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Der Kulturkampf kehrt zurück

Loužek, Marek

Abstract

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Der Kulturkampf kehrt zurück Marek loužek Ist der Kulturkampf Bestandteil der Realität, oder handelt es sich hierbei um eine Fiktion? Befindet die Religion in den ewigen Jagdgründen, oder sind wir Zeugen eines Wiedererwachens des Glaubens? Wird im derzeitigen Wettstreit das Christentum, oder der Islam Oberhand gewinnen? Ist der Kampf zwischen den Christen und den Muslimen Schicksal, oder kann man ihm ausweichen? Der Begriff Kulturkampf ist im Umbruch zwischen dem 19.und dem 20.Jahrhundert als der Konflikt zwischen den Katholiken und den Protestanten ablief, bekannt geworden. Heutzutage bekommen die Kulturkämpfe jedoch eine andere Form. Der Harvard-Politologe Samuel Huntington hat in seinem Buch „The Clash of Civilizations“ (2011)1 den schicksalhaften Kampf zwischen den Weltzivilisationen beschrieben. Ihm zufolge spielen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die wichtigste Rolle nicht ideologische, politische oder wirtschaftliche Unterschiede, sondern kulturelle. Huntington analysiert das veränderliche Zivilisationsgleichweicht. Er sagt voraus, dass die westliche Macht in Anbetracht der weiteren Zivilisationen an Kraft verlieren wird, und nachdem der Westen seine Ausnahmeposition verloren haben wird, so wird sich der Löwenanteil seiner Macht auflösen, wobei sich der übriggebliebene Machtanteil zwischen einigen der wichtigsten Zivilisationen sowie deren zentralen Staaten verteilen wird. Beim Verfall des Westens handelt es sich um einen langwierigen Prozess. Der Aufstieg der westlichen Macht hat vier Jahrhunderte gedauert, ihr Verfall kann einen ebenso langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Nachdem die kommunistischen Regime fielen, schien es, die Ideologie des Westens habe Oberhand gewonnen, die liberale Demokratie habe eine universelle Gültigkeit. 2 Sowohl der Westen als auch die USA waren davon überzeugt, dass sich die anderen Völker den westlichen Werten— d.h. der Demokratie, der freien Marktwirtschaft, der eingeschränkten Macht einer Regierung, den Menschenrechten, dem Individualismus, dem Recht des Gesetzes anschließen und diese Werte in ihre Institutionen eingliedern sollten. Was der Westen als Universalismus wahrnimmt, kann jedoch der Rest der Welt als Imperialismus betrachten. 1 Samuel Huntington, The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, New York 2011. 2 Francis Fukuyama, The End of History and Last Man, London 2012. OPEN ACCESS 60 WISOHIM/ESHP 29 KULTURKAMPF Auf ähnliche Art und Weise hat der Soziologe James Davison Hunter aus Virginia in seinem Buch „Kulturkampf“ (1991)3 gezeigt, dass sich Amerika kürzlich nicht entlang politischer, sondern eher kultureller Linien spaltet. Der Streit um die Familie, um Ehen zwischen Homosexuellen, die Frage von Abtreibungen, die Stammzellenforschung, Klonen, muslimische Kopftücher sowie das Recht Scharia sind in der modernen Politik genauso wichtig wie der Streit um die Größe eines Staates, wobei sich die Religion im Zentrum dieser Debatten befindet. Früher betrachteten die Europäer die amerikanischen Kulturkämpfe mit Amüsement und Verachtung zugleich. Sie betrachteten sich als die rationaleren und skeptischeren. Heute diskutieren auch Europäer über den Ausdruck des Glaubens im öffentlichen Raum und über das Recht von Journalisten, Religionsminderheiten zu beleidigen. Wieder wird— und oftmals unheimlich vehement— über Fragen diskutiert, bei denen man lange davon ausging, sie seien bereits beantwortet worden. Grund dafür ist der Islam. 