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Jakob Julius David – die andere Wiener Moderne. Autorinszenierung, -positionierung und Fremdzuschreibungspraktiken im Kontext der Literatur der Wiener Moderne

Osmanović, Erkan

Abstract

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Full text

Jakob Julius Da id– die ande e Wiene Mode ne. Au o inszenie ung, -posi ionie ung und F emdzusch eibungsp ak iken im Kon ex de Li e a u de Wiene Mode ne E kan Osmano ić– Masa yk-Uni e si ä , B ünn ABSTRACT Jakob Julius Da id– he o he Viennese Mode nism. S aging and posi ioning o he au ho and p ac ices o ex e nal asc ip ion in he con ex o Viennese mode nis li e a u e The s udy examines Jakob Julius Da id’sp eca ious posi ion in he Viennese li e a y scene a ound 1900: on he one hand, his means an examina ion o his public -media posi ioning and s aging be ween 1882 and 1900, and on he o he , an examina ion o selec ed li e a y ex s by Da id wi h a iew o de ia ions and simila i ies wi h he p ac ices and aes he ics o Jung -Wien. The me hod includes he elabo a ion o Da id’sli e a y and poe ological posi ioning in newspape s and magazines o he 1880sand 1890sand he examina ion o selec ed li e a y publica ions o he ime. The ollowing ema ks o e insigh s in o he disse a ion p ojec : in addi ion o heo e ical conside a ions and a ex -analy ical sample, Da id’smode o sel -po ayal and s aging is con as ed wi h ha o He mann Bah . KEYWORDS Jakob Julius Da id, Jung -Wien, S a egies o p esen a ion, He mann Bah , Tu n o he Cen u y 1. EINLEITUNG Jakob Julius Da id wu de und wi d in de ge manis ischen Fo schung wiede en - deck : Eine sei s als deu sch -mäh ische Sch i s elle und Jou nalis , de sich im Duns k eis de Wiene Schule sam ih e p og amma ischen Ve äs elungen und um He mann Bah (1863–1934) beweg e (G oeneweg 1929; Wo bs 1983; Roček 1984; Nie ange 1993; Pouh 2000); ande e sei s– besse gesag : und auch– als Ve e e eine (sozial)k i ischen Sch eibschule, die sich aus Bes änden des Spä ealismus und (Be line ) Na u alismus bedien , dabei alle dings o allem im Wiene Li e a u be- ieb ä ig is (Ta eo 2011; Peck 2010; K appmann 2013; Peck 2016; E ian 2018). Ande e S immen e o en die Äs he ik des ‚Ve gessenen‘ (Goldamme 1959; Hahnl 1984; Gauß 1988; Liessmann 1995) ga in Mäh en (Peš o á 2022), sehen Da id als, schechischen‘ Au o (Veselý 1969) ode be ach en Da ids Sch eiben als Ve handlung eligiöse Thema iken (Fü s -Fialo á 2003; Budňák 2011) und seine essayis ischen Tex e als 48 BRÜCKEN 31/1 Zeugnisse eine kul u k i ischen Posi ionie ung (T öbinge 1999; Osmano ić 2023). Egal aus welche Pe spek i e Da id be ach e wi d, seine Posi ion inne halb de e - schiedenen Li e a u p oduk ions äume is eine p ekä e– wie be ei s in den e s en Biog aphien zu Da ids Leben und Sch eiben es gehal en beme k wu de (Caspa y 1908; Spie o 1920), abe auch ühes e li e a u geschich liche Eino dnungen (Soe gel 19011: 445–452; La zke 1930: 1092–1112). Um diese Fes s ellung o zunehmen, muss nich einmal au neue e Fo schungs- e gebnisse eingegangen we den, es eich ein Blick in das Vo wo zu Da ids Gesam‑ mel en We ken (1908/1909): Die Epik Da ids b ach sich langsam Bahn, denn diesem ph asenlosen p ägnan en S il ha e e im Gegensa ze zum landläu igen ode küns le isch e eine en Wie- ne um e was Unge älliges und Ungeselliges an, ohne holden Leich sinn, ohne bewegliche Vi uosi ä . Abe sie ha e wi klich mi ih e knappen und he ben Ge- d ungenhei , die nachdenklich au Dämme sei en des Lebens, doch unpessimis isch weil und wiede um ge n ein S ück blauen Himmels du ch das Schwa z und das G au hindu chleuch en läß . Die Sp ache geh meis au den ha en, schwe en Soh- len des Landkindes, das nie in g oßs äd ischem Li e a u be ieb ech einheimisch gewo den is , abe die Ich -E zählung und die Wechsel ede mi de lebendigs en Na ü lichkei üh . Da id ha ni gend dem Kuns s ück, imme in heißem Bemü- hen und un e „s a ken Wehen“ de Kuns nachges eb (Schmid 1908: XV–XVI). Diese Kon as ie ung de Sch eibweise Da ids mi de Jung -Wiens e schein äu- ße s k i isch (Peck 2016: 