Untergänge der Versuchsstation. Konservative Zukunftsromane der ‚Frühen Moderne‘
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Untergänge der Versuchsstation. Konservative Zukunftsromane der ‚Frühen Moderne‘ Jörg Krappmann– Palacký ‑Universität Olomouc ABSTRACT Downfalls of the Experimental Station. Conservative Future Novels of ‘Early Mo‑ dernism’ The article focuses on the genesis of the Austrian future novel (Zukunftsroman) around 1900 on the basis of three narrative texts. Contrary to typological or other pre ‑structuring approaches, the different possibilities of extrapolating the contemporary state of know‑ ledge are shown in individual text analyses. Although all three texts, whose authors (Vinzenz Chiavacci, Otto von Leixner, Sigmund Wilheim) are politically assigned to the conservative spectrum, can (also) be read as doomsday scenarios, the projected futures differ from (forced) acceptance to dystopian world destruction, thus laying the foundation for the genre ‑dynamic processes of this genre in the period after 1918. KEYWORDS Zukunftsroman; Science Fiction; Austrian Modernism; Vinzenz Chiavacci; Otto von Leix‑ ner; Sigmund Wilheim Der Ruf der deutschsprachigen Science ‑Fiction ‑Literatur, die bis in die 1950er Jahre noch unter der Gattungsbezeichnung ‚Zukunftsroman‘ firmierte, hat sich innerhalb der literaturwissenschaftlichen Germanistik in den letzten Jahren schlagartig ver‑ bessert. Das liegt zum einen an einer stärkeren Ausrichtung an populärkulturellen Phänomenen, die zum anderen wiederum dazu anregte, literarische Beschäftigungen mit der Zukunft nicht mehr als reine Phantasien im Reich der Spekulation abzutun, sondern die in den Texten narrativ dargebotenen Möglichkeiten und Alternativen als Konjekturen anzuerkennen (nur äußerst exemplarisch sei verwiesen auf Hahnemann 2010; Leucht 2016; Voßkamp 2018; Esselborn 2019). Doch die lange Vernachlässigung des Genres Zukunftsroman/Science Fiction und seine Verortung in den axiologischen Tiefen des Mainstreams wirft noch seine Schatten: „Die meisten Zukunftsromane scheinen von eher national und konservativ denkenden Autoren zu stammen […], die moderne technokratische Vorstellungen mit reaktionären politischen und sozia‑ len Vorstellungen verbanden. Literaturgeschichtlich sind sie kaum beachtenswert“ (Kiesel 2017: 580). Derartigen Pauschalisierungen soll hier durch die Vorstellung von drei Zukunfts‑ texten begegnet werden, die tatsächlich dem konservativen Spektrum entstammen und auf die Modernisierungstendenzen im ausgehenden 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Naturwissenschaften, reagieren. Alle drei Texte können als Untergangsszenarien gelesen werden, differieren aber in ihrer Haltung gegenüber technischen, wissen‑
94 BRÜCKEN 29/1 schaftlichen oder gesellschaftlichen Innovationen: Von Akzeptanz unvermeidbarer Kollateralschäden des Modernisierungsprozesses bis zum dystopischen Untergang des Abendlands. Sie bilden gewissermaßen das Prequel zu einer Serie von Zukunftsroma‑ nen der Zwischenkriegszeit, die Gegenstand eines laufenden Forschungsprojekt zur österreichischen Literatur und der Literatur der Böhmischen Länder der Zwischen‑ kriegszeit ist.1 Können sich die Analysen in dem Zeitraum von 1919–1939 (mit dem Nachläufer Der Stern der Ungeborenen von Franz Werfel 1945) auf ein Korpus von knapp 80 einschlägigen Texten berufen, ist die Untersuchungsbasis der Zukunftsliteratur vor dem Ersten Weltkrieg noch recht gering. Dazu verfassten die österreichischen Autoren meist nur einen oder wenige einschlägige Texte, während die Repräsentan‑ ten der frühen Science Fiction in Deutschland (Kurd Lasswitz, Paul Scheerbart, Carl Grunert) äußerst produktiv waren. Trotzdem bilden die im Folgenden vorgestellten literarischen Zukunftsvorstellungen aus dem österreichischen Kulturraum den Archi‑ text für die dynamische Ausdifferenzierung der Gattung Zukunftsroman, die kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang der Habsburger Monarchie ein‑ setzte. (Oskar Baum: Die Tür ins Unmögliche; Max Brod: Das große Wagnis; Karl Figdor: Die Herrin der Welt; Hans Flesch ‑Bruningen: Balthasar Tipho; alle 1919). 