4 Der Islam ist ausreichend stark und eigenmächtig dafür, um etliche eigene Kulturkämpfe zu entwickeln. 5 Der Streit darüber, wer in der Lage dazu ist, die Trennlinie zwischen einer Moschee und dem Staat zu ziehen, imitiert die Kulturkriege, die in der christlichen Welt geführt worden sind. Der Islam sticht jedoch als eine Religion hervor, welche selbst die geringste Unterscheidung zwischen dem Glauben und dem, was weltlich ist, nicht zulässt. 6 Die weltweite muslimische Bevölkerung ist von 200 Millionen im Jahr 1900 auf die heutigen 1,5 Milliarden angestiegen, was einen deutlichen Anstieg darstellt, obwohl diese Religion bislang 500 Millionen weniger Anhänger hat als das Christentum. Das Christentum ist im Herzen Europas der christlichen Welt schwächer geworden, wohingegen der Islam im gesamten arabischen Raum an Kraft gewonnen hat. Gemäß einiger Experten wird der Islam seinen Konkurrenten im Jahr 2050 einholen und zur größten Weltreligion werden. Der Islam feiert bei dessen Verbreitung in der christlichen Welt größere Erfolge, als das Christentum bei dessen Verbreitung in der islamischen Welt. Muslimische Gemeinschaften sind in bedeutendem Maße konzentriert— in Amsterdam stellen sie ein Viertel der Bevölkerung dar, ein Fünftel in Marseille, 15 % in Paris, in Brüssel oder in Birmingham und über 10 % in London bzw. in Kopenhagen. Die Anzahl der in Großbritannien die Moscheen aufsuchenden Personen nähert sich der Anzahl der in anglikanische Kirchen gehenden Personen. 3 James Davison Hunter, Culture Wars: The Struggle to Define America, New York 1991. 4 Peter O’Brien, The Muslim question in Europe: Political Controversies and Public Philosophies, Philadelphia 2016. 5 Thilo Sarrazin, Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht, München 2018. 6 Michael Albert (ed.), Kulturdialog oder Kulturkampf? Islamische und westliche Werte im Gespräch, Flensburg 2006. OPEN ACCESS MarEk lOužEk 61 Der Islam verbreitet sich gegenwärtig sichtbar. Sofern sich die Anzahl der Muslime in den folgenden drei Jahrzehnten verdreifacht (so wie es dem während der vergangenen drei Jahrzehnte war), werden im Jahr 2040 25 % der Bewohner Frankreichs Muslime sein. In einigen europäischen Städten wiederum werden die Muslime eine Mehrheit darstellen. DER ISLAM ALS EINE ALTERNATIVE Die Redakteure des The Economist John Miclethwait und Adrian Wooldridge argumentieren in ihrem Buch „Gott kehrt zurück“ (2009), dass wir innerhalb der vergangenen Jahre ein globales Wiederbeleben des Glaubens erleben.7 Während im Mittelalter die wildesten Debatten über religiöse Aspekte stattfanden, hat die Neuzeit die Religion nach und nach ausgegrenzt. Heutzutage kehrt sie jedoch mit ungeahnter Kraft zurück. Die Weltansicht, so wie sie seitens westlicher Medien präsentiert wird, wirkt aus dem Blickwinkel traditioneller Gesellschaften beleidigend. Hollywoodfilme erwecken in besseren Fällen den Eindruck von Lobgesängen auf die Tugend der individuellen Freiheit, im schlechteren Falle erscheinen sie als eine Feier von Freuds losgerissenem Ego. Sie bilden die Sexualität der Frau ab und ebenso rohe Gewalt, welche in einigen traditionell Gläubigen tiefe geistliche Erschütterungen hervorrufen können.8 Der Islam stellt für viele ein Musterbeispiel der Antithese eines modernen Westens dar— hierarchisch, nicht gleichmacherisch, kommunal, nicht individualistisch, gläubig, nicht dekadent, nicht unpersönlich, diszipliniert, nicht ungezügelt. Es genügt, wenn man sich auf den richtigen Weg begibt— und die unbegrenzte Macht Gottes über seine eigene Seele sowie über das gesamte Leben der Gemeinschaft annimmt. 