FACULTADE DE FILOLOXÍA
TRABALLO DE FIN DE GRAO
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben on F ieda on
Bülow. Äs he isch- o male Me kmale und ideologische Dimension de
Li e a u des deu schen Kolonialismus.
G ao en Linguas e Li e a u as Mode nas: Mención en Alemán
Ano académico: 2021-2022
Au o a: Ma iña Fe ei o Vila iño Ti o a: Dolo s Saba é Planes
FACULTADE DE FILOLOXÍA
TRABALLO DE FIN DE GRAO
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben on F ieda on
Bülow. Äs he isch- o male Me kmale und ideologische Dimension de
Li e a u des deu schen Kolonialismus.
G ao en Linguas e Li e a u as Mode nas: I ine a io en Alemán
Ano académico: 2021-2022
Au o a: Ma iña Fe ei o Vila iño Ti o a: Dolo s Saba é Planes
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben on F ieda on
Bülow. Äs he isch- o male Me kmale und ideologische Dimension de
Li e a u des deu schen Kolonialismus.
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben de F ieda on
Bülow. Ca ac e ís icas es é ico- o males e dimensión ideolóxica da
li e a u a do colonialismo alemán.
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben de F ieda on
Bülow. Ca ac e ís icas es é ico- o males y dimensión ideológica de la
li e a u a del colonialismo alemán.
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben by F ieda on
Bülow. Aes he ic- o mal cha ac e is ics and ideological dimension o he
li e a u e o Ge man colonialism.
Zusammen assung
Ziel diese A bei is es, die li e a ische Da s ellung des deu schen Kolonialismus am
Beispiel on F ieda on Bülows T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben
zu un e suchen. Bülow, die als „Beg ünde de deu schen Kolonialli e a u “ gil , sch ieb
den on kolonialis ische P opaganda gep äg en Roman im Jah 1896. Wi wollen
zunächs die äs he isch- o malen Me kmale des We ks analysie en und dann un e suchen,
wie assis isches Gedankengu im Tex wiede gegeben wi d. Eine sei s wollen wi übe
die Eino dnung des We kes in eine bes imm e li e a ische Ga ung nachdenken.
Ande e sei s möch en wi die ideologische Dimension des We kes un e
Be ücksich igung de seine zei e ö en lich en assen heo e ischen Pos ula e behandel .
Unse e Ansich nach be eilig sich Bülow an assis ischen Disku sen, die die
Subal e ni ä des a ikanischen Kon inen s au ech e hal en. Wi glauben auch, dass das
We k eine geschlech sspezi ische Lek ü e de kolonialen E ah ung zuläss .
Schlüsselwö e : F ieda on Bülow, deu sche Kolonialismus, F auen, Rasse,
Al e i ä se ah ung
Decla ación de o ixinalidade do aballo
Eu, Ma iña Fe ei o Vila iño, con DNI 46095301N, es udan e do G ao en Linguas e
Li e a u as Mode nas na Facul ade de Filoloxía da Uni e sidade de San iago de
Compos ela, como au o a des e T aballo de Fin de G ao que en po í ulo:
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben on F ieda on Bülow.
Äs he isch- o male Me kmale und ideologische Dimension de Li e a u des deu schen
Kolonialismus.
DECLARO QUE
Son a única au o a do aballo p esen ado pa a a súa co ección, sendo es e un documen o
o ixinal e non publicado con an e io idade po ou os au o es. A o alidade das on es
emp egadas na súa edacción igu an debidamen e ci adas no mesmo. Son esponsable
dos seus con idos e elabo ación e non inco o en plaxio.
En San iago de Compos ela, a 22 de xullo de 2022
Asdo. Ma iña Fe ei o Vila iño
Inhal s e zeichnis
1. Einlei ung .............................................................................................................................. 8
2. F ieda on Bülow im Rahmen des deu schen Kolonialismus ............................................. 10
2.1. Die deus che Koloniale ah ung im Kaise eich ......................................................... 10
2.1.1 Die Kolonie Deu ch-Os a ika................................................................................... 13
2.2. We wa F ieda on Bülow? ....................................................................................... 14
2.3. De Kolonial oman als li e a ische Ve a bei ung des Eu ozen ismus ....................... 17
3. T openkolle : ein Beispiel des Kolonial omans .................................................................. 20
3.1. Das P imi i e s. das Zi ilisie e ................................................................................ 21
3.2. A ikane s. Eu opäe ................................................................................................ 25
3.3. Sp ache und Hie a chie ............................................................................................... 29
4. Ideologische Dimension de Li e a u des deu schen Kolonialismus am Beispiel on
T openkolle ................................................................................................................................ 32
4.1. Rassendisku s in T openkolle .................................................................................... 33
4.1.1. Die Zone des Seins: die deu schen Pionie e als Ak eu e des
Kolonisie ungsp ozesses ..................................................................................................... 34
4.1.2. Die Zone des Nich -Seins: die Kolonisie en als Op e des
Kolonisie ungsp ozesses ..................................................................................................... 36
4.1.3. Ex ak i ismus als Fo m des Kolonisie ungsp ozesses ............................................ 38
4.2. De eu ozen ische Blick de Kolonisa o in ................................................................ 40
5. Fazi ..................................................................................................................................... 43
6. Li e a u e zeichnis ............................................................................................................. 45
8
1. Einlei ung
Die G undidee diese Bachelo a bei en sp ing eine pe sönlichen Re lexion
da übe , wie Li e a u manchmal Reali ä en wide spiegeln kann, die zeigen, wie
ideologische Mach in de Gesellscha ope ie . Beispiele ü dieses ideologische
Po enzial de Li e a u inden sich e wa im Thea e de Au klä ung, in de Li e a u de
Nach oman ik, in ielen We ken de Weima e Zei ode in einem G oß eil de
deu schsp achigen Li e a u nach 1945. In diesem Zusammenhang e schein uns eine
äs he isch- o male Analyse in e essan , die die ideologische Dimension de Li e a u des
Kolonialismus be ücksich ig . In diesem Hinblick könn e man die F age nach de Rolle
eine kolonialen Wel anschauung als Vo läu e phänomen des Na ionalsozialismus
s ellen. Das Haup ziel diese A bei bes eh dahe da in, ein ep äsen a i es We k de
Kolonialli e a u da au hin zu analysie en, inwiewei es als ideologische Vo läu e des
Na ionalsozialismus gel en kann. Unse In e esse an de deu schen Kolonialli e a u ha
auch einen ande en G und. In Anbe ach unse e Kenn nisse de po ugiesischen
Li e a u und Kul u is be ei s ein Hin e g undwissen übe die po ugiesische
Kolonialgeschich e o handen, das ü zukün ige e gleichende S udien besonde s
nü zlich sein kann. Die Ta sache, dass de po ugiesische Kolonialismus eine eligiöse
Dimension au weis , die im deu schen Kolonialismus, de als zi ilisa o isches We k de
Ve nun e s anden wu de, nich so p äsen is , s ell ein besonde s spannendes Thema
ü spä e e Fo schungen da .
Fü eine Analyse de ideologischen Dimension de Li e a u des deu schen
Kolonialismus eignen sich unse es E ach ens die neuen pos kolonialis ischen
Fo schungen, insbesonde e die on Ramon G os oguel, au die wi spä e noch
zu ückkommen we den. Aus diese pos kolonialen Pe spek i e, die da au abziel ,
eu ozen ische In e p e a ionen de Reali ä zu en la en, soll das We k T openkolle .
Episode aus dem deu schen Kolonialleben, on F ida on Büllow gelesen we den.
Au g und ih e Reisebe ich e und o allem ih e spä e en Romane gil F ieda on Bülow
als die „Beg ünde in de deu schen Kolonialli e a u ‟. Heu e wi d ih We k jedoch
wei gehend igno ie und ih e Pe son kaum gewü dig . T openkolle . Episode aus dem
deu schen Kolonialleben, ih am b ei es en ezipie e Roman, ö ne die Tü zu ih en
E ah ungen in de os a ikanischen Kolonie des damaligen Deu schen Reiches. Aus
diesem G und haben wi in unse e A bei angehal en, einen ku zen Übe blick übe den
9
deu schen Kolonialismus zu geben, ein wenig bekann es Phänomen de deu schen
Geschich e, ohne das es unzu eichend is , den spä e en Au s ieg des Na ionalsozialismus
zu e s ehen.
Zusä zliche Ziele diese A bei lau en wie olg . E s ens die Ve o ung F ieda on
Bülows im deu schen his o ischen und li e a ischen Kon ex . Zwei ens die Analyse des
We ks, mi Fokus au die äs he isch- o malen Me kmale und das Konzep des
Eu ozen ismus. Fanons Beg i e „Zone des Seins“ und „Zone des Nich -Seins“, die auch
on G os oguel e wende we den, sollen in diesem Zusammenhang un e such we den
Als „Zone des Seins“ bzw, „Zone des Nich -Seins“ we den zwei gegensä zliche
on ologisch-exis en ielle Zonen e s anden, die me apho isch die Räume da s ellen, in
denen das Menschliche und das Un e menschliche im logozen ischen wes lichen
Denksys em angesiedel sind. Ein wei e e Punk , den wi im Zusammenhang mi dem
Eu ozen ismus des kolonialen P ojek s e ö e n we den, is de so genann e
Ex ak i ismus, eine Fo m de Ausbeu ung on Na u und Wissen aus eu ozen ische
Pe spek i e, die auch im Roman o komm . Schließlich wi d die Au deckung de
ideologischen Dimension de deu schen Kolonialli e a u am Beispiel dieses We ks
gesuch .