1. SIGMUND WILHEIM: WIENER WANDELBILDER Als Nullpunkt im Koordinatensystem sollen die Wiener Wandelbilder gesetzt werden, so der Titel eines 1912 postum herausgegebenen Bandes, der eine Auswahl aus den publizistischen Texten des Wiener Journalisten Sigmund Wilheim erstmals in Buch‑ form präsentierte (Wilhelm 1912). Gegliedert ist die Anthologie in drei Abschnitte, von denen sich die ersten beiden auf Reminiszenzen an ehemalige Persönlichkeiten (Menschen und Leute) und vergangene Orte (Stätten und Dinge) des Wiener Stadtlebens konzentrieren. Abgeschlossen wird der Band von neun Zukunfts ‑Phantasien, die, isoliert betrachtet, den Eindruck harmlos ‑humoristischer Spielereien bar „jedes visionären Pathos“ erwecken (Innerhofer 1996: 156). Für Roland Innerhofer, der nach konstitutiven Merkmalen der frühen Science Fiction Literatur im deutschsprachigen Raum fahndet, sind die aviatischen Phantasien Wilheims lediglich „Skurrilitäten und bürokratische Eulenspiegeleien“ (Innerhofer 1996: 156), die auf dem breiten Feld der Rezeption internationaler Größen der Science Fiction wie Jules Verne oder H.G. Wells als österreichische Farbtupfer von Interesse sein können. Allerdings fällt ihm bereits die Unaufgeregtheit und Konstanz der Wiener Bürger auf, die von der technisierten Zukunft kaum erschüttert wird. Aber erst die Verbindung mit den nicht ‑utopischen Texten der Sammlung öffnet den Blick auf das komplexe Zusammenspiel von Be‑ wahrung und Fortschritt, das dem Journalisten Wilheim auch die Zustimmung des notorischen Pressekritikers Karl Kraus eintrug (Kraus 1911: 47–49; Kraus 1913: 11–17). Unter der Genrebezeichnung „Wiener Skizze“ erfreuten sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg nostalgische Betrachtungen des Biedermeier‑ lichen Wien vor der Stadterweiterung großer Beliebtheit (etwa Chiavacci 1893 u. 1914; 1 Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Projekts Unknown Worlds– Other Societies– New People. Trans‑ cultural Processes in Austrian Future Fiction of the Inter ‑War ‑Period, das von der Grantová Agentura der Tschechischen Republik (GAČR, Registernummer 20‑029865) gefördert wird.
95JÖRG KRAPPMANN Pötzl 1890 u. 1901). Untergegangen ist hier die Welt der Wiener Vorstädte mit ihren Eigenheiten und stillen Plätzen, die den ausschweifenden Raumkonstruktionen wie der Ringstraße und den technischen Weiterentwicklungen im Stadtverkehr weichen mussten (Haider 2013: 166–181). Nur etwas drastischer, aber durchaus repräsentativ für diese Form von Fortschrittskritik formulierte Eduard Pötzl: „Das mit der sogenann‑ ten „Moderne“ beginnt eine Volkskrankheit zu werden, die ihre Opfer reihenweise niedermäht“ (Pötzl 1901: 48). Es ist dieser Schritt hin zu einer allgemeinen Kritik an der „Moderne“, den Wilheim nicht mitgeht. Auch in seinen Texten zeitigt die avancierende Urbanität unangenehme Folgen, zugleich werden aber die Vorteile anerkannt. Der De‑ molierung eines erinnerungsgesättigten Redaktionsgebäudes werden die technischen Möglichkeiten des Neubaus gegenübergestellt, die Aufgabe des traditionsreichen Invalidenhauses zu Gunsten eines neuen Heims mit verbesserten hygienischen und medizinischen Bedingungen anerkannt, das moderne Postwesen gegen Restaurations‑ tendenzen verteidigt. Wilheims Nostalgie ist geerdet und versöhnt mit der zeitgenös‑ sischen Realität. Da aber die „Verdreifachung der Bevölkerung Wiens innerhalb einer Generation“ (Csáky 2010: 133) notgedrungen zu Veränderungen und Erweiterungen führt, bewahrt Wilheim in seinen Erinnerungstexten Gebäude, Orte, Personen und Rituale wie Bilder in einem Fotoalbum auf. Die Beschriftungstexte sind emotional und oft larmoyant, aber stets auf das Einzelbild bezogen. Auf skalierende oder intentional wertende Metakommentare zwischen den Bildern verzichtet Wilheim. In den Zukunftsphantasien wird dieses Verfahren einfach fortgesetzt– Kleine Wie‑ ner Zukunftsbilder lautet der Titel der ersten Phantasie– und so entsteht der Eindruck eines zwar nicht bruch‑, aber nahezu reibungslosen Voranschreitens der Zeitläufte. Textuell gewährleistet wird diese ‚Harmonie‘ sowohl in den Erinnerungsskizzen wie in den Zukunftsbildern durch die Ausblendung soziopolitischer Problemfelder, die