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Die iel äl ige Rolle de S aße in Ba celona: El Ca e in Zei en
des u banismo ác ico und de Supe illas
El Ca e , die S asse, ha in Ba celona als Beg i und als O einen my hischen
Klang: die S aße is wo man sich i , wo alles passie , wo sich das Leben
abspiel . Sie is de O de sozialen E ungenscha en, de Ve eidigung on
Bü ge ech en, de Re olu ionen und des Ums u zes, nich zule z e hal en sich
ge lügel e Sä ze wie „F anco s a b im Be , abe die Dik a u s a b au de S aße“.
Ebenso is die S aße de Inbeg i des s äd ischen Selbs e s ändnisses und eines
spezi ischen – medi e anen, kosmopoli ischen, abe auch s a k ba io- also
qua ie so ien ie en – Lebensge ühls. Die S aße zum einen als Ve dich ung de
E hik de S ad , wie sie Richa d Senne besch eib , und zum ande en als kollek i e
u bane Raum, dessen Wah nehmung sich du ch die Pandemie und angesich s
bishe unbekann e Szena ien in den Mona en des Ausnahmezus ands g undlegend
e ände ha . Je z is , so schein es, die S aße de O eine g ünen Re olu ion.
Die Einsich zu eine no wendigen Ve keh swende, Ini ia i en zu Rücke obe ung de
S aße ü Fußgänge , das asan e Scha en on Fah adwegen und die pe manen e
Auswei ung des Sys ems s äd ische Leih äde und inzwischen auch e-bikes und
de konsequen e Ums ieg au Elek obusse haben be ei s das le z e Jah zehn
gep äg und we den on de je zigen, p og essi en und ü soziale und
Umwel ge ech igkei ein e enden S ad egie ung wei e o angeb ach . Das Lei bild
des Sha ed Space und de Mul i unk ionali ä inne s äd ische S aßen, besonde s
im engen Ge lech de Al s ad , ha Gehwege ni ellie , läss Fußgänge mi ande en
Ve keh s eilnehme n die S aße eilen und e zieh somi zu Rücksich nahme. Um
die Jah ausendwende ha e sich –zumindes in as uk u ell– ein asend schnelle
Pa adigmenwandel ollzogen. So wu de e wa de hochgeleg e Au obahn ing
Glò ies, e s 1990 als Supe highway gebau , sei 2008 dekons uie und in eine
Pa klandscha e wandel . Und niemand hä e sich noch o wenigen Jah en
o s ellen können, dass die A inguda Me idiana als o mals ach spu ige
Aus alls aße und eine de d ei wich igs en Magis alen des Plan Ce dà, sich in eine
G ünachse e wandeln wü de, in de man ge ne spazie en geh . Doch o z eine
ambi ionie en Klimas a egie zu Emissions eduzie ung als Teil des s äd ischen
Mobili ä splans 2013–2018 (PMU) is Ba celona nach wie o eine de am s ä ks en
kon aminie en S äd e Eu opas. Das zeig auch de ak uelle Bei ag Ka aloniens in
de A chi ek u biennale in Venedig. Nach einem Bann an Wochen agen ü
Fah zeuge mi al en Ve b ennungsmo o en im inne en S ad gebie is momen an is
eine CO2-Bes eue ung ü Fah zeuge in ganz Ka alonien im Gesp äch, die im
No embe 2021 endgül ig einge üh we den soll.
