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Otfried Preußler (1923–2013): Zu Hause in vielen Welten

Abstract

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Otfried Preußler (1923–2013): Zu Hause in vielen Welten

Author: Broukalová, Jindra
Publisher: Univerzita Karlova, Filozofická fakulta,Praha
Year: 2024
Source: https://dspace.cuni.cz/bitstream/20.500.11956/197675/1/Jindra_Broukalova_157-164.pdf
O ied P eußle (1923–2013): Zu Hause in ielen
Wel en
Jind a B oukalo á– Pädagogische Fakul ä , Ka ls -Uni e si ä , P ag
Anlässlich de einhunde s en Wiede keh on O ied P eußle s Gebu s ag and
am 20. und 21. Ok obe 2023 in Libe ec/Reichenbe g die zweisp achige In e na io-
nale Kon e enz O ied P eußle (1923– 2013): Zu Hause in ielen Wel en s a , die
on de Wissenscha lichen Regionalbiblio hek Reichenbe g, de Pädagogischen
Fakul ä de Ka ls -Uni e si ä , dem Ins i u ü schechische Li e a u AV ČR und
dem Adalbe S i e Ve ein in Koope a ion mi de Technischen Uni e si ä Libe ec
e ans al e und on de Beau ag en de Bundes egie ung ü Kul u und Medien
und dem Deu sch -Tschechischen Zukun s onds ge ö de wu de. De Gegens and de
Kon e enz, die au die ü schechische Leh e und Biblio heka e bes imm e Tagung
O ied P eußle s Ve mäch nis an die Kinde unmi elba olg e, wa en mediale und
anskul u elle Kon ex e im Leben und We k des Kinde - und Jugendbuchau o s,
die im Zusammenhang mi seinem wel anschaulichen und poli ischen We degang
be ach e wu den.
Eine Pe sönlichkei , die poli ische Eins ellungen des jungen O ied maßgeblich
gep äg und den zukün igen Kinde buchau o in die Tä igkei eines Volkskundle s
eingeweih ha , is sein Va e , deshalb be ass sich Jan K apil (F ied ich -Schille -
Gymnasium, Pi na) in dem e s en Bei ag de Kon e enz mi Jose Sy owa ka/P eußle .
Dabei e ö ne e seinen Bei ag mi de Schilde ung on de sp achlichen Soziali-
sa ion on Jose , de im Jah e 1891 in eine aus dem schechischsp achigen Böhmen
nach Reichenbe g zugezogene Familie hineingebo en wu de, den Sp achwechsel im
deu schsp achigen Um eld p oblemlos scha e, die deu sche Sp ache als eine Chance
zum sozialen Au s ieg e s and und deu schsp achige Dich e we den woll e. K apils
Haup augenme k gil Jose P eußle s e s en li e a ischen A bei en sowie seine Tä ig-
kei als He ausgebe on An hologien junge noch wei gehend unbekann e Dich e .
Das Bild, das e auch un e He anziehung de zei genössischen P esse zeichne , zeig
einen ak i en, abe le zlich nich besonde s e olg eichen jungen Au o , de sich e s
nach dem E s en Wel k ieg au die Heima li e a u umo ien ie und eine nich zu
übe sehende Rolle im Li e a u be ieb de Sude endeu schen spiel . Sein engs es
li e a isches Milieu is nach 1918 ein na ional -konse a i es, das in den d eißige
Jah en in ein nazis isches umschläg .
P eußle s e s e Roman E n elage Geye is nich de G und, wa um die Kon-
e enz in Reichenbe g e ans al e wu de, abe man kann P eußle s En wicklung
zu einem humanis isch gesinn en Kinde buchau o ohne eine Analyse dieses on
einem engagie en HJ -Lei e und jungen NSDAP -Mi glied gesch iebenen Romans
nich e s ehen und wü digen. Die Familie P eußle woll e zu de NS -Eli e gehö en,
das zeig ganz kla schon die Ta sache, dass sie sich im Sep embe 1941 zu de neuen
on den Nazis im Jah e 1936 einge üh en Religionszugehö igkei „go gläubig“ be-
kann e, einen wei e en Sch i in diese Rich ung bedeu e de im Dezembe desselben
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Jah es ollzogene Namenswechsel on Sy owa ka zu P eußle , be on Jochen Ma x
(O ied -P eußle -Gymnasium, Pullach), de den biog aphischen Hin e g und de
En s eung dieses Romans un e such , wobei e als Ve gleichsg öße P eußle s Manu-
sk ip De bessa abische Somme he anzieh . Diese du ch den Namen des p o ago-
nis en T enke , de als eindeu ige Ve weis au P eußle s Biog aphie zu e s ehen
is , leg auch nahe, dass P eußle im Jah e 1944 zum nazis ischen Füh ungso izie
e nann wu de. Gu dokumen ie is P eußle s K iegsge angenscha , in die e im
Zuge eine sowje ischen O ensi e Am 31. Augus 1944 gelang wa , hie konn e e
im Rahmen des Lage lebens mi seine li e a ischen Tä igkei den Du chhal ewillen
seine Mi ge angenen s ä ken.