Das Konzep des Eu ozen ismus spiel in den pos kolonialen S udien eine
zen ale Rolle. De Eu ozen ismus implizie eine A und Weise, dem Ande en zu
begegnen und die Wel au de G undlage des om Logozen ismus übe nommenen
binä en Pa adigmas zu sehen, in dem die pa ia chale weiße Ve nun eine zen ale
Posi ion einnimm . Diese A , die Wi klichkei zu sehen, wu de in de Au klä ung als
einzig gül ige Epis eme ü die In e p e a ion des Wel sys ems es gesch ieben.
G os oguel zu olge be uh die wes liche Zi ilisa ion au einem, wie e es nenn ,
„kolonialen, pa ia chalischen, wes lich-zen ischen und ch is lich-zen ischen
Wel sys em“, das die Kul u , das Wissen und die E kenn nis heo ie des Wes ens
p i ilegie und den Res un e d ück ha . So wi d auch heu e noch die globale Dynamik
in ih e Gesam hei du ch eu ozen isches Denken bes imm . G os oguel schläg eine
„dekoloniale Wende“ o , die eine e ek i e e kenn nis heo e ische Dekolonisie ung
bewi k und die uni e salis ischen und ahis o ischen De o ma ionen des Eu ozen ismus
ko igie . Ande e sei s is es wich ig, da au hinzuweisen, dass G os oguel mi einem
seh iel wei e ge ass en Beg i on Rassismus a bei e , als wi es gewohn sind, da e
iele Va ian en um ass , die übe die Hau a be hinausgehen.
16
Ich habe geglaub , ich wü de nie wiede e was sch eiben, ode zeichnen ode schön inden, weil
es doch alles imme in Beziehung au sie wa . Das Sch eiben is mi abe je z meh Bedü nis als
zu o . Ich weiß es wohl, wa um. Könn ‟ ich ih an K a und Kla hei , an Wah hei und Mu imme
nähe kommen ( on Bülow, 1884)
6
.
Mi dem Tod de Schwes e e lo sie eine ih e engs en Ve au en. Ih Wille und
ih e S ä ke o enba en sich in ih en Tagebuchein ägen: „Ich hab‘ manchmal Lus , mi
allem zu b echen, was mi das Fehlen des Liebs en p edig , mich un e ganz emde
Menschen und in s a ke Ak ion zu begeben. Solange das Leben noch daue , will ich nich
Skla e sein, sonde n He “
7
. F ieda such e da au hin nach einem neuen Sinn im Leben
und and ihn on Hamme s ein zu olge in ih em Engagemen ü das koloniale P ojek .
Fü sie wa das Bekenn nis zu kolonialen und na ionalis ischen Ideologie nich nu eine
poli ische Posi ion, sonde n ein ech es e hisches und mo alisches Gebo (Wilden hal,
2001:55).
Die Begegnung mi Ca l Pe e s im Jah 1885 e mu ig e F ieda, ih en B ude da on
zu übe zeugen, sich ü die koloniale Bewegung zu engagie en. Da au hin melde e sie
sich als K ankenschwes e . Ab diesem Zei punk en wickel e sich eine enge e Beziehung
zwischen Pe e s und on Bülow, die du ch ih e gemeinsamen P inzipien, abe auch du ch
eine sen imen ale Annähe ung mo i ie wa . Ange eg du ch die Kolonialbegeis e ung
g ünde e F ieda on Bülow im Ok obe 1886 den Deu schna ionalen F auenbund ü die
K ankenp lege in den Kolonien mi dem Ziel, Mi el ü den Bau eine K ankens a ion in
den neuen Gebie en an de os a ikanischen Küs e zu sammeln.
Insgesam un e nahm F ieda on Bülow zwei Reisen nach Deu sch-Os a ika.
Wäh end de e s en, 1887, e k ank e sie an Mala ia und muss e nach Hause zu ückkeh en.
Vo ih e zwei en Reise s a b ih B ude Alb ech im Kamp am Fuße des Kilimandscha o
und ein wei e e ih e B üde beging Selbs mo d. Die zwei e Reise, die 1893 s a and,
wa abe im Allgemeinen ein d ama ische es und einsame es E lebnis, da sie allein in
A ika wa . Nach de zwei en Rückkeh aus A ika zog sich sie aus dem ö en lichen und
ak i is ischen Leben zu ück und konzen ie e sich ganz au das Sch eiben. Ih e
F eundscha en u.a. mi Lou-And eas-Salomé, Sophia Gouds ikke und Raine Ma ia
6
on Bülow, F ieda. Tagebuchein ag, Janua 1884, Ga done, I alien, zi ie in S. Hoechs e e . F ieda
F eiin on Bülow. Ein Lebensbild. D esden: Ca l Reißne , 1910, S. 91-92.
7
on Bülow, F ieda. Tagebuchein ag, Ap il 1884, Milano, zi ie in S. Hoechs e e . F ieda F eiin on
Bülow. Ein Lebensbild. D esden: Ca l Reißne , 1910, S. 102. In e essan is in diesem Kon ex die
Ve wendung des Nomens „He “ ans elle de weiblichen Fo m „He in“.
17
Rilke wu den be ei s in ih e Biog aphie es gehal en (Hoechs e e , 1910:190-191).
Schwe e k ank , s a b sie 1909 in Jena.
F ieda on Büllow is zwei ellos die bekann es e Sch i s elle in de deu schen
Kolonialbewegung o dem E s en Wel k ieg und wu de zu Beg ünde in des deu schen
Kolonial omans. Nach de Einigung Deu schlands 1871 wu de die na ionale und
koloniale F age zu G undlage de deu schen Iden i ä . Im Kon ex de
Expansionsbewegungen zeigen die Sch i en on F auen die Legi imi ä de Kolonien
und wie de weibliche Impe ialismus du ch ih e Be eiligung an de Mig a ion in die
Kolonien zum kolonialen P o il de jungen Na ion bei ug (Romuald Valen in, 2018: 90).
Ein Beweis ü den E olg on Bülow is de on Jose ine Bu da e ass e Todesanzeige,
in de ih Ve mäch nis gewü dig und ih We k e he lich wi d:
Viel zu üh ü die, die sie lieb en, die aus ih en We ken T os und E bauung geschöp ,
zu üh ü die deu sche Li e a u , de sie ganz neue, bishe noch unbekann e P ade
gewiesen. Sie wa eine Bahnb eche in au dem Gebie e mode ne deu sche
E zählungskuns . Dem pa io ischen Roman ha sie neue Bahnen geö ne und alle F agen
de Wel poli ik in kluge und einsinnige Weise zu lösen e such . (...) Eine emde Wel ,
Bilde aus e nen, lich gek ön en Zonen en oll e sie o unse m s aunenden Blick. In
a benp äch igen Schilde ungen üh e sie uns ein in die Gebie e des jungen deu schen
Kolonialbesi zes, in ih gelieb es Deu sch-Os a ika! (Bu da, 1909:183)
T o z ih e Popula i ä zu ih e Zei gib es jedoch nu wenige S udien, die sich
mi ih e Figu be assen. Nach de Ve ö en lichung ih e Biog a ie e schwanden
sowohl die We ke als auch die Pe son F ieda on Bülows olls ändig aus dem
li e a u geschich lichen Kanon, um e s Jah zehn e spä e in Fachs udien wiede
au zu auchen, die sich e neu mi de deu schen Kolonialzei beschä igen. Wie man sich
leich o s ellen kann, wa das Po ä , das dabei en s and, nich eines de lobenswe es en
(O a io, 2019: 166). Am Ende des 20. Jah hunde s o enba e die Un e suchung ih es
We ks eine zu ie s assis ische, an isemi ische und na ionalis ische Denkweise.
2.3. De Kolonial oman als li e a ische Ve a bei ung des
Eu ozen ismus
De Beg i „Kolonialli e a u “ um ass Tex e, die nich nu wäh end de
beg enz en kolonialen his o ischen Phase, sonde n auch in den Jah en unmi elba da o
und danach gesch ieben wu den und sich mi de Thema ik de Kolonien beschä igen.
De Kolonial oman is eine küns le ische und li e a ische Ve a bei ung des
eu ozen ischen Wel bildes. Die eu ozen ische Pe spek i e übe die Reali ä spiegel ein
18
epis emologisches Sys em wide , das du ch die Logik des weißen he e osexuellen
Pa ia cha s ge egel wi d. Im Mi elpunk des eu ozen ischen Denkens s eh die
Ve nun im klassischen Sinne. Aus eine eu ozen ischen Pe spek i e die koloniale Wel
zu be ach en und zu ep oduzie en, bedeu e , die bese z en Gebie e und ih e Bewohne
als unzi ilisie da zus ellen. In diesem Kon ex de Ungleichhei zwischen den
Menschen en wickel sich die Al e i ä se ah ung de Pionie e in A ika.
