Russisch -deu sche Beziehungen
nach de Th onbes eigung Wilhelms II.
F an išek S ellne
Die S udie analysie die Außenpoli ik Deu schlands nach de Th onbes eigung des
deu schen Kaise s und p eußischen Königs Wilhelms II.,1 konk e die Beziehung zum
ussischen Reich sowie die Ve ände ung des Bündnissys ems. Sie analysie eben alls
die Ve schlech e ung de ussisch
‑deu schen Beziehungen un e dem außenpoli i‑
schen, wi scha lichen sowie pe sonellen Aspek . Sie an wo e au F agen, wa um
die deu sche Füh ung das Bündnissys em Bisma cks nich o gese z ha e, wa um
sie die Ve agsbeziehung mi Russland au g und des Rück e siche ungs e ags ab‑
gelehn ha e und we konk e in de deu schen Füh ungseli e hin e diesen En ‑
scheidungen s and. Sie konzen ie sich auch au die Folgen de Bemühungen Bis‑
ma cks, die poli ischen sowie wi scha lichen Beziehungen zu Russland ge enn zu
lösen, also au die Folgen seines wi scha lichen D ucks au das ussische Reich, de
zu eine e s ä k en ussisch ‑ anzösischen Zusammena bei üh e.
Die E gebnisse de S udie s ü zen sich p imä au die Analyse un e ö en lich e
Quellen aus dem Haus
‑, Ho
‑ und S aa sa chi , Wien, konk e Ab eilung III. (P eus‑
sen), und dem Geheimen S aa sa chi P eussische Kul u besi z, Be lin
‑Dahlem,
konk e B andenbu g
‑P eussisches Hausa chi , Reposi u 53, Kaise Wilhelm II.
und Familie. Wich ige In o ma ionen wu den o allem aus den Rela ionen de
ös e eichisch ‑unga ischen Bo scha e in Be lin e wo ben. Auße dem wu den auch
e ö en lich e Quellen pe sönliche A benu z , o allem Memoi en, Tagebüche
sowie die Ko espondenz Wilhelms II. und des Za en Alexande s III., des Reichskanz‑
le s O o Fü s on Bisma ck ‑Schönhausen, des Diploma en F ied ich on Hols ein,
des Che s des Gene als abs Al ed G a on Walde see, des Reichskanzle s Leo G a
on Cap i i, des Hö lings und Diploma en Philipp Fü s zu Eulenbu g
‑He e eld,
des Poli ike s Chlodwig Fü s zu Hohenlohe ‑Schillings ü s , des Diploma en Be n‑
ha d Fü s on Bülow, de Diploma en Joseph Ma ia on Radowi z, Hans Lo ha on
Schweini z sowie des ussischen Diploma en Wladimi Nikolajewi sch G a Lams‑
do . Zu Analyse de Außenpoli ik dien e o allem die um ang eiche Edi ion Die
G osse Poli ik de Eu opäischen Kabine e 1871–1914. Von de Fachli e a u sind o allem
die deu sche, ös e eichische sowie angelsächsische His o iog aphie zu e wähnen.
In de S udie wu den Me hoden de poli ischen Geschich e, de Wi scha sge‑
schich e sowie de Geschich e de in e na ionalen Beziehungen angewand , was eine
in e disziplinä e He angehensweise e möglich e, die sich insbesonde e au kompa‑
1 Die S udie knüp an die bishe ige Fo schung des Au o s: F. STELLNER, K z . „osobní ládě“
posledního německého císaře Viléma II., in: D acá é s ole í— The Twen ie h Cen u y, N . 1,
2011, S. 31–42; F. STELLNER, Bisma ck und Cap i i: Die P obleme de pos bisma ckschen Eli‑
en, in: P ague Pape s on he His o y o In e na ional Rela ions, Bd. 10, 2007, S. 419–427;
F. STELLNER, Poslední německý císař: Z německých dějin epoše Viléma II., P aha 1995.
62 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2014
a i e Me hode sowie die Sondenme hode s ü z . Neben de Schilde ung und Analyse
de his o ischen Reali ä b ing die S udie auch eine Analyse de Kommunika ion
zwischen den He sche n und e schiedenen O ganen sowie Pe sönlichkei en, die
die Außenpoli ik beein lussen konn en. Übe die Rolle Wilhelms II. in de deu schen
Poli ik s ei en die His o ike wei e hin. Im o igen Jah hunde e eidig e de b i‑
ische His o ike J. C. G. Röhl seine These übe das pe sönliche Regimen , die aus
Wilhelm II. den Haup schuldne an de nega i en En wicklung de deu schen Poli ik
o dem E s en Wel k ieg mach e. E hiel den Mona chen ü den wich igs en Re‑
p äsen an en de poli ischen Mach .2 Dagegen a o allem de deu sche His o ike
H.
