass ihm diese k a eigenen
Rech es eine Ve p lich ung au zue legen im S ande is , dann
is de also e p lich ba e S aa nich sou e än. Is abe de
G und de Ve p lich ungen eines S aa es ausschliesslich in
seinem eigenen Willen zu inden, den e en wede selbs ode
36
)
Vgl. Se
yde
1, Bundess aa sbeg i
a. a. 0. S. 214. Ein Beispiel eines
solchen Ve ages is de Unionspa zwischen G ossb i annien und I land, in
welchem I land eine Anzahl Ve e e in beiden Häuse n des Pa lamen s zu-
ges anden wi d, gl. E skine Ma
y, Th.e cons i u ional l i s o y o England
5
h
ed. Vol.

p. 332.
58
du ch eine ande e Mach als Delega a seines Willens gel-
end. mach , dann is de also e p lich ba e S aa ein sou-
e äne .
IV.
Ein heilung de S aa en e bindungen.
1. Das Ein heilungsp incip ü die S aa en e bindungen
schein uns du ch die o angegangene Un e suchung on selbs
gegeben zu sein: Ve bindungen mi Coo dina ion und Ve bin-
dungen mi Uebe - und Un e o dnung de Gliede , m. a. W.
ölke ech liche und s aa s ech liche Ve bindungen;_
und nach diese Ein heilung wä en demnach die einzelnen
Ve bindungs o men abzuhandeln.
Eine solche Disposi ion des S o es wü de jedoch jene
ap io is ischen Behandlungsweise en sp echen , gegen welche
Wi 'ü.iiS
-
Eingangs dieses Buches e wah haben. E s die
eingehende Un e suchung eine jeden Ve bindungs o m soll
es kla machen , welche Ka ego ie sie einge eih we den
muss, und somi können e s zum Schlusse die beiden Gene a
mi ih en Species einande gegen-übe ges ell we den.
Es is ielmeh ein ande e Gesich spunk , on welchem
aus sich au den e s en Blick eine scha e Scheidung de
S aa en e bindungen e gib , un e dem wi in de Gliede ung
des S o es o gehen wollen.
Die Ve bindung meh e e S aa en kann en wede de a
sein, dass die S aa en nebeneinande exis i en, ohne dass O -
gane o handen sind, welche du ch die Ve einigung gescha en
wo den sind, ode in denen sie zum Ausd ucke gelang , ohne
dass dahe die Ve bindung eine O ganisa ion e häl ; ode die
Ve bindung besi z solche O gane und is dahe nich blos
ein mechanisches Neben- ode Ineinande on S aa en. Nich -
o ganisi e und o ganisi e Ve bindungen sind die
beiden G uppen, in welchen wi die S aa en e bindungen be-
ach en we den.
Diese Ein heilung be uh nich au einem äusse lichen
und dahe unwesen lichen Me kmale , sonde n beg ünde eine
59.
ie eing ei ende au
de
Na u des menschlichen Gemein-
lebens be uhende Scheidung de S aa en e bindungen.
Alle Ve häl nisse des menschlichen Gemeinlebens,` welche
daue nde Beziehungen de Gliede au ech e hal en sollen,
bedü en eine , sei es e agsmässigen, sei es au He sche -
be ehlen be uhenden O ganisa ion, mi els welche die du ch
das G-emeinscha s e häl niss zu e s ebenden Zwecke e -
wi klich we den. Dahe schon im P i a ech e de g osse
Un e schied zwischen den o übe gehenden , du ch Leis ung
und Gegenleis ung sich lösenden obliga o ischen Ve häl nissen
und den mi handlungs ähigen O ganen e sehenen, on con-
s an en Zwecken ge agenen Co po a ionen. Je ausgebilde e
und es e die O ganisa ion eine Gemeinscha , des o es e
ge üg is sie selbs , des o gesiche e ih e Daue , des o
leich e und gewisse die Ve wi klichung ih e Zwecke.
Das gil auch ü die Ve bindungen on S aa en in einem
ölke - ode s aa s ech lichen Ve häl nisse. Nu .. das O ganisi e
kann die Ga an ie ü die E eichung des Zweckes de Ve -
einigung bie en. Wo keine O ganisa ion, da degene i ein jedes
e liäl nisszwischen S aa en leich und üh en wede zu
Au lösung des Bandes ode zu ölligen Au nahme des poli isch
minde Mäch igen in den O ganismus des Mäch ige en. Dahe
d äng jede au be ech ig e his o ische und poli ische Basis
uhende Gemeinscha zu eine O ganisa ion.
2.
Vo de Un e suchung de S aa en e bindungen selbs
we den Wi uns mi jenen S aa en beschä igen, welche en -
wede Gliede besi zen, die zwa nich ju is isch, wohl abe
poli isch als mi eigenem Leben begab angesehen we den
können, ode die eins aus meh e en ge enn en S aa en zu
Einhei ss aa en umgewandel wo den sind, ode welche, ohne
dass ein ech liches Band o handen wä e, dennoch den An-
schein haben, als ob sie als Gliede eine S aa en e bindung
au e en. Es sind dies also jene Einhei ss aa en, welche en -
wede om poli ischen ode om his o ischen S andpunk e
aus als zusammengese z e S aa en e scheinen, ode welche
mi einem ande en du ch die ech lich zu ällige Gemeinscha
des pe sönlichen T äge s de S aa sgewal e bunden sind
und. demgemäss in poli ische Wechselwi kung s ehen. De
60
Fall, in dem ein Einhei ss aa aus meh e en bishe ge enn en
en s anden is , ha übe dies eine ju is ische Sei e,
4
indem de
Ac de Ve einigung ein Rech sas is . Abe einmal e -
einig , sind diese S aa en om ju is ischen S andpunk e au s
als ein in jede Rich ung einhei liches Ganze anzusehen,
man kann hie nu noch im his o ischen Sinne on eine
S aa en e bindung sp echen.
Alle diese Ve bindungen können üglich als his o isc h-
poli ische Ve bindungen den Ve bindungen mi ju i-
s ischem Cha ak e gegenübe ges ell we den.
E s e Ab heilung.
His o isch-poli ische Ve bindungen.

Nebenlände und Colonien
im
Ve häl nisse zum Haup - und Mu e land.
1. De Beg i des Nebenlandes is ein ein poli ische
und dabei ein so schwankende , dass es schwe äll , eine
um assende De ini ion desselben zu geben.
1
)
Am zu e ends en
wi d es sein, als Nebenland denjenigen Theil eines S aa s-
e bandes zu bezeichnen, de eine poli isch un e geo dne e
Rolle spiel , so dass e an dem wesen lichen Inhal des im Haup -
lande concen i en S aa slebens keinen An heil
.
ha .
2
) Räum-
liche En e nung Von dem Haup gebie e , eine de he schenden
Na ion s ammes emde Be ölke ung; die noch ische E inne-
ung a n ehemaliges selbs ändiges S aa sleben und de dadu ch
beding e Gegensa z zu de neuen S aa sgewal ; Mangel
an ac i e Theilnahme an dem Leben des Gesamm s aa es,
Fehlen eines o ganischen Bandes mi dem Haup lande, wie
es bei eine un e wo enen P o inz de Fall is , können
zu Bezeichnung eines Landes als Nebenland üh en. Ein
S aa mi Nebenlände n is keine S aa en e bindung im ju-
is ischen Sinne, sonde n ein Einhei ss aa , de abe in sich
i
)
Vgl. die bei Blun sc hl i, Poli ik S.
405
., au gezähl en Fälle on
Nebenlände n.
2
)
Nach J. S . Mill,
Consicle a ions an ep esen a i e go e nmen
eh. XVIII sind Nebenlände solche, welche meh ode wenige obe he lichen
Bes immungen un e wo en sind, ohne billigen An heil an de Gese zgebung
des Haup landes zu haben. Das is eine nu ü die Nebenlände cons i u-
ionelle S aa en passende E klä ung und auch da nich imme zu e end, wie
das Ve häl niss Algie s zu F ank eich ode C oa ien-Sla oniens zu Unga n zeig .
64
kein einhei liches Leben üh , de also kein o ganisches
Ganze is , sonde n Gliede besi z , welche en wede nach
poli ische Selbs ändigkei ingen ode doch in keinem inne en
his o isch ode na ional no hwendigen Zusam menhange mi
ihm s ehen.
2.
Eine h e o agende S ellung un e den Nebenlände n,
de a , dass sie als eine eigene Ka ego ie ihnen an die Sei e
ges ell zu we den p legen , nehmen die Co 1 onien an. Co-
lonien im s aa s ech lichen Sinne sind Ansiedlungen on An-
gehö igen eines bes imm en S aa es en wede au bishe unbe-
wohn em Te i o ium des S aa es selbs ode au emdem
Gebie , welches du ch die Ansiedelung ü den Heima ss aa
de Colonis en in Besi z genommen wi d. Je nachdem de
Mu e s aa in äumliche Con inui ä mi de Colonie sich be-
inde ode on ih ge enn is , wi d sich das Schicksal de
Colonie e schieden ges al en. Im e s en Falle wi d die he an-
ge ei e Colonie sich dem Kö pe des Mu e landes als o gani-
sches Glied ein ügen. Das bewäh sich an den Te i o ien de
Ve einig en S aa en on No dame ika, welche, sobald sie eine
gewisse Be ölke ungszahl e eich haben, on dem Mu e lande
zu S aa en e hoben und als gleichbe ech ig e Gliede in die
Union au genommen we den können.
Die Colonien de eu opäischen S aa en hingegen, welche,
mi Ausnahme des in äumliche Con inui ä mi Russland
s ehenden Sibi iens, du ch das Mee om Mu e lande ge enn
sind , sind nich au die Daue zu de abhängigen S ellung
bes imm , in de sie sich be inden. Mi dem E s a ken de
Colonie beginn hie de en Selbs ändigkei eine imme g össe e
zu we den, bis das Band mi dem Mu e lande en wede so
lose is , dass die He scha des le z e en nu noch dem Namen
nach exis i , ode es ganz ze issen wi d. De Ab all de
d eizehn no dame ikanischen Colonien on England im Jah e
1776 , die Los eissung de cen al- und südame ikanischen
Besi zungen Spaniens und die Cons i ui ung de selben zu
selbs ändigen S aa en im zwei en und d i en Decennium
unse es Jah hunde s beweisen zu Genüge , wohin es üh ,
wenn ein eu opäische S aa eine ansa lan ische Besi zung
au die Daue wie eine un e wo ene P o inz behandeln will.
65
Da bei den übe seeischen Colonien schon wegen de
äumlichen T ennung on dem Mu e lande ein inniges Ve -
häl niss mi demselben nich möglich is , so wi d eine gesunde
Colonialpoli ik die he ange ei en Colonien mi de wei g ehend-
s en Selbs e wal ung auss a en. Dies is de einzige Weg,
um die T ennung des mündig gewo denen Kindes on de
Mu e so lange als möglich hinauszuschieben. Endlich wi d
sie abe doch ein e en , denn jene Lebensgemeinscha , jene
Iden i ä de höchs en In e essen, welche die poli ische G und-
lage eine bleibenden s aa lichen Ve einigung bilde , is hie
nich meh o handen. Wenn die Colonie des Schu zes des
Mu e landes en beh en kann, wenn sie dahe die Bedingungen
wah e Au a kie in sich inde , so wi d sie endlich ih e poli-
ische Rei e dadu ch documen i en, dass sie als eigenbe ech-
ig es Glied in die S aa en amilie ein i .
Es is dahe his o isch und poli isch die Anschauung
wohlbe ech ig , welche in den heu igen Colonien de eu o-
päischen Cul u ölke we dende S aa en sieh
3
)
,
abe ech lich
sind und bleiben sie Theile des Mu e landes , so lange die
Ve bindung mi demselben nich gänzlich gelös is , denn
o z des g ossen Maasses on Selbs e wal ung, welches
iele Colonien besi zen, s eh doch keine on ihnen s aa liche
Mach zu eigenem Rech zu.
4
)
Dabei kann ac isch die
S ellung de Colonie eine de a ige sein , dass ih e selb-
s ändige Bewegung iel wei e und eie is , als die, welche
manchem S aa e zukomm .
Das beleh ends e Beispiel hie ü bie e die O ganisa ion,
welche den b i ischen Colonien in No dame ika du ch die
B i ish No h Ame ica Ac
om 29. Mä z 1867
30 e 31 Vic . c. 3
3)
R o sche , Colonien, Colonialpoli ik und Auswande ung passim,
J. Held im S aa swö e buch s. . Sou e äne ä XIII, S. 443, No e 13 ;
Blun s chli, Mod. Völke ech A . 79 ; R. . M o hl , Encyclopädie S. 569.
4)
Zu wei geh dahe B lun s chli 1. c., wenn e die Möglichkei ölke -
ech liche Exis enz on Coloaien als „halbsou e äne S aa en" und demgemäss
selbs ändige in e na ionale Beziehungen ü sie behaup e . Nie kann Neu-
Süd-Wales ode Canada, sonde n s e s nu die Königin on England, en wede
in eigene Pe son ode du ch ih en S ell e e e , Ve äge schliessen, Gesand e
schicken, K ieg e klä en. Vgl. C al o I, § 40
p.
145.
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen

5
72
au G und de Wiene Cong essac e in Realunion ges anden,
und dass demnach die S aa spe sönlichkei Polens nich in
Russland au gegangen sei. Schon W h e a o n indess ha be-
me k , dass die Union Polens mi Russland
„c une na u e plus
i egulü e"
sei, und handel sie im Anhang zu de De ini ion
de Inco po a ion ab
7
),
ebenso bezeichne sie Phillimo e
als eine Union
„o
an
wholly anomalous kind"
8
),
C a l o e -
klä Polen als
„annex(" cc la Russie"
9
)
und Pözl ha wenig-
s ens die Zulässigkei de Ein eihung des Ve häl nisses Polen-
Russland un e die Realunionen bezwei el . 10)
Eine eingehende, nich mi allgemeinen, o ge ass en
Beg i en a bei ende , sonde n den Einzel all gemäss seine
indi iduellen Bescha enhei beu heilende Un e suchung muss
zu dem Resul a e kommen , dass Polen du ch die Wiene
Cong essac e seine s aa liche Exis enz nich beibehal en ha e.
Das He zog hum Wa schau wu de gemäss A . I des Schluss-
ac es des Wiene Cong esses mi dem Kaise hum Russland
e einig . De Kaise on Russland e sp ach da in den ande en
con ahi enden Mäch en, dem Lande eine gesonde e Ve wal ung
zu Theil we den zu lassen
11
)
und neben seinen ande en Ti eln
auch den eines Königs on Polen anzunehmen. Zugleich we den
den Polen sowohl Russlands als Oes e eichs und P eussens
e sp ochen :
Une epHsen a ion e des ins i u ions, egPs d 'apAs
le mode d' exis ence poli ique que chacun des you e nemen s aux-
quels ils ap_pa iennen juge a u ile e con enable de lee
acco de ."
Die Ve p lich ung Russlands bezüglich Polens
wa dahe ju is isch keine ande e als die bezüglich de Au
ech e hal ung de innländischen Ve assung gemäss des
7)
Elemen s L, p. 53.
8)
Vol. I., p. 89.
§. 48
p.
151, wo auch das Ve häl niss als
„union pa inco po a ion"
bezeichne wi d, übe eins immend mi dem o iciellen Ausd uck in § 1 de
polnischen Ve assung : „Das König eich Polen is au ewig dem ussischen
Kaise eich ein e leib ." S. Pöli z, Eu op. Cons i u ionen Bd. 3, S. 24.
10
)
S aa swö e buch s. . Union, Bd. X, S. 673.
)
„ce E a , jouissan d'une adminis a ion dis inc e".
Vgl. den ussischen
En wu bei K 1 üb e , Ac en des Wiene Cong esses Bd. VI, S. 74:
„Le es e
du Duchd de Va so ie es de' olu i la
Cou onne
de Russie, conzme d a uni, -
auquel Sa 21ajes e Impe iale se ese e de Bonne une cons i u ion na ionale e
l'ex ension des limi es , quelle ju ge a COM, en ab 1 e."

73
F ied ichshamme F iedens : sie wa eine Ve p lich ung gegen-
übe D i en. Abe die -Lage Polens wa schlimme als
die Finnlands. Dieses e eu e sich be ei s eine Ve assung,
welche on Russland nu bes ä ig zu we den b auch e. In
Polen jedoch soll e eine neue Ve assung on dem neuen
He sche gegeben we den , bezüglich welche nu einige all-
gemeine Sä ze ieldeu igen Inhal s ölke ech lich s ipuli
wa en. Polen wa also du ch den Wiene Cong ess de
ollen Sou e äne ä Russlands un e wo en wo den, welches
sich in Ausübung de selben gewisse Selbs besch änkungen
au zue legen e sp ach. In de Tha i Alexande I. am
20. Juni 1$15 die He scha übe Polen an und e sp ich
in dem Mani es e on diesem Da um dem Lande eine Ve -
assung zu geben, welches Ve sp echen e am 25. Decembe
1815 einlös .
Die Ve leihung de Ve assung an Polen, wodu ch dieses
als König eich mi seh wei gehende Selbs ändigkei e klä
wi d, is dahe ein einsei ige Ac de ussischen K one
gewesen. Nun kann eine Realunion zwischen zwei S aa en,
wie un en eingehende da geleg we den wi d, nie du ch ein-
sei igen Ac eines S aa es en s ehen, sonde n es is hiezu
imme de übe eins immende Wille de zu uni enden S aa en
no hwendig. Da Polen unge ag und seh gegen den Willen
de Na ion dem ussischen Reiche ein e leib wu de, so kann
nich behaup e we den, dass Polen du ch die ihm oc oyi e
Ve assung, de en Wo lau s ellenweise alle dings zu eine
solchen Ansich Anlass geben könn e
12
),
einen Unionspa
mi Russland geschlossen und demgemäss als sou e äne S aa
o bes anden habe.
Polen nahm ielmeh Russland gegenübe genau dieselbe
S ellung ein, die, eine de mi um assendem
sel go e nmen
aus-
ge üs e en Colonien England gegenübe einnimm . Man e -
gleiche die ech liche Na u de polnischen Ve assung mi
de
canadischen und man wi d inden , dass ein wesen liche
Un e schied in de S ellung beide Lände zum Haup lande
nich o handen is . De Kaise on Russland ha e sich als
König on Polen iele Rech e begeben, welche ihm als abso-
1
')
z. B.
§§.
8, 9.
74
in e n He sche zus anden; genau so ha das englische Pa -
lamen seine
in hesi
unbeg enz e Mach ülle dem canadisch en
Pa lamen e abge e en. Und so wie das englische Pa lamen ,
o z E ich ung de canadischen Ve assung und o z des
Canada gemäss de selben zus ehenden Rech es de selbs än-
digen Ve assungsände ung k a sein e M ach ollkommenhei
o mell das Rech ha , die Ve assung de Colonie zu ände n
und au zuheben, so ha e auch de unbesch änk e Cza s aa s-
ech lich — wenn auch nich ölke ech lich — gewiss das
Rech , die polnische Ve assung nach Belieben zu ände n,
o z alle Ve siche ungen , die in de selben niede geleg
wa en, und es is bekann , in welche Weise on diesem
Rech e mi Ve le zung de Wiene Cong essac e Geb auch
gemach wo den is .
Es is eben unmöglich , dass ein absolu e He sche ,
sei es nun ein unbesch änk e Mona ch ode ein Pa lamen
in Bezug au Nebenlände , die in ihm nich e e en sind,
einem T heile seines He scha sbe eiches eine ihn unwide -
u lich besch änkende Ve assung gib . Imme is da eben noch
de absolu e He sche o handen , de übe dem au einem
bes imm en Gebie e besch änk en s eh , und de absolu e He
kann den besch änk en jede zei seines Wo es k a seine
höhe en Mach en binden. De König on Polen wa ein
Geschöp des Kaise s on Russland und die Bande , welche
diese dem e s e en au e leg ha e, konn e e jede zei wiede
lösen. Es is möglich , dass ein übe zwei du ch Pe sonal-
ode Realunion e einig e S aa en egie ende Mona ch in
dem einen S aa e absolu he sch , in dem ande en hingegen
s ändisch ode cons i u ionell besch änk is . Abe dass ein
He sche inne halb eines Reiches zugleich absolu und
cons i u ionell egie en könne , is nich nu au die Daue
poli isch zwei elha , sonde n auch ech lich undenkba . Die
scheinba e Cons i u ion ü einen Theil des S aa es is da
wei e nich s als ihm
p eca io
gemach e Zuges ändnisse, de en
Zu ücknahme jeden Augenblick e olgen kann. T e end beme k
B e a c h L a w e n c e, dass die Linie, welche Polen on Russland
ennen soll e, imaginä wa . 13)
13
)
Commen ai e
. 1, p.
305.
75
Polen bilde e dahe be ei s 1815 einen Theil des ussi-
schen Reiches, o z des Königs on Polen, o z des gese z-
gebenden Kö pe s , o z des eigenen Minis e iums und de
eigenen A mee , o z de ausschliesslichen Zulassung de
Polen zu. ö en lichen Aem e n , so gu als Canada , Neu-Süd-
Wales, Jamaica, Capland u. s. w. Theile des b i ischen Reiches
sind, o z ih e Pa lamen e , o z ih es
p i y council ,
o z
eigene A mee und Flo e, o z des Rech es de Ve assungs-
ände ung, o zdem zu manchen Aem e n nu Einheimische
zugelassen we den dü en.
Also selbs in dem Falle, dass ein S aa d i en Mäch en
e sp ich , einem ihm einzu e leibenden S aa e ode Theile
eines S aa es eine gewisse Selbs ändigkei zu gewäh en, wi d
die s aa liche Exis enz des inco po i en Landes nich ge-
e e . Hie äll ju is ische und poli ische E kenn niss zu-
sammen. Denn wo imme un e solchen Bedingungen ein
S aa einem ande en inco po i wu de , da ha de ein-
e leib e S aa niemals au die Daue ein Leben ge üh , das
den Cha ak e eine P o inzialexis enz übe sch i .14)
'4.
Die Bezeichnungen eine Realunion nach gleichem und
ungleichem Rech e ü Fälle de Inco po a ion haben ü den
mode nen S aa nu den We h eines ungenauen Ausd uckes
ü die his o ische Tha sache, dass ehemalig öllig ge enn e
S aa en inso e n noch o exis i en, als de neue Einhei ss aa
den ühe selbs ändigen Gliede n ein wei gehendes Gebie
de Au onomie und Selbs e wal ung belassen , beziehen lich
gegeben ha , so dass e als meh ode minde decen alisi e
Einhei ss aa e schein . Abe ju is isch is die Tha sache
i ele an . Fü die ech liche Beu heilung is es en -
14
)
Ande e Fälle diese A sind die Ein e leibung de Os seep o inzen in
Russland im Nys äd e F ieden (1721), in welchem Schweden e sp ochen wu de,
die al en Ins i u ionen o bes ehen zu lassen, A . IX n. X, G- hill
an
y, Diplo-
ma isches Handbuch I, S, 158; dann die Ve einigung Genuas mi Sa dinien
gemäss A . 86-88 de
Ade inal du cong
g
s de Vienne.
Nach A . 88 wu den
nämlich die Genua im
Annexe de l'A. icle _IV du ai
g
du 20
mai
1815 en e
l'Au iche e le oi de Sa daigne
zuges andenen Rech e als Bedingungen de
Union e klä . Vgl. die bei Whea on, Elemen s . II. p.
271 u.
356 abge-
d uck en Ac ens ücke. S 1 üb e ,
D oi des gens § 27 no e e
bezeichne diese
Ve einigung als
nnio ealis aequalis pe pe ua.
76
scheidend, dass de be e ende S aa in seine gegenwä igen
Exis enz keine Theile besi z , denen s aa liche Mach in de
A zus eh , dass sie de Obe au sich de sou e änen S aa s-
gewal en zogen sind, dass sie dahe nich als selbs ändige
Subjec e on Hohei s ech en e scheinen. 15)
Das he o agends e Beispiel eines solchen , aus u -
sp ünglich dis inc en Theilen zusammengewachsenen, nunmeh
einen decen alisi en Einhei ss aa ep äsen i enden S aa s-
1
')
Ulb ich, Die ech liche Na u de ös e eichisch - unga ischen
Mona chie, P ag 1879, S. 9 und Leh buch des ös e eichischen S aa s ech es,
1. Lie e ung, Be lin 1882, S. 31 such den Beg i de
Unio
g
ealis inaequalis
inso e n au ech zu e hal en, als da un e das Ve häl niss eines obe he lichen
Haup s aa es gegenübe einem nebens aa lichen Annex bezeichne we den soll.
Allein Nebenland und Haup land sind keine ju is ischen Beg i e , sonde n
poli ische Bezeichnungen ; einen ech li ch e n Un e schied zwischen Neben-
land und P o inz anzugeben is unmöglich s. oben S. 63. Ha das "Nebenland"
hingegen selbs ändige Hohei s ech e , dann is die Ve bindung mi dem
Haup lande je nach ih em speci ischen Cha ak e eine s aa ens aa liche ode
bundess aa liche. Als Beispiel eine solchen
unio ealis inaequali,
we den die
p
a en adnexae
des König eichs Unga n : C oa ien und Sla onien in ih em
Ve häl nisse zum Haup land ange üh , ech l. Na u S. 66. Abe Unga n
und C oa ien - Sla onien bilden gemäss §. 1 des XXX. unga ischen Gese z-
a ikels on 1868 eine und dieselbe s aa liche Gemeinscha , de König
on Unga n wi d mi els eines und desselben K önungsac es zum König alle
Lände de S e ansk one gek ön (§. 2), C oa ien
.
und Sla onien nehmen du ch
ih e in den unga ischen Reichs ag en sende en Abgeo dne en an de Bil-
dung des unga ischen S aa swillens heil, die au onomen Angelegenhei en beide
Lände s ehen inso e n un e de Con ole des unga ischen S aa es , als ein
dem unga ischen Reichs age e an wo liche Minis e ü C oa ien, Sla onien
und Dalma ien Si z und S imme im unga ischen Minis e ium ha (§. 44) und
de Che de c oa isch-sla onischen , dem do igen Land age e an wo lichen
Landes egie ung, de Banns, au Vo schlag und un e Gegenzeichnung des
unga ischen Minis e p äsiden en e nann wi d (§. 51). Zu olge diese Be-
s immungen is C oa ien und Sla onien s aa s ech lich nich s ande es als eine,
wenn auch mi seh wei gehende und übe dies nu mi seine Einwilligung (§. 70)
abzuände nde Au onomie ausge üs e e unga ische P o inz, abe in keine
Hinsich ein S aa , de o allem einen eigenen S aa swillen muss au weisen
können. Dahe is auch die on Bide m ann,
Legisla ion au onome de la
C oa ie,
Gand 1876, p. 20 au ges ell e Behaup ung, Unga n-C oa ien sei ein
Bundess aa ,. unhal ba . Alle dings is die his o i s c h e Indi iduali ä des
Landes in . ielen Punk en bewah , abe das hinde nich , dass ech lich
Unga n
in
seinem Ve häl nisse zu C oa ien und Sla onien als ein, wenn auch
s a k decen alisi e Einhei ss aa e schein .
77
kö pe s is Oes e eich, ode , wie sein o icielle Ti el lau e :
die im Reichs a he e e enen König eiche und Lände .
Gemäss de Ve assung om 21. Decembe 1867 bilde die
G-esamm hei de ös e eichischen K onlände einen Einhei s-
s aa mi einem ech lich einhei lichen und nich e wa die Summe
de Landes ü s en ep äsen i enden Kaise als T äge
.
de
S aa sgewal und einem einhei lichen ös e eichischen S aa s-
bü ge ech . Den einzelnen Lände n is abe ein ausgedehn e
Wi kungsk eis einge äum . Fii wich ige Gebie e s aa liche
Thä igkei en wi d de G-ese zesinhal nich on dem Reichs-
a he, sonde n on den Land agen de einzelnen Lände es -
ges ell , die Lände sind selbs ändige Finanzkö pe und be-
si zen ein ausgedehn es Gebie de Selbs e wal ung.
16
) Abe
alle diese Func ionen we den on den Lände n nich aus
eigenem Rech e, sonde n als O gane und un e s e e Con ole
des Reiches ausgeüb . Die Landesgese ze we den on Reichs-
wegen on dem Kaise — nich on dem Landeshe n —
un e Gegenzeichnung des nu dem Reichs a he e an wo -
lichen ös e eichischen Minis e s sane ioni . Die Ve hand-
lungen de Land age , de en P äsiden , zugleich Vo si zen-
de des execu i en Ausschusses de Land age , des Landes-
ausschusses, on de Reichsgewal e nann wi d, s ehen un e
de kaise lichen Obe au sich
17
)
,
Beschlüsse des Landes-
ausschusses können o n Kaise au gehoben we den
18
),
die
Reichsgewal kann jeden Land ag au lösen
19
)
,
sowie du ch
Reichsgese z die Compe enz de Lände e ände we den
kann. So sind du ch das Gese z om 2. Ap il 1873 die
di ec en Reichs a hswahlen einge üh und dami den Land-
agen das ihnen ühe gemäss §. 16 de Landeso dnung
zus ehende Rech en zogen wo den , aus ih e Mi e die Ab-
geo dne en in den Reichs a h zu en senden. Von eine s aa -
lichen Exis enz de K onlände , on eine öde a i en Ge-
s al ung des Reiches ode ga on eine Realunion zwischen, den
Lände n in dem wissenscha lich allein hal ba en Sinne des
16
)
Vgl. Ulb ic h, Rech liche Na u S. 62 .
") §. 40 de Landeso dnungen.
18
)
§.
42 L. 0.
§. 10 L. 0.