259–260), was auch on ande en Zei genossen beme k wu de– F anz Schamann emp and Schmid s Vo wo als „Beleidigung dessen, dem sie das ‚bleibende Gedäch nismal‘ schmücken soll e“ (Schamann 1908: 1)– wu de. Unabhängig on de Bewe ung Schmid s wi d hie alle dings ein Punk ange üh , de au klä ungsbedü ig e schein : Is Da id a sächlich au g und seines „ph asen- losen p ägnan en S il[s] […], ohne holden Leich sinn, ohne bewegliche Vi uosi ä “ und seine au „ha en, schwe en Sohlen des Landkindes“ in einem äs he ischen Gegensa z zum „landläu igen ode küns le isch e eine en Wiene um“ ges anden? Ande s ge ag : Is Da ids Äs he ik die U sache ü seine p ekä e Posi ion inne halb des „g oßs äd ische[n] Li e a u be ieb[s]“? In e schiedenen Ve suchsano dnungen wu de diesen F agen inne halb on Ein- zels udien mi en sp echende Pe spek i ie ung be ei s nachgegangen. So ha e wa Clemens Peck anhand na a ologische Un e suchungen on Das Hö e ech und Am Wege s e ben au zeigen können, wie sich diese beiden Tex e „au meh e en Ebenen du ch na u alis ische Bes ände“ a bei en und gleichzei ig „un e schiedliche Poin- ie ungen“ ebendiese Se s anbie en (Peck 2016: 166). De in E ich Schmid s Vo wo au ge u ene Einsa z de e leb en Rede („Ich -E zählung und die Wechsel ede mi de lebendigs en Na ü lichkei “) sei zwa eine Au älligkei in Da ids Sch eiben, s elle gleichzei ig abe auch einen Anschlusspunk an Sch eib e ah en de deu schsp a- chigen Li e a u de Jah hunde wende da [g]leichzei ig e laub es Da ids Einsa z de e leb en Rede, de nich nu an de Plas izi ä de sozialen Topog aphien be eilig is , sonde n auch g undsä zliche 49ERKAN OSMANOVIĆ F agen nach dem S a us des Subjek s bzw. de Ano dnung on Indi iduum und Kol- lek i s ell , womöglich auch, einen neuen Blick au E zähl e ah en li e a ische Mode nismen am Ende des 19. Jah hunde s zu we en. Im Rahmen de e leb en Rede, de en sys ema ische und his o ische E o schung ü die mode ne deu sch- sp achige Li e a u noch auss eh , ücken einige We ke Da ids dann auch in die Nähe de P osa Richa d Bee -Ho manns ode des ühen A hu Schni zle . Ohne den deu sch -mäh ischen Sch i s elle dadu ch ü den Kanon „ e en“ zu wollen, e ö ne sich nich zule z ü eine li e a u geschich liche Auseinande se zung mi den K isen des „Ich“ ein wei e es Gesich s eld, in dem (auch ü die ös e eichische Li e a u on 1885 bis 1914) neben Psychologie und Psychoanalyse die Soziologie als Figu a ions- und Ve s ändnismodell sich ba wi d. (Peck 2016: 166) Auch Ma in E ian ha in seine S udie Ein ös e eichische Zola? Zu Jakob Julius Da ids «Wiene Romanen» beleuch e , inwie e n o de Folie eines sich zu G oßs ad en - wickelnden Wiens Da ids S uden en oman Am Wege s e ben und de Gene a ionen- oman De Übe gang an Émile Zolas Konzep des oman expé imen al anschließen und dami auch na u alis ische Ve ah ensweisen in den Wiene Li e a u be ieb de Jah hunde wende s a k machen: „Mi den beiden Romanen gelang es Da id, sich […] im li e a ischen Feld zu posi ionie en […], [e ] läu dami kul u his o ischen Imagina ionen des on Ca l E. Scho ske gep äg en Komplexes ‚Wiens um 1900‘ deu - lich zuwide und e b ei e auch mi els na u alis ische Ve ah ensweisen den li e a ischen Blick au die Wiene Gesellscha de Zei “ (E ian 2018). Dass die Jung -Wiene nich ei on Anleihen an den Na u alismus wa en, wu de be ei s an ande en S ellen au gezeig – e wa de na u alis ische Ein luss au A hu Schni zle D amen (Ziege 2017). Womöglich s ell Schmid Da id in seinem Vo wo nich allein au g und ex inhä en e Sch eibweisen, sonde n au g und ex ali e- a ische G ünde in Kon as zu den Jung -Wiene n. Hinweise hie ü lie e e wa ein B ie , den Da id am 1. Augus 1900 an Hugo Saulus ad essie : „Ich bin meinen Büche n gegenübe on einem ie g ündigen Pessimismus. Es s eh hie in Wien gegen mich eine Phalanx, gegen die ich nich gu au komme, besonde s nachdem ich keine Kamp na u bin.