den Rahmen lokaler Diskurse überschreiten. So findet u.a. die „hybride Polyfonie der Stadt“ (Csáky 2010: 203), deren rasanter bevölkerungstechnischer Aufstieg sich zu weiten Teilen aus Zuwanderern aus den slawischen Regionen oder Ungarn speiste, in den Texten Wilheims keinen Ausdruck. Gezeichnet wird ein homogenes urbanes Milieu, das so um 1900 nicht der Realität entsprach. Diesem Konstrukt ist zwar eine Marginalisierung von Minderheiten anzulasten, aber durch den bewussten Verzicht wird auch der Gefahr karikierender Verzeichnungen kultureller Eigenheiten ent‑ gegengewirkt, die in der Wiener Skizze durchaus zum ‚humoristischen‘ Repertoire gehörten. Da die erzählte (klein‑)bürgerliche Welt weder von sozialen Verwerfungen noch von überregionalen politischen Prozessen tangiert wird, und auch der techni‑ sche Fortschritt keine Bedrohung im Sinne einer konservativen Kulturkritik darstellt (Wengenroth 2015: 288–290), erreicht Wilheim ein Bild des Menschen, das von Kons‑ tanz, aber auch Stabilität geprägt ist. Aus der Gegenwartsperspektive des frühen 20. Jahrhunderts heraus konstatieren die journalistischen und fiktiven Erzählinstanzen, dass das Verhalten der Menschen in Vergangenheit (Vor fünfzig Jahren) und Zukunft (Wien im Jahre 1950) unverändert geblieben ist und bleiben wird. Der besondere Zug in den retrospektiven Zukunftsphantasien wird noch deutlicher im Vergleich mit den Grundkonzepten utopischen Schreibens: Perfektion und Perfek‑ tionierung (Voßkamp 2018: 135–147). Die Konstanz der Verhältnisse in den Erinnerungs‑ und Zukunftstexten Wilheims schließt einerseits jede Tendenz zur Vervollkommnung aus, die seit der Aufklärung das utopische Denken bestimmte und zur Entstehungs‑
96 BRÜCKEN 29/1 zeit der Texte gerade in der expressionistischen Suche nach dem Neuen Menschen besonders hoch im Kurs stand. Andererseits verhindert die Kritik an den eben auch konstanten menschlichen Schwächen (u.a. Sozialneid, Egoismus, Bestechlichkeit oder übertriebener Ordnungszwang) die jeweils beschriebene Gesellschaftsforma‑ tion als Stadium der Vollkommenheit aufzufassen. Obwohl neben den angeführten Charakteristika auch die enge Bindung der Texte an das Wiener Lokalkolorit auf eine Raumutopie deuten würde, gründet Wilheims Weltbild nicht auf der Statik der (end‑ gültigen) Perfektion wie die frühen paradigmatischen Texte der Gattung (Utopia; Insel Felsenburg). Das suggeriert bereits der Titel durch den Verweis auf die Bühnentechnik des Wandelbildes, das dramaturgisch ein Übergleiten der Figuren in andere Zeiten und Räume ermöglichte.2 Dieser kontinuierliche und deswegen sanfte Übergang von der Biedermeierzeit in die Moderne der Jahrhundertwende, dessen Fortschreiten auch für die weitere Zukunft prognostiziert wird, ist funktional gegen aufkommende Zu‑ kunftsängste gerichtet. Zukunftsangst war ein Begleitphänomen des ideengeschichtlich identifizierbaren Höhepunktes der Zukunftsorientierung am Ende des 19. Jahrhunderts, wurde aber noch nicht als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.3 Meist führten ihre Symptome zur Diagnose einer Neurasthenie, die aufgrund ihrer Unbestimmtheit und Diffusität zur Krankheit der Moderne werden konnte (Bergengruen/Müller ‑Wille/ Pross 2010). Während die Neurasthenie als „Nervenkunst“ u.a. von Seiten Hermann Bahrs und der Wiener Moderne als Ausdruck eines besonders sensiblen Weltzugangs des Künstlers noch befürwortet wurde (Bahr 1987: 186–189), entwickelte die medizi‑ nische Psychologie zeitgleich bereits Verfahren zu ihrer Behandlung. In Bezug auf Wilheims kontinuierliches Fortschrittskonzept ist hier vor allem Sigmund Freuds Leitgedanke bedeutsam, die Angstneurose als klarer umrissenen Sonderfall aus dem breiten Spektrum zeitgenössischer Neurasthenien zu lösen (Freud 1895: 50–66). Neben sachbezogenen und sozialen Ängsten kategorisiert Freud auch eine neurotische Angst, bei der „die ängstliche Erwartung und die pessimistische Zukunftsorientierung als Merkmale in den Vordergrund“ gerückt sind (Kaiser 2020: 95). Trotz dieser zeitlich progressiven Komponente bindet Freud aber die neurotische Angst an ein trauma‑ tisches Erlebnis in der Vergangenheit. Die Angstform bleibt