Als ypisches Buch de Kinde - und Jugendli e a u , das den Lese an das Wel -
bild und an die No men eine Gesellscha he an üh en will, die om Au o als ganz
na ü lich da ges ell we den müssen, s ell den Roman E n elage Geye Juliane P ade-
-Weiss (München) o . Dass dieses on dem als G enzland oman ü junge Lese zu
bezeichnenden Buch e mi el e Wel bild au nazis ische Ideologie basie , kann sie
mi Hil e on Analyse de Haup me aphe eindeu ig belegen, die den Ideengehal des
Tex es äg . Das in olge des Ve saille Ve ags kleine gewo dene Deu schland wi d
als blu ende Volkskö pe wah genommen, dessen Wunden de Füh e eine nach de
ande en schließen konn e. Mi diesem Wel bild is das in de Jugendli e a u des 19.
und 20. Jah hunde s seh belieb e Konzep des Aben eu s eng e bunden, das sich
abe in diese Zei nu im Rahmen de kolonialen Li e a u zu seinem Höhepunk
en al en kann, de in de Besi znahme eines neuen scheinba unbewohn en Landes
bes eh . Demen sp echend wi d de Raum ös lich on Deu schland als lee wah ge-
nommen. Das Konzep , au dem die Handlung des Romans uß , en la J. P ade -Weiss
als das ü die nazis ische Ideologie ypische Konzep eine scheinba en Pa izipa ion,
die dem Einzelnen als Mi glied eine Masse da gebo en wi d. Auch die Fede, bei de
die Jungen ei ig mi machen, is nu scheinba , in Wi klichkei ha sie de Lei e in-
szenie , weil sich kein Aben eue on selbs eins ellen woll e.
Einen G und ü P eußle s jugendliche Ve s ickung in den Nazismus kann man
neben dem Ein luss seines Va e s in dessen F eundesk eis sehen, in dem auch O ied
e keh e. Wie Win ied Kaminski (Köln) be on , nehmen da in zwei Li e a en einen
p ominen en Pla z ein, die sich beide zu Anhänge n de nazis ischen Ideologie en -
wickel haben. Es geh um P eußle s Nennonkel, den damals seh bekann en Au o
Hans Wa zlik, und den Au o und Biblio heka Robe Hohlbaum. E s in de K iegs-
ge angenscha , mi de e sich spä e im Un e schied zu dem K iegsdiens seh in-
ensi auseinande se zen soll e, beginn sich de junge Sch i s elle om Nazismus
zu be eien, seh wich ig is in diese Hinsich de Ein luss seines Mi ge angenen
des Philologen Hans Zinsmeis e , de O izie , abe kein Nazi wa . Im Zen um on
Kaminskis In e esse s eh olglich dasjenige We k, mi dem P eußle diese Be eiung
bezeichnende weise e s nach dem Tode seines Va e s, de on seine Ve gangenhei
nie k i ischen Abs and nahm, li e a isch ges al e und abschließ . Es is sein nich nu
ü junge Lese bes imm e K aba , de ein Roman übe die Mach de Magie und die
Magie de Mach is und zugleich einen Emanzipa ionsp ozess da s ell . Kla i die
In en ion des Ve asse s zu Tage, wenn man seinen Tex mi de so bischen K aba -
Sage e gleich . Wäh end de so bische Junge om An ang an weiß, dass de Mülle
ein Exponen des Bösen is , muss es P eußle s K aba e s he aus inden und dann
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nich nu den Mu , sonde n auch F eunde und Ve bünde e im Kamp gegen das Böse
inden, wobei das Risiko in diesem Kamp zu un e liegen nich e schwiegen wi d.
