UNIVERSIDADE DO PORTO
Zu Kons uk ion on Männlichkei
und Gewal in Kon ads on
Wü zbu g „Hein ich on Kemp en”_
SUBTÍTULO
SONBOL
GHAFFARIAN
2.º
CICLO
FLUP
2016
Zu Kons uk ion on
Männlichkei und Gewal in
Kon ads on Wü zbu g
„Hein ich on Kemp en”
SONBOL GHAFFARIAN
DISSERTAÇÃO DE MESTRADO APRESENTADA
À FACULDADE DE LETRAS DA UNIVERSIDADE DO PORTO EM
ESTUDOS ALEMÃES
M 2016
Zu Kons uk ion on Männlichkei und Gewal in
Kon ads on Wü zbu g „Hein ich on Kemp en”
Sonbol Gha a ian
Disse ação ealizada no âmbi o do Mes ado em Es udos Alemães, o ien ada pelo
P o esso Dou o John G een ield
Memb os do Jú i
P o esso Dou o John G een ield
Faculdade de Le as - Uni e sidade do Po o
P o esso a Dou o a Sabine Ho mann
Faculdade de Le as - Uni e sidade de Pale mo
P o esso a Dou o a Ma ia Te esa Vilela Ma ins de Oli ei a Soa es
Faculdade de Le as - Uni e sidade do Po o
Classi icação ob ida: 17 alo es
Danksagung
An diese S elle möch e ich mich ech he zlich bei allen Menschen bedanken, die mich
in den e gangenen Mona en, in denen diese A bei en s and, au iel äl ige A und
Weise un e s ü z und mo i ie haben.
Mein besonde e Dank gil zunächs meinem Be eue , He n P o . D . G een ield,
dessen kons uk i e An egungen mi bei de E s ellung diese A bei seh gehol en
haben. Vielen Dank ü Ih e Mühe und Zei .
De g öß e Dank gebüh meine Familie und meinen F eunden. Danke ü Eu e
Geduld, Eue Ve s ändnis und Eu e Un e s ü zung.
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einlei ung ..................................................................................................................... 3
1.1 Gliede ung de A bei ............................................................................................. 5
1.2 F ages ellung und Zielse zung ................................................................................ 6
1.3 Fo schungsübe blick und E kenn nisziel ................................................................ 8
2. Gende -S udies und Mediä is ik: ............................................................................... 12
2.1 Judi h Bu le s Theo ie zu Dekons uk ion des Geschlech s ................................ 15
2.1.1 De kons uie e Mann ................................................................................... 17
2.1.2 Zu Kons uk ion on Männlichkei in de Li e a u des Mi elal e s ........... 19
2.1.2.1 Männlichkei in de Heldenepik ............................................................. 20
2.1.2.2 Männlichkei im hö ischen Roman ........................................................ 21
2.1.2.3 Männlichkei in de Mä endich ung ....................................................... 23
3. Gewal ......................................................................................................................... 24
3.1 Ka ego isie ungsmodelle on Gewal im Mi elal e ............................................ 25
3.2 Gewal und Männlichkei ...................................................................................... 26
4. Tex analyse : Männlichkei und Gewal in Hein ich on Kemp en ........................... 28
4.1 E s e Kon lik am Kaise ho ................................................................................ 29
4.2 Zwei e Kon lik in I alien .................................................................................... 45
5. Fazi ............................................................................................................................ 52
6. Li e a u e zeichnis .................................................................................................... 55
3
1. Einlei ung
Das Phänomen Gewal s eh in einem engen Ve häl nis zum Thema Männlichkei . Nich
nu im sozialen Raum zähl Gewal zu den zen alen Da s ellungs- bzw.
Ve handlungsgegens änden des Männe bildes, sonde n auch in de Li e a u . Schon sei
den An ängen de Li e a u – sei dem Gilgamesch Epos – bis heu e s eh die na a i e
Da s ellung de Männlichkei in ih en e schiedenen Kons ella ionen un e dem
Ein luss on Gewal und Gewal ausübung. Insbesonde e in de Li e a u des Mi elal e s
s ell dies ein zen ales Thema da . Gleiches gil auch ü den in diese A bei im Fokus
s ehende Tex Hein ich on Kemp en on Kon ad on Wü zbu g. Eine nähe e
Un e suchung on Gewal und Männlichkei und dessen Ve bindung e scheinen im
Hinblick au ein mi elal e liches E zählwe k wie dieses, in dem Gewal und
Gewal ausübung in eine männe dominie enden Wel das zen ale Thema bilden, on
Rele anz. Besonde s b isan e schein da übe hinaus eine Fokussie ung au die
Männe igu en und ih e Gewal a en in diesem We k o allem deshalb, weil sich die
Gewal einschließlich inne halb eine Männe wel abspiel , in de keine einzige F au
au auch . Des Wei e en e schein das Thema Männlichkei im Zusammenhang mi
diesem We k in e essan , da de E zähle selbs am Ende de E zählung eine
Kons uk ion de idealen Männlichkei bie e , dass dem heu igen Rezipien en einen
Eind uck on den E wa ungen de damaligen Adelsgesellscha an Männe n e mi el .
Doch wie können die Bilde de Männe in de mi elal e lichen Li e a u uns zu einem
Ve s ändnis on his o ische Männlichkei wei e b ingen?
Simon GAUNT (1995) sch eib in seinem Buch „Gende und Gen e in Medie al F ench
Li e a u e“ hie zu, dass Li e a u ielleich nich unbeding die Wi klichkei seine Zei
e lek ie , dennoch is sie ein Teil unse e his o ischen Abbildungen:
„The p incipal in e es o li e a y ex s om he his o ical iewpoin [is no ]
hei mime ic quali ies, bu hei s a us as agmen o collec i e memo y o …
collec i e an asy. […] medie al li e a u e does no accu a ely e lec con empo-
a y social s uc u es o p ac ices. Bu a he han disca d li e a u e as ha ing no
his o ical alue, we could pe haps ask pe inen his o icizing ques ions o ex s.
Why did w i e s choose o ep esen he wo ld in his way? Wha was he sym-
4
bolic alue o hese ep esen a ions and an asies o con empo a y eade s? “ (S.
7-8).
Zu ück zu de au gewo enen F age is hie mi gemein , dass das Bild de Männe in de
Li e a u uns e was übe das kollek i e Gedäch nis und die Phan asien de damaligen
Menschen in Bezug au Männlichkei e zähl : ih e Vo s ellungen da übe was
Männlichkei bedeu e ode wie ein „wah e Mann“ sein muss.
Wei e hin deu e die F ags ellung au wich ige Me kmale unse e pos mode nen
Gesellscha hin, die die Gül igkei unse e Vo s ellung on eine bes imm en
Wi klichkei und Geschich e, unse e Wel e klä ungen und unse gesiche es Wissen
in age s ell . Hie bei spiel auch die Un e scheidung zwischen dem biologischen
Geschlech (sex) und dem sozial- und kul u ell-de inie en (gende ) eine wich ige Rolle.
Sie p oblema isie eine einhei liche An wo au die F age nach de
Geschlech e de ini ion und de Un e scheidung on Männlichkei und Weiblichkei .
In de Wissenscha wi d heu zu age nich meh disku ie , dass eine F au nu ode
übe haup „weiblich“ und ein Mann „männlich“ sein muss, sonde n ielmeh geh es
um die e schieden Geschlech e g aden zwischen den Polen „Weiblichkei “ bzw.
„Männlichkei “. Deshalb spiel hie bei die Un e suchung de his o ischen Konzep e on
„Männlichkei “ und „Weiblichkei “ eine bedeu ende Rolle. Rüdige SCHNELL (1998)
sch eib hie zu:
„Wenn das Geschlech (gende ) on Mann und F au keine on ische G öße is ,
sonde n on wechselnden Funk ionen des Redens abhäng , dann gil es – will
man die Geschich e de Geschlech e en wü e e s ehen – die Geschich e diese
Rede unk ionen au zua bei en. Die F age welche Fak o en und welche
Mechanismen dieses ode jenes Männe bild/F auenbild p oduzie en, gehö
somi nich in e s e Linie in die Sozial-ode Kul u geschich e, sonde n in die
Li e a u und Disku sgeschich e“ (S. 309).
5
1.1 Gliede ung de A bei
Im e s en Teil meine A bei we de ich zunächs meine F ages ellung und das Ziel
meine A bei e läu e n. Im anschließenden Teil gebe ich einen Übe blick übe die
bishe du chge üh en Fo schungen zu Kon ads Hein ich on Kemp en und beg ünde
mein Vo gehen inne halb de Un e suchung.
Im zwei en Kapi el widme ich mich de F age, wie die Gende -S udies ih en Weg in die
Mediä is ik ge unden haben und welche Anhal spunk e die ela i junge Fach ich ung
ü die mi elal e liche Li e a u geb ach ha . Dabei s ü ze ich mich au die A bei on
Ing id BENNEWITZ, in de de Zusammenhang on Mediä is ik und Bu le s Theo ien
e klä wi d. Anschließend wi d Bu le s Theo ie zu Dekons uk ion des Geschlech s
bzw. zu Gende Pe o ma i i ä o ges ell , da die Tex analyse Hein ich on
Kemp en da au basie . In diesem Kapi el lege ich besonde e Au me ksamkei au die
F age, wie das soziale Geschlech kons uie wi d. Da au au bauend we de ich einen
Übe blick übe die Kons uk ion on Männlichkei und die E wa ungen de
Gesellscha an einen Mann geben.
Anschließend we de ich die Kons uk ion on Männlichkei in un e schiedlichen
Ga ungen – Heldenepik, hö ische Romane und Mä en – skizzie en. Ich möch e da in
e läu e n, welche Eigenscha en dem mi elal e lichen Mann in de damaligen Li e a u
zugesp ochen wu den.
Wo auch imme in den li e a ischen Tex en des Mi elal e s die F age nach
Männlichkei au gewo en wi d, komm Gewal so o ins Spiel. Ganz o ensich lich
kann das männliche Geschlech in de Li e a u des Mi elal e s ohne Gewal nich zu
Ende gedach we den. Deshalb wende ich mich im d i en Teil meine A bei an das
Thema Gewal und de en Zusammenhang mi Männlichkei zu.
Im ie en Kapi el s ell de P imä ex Hein ich on Kemp en die Basis ü meine
A bei da , wobei die heo e ische G undlage de o ges ell en Fo schungen ü die
Analyse di ek au den Tex angewende wi d. Dabei wi d de F age nachgegangen, wie
Männlichkei sich in den Beziehungen zu den Mi gliede n de eigenen Genusg uppe
kons i uie . Das Augenme k lieg besonde s au das Ve hal en on Hein ich on
Kemp en, da e om Au o als de o bildliche Mann da ges ell wi d.
6
1.2 F ages ellung und Zielse zung
In diese Mas e a bei un e nehme ich den Ve such, die Fo schungsposi ion de
Gende s udies, die am An ang des 21. Jah hunde s ih en Weg in den e schiedens en
Disziplinen ge unden haben, mi einem li e a ischen Tex aus de zwei en Häl e des 13.
Jah hunde s Hein ich on Kemp en in Ve bindung zu b ingen.
