In e na ionales Li e a u symposium Unga –Ka ka.
Ein Rückblick au eine Tagung om 4. bis 6. Ok obe
2023 im Neuen Ra haus B ünn
Kons an in Koun ou oyanis– Philosophische Fakul ä ,
Masa yk -Uni e si ä B ünn
Im Ok obe 2023 and im Neuen Ra haus on B ünn das In e na ionale Li e a u sym-
posium Unga – Ka ka s a . Die Ve ans al ung wu de om Deu schen Kul u e ein
Region B ünn in Zusammena bei mi de S ad B ünn o ganisie und wa Teil des
ganzjäh igen Fes i als Mee ing B no. Gleich zwei unde Gebu s age gal es im e -
gangenen Jah zu wü digen. He mann Unga wu de o 130 Jah en, am 20. Ap il 1893,
im südmäh ischen Bosko ice gebo en, wäh end F anz Ka ka o 140 Jah en, am 3. Juli
1883, in P ag zu Wel kam. Beide Au o en wa en beme kenswe e li e a ische Ak eu e,
die in de li e a ischen Landscha de ös e eichisch -unga ischen Mona chie und
de E s en Tschechoslowakischen Republik deu liche Spu en hin e ließen. Be ei s
am Vo abend des Symposiums, dem 4. Ok obe 2023, konn en In e essie e in de
Malý Meh in, eine kul u ell -pädagogischen Gedenks ä e, die als Teil des Mäh isch-
-Jüdischen Museums egelmäßig Auss ellungen o ganisie , mi de Enkelin He mann
Unga s, Vicky Unwin, disku ie en.
Am da au olgenden Vo mi ag ging dem eigen lichen Symposium ein on S u-
den en und Dozen en de Philosophischen Fakul ä de Masa yk Uni e si ä B ünn
o ganisie e Wo kshop o aus. Zu diesem Wo kshop in den Räumlichkei en des
Begegnungszen um „Deu sche Kul u e ein Region B ünn e.V.“ wa auch die in e-
essie e Ö en lichkei eingeladen. Am Nachmi ag wu de im Neuen Ra haus B ünn
eine abwechslungs eiche Vo ags eihe p äsen ie . Re e en en wa en Vicky Unwin,
Ingebo g Fiala -Fü s , Milan Uhde, Jiří Munza , Sabine G uša und Mojmí Jeřábek
sowie de Ka ka -Biog a Reine S ach. De ehemalige S e n -Jou nalis und Au o de
Böhmischen Dö e (1987), Jü gen Se ke, de e s im Mai 2023 mi de übe a bei e en
Neuau lage seines iel beach e en We kes Die e b ann en Dich e (E s ausgabe 1977)
ein begeis e es Echo in zahl eichen Medien de bundesdeu schen P esselandscha
he o ie , muss e seinen Vo ag zu Pe Kien, Liebe im Ghe o und im B ünne Kon ex
aus pe sönlichen G ünden ku z is ig absagen.
Den Au ak des Vo agszyklus bilde e die Enkelin He mann Unga s, die in Tan-
sania gebo ene und heu e in London lebende Vicky Unwin, die ih 2021 e schienenes
Buch The Boy om Bosko ice: AFa he ’sSec e Li e o s ell e. Fü Vicky Unwin wa en
die Reche chen zu dem Buch eine En deckungs eise zu den jüdischen Wu zeln ih e
Familie. In ih e Unga -Biog a ie e zähl sie de ail eich die Lebensgeschich e ih es
G oß a e s nach und lei e das We k mi eine in e essan en Genealogie ein. Einen
Tag nach dem Symposium, am 6. Ok obe 2023, eis e die Enkelin zusammen mi dem
Mode a o de Ve ans al ung, dem Ge manis en Mojmí Jeřábek, in das nahegelegene
Bosko ice, um die Gebu ss ad ih es G oß a e s zu besuchen, wo sie on de S ad -
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e wal ung im Gebäude des Gemeindeam es emp angen wu de, das jüdische Vie el
besich ig e und die Gelegenhei wah nahm, das Gebu shaus ih es G oß a e s in de
Zbo o ská -S aße zu besuchen.
1
Ge ade und auch ü die Allgemeinhei gesch iebene
Biog a ien wie die on Vicky Unwin, die auch eine Websei e zu He mann Unga p leg ,
e üllen eine wich ige Au gabe im Wissenscha s ans e , können sie doch In e esse
ü auch wenige bekann e Au o en wecken.