78
Wo es , de o daue nde Sou e äne ä de S aa en in de
Ve einigung o ausse z , kann demnach keine Rede sein. 20)
6. Um zu esumi en : S aa en ode Theile de selben,
welche einem ande en ein e leib we den , e lie en ih e
s aa liche Quali ä olls ändig, was imme ü eine S ellung
sie in dem neuen S aa so ganismus einnehmen mögen. Die
ihnen e wa e bliebene Selbs ändigkei is s aa s ech lich als
eine neue Schöp ung au zu assen, als ihnen on de je z übe
sie he schenden S aa sgewal gewäh e Au onomie und Selbs -
e wal ung. Da sie als S aa en un e gegangen, e nich e
sind, so kann ein ech li ch e Zusammenhang zwischen
ih en Ins i u ionen und den ühe besessenen o z e waige
his o ische Con inui ä nich behaup e we den. Auch bei
de wei gehends en Selbs ändigkei , die ihnen zukommen mag,
gewinnen sie dennoch die s aa liche Quali ä nich wiede ,
weil sie übe all de Obe au sich des he schenden S aa es
un e wo en und dahe bes en alls Selbs e wal ungskö pe ,
nich abe Subjec e on s aa lichen Hohei s ech en sind.
Es is demnach nu de Ac de Ein e leibung, de
ju is isch in e essan is . De ein e leib e S aa is P o inz
gewo den, on eine S aa en e bindung im ju is ischen
Sinne
kann hie also nich gesp ochen we den, da ein ech liche
Un e schied zwischen dem u sp ünglichen Einhei ss aa e und dein
au dem Wege de Inco po a ionen en s andenen nich exis i .
Was nun den Ac de Inco po i ung anbelang , so is e ,
so e ne e übe haup ein ech mässige is , s e s ölke ech -
liche Na u , da es sich um die Einigung bishe ge enn e
S aa en ode doch eines S aa es mi einem ihm bishe emden
°) Imme und imme wiede wi d on nich ös e eichischen Sch i -
s elle n Oes e eich als eine Realanion de einzelnen K onlände bezeichne .
Bei Blun schl Mod. Völke ech A . 75 Anm. 2 ha dies inso e n eine
Be ech igung, als diese Au o un e Realunion o wiegend den aus dis inc en
Theilen zusammengewachsenen, in de Decen alisa ion de Gese zgebung und
Ve wal ung noch das o malige Ge üge au weisenden Einhei ss aa e s eh ;
ebenso Cal o I, §. 46 p. 150. Unkla is hingegen die Ansich Ge cken 's
zu H
e e , §. 20, Anm. 3. Ma i z, Be ach ungen übe die Ve assung
des no ddeu schen Bundes S. 41 No e 35 schein den ös e . E. onlände n den
S aa scha ak e zuznsch eiben.
79
Theile eines ande en S aa es handel . Du ch den ölke ech -
lichen Ac wi d ein s aa s ech liches Ve häl niss beg ünde .
7. Die En s ehungsa en de ollkommenen Union sind
olgende :
1.
Cession eines Theiles des S aa sgebie es on einem
S aa an den ande en, sei es im eundscha lichen Wege ode
als Inhal eines F iedens e ages. Diese En s ehungsa is
die gegenwä ig und wohl auch zukün ig häu igs e.
2.
Debella io, olls ändige Niede we ung des bek ieg en
S aa es, Ve nich ung seine poli ischen Exis enz und einsei ige
Au nahme in den S aa so ganismus des Siege s. Die wich igs en
Beispiele de neues en Geschich e hie ü sind die Ein e -
leibungen Hanno e s, Hessen-Kassels, Nassaus und F ank u s
im Jah e 1.866. Mi dem Ausbau des mode nen S aa ensys ems
dü e diese E we bungsa , ü Eu opa wenigs ens, ein Ziel
ges eck sein.21)
3.
F eiwillige Un e we ung eines S aa es un e einen
ande en, z. B. die e agsmässige Un e we ung Gen un e
die anzösische Republik 1798, die Union I lands und Eng-
lands 1800, de eiwillige Ein i de jonischen Inseln in
den g iechischen S aa 1864, die Ein e leibung Lauenbu gs
in P eussen 1876 du ch den eien , in Fo m des Gese zes
e klä en Willen des inco po i en Landes.
4.
Einsei ige Besi ze g ei ung eines emden Te i o iums
ohne o he gehenden K iegszus and, ein Fall, dessen e c h -
liche Zulässigkei zum mindes en zwei elha is . Am ehes en
ge ech e ig is die Besi ze g ei ung eines unci ilisi en
Landes du ch einen Cul u s aa , also iele de E we bungen
de Seemäch e im os asia isch - aus alischen A chipel , ode
die Un e we ung de on Indiane n bese z en Gebie e un e
die Obe hohei de no dame ikanischen Union u. s. w. Hie
is zu beach en, dass das in e na ionale Rech als ein Rech
zwischen Gleichen wesen lich geknüp is an die Vo aus-
se zung, dass eine Gleichhei de na ü lichen Bedingungen
de du ch das gemeinsame Völke ech e bundenen Na ionen
s a inde , also o Allem gleiche En wickelungs ähigkei zu
Ci ilisa ion. Wo diese mangel ,
mag
die Un e we ung eines
21
)
Vgl. F. S ö k, Op ion und Plebisci 1879, S. 75 .
80
ein emb yonisches S aa swesen agenden Gebie es un e die
He scha eines seine Cul u au gaben bewuss en S aa es als
eine nich un ech mässige bezeichne we den. Viel wenige
eine Rech shandlung, als ein spä e du ch s illschweigende
ode ausd ückliche Ane kennung ech sbes ändig gewo denes
Fac um is es, wenn aus poli ischen G ünden ein S aa einen
ande en sich ein e leib , wie z. B. Oes e eich 1846 mi K akau
im Ein e s ändniss mi den beiden ande en p o egi enden
Mäch en des bishe igen F eis aa es e uh . Die Bed ohung
Oes e eichs, so wie auch P eussens und Russlands du ch die
polnische Insu ec ion moch en die Annexion K akau's als eine
ü die Siche hei de d ei Mäch e no hwendige Mass egel
e scheinen lassen
22
),
wenn sie auch gewiss gegen den Wo -
lau und den Geis de Ve äge on 1815 wa , und wenn
auch zu de on den d ei Mäch en p ä endi en Behandlung
K akau's nach K iegs ech , als e obe e S aa
23
)
nach den
ac isch obwal enden Ve häl nissen kein genügende Rech s-
g und o handen wa .
Die Geschich e ühe e Jah hunde e ha indess eine
Reihe on einsei igen Ein e leibungen au zuweisen, welche
nich wie das Schicksal K akau's du ch den Hinweis au eine A
in e na ionalen No h ech es ge ech e ig we den können, son-
de n die au ige Folge nack e Lände gie wa en, die abe
spä e du ch in e na ionale Ac e als ech liche Besi zs and des
annec i enden S aa es ane kann wu den. Hie he gehö en o
Allem die Reunionen Ludwig XIV., welchen e s spä e im Rys-
wicke F ieden die ölke ech liche Ane kennung nach olg e. Die
Theilung Polens bilde eben alls ein he o agendes Beispiel
on du ch einsei igen S aa sas e olgenden Inco po a ionen
da , denen die ech liche Sanc ion du ch allgemeine in e -
na ionale Ane kennung e s in einem spä e en Zei aum zu
Theil wu de. Auch die Media isi ung deu sche Reichss ände
du ch die Rheinbundsac e 1806 wa eine solche Gewal ha ,
Welche abe im Wiene Cong esse zu eine de G undlagen
22)
Vgl. das Besi ze g ei ungspa en des Kaise s on Oes e eich om
11. No embe 1846 und die E klä ung de Hö e on Wien, Be lin und Pe e s-
bu g übe die Ein e leibung K akau's: G hillan
.
y I. S.
255 .
23)
Ma ens, Nou eau Recueil g
e
no al . IX p. 376; gl. Beach
Law ence I, p. 229.
81
des allgemein ane kann en
T
e i o ialbesi zes de deu schen
Fü s en gemach wu de. Diese le z e e A on Annexionen
dü e wohl de Ve gangenhei angehö en, wenigs ens ü
das ch is liche S aa ensys em, in welchem de G undsa z des
Selbs bes immungs ech es de Völke imme meh und meh
zu Ane kennung gelang , und nu de o ene, eh liche Kamp ,
de K ieg übe die un e einba en Ansp üche de Na ionen
gegeneinande en scheide , abe ein S aa nich de blossen
Willkü ande e ausgese z we den da .
5. Allmäliges Ineinswachsen e schiedene S aa en im
Lau e de Geschich e. Die Bildung de S aa en is o Allem
abhängig on de Gemeinsamkei de höchs en Lebensin e essen
de ein bes imm es Gebie bewohnenden Be ölke ung. Diese
Gemeinsamkei is heils u sp ünglich gegeben du ch gemein-
same S ammesa , gemeinsame Sp ache, gemeinsame ökono-
mische In e essen, du ch den Cha ak e und die geog aphische
Lage des Te i o iums •, heils his o isch en wickel du ch
gemeinsame Schicksale. Wenn dahe in einem du ch solche
Bande zusammengehal enen K eise on Völke scha en e -
schiedene S aa en bes anden, so konn e es bei dem unen -
wickel en S aa so ganismus ühe e Zei en leich geschehen,
dass sie nach und nach zu einem Einhei ss aa zusammen-
schmolzen. De e s e Ans oss geschah dadu ch , dass diese
Lände Eine Dynas ie un e s ell wu den, so dass sie on nun
an gemeinsame poli ische Schicksale e ah en muss en. Au
solche A sind de p eussische und de ös e eichische S aa
en s anden.
24
)
Da es ein schwe e Ve s oss gegen die e s en
G undsä ze de Rech sgeschich e wä e, wenn wi die mode nen
s aa s ech lichen Beg i e ohne wei e s au die poli ischen Bil-
dungen eine Geschich sepoche anwenden woll en, de en Lebens-
bedingungen on denen de Gegenwa ganz e schieden wa en,
so läss sich hie meis ens nich einmal mi P äcision
de
Uebe gang on einem G ad de Ve einigung zum ande n es -
s ellen.
Da
die einzelnen S aa en wesen lich nu in de
2
5
Vgl. H. Schulze, P euss. S aa s ech
I, S. 46
. ; B ide man
n,
Die En wickelung
de ös e . Gesa a a s aa sidee Ul b ic h, Oes e . S aa s-
ech §.
8.
D
. e 11 i n e k,
Die
Leh e on den S aa en e bindungen.

6
88
alle dings zu he igen Con lic en zwischen beiden S aa en
kommen, die Mach de Ums ände mag den Fü s en zwingen,
den einen de seine He scha un e s ehenden S aa en zu
Guns en des ande en he abzud ücken und zu schädigen, abe
die Fo de ung, dass e als He des einen S aa es mi dem
ande en K ieg üh e, is on B 1 un schli mi ollem Rech e
als „unsinnig" bezeichne wo den , wenn e auch an die
Möglichkei eine solchen Fo de ung glaub
11
)
,
die abe ein
e nün ige , die ealen Ve häl nisse wü digende S aa smann
wohl nie e heben wi d. De K ieg zwischen pe sönlich uni en
S aa en wi d au ewig nu in den Collegienhe en und Com-
pendien on P o esso en des S aa s ech s ge üh we den.
")
Allg. S aa sleh e S.
312;
gl. . H o 1 z e n d o , Encyclopädie S.
938.
Nach . Ju asch ek S. 82 soll selbs bei e assungsmässige Gemein-
samkei 'des He sche s ein K ieg zwischen den so uni en S aa en nich aus-
geschlossen sein!

Zwei e Ab h eilun
g.
Ve bindungen mi ju is ischem Cha ak e .
ERSTER ABSCHNITT.
Nich o ganisi e Ve bindungen.
Die S aa engemeinscha und. das S aa ensys em.
1. Es is eine de e s en G undsä ze wissenscha liche
Fo schung, dass ein Objec ode eine E scheinung des o
leich e und besse e kann we den , je meh man sie isoli ,
d. h. - sie so be ach e , als ob keine ande en Gegens ände.
ode P ocesse o handen wä en, de en Einwi kungen S ö ungen
ode Ve ände ungen in den e s e en he o u en können. So
haben die As onomen die Bahnen de Plane en o e s
be echne , als wenn die du ch die Nähe ande e Ges i ne he -
o ge u enen Pe u ba ionen nich o handen wä en, so ha
A d a S mi h die Wi hscha be ach e , als wenn sie sich
ausschliesslich un e de He scha des „seiwe es ", des
Eigennu zes, en wickeln wü de.
So ich ig om S andpunk de Me hode dieses Ve -
ah en is , so wenig können seine Resul a e Ansp uch au
olle w i s s e n s cha liehe G illigkei e heben. Die Wissen-
scha , welche die gegebene Wel e klä en soll, ha in le z e
Ins anz die E scheinungen so au zu assen, wie sie sich in de
Wi klichkei da bie en: du chk euz , gehemm , beein luss ,
e ände du ch ande e. Thu sie dies nich , dann s imm
ih e Wel nich meh übe ein mi de ealen, und ih e Resul-
a e e hal en dadu ch eine hypo he ische Gil igkei , welche
doch auch den Phan asien eines T äume s nich gänzlich
mangel .
92
Diese Me hode de Isoli ung des Objec s is ielleich
ni gends länge und consequen e angewende wo den , als
in de S aa swissenscha , so lange , dass ü sie die eben
e wähn e Ge ah schon o genug einge e en is . Von Pla o
ange angen bis au den heu igen Tag ha man — mi wenigen
Ausnahmen — den S aa o e s so be ach e , wie wenn e
allein , de einzige seine Ga ung au E den sei ; e s
wenn das Wesen dieses einzigen Objec s cons a i wa ,
blick e man au die na ü liche Vielhei de S aa en und
,
con-
s ui e ih e gegensei igen Ve häl nisse au G und on E -
gebnissen, die aus einsei igen Vo ausse zungen gewonnen wa en.
Da dem S aa e Selbs genugsamkei zugesch ieben wi d , so
s eh e allen ande en als ollkommen unabhängig gegenübe ;
e beda de ande en nich ; es gib -kein unze eissba es
Band, welches ihn an die ande en ke e . Da in dem isoli en
S aa e die S aa sgewal wesen lich nu in ih e FUnc ion als
He scha au ge ass we den kann , und die Rech so dnung
als bewuss es P oduc des He sche willens angesehen wi d,
so e scheinen Rech ssä ze, welche ein Rech zwischen den
S aa en , die S aa en selbs bindend, e zeugen wü den , als
logisch unmöglich. Sowohl seine subs an iellen als seine o -
mellen Sei e nach e schein da das Völke ech als mi de
Na u des S aa es in Wide sp uch, und eh liches Leugnen
desselben zeig , wenn man on den angegebenen Vo -
ausse zungen ausgeh , s e s on g össe e Ach ung o de
Logik, als wide williges Ane kennen eine in e na ionalen
Rech so dnung. Au a kie und Sou e äne ä des S aa es ---
die le z e e in dem Sinne eine un e p lich ba en Gewal
au ge ass — lassen zwischen S aa en Ve bindungen, die
ech lichen Cha ak e agen, nich zu, ja sie wide sp echen
dem Wesen des S aa es.
Solche Consequenzen s ehen abe mi den ealen Ve -
häl nissen in sch o em Wide sp uche. Tag äglich sehen wi
S aa en einande Leis ungen e sp echen und Ve sp echen
e üllen, sich zu E eichung gemeinsame Zwecke e binden
und No men ü diese Ve bindungen es se zen. liebe seine
G enzen hinaus schü z de S aa seine Bü ge ; aus dem
emden Lande zieh e den lüch igen Ve b eche o seine
93
T ibunale; au emdem S aa sgebie e üb e Ac e de Ve -
wal ung du ch seine Consuln aus; mi ande en S aa en s ell
e G undsä ze au ü die gleichmässige Behandlung s aa -
liche Angelegenhei en; das Geld, welches e p äg , wi d in
ande en S aa en als Münze angenommen ; e üb die Polizei
aus au S ömen, die nich du ch seine Flu en ziehen, du ch-
s ich Landengen, die nich au seinem Gebie e liegen. E
e binde sich mi ande en gegen ande e; wei da on en -
e n , seinen his o ischen Lau sich allein o zuzeichnen, is
e abhängig on den poli ischen, ökonomischen, socialen Ve -
häl nissen de ande en S aa en. Au allen Gebie en seines
Daseins und Wi kens is de Einzels aa beding du ch die
Gesamm hei de ande en.
Die Wisenscha ha somi nich nö hig, die Möglich-
kei de S aa en e bindungen zu deduci en, denn das hiesse
beweisen, was o Augen lieg . Es is ielmeh die Sache
Jene , welche an de Idee des isoli en S aa es es hal en,
die Tha sache zu e klä en, dass ein g osse Theil des in den
Cul u s aa en gel enden Rech es au S aa en e ägen be uh ,
dass die Gemeinscha de S aa en es is , welche ganzen Ge-
bie en de Ve wal ung ih eigen hümliches Gep äge au d ück .
2.
Um hie die Wi klichkei zu e kennen, muss man o
Allem die Fehle bekennen , die man du ch Isoli ung des
Objec s begangen ha . Man muss zugeben, dass jene selbs -
genugsame und -du ch keinen Willen e p lich ba e S aa
ein Abs ac um is , dass de conc e e S aa s e s als Mi glied
de S aa engemeinscha e schein .
Diese S aa engemeinscha is eine undamen ale Tha -
sache de S aa swissenscha , de en Igno i ung ein ie e es
Ve s ändniss de s aa lichen P obleme unmöglich mach . Mi
ih is ein Doppel es gegeben. E s ens, dass in de Wi klichkei
nie de S aa , sonde n imme nu die S aa en o handen
sind, d. h. dass jede S aa Eine un e Vielen und dahe in
seinem Leben wesen lich mi bes imm is du ch die ande en.
Zwei ens, dass de S aa die höchs e Fo m de als He scha
o au isi en menschlichen Gemeinscha is , da die S aa en-
gemeinscha nu eine na ü liche Nebeno dnung, abe keine
o ganisi e Uebe - und Un e o dnung is ; da aus olg ,,4

94
das Leben de S aa engemeinscha sich du ch die spon anen
Willensäusse ungen de Einzels aa en ollzieh , welche e -
möge de Gemeinscha , in welche sie hineinges ell sind, sich
gezwungen sehen, ih en Willen einzusch änken, sich selbs
No men o zuzeichnen, welche sie in ih en Beziehungen zu
ande en be olgen. Wie das Indi iduum du ch das Dasein
ande e , so is auch de S aa du ch das Dasein on Seines:
gleichen zu Selbs zuch , zu Selbs besch änkung des eigenen
Willens gezwungen. Diese Selbs besch änkung, die seine Selbs -
he lichkei , seine Sou e äne ä in de ich igen Bedeu ung
des Wo es en sp ing , scha ü den S aa Rech , und indem
die Mi gliede de S aa engemeinscha mi einande in Ve keh
e en, e kennen sie No men an, welche die in e na ionalen
Lebens e häl nisse de S aa en egeln, und un e we en sich
somi einem Rech e, welches zwa ih em Willen en sp ungen,
dessen Inhal jedoch du ch die unwandelba e Na u jene
Lebens e häl nisse gegeben is .
Die na ü liche Tha sache de Vielhei de S aa en e -
wandel sich dahe du ch den Ums and, dass die einzelnen
S aa en du ch ih e Bescha enhei gezwungen sind, mi einande
in Ve keh zu e en, in eine G e m e in scha und zwa in
eine Rech sgemeinscha .
einscha . Denn Gemeinscha is übe all
da o handen, wo es Ve keh gib . Mi einande e keh en
können nu Wesen, die i gend ein gemeinsames Band um-
schling . Was de A nach on einande geschieden is ,
kann nich mi einande e keh en, sonde n muss sich ewig
emd bleiben. Wo abe Gemeinscha is , da is no hwendig
Rech . Denn Gemeinscha bes eh auch nu in Beziehungen
e nün ige Wesen; solche Beziehungen sind abe nu
möglich, indem de Wille des Einen zu Guns en des Ande en
sich einsch änk und wo diese sich einsch änkende Wille
ein sou e äne is , da scha e ü sich Rech , da alle
Ac e des sou e änen Willens ech scha ende Na u sind, auch
diejenigen, die sich au ihn selbs beziehen))
Dieses aus de Na u de in e na ionalen Lebens e -
häl nisse he o gehende , on dem Rech sbewuss sein de
1
)
S.
mein, Die ech liche Na u de S aa en e .
S. 31.
95
Völke ge agene, du ch den sou e änen Willen de S aa en
sanc ioni e Rech is das Völke ech in de s i en
Bedeu ung des Wo es.
2
) Es um ass alle mi einande in.
Gemeinscha s ehenden S aa en. De S aa , welche es nich
ane kennen wü de, ä e dadu ch aus de S aa engemeinscha
hinaus, d. h. e wü de sieh e nich en. Denn jede S aa
ep äsen i nu ein B uchs ück de Menschhei und is des-
halb e gänzungsbedü ig. Keine Na ion da es wagen, den
hochmü higen
H
e g el'schen Gedanken sich anzueignen, dass
in ih allein de Wel geis seinen Th on au geschlagen habe
— o solchen Ideen sind die Völke wenige du ch ih e
Einsich , als du ch die une bi liche Gewal de socialen, o
Allem de ökonomischen Ve häl nisse bewah , welche selbs
die abgeschlossens e Gemeinscha zum Ve keh e mi ande en
d ängen. Ein S aa , de Au a kie im Sinne des cynischen
ode s oischen Weisen besässe, dass e allein, on allen esseln-
den Beziehungen zu
'
ande en losgelös , exis i en könn e,
is au E den so wenig o handen, wie jenes Idealbild. des
Menschen. Deshalb wü de de S aa , de das Völke ech
nich ane kenn e, sein eigenes Todesu heil sp echen. Und
da um Wag kein ci ilisi e S aa , selbs wenn e hunde mal
die No m des Völke ech es übe i , die Gel ung de No m
selbs in Ab ede zu s ellen. De Sa z, dass ein S aa du ch
Ve ag ech lich gebunden is , kann wohl in de S udi s ube
geläugne und akademisch belächel we den. Abe kein Sou-
e än und kein lei ende S aa smann wi d. den Mu h haben,
solches im Angesich Eu opa's zu hun.3)
3.
Die in de Na u geg ünde e und du ch
dasVölke ech zu Rech sgemeinscha e hobene
S a a engemeinscha is die e s e und um as-
2)
Vgl. Bul n e i n c q, P axis, Theo ie und Codi ica ion des Völke -
ech s, S. 4, 5,
71
.
3)
In einem Zusa ze zum Londone P o okoll om 13. Mä z 1871 haben
die Mäch e au Vo schlag des Ea l o G an ille ausd ücklich e klä :
"22. e
c'e8 e esseT
;
el du d oi des gens qu'aueune .Puissance ne peil se
daie des engog(men s
d'un
T ci'e ni en mcdi e les
‘
s ipula ions , qu'i
la
Sui e de l'asse i imel des Pa ies Con ac an es au moyen d'une en eil e amicale.«
S aa sa chi N . 9286, Bd. XX, S. 186; gl. G e c k
en
zu He e §. 81,
S.
180.
96
sends e Fo m eine S aa en e bindung. Sie is
die daue nds e Fo m eine S aa en e bindung , denn sie is
unau löslich, sie ha Bes and, so lange es eine Vielhei on
S aa en gib , also ü imme . Denn jene
ci i as maxima,
welche
alle einzelnen S aa en e schlingen und in den einen Wel -
s aa au lösen wü de, wi d sich zum Heil de Menschhei nie
e wi klichen. So lange die Menschhei in lebendige Be-
wegung is , beda sie de Vielhei de S aa en, du ch de en
gegensei iges sich Anziehen und Abs ossen ih Lebensp ocess
un e hal en und ge ö de wi d.
Inne halb de S aa engemeinscha en wickeln sich du ch
geog aphische und his o ische Zusammengehö igkei die
S aa en sy s eme, als du ch lebha e en und eiche en
Ve keh und in Folge dessen du ch specielle gemeinsame
Rech sno men sich abschliessende in e na ionale G uppen. So
kann man insbesonde e on dem eu opäischen S aa ensys eme
als eine besonde en G uppe inne halb de S aa engemeinscha
eden.
Diese ölke ech liche S aa engemeinscha wi d abe
auch im Ve lau e de Cul u en wickelung eine imme innige e.
Imme meh gemeinsame In e essen en s ehen, d. h. In e essen,
welche übe das Wohl und Wehe eines einzelnen Volkes
hinaus agen und, je meh gemeinsame In e essen, des o g össe
die Zahl und mannig al ige die A de Lebens e häl nisse,
in welche die S aa en zu einande e en, des o b ei e das
Ge lech de in e na ionalen Rech sno men, das sie umschling .
S eigende Cul u is e bunden mi Abnahme de Selbs -
genugsamkei des Einzels aa es.
4
) De ba ba ische S aa und
de s a ionä e, wie China, kann am meis en und leich es en
des Ve keh es mi ande en en a hen. Je lebha e jedoch
die Ci ilisa ion sich eines S aa es bemäch ig , des o meh is
e da au angewiesen, Anknüp ungspunk e mi ande en S aa en
zu suchen und die ge undenen zu benu zen. Welche unabsehb a e
4
)
”
L'in e dependance d'i' a s p og essi s es njeessai enden p og essi e"
J. Lo ime ,
Le p oblade inal du d oi in e na ional. Re ue de d oi in e -
na ional
. IX, p. 175. Vgl. . Mo hl, Die P lege de in e na ionalen Gemein-
scha als Au gabe des Völke ech es. S aa s ech , Völke ech und Poli ik I,
S. 578 .
97
Fülle on Handels-, Schi ah s-, Pos -, Teleg aphen e ägen
sind in unse em Jah hunde be ei s geschlossen wo den ! Jede
neue En deckung und E indung b ing neue Bindegliede
zwischen den S aa en he o . Die Eisenbahnen, welche un-
me klich die G enzen de S aa en übe sch ei en, haben diese
selbs einande genähe , und die Teleg aphend äh e, welch e
den E dball umschlingend den s aa slosen Ocean du chlau en,
legen ein sich ba es Zeugniss da ü ab, dass die O ganismen
de Völke mi einande e bunden sind. Wenn heu e ein
neues S aa swesen en s eh , so wi d seine Gebu s e s on
ande en ge ö de , ja es e häl soga häu ig seine e s e inne e
O ganisa ion on ande en Mi gliede n de S aa engemeinscha .
Sowie G iechenland und Belgien un e Mi wi kung de G oss-
mäch e , I alien un e dem hä igen Beis ande F ank eichs
gescha en wo den is , so haben Rumänien und zule z Bulga ien
ih e Ve assung und ech liche S ellung du ch eine Reihe in e -
na ionale Ac e om Pa ise Ve ag on 1856 bis zum Be line
on 1878 emp angen, so is die selbs ändige in e na ionale
S ellung Se biens und Mon eneg os du ch den Beschluss de
Mäch e, dem die P o e bei a , e ungen wo den. Und is ein sou-
e änes S aa swesen en s anden, so schlingen sich so o um
dasselbe in e na ionale Ve p lich ungen, ja we den ihm du ch
den Ac seines En s ehens selbs au e leg .
Auch die Selbs hil e de S aa en in Ve olgung ih e
Ansp üche, auch de K ieg ze s ö das Band des Völke -
ech es nich . Ganz abgesehen on dem K iegs ölke ech e,
so hö en auch im K iege nich sämm liche iedliche Beziehungen
de k ieg üh enden S aa en zu einande au . Alle jene Ve -
äge, welche du ch das Objec des K ieges und die K ieg-
üh ung nich unmi elba be üh we den, bleiben in K a ,
und es bedü e nich einmal jene geb äuchlichen Fo mel in
den F iedens e ägen, um sie nach Beendigung des K ieg es
wiede au leben zu lassen.
5
)
Wenn e wa I alien mi F ank-
')
Alle dings s ehen Theo ie und P axis noch iel ach au dem al en
S andpunk , wonach du ch den K ieg alle zwischen den k ieg üh enden S aa en
geschlossenen Ve äge mi Ausnahme de ausd ücklich au den K iegs all
be echne en geb ochen we den. Abe sowohl dem mode nen in e na ionalen
Rech sbewuss sein als auch den ac ischen Ve häl nissen en sp ich de on
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

7
104
Nich einmal gegensei ige Dissens is nö hig, um einen
S aa en e ag zu ze s ö en. Inso e ne sämm liche Punk e
eines Ve ages o ganisch mi einande zusammenhängen, wi d
du ch B uch des Ve ages on Sei en eine Pa ei de ganze
Ve ag ze issen. Da de S aa en e ag au gegensei igem
Ve auen uh , da die Ve ags eue de s ä ks e Schu z
in e na ionale Ve p lich ungen is , so s ü z , wenn die Basis
de ides geb ochen is , das ganze da au au ge üh e Gebäude
in sich zusammen.
3.
Da alle Ve äge S aa en e bindungen e zeugen, so
is die schwie ige F age nach de Ein heilung de S aa en e -
äge ü uns on g ossem In e esse. Die einzelnen Ga ungen
de Ve äge wä en zugleich Ga ungen ölke ech liche
S aa en e bindungen. Zu eine wissenscha lichen, nich au
alschen Analogien be uhenden und nich an Aeusse lichkei en
ha enden, sonde n das Wesen de Sache e enden Sys ema ik
de Ve äge ha es das Völke ech noch nich geb ach ,
schon deshalb nich , weil ein p incipielle S andpunk , on dem
aus die Ein heilung o zunehmen wä e, bishe on Niemandem
es ges ell wu de , und dahe die au ges ell en Ka ego ien
heils scholas isch unb auchba sind, heils nu nebensächliche
Dinge be e en, heils un ich ig ode mindes ens e wo en sind.
So z. B. schlepp sich in neue en We ken übe Völke ech
noch imme die Ein heilung de Ve äge in pe s ö nliche und
Real e ä g e o
3
),
als de Gegensa z on Ve ägen, die
blos on und ü das S aa sobe haup ode die Dynas ie und
solchen, die ü den S aa geschlossen we den — eine Ein heilung,
die dem mode nen S aa s ech e du chaus wide sp ich . Wenn de
Sou e än nich ü den S aa handel , so handel e eben nich
als Sou e än, schliess also keinen S aa en e ag ab
4
);
wenn
hingegen die pe sönlichen, im Ve age be üh en In e essen
den S aa angi en und demgemäss ein S aa en e ag o -
handen is , dann is de Ve ag eben kein pe sönliche . Alle
3)
Noch C a 1 o I. §. 644 p. 629, 630, gl. e ne die daselbs angegebene
Li e a u .
4)
Vgl. Ge cken zu He e §. 82; unkla Blun schli, Mod.
Völke ech . A . 43.