Eines de Haup hemen, au die die Geschlech e o schung basie en, is die
Kons uk ion de Geschlech e . Die Gende s udies gehen da on aus,
dass „männlich“ und „weiblich“ gesellscha lich kons i uie e En wü e sind. Zieh man
Männlichkei und Weiblichkei in un e schiedlichen Gesellscha en in Be ach , kann
man da on ausgehen, dass die Disku se on Mann und F au und die dami e bundenen
E wa ungen sich in jede Kul u und zu un e schiedlichen Zei pe ioden daue nd
ände n. So schein diese These de Geschlech e o schung du chaus logisch und
übe zeugend zu sein. Mein In e esse lieg da in, mi Hil e de Gende pe spek i e eine
de ielen Männe kons uke de Adelsgemeinde anhand on Kon ads Mä e Hein ich
on Kemp en he auszua bei en und die Rela ion de männlichen Figu en zu Gewal im
Tex zu beobach en. S a des klassischen soziologischen Mus e s, das o wiegend
Gewal an sich zum Gegens and de Analyse nimm , un e nimm die o liegende A bei
den Ve such, Gewal aus eine Geschlech e pe spek i e zu be ach en. Demnach wi d
Gewal nich nu als ein na ü lich männliches Phänomen in Fo m on bes imm en
P ak iken un e die Lupe genommen und analysie , sonde n in Bezug au die A und
Weise, wie diese P ak iken Geschlech siden i ä en beein lussen. In diesem Sinne wi d,
ähnlich wie bei Judi h Bu le s (1991) Pe o ma i i ä s heo ie, die in Bezug au gende ,
on doing gende sp ich , on Gewal als Ressou ce zu doing masculini y (MEUSER,
1999, 2003) gesp ochen, die zu (Re-)P äsen a ion und (Re-)Kons uk ion und somi de
Ve eidigung de Männlichkei dien . Folglich wi d, ähnlich wie bei Männlichkei , bei
de nich on eine na ü lichen Männlichkei sonde n on einem E gebnis
„pe o ma i e Inszenie ungen“ (Bu le , 1991: S. 79) die Rede is , auch Gewal nich als
na ü liche Bes and eil de Männlichkei gesehen. Die A bei e i die These, dass
Gewal ielmeh die Au gabe de (Re-)P oduk ion und S abilisie ung de Männlichkei
übe nimm und zu Hie a chieab olge üh . Somi s ell Gewal eine Ressou ce zu de
7
Wide he s ellung bzw. S abilisie ung hegemoniale Männlichkei da und ungie zu
Ve eidigung de bed oh en Männlichkei . Robe SCHEUBLE komm in seine A bei
(2005) zu dem E gebnis, dass Gewal e s du ch ih e Ve koppelung mi dem Pa ia cha
und de No wendigkei ih e Du chse zung als sogenann e Mach s uk u mi
Männlichkei in Ve bindung komm . Die Du chse zung und Au ech e hal ung de
Männe he scha im Mi elal e e o de Gewal , um he scha liche In e essen zu
e wi klichen und inne e und äuße e Bed ohungen zu bekämp en. „Gewal wi d o
diesem pa ia chalen Hin e g und zu einem kons i u i en Elemen und exklusi en
P i ileg on Männlichkei “. Zu den Eigenscha en, die zu ih e Umse zung üh en,
gehö en „Kamp k a , Tap e kei , Mu , En schlossenhei , Du chse zungs e mögen
sowie Bewah ung und He s ellung de ech en O dnung“ (SCHEUBLE, 2005: S. 90).
Besonde s spiel hie bei in de hö ischen Li e a u ê e als Iden i ika ions ak o de
Männlichkei eine signi ikan e Rolle. Die Figu en e we ben du ch ih e Leis ungen (wie
â en iu e-Fah en, Sieg im Schlach eld) ê e und we den demzu olge als männlich
ane kann . Eh e und Männlichkei sind au g und ih e Aus ich ung nach außen und ih-
e Abhängigkei on äuße en Bes ä igungen au einande bezogen, gleichzei ig abe
auch ze b echlich. Mi ande en Wo en: Eh en e le zung ge äh de die Männlichkei .
Angeg i ene Eh e muss mi Einsa z on Gewal , sei es du ch K ieg, Zweikamp , Zü-
ch igung ode Ähnliches e eidig und wiede e wo ben we den. Übe den Disku s de
Gewal we den somi die Eh e und gleichzei ig die Männlichkei wiede kons i uie
( gl. Scheuble, 2005: S. 45-48).
Es wi d hie e such da zulegen, inwie e n das P inzip Gewal zu Du chse zung und
Au ech hal ung on Männlichkei dienen kann. Hie bei we den di e se Fo men on
Gewal un e schieden: Gewal on Männe n gegen Männe n, Gewal gegen F auen und
Mädchen sowie Gewal gegen sich selbs . Da abe in de E zählung keine F auen
o kommen, is das männliche Ve hal en gegenübe F auen i ele an . Deshalb lieg das
Gewich meine Un e suchung au de Gewal on Männe n gegenübe Männe n, die in
dem We k Kon ads o angig besch ieben wi d. Ein Einblick in die E zählung e klä
komplexe Ge ühls- und Gewal ausb üche in de hö ischen Gesellscha und gib
Auskun übe die mi elal e lichen S anda ds und Funk ionen zu Anwendung on
14
Thesen Laqueu s ha sich z.B. B igi e SPREITZER (1999) auseinande gese z . Sie wi
Laqueu s Ein-Leib-Modell ,,beg i liche Unschä en und eine zwangha e Übe se zung
de Ka ego ie ,sex‟ au die Ebene de His o ie“ o , um ein En wicklungsmodell
es zulegen und somi auch einen ,,Pa adigmenwechsel zwischen o mode nen und
mode nen Geschlech e kons uk “ en we en zu können (S.250).
Doch o z K i ik an Laqueu s Thesen, haben seine Fo schungen dazu ge üh , dass sich
die mediä is ische Sich weise in Bezug au die Gende -S udies eno m geände ha . Die
Geschlech e e häl nisse und -di e enzen im Mi elal e wu den iel genaue und
p äzise un e die Lupe genommen. Hie zu ha Laqueu deu lich gemach , dass
Weiblichkei e s im Übe gang om 18. zum 19. Jah hunde du ch die Ane kennung
de un e schiedlichen Geschlech so gane on F auen und Männe n als au ogenes
Geschlech , im medizinisch-ana omischen Sinn und soga soziokul u ellen ane kann
wu de. Somi gal Weiblichkei nich meh als ,,De i a des Mannes“ ( gl.
KOCHSKÄMPFER, 1999: S.17).
Auch Judi h Bu le s These on ,,[de ] Ve bindung de Einsich in die Pe o ma i i ä
de sozialen Geschlech siden i ä (gende ) in Ve knüp ung mi de Ma e iali ä des
Kö pe s (sex)“ (BENNEWITZ, 2002: S.1) ha e iele Auswi kungen au die Mediä is ik.
Zwa s ehen die Thesen Bu le s nich in di ek em Zusammenhang mi den
Geschlech e e häl nissen im Mi elal e . Dennoch besch eib Ing id BENNEWITZ
(2002), eine de wich igs en Ve e e Innen de li e a u wissenscha lichen Deba e des
Gende beg i s in Deu schland, den Bezug on Bu le s Theo ien zum Mi elal e dami ,
dass „de Kö pe als es s ehende, un e ände ba e [...] G öße, dami zugleich
un e ückba e Heims ä e pe sonale Iden i ä , de die (his o isch, kul u ell und
indi iduell gep äg e und also un e ände ba e) soziale Iden i ä gleichsam ,au gese z ‟,
,übe ges ülp „ wu de“ (S.2) e s anden wi d. Somi wu de be ei s im Mi elal e dem
biologischen Kö pe du ch sozialkul u elle und gesellscha liche Kon en ionen eine
Iden i ä zugesp ochen. Im Kon ex on Bu le s Theo ie, de den Rahmen meine
Mas e a bei bilde , möch e ich im olgenden Kapi el einen p äzise en Blick au ih e
Thesen zu Dekons uk ion de Geschlech e we en und die Kons uk ion on
Männlichkei im Zusammenhang mi Gewal in e schiedenen mi elal e lichen
Tex ga ungen (Heldenepik, hö ische Romane, Mä en) in Be ach ziehen. An diese
15
S elle muss be on we den, dass Gende als eine seh wich ige ,,Analyseka ego ie im
We kzeugkas en mediä is ische Me hodik“ gil und ,,du ch die A bei an de
mi elal e lichen Übe lie e ungen an Di e enzquali ä “ (BENNEWITZ, 2008) gewinn .
Unabhängig da on, welchen S andpunk man zum Thema Anwendung de Gende -
S udies au mi elal e liche Tex e einnehmen mag, ,,leb die mi elhochdeu sche
Li e a u in s a kem Maße on de Di e enz de Geschlech e und ih e Da s ellung.
P o o ypische Bilde wie das de schönen ouwe im Fens e und das des gepanze en
und bewa ne en Ri e s au seinem P e d, die in kon as ie ende und
kompensa o ische Funk ion zueinande s ehen, e sinnbildlichen dies“ (GEPHART,
2003: S.171).
2.1 Judi h Bu le s Theo ie zu Dekons uk ion des Geschlech s
Die Geschlech e o schung wu de zunächs p imä als F auen o schung e s anden. E s
nach dem We k ,,Gende T oubles“ on Judi h Bu le b ach die T adi ion au .
Geschlech wu de nich meh als eine selbs e s ändliche Ta sache gesehen. Bu le
sp ach on eine Geschlech sinszinie ung. Die Zweigeschlech igkei wu de on Judi h
Bu le negie , sodass es zu eine Viel äl igkei on Exis enz o men kam ( gl.
FAULSTICH-WIELAND, 2003: S.103). Judi h Bu le s ell als eine de zen alen Aspek e
ih e Theo ie die als na ü lich akzep ie e Zweigeschlech lichkei on Mann und F au in
F age und be u sich dabei au die s ik e T ennung zwischen sex (biologisches
Geschlech ) und gende (soziales Geschlech ), die zwa u sp ünglich einge üh wu de,
um de adie en Vo s ellung „Biologie is Schicksal“ (BUTLER, 1991: S.22)
en gegenzuwi ken ( gl. ROEDIG, 2002: S.26-34, S.28), je z jedoch on ih dazu benu z
we den, um die Geschlech siden i ä als kul u elles Kons uk zu en la en ( gl. Bu le ,
1991: S.22). Sie be ach e sex und gende unabhängig oneinande , indem sie aus de
eminis ischen Annahme, das Biologie nich die U sache de Geschlech siden i ä is ,
ablei e , dass Geschlech siden i ä olglich unabhängig on de Biologie als
„ eischwebende A e ak “ ( gl. BUTLER, 1991: S.23) anzusehen is und
demen sp echend sowohl dem männlichen als auch dem weiblichen Kö pe
zugesch ieben we den könn e ( gl. ROEDIG, 2002: S.28). Eben diese Idee bzw.