„Unga s Tex e u en auch as 80 Jah e spä e beim Lese ein unangenehmes F ös-
eln und Un uhe he o , als hä e Unga eine A ie s e abuisie e G enze de mo-
de nen eu opäischen Zi ilisa ion be üh .“ So Ingebo g Fiala -Fü s , die in ih em
nach olgenden Vo ag Unga s adikale We ke he o hob und die He aus o de ungen
seine Rezep ion sowohl zu seinen Lebzei en als auch pos hum disku ie e. Nach dem
E s en Wel k ieg wu de es ohnehin um den üh e s o benen Au o uhig, was u. a.
au nega i e Äuße ungen übe Unga on Willy Haas und Max B ods zu ückzu üh en
sei, wie Fiala -Fü s anme k e:
Nach He mann Unga wu de ich eine Zei lang iel ge ag ; […]. Ich muß e au all
die An agen e wide n, daß ich mich an Unga nich e inne n kann. E e keh e
im ‚P age Tagbla ‘, da ha e abe einen so unbedeu enden Eind uck au mich
gemach , daß ich alles e gessen habe. […] Neulich kam mi sein Buch Knaben
und Mö de in die Hand. Es ha , […], nu die Ma ke de Nulli ä , des Plumpen und
Kon en ionellen, de he kömmlich gemal en Minde we igkei skomplexe usw.
bes ä ig . (B od 1979: 228 .)
Fiala -Fü s un e s ich die Bedeu ung eine Neubewe ung und Ane kennung Un-
ga s (u. a. du ch Die e Sudho ) in de Li e a u geschich e und wies au die Rolle
on Akademike n und K i ike n bei de Fo mung eines li e a ischen Kanons. Inge-
bo g Fiala -Fü s , die heu e als P o esso in ü deu sche Li e a u geschich e an de
Palacký -Uni e si ä in Olomouc ä ig is , e ließ 1987 die ČSSR und wande e in die
Bundes epublik Deu schland aus, wo sie als Assis enzp o esso in an de Uni e si ä
des Saa landes in Saa b ücken und Gas dozen in an de Uni e si ä Klagen u ä ig
wa . Nach de San en Re olu ion keh e sie 1992 an die Palacký -Uni e si ä zu ück
und g ünde e 1997 zusammen mi Lucy Topoľská und Lud ík Václa ek an de Philo-
sophischen Fakul ä de Palacký -Uni e si ä die A bei ss elle ü deu schmäh ische
Li e a u .
De 1936 in B ünn gebo ene Dissiden , Sch i s elle , Bühnenau o und ehemalige
Kul u minis e de ČSR, Milan Uhde, un e zog in seinem Vo ag Unga s Scha en
eine k i ischen Analyse. E s ell e u. a. Unga s Roman Die Ve s ümmel en (1923) und
das D ama De o e Gene al (1928) o , wobei e au eine Neu -D ama isie ung de
Ve s ümmel en du ch das P age Thea e Di adlo X10 im Jah 2019 hinwies. Uhde kon-
s a ie e mi eine posi i en Beno ung ein de zei iges Wiede en decken böhmisch-
-mäh ische Au o en, die eins au Deu sch sch ieben, dann au g und de d ama i-
schen E eignisse des 20. Jah hunde s in Ve gessenhei ge ie en und nun wiede on
1 Die Exku sion in die Gebu ss ad He mann Unga s is au de Websei e de S ad Bosko ice do-
kumen ie (URL: <h ps://www.bosko ice.cz/ nucka -spiso a ele -he manna -unga a -na s i ila-
-bosko ice/d-47372> [20.05.2024]).
167KONSTANTIN KOUNTOUROYANIS
jungen Lese n neu en deck wü den. Fü Uhde is dies umso e euliche , da e einen
Teil diese E eignisse selbs mi e leb ha .
Milan Uhde begann seine sch i s elle ische Ka ie e 1958 bei Hos do domu eine
k i ischen Li e a u zei sch i in de ČSSR, wu de du ch den Mili ä diens 18 Mona e
lang wiede he ausge issen und keh e im Mai 1960 wiede , dieses Mal als He ausge-
be de Hos do domu, zu ück in den Li e a u be ieb. E sch ieb Ve se, Ku zgeschich-
en, A ikel und Glossen, u. a. ü Li e á ní no iny [Li e a u zei ung], Mladý s ě [Junge
Wel ] und Kul u ní o ba [Kul u elle Schöp ung]. Auch e ass e e Thea e s ücke,
K i iken und A ikel übe das Thea e in T á [Gesich ] und de Mona szei sch i
Di adlo [Thea e ]. 1972 wu den seine Tex e indizie , Uhde als Au o e bo en, seine
Büche aus ö en lichen Biblio heken en e n . Nach Un e zeichnung de Cha a77–
eine Pe i ion gegen die Menschen ech s e le zungen in de ČSSR– wu de Uhde
egelmäßig du ch die S á ní bezpečnos – S B, die S aa ssiche hei de ČSSR, e hö
und mi Be u s e bo beleg . Einkün e ü die Familie konn en nu übe seine F au
ode du ch Ve ö en lichungen in ausländischen Exilzei sch i en e ziel we den.
Nach dem P age F ühling 1968 wechsel e Uhde in den li e a ischen Un e g und.