9 Viele Menschen in der arabischen Welt fühlen sich durch den Druck des voranschreitenden Kapitalismus weitaus mehr bedroht als die ursprünglichen europäischen Kolonisatoren und sie suchen Schutz unter den Fittichen religiöser Sicherheiten aus vergangenen Zeiten. Traditionalisten sehen die Schönheit des Islams darin, dass er ihnen nicht nur Schutz vor dem Ansturm des globalen Kapitalismus, sondern auch eine Quelle wilder Kritik von allem gewährt, was der kapitalistische Goliath repräsentiert. 10 Nach den Angriffen vom 11.September 2001 kehrte eine große Menge „auskurierter Sekularisten“ in die Obhut der Religion zurück und die Anzahl von Religionskursen an Universitäten nahm dramatisch zu.11 Dank der Al-Kaida kehrte sich das 7 John Micklethwait— Adrian Wooldridge, God is Back: How the Global Revival of Faith is Changing the World, New York 2009. 8 David Egli, Die Sexualität der Frau als Argument im Kulturkampf, München 2007. 9 J.Micklethwait— A.Wooldridge, God is Back…, pp.253–257. 10 Mustapha Kamal Pasha, Islam and International Relations. Fractured Worlds, London— New York 2017. 11 J.Micklethwait— A.Wooldridge, God is Back…, p.194. OPEN ACCESS 62 WISOHIM/ESHP 29 intellektuelle Interesse nicht nur dem Islam, sondern der Religion allgemein zu. Das Interesse für Religionen, welches früher ein Hobby des konservativen Teiles vom kulturellen Spektrum zu sein schien, wird heute zum gewöhnlichen Bestandteil intellektueller Diskussionen. 12 Die Muslime nehmen ihren Glauben als eine Antwort auf das schreckliche Getümmel des Lebens, auf das harte und ungehobelte Unheil wahr, welches aus Amerika zu ihren gelangt ist. Die Unsicherheiten, welche die Globalisierung mit sich bringt, rufen in ihnen das Bedürfnis hervor, innerhalb der Religion Schutz zu suchen. Muslimische Einwanderer sind ihrer Religion ergeben und stärken ihre kulturelle Identität. Etliche islamische Gemeinschaften bemühen sich darum, ein eigenes, paralleles Universum an Institutionen zu schaffen. EIN ZUSAMMENSTOSS IST NICHT UNAUSWEICHLICH Die europäischen Säkularisten haben sich Miclethwait und Wooldridge zufolge geirrt, als sie den Tod der Religion vorausgesagt haben.13 In einer grundlegenden Angelegenheit hatten sie jedoch Recht: die Religion kann für die Politik eine Gefahr darstellen. Im 17.Jahrhundert machte sich die Religion um das Entfachen des dreißigjährigen Krieges verdient. Nun scheint es als könnten wir am Rande eines weiteren solchen Krieges, in diesem Falle zwischen dem Islam und dem Christentum stehen. In Anbetracht der enormen Anzahl der von einer tatsächlichen Gefahr eines großen Zusammenstoßes der Zivilisationen überzeugten Menschen scheint es, als sein ein solcher Zusammenstoß unausweichlich. Was jedoch den Zusammenstoß des Christentums mit dem Islam betrifft, so ist nichts unausweichlich. Über den größten Teil des Mittelalters hinweg waren die muslimischen Länder toleranter als die christlichen: Juden und Christen ging es in muslimischen Ländern gut, wohingegen Muslime in christlichen Ländern verfolgt