“ (Jakob Julius Da id an Hugo Saulus, zi ie nach G oeneweg 1929: 194) In seine Un e suchung J. J. Da id in seinem Ve häl nis zu Heima , Geschich e, Gesellscha und Li e a u e weis He man G oeneweg nich nu au den Gegensa z zwischen Da id, „ein Na u dich e , dem jede übe eiz e E o ik ehl “, und „dem äs he- isie enden, mi Wel schme z und sozialem Emp inden koke ie enden Jung -Wien“, abe ebenso au eine „ ielleich zum Teil pe sönliche An ipa hie“ (G oeneweg 1929: 194) He mann Bah s gegenübe Da id hin. Zu ückkommend au die Ausgangs age nach G ünden ü Da ids p ekä e Posi ion inne halb des Wiene Li e a u be ieb um 1900 lassen die li e a u geschich lichen Ein- o dnungen und Einzel ex analysen seine A bei en eine sys ema ische e Be ach ung dieses Ums ands als Deside a au lacke n. Die o liegende Un e suchung möch e diese Lücke schließen und dami die bishe nu skizzie e und nun p äsen ie e These übe - p ü en: Jakob Julius Da ids Posi ion im Kon ex de Wiene Mode ne is p ekä , da e eine sei s au g und seine ö en lichen Selbs - und F emdposi ionie ung nich dem Au o scha s- bzw. Inszenie ungsp ak iken de Jung -Wiene , ande e sei s hinsich lich seine Äs he ik und Kul u k i ik den Sch eib- und Sich weisen ebendiese en sp ich . 50 BRÜCKEN 31/1 Um diese Behaup ung übe p ü en zu können, wi d das Disse a ions o haben dahe olgende Fo schungs agen bea bei en: Wie is Da ids F emd- und Selbs - posi ionie ung im Li e a u be ieb de Wiene Mode ne zu besch eiben? Welche äs he ischen Bes ände lassen sich in exempla ischen Tex en Da ids nachweisen? In- wie e n läss sich in Da ids spä e en Essays eine– ü iele (ehemalige) Jung -Wiene – kul u k i ische Posi ion he ausa bei en und wodu ch zeichne sich diese aus? All diese F agen we den o de Hin e g und olie de äs he ischen und kul u k i ischen Posi ionen de p ominen es en Ve e e de Jung -Ös e eiche beleuch e – so soll auch gleichsam eine Kon ex ualisie ung und Sys ema isie ung de p ekä en Posi ion Da ids e olgen. Me hodisch soll dieses Un e angen du ch eine ch onologische Be ach ung on Da ids li e a ische und essayis ische P oduk ion ealisie we den: Da ids e s- e ö en lich wah nehmba e li e a ische Ve ö en lichung Die Elbe ausch und De Mu e (1883) se z den S a punk ü den Un e suchungszei aum diese A bei , den Abschluss wiede um ma kie die E zählung Das königliche Spiel (1899). De hie au gespann e Zei aum um ass also 18 Jah e. Diese Zei spanne wiede um wi d in wei e e zei liche Abschni e gegliede . Dabei we den inne halb jedes Abschni s olgende Be eiche e knüp end beleuch e : Biog aphisches, Da ids ö en liche Posi- ionie ung, de Posi ionie ungs ahmen de Jung -Wiene und schließlich ein bis zwei li e a ische Ve ö en lichungen Da ids. Fü die Besch eibung de biog aphischen In o ma ionen wi d eine sei s (und bewuss seh sel en) au Da ids eigene Äuße- ungen zu ückgeg i en, ande e sei s– und bewuss – au A bei en und No izen zu Da ids We k und Lebensweg. Dadu ch soll gewäh leis e we den, dass die ü eine li e a u wissenscha liche Be ach ung bedeu ends en Da en eine in e subjek i e Eino dnung du chlau en haben. Die olgenden Aus üh ungen sollen einen kompak en Einblick in das Disse a- ionsp ojek e möglichen, heo e ische Übe legungen e e ie en und auch eine ana- ly ische S ichp obe zu Da ids Selbs da s ellungsweise aus den Jah en 1882 und 1883 p äsen ie en und mi de Inszenie ungsweise He mann Bah s kon as ie en. 2. INSZENIERUNG UND ZUSCHREIBUNGEN Um die Selbs - und F emdposi ionie ung im li e a ischen Be ieb und die dami e bundene Au o scha und Inszenie ungsp ak iken he auszua bei en, müssen diese Beg i lichkei en disku ie und heo e ische Übe legungen hie zu p äsen ie we den. Wie de anzösische Soziologe und Philosoph Pie e Bou dieu An ang de 1990e Jah e in seinem Buch Die Regeln de Kuns gezeig ha , sind de Li e a u be ieb ebenso wie ande e Be eiche de Gesellscha du ch bes imm e Selbs beg enzungen, Mechanismen und Spiel egeln gekennzeichne – Bou dieu sp ich on Felde n, die die e schiedenen Lebensbe eiche du chziehen: Habi us, Kommunika ion, In e ak ionen und de en Nega ionen s ehen in de Feld heo ie Bou dieus imme in einem sozialen Kon ex . Um die eigene Posi ion inne halb eines Feldes zu modi izie en, s ehen jedem Ak eu Kapi ala en zu Ve ügung: Aussehen und äuße lich wah nehmba es Handeln (symbolisches Kapi al), Geld in jegliche Fo m (ökonomisches Kapi al), Auszeichnun- gen, Ze i ika e und Bildungsabschlüsse (kul u elles Kapi al) und Rela ionen (soziales Kapi al). Felde sind e wa Ökonomie, Spo , Kul u – es gib abe auch spezi ische e 51ERKAN OSMANOVIĆ Felde , wie e wa das Bankenwesen, Klassische Musik ode eben Li e a u : Inne halb de Felde kämp en e schiedene menschliche und ins i u ionelle Ak eu e um die Deu ungshohei , Mach (posi ionen) und Au me ksamkei (Jü gensen/Kaise 2011: 9), de We kamp um Au me ksamkei geho ch dabei de „une bi lich wal ende[n] Logik“ (Bou dieu 2001: 343) de Konku enz– auch das li e a ische Feld is da on du chzogen, o z „Selbs mys i ika ionen“ wie de „Idee eine au onomen Dich ung und eines au onomen, gleichsam in e esselosen Dich e ums, das nich nach, wel - liche Ane kennung‘ s ebe“ (Jü gensen/Kaise 2011: 9). Wie Ch is oph Jü gensen und Ge ha d Kaise in ih em 2011 e schienen Band Sch i s elle ische Inszenie ungsp ak iken– Typologie und Geschich e im einlei enden A ikel Sch i s elle ische Inszenie ungsp ak iken– Heu is ische Typologie und Genese mi Bezug au Bou dieu beme ken, könne das li e a ische Feld ge ass we den als „Schaupla z on Kämp en um eine Posi ion im Feld und um die Mach , den Be eich de legi imen Li e a u und den Au o beg i als solchen sowie Zugehö igkei en zum Feld es legen ode zumindes mi bes immen zu können“ (Jü gensen/Kaise 2011: 9). Im Lau e de eigenen Ak i i ä inne halb dieses Feldes e äh man sich in eine bes imm en Posi ion, dies gelinge du ch eigene li e a ische P oduk ion, abe auch „du ch g undsä zlich esonanzbezogene pa a ex uelle und habi uelle Ak i i ä en und Techniken, die sich un e dem Obe beg i de ‚Inszenie ungsp ak iken‘ e sammeln lassen“ (Jü gensen/Kaise 2011: 9 .). Dabei ziel Jü gensens und Kaise s Ansa z au „ ex uelle[], pa a ex uelle[] und habi uelle[] Techniken und Ak i i ä en on Sch i - s elle Innen, in ode mi denen sie ö en lichkei sbezogen ü ih e eigene Pe son, ü ih e Tä igkei und/ode ü ih e P oduk e Au me ksamkei e zeugen“, dami is alle dings nich das Sammeln on „Biog aphisch -Anekdo ische[m]“ und nach äg- liche Übe in e p e ie en als Inszenie ungsp ak ik gemein (Jü gensen/Kaise 2011: 10). Es geh beiden um das He ausa bei en „jene P ak iken, de en Inszenie ungs- cha ak e , d.h. de en absich s olle Bezogenhei au ö en liche Resonanz äume, sich au zeigen läss “ und den Au o Innen „Resonanzgewinne“ e möglichen, um die eigene Posi ion im Feld zu e deu lichen (Jü gensen/Kaise 2011: 10). Dabei is zu bedenken, dass bes imm e Aspek e jene Inszenie ung in Wechselwi kung zu F emdposi io- nie ungen en s ehen– e wa du ch Ins i u ionen wie Ve lage, Li e a u häuse ode allgemeine gesp ochen die Li e a u wissenscha , -k i ik und -geschich e– und als „Au o enbild“ (Jü gensen/Kaise 2011: 10) ge ass we den können (Jü gensen/ Kaise 2011: 10 .). Jü gensen und Kaise s Modell be u sich nich nu au Bou dieu, sonde n auch au Gene es Aus üh ungen (Jü gen/Kaise 2011: 9–11): „Zum einen geh es um die F age, wo solche Inszenie ungsp ak iken angesiedel sind (‚lokale‘ Dimension), zum ande en da um, wie sie bescha en sind (‚habi uelle‘ Dimension)“ (Jü gen/Kaise 2011: 11). Die lokale Dimension de Inszenie ungsp ak iken mein die F age nach dem O solche Inszenie ungsp ak iken: Eine sei s gib es hie dis ink i - ex uelle (Themen- wahl, S il, Fo m), ande e sei s pa a ex uelle P ak iken. Wäh end dis ink i - ex uelle P ak iken ausschließlich den li e a ischen Tex um assen, mein man mi dem Pa a- ex alle ande en Elemen e des li e a isch ma kie en Tex es, „jenes Beiwe k, du ch das ein Tex zum Buch wi d und als solches o die Lese und, allgemeine , o die Ö en lichkei i “ (Gene e 1989: 10) Pa a ex uelle P ak iken lassen sich in pe i ex- uelle und epi ex uelle Inszenie ungsweisen un e eilen. 