‑U. Wehle au , de dem Kaise einen ge ingen poli ischen Ein luss zubillig e: „Das
a en ielmeh die Rep äsen an en de adi ionsbewuß en Oliga chien und de mode nen
Funk ionseli en im Ve ein mi den Mach agg ega en de au o i ä en Polyk a ie.“3 An de
G enze zwischen den beiden ex emen In e p e a ionen s and de deu sche His o i‑
ke W. J. Mommsen, de au die p eußisch ‑deu sche Eli en und de en Ausnu zung des
Kaise s zu Du chse zung eigene poli ische Ziele hinwies.4 Diese S udie s ü z sich
o allem au die Da s ellung Mommsens. Dabei wu den das bishe nich bea bei e e
Quellenma e ial in A chi en, e ö en lich e Quellen ins i u ionelle sowie p i a e
He kun , damalige Tageszei ungen und Zei sch i en genu z , was g oße Ansp ü‑
che an die Quellenk i ik, Bewe ung de en his o ischen und Dokumen a we s,
Glaubwü digkei sowie Ve we ung de en In o ma ionskapazi ä mi sich b ach e.
Die deu sche Außenpoli ik wu de in den 1870e und 1880e Jah en du ch O o Fü s
on Bisma ck ‑Schönhausen gemach und ge üh , de eine möglichs enge Zusammen‑
a bei mi Ös e eich ‑Unga n, I alien und Russland als de en Haup säulen be ach‑
e e, was F ank eich isolie en soll e. Gleichzei ig gab e den Gedanken an ein Bündnis
mi G oßb i annien nich au . Es gelang ihm, eine solch komplizie e Außenpoli ik bis
zu Th onbes eigung Wilhelms II. im Jah 1888 zu üh en.5 Damals kam es zu eine
e ns ha en Pe sonalk ise, denn de neue Kaise , de eine seh impulsi e Na u besaß,
begann gegen den Kanzle zu opponie en, so dass sich ih e Beziehung in eine pe sön‑
liche An ipa hie en wickel e. Die an ibisma cksche Opposi ion in de A mee („Mili‑
ä pa ei“) sowie Diploma ie gewannen im neuen Mona chen an Un e s ü zung. Diese
G uppe wi k e in unmi elba e Nähe des He sche s, beein luss e ihn wesen lich und
woll e du ch ihn die „ ehle ha e“ Poli ik des Kanzle s ko igie en. Sie en schloss sich,
Bisma ck allmählich poli isch zu isolie en und ihn zu Abdankung zu zwingen.
An de Spi ze diese G uppe on Gene älen s and Che des Gene als abs Al ed
G a on Walde see.6 Die „Mili ä pa ei“ lehn e die Diploma ie Bisma cks, das Bünd‑
2 J. C. G. RÖHL, Wilhelm II.: De Au bau de pe sönlichen Mona chie 1888–1900, Bd. 2, München 2001.
3 H. ‑U. WEHLER, Deu sche Gesellscha sgeschich e: Von de „Deu schen Doppel e olu ion“ bis
zum Beginn des E s en Wel k ieges 1849–1914, Bd. 3, München 2008, S. 1004.
4 W. J. MOMMSEN, Wa de Kaise an allem schuld? Wilhelm II. und die p eußischdeu schen
Mach eli en, Be lin 2002.
5 U. LAPPENKÜPER, Nibelungen eue e sus Bündnis eihei . Deu sche Außenpoli ik 1871–1914,
in: B. RILL (H sg.), De e s e Wel k ieg: „In Eu opa gehen die Lich e aus!“, München 2014,
S. 70–71.
6 Die Haup s udie wu de om os deu schen His o ike Kon ad Canis e ass : Bisma ck und
Walde see. Die außenpoli ischen K isene scheinungen und das Ve hal en des Gene als abes 1882
FRANTIšEK STELLNER 63
nis mi Ös e eich ‑Unga n und die F iedenspoli ik gegenübe Russland ab. Im Gegen‑
eil lie eine Diskussion übe einen P ä en i k ieg gegen Russland und F ank eich.
Eine de Mi a bei e Walde sees sch ieb übe na ionale und poli ische G ünde de
ussischen Feindscha gegenübe Deu schland, die de Be eiligung de Be line Dip‑
loma ie an de Regelung de Os
‑F age im Jah e 1878 sowie de panslawischen Ideolo‑
gie en sp angen. F ank eich ha e das Jah 1871 nie e gessen, seine K ä e wuchsen
Jah on Jah und ühe ode spä e soll e es sich de Meinung de deu schen Gene‑
äle nach mi S . Pe e sbu g e binden. Diese äuße s ungüns ige Si ua ion woll en
sie du ch einen P ä en i k ieg lösen, zu dem de Fü s ih e Ansich nach angesich s
seines hohen Al e s keinen Mu meh ha e.7
Zum Koo dina o de an ibisma ckschen Hal ung un e den Diploma en wu de
de hohe Beam e im Auswä igen Am F ied ich on Hols ein. E gal als de wich‑
igs e Kanzle gegne au dem außenpoli ischen Feld. His o ike e e en bei Beu ‑
eilung seine poli ischen Bedeu ung seh un e schiedliche Ansich en. Die He ausge‑
be seines Nachlasses8 s ell en au g und on Dokumen en es , e hä e indi ek zu
En lassung des Kanzle s sowie zu Au gabe de p o ussischen Poli ik beige agen.
Es gelang ihm du ch übe iebene K i ik an des Kanzle s Diploma ie, ode du ch das
He o heben seine g oßen Mach , gegebenen alls du ch das Au hal en on Ak en
im Auswä igen Am .