105
S aa en e äge sind Real e äge. Enden sie ech lich mi
dem Ende de Regie ung des sie abschliessenden Sou e äns
ode de Dynas ie, dann sind sie eben be is e e Real e äge.
Man ha e ne die Ve äge einge heil in Con en ionen
ode ansi o ische und in T ac a e ode pe manen e
Ve äge, je nachdem sie sich du ch einen einzigen Ac e üllen
ode meh e e suceessi e Leis ungen ode die He s ellung eines
bleibenden Zus andes zu ih em Inhal e haben.
ö
) Abe es wi d
zugegeben, dass diese ansi o ischen Ve äge inso e n pe -
manen sind, als de du ch sie gescha ene Zus and o daue ,
wäh end ande e sei s Ve äge, die eine ge aume Zei gedaue
haben, nach ih em E löschen on ansi o ischen in nich s
sich un e scheiden. Diese Ein heilung is dahe eine ganz obe -
lächliche, übe dies p ak isch we hlose und da um scholas ische.
Von ganz un e geo dne em We he, weil nu nach äusse -
lichen Me kmalen o genommen, is die Ein heilung de S aa en.
e äge in Haup - und accesso ische, in unbeding e und beding e,
in mündliche und sch i liche, in P älimina - und De ini i -
e äge und wie die zahl eichen dem P i a ech e en nommenen
Ka ego ien heissen mögen, die in bun e Menge in den Leh -
büche n des Völke ech es au gezähl zu we den p legen.
.
Ein aus dem Wesen de Sache en sp ingendes Ein-
heilungsp incip e gib sich, wenn man die speci ische ju is ische
Func ion de S aa en e äge im Auge behäl . Das is abe die
Ve bindung de paciscii
n
enden S aa en. Nach de A und
dem G ad de du ch die S aa en e äge he o ge u enen
Ve bindungen wi d demnach die Classi ici ung de selben o -
zunehmen sein.
Die A en de Beziehungen de du ch Ve ag e bundenen
S aa en e geben sich, wenn man die G ünde p ü , aus denen
ein S aa mi dem ande en pac i . Ein S aa kann aus zwei
G ünden mi einem ande en einen Ve ag schliessen.
E s ens, um den inne en S aa szwecken besse zu
genügen, also zu E üllung seine ihm du ch seine Na u
als Ve wal e de gemeinsamen In e essen seines Volkes ge-
se z en Au gaben. Inde n de S aa du ch seine eie Thä igkei
inne halb de ihm on seine Rech so dnung gezogenen Sch anken
5
)
M a e n
s, P e'cis du d oi des genas §.
58.
Vgl. Cal o I. §.
643.
106
die Gemeinin e essen des Volkes e häl und ö de , e -
w al e e . Die K ä e seine Un e hanen kann e du ch
Gese z , Ve o dnung und Be ehl sich diens ba machen ; den
emden S aa kann e ü die Zwecke seine Ve wal ung
nu du ch Ve ag he anziehen. Indem e dies hu , schliess
e einen Ve wal ungs e ag ab. Handels-, Schi -
ah s- , Eisenbahn- und Consula e äge , Münz-, Maass-,
Zoll- , Pos - und Teleg aph encon en ionen ; Auslie e, ung s -
e äge, Ve äge zum Schu ze d es li e a ischen Eigen humes,
Ve äge übe Execu ion ich e liche U heile im Auslande
u. s. w. sind Ac e de S aa s e wal ung, du ch welche de
S aa übe sein Gebie hinausg ei , indem e seinen Un e -
hanen Vo heile e scha , de en Gewäh ung on einem
ande en Willen als dem seinigen abhängig is . Die V e -
wa l ungs e äge sind die eine g osse Ka ego ie de
in e na ionalen Ve äge.
De S aa kann abe zwei ens mi einem ande en
sich e binden, um sich als Mach gel end zu machen, um
seine äusse en S aa szwecke willen, nich um einzelne An-
gelegenhei en zu o dnen, sonde n um seine S ellung d i en
Mäch en gegenübe zu behaup en, zu be es igen ode zu e -
wei e n, ode auch um sich zu beschü zen, zu bewah en und
zu e en ; endlich um sich im Inne n zu k ä igen, um die
Gesamm hei seine Zwecke besse e üllen zu können. Wäh end
es sich bei de e s en Ga ung de Ve äge imme um die
Ausübung eine einzelnen S aa s unc ion, um die E zielung
eines pa iculä en Zweckes handel , so is bei de zwei en
Ga ung de S aa als Ganzes, seine G össe, seine K a , o
selbs seine Exis enz im Spiele. Wenn ein S aa du ch
Ve ag eine P o inz e wi b ode ab i , wenn e sich zu
Bekämp ung eines Gegne s mi einem D i en e binde , wenn
e in einen S aa enbund ein i , so is du ch solche Ve äge
de S aa in seine To ali ä e g i en, seine poli ische S ellung,
seine K a nach Aussen und Innen is dadu ch beding .
Diese Ve äge, zu welchen die Allianz-, Ga an ie-, P o ec ions-,
Neu ali ä s-, Con öde a ions e äge u. s. w. gehö en, sind
als poli isch e Ve äge zu bezeichnen und bilden die
zwei e g osse Ka ego ie de S aa en e äge.
107
Es gehö nun alle dings jede Ve ag de e s en
Ka ego ie in gewissem Sinne de zwei en an und umgekeh ,
denn bei dem o ganischen Zusammenhange alle Thä igkei en des
S aa es wi d jede Tha des S aa es au •die Gesamm hei seine
Beziehungen on Ein luss sein können. Ein Handels e ag, de
Ein i in einen Zoll e ein kann die poli ische S ellung eines
S aa es wesen lich e ände n, ein poli ische Ve ag in ensi e
Wi kungen au die wi hscha lichen und socialen Ve häl -
nisse de Con ahen en haben. Abe in e s e Linie handel
es sich do doch um die Wah ung eines pa iculä en In e -
esses, wäh end hie , bei de De ensi allianz z.B., die unges ö e
E hal ung de s aa lichen Exis enz den G und des Bündnisses
bilde , also de S aa in seine ganzen Sphä e an dem Ve -
age be heilig is . Es komm also au den nächs en Zweck
an, den de S aa du ch Eingehung des Ve ages e olg ,
wenn es sich um dessen Ein eihung in die eine ode die
ande e Classe handel .
4. Was nun den zwei en Ein heilungsg und, den G ad
de du ch den S aa en e ag bewi k en Ve bindung anbelang ,
so häng diese in e s e Linie da on ab, ob die In e essen
de e agschliessenden Theile, übe welche pac i wi d, sich
en gegens ehen ode ob sie zusammen allen. Im e s en Falle
we den die beide sei igen In e essen du ch Aus ausch on
Leis ung gegen Leis ung be iedig . Um selbs einen Vo -
heil zu e langen, gewäh ein Jede dem ande en gewisse
Vo heile. Solche Ve äge sind z. B. Handels- und Zoll-
e äge und die Ve einba ungen, du ch welche dem S ei
um bishe un e einba e In e essen ein Ende gese z wi d,
die F iedens e äge. Diese Con en ionen, welche eine Einigung
en gegengese z e •In e essen , einen Aus ausch on Gü e n
und Leis ungen zum Inhal e haben, die also wesen lich eine
gegensei ige E gänzung de S aa en bezwecken und ech
eigen lich in einem Sich Ve agen bes ehen , können
üglich als Ve äge im enge en S inne bezeichne
we den. Das is die eine Classe de nach dem G ade de
Ve bindung einge heil en Ve äge.
Wenn abe die In e essen, welche du ch den Ve ag
gewah we den sollen, zusammen allen, wenn ein g e m e i n-
108
s ch a li ch es In e esse o lieg und demnach nich E -
gänzungsbedü niss, sonde n S olida i ä den G und des
Ve ages bilde , dann e lang die Ve einba ung einen ganz
ande en Cha ak e . Nich Aus ausch, sonde n Gemeinsamkei
wi d da de Zweck sein, sei es im Handeln, sei es im Be-
wah en. Solche Ve äge, was imme ih Inhal sein möge,
ob die Fes s ellung gemeinsamen Maasses und Gewich es, die
Schöp ung eines gemeinsamen Pos e wal ungsgebie es ode
die Ve s ä kung de k iege ischen K a de S aa en gegen
einen gemeinsamen Feind, haben den Zweck , coinciden e
In e essen zu wah en und zu ö de n. Hie is das Band
on S aa zu S aa ein es e es und innige es als im e s en
Falle. Nich sowohl ein Sich Ve agen, als ielmeh ein Sich
Ve bünden is hie de Zweck de Ve einigung. Dahe
we den diese au Gemeinsamkei de In e essen be uhenden
Ve äge am bes en Bündnisse genann und in ihnen haben
wi die zwei e Classe de dem G ad de Ve bindung nach
einge heil en Ve äge.
Un e den Bündnissen sind wiede zwei Ga ungen zu
un e scheiden. En wede is die Aus üh ung des Bündnisses
ausschliesslich den inhal lich zwa übe eins immenden, abe
äusse lich öllig ge enn e scheinenden Willen de con a-
hi enden S aa en übe lassen, ode es wi d du ch den Ve ag
zugleich ein O gan eingese z , in welchem de gemeinsame
Wille als ein geeinig e zum Ausd ucke kommen soll. Die
Se hi ah scommissionen, die du ch Ju isdic ions-, Maass- und
Pos e äge eingese z en in e na ionalen O gane, die O gane
e ne , du ch welche sich im S aa enbunde die Willenseinigung
de e bünde en S aa en in Beziehung au die Aus üh ung
de Bundeszwecke ollzieh , und denen die Ausübung de ü
gemeinsam e klä en Hohei s ech e übe agen is , weisen au
eine höhe e, daue nde e, gesiche e e Ve einigung hin, als die
ohne ein en sp echendes in e na ionales O gan. Die Blind-
'nisse sind demnach in nich o ganisi e und o ganisi e
zu scheiden.
6.
Dass de Gegensa z zwischen den dem G ade de
Ve bindung nach bes imm en Classen de Ve äge nich blos
ein sys ema ische , sonde n auch on p ak ische Bedeu ung
109
is , leuch e on selbs ein, denn was könn e die S ellung
de S aa en zu einande schä e scheiden, als Gegensa z ode
Coincidenz de In e essen ? Abe auch de Gegensa z zwischen
poli ischen und Ve wal ungs e ägen zeig p ak isch einen
höchs wich igen Un e schied. Es sind nämlich die poli ischen
In e essen de S aa en, ih e S ellung als Mäch e, dem s e en
Wechsel des his o ischen Geschehens un e wo en. Dahe agen
poli ische Bündnisse und wä en sie noch so eng, sel en die
Ga an ie lange Daue in sich. Bei de s e en Ge ah , dass
selbs coincidi ende poli ische In e essen de S aa en sich in
collidi ende e wandeln können , is die Exis enz eines
poli ischen Bündnisses imme eine seh p ekä e. Die Geschich e
ha geleh , dass selbs die S aa enbünde nich im S ande
wa en, die bleibende Fo m ü die his o ische ode na ionale
Zusammengehö igkei on S aa en abzugeben. Kein poli isches
Bündniss is o dem B uche ode de Au lösung siche .
Ganz ande s s eh es mi den In e essen des ökonomischen,
li e a ischen, des Rech slebens , de Ve keh s e bindungen ,
ku z des ganzen mode nen ma e iellen und geis igen Ve keh s-
lebens. Gewiss können auch hie scha e Gegensä ze in den
In e essen de S aa en o wal en, welche bes immend au ih e
ganze Poli ik einwi ken und soga zum K iege zu eiben
e mögen. Da, wie be ei s e wähn , auch jede Ve wal ungs-
e ag in Beziehung zu dem Gesamm leben des S aa es s eh ,
so is nich ausgeschlossen, dass e sich du ch Ve ke ung on
Ums änden in einen ein poli ischen, d. h. au die Mach s ellung
des S aa es in he o agende Weise Bezug habenden e -
wandel und dami dem Schicksale de poli ischen Ve äge
e äll . Abe die mode ne Wel cul u ha gemeinsame
In e essen alle ci ilisi en Völke sowohl , als auch eine
g össe en ode ge inge en Anzahl un e ihnen gescha en, und
diese gemeinsamen In e essen, welche au de gemeinsamen
Cul u be uhen und dahe bleibend sind, gewäh en eine siche e
und daue nde Basis sowohl ü Ve äge, welche die ganze
Zei ih es s ipuli en Bes andes hindu ch eingehal en we den,
als auch ü ble
i
bende in e na ionale Ins i u ionen. Du ch
solche, nich sowohl des einzelnen Volkes als ielmeh de
ci ilisi en Menschhei In e essen wah ende Ve äge wi d

110
das gescha en, was L. . S ein die in e na ionale Ve wal ung
genann ha
6
),
eine E scheinung, die wohl geeigne is , die
Au me ksamkei de Wissenscha in hohem G ade zu e egen.
Insbesonde e is hie ii die Leh e des Völke ech es, welche
nu aus eine ie d ingenden Au assung des S aa slebens
uch ba e An egung zu neue Thä igkei e langen kann, ein
genügende Anlass gebo en, die al en Schablonen und aus-
ge e enen P ade zu e lassen, um bishe wenig beach e e
Gebie e zu bea bei en
7
),
de en Bedeu ung heu e noch kaum
zu e messen is .
Es is nich unwah scheinlich, was . S ein on diese
in e na ionalen Ve wal ung, welche „die Idee de Menschhei
in de an sich selbs he lichen Idee des S aa es zu Gel ung
b ing "
s
),
behaup e , dass man nach einem Jah hunde kaum
beg ei en wi d, wie die T äge de Cul u ohne eine in e -
na ionale Ve wal ungso ganisa ion haben leben können. Hie
au dem Gebie e de Ve wal ung en wickel sich in Folge
de imme s eigenden Solida i ä de S aa en mi zwingende
K a eine O ganisa ion, welche nich meh au dem Willen
und de K a des Einzels aa es , sonde n au dem de
Gemeinscha be uh . Die in e na ionalen O gane de Schi -
ah s- , Pos - , Teleg aphen- , Me e con en ionen bezeichnen
den An ang eines neuen zwischens aa lichen Lebens. Die
i mme zahl eiche we denden in e na ionalen Cong esse , sei
es s aa liche Delegi e , sei es P i a e zum Zwecke de
Be a hung ode An egung in e na ionale Mass egeln , die
in e na ionalen Auss ellungen zeugen on de s eigenden Be-
deu ung des wei übe den Einzels aa hinaus agenden Cul u -
lebens, welches, wie alles Leben, mi unwide s ehliche , wenn
auch langsam wi kende Gewal , eine O ganisa ion aus sich
he o eib .
Diese P ocess is e s in den e s en An ängen beg i en,
und es läss sich noch ga nich bes immen, welche Momen e
6)
Handbuch de Ve wal ungsleh e
2. Au l., S. 55, 91-97, 723
Vgl. auch . M o h l,
Die P lege de in . Gemeinscha bes. S.
599
.
7)
Nich blos s a is isch da zus ellen, wie es Cal o, . II. in imme hin
dankenswe he Weise ge han ha .
8)
. S ein 1. c. S., 55.
111
des S aa slebens in die neue Bewegung hineingezogen we den.
Au jeden Fall s ehen wi am Beginne eine Epoche in e -
na ionale Ve wal ungsbündnisse, welche dem Ve keh sleben
de ci ilisi en Wel ein neues Gep äge au d ück . Wenn
. S ein auch da in zu wei geh . dass e ü die Zukun
das Völke ech in das in e na ionale Ve wal ungs ech au -
gehen läss
9
),
so s eh es doch ausse Zwei el, dass du ch die
Ve wal ungsbündnisse die Bedeu ung des Völke ech es
als eines gel enden Rech es une messlich gehoben wi d.
Denn de ganze, nie ges ill e Zwei el übe den p ak ischen
We h des Völke ech es üh e imme on de E wägung
he , dass die S aa en in einem ewigen Gegensa ze sich be-
inden und keine höhe e Mach übe ihnen o handen is , uni den
Gegensa z gemäss de Rech sno men zu schlich en. In dem Aus-
sp uche des a henischen F emdlings in den pla onischen Gese zen,
dass alle S aa en on Na u aus in einem ewigen K iegs-
zus ande leben
10
),
sind alle A gumen e gegen die Exis enz des
Völke ech es e einig . Nun zeugen ge ade die g ossen
Ve wal ungsbündnisse on de Solida i ä de S aa en,
da on, dass sie auch in ih en gegensei igen Bezi hungen nich
nu M äch e, d. h. physisch wi kende K ä e, sonde n auch
O dnungen sind, du ch welche sich die En wickelung eines
höhe en, als des, wie alles Indi iduelle, einsei igen und be-
sch änk en Einzel olkes ollzieh , nämlich de Ci ilisa ion,
de en Subjec und Objec nich S aa und Volk, sonde n die
Menschhei is .
Den uno ganisi en Beziehungen on S aa zu S aa
gegenübe ha die Leugnung des Völke ech es e häl niss-
mässig leich es Spiel, weil sie hie au zahllose Fälle un-
gesühn en Un ech es hinweisen kann. Bei den o ganisi en
S aa en e bindungen lieg abe die Sache ganz ande s. Selbs
de en schiedens e Gegne de ju is ischen Na u des Völke -
ech es ha es noch nich gewag , den Rech scha ak e eines
S aa enbundes, z. B. des al en deu schen Bundes zu negi en.
9)
1. c.
S.
97.
10)
L
e g e
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I, 2:
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9
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ia sl a ."
112
Jene gemeinscha lichen O gane de e bünde en S aa en sind,
wie on allen Sei en zugegeben wi d, au ech lichem Wege
en s anden und haben genau umsch iebene ech liche Fune ionen.
Wenn nun die Leugnung des Völke ech es o dem S aa en-
bunde wegen dessen sich ba e O ganisa ion Hal machen
muss, so is es mi jede o ganisi en Ve bindung de selbe
Fall. Die eu opäische Donaucommission, de Wel pos e ag
u. s. w. sind E scheinungen, bei denen man mi de enghe zigen
Behaup ung, dass Rech nu die on einem S aa e an seine
Un e hanen e lassenen, du ch Zwang geschü z en Impe a i e
seien, ein ach nich meh auskomm . Denn consequen müss e
man das leugnen, was o handen is , was sich äglich du ch
sein Dasein bewäh , da mi jenem engen Rech sbeg i e solche
Ins i u e ga nich denkba sind. Ode will man de a ige
O gane e wa als Phänomene eine „ Völke mo al" hins ellen ?
So e ö ne sich uns denn on den o ganisi en Ve -
wal ungsbündnissen aus eine g ossa ige Pe spec i e in die
Zukun des Völke ech es, sowohl in Theo ie als P axis. Es
is hie nich unse e Au gabe, sie nähe zu e olgen, und
so mögen diese ku zen Andeu ungen genügen .
7.
Obwohl, wie e wähn , jede S aa en e ag eine meh
ode minde b ei e, eine enge e ode lose e Ve bindung d e
con ahi enden S aa en he o u , so sind nich alle Classen
on Ve ägen hie eingehende zu un e suchen. Es sind
ielmeh haup sächlich die p oli is c h e n B ündniss e, welche
den Gegens and. de Leh e on den S aa en e bindungen bilden,
indem in e s e Linie jene Ve bindungen da un e e s anden
we den, in denen die S aa en als Mäch e sich e einigen. Von
den Ve wal ungs e ägen sind es nu jene, welche die ganze
S ellung de pacisci enden S aa en unmi elba e g e i en und
dahe zugleich eminen poli ische Na u sind, e ne die
o ganisi en Ve wal ungsbündnisse , die in e na ionalen V e -
wal ung s e ei ne , mi denen wi uns eingehende be-
schä igen we den, mi den le z e en sowohl wegen des innige en
G ades de Ve bindung, den sie he o u en, als auch zum
Zwecke de kla en E kenn niss de ech lichen S ellung
in e na ionale O gane, die on g osse Bedeu ung ü die
ich ige Einsich in das Wesen de o ganisi en poli ischen
Bündnisse is .
113
Von den Ve wal ungs e ägen sind dahe im Folgenden
speciell jene he o zuheben, welche meis ens nu die E ique e
ü einen poli ischen Ve ag bilden, also jene de neues en
Geschich sepoche angehö enden Ve äge, du ch welche ein
S aa die Ve wal ung eines ande en S aa es ode eine emden
P o inz ganz ode doch zum g öss en Theil übe nimm , wo-
du ch ein ac ische Uebe gang de He scha übe le z e e,
sei es ii imme , sei es au gewisse Zei , beding is . Un e
den poli ischen Bündnissen sind zu ö de s alle nich o ganisi en
Ve einigungen zu gemeinsamem Handeln zu besp echen, die
Allianzen, die P o ec ions- und Ga an ie e äge, e ne die-
jenigen, in welchen ein S aa den ande en ein daue ndes
passi es Ve hal en bei jedem Con lic e zwischen D i en e -
sp ich , die Neu alisi ung au ewige Zei . In de Leh e on
den o ganisi en S aa en e bindungen wi d spä e hin zue s
den in e na ionalen Ve wal ungs e einen und de ech lichen
Na u ih e gemeinsamen O gane und sodann den Fo men de
o ganisi en poli ischen Ve bindungen unse e Au me ksamkei
zu widmen sein.
Ve agsmässige Occupa ion und Uebe nahme eines
S aa es in Ve wal ung.
1. Es is eine nich sel ene E scheinung des in e na ionalen
Lebens, dass ein S aa einem ande en die Ausübung on Ve -
wal ungsac en au seinem Gebie e e s a e . Wi b auchen
nu au die S aa sse i u en, z. B. Du chzugs ech ü Mili ä ,
Besa zungs ech in gewissen Fes ungen u. s. w. und au die
Func ionen de Consuln zu e weisen. Es komm e ne o ,
dass ein S aa aus E spa niss- ode ande en Zweckmässigkei s-
iicksich en einem ande en die heilweise ode gänzliche
Ausübung eines Zweiges de Ve wal ung übe äg , wo on
Beispiele da bie en die Ve wal ung de Pos in G enzgebie en
du ch den Nachba s aa , die Uebe agung de Rech ssp echung
in höhe e Ins anz an einen ausländischen Ge ich sho , wie
D . Je llinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

8
120
hohei des deu schen Reiches. Sie egeln au dem Wege des
Ve ages mi dem mäch igs en Glieds aa e, was das Reich
unzwei elha gemäss seines e assungsmässigen Rech es du ch
Gese z no mi en könn e.")
Bei einem de Glieds aa en is jedoch nich nu die
Mili ä -, sonde n die gesamm e Ve wal ung in die
Hände
P eussens übe gegangen. Mi Rücksich au die Las en, welche
dem Fü s en hum Waldeck du ch den Ein i in den no d-
deu schen Bund, beziehungsweise das deu sche Reich au e leg
wo den sind, ha P eussen du ch den s. g. Accessions e ag
on 1867 — au die Daue on zehn Jah en geschlossen
und 1877 mi einigen Modi ica ionen au zehn Jah e e -
länge -0
5
) — die gesamm e inne e Ve wal ung des Fü s en-
hums Waldeck übe nommen und üb sie Namens des Fü s en
in Uebe eins immung mi den Waldeck'schen Landesgese zen
aus, wogegen P eussen die die eigenen Einnahmen des Landes
übe s eigenden Kos en de Ve wal ung aus seinen Mi eln zu
decken e p lich e is . De p eussische S aa is be ech ig ,
Jus iz- und Ve wal ungsbehö den nach eigenem E messen
ande wei ig zu o ganisi en und kann die Be ugnisse de Be-
hö den höhe e Ins anzen p eussischen Behö den übe agen.
Im
e s en Decennium des Ve ages wa en sämm liche Waldeck'sche
S aa sdiene als solche p eussische Un e hanen. Dem Fü s en
on
*
Waldeck e bleib nu die Ki chenhohei , das Begnadigungs-
ech , das Rech de Zus immung zu Ve assungsände ungen
und -Gese zen, sowei sie nich die O ganisa ion de Jus iz-
und Ve wal ungsbehö den be e en, e ne die Ve e ung
des
S aa es nach Aussen, welche du ch den on P eussen e nann en
Landesdi ec o un e dessen Ve an wo lichkei ausgeüb wi d.
Es un e lieg nun keinem Zwei el, dass du ch den Accessions-
e ag, ein so abno mes Ve häl niss e auch gescha en ha , die
S ellung Waldecks als Glieds aa des deu schen Reiches nich
al e i wo den is . Nach wie o ha es seinen eigenen Land-
14)
Vgl. übe diese ju is isch äusse s schwie igen Ve häl nisse: Ha e ne
Ve agsmässige Elemen e S. 115 . ; G. Meye , Leh buch §. 197 ; Zo n,
S aa s ech

S. 303 .; Laband III, S. 26 .
15)
S chul h es s, Eu op. Geschich skal. 1867 S. 133-134, 1877 S. 184,
187, 192.

121
ag, seine selbs ändige S imme und seinen Ve e e im Bundes-
a he des Reiches, es kann S aa en e äge abschliessen und
Gesand e schicken und emp angen. Die ech liche Pe sönlichkei
Waldecks daue dahe o , o zdem es sich ac isch wenig
on einem p eussischen Ve wal ungsbezi ke un e scheide .16)
4.
Alle diese hie da geleg en Occupa ionen .und Ad-
minis a ionen sind i egulä e Na u , weil im Wide sp uche
zu dem Wesen des S aa es s ehend, on welchem S andpunk
auch imme man dieses au assen mag. Sie sind das P oduc un-
kla e und meis ens schwe zu klä ende poli ische Si ua ionen,
in e imis ische Regelungen on Ve häl nissen , de en de ini i e
Ges al ung eine de ollen Ac ions eihei des adminis i enden
S aa es güns ige en Zukun o behal en wi d. Abe sie sind
bei allem Unna ü lichen, das ihnen anha e , seh beleh end,
weil sie zeigen, dass die ealen Tha sachen des S aa slebens
nich no hwendig mi den ein achs en Consequenzen des S aa s-
beg i es übe eins immen müssen, und dass dasjenige sich ba
we den kann, was sich a p io i als undenkba he auss ell .
Sie sind beleh end ü das Ve häl niss poli ische zu ju is ische
Be ach ungsweise. Denn, wenn de Poli ike leich geneig
sein wi d, die de Gewal eines emden S aa es un e s ehenden
P o inzen ode S aa en als Pe inenzen des e s e en zu be ach-
en, so wi d de Ju is diese i egulä en Ve häl nisse in ih em
eigen hiiml ichen ech lichen Cha ak e zu e assen suchen. E
wi d dies hun , weil aus den gegebenen Ve häl nissen eine
unabsehba e Masse on p i a -, s a -, s aa s- und ölke ech -
lichen F agen sich e geben können, welche nach de S enge
ju is ische Logik , die den Einzel all gemäss seine Indi i-
duali ä un e such , en schieden we den müssen.
IV.
Die Allianz.
1.
Eine Alli an z is eine Ve bindung zweie ode meh-
e e S aa en zu gemeinsamem Ve hal en als Mäch e. Sie ha
13
)
Vgl. G. Meye , Leh buch S. 118.
122
also wesen lich poli ische Zwecke, mögen diese sich nun au ein
eindliches Ve hal en gegen D i e ode au E eichung eines
iedlichen Zweckes beziehen. Eine solche Ve bindung is
nich o ganisi , sie e schein lediglich in den übe eins immenden
Willen de con ahi enden Theile. Fü einzelne aus de Allianz
en sp ingende Zwecke können jedoch in e na ionale O gane
mi zei lich und sachlich besch änk e Wi ksamkei eingese z
we den, z. B. bei eine Collec i ga an ie, welche die O ganisa ion
eines S aa es ode eine P o inz siche , die die Beschlüsse
de Ga an en aus üh enden und übe wachenden Commissionen,
wo on e s kü zlich de Be line Ve ag Beispiele gebo en
ha ; ode die Einse zung eines Comi As on Sei en de e -
bünde en S aa en, um Wünsche ode Zus ände de Mach zu
p ü en, gegen ode ü welche die Coali ion s a ge unden
ha . Indessen spielen solche O g
a
ne bei Allianzen imme eine
un e geö dne e und o übe gehende Rolle, so dass de en
Cha ak e als nich o ganisi e S aa en e bindung dadu ch
wenig al e i wi d.
Die Allianzen we den he kömmlich in k iege ische und
iedliche einge heil , je nachdem sie au den K iegs- ode
F iedenszus and be echne sind. Die k iege ischen Allianzen,
welche die wei aus häu igs en sind, ze allen in 0 e n s i -
allianz en zu gemeinsamem Ang i und De ensi -
allianz en zu gemeinsame Abweh , sei es eines Feindes,
sei es einzelne on Sei en nich di ec mi den allii en
S aa en im K iegszus and be indliche Mäch e zu ü ch ende
ITnbilligkei en. Beispiele des zwei en Falles de De ensi -
allianzen sind die bewa ne en Neu ali ä sbünde. Eine d i e A
de k iege ischen Allianz is die, welche O ensi - und De ensi -
allianz in sich e ein , das S c h u z- und T u z b lin d n i s s.
Die k iege ischen Allianzen können speciell gegen einen be-
s imm en Feind ode Ang i und gene ell ü alle k iege ischen
Zwecke geschlossen we den.
Die Allianz gehö dem Typus de Gesellscha s e äge
an, und die allgemeins en du ch die Na u des Gesellscha s-
e häl nisses gegebenen Rech ssä ze inden au sie Anwendung.
Abe man muss sich hie , wie übe all im ö en lichen Rech .,
o zu wei gehenden p i a ech lichen Analogien hü en. Nu
123
de Ums and, dass die Allianz eine au Ve ag be uhende,
zu bes imm en Zwecken geschlossene Gemeinscha is , de en
Wesen s e s nach dem Cha ak e des zu G unde liegenden
Pac es zu. beu heilen is , und die mi E üllung des gemeinsam
anges eb en Zweckes au hö , dass, wo keine ande e Ve -
ab edung o lieg , gleiche Rech e und P lich en de Gesellscha s-
gliede angenommen we den, is de Gesellscha des Völke -
ech es mi de des P i a ech es gemeinsam.
Von diese is sie abe o Allem dadu ch geschieden,
dass sie ohne Au kündigung sogleich e lisch , wenn das
Fes hal en an de Allianz den S aa mi seinen wich igs en
In e essen, mi seinen Exis enzbedingungen in Con lic b äch e. I
Ni gends i die e agsau lösende K a de Klausel :
ebus sie s an ibus
ö e und deu liche he o , als bei den
Allianzen , die dahe un e allen Fo men de poli ischen
Bündnisse die am wenigs en daue ha e is . Wenn es auch
mi den Allianzen des 19. Jah hunde nich meh ganz so
schlech bes ell is wie mi denen des o igen, on denen
ein Kenne ih e Geschich e behaup e :
„Nous y e ons des
alliances o mjes e ompues, sans au es mo i s que le cap ice des
sou e ains ou les p oje s ambi ieux de leu s minis es"
1
),
so zeig sich
doch auch heu e imme und imme wiede de
Sieg
de
Poli ik übe das o melle Rech , d. h. de Sieg de In e essen
des Einzels aa es übe die de S aa engemeinscha . Das Ge-
ühl on de Nich igkei des Völke ech es mag den wohl
beschleichen , de in poli ischen Bündnissen diese Ga ung
o nehmlich die Bedeu ung on T eu und Glauben und die
Regeln des in e na ionalen Ve keh es zu e kennen ach e .
Auch das Mass de Leis ung is ein ande es ü die
Gesellscha des Völke - als die des P i a ech s. Jede
Leis ung, Welche die K ä e eines Gesellscha e s übe mässig
in Ansp uch nehmen wü de , kann on diesem e weige
we den — wie sich logisch aus dem Fundamen alsa ze de
Exis enze hal ung des S aa es e gib . Wann jene G enze übe -
sch i en is , übe welche hinaus eine Leis ung nich ge o -
1
)

ell ,
Ris oi e ab ege'e, des ai e's de poix en e les
puisances (le l'Eu ope
. 1I, p. 171.
124
de we den kann, da übe en scheide bei dem Abgange eines
in e na ionalen Rich e s na ü lich nu de zu Leis ung e -
p lich e e S aa selbs , und dadu ch allein schon muss die
Bes ändigkei de Allianzen als seh zwei elha e scheinen.
E s wenn die S aa en e bindung ma e iell au eine bleibende
Gemeinscha de Zwecke gebau und o mell du ch die E -
ich ung eine gemeinsamen O ganisa ion e s ä k is , nimm
sie einen s enge en ech lichen Cha ak e an.
Manche als Allianzen bezeichne e in e na ionale Ve -
einba ungen, o nehmlich die F eundscha s- und Ane ken-
nungs e äge, sind Ac e , welche meh als Vo ausse zungen
eines ech lich geo dne en Ve keh es , denn als eigen liche
Ve äge zu be ach en sind. Sie nähe n die S aa en einande ,
e binden sie abe noch nich , sonde n e möglichen Ve -
bindungen, indem du ch sie ein ausd ückliches Ane kennen
de gegensei igen Exis enz als Rech spe sönlichkei gese z
wi d.
2
)
Wenn Ve äge so agen Inhal es sind und so unkla e
Ziele haben, wie die so lange übe schä z e, nun abe in ih e
ge ingen his o ischen Bedeu ung e kann e heilige Allianz , so
is es meh als zwei elha , ob sie noch in das Gebie des
Völke ech s gehö en.
,
2. Die
Theo ie de Allianz is on de Wissenscha ,
bei de Ein achhei dieses Ve häl nisses im G ossen und Ganzen
endgil ig es ges ell wo den, und da alle nich o ganisi en
poli ischen Bündnisse un e den Beg i de Allianz allen,
so wä e die Be ach ung de selben - un e Hinweis au die
be e enden Pa ien de Sys eme desVölke ech es zu schliessen.
Unse e Au me ksamkei ha sich jedoch noch jenen A en de
Allianz zuzuwenden, du ch welche ein Gesellscha e in eine
poli isch in e io e S ellung zu den ande en e se z , wo die
eie Bewegung eines S aa es wesen lich eingesch änk wi d,
wo also die F age zu e ö e n is , ob die Sou e äne ä
des also besch änk en S aa es eine Modi ica ion e leide und
welche A sie is . Diese A en de Allianz haben iel ach
wegen ih e o g össe en ma e iellen Ga an ie eine es e e
Ges al ung und länge e Daue als die mi poli isch gleiche
S ellung de Con ahen en.
2
)
S. oben
S. 99.
125
Hie sind zu ö de s zwei nich meh dem Ideenk eise
de mode nen ci ilisi en Völke angehö ige Ve häl nisse zu
be üh en, nämlich das Lehensband, so e n keine s aa s ech -
liche Geho samsp lich du ch dasselbe beding is und die
Zahlung eines T ibu s.
Inso e n du ch das Lehensband nu die Ve p lich ung
zu T eue , nich abe eine Geho samsp lich beg ünde is 3),
sind es nu gewisse Eh en o züge o dem Lehns äge , die
dem Lehnshe n zus ehen du ch solches p incipiell, abe nich
ac isch den K ieg un e den de a e einig en S aa en aus-
schliessendes Lehensband wa en im Mi elal e iele sons
ganz unabhängige S aa en ode ielmeh de en Fü s en nomi-
nell mi einande e bunden. Als ein Uebe es aus jene Zei
ha e sich bis in unse Jah hunde Neapel als päps liches
Lehen e hal en. 4)
Ebenso bedeu e die Zahlung eines T ibu es nich s als
die Zuges ehung eines gewissen Eh en o zuges an den S aa ,
dem man zinsba is , wenn sich das ganze Ve häl niss au
Z ahlung und Emp ang des T ibu s besch änk . Diese A
wa die Zinsba kei e schiedene König eiche an den päps -
lichen S uhl. Zwa nach den Anschauungen de Ba ba esken-
s aa en, nich abe nach dem de eu opäischen Mäch e, wa en
die on diesen an jene bezahl en jäh lichen Geldbe äge ein
T ibu . Es wa en diese T ibu e äge nich s als eine Fo m
de Handels e äge , indem die ch is lichen S aa en sich Handel
und Ve keh du ch Zahlung eine Geldsumme siche en. 5)
Eingehende e Un e suchung als diese, wenigs ens ü die
ch is lichen sou e änen S aa en an iqui en Fo men heischen
3)
Uebe den Un e schied on T eue und Geho sam gl. Eh enbe g,
Commenda ion und Huldigung nach änkischem Rech , Weima 1877, S. 112 .
4)
Gün he I, S. 136 ; H e e §. 22, n. 5. Auch die Ve wi kung des
Lebens wegen Un eue gehö zu den heo e ischen Consequenzen des Lehe ns-
bandes (H e e 1. c.), ha e abe bei Ve häl nissen diese A nu wenig
p ak ische Bedeu ung und hinde e die Sou e äne ä des Vasallenbundes so
wenig, als die aua i gend einem ande en G unde ein e ende Ve wi kung de
K one ü den jeweiligen T äge de selben, wie z. B. ü den König on Eng-
land du ch Ve hei a ung mi eine Ka holikin.
') Uebe diese Ve häl nisse siehe Wh e a o n , Elemen s . I, §. 14 ;
Beach Law ence . I, p. 227 .