so therapeutisch fassbar, aber Freud unterschlägt mit dieser Konstruktion auch das beträchtliche Quantum von angstbesetzten Zukunftsvorstellungen, da deren „frei flottierend[e]“ Inhalte sich dem Zugriff des behandelnden Neurologen entziehen (Freud 1895: 65). Auch Wilheims zukunftsorientierte Bewältigungsstrategie ist eng an die Vergan‑ genheit gekoppelt. Eine traumatische Aufladung wird aber dadurch unterbunden, dass er die durch den Fortschritt verursachten Verluste als Erinnerungen aufspeichert und dadurch in ein Modell von Konstanz und Stabilität integriert. Die strukturelle Akzeptanz permanenten Wandels wird zur präventiven Maßnahme gegen Zukunfts‑ ängste. Dass ein so unaufgeregter Umgang mit den Fortschrittsmechanismen der Moderne nicht die Regel war, soll nun anhand von drei Zukunftstexten österreichi‑ scher Autoren illustriert werden, die sich unter dem Signum „Untergangsszenarien“ verallgemeinern lassen. 2 Eine kommentierte Auflistung konkreter Inszenierungen von Wandelbildern in der Theatergeschichte gibt Kranich (1929: 178f.). 3 Zu den Phasen des historischen Zukunftsverständnisses siehe Hölscher (2016).
97JÖRG KRAPPMANN 2. MENSCHENGEMACHT?– UNTERGANGSSZENARIEN VON CHIAVACCI UND LEIXNER Mit Hermann Broch, der Stadt wie Staat gen Jahrhundertwende „immer tiefer ins Un‑ revolutionäre, ins Hedonistische, ins Skeptisch ‑Freundliche, Freundlich ‑Skeptische“ (Broch 1986: 152) abdriften sah, können die (Bild‑)Texte von Wilheim auch als Arte‑ fakte einer museal gewordenen Moderne gelesen werden. Doch als „fröhliche Apo‑ kalypse“ wurde diese Dynamik auch von denjenigen Zeitgenossen nicht gesehen, die wie Vinzenz Chiavacci (1847–1916) in seinen feuilletonistischen Wiener Genrebildern das Museum errichten halfen.4 Konkreter Auslöser für den Weltuntergang in Chiavac‑ chis gleichnamiger Erzählung ist ein Komet, der die Erde aus ihrer Umlaufbahn zieht. Aber die Menschheit befindet sich bereits vor dessen Erscheinen am Abgrund. Ein allgemeines Wettrüsten der Staaten steuert auf einen Weltkrieg zu, der bisher nur aus Furcht vor den innenpolitischen Unruhen– eine Folge der durch den militärischen Aufwand verursachten Steuerlast– noch nicht eskalierte. Die drohende Naturkatas‑ trophe verdeckt nun die gesellschaftlichen wie (außen‑)politischen Probleme und führt eine „Menschheit ohne Zukunft“ zu einer sozialreligiösen Weltbrüderschaft (Chiavacci 1897: 22). „Es gab keinen Unterschied der Stände mehr“ (Chiavacci 1897: 55), resümiert Chiavaccis Erzähler die Situation und präformuliert damit paradoxerweise die Balkonrede WilhelmsII. zur allgemeinen Mobilmachung am 1. August 1914. Die aufkeimende Hoffnung der „langsamen, schubhaften Apokalypse“ (Innerhofer 1996: 381) durch technische, landwirtschaftliche und ökonomische Gemeinschaftsprojekte begegnen zu können, wird jäh durch die Kollision des Kometen mit dem Mond zerstört, dessen auf die Erde stürzende Trümmer einen Tsunami im Indischen Ozean auslösen. „Vor dieser Sintflut“, die weltweit Erdbeben und Vulkanausbrüche verursacht, „gab es keine Flucht, keine Rettung“ (Chiavacci 1897: 66). Auf die Übernahme gewisser Motive von Jules Verne und Kurd Lasswitz in der Erzählung wurde bereits hingewiesen (Innerhofer 1996: 380f.), aber mehr als diesen Autoren der frühen Science ‑Fiction ‑Literatur geht es Chiavacci um die Vermittlung naturwissenschaftlichen Wissens und einer monistischen Weltanschauung. In einer öffentlichen Rede trägt etwa ein Wissenschaftler die zeitgenössischen Theorien über die Entstehung der Asteroiden, die Berechnung der Planetenbahnen nach Laplace oder Entfernungsberechnungen anhand Veränderungen im Sternbild Andromeda vor. Zur besseren Verständlichkeit bei den inner‑ wie außertextuellen Rezipienten ist der Vortrag mit Anthropomorphisierungen durchsetzt (Planeten = „Sonnenkinder“; Komet = „Himmelsvagabund“), wie sie zeitgleich auch Wilhelm Bölsches populär‑ wissenschaftlichen Schriften zum Erfolg führten.5 Die Stärke einer konsequenten 4 Der literaturwissenschaftlich kaum erfasste Chiavacci gehörte zur Zeit der Wiener Moderne 1890–1914 zu den bestimmenden Akteuren des österreichischen Literaturbetriebs. Nach zahlreichen Bänden mit Wiener Skizzen gründete er 1896 die illustrierte Wochenzeitung Wiener Bilder und erfand bis heute ikonische Figuren des Wiener Journalismus wie den Herrn Adabei. Zudem inszenierte und betreute er Werkausgaben von Johann Nestrov, Ludwig Anzengruber und Karl Schönherr. Erst spät und deswegen nahezu wirkungslos verfasste er mit Aus der stillen Zeit (1914) den Wiener Roman, der zuvor mehrfach von ihm eingefordert wurde (u.a. Burger 1890). 