Hols ein hiel die bishe igen deu sch ‑ ussischen Beziehungen ü komplizie ,
e wi und ollkühn. E kämp e gegen den Rück e siche ungs e ag, de seines
E ach ens die deu sche Handlungs eihei in de in e na ionale Poli ik behinde e.9
Hols ein hiel Ös e eich ‑Unga n als Bündnispa ne Kaise deu schlands ü lebens‑
wich ig. Aus dem ussisch
‑ös e eichischen Konku enzkamp au dem Balkan ol‑
ge e e , das Za en eich woll e den Ri alen du ch einen K ieg loswe den.10
bis 1890, Be lin 1980. Zule z : K. CANIS, Zu Wende in de deu schen Aussenpoli ik 1890: Die
Englandpoli ik, in: Zei sch i ü Geschich swissenscha , Bd. 40, 1992, S. 42–52.
7 H. O. MEISNER (H sg.), Aus dem B ie wechsel des Gene al eldma schalls Al ed G a en on
Walde see, Bd. 1, Be lin, Leipzig 1928, S. 37, 251.
8 Übe seinen Wide s and gegen Bisma ck sch ieb H. K ausnick zunächs au g und on
Un e lagen aus dem Haus ‑, Ho ‑ und S aa sa chi , Wien. Spä e knüp e W. F auendiens
da an, de deu sche Dokumen e nu z e. Vgl. H. KRAUSNICK, Hols eins Geheimpoli ik in
de Ä a Bisma ck 1886–1890, Hambu g 1942; N. RICH— M. H. FISHER— W. FRAUEN‑
DIENST (H sg.), Die geheimen Papie e F ied ich on Hols ein, Bd.1–4, Gö ingen 1956–1963.
9 Ebenda, Bd. 1, S. XLI; gl. P. RASSOW, Die S ellung Deu schlands im K eise de G ossen Mäch‑
e 1887–1890, in: H. HALLMANN (H sg.), Zu Geschich e und P oblema ik des deu sch‑
‑ ussischen Rück e siche ungs e ags on 1887, Da ms ad 1968, S. 492–493.
10 H. ROGGE (H sg.), F ied ich on Hols ein. Lebensbekenn nis in B ie en an seine F au, Be lin
1932, S. 150. Einige His o ike nahmen be ech ig an, dass seine abweisende Eins ellung
zu Russland auch pe sönliche Mo i e haben moch e. Au dem Be line Kong ess spiel‑
e e als Mi glied de deu schen Kommission eine e bä mliche Rolle und die ussischen
Diploma en wuss en on seinem Ve sagen. Vgl. H. HOLBORN (H sg.), Au zeichnungen
und E inne ungen aus dem Leben des Bo scha e s Joseph Ma ia on Radowi z, Bd. 2, S u ga
1925, S. 23, 42; R. FRANKENBERG, Die Nich e neue ung des deu sch ‑ ussischen Rück e si‑
che ungs e ages im Jah e 1890, Be lin 1927, S. 57. Ös e eich ‑Unga n gal damals schon
als eine „zwei angige“ G oßmach . W. RAUSCHER, Zwischen Be lin und S . Pe e sbu g: Die
64 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2014
Wäh end sich Kaise Wilhelm I. außenpoli isch au Bisma cks au g ündliche
Sachkenn nis basie enden Ra schläge s ü z e und F ied ich III. angesich s seine
K ankhei nich ims ande wa , dem Kanzle wi klich zu wide sp echen,11 kam Wil‑
helm II. an die Mach ohne eine olls ändige Vo s ellung on dem bishe igen Bünd‑
nissys em zu besi zen, ände e seine Eins ellungen und bezog In o ma ionen häu‑
ig aus unsiche en Quellen. Seine pe sönlichen Eigenscha en e möglich en es ihm
nich , die Poli ik zu e s ehen, poli isch zu denken und zu handeln. Da es ihm an
g ündliche e Kenn nis de Wel mach poli ik ehl e, konn e e deshalb nich selbs
kla e Um isse de deu schen Diploma ie es legen. In seinen En scheidungen ließ e
sich on seinen Launen, Kap icen und Ge ühlen lei en.12
Nach seine Th onbes eigung neig e Wilhelm II. ehe zu de Russophobie Wal‑
de sees.13 Vom Schwanken zwischen de außenpoli ischen Au assung des Kanzle s
und dem Ein luss Walde sees zeugen auch Zwei el des He sche s an de Meinung
des ussischen Außenminis e s Nikolai Ka lowi sch Gie s da übe , dass die ussisch‑
‑deu schen Beziehungen noch jah elang gu bleiben soll en.14 Mi dem Th onwech‑
sel e zich e e Deu schland nich au seine Ve p lich ungen aus dem Zweibund und
se z e seine Ve mi lungspoli ik zwischen S . Pe e sbu g und Wien o .