16
A gumen a ionslinie Bu le s wi d dabei in de nachs ehenden Analyse on zen ale
Bedeu ung sein. En gegen de wei gehend e b ei e en Au assung, dass gende
Ausd uck on sex sei und au einen zug undeliegenden Kö pe e weise, be on Bu le
e ne , dass sex sich e s du ch gende he s ell ( gl. ROEDIG, 2002: S.29). Von
Bedeu ung is ü die nach olgende Analyse zudem Bu le s Vo s ellung zu S i ung de
Geschlech siden i ä , womi wiede um das on Bu le o ges ell e Konzep de Gende
Pe o ma i i y eng e knüp is . Lau Bu le exis ie das Geschlech nich ein ach,
sonde n muss in „eine[ ] A s ändige Nachahmung, die als das Reale gil “
2
(BUTLER,
1991: S.8) also eine konsequen en Wiede holung eine No m s e s au s Neue
pe o ma i he ges ell we den ( gl. ROEDIG, 2002: S.27). Dabei we den Bu le zu olge
Bilde ohne dazu exis ie ende O iginale nachgeahm , wobei jedoch in de Nachahmung
genau das, was nachgeahm wi d, en s eh ( gl. ROEDIG, 2002. S.27). Da übe hinaus
s ell sie es , dass Geschlech siden i ä du ch Ausschlüsse p oduzie wi d, indem
beispielsweise bes imm e kö pe liche Bedingungen nich e üll we den ( gl. ROEDIG,
2002:S.28). Im Zen um on Bu le s Pe o ma i i ä s heo ies eh abschließend, dass
kein Kö pe ohne No m exis ie bzw. de Kö pe imme be ei s du ch Bedeu ungen
ge o m is ( gl. ROEDIG, 2002: S.29). Alle Handlungen, die on de Gesellscha als
„ ypisch weiblich“ ode ,, ypisch männlich” e kann und als na ü lich angesehen
we den, sind pe manen ep oduzie wo den. Es komm also bei de Kons uk ion on
Geschlech zu eine wiede hol en Rep oduk ion on Ve hal en (doing Gende ) die nich
nu du ch das indi iduelle Ve hal en, sonde n ielmeh du ch den sozialen Kon ex
gep äg wi d ( gl. GRIESEBNER, 2005: S.136). De o zi ie e Sa z on Simone de
Beau oi b ing diese Übe legung seh gu au den Punk „Man komm nich als F au
zu Wel , man wi d es“. Un e de Au assung „dazu we den“ sind all ägliche
Handlungen zu beg ei en, welche im jeweiligen Kon ex ih es S a indens bewe e
we den ( gl. FAULSTICH-WIELAND, 2003: S.108). So geben wi uns im all äglichen
Leben als Mann ode F au zu e kennen und we den auch on ande en als Mann ode
F au ane kann . Un e de Annahme, dass ,,Geschlech ein his o isch e ände ba es,
soziales und kul u elles Ve häl nis” (SMYKALLA, 2006: S.1) is , läss sich e kennen,
dass Kons uk e on Männlichkei und Weiblichkei sich im Wandel de Zei geände
2
Roedig, 2002, S.27
17
haben und nie ein ach nu on „dem Geschlech “ gesp ochen we den kann, sonde n
un e schiedliche Vo ausse zungen auch un e schiedliche A en on Geschlech o de n.
Auch in de Li e a u des Mi elal e s begegnen wi un e schiedliche Kons uk e de
Männlichkei .
2.1.1 De kons uie e Mann
In un e schiedlichen sozialen und kul u ellen Um elde n wi d de Mann du ch
e schiedene Handlungen und P ü ungen zum Mann kons uie . Es laue jedoch
imme die Ge ah , dass de „gemach e“ Mann du ch ,,unmännliches“ Ve hal en on de
Gesellscha ode aus de G uppe de Männe ausgeschlossen und igno ie wi d und
somi seine Iden i ä e lie . Um all diese Ge ah en und Hinde nisse aus dem Weg zu
scha en, zwing eine gewisse Angs o dem Ve sagen die Männe dazu, sich an
kul u elle We e und No men und he kömmlichen ,,Mo alsys emen” zu hal en und auch
anzupassen. Die Gesellscha e üg übe eine soziale Selbs kon olle, womi imme
gesiche wi d, dass sich Männe wie ,, ich ige” Männe e hal en und keine sich
auße halb de ge es ig en No men e hal en da ( gl. GILMORE, 1991: S.13-15). Die
Kons uk ion des Männlichkei sideals geh nich nu on den Vo s ellungen und
Ängs en des männlichen Geschlech s aus, auch F auen sind an de Kons uk ion dieses
Idealbildes be eilig . So können wi da on ausgehen, dass es sich bei de Kons uk ion
om ,,pe ek en Mann” nich um ein psychogene isches, sonde n um ein kul u elles
Lei bild handel . Somi wi d dieses Idealbild als kollek i es Bewuss sein eine
bes imm en Zei pe iode e s anden ( gl. GILMORE, 1991: S.5). Diese Idealbilde
we den on den Menschen eine Gesellscha bewe e und beu eil und da aus bilde
sich ein mo alisches No men undus, das ein Idealbild on F auen und Männe n
he o b ing und dieses dann du chse z . Somi sind die Pe sonen gezwungen, ih e
Rolle als Mann ode F au im sozialen Leben, in Fo m diese gesellscha lichen
Vo s ellungen zu e üllen ( gl. GILMORE, 1991: S.9-10). Jede , de sich nich an die
o gesch iebenen Rollenmus e n ü Männlichkei und Weiblichkei häl , wi d on de
Gesellscha nich akzep ie ( gl. GILMORE, 1991: S.9). Beim Ve s oß gegen die
en wo enen Rollenmus e de Gesellscha gib es jedoch einen g oßen Un e schied
18
zwischen F auen und Männe n. F auen, die sich nich weiblich (weiblich im Sinne on
de allgemeinen Vo s ellung) e hal en, we den lediglich als „unmo alisch“ ode
„unweiblich“ angesehen, ih Geschlech wi d jedoch nich hin e ag . Wäh end bei
Männe n de Ve s oß gegen Rollenen wu e eine In ages ellung bis hin zum Ve lus
de Geschlech siden i ä bedeu en kann ( gl. GILMORE, 1991: S.11). So können wi
da on ausgehen, dass es ü Männe du chaus schwie ige is , ih e Geschlech siden i ä
in de Gesellscha zu bewah en, denn die G enze zwischen ,,männlich” und ,,nich
männlich” is seh labil und ze b echlich.
Um als Mann, besonde s in k iege ischen Gesellscha en, als ixe Bes and eil in einem
he schenden Sys em au genommen zu we den, müssen bes imm e Au nahme i uale
du chge üh we den. Die In eg a ion als Mann mi Au nahme i ualen is nich nu in
kämp enden K eisen bei mili ä ischen O ganisa ionen zu sehen, sonde n auch bei
gleicha igen Ins i u ionen ( gl. GILMORE, 1991: S.15-18). F auen müssen sich nich
nach außen hin beweisen. Mi dem Ein i de Pe iode we den F auen au oma isch
schon als F auen e kann . Wäh end das bei Männe n nich de Fall is . Männe we den
zu Männe n ,,gemach “. „Ech e Männlichkei “ is wie ein P eis, de e ungen we den
muss. Die neu gewonnene Männlichkei wi d in de Gesellscha zu Schau ges ell . In
ielen Gesellscha en wi d Männlichkei als ein we olle S a us e s anden, de mi
iel Ve an wo ung e bunden is und wei aus übe den Besi z on männlichen
Geni alien geh ( gl. GILMORE, 1991: S.15-16, 18). Männlichkei wi d o als
Kon apunk zu Weiblichkei e s anden. Abe sei dem sich die Rollen männlich und
weiblich übe schneiden haben, sind die Un e schiede und die G enzen zwischen
Männlichkei und Weiblichkei nich meh so deu lich ( gl. GILMORE, 1991: S.24).
Da aus olgend können wi da on ausgehen, dass Männlichkei und Weiblichkei
Vo s ellungen eine Gesellscha sind, die als Symbole diese Gesellscha T äge
bes imm e Mo alen und Ideale sind.
Es bes ehen un e schiedliche Vo s ellungen on Männlichkei , wobei manche Männe
sich physisch beweisen müssen und ande e du ch ih e Handlungen. Hie bei is es jedoch
e wähnenswe , dass dies nich e s sei ku zem so is , sonde n wie im wei e en Ve lau
de A bei gezeig wi d be ei s im Hochmi elal e de Fall wa .
19
Ein Ve sagen in de Rolle als Mann is schon in de mi elal e lichen Li e a u ein
g oßes Thema und ielleich soga wei bed ohliche als in de heu igen wes lichen
Kul u .
2.1.2 Zu Kons uk ion on Männlichkei in de Li e a u des
Mi elal e s
Männlichkei gil in de hö ischen Li e a u als ein s andesexklusi es Kons uk
3
, das
du ch Kamp e igkei und Kamp be ei scha seine poli isch- ech liche S abili ä
e wi b und dadu ch e s als männlich ane kann wi d. Das T agen on Wa en und de
Kamp au den Schlach elde n sind Eigenscha en, die keine Zwei el an de
Männlichkei lassen. Männlichkei is mi de Bes ä igung de Mäch igen am Ho eng
e bunden und wi d ö en lich als Ak de männlichen Pe o manz o den Mi gliede n
des Ho es zu Schau ges ell ( gl. KERTH, 2002: S.262-263). Das Kons uk de
Männlichkei in de hö ischen Li e a u wa jedoch nich imme einhei lich und
e ände e sich im Lau e des Mi elal e s. Im Folgenden we de ich besch eiben, was das
Kons uk de Männlichkei in den d ei un e schiedlichen Ga ungen Heldenepik,
hö ische Romane und in de Mä endich ung des Mi elal e s ausmach und welche
Fak o en dabei eine Rolle spielen. Vo ab muss hie bei be on we den, dass eine
Un e suchung on Konzep en ideale Männlichkei (und Weiblichkei ) in de Li e a u
des Mi elal e s nich unbeding die wah en sozialen Bedingungen des Mi elal e s zu
E scheinung b ing , sonde n au Ebene de Li e a u es häl , wie geschlech liche und
geschlech siden ische No men in de Li e a u es gesch ieben we den. Haup sächlich
geh es in diesen We ken um allgemeine No me und We e, wie sie inne halb eine
bes imm en Ga ung geschilde wu den ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S.234).
3
Ande e Kons uk e wie z.B. das Bild de Baue n we den nich da ges ell ode soga s igma isie
(KERTH, 2002: S.263).
20
2.1.2.1 Männlichkei in de Heldenepik
In de mi elhochdeu schen Heldendich ung wi d Männlichkei du ch Helden a en
kons uie und ge o m . Ein Held, de , aus welchem G und auch imme , dem Kamp
aus dem Weg geh , wi d nich meh als männlich ane kann und ze s ö so sein eigenes
Bild in de Gesellscha ( gl. KERTH, 2002: S.264). De Held wi d mi
auße gewöhnlichen kö pe lichen, geis igen ode mo alischen Eigenscha en
gekennzeichne . Seine Handlung und Ve hal ensweisen we den im Lau e de E zählung
du ch Begie de nach Mach , Eh e und Hochmu sowie absolu e T eue zu de hö ischen
Gesellscha und Waghalsigkei gep äg und kons uie ( gl. KERTH, 2002: S.263).
,,Die Ve absolu ie ung des Eh gedanken, die T eue zwischen He und Ge olgsmann,
die Unbeding hei des Rachegebo s, Übe mu und Zo n und die A is ie des Helden im
selbs gewähl en Tod” kons uie en den li e a ischen Mann in de Heldenepik ( gl.
KERTH, 2002: S.264). Dabei kommen Gewal und de agg essi e K iege seh deu lich
zu E scheinung. Sie we den in de Heldenepik du chaus als Kon lik löse und als ganz
no male Ak ü den Helden e s anden.
In de spä e en Heldendich ung, in de die hö ischen Romane au die Heldenepik
Ein luss nehmen, sind zwa noch Eh emp inden und selbs ze s ö e ische Rachesuch
o ensich lich zu sehen, jedoch wi d eine Gewal , Übe mu und Heldenzo n au eine
,,me a ex uellen”
4
Ebene k i isie und Helden a en bekommen einen p agma ischen
E hos. Das Handeln de Helden bekomm eine poli isch- ech liche, mo alische, eligiöse
ode soziale Ein ä bung. Beispielsweise läss sich k iege ische Männlichkei im Kamp
gegen Heiden beweisen. Die Heiden we den mi Me kmalen wie Be ug, Feighei und
Donjuanismus cha ak e isie . Das sind genau die Eigenscha en, die die ch is lichen
Helden in de spä en Heldendich ung nich besi zen und deshalb Go an ih e Sei e
haben und mi Hil e on Gebe en und gö lichen Wunde n siegen können ( gl. KERTH,
2002: S.265-266). In de spä e en Heldendich ung is das adi ionale Heldenbild nu an
den S ellen akzep abel, an denen Helden als Schicksals äge ih e Gemeinscha
4
„Me a ex uali ä bezeichne die Beziehungen zwischen einem Basis ex , au den Bezug genommen wi d,
und einem wei e en Tex , de sich au eine übe geo dne en Ebene mi dem Basis ex auseinande se z .