Die Liebesbeziehung zu de Kan o ka, aus de K aba K a zu seine Au lehnung
gegen die Mach schöp , gib es in de Volkssage nich , hie is es die Mu e , die ih en
Sohn o dem bösen Meis e e e . Die G undidee dieses Romans ich e sich gegen
P eußle s de nazis ischen Ideologie e ha e es Jugendbuch E n elage Geye , diese
Bezug wi d auch dadu ch e deu lich , dass die Mülle bu schen eine abgeschlossene
G uppe on he anwachsenden Jungen bilden. Wie das Magische und die A mosphä e
on Spannung, Unsiche hei und leise Ho nung du ch P eußle s A bei mi dem
Raum und du ch die E ich ung eine pa adigma ischen Ma ix on in binä en Op-
posi ionen angeo dne en Symbolen en s eh , e klä E a Ma k a o á (P aha), die
den K aba als Ini ia ions oman e s eh . In ih e Analyse, in de sie sich o allem
au die Li e a u heo e ike in und Au o in de Posmode ne Daniela Hod o á s ü z ,
kann sie zeigen, dass die schwa ze Mühle, die de zen ale Handlungso des Romans
is , als O mi Geheimnis ungie , de zugleich eine Schwelle zwischen Jensei s und
Diessei s da s ell . Den jensei igen Cha ak e dieses O es un e s eich nich zule z
de zyklische Ablau de Zei , de auch die na a i e S uk u des Romans p äg und
in de Me aphe des Mühl ads bildlich es gehal en wi d. Ein Mensch an de Schwelle
is auch K aba , de sich im Lau e de Handlung on einem unwissenden Knaben in
einen jungen E wachsenen e wandel und den Weg in die Zi ilisa ion zu ück in-
de . De Weg hin und zu ück is als Handlungssuje auch ü iele Kinde büche on
O ied P eußle ypisch.
Die Ta sache, dass de Böhme P eußle in seinen We ken o on Volkssagen aus-
geh , eg Pa el Šidák (P aha) zu allgemeinen Übe legungen übe den Umgang mi de
Volkssage und übe ih en S ellenwe als S o lie e an in de schechischen Li e a u
des 19. und beginnenden 20. Jah hunde s und in de sude endeu schen Li e a u
an. In den on A né No ák es geleg en Kanon de schechischen Li e a u sind mi
Ausnahme on Bea bei ungen he aldische Sagen nu solche Tex e au genommen
wo den, die die Volksagen en zaube n ode au humo is ische A und Weise behan-
deln. Im Sch i um unse e deu schen Landsleu e kommen dagegen au Volkssagen
basie ende Tex e nich nu iel häu ige o , sonde n die Volkssage e eu sich als
Gegenpol de azionalis ischen und als kal emp undenen Au klä ung auch eine g o-
ßen Ach ung. Šidák schließ seinen Bei ag mi eine Emp ehlung ab, die Au nahme
on We ken deu schsp achige Au o en aus Böhmen, Mäh en und Schlesien in den
Kanon de schechischen Li e a u wü de ü uns eine Be eiche ung bedeu en. Eine
Figu , die deu sche und schechische Volkssagen aus dem Riesengebi ge dominie ,
is Rübezahl/K akonoš, den auch P eußle in seinem We k au g ei . Als in manche -
lei Hinsich e hellend und e deu lichend e weis sich de kompa a is ische Blick
au O ied P eußle , dessen li e a ische Wel Tama a Bučko á (P aha), mi de de
belieb en schechischen Kinde buchau o in de zwei en Häl e des 20. Jah hunde s
Ma ie Kubá o á (1922–2013) e gleich , in de en Tex en de He des Riesengebi ges
K akonoš eine wich ige Rolle spiel . Bučko á kann in ih em de ail eichen Bei ag
ein dich es Ne z on Pa allelen Weben, das nich nu übe aschende biog aphische
Ähnlichkei en, sonde n auch iele li e a ische Gemeinsamkei en einschließ . Obwohl
sie hie nich gebo en wu den, eilen die beiden Kinde buchau o en, ü die Liebe zu
Kinde n, Glaube an die Mach des ERzählens und Kon ak zu einem zuhö enden Kind
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p imä e Scha ensimpulse da s ellen, eine innige Beziehung zum Riesengebi ge und
seinen Volkssagen, die in ih em We k Niede schlag inde . Aus diesem G und be ass
sie sich mi de un e schiedlichen Au assung de Rübezahl -Figu und s ell sich die
F age, inwiewei die jeweiligen Un e schiede schon in deu sch- ode schechisch-
sp achigem Sagengu angeleg sind. S a ke emo ionale Bindung an ih e neue Heima
Riesengebi ge und seine Bewohne b ing Kubá o á auch in dem E zählband Tři
šupiny ánočního kap a [D ei Ka p enschuppen zu Weihnach en] aus dem Jah e 2008
zum Ausd uck, dem Bučko á P eußle s in seine al e Heima Ise gebi ge Si uiie es
Weihnach sbuch De Engel mi de Pudelmü ze aus dem Jah e 2006 gegenübe s ell .