De T adi ion de p eußischen Dynas ie sowie de Poli ik Bisma cks en sp ach
auch die Auswahl des e s en Ho es, den Wilhelm II. als Kaise a . Un e Bisma cks
Ein luss besuch e e Russland und nich G oßb i annien, wie es sich seine G oß‑
mu e , Vic o ia I., wünsch e. Dem Za en soll e geschmeichel und gezeig we den,
wie iel dem neuen deu schen Kaise an den Beziehungen zu Russland läge. Wil‑
helm II. in o mie e den ös e eichisch
‑unga ischen He sche übe seine Absich ,
Russland15 zu besuchen, und F anz Joseph sch ieb in seine An wo übe die „g oße
F eude“ übe diese Nach ich , gleichzei ig e wähn e e die Bedeu ung des gegen‑
sei igen Bündnisses sowie die No wendigkei , mi Russland im In e esse de F ie‑
dense hal ung auszukommen.16 De Julibesuch ha e einen unpoli ischen Cha ak e ,
und obwohl sich die pe sönlichen Beziehungen zwischen den He sche n nich e ‑
besse en, bewies e den gu en Willen Be lins, die gu en Beziehungen mi dem Os ‑
ös e eichisch ‑unga ische Aussenpoli ik un e Gus a G a Kálnoky 1881–1895, Wien, Köln, Wei‑
ma 1993, S. 29.
11 Zum g undlegends en Wide sp uch zwischen F ied ich III. und Bisma ck kam es wegen
de nich e wi klich en Hochzei de Kaise och e mi dem ehemaligen bulga ischen
Fü s en, P inz Alexande on Ba enbe g. Vgl. STELLNER, Poslední německý císař, S. 42–46.
12 Ebenda, S. 57–66; A. KÖNIG, Wie mäch ig wa de Kaise ? Kaise Wilhelm II. zwischen Königs‑
mechanismus und Polyk a ie on 1908 bis 1914, S u ga 2009; G. MACDONOGH, The Las
Kaise : William he Impe uous, London 2000.
13 KRAUSNICK, S. 166–168.
14 Wilhelm II. üg e dem Be ich Schweini z’ om z 12. Janua 1889 beim Wo „übe zeug “
eine No iz (N . 1) „ich nich “. Schweini z an Bisma ck, 12. Janua 1889, J. LEPSIUS—
A.MENDELSSOHN BARTHOLDY— F. THIMME (H sg.), Die G osse Poli ik de Eu opäi‑
schen Kabine e 1871–1914: Sammlung de Diploma ischen Ak en des Auswä igen Am es, (wei‑
e nu GP), Bd. 6, Be lin 1922, N . 1221, S. 123.
15 Wilhelm II. an F anz Joseph I., 23. Juni 1888, Haus ‑, Ho ‑ und S aa sa chi (wei e nu
HHS A), Poli isches A chi III (wei e nu PA), P eussen (Deu schland), K . 135, F. 41.
16 F anz Joseph I. an Wilhelm II., 10. Juli 1888, ebenda, F. 45.
FRANTIšEK STELLNER 65
nachba n o zuse zen, deshalb kann de Besuch in diesem Kon ex als e olg eich
bezeichne we den.17
Bisma ck wa sich nich ganz bewuss , dass sich das du ch ihn he o ge u ene
Desin e esse de deu schen Finanzk eise an ussischen We papie en zu einem
schwe wiegenden disha monischen Elemen in den ussisch
‑deu schen Beziehun‑
gen en wickeln wü de.18 Du ch seine D uckwi scha spoli ik „ ieb“ e das Za en‑
eich in die A me des anzösischen Kapi als. Russland e hiel nämlich Ende 1888
sein e s es g oßes anzösisches Da lehen und lei e e Ve handlungen übe die Lie e‑
ungen on anzösischen Wa en ein. Riesige Finanzin es i ionen on anzösischen
Banken s ell en neben den außenpoli ischen G ünden den Haup impuls zu Annä‑
he ung Russlands und F ank eichs da .19 Die deu sche Hal ung wu de auch du ch
die E höhung ussische Zölle in de zwei en Häl e de 1880e Jah en beein luss ,
die zu Senkung des deu schen Indus iewa enexpo s üh e. Die Beziehungen zwi‑
schen Be lin und S . Pe e sbu g wu den eben alls on de ussischen Rüs ung sowie
eine panslawischen He zkampagne e schwe .
Die Außenpoli ik Deu schlands wu de 1871–1890 du ch Bisma ck bes imm , de
auch de Haup pa ne on S aa smänne n wa , die nach Be lin kamen. Wilhelm
II. e uh beispielsweise nich on den Einzelhei en de deu sch
‑ ussischen Ve ‑
handlungen zwischen dem Za en und Bisma ck im Ok obe 1889.20 Es wu de übe
die Ve länge ung des geheimen Rück e siche ungs e ags disku ie .21 De wu de
du ch Bisma ck 1887 e handel . Sein e s e Absa z lau e e: „Fü den Fall, daß eine de
hohen e agschließenden Pa eien sich mi eine d i en G oßmach im K iege be inden
17 O. on Bisma ck an Wilhelm II., 8. Augus 1889, Geheimes S aa sa chi P eussische Kul‑
u besi z, Be lin ‑Dahlem (wei e nu GS A PK), B andenbu g ‑P eussisches Hausa chi ,
Reposi u 53, Kaise Wilhelm II. und Familie (Dahlem), N . 139. F. CURTIUS (H sg.), Denk‑
wü digkei en des Fü s en Chlodwig zu Hohenlohe ‑Schillings ü s , Bd. 2, S u ga , Leipzig 1907,