De Basis ex wi d au diese Weise Gegens and eine k i ischen, e lek ie enden Auseinande se zung,,
(Gè a d GENNETE: Palimpses e). Un e : www.geis eswissenscha en. u-
be lin.de/ /li heo/glossa /me a ex uali ae .h ml
21
ungie en, da Zo n ülle gewal ige K ä e in den Helden ei we den lassen und zu
Re ung de Gesellscha üh en ( gl. KERTH, 2002: S. 264-265).
Die e mi el e e hische Gesinnung im Heldenepos is ü die Adelsgesellscha nich
ganz emd, denn auch ih Leben is on Kamp und K ieg und Eh e we b e üll .
Obwohl die hö ische Gesellscha sich au das Ideal de Cou oisie und de hö ischen
Vollkommenhei bezieh , e mi el sie jedoch in de Li e a u eine bes imm e poli ische
Ansich , die das gewal same T ach en nach Mach und Dominanz legi imie und als
e was Selbs e s ändliches da s ell ( gl. KERTH, 2002: S:263; BUMKE, 1987: S.381).
2.1.2.2 Männlichkei im hö ischen Roman
Die hö ischen Romane besch eiben die no m-kons uie ende Männlichkei s o men,
geben abe nu beg enz Auskun übe die a sächliche Handlungsweise de Männe im
Mi elal e . Was hie jedoch ehe in e essan e schein , sind die inhal lichen Pa allelen
de hö ischen Romane, die uns zu Rekons uk ion de Vo s ellungen on ideale
Männlichkei in de damaligen Gesellscha wei e hel en. Dabei muss jedoch beach e
we den, dass in den Tex en die o ge üh en Kons uk e de Männlichkei eng mi
Mach s uk u en und Ideologien e bunden sind ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S.24-
25). Männlichkei is in den hö ischen Romanen ein ideologisches Kons uk , das du ch
Anwendung on Gewal die sozialen Ve häl nisse zwischen Männe n und F auen und
auch un e den Männe n egel , sie du ch kul u elle Mi el ins i u ionalisie und die
O dnung wiede he s ell . Doch die Ak en de Gewal bekommen du ch die
Kons uk ion hö ischen Ri e ums ein mo alisches Konzep und we den dadu ch
ge ech e ig ( gl. KERTH, 2002: S.263). „Fü das Mi elal e s ell die „Selbs de ini ion
des adligen Mannes du ch sein Gewal monopol“ (LIENERT, 2002: S. 225) [...] einen
zen alen Momen da . […] Gewal und das Sp echen on Gewal […] is das Mi el zu
„Hie a chisie ung on Männlichkei ” (DILLIG/HUFNAGEL, 2013: S.166).
Männe müssen ih e Posi ion im sozialen Milieu und de en hie a chische Rela ion zu
ande en Männe kennen, um e olg eich handeln zu können. Denn e s nach de
Beach ung bes imm e Kon en ionen und Ve hal ens o men we den diese
‚Rango dnungen„ konk e deu lich. Die Demons a ion des eigenen S a us muss dahe
22
mi de adäqua en Zu ücknahme de Selbs -(Re-)P äsen a ion in Gegenwa hie a chisch
höhe s ehende Männe e einba we den ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S.237). In
den hö ischen Romanen wi d die soziale S ellung de Männe du ch p imä e K i e ien
wie Mach , Eh e und Reich um beein luss ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S.236-237).
Männe müssen sich in den bes ehenden gesellscha lichen Hie a chien ko ek
e hal en und sich mi den ane kann en Regelsys eme und Kon en ionen gu
auskennen. Die Bewegungs- und Ak ions äume, die den Männe n in den hö ischen
Romanen angebo en we den, sind möglichs ka ie eo ien ie . Männe müssen deu lich
machen, dass sie in de Gesellscha mo alisch und in ellek uell bes ehen können. E s
du ch Gewand hei und Siche hei im gesellscha lichen Ve keh können sie eine
Gelegenhei bekommen sich als männlich zu p äsen ie en, Ane kennung zu gewinnen
und in de sozialen Hie a chie au zus eigen ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S.238).
Um in den hö ischen E zählungen als Mann sieg eich au e en zu können und eine
s andesge ech e Behandlung in de Gesellscha zu gewinnen, spielen zwei Elemen e
eine bedeu ende Rolle. Zum einen die ich ige Vo gehensweise mi ande en Männe n
und zum ande en die P äsen a ion de eigenen Pe son und Quali ika ionen im
i e lichen Kamp . Die Mo i a ion de Männe zu Vollb ingung ih e Ta en ha mi
dem E we b on Ruhm und Eh e zu un. Das wich igs e Handlungsmo i de Ri e und
Adligen is ih e Eh e. Sie is Ausgangs- und Zielpunk ih es Au e ens bei Ho . We
Ansehen und Eh e e we ben will muss i e lich kämp en und dabei ak i und
e olg eich sein. Auch wenn die Eh e des Ri e s ode des Ho es ge äh de is , muss de
i e liche Mann du ch Kamp und a en iu e die Eh e zu ückgewinnen, um den Glanz
seine Männlichkei wiede zu es i uie en ( gl. WEICHSELBAUMER, 2003: S. 240, 246/
RÖCKE, 2012: S.56).
Die hö ischen Romane geben den heu igen Rezipien en einen Übe blick übe die
Ve bo e, Gebo e und Benimm egeln und e möglichen somi auch einen Eind uck übe
die Vo s ellungen on ‚idealem„ männlichen Ve hal en in de damaligen Gesellscha .
Die E zählungen sind nich nu da, um bloße No men und We e zu p äsen ie en,
sonde n nehmen selbs eine p oduk i e Rolle au und kons uie en einen
mi elal e lichen Mann. Hö ische Romane zeigen nich nu indi ek was sein soll,
sonde n was sein muss.
23
2.1.2.3 Männlichkei in de Mä endich ung
In den bishe igen Fo schungen zum Thema Geschlech in Mä en des Mi elal e s läss
sich e kennen, dass ,Männlichkei „ und ,Weiblichkei ‟ in de Ga ung Mä e in Bezug
au einande kons uie und e s anden we den können. Eine Ve keh ung und dami
nich E üllung de Geschlech e o dnung gegenübe dem Ande en ha den sozialen Tod
beide Geschlech e zu Folge. Das Haup hema de Ga ungen beschä ig sich o mi
den Mach e häl nissen zwischen Männe und F auen:
„Es is ein Kamp de Geschlech e , de in unse en Tex en ep essi mi
wechselndem E olg und un e schiedliche Bewe ung ausge agen wi d. E is
gekennzeichne on Gewal , Ve s ümmelung, Tod und läß sich in de Sp ache
sexuelle Symbolik besch eiben. Li e a isch o mulie e
Geschlech e beziehungen dienen abe auch als Rep äsen a ionen kul u elle
Regelsys eme, mi dem Zweck on de en S abilisa ion bzw. P oblema isie ung.
Mach und Sexuali ä sind deckungsgleich“ (BRINKE-VON DER HEYDE, 1999:
S.60).
Die Ga ung Mä e k i isie o Männe , die sich ih e ,,hegemonialen Rolle”
5
gegenübe
F auen nich bewuss sind ode umgekeh F auen, die du ch Übe nahme de
Männe ollen e suchen, die Hegemonie zu beein äch igen ( gl. SCHNYDER, 1999:
S.110-130/ BACHORSKI, 1998: S.263-281).
In de obigen Aus üh ung wu de de Ve such un e nommen, die Bedeu ung und das
Kons uk on ,,Männlichkei ” in de Li e a u des Mi elal e s zu de inie en. Dabei
wu de o allem deu lich, dass das ideale Männe bild p imä du ch seine Abg enzung
und Abwe ung gegenübe de F au an Bedeu ung gewinn . Es is insbesonde e de
pa ia chale Cha ak e im Mi elal e , de das ideale Männe bild p äg . Die F age, die
nun ü die o liegende A bei und in Bezug au die Mä endich ung on Bedeu ung
5
Hegemoniale Männlichkei is ein Modell, de on dem aus alischen Männe o sche Co nell
en s ammen is . Co nell e klä ie G undmodelle, wie sich Männe un e einande e hal en: Hegemonie,
Komplizenscha , Ma ginalisie ung und Un e o dnung.
Hegemonial e hal en sich Männe , die du ch Wa enbesi z und Gewal ausübung, ih e Dominanz
gegenübe F auen und eine un e geo dne e Posi ion on schwäche wah genommenen Männe n siche n.
Mi diesem Modell soll e klä we den, wa um und wie Männe ih e soziale Dominanz gegenübe
ande en ,,nich Männe n„„ au ech e hal en ( gl. CONNELL, 1999, S.98).
30
was du ch hôhe schulde we c.
(V. 9-23)
De Kaise wi d als mäch ige und ge ü ch e e He sche da ges ell , de du ch die
ins umen ale Anwendung on Gewal seinen he scha lichen In e essen nachgeh .
Viele Lände s ehen mi o ch en un e seine Regie ungsgewal . Übe dies nu z e
Gewal als eine Schu z ak ik, um jede e mein liche Ge ah gegen sich als Mann und
König abzuscha en. Es handel sich hie bei de Anwendung on Gewal jedoch nich
nu um einen ein achen Zo nausb uch, sonde n um das allgemeine Mach p inzip, das
sich im Lau e de E zählung wiede hol und den männlichen Habi us o m . Die
Anwendung on Gewal bes imm Mach e häl nisse und siche dem König somi
seine He scha . Des Wei e en demons ie e seine Übe legenhei du ch die Ausübung
on Gewal , denn jede Ge äh dung seine Posi ion als König is eng mi de Ve le zung
seine ê e und dami de Gesellscha e bunden. Eine e le z e ê e kann zu Ve lus de
Männlichkei des Kaise s üh en, wodu ch de Ho als eine pa ia chal geo dne e
Gesellscha (mi ausschließlich Männe n an de Spi ze), ze allen kann.
De Tex geh mi de Besch eibung eine Os e eie in Babenbe c (V.24) am
kaise lichen Ho wei e . Aus de Fes si ua ion geh ein Kon lik he o , de gewöhnlich
als Me kmal ü die wei e üh ende Handlung in de hö ischen Li e a u da ges ell
wi d. Wie in üblichen hö ischen Ze emonien sind auch hie iele hochwü dige Gäs e
eingeladen, die öhlich gelaun zu de Feie d ängen: die quamen alle da gezoge /in
wünnecliche p esse (V. 36-37). De Saal is p ach oll geschmück , das Fes mahl is
be ei ges ell und alle Tische sind es lich gedeck , sodass de Kaise und seine Fü s en
nach de Messe mi dem Essen beginnen können. Ho es e sind iel ach mi einem
p unk ollen Einzug e bunden, mi Glanz, Musik, Geschenken und Fes mahl ü den
Adel und kons uie en eine ideale Da s ellung de He scha des Kaise s. Gemeinsame
Mahlzei en bilden einen zen alen Bes and eil hö ischen Lebens und so gen ü öude
( gl. SCHMIDT, 2009). Das gemeinsame Mahl spiel eine seh wich ige Rolle am Ho ,
denn du ch die hö ischen Manie en und die Si zo dnung wäh end des Speisens, zeigen
sich die hö ischen Ri uale und zudem lassen sich ,,Rang e häl nisse und
We maßs äbe“ (KELLNER, 2002: S.366) zwischen den Männe n bes ä igen. Aus diesem
G unde signalisie auch das gemeinsame Mahl on Kaise O o mi seinen Fü s en am
31
selben Tisch, Einhei und S abili ä des Reiches und die Posi ion de jeglichen Fü s en.