De Eu ozen ismus, de in den We ken zum Ausd uck komm , is genau die
G undlage de kolonialen Li e a u . Da übe hinaus beleg T openkolle , dass die
A is ok a ie, imme noch die soziale Mach inneha . Das eu ozen ische Epis eme, das
die pa ia chalische Ve nun e eh und au dem die P inzipien de Logozen ismus
be uhen, wi d zum uni e sellen Pa adigma de Wel e kenn nis. Diese eu ozen ische
Blick annullie dann jede Kul u und Iden i ä , die diese Idee emd is , was man als
Epis emizid bezeichnen kann (G os oguel, 2013). Die Abwe ung ande en
Wissenssys eme und ande e Wel anschauungen mach den Eu ozen ismus zum
uni e sellen Pa adigma. La a ass zusammen: „Tenemos así que, “el homb e occiden al
y su he amien a de conocimien o -la azón- se dei ican, y en su unión sag ada, se uel en
in angibles, anshis ó icos, me a-cul u ales y po an o, uni e sales”“ (La a, 2018 zi ie
in Aguila , 2018:13).
Das koloniale Li e a u phänomen b ach e eine un e häl nismäßig g oße Zahl on
Tex en alle A und Quali ä he o , die in den Li e a u be ieb und in die Wohnungen
de deu schen Bü ge eind angen. Jedoch wa die P oduk ion on Romanen quan i a i
iel ge inge als die on Fach ex en übe die En deckungs- und Besa zungsphase. Die
koloniale Li e a u e häl o eine wissenscha liche (ode ehe pseudowissenscha liche)
Dimension. Ziel is es, das Leben in den Kolonien genau zu analysie en und die
einheimische Be ölke ung zum Gegens and de Un e suchung zu machen. Bei diese
posi i is ischen Vo gehensweise die koloniale Wel zu besch eiben, wi d ein ungleiches
Ve häl nis zwischen Kolonisa o en und Kolonisie e o ausgese z . In diesem ungleichen
Ve häl nis spiel die Al e i ä se ah ung de eu opäischen Pionie e in de neuen Wel eine
en scheidende Rolle. Kolonisa o en en decken eine Reali ä , als ob diese Reali ä nich
be ei s o ihnen exis ie hä e und besch eiben sie aus einem eu ozen ischen
S andpunk , ohne den Kolonisie en eine S imme zu geben. Lau Sand a Rich e (2019)
we den in diese wissenscha lich o ien ie en Kolonialli e a u u. a. olgende Themen
behandel : „de sozialda winis ische Kamp alle Menschen und Mäch e gegen alle;
19
Rassebiologische ode pseudowissenscha liche Hie a chisie ung de Menschen nach
Blu , He kun und Lebensweise; die Glo i ika ion des Übe menschen; ode
Emanzipa o ische A gumen e ü die deu schen F auen und A bei e au Kos en de
A ikane “.
8
Diese Themen sollen eine objek i e E klä ung de deu schen Übe legenhei
und im wei e en Sinne de eu opäischen Übe legenhei geben.
Die deu sche Kolonialli e a u wa imme mi p opagandis ischen Zwecken
e bunden und ziel e da au ab, die Wah hei on pa iellen, lokalen und empo ä en
Subjek en zu e zählen, eine Wah hei , die dann in die kollek i e Vo s ellungswel
einge üh we den soll e. Nach dem Ve lus de Kolonien wu de das idealisie e Bild de
deu schen kolonial-impe ialis ischen Ä a in de allgemeinen Vo s ellung de deu schen
Gesellscha wei e gep leg . Im Na ionalsozialismus se z e sich dieses Phänomen o ,
da Kolonialhelden als Vo bilde gal en, wie Ca l Pe e s, dessen Ka ie e e ilm wu de.
E wähnenswe is eben alls de Fall des Sch i s elle s Hans G imm, de neben seinen
kolonialen We ken, wie z. B. Süda ikanische No ellen, 1926 das Buch Volk ohne Raum
e ö en lich e. Zei gleich mi de expansionis ischen Poli ik des Na ionalsozialismus
wu de es zu einem wegweisenden We k, in dem G imm au das Rech des deu schen
Volkes au Kolonien zu Ve eidigung seine Sp ache und Kul u hinweis .
Nach dem Au schwung de Kolonialli e a u übe nahm die Reiseli e a u die
be ei s im Kolonial oman o handenen ideologischen Elemen e. Reisebe ich e wu den
eine Fo m de P opaganda, die eine eu ozen ische Sich de Wel e b ei e en. Auch
wenn diese Ga ung au den e s en Blick wenige poli isie zu sein schein , so ha sie
doch auch eine ideologische G undlage. In de Regel üh die En wicklung de Handlung
in eine ungewohn en äumlichen Umgebung zu dem Ve such, dem Lese die Me kmale
eines neuen Milieus zu e mi eln. De Disku s de Ungleichhei , de be ei s in de
Kolonialli e a u o handen wa , wu de also in den Reisesch i en nach dem Ve lus de
Kolonialgebie e meh ode wenige explizi o gese z . So wu den Reisebe ich e zu
einem Medium de Popula isie ung koloniale Mach poli ik. In diese Ka ego ie is
Reisescizzen und Tagebuchblä e aus Deu sch-Os a ika on F ieda on Bülow zu
8
Von den neuen, die Sand a Rich e in Na a ing A ica. Eine Open-Space-Auss ellung e wähn . Die
Üb igen: de „Sozialimpe ialismus“ de eu opäischen Wel mäch e; Fu u ismus, Vi alismus und
Jugendbewegung; Geopoli ik: eingebilde e Raumno und ebensolche Expansionsbeda ;
Ve schwö ungs heo ien: con a al es P eußen, de den Kaise ode gegen alle; Mission und die Klage übe
den Islam.
20
nennen. Das We k wa eine de e s en Kolonialbe ich e eine deu schen F au. Es wu de
1889 e ö en lich und en hiel In o ma ionen on ih e e s en Reise in die Os kolonie.
Beme kenswe is die weibliche Au o enscha on T openkolle . In de
deu schen Geschich ssch eibung wu de die Be eiligung on F auen an den kolonialen
E obe ungen lange Zei igno ie . Doch wie be ei s in de Biog aphie on F ieda on
Bülow angedeu e , begann sich das deu sche weibliche Bü ge um in den 1880e Jah en
ü die Kolonien zu in e essie en. Zu den Haup au gaben eine F au in den Kolonien
gehö en K ankenp lege, Mala iap ä en ion und Hausa bei . Die Teilnahme am
kolonialen Un e nehmen e möglich e es den F auen, einen po enziellen Raum ü ih e
Emanzipa ion zu en decken. Aus den E ah ungen diese F auen en s anden Reise- und
Kolonial omane, in denen das deu sche Übe legenhei sge ühl und die zi ilisa o ische
Mission hema isie wu den. Insbesonde e on Bülows Romane zeigen, dass die
weibliche P äsenz in den Kolonien a sächlich eine S a egie zu Legi imie ung de
Kolonial- und Rassenpoli ik wa , auch wenn sie o de g ündig als eine seh
ansg essi e Emanzipa ions o m da ges ell sind (Romuald Valen in, 2018: 89-94). Dies
e deu lich die Wide sp üche, die die Emanzipa ionsp ozesse de F auen in einigen
Fällen mi sich b ingen. Bei F ieda äuße sich ih soziale B uch nich du ch einen B uch
de pa ia chalischen Schema a. Die Au o in e i wei e hin die gleichen We e, die sie
als Indi iduum einsch änken.
3. T openkolle : ein Beispiel des Kolonial omans
T openkolle . Episode aus dem deu schen Kolonialleben wa eines de
e olg eichs en We ke on F ieda on Bülow. De Roman wu de 1896 e ö en lich ,
zwei Jah e nach ih em le z en Au en hal in A ika. Bei nähe e Be ach ung des Romans
läss sich das sozialpoli ische Pa adigma de damaligen Zei e kennen, denn e spiegel
die Gedanken eine Au o in wide , de zum Teil Ve e e in eine he schenden
Gesellscha sschich is . T openkolle is eine Kolonial-, Reise-, Liebes- und
Bildungsgeschich e oll on Beobach ungen, die die Sch i s elle in o O mach e und
ebenso oll on kolonialen subjek i en Vo s ellungen und T äumen, die sich au A ika
beziehen. Es is nich möglich, eine es e Handlung in dem S ück es zus ellen, sonde n
ehe ein Amalgam aus, wie de Ti el me apho isch andeu e , e schiedenen Episoden. Die
Dialoge und die Da s ellung des All agslebens in den Kolonien haben Vo ang o de
Handlung. Wie be ei s beme k , die E zählung des Romans spiel in de ik i en
21
deu schen Kolonie Sa u a. Im Mi elpunk s eh on Bülows Al e Ego E a, eine s a ke
und unabhängige Figu , die sich dem kolonialen Leben e sch ieben ha . In Deu sch-
Os a ika wa ih Handlungsspiel aum o z des nich imme ein achen
In eg a ionsp ozesses gelugene als in Deu schland. Ih Liebesin e esse gil Ludwig on
Rosen, eine an Ca l Pe e s e inne nde Ges al mi einem ausgep äg en Sinn ü Mo al.