S. 445, Hols ein wa umgekeh e Meinung: KRAUSNICK, S. 207–208.
18 J. MAI, Das deu sche Kapi al in Russland 1850–1894, Be lin 1970.
19 R. M. SPAULDING, Ge man T ade Policy in Eas e n Eu ope, 1890–1990: P econdi ions o
Applying In e na ional T ade Le e age, in: In e na ional O ganiza ion, Bd. 45, N . 3, 1991,
S. 352–353, 358.
20 Be ei s am 13. Sep embe nahm de Za ewi sch an den Manö e n in Hanno e eil. Eis‑
sens ein an Kálnoky, Be lin, 7. Augus 1889, HHS A, PA III, P eussen (Deu schland), K .
135, F. 125. Übe die Vo be ei ungen au die Ankun des Za en gl. Eissens ein an Kálno‑
ky, 21. Sep embe , 25. Sep embe 1889, ebenda, F. 139–140, 143–144. De Za kam am 8.Ok‑
obe . De Besuch wu de auch on de ös e eichisch ‑unga ischen Bo scha e olg : Szé‑
chényis Teleg amm an Kálnoky, 11. Ok obe 1889, ebenda, F. 176, Széchényi an Kálnoky,
Be lin, 11. Ok obe 1889, ebenda, F. 178–181. Vgl. RASSOW, S. 490–491. In den Memoi en
des ussischen Gene als N. A. Epan schin: V. G. TSCHERNUCHA (H sg.), Aleksand T e‑
ij. Vospominanija, dne niki, pisma, Sank ‑Pe e bu g 2001, S. 206–207.
21 Széchényis Teleg amm an Kálnoky, 15. Ok obe 1889, HHS A, PA III, P eussen (Deu sch‑
land), K . 135, F. 195. Zu seinem Abschluss gl. H. KRAUSNICK, Rück e siche ungs e ag
und Op ionsp oblem 1887–1890, in: H. HALLMANN (H sg.), Zu Geschich e und P oblema‑
ik des deu sch ‑ ussischen Rück e siche ungs e ags on 1887, Da ms ad 1968, S. 400–435;
J. FEMERS, Deu sch ‑b i ische Op ionen: Un e suchungen zu in e na ionalen Poli ik in de spä‑
en Bisma ck ‑Ä a (1879–1890), T ie 2006, S. 231–238.
66 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2014
soll e, wi d die ande e eine wohlwollende Neu ali ä bewah en und ih e So ge da au ich‑
en, den S ei ö lich zu beg enzen. Die Bes immung soll au einen K ieg gegen Ös e eich
ode F ank eich keine Anwendung inden, alls diese K ieg du ch einen Ang i eine de
hohen e agschließenden Pa eien gegen eine diese beiden Mäch e he o ge u en is .“22
Deu schland e kann e die Ansp üche Russlands au dem Balkan an und das Deu sche
Reich e p lich e e sich in einem geheimen P o okoll dazu, Russland diploma ische
Un e s ü zung zu leis en, soll e es die F age de Mee esengen zu seinen Guns en en ‑
scheiden wollen.
Du ch den Rück e siche ungs e ag wu den die Ve p lich ungen Deu schlands
gegenübe seinen Ve bünde en komplizie e . Eine sei s e p lich e e sich das Reich,
im Falle eines Ang i s Russlands Ös e eich ‑Unga n und Rumänien Hil e zu leis en,
abe ande e sei s e sp ach es Russland Neu ali ä , soll e es du ch die Donaumon‑
a chie angeg i en we den. „Fü s on Bisma ck gab sei dem die Pa ole aus, daß Deu sch‑
land sich an Rußland annähe n müsse, um nich on England ausgenu z zu we den, und
He be Bisma ck, de ussen eundliche als sein Va e und bedeu end wenige u eils ähig
is , ha nun die Pa ole ausgegeben: Mi Rußland du ch dick und dünn.“23 Nich abzuleh‑
nen is jedoch die Ansich , dass dank des Rück e siche ungs e ags kein ussisch‑
‑ anzösisches Bündnis en s and, Wien keine agg essi e Poli ik üh e und G oßb i‑
annien gu e Beziehungen mi Deu schland au ech e hal en muss e. Die Ta sache,
die de deu sche His o ike F. Rach ahl so e end zum Ausd uck b ach e, is auch
nich zu leugnen: „Wi klich gu e und he zliche Beziehungen wu den zwischen beiden Län‑
de n dadu ch keines alls he ges ell ode auch nu angebahn . M. a. W. die Klu , die sich
zwischen Deu schland und Rußland in olge de Hal ung Bisma cks in de Balkan age in de
Mi e de siebzige Jah e einmal au ge an ha e, is nie wiede wi klich ausge üll wo den.“24
Bisma ck ga an ie e Ende de 1880e Jah e imme noch, dass akzep able
ussisch ‑deu sche Beziehungen e hal en blieben, deshalb e ö ne e e Ve handlun‑
gen übe die Ve länge ung des Rück e siche ungs e ags, de am 18. Juni 1890 aus‑
lau en soll e. E muss e gegen eine K ise de ussisch
‑deu schen Wi scha sbezie‑
hungen, die Tä igkei an i ussische K eise am Be line Ho sowie an i anzösische
am S . Pe e sbu ge Ho kämp en.25 E konn e jedoch die Ve handlungen mi dem
ussischen Bo scha e G a Pawel And ejewi sch Schuwalow nich meh beenden,
denn e wu de aus allen seinen Äm e n en lassen.