Doch gleich zu Beginn de E zählung en wickel sich aus einem ge ing ügigem Anlass
To schlag, Todesu eil und handg ei liche No weh . Dies symbolisie wie labil und
emp indlich die hö ische O dnung sein kann.
Auslöse des Kon lik s is de adelige Sohn des He zogs on Schwaben.
ein we de junche e […],
de edel unde wünne a
an he zen und an lîbe schein.
die liu e im alle sunde mein
il hôhen p îs dâ gâben.
sîn a e was on Swâben
he zoge il gewal ec,
des gül e manic al ec
sol e ben di e aleine.
(V. 51-59)
Kon ad besch eib den Jungen mi Adjek i en wie we de , edel, wünne a , die den
hohen Rang des kleinen Knappen o enba . Auße dem we den mi Hil e diese
Pe sonenbesch eibung die Fundamen e adlige Vollkommenhei eines jungen Mannes
en wo en, die du ch auße gewöhnliches Ansehen und Ane kennung sowie Besi z
gekennzeichne is . Da de Name des Jungen in de E zählung jedoch nich e wähn
wi d und seine Iden i ä uns nu du ch den Namen seines Va e s bekann is , kann
e schlossen we den, dass de Knabe noch keine Ta en ollb ach ha . Au g und seine
adligen Abs ammung und dem Reich um seines Va e s, den e spä e ielleich einmal
e ben wi d, geben liu e ihn jedoch il hôhen p îs. Hie bei wi d deu lich, on welchen
Fak o en die ê e in de hö ischen Gesellscha abhängig is . Wenn eine diese P ädika e
wie Mach und Besi z e lo en gehen, bedeu e es Ve lus de ê e und somi auch die
Iden i ä des männlichen Seins. De Kon lik en s eh , als de Knabe gegen die
Tischmanie en e s öß . Du ch seine Naschsuch und das Abb echen eines winzigen
S ück B o es o de Ankun des Kaise s b ing e die hö ische O dnung in Bed ängnis.
De E zähle e such , die Ak ion des Knaben als eine no male kindliche Handlung
da zus ellen und sie dami zu ech e igen. Dennoch ha de Fehl i des Knaben nich
nu ü ihn selbs , sonde n auch ü den ganzen Ho g a ie ende Konsequenzen. Das
32
Kind wi d om T uchsess massi bes a und mi einem S ab geschlagen, bis aus
seinem Kop he aus Blu ließ und e weinend au dem Boden si z :
de selbe de wa des gewa ,
daz de junche e we
des b ô es hæ e dâ gege .
des wa e zo nic sâ zehan :
de si e sîn was sô gewan
daz in muo e ein cleine dinc.
des lie e an den jungelinc
mi eime s abe den e uoc,
dâ mi e e û daz hoube sluoc
den knaben edel unde clâ ,
daz im diu schei el und daz hâ
on ô em bluo e wu den naz.
des iel e nide unde saz
(V. 78-90)
Es is zwa die Au gabe des T uchsesses die O dnung des Mahles ( gl.
FISCHER/VÖLKER, 1975: S.387) und somi wiede die O dnung de hö ische
Gesellscha wiede he zus ellen, abe du ch seine unmäßig ha e Bes a ung wi d e
selbs zum F iedensb eche . Wa um de T uchsess sich gegen einen Adligen de maßen
gewal sam e häl , is agwü dig, denn seine Ak ion s ell die Ha monie nich wiede
he . Sie üh im Gegen eil zu eine zwei en S ö ung des Fes mahles. De T uchsess ha
aus Zo n und Neigung zu Gewal einen hie a chisch höhe ges ell en adligen Jungen
mi einem Schlags ock gezüch ig (V. 81-86). De T uchsess is zwa zo nic (V.81)
dennoch kann Zo n alleine nich de G und ü solch eine Gewal ausübung sein. Denn
als Beam e eine de ,,obe s en Ho äm e “ (RÖLLEKE, 2013: S.121), muss es dem
T uchsess bewuss sein, was ü einen Fauxpas e begeh . Wü de es sich nu um einen
Zo nausb uch handeln, wü de e zumindes spä e in de Szene, in de Hein ich ihn ins
Gewissen ede : "waz haben i ge ochen /Daz i nu hân zeb ochen/ iuwe i e lichen
zuh ,/ daz i eins edeln ü s en uh / als übellîche habe geslagen?“, Reue zeigen und
au seine Wo e ach en. Das passie jedoch nich . Unabhängig da on, wie ge ing ügig
de Fehle des Knaben schein , s ell e aus de Pe spek i e des T uchsesses ein
Ve b echen de hö ischen No men und We e da . Au g und dessen kann de Junke
auch nich ohne S a e da on kommen, da e s ens de Regelb uch o de hö ischen
Gesellscha s a ge unden ha und zwei ens die Exis enz des Ho es mi de
33
Au ech hal ung de No men und We e eng e bunden is . De Ve s oß des Jungen
gegen die Ho egeln b ing die ê e des Ho es und somi auch die des T uchsesses in
Ge ah , die nu du ch Anwendung on Gewal wiede s abilisie we den kann. „Denn
wie RÖCKE (2012) besch eib , dulden Eh e le zungen keinen Au schub, „sonde n
zwingen dazu, die geschände e Eh e im Gewal ak möglichs asch einzuwaschen,
gewisse maßen zu heilen.‟‟(S.58).
Mi de Wiede he s ellung de O dnung des Mahles is die ê e des Kaise ho s und die
des T uchsesses ge e e wo den, doch de Sohn on He zog on Schwaben si z je z
weinend und blu end au dem Boden. Als G und seine bi e en T änen we den nich die
Schme zen genann , sonde n die Missach ung de Hie a chieo dnung.
und weinde manegen heizen ahen,
daz in de uhsæze slahen,
ge o s e.
(V. 91-93)
An diese S elle muss be on we den, dass eigen lich kein Zwei el an den kö pe lichen
Schme zen des Adelsjungen bes eh , dennoch e such de E zähle , den G und ü die
T änen de Junke als eine Reak ion au die Beein äch igung de Hie a chieo dnung
du ch den T uchsess da zus ellen. Obwohl den Rezipien en und den ums ehenden
Figu en kla is , dass de Junke in Wi klichkei au G und on physischen Schme zen
wein , e such de Au o das Konzep des Weinens mi de missach e en
Hie a chieo dnung zu e knüp en.
Hie wi d die F age nach de Rolle des E zähle s in de Besch eibung de Szene und
somi in de Da s ellung des männlichen Idealbilds on Bedeu ung. Das Weinen on
Männe n au g und on physische Schme zen in de Li e a u gil anscheinend als ein
Tabu hema. DINZELBACHER (2009) mach in seinem Buch ,,Wa um wein de König?”
deu lich, dass ö en liches Weinen ü Männe angesich s leibliche Schme zen nich
akzep abel sei (S.17). Die Fähigkei Schme zen zu e agen, gehö zu den ypischen
Me kmalen des Männe bildes. Das klaglose E agen on Schme zen gil somi als
Beweis de Männlichkei .
Das blu ende Adelskind und die Respek losigkei des Ho beam en ihm gegenübe
deu en au einen g oßen Eh e lus ü den Knaben hin. Doch da das Kind noch un e
34
de zuch seines Zuch meis e s Hein ich s eh ( gl. V.98-101), is es die Au gabe on
Hein ich die e lo ene ê e wiede zu ückzugewinnen.
De Ri e , Hein ich on Kemp en, de sîn edel muo de hæ e sich îliche manhei
angenomen (V. 96-97), is Augenzeuge diese Gewal a gegenübe einem Adligen. E
is übe die Handlung des T uchsesses schwe be üb und s ell ihn zo ncliche zu Rede.
Hein ich wi dem T uchsess unhö ische Ve hal ensweisen o und k i isie ihn da ü ,
dass e den Sohn eines sozial höhe s ehenden adligen Fü s en geschlagen ha . Die
Reak ion des T uchsess lân iuwe ede andi e is /belîben algemeine:/ ich ü h e
iuch alsô cleine als de habich uo daz huon (V. 124-127) und seine beleidigenden
Wo e s ellen einen di ek en Ang i au Hein ichs ‚ i e liche Mannha igkei „ ( gl. V.
97) da . E wi d om T uchsess als huon bezeichne , ein weibliches Tie , dass on
einem Habich gejag wi d. Die Si ua ion eskalie und münde du ch he iges
Wo wechsel und P o oka ion zwangsläu ig wiede in o ene Gewal . Als G und hie ü
kann die ehlende Rüs ung Hein ichs genann we den ( gl. V.145), die gleichzei ig eine
mangelnde Fähigkei signalisie , sich und ande e gegen Eh e lus zu e eidigen und
zu schü zen.
6
„Die Rüs ung e kö pe as sinnbildlich eine de zen alen s ändischen
Männlichkei skonzep ionen des Mi elal e s: den Ri e . E s de ge üs e e Mann is ein
olls ändig ( i e liche ) Mann[…]“ (DILLIG / HUFNAGEL, 2005: S.165). Es ehl
Hein ich an Schu zwa en und somi an eine zwei en Hau , die den Adligen zum
Ri e mann mach . Die ehlende Rüs ung, ein wich iges Geschlech sme kmal des
Ri e s, deu e hie au eine en scheidende ehlende Quali ika ion zum Mann-Sein.
Hein ich muss zu Ve eidigung de ‚männlichen Eh e nach einem Knü el g ei en und
somi Gewal ausüben. Mi Hil e de Gewal wi d nich nu seine Männlichkei und die
hie a chische Ab olge zum T uchsess wiede he ges ell , sonde n auch die G enzen zu
F au.
Die Bildlichkei de Kommunika ion zwischen Hein ich und dem T uchsess e inne an
die Schilde ung de Szene E ec und dem Zwe g in Ha mans Roman e ec, jedoch mi
einem g oßen Un e schied: Hein ich kann den Ve lus seine Männlichkei und Eh e
6
Ob Hein ich eine Wa e bei sich äg gib de Tex beginn nich zu e kennen. Abe aus dem Ve s 145:
„dô g ei e einen s ecken“ da man schließen, dass e kein Schwe und keine i e liche Rüs ung bei
sich äg .
35
o z seine Wa enlosigkei du ch asches Handeln und de Anwendung on Gewal
zu ück gewinnen. Dies is bei dem jungen E ec nich de Fall. E kann seine e lo ene
Männlichkei und somi auch Eh e e s nach langen Jah en und dem e olg eichen
Bes ehen on ielen gewal samen â en iu e-Fah en wiede ekons uie en. Du ch die
Nebeneinande s ellung de Szenen e suche ich im Folgenden abella isch, die Sache
nähe zu e klä en:
,,E ec“7
,,Hein ich on Kemp en”
1. Die unbewa ne e Dame wi d om
Zwe g geschlagen
1. De unbewa ne e Adels-Kind wi d om
T uchsess geschlagen
2. E ec s ell den Zwe g wegen seine Ta
seh hö lich zu F age
2. Hein ich s ell den T uchsess wegen
seine Ta seh hö lich zu F age
3. Zwe g an wo e p o okan und
unhö lich zu ück und gib E ec eine
Oh eige was eigen lich als eine
Züch igungs o m ü F auen im
Mi elal e e wende wu de. (Folge:
Männlichkei beschädig )
3. T uchsess an wo e p o okan und
unhö lich zu ück und s ell die
Männlichkei on Hein ich in age
(Folge: Männlichkei beschädig )
4. Au g und seine ehlenden Rüs ung is
E ec nich in de Lage du ch
Gewal ausübung seine e lo ene
Männlichkei zu ehabili ie en.
4. T o z seine ehlenden Rüs ung g ei
Hein ich nach einem P ügels ock. Ziel
is es, anhand on Gewal ausübung und
de E mo dung des T uchsesses seine
Männlichkei und sein e lo enes
Ansehen o dem Ho zu ehabili ie en.