52 BRÜCKEN 31/1 Pe i ex uelle Selbs da s ellungsweisen liegen in di ek e mediale Ve bindung zum li e a ischen Tex . Pe i ex e sind e wa Vo - und Nachwo e, Widmungen, Ti- elbilde , Illus a ionen, Ti el, nich -auk o ial und auk o ial ge ä b e Ve lags ex e, Besonde hei en in den Sch eibweisen ode Anme kungen (Jü gensen/Kaise 2011: 11–12). Ein Epi ex is ein Pa a ex , de „auße halb des Buches“ (Gene e 1992: 10) lieg und dami „au g und g öße e äumliche und/ode zei liche Dis anz“ nich di ek mi dem li e a ischen Tex e bunden is (Jü gensen/Kaise 2011: 12). Da un e we den sp achliche Elemen e ge ass , die alle dings nich zwingend e sch i lich sein müssen: „Gemein sind also (poe ologische) Selbs kommen a e zu bes imm en Tex en, In e iews, Gesp äche, Selbs - ode F emd ezensionen, Kolloquien, Deba en, (Vo -)Lesungen ode Tonau nahmen on Lesungen.“ (Jü gensen/Kaise 2011: 12), also auk o iale Epi ex e, die au einen „ö en lichen Resonanz aum“ abzielen (Jü gensen/ Kaise 2011: 12). Ein Un e yp on auk o ialen Epi ex en, die abe ein ge inge es Ausmaß an Ö en lichkei e zeugen– ode zumindes zu Lebzei en au keine g oße Ö en lichkei abzielen– sind pe sönlich -mündliche ode b ie liche Ko espondenzen (Jü gensen/Kaise 2011: 12). Jü gensen und Kaise s Typologie lehn sich zwa an die ex uell -o ien ie en Übe legungen Gene es an, is abe auch o en ü die Analyse nich - ex uelle bzw. nich -sp achlich basie e P ak iken, um „pe o ma i e[], sozial[e]/poli isch[e] und äs he isch[e] Aspek e de Inszenie ung zu be ücksich igen“ (Jü gensen/Kaise 2011: 13)– die habi uelle Dimension on Selbs da s ellungsweisen. Wäh end das Bezugs- objek de lokalen Dimension de Tex an sich is , beziehen sich die habi uellen In- szenie ungsp ak iken au den Lebenss il de Sch i s elle innen und Sch i s elle : Re e enz aum de Inszenie ung is ielmeh ein spezi ische , mi philologischen Mi eln allein nich meh ekons uie ba e ‚Lebenss il‘. Diese is ablesba an den Inszenie ungsp ak iken, de en Komponen en als Ve weisungsmus e , Symbole, Zeichen im Hinblick au soziale Posi ionie ung und O ien ie ung gelesen we den können. […] Alle dings– da au sei noch einmal hingewiesen– in e essie de ‚Lebenss il‘ hie nich als biog aphis isches De ail, sonde n nu insowei , als e Be- s and eil de Inszenie ungsp ak iken de Au o en is . (Jü gensen/Kaise 2011: 13) Die Analyse pe o ma i e Selbs da s ellungsweisen um ass Elemen e de (ö en - lichen) E scheinung des Sch i s elle s: Mediennu zung, Sch eibwe kzeuge, Klei- dung, F isu , Mimik, Ges ik, Umgang mi de eigenen Kö pe lichkei (physische und men ale P ak iken, Ve häl nis zum eigenen Kö pe , Sexuali ä ). Auch ma e ielle und imma e ielle Aspek e und Elemen e de ö en lichen All agsda s ellung we den hie mi einbezogen: Lebens üh ung, Geselligkei sg ad, (au ällige ) Konsum bes imm e Genuss- und Lebensmi el, Räume und opog aphische Symbole, Fo men de äum- lichen Bindung (Reisen, Wohnungen) (Jü gensen/Kaise 2011: 13–14).Eine wei e e Face e de habi uellen Dimension on Selbs da s ellungsweisen is die soziale und poli ische. Hie we den Inszenie ungen des Ve häl nisses zu (poli ischen) Ö en - lichkei be ach e , abe auch zu Gesellscha an sich. Hie in kann man wohl auch ü die Sch i s elle de Jah hunde wende ypische E scheinungen on Kul u k i ik assen. Auße dem sind auch Inszenie ungen de Zugehö igkei zu eine bes imm en Klasse, G uppie ung ode Schich be o en. 53ERKAN OSMANOVIĆ Schließlich we den noch äs he ische Selbs da s ellungsweisen ypologisie : (Selbs )Cha ak e isie ungen de eigenen P o ession (e wa de Au o als Handwe - ke ode de Sch i s elle als Geis esmensch), die Genealogisie ung de eigenen A bei (Ve weis au Vo bilde , Ein lüsse, äs he ische Wu zeln) ode „dis ink i e Fo men de Au hen izi ä sbeglaubigung“ (Jü gensen/Kaise 2011: 14) du ch Nu zung bes imm e (his o ische ) Rollen- und Pe sönlichkei sp o ile, den Ve weis au exis- en ielle Lebense ah ungen ode Inspi a ionen ode die Selbs zusch eibung und e knüp ung mi Kollek i en na ionals aa liche ode gesellscha liche Na u . Die Übe legungen und Typologisie ungs o schläge Jü gensens und Kaise s sind ü das Disse a ionsp ojek on Bedeu ung, da sie e möglichen, Da ids in de Fo schung e mu e e ode a es ie e, Que s ellung‘ zu Jung -Wiene n wie He mann Bah , Hugo on Ho manns hal ode A hu Schni zle di e enzie zu be ach en– zugespi z o mulie : Wäh end sich Da