Die Bedeu ung des Rück e siche ungs e ags is jedoch nich zu übe schä zen,
denn be ei s nach seinem Abschluss wu de beiden Pa eien kla , dass „die Zuges änd‑
nisse, die Deu schland ihm da in gemach ha e, wa en illuso ische und ha en sich als sol‑
che be ei s zum Teil e wiesen. Von ‚wohlwollende Neu ali ä ‘ ode ga on ‚mo alischem
22 Un e zeichne am 18. Juni 1887. Tex und Anlage, GP, Bd. 5, Be lin 1922, N . 1092,
S. 253–255.
23 F. RACHFAHL, Nochmals das angebliche Bündnisangebo Bisma cks an England om Jah e 1887,
in: Wel wi scha liches A chi , Bd. 17, 1921/1922, S. 273.
24 F. RACHFAHL, De Rück e siche ungs e ag, de „Balkand eibund“ und das angebliche Bünd‑
nisangebo Bisma cks an England om Jah e 1887, in: Wel wi scha liches A chi , Bd. 16,
1920, S. 77.
25 Bisma ck an Solms, 15. Oc obe 1889, GP, Bd. 6, N . 1358, S. 360–361. Eissens ein an Kálno‑
ky, 6. Ok obe 1889, HHS A, PA III, P eussen (Deu schland), K . 137, F. 174.
FRANTIšEK STELLNER 67
unddiploma ischem Beis and‘ ü Rußland au dem Balkan konn e auch ü die Folgezei
nach dem, wenngleich nich sch i lich ixie en, abe doch ak isch he ges ell en ‚Ein e ‑
nehmen‘ Deu schlands mi dem Balkand eibunde und noch dazu bei dessen ausd ückliche ,
dem englischen Bo scha e ‚übe mi el e mo alische Billigung‘ soga du ch Kaise Wil‑
helm I. nich meh die Rede sein“.26 Ich bin mi de Ansich des bedeu enden deu schen
Zwischenk iegshis o ike s P. Rassow ein e s anden: „In den Jah en nach Bisma cks
S u z ände e sich allgemeine poli ische Lage ganz e heblich, abe nich in olge on Bis‑
ma cks S u z!“27
Die neue deu sche Füh ung muss e im außenpoli ischen Be eich o allem die
Beziehungen zwischen Deu schland und Russland lösen. Wilhelm II. nu z e un e
ande em auch Be ich e des Kiewe Konsuls übe die Manö e de ussischen A mee,
um Bisma ck en lassen zu können. De ensi e Manö e ge äh de en jedoch Deu sch‑
land keines alls und de Kaise zeig e sich geneig , den Ve ag abzuschließen. Au
die Nach ich übe die Absich des Za en, den Ve ag um sechs Jah e zu e länge n,
no ie e e : „Ich bin ein e s anden und beau age Sie, dies Schuwalow mi zu eilen.“28
Am 21. Mä z eil e e Schuwalow mi , dass das Ausscheiden des Fü s en keine Ände‑
ung de Be line Diploma ie bedeu en wü de.29 E a es, ohne sich mi dem Ges al e
de Außenpoli ik— Reichskanzle Cap i i be a en zu haben. Übe dies in o mie e
e ihn da übe ga nich . De Kanzle e uh on dem Ve sp echen om Bo scha e
in Sank Pe e sbu g— Hans Lo ha on Schweini z.30
An das Teleg amm Schuwalows übe das T e en mi dem Kaise no ie e de ussi‑
sche Za olgendes: „Nich s E euliche es ha en wi zu e wa en […] Seh be uhigend.“31
Schuwalow wa e e au die Bes ä igung seine Be ugnisse, abe be o eine einschlä‑
gige An wo kam, wa es de neuen Umgebung Wilhelms gelungen, dessen Be ei ‑
scha ins Wanken zu b ingen. Dagegen s ell en sich die ein luss eichs en Pe sönlich‑
kei en. De neue deu sche Reichskanzle Cap i i be ü ch e e, dass das Ve a en des
geheimen Ve ags Deu schland komp omi ie en könn e, so dass e eine kla e, nich
besonde s komplizie e Diploma ie be o zug e. Einen K ieg au zwei F on en gegen
F ank eich und Russland hiel e ü un e meidba , so dass ihm eine Ve einba ung
mi S . Pe e sbug nu zlos schien. E iden i izie e sich mi Hols eins Ablehnung des
komplizie en und kühnen diploma ischen Spiels Bisma cks.32 Ich bin mi de An‑
sich des bedeu enden Kenne s de deu schen Diploma ie W. Baumga ein e s an‑
26 RACHFAHL, S. 75.
27 RASSOW, S. 497.
28 HOLBORN, S. 323–324.
29 W. on SCHWEINITZ (H sg.), B ie wechsel des Bo scha e s Gene al . Schweini z, Be lin
1928, S. 265.