Nach de San en Re olu ion wu de e Kul u minis e de Tschechoslowakei, 1992
Pa lamen sp äsiden im schechischen Pa lamen und 1996 F ak ions o si zende
de Občanská demok a ická s ana ODS.
De 1937 in P ag gebo ene p o . ü deu sche Li e a u Jiří Munza po ä ie e in
seinem Vo ag Besch eibung de li e a ischen Landscha Bosko ices– F an išek
Halas, Lud ík Kunde a, Klemen Bochořák, Fe dinand on Saa , Ma ie on Ebne -
-Eschenbach den Li e a u be ieb de Region und seine Ak eu e im Kon ex ih e Zei
und e glich Kunš á , das ca. 8 Kilome e no dwes lich on Bosko ice lieg , in seine
Bedeu ung ü die li e a ische Kul u de Region mi dem hü ingischen Weima .
Munza is sei 1971 P o esso am Ins i u ü Ge manis ik, No dis ik und Niede lan-
dis ik de Philosophischen Fakul ä de Masa yk -Uni e si ä in B ünn. 1995 wu de
Munza mi dem Humbold -P eis ausgezeichne . Sei 1996 is e Vo si zende des
Redak ions a es de B ünne Bei äge zu Ge manis ik und No dis ik. 2016 wu de
e mi dem P eis de S ad B ünn geeh .
Im nach olgenden Vo ag e inne e die Wi we des Sch i s elle s und spä e en
Bo scha e s Jiří G ušas, Sabine G uša zusammen mi Mojmí Jeřábek an die En -
s ehungsgeschich e des Bildbandes F anz Ka ka aus P ag, de 1983 bei S. Fische in
e schien und ü den zahl eiches Bildma e ial aus P ag un e schwie igen Bedingun-
gen bescha we den muss e. Wie ü iele Au o en, die ins Exil gehen muss en, wa
auch ü Jiří G uša, de ü seine k i ische Hal ung gegenübe dem kommunis ischen
Regime in de Tschechoslowakei bekann wa , was nach Un e zeichnung de Cha a
77 zu Ve ha ung und dem Ve bo seine We ke üh e, de Ve lus de Heima und
de eigenen Sp ache im Ausland ein schme zha e P ozess. 1981 wu de ihm zudem
die schechoslowakische S aa sbü ge scha abe kann . Dennoch woll e Jiří G uša
wiede Gedich e e assen, was sich abe in einem emden Land und in eine emden
Sp ache als schwie ig ges al en soll e, wie sich Sabine G uša e inne e. Schließlich
wa ih Mann du ch das Exil aus säm lichen Kon ex en he ausge issen wo den. Spä e
sch ieb Jiří G uša sowohl au Tschechisch als auch au Deu sch und en wickel e sich
zu einem Meis e de Dich ung in beiden Sp achen. Jeden alls übe leg en sie in den
ühen 1980e Jah en, wie man einen Bildband zum Themenkomplex Ka ka und P ag
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en we en könn e. Dazu benö ig e de S. Fische -Ve lag Fo os, weshalb Sabine G uša
nach P ag eis e und un e eils aben eue lichen Bedingungen das Bildma e ial be-
scha e, das spä e in dem Band Ve wendung and.
Abschließend hiel de Ge manis , Publizis und Ka ka -Biog a Reine S ach seinen
Vo ag F anz Ka ka und de E s e Wel k ieg. Raine S ach, de die d eibändige Ka ka-
Biog a ie (Ka ka: Die ühen Jah e, Ka ka: Die Jah e de E kenn nis, Ka ka: Die Jah e de
En scheidung) e ass e, hob in seinem Vo ag die bislang un e schä z e Bedeu ung
des E s en Wel k ieges ü Ka kas Lebensweg he o . „Nu weil e was wenige gu
dokumen ie is , muss es noch lange nich unbedeu end ü die Biog a ie eines Au o s
sein“ me k e S ach an. De E s e Wel k ieg habe auch im Leben Ka kas ie e Spu en
hin e lassen, ge ade weil ü ihn iele Dinge nich meh möglich wa en. Reisen in das
Ausland wa en zum Beispiel nich meh möglich, weshalb e li e a ische Kon ak e
zu bes imm en Au o en und K eisen nich meh p legen konn e. Fe ne e lo e den
Kon ak zu F eunden, die zum F on einsa z eingezogen wu den. Und als 1918 de K ieg
o bei wa , blieben Ka ka nach seinem näch lichen Blu s u z im Jah e 1917 selbs nu
noch wenige Jah e. De E s e Wel k ieg ha also Ka ka we olle Jah e seines Lebens
genommen und dami eine wei aus g öße e Auswi kung au sein Scha en gehab , als
bislang in li e a u wissenscha lichen Fachk eisen angenommen.
LITERATUR
B od, Max (1979): De P age K eis. F ank u /M.: Suh kamp.