Wie sie in ih e e gleichenden Analyse zeigen kann, ungie in den beiden We ken
das Mo i de Weihnach sk ippe als zen ales Mo i , das ü Weihnach en, Heima
und Zuhause s eh .
De Au o on K aba ha sich s e s als O ied P eußle aus Böhmen bezeichne ,
was ü einen deu schsp achigen Li e a en de Nachk iegszei ech ungewöhnlich
is , deshalb lieg es nahe sein We k, obwohl es zu dem alle g öß en Teil e s in de
BRD en s anden is , im Kon ex de deu schsp achigen Li e a u aus Böhmen zu
be ach en und im Hinblick au die o handene ode ehlende In e kul u ali ä zu
un e suchen. Es he Kilchmann (Hambu g), die sich heo e isch au A bei en zu
In e kul u ali ä und zu deu schböhmischen Li e a u on S e en Höhne, Man ed
Weinbe g und Joachim Joachims hale s ü z , üh aus, dass die Einbeziehung de
Tschechen und des Tschechischen in P eußle s sich in Böhmen abspielenden We -
ken ech un e schiedlich is . Wäh end in dem Kinde buch He Klingso konn e
ein bisschen Zaube n das einzige nich deu sche Kind ein unga ische Junge is ,
komm das schechische Um eld in dem Engel mi de Pudelmü ze schon zum Vo -
schein, abe nich an p ominen e S elle. Voll e leb und soga zeleb ie Wi d die
deu sch - schechische In e kul u ali ä in dem Buch Fluch nach Ägyp en. Königlich
böhmische Teil, das nich sel en als eine e schlüssel e Da s ellung de Fluch de
Sude endeu schen aus Böhmen in e p e ie wi d. Ohne diese In e p e a ion öllig
zu ückzuweisen mach Kilchmann da au au me ksam, dass die Heilige Familie in
Böhmen nich al eingesessen is , sonde n dass sie in dieses Land hinein lieh , man
kann sie soga als ein Sinnbild ü die Emig an en be ach en, die in den d eißige
Jah en nach Böhmen ge lüch e sind. Wenn man diese neue Lesa annimm , we den
dadu ch auch die Juden mi einbezogen. Dass dieses Buch bei eine solchen In e p e-
a ion au eine e schlüssel e Polemik mi Jose P eußle hinausläu , i deu lich zu
Tage, wenn man dessen im Jah e 1938 in dem Sude endeu schen Bo en e ö en lich en
A ikel be ücksich ig , in dem de leidenscha liche K ippensammle die Be eiung
de Weihnach s eie age on jüdischen und mo genländischen Elemen en o de .
