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»Agrarreform in der Luft.«

Abstract

7 Einleitung, 7 7 Spurensuche – ein Radiomanuskript von 1985 9 Forschungsfrage 11 Forschungsdesign und Methodik 15 Aufbau der Arbeit 19 1. Zu den Konzepten 19 1.1 Medium, Mediationen, Radio 25 1.2 Legitimation als tanzbare politische Melodie 29 1.3 Regulierungen statt Regulierung 33 2. Radio in Brasilien – Versuch eines Mappings 33 2.1 Narrative 34 2.1.1 Ursprünge 34 2.1.1.1 Höllenmaschinen und Modernisierungsapparate 39 2.1.1.2 Agrarreform in der Luft 45 2.1.1.3 Theoriebaukasten I - Von der Askription zur Inskription 45 2.1.2 Kategorien 47 2.1.2.1 Technische Kategorien 50 2.1.2.2 Legale Kategorien 55 2.1.2.3 Normative Kategorien 61 2.1.2.4 Theoriebaukasten II – Black Boxes und Makroakteur_innen 62 2.1.3 Entitäten 63 2.1.3.1 Radiomacher_innen 65 2.1.3.2 Hörer_innen 67 2.1.3.3 Nichtmenschliche Akteur_innen 70 2.1.3.4 Vermittelnde Akteur_innen und Netzwerke 75 2.1.3.5 Verbände und Fürsprecher_innen 78 2.1.3.6 Theoriebaukasten III – Akteur_innen und Infrareflexivität 80 2.2 Medienmachen 81 2.2.1 Grenzen 81 2.2.1.1 Epochen 84 2.2.1.2 Einzelmedien 87 2.2.1.3 Theoriebaukasten IV – Einzelmedien und Agenturen 89 2.2.2 Die Trajekte des Einzelmediums Radio 90 2.2.2.1 Technikhistorische Meilensteine 94 2.2.2.2 Technologisches Drama I: Modernisierung 98 2.2.2.3 Technologisches Drama II: Der Aufstieg von Rede Globo 103 2.2.2.4 Theoriebaukasten V – Von Papiermaschinen zu Skripten 106 2.3 Regulierungen 106 2.3.1 Verfassungen, Gesetze, Normen, Dekrete - und ihre Anwendung 113 2.3.2 Versteckte Regulierungen 116 2.3.3 Theoriebaukasten VI – Handlungsprogramme und Übersetzungen 119 2.4 Zwischenfazit I – die Wiederzusammensetzung von Radio 122 3. Inskriptionen Freier und Community Radios 122 3.1 Selektion der network builders 124 3.2 Positionen 124 3.2.1 Retrospektiven und normative Radiomodelle 129 3.2.2 Bestandsaufnahmen 133 3.2.3 Perspektiven 138 3.3 Montagen 138 3.3.1 Signalerzeugung – komplizierte Beziehungen 138 3.3.1.1 Menschliche Akteur_innen 141 3.3.1.2 Nicht-menschliche Akteur_innen 147 3.3.1.3 Hybride Akteur_innen 153 3.3.2 Synchronisierung – komplexe Beziehungen 153 3.3.2.1 Inskripteur_innen 155 3.3.2.2 Hörer_innen als Community 157 3.3.2.3 Kommerzielle und öffentliche Radios 159 3.3.2.4 Weitere komplexe Akteur_innen 166 3.3.3 Anleitungen - Handlungspotentiale 169 3.4 Mediationen 170 3.4.1 Erwünschte Vermittlungen 174 3.4.2 Unerwünschte Vermittlungen 177 3.4.3 Annäherungen an das Gemeinwohl 178 3.5 Mobilisierungen 178 3.5.1 Handlungsprinzipien 183 3.5.2 Arbeitsfelder 196 3.5.3 Ausgeschlossene Mobilisierungen 199 3.6 Zwischenfazit II – Radio als zirkulierende Referenz 204 4. Radiokollektive 204 4.1 Noch ein Radiomanuskript – Spurenlesen im Forschungstagebuch 209 4.2 Freie Radios auf dem Unicampus 231 4.3 Freie Radios in Kulturzentren und besetzten Fabriken 247 4.4 Community Radios ohne Genehmigung 266 4.5 Community Radios mit Genehmigung 298 4.6 Zwischenfazit III – Skriptswitching & Skriptmixing 293 Konklusion – Détournements, mediale Räume und trading zones 293 Legitimationskonzepte zwischen Ethno- und Beobachter_innentheorie 300 Mediale Räume und trading zones 306 Endnoten 306 Endnoten – Einleitung 307 Endnoten – Kapitel 1 311 Endnoten – Kapitel 2 334 Endnoten – Kapitel 3 354 Endnoten – Kapitel 4 386 Endnoten – Konklusion 388 Bibliographie 399 Appendizes 399 Interview-Fragebögen 402 Abkürzungen und Erklärungen zu Akteur_innen 404 Geführte Interviews 406 Abstract 407 Zusammenfassung 409 Danksagung

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»Agrarreform in der Luft.«

Author: Brock, Nils
Year: 2015
DOI: http://dx.doi.org/10.17169/refubium-6269
Source: https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/fub188/2067/1/DISS_BROCK_Agrarreform_in_der_Luft.pdf
Nils B ock
»Ag a e o m in de Lu .«
Eine mediene hnog aphische Un e suchung zu
Legi imie ung unabhängige Radios in B asilien.
Dok o a bei / Disse a ion
Geis eswissenscha
Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek:
Die Deu sche Biblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ional-
bibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne übe h p://dnb.d-
nb.de/ ab u ba .
Dieses We k sowie alle da in en hal enen einzelnen Bei äge und Abbildungen
sind u hebe ech lich geschü z . Jede Ve we ung, die nich ausd ücklich om
U hebe ech sschu z zugelassen is , beda de o he igen Zus immung des Ve la-
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Mik o e ilmungen, Auswe ungen du ch Da enbanken und ü die Einspeiche ung
und Ve a bei ung in elek onische Sys eme. Alle Rech e, auch die des auszugsweisen
Nachd ucks, de o omechanischen Wiede gabe (einschließlich Mik okopie) sowie
de Auswe ung du ch Da enbanken ode ähnliche Ein ich ungen, o behal en.
Imp essum:
Copy igh © 2015 GRIN Ve lag, Open Publishing GmbH
ISBN: 9783668395909
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Nils B ock
»Ag a e o m in de Lu .«
Eine mediene hnog aphische Un e suchung zu Legi imie ung unabhängi-
ge Radios in B asilien.
GRIN Ve lag
GRIN - You knowledge has alue
De GRIN Ve lag publizie sei 1998 wissenscha liche A bei en on S uden en,
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Inaugu al-Disse a ion
zu E langung des akademischen G ades des Dok o s de Philosophie
am Fachbe eich ü Poli ik- und Sozialwissenscha en de F eien Uni e si ä Be lin
»Ag a e o m in de Lu .«
Eine mediene hnog aphische Un e suchung zu Legi imie ung
unabhängige Radios in B asilien.
o geleg on Nils B ock
E s gu ach e in: P o . D . Ma ianne B aig
Zwei gu ach e : P o . D . Ma kus-Michael Mülle
Ve eidigung de Disse a ion: 15.10.2015
Ti elbild: Rep oduk ion eines S icke s on Rádio Muda
INHALT
Einlei ung 7
Spu ensuche – ein Radiomanusk ip on 1985 7
Fo schungs age 9
Fo schungsdesign und Me hodik 11
Au bau de A bei 15
1 Zu den Konzep en 19
1.1 Medium, Media ionen, Radio 19
1.2 Legi ima ion als anzba e poli ische Melodie 25
1.3 Regulie ungen s a Regulie ung 29
2 Radio in B asilien – Ve such eines Mappings 33
2.1 Na a i e 33
2.1.1 U sp ünge 34
2.1.1.1 Höllenmaschinen und Mode nisie ungsappa a e 34
2.1.1.2 Ag a e o m in de Lu 39
2.1.1.3 Theo iebaukas en I - Von de Ask ip ion zu Insk ip ion 45
2.1.2 Ka ego ien 46
2.1.2.1 Technische Ka ego ien 47
2.1.2.2 Legale Ka ego ien 50
2.1.2.3 No ma i e Ka ego ien 55
2.1.2.4 Theo iebaukas en II – Black Boxes und Mak oak eu _innen 61
2.1.3 En i ä en 62
2.1.3.1 Radiomache _innen 63
2.1.3.2 Hö e _innen 65
2.1.3.3 Nich menschliche Ak eu _innen 67
2.1.3.4 Ve mi elnde Ak eu _innen und Ne zwe ke 70
2.1.3.5 Ve bände und Fü sp eche _innen 75
2.1.3.6 Theo iebaukas en III – Ak eu _innen und In a e lexi i ä 78
2.2 Medienmachen 80
2.2.1 G enzen 81
2.2.1.1 Epochen 81
2.2.1.2 Einzelmedien 84
2.2.1.3 Theo iebaukas en IV – Einzelmedien und Agen u en 87
2.2.2 Die T ajek e des Einzelmediums Radio 89
2.2.2.1 Technikhis o ische Meilens eine 90
2.2.2.2 Technologisches D ama I: Mode nisie ung 94
2.2.2.3 Technologisches D ama II: De Au s ieg on Rede Globo 98
2.2.2.4 Theo iebaukas en V – Von Papie maschinen zu Sk ip en 103
2.3 Regulie ungen 106
2.3.1 Ve assungen, Gese ze, No men, Dek e e - und ih e Anwendung 106
2.3.2 Ve s eck e Regulie ungen 113
2.3.3 Theo iebaukas en VI – Handlungsp og amme und Übe se zungen 116
2.4 Zwischen azi I – die Wiede zusammense zung on Radio 119
3 Insk ip ionen F eie und Communi y Radios 122
3.1 Selek ion de ne wo k builde s 122
3.2 Posi ionen 124
3.2.1 Re ospek i en und no ma i e Radiomodelle 124
3.2.2 Bes andsau nahmen 129
3.2.3 Pe spek i en 133
3.3 Mon agen 138
3.3.1 Signale zeugung – komplizie e Beziehungen 138
3.3.1.1 Menschliche Ak eu _innen 138
3.3.1.2 Nich -menschliche Ak eu _innen 141
3.3.1.3 Hyb ide Ak eu _innen 147
3.3.2 Synch onisie ung – komplexe Beziehungen 153
3.3.2.1 Insk ip eu _innen 153
3.3.2.2 Hö e _innen als Communi y 155
3.3.2.3 Komme zielle und ö en liche Radios 157
3.3.2.4 Wei e e komplexe Ak eu _innen 159
3.3.3 Anlei ungen - Handlungspo en iale 166
3.4 Media ionen 169
3.4.1 E wünsch e Ve mi lungen 170
3.4.2 Une wünsch e Ve mi lungen 174
3.4.3 Annähe ungen an das Gemeinwohl 177
3.5 Mobilisie ungen 178
3.5.1 Handlungsp inzipien 178
Einlei ung | 11
Ein Radio kann als »Papie maschine«, also als ein sch i lich ode ande wei ig ixie es
Konzep , noch so ge ech e ig sein, ob und wie es ihm geling , sich auch en sp echend eine
spezi ischen Ane kennungswü digkei zu s abilisie en, is eine ande e F age. Und ich e mu e,
dass ge ade die Suche nach empi ischen An wo en, gesellscha liche Aushandlungsp ozesse
sich ba machen wi d, die übe die bekann en und sich ba en P ämissen medienpoli ische
Deba en hinausgehen. Die o liegende A bei is also da an in e essie he auszu inden, wie
sich die unabhängigen Radios B asiliens bei ih em Medienmachen im elek omagne ischen
Spek um in de Zei legi imie en.
Fo schungsdesign und Me hodik
De e hnog aphische Ansa z meines ex uellen Expe imen s ope a ionalisie im Wesen lichen
zwei P ämissen. Zunächs soll Legi ima ion nich allein Gegens and eine no ma i en Deba e
bleiben, sonde n zugleich au einen b ei e en gesellscha lichen Aushandlungsp ozess
bezogen we den. Da an gekoppel is be ei s eine zwei e wich ige Vo annahme: kein Konzep
is in seine De ini ion allein den Fo schenden und Beobach enden o behal en. Ge ade im
Fall unabhängige Radios wä e es a al, die beg i liche A bei de Medienmachenden zu
übe gehen ode hie a chisch eine akademischen Beobach e _innenebene un e zuo dnen.21
Vielmeh bin ich da an in e essie au den olgenden Sei en eine » ading zone« zu scha en,
in de konku ie ende Posi ionen au einande e en, ohne diese be ei s im Vo eld in ih e
We igkei zu o dnen.22
Dies bedeu e ü das Fo schungsdesign, on Beginn an mi sensibilisie enden Konzep en23 zu
a bei en, hie e s anden als o ene Te minologien, welche an eilig zwischen he e ogenen
Ak eu _innen gebilde we den. Unabhängiges Radio und Legi ima ion sind dabei die zwei
he aus agenden abe nich die einzigen wei e zu üllenden Ka ego ien. Implizi e schieb sich
somi auch de e kenn nis heo e ische Fokus de sensibilisie enden Beg i lichkei en. Da sie
selbs Aushandlungen un e liegen und als Konsens zwischen un e schiedlichen Ak eu _innen
s abilisie we den, a i mie en sie endenziell auch wenige es e Zus ände und zen ale
Handlungs äge _innen als dis ibuie e P ozesse.24 Eine solche beg i liche Re lexi i ä
zeichne neben dem Radiomedium auch das Ve s ändnis on Legi ima ion aus, das
epis emologisch keinen Zus and (z.B. He scha ) bezeichne sonde n einen Vo gang sich
e ände nde und konku ie ende Legi ima ions o de ungen un e Be eiligung
un e schiedliche »sou ces o legi ima ion«.25 Solche sensibilisie enden Konzep e e ozie en
po en iell eine pa izipa i e Beg i sbildung und hel en zugleich dabei, die un e schiedlichen
Posi ionen in ein Ve häl nis zu se zen.
Die Fo schungs age au diese Weise zu ope a ionalisie en schläg sich auch au die
Bes immung des Mediums niede . Die mediene hnog aphische Annähe ung is dabei
besonde s da an in e essie , die Kons i u ion mediale Ensembles in den Blick zu nehmen.

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 12
Denn wenn das legi imie e Medienmachen unabhängige Radios sich nich in no ma i en
Modellen e schöp , e iel äl ig sich die Zahl ele an e Ak eu _innen apide. Was und we
machen ein Radio im Einzelnen pa izipa i , ho izon al und unpa eiisch ode eben ge ade
nich ? Und was bedeu en diese A ibu e im Einzelnen? Au diese F agen gib es keine
uni e sellen und abschließenden An wo en. Vielmeh komm eine di e enzie e
Auseinande se zung mi dem Radiomedium nich umhin, eine Ve iel äl igung seine
Rep äsen a ionen in Kau zu nehmen. Meh noch, ge ade aus de Analyse diese
konku ie enden Radio e e enzen zieh die A bei ih analy isches Po en ial, um de
Legi ima ion unabhängige Radios au die Spu zu kommen.
Als Spu ensuche läss sich auch das sample, also die beg ünde e Auswahl de on mi
un e such en Ak eu _innen, besch eiben. Ausgehend on meinen Vo eche chen habe ich
sowohl das o genommene mapping de ele an en Li e a u , als auch die
Feld o schungsau en hal e in einem s ändigen Dialog mi den ne wo k builde s und
Machenden unabhängige Radios geplan . Als Beobach ende habe ich mich zu Eing enzung
diese Begegnungen an olgenden P ämissen o ien ie : Bei de Un e scheidung spezi ische
mediale Sk ip e und ih e Au o _innen, wa es mi wich ig neben den s aa lichen ne wo k
builde s (Gese ze, Kommunika ionsminis e ium, Regulie ende) auch alle landeswei
ope ie enden und eine Auswahl egionale Radio e bände in die S udie einzubeziehen, da
ge ade sie ö en lich wah nehmba e Vo s ellungen unabhängigen Radiomachens a ikulie en.26
Was die Auswahl de im Rahmen eine Einzel allanalyse besuch en Radiokollek i e angeh ,
habe ich ü den e s en Feld o schungsau en hal zunächs die beiden Bundess aa en
ausgewähl , in denen die Konzen a ion komme zielle Radiomedien am höchs en is (São
Paulo, Rio de Janei o), in de Annahme, dass do auch de Kamp um F equenzen seh
in ensi seien müsse. Als kon as ie ende Fälle ü den zwei en Au en hal im Feld habe ich
anschließend, im Aus ausch mi Ak eu _innen, die no dös lichen Bundess aa en Cea á und
Pe nambuco bes imm , da hie die Konzen a ion komme zielle Radiosende ela i nied ig is .
Schließlich habe ich in diesen Bundess aa en Sende paa e hinsich lich des K i e iums
ausgewähl , dass diese äumlich bzw. konzep uell in ähnlichen Si ua ionen ope ie en.27 Nach
dem Besuch on übe 30 Sende n in ensi ie e ich die Beobach ungen und In e iews
schließlich in 17 Sende n, die ich ü die e gleichende Analyse in ie Ka ego ien gebündel
habe ( gl. Kap.4).28
Eine solche Be ach ung au me hodische Ebene du chzuhal en s eh jedoch o de
s ändigen He aus o de ung neben de Auswahl de un e such en Ak eu _innen auch ih e
dis ibuie e on ologische O dnung de Dinge und die einzelnen empi ischen Zugänge de
Be ach ung plausibel und anspa en zu machen. E üllen läss sich diese Ansp uch im
Rahmen de Ak eu _innen-Ne zwe k heo ie (im Folgenden ANT), die da ü sowohl heo e isch
als auch me hodisch iele Baus eine lie e .29 »Kompa ibel« is zunächs de da in angeleg
Ansp uch, o gängigen P ämissen eine adikale Absage zu e eilen, und au analy ische
Einlei ung | 13
Ebene nu mi in alinguis ischen Beg i en zu a bei en. S a dessen schläg ANT lei mo i isch
o , den Ak eu _innen bei de En al ung soziale Beziehungen zu olgen. Anges eb wi d
dabei keine um assende sonde n eine pe spek i ische Ausdeu ung gesellscha liche
P ozesse – wie im o liegenden Fall eben mediale Legi ima ion. Dabei kommen ih e
analy ischen ools auch dem In e esse en gegen, die po en ielle Viel al mediale En i ä en
e assen zu können, die an ih e Realisa ion be eilig sind. Elemen e, die in ande en S udien
au de Ebene on Objek en, In as uk u ode We kzeugen abgeleg we den, e ah en im
Rahmen on ANT-S udien eine Au we ung zu po en iell ak i en, sozialen und poli ischen
Ve mi le n_innen.30 Eine An enne is beispielsweise in so e n auch eine ak i e Ak eu in, als
dass sie ande e Ak eu _innen eines adialen Ensembles dazu be ähig e was zu un.31 Ih
Rolle is dabei ( o z gleichbleibende echnische Eigenscha en) im Ve häl nis zu wei e en
Ak eu _innen nie die gleiche, ih e und die Be eiligung wei e e Elemen e an einem legi imen
Radiomachen nich allgemein zu bean wo en, sonde n im Rahmen dich e Besch eibungen zu
suchen.32
Solche lei Besch eibungen we den pe spek i isch im Rahmen on Sk ip en ekons uie , das
heiß sozialen Handlungsp og ammen und Übe se zungske en, welche Ak eu _innen-
Ne zwe ke dimensionie en. E kenn nis heo e isch un e scheiden ANT-S udien dabei ie
Momen e, welche dabei hel en, die e ne z en Ak eu _innenkons uk ionen in ih e
Realisie ung on eine hypo he ischen bis zu eine all äglichen S abilisie ung zu
dokumen ie en.33 Die eine solchen Analyse zug unde liegende Vo s ellung soziale
Wi klichkei läss sich eben alls in ie Phasen ausd ücken und besch eib einen P ozess, bei
dem als Reak ion au eine spezi ische K ise sogenann e ne wo k builde s34 ein mögliches
Ak eu _innenne zwe k e anschlagen, das eine möglichs g oße Anhänge _innenscha
he e ogene En i ä en ek u ie en und daue ha mobilisie en soll. Sowohl die zu
un e suchende soziale Wi klichkei als auch das Fo schungsdesign we den also als
Ak eu innen_ne zwe ke konzipie , sie allen jedoch nich zusammen, um au ologische
Schlüsse zu e meiden. Das Fo schungsdesign en wickel lediglich eine on unzähligen
pe spek i ischen Besch eibungen, es s eck ein Expe imen ab, dessen Gelingen an angs
ungewiss bleiben muss. Das olgende, ex uell au gea bei e e Expe imen 35 is im Besonde en
da an in e essie nachzuweisen, dass es möglich is , die poli ische Rele anz unabhängige
Radios pe spek i isch en lang ih e Legi ima ionen als Medien zu en al en. Denn ih e adialen
Kons uk ionen leis en einen spezi ischen Be ag zu poli ischen Ausdeu ung des Rech s au
Kommunika ion bzw. Meinungs eihei .
Im Einzelnen e olg meine Fo schung dabei d ei lei ende Ziele. (1) Das e s e e knüp den
mediene hnog aphischen Blick au die unabhängigen Radios B asiliens mi dem In e esse,
ih e poli ische Bedeu ung in de gesellscha lichen Aushandlung on Medien zu suchen. Die
häu ig o genommene Dokumen a ion de on »al e na i en Medien« anspo ie en
spezi ischen In o ma ion (z.B. Gegenin o ma ionen) ode da an geknüp e poli ische
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 14
P ämissen be eilig e Ak eu _innen (z.B. gegenhegemoniale Mediena bei ) is dabei nich
unwich ig, jedoch nich aus eichend, um die oben au gewo ene F age bean wo en zu
können, wie unabhängige Radios ande e Ak eu _innen be ähigen poli isch zu handeln bzw.
Handlungs äume scha en.36 Dabei geh es mi auch da um, eine implizi e Übe a i ma ion mi
unabhängigen Radios zu e meiden und wide sp üchliche Handlungsp og amme sowie
in e ne Kon lik e um Selbs legi ima ion bzw. Delegi ima ion nich auszublenden sonde n
analy isch nu zba zu machen.
(2) Ein zwei es Ziel de A bei , bes eh da in, ein k i isches Ko ek i zu
Fo schungspe spek i e de Medien- und Rund unk egulie ung zu lie e n. Denn de
E klä ungsho izon uni e selle und s uk u elle Regulie ungskonzep e besch änk sich
zumeis au o melle und sich ba e P ak iken. In de Folge we den e schiedene Ak eu _innen,
wie zum Beispiel s aa liche Regulie ungsbehö den abe auch Handlungsp og amme wie die
Konzessionie ung on Radios na u alisie . Das heiß , inne halb eines s a en analy ischen
Regulie ungs ahmens is ein abweichendes Medienmachen imme nu bis an jenen Punk
denkba , de nie die Legi ima ion de Regulie ung selbs be i . Da übe hinaus bleiben auch
Regeln au de nich - o mal ech lichen Ebene, wie beispielsweise die mediale Selbs zensu
ode -disziplinie ung unbeach e beziehungsweise we den nich als Teil gesellscha liche
Regulie ungen hema isie . Unabhängiges Radiomachen wi d aus diese Pe spek i e deshalb
meis als ein spezi isches P oblem eld s aa liche Rund unk egulie ung wah genommen. In de
o liegenden A bei wi d dagegen ebenso de p oblema ische Ansp uch on S aa en, Medien
zu o dnen, no mie en und egulie en hin e ag .
(3) Das d i e und mi am wich igs en e scheinende Ziel is jedoch einen Bei ag zu ak uellen
Deba e in B asilien zu leis en, die um die gesellscha liche Ane kennung un e schiedliche
Radio o ma e k eis . Rele an e schein mi dabei zum einen, empi isch den Blick au die
iel äl igen adialen A ikula ionen zu e wei e n und somi auch das eingeüb e Op e -Tä e -
Schema au zub echen inne halb dessen unabhängige Radios gemeinhin s aa lichen und
komme ziellen Medien gegenübe ges ell we den. Eine k i ische Re ision de konku ie enden
adialen Legi ima ionen is umso d ingliche , als dass pe P äsidialdek e im Jah 2010 eine
g undsä zliche Neuo dnung de b asilianischen Rahmengese zgebung ü elek onische
Medien eingelei e wu de. Die dabei auch zu Deba e s ehende Digi alisie ung des
Radiospek ums wi d den anhal enden Kon lik de F equenznu zung nich en schä en.
Dagegen deu e ieles da au hin, dass sich die Kons ella ionen legi imen Radiomachens
e schieben, beziehungsweise zuguns en eine demok a ische en Nu zung in Bewegung
geb ach we den können. Wich ig is es, dabei möglichs iele am Radiomachen be eilig en
En i ä en in den Blick zu nehmen. Und die in diese A bei ü unabhängige Radios
o genommene Dokumen a ion zeichne dabei äuße s ak uelle und dynamische
Medienkon igu a ionen nach, die ü die medienpoli ischen Kon o e sen B asiliens und
La einame ikas on Bedeu ung sind. Siche lich wi d die o liegende A bei nich all die
Einlei ung | 15
„ ausenden Gesich e “ Alices po ä ie en können, au denen be ei s p ak ische Vo schläge in
diese Rich ung e kennba sind. Abe sie wi d zumindes einige Phan ombilde zeichnen,
welche dabei hel en, unabhängiges Radiomachen in seinem poli ischen We den besse zu
e s ehen.
Au bau de A bei
Die Analyse unabhängige Radios in ih e Legi ima ion als Medien gemeinsam mi den
be eilig en Ak eu _innen zu en wickeln heiß zunächs , sich auch als Fo schende anspa en
im Fo schungsdesign zu posi ionie en. Diesem Ansp uch komme ich nach, in dem ich im
olgenden 1. Kapi el einige ü die A bei e bindliche in alinguis ische Konzep e besch eibe.
Gemein sind dami b ei e, ela ionale De ini ionen on Beg i en, welche es e lauben, die
Posi ionen alle an de Analyse be eilig en Ak eu _innen in ein Ve häl nis zu se zen. Fü die
Be ach ung mediale Legi ima ion is es dabei zunächs on zen ale Bedeu ung im Vo eld
auszu üh en, was übe haup mi Medium und Legi ima ion gemein is . Anschließend e olg
eine d i e konzep uelle Auseinande se zung mi de Regulie ung on Medien, welche als
analy ische Ho izon e wei e we den muss, um nich den Blick au bes imm e
gesellscha liche Aushandlungen zu e s ellen.
Au bauend au diese in alinguis ischen Theo iea bei beginn nun im 2. Kapi el die eigen liche
empi ische Spu ensuche. Zunächs is dabei de Nachweis zu e b ingen, dass übe haup eine
Kon o e se s a inde , die on de Fo schungs age pe spek i isch e anschlag und anhand
de Konzep e wei e dimensionie wu de. Die e s e Annähe ung is deshalb als ein b ei es
Mapping angeleg , d.h. eine Bes andsau nahme on Ak eu _innen inne halb de o handenen
Li e a u zum b asilianischen Rund unk. B ei bedeu e hie o allem, die Vielges al igkei des
Mediums he auszua bei en und auch jene Sk ip e und Ak eu _innen zu dokumen ie en, on
denen sich unabhängige Radios abg enzen.
Gelei e wi d dieses Mapping on einigen explizi en Vo schlägen de ANT, anspa en
Zugänge zum Fo schungsgegens and zu inden. Radio wi d dabei zunächs als Na a ion in
den Blick genommen, die U sp ünge, Ka ego ien und Ak eu _innen e binde . Was mach
Radio in B asilien im Allgemeinen aus und im Besonde en legi im? Anschließend widme ich
mich aus üh lich jenen adialen En i ä en, die gemeinhin als Technik ode In as uk u
subsummie we den. Ih e Dokumen a ion olgen zwei Exku se, welche die his o ische
Ve schiebung diese nich menschlichen Ak eu _innen als zwei echnologische D amen
au ollen und dabei his o isch Radio zunächs als Mode nisie ungsmaschine und anschließend
in seine poli ischen Ve einnahmung du ch zi ile und mili ä ische Regime be ach e . Beide
Beziehungen wi ken, wie ich zeigen we de, di ek au die F age de Legi imie ung zu ück.
Abschließend e olg ein mapping de in de Li e a u benann en Regeln und Regulie ungen,
die Radiosk ip e, wenn man so will, o mell und in o mell (z.B. ex alegale
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 16
Handlungsp og amme) eing enzen. Im Fokus s eh dabei neben eine Ein üh ung in den
ak uellen Regulie ungs ahmen und wei e e Regelwe ke, imme wiede die Legi ima ion de
Regeln selbs .
Zum Ende all diese Un e kapi el inde sich jeweils ein Theo iebaukas en. In diesen ku zen
heo e isch-me hodischen In e en ionen, esümie e ich die einzelnen Be ach ungen noch
einmal explizi im in alinsguis ischen Vokabula de ANT. Da an is das Ziel gekoppel , sowohl
die Beg i lichkei en und Konzep de A bei anspa en zu hal en, als auch eine zunehmende
Sys ema isie ung des Mappings in seine analy ischen Di e enz zu e eichen. Besp ochen
we den dabei im Einzelnen das ak ale Ak eu _innenne zwe kmodell, die on ologische
Un e scheidung hyb ide und kollek i e Ak eu _innen, sowie allgemeine und spezielle
Handlungsbeg i e de ANT.
Im 3. Kapi el kommen die ne wo k builde zu Wo . Das heiß , die im mapping als ele an
e scheinenden Ak eu _innen bekommen Gelegenhei , ih e Modelle unabhängigen
Radiomachens zu en al en. En sp echend den Phasen de Ak eu _innen-Ne zwe k-Bildung
( gl. Endno e 26) we den aus e hnog aphischen In e iews mi ne wo k builde s und on ihnen
p oduzie en Tex en spezi ische Ausdeu ungen unabhängigen Radiomachens ekons uie .
Ausgehend on de F age, wie diese Ak eu _innen ih e adialen P ämissen zu ak uellen
Gese zgebung in Bezug se zen, un e suche ich übe die legalis ische Deba e hinaus, welche
no ma i en Posi ionen an die un e schiedlichen medialen Visionen gekoppel sind (Kap. 3.2
Posi ionen).
Da au au bauend widme sich das olgende Un e kapi el (Kap. 3.3 Mon agen) den
spezi ischen »Bauplänen«, das heiß den konk e en En wü en ü die Radiop axis un e
Einbeziehung alle ele an en En i ä en, die als hyb ides Ak eu _innen-Kollek i das Senden
e möglichen. Die Einbindung de Ak eu _innen we den dabei in ih en spezi ischen
Kons uk ionen als echnologische T ajek e analysie . Das heiß , die un e schiedlichen
Möglichkei en ein Signal zu senden we den genau dokumen ie , ans a o schnell on einem
einhei lichen Modell des ope a i en Geb auchs, im Sinne eines unk ionalis ischen Zwangs,
auszugehen. Be ei s hie be ach e ich neben den unmi elba an de Signale zeugung
be eilig en G ößen auch wei e üh ende medienpoli ische Beg ündungen, die die Anwesenhei
und Pa izipa ion einzelne G ößen in ein Legi ima ionsna a i einbinde ..
Ve ie wi d die F age nach den gesellscha lichen und poli ischen Ziels ellungen de
unabhängigen Radiomodelle im nächs en Teil des Kapi els (Kap. 3.4 Media ionen). So wie
einzelne Bes and eile eines unabhängigen Radios dieses als Medium legi imie en können,
läss sich ebenso in den Blick nehmen, welche spezi ischen Ve mi lungen ihnen als Ensemble
im Ve häl nis zu den konku ie enden komme ziellen, eduka i en und s aa lichen
beziehungsweise ö en lichen Radios zugesch ieben we den. Soll heißen, wie we den die
he e ogenen En i ä en in ih en spezi ischen Bezügen – die o mals au äuße s e schiedenen