5 Diese sprachliche Variante setzte Bölsche vereinzelt bereits in der Entwicklungsgeschichte der Natur (1894–1896) ein, stilprägend wird sie jedoch erst in Das Liebesleben in der Natur, dessen erster Band 1898, also kurz nach Chiavaccis Erzählung veröffentlicht wurde.
98 BRÜCKEN 29/1 Umsetzung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt sich, als sich die Erde auf ihrer neuen Sternenbahn dem Mars nähert, denn die Martianer haben ihr Gesell‑ schaftssystem bereits entlang einer engen Verschränkung von Makro‑ und Mikro‑ kosmos ausgerichtet: Du bist in allem, und alles ist in dir. Dein kleines Ich ist nur ein Tropfen, der von der Welle des Lebens für kurze Augenblicke emporgeschleudert wird aus dem ewigen Meere des Seins. Nicht länger dauert diese Trennung, als der Tropfen braucht, um wieder in den Ozean zurückzufallen. So sind die Marsbewohner mit ihrem Gotte eins, und so sind sie mit ihren Nächsten eins. Ihr Ethos, ihr Sittengesetz baut sich auf dieser festen Grundlage auf: alles Lebende ist ein einziges Wesen, und alle Er‑ scheinungen sind Teile dieses Wesens (Chiavacci 1897: 79). Die Ineinssetzung von Gott und Natur in der martianischen Weltanschauung ist voll‑ ständig. Während ein gemäßigter Pantheismus ein metaphysisches Wirken Gottes außerhalb des bekannten Universums zumindest nicht ausschließt, sind hier Gott, Natur und damit auch alles menschliche Leben identisch. Die gesellschaftlichen, epis‑ temologischen und moralischen Errungenschaften sind ausschließlich an die (Natur‑) Wissenschaften gebunden, denen somit die Befriedigung religiöser und/oder psychi‑ scher Bedürfnisse zukommt. Die Marsgesellschaft wird zum gelebten Musterbeispiel eines psychophysischen Monismus stilisiert, der sich von Gustav Theodor Fechner herleitet und zur Entstehungszeit des Textes vor allem von Ernst Haeckel, Bölsche und in stärkerer Betonung der naturwissenschaftlichen Komponente von Wilhelm Ostwald vertreten wurde (Fick 1993).6 Der Mars verkörpere dadurch das „Ideal, dem alle Erdenbewohner in heißer Sehnsucht zugestrebt“ (Chiavacci 1897: 75). Dass die Martianer den Idealzustand erreichen konnten, liegt vor allem an ihrer Hinwendung zu Technik und Wissenschaft und deren funktionalen Einsatz auf soziopolitischer Ebene. Diesen Weg versäumt zu haben, belastet die Menschheitsgeschichte, ist aber nicht kausal für den Untergang der Welt. Ursache dafür ist die Begegnung mit dem Meteor, gleichsam die Kontingenz des Universums. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Ausbleiben dieses Ereignisses, die Chance auf eine Orientierung an den– nun bekannten– Transformationsprozessen des Mars ermöglichen würde. Da die apoka‑ lyptische Vision sich am Ende der Erzählung als „Fieberparoxysmus“ (Chiavacchi 1897: 92) des Berichterstatters herausstellt, ist die Gelegenheit in der Lesegegenwart nun real gegeben. Die fiktionale Bedrohung ist ein didaktischer Trick zur Durchsetzung eines Verhaltens gemäß naturwissenschaftlich ‑monistischen Prinzipien. Während in den Skizzen Wilheims die Zukunft durch die Statik der anthropo‑ logischen Konstanten abgebremst wird, plädiert Chiavacchi für eine entschiedene Beschleunigung und Dynamisierung des Fortschrittsprojektes der Moderne. Das hat auch Auswirkungen auf das Sujet. Die Stadt Wien, eher noch nenn‑ denn erkennbar, ist bei Chiavacci lediglich ein fakultativer Handlungsort des Weltuntergangs. Das globale Ausmaß der Katastrophe widerstrebt kleinteiligeren Differenzierungen. Das 6 Obwohl Haeckels Die Welträthsel. Gemeinverständliche Studien über Monistische Philosophie erst 1899 er‑ schienen, hatte er Vorstufen dazu bereits in seine zahlreichen Vorträge einfließen lassen. Über einen charismatischen Auftritt in Wien 1878 berichtet Werner Michler (2001: 38f.).