Wie die Pandemie Ilde ons Ce dàs Ideen neu be eue
De S ills and –des ö en lichen Lebens und auch des Ve keh s– zwischen Mä z und
Mai 2020 üh e allen o Augen, wie angenehm sich die Ruhe und die
un e schmu z e Lu inmi en de Ve keh sade n an ühl e, die plö zlich zu
abendlichen Flanie meilen wu den. Mi en au den S aßen spazie en zu können bo
einen öllig neuen Blick au die S ad . Zudem wu de allen bewuss , wie exis enziell
de ö en liche Raum als Ex ension des –o ex em limi ie en– Wohn aums ü ein
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gu es und gesundes Leben is . Aus diese E ah ung he aus, um den
pandemiebeding nö igen Abs and on Menschen in dich en Vie eln zu
gewäh leis en und um den Au o e keh im Zuge seine sch i weisen Rückkeh
gewisse maßen zu zähmen und den S aßen Raum abzugewinnen, wu de die S ad
inne halb wenige Wochen zum Expe imen ie eld eines u banismo ác ico: ganze
Spu en on Haup s aßen wu den mi Polle n e sehen, mi Punk en und S ei en
gelb bemal und zu e wei e en Bü ge s eigen e klä ; wei e e Pop-Up-Fah adwege
e wei e en das Ne z; in den Cha lanes, den cha ak e is ischen abgesch äg en
Ecken des Eixample, wu den mi bun en Be onblöcken Te assen imp o isie ; in
S aßenzügen, die ü das Supe block-P ojek als G ünachsen o gesehen sind –
beispielsweise die Ca e Consell de Cen – wu de eben alls die daue ha e Spe ung
ü den Ve keh e p ob . De P o es de Ladenbesi ze , Taxi ah e und
pa kpla zsuchenden Anwohne blieb nich aus. Dem Spo übe die Klein eiligkei
und den zu simplen Cha ak e diese Ak ionen häl die Beigeo dne e ü U banismus
die No wendigkei des Tes ens ü einen „wi klichen Maßs abssp ung“ en gegen.
Diese Maßs abssp ung, de schon in e schiedenen Epochen, poli ischen und
sozialen Momen en wei e en wickel wu de, geh au den Ingenieu und Visionä
Ilde ons Ce dà zu ück: Seine Sch i en “Teo ía de la cons ucción de ciudades”
[Theo ie des S äd ebaus] (1859) und “Teo ía Gene al de U banización” [Allgemeine
Theo ie de U banisie ung] (1867) beg ünde en den U banismus als
Disziplin und s eck en den in ellek uellen und echnischen Rahmen ü seinen
S ad e wei e ungsplan ü Ba celona on 1859.
Ce dàs Wah nehmung des Te i o iums als g oße Gesam hei , in die e schließlich
ein s äd isches Sys em einsch ieb, wa zwei ellos gep äg on de Pe spek i e, die
ihm Cen elles, sein Gebu s- und Wohno , au die endlos e scheinende
Kul u landscha zwischen dem hügelha en Hin e land on Ba celona und de
Küs enlinie bo . Hie en wa e ein wachsendes und dynamisches Sys em, in dem
es das Gleichgewich on Na ü lichem und Gebau em zu e hal en und zu s ä ken gil
und es eine kla e In e dependenz und somi e i o iale Einhei on S ad und Region
gib . Zu diesem im Te i o ium e anke en Blick kam sein in ensi es S udium de
la einame ikanischen S äd e und de en in de Kolonialzei on Spanien aus
implan ie em Ras e , im Kon ex jedoch des 19. Jah hunde s und de
Unabhängigkei s- und sozialen Bewegungen. So en s and seine egali ä e Vision
eine neuen S ad .
Es könn e kaum einen besse en Zei punk geben, um den Ein luss on Ilde ons
Ce dà zu übe denken, als die Pandemie: seine Gedanken zu Du chlü ung on
Wohnungen und de Block as e s uk u als zwischen Hügeln und Mee
ausge ich e em Sys em, zu G ün- und F ei äumen, seine kla en Vo s ellungen und
Rich linien zum Maß on 133,33 Me e n de In e ía (Dis anz on S aßenmi e zu
S aßenmi e) zwischen den u sp ünglich o enen S ad blöcken, zu S aßenb ei en
und zu Länge de Cha lanes on 20 Me e n, de Ano dnung on Bäumen und de
E eichba kei alle nö igen In as uk u en in einem ußläu igen Radius sind
hochak uell. Neben de Funk ionali ä als Ges al ungsp inzip ging es Ce dà auch um
soziale Ge ech igkei , um eine adikale Gleichhei und um einen egali ä en
S aßen aum ü alle Schich en und s äd ischen Funk ionen.
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Genealogie und Zukun des Supe block-Konzep s
De Wei e en wicklung diese P inzipien ha sich de Biologe und Umwel ingenieu
Sal ado Rueda sei Mi e de Ach zige Jah e gewidme . In seinem Buch „Ecología
U bana“, 1995 e ö en lich , e läu e e die ne za ige S uk u , die au de Basis
des Blocks als Zelle unk ionie . Sie is ein absolu es Gegenmodell zu
adiozen ischen S ad die G undlage ü sein Ve s ändnis de S ad als o enes
Ökosys em. Alle dings is , das zeigen die ühen Supe illa-Konzep e ab 1987 zu
Reak i ie ung de Al s ad on Ba celona und des Vie els G àcia du ch
Ve keh sbe uhigung, de Scha ung on Plä zen und o allem eines S aßenne zes
un e schiedliche Hie a chien, die Supe illa-Idee nich an das Ce dà-Ras e
gebunden.