126
die Besch änkungen de poli ischen Ac ions ähigkei eines
S aa es du ch P o ec ions e häl niss, Ga an ie e äge und
ewige Neu alisi ung.
V.
P o ec ion. Ga an ie. Ewige Neu ali ä .
1. Das Schu z- ode P o ec ions e häl niss be-
s eh da in, dass ein S aa einem ande en einsei ig Schu z und
Hil e gegen eindliche Ang i e e sp ich , wozu noch Fö -
de ung de inne en S aa szwecke des beschü z en S aa es kom-
men kann. Als En gel da ü ha de Schu zs aa die Poli ik
des beschü zenden zu un e s ü zen ode wenigs ens nich s
gegen dieselbe zu un e nehmen, e con o mi dahe du ch den
Schu z e ag on o nhe ein in Beziehung au die äusse en
Angelegenhei en seinen Willen mi dem des Beschü ze s. Die
P o ec ion e nich e dahe nich die Unabhängigkei des
S aa es, wohl abe minde ode ze s ö sie die F eihei de
Poli ik.') De beschü z e S aa is o z des Schu zes, den
e geniess , sou e än, denn e is nu du ch Ve ag gebunden.
Ve le z de P o ec o den Schu z e ag, übe sch ei e e die
ihm da in
zuges andenen
Be ugnisse ode e sag e gegebenen
Falles die e sp ochene Hil e, so wi d de Beschü z e on
dem Ve age be ei , ebenso na ü lich de Beschü ze du ch
Ve agsb uch on Sei e des Beschü z en. Das Ve häl niss,
was imme seine poli ischen Folgen sein mögen, uh ganz
und olls ändig in dem übe eins immenden Willen beide S aa en,
on einem Ve häl niss de Uebe - und Un e o dnung, on
eine Reduci ung des beschü z en S aa es au die s. g. Halb-
sou e äne ä kann dahe keine Rede sein. Schon die ömischen
Ju is en haben e kann , dass die Völke , welche sich e -
p lich e ha en,
„impe ium majes a emque populi Romani comi-
e conse a e",
dadu ch nich au hö en, ei zu sein.2)
1)
. Ma i z, Zei sch i . d. g. S aa sw. Bd. XXXII, S. 563. T e end
Real
. IV, p. 175:
„La aie e simp!e p o ec ion es une g ace pa laquelle
un Sou e ain puissan en me
80113 sa
sau ega de
U21,
au e moins puissan ."
2)
L. 7 D.
de cap i is e de
D. 49, 15.
127
Es sind haup sächlich zwei Fälle , welche zu Schu z-
e ägen üh en, und zwa e s en s Un ähigkei eines S aa es,
sich selbs ändig nach Aussen hin zu e hal en. Dahe suchen
die minimalen Gemeinwesen den Schu z de mäch igen Nachba n
so s eh die kleine Gebi gs epublik Ando a un e dem Schu ze
F ank eichs und des spanischen Bischo s on U jel, Monaco
und San Ma ino un e i alienischem Schu ze,
3
) Auch das
P o ec o a Russlands Tibe die Donau ü s en hüme ha e
neben ande en de O ien poli ik Russlands en s ammenden
G iinden den Z weck, die Fü s en hiime o den Ge ah en zu
schü zen, die ihnen on den Uebe g i en de P o e d oh e,
welche noch im Jah e 1778 den Hospoda de Moldau ha e
hin ich en lassen.
4
) Abe das P o ec o a ha z wei en s auch
seine Bedeu ung in den Beziehungen de eu opäischen Seemäch e
zu en legenen und halbci ilisi en Völke scha en, indem du ch
dasselbe nich blos Handelsbeziehungen angeknüp we den,
sonde n eine sei s die Mach s ellung des P o ec o s in diesen
Gegenden e höh , ande e sei s dem beschü z en Volke du ch
den ege en iedlichen Ve keh die Möglichkei gegeben wi d,
zu höhe e Cul u zu gelangen.5)
2.
Die aus de Na u des P o ec ions e häl nisses
liessenden allgemeinen Bes immungen wa en nach de Ansich
Viele nich in ollem Um ange anwendba au zwei S aa en,
welche du ch die Ve äge on 1815 in den Schu z ande e
ges ell wu den, nämlich au die eie S ad K akau und die
Republik de sieben e einig en jonischen Inseln. Diesen
S aa en wu de die olle Sou e äne ä als un e einba mi dem
3)
Vgl. T w iss p. 42 . ; C al o I, §. 72 p. 185
4)
J. J. Mose , Bey äge I, S. 39.
5)
0 olan . I, p. 50. Die diploma ische Sp ache is bei de Be-
zeichnung de Beziehungen zu solchen wenig ci ilisi en S aa en ziemlich
unbekümme um den ich igen Ausd uck. So z. B. heiss es in dem Ve age
zwischen F ank eich und dem Könige on Rio Pungo om 15. Feb ua 1866
A . I : „
Tie oi du Pungo decla e plage
son
pays sous la suz e aine e de la
F ance",
wo aus dem Ve age he o geh , dass die Saze aine e ein ach ein
P o ec ions e häl niss bedeu e . Ma ens, Nou eau Rec. . XX, p. 236. Uebe
die Unbes imm hei des Ausd uckes
„suze aine e"
A n z ,
De la si ua ion de
la Rowmanie au poin de ue de cl oi in e na ional. Re ue de D. 1.
. IX, p. 43.
128
Cha ak e des P o ec o a es, dem sie un e wo en wa en,
abgesp ochen.
Du ch A . VI de Wiene Cong essac e wu de K akau
mi seinem Te i o ium ü imme als eine eie, unabhängige,
öllig neu ale S ad un e de P o ec ion Russlands, Oes e -
eichs und P eussens e klä . In dem Addi ional e age de
d ei Schu zmäch e übe das Schicksal K akau's sch ieben
sich dieselben jedoch so wei gehende Be ugnisse bezüglich de
inne en Ges al ung des F eis aa es zu, dass seine Selb-
s ändigkei in Wah hei eine seh ge inge wa
7
),
übe dies
imme meh und meh eingesch änk wu de, um endlich ganz
zu e schwinden. Das Eigen hümliche des Ve häl nisses
K akau's zu seinen P o ec o en lag o Allem da in, dass es
unge ag dem Schu ze de Mäch e un e s ell wu de. Allein
da die Sou e äne ä K akau's ausd ücklich ane kann wo den
wa , so muss ju is isch angenommen we den, dass die, die s aa -
liche Quali ä K akau's scha enden Cong essmäch e das Rech
ha en, Namens de neuen Republik den P o ec ions e ag
abzuschliessen , und übe dies ha K akau du ch concluden e
Handlungen seine p äsumi e Einwilligung in das Schu z-
e häl niss bes ä ig . So wei gehend die Be ugnisse de Mäch e
gegenübe K akau wa en, dem jede Wi ksamkei nach Aussen
unmöglich gemach wu de, so s ell en sie sich ju is isch dennoch
nu als e agsmässig geliehene Rech e da , de en Rückkeh
zum Eigne nich unmöglich wa . Alle dings ha e sich an
K akau de Sa z bewäh , dass „sich in emden Schu z
begeben die e s e S a el zu Diens ba kei is ". 8)
3.
Wenn bezüglich K akau's doch meh e e Sch i -
s elle die Fo daue de Sou e äne ä des beschü z en
S aa es o z ih e 'g ossen Einsch änkungen zugaben
9
),
so
6)
Abged uck bei Whea on, Elemen s . II,
p. 298
.
7)
Die Ve assung K akau's
om 3.
Mai
1815
ug — ein e assungs-
geschich liches Unicum — nu die Un e sch i de Ve e e de d ei Schu z-
mäch e! P öli z , Eu op. Cons i . III, S. 48. Ebenda die Da s ellung de
Eing i e de Mäch e in die Au onomie K akau's. Vgl. e ne T w i s s I, p.
37.
8)
Gün he
I, S. 132.
9)
Z.
B. Ma ens, P 6cis §.
20
n. a; Halleck, p.
66 ;
Cal o I, §.
42,
p.
147.
Ganz ich ig beme k T w i s
s I, p. 40,
dass es nich leich zu e s ehen
129
he sch e übe die abhängige S ellung de jonischen Inseln
gegenübe England im Zei aum on 1815-1864 beinahe
Eins immigkei . Du ch den Ve ag om 5. No embe 1815
zwischen Russland, Oes e eich, P eussen und England wu den
die sieben Inseln ü einen eien und unabhängigen S aa
e klä und zugleich un e das unmi elba e und ausschliessliche
P o ec o a Englands ges ell . Zum Zwecke de Ausübung des
P o ec o a es und um die Jonie de Vo heile desselben in
ollem Masse heilha ig we den zu lassen, wie es im Ve age
heiss
10
),
wu de England das Besa zungs ech au den Inseln ein-
ge äum , und die jonischen S ei k ä e dem englischen Com-
mando un e s ell . Die englische K one ha e das Rech de
Zus immung zu de Ve assung ein englische Lo dcommissä
das Rech de Pa lamen s-Be u ung und -Ve agung, wäh end
de englischen K one das Rech de Au lösung zus and. Die
englischen Consuln bei emden Mäch en wu den zugleich als
jonische Consuln be ach e . Die Annahme on Gesand en
und Consuln konn e nu mi Zus immung des Lo dcommissä s
e olgen. De Ein luss, den England in Folge diese Bes im-
mungen au die inne en Angelegenhei en de jonischen Inseln
ausüb e
11
),
wa de a , dass die Eingebo enen sich du ch
meh e e blu ige Au s ände on dem e hass en P o ec o zu
be eien such en , bis endlich im Jah e 1863 dem Wunsche
de Jonie en sp echend die Ve einigung des Siebeninsel-
s aa es mi G iechenland e olg e.
Angesich s des de ech lichen Basis eines Schu z e -
ages nich en sp echenden ac ischen Ve häl nisses Joniens zu
England wu de es on Whea on au eine Linie mi den eng-
lischen Colonien ges ell
12
),
on denen manchen soga ein iel
is , welche speci ische Un e schied zwischen de Lage K akau's und de de
jonischen Inseln sein soll, weshalb also das e s e e sou e än, die ande en
hingegen es nich wa en, da die in e na ionale S ellung de sieben Inseln übe -
dies in manche Hinsich eine selbs ändige e wa als die K akau's.
1
)
„Tou assu e salis e.s
.
ie ion aux habi ans des E a s-Unis des ;les
Ioniennes les a an ages aul an s de la hau e p o ee ion sous laquelle ils sou
ainsi que you l'exe eise de d oi s inh en s (`L ce e p o ee ion"
e c. A . V.
11
)
Vgl. Kolb im S aa slexikon on R o e ck und W elck e ,
3.
Au l.,
Bd. VIII, S.
51:3
.,
bes. S.
519.
(2
)
Elemen s

p.
47.
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

9
1 36
S aa es zu espec i en , ande e sei s Jeden zu e hinde n,
die Neu ali ä zu b echen. Hie is de neu alisi e S aa
selbs IVIi ga an des Ve ages, inso e n e sich zu Au ech -
e hal ung des du ch die Neu ali ä se klä ung gescha enen
Zus andes e p lich e . Die Neu ali ä is eben nich nu
im In e esse des neu alen, sonde n auch in dem de
ande en S aa en gelegen, und deshalb is eine Mi ga an ie
des e s e en o handen , die bei ausschliesslich eigenem In-
e esse alle dings unmöglich wä e. Solche A sind die
Neu ali ä se klä ungen de Schweiz, Belgiens, G iechenlands
bezüglich Co u's und Naxos'
27
)
und Luxembu gs, welche
sämm lich. im In e esse de eu opäischen O dnung du ch Ve -
äge de G ossmäch e ga an i sind.
Die ewige Neu ali ä ha den Inhal , dass de be e -
ende S aa sich e p lich e , keinen Ang i sk ieg zu üh en
und demgemäss keine Poli ik zu eiben, welche ihn in die
Ge ah eines K ieges e wickeln könn e. E da dahe keine
k iege ische Allianz schliessen und auch an keine ande en Ga-
an ie heil nehmen, welche ein Eins ehen mi allen K ä en
ü die übe nommene Ve p lich ung in sich schliess .
28
)
D e
Ve zich au diese Rech e is abe ein ein e -
agsmässige , sie bleiben dahe po en iell bei dem neu-
alen S aa e zu ück, zu dem sie auch ac isch und ech lich
du ch Au lösung des Ve ages, sei es auch du ch B uch
desselben on seine Sei e zu ückkeh en,
29
)
Dahe al e i die
27)
Ve ag . 29. Mä z 1864, A . II. S aa sa chi N . 1715, Bd. VII,
S. 298.
28)
Funck-B en ano e So el p.356-358. Ge cken zu He e
§. 145, n. 4. Ve ag übe die Neu alisi ung Luxembu gs om 11. Mai 1867,
Ghillany III, S. 408-410:
"
Les 12,2u es pa ies con ac an es s' engagen i(
espec e le p incipe de la neu ali d s ipuld pa le p e
sen a icle. Ce p incipe
e de neu e es placd sous la sanc ion de la ga an ie collec i e des puissances
signa ai es du p esen ai d ü l'excep ion de la Belgique , q u i es elle
ne' ne un E a neu e."
A . II.
29)
B lun s chli, Mod. Völke ech A . 743 ; B lum e , Handbuch
des schweize ischen Bundess aa s ech s II, S. 215: „Als unabhängige S aa
wä e die Schweiz ohne Zwei el auch , wenn sie es jemals ü angemessen
e ach en soll e, be ech ig , das P incip de Neu ali ä ganz au zugeben." Dahe
en hal en auch die Ve assungen neu ale S aa en Bes immungen übe die
K iegse klä ung: Belgische Ve . A , 68. Schweiz. A .
8.

137
ewige Neu ali ä die Sou e äne ä des neu alen S aa es in
keine Weise , sie wah ielmeh seine Selbs ändigkei und
Unabhängigkei . Denn ih e Na u nach kann sie nu bei
mi le en und kleine en Mäch en s a inden, welche ohne die
ihnen zu Sei e s ehende Collec i ga an ie bald einem mäch-
igen Nachba zum Op e allen wü den. Wede ju is isch
noch poli isch e leide de neu alisi e S aa eine Einbusse
an seine Sou e äne ä .
6. P o ec ion, Ga an ie und ewige Neu ali ä sind, wie
die Un e suchung e geben ha , ein ölke ech liche Ve -
häl nisse, welche in keine Hinsich Un e o dnung eines
S aa es un e einen ande en beg ünden. Wenn du ch eines
de selben die poli ische Ac ions ähigkei eines S aa es noch
so seh eingesch änk wi d , so is und bleib e dennoch
sou e än. Alle diese Fo men de S aa en e bindungen sind
Aba en de Allianz, sie be uhen also au Ve ag, sind dem-
nach nich unlöslich und lassen es dahe möglich e scheinen,
dass die Ausübung de He scha s ech e, welche de S aa
en wede ü sich selbs besch änk ode an ande e übe -
%
agen ha , wiede zu ihm zu ückkeh . So lange abe de
S aa in dem ihn besch änkenden Ve häl nisse e weil , is
e nu du ch eigenen Willen besch änk und e p lich e .
VI.
De S aa ens aa . 1)
1.
Wenn Theile eines S aa es on diesem mi zu eigenem
Rech e zus ehende s aa liche Mach ausges a e sind, wenn
1
)
Die Li e a u übe diese Fo m des zusammengese z en S aa es is
äusse s spä lich und. haup sächlich im Hinblick au das al e deu sche Reich
en s anden. Uebe die äl e en Sch i s elle e gl. B ie a. a. 0. §§. 3, 4.
Mi einem his o ischen Sinne ha den S aa ens aa — eilich un e dem un-
bes imm en Namen eines Gesamm s aa es — in seinem G-egensa ze zu den ande en
bundess aa lichen Bildungen e ass W ai z, Poli ik S. 43, 160 . Auch H.
Schul z e
i
,
Einlei ung in das deu sche S aa s . §. 65 ha
das
al e Reich in seine
Eigen hümlichkei imWesen lichen ich ig e kann . Nu i e Schulz e hie , wenn
e die Ka ego ie des S aa ens aa es au das al e Reich allein besch änk glaub e
und sie demgemäss ü eine „indi iduelle Cha ak e zeichnung" hiel . Fü G. Meye ,
138
sie sich sonach als nich sou e äne S aa en da s ellen, so is
ein Zwei aches möglich. En wede sind alle s aa lichen Ele-
men e in dem sou e änen S aa e zu eine Einhei e bunden
ode nich . Diese zwei e Fall is hie zu ö de s zu be ach en.
Wenn eine S aa sgewal die Un e hanen wesen lich
nu du ch das Medium eine ande en un e wo en sind, dann
inde eine Einhei de s aa lichen Elemen e : S aa sgewal ,
Land und Volk nich s a , denn es mangel die unmi el-
ba e Beziehung de Un e hanen zu sou e änen Gewal .
Die de sou e änen Gewal Subjici en sind nich sowohl
Indi iduen als ielmeh S aa en. Den Un e hanen de Un e -
s aa en e schein de Obe s aa wie eine auswä ige Mach .
Es is dahe kein o ganisches Ve häl niss zwischen Obe -
s aa sgewal und Un e hanen gegeben. Ein solches se z s e s
o aus, dass ein di ec e Ve keh zwischen S aa sgewal und
Bü ge n möglich is , dass eine Wechselwi kung zwischen He -
sche und Behe sch en bes eh . Das Wesen de s aa sbü ge -
lichen Gesellscha und des au ih em G unde en s andenen
mode nen S aa es ha dies zu unausweichlichen Folge. We
eine S aa sgewal nu indi ec e p lich e is , kann ih
gegenübe nu indi ec be ech ig sein. Im Beg i e des S aa s-
bü ge s lieg es abe , dass e dem S aa e, dem e angehö ,
unmi elba e p lich e und on ihm unmi elba be ech ig
is . Hie lieg eine de wesen lichen Un e schiede des mo-
de nen S aa es om lehens ech lichen des Mi elal e s, wo die
Ve p lich ung gegen den S aa , d. h. gegen den obe s en
G undzüge des no dd. Bundes . §.
3
is de S aa ens aa eine bes imm e Fo m
des Einhei ss aa es. Das Cha ak e is ische des Vasallens aa es im Gegensa z
zum Glieds aa e im Bunde inde e S. 24 da in , dass die Obe gewal nich
ans de Gesamm hei de e bünde en S aa en he o geh , sonde n einem on
ihnen ode einem ausse halb des Bundes be indlichen S aa e zus eh . L ab a n d
ass den S aa ens aa als Obe beg i ü alle zusammengese z en S aa en au .
Die uns beschä igende Fo m cha ak e isi e dahin, dass in ih die Reichs-
gewal on de de Glieds aa en losgelös is , wozu als Beispiele die Vasallen-
s aa en in ih e Un e o dnung un e den Lehnshe n und das al e deu sche Reich
ange üh we den. S aa s ech I. 8. 71. Wenn man jedoch ü den Bundess aa
das He o gehen de Bundesgewal aus den Glieds aa sgewal en ü unwesen -
lich häl , dann e lie die L aban d'sche Cha ak e is ik allen We h. Vgl.
un en II. Abschn. IV B. Die Ein eihung de zusammengese z en S aa en un e den
Obe beg i des S aa ens aa es is accep i . H. Schulze , Leh buch I, S. 44.
139
Lehenshe n in den meis en Punk en du ch das Medium
eine Ve p lich ung gegen den unmi elba en Lehnshe n
hindu chging.
Das Wesen des Lehenss aa es is e end dahin cha ak e i-
si wo den, dass in ihm s aa liche Hohei s ech e in p i a -
ech liche Weise an Indi iduen übe agen sind. Inso e ne
diese Uebe agung die Folge ha , dass die Hohei s ech e
unwide u lich und uncon oli ba bei ih em Inhabe e bleiben,
indem die u sp ünglich pe sönlichen Rech e in dingliche, au
dem Te i o ium ha ende e wandel we den, e wandel sich
de P i a besi z on Hohei s ech en in eine eigene S aa s-
gewal , welche nunmeh en wede di ec ode wiede indi ec
du ch ande e Vasallen au die Un e hanen wi k . De de
sou e änen Gewal un e wo ene Vasall is gemäss des Lehens-
bandes zu T eue gegen den Obe he n und zu Aus üh ung
dessen Be ehle, sowei e solche zu e heilen noch be ech ig
is , e bunden. Diese Be ehle können den Zweck haben, den
Willen de Un e hanen des Vasallen zu bes immen , abe
diese emp angen sie als Be ehle de Landes-, nich de Reichs-
gewal . Sie sind de Obe gewal nu als Reichsmi elba e
un e wo en.
. Diese Fo m eine s aa s ech lichen S aa en e bindung,
in welche de sou e äne S aa ücksich lich de ihm e -
bliebenen Hohei s ech e nich sowohl übe Indi iduen als übe
S aa en he sch , seine Be ehle nich an die Un e hanen,
sonde n an die S aa sgewal en ich e , is abe nich nu au
den mi elal e lichen Feudals aa besch änk , sonde n kann
übe all s a haben, wo de Boden ü eine o ganische S aa s-
o m mangel , wo die socialen Vo bedingungen eine Wechsel-
wi kung zwischen S aa sgewal und. S aa sbü ge nich ge-
geben sind. Ausse de eudalen Gesellscha des Mi elal e s
ha dahe auch die Gegenwa s aa ens aa liche Bildungen
he o geb ach , welche du ch die gesellscha liche Gliede ung
de be e enden Reiche beding sind, indem nämlich die Mög-
lichkei eine o ganischen Ve schmelzung de einzelnen Theile
des S aa es ehl . G osse unaus üllba e Un e schiede des Cul-
u zus andes, de Religion und ga neben diesen noch de
Race we den , wenn die Angehö igen de einzelnen socialen
140
G uppen in g össe en geschlossenen Massen znsammenwohnen,
mi No hwendigkei zu Bildung eines S aa ens aa es d ängen.
Ebenso kann i äumliche En legenhei eines Nebenlandes wegen
de Schwie igkei di ec e Ve wal ung om Haup lande aus
zu eine Bildung on s aa ens aa lichem
.
Typus üh en.
3. In einem solchen S aa e sind keine O gane o handen,
in denen die Ve bindung des Un e s aa es mi dem Obe s aa e
zum Ausd uck komm . Beide S aa sgewal en s ehen sich ein-
ach ia dem Ve häl nisse on Be ehlendem und. Geho chendem
gegenübe . De Un e s aa emp äng den Willen des obe -
he lichen als einen ihm emden, au keine inne en No h-
wendigkei be uhenden. Den Indi iduen i die S aa sgewal
imme nu als die des Un e s aa es gegenübe , so dass nu
diese ihnen als he schende Mach e schein . Wede die Be-
ziehungen de Un e hanen, noch die de Un e s aa en zu
obe he lichen Gewal inden dahe i gend eine e assungs-
mässige O ganisa ion.
Dass im S aa ens aa e, wie bei jede nich o ganisi en
S aa en e bindung das Band, welches die Theile an das Ganze
knüp , ein seh locke es is , dass s e s ein cen i ugales
S eben de selben s a inde , wenn die Cen algewal nich
eine übe mäch ige is , wi d sich leich beg ei en lassen. Wenn
dahe g osse Theile eines S aa sgebie es zu nich sou e änen
S aa en mi eine ausschliesslich indi ec en Un e o dnung
ih e Un e hanen un e die sou e äne Gewal e hoben we den,
dann is ein solche Vo gang ein Momen im Au lösungs-
p ocesse des Gesamm s aa es. Keine O ganisa ion e binde
die sou e äne S aa sgewal mi de nich sou e änen ück-
sich lich de ih e bliebenen Hohei s ech e, kein o ganische
Zusammenhang knüp den Bü ge an den obe he lichen
S aa .
Das mechanische Nebeneinande bes ehen de sou e änen
und nich sou e änen S aa sgewal äusse sich schon da in,
dass jene nich no hwendig ih e Compe enz aus eigene
Mach ollkommenhei zu e wei e n im S ande is . Das Rech .
de Compe enze wei e ung be uh nämlich seine Subs anz
nach au dem Wesen des sou e änen S aa es als de alle
du ch G-emein hä igkei e s eb en Zwecke ö de nden Ans al .
141
Inso e n abe die Di e enz zwischen den du ch beide S aa s-
gewal en zu e eichenden Zwecken so g oss is , dass sie sich
nich nu nich e einigen lassen, sonde n soga einande
wide sp echen, dann is die Basis ü eine selbs ändige Com-
pe enze wei e ung de sou e änen Gewal nich gegeben.
Fo mell wi d die Unmöglichkei de Compe enze wei e ung
du ch Uebe agung de Hohei s ech e in Fo m unwide u liche
P i ilegien beg ünde . Wo de Gedanke des mode nen S aa s-
ech es noch nich du chged ungen is , dass de Beg i des
wohle wo benen Rech es ein p i a ech liche Na u is und
es ü den S aa kein Gebie des Lebens gib , das e nich ,
wenn seine Zwecke es e o de n, seine He scha un e we en
kann, da kann
cle ju e
die in de Fo m eines P i ilegiums
e liehene s aa liche Mach nich eigenmäch ig on dem
sou e änen S aa e zu ückgenommen we den.
Die mahommedanische Tü kei ha ih en ch is lichen
Vasallen-S aa en gegenübe eine genau beg enz e S ellung
sie kann den ih e Obe hohei un e wo enen S aa en zwa
meh Rech e gewäh en, abe nich meh P lich en au e legen
als sie je z besi zen.
2
) Du ch diese Unen ziehba kei de dem
Vasallen e liehenen Hohei s ech e ges al e sich das Ve häl niss
des Suze ains zum Vasallens aa e bezüglich des K eises jene
Rech e zu einem meh einen ölke - als einen s aa s ech -
lichen Cha ak e agenden. Die gegensei igen Beziehungen
hinsich lich de dem Vasallen zus ehenden Mach we den
du ch Ve äge ge egel , welche sich zum Schein alle dings
in die Fo m on Gese zen kleiden liönnen.3)
2
)
Alle dings is diese scha e Abg enzung de Compe enzen, die de
P o e e bie e , eigenmäch ig Angelegenhei en de ch is lichen Vasallens aa en
an sich zu ziehen, du ch die ölke ech liche Ga an ie des s aa s ech lichen
Ve häl nisses, in welchem ühe Rumänien und Se bien (Mon eneg o wa doch
nu nominal abhängig) und gegenwä ig Bulga ien zu P o e s eh , gewäh -
leis e . So seh sie eine Consequenz de ealen G undlagen des ü kischen
S aa swesens und de o mellen Ve leihung de Au onomie an die Fü s en hiime
als eines unwide u lichen P i ilegiums wä e, so wü de 'es doch p ak isch uni
sie bedenklich bes ell sein, wenn sie nu nach ü kischem S aa s ech e zu
beu heilen wä e ; alle s aa s ech lichen Deduc ionen haben eben den Rech s-
s aa o Augen.

•
") Vgl. T k a 1 a c, Das S aa s ech des Fü s en hums Se bien, Leipzig
1858, §.
8.
Die in Fo m ü kische Gese ze die Beziehungen zwischen de