30 J. KASTL, Am s a en Zügel. Bisma cks Bo scha e in Rußland, 1871–1892, München 1994; W.
on SCHWEINITZ (H sg.), Denkwü digkei en des Bo scha e s Gene al . Schweini z, Bd. 1–2,
Be lin 1927.
31 Zi . nach: J. A. NICHOLS, Ge many a e Bisma ck: The Cap i i E a 1890–1894, Ha a d 1959,
S. 54.
32 Cap i is Au zeichnung om 28. Mä z 1890, GP, Bd. 7, Be lin 1927, N . 1396, S. 11. Hols eins
Au zeichnung om 20. Mai 1890, ebenda, N . 1374, S. 22–24, eben alls: RICH— FIS‑
HER— FRAUENDIENST, Bd. 1, S. 126. Vgl. LAPPENKÜPER, S. 71–72.
68 PRAGUE PAPERS ON THE HISTORY OF INTERNATIONAL RELATIONS 2/2014
den: „In Wi klichkei ha Hols ein, einmal abgesehen on den pe sönlichen Mo i en, die e
de Poli ik des al e nden Bisma ck un e schob, den Sinn des auße o den lich komplizie en
und o mal un e kennba wide sp üchlichen Bündnissys ems nich e s anden. Diese Sinn
bes and nich eigen lich da in, Ve hal ensmaß egeln au zus ellen ü den Ausb uch on
in e na ionalen Kon lik en, sonde n ih Ein e en wenn nich on o nhe ein unmöglich
zu machen, so doch hin anzuhal en.“33
Hols ein wi d on ielen His o ike n als Haup ini ia o de nega i en deu schen
Hal ung angesehen. Bei seine En scheidung spiel e auch die Angs o eine e en u‑
ellen Rückkeh Bisma cks eine Rolle.34 Walde see e such e die Füh ungsspi zen da‑
on zu übe zeugen, dass sich Russland au einen K ieg o be ei e e.35 Es is nich un‑
in e essan , dass Cap i is Ansich soga on den „Bisma ckschen“ Gesand en in Wien
und Kons an inopel als ich ig be ach e wu de. Ge ade die Hal ung Schweini z’
b ach e Wilhelm II. endgül ig dazu, den Ve ag nich zu e länge n. De Bo scha ‑
e un e s ü z e du ch sein Ein e s ändnis Cap i i, de seine Ansich nach nich
meh im Am hä e bleiben können, wenn de Ve ag gegen seinen Willen e länge
wo den wä e.36 Cap i i z.B. e a die s i ige Ansich , eine ussisch ‑ anzösische
Allianz sei ü Rußland deshalb unin e essan , weil Rußlands eiziges In e esse in de
Kon olle de Mee esengen bes ünde. Von Schweini z mach e das A gumen gel end,
de Rück e siche ungs e ag wü de die ussische Neu ali ä wenigs ens ü die
e s en Wochen nach einem K iegsausb uch ga an ie en, doch Cap i i lehn e dies ab,
da Deu schland den g öß en Teil seine T uppen ohnehin in de Nähe de ussischen
G enze s a ionie en wü de. Die Haup da s elle de deu schen Außenpoli ik wa en
mi de Ve länge ung des Rück e siche ungs e ags nich ein e s anden. Rach ahl
kommen ie e dies olgende maßen: „Eine E s eckung des T ak a es om 18. Juni 1887
mi allen seinen Bes immungen, auch be e end Bulga ien und die Mee esengen, wa 1890
schlech e dings unmöglich.“37
33 W. BAUMGART, Deu sch ‑ ussische Beziehungen 1890–1914/18, in: W. BAUMGART (H sg.),
P eussen ‑Deu schland und Russland om 18. bis zum 20. Jah hunde , Be lin 1991, S. 108.
34 Zu Hols eins Be ü ch ungen: Hols ein an P. on Eulenbu g, 22. Mä z 1890, J. C. G. RÖHL
(H sg.), Philipp Eulenbu g poli ische Ko espondenz: Von de Reichsg ündung bis zum Neuen Ku s
1866–1891, Bd. 1, Boppa d am Rhein 1976, N . 364, S. 509. Zu Hols eins Rolle z. B. R. K.
MASSIE, Die Schalen des Zo ns. G oßb i annien, Deu schland und das He au ziehen des E s en
Wel k ieges, F ank u am Main 1993, S. 144. Be chems Au zeichnung om 25. Mai 1890,
GP, Bd. 7, N . 1368, S. 4–10.
35 H. O. MEISNER (H sg.), Denkwü digkei en des Gene al eldma schalls Al ed G a en on Wal‑
de see, Bd. 2, S u ga , Be lin 1923, S. 117.
36 Hei ich VII. Reuss an Ma schall, 4. Juni 1890, GP, Bd. 7, N . 1381, S. 35–37. Radowi z an Ca‑
p i i, 9. Juni 1890, ebenda, N . 1383, S. 41. SCHWEINITZ, Denkwü digkei en, Bd. 2, S. 404.