Eine wesen liche Komponen e on de Fluch nach Ägyp en is de T aum on einem
idealen Böhmen, in dem o z abgeschlossene Lebenswel en, na ionalen Spannungen
zwischen Deu schen und Tschechen und o z einge leisch e Na ionalis en au beiden
Sei en jede seine Sp ache sp echen da und on jedem e s anden wi d. Au welche
weise und mi welche Funk ion in diese au Deu sch e leb en und e zähl en Wel
Tschechisch e wende wi d, analysie Ladisla Fu e a (Libe ec), wobei e sich au
die Aus üh ungen zu Meh sp achigkei on Pe Ma eš s ü z . Als ein dem Gen e
Road mo ie zugehö iges We k, das auch Me kmale des Schelmen omans au weis ,
wi d Die Fluch nach Ägyp en on Jan Budňák (B no) gesehen. Fü diese Zuo dnung
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is nich nu die Ta sache ausschlaggebend, dass die heilige Familie die meis e Zei
un e wegs is , sonde n o allem ein wei e es Me kmal, dass die slowenische Ge ma-
nis in Špela Vi an in ih e in de Zei sch i ü Li e a u wissenscha und Linguis ik
e ö en lich en Road mo ie -De ini ion he o heb . Es is de Blick, mi dem die Wel
be ach e wi d, de nich unbeding ein Blick on un en, abe au jeden Fall ein
Blick on de Sei e is . Ein Momne , das dem Tex einen ganz besonde en Cha ak e
e leih , is die Ve mischung on Raum und Zei und die Begegnung om Gö lichen
und Menschlichen. Das Gö liche is zum G ei en nahe, die Heilige Familie is abe
au menschliche Hil e angewiesen.
Die Geschich en um den Räube Ho zenplo z sind im Umk eis des Kaspe l hea e s
anzusiedeln, das P eußle , de als Kind au dem Dachboden des el e lichen Hauses
in Reichenbe g ein Puppen hea e ha e und leidenscha lich ge n spiel e, seh wohl
bekann sind. Das sag Michael Pilz (Innsb uck), de anhand on P o agonis enna-
men das da in en hal ene Spiel mi geog aphischen Bezügen und Klischees au deck
und den sa i ischen S achel he ausa bei e . Wäh end de Name Ho zenplo z, den
P eußle schon aus dem Schula las kann e, als Bezeichnung eine S ad in schecho-
slowakischem Schlesien und eines Neben lusses de Ode au P eußle s al e Heima
e weis , is de Name Dimp elmose , den de unbehol ene Ve e e de S aa smach
und Gegenspiele on Ho zenplo z äg , schon au g und seine Länge ganz eindeu ig
als bay ische Familienname auszumachen und diese Name aus P eußle s neue
Heima e üg soga übe eine in e essan e, wenn auch b aun be leck e li e a ische
Ve gangenhei . Im Jah e 1953 e schein das Buch Uns e bliche Dimp elmose on
Willy Vie linge , in dem de Dimp elmose ü einen ypischen G an le aus Baye n
s eh . T o z des Adjek i s „uns e blich“ im Ti el des Buches und o z de Aussage
des Ve asse s, hie wü den sympa ische menschliche Schwächen belächel , geh es
damals abe um eine noch ech junge li e a ische Figu . Sie wu de on Willy Vie -
linge nämlich e s im Jah e 1936 als Bei ag zu nazis ischen P opaganda aus de Tau e
gehoben. De damalige Dimp elmose is ein bay ische S änke e und Mecke e mi
nazis ischem Ans ich, de in Wi klichkei de al e geblieben is , weil e sich dem
Nazismus nu aus Oppo unismus angeschlossen ha . Dadu ch, dass P eußle seinen
unbehol enen Dimp elmose in die Uni o m s eck , wende e den sa i ischen S achel
gegen den S aa , was in de Geschich e diese s ehenden Figu neu is . Den zwei en
und d i en Teil on Ho zenplo z ha de populä e Kinde buchau o au Wunsch de
kleinen Lese gesch ieben, zugleich ha e in den Tex manches ein ließen lassen,
was nu die El e n en schlüsseln konn en. Die Da s ellung de Wi we Schlo e beck,
au de en Hil eleis ungen de ungeschick e Wachmeis e angewiesen is , en sp ich
zum Beispiel dem, wie in Wi zblä e n emanzipie e F auen ka ikie wu den, des-
halb is sie als P eußle s An wo denjenigen Menschen zu e s ehen, die sich nach
1968 nach de o en Decke s eck en. Einen poli ischen Bezug ha ü b igens auch de
Name de Wi we, F ied ich Schlo e beck wa ein kommunis ische Wide s ands-
kämp e , dessen Familie als Folge eine Denunzia ion in ein KZ eingespe und do
umgeb ach wu de.