Einlei ung | 17
Abs ak ionsni eaus dahe kommen – in spezi ische Na a i e soziale Ane kennungs-
wü digkei übe se z ?
Ve bunden mi de F age nach dem wa um is nun e neu das wie, diesmal jedoch un e dem
Blickwinkel de Ope a ionalisie ung (Kap. 3.5 Mobilisie ung). He ausgea bei e wi d dabei, wie
spezi isch die einzelnen Modelle auch anlei end ü das Knüp en und die P lege de
Beziehungen zwischen den einzelnen adialen En i ä en sind, beziehungsweise inwie e n sie
diese Au gabe an die einzelnen Radiokollek i e delegie en. Deu lich wi d an diese S elle
be ei s, dass diese Blick die F age nach de medialen Legi ima ion nu eilweise bean wo en
kann, zum einen, da die e schiedenen Modelle in ih en Anlei ungen un olls ändig sind, zum
ande en da sie allein nich e klä en können, wie die S abilisie ung unabhängigen
Radiomachens als gesellscha lich ane kann e Handlungsp og amme s a inde .
Diese Lücke schließ Kapi el 4, das unabhängige Radiokollek i e in ie spezi ischen
Si ua ionen un e such . Im Zen um s eh dabei die wei e e Übe se zung de besp ochenen
Modelle in konk e e Handlungsp og amme, die nich nu »au dem Papie « übe zeugen,
sonde n sich als ein all ägliches Medienmachen in de Zei behaup en müssen.37 Die
da geleg en S abilisie ungen gene ie en sich e neu aus dem e hnog aphischen Ma e ial,
nehmen alle dings s ä ke au die Teilnahme des Fo schenden an Sendungen, Plenen,
Diskussionen, Bese zungen abe auch Kon lik en und K isen on meh als 30 unabhängigen
Radiosende n Bezug. Dabei habe ich die E ah ungen unabhängige Sende , die sich selbs
als »F eie« ode »Communi y Radios« bezeichnen, in ie un e scheidba e Si ua ionen
g uppie , die auch s uk u gebend ü die einzelnen Un e kapi el sind: F eie Radios au dem
Uni e si ä scampus (4.2), F eie Radios in Kul u zen en und bese z en Fab iken (4.3),
Communi y Radios ohne Genehmigung (4.4) und Communi y Radios mi Genehmigung (4.5).
Diese O dnung un e liegen zwei allgemeine Beobach ungen, die o schungslei end ü das
Kapi el sind. Zum einen übe i die Zahl F eie Radios au Uni e si ä sgeländen kla die Zahl
solche Sende an ande en O en. Demnach scheinen Sende do ein Ak eu _innen-Ne zwe k
bilden zu können, das ih e S abilisie ung begüns ig – was den Blick au die Pe sis enz F eie
Radios auße halb de »Akademien« um so spannende mach , denn ge ade sie e b ingen den
Nachweis, dass übe all F eies Radio gemach we den kann. Bezüglich de Communi y Radios
läss sich dagegen sagen, dass de en Legi ima ionss a egien im Momen de legalen
Ane kennung nich enden, sonde n lediglich eine quali a i e Ve schiebung e ah en. Au
welche Weise dabei auch die G enze gegenübe nich -genehmig en Sende n neu gezogen
wi d, is ü den di e enz heo e ischen Ansa z de A bei besonde s ele an , weil hie
exempla isch die o mals un e s ell e Kopplung eines Sende s an nu ein unabhängiges
Radiomodell implodie . Denn was mein ode u ein F eies ode Communi y Radio im
Einzelnen, wenn es sich so nenn und p ak isch zu legi imie en such ?
Analy isch dimensionie e ich diese F age d ei ach. E s ens ekons uie e ich, inwie e n
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 18
einzelne Sende Modelle unabhängigen Radiomachens explizi mischen, modi izie en
beziehungsweise mi eigenen Vo schlägen selbs eine Rolle als ne wo k builde
beansp uchen. Zwei ens e ö e e ich die Mobilisie ung on un e s ü zenden Ak eu _innen, die
einen legi ima o ischen Bei ag ü die p ak ische S abilisie ung leis en und in den Modellen
des o he igen Kapi els keine E wähnung anden. Die d i e Dimension schließlich
anszendie alle bishe igen Abs ak ionsni eaus und Pe spek i en, indem sie die allgemeine
Sich ba kei und Ö en lichkei de Legi ima ionss a egien de einzelnen Sende
p oblema isie . In de Rekons uk ion einige »hidden ansc ip s«38, d.h. nich -ö en liche
Aushandlungen mediale Ane kennungswü digkei , wi d deu lich we den, dass es nich nu
kein uni e selles Legi ima ionsna a i , sonde n ebenso wenig ein allgemeines Publikum ü
die einzelnen medialen Pe o manzen gib . Vielmeh e schein das p äzise, an po en ielle
Un e s ü ze _innen ge ich e e »s o y dealing«39 ein wich ige Bes and eil de
Legi ima ionss a egien – und nich imme sind all diese wide sp üchlichen Geschich en eben
auch ö en lich.
Das 5. Kapi el beschließ die o liegende A bei , indem es die empi ischen Be unde mi de
ak uellen Deba e um eine No ellie ung de b asilianischen Rahmengese zgebung im
Medienbe eich kon on ie . Diese A de Konklusion ziel dabei nich nu da au ab,
An egungen ü kün ige legale Modelle und P ak iken nich ausschließlich au »legale
E ah ungen« zu besch änken. Denn deu lich wi d hie auch die p ak ische Rele anz de
o genommenen Re ision und Neuo dnung de medialen Legi ima ionsdeba e. Die
zueinande in Beziehung gese z en G ößen eines spezi ischen adialen Legi ima ionskonzep s
(Medium, Radiomachen, Spek um, Gemeinwohl, Gemeinscha ) e hellen sich nach de
geleis e en Analyse in ih e Bedeu ung nich nu gegensei ig besse . Sie agen auch dazu bei,
die Ane kennungswü digkei konku ie ende Radiomodelle und -p ak iken, eme gen e
Legi ima ionshel e _innen und nich » ein« menschliche Ak eu _innen ü eine
medienpoli ische Deba e e ügba zu machen.
Le z endlich wi d dami – wie au den olgen 400 Sei en sich ba we den wi d – die on den
unabhängigen Radios in in Zi kula ion e se z e Re e enz »Radio« um eine Umlau bahn
be eiche , po en iell ü eine e neu e gesellscha liche Aushandlung des Mediums ab u ba ,
und leg dabei e en uelle soga eine Spu zu ück/ o aus zu eine »al en Bekann en«. »F eies
Radio«?, »Communi y Radio«?, wie heiß Alice diesmal..?
Zu den Konzep en | 19
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1. Zu den Konzep en – ode : die He aus o de ung eine in alinguis ischen
Bes immung des Medienmachens
»C ea concep os, al menos, es hace algo«1
Be o man übe e was s ei e , is es on g oßem Vo eil, wenn zwischen allen Be eilig en ein
minimale Konsens da übe bes eh , wo übe ges i en wi d. Ein solche o he ige Abgleich
un e schiedliche Ansich en, De ini ionen und Konzep e inde im All ag, abe auch in de
Wissenscha , iel zu sel en s a . Eine Analyse soll e sich diesem Ums and deshalb e lexi
s ellen. Ansons en könn e sie schnell de Ge ah e liegen, di ek anhand des Gesag en und
Ge anen e klä en zu wollen:
»whe he he e a e i e o h ee apples in he baske when in eali y nego ia ions a e ying o
asce ain wha is mean by ›baske ‹ and ›‹apple‹, who is esponsible o pu ing ›apples‹ in o he
›baske ‹, and how he ou lays should ac ually be accoun ed o .«2
Um nich nach 100 Sei en e neu g undsä zlich die F age nach »Medien« und
»Legi ima ionen« au we en zu müssen, möch e ich eingangs einen Me acode o mulie en, de
dabei hel en wi d, die un e schiedlichen Ak eu _innenposi ionen pe spek i isch in Beziehung
zu se zen. Benö ig we den da ü keine s a e De ini ionen die »absolu e Objek i i ä «2
beansp uchen, sonde n ehe »an in a-physical« language o mapping ou he aces o
ne wo ks h ough an an h opology o he igu es ha se hem going and keep hem a wo k.«3
Konzep e, die au eine solchen in alinguis ischen Ebene angesiedel sind, e binden dabei
die den Blick des Fo schenden kennzeichnenden P ämissen mi den Posi ionen wei e e
Ak eu _innen. Sie sind, ande s gesag , die ading zone4 in de die Beobach e heo ie und die
wäh end de Feld o schung dokumen ie en E hno heo ien au einande e en.5 Da le z e e bei
de Aushandlung des Radiomachens imme wiede au die Beg i e Medium, Legi ima ion und
Regulie ung eku ie en, we den in diesem Kapi el o ene Konzep e en wickel , die inso e n
doch »objek i « sind, als sie den Ansp uch haben, alles Gesag e und Ge ane gleichbe ech ig
sich ba zu machen und ohne o he ige ka ego ische O dnungen au einande p allen zu
lassen.
1.1. Medium, Media ion, Radio
»Radio is an au ho i a ian o m o communica ion. […]
All e o m alk is a li le bi like mo ing he deck chai s on he Ti anic.«
Robe Ho i z
»Das Radio is […] das demok a ischs e alle Kommunika ionsmedien.«
Claudia Buono
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 20
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»[The u u is s sang] he p aises o he adio as he medium o uni e sal lo e and sympa hy among men. […]
Bu he ambigui y was al eady he e a he beginning.«
F anco Bi o Be a di6
Radio wa und is eine P ojek ions läche, au welche nich nu gesellscha liche E wa ungen
eingesch ieben, sonde n zugleich auch Aussagen übe dessen mediale Bes and eile und
Rela ionen e sammel we den. Mal wi d Radio als echnisch e mi el e Kommunika ion
zwischen Sende _in(nen) und Hö e _innen besch ieben, mal we den on seine audi i en
Quali ä bes imm e Wi kungen (lo e, sympa hy) abgelei e . Mal e schein Radio als
un e gehendes au o i ä es Damp boo , mal als Flaggschi im Diens e de Demok a isie ung.
Nich nu in den Medienwissenscha en, sonde n auch in wei e en sozialwissenscha lichen
Disziplinen d ohe das Medium jedoch, »ge ade au g und seine Popula i ä und de dami
e bundenen, ge adezu in la ionä en Ve wendung seman isch en g enz , jede heo e ische
Schä e zu e lie en.«7
In sozialwissenscha liche Pe spek i e wi d diese po en iellen Beliebigkei o mi S a egien
begegne , welche Medien desk ip i beispielsweise als neu, ak isch, al e na i , sou e än,
adikal ode au onom bezeichnen.8 Dabei is nich imme gewäh leis e , dass eine heo e ische
Auseinande se zung mi dem Medienbeg i übe besch eibende A ibu e hinaus e olg .
Finde Theo iea bei s a , wi d schnell deu lich was ü komplexe P ämissen mi un e
mi schwingen, wenn on Medien die Sp ache is : »Wenn wi on Medien sp echen, meinen wi
dami die Kul u indus ie, das heiß , Radio- und Fe nsehsende (o enes ode Pay-TV),
Zei ungen, Zei sch i en und Kino, allesam T äge de so genann en Massenkommunika ion.«9
Dami ha eine heo e ische – und o auch no ma i e – (Be)Se zung des Medienbeg i s
s a ge unden. Solche S a egien sind beg ündba , müssen sich jedoch die F age ge allen
lassen, ob sie Medien nich als bloße »emp y signi ie s«10 benu zen, die als o mba e
Res g ößen wei e en Theo e isie ungen angepass we den. Die o liegende A bei b ich mi
diese Gewohnhei und such nach einem ande en Zugang. De F age nach de medialen
Legi ima ion unabhängige Radios wi d die F age nach dem Medium o anges ell .
En sp echend dem Fo schungsin e esse en al en sich die An wo en dabei in ie
wesen lichen P ämissen. (1) Zunächs einmal is es no wendig das Ve häl nis on Medien zu
wei e en gesellscha lichen P ozessen zu klä en. Wenn Medien in ih e »u sp ünglichen«
Bedeu ung eines »Dazwischens« in de a is o elischen Wah nehmungsleh e11, eine
Ungewisshei zwischen Sinneso ganen und na ü lichen Elemen en aus üll en, so läss sich
diese pe zep i e Mi le olle auch in soziale Hinsich als iel e sp echende Ausgangspunk
au g ei en. Ans a Medien auße halb des Sozialen zu e o en, leg eine solche Sich weise
nahe, dass sie »auch Agen u en de Gesellscha [sind], mi denen sich die Gesellscha als
Gesellscha selbs e häl [...]«.12
Medien als soziale Agen u en au zu assen, heiß , sie wede als neu ale noch uni e selle
Zu den Konzep en | 27
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de Legi imie en zwa un e scheidba e Cha ak e is iken eines Seins besch eibba (wie z.B.
Webe s klassische He scha s o men), spezi ische Handlungen die übe eine no ma i e
Besch eibung dieses Is -Zus ands hinausgehen, bleiben jedoch unbeach e . Zum ande en
d ück sich auch das Gemeinwohl lediglich als abs ak e Fixpunk de Legi imi ä aus, wenn
zum Beispiel om »Glück des Volkes« die Rede is .53 Bewegung he sch un e solchen
analy ischen P ämissen nu , wenn au de Sei e de Beobach e ebene die Schubladen au -
und zugezogen we den. Deshalb schlage ich o , s a nach Legi imi ä im Allgemeinen nach
spezi ischen Legi ima ionen im Sinne eines poli ischen, s a egischen Handels zu agen.54
Ein solches können auch die spezi ische Media ionen unabhängige Radios a ikulie en. Dami
be i Legi ima ion nich länge ein abs ak es »judgemen abou he igh o ule«55, sonde n
die empi ische F age, inwie e n Radios eine Legi ima ion ans eben und ealisie en. Gemein
is eben nich ein Legi ima ionsp ozess im Sinne on Habe mas, de o z seines k i ischen
Ansp uchs o allem au die no ma i o malisie e Ane kennungswü digkei poli ische
O dnungen ausge ich e bleib .56 Vielmeh we den die gesellscha lichen Aushandlungen in
den Blick genommen, welche sich in No men und Regeln ausd ücken, diese au
un e schiedliche Weise zueinande in Beziehung se zen ode auch ans o mie en.
Legi ima ion be i dabei im o liegenden Fall die Aushandlung on Radiomachen im Sinne
eines – wenn man so will – adialen Gemeinwohls.
(3) Die besonde e He aus o de ung eine solchen konzep uellen Annähe ung lieg nun ge ade
da in, an diese S elle nich da au zu e allen, es e Typologien einzu üh en, die wede das
summum bonum noch ein da au ausge ich e es Radiomachen ka ego isch o dnen. Deshalb
schlage ich ü die Analyse ein ela ionales Konzep o , an dessen Kons uk ion di e se
Ak eu _innen be eilig sind. Ein S ück wei bean wo e is dabei schon, wo au sich diese
A bei sde ini ion on Legi ima ion beziehen soll, nämlich au die Media ionen unabhängige
Radios in B asilien. Dami is jedoch noch nich gesag , wa um ge ade in diesem Fall die
Legi ima ion eine so exponie e Rolle spiel . Niemand disku ie beispielsweise die Legi ima ion
eines Fanzines. Eine An wo inde sich im wiede hol en Insis ie en b asilianische
Radiomache _innen da au , dass elek omagne ische Spek um zu bese zen ode zumindes
an eilig zu nu zen. Denn den Ansp uch da au , zu egulie en, we im Spek um ein Signal
e zeugen da , beansp uchen bis heu e as übe all au de Wel Na ionals aa en – und das
sei meh als 100 Jah en.57 Diese Regulie ung als eine na ü liche und nich eine gemach e
Cha ak e is ik on Radio zu e eidigen, is in den e gangenen Jah en imme s ä ke in
E klä ungsno ge a en.58 Das Spek um als eine ge eil e Ressou ce is ande s ausged ück die
he aus agende En i ä bei de konku ie enden Legi imie ung adiale Media ionen.59
Die konku ie enden Media ionen on Radio sind po en iell jedoch nich nu in dem on ihnen
besch iebenen Handeln gegenübe einem spezi ischen Gemeinwohl un e scheidba . Denn
auch was mi diesem summum bonum im einzelnen gemein is und we dessen
Nu znieße _innen sind, muss im Rahmen eines ela ionalen Legi ima ionsbeg i s als