Zu Abbe u ung des Bo scha e s: SCHWEINITZ, B ie wechsel, S. 265. De spä e e Kanz‑
le , B. on Bülow billig e die Vo gehensweise des Auswä igen Am s nich , abe konn e
sich nich leis en, seine Ka ie e du ch di ek e K i ik zu ge äh den, deshalb schwieg e .
In den Memoi en bezeichne e e die Nich e länge ung als einen „sch ecklichen Fehle “.
F. on STOCKHAMMERN (H sg.), Be nha d Fü s on Bülow: Denkwü digkei enJugend ‑ und
Diploma enjah e, Bd. 4, Be lin 1931, S. 614. Vgl. P. WINZEN, Bülows Wel mach konzep : Un‑
e suchungen zu F ühphase seine Aussenpoli ik 1897–1901, Boppa d am Rhein 1977, S. 45.
37 RACHFAHL, S. 80.
FRANTIšEK STELLNER 69
De deu sche Kaise e gaß den Wunsch seines „g oßen“ G oß a e s Wilhelm I.
nich , de ihn dazu e mahn ha e, eundscha liche Beziehungen mi Russland zu
un e hal en. E woll e den Ve ag e länge n, jedoch in eine e ände en und ei‑
e en Fo m. Au D uck des Kanzle s und wei e e Beam en gab e nach und lehn e
den Ve ag am 28. Mä z ab. Spä e e läu e e e Schuwalow, dass de neue Kanzle
ihm nach Bisma cks Abgang „das Messe an den Hals“ leg e, und e keine neue Re‑
gie ungsk ise iskie en konn e.38 E e such e, die Schuld au Russland abzuwäl‑
zen: „Meine Ansich nach ha e e seinen Haup we damals schon e lo en, da die Russen
doch nich meh mi dem He zen dahin e s anden.“39 In Sch ecken e se z e ihn auch
eine Ve mu ung Cap i is, eine e en uelle Ve länge ung könn e die Beziehungen mi
Wien ge äh den. E ände e seine En scheidung seu zend: „Nun, dann geh es nich ,
so leid es mi u .“40
Schuwalow e ba g seine En äuschung on de plö zlichen Meinungsumkeh
des Mona chen nich und muss e seine Regie ung im Ap il on de Eins ellung de
Ve handlungen in o mie en. Ehe un ak isch wa die o zei ige Mi eilung, Deu sch‑
land e lek ie e nich au die Ve ags e länge ung. De Za e klä e: „Ich bin pe sön‑
lich seh oh, dass Deu schland als e s es keine Ve länge ung des Ve ags wünsch , und
es u mi nich besonde s leid, dass es ihn nich meh geben wi d.“41 Insgesam he sch e
in Russland eine g oße Au egung, insbesonde e weil es dem Außenminis e Gie s
nich gelang, on Be lin eine Zusiche ung zu bekommen, es wü de keine Ang i slus
Ös e eich
‑Unga ns au dem Balkan ans acheln und die Abkommen übe die Mee‑
esengen einhal en.42 Viele ussische Hö linge wa en dem Za en o , dass e nich
ims ande wa , die adi ionelle F eundscha mi Deu schland au ech zu e hal en.43
De Za und seine Gemahlin en wickel en wi klich eine ie e An ipa hie gegen Kaise
Wilhelm II.44 Dies wa das Resul a einige pe sönliche T e en sowie on Kla sch
und T a sch in den Salons, wobei man dem Za en jeweils hin e b ach e, was de Kai‑
se angeblich übe ihn gesag ha e. Mi de Zei bau e sich im Kop des Za en de
Kaise als e abscheuungswü dige Gegne au .
De deu sche His o ike Rach ahl kam zum Schluss, de Ve ag wä e „ ü Ruβland
we los“ gewesen45. Be lin wa en schlossen, im Kon lik all au dem Balkan Wien zu
hel en. Alle ding ga an ie e Bisma ck ü diesen Zei aum eine Zusammena bei
mi Wien und S . Pe e sbu g, wodu ch e zu E hal ung des F iedens au dem Balkan
bei ug. E nu z e dabei nich nu die Sympa hien des Za en zu seine Pe son und
38 Schuwalow an Lamzdo , 17. Janua 1895, F. A. ROTSCHTEIN (H sg.), Dne nik V. N. Lamz‑
do a, in: K asnyj A chi , T. 3/46, 1931, S. 21–22.
39 WILHELM II., Kaise Wilhelm II. E eignisse und Ges al en aus den Jah en 1878–1918, Leipzig,
Be lin 1922, S. 45.
40 Hols eins Be ich om 10. Juni 1904, GP, Bd. 7, N . 1392, S. 49.
41 Zi . nach: STELLNER, Poslední německý císař, S. 122.
42 KRAUSNICK, Rück e siche ungs e ag, S. 430–432.
43 Z.B. A. N. Benua: TSCHERNUCHA (H sg.), Aleksand T e ij, S. 228–229.
44 C. CLAY, König. Kaise . Za : D ei königliche Cousins, die die Wel in den K ieg T ieben, München
2008, S. 190. Sie wi d eben alls om G oß ü s Alexande Michailowi sch in seinen Me‑
moi en e wähn . TSCHERNUCHA (H sg.), Aleksand T e ij, S. 111.
45 RACHFAHL, S. 75.