Nich aus ex uelle Sich , sonde n aus de Sich anskul u elle Übe agung,
ü die die nich als übe se zungswü dig angesehenen Tex e ebenso wich ig wie die
ealisie en Übe se zungen sind, beschä ig sich And ea Weinmann (F ank u am
Main) mi P eußle s Tä igkei als Übe se ze on schechischen Kinde büche n. De

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An ang diese Tä igkei s eh im Zusammenhang mi dem im Jah e 1957 e olg en
Am san i on Wal e Sche als neue Di ek o de In e na ionalen Jugendbiblio-
hek in München, de in zei liche Nähe mi eine Lie e ung on e wa 60 schchischen
Kinde büche n an diese Bibilio hek s a and, und mi de Bi e des neuen Di ek o s,
P eußle möge sich diese Büche ansehen. Aus dem on P eußle ange e ig en Gu -
ach en geh eindeu ig he o , dass e nu adi ionelle Kinde büche als zum Übe se -
zen geeigne ansah. Nezbedné pohádky on Jose Lada lob e zwa , übe se zen will e
sie zum Un e schied on Ladas Ka e Mikeš abe nich . G o eske ode mode nis ische
Kinde büche häl e im allgemeinen nich ü kinde ge ech , explizi d ück e diese
Meinung in seinem Au sa z Ná š ě a upsacího s olu/Ein Besuch am Sch eib isch
aus, de im Jah e 1969 in de schechischen Zei sch i ü E o schung und Re lexion
de Kinde li e a u Zla ý máj e ö en lich wi d. Das ände abe nich s da an, dass
P eußle ein meis e ha e Übe se ze wa , seine Ka e Mikeš -Übe se zung ha die-
sem Buch den Weg in die Wel e ö ne . Seh e olg eich wa auch die Übe se zung
des Kinde buches Kocou Mod oočko. Eine neue Au gabe an die Fo schung s ell die
Pe sönlichkei on Wal e Sche da , dessen Selbs einschä zung als „besessene
In e na ionalis “ on manch einem Li e a u his o ike nich es los ge eil wi d.
Du ch Ka e Mikeš, de den Übe se ze P eußle nach seinen eigenen Wo en in
die schechische ländliche Wel zu ück e se z e, wie e sie in seine Kindhei bei Ve -
wand enbesuchen in Ji ina bei Mnicho o H adiš ě kennengele n ha e, wandel e sich
P eußle s Eins ellung zu den Tschechen ins Posi i e. Das umd manches meh inde
man in dem Bei ag on Zuzana Jü gens (München), in dem sie die P eußle -Rezep ion
und die Wah nehmung seine Pe son in de Tschechoslowakei und in Tschcien aus-
lo e , in e essan e De ails zu seinen Besuchen in de Tschechoslowakei lie e und
au das Ne zwe k on menschlichen Beziehungen eingeh , die das E scheinen on
P eußle s Büche n e möglich haben, So e ah en wi , dass sich im Falle on P eußle
zwei Männe als Tü ö ne be ä ig haben, die mi de k i ischen Re ue ü Kinde -
und Jugendli e a u Zla ý máj eng e bunden wa en, es geh um den Sch i s elle
und Übe se ze Zdeněk Ka el Slabý (1930–2020) und um den Sch i s elle und He -
ausgebe on Volksmä chen Jan Če enka (1925–1991). Das He ausgeben on mode nen
Kinde buchklassike n aus dem kapi alis ischen Ausland, neben P eußle s kleine
Hexe im Jah e 1964 wa en es zwei Jah e zu o zum Beispiel As id Lindg öns Kinde
aus Bulle bü, wa ein Bes and eil de zunächs o sich igen Ö nung gegenübe dem
Wes en, die ein Kennzeichen de kul u ellen und gesellscha lichen A mosphä e in de
Tschechoslowakei de sechzige Jah e we den soll e. Es is siche kein Zu all, dass sich
P eußle s We k bei uns ge ade in den neunzige Jah en, als sich unse Land sowohl
dem Ausland als auch seine eigenen Geschich e zu ö nen begann, eines e höh en
In e esses e eu ha . Heu e is P eußle in Tschechien nich so bekann , wie e es
e dienen wü de. Eine Ausnahme bilde Die kleine Hexe, die sich als Kinde lek ü e
und ü s Kinde hea e au be ei e auch wei e hin g oße Belieb hei e eu . Ein
in e na ional seh beach e es E gebnis de Zusammena bei on P eußle und on
Ka el Zeman und wei e en schechischen Küns le n is de Film K aba /Ča odějů
učeň aus dem Jah e 1978. Z. Jü gens e klä , wie diese Zusammena bei en s anden
und e lau en is .