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 28
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empi ische zu bea bei ende Dimensionen angeleg sein. Un e Rückg i au einige geläu ige
Radiomedia ionen ließe sich beispielsweise agen, was Komme z- Bildungs-, F eie und
Communi y Radios zum Wohl welche gesellscha lichen G uppen bei agen. Ich e mu e,
dass sich Radios auch in de Besch eibung solche kollek i e G uppen de inie en und
po en iell auch legi imie en. Denn wenn unabhängige Radios, wie wei e oben zi ie , sich nich
allein (ode ga nich ) dem Segen eines s aa lichen Regulie e s e p lich e ühlen (de ü alle
gesellscha lichen G uppen zugleich das adiale Gemeinwohl abs eck ), dann müssen ande e
Ak eu _innen mobilisie we den.
Solchen he e ogenen Ak eu _innen empi isch nachzus ellen, e lang danach, noch zwei
wei e e Konsequenzen zu beach en. Eine e s e be i die klassische Rolle so genann e
T äge - ode Hel e _innen on Legi imi ä .60 Vo ges ell sind diese heo e isch meis als
zen ale ins i u ionelle ode pe sönliche Ak eu _innen, z.B. Regie ungen, S aa en,
He schende. Diese Sich weise implizie jedoch im Rahmen eine um Symme ie bemüh en
Analyse eine nu schwe zu ech e igende Auswahl. Deshalb schlage ich o , mediale
Legi ima ionen in ih e Ve eilung au einzelne Ak eu _innen zu analysie en und au diese
Weise Aussagen zu ih en einzelnen Rollen zu e en. Inwie e n legi imie beispielsweise eine
gese zliche Genehmigung ein unabhängiges Radio? Die Rolle de Legi ima ionshel e in
Genehmigung wi d dabei aus zwei Rich ungen in den Blick genommen, einmal, um sagen zu
können welche spezi ische Legi ima ion on ih un e s ü z wi d, zum ande en, um ih e eigene
Ane kennungswü digkei gegenübe sich als legi im besch eibende Media ion zu
un e suchen.61
Zugegeben, dami schein sich de Fokus des Legi ima ionskonzep s unkon ollie zu
e wei e n – alles und alle e langen eine empi ische Bedeu ung. Einsch änkend möch e ich
deshalb eine wich ige P ämisse au g ei en, die sowohl au heo e ische als auch au
empi ische Ebene zu i : »Legi imi ä is imme nu au Fo de ung e b ach wo den [...]« –
und sie is e lie ba .62 Zu Beginn eine Analyse s eh somi die Besch eibung eine
spezi ischen Legi ima ionsk ise, die in ih e Explika ion eine spezi ische Fo de ung nach
Legi ima ion e s e ah ba und nach ollziehba mach . Die F age, we un e welchen
Ums änden eine solche Fo de ung o mulie en kann, is ums i en. O mals we den jedoch
»adäqua e Mach essou cen«63 als ein K i e ium genann , die da übe en scheiden, ob eine
solche Fo de ung auch Gehö inde und einen Nachweis gesellscha liche
Ane kennungswü digkei p o ozie en kann. Zu bes immen, was als adäqua e Mach essou ce
in Be ach komm , is in de o liegenden A bei e neu als Teil de empi ischen Un e suchung
angeleg .
(4) Um einen solchen empi isch-e hnog aphischen Zugang gegen uni e selle De ini ionen
poli ische Legi imi ä zu e eidigen, möch e ich diesen abschließend analy isch genaue
de inie en. Die bishe ige Konzep ualisie ung ha Legi ima ion als zi kulä en P ozess zwischen
un e schiedlichen Ak eu _innen de inie , de spezi ische gesellscha liche Aushandlungen
Zu den Konzep en | 29
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besch eib .64 Dami wi d e eine K i ik an ein deduk i en Theo ien ge ech , is zugleich abe
auch da an in e essie , den no ma i -disku si en Fokus iele Un e suchungen zu e wei e n.
Nich die Annähe ung an eine ideale Sp echsi ua ion bilde die G undlage de Analyse,
sonde n ein Mapping de iel äl igen Aushandlungen.65 Dami sollen o allem s a egisches
Handeln und nich -disku si e Momen e on Legi imie ung sich ba gemach we den.66
Zwei P ämissen, scheinen ü dieses Vo haben besonde s iel e sp echend. Zunächs möch e
ich den Vo schlag au g ei en, die Legi ima ion on Medien im Sinne eines Kons uie en und
E hal en on Medien67 zu be ach en. Dami we den Media ionen explizi in ih em ope a i em
Geb auch und un e Be ach ung all ih e En i ä en an isie . Was de en e schöp ende Analyse
be i , olge ich des Wei e en dem Hinweis die ö en lichen und sich ba en An eile mediale
Legi ima ionen nich als de en Gesam hei misszu e s ehen. Auch wenn nich ih e
e schöp ende Analyse zu Deba e s eh ( gl. das Oligóp ico-Konzep in Kapi el 1.1) so doch
zumindes de Ve such ele an e »silen ac o s« ode »hidden ansc ip s« sich ba zu
machen.68 Diese um assen »o s age speeches, ges u es, and p ac ices ha con i m,
con adic , o in lec «69 den sich ba en Teil de Media ionen. Eine solche Annähe ung soll
Legi ima ionen auch in den o s age s a indenden Aushandlungen und S abilisie ungen
genaue besch eibba machen und zwa in Bezug au alle bishe genann en konzep uellen
En i ä en wie Gemeinwohl, legi imie ende soziale G uppen, e c.
Zusammen assend läss sich sagen, dass das in diesen ie Punk en da geleg e
Legi ima ionskonzep die spezi ische Ane kennungswü digkei on Media ionen besch eiben
will. Fü den Fall unabhängige Radios pos ulie es dabei eine ela ionale Kon igu a ion, die
eine als Radiomachen de inie e Signale zeugung im elek omagne ischen Spek um an ein
spezi isches Gemeinwohl spezi ische soziale G uppe koppel . Legi ima ion wi d dabei als ein
zwischen un e schiedlichen Legi ima ions äge _innen zi kulie ende poli ische
Aushandlungsp ozess au ge ass , bei dem un e schiedliche Media ionen sich in ih e
Ane kennungswü digkei zu s abilisie en suchen.70 Dami is heo e isch kein uni e selle
sonde n ein pe spek i ische Zugang abges eck , de Legi ima ionen im Rahmen des
in alinguis ischen Ansa z wäh end de empi ischen Fo schung wei e de inie und
di e enzie . Besch ieben is dami die beg i liche En wendung des he scha sa inen ools
de Legi imi ä . Dieses dé ou nemen lieg jedoch nich wie bei de Si ua ionis ischen
In e na ionalen in Händen eine poli ischen A an ga de. Ebenso wenig lieg es ausschließlich
in den Händen de Philosophie enden. Vielmeh bilde es ein konzep uelles Quasi-Objek , an
dem ebenso he umgeze wi d, als dass es Ak eu _innen zueinande in Beziehung se z und
somi ein He umze en e s möglich mach .71
1.3. Regulie ungen s a Regulie ung
Da un e Medien zu egulie en, wi d gemeinhin e s anden, » e bindliche En scheidungen
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übe Rahmenbedingungen, un e denen ö en lich kommunizie wi d«72, zu e en.
En sp echend den dabei ele an en Einzelmedien und an sie he ange agenen Konzep en
we den ü die Umse zung und die Analyse de Medien egulie ung spezi ische
Au gabenbe eiche (z.B. »Konzessione eilung« ü Radiosende ), Beg ündungen (»Public-
In e es -Theo ie«) und Ope a ionalisie ungen (z.B du ch eine »Regulie ungsbehö de«)
o mulie .73 Wie eingangs e wähn , is eine solche Pe spek i e ü das Fo schungsin e esse
o allem aus d ei G ünden (1-3) p oblema isch. Zugleich s ell es, wie sich zeigen wi d, ein
spannende Reib läche ü die wei e e Analyse da (4).
(1) Bei den P oblemen ange angen, läss sich zunächs monie en, dass iele ele an e
A bei en all jene P ozesse und P ämissen ausklamme n, die dem »Au s ellen on Regeln«74 –
als einem e s en Momen de Regulie ung – o ausgehen. Dami we den implizi alle sozialen
und echnischen No men, au die sich diese Regeln beziehen, implizi na u alisie . Gescha en
wi d – aus de Sich weise de Legi ima ion – ein nich hin e gehba e »le z e Rech sg und«,
den es im Rahmen eine symme ischen Be ach ung jedoch nich geben kann, da alle
En i ä en gleichsam ih e gesellscha liche Ane kennungswü digkei ausweisen soll en.75 Wenn
eine spezi ische No m sich beispielsweise in einem ö en lichen In e esse beg ünde , dann
soll e dies auch empi isch übe p ü ba sein, da da on abgelei e e Regeln ansons en schnell zu
Dogmen e s a en. Ande s gesag : Die Regulie ung on Medien im Allgemeinen und
Media ionen im Besonde en is de F age nach Legi ima ion nich e haben, sonde n ein
besonde s uch ba e Boden, um gesellscha liche Aushandlungen zu ekons uie en.76
(2) Ein wei e es P oblem gene ie sich, wenn solche Regulie ungs ahmen in Fo m
(in e )na ionale Gese ze, zwischens aa liche Abkommen, ech liche Ga an ien, e c.
s abilisie we den.77 Neben eine noch zu disku ie enden, he ig umkämp en
We igkei so dnung zwischen diesen Ebenen (bspw. de in La einame ika unzählige Male
o ge agene Kon lik zwischen na ionalen (Siche hei s)In e essen und einem g enzenlosen
Rech au Meinungs eihei 78). S ell sich jedoch auch die F age, wie e bindlich solche lei
Kopplungen on Regeln, Rech und Gese zen im Einzelnen sind und un e welchen
Ums änden ih e Ve bindlichkei in F age ges ell we den kann. Inwie e n allen die A ibu e
legal und legi im zusammen? Aus Sich de o liegenden Analyse können Gese ze einen
Bei ag zu medialen Legi ima ion leis en, allen jedoch ka ego isch niemals zusammen. Illegal
im Sinne eines Regulie ungs ahmen heiß deshalb noch lange nich illegi im. Zudem möch e
ich im Vo eld auch bewuss o en lassen, ob eine gesellscha liche Regulie ung einzelne
Media ionen sich pe spek i isch s e s in eine Legalisie ung e schöp en soll e.79 Denn wie sich
unabhängige Radios in diesem Spannungs e häl nis un e no ma i en, s a egischen und
poli ischen Gesich spunk en e o en, we den spä e aus üh lich die einzelnen Ak eu _innen
da legen.
(3) Auch wenn Regulie ungen au diese Weise nich meh zwangsläu ig nu au gese zliche
Ebene e anke sind, bleiben iele on und ü adiale Media ionen ausgehandel e Regeln im
Zu den Konzep en | 31
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Dunkeln, wenn sich – gep äg on de legalis ischen Beg i she kun – Regulie ung nu au
posi i es und sich ba es Handeln bezieh . Nega i konno ie e Regulie ungen mediale Inhal e
we den beispielsweise on gu en, demok a ischen P ak iken als Zensu un e schieden.80 Ode
abe , Spiel egeln auße halb des o mal ech lichen Rahmens, we den als in o mell de inie
bzw. un e spezi ischen kul u ellen Ausp ägungen poli ische Domina ion subsummie .81 Au
eine solche s ik e T ennung und Zuo dnung au konzep uelle ode empi ische Ebene möch e
ich jedoch zuguns en eines b ei e angeleg en Regulie ungsbeg i s e zich en. Regeln
we den in ih en un e schiedlichen A ikula ionen und S abilisie ungen di e enzie we den,
ohne dabei a p io i hie a chische ode ka ego ische Un e scheidungen zu machen. Zugleich is
de empi ische Fokus auch an de Un e suchung nich - o malisie e und nich -ö en liche
Regulie ungen in e essie , wie beispielsweise Momen e de Selbs disziplinie ung.
(4) Enge ge ass e Regulie ungskonzep e und -ka ego ien akademische und nich -
akademische Ak eu _innen sind deshalb abe nich minde bedeu sam. Ge ade ü die
Rekons uk ion einzelne Handlungsabläu e (Übe se zungske en) is es spannend au be ei s
o geschlagene Di e enzie ungen de Regelau s ellung, -du chse zung und -sank ionie ung
zu ückzug ei en.82 Anschaulich wi d dies beispielsweise, wenn die s ei ba e Annahme, das
elek omagne ische Spek ums sei eine beg enz e Ressou ce, on legalen No men in konk e e
Regeln, Regulie ungs- und Sank ionsak eu _innen übe se z wi d. Viele Einsä ze de
b asilianischen Bundespolizei (PF), um Radios zu schließen, lassen beispielsweise sich nich
schlüssig als eine Ke e on Regulie ungsak en zu eine gese zlichen No m zu ück e olgen –
de Übe se zungsp ozess is undeu lich und au diesen Mangel wi d, wie noch zu zeigen is ,
bei de Legi ima ion unabhängige Radios auch wiede hol Bezug genommen.83
Die Regulie ung on Radio wi d im Rahmen diese A bei demnach ebenso wie die Beg i e
de Media ion und Legi ima ion nich als ein uni e sell anwendba es Konzep e s anden.
Regulie ung heiß au in alinguis ische Ebene, die spezi ische Eing enzung on Radio
inne halb bes imm e Regeln als Teil gesellscha liche Aushandlungen zu analysie en.84 S a
deduk i Ka ego ien zu bilden, wi d da an e neu eine empi ische Absich gekoppel , nämlich
zu dokumen ie en, welche konku ie enden Au assungen on Regulie ung es gib , um diese in
die Bean wo ung de Fo schungs age nach mediale Legi ima ion ein ließen zu lassen.
***
Um Miss e s ändnisse zu e meiden, möch e ich zum Ende dieses Kapi els noch au einen zu
e meidenden konzep uellen Ku zschluss hinweisen. Eine In ages ellung de Legi ima ion de
b asilianischen Rund unk egulie ung als beispielsweise »undemok a isch«85 heiß deshalb
noch lange nich , dass jedes da on abweichende unabhängige Radiomachen im
Umkeh schluss legi im (weil beispielsweise demok a isch) sein muss. Vielmeh muss de
Ansp uch gel en, die bei de Legi ima ion unabhängige Radios mobilisie en beg i lichen
Ak eu _innen imme wiede in ih en he e ogenen Deu ungen sich ba zu machen. Nu so läss
sich im Rahmen de angewand en Konzep indungss a egie e meiden, he scha sa ine
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 32
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Beg i sin e p e a ionen zu un e lau en und »diese e s eine en Ve häl nisse dadu ch zum
Tanzen [zu] zwingen, dass man ihnen ih e eigene Melodie o sing «.86

Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 33
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2. Radio in B asilien – Ve such eines Mappings
Die de zei ige P äsiden in des Wel e bands ü Communi y Radios (AMARC), Ma ía Pía
Ma a bean wo e F agen nach de Ane kennungswü digkei diese Sende ge n so:
Unabhängige Radios (und o allem Communi y Radios) besi zen »längs ih e Legi imi ä «, es
geh heu e allein da um »auch ih e Legali ä zu bes ä igen«.1 No ma i be ach e , sind solche
A gumen e siche lich zulässig. Wi d einzelnen Sende n jedoch de empi ische Nachweis ih e
Legi ima ion ab e lang , muss ih Bei ag zu einem spezi ischen Gemeinwohl e was
aus üh liche da geleg we den.
Teil des Medienmachens is neben dem ope a i en Geb auch auch eine Reihe on
besch eibenden und konzep uellen Assozia ionen, die mobilisie we den, um einzelne
Ausdeu ungen on Radio zu ech e igen. Im olgenden Kapi el we den in Rückg i au die
o handene Li e a u 2 zum Thema (unabhängige) Radio(s) in B asilien deshalb zunächs die
ü die F age de medialen Ane kennungswü digkei ele an es en Na a i e, G enzen,
No men, T ajek e und Regulie ungen unabhängige Radiosende in einem b ei angeleg en
Mapping zusammenge agen. Ziel is es dabei, noch o de Be ach ung ak uelle
unabhängige Media ionen on Radio (und ih e Kons uk eu _innen), einige wiede keh ende
und p äsen e En i ä en he auszua bei en, die bei de Un e scheidung einzelne Modelle,
P ak iken und P ozesse po en iell eine Rolle spielen.
De be ei s einge üh e abe noch e was ominöse Beg i »En i ä « weiß zugleich au ein
wei e es Anliegen dieses Kapi els hin, nämlich die no wendige Explika ion de Ak eu _innen-
Ne zwe k heo ie (ANT). On ologische und epis emologische Pa adigmen ( .a. Ne zwe k,
Ak eu _in, F ak almodell, Handlungsp og amm, Übe se zung) we den am Ende de einzelnen
Un e kapi el in Theo iebaukäs en (I – IV) hinsich lich de Fo schungs age e ö e und mi
wei e en heo e ischen Anleihen – insbesonde e sogenann en ö en lichen und e s eck en
T ansk ip en3 - in einen Dialog gese z .
Im Rahmen diese heo iegelei e en Li e a u schau wi d eine Ka e sich ba , die unabhängige
Radios in ih e Plu ali ä und Wide sp üchlichkei ein äng , zugleich jedoch auch iele weiße
Flecken au weis . Insbesonde e wi d au allen, wie p ekä , lückenha und e ände lich die
ela ionalen Legi ima ionen no ma i e P ämissen (z.B. » eies Radios«) und besch iebene
adiale P ak iken (z.B. »ho izon ale Kommunika ion«) sind. Genau diese zunächs unkla en
Übe se zungen sind es jedoch, die einzelnen Ak eu _innen einen legi ima o ischen Spiel aum
e ö nen. Dessen nach ollziehba es Abs ecken s eh am Ende des Kapi els, denn es bilde die
G undlage ü ein di e enzie es und o ene es Ve s ändnis unabhängigen Radiomachens –
und dami auch den wei e en empi ischen Fokus de noch olgenden Analysen.
2.1 Na a i e
Medienmachen heiß auch, ein bes imm es Medium na a i imme wiede nach ollziehba zu
kons uie en. Wie im Folgenden deu lich wi d, gib es auch ü unabhängige Radios nich eine,
sonde n iele konku ie ende E zählungen. Es sind pe spek i ische Annähe ungen, bei denen
zugleich wei e e Media ionen on Radio in ih en einzelnen G ößen be o en sind. Ich nähe e
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 34
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mich den in de Li e a u o indba en Na a i en un e d ei wesen lichen Gesich spunk en:
den U sp üngen, Ka ego ien und Ak eu _innen on Radiomedia ionen in B asilien. Diese
»O dnung de Dinge« g ei explizi s a egische Übe legungen de ANT au , um Radio aus
seine scheinba en de ini o ischen S a e zu be eien und in seine legi ima o ischen
Vielges al igkei und Ve ände lichkei sich ba zu machen, konku ie ende E zählungen nich
zu glä en, sonde n wide sp üchliche »legale Tex e« und » echnische Fak en« zu exponie en.
Dabei kann nich das Medium als Disposi i ekons uie we den, sonde n ielmeh soll ein
legi ima o ische Flicken eppich ausge oll we den, in dessen Löche n sich be ei s Räume
wei e üh ende Ane kennungswü digkei en ankündigen.
2.1.1 U sp ünge
Die olgende Besch eibung de An änge des Radiomachens in B asiliens mach deu lich, dass
eine b ei e gesellscha liche Aushandlung des Mediums nich s a inde , sonde n ielmeh
eine ühe Aneignung de Regulie ungshohei du ch den S aa , welche in ih e Aus ich ung zu
eine übe wiegend komme ziellen Ausdeu ung de Übe agungsmöglichkei en bei äg . Auch
wenn be ei s o he punk uelle Aneignungen und Umdeu ungen des Radiomediums e kennba
we den, o de n e s An ang de 1980e unabhängige Radiomache _innen e olg eich das
bes ehende Ve s ändnis legi imen Radiomachens he aus und mobilisie en eigene Radios, die
nun eben alls um gesellscha liche Ane kennungswü digkei konku ie en. Ich we de zeigen,
dass wede e ablie e noch unabhängige Media ionen dabei au kons an e E zählungen
zu ückg ei en, sonde n ih e Legi ima ion imme wiede neu e zählen.
2.1.1.1 Höllenmaschinen und Mode nisie ungsappa a e
Es is eine ech e He aus o de ung heu e in de A enida Paulis a – eine de g oßen Ve keh s-
und Geschä sade n São Paulos – ein Dach zu inden, au dem sich wede An enne noch
Sendemas be inden. Ende des 19. Jah hunde s wa on de lei Ge ä en an gleiche S elle
indes nich s zu sehen. Umso be emdliche muss ein junge Mann in schwa zem Tala gewi k
haben, de do ab 1893 e schieden Me allkons uk ionen zwischen den Scho ns einen
e ich e e. Nu wenige paulis as kann en den jungen Tü le Robe o Landell de Mou a aus
Po o Aleg e, de eigen lich als P ies e in den P o inzs äd en Campinas und Mogi a bei e e.
Doch sei einem S udienau en hal an de G ego ianischen Uni e si ä in Rom, an de e Ku se
in Chemie und Physik beleg e, nu ze Landell de Mou a jede eie Minu e dazu, Appa a e zu
bauen, um die menschliche S imme mi els elek ische Impulse zu übe agen.4 1894 geling
ihm das Expe imen . Lau Augenzeugenbe ich en soll Landell de Mou a on de A enida
Paulis a aus, mi selbs gebau en An ennen, Elek onen öh en und Me allmemb anen au eine
S ecke on ach Kilome e n Lu linie, d ah los ein paa Wo e zu Klos e schule São José im
S ad eil San ana gesand haben. Dami hä e de b asilianische Geis liche im Alleingang
gleich ein halbes Du zend eu opäische »Radio ä e « en h on , wä e de » ue in en o o he
h ee-elemen acuum ube«5 und Ini ia o de » i s public demons a ion o wi eless
elephony«.6 Landell de Mou as Vo gese z e wa en wenige e eu übe die Expe imen e mi
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 35
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diesen »Höllenmaschinen«. Auch die Ma ine, de e seine E indung anp ies, be and: »Diese
P ies e is zwei elsohne ein I e «.7
Wie plausibel is dieses U sp ungsna a i om genialen Pa e als eigen liche E inde des
Radios? So übe zeugend es sich zunächs anhö , so schwie ig is es, Landell de Mou a zum
alleinigen Schöp e des Radiomediums zu e heben. Es gib keine Belege da ü , dass seine
Pa en e ode bezeug en Expe imen e Nachahme _innen ge unden haben. Zudem lassen sich
konku ie ende Expe imen e an üh en, welche bei de Wei e en wicklung de An enne, abe
auch bezüglich de Kons ella ion einzelne Ge ä e en scheidende Bei äge zu dem leis e en,
was heu e allgemein als Radio e s anden wi d.8 Doch s a Landell de Mou a ein ach gegen
den nächs en » ue in en o « auszu auschen, lohn es, die E zählung des Radiou sp ungs
g undsä zliche zu hin e agen – auch hinsich lich seine po en iellen legi ima o ischen
Bedeu ung.
Ein U sp ungsna a i kons uie ein ini iales Momen , welches sich au einem Zei s ahl on
allen ähnlichen E zählungen dadu ch abg enz , dass es eben noch ühe s a ge unden ha .
»B ennpunk ode U sp ung sind imme nu Scha en ode ung ei ba e, nich ak ualisie ba e
ode o e s nich exis ie ende Vi uali ä en. Alles nimm seinen Ausgang on de S uk u , de
Kon igu a ion ode de Rela ion.«9 Die o liegende A bei un e s ell , dass ein solches
komplexes Ve häl nis auch ü den U sp ung des Radiomediums kons uie wi d, sowohl als
uni e selles abe auch als na ionales Na a i . Bei de Be ach ung solche konku ie ende
E zählungen äll au , dass die Na a ion eines spezi ischen Beginns auch eine spezi ische
Legi imie ung des Radiomachens beg ünde . Diese be i sowohl Besonde hei en des
b asilianischen Radiomediums, das in den Tex en o als »unse Radios«10, bezeichne wi d,
abe auch die U sp ünge eines Radiomachens, welches sich on einem na ionalis ischen
Plu al zuguns en eines U sp ungsna a i s unabhängigen Radiomachens zu emanzipie en
such .
Bei de Besch eibung un e schiedliche U sp ünge des b asilianischen Radiomediums lassen
sich ie e schiedene Momen e un e scheiden, welche p äzisie en, was genau als An ang
on Radio e s anden wi d, (1) nämlich e s e Übe agungen und Expe imen e, (2) e s e
egelmäßige Sendungen, (2) e s e Radiosende und (4) e s e gese zliche Regulie ungen.
(1) Im e s en Fall wi d als U sp ung des Radiomediums die e olg eiche Übe agung eines
Signals gedeu e . Die Kons uk ion de Sende- und Emp änge appa a e wi d dabei
ausgeblende , was zähl is allein das bezeug e Funk ionie en de Technik. T o z de
wiede hol en E wähnung on Landell de Mou as Expe imen en wi d als U sp ung zumeis an
den »e s en o iziellen adiophonen E ah ungen«11 B asiliens om 7. Sep embe 1922
es gehal en. Pünk lich zum 100-jäh igen Unabhängigkei sjubiläum on de po ugiesischen
K one, woll e sich B asilien mode n und eich zeigen.12 Die damalige Haup s ad Rio de
Janei o, die »Modellme opole de Mode ni ä «13 e schien als die pe ek e Bühne ü diese
ö en liche Demons a ion.
Zunächs gab es an dem pa io ischen Jubiläum scheinba nu wenig In e esse. Die »Woche
ü mode ne Kuns « in São Paulo, die G ündung de Kommunis ischen Pa ei und ein
Mili ä au s and, de als Insu eição do Fo e Copacabana bekann we den soll e, beschä ig en
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 36
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die Massen.14 De am ie ende P äsiden Epi ácio Pessoa (1919-1922) muss e schnell »eine
neue Ta sache scha en, die ielleich als Deckman el (co ina de umaça) unk ionie en wü de,
um die übe eiz es en Gemü e zu beschwich igen«.15 Die ö en liche Demons a ion eine
Radioübe agung, soll e als die e s e de a ige Vo üh ung echnologischen Fo sch i s in de
Geschich e B asilien wah genommen we den. Um ein möglichs g oßes Publikum zu
e eichen, wu den Lau sp eche an ö en lichen Plä zen au gebau und 80 handliche
De ek o emp änge an angesehene Pe sönlichkei en in Rio de Janei o, Ni e oi, Pe opolis und
São Paulo e eil . Als e s e an diesem Tag sp ach Pessoa, danach wu de li e aus dem
Tea o Municipal die Ope »O Gua ani« und einige Kon e enzen » on hohem eduka i en
We « übe agen.16 Die P esse be ich e e on eine Sensa ion, nun ha e die »mys e iöse
Figu de Elek izi ä «17 auch noch zu önen begonnen.
Doch o diese e s en, als S aa sak inszenie en Radioübe agung, gab es neben Landell de
Mou a be ei s wei e e E ah ungen mi Radioübe agungen und zwa auch auße halb de
me opoli anen Zen en on Rio de Janei o und São Paulo. Be ei s 1912 soll die
Radio eleg a ies a ion Ama elina im Bundess aa Bahia G ußbo scha en und Musik on einem
K iegsschi de deu schen Kaise lichen Ma ine emp angen haben.18 Auch im 1919
geg ünde en philan h opischen Rádio Clube de Pe nambuco in Reci e we den das
Radio eleg aphie-Band on Funkama eu _innen egelmäßig nach Radiosignalen abgehö und
ielleich soga e s e Sende e suche abgese z . Viele Ve besse ungen de Emp angs echnik
gehen au die Expe imen e on Funkama eu _innen zu ück, die »T e en in den
haup s äd ischen u banen Zen en abhiel en um die Fo sch i e de Radioelek ik,
Radio eleg a ie und Radio onie zu disku ie en und zu s udie en«.19
Die F age nach de Legi imie ung des Radiomachens un e Nu zung elek omagne ische
Wellen s ell sich in diese e s en expe imen ellen Phase scheinba nich . Eine Reihe
he e ogene Ak eu _innen expe imen ie en mi elek omagne ischen Wellen. Legi imie wi d
nich das eme gen e Medium sonde n, wie im Falle de e s en o iziellen Übe agungen,
allen alls s aa liche He scha . P äsiden Pessoas kann sich inmi en eine soziale K ise als
echnisch e sie e Wegbe ei e de Mode ne inszenie en. Und Rio de Janei o wi d als
panb asilianisches Szena io ausgebau , an dem o z wide sp echende Quellen auch alle
mode nen Kommunika ionsmi el des Landes ih en U sp ung haben.
(2) Auch Na a i e, welche das e s e egelmäßige Senden als U sp ung des Radiomediums
be ach en, besch eiben e neu Rio de Janei o als Ausgangspunk , wenn sie die Spu de nach
de P äsiden en ede nu zlos gewo denen impo ie en Sende echnik au nehmen. Wu de lange
Zei e mu e , de 500 Wa s a ke Wes inghouse-Sende sei nach den Feie lichkei en
abgebau und zu ück in die USA e schi wo den20, gib es inzwischen auch Hinweise da au ,
dass die Regie ung den Sende dem ö lichen Pos - und Teleg a enam (Co ei os e
Telég a os) übe gab.21 Doch ans a do ü die Übe mi lung on Teleg ammen genu z zu
we den, übe ließ die ö en liche Hand die Aus üs ung eine G uppe on Geschä sleu en,
welche zwei S unden äglich die Bö sendo ie ungen on Zucke und Ka ee, We e be ich e
und Musik übe ugen.22
Ein Gegenna a i wi d e neu mi Blick au die Ak i i ä en des Radioclubs Pe nambuco
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 43
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Die Bese zung und Kommunika ion mi els Radiowellen inde schnell auch Ve wendung in
Gewe kscha en und de A bei e pa ei (PT), wie zum Beispiel Rádio Te eza. Was diese
he e ogenen P ojek e und E ah ungen ein , is die Idee eine »Ag a e o m in de Lu «, die
wei übe die F age eine Legalisie ung hinaus weis . Die bis da o nich wei e hin e ag e Idee
eines adialen Bildungsau ags im Rahmen eines homogenen na ionalen Allgemeinwohls wi d
nun wei hin zu Deba e ges ell . Die Rech e igung unabhängigen Radiomachens wi d
a gumen a i in e na ionalisie (eine Be eiung des Spek ums), zugleich abe auch en lang
de spezi ischen Bedü nisse einzelne G uppen (z.B. Gewe kscha en) beg ünde . In
un e schiedlichen Ve bänden und Ne zwe ken schließen sich iele de damaligen
unabhängigen Radios zusammen, um sowohl ih en Fo de ungen als auch ih e Radiop axis
meh Gewich zu e leihen.85 Die Legi ima ion des Radiomachens ge ä allsei ig in Bewegung.
Die bes ehenden Gese ze indes bleiben zunächs un e ände und we den wei e hin dazu
he angezogen, Radiomachen ohne Lizenz ode Genehmigung als S a a zu bewe en. Doch
sei ens einige b asilianischen Ge ich e se z zu Beginn de 1990e Jah e, o dem
Hin e g und de neuen Ve assung on 1988, eine Re ision dieses Rech s e s ändnis ein. Die
ie e Kamme de Va a Fede al de S ad São Paulo beispielsweise en schied 1994:
»Es is keine o he ige Au o isie ung de Behö den (pode público) ü die Ins alla ion eines Sende s
mi lokale Reichwei e no wendig, wenn diese nich gewinno ien ie is , das heiß , kul u elle ode
kommunale (comuni á ia) Na u sind.«86
Die bis da o bekann en 500 unabhängigen Sende e meh en sich angesich s nun häu ige
ausges ell e eins weilige Ve ügungen (habeus co pus) apide. 1995 sollen be ei s übe 2000
diese Sende ak i sein. Die im selben Jah abgegebene E klä ung des ehemaligen
Kommunika ionsminis e s Sé gio Mo a, unabhängige Sende in nahe Zukun legalisie en zu
wollen, se z eine wei e e quan i a i e »De ona ionswelle« ei.87
(5) Die nun olgenden Aushandlungen eines legalen U sp ungsna a i s münden 1998 in
einem Gese z (Lei 9.612/98/98) welches au » o eingenommene Weise«88 den Be ieb
sogenann e Communi y Radios » ádios comuni á ias« (im Folgenden: RadCom) egel . Auch
hie on einem U sp ung zu sp echen, ech e ig sich in de s a indenden Ve einhei lichung
de bis dahin un e schiedlichen Namen, Konzep e und Radiop ak iken in eine legalen
De ini ion und Regelwe k. »Vo eingenommen« sei diese Ausdeu ung jedoch deshalb, weil es
RadCom auße halb des 1997 e abschiede en neuen Telekommunika ionsgese zes (Lei
9.472) de inie , als eine in seine Reichwei e und P ak iken s a k eingesch änk e Sonde o m.
RadComs dü en mi maximal 25 Kilowa senden, keine We bung auss ahlen und müssen
inhal lich spezi ische Au lagen e üllen, welche das Radiomachen im In e esse eine
Gemeinde siche n soll.89 Un e die An ang de 1980e Jah e e neu begonnene und nich
abgeschlossene Aushandlung des Radiomediums wu de ein legale Schlusss ich gezogen.
Doch is das du ch das b asilianische RadCom-Gese z eing enz e, unabhängige
Radiomachen auch dessen einzige legi ime Besch eibung? In de Li e a u lassen sich
mindes ens ie Einwände au spü en, die dagegen sp echen. Zunächs s elle das Gese z
keinen Komp omiss da , de einen Ausgleich kon ä e In e essen hinsich lich des
Radiomediums ga an ie e. Auch wenn an den zweijäh igen Ve handlungen