142
Schon de Ums and, dass übe haup ein e agsmässiges
Ve häl niss ö en lich ech liche Na u zwischen einem S aa s-
gliede und dem S aa sganzen möglich is , kennzeichne es als
ein mechanisches, de einhei lichen Na u des mode nen S aa es
on G und aus wide sp echendes. Wenn eine mode ne S aa en-
bildung wie das deu sche Reich in. den aus dem al en Reich
ih em Beg i e nach s ammenden Rese a ech en nu au dem
Wege de Zus immung des be e enden Glieds aa es e -
assungsmässig zu besei igende Ausnahms ech e kenn , so is
hie ein Res de al en S aa sidee e hal en , de , wie ein
e a ische Block au dem Boden eine neuen Schich ung lieg ,
ein Beweis, dass es auch dem S aa sleben, wie dem de Na u ,
nich imme geling , die Uebe es e e schwundene Epochen
gänzlich zu ze se zen und zu besei igen.
Um das Wesen des S aa ens aa es nähe zu p ü en,
wollen wi im Folgenden die in e essan es en E scheinungen
desselben be ach en.
, Zwei Ansich en übe die Na u des al en deu schen
Reiches sei dem wes phälischen F ieden sind iel ach e -
b ei e . Es wi d en wede als Einhei s- ode Bundess aa
bezeichne . Gegen die e s e Au assung sp ich die Tha sache.
dass die Landeshohei bei alle Un e o dnung un e Kaise
und Reich o z ih e mechanischen En s ehung aus einem
P o e und Se bien egelnden U kunden in de Beilage S. 249 . Uebe die
Compe enzg enze zwischen dem obe he lichen und dem Vasallens aa e beme k
Tkal ac: „Da diese Ve äge in de bei de P o e üblichen Fo m on
(gleichsam
mo u p op io
e lassenen) Ha ische i en und Fe manen abge ass
sind und olglich die unmi elba e Rech sau assung de P o e da legen, so muss
da aus geschlossen we den , dass sie das absolu e Mass de dem Suze ain zu-
kommenden Rech e en hal en und dass dahe de Suze ain in keinem Falle
meh e e ode g össe e Rech e in Ansp uch nehmen dü e, als e sich du ch
jene Ve äge o behal en ha . Au de ande en Sei e e gib sich aus de
o e wähn en Fo m diese Ve äge de G undsa z, dass das Fü s en hum
Se bien de P o e gegenübe einzig und allein das in den Ve ägen aus-
d ücklich es gese z e Ausmass on F lich en habe, und dass in Fällen, ü
welche in den Ve ägen keine posi i en Bes immungen ge o en sind, die
ech liche P äsum ion ü das Fü s en hum Se bien und gegen die P o e
bes ehe; ein G undsa z, welche manchen Landesins i u ionen zu Basis dien ,
und welchen die P o e selbs in meh e en Fällen ha sächlich anzue kennen
genö hig wa ." S. 30.
143
Agg ega on Hohei s ech en schliesslich eine wi kliche S aa s-
gewal wa
4
),
welche nu inso e n eine ech lichen Con ole
un e lag, als sie aus den ih du ch die Reichsgese ze gezogenen
Sch anken he aus a .
5
) Wenn man noch hinzunimm , dass die
eichss ändischen Te i o ien das Rech de Gesand scha und
de Ve äge ha en, also ölke ech liche Pe sönlichkei en
wa en
6
),
so is die s aa liche Quali ä de selben unbes ei ba .
Die zwei e Ansich , welche das Reich als einen Bundes-
s aa bezeichne , e sündig sich o Allem gegen das Gebo
his o ische Indi idualisi ung , ohne welche auch eine kla e
ju is ische E kenn niss nich möglich is . De Bundess aa ,
wie die spä e e E ö e ung desselben zeigen wi d , is eine
E scheinung , welche das mode ne S aa sleben zu Vo aus-
se zung ha , das den o ganischen Zusammenhang alle s aa -
lichen Func ionen o de . So iel Missb auch mi dem Beg i
des O ganismus in de S aa swissenscha auch ge ieben
wo den is , so is doch ein Ve s ändniss des mode nen S aa es
nu denkba un e Zug undelegung des Gedankens , dass e
eine lebendige Einhei is , de en Leben sich un e de s e en
Wechselwi kung seine Th eile ollzieh .
6a
)
De Ju is muss,
ehe e nach o malen Me kmalen classi ici , zue s die nich
nach abs ac en Beg i en , sonde n nach de conc e en his o-
ischen Ges al ung zu. e kennende Na u des S aa es un e -
suchen, den e eine Ka ego ie ein eihen will. Uebe äusse lichen
Aehnlichkei en dü en da die inne en speci ischen Un e schiede
nich übe sehen we den.
Wenn R. . Mohl das al e Reich als einen eudalen
Bundess aa bezeichne ha
7
),
so ha e dami eine Con a-
dic io in adjec o ausgesp ochen. Viel e ende ha es
4
)
H. Schulze, Einlei ung S. 263.
3
)
J. J. Mose , Von de Landeshohei 13. Cap. §. 12, I: „So e ne
die Reichss ände sich ih e Landeshohei nich missb auchen, ode S ei dess-
wegen mi Jemand haben, so sind sie da in Niemandes Ge ich sba kei un e -
wo en." P ü e , Bey äge I, XVIII besonde s §. 6-9.
6)
Sp ich doch Gün he I, §. 24 soga on einem „ eu schen
Völke ech " !
6a
)
. Ge be , G undzüge. Beilage I, S. 214.
7)
Deu sches Reichss aa s ech . S. 31. n. 1.
144
H. Schul ze einen aus den Fugen gegangenen Feudals aa
genann .
8
) Seine Ve assung wa keine O ganisa ion, sonde n
eine Deso ganisa ion. Den S aa ens aa als eine Aba des
Bundess aa es, wohl ga als ollkommen iden isch mi ihm
e klä en, heiss nich au den G und de Dinge d ingen. Denn
on einem Bundess aa e un e schied sich das Reich in olgenden
wich igen Punk en :
a)
Die Un e hanen wa en wesen lich du ch das Medium
de Landeshohei de Reichsgewal un e wo en. Die Res e
de di ec en Un e o dnung un e das Reich , in de Reichs-
ge ich sba kei und den kaise lichen Rese a ech en en hal en,
sind selbs in de Theo ie so kümme lich , dass sie kaum in
Be ach gezogen zu we den e dienen. Alle dings ha Laban d
die di ec e Un e o dnung un e die Cen algewal als e was
ü den Bundess aa sbeg i Nebensächliches be ach e und
soga die mi elba e He scha de Reichsgewal als eine
logische Consequenz des Bundess aa sbeg i es hinzus ellen e -
such .
9
)
Schon aus den einlei enden Beme kungen zu diesen
Pa ag aphen geh die Unhal ba kei eine solchen Ansich
he o — die olgende Un e suchung übe den Bundess aa
wi d sie bes ä igen.
79)
In dem Sys em de Ins i u ionen des Reiches wa
keine o handen, welche au eines de no h wendigen He scha s-
objec e eine Bundess aa sgewal
7
--
Glieds aa en und Un e -
hanen — basi wa , wie de en alle mode nen bundess aa -
lichen Bildungen au zuweisen haben. Nich s wä e unhis o ische
und unjuns ische , als die Reichss ände als Ve e e de
Te i o ien au zu assen , de a , dass de Reichs ag als die
Gesamm hei de Te i o ial egie ungen e schiene. Die Reichs-
s ände haben sich ielmeh heils aus den Beam e en des
Reiches en wickel und sind heils du ch besonde e Belehnung,
du ch Ve leihung de Hohei s ech e on Sei en des Reiches
en s anden. Nich au die G össe und Bedeu ung de Te i o ien,
sonde n heils au die Bedeu ung des Reichsam es (Ku ü s en,
P alz-, Ma kg a en) heils au den lehns ech lichen Cha ak e
8)
Einlei ung S. 210.
9)
S aa s ech I, S. 70 .
145
de be e enden Te i o ien g iinde e sich die A und Weise
de Theilnahme an de Reichs egie ung und de Ein luss au
dieselbe. Dass nich die Landeshohei ode die Reichsunmi el-
ba kei als solche zu Theilnahme am Reiche be ech ig e, geh
ja o Allem da aus he o , dass wede die eichsunmi elba e
Reichs i e scha , noch die Gaue bscha en, noch die Reichs-
dö e die Reichss andscha besassen.
10
)
Wä e das Reich ein
Bundess aa gewesen, dann wü de das Ve häl niss diese Te i o-
ien zum Reiche öllig un e s ändlich bleiben. De Reichs ag wa
keine o ganisi e Ve e ung des Reichs olkes in Ges al eines
Bundes de Regie ungen. Schon die Vo gänge bei Ve leihung
und Ane kennung de Reichss andscha sei 1653, o Allem
die Coop a ion , ja schon die o z de Bes immung de Wahl-
capi ula ion o daue nde Möglichkei des Si z- und S imm-
ech s on Pe sonalis en wide legen dies. Die Reichss andscha
wa ielmeh ein lehn ech liches Vo ech , das haup sächlich
mi de Ve leihung gewisse Te i o ien e bunden wa , denn
auch die besonde en aus de Reichsbeam ung en sp ingenden
Vo züge und Vo ech e wa en au bes imm e Te i o ien
adici . Die Reichss andscha wa demnach nich sowohl
ein Rech , als ielmeh ein Vo ech , sie wa eine Aus-
zeichnung , welche gewisse Classen Reichsunmi elba e o
ande en Un e hanen des Reiches genossen. Auch die Wahl
des Reichsobe haup es e olg e nich du ch eine o ganische
Ve e ung des Volkes , sonde n du ch die in Folge des
Cha ak e s ih e Lehen be o ech e en Ku ü s en.
So sieh man denn , wie, die mode ne Gewandung des
Bundess aa es dem „
712071s o
an um Anile
a
ni gends ech
pass , und wie die Ve kleidung nich dazu dien , die eh -
wü digen Fo men des in dämme igem Scheinleben dahin-
siechenden Reiches e s ändlich zu machen.
5.
Ein Ve such, die Fo men des al en Eu opa ü das
neue wiede zubeleben , is on dem Manne ausgegangen, de
soeben die al e Wel in T ümme geschlagen ha e. Das
Lehens e häl niss schien Bonapa e die ich ige Fo m, um
10
)
Vgl. Ha eb e I i n, Handbuch des deu schen S aa s ech s 3. Bd.,
§. 460-467.
D . J e 11 i n e , Die Leh e on den S aa en e bindungen.

10
248
de gemeinsamen Beschlüsse einge äum we den. Den Dele-
gi en de Sou e äne müss en die Delegi en de Kamme n
an die Sei e e en. So abno m dahe im e s en Augenblick
das Ins i u de Delega ionen aussehen mag , so no hwendig
e schein es, wenn man es als Consequenz eines S aa enbundes
cons i u ionelle S aa en au ass . Wenn gemeinsame, on
den Einzel egie ungen zu publici ende Beschlüsse on einem
Gesand encong ess ge ass we den können, so is nich abzu-
sehen, wa um es unmöglich is , dass Pa lamen sausschüsse
an de Fassung solche Beschlüsse mi wi ken können.
72
) Alle
A gumen e, welche gegen eine solche Ins i u ion o geb ach
we den können , e en gleiche weise die Möglichkei de
Beschluss assung in den Gene als aa en, de Tagsa zung, dem
Bundes age, ode wie imme die Ve sammlung de Regie ungs-
e e e im S aa enbunde heissen mag. Wenn es , wie
Dan sc h e gemäss seine Anschauung de absolu en Be-
sch änkung de eigenen Compe enz des S aa es au nu den-
selben be e ende Dinge scha be on , unmöglich is , dass
die ös e eichische Delega ion unga ische Angelegenhei en als
ih e eigenen behandel , dann wa es auch unmöglich , dass
au dem deu schen Bundes age Baye n seine S imme übe
ös e eichische , p eussische , sächsische Angelegenhei en als
seine eigenen abgab , dass es un e Ums änden on den
ande en S aa en übe s imm we den konn e, und die Beschlüsse
de selben als seine eigenen anzue kennen und auszu üh en
gemäss de Bundes e äge gezwungen wa .
Die Sanc ion und Publica ion de Delega ionsbeschlüsse,
welche en wede du ch Uebe eins immung beide Delega ionen
ode bei mangelnde Uebe eins immung du ch Majo i ä de
in de Plena si zung abgegebenen S immen ge ass we den,
e olg du ch die Einzels aa en Oes e eich und Unga n in
de ü jeden diese S aa en bes ehenden Weise, also in de
Fo m inhal lich übe eins immende Doppelgese ze. Auch hie in
en sp ich die Ve bindung Oes e eichs und Unga ns dem
72
)
Die Delega ionen sind dahe gemeinsame O gane, o zdem sie nu
Ausschüsse de beiden Pa lamen e sind, wie ja auch die Bundesgesand en im
S aa enbunde o z ih e Quali ä als O gane de Einzels aa en zugleich
O gane des Bundes als solchen sind. A. A. Ulb ich, Rech liche Na . S. 60.

249
S aa enbunde, in welchem die Bundesbeschlüsse nu du ch den
Willen de Einzels aa en ü ih e Un e hanen Gel ung
e langen.
18.
Die Bes immung des Ve häl nisses de inanziellen
Bei agsleis ung beide S aa en zu den gemeinsamen Angelegen-
hei en gehö nich in denWi kungsk eis de Delega ionen, sonde n
wi d on beiden S aa en du ch ein om gemeinsamen Mona chen
(na ü lich als Doppelgese z) zu sanc ioni endes Uebe einkommen
des ös e eichischen Reichs a h es und des unga ischen Reichs ages
on Zei zu Zei es gese z . Wenn zwischen beiden Pa lamen en
kein Uebe einkommen e ziel wi d, so kann de Kaise und
König dieses Ve häl niss bes immen, jedoch nu ü die Daue
Eines Jah es.'
3
)
Diese Bes immung is die ju is isch und poli isch
bedenklichs e. Nich nu nich dem Wesen des Bundess aa es,
nich einmal dem des locke s en S aa enbundes en sp ich es,
wenn die He beischa ung seine Exis enzmi el und dami e
selbs imme und imme wiede in F age ges ell we den kann.
Jedes Decennium müssen zwei du ch die engs en his o ischen
Bande zu einem poli ischen Ganzen e knüp e S aa en den
au egends en Kamp um die Fes s ellung de beide sei igen
Quo en du chmachen. We die g osse his o ische Mission
e kann ha , welche Oes e eich-Unga n als Schu zmaue de
eu opäischen Ci ilisa ion beschieden is , de muss au s
Lebha es e wünschen, dass jene, dem um die nach Aussen
gewende e K a des Gesamm s aa es unbekümme en Sonde -
geis e dienenden Abmachungen du ch solche e se z we den,
welche die inne e Einhei und dami das äusse e Ansehen
des Reiches in höhe em G ade zu e hal en und zu ö de n
im S ande sind.
19.
Neben den ü gemeinsam e klä en Abgelegenhei en
sind du ch die Ausgleichsgese ze noch eine Reihe solche
bes imm wo den, welche nach gleichen, on Zei zu Zei
zu e einba enden G undsä zen zu e wal en sind , nämlich
die comme ziellen Angelegenhei en, speciell die Zollgese z-
gebung; die Gese zgebung übe die mi de indus iellen
P oduc ion in enge Ve bindung s ehenden indi ec en Abgaben ;
Oes . Ausgleichsgese z §. 3, G. A. XII: 1867 §. 18-23.
250
die Fes s ellung des Münzwesens und des Geld usses Ve -
ügungen bezüglich jene Eisenbahnlinien, welche das In e esse
beide Reichshäl en be üh en endlich die Fes s ellung des
Weh sys ems
74
),
welche indess gemäss §. 13 des unga ischen
Ausgleichsgese zes als eine nu im Ein e s ändnisse mi dem
ande en S aa e zu behandelnde Angelegenhei zu be ach en is .
Bezüglich de e s en ie Angelegenhei en wu de ein
Zoll- und Handelsbündniss zwischen beiden S aa en abge-
schlossen, also eine ölke ech liche Ve einba ung, die in diese
Quali ä on Niemandem bezwei el wi d.
u
) De Abschluss
eines solchen Ve wal ungsbündnisses is jedoch du chaus nich
als absolu no hwendig hinges ell . Das unga ische Ausgleichs-
gese z ha sich ausd ücklich ü den Fall des Schei e ns eine
Ve einba ung übe die genann en Gegens ände o behal en,
dass das gese zliche Ve ügungs ech des Landes auch ü diesen
Theil de S aa sau gaben unan as ba bleibe. 76)
20. So is denn in den Beziehungen Unga ns zu Oes e -
eich Nich s en hal en, was einem au Ve ag be uhenden
Ve häl nisse i gendwie wide s ei e . Wenn in den Gese zen
beide S aa en on ihnen als Reichshäl en gesp ochen wi d,.
wenn die Gesamm hei de im Reichs a he e e enen und de
Lände de S ephansk one als ös e eichisch-unga isches Reich
abwechselnd mi ös e eichisch-unga ische Mona chie o iciell
bezeichne und dadu ch de Schein e weck wi d, als bilde
die Gesamm hei de den K onen Habsbu gs un e s ehenden
Lände eine als Ganzes s aa lich o ganisi e Einhei , so is
da an zu e inne n, dass eine es e Beg i sbes immung des
Wo es „Reich" bis heu e nich exis i , das die e schiedens en
s aa s- und ölke ech lichen Bildungen als Reiche bezeichne
wu den und we den, on dem die Gesamm hei de Ch is en-
hei um assenden ömischen Reiche des Mi elal e s und dem
aus ölke ech lich un e bundenen S aa en bes ehenden Reiche
Ka ls V. bis zu dem s eng cen alisi en Einhei ss aa e
F ank eich selbs das dünnbe ölke e, poli isch unbedeu ende
74 )
Oes . Ausgleichsgese z §. 2, G. A. XII : 1867 §. 58-66.
7 5
)
B i de m an , Rech l. Na . S. 42;
. Ju as chek S. 120; Ulb ich,
Rech liche Na . S. 62 ; Dan sche , Mona ch. B. S. R52.
98
)
G. A. XII: 1867 §. 67.
251
No wegen bezeichne sich in seine Ve assung als Reich.77)
Im Allgemeinen wi d heu e die Bezeichnung einem jeden
mi de P ä ension eine G ossmach au e enden, sei es zu
s aa s ech liche , sei es nu zu ölke ech liche Einhei
o ganisi en ein achen ode zusammengese z en poli ischen
Gemeinwesen zu Theil we den können, besonde s wenn es
mona chische Na u is . De Te minus „Reich" is kein
ju is isch ixi e und man kann inso e n on Reichs heilen
sp echen, ohne dass dadu ch on dem ju is ischen Wesen de
conc e en Bildung E was ausgesag wi d. Ebenso en häl es
keinen Wide sp uch, wenn zwei un e Einem Mona chen zu
einem Bunde e einig e S aa en als Eine Mona chie bezeichne
we den, denn auch diese Bezeichnung is nu ein Ausd uck ii
die Tha sache, dass die e einig en S aa en dem Auslande
gegenübe poli isch als eine Einhei gezähl we den. Von Aussen
gesehen, e schwinde bei de s e en Gleichhei de ös e ei-
chischen und unga ischen Poli ik die ju is ische Doppelpe sön-
lichkei des He sche s , e e schein demgemäss ande en
Mäch en gegenübe als Ein Mona ch, seine S aa en als Eine
Mona chie. Selbs bei ein achen S aa enbünden kam es o ,
dass die e bünde en S aa en sich mi einem einhei lichen,
nich an ein Bundes e häl niss e inne nden Namen bezeich-
ne en. So wu de in de deu schen Bundesac e on einem
Deu schland, in den Beschlüssen de Eidgenossenscha zu
Zei des S aa enbundes on de Schweiz als eine Einhei
gesp ochen.
21. Wenn nun nach den gegenwä ig gel enden No men
Oes e eich-Unga n sich als eine Realunion da s ell , so da ,
um die on uns om ju is ischen S andpunk e e wo ene
Theo ie eines ös e eichisch-unga ischen Cen als aa es ich ig
zu wü digen, Eines nich ausse Ach gelassen we den.
Indem du ch den Ausgleich mi Unga n die p agma ische
Sanc ion als die ausschliessliche Basis de Beziehungen de
Lände de S ephansk one zu den im Reichs a he e e enen
König eichen und Lände n ane kann wu de , is eine Fülle
77
)
Uebe die e schiedenen Bedeu ungen des Wo es „Reich" gl.
G. Meye , G undzüge S. 25 n. 1.
252
s aa s ech liche Tha sachen mi ih en Consequenzen öllig
besei ig wo den. De na u gemässe, de En wickelung ande e
G osss aa en analoge P ocess wä e dahingegangen, aus allen
Lände n des Hauses Habsbu g ein in sich einiges , sei es
als decen alisi e Einhei ss aa , sei es als Bundess aa o ga-
nisi es Reich zu scha en. Vo dem Jah e 1867 wa es au
G und o angegangene his o ische Tha sachen, welchen ohne
Zwei el die K a s aa s ech liche Rech sbildung innewohn e,
zum mindes en ungewiss, ob nich auch Unga n de cen ali-
si en den Tendenz, welche alle S aa en und S aa enbünde
in unse em Jah hunde e üll e , un e legen und dem ös e -
eichischen Kaise s aa e als ein Glied desselben einge üg sei.
Oes e eich bo nach dem Jah e 1849 das Bild eines Ein-
hei ss aa es da . We nun mi dem Blicke des His o ike s
den Wiede beginn des Ve assungslebens und dann die Rege-
hing und Ausgleichung de s aa s ech lichen Wi en in den
Sechzige Jah en e olg , de kann unmöglich die his o ische
Con inui ä du ch den Ausgleich als gänzlich un e b ochen
ansehen und das Jah 1867 unmi elba an das Jah 1723
an eihen. Ihm wi d sich ielmeh wie Bide mann und
D a n s c h e jene Gewal , welche bis dahin den sei de
Niede we ung de unga ischen Re olu ion
de ac o
exis i enden
Einhei ss aa nach Aussen e a , welche das einhei liche
Hee lei e e , als du ch die Ausgleichsgese ze un e ände
da s ellen. Diese haben auch nich an de ealen Exis enz
jene Ins i u e ge ü el , sie haben ihnen nu eine ande e
ju is ische Basis gegeben. His o isch is also das Reich in den
heu e ü gemeinsam auszuübende e klä en Rech en in ac
geblieben. Abe die Be ach ungsweise des His o ike s und
Poli ike s, bei dem das pa io ische Ge ühl eine be ech ig e
S imme ha , is nich die des Ju is en de die Tha sachen
nu ih e o mellen Sei e nach zu p ü en ha und seinen
Sp uch abgeben muss, ielleich im G-egensa ze zu seinen pe -
sönlichen Wünschen und Ho nungen ; de jeden Ve such, das
zu E s ebende schon deshalb, weil es e s ebenswe h is , in
den ealen Ve häl nissen e wi klich zu sehen, nu als eine,
die ha näckige Na u des posi i en Rech s e kennende
Selbs äuschung zu ückzuweisen gezwungen is . E muss
253
dahe nach uhige , unpa eiische E wägung de au die
Ve einigung Unga ns mi Oes e eich bezüglichen Rech sac e
den Sp uch ällen, dass im Jah e 1867 den Wünschen Unga ns
en sp echend de Einhei ss aa Oes e eich on Neuem ech lich
gespal en wu de , dass den in ih em äusse lichen Aussehen
un e ände o exis i enden bishe einhei lichen O ganen des
Gesamm siaa es eine Doppelna u eingehauch und diese selbs
somi wiede um in einen Bund zweie S aa en au gelös wu de,
dass jede ju is ische Auslegung i gend eines Fac ums de
Geschich e zu Guns en de Fo exis enz de sou e änen Cen al-
gewal de Gesamm mach unmöglich gemach is du ch das
unga ische Ausgleichsgese z, welches die p agma ische Sanc ion
in e p e i als einen Ac , de die Sou e äne ä Unga ns in
keine Weise ange as e ha und demgemäss auch keine übe
Unga n s ehende Cen algewal scha en konn e.
IV.
De Bundess aa
A. Die En s ehung des Bundess aa es.
1. So wei auch die Ansich en Tibe die ech liche Na u
des Bundess aa es auseinande gehen , in dem einen Punk e
s immen doch Alle übe ein , welche die Möglichkei eines
zusammengese z en S aa es zugeben, dass die Bundesgewal eine
wi kliche, selbs ändige S aa sgewal sei, dass de Bundess aa
dahe nich nu eine ölke -, sonde n auch eine s aa s ech -
liehe Bildung ep äsen i e. Jene d ei öde a i en S aa sgebilde,
aus de en Na u o nehmlich de Beg i des Bundess aa es
abgezogen wo den is , — on den Föde a ionen de hellenischen
S äd e wissen wi o z alle da au , namen lich on F eema n1)
angewand en Mühe, doch zu wenig, um übe sie ein p äcises
ju is isches U heil ällen zu können — nämlich die Ve einig en
S aa en on No dame ika sei 1787, die Schweiz sei 1848 und
1
)
His o y o ede al Go e nmen , om he onda ion o he Achaian
league o he dis up ion o he Uni ed S a es. Fol. 1. London and Camb idge 1863.

254
das neue deu sche Reich
2
)
zeigen alle eine on den Glieds aa s-
gewal en un e schiedene selbs ändige Cen algewal . Diese
Cen als aa sgewal en sind nun Schöp ungen de neues en
Zei , die de Schweiz und des deu schen Reiches o den
Augen de heu e lebenden Gene a ion en s anden.
Um sie in ih e eigena igen Na u zu e s ehen, gil
es o Allem, ih en U sp ung zu beg ei en. Das schwie igs e
alle wissenscha lichen P obleme , das de S aa enbildung,
i bei ihnen aus de Sphä e abs ac e philosophische
Specula ion hinaus in die p ak ische Wel de Tha sachen.
Und wie die olgenden E ö e ungen zeigen we den, häng
on de A de Lösung diese F age die Möglichkei des
Bundess aa sbeg i es und die Ges al ung de ganzen Bundes-
s aa s heo ie ab.
Eingehend is diese F age in de Union und dem deu schen
1
Reiche e ö e wo den, hie aus heo e ischem D ange, do
aus eminen p ak ischen G ünden. Die beiden Theo ien on
de En s ehung de Union, die ju is ischen Un e lagen, au
welche man die Unions e assung s ü zen woll e, wa en zugleich
Fundamen e ü diame al en gegengese z ePa eianschauungen.
Die Ve assung is Ve ag zwischen den S aa en —
also sind die S aa en in de Union sou e än geblieben und
können demgemäss die ju is ischen Consequenzen aus de
Sou e äne ä ziehen : sie s ehen übe de Union und haben
ein un e äusse liches Rech , die Union, wenn de en Exis enz
mi ih e Sou e äne ä in Con lic ge ä h, zu sp engen. Die
Cons i u ion is öde al, nich na ional, de Völke de Einzel-
s aa en, nich eines ga nich exis i enden Gesamm s aa s-
olkes wegen da.ie Paz211eza e,u2kuga de en Leh e
du ch Je e s o n beg ünde , du ch T u c k e 1803 in seinen
Commen a en zu Blacks one ausge üh wu de, du ch C a lh o u n
ih e heo e ische Vollendung e lang ha .2a)
2
)
Um nich Bekann es und o Gesag es hie zu wiede holen, e weisen
wi bezüglich des Nachweises des s aa lichen Cha ak e s de d ei Bundess aa en
de Gegenwa au die zahl eichen bei B ie ange üh en hie au bezüglichen
We ke, denen noch ü das deu sche Reich die neue en We ke übe das
Reichss aa s ech , ü die Schweiz das be ei s ci i e We k on D ub s beizu-
ügen wä e.
2
°) IJebe die En s ehung und die Geschich e diese Leh en gl. S o y,
255
Die Ve assung is kein Ve ag zwischen den S aa en,
selbs wenn sie als das Resul a eines om Volke ode den
S aa en abgeschlossenen Ve ages au ge ass wi d ; denn
einmal abgeschlossen, e ände de Ve ag seine Na u
und wi d Gese z. So wei de Be eich de Cons i u ion eich ,
gib es Ein Volk und Einen S aa . Secession de S aa en aus
de Union is dahe nich de Geb auch eines na ü lichen
Rech es sonde n Hoch e a h. Die Gese ze de Union sind
die höchs en , dahe ha sich o ihnen auch de Wille de
Glieds aa en zu beugen. Die Ve assung is nich nu öde al,
sonde n auch na ional, sie ha nich nu einen Bund, sonde n1
auch einen S a a gescha en. Das is die Theo ie de Republi-IC
k.ane , wie sie mi e schiedenen Nuancen on Hamil on
a di s o n und J a y im „Fede alis en" beg ünde , on K e n
und S o y accep i und in glänzende Weise gegen die
Ang i e de Pa ei de S aa en ech e — de De nok a en,i
wie sie spä e genann we den — in den Reden D an i e 1
We b s e 's e heidig wo den is .21
Diese Wide s ei de Pa eien in Ame ika ha gezeig ,
dass das P oblem de En s ehung des Bundess aa es du chaus
keine blosse s aa s ech liche Schul age, sonde n auch poli isch'
on de g öss en Bedeu ung is — wie jede F age übe diel
Na u des S aa es. Das In e esse an ih is dahe ein zwei-
aches, gleich lebha ü die s aa s ech liche E kenn niss, wie
ü das s aa smännische Handeln.
2. Un e den on den Anhänge n des Bundess aa es
übe diese F age au ges ell en Ansich en begegne uns zue s
Cammen a ies, book 111
-
, eh.
BI;
Haenel, Ve agsm. Eie n. S.
1-27;
be-
sonde s abe . Fl o 1 s , Ve assung und Demok a ie de Ve . S aa en Bd. 1—M.
3
)
Am schä s en o muli Webs e seine Ansich en on de En -
s ehung de Union und ih e Ve assung in de be ühm en Rede :
The Cons i-
u ion no a compac . IVo k.s 111
-
, p. 468: „The cons i u ion, Si , is no a con ac ,
bu he esul o a con ac , meaning by con ac
n
o mo e han assen . Founded
021
consen i , is a go e nmen p ope . Adop ed by he ag eemen o he people
o he Uni ed S a es, when adop ed, i has become a Cons i u ion. The people
ha e ag eed o s ake a Cons i u ion; bu when made, ha Cons i u ion becomes
wha i s na e impO s. I is no longe a me e ag eemen ";
gl. S o y,
Commen a ies §
320 — 372.
256
die, welche die e agsmässige En s ehung des Bundes-
s aa es , wie auch seine Ve assung

-
behaup e . Die ein
zelnen sich zu einem Bunde e einigen wollenden S aa en
scha en du ch Ve ag eine on ihnen e schiedene S aa s-
gewal , welche di ec au die Un e hanen als Ein S aa s olk
einwi k .
4
) Diese mechanische E klä ung de Gebu des
Bundess aa es is ein ach logisch unmöglich. Eine jede Pe -
sönlichkei kann nu übe das e ügen, was inne halb
ih e Willenssphä e lieg . Ein S aa kann dahe übe
seine Compe enzen disponi en, e kann sie einem ande en
zuweisen, die einen ode ande en in Gemeinscha mi ande en
ausüben, abe e kann keine on ihm e schiedene S aa s-
pe sönlichkei scha en.9 Die Zeugung eines neuen Indi iduums
is so wenig im S aa enleben wie im Leben de physischen
Pe sonen du ch den blossen Willen möglich, so wenig wie ein
Mensch kann ein S aa du ch Ve ag gescha en we den.
Die wich igs e G undlage des S aa es
;
das o ganische Elemen
desselben, du ch welches und au welchem e sich au bau ,
is das Volk. Dieses Volk kann ein S aa du ch seinen Willen
nich in ein ande es e wandeln. Rhode Island und New-Yo k
konn e aus den Rhode Islande n und New-Yo ke n keine
Ame ikane machen, ebenso wie das deu scheVolk keine Schöp ung
des p eussischen , bay ischen, sächsischen S aa swillens is .
Baye n konn e du ch Ve ag mi den ande en deu schen
S aa en seinen Bü ge n so wenig die Quali ä on deu schen
Bü ge n beilegen, als es aus eigene Mach ollkommenhei
F anzosen, Englände , Spanie scha en kann.
Alle ie e e Einsich in das Wesen des S aa es, welche
wi de wissenscha lichen Uebe windung de na u ech lichen
Theo ien e danken , ginge augenblicks wiede e lo en,
wenn man auch nu die Möglichkei de En s ehung i gend
eines S aa es du ch Ve ag zugäbe. Man e schone endlich
einmal das S aa s ech mi den abgeschmack en angeblichen
Beispielen on e agsmässigen S aa eng ündungen, wie z. B.
de G ündung des e s en Neu-Englands aa es an Bo d des
4
)
Zue s en wickel on Madis on im Fede alis N . XXXIX.
') Rich ig Liebe S. 19, 28.
257
Schi es May lowe ode Kali o niens u. s. w. Ve äge
können bei de Bildung eines S aa es un e den Volksgenossen
noch so iele geschlossen we den, de Ve ag- wi d da um
doch nich Rech sg und des S aa es, weil e seine Na u nach
un ähig is , einen solchen abzugeben und zwa schon deshalb, weil
wede ein Einzelne , noch ein S aa du ch Ve ag
mi Ande en eine bishe nich bes ehende Volks-
gemeinscha scha en kann. Die Tha sache, dass eine
Gesamm hei sich als eine Einhei ühl und weiss und diese
Einhei dadu ch zum Ausd uck b ing , dass sie sich als
G-esamm pe sönlichkei , als wollendes und handelndes Subjec
cons i ui , das is de inne e G und de En s ehung des
S aa es, un e welchen äusse en Ve häl nissen und Beiwe ken
'sie auch imme o sich gehen mag.
Noch wenige als ein S aa kann die S aa s e assung
du ch Ve ag en s ehen. In dem s ändischen S aa e, wo die
n
Idee des ö en lichen Rech es noch du ch p i a ech liche
Au assung de S aa shohei e deck wa , kamen alle dings
Ve äge de S aa sgewal mi den S änden o , welche e -
assungsände nde K a ha en, und es is ja die Leh e on
den pae i en Ve assungen auch in de Gegenwa o z ih es
Wide sp uchs mi dem mode nen Beg i des ö en lichen Rech es
noch nich ganz ausges o ben. Abe die p imä e O dnung
des S aa es, die e s e Einse zung de S aa sgewal du ch
Ve ag is undenkba : das
pac um subjec ionis
und
o dinc ionis
is ebenso un ähig, den Rech sg und. de S aa s e assung zu
bilden, wie das
pac um unionis
den des s aa lichen Daseins.
Denn du ch Ve ag kann man keinen höhe en Willen übe
sich und keinen selbs ändigen Willen neben sich he o b ingen.
Man weise nich au die ju is ischen Pe sonen im S aa e hin.
Wenn nich de S aa swille an die Willensac e de Con-
s i uen en die Rech s olge de En s ehung eine mi selbs än-
digem Willen begab en ju is ischen Pe son knüp en wü de, käme
sie nie zu S ande. Denn wo kein höhe e Wille o handen is ,
de den Ve ag zu einem daue nden, on de Willensände ung
de Ve agschliessenden unabhängigen mach , bes eh de
Ve ag nu so lange, als es mi den höchs en In e essen de
Con ahen en , die na ü lich imme pa iculä e Na u sind,
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

17
264
Se bien in's Leben ge e en. Abe nich nu Gewal , auch
iedliche inne e En wickelung kann den dem na ionalen Leben
nich meh en sp echenden Zus and übe winden, indem sie ihn
hinübe üh in einen angemessene en und diese Weg is bei
de Schöp ung de Bundess aa en be e en wo den.
11
)
Wäh end
im e s en Falle die al en S aa sgewal en öllig besei ig
we den , ollzieh sich hie die Neubildung en wede un e
wesen liche Mi wi kung de bishe bes ehenden legi imen
Gewal en selbs , ode doch wenigs ens ohne s ö endes, wide -
s ebendes Eing ei en de selben.
T o z dieses ie gehenden Un e schiedes inde abe in
beiden Fällen eine öllige Neuschöp ung s a , die sich ju i-
s isch aus dem ühe en Zus ande nich ablei en läss . Ve ag,
lnco po a ion u. s. w., die ü schon bes ehende S aa en on
g osse Bedeu ung sind , e sagen hie ih en Diens . Das
König eich I alien is nich e wa dadu ch en s anden , dass
Sa dinien die Lomba dei, Pa ma , Toscana, Neapel u. s. w.
sich annec i e , denn mi els diese Annexionen hä e nu
ein e g össe es Sa dinien mi sa dinischen Bü ge n en s ehen
können, abe kein I alien mi I aliene n. I alien is keine
Schöp ung Sa diniens , wie e wa P eussen eine Schöp ung
B andenbu gs wa , sonde n es a in's Dasein du ch den
Willen und die Tha de i alienischen Na ion , welche sich
ih en S aa g ünde e. Alle Vo gänge , du ch welche dies
geschah , en beh en de ju is ischen Quali ica ion , es sind
Fac a , welche his o isch, abe nich mi eine ju is ischen
Fo mel beg i en we den können. E s wenn de S aa e ig
das eh , kann de Ju is die Fo men un e suchen und beg ei en,
in denen sich das Leben desselben ollzieh .
5.
Das Hinweg äumen des an ina ionalen Zus andes au
dem Wege his o ische En wickelung kann, wie e wähn , be-
we ks ellig we den en wede dadu ch, dass die bishe
bes ehenden S aa sgewal en die En s ehung des na ionalen
S aa es nich hinde n, dass sie den Einigungsd ang ei
11) Bezüglich de Zulässigkei de Anwendung des Na ionali ä enbeg i es
au die Schweize gl. H il y, Vo lesungen übe die Poli ik de Eidge-
nossenscha
1875,
Vo lesungen übe die Hel e ik
1878, S. 687
.; B lun s chli,
Die schweize ische Na ionali ä . Ges. kleine Sch i en
II,
S.
114
E.