Von Bülows A ikane sind ü die Handlung des li e a ischen We ks kaum ele an . Im
Ve gleich zu den psychologisch ausgea bei e en deu schen Figu en we den sie als
wiede keh ende S e eo yp da ges ell .
T openkolle wu de in de als Fin de Siècle bekann en his o ischen Pe iode
e ö en lich . Es is eine Zei des Wandels, die sich o in expe imen ellen li e a ischen
Fo men niede schläg . Jedoch sind Tex en zu inden, die diese Vo ausse zungen nich
ganze üllen: jene Tex e, die zu Ve kau sphänomenen wu den, die o z scheinba
mode nen Denkens p okoloniale Handlungen und Poli iken ö de en (Rich e , 2019).
Das We k on F ieda on Bülow kann in die le z genann e G uppe eingeo dne we den.
Obwohl ih We k de his o ischen Pe iode de Jah hunde wende zuzuo dnen is , s eh es
de ealis ischen S ömung nähe und äg wei gehend de en Me kmale. Mi dem
eu opäischen ealis ischen Roman e binde T openkolle eine ch onologische Ab olge,
de aillie e Besch eibungen und eine ex e ne, allwissende E zähle ins anz. In diesem
Zusammenhang olg e on Bülow diesem Schema, um ih spezi isches Publikum, in de
Regel Angehö ige ih e eigenen sozialen Schich und ande e F auen, wi ksame zu
e eichen. F ieda on Büllows Roman o enba einen s a ken li e a ischen Hin e g und,
de ih e Vo lieben, Lek ü en und Vo bilde e kennen läss .
3.1. Das P imi i e s. das Zi ilisie e
In T openkolle gib on Bülow Besch eibungen und Dialogen den Vo ang und
läss die Handlung des Romans in den Hin e g und e en. Unse e Meinung nach is dies
eine e zähle ische S a egie, die ih zu eine sub ile en Da s ellung des F emden e hil .
Du ch Besch eibungen kann sie zum Beispiel ih e Begegnung mi eine neuen Wel am
bes en e klä en, indem sie au eine de aillie e e und aus üh liche e Weise die neue
exo ische Wel da s ell . Jede diese Besch eibungen und Dialoge is nich ideologisch
neu al, sie e suchen die Übe legenhei des Eu ozen ismus zu zeigen. Eine genaue e
Tex analyse läss ih e ideologische K a de inie en.
22
Das übe wiegende Vo handensein on besch eibenden Passagen ha in e s e
Linie eine Wi kung in die zei liche Dimension. Die E zählzei des Romans is langsam,
was sich au die Länge des Romans auswi k . Ta sächlich en al e sich die ka ge
Handlung au as 300 Sei en, was zu einem langsamen E zähl empo üh . Die
Zei spanne de E zählung is ku z und besch änk sich au einige Mona e. Das We k ha
keine kla e Kapi els uk u und die E zählung is ehe linea und kon inuie lich. In diesem
Sinne ennen ein ache Ma kie ungen die Teile alle dings seh ungleichmäßig. Einige de
„Kapi el“ e s ecken sich übe meh e e Sei en, wäh end ande e nu wenige Absä ze lang
sind. Es is zu beach en, dass diese Aspek nich mi de Bedeu ung zusammenhäng , die
den einzelnen Teilen beigemessen wi d.
Sowohl de An ang als auch das Ende sind ziemlich unzusammenhängend. Das
E zähl empo is au den e s en Sei en besonde s langsam, da de E zähle e such , einen
de aillie en Übe blick übe den Kon ex zu geben. Die Cha ak e e we den du ch ih e
Beziehungen zu de weiblichen Haup igu einge üh und de Raum wi d sch i weise
da ges ell . Das Ende is nich ab up und läss sich leich e schließen. De Roman ha ein
o enes Ende, und obwohl e in gewisse Weise agisch is , gib es am Ende Ho nung
au eine glückliche Zukun .
Was die his o ische Zei anbelang , so handel es sich o ensich lich um das spä e
19. Jah hunde . Das wissen wi aus dem Inhal de Geschich e und aus de E ah ung de
Au o in. Die im Roman e wähn en his o ischen E eignisse, wie de Deu sch-F anzösische
K ieg on 1870 bis 1871, sind nich spezi isch genug, um on einem bes imm en Jah zu
sp echen.
Im Gegensa z zu schwachen Ausa bei ung des ch onologischen Elemen s wi d
die äumliche Dimension du ch den e zähle ischen S il und den Zweck des We ks
begüns ig . Die Raumschilde ung im Roman e olg aus eine eu ozen ischen
Pe spek i e und be on die E ah ung des F emden. Eine sei s allen die p äzisen
Besch eibungen de Umgebung au , da de Pla z, an dem sich die Handlung abspiel , de
Lese scha des S ücks emd is . Au allend is die de aillie e und aus üh liche
Besch eibung de Fauna und Flo a de neuen Wel , die manchmal soga den Eind uck
eines enzyklopädischen Tex es e weck , wie im olgenden Abschni de Fall:
Nu wenige Sch i e noch on de o d ingenden Flu en e n , e heb sich de aus
sp ödem, o em Lehm und Sand bes ehende Küs enboden ziemlich s eil zu e wa d eißig
me e Höhe. Wo de Hang on Bäumen und S auchwe k ei gemach wo den, ha ihn
23
de T open egen wild ze issen. Zwischen den ie en Klü en und Zacken üh hie und
da e was wie ein Fußp ad om S ande hinau ( on Bülow, 1896: 1).
Rings umhe nich s als das mono one Dickich de Mang o ensümp e. Da übe ahle
Dämme ung.
Von Zei zu Zei e einig en sich die Flußa me und dann wei e e sich das Gewässe aus,
daß es wie ein Waldsee e schien, dann eil e sich de Fluß wiede , ein mi dich em
Baumwuchs bedeck es Inselchen uma mend.
Hie haus en Flußp e de und K okodile ( on Bülow, 1896: 209).
Diese A on F agmen en agen zu Scha ung eine emda ige Na u landscha
bei, die eine öllig subjek i e Wah nehmung zeig . Was aus eine eu ozen ischen
Pe spek i e als exo isch wah genommen wi d, implizie auch eine nega i e mo alische
Bewe ung. Die üppige opische Na u is mi K ankhei en und dami auch mi Ge ah en
ü die Siedle e bunden. In diesem Sinne bezieh sich de E zähle au den T openkolle .
So wie das Klima die U sache ü die Exis enz eine ungezähm en Vege a ion is , wi d es
auch als U sache ü Emo ionen und I a ionali ä im Menschen bezeichne : „Jene
übe mäßige Reizba kei und Emp indlichkei , die Sie e sch eck , is das na ü liche
E gebnis gewisse zusammen e ende Einwi kungen, in e s e Linie de klima ischen“
( on Bülow, 1896:134).
Das In e essan es e an dem äumlichen Aspek is , wie e benu z wi d, um ein
eu ozen isches Dogma zu e lek ie en. F ieda on Bülow s ell de eu opäischen
Landscha imme wiede die a ikanische Landscha gegenübe , die sie nega i
konno ie . T o z ih es Übe schwangs wi d die Na u de Kolonie nich idealisie ,
sonde n als eindlich besch ieben. De Anblick is a embe aubend, abe kein op imale
O ü die menschliche En wicklung.
Unse e Meinung nach zeigen die Landscha sbesch eibungen, dass es zwei
Zugänge zu Na u gib : Tellu ismus und Exo ismus. Obwohl das e s e Konzep in de
deu schen Li e a u heo ie sel en o komm , können wi seine P äsenz bei T openkolle
es s ellen. De Beg i wi d o de inie als de Ein luss des Landes ode des Bodens
eine Region au ih e Bewohne , sei es au physische ode psychologische Ebene. Au
de einen Sei e haben wi also die in insische und p imä e Beziehung zwischen
Menschen und E de. In diese Beziehung is die E de ak i und e üg übe die Mach ,
das menschliche Wesen zu kondi ionie en.
„Jene übe mäßige Reizba kei und Emp indlichkei , die Sie e sch eck , is das na ü liche
E gebnis gewisse zusammen e ende Einwi kungen, in e s e Linie de klima ischen.
De Bewohne heiße Lände is imme hi zig; denken Sie an den Spanie , den Siziliane ,
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den Süd anzosen schon. Abe sein Na u ell is zugleich beweglich und leich lebig,
iel ach soga seh obe lächlich. Dagegen is de Cha ak e de No dlände , dem ka gen
Boden, mi dem e ums B o zu ingen ha , en sp echend, schwe ällig und e ns . E is
geneig , alles wich ig zu nehmen und aus jede Kleinigkei eine Kabine s age zu
machen. T i nun diese schwe e und sp öde No dlandscha ak e mi de E hi zung und
ne ösen E egba kei eines opischen Klimas zusammen, so en s eh ein aus as
un e einba en Gegensä zen bes ehende neue Cha ak e . Nich wah ?“ ( on Bülow,
1896:134).