99JÖRG KRAPPMANN Lokalkolorit, dass die stets reisenden Protagonisten in Wilheims Zukunftsphanta‑ sien zwischen Kobenzl und Hameau, von Grinzing bis Rodaun umgibt, fehlt bei dem nicht weniger ortsgebundenen Berichterstatter in Chiavaccis Erzählung. Wilheims Zukunftstexte sind Effekte einer Gattungsdynamik der Wiener Skizze, der Chiavacci als larmoyant ‑nostalgischer und dadurch erfolgreicherer Beobachter Alt ‑Wiener Vorstadtlebens diese Innovation anscheinend nicht zutraute. Auch Otto von Leixner (1847–1907) war wie Chiavacchi ein angesehener Akteur im Literaturbetrieb des ausgehenden 19. Jahrhunderts.7 Als er 1887 die satirische Erzählung 2086 oder Das Weltalter der Gleichheit vorlegte, war er bereits vier Jahre lang Redakteur der einflussreichen Deutschen Roman ‑Zeitung und hatte zwei mehrbändi‑ ge Literaturgeschichten zur deutschen (Leixner 1879–1882) und zur europäischen Literatur (Leixner 1880–1882) verfasst, sowie mit Unser Jahrhundert (1880–1882) eine umfassende kulturgeschichtliche Zeitdiagnose. Die Geschichte der deutschen Literatur erlebte mehrere Auflagen, in denen– anders als in der gleichrangigen Geschichte der deutschen Literatur von Wilhelm Scherer, die mit dem Tod Goethes endet– auch die aktuellen zeitgenössischen Literaturströmungen behandelt wurden.8 Der Blick des Literaturkritikers auf die kulturellen und gesellschaftlichen Tendenzen des jungen deutschen Nationalstaats prägt auch Leixners Vorstellungen der Zukunft am Ende des 21. Jahrhunderts. Präpariert durch die von Jean Wickersheimer (1832–1896) Ende der 1870er Jahre an der Charité entwickelte Konservierungslösung erwacht der Ich ‑Erzähler, der mit Leixner zu identifizieren ist, im Jahre 2086 just zu dem Zeitpunkt, an dem der letzte, inzwischen hundertjährige Lyriker als gefährliches Subjekt dem Schnelltod überantwortet wird. Das Unverständnis, das diesem dichtenden Relikt sowie seinen literarischen Vorbildern in der Zukunft entgegenschlägt, gibt Leixner die Gelegenheit zur Verballhornung der Autorengeneration, der er nach anfänglicher Förderung auch in seinen journalistischen Texten zunehmend kritisch gegenüberstand: „Bleibradi, Lindliner (…), Schefhagen“ (Leixner 1887: 14). Trotzdem deutet dieser Umgang mit Lite‑ ratur bereits auf den Wandel der gesellschaftlichen Formation hin, die sich konsequent einem materialistisch ‑naturwissenschaftlichen Weltbild untergeordnet hat. Nach der Gründung „des Menschheitsstaats im Jahre 2000“ (Leixner 1887: 31) wurden alle Brücken in die Vergangenheit zerschlagen: Historische Zeugnisse architektonischer oder textueller Art sind vernichtet, ideelle Rückgriffe werden durch medizinische Maßnahmen bekämpft. Diese führten bereits zu Veränderungen der Körperstruktur. Während das Herz (als Sitz unerwünschter Emotionalität) um ein Drittel verkleinert werden konnte, wurden durch chirurgische Eingriffe und medikamentöse Behand‑ lung (Cerebrin) der Kopfumfang erweitert, was eine stärkere Ausdehnung des Gehirns bewirkt und ausgleicht. 9 Im Zuge der umfänglichen Automatisierung des Arbeits‑ 7 Leixner wurde auf Schloß Saar in Mähren geboren, wo sein Vater als Verwalter der Güter des Freiherren von Dietrichstein tätig war. Er studierte germanische Philologie zunächst in Graz, später in München. 1874 ging er als Journalist nach Berlin und galt dort als wichtiger Förderer der österreichischen Literatur. 8 Ab der achten Auflage wurde das Projekt nach dem Tode von Leixner von Ernst Friedländer weiter‑ geführt und um das Kapitel „Otto von Leixner und das Schrifttum auf sittlich ‑religiöser Grundlage in den achtziger Jahren“ (Leixner 1910: 887–904) erweitert. 9 Die Erzählung ist damit ein früher Beleg für die Kontrastierung von „Denken des Geistes“ und „Denken des Herzens“, die Leixner in seinen späteren Aphorismensammlungen (Aus meinem Zettelkasten 1896; Der Weg zum Selbst 1906) modellhaft ausbauen wird. Zum Gesamtkomplex dieser Denkform Friede‑