G
265
gewäh en lassen ode dadu ch, dass sie posi i das Zus ande-
kommen des neuen S aa es ö de n. Das e s e e geschah in
de Schweiz, indem hie eine Re isionscommission zu

b
Be a huno.
d e Bundes e assung eingese z wu de, ohne dass ein posi i e
Willensas de Kan one o angegangen wä e, in dem sie sich
zu Un e s ü zung de Einigungsbes ebungen des Volkes
e p lich e hä en. De zwei e Fall a bei de G ündung
de no dame ikanischen Union
12
)
und des no ddeu schen Bundes,
beziehungsweise des deu schen Reiches ein. In No dame ika
be ie 1787 de Cong ess des S aa enbundes eine Con en ion
nach Philadelphia' zum Zwecke de Ausa bei ung de Bundes-
e assung ein, in Deu schland e p lich e en sich zue s die
no ddeu schen S aa en du ch den Ve ag om 18. Augus 1866
und dann de no ddeu sche Bund und die deu schen Süds aa en
du ch die Ve saille Ve äge on 1870, einen Bundess aa
zu g ünden, d. h. dessen En s ehung zu ö de n und dann
in den gebilde en S aa als Gliede einzu e en.
L
j Diese
ölke ech lichen Ac e s ehen in keinem ju is ischen Causali ä s-
e häl nisse zu den spä e en s andenen Bundess aa en, sonde n
es wu den du ch sie nu gegensei ige Ve p lich ungen de
bishe bes ehenden S aa sgewal en beg ünde , Ve p lich ungen,
welche die Einzels aa en als solche eingingen und zu lösen
ha en.
Die Schöp ung des na ionalen S aa es selbs bes eh
da in,
dass eine O dnung he ges ell wi d, gemäss welche die Func-
ionen des Gemeinlebens ausgeüb , dass O gane bes ell we den,
du ch welche die bishe nu als na ü liche Tha sache wi kende
Na ion ech liche Ges al ung, d. h. Willens- und Handlungs-
ähigkei emp äng . Eine solche O dnung nenn man abe
eine Ve assung. De Ac de S aa ss chöp ung
dahe hie iden isch mi dem Ac de V e assungs-
12)
Uebe die En s ehungsgeschich e de Unions e assung gl. Reim an n,
Die Ve einig en S aa en on No dame ika im Uebe gange om S aa enbund
zum Bundess aa 1855; S o y, Book III, cb. I; Ken I, p. 201-219;
Hi 1 d e h ,
Ris o y o he Uni ed S a es,
Vol. II , eh. XLVIII; . Hols I,
S. 1-86.
13)
Vgl. Ha en el, Ve . Elem. S. 65-91; Laband I, §. 24; Zo n,
S aa s . I, S. 2, 3.
266
s c h ö p u n g, S aa und Ve assung sind unab ennba on
einande gegeben, und. die e s e Ve assung eines S aa es is
be ei s mi seinem Dasein als solche gese z , ja is die
logische Vo ausse zung des S aa es selbs . Denn ein S aa ,
de o seinen O ganen exis i , is eine un ollziehba e Vo -
s ellung. Das wesen lichs e Momen im Beg i e des S aa es
is , dass e O dnung is und eine O dnung o de O dnung
is ein Wide sp uch in sich selbs . Dahe is die e s e O dnung,
die e s e Ve assung eines S aa es ju is isch nich wei e
ablei ba .
14
) Sie ha ih en G und in de Exis enz des
S aa es, welche s e s e was Fac isches is . Die Ve assung
eines neuen s andenen S aa es is dahe ebenso ein Fac isches
wie de S aa selbs . So wenig als diese , läss sie sich
ju is isch cons ui en. Sie gehö mi zu dem Gegebenen, on
dem de Ju is auszugehen ha : e s mi de Exis enz des
S aa es und dami seine u sp ünglichen O dnung is das
Feld ü seine Thä igkei gescha en.
De Vo gang de O ganisi ung ollzieh sich abe
olgende massen: In den Na ionen, welche in Folge de
gewal samen Ve nich ung de ühe en S aa sgewal en keine
ane kann en s aa lichen Au o i ä en besi zen, bilden sich
p o iso ische Regie ungen, welche eine e assungsgebende
Ve sammlung einbe u en. Die on diese Ve sammlung es -
gese z e Ve assung wi d zu S aa s e assung dadu ch, dass
sie ac isch ins Leben i , d. h. dass die on ih o ge-
sch iebenen O ganisi ungen wi klich du chge üh we den und
dass den so gescha enen O ganen ha säc.hlich Geho sam
gezoll wi d. So e häl de Ve assungsen wu , de als
solche ganz k a los is , Leben und Tha k a du ch den
Willen de Na ion, du ch die Ane kennung, die ihm on de
Gesamm hei zu Theil wi d. De ie s e G und de Exis enz
alles Rech es : sein Ruhen im Volksbewuss sein, sein Ge agen-
we den on dem Volksgeis e, wie es on de his o ischen
Schule ü das P i a ech au gezeig wu de, i hie als
unmi elba e Sanc ion de Ve assung und dami de Con-
s olidi ung des S aa es, de He anbildung de blossen Po enz
14
)
En gegengese z e Ansich Zo n, Einige S ei agen a.
a. 0. S. 321.
267
des S aa es zu Wi klichkei he o . Auch in dem S aa e,
dessen Wu zeln wei in die Ve gangenhei zu ück eichen, is
es das lebendige Volksbewuss sein, welches die be uch ende
und näh ende Quelle seine Ve assung bilde , abe die En -
wickelung de Ve assung ollzieh sich hie in den om
Rech e es gese z en Fo men, es schieb sich hie zwischen
dem Volksbewuss sein und de s aa lichen O dnung die Au o i ä
Jene ein , die ech lich be ug sind, im Namen des S aa es
zu handeln und dahe auch in seinem Namen die Ve assung
zu ände n. Eine Cons i u ion im enge en Sinne, d. h. eine
Einsch änkung de ü s lichen Gewal , kann in de absolu en
Mona chie nu du ch den Willen des Mona chen selbs e olgen.
De Rech sg und de Cons i u ion lieg dahe in den al en
S aa en imme in eine Concession de K one, in einem eien
En schlusse des T äge s de S aa sgewal .
Nich so in den neugebilde en na ionalen S aa en de
neues en Zei . Hie wi d die S aa sgewal sogleich
als eine in ih en T äge n ech lich besch änk e
g e b o e n. Die belgische Ve assung z. B. is nich e wa du ch
eine Oc oyi ung on Sei en des Königs en s anden, sonde n
diese wu de ielmeh in Folge de be ei s zu Rech bes ehenden
Ve assung zu königlichen Wü de be u en. Am 25. Feb ua 1831
ha e de belgische Na ionalcong ess die noch heu e gel ende
Ve assung angenommen, k a welche Belgien ein e bliches
König eich is , und am 21. Juli 1831 bes ieg Leopold I. au
G und diese schon o seine Annahme de K one in Rech s-
k a e wachsenen Ve assung den belgischen Th on. De
König on Belgien konn e s e s nu die ihm gemäss de
Ve assung zukommenden Func ionen ech lich ausüben, es
is in de Ve assungsgeschich e Belgiens kein Raum ü einen
Zei punk , in welchem ein absolu e König sich du ch eine
on ihm e lassene Cons i u ion hä e besch änken können.
Es is nu eine aus den Tha sachen des deu schen
Lan dess aa s ech es gezogene und dahe un ollkommene In-
duc ion, wenn Zo n behaup e , dass jede cons i u ionelle
Ve assung om Fü s en oc oyi is und demgemäss den
no ddeu schen Bund, beziehen lich das deu sche Reich beg i lich
als o e s unbesch änk da s ell und dann den T äge de
268
Bundesgewal , die Einhei de e bünde en Sou e äne sich
cons i u ionell selbs besch änken läss .
15
) Wenn man die
Bildung des deu schen Reiches im Zusammenhange mi de
na ionalen S aa enbildung be ach e , dann e schwinden, wie
sich sogleich zeigen wi d, die Schwie igkei en, mi welchen
ü die Theo ie des Reichss aa s ech es die En s ehung de
Bundes e assung e knüp is . Häl man jedoch an de
Oc oyi ung de Ve assung du ch den Fü s en als einen
no hwendigen Sa z des cons i u ionellen S aa s ech es übe -
haup es , dann wi d nich nu e wa die Deduc ion de
En s ehung de Reichs e assung unnö hige weise complici
und mi übe lüssigen Fic ionen e b äm , sonde n die Na u
de Cons i u ionen on Lände n wie No wegen, Belgien und
Rumänien ganz un e s ändlich gemach . Hie sind eben wiede
Fälle gegeben, in welchen das S aa s ech genö hig is , eine
abs ac en Beu heilung conc e e E scheinungen nach be ei s
es s ehenden, ypischen Sä zen zu en sagen, um eine selb-
s ändigen Beu heilung de eine E klä ung heischenden Bil-
dungen Raum zu geben.
Denn de selbe P ocess wie in den du ch Re olu ion
en s andenen S aa en ollzieh sich, wenn auch in ande en
Fo men in den Na ionals aa en , die sich ohne gewal same
*Umände ung de al en O dnung en wickeln. Diejenigen O gane,
welche hie die cons i ui enden Con en e, Commissionen, Reichs-
age zusammenbe u en, nehmen gegenübe den zu bildenden
S aa en genau dieselbe S ellung ein , wie die p o iso ischen
Regie ungen de im Wege de Re olu ion selbs ändig gewo denen,
abe noch nich ech lich o ganisi en Na ionen : sie sind das
Gou e nemen
de ac o
des en s ehenden S aa es. Die on den
e assunggebenden Ve sammlungen ausgea bei e en
-
Cons i-
u ionen sind die G undgese ze des zu bildenden S aa es.
Diese Ve sammlungen haben alle dings nu den Cha ak e
on No abeln e sammlungen
15
%
abe das hinde ih en
Cha ak e als gese zgebende Ve sammlungen nich , denn wie
die e s e Regie ung, so ha auch die e s e Volks-
15
)
S aa s ech I, S. 27; Einige S ei agen a. a. 0. S. 321.
lba
)
G. Meye , Leh buch S. 139; Zo n, S aa s ech I, S. 19.
269
e e ung eines sich bildenden S aa es n
u
ac ische, ju is isch übe haup nich quali ici -
b a e Exis enz.
6. Mi de Ausa bei ung de Ve assung du ch Regie ung
und Pa lamen
de ac o
is abe de S aa noch nich e ig.
Die Beschliessung de Ve assung du ch die gese zgebende
Ve sammlung is nich de G and, du ch welchen sie in's Dasein
ge u en we den kann. Bei den au den T iimme n niede -
ges ü z e S aa sgewal en e ich e en Na ionals aa en is
na ü lich eine Beziehung des neuen S aa es zu den ühe en
S aa sgewal en nich o handen. Ande s wo die al en S aa s-
gewal en
de ju e
o bes ehen. Hie kann de neue S aa ga
nich in's Dasein e en, ohne dass die al en S aa en ih e
Zus immung zu de Neubildung geben, ohne dass sie sich
de neuen Gewal un e we en. Die Ve assung des we denden
S aa es, wie sie aus de Be a hung de cons i ui enden Ve -
sammlungen he o geh , bezeichne nun ü die bes ehenden
S aa en dass Mass de Bedingungen, un e denen sie in den
neuen S aa au genommen we den. Wenn auch eine absolu e
Gebundenhei eines S aa es gegenübe einem ande en ehemals
selbs ändigen , nun zu einem seine Gliede gewo denen S aa
nich s a haben kann , wenn dahe ein Gebundensein des
neuen S aa es an seine e s e Ve assung aus de Tha -
sache, dass sie die Bedingungen ü den Ein i de Einzel-
s aa en en häl , du chaus nich deduci we den kann, so ha
ein Accep i en de Ve assung on den Sonde s aa en doch
inso e n eine g osse Bedeu ung ü sie, als es höchs unwah -
scheinlich is , dass ein S aa die Basis, au die e sich selbs
ges ell ha , sobald wiede e lassen soll e. Dahe ha es
wohl einen Sinn, dass die S aa en in legale Fo m die Ve -
assung des Bundess aa es p ü en. Abe no hwendig is dies
nich . Auch ohne dass ein S aa die Ve assung als G und-
gese z des Bundess aa es ane kenn , in den e einzu e en
gedenk , kann e dennoch Mi glied des Bundess aa es we den,
wenn e sich nu ac isch den Bes immungen de Ve assung
un e wi . So wu de im Jah e 1848 die Ve assung des
schweize Bundess aa es blos on 15
1
1, Kan onen angenommen,
wäh end U i, Schwyz, Un e walden, Zug, Appenzell Inne -

270
Rhoden, Wallis und Tessin dieselbe ausd ücklich e wa en.
Nich sdes owenige e klä e die Tagsa zung die neue Bundes-
e assung ü angenommen und die Wahlen de Mi gliede
des Na ional- und S ände a hes wu den au G und de
Bes immungen de Ve assung in allen, auch den dissen i enden
Kan onen ollzogen. Die 6
1
/
2
Kan one a en in den Bundes-
s aa ein du ch s illschweigende Un e we ung un e die Ve -
assung.' 0)
Im no ddeu schen Bunde und im deu schen Reiche, wo
sich die S aa en gegensei ig du ch Ve ag zum Ein i in den
zu bildenden Bundess aa e p lich e ha en, ha e die Be a hung
de Bundes e assung du ch die cons i u ionellen Kö pe -
scha en de Einzels aa en, welche de Annahme de Ve -
assung o anging, den Zweck, zu cons a i en, ob de neue
S aa , in den einzu e en man sich e p lich e ha e, den
Bes immungen jene eingegangenen ölke ech lichen Ve -
p lich ungen en sp eche ode nich . Die Publica ion de
Bundes e assung in den Sonde s aa en in de Fo m eines
Landesgese zes en hiel nich s als die solenne Ve kündigung
des En schlusses de Landess aa sgewal en, dem Bundess aa e
als Gliede angehö en zu wollen.
17
) Die en gegengese z e
Ansich , wonach die Ve assung selbs Inhal des Ve ages de
Einzels aa en is
18
),
hä e heo e isch zu Folge, dass das Reich
kein S aa wä e und p ak isch die Möglichkei eine Au lösung
des Reiches du ch übe eins immenden Willen de Glied-
s aa en, sowie das Zuges ändniss eines Secessions ech es de -
selben. Wie wenig ju is ische Bedeu ung die ausd ückliche
E klä ung eines Glieds aa es, Mi glied des Bundes sein zu
wollen, ü die Na u des Bundess aa es ha , geh zu Genüge
aus dem Beispiele de dissen i enden schweize Kan one he -
o , in denen de Bundess aa und seine Ve assung du ch die
16)
Uebe die En s ehung de schweize Bundes e assung gl. Blume
I, S. 127-137; Joh. Meye , Geschich e des schweiz. Bundes ech s II, S. 83
17)
Haenel,
Ve , Eie n. 5. 76, 85; Laband I, S. 30, 47 ; Zo n,
S aa s . I, S. 23, 35. Uebe die Bedeu ung des Eingangs de Reichs e assung
und die Unzulässigkei , , aus ihm einen Schluss au eine e agsmässige
G undlage des Reiches ziehen
zu
dü en gl. besonde s Ha en el c. S. 91 .;
Z o n
1.
c. S. 43 .
18)
Neue dings e e en on G. M e y e , Leh buch S. 138, 145.
271
Tha sache exis en wu den , dass die bundess aa liche b
O c ani-
sa ion in ihnen zu Wi ksamkei gelang e. Auch wenn ein
ode de ande e deu sche S aa die eie liche E klä ung, Mi -
glied des no ddeu schen Bundes, beziehungsweise des deu schen
Reiches sein zu wollen, nich in Gese zes o m abgegeben hä e,
so wä e e heu e nich sdes owenige Glied des Reiches, wenn
e nu ac isch nach Zus andekommen desselben die ihm e -
assungsmässig zugewiesenen Func ionen ollzogen hä e.
Nachdem nun sowohl alle Hinde nisse, welche de Bildung
des neuen S aa es im Wege s anden, hinwegge äum und die
G undzüge seine O ganisa ion es gese z sind, i de S aa
in's Dasein dadu ch, dass e sich als eal wi kende Mach
e klä , dass die ihm angebilde en O gane hä ig we den, dass
e ac isch die He scha übe Volk und Land ausüb . De
Momen , in welchem die Ve assung des S aa es in K a
i , is seine s aa s ech liche Gebu ss unde. Bis dahin wa
nu ein
nasci u us
o handen. Bei den Na ionen, de en S aa en-
bildung au e olu ionä em Wege o sich geh , ha alle -
dings das S aa enemb yo be ei s eine ju is ische Bedeu ung,
indem die p o iso ische Regie ung , bei dem Mangel ande e
s aa lichen Au o i ä en, nich nu die O ganisa ion des S aa es
zu lei en , sonde n auch bis zum Zus andekommen und Ins-
leben e en de Ve assung die d ingends en Ve wal ungs-
geschä e zu beso gen ha . Auch die ölke ech liche Ane -
kennung , die Ein eihung eines solchen we denden S aa es in
die S aa en amilie kann s a haben o Vollendung seine
O ganisa ion, weil dem Völke ech das blosse Fac um geniig ,
dass ein au einem bes imm en Te i o ium sessha es Volk
sich als unabhängig e weis und i gend ein nach Aussen
handlungs ähiges O gan au zeigen kann. Bei den Bundess aa en
jedoch , wo bis zum Wi ksamwe den de Ve assung legale
Gewal en o handen sind, is de we dende S aa sowohl
s aa s- als ölke ech lich handlungsun ähig. Alle s aa liche
Thä igkei , nach Innen sowohl als nach Aussen, kann o
dem Ink a e en de Ve assung mi on den al en S aa s-
gewal en ollzogen we den.
7. Fü diese bedeu e abe Ein i in den Bundess aa
dasselbe, was de Ein i in i gend einen schon bes ehenden
272
S aa ü jede Pe sönlichkei bedeu e : Un e we ung un e
die Gewal des S aa es, dessen Mi glied man sein will. Die
Einzels aa en un e we en sich dahe de Bundesgewal , um
on ih die ihnen e assungsmässig als Glieds aa en zuge-
dach en Rech e zu emp angen.
18
")
De Ein i in den Bundes-
s aa is jedoch bedingungslos , die ganze s aa liche Exis enz
wi d de Bundesgewal zu Ve ügung ges ell , denn Rese -
a ionen eines Gliedes in Fo m de a selbs ändige Rech e,
dass sie dem S aa swillen absolu en zogen sind, wä en gegen
die Na u des sou e änen S aa es. Die Glieds aa en müss en
im Bunde sou e än bleiben und de Bund demnach nich S aa
sein, wenn den e s e en e agsmässig gewisse Rech e übe -
lassen blieben. Wenn dahe im Bundess aa e den Glieds aa en
Rech e zus ehen, zu de en En ziehung ih e Einwilligung no h-
wendig is , so können diese nich e wa als dem Willen de
Bundesgewal gänzlich en ück angesehen we den , sonde n
es sind du ch die Ve assung des Bundess aa es den Glied-
s aa en zugewiesene, mi e schwe enden Fo men ü ih e Aende-
ung und En ziehung e sehene Rech e.
19
)
Dasselbe zeig sich
na ü lich am kla s en, wenn zum Au geben eines du ch die
Bundes e assung selbs gescha enen Rech es de Glieds aa en,
183
)
Vgl. oben 8. 46. Rich ig in Beziehung au das d. Reich . H e 1 d,
Ve assung des d. R. S. 25 : „Du ch die gese zliche Na u de Reic hs-
e assung e scheinen die Sou e äne ä s ech e de einzelnen S aa en nunmeh
als eine Zulassung des Reiches" ; e ne Z o n I, S. 58.
Reichs . A . 78, Absa z 2. Uebe die In e p e a ion diese iel-
ums i enen Bes immung gl. H a en e 1, Ve . Elem. S. 183-209 ; L ab a n d
I, §§. 11, 12 ; G. Meye , Leh buch S. 419 . ; L ö n i n g, Die Sonde ech e
de deu schen S aa en. Annalen des deu schen Reiches 1875, S. 337 . ;
Zo n, S aa s . I, S. 88 . ; . M a i z, Zei sch i . d. g. S aa s w. Bd. XXXII,
S. 564 . Uns schein die on Meye und Zo n e e ene Ansich , dass
un e den „Vo sch i en de Reichs e assung, du ch welche bes imm e Rech e
einzelne Bundess aa en in de en Ve häl niss zu Gesamm hei es gese z
we den", nu die e assungsmässigen Exem ionen einzelne Glieds aa en zu
e s ehen sind, die ich ige. Wenn im deu schen Reiche dennoch e ags-
mässige Ve häl nisse neben de Ve assung einhe lau en, ü de en Aende ung
ode Au hebung on den meis en Publicis en eben alls ein Ve ag als ech lich
zulässige Fo m bezeichne wi d ( gl. indess Lab a n d I, 119), so is das eben
eine die Gel ung de Regel nich ze s ö ende Ausnahme. Uebe de a ige Ve -
äge s. wei e un en.
273
also eines Mi glied ech es , die Willense klä ung de selben
no hwendig is , wie z. B. nach de Unions e assung kein
S aa ohne seine Einwilligung seine gleichen S imm ech e
im Sena be aub we den kann. 20)
Auch das E o de niss de Zus immung des Glieds aa es
zu En ziehung eines Rech es du ch die Bundesgewal kann
nich s an dessen ju is ischem Cha ak e als e assungsmäs-
sigen Rech es ände n, wenn auch da in his o isch die ehemals
sou e äne Na u de Glieds aa en und poli isch eine g össe e
Selbs ändigkei de selben, als mi de Na u des übe ihnen
s ehenden S aa es e äglich is , zu e kennen is . Abe o z
de his o ischen und poli ischen E inne ungen an ein e ags-
mässiges Ve häl niss, is ju is isch einzig und allein de Sa z
hal ba , dass , welche Rech e auch imme den Glieds aa en
zus ehen mögen , sie dieselben nu in ih e Eigenscha als
Mi gliede des Bundess aa es besi zen. De bekann e Aussp uch
Line ol n's , dass die S aa en ih en S a us in de Union haben
und einen ande en gese zlichen S a us übe haup nich be-
si zen
21
),
is de G und- und Ecks ein des Ve assungs ech es
eines jeden Bundess aa es.
De selbe P ocess wie bei dem Ein i de bishe igen
sou e änen Einzels aa en in den neugebilde en Bundess aa geh
o sich, wenn in einen be ei s consolidi en Bundess aa ein
neue Glieds aa au genommen wi d. Auch hie ha sich de
ein e ende S aa de Bundesgewal zu un e we en , um on
ih die e assungsmässig dem Glieds aa zus ehenden Rech e
zu emp angen. Ein solche Ac de Un e we ung is abe
do ga nich nö hig, wo de Bundess aa einem bishe ga
nich als S aa bes ehenden Theile seines Gebie es mi den
e assungsmässigen Rech en eines Glieds aa es auss a e .
De Un e schied zwischen dem p imä en En s ehen de Bundes-
s aa sgewal und de Au nahme neue Glieds aa en bes eh
nu da in, dass do du ch das Wi ksamwe den de Bundes-
gewal , das e s mi de Un e we ung de Glieds aa en ein-
2
°) A . V :
3
7
o s a e, wi hou i s co isen , shall be dep i ed o i s equal
su age in he Sena e.
") The s a es ha e hei s a us in he Union, and hey ha e no o he
legal s a us.
Bo scha om 4. Juli 1861 , S aa sa chi N . 47, I. Bd. p. 123.
D . Jellinek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

18
280
Bundess aa szwecke e üllenden Kan ons- ode Landesbehö den
nach sich, wäh end in de Union Bundes- und Glieds aa s-
gewal so iel als möglich gesonde sind, und deshalb selbs
eine blos au die Union besch änk e S aa sangehö igkei einen
p ak ischen Sinn ha , umsomeh als die Union — hie in alle -
dings dem Reiche in dessen Ve häl niss zu Elsass-Lo h ingen
nich unähnlich — unmi elba die gesamm e Ve wal ung in
dem Dis ic Columbia und den Te i o ien ausüb .")
10. Indem ein S aa sich als Bundess aa o ganisi ,
kann e on einem zwei achen his o ischen Tha bes and aus-
gehen. E kann als cen alisi e ode decen alisi e Einhei s-
s aa bes anden haben und , sei es du ch die Unmöglichkei
eine s ic en Un e o dnung de ih his o isches Pa icula -
dasein üh enden P o inzen un e seine Gewal , sei es du ch
den Cha ak e seine Ve assung
.
sich genö hig sehen, seine
Theile mi selbs ändige s aa liche Gewal auszus a en. Ein
solches Bild bö e Oes e eich da , wenn die Vo schläge de
öde alis ischen Pa ei e wi klich wü den.") Ebenso gehö
die Bildung on Glieds aa en de Union aus den Te i o ien
hiehe , indem diese zu Union in dem Ve häl nisse en wede
eines s aa lichen Ve wal ungsbezi kes ode eines Selbs e -
wal ungskö pe s im Einhei ss aa e s ehen.
35
) Ode de S aa
kann zwei ens an die Tha sache , dass e die s aa liche
Ve kö pe ung eine Na ion is , welche o seine En s ehung
in meh e e S aa en gespal en wa , de a anknüp en, dass e
die ühe en S aa sgewal en nich öllig besei ig , sonde n
inne halb gewisse G enzen o exis i en läss , wie es bei de
Schöp ung de d ei gegenwä ig exis i enden Bundess aa en
geschah. In ihnen inde wohl eine his o ische Con inui ä
zwischen den ühe en sou e änen und je zigen nich sou e änen
33
)
S o y II, §. 1223 übe die Bü ge on Columbia „
They a e no indeed
ci izens o any S a e, en i led o he p i ilegeR o such; bu hey a e ci izens o
he Uni ed S a es" ;
bezüglich de Te i o ien §§.1322-1327 ; gl. Rü im a n n
1, §§. 248-350, II, §§. 812-822 ; Schlie , S. 352 .
84
)
Vgl. A. F ischho , Oes e eich und die Bü gscha en seines Be-
s andes, 1870, bes. S. 74 .
8
0
De zwei e Fall i ein, sobald das Te i o ium eine Be ölke ung
on ün ausend Seelen e eich , gl. R ü i mann II, §§. 813, 814.

281
S aa en s a ; nich sdes owenige is abe die Gewal de
le z e en ju is isch als eine neue Schöp ung au zu assen —
sons haben wi die ge heil e Sou e äne ä , die e ags-
mässige En s ehung des Bundess aa es, ku z die ganzeWai z 'sehe
Bundess aa s heo ie mi allen in ih en hal enen p incipiellen
Wide sp üchen in in eg um es i ui . 36)
11. Es inde bei de Cons i ui ung eines solchen Bundes-
s aa es ju is isch genau dasselbe s a , wie bei de Bes ä igung
eine P o inzial e assung eines ab
g
e e enen Gebie s heiles
du ch die neue S aa sgewal , wo on wi oben in de Fo -
daue de Ve assung Finnlands un e de ussischen He -.
scha ein Beispiel kennen gele n haben. Wie hie die
innländische Ve assung inhal lich dieselbe wie un e de
schwedischen He scha is , abe o zdem heu e s aa s ech lich
die ussische K one als ih Auc o anzusehen is , so e häl es
sich auch mi dem Glieds aa e im Bundess aa o z alle
sich e wa da bie enden his o ischen Con inui ä . De Glied-
s aa i - nach seine Un e we ung un e die Bundess aa s-
gewal sogleich in alle ihm nach Cons i ui ung de selben zukom-
menden Rech e und P lich en , die e nun aus de Hand des
sou e änen S aa es emp äng . E is dadu ch Rech snach olge
de sou e änen S aa sgewal gewo den, die e ühe besass.
Deshalb übe nimm e z. B. so o die ihm on ühe he
obliegenden inanziellen Ve p lich ungen gegen seine Gläubige ,
und i als nich sou e äne S aa in die ühe en in e -
na ionalen Beziehungen, so wei sie nich du ch seine Un e -
we ung un e die Bundesgewal modi ici ode gelös sind.
Is es ju is isch no hwendig, die Glieds aa en als du ch
die Bundess aa s e assung gescha en zu denken, und den
s aa lichen Cha ak e des Bundes und die Einhei de Sou-
36
)
Das ha zue s in alle Schä e e kann und ausgesp ochen A. Lincoln
angesich s de u ch ba en Consequenzen de Leh e on de S aa ensou e äne ä :
"
Ou S a es ha e nei he mo e, no lesspowe , han ha ese ed
o he9n, in he Union by he Cons i u ion —
120
one o hen eue
ha ing been a S a e ou o he Union. — — The Union is ol
'
Je han any o
he S a es, and, in ac , i c e a e d l e m as S a es. O iyinally some de-
penden colonies made he Union, and, in u n, he Union h ew o hei old
dependence o Mem, and made hen ;S' a es, such as hey a e."
S aa sa chi
1. c. S. 122, 123. Vgl. . Hols I, S. 19.
282
e äne ä zu wah en, dann e gib sich schon da aus die Unhal -
ba kei de Laban d'schen Cons uc ion des Bundess aa es,
wonach de Bundess aa die aus den Glieds aa en zusammen-
gese z e ju is ische Pe son des ö en lichen Rech es is , welche
au die S aa en di ec als au ih e Un e hanen wi k , wäh end
das Volk de Bundesgewal nu mi elba un e s eh .") In
diese Theo ie, welche üb igens nu im Hinblick au das
deu sche Reich gescha en wo den is , da sie sich bezüglich
de Union und de Schweiz in keine Weise du ch üh en
läss
38
),
sind noch die le z en Anklänge de Leh e on de
e agsmässigen En s ehung des Bundess aa es en hal en.
Wenn die S aa en selbs Schöp e des Bundes sein sollen,
dann is wenigs ens die Schöp ung eine ju is ischen Pe son
du ch sie e häl nissmässig die mi den ge ings en Wide -
sp üchen beha e e Fic ion. Wenn man abe auch on ih e
beg i lichen Unhal ba kei absieh , • so is ih zu olge de
Bundess aa nich die Ve wi klichung des na ionalen S aa es,
denn nich die Na ion, sonde n die S aa en haben sich in ihm
ih en S aa gescha en. In seinen nähe en Aus üh ungen
modi ici La band seine Theo ie eilich bedeu end, indem
e ü die on dem Reich unmi elba ausgeüb en Thä igkei en
die Lände als ausse Fune ion gese z e klä
39
)
und dami
allein schon die di ec e Un e o dnung sämm liche Landes-
angehö ige un e das Reich zugib .
Mi diese un e mi el en Wi kung de Bundess aa s-
gewal au das Volk is e s die Möglichkei eines o ganischen
Lebens des Bundess aa es gese z . Fü ein solches am
wich igs en is die S ellung de S aa sgewal zum Volke ;
nu da wo de S aa sgewal ein Volk di ec gegenübe -
s eh , is ein s ö ungsloses Func ioni en des S aa es möglich,
denn einzelnen wide s ebenden Indi iduen gegenübe is
37
)
I, §. 8. Anklänge an die Lab an d'sche Theo ie bei Welcke , S aa s-
lexicon s. . Bund III, S. 133, Wich ige U kunden ü den Rech szus and de
deu schen Na ion 1844 S. 36 ( gl. Lab and I. S. 76) und bei D önnige s, Die
deu sche Ve assungs age und die deu schen Einzels aa en 1848 , gl. B ie
S. 89, 90.
88
)
Vgl. Haenel, Annalen des deu schen Reiches 1876, S. 88.
39
)
I, S. 94.
283
die S aa sgewal übe mäch ig. Wenn abe an S elle de
physischen Un e hanen
Gesa
mm pe sönlichkei en e en, dann
is die E üllung de obe s aa lichen Be ehle imme zum
g ossen Theil in den gu en Willen de selben ges ell , da
ein Zwang gegen einen S aa nich so häu ig und nich
mi de Siche hei wal en kann, wie gegen einen Einzelnen.
Selbs dann, wenn eine s a ke Cen algewal o handen is ,
wi d das Mechanische eine solchen e mi el en He scha
sich in s e en Reibungen und Con lic en zeigen. Die Na u
des S aa es als eine nach g öss mögliche Unabhängigkei
s ebenden Pe sönlichkei wü de sich auch hie da in gel end
machen, dass die Glieds aa en ih e Un e we ung un e den
Obe s aa p ak isch au das ge ings e Mass zu ück üh en
und so das Schauspiel eines nu küns lich am Leben zu.
e hal enden S aa ens aa es da bie en wü den.4°)
Einem S aa e, de die ideale Einhei eine Summe on
S aa en ep äsen i , wü de als cons i u ionelles O gan ü
die Theilnahme des Volkes an de Bildung des S aa swillens
nu eine Delega ion de Glieds aa spa lamen e en sp echen.
Die o ganische , au de di ec en Wechselwi kung zwischen
S aa sgewal und Volk be uhende Na u des Bundess aa es
e lang jedoch ein aus unmi elba en Volkswahlen he o -
gehendes Pa lamen , dessen Mi gliede sich nich als O gane
des Einzels aa es, in dem sie gewähl sind, zum Zwecke de
Theilnahme an de Bildung des Gemeinwillens, sonde n di ec
als O gane des Gesamm s aa es da s ellen. In allen Bundess aa en
exis i en solche aus unmi elba en Volkswahlen he o gehende
pa lamen a ische Kö pe scha en. Von diesen Kö pe scha en
")
T e end be ei s H a m il o n im Fede alis : „— —
in e e y poli ical
associa ion which is o med upon he p inciple o uni ing in a common in e es
a
numbe
o lesse so e eiyn ies, he e will be ound a kind o excen ic endency
in he subo dina e o in e io o bs, by he ope a ion o which, he e will be a
pe pe ual e iö in each o ly o om he common cen e", N .
XV, p. 145. Vgl.
e ne To eque ille I, ch. XVIII, p. 446: „
Tou es les ois qu'un you e nemen
d' k a s'ad esse ic un homme ou une associa ion d'ho nmes, son langage es
clai e impe a i ; il en es de meine du gou e nemen e'dd al, wand il pa le
h des indi idus ; mais