Tellu ismus is in diese o geschlagenen Passage ausd ücklich o handen. In de
Mi e de „Disse a ion“ übe den T openkolle zeichne Rosen ein Po ä de
e schiedenen eu opäischen P o ile, wobei e seine A gumen a ion au das Klima (heiße
Lände =is imme hi zig) und die E de (ka gen Boden=schwe ällig und e ns ) s ü z .
Es gab eilich auch einzelne, zumal un e den niede en Beam en, die selbs bei den e s en
Anzeichen des Klima iebe s die Flin e ins Ko n wa en und nu noch den einen Gedanken
ha en: schleunige Fluch nach Eu opa. Niemand e such e in solchen Fällen die
E sch eck en zu ückzuhal en, denn we dem Tod ins Angesich zu sehen nich aushiel
und allzu es da on du chd ungen wa , daß ein lebende Hund beneidenswe e sei als
ein o e Achill, de wa ü diese Küs e nich gescha en ( on Bülow, 1896: 86).
Aus de Lek ü e dieses ande en Ausschni s können wi zwei In o ma ionen
en nehmen: die Hä e des emden Milieus und die Wä me de eu opäischen Heima . De
Deu sche is nich in de Lage, sich an das eindliche Gebie anzupassen. Auch hie gib
es jedoch eine K i ik am schwachen Cha ak e , denn die wi klich Mu igen, die Pionie e
und nich die „niede en Beam en“, können Wid igkei en übe winden. Ande e sei s
e mi el uns die schnelle Fluch nach Eu opa, dass Deu schland ein Zu luch so und
ein güns ige Raum ü En wicklung und En al ung is . Da aus e gib sich de Gegensa z
Eu opa/A ika als Zi ilisie e/P imi i e.
Ande e sei s wi d das Land als une o schba e und ela i une eichba e Raum
da ges ell . Wie in de Kolonialli e a u s eh auch im We k on F ieda on Bülow das
In e esse am Exo ischen im Mi elpunk . So agen die Au o en mi ih en E zählungen
und Besch eibungen zu dem ohnehin schon ä selha en Bild on A ika in Eu opa bei.
Die Na u wi d als wild und unbe üh da ges ell . Es is ein chao ische , disha monische
und ungleichmäßige Raum.
Sie ha en sei eine halben S unde den Buschwald hin e sich gelassen. Hie ug die
Gegend bis zu Küs e hin den Cha ak e eine ungeheu en, wilden, einsamen,
sonnendu chglüh en Pa klandscha .
Einzelne Bäume ode p äch ige, on de Na u gebilde e G uppen; hie eine Tama inde,
do eine einge iede e Akazie, dann wiede die massigen Mango iesen mi ih e dich en,
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dunkeln, kugeligen Laubk one. Da wo de s einige Boden nu mi Aga en und dü en
S achelg äse n bes anden wa , zeig en sich s e s die g o esken Fo men de Dumpalme.
Zuweilen senk e sich das Te ain zu kleinen Schluch en; auch phan as ische
Felsbildungen un e b achen die Ebene. Sump lachen, die hie und da on den g oßen
He bs egengüssen zu ückgeblieben wa en, kündig en sich schon on wei em du ch das
sie umgebende ische G ün an: üppig au geschossene Rhicinus, Zucke oh , Bambus
und de einblä ige zie liche Papy us ( on Bülow, 1896: 214-215).
Die hie besch iebene Landscha is om Menschen unbe üh und dami , so on Bülow,
auch on de Ra ionali ä unbe üh . Die A ikane sind, auch beding du ch ih en
Lebens aum, an den Rand ged äng , und ih Mangel an Ve nun en menschlich sie.
Diese Tex is nu ein Beispiel ü den nega i en We , den on Bülow de a ikanischen
Landscha beimiss . Die Adjek i ie ung is wich ig, die meis en Elemen e we den on
einem nega i en Modi ika o beglei e : g o esk, einsam, wild, ode dunkel. De
Exo ismus is jedoch eine eu ozen ische Sich au das F emde. In gewisse Weise wi d
die Reali ä des Ande en nich als solche gesehen, sonde n einem P ozess de
S e eo ypisie ung un e wo en. Auch die Na u is ein Hinde nis ü die Au gabe de
Kolonisie ung. Die Pionie e wandeln sie nach eu opäischem Vo bild um und un e we en
sie ü ih en eigenen Ve wendungszweck. Ih e Besch eibungen des Raums scheinen zu
diese A des eu ozen ischen Ve s ändnisses de Wel zu passen. Die
Raumbesch eibungen scheinen sich in das Wel e s ändnis de eu ozen ischen
Epis emologie einzu ügen.
3.2. A ikane s. Eu opäe
Was in de na ü lichen Landscha zu beobach en is , gil auch ü die
Besch eibung de a ikanischen Be ölke ung. Au g und de ehlenden Handlung bie en
die Figu en ein g öße es Po enzial zu Analyse. Obwohl E a Bi on die P o agonis in is ,
en s eh ein wei es Ne z e schiedene Pe sönlichkei en, und de Fokus lieg nich
unbeding imme au ih e Figu . Es komm imme wiede o , dass die E zählung de
Ve gangenhei de Figu en Au me ksamkei schenk und ihnen ganze Abschni e ohne
E as Teilnahme widme . Dies is zum Beispiel bei Ludwig on Rosen, bei Pa e Fab icius
ode bei Bana Musa, dem „u al en“ A ikane , de Fall. Auch die Begegnungen zwischen
den männlichen Figu en we den häu ig au gezeichne und ih e Dialoge wiede gegeben:
Bana Musa sah on wei em d ei kahl asie e Schädel leuch en und e kann e da an
Lindebe g und seine Mi midonen, denn diese d ei jungen Kau leu e p leg en sich
Kühlunh halbe den Schädel so blank asie en zu lassen, wie das Kinn.
Fe ne saßen da d ei He en on de Bo na: Rosen, Beling und Schule .
32
4. Ideologische Dimension de Li e a u des deu schen
Kolonialismus am Beispiel on T openkolle
De Eu ozen ismus is die G undlage de kolonialen Li e a u und aus diese
Pe spek i e wi d T openkolle konzipie . Die Übe zeugung on de Übe legenhei eines
solchen E kenn nissys ems gegenübe ande en en sp ing dem Willen, ande e
Sich weisen de Wel zu behe schen und zu kon ollie en. Nach G os oguel (2012)
basie de Eu ozen ismus au eine Vo s ellung on Iden i ä , die un e ande em die
Ka ego ien weiße Rasse und männliches Geschlech als zen al ansieh . Die Iden i ä en
on Rasse und Geschlech u.a., die au ande en Ka ego ien be uhen, sind aus de
eu ozen ischen Pe spek i e subal e ne Iden i ä en. In diesem Kon ex de Ungleichhei
zwischen Iden i ä en e klä G os oguel das Phänomen des Rassismus und des Sexismus.
Seine Meinung nach is de Eu ozen ismus dadu ch gekennzeichne , dass e zen ale
Iden i ä en in die Zone des Seins und subal e ne ode pe iphe e Iden i ä en in die Zone
des Nich -Seins eino dne . Dies e klä , dass zum Beispiel die schwa ze Rasse aus de
eu ozen ischen Pe spek i e in de Zone des Nich -Seins e o e is .
Eine solche Epis eme heb jede Iden i ä auße halb des dominan en Schemas au .
Ein Indi iduum, das seine Iden i ä be aub wi d, e leide einen P ozess de
En menschlichung, so dass die Kon olle und de Missb auch dieses Indi iduums
mo alisch ge ech e ig sind. So wi d die Deba e übe die Menschlichkei de einen und
die animalischen Eigenscha en de ande en ausgelös . A ikane we den nach den oben
genann en Ka ego ien in die Zone des Nich -Seins eingeo dne , so dass sie de ie ischen
Sphä e nahe s ehen.
Zu Ve olls ändigung unse e Analyse we den wi dahe in diesem d i en Teil
die ideologische Dimension de deu schen Kolonialli e a u am Beispiel on
T openkolle behandeln. Um sich dem ideologischen Aspek zu nähe n, is es wich ig,
die Übe legungen zu e assen, die zu diesem Phänomen ge üh haben. Ausgehend on
den Pos ula en G os oguels we den wi also e suchen, die Auswi kungen des
Eu ozen ismus zu e s ehen.
G os oguel (2012: 89) üh die Diskussion übe die Menschlichkei des jeweils
ande en au die E obe ung Ame ikas im spä en ün zehn en und sechzehn en Jah hunde
zu ück. Damals, in eine Wel , in de die Religion das P i ileg de Zen ali ä in de
33
eu ozen ischen Epis eme genoss, gal en die indigenen ame ikanischen Völke , die ih e
eigenen spi i uellen Ri en p ak izie en, als seelenlos. Diese eligiöse Rassismus wä e
somi die e s e Fo m des Rassismus im „mode nenkolonialen kapi alis ischen/
pa ia chalischen wes lich-zen ischen/ ch is lich-zen ischen/ kolonialen
kapi alis ischen/ pa ia chalischen Wel sys em“
11
gewesen. In diese Zei „we den die
beiden assis ischen Disku se einge üh , die de wes liche Impe ialismus in den nächs en
450 Jah en de eu opäischen kolonialen Expansion in de Wel e wende : de
biologische assis ische Disku s und de kul u alis ische assis ische Disku s“
(G os oguel, 2012:91).
