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Refugiados

Ehlers, Christoph

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54 Magazin 23 s is kal in Deu schland im Janua , hie in meinem Do am Niede hein, nahe de niede ländischen G enze. Ich bin aus Se illa hie he gekommen, nach d eißig Jah en Andalusien e b inge ich zum e s en Mal d ei Win e mona e in meine al en Heima . Das is ein Sp ung in Zei und Raum, an den O de Kindhei und Jugend, ein sel same Schwebezus and als heinische Andalusie . Ich habe mi ausd ücklich o genommen, nich zu we en, wenn ich zwischen meinen “Heima en“ e gleiche (Eine wei e e Unzulänglichkei de Sp ache: es gib keine g amma ikalische Meh zahl on “Heima “ im Deu schen. Kann man abe wi klich nu eine Heima haben?) Diese e lexa igen Bewe ungen im Ve gleich –“Das is hie iel besse /schlech e “ – üh en ins Nich s und wenn, zu inne en und äuße en Kon lik en. Ich ziehe o , beide Gesellscha en in sich selbs , in ih e gesam en Komplexi ä und geschich lichen Gebundenhei zu be ach en, was na ü lich nich imme geling , ge ade in de gegenwä igen angespann en poli ischen Lage in Eu opa, de zunehmenden wi scha lichen Klu zwischen No d und Süd, dem ungleichen And ang und Au nahme de Flüch linge. In den Diskussionen mi F eunden und Ve wand en muss ich abe Fa be bekennen. Hie b inge ich ehe den nich -deu schen S andpunk an, die Außensich , und we de deswegen gelegen lich soga als “Deu schlandhasse “ e s anden. Das is Qua sch. Ich denke g undsä zlich nu , dass man nich nu als Deu sche ge adezu die Ve p lich ung ha , k i isch zu sein, de deu schen so wie allen hegemonialen Mach posi ionen gegenübe , und skep isch gegenübe de hie schon ech häu ig o zu indenden Selbs ge älligkei des “Wi machen alles ich ig. Wa um machen es die Ande en denn nich auch so, wenn es au de Hand lieg , dass hie in Deu schland Vieles so gu unk ionie ? Wenn es denen schlech geh , sind sie es selbe Schuld“ e ce e a. Na ja, gucken wi mal, ielleich is Deu schland ja auch in einigen Sachen au dem Holzweg, und ande e Lände sind hal ande s, kann ja sein... Im Do leuch e hin e den doppel en Fens e scheiben wa mes, anheimelndes Lich aus den Wohnzimme n, de ein ode ande e langlebige Weihnach ss e n e b ei e Behaglichkei , wäh end d auβen Niesel egen und F os die S aβen lee egen. Ich denke an die Flüch linge in ih en Sozialwohnnungen am Do and. Flüch linge - ein agisches humani ä es Thema, das in Deu schland sei Mona en die Gemü e beweg und in Spanien keine Maus hin e dem O en he o lock . Die Zahlen sp echen Hohn und lassen mich beim Ve gleich kleinlau we den: Deu schland ha übe eine Million Schu zsuchende au genommen, Spanien keine d eißig (!). In meinem Deu schun e ich in Se illa habe ich die eno me Welle de Solida i ä , die im Somme du ch die deu sche Gesellscha ging, nich ohne S olz kommen ie . Und habe auch ü meinen Au en hal hie in meinem Do die Konsequenz gezogen und mich als eiwillige Deu schleh e ü die Flüch linge angebo en. Ich sammle je z meine e s en E ah ungen in de Wel des “Deu sch als Zwei sp ache“, mi all ih en äuße en Ums änden: eno me He e ogenei ä bei He kun sland, -sp ache, Bildungss and und Talen , un egelmässige Teilnahme e ce e a. Im Inne n jedoch sind die Le np ozesse dieselben wie bei meinen spanischen Uni e si ä ss uden en. Zu ück ins Do . In den Un e kün en ü die Flüch linge am Do and ehl es ü ein paa Tage an Kohle, de Umlau e hi ze gib nich genug wa mes Wasse ü die übe hunde do un e geb ach en Pe sonen, ein paa D Ch is oph Ehle s Re ugiados O i e sos Ehle s, Ch is oph, “Re ugiados”, Magazin 23, in ie no 2015, pp 54-57. Magazin 23 55 Wi sehen, die Diskussion is he ig, wei eichend