se on e en ace d'un Ela , il commence h pa la-
men e : il explipe ses mo i s e jus i ie sa condui e ; il a gumen e, il conseille,
il
n'o donne que e."
284
gil im Allgemeinen , was Zo n om deu schen Reichs age
sag , dass in ihnen de Gedanke de Einhei de Na ion am
unge üb es en und p ägnan es en zum Ausd ucke komm .41)
Nu in de Abg enzung de Wahlk eise wi d au die Glied-
s aa en Rücksich genommen
42
),
und nu in de Union i als
singulä e Bes immung noch die Fo de ung hinzu, dass de ins
Rep äsen an enhaus E wähl e Einwohne des S aa es sein muss,
in dem seine Wahl s a ge unden ha .
43
) Mi de Exis enz
des Rep äsen an enhauses , des Na ional a hes , des Reichs-
ages ha die Tha sache de di ec enWechselwi k ing zwischen
Bundess aa und Volk ih en consequen es en und deu lichs en
Ausd uck ge unden. Denn in en schiedene e Weise kann die
di ec e Beziehung de Indi iduen zu S aa sgewal nich da -
ge han we den, als indem es in ih e Mach geleg wi d, -dem
S aa e ein ü seine Func ionen so wich iges O gan anzu-
bilden, wie es eine pa lamen a ische Kö pe scha is .
De Bundess aa e heb sich dahe nich übe den Glied-
s aa en als eine übe meh e e Häuse gewölb e Kuppel
44),
welche an de Cons uc ion de u sp ünglich bes ehenden
Gebäude nich s ände , sonde n ielmeh das be ei s Vo handene
zu. schü zen schein . Im Gegen heil du chb ich e den Bau
de Glieds aa en, wühl ih Fundamen um, se z seine Quade n
an S elle ih e Baus eine und läss die al en Maue n nu da
s ehen, wo de Neubau keine Ve ände ung e o de .
12. Als ein wich iges Momen ü den Bundess aa sbeg i
is neue dings im Gegensa ze zu de on W a i z
45
)
ge o de en
olls ändigen T ennung de Cen al- und Glieds aa sgewal ,
die No hwendigkei eine de a igen O ganisa ion de Bundes-
gewal behaup e wo den, dass den Glieds aa en ein An heil
an dem Zus andekommen und de Be hä igung des Gesamm -
s aa s willens zuges anden we den muss. De Bundess aa
is nich nu na ionale , sonde n auch öde ale S aa , e is
41)
S aa s . I, S. 168.
42)
Deu sches Reichswahlgese z A . 5, Reichs . A . 20 ; Schw. V.
A . 72, 73 ; U. V. A . I, sec . 2, 3.
43)
T.J. V. A . I, sec . 2, 2; gl. Rü i man n I, §. 123.
44)
Labancl I, S. 134.
45)
Poli ik S. 173.
285
nich nu S aa , sonde n auch Bund.
46
) Fü Laband, dem
die Bundess aa sgewal als die ideale Einhei de Glieds aa s-
gewal en e schein , is die An heilnahme de Glieds aa en an
de Willensbildung des Bundess aa es eine no hwendige Fol-
ge ung aus seinem Bundess aa sbeg i .47)
Is es ich ig, dass de Bundess aa nich du ch die
S aa en gescha en, sonde n eine Tha de Na ion is , dann
zwing nich s zu de Fo de ung, dass die Cen algewal die
Einhei de Glieds aa sgewal en sein müsse. Ja, wenn man
den s aa lichen Cha ak e de Bundesgewal behaup e , e schein
es om s eng o mal-ju is ischen S andpunk e aus übe haup
i ele an , wie de Wille des Bundess aa es zu S ande komm .
De P ocess de s aa lichen Willensbildung, om poli ischen
und e hischen S andpunk on de g öss en Bedeu ung, ha
ü eine o mal-ju is ische Be ach ung nu inso e ne We h,
als die O gane, in denen die Willensbildung sich zu ollziehen
ha , du ch Rech ssä ze bezeichne sind und die A und Weise
de Ausübung ih e Func ionen ech lich es gese z is . De
Vo gang de Willensbildung selbs is jedoch ju is isch ga nich
zu e assen. Die Gese ze en sp ingen ac isch in allen S aa en
nich einem indi iduellen Willen, sonde n de Einigung on
Willensäusse ungen e schiedene Pe sonen und Collegien, seien
dies nun im absolu en S aa e die Regie ung mi ih en Gese z-
gebungscommissionen, im cons i u ionellen S aa e die Kamme n,
de en Beschlüsse om Fü s en sanc ioni we den, ode in de
Republik die e assungsmässig om Volke mi de s aa -
lichen Willensbildung be au en O gane. Ju is isch be ach e
is jedoch das Gese z nich Wille de einzelnen Pe sonen und
Kö pe scha en, welche es beschlossen haben, sonde n einhei -
liche Wille des S aa es, dem gegenübe Alles, was bis zu
dem Zus andekommen des Gese zes o gegangen is , keine
ech liche Bedeu ung ha . So e lang in de Mona chie du ch
4 8
)
die Sanc ion des Fü s en

in de Republik du ch die
46)
Au e bach, Das neue deu sche Reich, 1871, S. 21 . ; Wes e -
kamp, Uebe die Reichs e assung, 1873, S. 97 ; G. M e y e , G undzüge S. 24,
E ö e ungen S. 18 ; B 1 un s c hli , Geschich e des schweiz. Bundes . I, S. 565.
47)
I, S. 82.
") Laband II, §. 56. Gegen die Allge neingil igkei diese Aus üh ungen
gl.
El.
S chul
z
e , Leh buch d. Deu schen S aa s ech s I, S. 527 Anm.

286
Zus immung des le z en zu Mi wi kung an de Gese zgebung
be u enen Fac o s ode du ch Ablau eine bes imm en Zei ,
binnen welche de zu einem Ve o Be ech ig e keinen Ein-
sp uch e hoben ha , ein Gese zen wu Gese zesk a . Alle
Vo gänge on de Einb ingung des Gese zen wu es in die
e s e übe das Schicksal desselben en scheidende Kamme
bis zu de m le z en S adium, das e o de de ini i en Be-
schliessung zu du chlau en ha , sind ü den Ju is en nu
inne e Vo gänge de S aa spe sönlichkei , e gleichba dem
Hin und Wiede , dem Bedenken und Uebe legen, welches im
Indi iduum dem En schlusse und de Tha o angeh , das
eben alls ju is isch on keine Bedeu ung is , so g ossen Ein-
luss es auch au das Zus andekommen des Willens, au die
A und Weise de Aus üh ung haben mag. Psychologisch
zeig sich En schluss und Wille als ein un heilba e Ac
de on allen o angegangenen psychischen P ocessen o o
gene e e schieden is . Wenn abe ju is isch das Wollen des
S aa es eine Reihe in sich un heilba e Ac e eines einhei lichen
Subje s sein muss, dann is nu ü die e hisch-poli ische
Be ach ung ein Theilnehmen an de s aa lichen Willens-
bildung denkba . Wenn eine Meh hei on Pe sonen zu
T äge scha des S aa swillens be u en is , so is de S aa s-
wille nich e wa die Summe de Einzelwillen, sonde n de
Wille ei ne on allen Einzelnen e schiedenen Pe sönlichkei ,
nämlich de Gesamm hei de T äge de S aa sgewal als
Einhei gedach . An dem Zus andekommen des Willens diese
Pe sönlichkei ha p ak isch ein jede Theilnehme gewiss
posi i und nega i Ein luss, abe de en scheidende Willens-
ac is on dem Willen alle Theilnehme ebenso un e schieden,
wie de die Sanc ion aussp echende und dadu ch einzig und
allein den pa lamen a ischen Beschlüssen die Rech sk a
e leihende Wille des Mona chen im cons i u ionellen S aa e
on den Willensäusse ungen de Kamme n.
Von eine Theilnahme an de Sou e äne ä in welche Fo m
auch imme kann dahe eigen lich nu im e hisch-poli ischen
Sinne gesp ochen we den. Wenn also in den Bundess aa s-
e assungen den Glieds aa en eine Mi wi kung an dem Zu-
s andekommen des S aa swillens und an de Ausübung de
287
S aa she scha einge äum is , so ha dies wohl eine he o -
agende poli ische Bedeu ung, is abe on keine lei speci ische
Wi kung au den Cha ak e des S aa es. So wie es ü den
Beg i de Mona chie schlech hin gleichgil ig is , ob de
Mona ch unbesch änk egie ode seinen Willen e assungs-
mässig eingesch änk ha , wie absolu e und cons i u ionelle
Mona chie inne halb des Beg i es de Einhe scha Raum
haben, wie Mona chie und Republik o z de Ve schiedenhei
des T äge s de S aa sgewal beide un e den S aa sbeg i
allen, und. die allgemeinen Sä ze on de Na u des S aa es
und de S aa sgewal au beide gleichmässig Anwendung inden,
so is es auch ü den Beg i des Bundess aa es gleichgil ig, in
welche Weise sein on dem Willen de Gliede un e schiedene
und übe ihnen s ehende Wille zu S ande komm . Es is nu eine
Species des Genus Bundess aa , in welchem eine O ganisa ion
du chge üh is , die die Glieds aa en zu posi i em An heil
an den S aa s hä igkei en be u .
Poli isch alle dings is die ju is isch nich unbeding no h-
wendige Theilnahme de Glieds aa en an de Bundesgewal on
de g öss en Bedeu ung. Die Gesundhei des S aa slebens is
da on abhängig, dass die im Volke wi kenden ealen Mäch e in
den Diens des S aa es gezogen, an seine Exis enz be heilig
we den, sons is die Ge ah o handen, dass sie sich eind-
selig dem poli ischen Ganzen en gegens ellen. So gebie e es
die poli ische Klughei , dass gesellscha liche Classen, die
Mach und Ein luss im Volke besi zen, om S aa e zum
mindes en nich zu ückged äng we den. Sowie nun de S aa
bei seine O ganisa ion au die sociale Gliede ung des Volkes
Bedach nehmen muss, so kann e es noch wenige igno i en,
dass e poli ische Ve bände in sich be ass , die nich
nu
mi wei gehendem Rech e de Selbs e wal ung , sonde n
übe dies mi uncon oli ba e s aa liche Mach ausge üs e
sind. Diese Ve bände bei de O dnung de Ausübung seine
Func ionen gänzlich bei Sei e zu schieben, wä e ein schwe e
Ve s oss gegen die e s en Gebo e de S aa sweishei .49)
49
)
Tocque ille I, eh. VIII, p. 142 sag e end on den S aa en de
Uni
on
:
„L'in oduc ion de leu s o ces indi iduelles dans les ouages du you e -
nemen
jcle' al n'a ai ien d'ex ao dinai e. Elle ne aisai que cons a e
288
Indem de Bundess aa abe den Glieds aa en ein en
An heil an de Ausübung de S aa s une ionen ein äum ,
wi d e , wiede um nu den Gebo en de S aa sweishei olgend
und nich e wa du ch die ju is ische Logik dazu gezwungen,
anknüp en müssen an das his o isch Gegebene. Je nach de
S ä ke des na ionalen in seinem Ve häl nisse zum pa icula en
Bewuss sein, nach de S ellung de T äge de bishe igen
S aa sgewal en, dem Masse de eien Bewegung, das e den
Glieds aa en übe lassen ha , wi d e die A und Weise de
Theilnebme scha de selben an de Bundess aa sgewal egeln.
E kann die ganze S aa sgewal de Gesamm hei de Glied-
s aa sgewal en zuweisen, wie im deu schen Reiche die Glied-
s aa en nu als Wahlk eise ü einen an de Gese zgebung und de
Bes ellung de Execu i e heilnehmenden S ände a h benu zen,
wie in de Schweiz, ode ihnen die Bes ellung eines zu Theilnahme
an de Gese zgebung sowohl als de Regie ung be u enen
Sena es zuweisen
49a
)
und sie bei dem Modus de P äsiden en-
wahl be ücksich igen, wie in de Union, und ihnen e ne
einen gewissen Ein luss au Ve assungsände ungen ges a en,
wie in de Union und. de Schweiz.
49b
) Es können allen S aa en
un ai exis an , celui d' une puissance econnue qu'il allai mdnag e e
72,012
iolen e ."
49a)
Die Mi gliede des S ände a hs s immen ohne Ins uc ionen (Ve .
A . 91), sind dahe
de ju e
ebensowenig Ve e e de kan onalen In e essen
als die des Na ional a hs. In de Union is zwa die Ins uc ion de Sena o en
du ch die S aa en häu ig geüb ( gl. R ü imann I, §. 153), indessen sind
die Sena o en „keineswegs e p lich e , g undsä zlich die „S aa en ech e" zu
wah en, sonde n ielmeh so zu s immen , wie sie es im In e esse de Union
e ach en, zu de en Regie ungsgewal sie als Sena o en gehö en; und in de
Tha ha de Sena sich o genug be ei ge unden, das Ansehen de Cen al-
egie ung dem Pa icula ismus gegenübe mi En schiedenhei zu wah en ode
zu e wei e n." Schlie S. 447. Alle dings soll e nach de Ansich de Ve -
asse de Cons i u ion du ch die gleichen S immen de S aa en im Sena e
auch die Selbs ändigkei de S aa en ane kann und gewah we den, doch
wu de on ihnen das Haup gewich au die S ellung des Sena es als eines
conse a i en Gegengewich es gegen das leich bewegliche Rep äsen an enhaus
geleg . Vgl.
The Fede alis
N . LXXII, LXXIII (H a m i 1 o n).
49b)
U. V. A . V: „The
Cong ess, whene e wo- hi ds o bo h houses
shall
deem
i necessa y, shall p opose amendmen s
.
o his Cons i u ion, o an
he applica ion o wo- hi ds o he se e al S a es , shall call a con en ion o
289
gleiche Rech e zue heil we den, ode einem ode meh e en
on ihnen eine he o agende e S ellung und ein g össe e
Ein luss au die Lei ung de
Bunde
sangelegenhei en einge äum
sein. Wie bei allen poli ischen F agen lassen sich wede übe .
die A noch das Mass de Be heiligung de Glieds aa en
i gend welche es e Regeln au s ellen.
Die öde ale O ganisa ion de Bundess aa sgewal gehö
dahe nich zu den wesen lichen Me kmalen de selben. Mi
Rücksich au ih e g osse Zweckmässigkei jedoch und de
hie aus sich e gebenden Wah scheinlichkei , dass in jede
Bundess aa s e assung dem öde alen Gedanken ein gewisse
Spiel aum einge äum sein wi d, könn e man sie als ein
Na u a 1 e des Bundess aa sbeg i es bezeichnen, welches jedoch
im Allgemeinen nu ganz age dahin o muli we den kann,
dass den Glieds aa en eine den conc e en Ve häl nissen ange-
pass e Ein lussnahme au die Cen algewal einzu äumen is .
Eine jede p äcise Fo muli ung ü die Ve wi klichung des
öde alen P incips im Bundess aa e wü de das Schicksal so
iele Schablonen heilen, dass sie on den um Schulbeg i e
unbekümme en his o ischen Mäch en bald ze sp eng we den
wü de.
13. Noch wenige als ü die Gel endmachung de öde-
alen Idee in de Bundes e assung lassen sich, ausgenommen
in einigen, alle dings wich igen Punk en, die spä e e ö e
we den, allgemeine Sä ze au s ellen übe den K eis on Au -
gaben , die die Cen algewal sich o zubehal en ha , sowie
übe die A und. Weise de Du ch üh ung de selben. Nu
das Eine is no hwendig , dass de Bundess aa , da e eben
S aa is , auch s aa lich o ganisi sei , dass e dahe die
no hwendigen Func ionen des S aa slebens : Gese zgebung,
Regie ung, Ve wal ung und. Ge ich sba kei selbs ausübe.
p oposing amendmen s, which in ei he case, shall be alid o all in en s and
pu poses as pa o his cons i u ion, when a ijied by he legisla u es o h ee-
ou hs o he se e al S a es o in con en ions o h ee ou hs he eo , as he one
o he o he mode o a i ica ion may be p o posed by he Cong ess."
Schweiz.
V. A . 121: „Die e idi e Bundes e assung i in K a , wenn sie on
de Meh hei de an de Abs immung heilnehmenden Bü ge und on de
Meh hei de Kan one angenommen is ." Vgl. auch A . 86.
D . J e 11 i n ek, Die Leh e on den S aa en e bindungen.

19
296
ges ell sind, is nich sou e än , denn Sou e äne ä schliess
die Unabhängigkei in sich. Wo dahe die Compe enz
eines Bundes nu du ch den einhelligen Ve ags-
willen de Gliede abgeände we den kann, da
is kein Bundess aa und übe haup kein S aa ,
sonde n nu eine mi delegi e und dahe auch
on dein Eigne zu ückziehba e Mach ausge-
üs e e Socialgewal o handen.ö9b)
Aus dem Wesen de Sou e äne ä olg , dass in ih
sämm liche Hohei s ech e, das Rech de O dnung de s aa -
lichen Func ionen nach allen Sei en des s aa lichen Lebens
en hal en is . Die sou e äne Gewal kann zwa ih e Au gaben
du ch ela i selbs ändige Ve bände un e ih e Obe au sich
aus üh en lassen und de en E üllung soga zu eigenem, das
heiss uncon oli ba em Rech e ab e en. Abe s e s muss
es, alls sie ih em Beg i e en sp echen soll , in ih e Mach
liegen, du ch ih e O gane die G enzen ih e unmi elba en
Wi ksamkei zu bes immen. En zieh sie ih en Gliede n
die ihnen übe agene ode übe lassene Mach , so hu sie dies
nich k a des mi dem ih igen übe eins immenden Willens
de selben, sonde n k a ih es eigenen, de keine E mäch-
igung on i gend eine ande en Gewal beda . Ve assungs-
ände ungen im Bundess aa e e olgen dahe du ch die hiezu
be u enen Bundeso gane ebenso gu wie im Einhei ss aa e
au dem Wege de Gese zgebung. 601
Die Nega ion des Bundess aa sbeg i es läss sieh auch
du ch die Tha sache, dass Einhelligkei de Glieds aa en zu
Ve assungsände ung des Bundes nich e o de wi d , nich
59b
)
Fü G. Meye , Leh buch §§. 13, 14 is selbs ein solche Bund
noch Bundess aa , gemäss seine Ansich , dass de Un e schied zwischen
S aa enbund und Bundess aa in de A de He scha de Bundesgewal
übe die Un e hanen (do e mi el du ch die S aa en, hie un e mi el ) liege.
Unions . A . V. (s. oben No e 49") dazu A . VI, 2:
This Cons i u-
ion, and he laws o he Uni ed S a es which shall be made in pu suance
he eo , — — — shall be he sup eme l a w o he land
e
.
Schweiz A . 199: „Die
Re ision de Bundes e assung geschieh au dem Wege de Bunde sgese z-
g eb ung." Deu sches Reich A . 78 : „Ve ände ungen de Ve assung e olgen
im Wege de Gese zgebung."

IE!
297
als absolu hal los hins ellen.
6
') Wenn in de Union d ei ie el
de S aa en
61a
), in de Schweiz die Meh hei de Kan one 62),
im deu schen Reich d ei ie el Majo i ä in dem die e -
bünde en Regie ungen ep äsen i enden Bundes a he
63
)
zu
Ve assungsände ung nö hig sind , so kann sie au die Con-
ede a ion de ame ikanischen Rebellens aa en hinweisen, die
nich Bundess aa , sonde n , wie schon ih Name besag ,
S aa enbund sein und die ungeb ochene Sou e äne ä de
e bünde en S aa en im Bunde bewah en woll e. Auch in
diese wa zu Aende ung des Bundes e ages nich die
Zus immung sämm liche S aa en e o de lich.
64
)
Wenn man
ein Secessions ech de Bundesgliede zugib , is es in de
Tha nich abzusehen , weshalb nich auch eine g össe en
Majo i ä die En scheidung übe das Meh ode Wenige de
gemeinsamen Angelegenhei en zus ehen soll e , de sich die
e wa dissen i enden S aa en, so e n sie noch länge im Bunde
e weilen wollen, zu con o mi en haben. Alle dings wi d hiebei
au den mo alischen Zwang ge echne , de in den meis en
Fällen au die dissen i enden S aa en geüb we den wi d,
indem die Nach heile , welche einem ode wenigen S aa en
du ch den Aus i aus dem Bund e wachsen wü den, die
Anpassung an den Majo i ä swillen , die das e ne e Ve -
weilen im Bunde beding he bei üh en wü den. Abe so iel
is du ch die Con ede a ion de Secessionss aa en kla gewo den,
dass man aus de Tha sache allein, dass Majo i ä sbeschlüsse
zu Ve assungsände ungen hin eichend sind, noch keinen
s ingen en Schluss au die Gese zesna u de Ve assungs-
ände ung und au die S aa sna u des Bundes ziehen kann.
17.
Und dami i denn die F age au , an welchem
Me kmale im co n c e en F alle de Bundess aa om
S aa enbunde siche zu un e scheiden is . Das heo e ische
61
)
U. V. A . V; gl. die o angehende No e.
61a
)
Vgl. C alh o u n II , 292 ; Seydel, Bundess aa enbeg i a. a. 0.
S. 221.
G2
)
Schw. V. A . 121.
63
)
R. V. A . 78 e klä Ve assungsände u
n
ge
n
ü abgelehn , wenn sie
ie zehn S immen in dem ach und ün zig Mi gliede zählenden Bundes a he
gegen sich haben.
S. oben S. 195.
298
Me kmal liess sich leich o muli en : do Sou e äne ä des
Bundes, hie Sou e äne ä de Gliede . Abe p ak isch läss
sich im Zwei els alle de einen ode de ande en Bildung das
geheisch e Me kmal nu zue kennen, indem man c o n s a i ,
ob die Gliede ein Secessions ech besi zen ode
nich . Und wenn einmal ein solches Secessions ech behaup e
wi d, so häl es schwe , die Exis enz desselben an de Hand
i gend eine Bundes e assung zu wide legen. Das
ede al
go e nmen
C a l h o u n's sieh de Union zumVe wechseln ähnlich.
Die Uebe zeugung, dass de Glieds aa dem Bundess aa
un e geo dne sei, dass e dahe nich das Rech habe, sich aus
dem na ionalen Kö pe loszu eissen , sie muss o a 11 e
ju is ische Deduc ion es s ehen. Wi haben in
de Einlei ung bei alle Be onung de No hwendigkei eine
s eng ju is ischen Basis des S aa s ech s beme k , dass es
ein absolu o ausse zungsloses publicis isches Denken , ohne
bewuss e ode unbewuss e poli ische Anschauungen übe die
Na u und Zwecke des S aa es und eines conc e en s aa -
lichen Gebildes nich gebe. So auch bei dem Bundess aa e
in
ab s ac o,
wie
in conc e o.
Die Ane kennung de s aa lichen
Na u des Bundes und eines Bundes ha die poli ische Vo -
ausse zung, dass man in ihm die Ve wi klichung des na ionalen
Gedankens ode eine ande en his o ischen No hwendigkei
inden will. De Gedanke, dass das Reich de na ionale S aa
de Deu schen sei, lieg den s aa s ech lichen Deduc ionen
Haene l's und Laban d's be ei s zu G unde
65
),
und die
pa icula is ische Theo ie om „s aa s ech lichen S aa enbunde"
ha nu deshalb so wenig Anklang ge unden , weil das
na ionale Ge ühl in den Ve e e n de Wissenscha so
lebendig is , dass Niemand un e ihnen das zu e heidigen
e mag , was zwa in de wenig selbs ändigen und übe dies
die äusse s en Consequenzen e meidenden Fo m in de es
S e y d e l da bo , abe du chaus nich seine ganzen ge ah -
ollen inne en Bedeu ung nach wide leg is . In de Union
65
)
Dass auch die s eng ju is ische Behandlungsweise des deu schen
S aa s ech s im Hin e g und poli ische Bedeu ung habe und beansp uche, ha
Haenel selbs be on ; gl. Zu K i ik de
B
eg i sbes immungen des Bundes-
s aa es a. a. 0. S.
92.
299
ba das Resul a des
Bü
ge k ieges die Ve heidige de
S aa en ech e, wenn auch nich öllig zum Schweigen geb ach ,
so doch ih e S immen und Fo de ungen wesen lich gedämp ;
o dem K iege jedoch wä e es kaum möglich gewesen, du ch
einen unpa eiischen , nu on ju is ischen Gesich spunk en
ausgehenden Schiedssp uch eine de Pa eien Rech zu geben,
weil jede ju is ische Deduc ion on eine bes imm en Ansich
übe die Na u de Union ausging, und das zu Beweisende
imme schon o ausgese z wa .66)
Nu wenn man in die Geschich e blick , die his o ische
En wickelung eine Na ion beach e , die Ge ah en kenn , welche
dem na ionalen Leben aus de pa icula is ischen Ze issenhei
e wachsen, nu dann wi d man mi öllige Siche hei , wenn
es eine Na ion übe den blossen Bund de Regie ungen hinaus
geb ach ha , in de mi di ec au das Volk wi kende Mach
ausges a e en Bundesgewal die Ve wi klichung des na ionalen
S aa es inden, ihm die wesen lichen Me kmale des sou e änen
S aa es zusp echen, und demgemäss jede Au lösung des Bundes,
sei es du ch übe eins immenden Willen de Glieds aa en,
sei es du ch Secession de selben ü ech lich unmöglich e -
klä en. Abe ein o mal ju is isches K i e ium ü den Bundes-
s aa , welches jeden Ve such pa icula is ische Au assung
desselben on Vo nhe ein als gänzlich hal los da s ell e, is
wenigs ens ü die gegenwä igen Rep äsen an en desselben
nich zu inden und lieg auch nich in de Möglichkei eine
Majo isi ung eines Theiles de Glieds aa en bei Ve assungs-
ände ungen.
Abe o z de Unzulänglichkei des Majo i ä sp incipes,
als K i e ium des Bundess aa es is man doch nich , wie
Ha en el be ü ch e , „de unbeg ündba en und da um auch
unwide leglichen Willkü jedes Cons uc ions e suches de
Gemeinscha s e häl nisse p eisgegeben."
67
)
Denn in Beziehung
3
)
„Die F age de Nulli ica ion und Secession is nich e s on C a 1-
h oun und seinen Schüle n gescha en wo den , sie is so al als die Cons i-
u ion selbs und sie is s e s eine lebendige, wenngleich nich imme eine
b ennende gewesen : ih e Wu zeln lagen in den gegebenen ha sächlichen Ve -
häl nissen und die Cons i u ion wa de lebendige Ausd uck diese gegebenen
ha sächlieben
-
Ve häl nisse." . Hols I, S. 69.
67
)
Ve . Elem. S. 50.
300
au eine o ganisi e S aa en e bindung is nu Eine Al e -
na i e möglich. En wede is sie selbs ein S aa : dann
dulde sie de s aa lichen Na u gemäss kein wie imme
gea e es e agsmässiges Ve häl niss de Gliede zu ih e
Cen algewal , dann sind die Gliede , inso e ne sie an de
Bildung des Willens diese Cen algewal be heilig sind,
ih e O gane , dann se z sie die Compe enzen es und
nimm Aende ungen de selben o , dann sind die Einzel-
s aa en de ollen Bedeu ung des Wo es nach o ganische
Gliede des Ganzen, und es gib dahe keine Möglichkei e ags-
mässige Lösung des Bundes und keine Möglichkei eine
ech lich beg ünde en Secession. Ode de Bund be uh au
Ve ag : dann sind alle seine Fune ionen nu Ausübung e -
agsmässige Ve p lich ungen du ch ein on den Con ahen en
gescha enes und on ihnen abhängiges O gan, wie imme
auch die Bundesgewal bescha en sein mag, dann gib es
keine no hwendige und da um unlösliche Ve bindung de
Einzels aa en zu einem Ganzen , sonde n nu ein o z alle
noch so wei gehende Gemeinscha mechanisches Nebeneinande -
bes ehen de Einzels aa en, weil sowohl die Möglichkei e -
agsm
ä
ssige Au lösung, wie auch die de Secession zugegeben
we den muss. Alle diese Folge ungen hängen so innig zu-
sammen, dass, we eine on ihnen on i gend einem Bundes-
e häl niss aussag , alle ande en auch in den Kau nehmen
muss. Die Ansich en de Halben, welche den Glieds aa en ein
Bischen Sou e äne ä e en wollen
68
)
ode ü Ve assungs-
ände ungen wenigs ens eine Sch anke in einem den Rech sg und
des Bundess aa es bildenden Ve ag zu inden behaup en 69),
können o dem Fo um ju is ische Logik nich S and hal en.
Die Ge ah ü die Wissenscha is dahe nich so
g oss, da nu zwei on diame al en gegengese z en poli-
ischen Meinungen ge agene Ansich en ju is isch möglich sind :
")
De ju is ische We h diese Rich ung wi d am bes en beleuch e
du ch den Aussp uch Dubs II, S. 41, dass eine Bundes e assung eine Mischung
on Ve ag und Gese z sei !
69
)
. M
o hl, Reichss aa s ech S. 11 ; G. Meye , Leh buch S. 418 .;
s II, S. 31.
301
na ionale S aa mi ela i
s
elbs ändigen Gliede n ode e bün-
de ePa icula s aa en mi unauslöschlich pa icula en und dahe
na ional eindlichen In e essen. Und da in eine on gesundem
Geis e e üll en Na ion die zwei e Ansich wenige o den
le z en
Consequenzen
de selben
zu ü
cksch eckende Anhänge
inden wi d, so ha do , wo nich , wie in de Union o
dem Secessionsk iege, un e söhnliche Gegensä ze einande gegen-
übe s ehen, die dem Na ionals aa e eindliche Ve ags heo ie
ge inge Aussich , eine de na ionalen Theo ie ebenbü ige
Du chbildung zu e ah en.
18. We die Exis enz e agsmässige G undlagen des
Bundess aa es behaup e , de muss in ihnen no hwendig eine
Sch anke ü die Compe enze wei e ung desselben aus eigenem
Rech e inden und demgemäss die Sou e äne ä des Bundes
leugnen. Wenn man hingegen den Bundess aa als S aa und
zwa als die zu sou e änen Gesamm pe sönlichkei o ganisi e
Na ion e ass , so lassen sieh ü seine Compe enz nu die-
jenigen Sch anken ziehen, welche sie sich selbs gese z ha . Jede
sou e äne S aa kann, wenn es seine Zwecke e o de n, jedes
in ihm sieh ollziehende Lebens e häl niss seine Mach un e -
we en, abe jede S aa muss Sphä en ane kennen, inne halb
welche eine eie Bewegung de seine Mach Un e wo enen
s a ha . Dahe ha jede S aa sgewal , namen lich im mode nen
Rech ss aa e, Sch anken, abe diese Sch anken sind keine ab-
solu en, sonde n sie müssen allen, wenn die höhe en Zwecke
des S aa es es e o de n, ode ielmeh sie können wei e geschoben
und e schoben we den, denn eine sch ankenlose S aa sgewal —
die es ac isch auch im absolu es en S aa e nie gegeben ha —
wide sp ich de Idee des mode nen S aa es au das En -
schiedens e. Fü den alle Zwecke des Volkslebens zu e üllen
be u enen Rech ss aa muss es dahe sowohl eine e assungs-
mässige Besch änkung seines Willens , als auch die Möglich-
kei geben , die A und Weise de Ausübung seine Func-
ionen und den Um ang seines He scha sbe eiches s e s un-
abhängig on jede Mach ausse ihm zu no mi en. Dem
sou e änen
S aa e is dahe bei alle Nö higung zu Selbs -
besch änkung kein Lebens e häl niss seine Gliede p incipiell
en zogen, und es läss sich dahe nu die Exis enz on