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 44
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Rep äsen an _innen unabhängige Radios be eilig wa en; die s a ke P äsenz p i a e Radios
im elek omagne ischen Spek um wi d nich zuguns en unabhängige P ak iken
zu ückged äng . Ehe seien die »Kommunika ionsla i undis en« geschü z wo den, um dem
G os de Be ölke ung wei e hin ih e adiale Meinungs eihei o zuen hal en.90 Zwei ens nimm
das RadCom-Gese z keine lei Bezug au das e assungs ech lich e b ie e P ima
indi iduelle F eihei en. Demnach, wü den jede egulie ende Einsch änkung nich länge die
No m, sonde n empi isch zu ech e igende Ausnahme älle da s ellen. S a dessen üh das
Gese z e neu eine ixe No mie ung ein, welche den S aa in seine zen alen Rolle als
Legi ima ionshel e zu bes ä igen such .91 D i ens bleib de legale Tex die An wo schuldig,
wie genau die spezi ische No mie ung on RadComRadComs nachweislich einem
spezi ischen Gemeinwohl dien , in dem es beispielsweise, wie o behaup e , die
»Demok a isie ung de Kommunika ion« be ö de e.92 Und schließlich wi d die ih em Ansp uch
nach allum assende legale De ini ion on RadComs on Beginn an in F age ges ell , o allem
on Sende n, die sich als Communi y Radios bezeichne en, sich jedoch nich adäqua on de
gese zlichen RadCom-Fo mel ep äsen ie ühl en.93
Deu lich mach eine solche Rekons uk ion un e schiedliche adiale U sp ungsna a i e o
allem eines: die konku ie enden Nu zungsmodi elek omagne ische Wellen sind dem Medium
on Beginn an immanen und agen p oduk i zu seine gesellscha lichen Ausdeu ung bei.
Dabei sind punk uell be ei s eine Reihe wiede keh ende Kon lik linien sich ba gewo den, so
zum Beispiel die ambi alen e Bewe ung me opoli ane gegenübe kleins äd ischen und
ländlichen Radiop ak iken. Da an gekoppel is die spezi ische Ausdeu ung de
gesellscha lichen Nu zung on Radiomedien, mal besch ieben als na ionales In e esse (z.B.
Bildung), mal en lang de In e essen einzelne G uppen (z.B. Un e nehme Innen, S udie ende,
Ki chengemeinde, Anwohne Innen). Disku ie wi d dabei sei den ühen Sendungen imme
wiede das Ve häl nis des Radiomediums zu komme ziellen In e essen, populä en Inhal en
und schließlich auch de Zugang zu Radio echnik, o allem bezüglich de Möglichkei Radio
auch machen und nich nu hö en zu können.
Die Fo de ung nach eine gesellscha lichen Legi ima ion des e ablie en Rund unksys ems
s ell sich in B asilien explizi jedoch e s An ang de 1980e Jah e, als bes ehende
De ini ionen und Regulie ungen des Radiomachens als nich länge e bindlich angesehen
we den. Sowohl s aa lichen Legi ima ionshel e n, als auch den on ihnen au o isie en
s aa lichen und p i a en Radiomachenden, wi d ih exklusi es Rech und die Fähigkei
abgesp ochen, dass Gemeinwohl des Mediums bes immen zu können. Diese
Legi ima ionsk ise wi d jedoch nich allein mi Fo de ungen an die bishe igen
Radiomachenden e bunden, ih e P ak iken zu e ände n, sonde n du ch eigene adiale
Vo schläge kon e ka ie , welche sich au spezi ische Weise ech e igen. Nich allein die
Regulie ung des bes ehenden Mediums wi d disku ie , sonde n die wei e üh ende F age
nach gesellscha lich legi imie en Radiop ak iken ges ell und bean wo e – disku si ,
besonde s abe im Rahmen eines iel äl igen ope a i en Geb auchs.
Die synch one Be ach ung einzelne eme gen e Legi ima ionen e laub es dabei auch das
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 45
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Gese z on 1998 als nu eine mögliche Besch eibung unabhängigen Radiomachens zu
ela i ie en, die sich nich wesen lich on ande en mi ih konku ie enden E zählungen
un e scheide . Auch de Gese zes ex is hin e gehba und, wie be ei s angedeu e , einem
Nachweis an Legi imi ä nich e haben. Vieles deu e da au hin, dass das RadComRadCom-
Gese z die Legi ima ionsk ise des b asilianischen Rund unks keineswegs beende ha .
Wide sp üche und F agen ü die olgenden Kapi el s ellen sich jedoch auch hinsich lich de
wei e en e e ie en U sp ungsna a i e unabhängigen Radiomachens. Inwie e n exis ie en
Selbs besch eibungen apoli ischen Radiomachens und inwie e n kons uie en diese übe haup
eine spezi ische Ane kennungswü digkei ? Welche Bezüge kons uie en die einzelnen
Na a i e bei de ihnen un e s ell en Legi ima ion gegenübe konku ie enden unabhängigen
Macha en on Radio? Wie um assend, daue ha und uni e sell sind diese einzelnen
Na a i e ih em Ansp uch nach angeleg ? Um An wo en zu geben, wi d sich de Tex im
Folgenden nun mi den Ve ände ungen, De ini ionen und Rela ionen unabhängigen
Radiomachens beschä igen, um die Konsis enz de einzelnen Ka ego ien zu un e suchen.
Vo he möch e ich jedoch dami beginnen, in einem e s en me hodologischen Exku s, e was
nähe in die diesem Tex zug undeliegenden Beg i e und Konzep e de Ak eu _innen-
Ne zwe k-Theo ie ein üh en.
2.1.1.3 Theo iebaukas en I – Von de Ask ip ion zu Insk ip ion
Be ei s zu Beginn de A bei wu de de Ansp uch o mulie , ü die konzep uelle O dnung des
Fo schungs o habens, also dessen on ologische und epis emologische Dimensionie ung,
be eilig e Ak eu _innen einzubeziehen, ans a au ex e ne Ka ego ien und De ini ionen
zu ückzug ei en. Beim mapping de di e gie enden U sp ungsna a i e sind in ielen
Pa aph asen und Zi a en be ei s einige ih e Konzep e und Ka ego ien sich ba gewo den. In
diese Annähe ung an das Radiomedium kon e gie en ela i ungeo dne ielges al ige
Be ach ungsebenen und ieldeu ige Beg i lichkei en. Wie läss sich eine solche He e ogeni ä
analy isch nu zba hal en und zugleich mi eine heo iegelei e en Un e suchung mediale
Legi ima ionen e einba en? Eine mögliche An wo o e ie die Ak eu _innen-Ne zwe k heo ie
(ANT). Ih zen ales Anliegen is es, eine ela ionale Besch eibung di e gie ende Elemen e zu
leis en, und zwa indem sie Ak eu _innen beim Bau on Ne zwe ken analysie . Die
o liegende A bei olg diese Idee.
Die pe spek i ische Un e suchung des b asilianischen Radiomediums als Ak eu _innen-
Ne zwe k-Analyse anzulegen, heiß zunächs zwischen zwei Abs ak ionsebenen zu
un e scheiden, nämlich einem allgemeinen Modell soziale Wi klichkei und einem
o schungslei enden Se ing. Die e s e Ebene en sp ing de allgemeinen P ämisse, sich
soziale Wi klichkei als ein immanen es F ak almodell o zus ellen,
» educible nei he o an ac o alone no o a ne wo k. [...] An ac o -ne wo k is simul aneously an
ac o whose ac i i y is ne wo king he e ogeneous elemen s and a ne wo k ha is able o ede ine
and ans o m wha i is made o .«94
Somi is jede_ soziale Ak eu _in imme auch als Teil eines wei e üh enden Ne zwe ks
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 46
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ekons uie ba . Zugleich läss sich seine Rolle als Ak eu _in jedoch eben alls in ein Ne zwe k
(wei e e Ak eu _innen) au äche n. Das heiß , »alles beginn imme in de Mi e«95. Ode
ande s gesag : Die Bildung spezi ische Ne zwe ke beginn imme do , wo ein P oblem
emp unden wi d. Im Falle b asilianische Radiomedien be i dieses P oblem das Ve häl nis
eine möglichen Signalübe agung im elek omagne ischen Spek um zu de en wei e en
gesellscha lichen Ausdeu ung.
Pe spek i isch wi d dieses allgemein un e s ell e P oblem nun im Rahmen eine konk e en
F ages ellung wei e e olg und zwa au eine zwei en, Se ing genann en Abs ak ionsebene.
»Ein Se ing is das Ne zwe k, das on einem (soziologischen) Be ach e als Gegens and de
Fo schung kons uie wi d«.96 Das konk e e P oblem on dem aus ich das Se ing en al e, is
die Legi ima ion unabhängigen Radiomachens. De Beginn dieses hypo he ischen Ak eu -
Ne zwe ks be i dabei zunächs die Ve anschlagung eine spezi ischen K ise, einem in de
ANT Ask ip ion genann en Momen . Im Rahmen diese A bei is dami die Aushandlung de
gesellscha lichen Ane kennungswü digkei des Radiomediums, in all seinen ope a i en
Geb äuchen gemein . Bei de synch onen Be ach ung einzelne U sp ungsna a i e is be ei s
he ausgea bei e gewo den, dass de Nachweis on Legi ima ion on allen Radiomachenden
einge o de we den kann. Das Se ing ekons uie diesen P ozess97 nun jedoch explizi ü
unabhängige Radios in B asilien und die » ü die Selbs o ganisa ion eines Ne zwe kes
no wendige Selbs e e enz«.98
Soll e die Ask ip ion mi einem spezi ischen Ak eu s-Ne zwe k unabhängige Radios
ko espondie en, dann müss en sich übe die bishe geleis e en Besch eibungen eine K ise
hinaus auch Hinweise da au inden lassen, dass einzelne Ak eu _innen sich au diese K ise
beziehen, ode – wenn man aus de en gegengese z en Rich ung au eine o ges ell e Mi e
blick – sich diese K ise in un e schiedliche Ak eu _innen einsch eiben.99 Eine solche
Bewegung wi d inne halb de ANT zumeis als Insk ip ion bezeichne . Als in alinguis isches
Konzep besch eib es kein es es Se an Abläu en, sonde n hil dabei, wie in diesem Kapi el
geschehen, die konku ie enden Ve suche on Ak eu _innen zu dokumen ie en, die eine K ise
mi dem hypo he ischen Neuen wu eines Ak eu _innen-Ne zwe ks begegnen.
Aus s eh nun eine wei e üh ende Rekons uk ion de spezi ischen Modelle unabhängigen
Radiomachens und da an gekoppel e A ikula ion unabhängige Radiomedien im ope a i en
Geb auch.100
2.1.2 Ka ego ien
Um die be ei s in den U sp ungsna a i en anklingende Selbs e e enz einzelne
Radio ep äsen a ionen wie s aa lich, ei ode p i a wei e zu e olgen, we de ich nun
konku ie ende Insk ip ionen des Radiomachens be ach en. Ode ande s ge ag : Inne halb
welche Ka ego ien wi d das Radiomedium in B asilien ausdi e enzie ? Eine solche
Be ach ung e olg zwei wesen liche In e essen. Zum einen soll das allgemeine Ne zwe k de
b asilianischen Radiodi usion, des Rund unks, welches bishe nu un e nega i en Vo zeichen
angedeu e wu de, besse e ass we den, um eine synch onen Analyse ge ech zu we den.
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 47
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Zum ande en sollen die spezi ischen Ka ego ien unabhängigen Radiomachens au diese
Weise besse si uie we den. Dabei wi d deu lich we den, in welchem Ve häl nis die als
k isenha k i isie en, adialen Ka ego ien zu spezi ischen al e na i en Modelle s ehen und
welche legi ima o ischen Lücken sich auch in le z e en au un.
In de Li e a u lassen sich d ei g undsä zliche S a egien inden, die das b asilianische
Radiomedium o dnen. Ange üh we den (1) echnische, (2) legale und (3) desk ip i e
Ka ego ien, die pe spek i isch jeweils bes imm e mediale Elemen e als
Un e scheidungsk i e ien bemühen. Wie ich zeigen we de, hil ih e nähe e Be ach ung
sowohl dabei das Fo schungs-Se ing besse einzug enzen, als auch die Rele anz einzelne
Ka ego ien ü die Legi ima ions age genaue zu e assen. Wie is ih e Selbs e e enz
kons uie , und in welchem Ve häl nis s ehen die un e schiedlichen Ka ego ien zueinande ?
Wo e lau en kla e T ennlinien, und wo e lie en sie sich?
2.1.2.1 Technische Ka ego ien
(1) Au eine e s en Un e scheidungsebene wi d Radio in de Li e a u als spezi ische
Ano dnungen küns lich he ges ell e We kzeuge ode A e ak e dokumen ie . Dabei we den
ools (abe auch ih e Eigenscha en ode Funk ionsweisen) da ü genu z , einzelne Ge ä e-
Kons ella ionen oneinande zu un e scheiden. Eines de wohl wich igs en K i e ien is dabei
die Signalübe agung. Neben dem be ei s e wähn en elek omagne ischen Spek um, wo
e mi els de Modula ion eine T äge welle elek omagne ische Ene gie ü
Kommunika ionsp ozesse genu z wi d, lassen sich zwei wei e e ka ego ienbildende
Übe agungswege dokumen ie en sowie zwei Spezi izie ung des Sendens e mi els
Radiowellen.101
Als ádio pos es ode »Lau sp eche sys eme« (sis ema de al o- alan e) bezeichne e Radios
kommen ohne Sendege ä e ü das elek omagne ische Spek um aus und s ellen eigen lich
nu eine elek oakus ische Ve s ä kung on Tönen im ö en lichen Raum da . De Emp ang
dieses ehe »lokalen Übe agungs yps«102 läu demnach ohne Emp angsge ä e ab, seine
Regulie ung un e lieg lokalen Aushandlungen und Gese zen. Fü seine Nu zung sind
komme zielle, poli ische und eligiöse Zwecke dokumen ie . Ums i en is dabei jedoch die
F age, ob die Nu zung eines solchen ein achen Lau sp eche sys ems die e izien es e An wo
au ein lokales kommunika i es Bedü nis is ode auch Ausd uck gese zliche und
ökonomische Ausschlüsse om elek omagne ischen Spek um.103
Eben alls ohne die Nu zung on Radiowellen kommen sogenann e In e ne adios ( ádios na
In e ne , ádio web) aus.104 Fü die Übe agung wi d au ein s eaming genann es Ve ah en
zu ückgeg i en, welches es e laub , die on einem Compu e an einen Audiose e
gesende en Audiosignale/-da eien do zei gleich on ielen wei e en Compu e n aus
abzu agen und anzuhö en.105 Imi ie wi d dabei also o allem die Idee des b oadcas ings, bei
dem eine sende und alle ande en zuhö en. Diese Nachahmung ha die mi de Modula ion
on elek omagne ischen Wellen echnisch jedoch nich s gemein und auch die Regulie ung
des Sendens im In e ne un e lieg ielmeh de Nu zung spezi ische In e ne -P o okolle106
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und wi d on na ionals aa lichen Gese zen wenig bis ga nich be o en.107
Beide echnischen Ka ego ien zeigen, wie po ös die G enze des Radiomediums is .108
Zunächs wi d deu lich, dass die Modula ion on Radiowellen kein ausschließliches K i e ium
is , um Radio zu de inie en, da da ü auch ande e Übe agungswege genu z we den. Eine
solche Auswei ung des Radiobeg i s e iel äl ig seine echnisch-ma e iellen
E scheinungs o men jedoch seh s a k. Diese beg i lichen In la ion wi ken die einzelnen
unabhängigen Radiomachenden au un e schiedliche Weise und mi un e schiedlichen
Beg ündungen en gegen, wie ich in den olgenden Kapi eln zeigen we de.109
(2) Inne halb des Spek ums wiede um en al e sich eine wei e e echnische Ka ego isie ung,
welche Radios en sp echend ih e Wellenmodula ion un e scheide . Dami is ein Ve ah en
besch ieben, mi els welchem eine Radiowelle manipulie wi d um sie als T äge ü ein Signal
zu nu zen. Wu de bei Radioübe agungen bis in die 1950e Jah e ausschließlich die
Ampli ude on Radiowellen modulie (AM), hiel in den olgenden Jah zehn en eine
Übe agungs echnik Einzug, welche sich die F equenzmanipula ion (FM) zunu ze mach .
Ka ego isch un e schieden wi d deshalb bis heu e zwischen FM-Sende n und AM-Sende n.110
Beide Übe agungsmodelle p oduzie en Signale mi un e schiedlichen Cha ak e is iken.
Wäh end AM-Signale gegenübe FM-Signalen beispielsweise eine g öße e Reichwei e
auszeichne , sind sie zugleich an ällige ü a mosphä ische S ö ungen und bezüglich ih e
Tonquali ä de F equenzmodula ion un e legen.111
Die Übe agung e olg auße dem inne halb un e schiedliche Bandb ei en des
elek omagne ischen Spek ums. Wäh end AM-Signale au langen, mi le en und hohen
F equenzbe eichen zwischen 30 Kilohe z (KHz) und 30 Megahe z (MHz) gesende we den,
nu zen FM-Signale die seh hohen F equenzen zwischen 30 und 300 MHz.112 Vo allem aus
ökonomischen G ünden übe agen unabhängige Radios o allem mi els FM-Signalen.113
Diese ka ego ischen Un e scheidungen bezüglich Modula ion und F equenzband sind
po en iell seh wich ig ü die adiale Legi ima ionsdeba e, wenn man das Zus andekommen
de da in angeleg en S anda ds be ach e . Denn die Fes legung de spezi ischen S anda ds
uß zum einen au den Emp ehlungen de In e na ionalen Fe nmeldeunion (ITU).114 De en
un e ände e Umse zung ode abe Modi ika ion wiede um un e lieg na ionals aa lichen
Regulie ungsbehö den, wie im Fall B asiliens de Na ionalen Telekommunika ionsagen u
(ANATEL).115 De dabei en scheidende Punk ü die wei e e Be ach ung is , dass nich allein
na ü liche Cha ak e is iken des elek omagne ischen Spek ums die Anzahl de Nu ze _innen
dik ie en, sonde n die Eigenscha en on Radiowellen ielmeh an eine e ände lichen,
sozialen Aushandlung des Radiomediums be eilig sind, die po en iell auch imme die
Fo de ung ih e Legi ima ion beinhal en kann. Gleiches i au die ak uelle Deba e bezüglich
analoge und digi ale Radiosignale zu, au die ich spä e noch aus üh lich eingehen we de
und bei e schiedene Ak eu _innen be eilig sind, um eine neue Ka ego ie zu scha en?,
nämlich die des Digi al adios ( gl. 2.2.2.1).
(3) Ka ego ienbildend ü Radios sind auch zwei wei e e A en de Signalübe agung im
elek omagne ischen Spek um, die eben alls ausgehandel und nich echnisch
selbs e klä end sind. Eine e s e bilden sogenann e »Wei e gabes a ionen« ( e ansmisso as,

Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 49
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epe ido as).116 Ka ego isch we den hie Sende zusammenge ass , die haup sächlich dazu
e wende we den, das Signal ande e komme zielle Radios a ionen wei e zulei en, wäh end
ih eigene P og amman eil e aglich au höchs ens 15 P ozen es gesch ieben is .117 In de
P ak ik eine solchen Signalwei e gabe gene ie sich eine wesen liche Cha ak e is ik
b asilianische Radione zwe ke ( gl. auch 2.2.2.3.).
Ak uell we den epe ido as jedoch einzig on komme ziellen Radios genu z . Das lieg
maßgeblich da an, dass eine solche Signalwei e gabe, welche zum Beispiel auch die
gemeinsame Auss ahlung eine Li e-Übe agung möglich mach , den genehmig en
RadComs (als einzige legal ane kann e desk ip i e Ka ego ie unabhängigen Radiomachens)
gese zlich explizi un e sag wi d.118 RadComs sollen sich nich übe ih en lokalen Fokus
hinaus e ne zen, wie dies beispielsweise unabhängige Radios in Boli ien 1980 a en.119 Es
wi d deu lich, dass die möglichen Ka ego ien des Radiomachens nich on allen Modellen
beansp uch we den können, zumindes nich au »legale Weise«. Diese Fes legung is keinen
» echnischen Ums änden“ geschulde , sonde n is hinsich lich ih e gesellscha lichen
Ane kennungswü digkei p inzipiell e handelba .
Au ähnliche Weise läss sich auch die De ini ion de le z en hie dokumen ie en echnischen
Ka ego ie p oblema isie en, nämlich die on »Radios mi ge inge Sendes ä ke« ( ádios de
baixa po ência).120 Dabei wi d als Un e scheidungsk i e ium die limi ie e Wa zahl
he angezogen, mi de ein Signal ausgesende wi d. Gese zlich genehmig e Communi y
Radios beispielsweise dü en in B asilien mi maximal 25 Wa senden.121 Abweichend dazu
we den in de Li e a u abe auch 100 Wa und 250 Wa als no ma i e Höchs g enze ü
diese Ka ego ie angese z .122 Doch wie beg ünde sich eine solche ka ego ische
Einsch änkung de Sendes ä ke? Den einzelnen De ini ionen un e liegen zwei wesen liche
Annahmen. Ein » echnische « G und besag , dass Radiosignale sich in ih e Ausb ei ung
ela ional beein lussen und einande »s ö en« können, wenn sie sich au eine F equenz
übe lage n. Doch dami is noch nich gesag wa um einigen Sende n eine g öße e und
ande en eine kleine Sendes ä ke zugesch ieben wi d. De zwei e G und besch eib deshalb,
wie wei de Bei ag eines Radiosende s zu einem spezi ischen Zweck eich . Diese kann
einen »na ionalen Um ang« on 200 Kilowa haben, mi dem Ziel, landeswei emp angba zu
sein.123 E kann im Fall eines Radios mi ge inge Signals ä ke abe auch da au besch änk
sein, eine lokal de inie en »Gemeinde“ (comunidade) zu dienen.124
P oblema isch is an eine solchen Ka ego isie ung wenige die Un e scheidung spezi ische
Signals ä ken, welche inne halb einzelne Radiomodelle und ih e konk e en kommunika i en
Zielse zung ja du chaus a iie en können - auch Communi y Radios bek ä igen meis ih en
kommunalen Fokus.125 F aglich is ielmeh , inwie e n die Fes legung eine allgemein gül igen
De ini ion on Radios mi ge inge Sendes ä ke au 25 Wa ge ech e ig ode ehe
»willkü lich« e olg .126 Egal ob man geog a ische, poli ische (z.B. Wahlk eise) ode ande e
desk ip i e K i e ien ü eine bes imm e Gemeinde anleg – in ielen Fällen wü de ein Sende
mi nu 25 Wa nich on allen Gemeindemi gliede n zu emp angen sein und sein »Diens “
nich e üll we den können. Ein Sende mi höhe e Wa zahl muss dagegen nich zwingend
eine s ö ende In e e enz e zeugen. Und selbs wenn, wü de sich die F age eine »S ö ung«
le z endlich synch on ü alle Sendenden und ih e spezi ischen Zielse zungen s ellen – und
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dami auch die mögliche Fo de ung, diese kommunika i en Zwecke als Bei ag zu einem
Gemeinwohl zu ekons uie en. E neu ge ä eine scheinba echnische Ka ego ie un e
Legi imie ungsd uck.127
Alle hie skizzie en echnischen Ka ego ien g enzen das Radiomedium konzep uell ein und
leis en einen Bei ag zu seinem ope a i en Geb auch, in dem sie die Signalübe agung und
spezi ische Ano dnungen di e se ools besch eiben. P oblema isch schein es in Hinblick au
die hie besch iebenen Ka ego ien jedoch, Technik als ak ische und un e ände liche
Bedingungen eines Mediums au zu assen. Dies be i zum einen die da geleg en ma e iellen
Disposi i e und ih e No mie ung, abe auch ein ein » echnisch« e s andenes Radiomachen,
als Kuns e igkei ein Signal zu e zeugen. Ans a eines de e minis ischen Fak o s is Technik
»s abilisie e Gesellscha «.128 Technik wi d dami auch ü die Legi ima ions age
di e enzie e be ach ba . Denn sie is wede i ele an , weil scheinba neu al, noch
de e minie end, weil scheinba un e ände lich. Sobald nämlich echnische Sachzwänge und
ko espondie ende No men e neu in ih e sozialen Gemach hei besch ieben we den, kann
auch ihnen eine Rech e igung ab e lang we den.
2.1.2.2 Legale Ka ego ien
Bei de Be ach ung echnische Ka ego ien is eine an eilige Fes sch eibung inne halb legale
No men angeklungen. Gese ze sind jedoch auch au nich - echnische Ebene an eine
adialen Ka ego ienbildung be eilig . Wu de Rund unk ( ádiodi usão) 1924 als ein zi ile Diens
lediglich on de mili ä ischen Spek umsnu zung un e schieden, zeichne e sich inne halb de
wei e en Ve ech lichung des Mediums in B asilien bald eine wei e e Ausdi e enzie ung ab.
Die geb äuchliche Un e scheidung on Bildungs- und komme ziellen Sende n is jedoch nich
nu ungenau, sie exis ie ein ech lich be ach e ga nich .129 Denn un e schieden wu de sei
den 1960e Jah en in un e schiedlichen Gese zes ex en zwischen (1) „ö en lichen“ (públicos)
di ek on de Bundes egie ung kon ollie en Sende n, (2) Bildungssende n, sowie (3)
genehmig en (pe missão, au o ização) und (4) lizenzie en (concessão) Sende n. 1998 schu
die (5) Ein üh ung des Gese zes ü Communi y Radios noch eine wei e e legale Ka ego ie.130
In de olgenden Da s ellung wi d nich nu die konzep uelle Ve ände lichkei de einzelnen
Ka ego ien in de Zei sich ba we den, sonde n auch de eils dami e bundene Ve lus ih e
gesellscha lichen Ane kennungswü digkei , de an angs allen Ka ego ien no ma i
eingesch ieben wa .
(1) Als ö en liche Radios wu den sei dem E lass des Na ionalen Telekommunika ions-
Gese zbuchs (CNT, Lei 4.117) 1962 all jene Sende bezeichne , die »di ek es Eigen um de
Bundes egie ung« wa en und »die mi els Sponso ing (pa ocínio) ode We bung s aa liche
Einkün e e zielen«131 soll en. Von 1975 bis 2008 o ganisie e das ö en liche Un e nehmen
Radiob ás »einige wenige Sende , die sich as alle de Ve b ei ung [...] b asilianische Kul u
und Regie ungsangelegenhei en widme en«132. Diese Au assung de Ka ego ie »ö en lich«
wu de mi de G ündung de Nach olgeo ganisa ion B asilianisches Kommunika ions-
un e nehmen (EBC) im Jah 2007 jedoch nachhal ig e idie , um sie kla e on Ka ego ien wie
S aa s- und Regie ungssende un e scheiden zu können.133 Die EBC ha es als eines ih e
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Ziele ausgesch ieben, »ö en liche Kanäle zu scha en, die sich du ch ih e edak ionelle
Unabhängigkei « auszeichnen.134 Da übe hinaus wu de die Au gabe, s aa liche Einkün e zu
e zielen au gegeben und gese zlich du ch einen non-p o i -Cha ak e e se z .135
Dieses Selbs e s ändnis nimm dami nich länge au den CNT on 1962 sonde n s ä ke au
A ikel 223 de b asilianischen Ve assung on 1988 Bezug. Do is eine gegensei ige
E gänzung (complemen a idade) des p i a en, ö en lichen und s aa lichen Rund unks
e anschlag . Dami zeichnen sich e s e konzep uelle Unschä en ab, denn die als
komplemen ä e s andenen Ka ego ien »s aa liche Sende « und »p i a e Sende « exis ie en
in ande en Gese zes ex en nich . Da übe hinaus se z en auch iele akademische A bei en
jünge en Da ums (d.h. nach G ündung de EBC) ö en liche Radios wei e hin mi s aa lichem
Rund unk gleich und un e scheiden da on RadComs als »ö en lich-nich -s aa liche«
Sende .136 Diese De ini ion übe schneide sich jedoch mi dem e wähn en Selbs bild de EBC.
Schließlich is auch die undeu liche Abg enzung zum sogenann en Bildungs unk ( ádio
educa i o) zu e wähnen, eine Ka ego ie, die sich o G ündung de EBC au di ek on
bundess aa lichen Ins i u ionen kon ollie e Sende und wei e e genehmig e Bildungssende
e s eck e.137 Die EBC in eg ie e jedoch nu einen Teil diese Radios in die sieben ih
angehö enden ö en lichen Sende , die un e ande em auch einen explizi en Bildungsau ag
haben. Dami wu de die bis da o bes ehende A bei s eilung zwischen s aa lich/ö en lichen und
Bildungssende n einsei ig au gelös , die e bleibenden Bildungssende , de en
gesellscha liche Ane kennungswü digkei be ei s o he p ekä wa , e lo en wei e an
Kon u .138
(2) Bildungssende wa en sei de e s en dokumen ie en Besch eibung on Radio als
na ionale Bildungsau ag 1923 ( gl. 2.1.1.1) o wäh end eine hyb ide Ka ego ie, welche sich
bezüglich ih e legalen Eing enzung an eilig au wei e e ech liche Ka ego ien e eil e. Zu
e wähnen is , dass bis 1960 alle b asilianischen Radiosende einen e bindlichen
Bildungsau ag ha en, welche e s du ch ein P äsidialdek e au gehoben wu de.139 Sei dem
wu de Bildungs adio als e allgemeine nde Ka ego ie ü alle s aa lichen und om S aa
genehmig en Sende benu z , de Bildungsau ag in seinem no ma i en Ansp uch und
bezüglich de einzelnen T äge jedoch meh ach e ände .140
Eine anhal ende Kon o e se bei de Ausdeu ung de Ka ego ie Bildungs adio is und bleib die
F age nach dem Ve häl nis on o male Bildung und nich - o male Bildung, d.h. inwie e n das
s aa liche Bildungssys em, z.B. im Rahmen adiale Alphabe isie ungsp og amme und
Un e ich seinhei en e gänz , ode abe Bildung im Radio didak isch sub ile e mi el we den
soll e.141 Eine wei e e Kon lik linie be i die ge ech e ig e Nu zung on Bildungssende n ü
poli ische In e essen de Regie ung ode ih e O ganisa ion on edak ionell unabhängigen
T äge n, wie beispielsweise de be eiungs heologischen Bewegung de Basisbildung (MEB),
die in ih en Radiop og ammen de 1960e Jah e eine Bildung o nahmen, die auch ein
k i isches Bewuss sein gegenübe s aa lichen Ins i u ionen scha en soll e.142 Zwischen 1991
und 1998 exis ie e zudem die ums i ene Regelung, Bildungssende auch als epi ido as mi
einem eigenen P og amman eil zu o ganisie en.143 Auch wenn diese Regelung im Rahmen
des Dek e s 2.593 abgescha wu de, bleib die allgemeine Ausdeu ung on Bildung als
adiale P axis undeu lich.
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Die ak uell gül ige De ini ion on Bildungs adio, die au einen E lass zwischen Bildungs- und
Kommunika ionsminis e ium aus dem Jah 1999 zu ückgeh , lau e :
»Als Kul u -Bildungsp og amme sind all jene zu e s ehen, die gemeinsam mi den
Un e ich ssys emen alle S u en und Modali ä en agie en, au die G und- ode höhe e Bildung und
die pe manen e Bildung und Ausbildung ü die A bei ausge ich e sind [...] imme in Übe einkun
mi den na ionalen In e essen«144.
Diese Vo gaben lassen au eine ak uell ehe »s aa snahe« und o melle In e p e a ion on
Bildungs adio schließen, die in ih en Aussagen wei hin e de Di e enz ühe e Deba en
zu ückbleib . Ob diese p ak isch on Bedeu ung is , bleib jedoch anzuzwei eln, da
Bildungs unk o mals eine bloße »Fo mali ä « da s elle, »denn die eduka i en E zeuge
olg[ ]en diese Vo gabe nie«.145 Wäh end ö en liche Radios o z de ela ionalen Unschä e
zu ande en legalen Ka ego ien im Rahmen des Gese zes 11.652 zumindes eine seh
de aillie e Selbs besch eibung ih e A bei lie e n, bleiben Bildungs adios ka ego isch
unscha . Sie exponie en sich ü eine In ages ellung ih e Legi ima ion.
(3) Die Schwie igkei , Bildungs adios anhand on Gese zen e schöp end besch eiben zu
können, beein luss auch die Legi ima ion eine wei e en legalen Ka ego ie, nämlich die
genehmig e Radios. Da sich ö en liche Radios im Rahmen de EBC on de allgemeinen
Ka ego ie de Bildungssende abse z en, allen le z e e synonym mi genehmig en Radios
zusammen. Sie e en sich zunächs in de Vo gabe nich -komme ziell zu a bei en und einen
Bildungsau ag zu e üllen.146 An die E üllung diese K i e ien is o mell auch die Ve gabe
und Ve länge ung ih e Genehmigungen gebunden. De CNT o mulie wie olg :
»Die F is on Konzessionen ode Au o isie ungen be äg zehn Jah e ü Rund unkdiens e [...], die
ü gleichlange Folgepe ioden e neue we den können, wenn die Konzessionä e alle legalen und
e aglichen P lich en e üll , die gleiche echnische, inanzielle und mo alische Tauglichkei
beibehal en und dem ö en lichen In e esse gedien haben«.147
Au ällig is , dass im Gese z die Kon olle e agliche P lich en lediglich ü konzessionie e
Lizenznehme nich jedoch ü au o isie e, d.h. genehmig e Radios o gesehen is .
Empi ische S udien sehen in diesem De izi an Kon olle auch einen wesen lichen G und da ü ,
dass genehmig e Radiosende ü eligiöse ode poli ische Übe zeugungsa bei missb auch
we den.148 Die legi ima o ische K ise de Ka ego ie »genehmig es Radio« gene ie sich jedoch
be ei s au konzep uelle Ebene, da übe die ini iale Ve gabe eine Genehmigung keine
e bindlichen K i e ien o mulie we den, welche die Ka ego ie no ma i wei e di e enzie en
und dami in ih em »ope a i en Geb auch« ü ein Gemeinwohl nachp ü ba machen
wü den.148
Da übe hinaus d äng sich bezüglich de sozialen Rech e igung genehmig e Radios eine
wei e e gewich ige F age au . Wa um haben inne halb diese Ka ego ie bishe keine Modelle
unabhängige (legalisie ungsa ine ) Radios ih en Ausd uck ge unden? Leg man allein die
no ma i en K i e ien »nich -komme zielle Bildungsau ag« und eine mögliche echnische
No mie ung als lokale FM-Sende mi wenige als 250 Wa an, dann wü de de ope a i e
Geb auch iele Communi y Radios diese K i e ien e üllen. Eine genaue An wo wi d sich e s
im wei e en Ve lau diese A bei geben lassen. Fes zuhal en is jedoch, dass allein die o mal-
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 59
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Komp omisses ü die Nu zung on Radio equenzen in e essie zu sein. Be ei s in Tex en
eie Radiomache _innen aus den 1980e Jah en wi d die No wendigkei eine
ein e nehmlichen Nu zung des elek omagne ischen Spek ums angesp ochen, jedoch sei
»diese Ve handlung im Sinne des bes möglichen K ä e e häl nisses ü emanzipa o ische
Bewegungen zu üh en«.205 An de F age, ob eine s a k eingesch änk e Legalisie ung wi klich
das bes mögliche Ve handlungs esul a sei, schied spal e e? sich Ende de 1990e Jah e die
unabhängige Radiobewegung B asiliens.
(4) Vo aus ging diesem B uch jedoch zunächs eine wei e e Ausdeu ung de be ei s e wähn en
Subka ego ie F eies Communi y Radio. Nu wenige Au o en gehen dabei so wei , die
En s ehung des Beg i s als » ypisch b asilianischen Ausd uck« da zus ellen.206 Dennoch wi d
auch in Tex en, die eine Ve wendung de Ka ego ie Communi y Radio o de en wei e e
Ausdeu ung in B asilien e wähnen, s e s au einen spezi ischen Übe gang unabhängige
Radios zu RadComs in de e s en Häl e de 1990e Jah e hingewiesen.207 Neben
konzep uellen Anleihen on F eien Radios sollen dabei auch he e ogene Übe legungen zu
Nu zung des Radiomediums ü eduka i e, philan h opische und kul u elle Bedü nisse on
Gemeinden einge lossen sein.208 Die auch au zahl eichen Zusammenkün en und Fo en
F eie Radios ge üh e Deba e soll schließlich 1995 au dem E s en Na ionalen T e en de
F eien Communi y Radios ih e beg i liche »Ins i u ionalisie ung« e ah en haben.209
Als e bindendes Momen de RadComs läss sich de en mediale Ve p lich ung he o heben,
eine spezi ischen Gemeinde zu dienen. Da übe hinaus wi d ü gewöhnlich auch die nich -
komme zielle A bei sweise, die inhal liche Plu ali ä des Radiop og amms und die Möglichkei ,
allen In e essie en ein Mi machen zu e möglichen, a i mie .210 Ums i en bleib dabei bis
heu e ih Ve häl nis zu F eien Radios und zum b asilianischen RadCom-Gese z. Gegenübe
den F eien Radios s ilisie en sich RadComs mi un e als de en konzep uelle
Wei e en wicklung. Wäh end F eie Radios nu aus apoli ische »F eude an de Technik« ode
als Ausd uck de »Unzu iedenhei mi dem sozialen Kommunika ionssys em und de
konzen ie en Dis ibu ion on [Radio]-Kanälen« gesende hä en, seien RadComs das
E gebnis eine wei e üh enden poli ischen Aneignung des Mediums en sp echend den
»Bedü nissen de Be ölke ung«.211 Diese pauschale E olu ionsgeschich e adiale
Poli isie ung zuguns en de RadComs wi d jedoch on ak i en F eien Radiomachenden
wide leg , die sich nich nu gegen eine His o isie ung de Ka ego ie ei weh en, sonde n sich
zugleich als ein Ko ek i de »ins i u ionalisie en" RadComs e s ehen.212
In de Besch eibung on RadComs als »ins i u ionalisie «, s eck nich nu eine K i ik ih e als
»Apa a ismus« (apa elhismo) besch iebenen A i ma ion o mal-bü ok a ische O ganisa ions-
o men.213 Auch ih posi i is isches Rech s e s ändnis wi d monie . Diese Einschä zung
übe sieh jedoch, dass RadComs zwa da an in e essie sind, im Rahmen s aa liche
Regulie ung ane kann zu we den, diese jedoch nich zu eine ka ego ischen Vo ausse zung
e heben. Es gib einen Un e schied zwischen de legalen Ka ego ie RadCom und De ini ionen,
welche die Ane kennungswü digkei des Medium di ek an die Bedü nisse eine Gemeinde
koppeln. Inne halb des Gese zes sei nu ein »Mini-RadCom« ealisie ba : »deshalb
espek ie en die Menschen dieses Gese z nich . [...] Die Leu e besi zen die Legi ima ion das
Eigen um B asiliens einzu o de n«214. Dami we den on dem RadCom-Gese z abweichende