und ie gehend, und imme wiede muss be on we den, dass die eigen liche Flüch lings age nich s mi den Übe g i en on Köln zu un ha Fens e scheiben sind kapu . De Sozialbeau ag e de Gemeinde, de seinen Be ich abgib au dem T e en des “Runden Tisches Flüch linge“, an dem ich auch Teil nehme, zuck müde mi den Schul e n, e wa e au den Heizungslie e an en. E kann ein ach nich meh un. Und das is nich wenig, wie e wei e be ich e : die momen an 277 Flüch linge –500 we den bis Mä z e wa e in meinem 15000-Seelen-Do - we den in zwei sozialen Wohnsiedlungen und in ach Gemeinscha swohnungen un e geb ach . Die Spo e eine und G uppen des O es ö nen sich ü die Neuankömmlinge, die Schulen ich en Klassen ü die Kinde ein, die F aueng uppe “Mum“ (“Mü e und meh “) o ganisie in alle Rich ungen, zwöl F eiwillige geben wie ich Deu schun e ich , die d ei Fah adhändle haben al es Ma e ial ges i e und eine We ks a zu Ve ügung ges ell ü die on den Flüch lingen hie s a k benö ig en Fah äde , die Jugendlichen om selbs e wal e en Jugendzen um “Dingens“ laden ein zum gemeinsamen Musizie en... Das Leben is siche schwe ü die Flüch linge im deu schen Win e , die Käl e, die Isolie ung in de F emde, die d ohende Wiede abschiebung, o Allem das quälende Nich s un nagen an de Mo al, abe es könn e siche wei aus schlimme sein, denn man kümme sich um sie. E was übe zwanzig Ak i is en haben sich e sammel im Gemeindeheim. Ein junge Mann om “F ei unk e.V.“ is gekommen und be ich e on seine beeind uckenden A bei , o mell und hochkompe en . F ei unk s eh ü “ eie Kommunika ion in digi alen Da enne zen“, und dank seines gemeinnü zigen Einsa zes gib es je z eien In e ne zugang in allen Flüch lingsun e kün en sowie an einigen Ho spo s au de S aβe, un e ande em am Si z de CDU am Ma k pla z. Ein Du zend eiwillige “Dozen innen“ gib Deu schun e ich und wei meh , kau Schulbüche , beglei e au s Am , zum A z und zum Op ike . Die Fliehenden sind nich ganz allein, in Köln beispielsweise sind und 6000 F eiwillige am We k, hie in meinem Do sind es e wa 20. Es gib mi ein wa mes Ge ühl zu sehen, wie sich diese Ve e e de Zi ilgesellscha eiwillig zusammen un und engagie en, in Zusammena bei mi de Ve wal ung, die e such , O dnung he zus ellen im Wus de Fälle und Kasuis iken, in den Abläu en, An ägen und Un e lagen de übe eine Million Neuankömmlinge in Deu schland. E ischend auch, wie imp o isie wi d in einem Land, das im Ausland als kleinka ie gil , und wie das gelassene “Gucken wi mal“ un e den F eiwilligen as zum ge lügel en Wo gewo den is . Gelassenhei , Empa hie und die Siche hei , das Rich ige zu un, is de Tonus in de G uppe. Au den übe o de en Behö den is die Be ei scha nich imme genauso g oβ, die A bei is kaum noch zu bewäl igen. Das sind also die, die on den konse a i en Rech en als “Gu menschen“ e unglimp we den. Ge ade is “Gu mensch“ zum “Unwo des Jah es 2015“ e nann wo den, abe hie im Gemeindehaus si z das ak i is ische Me kel- Man a ie : “Wi scha en das!“. De kleine Hau en de hie e sammel en Bü ge alle Al e s- und Be u sg uppen is da on übe zeug , dass das Land eine g oßen He aus o de ung gegenübe s eh , dass sich die Gesellscha e ände und e ände n muss, und dass diese Ve ände ungen, sollen sie zum Gu en sein, Le np ozesse e o de n, die Zei benö igen und einen Raum ü gegensei e Tole anz. Raum ü Nuancen. Die Si ua ion is schwie ig und komplex, und es gib keine ein achen Lösungen. Nein, es gib jede Menge P obleme. In ielen S äd en im Ruh gebie gib so genann e ‚ ech s eie Räume‘, in die sich die Polizei nich hinein au . Es gib b u ale Bandenk iminali ä on Magh ebine n, Libanesen, Albane n, Bulga en... Abe : das ha mi de Flüch lingsp oblema ik nich s zu un, da muss man selbs e s ändlich kla di e enzie en. Das Gegen eil on Gelassenhei is Angs , de Feind de Nuancen die Schwa zweissmale ei. Nach den E eignissen am Syl es e abend in Köln, bei denen de “a abische Sexmob“ wü e e, s eh die kleine Minde hei de Ak i is en einem Hee on “Beso g en“ gegenübe , de en e s ändliche Beso gnis in Angs umgeschlagen is . Die Hal ung iele Bü ge ha sich geände , imme wenige F eiwillige [ ] Ehle s, Ch is oph, “Re ugiados”, Magazin 23, in ie no 2015, pp 54-57. 