Eine wei e e Äuße ung des Ungleichhei sdisku ses des „ e wes lichen
Wel sys ems“, die hie on besonde em In e esse is , s eh im Zusammenhang mi de
zen alen S ellung des Pa ia cha s im eu ozen ischen Sys em. Soga als F au, die also
eine subal e ne Posi ion im eu ozen ischen Wel bild einnimm , ep oduzie on Büllow
pa ia chale Mus e . In den Kolonien genieß die Au o in die F eihei , die sich aus de
Zugehö igkei zu den Behe sch en e gib , und aus diese Pe spek i e de Übe legenhei
gegenübe den Kolonisie en konzipie sie T openkolle . Von Bülows E ah ungen als
F au im kolonialen P ozess sowie ih e Da s ellung on Pionie innen und kolonisie en
F auen in ih e li e a ischen P oduk ion sind ein deu liches Beispiel da ü .
4.1. Rassendisku s in T openkolle
Wenn G os oguel übe Rassismus sp ich , bezieh e sich au die Theo ien on
Fanon. Fü ihn is Rassismus „una je a quía global de supe io idad e in e io idad sob e la
línea de lo humano que ha sido polí icamen e p oducida y ep oducida como es uc u a
de dominación du an e siglos po el “sis ema impe ialis a/ occiden alo-cén ico/
c is ianocén ico/ capi alis a/ pa ia cal/ mode no/ colonial”“ (G os oguel, 2011 zi ie in
G os oguel, 2012:93). Dieses Sys em p i ilegie eine ganz bes imm e, mach olle Eli e
und ha nega i e Auswi kungen au die Meh hei de Be ölke ung.
Rassismus is in einem Ve häl nis de Ungleichhei e wu zel . Lau G os oguel
Rassismus beinhal e ein Übe legenhei -Un e legenhei -Ve häl nis, das on Hau a be,
e hnische Zugehö igkei , Sp ache ode Religion abhäng . Die Indika o en ü
Ungleichhei können imme un e schiedlich sein. In jedem Kon ex en sp echen sie den
11
im Folgenden als das „ e wes liche Wel sys em“ bezeichne .
34
Ka ego ien, die die Übe legenhei eines Sys ems gegenübe einem ande en ech e igen
können. In Fällen, in denen beide Kon lik g uppen die gleiche Hau a be haben, e olg
de Missb auch au g und on ande en Me kmalen wie zum Beispiel Religion ode Kul u .
Un e diesem Gesich spunk is de olgende Block zu sehen, de in d ei
Abschni e un e eil is : Ak eu e, Op e und Fo men des Kolonisie ungsp ozesses. Sie
alle we den in Bezug au ih e Da s ellung in de deu schen Kolonialli e a u analysie ,
insbesonde e im We k T openkolle .
4.1.1. Die Zone des Seins: die deu schen Pionie e als Ak eu e des
Kolonisie ungsp ozesses
De deu sche Held is die Ve kö pe ung de eu ozen ischen We e in den
Kolonien. Sowohl in de Belle is ik als auch in den Kapi eln e scheinen die
P o agonis en de Kolonialli e a u als he oische Figu en, die s e eo ypisie sind. Sie sind
komp omisslos und e ügen übe eno men Mu , Eh e, Pa io ismus und Loyali ä .
Sobald sie in de Kolonie ankommen, sind sie nich meh nu Indi iduen, sonde n we den
zu sich ba en Symbolen de Na ion. In T openkolle Udo Bi on ode Ludwig on Rosen
ep äsen ie en diesen Cha ak e yp.
Zwei Hal ungen sind ü die Besch eibung des Ve hal ens de Kolonis en
gegenübe den Kolonisie en on zen ale Bedeu ung: Pa e nalismus und de Weiße
Re e Komplex. De on Teju Cole gep äg e Beg i „whi e sa iou complex“ besch eib
ein auch heu e noch seh gegenwä iges Phänomen, bei dem sich Weiße im Zen um des
Wel sys ems be u en ühlen, En wicklungs-, Bildungs- ode Hil sa bei in Lände n an de
Pe iphe ie zu leis en. Dabei sch eiben sie sich älschliche weise eine g oße
Ve an wo ung und Fähigkei zu, die zwa gesellscha lich un e s ü z wi d, abe nich
unbeding de Reali ä en sp ich . In de Regel wollen weiße Re e mi ih em
Engagemen „e was kompensie en“, d.h. sie e olgen g undsä zlich e hische Mo i e.
Viele sind sich jedoch des his o isch e wu zel en und komplexen P oblems de weißen
Vo he scha nich bewuss . Diese Illusion häl die sei Jah hunde en bes ehenden
Mach s uk u en und globalen Ungleichhei en au ech und e s ä k sie (Sand, 2019).
Sowohl de weiße Re e Komplex als auch de Pa e nalismus wu zeln in einem
eu ozen ischen Übe legenhei sge ühl und dem es en Glauben an die Exis enz eine
minde we igen Rasse. Diese Wel anschauung und die da aus esul ie ende
zwischenmenschliche Vo gehensweise haben eine beach enswe e diach one
35
Wei e en wicklung e ah en, die bis heu e in e schiedenen Va ian en o bes eh . So
o mulie es G os oguel:
The imposi ion o Ch is iani y in o de o con e he so-called sa ages and ba ba ians in
he 16 h cen u y, ollowed by he imposi ion o “whi e man’s bu den” and “ci ilizing
mission” in he 18 h and 19 h cen u y, he imposi ion o he “de elopmen alis p ojec ”
in he 20 h cen u y and, mo e ecen ly, he impe ial p ojec o mili a y in e en ions unde
he he o ic o “democ acy” and “human igh s” in he 21s cen u y, ha e all been
imposed by mili a ism and iolence unde he he o ic o mode ni y o sa ing he o he
om i s own ba ba ianisms (G os oguel, 2011: 24).
Die In ole anz und die Unmöglichkei , in auße eu opäischen Völke n ein ande es
epis emologisches Pa adigma zu e kennen, haben zusammen mi ielen ande en
poli ischen und wi scha lichen Fak o en jah hunde elange Missb äuche ge ech e ig .
Im Fall on T openkolle könn e man as sagen, dass Pa e nalismus das G undmo i ü
die Kolonisie ung is . De „gu e Wille“, diese „p imi i e en“ Menschen zu e ziehen, wa
soga eine Rech e igung ü kö pe liche Bes a ung.
Ja; de einzelne He dem einzelnen Diene gegenübe wi d sein Ansehen auch un e
e schwe enden Ums änden zu wah en wissen, abe die Ach ung o unse e
Übe legenhei als Kul u olk sink dabei apide; ich sage Ihnen, sie sink ! Wi s ehen
einmal hie als Vo bilde , und unse e Au gabe is neben ande en eine e ziehe ische ( on
Bülow, 1896: 192-193).
Diese Auszug, in dem Ludwig on Rosen sp ich , bilde ein kla es Beispiel ü
eine sup emis ische Rede. Rosen, de im Roman als ein Mensch on hohen mo alischen
Ansp üchen besch ieben wi d, k i isie hie die Abweichungen im Ve hal en de
Deu schen, die ein schlech es Beispiel ü die Schwa zen da s ellen. Fü ihn soll en sie,
das „ ich ige“ d.h. s a ke und disziplinie e Kul u olk e e en, das im Gegensa z zu
Schwa zen s eh . Ludwig on Rosens Disku s is an dem Na u -Kul u -Pa adigma
e anke und en sp ich einem assis ischen pseudowissenscha lichen eu opäischen
Gedankengu , nach dem Eu opäe und A ikane en gegengese z e Ausp ägungen des
menschlichen A che yps sind. Deshalb wäh end Eu opäe komplexe e
O ganisa ions o men imme wei e en wickeln wü den, wä en die A ikane im
p imi i en S adium geblieben (O a io, 2019:269). In diese Hinsich äusse on Bülow
in T openkolle : „Die Schwa zen kennen mich und glauben mi bis wei ins Inne e hinein.
Ich we de sie o den üblen E ah ungen, die ich selbs gemach habe, zu schü zen suchen.
Das is auch eine Au gabe ( on Bülow, 1896: 211-212)“. Diese Passage zeig , dass de
Subal e ne nich in de Lage is , ü sich selbs zu a gumen ie en, so dass e die
36
Ve mi lung und Rep äsen a ion on In ellek uellen de e s en Wel benö ig (Spi ak,
1988: 79).
Es is in e essan , wie on Bülow diese eigene Übe zeugung au die Schwa zen
übe äg und ihnen das Ge ühl gib , sich mi ih en Un e d ücke n wohlzu ühlen, sie soga
zu idealisie en. Das deu lichs e Beispiel is das olgende. Nach de Löwenjagd singen die
Schwa zen selbs dieses Lied:
E s e Cho : „De Löwe is wild und seine K a is gewal ig“.
Zwei e Cho : „E ha unse e B üde ge essen. Ja, uns woll e e essen. Uns alle woll e
e e de ben“.