ids Sch eiben inne halb de Äs he ik bzw. s ellenweise en lang de äs he ischen Rände de Wiene Schule beweg , gil dies keineswegs ü seine ö en lichen Inszenie ungsp ak iken. 3. VON DER PERIPHERIE IN DIE HAUPTSTADT Als eines on ie Kinde n des jüdischen Ehepaa s Jonas und Ka oline Da id wi d Jakob Julius Da id 1859 in Mäh isch Weißki chen (H anice na Mo a ě in de heu i- gen Tschechischen Republik) gebo en. Die Familie zieh in das südlich on T oppau ( schechisch: Opa a) gelegene Fulnek. In olge de In asion p eußische T uppen 1866 s i b Da ids Va e an de Chole a. Die Mu e gib den jungen Da id zu Ve wand en. Und so e b ing e iel Zei bei seinen Onkel Jakob in Al -Ti schein ( schechisch: S a ý Jičín) und dem Onkel He mann in „Soele“1 (G oeneweg 1929: 15). Du ch eine Typhus -E k ankung wi d Da id schwe hö ig, daneben is e in seine Seh ähigkei beein äch ig (Spie o 1920: 10–12; Goldamme 1959: 327 .; Foges 1906: 1 .). Nach Absol ie ung de Ma u a am T oppaue Gymnasium geh Da id 1877 zum S udium de deu schen Philologie nach Wien. Do wi d e un e ich e om Skan- dina is en Richa d Heinzl, dem Ge manis en E ich Schmid – einem Schüle des Be- g ünde s de mode nen Ge manis ik Wilhelm Sche e – und dem Philosophem Robe Zimme mann (Goldamme 1959: 329). Du ch jou nalis ische A bei en und Un e ich als Hausleh e e dien Da id seinen Un e hal (Pouh 2000: 49–50; T öbinge 1999: 9). Schließlich wi d e 1889 mi eine Disse a ion Zu Psychologie Hein ich Pes alozzis zum Dok o de Philosophie (T öbinge 1999: 11). De Publizis und Sch i s elle Ka l Emil F anzos beso g Da id eine Ans ellung in de Neuen Illus ie en Zei ung, spä e wechsel Da id zue s zum Neuen Wiene Jou nal und is spä e u.a. bei de Wiene Abendpos , de Abendbeilage de Wiene Zei ung, ä ig. Neben diesen Fixans ellungen, publizie und a bei e Da id ü e schiedene Zei ungen und Zei sch i en. Schließ- lich e ö en lich e neben seinen li e a ischen, jou nalis ischen und essayis ischen Tex en auch Biog aphien zu Ludwig Anzeng ube und F ied ich Mi e wu ze . 1 G oeneweg e weis da au , dass sich ‚Soele‘ im Kuhländchen be ände. Ein O solchen Namens bzw. in eine solchen Sch eibweise is nich zu inden. Ve mu lich mein G oeneweg die Gemeinde Söhle ( schechisch: Žilina)– heu e ein O s eil de S ad Neu -Ti schein ( schechisch: No ý Jičín). Die do igen Jugendjah e Da ids we den auch heu e noch e wähn , siehe URL: <h ps://www.zilinaunj.cz/his o ie- -ziliny -no y -jicin> [01.05.2024]. 54 BRÜCKEN 31/1 Als Da id 1906– e s i b am 20. No embe an den Folgen eine K ebse k ankung– seinen Essay Die Zei ung (1906/2022) e ö en lich , bewi b de F ank u e Ve lag Rü en & Loening diesen: Die Zei ung wi d hie gleichsam on innen angeschau : wie sie is und wie sie wi d, welche neuen Seelenwe e sie scha und welche Op e an seelische En wicklung sie o de . Die Wechselwi kung zwischen Zei ung und Publikum, die S ellung, Be- deu ung und Bes immung des Jou nalis en we den in scha e und au den G und de Dinge eind ingende Weise da geleg . (N.N. 1906: ec o 7) De Essay is de ün e Band in de on Ma in Bube he ausgegeben Reihe Die Gesell‑ scha . Sammlung sozialpsychologische Monog aphien. Dami s eh Da id als ö en lich ausgewiesene Expe e neben ande en P ominen en: We ne Somba (Band 1: Das P ole a ia . Bilde und S udien), Geo g Simmel (Band 2: Die Religion), dem Jou nalis en und Sinologen Alexande Ula (Band 3: Die Poli ik. Un e suchung übe die ölke psy‑ chologischen Bedingungen gesellscha liche O ganisa ion), dem sozialdemok a ischen Poli ike Edua d Be ns ein (Band 4: De S eik: sein Wesen und sein Wi ken), dem De - ma ologen Bisma cks E ns Schweninge (Band 6: De A z ) ode dem ( ölkischen) His o ike Alb ech Wi h (Band 7: De Wel e keh )– dies sind nu die Bände, die zu Da ids Lebzei en e schienen sind bzw. angekündig wu den; insgesam e schienen bis 1912 36 Bände. Im Subsk ip ions e zeichnis seine gesammel en We ke inde sich ein wei e e Beleg ü Da ids Gewich im Kul u leben (N. N. 1908b), ebendiese „Gel ung als Publizis hal wohl dabei, seinen li e a ischen A bei en Publika ions äume zu e ö nen“ (E ian 2018) und wide sp