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 60
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legi ime In e p e a ionen on Gemeinde (comunidade) und mediale Modelle denkba .215
Zusammen assend läss sich sagen, dass die Legi ima ion des Radiomediums besonde s im
Rahmen de no ma i en Ka ego ien in ensi disku ie wi d. No ma i e Ka ego ien s ehen
dabei nich un e mi el neben echnischen ode legalen, sonde n se zen sich mi beiden
auseinande und binden sie meh ode minde explizi in einzelne Modelle ein. Zugleich is
e sich lich gewo den, dass sich unabhängige Radios gegenübe pejo a i en
Gene alisie ungen ge ade e mi els eine no ma i en Di e enzie ung zu legi imie en suchen.
Dabei s ellen sie auch s ä ke als in den o he besp ochenen Ka ego ien ih en spezi ischen
Bei ag zu einem gesellscha lichen Gemeinwohl he aus. Die no ma i en Ka ego isie ungen
F eie und Communi y Radios un e scheiden sich und scheinen mi un e auch in Konku enz
zueinande zu s ehen. Dennoch bleib diese Abg enzung zueinande undeu lich, da sich die
K i ik im Einzelnen o ehe au die empi ische Realisie ung eine Ka ego ie bezieh , als au
abs ak e no ma i e K i e ien. Deu lich wi d dies o allem in den häu igen Besch eibungen
on » alschen« ode »wah ha igen« F eien, RadComs ode Pi a en adios.216
Noch o eine nähe en Un e suchung, wie und on wem diese wei en no ma i en Ka ego ien
in ein spezi isches Radiomachen übe se z we den, lassen sich bezüglich de Legi ima ion
F eie Radios und RadComs einige o läu ige Beobach ungen es hal en. Zum einen scheinen
F eie Radios die Rolle des S aa es als zen alen Legi ima ionshel e s ä ke in F age zu s ellen
als RadComs. Nich nu deshalb, weil iele on ihnen eine Legalisie ung im Rahmen des
Gese zes 9.612/98 im Jah 1998 als »einzigen damals möglichen Konsens«217 ablehn en. Als
ebenso p oblema isch wu de und wi d die legale Einhegung adiale »Hühne s älle«218
be ach e , die eine g undsä zliche Um e eilung de genu z en F equenzen (und des
s aa lichen Regulie ungsmonopols) ausschließ . Zum ande en äll die un e schiedliche
Annähe ung an die Ausdeu ung eines adialen Gemeinwohls au . F eie Radios gehen dabei
ehe on dem wei ge ass en Feld de Meinungs eihei aus und sehen die Bes immung seine
G enzen im elek omagne ischen Spek um als einen konsens-o ien ie en P ozess an.
Ve handlungssache is pe spek i isch die Legi ima ion des Radiomediums. RadComs
dagegen de inie en ih en Bei ag zum Gemeinwohl als konk e en Diens on und mi eine
bes imm en Gemeinscha . Ve handlungssache is , welche legi imen handlungslei enden
P inzipien da ü gel en sollen.
Auch wenn die hie da geleg en Ka ego ien bes ä igen, dass unabhängige Radios ih e
gesellscha liche Ane kennungswü digkei o allem im Rahmen no ma i e Besch eibungen
o nehmen, wu de eben alls deu lich, dass echnische und legale Dimensionen einbezogen
we den. Denn wie da ges ell sind diese gegenübe sozialen P ozessen wede neu al noch
äuße lich. Und sie un e scheiden sich auch nich wesen lich on no ma i en De ini ionen, denn
auch sie o mulie en ja modellha e Un e scheidungen on Radiomedien. Diese Gemach hei
e weis au eine Ve ände lichkei und e möglich es zu agen, inwie e n auch sie im Rahmen
eines spezi ischen Radiomachens beg ünde we den müssen. De Blick eines Beobach enden
soll e deshalb s e s da au ge ich e sein, wie einzelne Radios un e schiedliche Ka ego ien
ela ional e knüp en, um sich in ih em Radiomachen und gegenübe konku ie enden
Radiomodellen zu legi imie en. Zen al schein in B asilien dabei die anhal ende
Auseinande se zung zwischen de legalen Ka ego ie unabhängigen Radiomachens (Lei 9612)
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 61
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– inklusi e all ih e echnischen und no ma i en P ämissen - gegenübe allen wei e üh enden
desk ip i en Ausdeu ungen unabhängigen Radiomachens. Be o ich diesen Kamp um die
Disku shohei auch au Ebene de Ak eu _innen o se ze, soll au heo e ische Ebene ein au
den le z en Sei en sich ba gewo denes P oblem geklä we den, nämlich die sich au lösende
T ennschä e de Ka ego ien » echnisch«, »legal« und »no ma i «. Auch wenn die da ges ell e
gesellscha liche Gemach hei alle d ei Ka ego ien den Radius on Legi ima ions o de ungen
e g öße , is es zugleich no wendig au de Ebene de Beobach enden al e na i e
Di e enzie ungss a egien anspa en zu machen.
2.1.2.4 Theo iebaukas en II – Black Boxes und Mak oak eu _innen
Die ka ego ische E schließung des Ak eu _innen-Ne zwe ks »b asilianisches Radio« zeig ,
dass nich alle Me kmale eines Radiomodells di ek seine gesellscha liche
Ane kennungswü digkei be e en. Dennoch wu de deu lich, dass sich die Legi ima ions age
im Rahmen des Se ings du chaus an alle Ka ego ien he an agen läss . Die Gemach hei de
ihnen zu G unde liegenden he e ogenen K i e ien is po en iell imme ekons uie ba . Diese
P ämisse wi d inne halb de ANT on einem wich igen me hodischen Konzep eingelös , dem
Ö nen sogenann e Black Boxes.
Die Science and Technology S udies bezogen diesen Beg i zunächs ausschließlich au ein
» echnical a i ac ha appea s sel e iden and ob ious o he obse e «.219 Inne halb de ANT
wi d diese enge Fokus au Technik on de Übe legung au gelös , das Konzep de Black
Boxes auch au die gesam e Gesellscha anwenden zu können, denn »e e y hing – people,
o ganiza ions, echnologies, na u e, poli ics, social o de (s) – a e he esul , o e ec , o
he e ogeneous ne wo ks.«220 Die au den o angegangenen Sei en begonnene empi ische
Umse zung diese Vo annahme e deu lich , dass sich so nich nu als » echnisch«
besch iebenen Ka ego ien »ö nen« lassen, sonde n en dé ail auch die Selbs e idenz on
Gese zen und no ma i en Radiomodellen ang ei ba wi d.211
In solchen di e enzie e en Besch eibungen lieg zugleich ein adikale B uch mi a p io i
o genommen Un e scheidungen on Mik o- und Mak oak eu _innen beg ünde . Ode ande s
ge ag , wo in un e scheiden sich de b asilianische Rund unk und ein unabhängige
Radiosende , wo in das Gese z de Communi y Radios gegenübe dem P inzipienka alog
eines RadComs in São Paulo? Die implizie en G ößenun e schiede s ellen sich aus Sich de
ANT nich als quali a i e Wesensme kmale diese un e schiedlichen Ak eu _innen da .
Vielmeh we den G ößenun e schiede p oduzie und sind als solche dokumen ie ba .
Geschieh dies nich , bes eh die Ge ah , bes ehende Mach beziehungen zu bes ä igen und
nich ü eine Analyse zugänglich zu machen.212 Auch die Bezeichnung »Rund unk« is deshalb
bishe wei gehend e mieden wo den. Me hodisch olg die o liegende A bei de P ämisse,
G öße au die Anzahl daue ha e Assozia ionen zu ückzu üh en, welche eine_n Ak eu _in
gesellscha lich s abilisie en. Rund unk um ass in seine Besch eibung beispielsweise alle
( egulie en) Radiosende , wäh end ein b asilianische Radiosende den ope a i en Geb auch
eines Radios besch eib .
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 62
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Als Assozia ionen gel en dabei alle he e ogenen Ve bindungen, die Ne zwe ke kons i uie en.213
De b asilianische Rund unk kann sich als daue ha e Assozia ionen dabei neben den
be ach e en echnischen, legalen und no ma i en Ka ego ien un e ande em au
ep äsen a i e Ins i u ionen, Lexika, Schulbüche und on Na u wissenscha le n
»na u alisie e« Explika ionen des elek omagne ischen Spek ums (und da on abgelei e en
Nu zungsmöglichkei en) s ü zen. Doch diese quan i a i e Übe legenhei en binde den
b asilianischen Rund unk nich p inzipiell da on, die on ihm besch iebenen Radiop ak iken
und de en spezi ische Media ionen eines Gemeinwohls nachzuweisen.
Auch »g öße e« e ablie e Ak eu _innen, wie de Rund unk ode da in angeleg e wei e e
Radio ep äsen a ion (z.B. konzessionie e Radios) können po en iell au ge o de we den, ih e
Legi ima ion mi de »gleichen In ensi ä «214 un e Beweis zu s ellen wie jedes unabhängige
Radio. Zug unde lieg diesem symme ischen Blick olgende P ämisse: »[all] di e ences in
le el, size, and scope a e he esul o a ba le o nego ia ion«.215 Da in angeleg is jedoch
auch die Möglichkei – und das is ü die Legi ima ion unabhängige Radios so bedeu sam –
den ope a i en Geb auch on Radiomedien übe eine nu punk uelle Re o mie ung des
bes ehenden Rund unks hinaus e handeln zu können.
Da ü is zunächs (wie eilweise schon geschehen) eine um assende Bes andsau nahme de
einzelnen Assozia ionen un e schiedlich »g oße « Ak eu _innen zu leis en. In einem zwei en
Sch i kann die Daue ha igkei diese Assozia ionen dann au ih e gesellscha liche
Legi ima ion hin un e such we den.216 Zu analysie en, wie einzelne Assozia ionen in Rela ion
zu einem gesellscha lichen Gemeinwohl s abilisie ode des abilisie we den, s ell deshalb
ein zen ales Momen ü die wei e e A bei da . Jede einzelne Insk ip ion on Radio deu e
be ei s ein Medium an. Denn un e schiedlich g oße Radios s ehen nich in einem
hie a chischen Ve häl nis zueinande sonde n deu en eine mediale Viel al an, die den
Rund unk als medialen Ho izon des Vo s ell- und Machba en he aus o de n.217
Fü das wei e e Mapping de b asilianischen Radiomedien is es deshalb no wendig nach
Zugängen zu suchen, die nähe an die Kon igu a ion218 des Medienmachens he an üh en und
dabei auch die Besch eibungen de Medienmachenden e schließen. Im Folgenden beginne
ich deshalb nun dami die einzelnen in de Li e a u benann en Ak eu _innen zu
dokumen ie en, um zu »e schöp ende[n] Benennung alle G ößen ü [die] kumula i e
his o ische En wicklungen«219 b asilianische Radiomedia ionen beizu agen.
2.1.3 En i ä en
Um alle ü Radiomedien kons i u i en G ößen zu dokumen ie en, is es no wendig, sich ih en
he e ogenen Rep äsen a ionen on ologisch möglichs o en zu nähe n. Ans a be ei s im
Vo eld ka ego ische Un e scheidungen zwischen Subjek en, Dingen, Symbolen, Handlungen
und Zus änden zu e en und dann demen sp echende Hinweise aus de Li e a u
zuzuo dnen, is die olgende Un e scheidung aus dem Mapping he aus gewonnen wu den.
Dabei sind alle medialen Ak eu _innen und Elemen e un o eingenommen als En i ä en
zusammenge ass .220 Die o genommene Explika ion wide se z sich dami de
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 63
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dicho omischen O dnung on Subjek en und Objek en. Ausgehend om Konzep de
Ak eu _innen-Ne zwe ke wi d ielmeh eine Rela ionali ä , im Sinne gegensei ige Be ähigung
und T ans o ma ion zwischen den he e ogenen En i ä en e anschlag und diese allesam als
»soziale Ak eu e« behandel .221
Als En i ä en, die Radio in seinem ope a i en Geb auch e mi eln, lassen sich in de Li e a u
(1) menschliche und (2) nich -menschliche Ak eu _innen un e scheiden. Zugleich we den
spezi ische Vo s ellungen on (3) Hö e _innen o mulie . Im Folgenden wi d deu lich we den,
dass diese g obe Un e scheidung nach einem Sende /Emp änge -Schema nich nu po ös
sonde n auch zu lückenha is , um Radiomedien in ih e gesellscha lichen Rela ionali ä
e schöp end zu besch eiben. Zusä zlich is es nö ig sich mi (4) spezi ischen Ve mi le n (z.B.
Regulie e n) und (5) kollek i en Rep äsen an _innen einzelne Radiomodelle
auseinande zuse zen. Gelei e und eingeg enz wi d diese Be ach ung on de F age,
inwie e n die Analyse adiale Legi ima ion im Rahmen eine solchen Ak eu _innenanalyse
konzep uell und beg i lich an Di e enz gewinnen kann.
2.1.3.1 Radiomache _innen
De allgemeine Ausd uck »Radioleu e« (gen e da ádio) ha e in den 1930e und 1940e
Jah en in B asilien einen ech pejo a i en Beigeschmack und s and umgangssp achlich ü
»schlech bezahl e Talen e«222. Un e schieden wu den dazu jedoch auch die »g oßen Männe
des Radios“ (g andes homens da ádio), zu denen Philan h open de b asilianischen
Obe schich wie Roque e Pin ol, o allem abe Medienun e nehme wie João Jo ge Saad,
dem G ünde on Rádio Bande an e ode auch Assis Cha eaub iand, G ünde on Diá ios e
Emisso as Associados, gehö en.223 Gemein is den Ak eu _innen diese »Pionie g uppen des
Rund unks«, dass sie nich länge als Ama eu _innen sonde n als »p o essionelle Radialis en«
besch ieben we den.224 Und in diese P o essionalisie ung zeichne sich auch die zunehmende
Ausdi e enzie ung und Fes igung de einzelnen Rollen beim Radiomachen ab.
Am aus üh lichs en we den dabei in de Li e a u die hö ba en Ak eu _innen ollen
besch ieben. In den Tex en wimmel es o Musike _innen, Sänge _innen, Mode a o _innen
(locu o es), Sp eche _innen und Synch onisa o _innen (doblado es).225 Deu lich wi d dabei in
his o ische Pe spek i e, die Ve gänglichkei bes imm e Ak eu _innen ollen wie
Radioo ches e ode Radioda s elle ( ádioa o es), die Eme genz neue Ak eu e wie Disk
Jockeys und die Kon inui ä de he o agenden Mode a o _innen olle.226 Ebenso
kon inuie lich inden Radio epo e , als dominan e Rep äsen an _innen jou nalis ische
Tä igkei en E wähnung. Die eigen liche edak ionelle A bei wi d dagegen ausgeblende ,
e wähn höchs ens einzelne wei e e Rollen, wie Ko ek u lese _innen ode Ch onis _innen.227
Ebenso un e ep äsen ie bleiben die an de Ve wal ung eines Radios be eilig en Menschen
sowie alle Radio echnike _innen, on denen wenn übe haup die Ope a eu e (ope ado es) an
den Mischpul en E wähnung inden.228 Übe all diesen Ak eu _innen h on in den
Besch eibungen in de Regel ein »Di ek o «, eine Rolle, die explizi eine hie a chische
O ganisa ion on Radio andeu e . Von seine Anwesenhei pauschal abgelei e we den
P o essionali ä und Quali ä , zwei bis heu e legi ima o isch e wand e Me kmale.
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 64
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Die Ane kennungswü digkei on unabhängigen Radiomache _innen schein gegenübe diese
allgemeinen Cha ak e isie ung menschliche Ak eu _innen in einem zwiespäl igen Ve häl nis
zu s ehen. Zum einen we den Rollen, wie Mode a o _in ode Ko esponden _in übe nommen.
Gleichzei ig sind Modi ika ionen e kennba , wenn einzelnen Ak eu _innenbezeichnung das
A ibu »populä « o anges ell ode on »ak i is ischen Kommunika o en« (comunicado
mili an e) gesp ochen wi d.229 Sei ens F eie Radios we den als wich ige Ak eu _innen zudem
Technike _innen und »Elek onikbas le « (b icoleu s da ele ônica) benann , welche ähig sind
Sendege ä e he zus ellen und zu epa ie en.230 Au iel äl ige Weise wi d in Besch eibungen
unabhängige Radios eine spezi ische Ande sa igkei ih e Ak eu _innen gegenübe
konzessionie en Radios kons uie , welche auch eine Legi ima ionsquelle da s ellen kann.231
Da in eingeschlossen is ebenso die Rollen e eilung bei de Ve wal ung ode
gemeinscha lichen O ganisa ion eines Radios. Wäh end inne halb F eie Radios o au eine
o melle Aus o mulie ung on Äm e n ode Rollen e zich e wi d, a i mie en RadComs ehe
Ak eu _innen wie Füh ungsk ä e (lide anças), Vo si zende (di e o es) ode Vo s ände
(di e o ias).232 Diese Rollen we den dann jedoch explizi be is e und no ma i beg enz .
»[V]o si zende schulden in ih em Handeln de Gemeinscha Be iedigung«233. Füh ungsk ä e
müssen übe ih e eigene Pa izipa ion hinaus die Teilhabe – und Be ähigung dazu – an die
Gemeinde wei e geben.234 Radio wi d als ein_e kollek i e_ , a bei s eilige_ Ak eu _in
besch ieben, welche_ sich in spezi ischen Koo dina ionsg uppen und - ä en o ganisie –
»Radioeigne « (donos da ádio) we den gemeinhin ausgeschlossen.235
Das Au b echen es e Hie a chien und die anspa en e Ve wal ung, die hie e anschlag
we den, gehen wei übe die o malen An o de ungen des RadCom-Gese zes hinaus. Denn
zunächs wi d de o mal- ech liche Vo s and de Radios do in seinem Handeln nich explizi
an die Einhal ung de legalen Zielse zungen des RadComs gekoppel .236 Auße dem
ep äsen ie de Vo s and lau Gese z nich di ek das RadCom sonde n einen Ve ein bzw.
S i ung, die als eine ih e Ak i i ä en ein RadCom o ganisie . Wa um das Gese z eine solche
En kopplung o cie , bleib o en.237 Vielmeh e deu lich das RadCom-Gese z in seinen
s i igen o malen Au lagen den anhal enden Kon lik bei de Bes immung legi ime
Radioak eu _innen. Inwie e n beein lussen die legalen Vo gaben au de Ak eu _innenebene
die Radiomachenden bei de kollek i en Ausdeu ung des Mediums? Und inwie e n we den
dami bes imm e hie a chische Rollenzusch eibungen ep oduzie ?
Insgesam lassen sich mindes ens d ei o ene Deba en dokumen ie en, welche di ek die
Ane kennungswü digkei unabhängige Radiomache _innen be e en. Zunächs s ell sich au
no ma i e Ebene wei e hin die F age, welche Rollen e eilung ü die O ganisa ion und
Ve wal ung eines Radios no wendig is und wie s a k diese hie a chisie und o malisie
we den soll e.237 Eine da an anknüp ende F age be i die P o essionalisie ung on
Radioak eu _innen. F eie Radios k i isie en diesen Selbs ansp uch sei ens e ablie e Medien
als ein Ausschlussk i e ium (z.B. die in B asilien gese zlich egulie e Ak eu _innende ini ionen
»Jou nalis «) das Senden zu einem P i ileg mach .238 Teilweise d oh de Ansp uch, RadComs
müss en einen quali a i hohen S anda d e eichen, jedoch genau solche p i ilegie en
Zugänge zu ep oduzie en.239 Und schließlich äll beim Mapping de Li e a u au , dass
Gende agen bei de k i ischen Auseinande se zung mi Ak eu _innen ollen im Radio kaum

Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 65
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besp ochen we den. Nu seh allgemein wi d e wähn , dass die »F auen« ode
»Homosexuelle« als spezi ische soziale Bewegungen sich das Medium aneignen. Ode es
wi d die s e eo ype Da s ellung on F auen in Medien k i isie .240 Ob eine nähe e
Auseinande se zung mi de P ädominanz männliche , he e osexuelle Ak eu e beim
Radiomachen s a inde , kann eine eine Li e a u schau nich bean wo en.241
2.1.3.2 Hö e _innen
»Ni gends we den die Medien ein olls ändig kons i uie es Publikum inden [...], in seine
un e s ell en Globali ä bleib es ein A e ak , nü zlich ü einige Rep äsen a ionen abe auch
une eichba da es wide sp üchlich, dispe s und mul ipel is .«242
In essen ialis ischen Besch eibungen, sind ein passi es Publikum und ak i e Machende s e s
die kons i u i en Teile on Radiomedien ( gl. 2.1.1.2). Wenn man jedoch die Vo gängigkei des
» e eh en Publikums«, welches s e s s umm da au wa e , dass ein neues Medium
au auch , in F age s ell , läss sich diese Black Box eine passi en homogenen Menge
au b echen. Auch im Fall de Radios sind in de Li e a u iel äl ige und ak i e
Ak eu _innenbesch eibungen on Hö enden au spü ba , welche zu eine di e enzie e en
Analyse einzelne Radiomedien bei agen.243
In seine allgemeins en Besch eibung e schein das Publikum als kollek i e_ Ak eu _in
zunächs als anonyme Zuhö e _innenscha (audiência), die in ebenso un e schiedslose
Hö e _innen (ou in es) ze äll .244 Deu lich wi d auch, dass diesem gene elle Blick au die
Hö enden s ändig wechselnde P ämissen un e liegen. Zunächs is da on die quan i a i e
Dimension de Hö enden be o en, welche in B asilien an änglich nu eine kleine
gesellscha liche Eli e um ass e und e s ab den 1940e Jah en ( ü zwei Jah zehn e) als
Massenhö e _innenscha imaginie wi d.245 Da an wa zugleich auch de Ansp uch gekoppel ,
als Radio eine möglichs g oße anonyme Menge an Hö enden zu e sammeln. Doch ein_e
solch_e massi e_ Ak eu _in s and mi de Ein üh ung des Fe nsehens in den 1950e Jah en
imme wenige zu Ve ügung, ielmeh begannen die Radiomachenden sich neue Publika zu
suchen. In de Li e a u wi d on eine einse zenden »Segmen ie ung« und
»Regionalisie ung« gesp ochen.246
O engeleg we den dami auch iele implizi e Vo s ellungen, die bis dahin im allgemeinen
Publikumsbeg i e bo gen geblieben wa en, wie zum Beispiel »Landmensch« (homem do
campo) ode »u bane Mi elklasse“; auch eine s ä ke e Segmen ie ung nach dem Al e de
Hö enden läss sich beobach en.247 Ans elle de o dem Emp änge ge ä e sammel en
»Familienhö e scha « e en zunehmen »ze s eu e Indi iduen«248, die mal als
»Bü ge _innen«, »Konsumen _innen«, »Kund_innen« ode »Nu ze _innen besch ieben
we den.249 Ohne die dami e bunden Implika ionen ü die einzelnen Ak eu _innen ollen hie
im De ail wei e zu e olgen, deu en sich implizi be ei s s a k di e gie ende Au assungen on
Radio an. Wäh end Konsumen _innen Radiomedien an eilig in eine Wa en o m besch eiben,
implizie de Beg i de »Bü ge _innen« eine ein luss eiche e Hö e _innen olle und deu e
eine gewisse Mi bes immung an.
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 66
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Doch wie g oß beziehungsweise wie ak i is diese Teilhabe im Einzelnen de inie ? Auch
einem ehe passi en Publikum wi d g undsä zlich du chaus zuge au »au de Suche nach
In o ma ionen« zu sein. Doch e schöp sich dieses Begeh en wi klich da in, »au geo dne e
A und Weise Nach ich en“ zu emp angen?250 Unabhängige Radios s euen hie konzep uelle
Zwei el, zu o de s an in o ma ions heo e ischen Kommunika ionsmodellen, die einzig die
unila e ale Übe mi lung on Bo scha en on Sende _innen zu Emp änge _innen o sehen.251
En sp echend de P ämisse, dass de olls ändige Kommunika ionsp ozess einen Aus ausch
( oca) da s elle, wi d den Emp änge _innen zuges anden eben alls Bo scha en
zu ückzusenden, »um sich dami in ein ak i es Subjek des [Kommunika ions-]P ozess zu
wandeln«.252 Siche lich, ein solches »Feedback« wi d auch on ielen sys em heo e ischen
En wü en o gesehen, en scheidend is jedoch dessen Umdeu ung zu einem dialogischen
Modell, »inne halb welchem die Pe sonen schließlich au ezip oke, ak i e und p oduk i e
Weise sp echen könn en«.253
An diese S elle ließe sich einwenden, dass die dialogische Ak eu _innenano dnung die
k i isie e Duali ä endenziell ep oduzie . Eine en scheidende Ve ände ung lieg jedoch da in,
dass die Rollen on »Hö enden« und »Sp echenden« s ä ke dynamisie und aus auschba
we den. Hö ende we den au ge u en selbs Radio zu machen und nich länge nu Hö ende zu
sein. In ielen Tex en zu F eien und Communi y Radios we den Hö ende ode Publikum
deshalb nich explizi e wähn , beziehungsweise als zu übe windende Ak eu _innen ollen
da ges ell .254 F eie Radios dekons uie en das Publikum beispielsweise ausgehend on de
P ämisse, dass die Absage kommunika i e »Spezialis en« au de Sende sei e auch eine
P oli e a ion on Au o _innen e ozie e. De ehemals pejo a i bese z e Beg i des »Ama eu s“
(amado ) wi d neu bewe e , »denn könn e e nich Ausd uck sein on einem Rollenwechsel,
on eine Rebellion de Rezipien en auße halb de Ins i u ionen [...]?«.255
Dieses »Auße halb« adie e adiale Ins i u ionen g ei en RadComs beg i lich o ensi im
Rahmen des kollek i en Ak eu _innenbeg i s de Gemeinscha (comunidade) au . Eine
solche kann sowohl aus geog aphischen Bezügen wie S ad eil, ode als spezi ische soziale
Schich en (z.B. subal e ne Sek o ) ode G uppen (z.B F auen) zusammengese z sein.
En scheidend is dabei jedoch o allem, dass das Radio nich nu ein »neu ales«
Kommunika ionsmi el ü die Gemeinscha da s ell , sonde n einen P ozess e möglich »in
dem Nach ich en on diese Gemeinscha gescha en we den, ohne dass dabei die Rollen
on Rezipien _innen und P oduzen _innen pola isie wü den«256. Vielmeh e möglich Radio in
in o ma ions heo e ische Pe spek i e dami die Zi kula ion on Nach ich en inne halb eine
Gemeinscha , die in ih e Gesam hei Zugang zum Radio ha , um Nach ich en zu senden, zu
hö en ode zu bean wo en.257
In den Aus- und Umdeu ungen de Hö e _innenscha als mediale En i ä wi d deu lich, dass
hie spezi ische Ane kennungswü digkei en on unabhängigem Radiomachen ekons uie
we den. Ans a au ein abs ak es Publikum nehmen die Modelle dabei di ek Bezug au die
Be ölke ung (po o).258 Unabhängige Radios üh en ih e Legi ima ion dami übe die messba e
Einschal quo e, sei es als uni o mes ode segmen ie es Massenpublikum, hinaus. Sie weisen
da au hin, dass die Be ölke ung als Hö ende pe De ini ion ih e »S imme be aub « sind.259
Die Be ölke ung au spezi ische A und Weise als ak i en Teil des Mediums zu a i mie en,
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 67
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schein deshalb auch als Legi ima ionss a egie unabhängige Radios ekons uie ba .
2.1.3.3 Nich -menschliche Ak eu _innen
Bei nähe em Hinschauen ze äll de Mak oak eu Publikum nich nu in eine dynamische –
on Au lösungse scheinungen geplag e – Hö e _innenscha , sonde n auch in einen
he e ogenen Hau en ma e ielle A e ak e: T ansis o adios, Au o adios, S e eoanlagen,
Handys mi eingebau em FM-Emp änge , e c. Übe ih en S a us als ma e ielles Ding hinaus,
lassen sich Radioemp änge auch als eine on ielen nich -menschlichen Ak eu _innen260 on
Radios analysie en, welche ela ional an am ope a i en Geb auch on Medien be eilig sind.
Ihnen komm dann u.a. eine spezi ische Wide s ändigkei zu, da sie zum Beispiel nich ohne
wei e es »umgedeu e « we den können, um die Sende -Emp änge -Duali ä zu du chb echen.
Ande sei s lassen sich jedoch sei den An ängen on Radiomedien auch » ebellische«
Emp angsge ä e dokumen ie en, die auße halb de gese zlichen Regulie ung des
Radiomediums ope ie en.261 Und schließlich beein luss ih e sich wandelnde Mobili ä (z.B. die
Minia u isie ung du ch T ansis o en) und »Unabhängigkei « (Ba e iebe ieb) auch den
Wi kungsk eis on Radiomedien.262 Ku zum, diese hie exempla isch um issene Blickwinkel
is nich da an in e essie , ma e ielle A e ak e zu handelnden Ak eu _innen zu e klä en,
sonde n, die o als »nich -soziale« In as uk u subsummie en An eile des Radiomediums
di e enzie in ih e an eiligen Ve mi lung on Gesellscha be ach en.
De Analyse nich -menschliche En i ä en in b asilianischen Radiomedien un e lieg im
Allgemeinen die Un e scheidung on »in e mediä en echnologischen Appa a en« und on
ihnen anspo ie en Inhal en.263 So lange beide als gemach e und sozial e ände liche
G ößen besch ieben we den, is eine e schöp ende mediale Besch eibung zumindes
po en iell möglich.264 Sobald die Besch eibung de In as uk u jedoch als nich -soziale, ein
echnische Inno a ionsgeschich e besch ieben wi d, e langen die »Appa a e« eine
p oblema ische Selbs e idenz. Sie we den zu black boxes.
In de Dokumen a ion unabhängige Radios wi d deu lich, dass diese Schwa zen Kis en de
»In as uk u « o mals mi einem a gumen a i en B echeisen bei kommen: Kommunika ions-
p ozesse s ellen »eine Beziehung zwischen Pe sonen und Dingen« da .265 Demen sp echend
de aillie e äll auch ih Blick au Ve s ä ke , Sende , Mik o one und An ennen aus.266
Die Einbindung diese En i ä en in das unabhängige Radiomachen wi d dami ge ech e ig ,
dass die » echnischen E obe ungen de Menschhei «267 ü alle zugänglich und nu zba seien
soll en. Mi diese A gumen a ion läss sich das Senden selbs jedoch nu beding legi imie en.
Auch wenn es explizi an einem spezi ischen Gemeinwohl o ien ie is , kann ge ade die
Anwesenhei de da ü no wendigen nich -menschlichen En i ä en die Ane kennungswü digkei
de Radios un e minie en. Eine de am häu igs en geb auch en Einwände is de Vo wu ,
unsachgemäß geb auch e Sende echnik mobilisie e s ö ende bis ge äh liche nich -
menschliche Ak eu _innen, allen o an sogenann e »In e e enzen«. Diese ungewoll en
G ößen lassen sich jedoch ebenso gu bei komme ziellen Sende n au spü en.268 In e e enzen
( gl. 2.1.2.1) pejo a i einzig au Sei en unabhängige Radios zu monie en, e weis deshalb
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 68
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au eine mögliche Delegi imie ungss a egie, de eine asynch one Be ach ung nich -
menschliche Ak eu _innen zu G unde lieg .
Auch In e e enzen als nich -menschliche_n Ak eu _in zu bezeichnen geh übe den bishe igen
Fokus au ma e ielle En i ä en hinaus. Eine ganze Reihe ebenso schwe zu assende wie
gewich ige »Umwel ak o en« und »na ü liche Phänomene« ge a en in den Blick, G ößen,
die das Radiomedium nich nu umgeben, sonde n ak i an dessen ope a i em Geb auch
be eilig sind. Elek omagne ische Wellen mögen zunächs »übe all« anzu e en sein, beim
Radiomachen jedoch komm ihnen eine en scheidende Rolle (bei de Signale zeugung) zu.269
Auch die o handene ode nich o handene »elek ische Ene gie« um Radiowellen zu
modulie en (ode diese modulie en Wellen zu emp angen) ha g oßen Ein luss au den
P ozess de adialen Media ion.270 Am aus üh lichs en wi d in de Li e a u jedoch au das
Ve häl nis on Radios gegenübe dem elek omagne ischen Spek um und de De ini ion
dieses imma e iellen Ak eu s eingegangen.
Die bemängel e »Eso he isie ung« des elek omagne ischen Spek ums schein ein S ück wei
auch au die Schwie igkei zu ückzugehen, einen Me acode zu inden, de den minimalen
Konsens des Gemein en um eiß .271 S a dessen zi kulie das elek omagne ische Spek um
unen weg zwischen e schiedenen pe spek i ischen P ämissen. Eine e s e geh dabei da on
aus, dass elek omagne ische Spek um sei eine na ü liche Ressou ce, die unabhängig on
de Gesellscha exis ie e.272 Au on ologische Ebene läss sich da übe s ei en, ob so e was
wie » ein na ü liche« und » ein gesellscha liche« En i ä en un e scheidba sind.273 Sobald eine
na ü liche Ressou ce jedoch als »knapp« bezeichne wi d, schein diese nich länge
auße halb, sonde n in Rela ion zu gesellscha lichen Bedü nissen besch ieben zu we den.274
»Ressou cen sind demzu olge gemessen an den unendlichen Bedü nissen de Indi iduen imme
schon knapp. Diese Knapphei wi d nich als Resul a eine spezi ischen Ve gesellscha ungsweise
au ge ass , sonde n als ganz selbs e s ändliche Ausgangspunk «275
Die Au eilung des elek omagne ischen Spek ums in eine endliche Anzahl on F equenzen
und de en jeweils beg enz e , exklusi e Nu zung inne halb na ionals aa liche G enzen wi d in
eine black box e schoben und e schein »na ü lich«. Nun s ell sich gegenübe eine so
na u alisie en Ressou ce die F age des Eigen ums und des Zugangs. Dabei kollidie en zwei
un e schiedliche Au assungen, nämlich jene, die das elek omagne ische Spek um als
»Wel kul u e be« au ass und jene, die den S aa als Eigen üme eine Ressou ce
e anschlag .276 Be ei s die F eien Radios B asiliens de 1980e Jah e agen, wo in diese
s aa liche Inszenie ung als »legi ime Eigen üme « beg ünde sei und behaup en, sein
Ansp uch sei unbe ech ig .277 Ta sächlich lieg in de Behaup ung, das elek omagne ische
Spek um sei S aa seigen um wohl ehe eine analy ische Unschä e. Die dem S aa
un e s ell e »Doppel olle als Eigen üme und Regulie e «, wi d explizi nich einge o de , wohl
abe das zwei e »P i ileg«: die Nu zung eine Ressou ce zu egulie en.278
Dennoch, mi un e e schein das elek omagne ische Spek um du chaus als zei lich
be is e es Eigen um, nämlich dann, wenn es an eilig, pe s aa liche Konzession, an p i a e
Un e nehmen und Kö pe scha en übe agen wi d. Hie s ell sich die F age, ob und wie diese
P axis zu ech e igen is , wie das Wel kul u e be bzw. die Ressou ce des
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 75
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a sächlich einen adialen Bei ag zum Gemeinwohl leis en und dami ih e Be ech igung de
F equenznu zung nachweisen. De d i e K i ikpunk be i die Schließung unabhängige
Radios, welche ANATEL o gemeinsam mi einem wei e en Ak eu , de Bundespolizei (PF),
du ch üh .342 P oblema isch is hie o allem die F age de Ve häl nis- und Rech mäßigkei
des gemeinsamen Handelns. Wie be ei s da geleg , beda die Schließung und Kon iszie ung
on Ma e ial im Rahmen polizeiliche Koope a ion dem empi ischen Nachweis eine
»S a a «.343 Die F age, ob allein de allgemeine und nich e wiesene Ve weis au eine
Ge äh dung des Lu e keh s ( gl. 2.1.2.3.) aus eich , das ep essi e Vo gehen gegen
unabhängige Radios zu legi imie en, schläg auch au die Ane kennungswü digkei de
be eilig en Regulie enden zu ück.
Das Rollenbild ANATELs illus ie – o allem sei ens s aa liche Ak eu _innen (abe nich nu )
– den Ve such, poli ische En scheidungen mi de Selbs e idenz echnische Expe _innen zu
beg ünden. Die Handlungen s aa liche Regulie e _innen, Kon olleu _innen und
Übe wache _innen sei de poli ischen Deba e e haben, da sie »einem Handeln und einem
Raum igide echnische Kon ollen« en sp ingen wü den.344 Au diese Weise we den alle
Nich -Expe _innen bei Regulie ungs agen in »die Kulisse abgeschoben«, weshalb es
no wendig is , scheinba »nich -poli ische« Fak en analy isch imme an gesellscha liche
P ozesse zu ückzubinden.345 ANATEL mag als unabhängige Regulie ungsagen u da au
bes ehen, einzig nach legal ixie en echnischen No men zu handeln. Doch diese we den im
Rahmen eine synch onen Be ach ung als black box k i isie ba , die echnische
Regulie ungen und ih e Ak eu _innen om Nachweis ih e gesellscha lichen
Ane kennungswü digkei en binde .
Die hie e sammel en pe spek i ischen Annähe ungen an wei e e Ve mi le _innen
unabhängige Radiomedien zeigen, dass diese en gegen kla abzug enzende
Ak eu _inenblöcke au he e ogene Weise e loch en sind. In ih en e ände lichen
Kons ella ionen läss sich ih Bei ag an de Legi ima ion on unabhängigen Radios
ekons uie en, abe auch in en gegengese z e Rich ung agen, inwie e n sie zu dessen
an eilige De ini ion, Nu zung, Eing enzung ode Kon olle be ech ig sind. Die Ve mi le _innen
machen zu dem deu lich, dass die la en e Besch eibung on unabhängigen Radios als »lokale
Medien«346 analy isch zu ku z g ei . Denn ela ional übe sch ei en iele de genann en
Ve mi le _innen die Dicho omie lokal/global. Diese T ansg ession um ass sowohl
Ve mi le _innen, die die adialen Ope a ionen » on Außen« beein lussen, als auch die nich
an de Signale zeugung be eilig Ak eu _innen in einzelnen Radiomedien.347
2.1.3.5 Ve bände
Un e de Vielzahl wei e e Ve mi le _innen, on denen ielen e s noch empi isch au die
Spu zu kommen is , lassen sich schließlich auch spezi ische Fü sp eche _innen einzelne
Radiomodelle ode kollek i e Rep äsen a ionen ausmachen. Als eine »ex em mäch ige
En i ä «348 is dabei zunächs die Ve einigung B asilianische Fe nseh- und TV-Sende (Abe )

