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An unsere Leser

Die Herausgeber

Abstract

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An unsere Leser Mit dem vorliegenden Heft wird der im letzten Jahrgang eingeleitete Verlagswechsel abgeschlossen: die brücken werden von nun an vom Verlag der Philosophischen Fa‑ kultät der Karls ‑Universität herausgegeben und vertrieben. Wir freuen uns über die unserer Zeitschrift damit gewährte Unterstützung und hoffen, dass sie auch künftig ein lebhaftes Interesse seitens der germanistisch sowie germanobohemistisch in‑ teressierten Leser und Beiträger genießen wird. Informationen über die aktuellen Abonnementsbedingungen finden Sie am Schluss dieses Hefts. Thematisch knüpft dieses Heft an die vorige Nummer an und führt den Schwer‑ punkt „Populärkulturen im interkulturellen Kontext“ mit einigen wissenschaftli‑ chen Beiträgen und Berichten fort; auch die hier enthaltenen Studien gehen auf die interdisziplinäre Tagung Populärkulturen im interkulturellen Kontext– am Beispiel der deutsch ‑tschechischen Wechselbeziehungen zurück, die vom 27. bis 29. Juni 2019 an der Philosophischen Fakultät der Karls‑Universität in Prag stattfand. Im eröffnenden Beitrag konzentriert sich Irina Wutsdorff auf die Metapher und Denkfigur des Akrobaten und Zirkuskünstlers– als populärkulturelle Figuren par excellence– in den Texten von Franz Kafka und Richard Weiner. Besondere Aufmerk‑ samkeit schenkt sie dabei der Relevanz dieser Figur in den Reflexionen beider Autoren über ihr Leben und Schreiben. Es folgen drei Beiträge zur Literatur in populärkultu‑ rellen Zusammenhängen des 19. Jahrhunderts. Jindřich Toman untersucht eine Reihe tschechischer und deutscher Texte, deren Handlung auf transgressiven Romanzen zwischen Juden und Nichtjuden aufgebaut ist. Diese Texte, die in der Regel auf Aus‑ schluss der Juden aus der nichtjüdischen Gesellschaft hinauslaufen, arrangieren die grenzüberschreitenden Liebesbeziehungen häufig als schockierendes und gleich‑ zeitig unterhaltsames Sujet. Ladislav Futtera befasst sich in seiner Studie mit der Rezeption der berühmten Märchensammlung von Johann Karl August Musäus in den böhmischen Ländern, insbesondere in Bezug auf die böhmischen Stoffe Libussa und Rübezahl– und führt vor, unter welchen Bedingungen und wie in der Rezeption die Grenzen zwischen hoher und trivialer Kultur sowie auch zwischen der deutsch‑ und tschechischsprachigen Kultur überschritten werden. Die vierte Studie von Štěpán Zbytovský zeigt, wie das Konzept der Unterhaltungslektüre in der Prager Zeitschrift Bild und Leben immanent definiert und umgesetzt wurde, und in welchen Relationen die unterhaltenden und die theater‑ und gesellschaftskritischen Aspekte der Zeit‑ schrift vor und um 1848 standen. Auf den Themenschwerpunkt Populärkulturen bezieht sich ebenfalls ein umfassender Bericht von Markus Grill zu seinem Projekt über das Phänomen der Wiener Kaffeehauskultur aus einer gedächtnistheoretisch geprägten Perspektive– und deutet gleichzeitig an, dass der im vorigen und aktuellen Heft der brücken behandelte Themenkomplex nicht nur in der germanobohemistischen Forschung, sondern auch in der auf breitere mitteleuropäische Zusammenhänge orientierten Kulturwissenschaft keineswegs erschöpfend aufgearbeitet ist. Die Herausgeber, Prag/Weimar im Juli 2020