100 BRÜCKEN 29/1 prozesses verringert sich auch sukzessiv die körperliche Muskelkraft. Grundprinzip des globalen Menschheitsstaates ist eine Form von Gleichheit, die auf allen Ebenen mit staatlicher Gewalt durchgesetzt wird: Der Einzelne ist wertlos– er gilt etwas nur in der Gesamtheit Aller. Einzelne, welche selbst denken wollen, sind Krebsgeschwüre am Körper der Menschheit. Mit allen übereinstimmen, ist Geistesfreiheit. Alle Kinder so zu bilden, daß sie als Vollbürger über alles gleich denken, ist das Ziel der Menschheits ‑Staats ‑Erziehung (Leixner 1887: 23). Diesem Ziel dient auch die Einführung einer weltweiten Einheitssprache („3580 Wör‑ ter“. Leixner 1887: 16), ein architektonischer und städtebaulicher Funktionalismus und schließlich ein rassenhygienisch motiviertes Zeugungsprogramm: „Das Streben ist durch geordnete Mischung der Stämme die Einheitsmenschheit zu erzeugen“ (Leixner 1887: 55), wobei der Staat in Fortpflanzungshäusern die geordnete genetische Variation der Gesamtpopulation überwacht. Die daraus hervorgehenden Kinder werden nach einer „cerebromikroskopischen Untersuchung“ auf staatliche Förderschulen verteilt, die „allzu Schwächlichen“ aber im „Irma ‑Trollianum durch Elektrizität schmerzlos zu Tode befördert“ (Leixner 1887: 9f.).10 Der als Satire im Untertitel angekündigte Text weist von Beginn an auch dystopi‑ sche Züge auf, die sich im Laufe der Erzählung verstärken. Einzig die hygienischen Lebens‑ und vor allem Arbeitsbedingungen erlebt der homodiegetische Erzähler als tatsächliche Verbesserungen, entsprechen sie doch weitgehend den Forderungen Leixners zur Behebung der sozialen Frage. Im Gesamtkomplex des Zukunftsstaates repräsentieren sie aber auch die allgemeine Sterilität des Lebens, der reduzierten sozialen Kontakte und des ökologischen Kahlschlags, der die Natur nur noch als mu‑ seales Relikt bewahrt. Diese Sterilität wird auch in der Geschlechterfrage angestrebt. Nachdem bereits die soziopolitische Gleichstellung umgesetzt wurde– aktuell steht eine Weltvorsitzende an der Spitze der staatlichen Hierarchie –, soll in einem weiteren Schritt durch künstliche Zeugungen das Endziel einer geschlechtsneutralen humanen Lebensform erreicht werden. Die sozialpolitische Dynamik der zwei Jahrhunderte zwischen 1887 und 2086 wird von Leixner nicht explizit beschrieben. Anhand kriti‑ scher Kommentare wird aber ersichtlich, dass es sich dabei um eine streng lineare Entwicklung auf Basis von institutionellen Anordnungen und Vorschriften handeln mann Spicker: Herzdenken. Zu einem konstitutiven Leitmotiv in der deutschen Aphoristik des 20. Jahrhunderts (Spicker 2003). 10 Bei der Benennung des Tötungsinstituts nach Irma von Troll ‑Borostyáni (1847–1912), der neben Rosa Mayreder publizistisch aktivsten Streiterin für Frauenrechte in Österreich ‑Ungarn zu Ende des 19. Jahr‑ hunderts, scheint es sich um einen persönlichen (und reichlich geschmacklosen) Angriff zu handeln. Leixner selbst trat u.a. in sozialkritischen Essays, die später gesammelt erschienen (Leixner 1891), für Reformen im Bereich Frauenbildung ein, die jedoch trotz sozialpolitischer Forderungen letztlich auf die pädagogische Ausbildung zu einer religiös geprägten Gesinnungsethik abzielten. Seine zahlreichen weiteren Publikationen zur Frauenfrage und seine diskursbestimmende Stellung im Kulturbetrieb machten ihn zwar „zu einem der, in den Kreisen der Frauenrechtlerinnen, bestgehaßten Männer“ (Storck 1897: 68). Leixner verzichtet aber in diesen teils auch polemischen Veröffentlichungen stets auf die Anführung konkreter Namen. Zu den religiös ‑philosophischen Grundlagen von Leixner auch Krappmann (2015: 103–124).