E s e Cho : „Da kam de Msungu [Weiße] de Bana mi den Haa en wie Sonne und den
Augen on de Fa be des Himmels“.
Zwei e Cho : „E ha eine Feue wa e und g oße K a in seinem He zen. Und die
Weishei des weißen Mannes is g öße als die Weishei des Löwen“.
E s e Cho : „Und e schlug den Löwen, den F esse de Leu e, daß e s a b“ ( on Bülow,
1896: 213).
De Gesang ass die Dynamik zusammen, die on den Kolonisa o en au die
Kolonisie en ausgeüb wi d. Im Angesich de Ge ah komm de weiße Mann, um
„seine“ Schwa zen zu e en und ihnen die echnischen E ungenscha en de zi ilisie en
Gesellscha beizub ingen („E ha eine Feue wa e“). Das Lied e he lich den
kö pe lichen, geis igen und mo alischen Aspek des Deu schen.
Im Ve lau des Romans wi d auch die ge manische Iden i ä de inie .
Cha ak e eigenscha en wie Mu („Udo ha e die Une sch ockenheil des No dge manen,
dem die Ge ah nich G auen e eg , weil e keinen Gedanken an sie e schwende “ on
Bülow, 1896:120) ode In eg i ä („abe ich bin doch heilig übe zeug , daß kein ech e
deu sche Baue [...] die Rohei haben wi d, einen müden F emden, de ein wenig as en
will, mi Schmähwo en on seine Schwelle zu weisen“ on Bülow, 1896:227) we den
he o gehoben. Das Deu sch um is abe nich ganz ei on K i ik. Die K i ik am
pa io ischen En husiasmus is o ensich lich, insbesonde e du ch Figu en wie Pa e Ku
Fab icius, eine Ka ika u des pa io ischen Fana ike s ohne die Fähigkei zu Selbs k i ik.
4.1.2. Die Zone des Nich -Seins: die Kolonisie en als Op e des
Kolonisie ungsp ozesses
Zu den subal e nen Kolonisie en gehö en nich nu die Kolonisie en selbs ,
sonde n alle Menschen, die nich im Mi elpunk des „ e wes lichen Wel sys em“ s ehen.
Die Da s ellung de Subal e nen in de deu schen Kolonialli e a u is s a k on den
37
sozialda winis ischen Dok inen des 19. Jah hunde s beein luss . Da wins
E olu ions heo ie b ach e nich nu einen Wendepunk in den na u wissenscha lichen
S udien, sonde n auch lös e eine me aphysische K ise aus. Pa ik on zu Mühlen
behaupe e olgendes in diese Hinsich :
De Sozialda winismus lei e e Phänomene wie Kamp ums Dasein, Konku enz,
Ren abili ä , Übe leben de Tüch igs en und schließlich die En wicklung de Gesellscha
als Folge alle diese Fak o en aus de Biologie Da wins ab, somi aus ewigen,
na u gese zlichen Ka ego ien, die auße halb des menschlich Disponiblen und Machba en
s anden und bei gleichzei igem Leugnen me aphysische O dnungsp inzipien als
gesellscha liche To ali ä igu ie en ( on zu Mühlen, 1977:80).
Obwohl de Sozialda winismus in seinem Ansa z keine These de Ungleichhei
zwischen den menschlichen Rassen en hiel , ug e zu En wicklung on Rassen heo ien
bei. Diese Theo ien legi imie en die Un e d ückung ganze e hnische G uppen als
na ü liche Folge de Wel o dnung. Au de G undlage diese Pos ula e wu den
Rassenbilde gescha en, die dazu bei ugen, den My hos de Übe legenhei de einen
ode ande en e hnischen G uppe zu scha en. Na ü lich inde auch Da win seinen Pla z
in T openkolle :
„Ich bin eben ein Deu sche ,“ sag e Rosen ein ach. „Üb igens komme ich auch mi dem
Ve s ände zu keinem ande en Resul a . Ich kann hin und he denken, so iel ich will, und
ich kann das Rech des S ä ke en wie Da win, ode das Rech des S a ken wie Nie zsche
au assen, so glaube ich imme , daß die Mach , die heu e du ch das Geld ep äsen ie
wi d, an sich noch keine K a is . [...] Schwache Völke müssen da an in ku ze Zei
zug unde gehen, lebenss a ke, wie das englische, das ussische, das deu sche, ahnen die
Ge ah meh ode minde deu lich und geben meh ode minde ene gisch Kon edamp .
Schließlich muß eilich jedes Na u gese z seinen Lau nehmen ( on Bülow, 1896:161-
162).
De Ungleichhei sdisku s wi d hie in den Wo en on Rosen ausged ück . E
sp ich on schwachen und s a ken Völke n, om Übe leben des S ä ke en und on de
na ü lichen Selek ion. Bei nähe e Be ach ung zeig sich, dass sich assis ische
Eins ellungen nich nu au die Hau a be besch änken, sonde n aus eine Posi ion de
Übe legenhei gegenübe dem Ande en he aus en s ehen. Zu diesem Schluss komm
F anz Fanon in seine Re ision des Rassismus, eine Re ision, die als eine globale
Hie a chie on Übe - und Un e legenhei en lang de Linie des Menschen de inie
(G os oguel 2012: 93). De kö pe liche Fak o is , im Gegensa z zu dem, was wi zu
denken gewohn sind, nu eine E gänzung, die dazu hil , die Posi ion de Übe legenhei
zu ech e igen.
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Neben on Bülows Da s ellung de Schwa zen als P imi i e, Wilde und
In an ilisie e en häl de Roman auch Bilde on A abe n und Inde n. In de Ta muss en
die Deu schen den Raum in A ika mi Menschen aus seh un e schiedlichen Kul u en,
nich nu Schwa zen, eilen.
E wa einem e u enen Skla enjäge au die Spu gekommen, einem jene A abe - und
Nege mischlinge, die die Wildhei des eingebo enen A ikane s mi de Habgie und dem
hoch ah enden Sinn des A abe s e einen und den Sch ecken des Landes bilden ( on
Bülow, 1896: 120).
Was we den die Inde oben! Und müssen's noch obend ein heimlich un, denn o en
dü en sie ih e Spekula ionssuch nich zu Schau agen, die Ruppsäcke, die Wuche e ,
die Halsabschneide ! ( on Bülow, 1896:94).
Sehen Sie hie und hie und hie ! Diese indischen Halsabschneide haben ich ig so o
alle die geplan e S aße be üh enden G unds ücke in ih en Besi z geb ach . Die Bu schen
haben e luch scha e Wi e ung ( on Bülow, 1896: 92).
Das ehl e! Sind die Deu schen da um Schu zhe en, um die G euel diese A abe bas a de
o ih en Augen geschehen zu lassen und die Hände zu al en? ( on Bülow, 1896:122).
Im Gegensa z zu den Schwa zen we den die A abe und Inde als bösa ige und
böswillige Indi iduen da ges ell , die in Wi klichkei eine Ge ah da s ellen, o de die
weh losen Schwa zen geschü z we den müssen. A abe und Inde wa en eine hand es e
Bed ohung und Konku enz au komme zielle Ebene, was ielleich de G und da ü is ,
dass sie ande s besch ieben we den im Ve gleich zu de schwa zen Be ölke ung. Die
un e e S u e in de sozialen Py amide is abe den A ikane n o behal en. Sie we den in
de Zone des Nich -Seins e o e und sp achlich als Tie e, Wilde und Un e menschen
genann .
4.1.3. Ex ak i ismus als Fo m des Kolonisie ungsp ozesses
Die Fo men des Kolonialismus in den kolonisie en Gebie en sind iel äl ig. Sie
e olgen jedoch alle dasselbe Ziel: die e ek i e Kon olle übe ein Gebie und die
Ausnu zung eine übe legenen Posi ion zu ih em Vo eil. G os oguel (2016) a bei e mi
dem Konzep des Ex ak i ismus, dem e e schiedene Dimensionen zuo dne :
epis emische Ex ak i ismus, on ologische Ex ak i ismus ode wi scha liche
Ex ak i ismus. De Ex ak i ismus ziel in e s e Linie au die Ve dinglichung de
subal e nen Reali ä ab, um sie spä e auszubeu en. So bezeichne G os oguel den P ozess
de Ve dinglichung:
La cosi icación es el p oceso de ans o ma los conocimien os, las o mas de exis encia
humana, las o mas de ida no-humana y lo que exis e en nues o en o no ecológico en
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«obje os» po ins umen aliza , con el p opósi o de ex ae los y explo a los pa a bene icio
p opio sin impo a las consecuencias des uc i as que dicha ac i idad pueda ene sob e
o os se es humanos y no-humanos (G os oguel, 2016: 126).
Unabhängig on seine Aus ich ung plünde de Ex ak i ismus ma e ielle ode
imma e ielle Gü e aus, die die Hie a chie zwischen Zen um und Pe iphe ie e s ä ken.
Alles, was zu eine gegebenen Kons ella ion gehö , is an ällig ü die Gewinnung und
Ins umen alisie ung: Rohs o e, na ü liche Ressou cen, Ideen ode Lebensweisen in de
Wel . Diese a inie e Fo m des Kolonialismus geh wei übe eine ein ache Au e legung
hinaus, da sie sich emde Elemen e aneigne , sie ih e Bedeu ung be aub und sie in
eu ozen ische Logiken in eg ie .