56 Magazin 23 In den Medien wi d iel, o en und sachlich disku- ie , ungeach e de ungeduldigen bis pa anoiden Hass i aden in den sozialen Ne zwe ken op e n ih e F eizei . De Sch eck si z ie , de Ve kau on P e e sp ay und Sch eckschusspis olen ha sich e doppel , in Düsseldo , Köln und ande en O en haben sich ku zzei ig Bü ge weh en gebilde , die on den O dnungsk ä en un e bunden we den muss en. Die Ängs e sind nach dem “Mene ekel on Köln“ (S e n) nach ollziehba gewo den, ein Geschenk ü die o en emden eindliche Pa ei “Al e na i e ü Deu schland“, die in den Um agen Ende Janua zu d i s ä ks en Pa ei a ancie is . Wenige Poli ike zwei eln noch da an, dass die Poli ik de o enen G enzen an ih e G enzen ges oβen und “das Boo oll“ is . Die Lage d i en auseinande , “Deu schland s eh au de Kippe“ i el de Spiegel, in einem pe sönlichen Gesp äch is soga on einem d ohenden “Bü ge k ieg“ die Rede. Im al en Duk us äuße sich die Angs o “Übe emdung“, wie zum Beispiel anlässlich de Bi e de Behö den, in de Sil es e nach au G und de K iesg auma a au das Zünden on Bölle n in de Nähe de Flüch lingsun e kün e zu e zich en. O-Ton eine empö en Bü ge in: “Je z müssen wi uns noch nach denen ich en, ans a dass die sich an unse e T adi ionen anpassen. Je z we den uns auch noch unse e T adi ionen e bo en“. Null Gelassenhei . De Ru nach hä e em Du chg ei en i die di us e unsiche e Volksseele, und soga die zwischenzei lich aus den Pa lamen en e schwundenen Libe alen de FDP sind mi ih e Fo de ung nach meh Polizei und meh Hä e aus de Ve senkung au ge auch . Die “ch is lichen“ Pa eien übe bie en sich mi ech unch is lichen Einwü en, die die Kanzle in plö zlich wie eine Links adikale das ehen lassen. E s aunlich, dass Me kel imme noch, beha lich dem G undgese z – “Jede Ve olg e ha ein Rech au Asyl“ – meh Gewich gib als de kippenden S immung im Volk. Zwischen azi : die Si ua ion is schwie ig und wi d on Vielen als bed ohlich wah genommen. Die Iden i ika ion mi de on Me kel einge o de en “Willkommenskul u “ wa on Beginn an auch seh emo ional gep äg , und Emo ionen können bekann lich schnell in ih Gegen eil umschlagen. Ande e hingegen geben wei e hin humani ä en Aspek en den Vo ang und sehen un e ande em den lang is igen kul u ellen, demog a ischen und dami wi scha lichen Gewinn ü die deu sche Gesellscha . Es is die Gene a ion de K iegsenkel, die den K ieg aus den E zählungen ih e G oβel e n kennen und imme noch nach ühlen können; de Kinde de Wi scha swunde epublik, die die mangelha e In eg a ion de “Gas a bei e “ mi e leb ha und es je z besse machen will. In den Medien wi d iel, o en und sachlich disku ie , ungeach e de ungeduldigen bis pa anoiden Hass i aden in den sozialen Ne zwe ken. Zu Diskussion s ehen die Flüch lingspoli ik, je z o en eine “Flüch lingsk ise“, die Rolle de Medien, o Allem die F age, ob die poli ische Ko ek hei , in den Meldungen die He kun on S a ä e n nich zu nennen, noch ge ech e ig sei, de Pe sonal- und Ma e ialmangel de Polizei, das Ve häl nis zwischen Rech ss aa und Ve schä ung de Asylpoli ik, sowie besonde s wiede einmal die S ellung de F au im Islam und im au geklä en Deu schland. Die Diskussion in den