Ruedas Ideen bauen auch au den Spu en des mode nen S äd ebaus au , e wa des
ein luss eichen, abe nich ealisie en Plan Macià on 1932, in dem Le Co busie ,
zusammen mi de ka alanischen GATCPAC-Bewegung, e s mals on Supe blocks
sp ach: e ass e jeweils d ei de Ce dà-Blöcke zu eine Einhei on 400 au 400
Me e n zusammen und o ganisie e, ge eu den unk ions ennenden Ideen des
mode nen S äd ebaus, den Ve keh in zi kulä e Fo m um diese Supe blocks he um.
Auch in den Planungen des Olympischen Vie els on Plane n um O iol Bohigas
An ang de Neunzige Jah e auchen diese Bezüge ansa zweise wiede au .!!
!
Zwischen 2000 und 2019 ha Sal ado Rueda als Di ek o de Behö de ü U bane
Ökologie un e e schiedenen Legisla u pe ioden das Sys em Supe illa ode Sys em
de neun Blöcke [Sis ema de los 9 Cuadad os] S9C wei e en wickel und in e s en
Pilo p ojek en ealisie . Es g uppie neun Blöcke zu eine s äd ischen Einhei on
16 bis 20 Hek a , die ü den ließenden Ve keh geschlossen wi d, in de Pa kplä ze
eduzie und s a dessen Fah adwege, e wei e e Fußgänge aum, Spiel-, G ün-
und Si z lächen lächen gescha en we den.
G und o ausse zung und e s e Sch i wa die En lech ung und Neuo dnung des
Busne zes ab 2002 in ein kla es Sys em on ho izon alen und e ikalen Linien in
Haup e keh ss aßen und s a egischen Punk en, abe auch de en Ve bindung mi
ande en Ne zen wie dem T am-, Bahn- und ö en lichen Fah adne z. Wohin mi den
Au os, möch e man agen? Alleine du ch diese Umwidmung und Umlei ung de
S öme, so Rueda, müssen nu 15 P ozen de Fah zeuge eduzie we den und es
kann dennoch gelingen, um e wa 70 P ozen des ö en lichen Raums ü die
Fußgänge zu ückzugewinnen. En scheidend sind auch die Zahlen zu ö en lichen
Gesundhei und Lebensquali ä , die ein solch iel wei e gespann es S aßenne z
b ingen könn e: übe 600 Tode könn en jedes Jah e mieden, As hma, B onchi is
und ka dio askulä e K ankhei en könn en massi gesenk we den. Fü Rueda is
dies echnisch und ökonomisch seh leich , alle dings kul u ell nu schwie ig
umzuse zen, da „das Au o in unse Gehi n eingeb ann is “ (Gesp äch am 18.5.21).
E s e Supe illas wu den be ei s in den S ad eilen San An oni und Poblenou
implemen ie . Zunächs wi d in eine e s en Phase das Mobili ä skonzep
umgese z : Fah bahnb ei en we den eduzie und de Ve keh wi d umgelei e und
au Lie e an en und Anwohne besch änk , die Geschwindigkei wi d zunächs au
30, spä e au 10 S undenkilome e eduzie . Die abgesch äg en Ecken de
Blocks uk u we den mi empo ä em S ad mobilia und Fa bzeichnungen au dem
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Asphal in Plä ze und F ei lächen umgewandel . 2000 Quad a me e gewinn man in
jede K euzung, die zum Pla z wi d. In de zwei en Phase we den G ün- und
F ei lächen ges al e , Däche und Fassaden beg ün und in ein Sys em des
Regenwasse managemen s in eg ie . Sch i weise soll so de u sp üngliche on
Ce dà o gesehene G ün lächenan eil on 35 P ozen wiede zu ückgewonnen
we den und das S ad klima e besse we den. Die eingangs e wähn e
Mul i unk ionali ä und die eie Beweglichkei in diesen o enen Räumen sind
Lei bild ebenso wie die Selbs o ganisa ion diese neuen Nachba scha so e. Die
Bü ge be eiligung wa im e s en Pilo p ojek , so sehen es zumindes die Anwohne
on San An oni, meh eine Alibipoli ik denn eine ech e Pa izipa ion – eine
E kenn nis ü die nächs en Sch i e.