7
In Ha mans E zählung wi d au Be ehl de Königin eine Ho dame ausgeschick , um die Iden i ä eines
emden Ri e s, de in Beglei ung eines Zwe ges is , zu e o schen. S a mi seinem Namen, komm sie
abe geschlagen zu ück. Ein Ri e namens E ec ei e zu dem Zwe g und s ell ihn wegen seines
Ve hal ens seh hö lich zu Rede. T o zdessen an wo e de Zwe g unhö lich und p o okan zu ück. E ec
is jedoch ohne Rüs ung und dahe nich in de Lage seine Eh e zu e eidigen.
36
Be ach e man die le z e e glichene S elle des Tex es aus Hein ich on Kemp en und
e ec is zu e kennen, wie wich ig Gewal anwendung ü die Wiede he s ellung und
Ve eidigung de Männlichkei is . Männe , die in eine de maßen pa ia chalen Wel
nich in de Lage sind, sich gegenübe kö pe liche ode abe auch sp achliche Gewal
mi Gegengewal zu e eidigen und somi die Hegemonie gegenübe ande en
männlichen Figu en und auch de Ho gesellscha zu ehabili ie en, we den, ähnlich wie
E ec, jah elang aus de Männe wel ausgeschlossen. Hie bei soll e nich une wähn
bleiben, dass Kon lik lösung un e Männe n mi ungleichem S a us wie beispielsweise
Zwe g und Adels i e in e ec ode T uchsess und Adels i e in Hein ich on Kemp en
lediglich du ch Gewal und nich mi hil e kommunika i e Mi el e eich we den kann.
Dies läss sich auch in ande en Szenen on Kon ads E zählung e zählen. Ein wei e es
Beispiel da ü , dass Kommunika ion kein Ausweg is , is die Szene zwischen Ri e
Hein ich und Kaise O o, in de Hein ich e such , den Kaise on Unschuld seine
Handlung zu übe zeugen. In ie und ün zig Ve sen (V.189-243) wi d die
Kommunika ion zwischen Hein ich und Kaise O o besch ieben mi de Absich den
Kon lik des ge ö e en T uchsesses zu lösen, ohne jeglichen E olg. Es e schein , als
wü den beiden Sei en aneinande o bei eden. Nu als Hein ich schließlich
handg ei lich wi d e ziel e einen Ausweg.
Nachdem Hein ich den T uchsess mi einem P ügels ock ge ö e ha , besch eib Kon ad
die g ausame Szene olgend:
e sluog in daz diu schei el
im ze clah e sam ein ei,
und im de gebel spiel enzwei
eh als ein ha enschi ben,
daz e begunde zwi ben
alumbe und umbe sam ein op ;
daz hi ne wa im und de kop
e schelle ha e, dünke mich.
des iel e û den es e ich
und lac dâ jâme lichen ô .
de sal wa sînes bluo es ô .
(V.146-156)
Die Da s ellung de Gewal a e olg mi einem Hauch on Humo und äg dazu bei,
dass das Gesich de Gewal hie no malisie und ela i ie wi d. KELLNER (2002)
37
sch eib hie zu, dass ,,[d]u ch Fo mulie ungen, wie de Kop des kaise lichen
Wü den äge s sei wie ein Ei ze b ochen und habe sich wie ein i dene Top im K eis
ged eh (V. 146 .), spiel de E zähle die Szene zwei ellos ins Komische hinübe .
Indem diese schwankha en Momen e den To schlag zum Gegens and des Geläch e s
machen, en las en sie, so könn e man olge n, die Inszenie ung ohe Gewal ” (S.369).
Be ach e man die Szene genaue , in de als Beg ündung des weinenden Junke s s a
de Schme zen die beschädig e Hie a chieo dnung genann wi d, muss als Randno iz
e wähn we den, dass die na a i e S uk u de E zählung sowie de E zähle selbs
eine signi ikan e Rolle in de Kons uk ion de Männlichkei übe nehmen.
An diese S elle is es ausgesp ochen wich ig da au hinzuweisen, dass de Kop im
Mi elal e ein wich iges Symbol is . De Kop ge allene ap e e Gegne wi d in de
Li e a u als nich läche lich geschilde , da das Haup de Rep äsen an des ganzen
Kö pe s und Si z de Seele is ( gl. DILLIG / HUFNAGEL, 2005: S.165). De G und ü
die läche liche Da s ellung des Kop es on dem T uchsess du ch den E zähle muss an
de uneh enha en und unmännlichen Ve hal ensweise des T uchsesses legen. Ans a
sich wie ein männliche Ri e mi messe scha en Schwe e n ode hö ische
Sp achkommunika ion gegenübe Hein ich zu e eidigen, g ei de T uchsess Hein ich
mi seine messe scha en, i onisch-zynischen Zunge an:
daz lân iu ga unmæ e sîn!“
sp ach de uhsæze
"mi is daz wol gemæze
deich unge üegen schelken we e
und einen iegelichen be e
de hie ze ho e unzüh ic is .
lân iuwe ede an di e is
belîben algemeine:
ich ü h e iuch alsô cleine
als de habich uo daz huon.
waz wel i nû da umbe uon
daz ich den he zogen sluoc?“
(V. 118-129)
Im Mi elal e gil dies eigen lich als ypisches Weiblichkei smodell de
Gewal ausübung on F auen gegenübe Männe n. Mach und Männlichkei we den im
o liegenden Tex anhand de F age, we mi welche Wa e wen, an welchem
38
Kö pe eil e le z , e deu lich . Des Wei e en gib diese Szene Au schluss da übe ,
dass ein Mann lediglich du ch die Ausübung on Gewal und nich du ch die
Anwendung on sp achlichen Mi eln seine e lo ene Eh e und sein Ansehen
zu ückgewinnen kann.
Nach dem Tod de Wü den äge des kaise lichen Ho mahles und dem Anblick des o
beschmu z en Saals on dessen Blu , wi d d as isch deu lich, dass de Rahmen des
kaise lichen Ho es es, das eigen lich zu Ve söhnung, zu F ieden und Ha monie de
ch is lichen Gesellscha dienen soll, sich in Gewal umgewandel ha . Das e gossene
Blu und die Blu a en am Os e mo gen, die Zei de Au e s ehung Ch is i und de
wich igs e Tag des gesam en Ki chenjah es, en eh en und schänden den Fes saal und
somi auch Kaise O o sowie die gesam e Ho gesellscha ( gl. KELLNER, 2002: S.
370). Da anscheinend keine männliche handelnde Figu am Ho anwesend is , um gegen
die Gewal a Hein ichs und die in olgedessen En eh ung de Ho gesellscha Reak ion
zu zeigen, e se z sich de Ho und die Adelsgesellscha in Chaos und Panik:
dâ on huop sich en michel dôz
unde ein lû geb eh e g ôz.
(V. 157-158)
Mi de Ankun des Kaise s schein die Ruhe in dem Fes saal wiede eingekeh zu
sein. Diese en pupp sich jedoch nu als die Ruhe o dem S u m. Die Ho gesellscha
wa e ungeduldig und blick gespann au das Handeln des Kaise s - de höchs e
handelnde Mann - nu du ch seine Reak ion kann die e lo ene Eh e des Ho es wiede
zu ückgewonnen we den. De angekommene Kaise wäsch sich nach hö ischen Si en
die Hände und will sich an den Tisch se zen, als e die Blu spu en au dem Boden sieh
daz bluo begunde e alsô isch / û dem es e iche sehen (V. 162-163). E ag nach
dem Geschehen und dem Tä e . Doch das ganze o ge allene Geschehen wi d ihm nich
p äzise genug geschilde . Es we den ihm lediglich die Namen des Op e s und des
Mö de s genann . De Kaise ge ä in Zo n und will so o handeln. HEITZMANN (2002)
e klä an diese S elle in ih em A ikel „Die männlichen Blicke im Hein ich on
Kemp en“, dass das männliche Ve hal en sich in d ei Komponen e gliede n läss .
Zunächs de Blick, dann de i ualisie e Zo n und anschließend das eak i e
gewal same Handeln ( gl. S. 96).
39
Das eak i e gewal same Handeln läss sich am Beispiel on Kaise O o seh deu lich
sehen. Das U eil ü Hein ichs Ve hal en äll de Kaise schon o dem kaise lichen
Ge ich sp ozess. Kaise O o is bemüh , den To schlag des T uchsesses so schnell wie
möglich ohne jegliche E mi lung du ch eine gewal same Gegengewal zu e wide n
( gl. V. 176-179). BUMKE (1986) besch eib , dass die Ge ech igkei des Königs da in
lieg , niemanden du ch Gewal unge ech zu behandeln, Ve eidige on F emden zu
sein und Zo nausb üche zu un e d ücken ( gl. S. 384). Die genann en Eigenscha en
eines Kaise s s ehen nich im Einklang mi dem Cha ak e zügen on Kaise O o. Die
An wo au die F age, wa um das Bild, das hie on Kaise O o p äsen ie wi d,
de maßen in Kon as mi dem Idealbild des He sche s s eh , und wa um e übe eil
e such , seine männliche Eh e mi eine Gewal a wiede zue langen, muss in den
ins i u ionellen S uk u en de hie he schenden männe dominie enden Gesellscha
gesuch we den. Es e schein plausibel, dass alle Männe zu einem gewissen
gewal samen Ve hal en e zogen we den und le nen gewal ä ig zu handeln. Schau man
sich die bishe igen Kon lik e zwischen Knabe und T uchsess; Hein ich und T uchsess;
sowie Kaise O o und Hein ich in de E zählung an, kann da on ausgegangen we den,
dass Männe ih e Männlichkei und da aus schließend ih e Mach in de Fähigkei da in
sehen, ande e und ih e Umwel zu dominie en. Die ausgeüb e Gewal on Männe n
e schein eine Me hode zu sein, nich nu um ih e Männlichkei in den Momen en, in
de Ih e Eh e beschädig wi d, wiede zu ekons uie en, sonde n auch ih e
Männlichkei und Mach in Beziehung zu ande en Männe n zu Schau zu s ellen. Im
Rahmen eine de maßen gewal basie en Gesellscha wi k das o eilige U eil des
Kaise O os gegenübe Hein ich nich meh übe aschend, sonde n ehe in
Übe eins immung mi den Idealen de Adelsgemeinde. Denn „[…] die An wo au eine
Blu a wi d in alle Regel wiede eine Blu a sein. S e s o de die Gewal
Gegengewal , s e s u die Rache nach Rache[…]. „„ (KELLNER, 2002: S.370).
Wie auch de wei e e Ve lau de Geschich e zeigen wi d, ha die Männe gesellscha
eine gewal basie ende Tendenz, die dazu e hil , als Mann in de Gemeinde ane kann
zu we den und dadu ch die Exis enz de Männe siche . Gewal monopol is ü die
Exis enz bzw. das Übe leben des Adligen unmi elba kons i u i , so Ha mu KOKOTT
46
Die Bed ohung is du chaus legi im. Hein ich wi d dami kein Un ech ange an, sonde n
ielmeh ep äsen ie de Ab mi seine ge ech en Fo de ung die Lehensmach . Seine
A gumen e sind wide sp uchs ei und ech , denn Hein ich is als Vasall zu
Diens leis ungen gegenübe dem Lehenshe en e p lich e . Dies is auch gleichzei ig
de G und da ü , dass die Bed ohung nich zu einem Gewal ausb uch üh . Hein ich is
de ûze wel e degen de sich o dem Rech beug und nu bei Un ech Gewal
anwende :
mîn hel e sol ze eh e nô
iu be ei on schulden sîn,
wande i sî de he e mîn,
den ich diens es muoz gewe n;
sî i sîn nih wel enbe n,
sô we de e ülle iuwe muo .
(V. 502-507)
Die Be ei scha Hein ichs, so o in den K ieg zu ziehen, muss als Ak de mus e ha en
Männlichkei e s anden we den und nich als eine aus Angs e zeug e Handlung.