Medien kann in zwei an agonis ischen P essebei ägen da ges ell we den, au de einen Sei e mi de Glosse “De Sexmob. Deu schland bekämp wiede jemanden: Männe , die F auen beläs igen“ in de Zei e ass om Bundes ich e Thomas Fische , au de ande en ein Gas bei ag on Manuel Schi mbeck in de F ank u e Allgemeinen Zei ung, “Sie hassen uns. Die gi ige Mischung aus no da ikanisch¬a abische Kul u und Religion“. Die wohla gumen ie e Hal ung Schi mbecks, de selbs lange Jah e in Alge ien e b ach ha , i die e b ei e e Meinung, und schwe zu bes ei ende Ta sache, dass die F au in de a abisch- islamischen Kul u dem Mann un e geo dne is , o allem in ih e jüngs en adikalen Fo m. E wa n pauschal o de „Schizoph enie eines auβe Rand und Band ge a enen Islams, de sich o dem Kölne Dom ausge ob “ habe. Ganz ande s Bundes ich e (!) Fische : e en la die Demagogie im meh hei lichen Ru nach meh Hä e und neuen [ ] O i e sos Ehle s, Ch is oph, “Re ugiados”, Magazin 23, in ie no 2015, pp 54-57. Magazin 23 57 Gese zen, die es doch längs gebe; die Scheinheiligkei des Gene al e dach s au muslimische Männe angesich s des o enen Sexismus in unse e “wes lichen“ Wel (2004 gaben 60% de deu schen F auen an, mindes ens einmal in ih em Leben sexuell beläs ig wo den zu sein) und de sexuellen Agg essionen au F auen bei so deu schen Fes lichkei en wie Ok obe es ode Ka ne al. Dem wiede au keimenden Feindbild des muslimischen Auslände s se z e diejenigen Auslände en gegen, die wie die no dame ikanische NSA ganze Be ölke ungsg uppen ausspionie haben, ode de Pha ma-Gigan P ize , de zig ausende Ä z e bes ochen und Pa ien en geschädig habe – niemand u e hie nach “alle Hä e des Gese zes“ gegen diese A on Ve b eche n. Wi sehen, die Diskussion is he ig, wei eichend und ie gehend, und imme wiede muss be on we den, dass die eigen liche Flüch lings age nich s mi den Übe g i en on Köln zu un ha . Abe wie man de Si ua ion He we den soll, wie äglich Tausende on neuen Fliehenden un e geb ach , e so g , in eg ie und beschä ig we den, s eh o en. “Wi scha en das schon“, denken ich und meine eiwilligen Mi s ei e Innen im Do am Niede hein, hel en is das Wich igs e. Mo gen ah e ich wiede mi dem Fah ad in meinen Un e ich s aum im Ve einsheim des Fußball e eins am Spo pla z, eine u deu sche Umgebung, mi all den Mannscha s o os, Wimpeln und Schals an den Wänden, und wa e da au , we on meinen Le nenden dieses Mal wohl kommen mag: de begab e und übe mü ige Samed aus Ghana, de sieben Sp achen sp ich , de s ille junge Somalie Isman, de in seinen ach zehn Jah en seh iel Leid und Elend e leb ha – sein Blick sag alles - und nu sechs Mona e zu Schule gegangen is , je z abe begie ig alles Neue au saug wie ein Schwamm, weil e le nen und Au omechanike we den will; die junge Albane in Daniela, die mi ih em Baby nach Deu schland gekommen is , abe wohl bald abgeschoben we den wi d.... Die Einzelschicksale geben den Ausschlag. Die Republik ände ih Gesich , in jedem Falle. Wäh enddessen s agnie Spanien in de mona elangen Regie ungsbildung. Solange wi d wede e was ü die Flüch linge – wie gesag , e was übe 20 (!) nach nochmalige Konsul ie ung einschlägige Quellen - noch ü die Millionen on A bei slosen und A men ge an. Aus deu sche Sich schwe e s ändlich, dass es keinen na ionalen No s andspak zwischen den Pa eien gib , um gemeinsam die eno men na ionalen P obleme anzugehen. An die Au nahme on Flüch lingen in Spanien is nich zu denken, solange es im eigenen Land zwei Millionen Menschen gib , die ohne jede Bezüge leben und keine lei Einkommen haben. Was wiede um aus deu sche Sich un o s ellba is . Zwei Wel en, de en Un e schiede ich nich we en will. Und das äll nich imme leich .