und massakriert wurden. Die Vorstellung, der Islam sei mit der modernen Welt unvereinbar, ist falsch.14 Die meisten Muslime leben in demokratischen Ländern— sei es Malaysia, Indien Indonesien oder die Türkei.15 Die islamische Welt setzt sich jedoch mit der Moderne langsamer auseinander, weshalb sie weit hinter der westlichen Welt liegt. Der Islam hat viel später als das Christentum begonnen, an der epochalen Religionsdiskussion teilzunehmen— beispielsweise an der Diskussion über das Verhältnis zwischen dem Glauben und der weltlichen Macht. Die Tatsache, dass der Islam in so viele Religionskriege verwickelt ist, scheint also kein Zufall zu sein. Der Islam hat ein größeres Problem mit der Konzeption, welche den Drehund Angelpunkt der westlichen Moderne darstellt, als das Christentum— mit der Kon12 Florian Schaurer, Europas Götterdämmerung: von der Re-Sakralisierung politischer Kultur, Marburg 2007. 13 John Micklethwait— Adrian Wooldridge, God is Back…, p.9. 14 Ibid., p.282. 15 Rainer Hermann, Islam und Demokratie: Offen für jedes politische System, Frankfurter Allgemeine Zeitung 28/4/2016. OPEN ACCESS MarEk lOužEk 63 zeption des individuellen Gewissens. Der Islam betont die „gleichwertig Ergebenheit“ aller Gläubigen Allah gegenüber, wohingegen im Christentum— zumindest im modernen Zeitalter— die „gleichwertige Freiheit“ der Gläubigen gegenüber dem christlichen Gott betont wird. 16 Der Soziologe Max Weber hat aufgezeigt, dass der Ursprung des Protestantismus mit dessen Betonung auf dem individuellen Gewissen der Entfaltung des politischen Pluralismus geholfen hat und letzten Endes auch dem Wirtschaftswachstum in Westund Nordeuropa. In den meisten Ländern der modernen Welt ging es dabei um die Einführung der freien Wahl einer Religion, die vor der Einführung der Demokratie erfolgte.17 Den Lackmustest des Pluralismus stellt die Konversion dar— der Übergang zum zu Glauben, die Freiheit, sich dem Glauben anzuschließen, oder diesen zu verlassen. Muslime sind jedoch durch die Konversion beunruhigt, oder sind generell dagegen. Etliche Muslime sind sogar der Ansicht, dass das Verlassen des Glaubens— wenn man also zum Abtrünnigen wird— mindestens eine Todsünde oder gar ein Verbrechen darstellt, welches bestraft werden sollte. Zumindest ein Teil des Radikalismus hat seinen Ursprung im Islam. Hisbollah betrachtet sich selbst als „Gottesarmee“. Selbstmordattentäter geben oft Erklärungen ab, sie handelten auf der Basis ihrer religiösen Überzeugung. Usama bin Ladin hat den Krieg im Namen des Islam begonnen. Muslimische Fanatiker beteiligten sich an den Bombenanschlägen in London, Madrid und Paris.18 WIEDERBELEBEN DES GLAUBENS Es ist nicht möglich, die heutigen internationalen Beziehungen gemäß Micklethwait und Wooldridge zu bewerten, sofern wir die Glaubensangelegenheiten nicht in Betracht ziehen. 19 Die Terroranschläge vom 11.September 2001 stellen einen Bestandteil der Glaubenskrieges dar. Die Entführer haben sich auf die Schlacht mittels komplizierter Religionsrituale vorbereitet und liefen mit den Worten „Allah ist groß!