Nach de En scheidung Hein ichs ü die K iegs ah , e scheinen die E klä ungen des
E zähle s wiede eine Au hen i izie ung da ü zu sein, dass Hein ich nich aus Angs
o de Bed ohung de Lehensen ziehung diese En scheidung ge o en ha , sonde n es
is die ge ech e Fo de ung des Ab es, die Hein ich ohne jegliche Wiede wo e ode
Diskussion hinnimm :
e was sô küene und ouch sô quec
daz e du ch o h e wênic liez:
e e swaz in sîn he e hiez
(V. 516-518)
Au dem Schlach eld angekommen, e such Hein ich so gu e kann, Kaise O o aus
dem Weg zu gehen. E e meide jede Begegnung mi ihm und auch sein Zel schläg e
wei en e n on dem He n au , um den al en haz des Kaise s nich zu e wecken. Wie
de nächs e Teil zeig , üh eine übe aschende und un o he gesehene Wendung de
Geschehnisse jedoch dazu, dass Kaise O o und Hein ich wiede au einande e en.
Als eine G uppe on Bü ge n aus de S ad au den Kaise ho zu ei e , geh de Kaise
ihnen ohne jegliche Rüs ung mi de Absich en gegen, mündlich mi den
47
S ad bewohne n zu kosen (V.545) und zu e handeln. Dies e weis sich als ein g oßes
Fehl e ah en, denn die eulosen S ad bewohne sind nich gekommen, um übe die
belage e i alienische S ad zu sp echen. Vielmeh beabsich igen sie, ih e i alen
In e essen mi physische Gewal du chzuse zen.
ein eil de bu gæ e,
und ouch den keise mæ e
s ap en gegen in do hin:
umb die s a wol e mi in
eidingen unde kôsen.
dâ on die iuwelôsen
bu gæ e hæ en û gelei
mi pa â und mi kündekei ,
daz sîn ze ôde slüegen;
si wol en ge ne üegen,
sô e mi in sp âchen wolde,
daz man in slahen solde
und mo den âne wide sagen.
(V. 541-552)
Ähnlich wie in den o he igen Kon lik szenen läss sich aus diese Szene e neu
e schließen, dass Kommunika ion in de ik ional exis ie enden Wel on Hein ich on
Kemp en nich als Kon lik löse eingese z we den kann. Physische Gewal ausübung is
in diese pa ia chalen Männe -Sphä e de einzige Weg de Kon lik bewäl igung und
die Ga an ie ü eine wei e e Exis enz. Fü männliche Figu en, die Kon lik e e bal zu
lösen e suchen, bes eh imme wiede die Ge ah , en wede in einen weiblich kodie en
Ak , wie die des T uchsesses, zu allen ode müssen, wie de Kaise , um ih Leben
ingen. De Topos, dass F auen übe P obleme eden, wäh end Männe diese du ch
Gewal ausübung lösen, schein hie de Fall zu sein. Dies is ü ein Zei al e , in dem de
All ag des Mannes aus Jagd, Kamp und physisch-ans engende A bei bes eh ,
du chaus e s ändlich und nach ollziehba . Kinde , F auen und ma ginalisie e Männe
sind dagegen alle Be ehlsemp änge de pa ia chalischen O dnung, on Ihnen wi d
Handlung nu in Fo m on Geho samkei e lang .
HEGEL (1979) b ing die Rolle de Gewal in pa ia chalischen Gesellscha en au den
Punk , indem e das P inzip de Feudalhe scha in Hinblick äuße e Gewal ausübung
Einzelne be ach e . Hegel e klä , dass alle Männe in diesem Sys em Vasallen eines
höhe en Fü s en und/ode Lehenshe n, sind, gegenübe denen sie Ve p lich ungen
48
leis en müssen. Genauso wie die Rech e des Lehenshe n du ch Gewal abge o z sind,
kann de en E üllung abe auch nu du ch o daue nde Gewal au ech e hal en we den
( gl. S.478). Somi spiel Gewal in de Rech so dnung diese Gesellscha eine g oße
Rolle und muss als un e meidba angesehen we den. Genauso wie Gewal
O dnungsb eche sein kann, nimm sie auch einen e heblichen An eil an
de (Wiede -) He s ellung de O dnung ein ( gl. FISCHER/VÖLKER, 1975: S. 99). Dies
läss sich du ch die Re ungsak ion des Kaise s im zwei en Wendepunk de E zählung
belegen: Hein ich, de gu e s eck und nack in einem Zube bade , wi d
Augenzeuge
12
wie die Bü ge de belage en S ad , die sich übe das Schicksal de S ad
mi dem Kaise e en wollen, ihn ohne Fehdeankündigung (âne wide sage, V.553) zu
e mo den e suchen. Hein ich, de den hin e häl igen Anschlag wah nimm , eagie
ähnlich wie im e s en Teil de E zählung: asch und ohne zu zöge n. E s eig nack aus
de Wanne he aus, g ei sein Schwe und enn zu dem bed oh en Kaise .
dô liez e baden unde wahen
il ga belîben unde wegen:
eh als ein ûze wel e degen
sp ang e uz dem zube ie ,
ze sîme schil e e balde lie ,
de hieng an eine wende,
den nam e zuo de hende
unde ein swe ga ûze wel .
dâ mi e quam de blôze hel
gelou en zuo dem keise hin.
on den bu gæ en lôs e e in
und we e in alsô nacke :
ze houwen und ze hacke
wa on im de înde gnuoc.
[…]
und swaz i lebendic beleip,
die mah e e alle lüh ec.
(V. 574-595)
Wiede auch hie ein männliches Ve hal ensmus e au und zwa das a ionale
Handeln in Fo m on Gewal ausübung. Diesmal abe is die Handlung Hein ichs nich
12
Die männlichen Figu en in Hein ich on Kemp en nehmen du ch den Blick po en iell kon lik be ei ende
Si ua ionen wah und können au g und ih e gesellscha lichen Funk ion dem Kon lik nich aus dem
Weg gehen. Sie sind sozusagen zu eine gewal ä igen Handlung e p lich e ( gl. HEITZMANN, 2002,
S.98).
49
au g und seines eigenen Willens du chge üh wo den, sonde n zu Ve wi klichung de
In en ionen und Rich linien de Feudalgesellscha : sein eigenes Leben ü die Re ung
des Kaise s als obe s e Mach habe de Hie a chiepy amide au s Spiel zu se zen. Eine
P opaganda des iuwe-Ideals, die Kon ad an diese S elle da s ell . Die Einlösung on
iuwe-Ve p lich ung gegenübe einem He sche könn e nich besse du chge üh
we den, so Rüdige BRANDT (1987: S. 121). Die Ta Hein ichs, sich nack und schu zlos
als Einzelkämp e gegen eine ganze G uppe bewa ne e Bü ge ü die Re ung des
Kaise s zu s ellen, kann als Zeichen ü eine eiwillige Un e we ung un e das
Feudalhe scha sp inzip e s anden we den. Meh Nack hei , meh Zi ilcou age und
meh iuwe könn e ein Vasall seinem He n gegenübe nich zeigen. De Ak den
männlichen Kö pe im Kamp um die Re ung des Kaise s schu zlos zu iskie en is eng
mi dem Bild de wah ha en Männlichkei e knüp . Die Nack hei Hein ichs indizie
die Be ei scha und Fähigkei eines Mannes, de seinen obe s en He n mi bloßem
Kö pe und nu einem Schwe in de Hand zu e eidigen e such . Männlichkei ,
P lich bewuss sein, Mu , T eue und Kamp be ei scha ü die Ge ech igkei sind
Eigenscha en, die Hein ich als Mann so beispielha machen.
Du ch die Da s ellung de ex emen Gewal und de sozialen iuwe-Bindung Hein ichs
zum Kaise wi d nich nu die männliche Eh e Hein ichs e iel ach , sonde n sie üh
gleichzei ig zu Rehabili a ion de e lo enen Hie a chieo dnung im e s en Teil de
E zählung. Ve gleich man die zwei Wendepunk e de E zählung mi einande läss sich
die wide sp üchliche Rolle de Gewal in de eudalen Gesellscha en al en:
„Eine sei s e schein sie als das die gesellscha liche Beziehungen ze s ö ende
Elemen e. Das demons ie de e s e Handlungs eil mi seine Folge on
Gewal ak en, die schließlich zu Au hebung de eudalen Hie a chie üh en. In
di ek e Umkeh ung e schein die Gewal dann ande sei s im zwei en Teil de
Handlung als das Elemen , das allein die gesellscha lichen Beziehungen
wiede he zus ellen e mag. Denn e s die Anwendung di ek e Zwangs üh zu
Rekons uk ion de Lehenshie a chie und di ek e Gewal e s zu de Lösung des
Kon lik s“ (FISCHER/VÖLKER, 1975: S. 98).
50
Zwa is du ch die Ak ion Hein ichs die gesellscha liche Posi ion des Kaise s
s abilisie wo den, doch die in Schwankung geb ach e Männlichkei O os im e s en
Teil schein noch ein g oßes Thema in de Mä e zu sein. E s aunlich gil hie bei, dass
de Kaise seinen Re e nich e kenn :
we in mi manliche we
hæ e e lœse bî de s un ,
daz was im ha e cleine kun ,
wand e sîn nih e kande.
(V. 606-609)
Es is du chaus appie end, dass O o den nack en Ri e Hein ich nich e kann ha .
Du ch den Anschlag in Babenbe c und die he ige Ba -Be aubung muss dem Kaise
das Gesich Hein ichs bekann o kommen. Die besch iebene Szene e weck den
Anschein, dass es sich hie bei um eine isuelle Schwäche handel , die au die Kas a ion
des Kaise s hindeu e . Eine de s ä ks en Sinne de Männe is die Sehk a und das
e a bei en dessen, was sie du ch die Augen wah nehmen. Männe sind sozusagen
isuell ges eue .
13
F i sch-Rößle (2002) sch eib zu Blendung de Helden in seine
A bei zum Thema ,,Das männliche Geschlech und de Blick in Wol am Pa zi al„„,
dass die Blendung de Männe in de Li e a u als das symbolische Adäqua de
Kas a ion zu e s ehen is , die zu de psychoanaly ischen Thesen in de
Li e a u wissenscha gehö en (S.111). Die Ta sache, dass de Kaise Hein ich nich
e kenn e deu lich o allem, dass die Männlichkei und Eh e O os bis zu dem
Zei punk noch nich wiede he ges ell wo den is . Es sind zwei s a egische
Gewal ausübungen des Kaise s, die zu de Wiede gewinnung seine Männlichkei
üh en. Zum einen seine implizi e Kla s ellung de Mach e häl nisse und zum ande en
seine Anwendung on Disziplina gewal .
De Kaise , de nun den Namen seines Lebens e e s kenn und sich an das ganze
Geschehen in Babenbe c e inne , will zunächs einmal Hein ich au g und des
Ve s oßes gegen das Ve bannungsdek e , zu Rechenscha ziehen. E jag Hein ich
einen Sch ecken ein. Mi seine ak ollen D ohung, die eine Mischung aus bosha en
Humo und E ns is , signalisie de Kaise seine Mach und S ellung gegenübe
13
gl. h p://maenne e s ehen.ne / le z e zug i am 19.05.2016
51
Hein ich. De Kaise soll e sich zwa inzwischen den Konsequenzen eine solchen
Handlung bewuss sein, muss jedoch die Si ua ion ausnu zen, um seine e lo ene Mach
und sein Ansehen Hein ich gegenübe hie o den e sammel en Ho zu ückzue obe n.