ich wohl auch de Annahme, Da id sei „nich den b ei es en Pub- likumsk eisen bekann “ (Peš o á 2022: 185) gewesen, wie man Da ids au obiog aphi- schen Äuße ungen en nehmen könn e, die Eugen Schick in seinen A ikel Mäh ische Mode ne au genommen ha (Schick 1906: 147 .). Da ids neun E zählsammlungen, d ei Romane, ie D amen, eine Gedich sammlung und ie Essays lägen „me kwü dig que “ (Wo bs 1983: 134), „que zu Geschmackskul u on Jung -Wien“ (Roček 1984: 64) heiß es beispielha in de Fo schungsli e a u , und womöglich liege die U sache hie ü in Da ids „Se an om Spä ealismus übe nommenen Gen es, E zähl echni- ken, S o en, Topog aphien, Figu a ionen und Klassi izie ungen, die sich e schieden bündeln, adikalisie en und auch gegen das libe ale E hos wenden lassen, dessen Lösungsmodellen sie ideologisch e p lich e sind“ (Peck 2016: 154). Da ids Sonde olle könn e alle dings auch mi dessen biog aphischem Hin e - g und e bunden sein: Ande s als e wa A hu Schni zle , He mann Bah ode Hugo on Ho manns hal muss e sich Jakob Julius Da id in Wien on G und au ökonomi- sches, kul u elles, soziales und o allem symbolisches Kapi al aneignen. Diesen Ums and, wie E ian (2018) an üh , a ikulie Da id in einem B ie an Ma ie on Ebene -Eschenbach, wenn e e wähn , e habe „wenig mi dem Geis esadel, minde noch mi dem de Gebu zu hun“ (Da id 1889 zi . n. Veselý 1969: 31). Da id muss e „in den ( e ospek i o allem au ih e männliche Dekadenz hin ausgeleuch e en) Räumen des Wiene G oßbü ge ums und (im Fall ‚Jung -Wien‘ o allem) des Adels zwangsläu ig als S ö elemen “ (Peck 2016: 153–154) wah genommen we den. Auch das be ei s oben ange üh e Vo wo E ich Schmid s e schein hie au in einem ande en 55ERKAN OSMANOVIĆ Lich : als Uni e si ä sp o esso wa e nich nu ein Ve e e des Bildungsbü ge - ums, sonde n s amm e biog aphisch aus dem G oßbü ge um– sein Va e wa de Zoologie -P o esso Edua d Osca Schmid (1823–1886; dazu Heß 1891: 11–12). Nun is ein wei e e spannende Aspek olgende : Da ids ühe E zählung „Das Hö e ech “ (1886/1890) und de Wien -Roman „Am Wege s e ben“ (1899/1900) liegen […] nich zwangsläu ig que zu Li e a u p oduk- ion um 1900, sonde n en sp echen au eine g öße en Landka e des li e a ischen Lebens zwei un e schiedlichen, on Wien aus gedach en Vek o en ode „na u alis- ischen“ Ad essie ungen: den li e a u poli ischen Zen en München und Be lin. Im li e a u geschich lichen und –soziologischen Sinn sind dami auch ins i u ionelle O e de li e a ischen Ö en lichkei gemein wie im Fall on München „Die Gesell- scha “ ( o allem zwischen 1885 und 1890) und im Fall on Be lin „Die eie Bühne ü mode nes Leben“ ( o allem zwischen 1890 und 1900) (Peck 2016: 154–155). Bis zum Roman Am Wege s e ben e ass e Da id– so is die de zei ige Quellenlage des li e a ischen Ma e ials– o allem Ly ik und his o ische E zählungen. Alle dings zeig ein on E ian (2018) o geb ach e Ein ag in den Ve einsnach ich en de Wiene Zei ung om 17. Mä z 1889 Da ids b ei e angeleg es Li e a u spek um: „Im wissen- scha lichen Club inde Mon ag, den 18 d. M., 7 Uh Abends ein Vo ag des He n J. J. Da id ‚übe den mode nen Wiene Roman‘ s a “ (N. N. 1889). 4. 1882/1883: EINE STICHPROBE– DEUTSCH, POLITISCH UND EMOTIONAL Die beiden Gedich e Die Elbe ausch und De Mu e , die 1883 in de on Ka l Emil F anzos im Leipzige Ve lag B ei kop und Hä el he ausgegebenen An hologie Deu ‑ sches Dich e buch aus Ös e eich un e de Ka ego ie „Neue Namen“ (F anzos 1883a: XX) e scheinen, sind, wie es in de do igen biog aphischen No iz zu Da id heiß , „seine e s e Publika ion“ (F anzos 1883b: XXV). Somi ma kie en die beiden Tex e auch Da ids e s e Sch i e in de li e a ischen Ö en lichkei und se zen dami auch Wegma ken ü Inszenie ungss a egien und -p ak iken: Die Elbe ausch Wo mi de Fels den Weg e eng , Hab’ ich mich kämp end du chgezwäng , Und s ü z’ in wilde Has zu Thal: Raum ü mein S ömen! Ich komm’ on Felsen s eil und kahl: Gesich e sah ich kumme ahl, Ein ganzes Volk on No h bed äng , Deu sche in Böhmen! 