“ in den Tod, wobei sie ihren Akt als Glaubensakt betrachteten. Seither haben sich muslimische Fanatiker in Namen der Religion am Begehen der schlimmsten gewaltsamen Straftaten beteiligt, mitsamt der Bombenangriffe in London, Madrid und Paris. Durch das Wiederbeleben des Glaubens hat sich Micklethwait und Wooldridge zufolge die Zahl derjenigen, die bereit sind, wegen des Glaubens zu töten und zu sterben, multipliziert.20 Das 20.Jahrhundert hat jedoch gezeigt, dass die Menschheit, selbst wenn sie Gott nicht mit ins Spiel zieht, Gründe für eine Genozide oder Brutalität findet. Die größten Massenmorde der vergangenen Jahrzehnte— in Kambodscha, im Kongo oder in Ruanda— waren überwiegend säkularen Charakters. Viele 16 Bernard Lewis, Islam and the West, New York— Oxford 1993. 17 Max Weber, Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus, Stuttgart 2017. 18 J.Micklethwait— A., God is Back, p.285. 19 Ibid., p.299. 20 Ibid., p.309. OPEN ACCESS 64 WISOHIM/ESHP 29 Religionskriege würden stattfinden, auch wenn der Mensch Gott nicht hineinziehen würde. Mittelalterliche und neuzeitliche Glaubenskriege bedeuteten ebenfalls Blutvergießen, dank dem Westfälischen Frieden hat jedoch Europa das schlimmste hinter sich.21 Der dreißigjährige Krieg, welcher dem Frieden vorausging, verursachte eine unglaubliche Verwüstung, Katholiken und Protestanten metzelten sich regelrecht zu Millionen nieder. Der Frieden legte den Grundstein für ein modernes Staatensystem dadurch, indem er es jedem Herrschenden ermöglichte selbst zu bestimmen, wie auf seinem Territorium Gott geehrt wird. Viele religiös ausgerichtete Menschen im Westen betrachten die Religion nicht als den Feind des Kapitalismus, sondern eher als dessen notwendiges Gegengewicht. Der Kapitalismus ist offensichtlich die erfolgreichste Maschine zur Herstellung von Reichtum, welche der Mensch je erfunden hat. Er kann sich jedoch auch selbstdestruktiv benehmen— zu einem abgeschmackten Konsumismus führen, traditionelle Werte zersetzen, er ist der persönlichen Enthaltsamkeit nicht zugeneigt. Die Religion bringt eine Art und Weise, wie man sich der Früchte des Kapitalismus erfreuen und vor dessen Übel schützen kann.22 Die Religion ist durch die Moderne bei weitem nicht aufs Abstellgleich geschoben worden, sondern sie gedeiht ungeahnt gut, denn sie bietet Lösungen für etliche Probleme der modernen Welt. In der Umgebung des Wettbewerbs ist der Glauben zu einem nützlichen (wenn auch selbstverständlich nicht zum unabdingbaren) Attribut erfolgreicher Personen geworden. Die Religion ist auch für die unteren Schichten der gesellschaftlichen Ordnung nützlich, weil sie denjenigen Unterstützung und Trost spendet, die sich unter den Bedingungen des globalen Kapitalismus verloren oder nicht verankert fühlen. Der Glauben wirkt wie ein Zufluchtsort vor einem Sturm. Die Religion bietet Schutz— ist in der Lage dazu, den Menschen dann Sinn zu geben, wenn ihnen ihr Leben zwecklos erscheint, und ermöglicht es ihnen, in einer Gesellschaft zu leben, wenn sie die Gesellschaft vermissen. Die Religion ist vieles mehr als nur eine sich auf den Glauben stützende Sozialarbeit. Sie stellt eine umfassende Problemlösung sowohl praktischer als auch psychologischer Art dar. Der derzeitige Zusammenstoß auf nationaler sowie internationaler Ebene hat kulturellen Ursprung. Zu den Hauptursachen der jetzigen Religionskriege gehört ein harter Kampf zwischen dem Christentum und dem Islam darum, neue Schäfchen zu finden. Die Religion kann nützlich sein, denn sie stützt die gesellschaftliche Stabilität. Sie kann jedoch auch für Kriege missbraucht werden, die schon lange vergessen schienen. 21 Heinz-Dieter Heimann, Von der Reformation bis zum Kulturkampf, Paderborn 2019. 22 J.Micklethwait— A.Wooldridge, God is Back…, p.251. OPEN ACCESS