Neben Ve ilmungen gib es auch iele Radioadap ionen on P eußle s We ken.
And eas Wicke (Kassel) s ell Die kleine Hexe als ein Kinde buch mi eine einmaligen
163JINDRA BROUKALOVÁ
on 1961 bis 2021 eichenden Geschich e on Audioadap ionen o , an de man die
En wicklung des Sounddesigns, de Musikges al ung und nich zule z de Tex au -
be ei ung un e suchen kann. Die Geschich e de kleinen Hexe s ell eine Auseinan-
de se zung on Gu und Böse da , deshalb lau e die g undlegende F age, die sich die
Au o en on jede Radioadap ion s ellen müssen, wie böse das Böse sein soll.
Die schechoslowakische P eußle -Rezep ion bilde jedoch jensei s des eise -
nen Vo hangs keine Ausnahme, gene ell kann man sagen, dass hie abgesehen on
Unga n und Bulga ien seine Büche seh belieb wa en. Au die Rezep ion und Ve -
lagsp axis in de DDR geh Wiebke Helm (Leipzig) ein, we oll mach diesen du ch
einen begeis e en Lese b ie eines Mädchens aus Weima eingelei e en Bei ag die
Ta sache, dass uns die Au o in nich nu die E scheinungsjah e und Au lagens ä -
ken de einzelnen Ti el p äsen ie , sonde n dass sie uns auch einen Einblick in die
Lek o engu ach en gewäh , die uns mi dem Denken de Kul u e an wo lichen in
de DDR e au machen, wo es P eußle o z des Engagemen s des Au o s, Lek o s
und spä e en Di ek o s des Kinde buch e lags Be lin F ed Rod ian nich leich ha e.
Typisch ü die DDR -Rezep ion is ein be äch liche Zei abs and on de E scheinung
in de BRD, De kleine Wasse mann wu de hie zum Beispiel e s dann gebo en, als
e in Wes deu schland schon olljäh ig wu de. E s in den ach zige Jah en konn en
die DDR -Lese auch das Buch K aba und de Schwa ze Meis e in den Händen hal-
en, de Ti el wu de deshalb e wei e , dami jede Ve wechslung mi Ju ij B ězans
K aba e mieden we den konn e. P eußle s e s es Buch, dass in Os deu schland
he auskommen du e, wa seine Ka e Mikeš -Übe agung, in dem einschlägigen
Lek o engu ach en kann man lesen, es sei ein Meis e we k de Übe se zungskuns
und es mache den Lese mi de Kul u eines sozialis ischen B ude landes e au .
Angesich s de nied igen Au lagen s ell en Geschenke on Ve wand en und Bekann en
aus dem Wes en einen wich igen Weg da , au dem P eußle s Büche zu den kleinen
Lese n gelangen konn en. Das wa auch bei dem oben genann en Mädchen aus Wei-
ma de Fall. Einen ungehinde en Zugang zu P eußle e hiel en die Kinde aus de
DDR e s nach de Wende.
Mi eine in e essan en Geschich e de kul u ellen Aneignung be ass sich Oxane
Leingang (Do mund), die den Ve lau de sowje ischen und ussischen Rezep ion
on P eußle s Kleinen Hexe und ih e mediale Wei e üh ung nachzeichne . In de
ussischen Folklo e gib es die wi kmäch ige Figu de Baba Yaga, die an de Schwelle
zwischen de Wel de Lebenden und de To en s eh . als junge wes eu opäische Baba
Yaga ha de Ve asse de e s en ussischen Übe se zung Ju ij Ko inec P eußle s
kleine Hexe o ges ell , diese Lesa wi d auch on den Illus a ionen des be ühm en
sowje isch -ame ikanischen Male s Ilja Kabako be on . Da diese E s übe se zung seh
populä wu de, olg en mediale Adap ionen und wei e e Übe se zungen, an denen
man eine sch i weise Loslösung on de Baba Yaga beobach en kann. Sp achlich
mach e sich diese Loslösung du ch den Ve zich au die Bezeichung de kleinen Hexe
als „malenkaja Baba Yaga“ beme kba , s a dessen bezeichne man sie als „kaldunja“
ode „ jedma“, in de isuellen Da s ellung wi d sie imme jünge .