62 BRÜCKEN 31/1 nehmen seh e mögend gewo den wa ,auch gesellscha lich hochs ehend (Dangel- Pelloquin 2016:32–33). De G oß a e Augus in Emil on Ho manns hal wa au g und de Hei a eine I aliene in zum Ka holizismus kon e ie . T o z des Ve lus s des om U g oß a e e e b en Ve mögens gehö Ho manns hal sozial und inanziell zu Obe schich (Dangel -Pelloquin 2016:32–33), de e sich en sp echend ö en lich insze- nie e. Diese amiliä e Hin e g und ein Ho manns hal mi ande en Jung -Wiene und exkludie gleichzei ig Da id, dem du ch ge inge e inanzielle Ressou cen bes imm e Kanäle de Selbs inszenie ung e s in spä e en Jah en und/ode in ge inge em Maße zu Ve ügung s ehen. Da id a bei e auch in den olgenden Jah en o allem da an, du ch Tex p oduk ion als Ly ike in E scheinung zu e en, doch eine echnisch - o male E wei e ung seines Au o enp o ils is be ei s angeleg : Nachdem mi Lieb auen ag (10.08.1884), Näch ig Leid (01.03.1885), Ich sang ein Lied (03.05.1885), Gedich e (16.08.1885) und Weinlesezei (25.10.1885) meh e e Gedich e Da ids in de Neuen Illus i en Zei ung e scheinen, pu- blizie e 1886 seine e s e E zählung Fanny in de in Wien he ausgegebenen Deu schen Zei ung (1871–1907)– 1890 e schein de selbe Tex un e dem neuen Ti el Das Hö e ech als Buch im D esdne Ve lag Minden. Bis 1890 e scheinen wei e e Gedich e in de Neu‑ en Illus i en Zei ung und An de schönen blauen Donau, in de auch de junge A hu Schni zle publizie e. Daneben abe auch e zählende Li e a u : die No elle e Die Flede maus in An de schönen blauen Donau (15.04.1888) und die E zählung Die Schwa‑ chen (1888) sowie die No elle Die Toch e Fo una s (1889/90) in Wes e manns Illus ie e Deu sche Mona she e. Auße diesen li e a ischen Tex en e ö en lich Da id on 1883 bis 1890 Be ich e, Po ai s und Rezensionen. Üb igens: Wie in de Fo schung ausge- wiesen, zeichne e Da id iele seine Tex e in Zei ungen und Zei sch i en nich nu mi „J. J. Da id“, sonde n auch Pseudonymen wie e wa „Nemo“ (Peck 2010: 52, Ta eo 2011: 128). Da es in de geplan en Disse a ion abe um Inszenie ungsp ak iken Da ids mi ö en liche Resonanz geh , sind nu sch i liche Äuße ungen on In e esse, die ö en lich auch kla mi ihm e bunden we den können. Diese S ichp obe aus de Zei 1882/1883 ha au gezeig , dass sich Da id im ö en li- chen Resonanz aum als poli ische (deu sch -na ionale ) und emo ionale Dich e inszenie . Diese lokalen und habi uellen P ak iken lassen ihn nich nu im Wiene Li e a u be ieb au scheinen, sonde n be ei en auch seinen Weg ü wei e e Ausdi e- enzie ungen seine Selbs inszenie ung und -posi ionie ung. Im Gegensa z dazu i zei gleich He mann Bah als exempla ische Ve e e de (Noch -Nich -)Jung -Wiene 1882/1883 o allem als Kuns k i ike au , de jedoch ebenso wie Da id eine ö en li- che Inszenie ung als ‚pange manische ‘ Sch i s elle o nimm . A hu Schni zle dagegen nähe sich de li e a ischen Ö en lichkei in diesen Jah en gleich alls mi Ly ik an– jedoch ohne eine wie auch imme gea e e pa io isch -na ionalis ische Fä bung. Diese kleine S ichp obe soll au zeigen, dass be ei s in den ‚Beginne jah en‘ un e schiedliche Ma kie ungen inne halb de ö en lichen Selbs da s ellungsweisen o genommen we den. Eine di e enzie e e Be ach ung diese un e schiedlichen Inszenie ungss a egin wi d in de Disse a ion un e nommen. 63ERKAN OSMANOVIĆ LITERATUR Adam, F anz/Maye , F anziska (2017): Realismus.– In: Beche , Pe e /Höhne, S e en/K appmann, Jö g/Weinbe g, Man ed (Hgg.), Handbuch de deu schen Li e a u P ags und de Böhmischen Lände . S u ga : J. B. Me zle , 146–158. Bah , He mann (1882a): Wiene Kuns b ie e. 1.– In: Salzbu ge Volksbla 12/104 (06.05.), 1–3. Bah , He mann (1882b): Wie das Volkslied zu Eh en kam. Ein Waldmä chen.– In: Salzbu ge Volks‑ bla 12/188 (19.08.), 1 . u. 12/194 (26.08.), 1–3. Bah , He mann (1923): Selbs bildnis. Be lin: S. Fische . Bou dieu, Pie e (2001): Die Regeln de Kuns . Genese und S uk u des li e a ischen Felds. F ank u a. Main: Suh kamp. Budňák, Jan (2011): „Es ha mich imme zu To ali ä ged äng .“ Jüdische und ch is liche Cha ak e- e im We k on Jakob Julius Da id.– In: B ünne He e zu Deu sch als F emdsp ache 4/1, 43–53. 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