Mi diesen Wo en wi d eindeu ig kla (abgesehen da on, inwiewei diese Ak ion
umse zba is ), dass Hein ichs Leben in de Hand des Kaise s lieg . E en schließ sich
jedoch le z endlich da ü , ihn in Gnade au zunehmen.
dâ on ich ge ne lâzen sol
gegen iu den zo n mîn.
mi und go e sul i sîn
wol ûsen wa be willekomen.
(V. 722-724)
Hin e diese scheinba en G oßzügigkei des Kaise s e bi g sich ielmeh eine
e olg eiche Zuschaus ellung on Disziplina gewal , du ch die de Kaise seine Eh e,
Männlichkei und Vo angs ellung in de Hie a chieo dnung beweisen und
zu ückgewinnen kann. Hein ich ha ihm zwa das Leben ge e e , es ände jedoch
nich s da an, dass nu de Kaise übe sein Schicksal bes immen und ihm e geben
kann. Die Mach seine Gnade wi d du ch die symbolische Mach ausübung, sein
zunäch iges Wi zeln, iel s ä ke in den Vo de g und ges ell . Vo ausse zung ü diese
Gnade is die Selbs disziplinie ung des Kaise s, de Ve zich au ein unkon ollie es
Ausb echen on Gewal , o allem un ech e Gewal . De Kaise , dessen Männlichkei
du ch die Ba -Be aubung in F age ges ell wo den wa , e weis sich le z endlich du ch
die Ausübung eine sogenann en Disziplina gewal doch als He und Kaise Hein ichs.
Konsequen e weise gewinn e hie du ch auch den Respek seine männlichen Ri e am
Ho zu ück.
52
5. Fazi
Zusammen assend kann am Ende diese A bei es gehal en we den, dass die Wel on
Hein ich on Kemp en übe üll on gewal ä igen Männe n is , die nich nu Gewal
ausüben, sonde n auch gleichzei ig selbs Op e on physische und psychische Gewal
we den. Doch die Gewal ausübung und Gewal ä igkei de Männe da nich als
emo ionales Handeln ode als eine inhä en e K a e s anden we den, sonde n Gewal
is ielmeh du ch ih en ins umen alen Cha ak e gekennzeichne : Als We kzeug zu
Bewah ung de Männlichkei . Männlichkei e schein in dem un e such en Tex als
P oduk on Gewal a en. Du ch e olg eiche Gewal ausübung und Un e we ung de
ande en Männe , kann in Hein ich on Kemp en die Männlichkei au ech e hal en
we den und exis enziell wei e leben. Gewal dien somi im Tex als We kzeug und
e möglich den Männe n ein ak i es und asches Handeln bei eine Eskala ion de
Kon lik e. Es is also die Funk ion de Gewal , die die Männe zu Anwendung on
Gewal e mu ig . Sie mach aus ihnen Ak ionä e und äg dazu bei, dass sie nich aus
ih e Männe olle he aus allen, da Passi i ä in de Li e a u des Mi elal e s mi dem
Kons uk de Weiblichkei e knüp wi d. Männliche Gewal en häl nich nu die
pa ia chalischen Funk ionen zu Abwe ung on F auen, jünge en und e eminie e
Männe , was iele Resul a e de Gende s udies zu mi elal e lichen Tex e zeigen ( gl.
SCHEUBLE, 2005: S.56), sonde n wie hie in diesem We k deu lich wi d, e ass die
Funk ion de Gewal ein du chaus wei es Spek um.
Bei No mb üchen in de hö ischen Gesellscha dien Gewal dazu, ein Gleichgewich
im Sinne on O dnung zu scha en. Diese Funk ion de Gewal kann in dem Kon lik
zwischen dem T uchsess und dem Knaben aus Babenbe c beobach e we den. Da de
Knabe die No men und We e des hö ischen Mahles ges ö ha , wi d de T uchsess
handg ei lich, schläg den Adelsjunge mi einem S ab und e such du ch die
Anwendung on Gewal , die O dnung wiede he zus ellen.
Die zwei e Funk ion de Gewal is die Wiede he s ellung de Hie a chieo dnung. Die
blu ige Auseinande se zung Hein ichs mi dem T uchsess e gib sich au g und de in
Schwankung ge e enen Hie a chieo dnung. De T uchsess muss ü die
Wiede he s ellung de Rango dnung mi seinem eigenen Leben zahlen.
53
Als d i e Funk ion on Gewal kann die G enzziehung genann we den. Dami is die
Gewal ausübung als Schu z des eigenen kö pe lichen und seelischen Te i o iums
gemein , sowie die dami e bundenen Mach ambi ionen. Das achsüch iges Schwö en
des Kaise s bei seinem Ba ─ das Symbol de Männlichkei ─ gegenübe den Pe sonen,
die di ek ode indi ek e was gegen ihn zu un e nehmen e suchen, kann als
G enzziehung e s anden we den. Das Todesu eil ü Hein ich im e s en Teil des
Kon lik s is ein Ak des Kaise s, um sein Te i o ium abzusiche n und zu beschü zen.
Die ie e Funk ion is mi de Anwendung on Gewal zu Du chse zung de
Ge ech igkei e bunden. Hein ich, de im Ge ich saal on Kaise O o unge ech
behandel wi d, bekomm nich einmal die Chance, die Si ua ion aus seine Sich zu
schilde n und sich zu e eidigen. Nu du ch Gewal ausübung kann e sich un e de
Adelsgemeinde Gehö scha en, den Kaise on seinem unge ech en U eil abb ingen
und die Lage zu seinen eigenen Guns en ände n.
Eine wei e e wich ige Funk ion, die de Gewal zugesp ochen we den kann, is im
zwei en Teil de E zählung deu lich zu e kennen: Gewal anwendung gegenübe eine
bes imm en G uppe, um die Zugehö igkei und iuwe-Bindung zu de eigenen G uppe
zu zeigen. Zwa haben sich Hein ich und Kaise O o am Kaise ho massi ges i en,
was zu Ve bannung Hein ichs aus dem Kaise ho ge üh ha , doch du ch die asche
Re ungsak ion Hein ichs und das nack e Ringen mi den Bü ge n, die den höchs en
Mi glied de Adelsgemeinde, Kaise O o, ö en wollen, zeig Hein ich seine
Angehö igkei zu de Adelsgemeinde und wi d wiede in die G uppe au genommen.
Gewal in ih en a iablen Funk ionen gib den Männe n in Hein ich on Kemp en die
Möglichkei zu handeln und kons uie die Männlichkei de Figu en. Doch im Lau e
de E zählung is zu sehen, dass nu Hein ich seine Übe legenhei gegenübe ande en
Männe n e olg eich einse zen kann, da e als einzige die ech e Gewal einse z . Mi
ech e Gewal is das ak ische Ausüben on Gewal zu Du chse zung de Ideale de
Adelsgemeinde gemein . Deshalb wi d e auch am Ende de E zählung, im Epilog om
E zähle , als de „wah e Mann“ gekennzeichne . Hein ich e wende die ech e Gewal
gegenübe de un ech en Gewal , die om T uchsess und Kaise O o ausgeüb we den.
Diese beiden Figu en se zen Gewal unbedach ein und sind sich ih e Au gaben in de
Adelsgemeinde nich bewuss , was le z endlich dazu üh , dass de T uchsess sein
54
Leben und de Kaise seine Männlichkei e lie . Die Züch igung des unmündigen
Adelsjungen, die unbeach e e Hie a chieo dnung on de Sei e des T uchsesses und das
has ige Ge ich su eil on Kaise O o sind alle un ech e Gewal ausübungen. Genauso
wie ech e Gewal zu (Re-)P oduk ion und S abilisie ung de Männlichkei üh en
kann, is un ech e Gewal lebensge äh dend und üh zum Ve lus de Männlichkei .
E s am Ende de E zählung le n de Kaise die Gewal ak isch einzuse zen und
gewinn dadu ch seine e lo ene Männlichkei wiede zu ück.
Au dem e s en Blick mag die Wel on Hein ich on Kemp en eine Wel olle
gese zlose Gewal a en zu sein, doch auch hie ha Gewal ih e spezi ischen Regeln.
55
6. Li e a u e zeichnis
Tex ausgaben
Kon ad on Wü zbu g. Hein ich on Kemp en. De Wel Lohn. Das He zmae e.
(Mi elhochdeu sch/Neuhochdeu sch). Mi elhochdeu sche Tex nach de Ausgabe on
Edwa d SCHRÖDER, übe se z , mi Anme kungen und einem Nachwo e sehen on
Heinz RÖLLEKE. S u ga 1968.
Ha mann on Aue, E ec. Hg. on Thomas CRAMER. F ank u 1999.
Cuon a on Wü zbu c, O e mi dem Ba e. Hg. on Ka l Augus HAHN. Ams e dam
1969.
Lexika
Ma hias LEXER, Mi elhochdeu sches Taschenwö e buch. S u ga 1992
Fo schungsli e a u
Do o hea ACKERMANN, Gewal ak e – Disziplina appa a e. Wü zbu g 2007.
Ka l Augus HAHN, Vo wo . Ams e dam 1969.
Hans Jü gen BACHORSKI, Das agg essi e Geschlech . Ve lach e Männlichkei in Mä en
aus dem 15. Jah hunde . Z G, N. F. 8 (1998): S. 263-281.
Rica da BAUSCHKE, Tagungsbe ich : Wîpliche man, manlîchiu wîp. Zu Kons uk ion
de Ka ego ien ‚kö pe „ und ,Geschlech „ in de deu schen Li e a u des Mi elal e s.
In e na ionales Kolloquium de Oswald on Wolkens ein-Gesellscha und de Ge ha d-
Me ca o -Uni e si ä Duisbu g, 8.-10. Ok obe 1997 in Xan en. Z dPh 117. Band
(1998): S. 416-420.
62
Rosema y E. WALLBANK, Empe o O o and Hein ich on Kemp en. In: S udies in Me-
die al Li e a u e and Languages: in Memo y o F ede ick Whi ehead. Hg. on William
ROTHWELL / William RAYMOND / Johns on BARRON / Da id M. BLAMIRES / Lewis
THORPE. Manches e 1973: S. 353-362.
He be WALZ, Die deu sche Li e a u im Mi elal e : Geschich e und Dokumen a ion.
München 1976.
Ru h WEICHSELBAUMER, De kons uie e Mann. Rep äsen a ion, Ak ion und
Disziplinie ung in de didak ischen Li e a u des Mi elal e s. Müns e 2003.
In e ne quellen
Ing id BENNEWITZ, Mediä is ik und Gende -S udies. In: B a hai Jou nal, In e iew
ge üh on Daniele GALLINDO und Sab ina HUFNAGEL. Bambe g, 2008 : S.94-97.
[Un e :h p://ppg. e is as.uema.b /index.php/b a hai /a icle/ iewFile/506/422,
eingesehen am: 7.05.2016].
Gene e GÈRARD, Palimpses e. Die Li e a u au zwei e S u e. 2. Au l. F ank u /Main
1996.
[Un e : www.geis eswissenscha en. u-be lin.de/ /li heo/glossa /me a ex uali ae .h ml
eingesehen am: 7.05.2016]
Michael MEUSER, Zu kollek i en Kons uk ion hegemoniale Männlichkei . Digi ale
Publika ion 2001.
[Un e :h ps://www.uni-
due.de/impe ia/md/con en /ek g/michael_meuse _maenne wel en.pd eingesehen am:
7.05.2016]
Sieg id SCHMIDT, 2009.
[Un e :h p://www.ooegeschich e.a /epochen/mi elal e /all agsleben-und-
es kul u /hoe isches-leben/hoe ische-kul u .h ml eingesehen am: 7.05.2016].
63
Sand a SMYKALLA, Was is Gende ? Gende -Kompe enz Zen um Humbold
Uni e si ä . Be lin 2006.
[Un e :h p://www.gende kompe enz.in o/w/ iles/gkompzpd /gkompz_was_is _gende .
pd , eingesehen am: 7.05.2016].