Das Eixample de Zukun – soll die S ad gezähm we den?
Im gesam en Eixample sollen in den kommenden Jah en jede d i e S aße zu eine
G ünachse umges al e und allen Bewohne /innen in 200 Me e n En e nung ein
Pla z zu Ve ügung ges ell we den. Mindes ens sechs G undak i i ä en sollen in
600 Me e n und ägliche Ak i i ä en in maximal 300 Me e n En e nung e eichba
sein, sodass aus dem Bild de 15-Minu en-S ad ga ein Bild de 5-Minu en-S ad
we den könn e. Langsam soll es sich zu einem Ne z on 21 G ünachsen und 21
Plä zen ans o mie en und so 33,4 Hek a an ö en lichem und 6,6 Hek a an
G ün aum gewonnen we den.
Fü die Umges al ung de emblema ischen S aßen Consell de Cen als ho izon ale
und de e ikalen Gi ona, Roca o y Com e Bo ell als Pilo p ojek wu de Ende
2020 ein We bewe b ausgesch ieben. Das Gewinne p ojek nenn sich „Camina
des del Cen e“ [Vom Zen um he lau en/ gehen] und g ei die E ah ung de
Pandemie au , in de es plö zlich möglich wa , inmi en de S aßen zu lau en und
diese ganz ande s wah zunehmen. Ein ge ende es Bild zeig übe zeugend eine
e keh sbe uhig e, g üne Achse mi mul iplen Nu zungen und pe meablen
Obe lächen. Das Bild wi na ü lich auch F agen au : Können die Bäume wi klich so
nah an den Fassaden s ehen? Was is die Rolle de Fassaden, de Gebäude selbs
und wie wi d de Übe gang zwischen p i a em und ö en lichem Raum de inie ?
Wi d eine ak i e Be eiligung de Anwohne und de Ladenbesi ze diesmal gelingen?
“Na ü lich haben wi an Bü ge be eiligung gedach ”, sag Ca lo a de Gispe on
Cie o Es udio (in einem Gesp äch am 18.5.21), die zusammen mi B67 Palome es
A qui ec es den We bewe b gewonnen haben. “Eine de nun zu lösenden
He aus o de ungen in de zwei en Phase is un e ande em, Lei linien zu e a bei en,
wie de S aßen aum on Anwohne n und Geschä sinhabe n als Ex ension des
p i a en und komme ziellen Raums angeeigne we den kann und dennoch dem
s äd ischen No ma i ü ö en liche Räume olg . Da sind auch die G und egeln
e wa ü Blinde und übe haup die Ba ie e eihei wich ige Themen.“
De Gegensa z des Beg i s Supe illa, de eigen lich on eine Megas uk u sp ich
und gleichzei ig den Mik omaßs ab, die S ad de ku zen Wege und die
S aßenk euzung als Insel such , is a ak i , bi g abe auch eine konzep ionelle
Ge ah : dass sie sich in Klein eiligkei e lie , den Beg i des Zähmens ode
„Domes izie ens“ zu e ns nimm und le z lich, du ch eine A i izialisie ung de Na u
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als Ges al ungselemen , auch eine A g üne Gen i izie ung und eine Ve schiebung
de In e essenslagen e zeugen könn e.
„Das Ne z is noch iel wich ige als die Zelle“, sag Rueda (im Gesp äch am 19. Mai
2021). „Es geh nich da um, ge ade Linien zu ges al en, sonde n es muss imme
da um gehen, ein Ökosys em zu scha en und alle seine Bes and eile als F ak ale zu
e s ehen“. So könn e es sein, dass mi de Fixie ung au die G ünachsen de Blick
zu seh au die Ges al ung on S aßen und le z lich on Linien gewo en wi d und
das Sys emische und ganzhei liche Ve s ändnis de S ad aus dem Auge ge ä .
Dennoch: de poli ische Wille zu Umse zung is da. Re olu ionä wä e es, die Idee
de Supe illas in einem wi klichen Maßs abssp ung als Sys em und egionales
Konzep de Ve keh swende übe die poli ischen G enzen de S ad hinaus au die
ganze Me opoli an egion anzuwenden.