101JÖRG KRAPPMANN musste, nicht um gesamtgesellschaftliche bzw. transkulturelle Aushandlungsprozesse. Die Akzeptanz der Herrschaftsform in der Bevölkerung wird durch ein umfängliches Kontroll‑ und Erziehungssystem überwacht, das eventuell von der Staatsräson ab‑ weichende individuelle Ansichten im Keim erstickt. Während in Wilheims Wandelbildern und in Chiavacchis Zukunftsroman dem Voll‑ zug der gesellschaftlichen Transformationen breiter Raum gegeben wird, präsentiert Leixner eine Zukunft, die nahezu ihren (perfekten) Endzustand erreicht hat. Dadurch wird das für Zeitutopien seit dem paradigmatischen Text von Mercier konstitutive Merkmal der Unabgeschlossenheit kaum mehr bedient (Siebenpfeiffer 2020: 71–74).11 Typologisch gesehen ist Leixners Erzählung eher eine Reaktion avant la lettre auf die im Zuge von Edward Bellamys Looking Backward, 2000–1887 (Bellamy 1888; erste Übersetzung ins Deutsche 1890) einsetzenden Welle von Fortschrittsutopien, die die Zukunftsliteratur bis 1900 dominierte. Die früheste bisher nachgewiesene Publika‑ tion innerhalb dieses Genres stammt von dem österreichischen Mediziner Ferdinand Amersin. Das Land der Freiheit. Ein Zukunftsbild in schlichter Erzählform erschien 1874 parallel in Buchform und als Fortsetzungsroman in der Grazer Zeitung. Leixner, der auch nach seinem Wegzug von der Grazer Universität weiterhin familiäre Kontakte in die Stadt unterhielt, konnte der kaum rezipierte Text also bekannt sein. Eine der wenigen Rezensionen verfasste zudem der deutsche Nationalökonom Hans von Scheel, der in den 1870er Jahren durch eine Theorie der sozialen Frage (Scheel 1871; Scheel 1873) aus volkswirtschaftlicher Sicht hervorgetreten war, die auch die sozialkritischen Schriften Leixners grundierte. Von Scheel begreift Amersins Zukunftsbild als „ver‑ nünftige Utopie“ (Scheel 1875: 155), da er seine sozialistische Idealvorstellung mit den realen Bedingungen abgleicht, durch die sie gefährdet wird und die sie auch selbst gefährden kann. Dementsprechend war Das Land der Freiheit ursprünglich als insulare Raumutopie nach dem Modell Utopia von Thomas Morus geplant. Aus Gründen der Plausibilität wurde „das dritte, in die Zukunft projizierende Buch“ den ersten beiden Büchern „einfach angehängt“ (Affeldt ‑Schmidt 1991: 123). Die sozialistischen Utopien, wie sie von Amersin und Bellamy imaginiert werden, kontrastiert Leixner mit einem Endzeitszenario, indem er die materialistischen, egalitären und antireligiösen Ideologeme seiner Zeit in die Zukunft konjiziert. Durch die Rückbindung an zeitgenössische Diskurse versucht er die narrative Fiktion in einem Bereich zwischen Spekulation und Kalkulation zu verorten und positioniert sich damit auf Seite der Konservativen im Wilhelminischen Kaiserreich, die dem Ansturm der Naturwissenschaften mit einer Rückbesinnung auf die traditionellen Werte in allen Gebieten des Schönen begegnen wollten. So jedenfalls formuliert es der Untertitel der 1887, im Erscheinungsjahr von Leixners Zukunftsvision, von Ferdinand Avenarius gegründeten Zeitschrift Der Kunstwart.12 Ganz in diesem Sinne grundiert eine konsequente Ausrichtung an den Naturwissenschaften auch die soziopoliti‑ schen Entgleisungen und die Emotionslosigkeit in der Zukunftserzählung Leixners. 11 Dem Zeitresenden, der der Gesellschaft des Jahres 2440 einen perfekten Endzustand unterstellt, wird bei Mercier apodiktisch widersprochen: „Es ist uns noch mehr zu thun übrig, als wir bereits gethan haben: wir sind noch kaum zur Hälfte auf der Leiter.“ (Mercier 1772: 220) 12 Im Sinne eines Kunstwarts gründete Leixner selbst 1904den Volksbund zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild, der sich später auch gegen die Spekulation in und mit Zukunftsromanen richten sollte (Jäger 1988: 174–178).