Solche Dynamiken, die die Wel jah hunde elang behe sch haben und wei e hin
behe schen, we den sich in de kolonialen Li e a u mani es ie en, auch wenn sie in eine
na u alisie en und posi i en Weise e lek ie we den. In de Ta is es nich
ungewöhnlich, dass iele ex ak i is ische P ak iken als Mechanismen des Fo sch i s
gewü dig we den. Am deu lichs en wi d dies bei de umwel ze s ö e ischen Sei e des
Kolonialismus. Ökozidak ionen sind das Bild ü die Un e we ung de Na u un e den
Menschen: das Wilde und u sp ünglich Ungezähm e wi d behe sch . Einige Auszüge aus
T openkolle machen diesen Aspek sich ba :
Schon on wei em ha e e mi lebha em In e esse den S anda bei en zugesehen. Hie
wa eges Leben. Den Küs enhang ha e man ange angen, schluch a ig einzuschneiden,
da die Fah s aße bis zum S ande üh en soll e. Aus de hie bei gewonnenen Lehme de
schü e e man einen ins Mee o sp ingenden Wall au , de g öße en Fah zeugen das
Anlegen e möglichen soll e ( on Bülow, 1896: 57).
Felsges ein wa gesp eng wo den, Busch ge ode , ausendjäh ige A enb o baumkolosse
und iele al e Palmen ge äll und o mi ielen Schwie igkei en aus dem Wege gescha ,
Wenn die Eu opäe aus dem Inne n zu Küs e kamen, benu zen sie ge ne, s a de
gewundenen, schmalen Nege p ade, die eigeleg e S ecke de Exzelsio s aße ( on
Bülow, 1896: 212).
Die Passagen bezeichnen die Annähe ung an das Te i o ium aus einem
eu ozen ischen Epis em. In diesem Fall we den die na ü lichen Ressou cen eine Region
zum Nu zen de Kolonis en en eigne und als Fo sch i ge a n . De Wohls and de
deu schen Pionie e ha imme Vo ang, auch wenn dies bedeu e , die Umwel zu
e ände n und zu ze s ö en.
Die Kolonisa o en d ingen in ein emdes Pa adigma ein und manipulie en es, um
die Kolonisie en ih e Iden i ä zu be auben. Genauso wie sie die Na u missb auchen,
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d ängen sie sich dem ande en au e i o iale , poli ische , sp achliche , eligiöse und
kul u elle Ebene au . Diese Behe schungsp ozess spiegel sich in de kolonialen
Li e a u wide , auch wenn sie s e s posi i und zi ilisa o isch da ges ell wi d. Das
Ende gebnis de ex ak i is ischen P ozesse is das Epis emizid.
4.2. De eu ozen ische Blick de Kolonisa o in
Wes liche F auen im wes lichen Pa ia cha genießen ein assisches P i ileg, da
sie Zugang zu Ressou cen, Reich um, Rech en und Mach haben, de un e häl nismäßig
g öße is als de on un e d ück en nich -wes lichen F auen in de Zone des Nich -Seins.
Sowohl F ieda on Bülow als auch und ih e eu opäischen F auen igu en in T openkolle
gehö en zu den P i ilegie en. A ikanische F auen we den als Subal e ne gesehen und
da ges ell . Das Geschlech is also auch nich ei om Ein luss de eu ozen ischen
Epis eme.
Be o wi diese A gumen a ion o se zen, is es no wendig, das koloniale
Phänomen auch aus de Pe spek i e de Gende S udies zu be ach en. De Kolonialismus
wa ein besonde s in e essan es Momen in de Geschich e de F auenemanzipa ion, ein
Mo i mi zahl eichen Wide sp üchen. Die Ansiedlung in den neuen Gebie en ie on
An ang an In e essen he o , die im Ke n de e schiedenen G uppen de deu schen
Gesellscha lagen. P ole a ische A bei e s eb en danach, ih Schicksal zu übe winden
und ih Glück e n de Heima zu inden; In ellek uelle und Wissenscha le wu den on
de Aussich au neue geog a ische, an h opologische ode bo anische Fo schungen
angezogen; und Un e nehme nu z en die Gelegenhei , ih en Handel du ch den E we b
neue Rohs o e ü den in e na ionalen Ma k zu ö nen. Auch die F auen such en ih en
Pla z in diesem neuen Kon ex , wenngleich sich ih e Tä igkei häu ig au die A bei als
K ankenschwes e n im Diens e ih e Landsleu e besch änk e. De koloniale Rahmen wa
o eine Chance ü die Emanzipa ion de F auen, abe pa adoxe weise auch ih e
Be eiligung an den We en des Pa ia cha s. Obwohl die Fluch in die Kolonie die Suche
nach eine besse en Exis enz e möglich e, wa es in Wi klichkei so, dass die eu opäische
Geschlech e dynamik schließlich au das bese z e Gebie o se z e Die A bei de F auen
wa meis ens au den Be eich de P lege besch änk . F auen spiel en o eine wich ige
Rolle bei de eligiösen Mission und bei de Be euung, was ein gu es Image de
deu schen Lei ung schu und die Besa zung legi imie e. Die S elle de F au in de
Kolonie beweis also keinen wi klichen Wandel, sonde n ehe eine Fo se zung ih e
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adi ionellen Rolle inne halb des pa ia chalischen Wel sys ems. Au de indi iduellen
Ebene is jedoch eine posi i e e In e p e a ion möglich, denn es wi d a sächlich ein Raum
gescha en, de die Emanzipa ion un e s ü z . Die Reise in die Kolonie, die Anpassung an
eine neue Umgebung ode die E ah ungen in einem emden Milieu beschleunigen die
pe sönliche En wicklung und agen zu Bildung eine eigens ändigen Iden i ä bei. Lau
He mes (2017:263) sind es die Beziehungen zwischen deu schen F auen und deu schen
Männe n, die F ieda on Bülow als besonde s „b isan “ da s ell . E sch eib :
So bemühen sich iele ih e Heldinnen im ›Schu zgebie ‹ da um, jenes Ko se zu
sp engen, in das sie die wilhelminische Gesellscha eingeschnü ha ( gl. Eigle 1998).
Gleichwohl is es heikel, Bülows E zählwe k als Ab echnung mi dem Pa ia cha zu
lesen ( gl. Be man 1998, 171–194). Denn mi de Zei un e we en sich ih e
F auen igu en meis doch dem ›s a ken Geschlech ‹ und inden e s da in – wie E a Bi on
– ih e E üllung (He mes, 2017: 263).
De Bei ag de Au o in zum auenemanzipa o ischen Disku s in diese Zei is
dahe o en ü un e schiedliche Lesa en. Obwohl sie s a ke und en schlossene weibliche
Figu en da s ell , e eichen sie nie eine wi kliche Emanzipa ion und we den au die eine
ode ande e Weise in die männliche Vo he scha zu ückged äng . In T openkolle allen
zwei F auen igu en au : E a Bi on und G ä in Leon ine. E s e e genieß ein ela i
unabhängiges Leben, das de kolonialen Angelegenhei gewidme is ; le z e e, die F au
des Regen en on Sa u a, Albe Waldema , üh ein Leben, das dem ih es Mannes seh
iel un e geo dne e is . E a, die ih Leben und ih e A bei in de Kolonie schä z , inde
do ih Zuhause und ih en Pla z. Wie be ei s e wähn , is diese Figu ein Al e Ego de
Sch i s elle in selbs , die ih Dasein in den Kolonien zu ih em Lebensun e hal mach e.
Auße dem wa es das koloniale P ojek , was ih em Leben einen Sinn gab; on Bülow wa
on de Bedeu ung de deu schen P äsenz au a ikanischem Boden übe zeug ; sie ha en
eine Mission. Leon ine ih e sei s and nie ih en Pla z in Sa u a, was sich au ih e
Gesundhei auswi k e. T o z ih e g oßen Abhängigkei on ih em Mann genieß sie die
Bewunde ung ande e Männe , wie zum Beispiel on Udo. Die G ä in lehn
Ve ände ungen ausd ücklich ab und häl an de Fo sch i s eindlichkei es , weil sie in
de Kolonie eine exak e Kopie des deu schen Modells e ablie en will. Me kwü dig is
auch, wie on Bülow die beiden Figu en mi öllig gegensä zlichen Aussehen auss a e ,
was die un e schiedlichen Cha ak e e noch deu liche mach . Die olgende Tabelle
e such anhand on Zi a en aus dem Buch, diese Dynamik de Gegensä ze
zusammenzu assen:
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on Hamme s ein, Ka ha ina. „F ieda on Bülow“. Fembio, 12. Augus 2007,
www. embio.o g/biog aphie.php/ au/biog aphie/ ieda- on-buelow.
Zugeg i en 17. Juni 2022.
on Zu Mühlen, Pa ik. Geschich e und Hin e g ünde. 1. Au l. Be lin, Bonn-Bad
Godesbe g, Die z, 1977.
Wilden hal, Lo a. Ge man Women o Empi e, 1884-1945, Du ham, Duke Uni e si y
P ess, 2001.