302
Sch anken ü den S aa swillen übe haup , nich abe die
conc e e Ges al ung diese Sch anken aus dem Beg i e des
S aa es deduci en. Kein wie imme gea e es Rech eines
Mi gliedes des S aa es gib es , das ihm nich du ch den in
den e assungsmässigen Fo men geäusse en S aa swillen en -
zogen we den könn e. Is de Bundess aa dahe sou e äne
S aa — und das wi d Jede zugeben müssen, de ihn übe -
haup ü möglich häl — so gib es kein Rech seine Gliede ,
an dem e eine Sch anke ände, es sei denn, dass e sie sich
selbs gese z hä e. So kann de Bundess aa e assungs-
mässig die Zus immung des Glieds aa es zu En ziehung eines
diesem zus ehenden Rech es o de n , dann is es abe auch
nu de Bundess aa swille de sich diese Besch änkung au -
e leg ha .
Wenn de Bundess aa nu selbs gese z e Besch änkungen
seine Compe enz besi z und diese Besch änkungen keine
absolu en sind, dann sind auch die Mi glieds ech e de Glied-
s aa en nich seinem Willen en zogen. Alle dings ha man
hie dem S aa swillen o melle Sch anken ziehen wollen, inso-
e n e nu eine alle Glieds aa en gleichmässig e ende
Umände ung ode Au hebung de Mi glieds ech e ohne die
Zus immung alle o nehmen dü e.") Wenn die Bundess aa s-
e assung dies bes imm , läss sich na ü lich kein Einwand
dagegen e heben. Abe aus dem Beg i e des Bundess aa es
e gib es sich mi nich en als ju is ische Consequenz. D a s
P incip de Rech sgleichhei is ein ma e iales,
kein o melles Rech sp incip. Und wenn es du ch
einen gese zgebe ischen Ac e le z wi d, so ha de S aa
zwa ma e iales, inso e n e sich jedoch nich ausd ücklich zu
Ane kennung des P incipes e p lich e ha , kein o melles,
kein Un ech im ju is ischen Sinne begangen. So e s öss
eine
bill o a ainde ,
ein Gese z , welches ü eine s a lose
Handlung, nachdem sie begangen wu de, und nu ü den
be e enden Einzel all eine S a e es se z , gewiss im höchs en
G ade gegen die ma e iale Ge ech igkei . Nich sdes owenige
is sie nach englischem Rech e zulässig, und sie ha gegebenen
70
)
Laband I, S. 125.
e4'
303
Falls dieselbe ech liche Bedeu ung, wie i gend ein ande e
gese zgebe ische Ac des englischen
P
a lamen s.
71
) In den
Ve einig en S aa en hingegen, wo solche
bills
e assungs- '
mässig un e sag sind
72
),
is eine de a ige Judica u des
Einzel alles du ch einen legisla o ischen Ac sowohl in de
Union als in den Glieds aa en nu du ch einen B uch des
o mellen Rech es möglich.
Die gleichmässige Behandlung de Glieds aa en bei Ve -
assungsände ungen, die Unmöglichkei , blos einem ode einigen
on ihnen die selbs ändige Innehabung on Hohei s ech en
gegen ih en Willen zu en ziehen, is dahe ü die Compe enz
des Bundess aa es nu inso e n eine ju is ische Sch anke,
als sie du ch die Bundes e assung es gese z is . So sind
in de Unions e assung ausd ücklich die Mi glieds ech e be-
zeichne , welche den S aa en nich gegen ih en Willen en -
zogen we den können./
3
) Wo solche Ve assungsbes immungen
ehlen, wie in den bundess aa lichen Ve assungsp ojec en ü
Deu schland aus de Zei 1848-1851
73
%
da is nu ein
mo alische Zwang ü eine p incipielle Gleichbe ech igung
de Bundesgliede o handen, de abe alle dings on solche
S ä ke is , dass e p ak isch dennoch einem o mellen Schu ze
du ch die Ve assung gleichkomm . Denn schon im Einhei s-
s aa e is o z o male Möglichkei eine Ve ände ung in
de ech lichen S ellung bishe p incipiell gleichbe ech ig e
Ve wal ungsbezi ke ode Communal e bände zu Unguns en
nich ganze Classen, sonde n einzelne on ihnen kaum möglich
und nu un e E schü e ung des allgemeinen Rech sbewuss -
seins du chzu üh en.
'Bei Beobach ung de Gleichbe ech igung de Glieds aa en
jedoch gib es ü den Bundess aa keine p incipielle G enze,
")
Vgl. Fische 1, Die Ve . Englands S. 451 .
72)
Unions e . A . I, sec . 9, 3.
73)
U. V. A . IV. sec . 3, 1:
„No new S a e shall be o med o e ec ed
wi hin he ju isdie ion o any o he S a e; no any s a e be o med by he
Ane-
ion
o wo o mo e S a es, o pa s o s a es, wi hou he consen o he leyisla-
u es o he S a es conce ned, as well as o he Cong ess ;
A . V, gl. oben
No e 20.
7
')
Vgl. . Ma i z, Be ach un
gen
S. 11 Anm.
304
die e bei Ve assungsände ungen einzuhal en hä e, lind alle
Ve suche, solche G enzlinien zu ziehen, be uhen au de Ve -
wechslung des poli isch Unwah scheinlichen mi dem ju is isch
Unmöglichen. Nu inso e ne hie in die Ve assung selbs eine
Ausnahme gemach ha , gib es eine Sch anke ü die Ve -
assungsände ung, die abe wie die e assungsmässige Be-
sch änkung des sou e änen S aa swillens keine absolu e is ,
da ja auch jede p incipielle Fes se zung im Wege de Ve -
assungsände ung au gehoben we den kann. Nu ein Aus-
s ossen eines Glieds aa es aus dem Bundess aa is absolu
unzulässig, abe nich e wa, weil das gegen das Wesen de
„ e agsmässigen Ewigkei des Bundes" is
74
),
sonde n weil
de mode ne S aa un heilba is , und nu dem s ä ks en
on Aussen kommenden Zwange olgend ein Glied on sich
loslösen da .
19. Die Exis enz de Glieds aa en im Bunde als solche
jedoch is keine absolu e Sch anke ü den Bundess aa swillen 75),
ja in de Möglichkei , die Glieds aa en in blosse Selbs e -
wal ungskö pe und soga in ausschliesslich s aa liche Ve -
wal ungsbezi ke zu e wandeln, o enba sich am eins en die
sou e äne Na u des Bundes aa es. Denn diese kann nu
dann allen Zwecken des Volkslebens genügen, wenn e unab-
hängig on jede ihn in seine Bewegung hemmenden Mach
is . Wenn i gend eine Bes immung in de Ve assung ein
Noli me ange e
ü den S aa swillen bilden wü de, so müss e
im Falle des äusse s en Con lic es de S aa zu Guns en jene
Ve assungsbes immung zu G unde gehen — was de Idee
des sou e änen S aa es als de höchs en O ganisa ion eines
Volkes wide s ei e . Nu indem dem S aa e die Möglichkei
gegeben is , seine Ve assung den jeweiligen poli ischen,
socialen, ech lichen, ökonomischen, e hischen An o de ungen
des Volkslebens anzupassen, is e in den S and gese z , seine
Zwecke zu e üllen und dahe sich und die Volksgemeinscha
in ac zu e hal en. Dahe muss jede sou e äne S aa die
Fähigkei besi zen, seine Ve assung de a ände n zu können,
")
. Mohl, Reichss aa s . S. 11.
75
)
Haen el , Ve . Ele o. S 177; L a b an d I, S. 125; Z o n. S aa s .
I, S. 57 .
305
dass e sich auch jede beliebige Fo m zu geben e mag —
sons wi d e gegebenen Falles au dem Wege de Re olu ion
ode des Ve assun
g
sb uches das hun, was ihm das o melle
Rech zu hun e weh . Ein sou e äne S aa is nich an
die mona chische ode epublikanische S aa s o m absolu
ge essel ; de Sa z des A is o eles, dass de S aa mi seine
Fo m auch sein Wesen ände e
76
),
ha ü die mode ne
s aa swissenscha liche Be ach ung keine Be ech igung. Viel-
meh muss die Zulässigkei eine
lex in pe pe uum ali u a
als du chaus s aa swid ig e wo en we den. Auch die au
die S aa s o m bezüglichen Ve assungsbes immungen können
somi keinen absolu en Cha ak e besi zen, und wo ihnen du ch
die Ve assung ein solche beigeleg wä e, wü de sich im
äusse s en Falle das No h ech des S aa es in Fo m de
Re olu ion ode des S aa ss eiches o enba en. Dahe ha
keine bes ehende Fo m eines S aa es einen
cha ac e
sonde n is gebunden an Bedingungen , die ih du ch ih e
Ve einba kei mi de Exis enz de S aa es gese z sind. So
wenig F ank eich du ch die epublikanische S aa s o m, die
es je z besi z , gehinde is , sich mi Zus immung alle
hiezu nö higen Fac o en in eine Mona chie zu e wandeln,
so wie eine legale Umände ung de englischen Mona chie in
eine A is ok a ie keine ech liche Unmöglichkei is , so kann
auch de Bundess aa nich , wenn in ihm die na ionale Idee
ih e Ve kö pe ung gewonnen haben soll, ü alle Ewigkei da an
gebunden sein, seine Gliede in dem ollen Besi ze de ihnen
zus ehenden s aa lichen Mach zu belassen.
Eing ei ende Ve assungsände ungen e olgen abe s e s
nu un e dem D ucke eine zwingenden No hwendigkei . Es
sind dahe die Glieds aa en du ch die e assungsmässige
Möglichkei ih e Besei igung du chaus nich de Willkü des
Bundess aa es p eisgegeben, so wenig die Möglichkei eine
e assungsmässigen Einengung de s aa sbü ge lichen Rech e
die Indi iduen de Willkü de S aa sgewal blosss ell . Viel-
meh bedeu e die Ane kennung des Sa zes, dass auch die
Exis enz de Glieds aa en dem bundess aa lichen Willen zu
")
Poli . III, 1.
D . Je llinek, Die Leh e on den S aa en e bind
ungen.
20
312
au die ame ikanische S aa eno ganisa ion. such en meh e e
südame ikanische Republiken sich eine öde a i e Ve assung zu
geben. So auch Venezuela, dessen o icielle Ti el lau e :
Los E ades
Unilos de Venezuela.
Jede de enezuelischen Glieds aa en
ha ganz wie in dem no dame ikanischen Mus e s aa e seine
eigene Legisla u , Abe de Cong ess on Venezuela kann
jeden Beschluss eine S aa enlegisla u annulli en.
92
)
Die
S aa en sind somi un e die Con ole de Cen algewal in
Beziehung au ih e gese zgebe ische Thä igkei ges ell , und
demgemäss is o z seines öde al klingenden Ti els Venezuela
kein Bundes-, sonde n ein decen alisi e Einhei ss aa . Wenn
in einem de je z bes ehenden Bundess aa en eine ähnliche
Bes immung wü de accep i wo den sein, dann müss e man
ihm selbs dann , wenn de K eis de den Glieds aa en zu
Ve wal ung zugewiesenen Angelegenhei en noch so seh
e wei e wü de , den Cha ak e eines Einhei ss aa es zu-
sp echen, dann wü de die Anwendung des S aa sbeg i es au
die Gliede nu his o ische, abe keine ju is ische Be ech igung
haben, weil nun jede Anhal spunk ehlen wü de ü einen
beg i lichen Un e schied zwischen de als Glieds aa bezeich-
ne en Kö pe scha und einem Selbs e wal ungskö pe . Du ch
einen einzigen Sa z de Ve assung könn e demnach bei öllige
Be assung de gegenwä igen O ganisa ion de Glieds aa en
931
ja soga de Bundesgewal ein jede de Bundess aa en in
einen decen alisi en Einhei ss aa übe gehen — du ch die
Fes s ellung des
jus sup emae
inspec ionis
de Cen algewal .
Bei Be ach ung de s aa s ech lichen S ellung de eng-
,
lischen Colonien zum Mu e lande is gezeig wo den, wie
wei die Au onomie und Selbs e wal ung eines S aa s heiles
gehen kann, ohne dass de einhei liche Bau des S aa es da-
du ch e ände wi d. Abe o zdem wä e nich s un ich ige
als den Bundess aa als einen Einhei ss aa
cum die
in dem
Louis Go a d
s.
. Venezuela bei Block, Dic ionnai e II, p. 1086.
9
")
P. C. . Plan a, die Schweiz in ih e En wickelung zum Einhei s-
s aa e, Zü ich 1877, mach mi Rücksich au die on ihm als no hwendig
be ach e e Umwandlung de Schweiz in einen decen alisi en Einhei ss aa
S. 129 . Vo schläge ü die kün ige O ganisa ion de selben, welchen zu-
olge die O ganisa ion de Kan one un e ände bleiben wü de.

313
Sinne zu bezeichnen, dass de
dies
ein
ce us an e quando
wä e. Die Ansich , dass n o h w endig eine Ve wandlung
des Bundes in den decen alisi en Einhei ss aa ein e en
müsse, hä e nu dann eine Be ech igung , wenn de Bundes-
s aa ein dynamische Na u wä e und demgemäss nu eine
Episode des na ionalen Lebens bezeichne e. Abe wede du ch
• seinen Beg i , noch du ch die Gese ze de Geschich e is dies
ge o de . Es is alle dings möglich , dass e nu eine o -
übe gehende Ges al ung im Lebensp ocesse eines Volkes be-
zeichne , abe es is ande e sei s auch nich die Möglichkei
ausgeschlossen , dass keine lei Ums ände den Bundess aa zu
eine Aende ung seine Ve assung in dem Sinne nö higen, dass
e k a seine Sou e äne ä die on ihm seinen Gliede n übe -
lassenen Hohei s ech e seine Con ole un e s ell .
D. Das Zusammenwi ken des Bundess aa es und de Glieds aa en.
24. Indem im Bundess aa e die Cen algewal eine Reihe
s aa liche Func ionen den Gliede n zu selbs ändigen Inne-
habung übe äg und so in sich eine Reihe nich sou e äne
S aa en scha , wi d die Gesamm hei de om S aa e zu
lösenden Au gaben wede on de Bundes- noch on den
Einzels aa sgewal en allein e üll . Das Zusammenwi ken
beide is nö hig, um alle du ch den S aa zu ealisi enden
Zwecke zu e üllen. In diesem höhe en, übe den K eis ju i-
s ische Be ach ungen hinaus eichenden Sinne is es ich ig,
dass e s die To ali ä on Bundes- und Glieds aa
94
)
den
S aa in de geschich sphilosophischen Bedeu ung ep äsen i .
Auch im Einhei ss aa e we den die S aa szwecke nich nu
on de S aa sgewal selbs ge ö de und e üll . Die in
den S aa so ganismus au genommenen ö en lich- ech lichen
Ve bände beso gen, wenn auch im s aa lichen Au age und
un e s aa liche Con ole S aa sgeschä e ; auch hie is de
ollen d e e S aa die höhe e Einhei de S aa sgewal und
de Selbs e wal ungskö pe .
Die ju is ische Basis diese höhe en Au assung lieg
abe in de E assung de Bundess aa ssou e ä
ne ä
als eine
94 )
Haen el, Ve . Elem. S. 63.
314
un heilba en, in de o z de Zuweisung uncon oli ba e
s aa liche Mach an die Gliede p incipiell alle dem sou e-
änen S aa e zus ehenden Rech e en hal en sind. Ha man
abe das Wesen de Sou e äne ä ich ig e kann , dann hin-
de auch nich s , den Gliede n den S aa scha ak e in dem
on uns en wickel en Sinne zuzusp echen und den ealen
Ve häl nissen en sp echend anzue kennen , dass die Gliede
im Bunde nich nu poli isch , sonde n auch ju is isch meh
sind als Communal e bände höhe e O dnung. 95)
Mi dem Bundess aa e is die Reihe de o ganisi en
S aa en e bindungen abgeschlossen, die Ka ego ien , welche
sons noch au ges ell wo den sind, z. B. das Bundes eich
und das S aa en eich
96
),
sind als selbs ändige ju is ische
Beg i e nich hal ba , sie bezeichnen conc e e poli ische
Ges al ungen , welche ih em ech lichen Typus nach un e
den S aa enbund , die Realunion, den Bundess aa ode den
Einhei ss aa allen.
5
)
Ein ach als le z e e e scheinen sie in de Au assung de oben S. 37
No e 1 ci i en Sch i s elle , e ne bei H. . T e i s c h k e, Bund und Reich. Zehn
Jah e deu sche Kämp e S. 564— 571 und S chä l e , Bau u. Leben IV, S. 407.
Bl un sc hl i, Beme kungen übe die neues en Vo schläge zu deu -
schen Ve assung 1848 ( gl. B i e S. 83) , Mode nes Völke ech A . 70 ;
S ahl , die deu sche Reichs e assung 1849, S. 81 (B i e S. 88), . Ma -
i
z ,
Be ach ungen S. 41 No e 35 und . T ei schke, a. a. 0. S. 579 .
s ellen das „Reich" als eine eigene Fo m de S aa en e bindungen au ;
S ch ä l e IV, S. 409 die Ka ego ie des "Hegemonie-G-esamm s aa es".
Schluss.
Die Be ach ung de e schiedenen Combina ionen in
denen S aa en mi einande e einig sind, ha eine Reihe
ölke ec h lich e Ve bindungen gezeig , welche zwa alle
den gemeinsamen Typus e agsmässige Einigung da bie en,
abe inhal lich die g öss e Mannig al igkei und poli isch die
g öss e Ve schiedenhei au zuweisen haben, on dem o nu ein
minimales In e esse de pacisci enden S aa en egelnden ein-
achen S aa en e age und de liieh igen Allianz bis zu de die
engs en Beziehungen de Theile o ausse zenden und ö de nden
Realunion. Bei alle Ve schiedenhei de ju is ischen Ges al-
ung und de ac ischen S ellung de in e agsmässige
Gemeinscha s ehenden S aa en , is es die Sou e äne ä
de G 1 i e d e , welche den obe s en G undsa z ü die ech -
liche Beu heilung de ölke ech lichen S aa en e bindungen
abgegeben ha .
So zahl eich die ölke ech lichen, so ge ing die Anzahl
de s aa s ech lichen Fo men de S aa en e bindungen.
Wäh end bei den ölke ech lichen Ve bindungen — mi
Ausnahme de die Vo ausse zung enge e Ve bindung bildenden
S aa engemeinscha — de gemeinsame höchs e Obe beg i
de S aa e n e ag wa , is es die Ka ego ie des S aa es
selbs , un e welche die s aa s ech lichen Ve bindungen ein-
zu eihen sind , es sind E scheinungs o men des S aa es , die
man als zusammengese z e S aa en den ein achen
S aa en, als Species Eines Genus coo dini en kann.
Das lei ende P incip ü die s aa s ech lichen Ve bin-
dungen is die nich sou e äne S ellung de Gliede ,
welche on de sou e änen Cen algewal du ch Ve -
316
leihung uncon oli ba e s aa liche Mach zu Subjec en on
He scha s ech en und dadu ch zu nich sou e änen S aa en
e hoben we den.
Un e den ölke ech lichen Ve bindungen sind als o gani-
si e und dahe au die Daue be echne e poli ische Bünd-
nisse he o ge e en de S aa enbund und die Realunion,
welch' le z e e nu eine Aba des e s e en bilde .
Nu zwei Fo men des zusammengese z en S aa es sind
uns begegne : de S aa ens aa mi indi ec e Un e o dnung
de Indi iduen un e die sou e äne Gewal und de Bundes-
s aa mi di ec e He scha de Cen algewal übe das
Volk. Als eine dem o ganischen Wesen des mode nen S aa s-
lebens en sp echende Fo m kann nu de Bundess aa gel en.
So e schöp en sich ü die mode ne S aa enwel die
S aa en e bindungen, so e ne sie eine bleibende Regelung
zwischens aa liche und s aa liche Ve häl nisse bezwecken,
in dem Gegensa ze des S aa enbundes und des Bundess aa es.
Sach egis e .
(Die Zi e n bedeu en die Sei enzahlen.)
Abgelei e es Rech 41, 47.
Absolu e S aa 83, 210, 216.
Adminis a ion,Ve agsmässige 113 .,
171.
Aegyp en 150, 151, 166.
Allgemeines S aa s ech 5.
Allianz 121
—
De ensi -, 122, 292.

F iedliche 122.
—
K iege ische, 122.
—
O ensi -, 122.
Ando a 127, 132.
Ane kennung 99, 124.
Annexion 68 .
A gen inische Republik 4.
Ausgleich 219 .
—
Unga ns mi Oes e eich 240
.
Au a kie 16.
Au onomie 69, 70, 75, 78.
Ba ba eskens aa en 125.
Belgien 263.
—
Neu ali ä 136.
—
Ve assung 267 .
Bene en 146.
Besi ze g ei ung 79.
Bosnien 53, 116, 155.
Bulga ien 30, 46, 134, 148.
Bündnisse 108.
-
Nich o ganisi e 108.
—
O ganisi e 108.
—
O ganisi e Ve wal ungs- 158 .
—
Poli ische 112, 123, 133.

Schu z- und T u z- 122.
Bundes eich 314.
Bundess aa 143, 145, 253 .
—
En s ehung 253 .
-
Beg i 276.

Ve assung 280
Canada 66, 75.
Cas ilien-A agonien 87.
Cen alisa ion de Ve wal ung 82.
Cen alisi e S aa 247, 276, 280.
Cession 79, 132, 153, 222.
Che okees 153.
China 156.
Colonien 43, 63, 64 .
— B i ische 65 ., 129, 262.
Commissionen 160, 161 .
Compe enzände ung 30 ., 35 , 140
141, 228, 292 ., 311.
Con ede a ion de ame ik. Säds aa en
18, 188, 194 ., 205, 297.
Con öde a ion
d.
Ve . S aa en 185.
Con ole 40 .
Co u 136.
C oa ien-Sla onien 30.
Cype n 117 .
Debella io
79.
Decen alisi e S aa 76, 252, 277, 280.
Delega ionen 245 .
Delegi es Rech 41,177, 190, 236, 296.
Deu sche Bund 111, 185
.,
201, 217,
229, 230.
Deu sches Reich
—
a) al es 48, 142, 146.
—
neues 52, 119 , 142, 188, 254,
265, 267
.,
270, 274, 275 , 279,
288, 290, 294, 297, 298, 308, 310,
311, 314.
Donaucommission, Eu opäische 161 .,
230.
—
de U e s aa en 161, 162.
Donau ü s en hüme 127, 134, 147 .
Eigenes Rech 41 ., 77, 130, 137 .,
190, 277, 296.
Einhei ss aa 59, 68, 70, 77, 78, 81,
80, 142, 180, 210, 216, 232, 233,
252, 253, 296, 303, 311, 312.
Elsass-Lo h ingen 47, 279, 280.
Englands Ve h. zu incl. Fü s en 156.
Execu ion 50, 176, 310, 311.
Fede al go e nmen 187
.,
205.
Feudals aa 139, 144.

318
Finnland 70 ., 281.
Flusscommissionen, In e na ionale 161,
162, 229.
Föde ales P incip 284 .
F ank u 79.
F eie S äd e, gemeinsames Ge ich
168, 230.
F eundscha s e ag 124.
Fü s ensou e äne ä 24 .
Fusion 68 .
Ga an ie 126 .
—
de Ve assung 307.
-accesso ische 134.
—
selbs ändige 134.
Gemeinsames Ge ich 168, 230.
Gen 79.
Genua-Sa dinien 75.
Gese z 198
.,
230, 239, 243, 245, 248,
249, 250, 258, 270, 285, 295, 302.
Glieds aa en 37 , 119 , 120, 142, 144,
153, 258 ., 272 ., 277, 278, 280,
284, 288, 289, 290, 292, 293, 294,
303, 304, 306 .
—
En s ehung 45, 269 ., 277 .
Subjec e des Völke ech s 48, 307 .
—
S aa en e äge de 52, 307.
G iechenland 263.
G iechische S äd ebünde 184, 253.
G ossb i anien-I land 57.
G undgese zliche Ve einigung 198 .
Hanno e 79.
Hanno e -England 83, 216.
Hansa 184.
He zegowina 53, 116, 155.
Hessen-Kassel 79.
Höchs e Gewal 26.
Hohei s ech e 20 , 27 , 35, 141, 143,
148, 176, 177, 192, 200, 236,
242, 247, 291, 296, 303, 306, 311,
Impe ium 31.
Inco po a ion 68 ., 292.
Indiane 152.
I alien 163, 264.
Japan 156.
JUnische Inseln 30, 79, 127, 129
.
Ju is ische Beg i e 11 ., 210.
Ju is ische Pe son 178 ., 257, 259
.,
282
Ken uckybeschlüsse 194.
K akau 80, 127, 128, 135.
K iegs ölke ech 97.
Landeshohei 48, 144.
La einische S äd ebünde 184.
Lauenbu g- P eussen 79, 222.
Lehensband 125, 139, 145, 156.
Liech ens ein 171.
Lucca 146.
Luxembu g, Neu ali ä 136.
— -Niede lande 233.
Manda 171 .
Mecklenbu g 171, 205
.
Me e con en ion 163.
Mexieo 4.
Moldau 147, 148.
Monaco 127.
Mona chie 83, 85, 86, 87, 212, 216,
251, 267, 285, 287.
Mosqui os 154
.
Nassau 79.
Naxos
136.
Na ionale S aa enbildung 262, 263,
265 .
Nebenlände 63 .
Neuenbu g-P eussen 216.
Neu-England 263.
Neu chä el
146.
Neu ali ä , Ewige 126 ., 135.
Nica agua
154 .
Nich sou e äne S aa en
36
.,
137 .,
277, 278, 281, 291, 306 .
Niede lande, S aa enbund de 184, 229.
No wegen 263, 268.
Nulli ica ion 175, 193, 196.
Occupa ion 113 .
Oc oyi ung 267
Oe en liches Rech 5
.
Oes e eichische K onlände
43, 77.
Oes e eich-Unga n 83, 87, 116, 214,
216, 217, 219, 222, 226 .
Os seep o inzeu 75.
Pe sonal-Union 82 .
Pe sonal e äge 104.
Piombino
146.
Po-Commission 161
Polen 56, 71 ., 80, 208, 216.
Pon eco o 146.
Poli ik 7
Pos bu eau, In e na ionales
163 ., 230.
Pos e ag, Wel - 159, 163 ., 229.
P agma ische Sanc ion 234, 235, 237 .,
251, 253.
P o ec iou 18, 126 .
P u h-Commission 161.
E!
1
1
1
1
319
Realunion 84, 197 1 .
Real e äge 104.
Rech spe sönlichkei 82, 85, 212, 222,
224, 239, 251, 275.
Rech s e häl niss 178, 181, 259.
Reich 250, 314.
Rese a ech e 142, 272.
Reunionen 80.
Rheinbund 185, 258.
Rheincommission 160, 164.
Rio Pungo 127.
Rumänien 149, 263, 268.
Rumelien 166.
Sachsen-Cobu g-Go ha 208 .
Schleswig-Hols ein 204.
Scho land-England 83, 87.
Schweden-No wegen 83, 199, 202, 214,
217, 219, 222 .
Schweiz, Bundess aa 253, 265, 269 .,
279, 288, 290, 293, 294, 297, 307,
312.
-
Neu ali ä 136.
-
S aa enbund 185, 186, 191.
Secession 188, 193 ., 217, 258, 260 .,
297 .
Selbs e p lich ung 32 .
Selbs e wal ung 69, 70, 75, 77, 78.
Selbs e wal ungskö pe 78, 158, 280,
29,1), 304, 312,
Se bien 142, 148, 149, 264.
Siam 156.
Sou e äne ä 16 .
-
Fac ische 21.
-- S aa s ech liche 22, 23.
-
Völke ech liche 22, 23.
-
S aa s- 23.
S . Ma ino 127.
S aa enbildung 254, 263 ., 263, 265 .
S aa enbund 172
S aa engemeinscha 91 .
S aa en eich 314.
S aa ens aa 137 1 ., 278.
S aa ensys em 91 .
S aa en e ag 100 .
S aa sse i u 42, 47, 149.
S ändische S aa 85, 216.
Suze än 141, 147.
Teleg aphenunion 163
T äge de Sou e äne ä 25, 211, 216,
268, 274.
T ibunale, In e na ionale 166.
T ibu 125, 148, 149 .
Tü kei 115 ., 130, 141, 147, 148, 150.
Tunis 150, 151, 152.
Unga n, s. Oes e eich-Unga n.
Unkia -Iskelessi, T ac a on 135.
Union, Vollkommene 68 ., 84.
-
En s ehungsa 79 .
Un ech , Völke ech liches 49, 111.
Un e han 31.
Vasallens aa en 37, 141, 147, 148, 150.
Venezuela 312.
Ve bindungen, His o .-poli . 60.
-
mi jui is ischem Cha ak e 60,
89 .
-
Nich o ganisi e 58 ., 91 .
-
O ganisi e 58 ., 158 .
-
S aa s ech liche 58, 315, 316.
-
Völke ech liche 58, 315, 316.
Ve ein 158.
-
Ve wal ungs- 112, 158 .
Ve einig e S aa en on No dame ika
45, 50, 51, 52, 79, 152, 185, 253,
256, 273, 274, 275, 279, 280, 288,
290, 293, 294, 297, 298, 303, 307,
308, 309.
Ve assungsände ung 304 .
Ve p ändung 114.
Ve äge de Glieds aa en 52, 307.
im enge en Sinne 107.
Pe manen e 105.
Pe sönliche 104.
Poli ische 106.
Real- 104.
-
Ve wal ungs- 106, 112.
Ve ag 42, 101 226, 236, 239,
242, 250, 254, 255, 256 ., 258 .,
251, 262, 270, 291, 293, 295, 300,
301.
Völke ech 47, 92, 111, 124, 260, 271.
Völke ech liche Einhei 181 .
Volkssou e äne ä 24, 188, 192, 290.
Waldeck 120 .
Walachei 147, 148.
Zoll e ein, Deu sche 169 ., 2z9.
Zusä ze und Be ich igungen.
77

30

77
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19
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H. Schul ze lies H. Schulze.
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D uck on Go lieb Gis el & Cie. Wien, S ad , Augus ine s asse 12.
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C. XII 85 lies C. XII §. 5.
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Vol. III,
p. 381
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Schlie S. 400 . lies S chli e S. 200 .
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die ehemais inne halb de
G enzen.
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D uck on Go lieb Gis el & Cie. Wien, S ad , Augus ine s asse 12.