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 76
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zu nennen. In ih e Selbs da s ellung besch eib die O ganisa ion ih e En s ehung im Jah
1962 als »Kamp « gegen die s aa lichen Kon ollansp üche und ü die P esse eihei .349 Die
ins i u ionelle Geschich e beginn dagegen schon iel ühe . 1946 e such e Abe be ei s als
Kö pe scha ane kann zu we den, die es sich zum Ziel gese z ha e, »die olls ändige
P i a isie ung des Rund unksek o s siche zus ellen«350 Bis heu e e i die O ganisa ion nu
die In e essen komme zielle , nich abe wei e e unabhängige nich -s aa liche Radios. Im
Gegen eil, in de Li e a u gib es Hinweise da au , dass Abe bewuss ü eine bes ändige
Delegi imie ung unabhängigen Radiomachens sei den 1980e Jah en und eine g öß mögliche
Schwächung des gese zlich ane kann en RadCom-Modells ein i .351
Wäh end die In e essen ö en liche , s aa liche und Bildungs adios e s sei ela i ku ze Zei
(2004) und on lediglich eine O ganisa ion e e en we den, e scheinen die
Rep äsen a ionen unabhängige Radios on Beginn an äuße s iel äl ig.352 Be ei s ab den
spä en 80e Jah en sind un e schiedliche lokale Zusammenschlüsse unabhängige Radios
dokumen ie .353 Als e s e Ve such, eine landeswei e Zusammenkun de einzelnen Sende
zu o ganisie en, wi d gemeinhin das 1989 ausge agene »E s e T e en F eie Radios« in São
Paulo genann .354 Doch be ei s 1986 soll in Rio de Janei o, im Ci co Voado »ein e s e
Ve such« s a ge unden haben »Sende aus meh e en Bundess aa en
zusammenzuschließen.«355 Bei diesem in ensi en Dispu da übe , welches nun de ühes e
Ve band ode das e s e T e en wa , wi d unbeme k auch die Ane kennungswü digkei de
Radios e handel . Denn die zahl eichen dokumen ie en T e en bes ä igen zwei ellos ein
g oßes populä es In e esse am Senden. Und diese Ansp uch inde in den un e schiedlichen
Ligen, Ve einen und Ve bänden seinen Ausd uck, als in de Zei e es ige_ Ak eu _in.
Au ällig is , dass sich die Ne zwe ke unabhängige Radios bis Mi e de 1990e Jah e
zunächs inne halb de sozialen Bewegungen a ikulie en. Die S udie endeno ganisa ion UNE
is es, die 1989 ü das g oße T e en in São Paulo mobilisie , Radioama eu _innen bes ä ken
Sendeini ia i en und o ganisie en echnische Un e s ü zung.356 Sich ba we den die
Zusammenschlüsse de unabhängigen Radios o allem du ch ih en Bei i zu b ei en,
beziehungsweise besonde s ö en lichen Bündnissen, wie beispielsweise 1991, als das
»Cole i o Nacional de Rádios Li es« (Na ionales Kollek i F eie Radios) de
Pa lamen a ischen F on ü die Demok a isie ung de Kommunika ion und 1993 auch dem
gewe kscha snahen Na ionalen Fo um ü die Demok a isie ung de Kommunika ion bei i .357
Die Legi ima ion de unabhängigen Radios wi d ü einige Jah e zu einem wich igen Punk in
den gemeinsamen Fo de ungska alogen ü medienpoli ische Re o men.358
Dieses Ak eu _innenbündnis ze b ich , wie be ei s e wähn ( gl. 2.1.1.2.) im Jah 1996 au
einem e neu en landeswei en T e en unabhängige Radios.359 Be ei s im Vo eld wi d e s ä k
de Beg i »Communi y Radios und TVs« bemüh und als de en neue landeswei e
Rep äsen anz läss sich pe U abs immung anschließend die Ve einigung b asilianische
Communi y Radios (Ab aco) wählen.360 Au einen solchen hie a chischen Ve band, mi
bundess aa lichen Ve e ungen, einem na ionalen G emium und Radioini ia i en als
Einzelmi gliede , ha en sich einige Sende be ei s im Vo eld e s ändig , ande e schlossen
sich in den da au olgenden Jah en an.361 Einzig die b asilianische Sek ion des Wel e bandes
de Communi y Radios (Ama c B asil) konku ie als wei e e po en iell landeswei e Ve e ung
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 77
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mi Ab aco. In e essan is bezüglich diese En i ä , dass ih e En s ehung einmal als
G ündungsmi glied on Ab aco e zähl wi d, ein ande es mal als ein im Jah 2000
nach olgendes E eignis – ein e neu e Hinweis eine spezi ischen U sp ünglichkei als
legi imie endes Momen ?362 Die F eien Radios se zen diese neuen Ak eu _inneno dnung,
ielleich auch aus eine K i ik an de allgemeinen Rep äsen a ionsidee, bis heu e nich s
en gegen.363
O en muss wegen de spä lichen Hinweise in de Li e a u bleiben, inwie e n die
Abg enzungen de einzelnen Ve bände die konku ie enden Legi ima ionen de on ihnen
e e enen unabhängigen Radios beein lussen. Die zu e mu enden konzep uellen und
poli ischen Di e genzen scheinen jedoch nich gänzlich inkompa ibel. Dokumen ie sind nach
den kon lik eichen B üchen Mi e de 1990e Jah e auch spannende Momen e de
Zusammena bei , wie beispielsweise die Ve eidigung des RadComs No os Rumos 1997.364
Eine genaue e Un e suchung de Fü sp eche _innen unabhängige Radios spiel ü die
wei e e empi ische Analyse deshalb po en iell eine he aus agende Rolle.
De in diesem Un e kapi el elabo ie e Fokus au adiale Ak eu _innen läss d ei allgemeine
Schlüsse zu. Zunächs is deu lich gewo den, dass die Anwesenhei und Abwesenhei
bes imm e Ak eu _innen einen E ek au die mediale Ane kennungswü digkei ha .
Exempla isch wu de sich ba , dass übe die na a i e und ka ego ische Kons uk ion on
Medien hinaus auch die he e ogenen, am ope a i en Geb auch di ek ode indi ek be eilig en
En i ä en ü die Fo de ung nach ode die A ikula ion on Legi imi ä ele an seien können. In
de gesich e en Li e a u wi d dieses Po en ial jedoch sel en ak i angesp ochen, bezüglich
nich -menschliche_ Ak eu _innen bleib es abgesehen om ge o de en »Rech au An enne«
nahezu olls ändig une wähn .
Allgemein wi d au de Ak eu _inneneben seh deu lich, dass die Un e s ü zung on Modellen
F eie und Communi y Radios übe 30 Jah zehn e hinweg iel äl igen Modi ika ionen
un e lieg . Ein p ägnan es Beispiel da ü , is de häu ig zi ie e Bundesabgeo dne e de
Bundespolizei (PF) A mando NETO Ne o, de mi seinem Buch »Communi y Radio is kein
Ve b echen« die ambi alen e Rolle de PF deu lich mach . Wäh end die PF meis als
Gegenspiele _in unabhängige Radios da ges ell wi d, e ö ne Ne o den Blick au den
»Wide willen de Polizei« und scha es zumindes in den 1990e Jah en die Be eiligung de
PF an de ep essi en Regula ion in F age zu s ellen.365 In diese Ve ände lichkei wi d auch
die ak i e Rolle einzelne En i ä en deu lich, da un e auch wie e wähn die Hö e _innen, die
als kons i u i e Teil on Media ionen in E scheinung e en.
Schließlich is anzume ken, dass nich alle be eilig en Ak eu _innen auch ohne Wei e es
sich ba sind. Dies is wenige eine F age de Volls ändigkei de ü das Mapping e wende en
Li e a u , sonde n ein zu kon ollie endes Momen des me hodischen Zugangs.366 De Schluss,
F eie Radios hä en sich e s nach äglich poli isie , kann ebenso gu au einen mangelnden
Zugang au de Beobach e _innenebene e weisen. Die nu udimen ä ge üh e
Auseinande se zung zu gende -spezi isch cha ak e isie en Akeu _innen läss sich bishe
eben alls nu beg enz als Hinweis eine mangelnden P äsenz ode Auseinande se zung
inne halb einzelne Ak eu _innenne zwe ke deu en. Ande e mögliche weise bedeu samen
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 78
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silen ac o s, wie die Menschen ech skommission de O ganisa ion Ame ikanische S aa en
(OEA), inden übe haup keine E wähnung. Ans a eines olls ändigen Übe blicks, soll e das
Ak eu _innen-Mapping deshalb als eine e s e Annähe ung gewe e we den, die auch ü
» e s eck e« und »s ille« En i ä en sensibilisie en will.367 De en Ö en lichkei ode s a egische
Nich -Ö en lichkei , wi d die olgende Analyse imme wiede beschä igen.
Ku zum, die Ak eu _innenpe spek i e e möglich eine di e enzie e Dokumen a ion mediale
En i ä en. Sie is jedoch nich als Neuo dnung zu e s ehen, an de en Ende es e Ka ego ien
s ehen, sonde n als ein Nebeneinande s ellen on Ak eu _innen ohne epis emologisch
zwischen passi /ak i beziehungsweise Subjek /Ins umen zu un e scheiden und – das is
das en scheidende – un e scheiden zu müssen. Ak eu _innen, welche an de A ikula ion on
Radiomedien be eilig sind, we den in ih e Viel al und si ua i en Kopplungen un e such
ans a nach uni e sellen und ei aus auschba en Ak eu _innenkonzep en zu o schen. Ein
Radio is kein Radio is kein Radio.
2.1.3.6 Theo iebaukas en III – Ak eu _innen und In a e lexi i ä
Auch wenn die Ak eu _innen des Radiomachens »ko-kons i u i « sind und e s in den
ela ionalen Besch eibungen als G ößen des medialen Geb auchs e klä ba we den, lassen
sich au in alinguis ische Ebene be ei s einige konzep uelle Übe legungen ans ellen. Meh
noch, es muss d ingend geklä we den, wa um es ü die Be ach ung no wendig is , die
akademisch eingeüb en T ennungen on Sozialem und Technischem beziehungsweise
Na ü lichem und Kul u ellen zu e we en und de en ma e ielle und imma e ielle
Kon igu a ionen en di e enzie end als »Rela ionen zwischen he e ogenen En i ä en«
zusammenzu assen.368 Einmal geschehen, is dann zu agen, welche abweichenden
Ak eu _innenkonzep e sich e anschlagen lassen, um dem Ve dach eine Desk ip ion zu
en gehen.
Ein wesen liche An eiz da ü , Medien ohne eine ha e Un e scheidung on sozialen und
echnischen En i ä en (also symme isch) zu analysie en, läss sich zunächs als K i ik an den
de e minis ischen P ämissen o mulie en, die aus diesen dicho omen Ka ego ien abgelei e
we den.369 Sogenann e »[ ]echnikde e minis ische Sich weisen«370 ußen au de Vo s ellung,
Technik en wickle sich e olu ionä und unabhängig on sozialen P ozessen.371 In
medien heo e ische Sich weise wi d diese Topos ak uell in de Vo s ellung eine » e olución
ecnológica« ausged ück , welche nich emanzipa i , sonde n ehe konse a i als »ideología
ecnoc á ica u u ológica« angeleg is , um en lang echnische O ganisa ions o men
Sachzwangsa gumen e ü de en soziale Nu zung zu pos ulie en.372 Exempla isch da ü sind
medien echnische E zählungen on »Siege maschinen«373, die eine scheinba kausale Ke e
echnologische Höhe en wicklung knüp en.
Als »soziale De e minismus«374 lassen sich demgegenübe all jene heo e ischen Posi ionen
cha ak e isie en, welche o zig die a ionale Behe schba kei on Technik e anschlagen.
Doch auch aus diese Pe spek i e haben medien heo e ische Be ach ungen iel zu e lie en:
We den Medien mi We kzeugen gleichgese z , we den sie zu Mi eln und sind nich länge
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 79
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»Mi le on e was«375. Das Medium ze äll s e s in einen »Typus on echnologischen
A e ak en«376 und eine_n zen ale_n Handlungs äge _in, also in Objek e und Subjek e. Und
auch wenn diesen Objek en eilweise zuges anden wi d, »[ o] exis in di e en , po en ially
in ini e e sions«377, bleib das P oblem, dass ih e wei e en Besch eibungen pe spek i isch
imme on einem anszenden en Subjek aus en wickel we den. Einzelne Objek e bei de
Be ach ung on Medien au ande e A in den Blick zu nehmen, läss sich jedoch nich
dadu ch e eichen,
»Subjek i i ä au Dinge zu übe agen ode Menschen als Objek e zu behandeln ode Maschinen
als soziale Ak eu e zu be ach en, sonde n die Subjek -Objek -Dicho omie ganzzu umgehen und
s a dessen on de Ve lech ung on Menschen und nich -menschlichen Wesen auszugehen.«378
Dami e lage sich die Be ach ung, wie in diesem Kapi el geschehen, on einem Mapping
»dem Subjek gegenübe s ehende[ ] Gegens ände« hin zu eine Analyse on Medien in ih em
Geb auch, de da on gekennzeichne is , dass sich he e ogene En i ä en einande »im
Handeln zugänglich«379 we den. De Ak eu _innen-Beg i e äh dami eine en scheidende
T ans o ma ion. Gemäß de P ämisse eine symme ischen Analyse wi d die »ap io ische
Beg enzung de De ini ion des Ak eu s au sinnha -in en ionale handelnde Menschen«380
au gegeben. De ko-kons i u i e Bei ag on Dingen, Zeichen und wei e en nich -menschlichen
G ößen an Handlungsp ozessen wi d ane kann .
Wie o dnen sich inne halb diese Pe spek i e nun die einzelnen Ak eu _innen? Au de
in alinguis ischen Ebene de ANT he sch dazu alles ande e als Kla hei . Auch wenn die
bishe e wende e Ka ego ie »nich -menschliche Ak eu _innen« ( gl. 2.1.3.3) au den e s en
Blick äuße s schlüssig e schein , »wenn die Sozialisa ion on En i ä en un e schiedlichs e A
be on «381 we den soll, so bi g sie bei nähe e Übe legung e neu die Ge ah , in eine
dicho ome T ennung humane und nich -humane Ak eu _innen zu ückzu allen.382 Ähnlich
p oblema isch sind auch die beiden wei e en häu igen O dnungen de ANT. Hyb ide
Ak eu _innen e suchen »Mischwesen jensei s on »Na u objek en« und »gesellscha lichen
Gegens änden« zu assen, können dabei jedoch nich einen posi i en Beg i en wickeln, »um
diese Mischwesen als meh denn als Misch-Dinge zu kennzeichnen«.383 Ähnlich e häl es
sich mi sogenann en Quasi-Objek en, die wie beispielsweise ein »unhal ba e Ball« ode ein
»o enes Mik o on« e s »du ch das soziale Band geknüp und s abilisie we den«. »[Sie]
zi kulie en in Ne zen und übe que en die G enzen zwischen Sp ache, Sozialem und
Realem.«384 Doch das dami eigen lich »pe ek e Komplemen zum Ne zwe kbeg i «385
e ozie bei allen an klassischen Dicho omien geschul en Lese _innen noch imme die F age
nach dem Ve bleib de Subjek e, selbs wenn Quasi-Objek e übe zeugend da au d ingen,
konzep uell übe g ei end alle Ak eu _innen assen zu können.386
De in alinguis ischen Konzep bildung eu bleibend, kann keine de hie skizzie en
Ak eu _innenbeg i e einen daue ha en und allgemeinen Gel ungsansp uch o mulie en.
Dennoch sind sie e kenn nis heo e isch nich ein ach aus auschba , sonde n s ecken
gemeinsam mögliche Zugänge ü die E kundung on Ak eu _innen-Ensembles ab.
Un e scheiden lassen sich dabei mindes ens ie Pe spek i en.387 E s ens, die Ko-Kons i u ion
on als »Technik« e s andenen Objek en und eine subjek i en Gesellscha , die im
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 80
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o liegenden Fall Radioak eu _innen als sozio- echnisches Ne zwe k sich ba machen wü de.
Eine zwei e Pe spek i e konzep ualisie dagegen he e ogene Assozia ionen, wie die
no o ischen »o enen Mik o one«. De d i e Blick okussie au ( echnische) Objek e als
»Hä ung des Sozialen«, das heiß au ih en spezi ischen Bei ag »zu S abilisie ung
he e ogene Assozia ionen«.388 Im Falle on Radiomedien sind Relais, die die Sende echnik
o eine Übe hi zung und dami das Radio-Ensemble o einem Signalaus all schü zen, da ü
ein gu es Beispiel. Und schließlich lassen sich Objek e auch als Mode a o _innen
menschliche Soziali ä ins Auge nehmen, so wie im exempla ischen Fall on Sende- und
Emp angsge ä en, die im ope a i en Geb auch die Kons i u ion on »Sendekollek i en« ode
»Hö e _innengemeinscha en« e möglichen.
Das so o mulie e Angebo kollek i e Neuo dnungen au de Ak eu _innenebene wi jedoch
ein P oblem au , denn hie wi d Ak eu _innen (und ih en Besch eibungen de Wi klichkei )
nich nu ge olg , sonde n en gegen eine pe manen en In a e lexi i ä auch eigens ändige
P ämissen mobilisie . ANT ge ä in ein Dilemma, will sie sich doch s e s » on den Ak i i ä en
de Beobach e en und de en E hno heo ien lei en lassen«, äll hie jedoch e neu au den
S andpunk eine »Beobach e heo ie« zu ück.389 Eine p agma ische Rech e igung an diesem
Wide sp uch es zuhal en, de on ielen de ANT zuge echne en Au o _innen leide nich
e lek ie wi d, bes eh da in, dass »die symme ische E assung de Phänomene e ände e
Wi ksamkei un e Ums änden gegen asymme ische E hno heo ien de Beobach e en zu
Gel ung geb ach we den muss«.390 Wann ein solches Vo gehen ge ech e ig is , wi d in den
olgenden Kapi eln jeweils si ua i anspa en gemach und beg ünde we den. Ge ade diese
kon ollie e Flexibili ä e möglich es auch die im olgenden Kapi el analysie en
Ak eu _innenkons ella ionen möglichs genau zu e assen, da die Be ach ung diese medialen
Ensembles in de Li e a u o mals hin e eine (asymme ischen) Analyse ih e Nu zung
zu ückbleib .
2.2 Medienmachen
Radiomedia ionen sind nich nu iel äl ig sonde n auch e ände lich. Ih e
Ak eu _innenne zwe ke dabei his o isch zu dimensionie en und in ih en Beziehungen zu
wei e en Media ionen anspa en zu machen, s ell eine besonde e He aus o de ung da .
Denn ge ade die so um Symme ie bemüh en A bei en de ANT, seien in ih en Da s ellungen
o »g ausam ahis o isch« und besch änk en sich en gegen eine um assenden Analyse au
einige »ma elous examples«.391 Um die Analyse unabhängige Radios o solche K i ik zu
schü zen und ans elle eine punk uellen Übe höhung in ih en Kon inui ä en und Kon ingenzen
nachzuzeichnen, nähe sich das o liegende Kapi el adialen Media ionen im Rahmen on
d ei pe spek i ischen Zugängen. Zunächs we de ich die in de Li e a u o genommenen
epochalen und medialen G enzziehungen e lek ie en ( gl. 2.2.1.). Dami sind zum einen die
Media ionen (im Sinne on »Lei medien«) zu einem bes imm en Zei punk un e s ell en
gesellscha lichen Bedeu ungen gemein , zum ande en ih e jeweiligen konzep uellen
Un e scheidungen als »Einzelmedien«. Sich ba wi d hie de Ve lus epochemachende
Medien beziehungsweise die zunehmende Schwie igkei , Einzelmedien ennscha zu

Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 81
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un e scheiden.
Danach soll die la en e olu ionä e Da s ellung on Medien disku ie we den (2.2.2). Dabei
wi d zunächs de Blick au » echnikhis o ische Meilens eine« gelenk , denen en scheidende
Bedeu ung bei de Modi ika ion des Radio ajek s zugesp ochen wi d. Deu lich wi d hie die
No wendigkei den engen echnischen Fokus ü eine um assende e gesellscha liche
Be ach ung zu ö nen. Dies geschieh mi Blick au zwei » echnologische D amen«, die
eind ucks oll die e ospek i e Gemach hei und den Reduk ionismus de medien echnischen
E olu ion un e lau en und zwa sowohl was ih e Mode ni ä als auch die Teleologie mediale
T ans o ma ionen angeh .
Abschließend nehme ich noch einmal in his o ische Pe spek i e die Regulie ungen on
Medien in B asilien in den Blick (2.2.3). Dabei geh es im Einzelnen da um, die legalis ische
Kon inui ä de Rund unk egulie ung he auszua bei en. Anschließend we de ich die be ei s in
de Li e a u schau angesp ochenen ex alegalen Ve mi lungen und de en geschich liche
Gewachsenhei da s ellen. Danach wi d de F age de Ope a ionalisie ung einzelne Gese ze,
No men und ex alegale Dynamiken nachgegangen, um be ei s hie nach Ansa zpunk en ü
no wendige und mögliche Legi ima ionen unabhängige Radios Ausschau zu hal en. Das
Kapi el schließ mi einem Ausblick au mögliche e s eck e Regulie ungen, die ü die wei e e
Be ach ung eben alls ele an sein könn en.
2.2.1 G enzen
2.2.1.2 Epochen
Media ionen, e s anden als ak ale Ensembles, e langen bei ih e Beobach ung, wie be ei s
im 1. Kapi el da geleg ( gl. 1.1) nach pe spek i ischen Eing enzungen. Radios, die hie
zunächs mi Hinweis au ih e spezi ische Übe agung audi i e Inhal e e mi els
elek omagne ische Wellen als Einzelmedium on wei e en Media ionen un e schieden
wu den, e ah en dabei auch in his o ische Pe spek i e eine S abilisie ung. Einzelmedien
haben bei de epochalen Un e scheidung on Media ionen einen g oßen E klä ungswe .
Radios inden dabei in B asilien als e s es Medium E wähnung, dass das »Zei al e de
Elek izi ä « mi dem de »Ä a de Massenkommunika ion« e binde .392 Dass diese posi i e
We ung e s im Rückblick o genommen wi d, zeigen ande e Ve suche die medialen 20e
Jah e des 19. Jah hunde s zu o dnen. Von eine »pe iod o s agna ion« is die Rede, in de
Radios wei da on en e n sind ein b ei es Publikum zu binden; manchmal seien sie zu
» olksnah« (popula ), manchmal zu »in ellek ualisie « gewesen.393
Wachsende gesellscha liche Bedeu ung und Ane kennungswü digkei e äh das
Radiomedium bei genaue e Be ach ung e s ab den 1930e Jah en, eine »Epoche de
Imp o isa ion« und »ungehemm en E olu ion«.394 Äuße s a i ma i wi d das e s ä k e
Au kommen »komme zielle Radios« gemeinsam mi echnologischen Inno a ionen, eine
e besse en »Rech slage« und »de Ankun mul ina ionale We be « mi dem Au s ieg des
Mediums zum »kul u ellen Zen um« des Landes gleichgese z .395 Diese »Expansion« gip el in
einem Zei aum, de o mals als »goldene Jah e« ode »goldene Epoche« des b asilianischen
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 82
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Rund unks cha ak e isie wi d und nach un e schiedlichen Einschä zungen die 1940e -50e ,
manchmal auch noch die 1960e Jah e um ass .396 E s aunlich is , wie unk i isch in de
Li e a u die »Hegemonie des Radios« bejah wi d. Die Modi ika ionen, die das Medium
wäh end des au o i ä en Regimes des Es ado No o (1937-1945) e äh , we den dabei nu
sel en p oblema isie .397 S a dessen we den die on den In eg is _innen o cie e adialen
Ve mi lungsleis ungen on Mode nisie ung, Indus ialisie ung, Wachs um und na ionale
In eg a ion bis heu e unk i isch als allgemeine Legi ima ions ak o en des Mediums benann .398
Auch wenn nich zu bes ei en is , dass de Radioemp änge in diese Zei zu einem » ü den
G oß eil de Be ölke ung e schwinglichen Objek wi d«399, bleib unbeach e , dass diese
we be inanzie e In eg a ionsleis ung au de Sei e de Machenden einen Ausschluss de
Be ölke ung bedeu e . S a wei e hin Ama eu _innen den Zugang zu e möglichen, üh en eine
s ik e e Regulie ung de F equenzen und de Einsa z on kos en- und pe sonalin ensi e
Sende echnik zu eine Konzen a ion s aa liche und komme zielle Ak eu _innen.400
Es is diese Dynamik, die de »Klimax de Radioä a« o ausgeh und in de das Medium die
»zen ale Rolle in de kul u ellen und küns le ischen P oduk ion« einnehmen wü de.401 Doch
be ei s in den 1950e Jah en sollen »mi dem Au kommen des TVs die e s en
E schü e ungen«402 diese medialen Vo mach s ellung zu spü en gewesen sein. S a om
Radiozei al e is nun zunehmend die Rede on de »Rock 'n Roll Ä a«, au analy ische
Ebene wi d das bis da o epochenp ägende Medium Radio zum Teil de »Kul u indus ie«, in
de die u banisie e und indus ialisie e Mi elklasse ih en Ausd uck inde .403 Auch wei e hin is
es an de »Kon igu a ion de b asilianischen Mode ne«404 be eilig , jedoch nun zunehmend
inne halb eine wenige medial als poli isch gep äg en Pe spek i e, eines »his o ischen
Blocks«, an dessen An ang de Mili ä pu sch on 1964 s eh .405
Medienübe g ei end » e suchen sich an angs un e schiedliche [mediale] P ojek e zu
legi imie en«; das le z e Wo bei de »wei eichenden Reo ganisa ion« des
Telekommunika ions- und Rund unksek o s ha de au o i ä e S aa .406 Diese Ansp uch als
zen ale Legi ima ionshel e wi d deu lich, wenn die 1970e Jah e als »Goldenes Zei al e des
S aa smonopols«407 cha ak e isie we den. Dieses is jedoch nich on s a ken s aa lichen
Medien gep äg , sonde n on de geziel en Fö de ung eines komme ziellen Ne zwe ks,
weshalb diese Epoche ückblickend auch als »Beginn de Hegemonie on [Rede] Globo«408
gewe e wi d, dem bis heu e g öß en Medienun e nehmen La einame ikas. Das Radiomedium
is ü diese um assenden poli ischen P ozesse o allem in seine echnischen Modi ika ion
on Bedeu ung, da nun e s mals UKW-Sende und -emp änge die »p ädominan e
Übe agungsa «409 s ellen und einen mobilen, dispe sen und indi iduellen Emp ang
e möglichen.
Ha en Radios als Tak gebe de Epochensch eibung übe Jah zehn e keine Rolle meh
gespiel , gewinnen die UKW-Sende An ang de 1980e Jah e e neu Bedeu ung, als sie den
ku zen »Somme on 1982« einlei en, de in Anlehnung an den zi ilen Ungeho sam b i ische
Pi a en adios auch als »B asilianisches Li e pool« bezeichne wi d.410 Angesich des
b öckelnden his o ischen Blocks, de im Telekommunika ionsbe eich on eine » ie en sich
e schlimme nden K ise«411 gep äg wa , machen die unabhängigen Radios die Fo de ung
mediale Legi ima ion wiede ak uell und denkba . Auße halb de Li e a u , die sich spezielle
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 83
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mi F eien und Communi y Radios beschä ig , wi d da on jedoch kaum No iz genommen, das
olgende Jah zehn lediglich als P o essionalisie ung des Rund unks besch ieben, ohne die
Ausdi e enzie ung und zunehmende P äsenz unabhängige Radioak eu _eu innen zu
e lek ie en. Das »Radio on Heu e« im »Zei al e de Globalisie ung« e schöp sich in eine
Desk ip ion echnologische Modi ika ionen und Spekula ionen übe die wei e e En wicklung
de »Digi alen Re olu ion«.412 Aus Sich unabhängige Radios läss sich als konk e es e
Zukun s ision dagegen noch imme die be ei s in den 1980e Jah en ausge u ene
»pos mediale Ä a«, als Zei al e eine »kollek i en Wiede aneignung subjek i e
P oduk ionsmi el« zi ie en.413 Ak uelle , ih em Ansp uch nach jedoch wenige epochemachend
und mediengebunden, is die Vision de uneingesch änk en Gel ung des Rech s au
Kommunika ion »als zen ale und kons i u i e Dimension de menschlichen Ak i i ä en«.414
Abschließend läss sich zu diesem epochalen Pa cou s zunächs beme ken, dass auch nich -
echnische Visionen ü nich -unabhängiges Radiomachen exis ie en, wenn – beispielsweise
sei ens komme zielle Medien e bände – un e ma k libe alen Vo zeichen ein Ende s aa liche
In e en ion und olls ändige P esse eihei einge o de we den.415 Ohne sich hie mi diesen
A gumen en im Einzelnen auseinande zuse zen, äll jedoch au , dass die Ve eidigung
eihei liche P i ilegien ü Un e nehme _innen und Jou nalis _innen seh eng ges eck is ,
und nu einen kleinen Teil de Legi ima ionsdeba e on Radios als mediale Ensembles e hell .
Radiomachen in seinem ope a i en Geb auch bleib bei allen e e ie en epochalen Fo meln
imme unscha und e allgemeine nd.
Das heiß jedoch nich , dass die hie e e ie en, kumula i en Zei ens e on Radiomedia ion
de Fo de ung nach gesellscha liche Ane kennungswü digkei gene ell e haben wä en. Im
Gegen eil, das pausenlose swi chen zwischen poli ischen, echnischen und kul u ellen
Analyseebenen läss sich auch als S a egie deu en, de Fo de ung nach Legi ima ion aus
dem Weg zu gehen. Au de Beobach e _innenebene wi d das La ou sche »Disposi i de
Mode ne« bedien , bei de sich die A gumen a ion » on eine Ins anz zu nächs en mi so
g oße Geschwindigkei « o beweg , dass es unmöglich is die Au o _innen »mi den Händen
im Teig zu e appen«.416 Denn dann wü de die gegensei ige Beding hei und de
Ne zwe kcha ak e de Radiomedia ionen deu lich und ih Ve häl nis zu einem Gemeinwohl
ekons uie ba , das sich analy isch meh dimensional e schließen ließe.
Da dem nich so is , we den die Radioepochen jeweils nu e ospek i ode p ognos isch
bemüh , die zei lich so gebundenen Media ionen in ih e Ane kennungswü digkei na u alisie .
Bewegung komm jeweils nu au , wenn die echnologische E olu ion hie und da
gesellscha lich jus ie wi d. Die soziale Bedeu ung des Radiomediums schwank , de Singula
muss unbe üh bleiben, weil sons auch keine e allgemeine nde Mediengeschich e meh
gesch ieben we den kann. Diese ha dami einen An eil an de asymme ischen S abilisie ung
des/de Mak oak eu _in Radio (= Rund unk) und läss sich in ih e S ingenz au zwei ache
Weise he aus o de n. Zum einen e deu lich de epochensp engende »Somme on '82«
dass die FM-Technologie keineswegs eine linea e Medienen wicklung ö de , sonde n
ielmeh zu dessen »Hyb idisie ung« bei äg .417 Die a gumen a i e »Pu i ika ion« nu eines
Radiobeg i s en e n sich dami noch wei e on empi ischen E ah ba kei en on Radios.
Legi imie wi d eine mediale Abs ak ion, die in ih e sozialen (und akademischen)
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Ane kennungswü digkei äuße s p ekä e schein .
De zwei e K i ikpunk de Radioepochen be i de en Ungenauigkei im Ve häl nis zu
wei e en Media ionen. Genann wu de bishe nu das konku ie ende Ve häl nis zum TV
beziehungsweise die zunehmende P äsenz on Compu e n im Radio. Ve d ängung ode
Assimila ion e scheinen als p ägende mediale En wicklungslinien, die sich in Radios
übe lage n. Besch ieben wi d diese Vo gang aus Sich des Radiomediums. Doch ein solche
eduk i e S andpunk muss sich den G enzen seine pe spek i ischen E klä ungsk a
bewuss sein.
Das olgende Un e kapi el wi d zeigen, dass die Abs ak ion konku ie ende Einzelmedien
epis emologisch du chaus ele an sein kann, jedoch wenige uni e sell und linea e s anden
we den soll e, als die bishe dokumen ie en G enzziehungen on Radio dies sugge ie en.
2.2.1.2. Einzelmedien
Es is nich das Anliegen, das in de Li e a u besch iebene Ve häl nis on Einzelmedien in
B asilien zu ekons uie en und ein globales Kon e sionsna a i au machen, welches mediale
Ve ände ung im Sinne eine s ändigen Subsum ion o gängige Medien be ach e .418 Vielmeh
soll be ach e we den welche Einzelmedien besch ieben und au welche Weise diese
mi einande e knüp we den, um e neu Rückschlüsse au ih e dami po en iell be üh e
gesellscha liche Ane kennungswü digkei ziehen zu können.
Die e s e ele an e G enze wi d hie bei zwischen Radio und P esse gezogen, die ande s als
zu e wa en, keineswegs ein kla e Linie zwischen Sch i - und maßgeblich o alen Media ionen
da s ell . Re ospek i lassen sich iel äl ige gegensei ige Anleihen au inhal liche und
Fo ma ebene kons a ie en. So wie P in medien Pa e s anden ü Fo ma e wie » ádio e is a«
ode »elek onisches Jou nal«, gene ie en die adialen Media ionen ih e sei s spezi ische
Publika ionen, die sich inhal lich einzig au die bildha e und sch i liche Ve olls ändigung on
Hö unksendungen konzen ie en.419 Au ähnliche Weise sollen auch Kino und Radio
jah zehn elang posi i au einande Bezug genommen haben.420 Wenn in diesen c oss-
medialen Beziehung auch um Legi ima ion konku ie wi d, dann läss sich da ü als konk e es
(his o isches) Beispiel in de Li e a u lediglich das massi e In es ie en on Gewinnen aus
dem P in sek o in die G ündung p i a e Radios ab den 1940e Jah en benennen, das den
»D uck au Radioama eu e e höh e, ih e Konzessionen ü komme zielle In e essen zu
e kau en«.421 Dies is wenige eine di ek e In ages ellung de medialen Bedeu ung on
Radio, abe das Au kommen konzen ie e , c oss-mediale Eigen ums e häl nisse,
beein luss (e) die Plu ali ä im Ä he nachhal ig nega i und e schwe (e) unabhängigen
Radiop ojek en den Zugang zu Genehmigungen.
Deu lich kon lik eiche e läu au den e s en Blick die Beziehung zum Fe nsehen. Das
» eu e Expe imen «, das 1954 zunächs nu wenige Sende- und Emp angsge ä e in Rio de
Janei o und São Paulo um ass e, lös das Radio in den nach olgenden Jah en als Lei medium
ab, das »Radio e lie seine Magie«.422 Die »Ve eibung des Radios aus den Wohnzimme n«
wi d zum Anlass genommen den »Tod des Radios« auszu u en.423 Die TVs bedienen sich
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 91
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Ul aku zwelle heu e den einzigen globalen Radios anda d bilden, s ü z sich die Bedeu ung
dieses Meilens eins nich au ein, sonde n au e schiedene, eils kon ä e A gumen e.
Allgemein wi d zunächs e neu die ande en Modula ionsa en (in ande en Bandb ei en)
übe legene Audioquali ä e wähn , die o allem den bis in die 1960e Jah e dominan en AM-
Übe agungen »Ma k an eile« gekos e habe.467 Dass dies o z eines gewich igen Nach eils
des FM-S anda ds geschieh , nämlich seine e gleichsweise ku zen Reichwei e, die es nich
e laub (e) wie AM-Übe agungen »das gesam e Land zu e binden«, beda wei e e
E klä ungen, on denen hie zunächs die da ü no wendigen » echnischen« Modi ika ionen
benann we den sollen.468
Vo ausse zung ü die Übe agung on Radio mi FM im UKW-Band wa zunächs de Umzug
de o he igen Nu ze _innen, de b asilianischen TV-S a ionen, die do bishe
Funkübe agungen ü die Signalwei e gabe o ganisie en, nun abe in den
Mik owellenbe eich wechsel en.469 »Doch inne halb des gel enden Modells de Epoche,
nämlich einem [Sende ] mi g oße Reichwei e, in e essie e de lokale Cha ak e de
F equenzen die Sende damals nich .«470 Implizi besch änk sich diese gene elle Aussage o
allem au komme zielle Radioak eu _innen, die zu diese Zei danach such en kos engüns ige
zu p oduzie en, ans a neue Sende zu e ö nen. De P ozess de »Segmen ie ung« den das
b asilianische Radiomedium im UKW-Band ab den 1960e Jah en begonnen haben soll,
be i deshalb auch wenige eine Plu alisie ung de Sendenden als eine Segmen ie ung de
gesende en Inhal e, die zei gleich on meh e en Radios ausges ahl wu den, um
spezi ische e Publika zu e eichen.471 Die Viel al unabhängige Sende im UKW-Band
beein luss posi i e s die A ikula ion F eie Radiomedien ab den 1980e Jah en. De
Meilens ein FM-S anda d is in seine gesellscha lichen Ane kennungswü digkei deshalb
äuße s ambi alen , denn sein E olg be uh o allem au dem Modell eine um ang eichen
Re ansmission, »Ne zwe ken, bes ehend aus einigen wenigen p oduzie enden S a ionen und
ielen assoziie en (a iliados) Nich p oduzen en«.472
Hie s ell sich die F age, wie sich diese noch nähe zu un e suchenden A ilia ionsne zwe ke
( gl. 2.2.2.3) ü die Signalwei e gabe o ganisie en. En scheidend is da ü ein g oße
echnikhis o ische Meilens ein, de auch das b asilianische FM-Modell um ass , nämlich die
Kons i u ion sogenann e »in eg ie e Ne zwe ke«.473 Diese e einen Übe agungen mi els
»un e i dische Tele on e bindungen«, »Glas ase kabel« und zahl eiche Sa elli ensys eme.474
Die O ganisa ion und Finanzie ung diese komplizie en In as uk u legi imie sich in dem
Ve sp echen, die Kommunika ion au diese Weise unabhängige on »a mosphä ischen und
klima ischen Bedingungen« zu machen, »mi en e n en Regionen in e agie en« und
Radioübe agungen »an jeden O « b ingen zu können.475 Diese Sich de Dinge läss sich mi
mindes ens zwei konk e en Nach agen he aus o de n. Was wi d übe agen, au diese
»Supe in o ma ionsau obahn«476? Und inwie e n is die Konzen a ion on P oduzie enden
beziehungsweise die »Gleichschal ung« on Radios a ionen uneingesch änk einem
Gemeinwohl zu äglich? Die in de Li e a u a i mie e in eg ie e Ve ne zung hema isie
solche lei Einwände nich . Unbeach e bleib auch, dass inne halb und auße halb diese
zunehmenden In eg a ion wei e hin AM- und Ku zwellensende übe agen, die den
Meilens ein FM in seine To ali ä eing enzen und eben alls spezi ische mediale

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 92
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Ane kennungswü digkei en kons a ie en.477
Neben diesen beiden (und wei e en) o bes ehenden Übe agungsa en, konku ie de FM-
S anda d zudem mi neuen Möglichkei en, Audiosignale zu e senden. Die gesich e e Li e a u
is alles ande e als p äzise und in wei en Teilen spekula i , was eine wei e e »In eg a ion on
Compu e n und Telekommunika ion«478 (inklusi e Radio) angeh . Besch ieben wi d, bei allen
Unschä en, eine Popula isie ung de elek onischen Wel und ein »AVC«-Ve bund (Audio,
Video, Compu e ), die einen quali a i en Sp ung on eine e ne z en Re ansmission hin zu
ak i e en Nu zungsmöglichkei en einzelne Media ionen eines »Supe wissensne zes«
begüns igen sollen.479
Läss sich angesich s diese analy ischen Unen schiedenhei übe haup ein wei e e
Meilens ein ausmachen, schein de o ausgesag e mediale »one-access e minal«480 bishe
doch une eich ? Am nächs en komm diese P ophezeiung heu e die Nu zung des In e ne s481
und de da in angeleg en Möglichkei Web adio zu machen. E wähn we den »Sei en zum
Ne zhö en«, E ah ungen on »Communi y Radio im In e ne « (in Venezuela) und die
allgemeine E wa ung im In e ne »ein pe sönliches Radio [zu] scha en«.482 Angedeu e wi d
dami , die linea e P og amms uk u on Radiomedien au zub echen und einen ak i e en
Inhal zu e möglichen. Wo in genau sich ein RadCom-Web adio on ande en Web adios
un e scheiden soll, bleib jedoch unkla , ga an ie doch bishe eine gewisse Ne zneu ali ä 483
eine Gleichbehandlung de Inhal e un e Abwesenhei de ü Radio equenzen
cha ak e is ischen Knapphei . Geschulde sind diese explika o ischen Lücken eine ehlenden
Analyse de sich e ände nden Übe agungswege.484 Welche Folgen sich ü die mediale
Legi ima ion on Radio e geben, bleib unbeach e und e schwinde in Beg i s elde n wie
»Mul imedia«, »Neue Technologien« und einem »Mensch-Compu e -Dialog«.485 Folglich wü de
dami das Einzelmedium Radio obsole und als echnikhis o ische Meilens ein bliebe die
ansmediale »Kon e genz di e se Medien, un e denen sich Rund unk, Pay-TV, Fes ne z-
und Mobil ele onie, In o ma ionsne zwe ke, o allem das In e ne he o un« zu p oklamie en
und dami zugleich das Ende des Einzelmediums Radio.
Dennoch is de swi ch o analoge Signalübe agungen im elek omagne ischen Spek um
bishe ausgeblieben. Radio ha sich nich olls ändig in ein mul imediales Ne zwe k einge üg
und en zieh sich wei e hin seine olls ändigen Eingliede ung. S a Teil eines digi alen
Ne zwe ks zu we den, läss sich seine Digi alisie ung als ak uelle konku ie ende Meilens ein
analysie en. Denn den Raum diese Digi alisie ung bilde , wie o behaup e , nich
zwangsläu ig das In e ne – binä e Codes lassen sich auch e mi els Radiowellen
übe agen.486 Fü sp eche _innen des po en iellen Meilens eins »Digi al adio« e knüp en
seine Realisie ung mi eine e izien e en und demok a ische en Nu zung de
Radio equenzen, eine »digi alen Emanzipa ion«, e möglich du ch eine »Dezen alisie ung
de In as uk u de Telekommunika ion die eine monopolis ische und au o i ä e Kon olle
e schwe en« wü de.487
Diesem legi ima o ischen claim, de zugespi z sugge ie , dass Radio equenzen besse du ch
So wa e als s aa liche Ins i u ionen e wal e we den soll en, wi d zwei ach wide sp ochen.488
Ans a eine solchen als echnologische Ideologie abge anen De egulie ung wi d zum einen
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 93
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o geschlagen, die Rund unkno men punk uell zu e o mie en und mi den Bedü nissen ü
die Ein üh ung diese Technologie zu konsolidie en.489 Zum ande en wi d das »Fehlen on
Emp angsge ä en« als Beispiel ü die insgesam unsiche e Realisie ung des po en iellen
Meilens eins Digi al adio ange üh . Auch nach de ak uellen poli ischen Aushandlung eines
Digi al adios anda ds wi d in B asilien wei e hin dessen gesellscha liche Ane kennungs-
wü digkei zu Deba e s ehen und die F age, inwie e n die Digi alisie ung des Radios dabei
hel en kann, die »b asilianische Medienhegemonie« he auszu o de n.490 Ebenso o en bleib ,
ob sich hie ein einzelmediale echnikhis o ische Meilens ein andeu e ode abe Digi al adio
als Teil eine b ei e en Kon e genz zu lesen is .491
Die Analyse de echnikhis o ischen Meilens eine on Radio(s) in B asilien zeig , dass sie
jeweils nu einen Teil des Mediums sich ba machen. Auch wenn die his o ische Einbe ung die
Vo s ellung on Technik als e was gesellscha lich En koppel es übe winde , besch eiben sie
nu ungenügend die Beziehung zu einem spezi ischen Gemeinwohl. Auch in de Li e a u wi d
diese Ums and e lek ie , wenn wiede hol an de » echnischen Neu ali ä « mediale G ößen
gezwei el wi d. Bemängel wi d de diese Annahme zug unde liegende Ausschni cha ak e ,
de die Möglichkei en gesellscha liche T ans o ma ion küns lich einsch änk ode au einige
wenige, uni e sell wünschenswe e Eigenscha en eduzie .492 Doch die o genommene
Be ach ung mach deu lich, dass die Ve ne zung, ebenso wenig wie Reichwei en,
Signalquali ä , Geschwindigkei , Kon e genz ode Digi alisie ung on Technologien an sich,
sonde n nu in wei e en, gesellscha lichen Kopplungen legi ima ionss i end sind. Ohne eine
wei e e Di e enzie ung eines als echnologisch abs ahie en Po en ials, müssen spezi ische
(legi ime) Bedü nisse – wie die unabhängige Radios – unbeach e bleiben.
Geschulde is dies auch dem konzep uellen Ums and, dass echnikhis o ische Meilens eine
pe De ini ion da an in e essie sind einen T ans o ma ionsp ad zu besch eiben. Die dabei
implizi o genommene Selek ion blende die Aushandlung on Legi ima ion aus und endie
ehe dazu, poli ische Fo de ungen, die das adiale »T ajek [...] beg adigen« wollen, in ih em
asymme ischen Cha ak e zu s ä ken. Dennoch is das Konzep de echnikhis o ischen
Meilens eine eine analy ische Hil e, um komplizie e echnologische T ans o ma ionen ü die
wei e üh ende empi ische Un e suchung zu o dnen. Denn imme dann, wenn die Spu des
eindeu igen medialen T ans o ma ionsp ads undeu lich wi d, ge ä eine Wide s ändigkei de
als Technologie subsummie en Ak eu _innen in den Blick, die sich nich ein echnisch
e klä en läss . Ebenso wenig wie eine schlich e » echnologische E olu ion« als analy ische
G undlage e anschlag we den kann, eichen die »al en [Konzep e de ] Meinungs- und
P esse eihei aus«, um eine » echnoglobale Gesellscha « und die »s a indende poli ische
Schlach um die De ini ion on Mediens anda ds« zu besch eiben.493 Die Legi ima ion
echnische Meilens eine wi d hie be ei s in ih e konku ie enden Eme genz und nich e s
e ospek i als his o ische Ab olge hema isie . Beispielha s eh da ü die ak uelle
medienpoli ische Deba e um Kon e genzen und Digi alisie ung. Und bei diese geh es eben
nich nu da um, ü »die schnelle E olu ion on Technologien« einen »adäqua en
Regulie ungs ahmen« zu inden, da eine iel um assende e Aushandlung »neue
Kommunika ionspla o men« ans eh .494
Um das p oblema ische, e olu ionä e Pa adigma on Technologien in seine Selbs e idenz
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 94
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wei e zu e schü e n, lohn sich neben de K i ik einzelne echnikhis o ische Meilens eine
auch eine Re ision on um assende en Na a i en, die dabei hel en, blackgebox e
Wide sp üchlichkei en zu en al en. Radiomachen als echnologische D amen nachzue zählen,
kann äuße s uch ba sein, um spezi ische echnologische Kon igu a ionen und
( echno)poli ische Ziels ellungen zu dokumen ie en, wie die beiden olgenden Exku se zeigen
we den.
2.2.2.2 Technologisches D ama 1: Mode nisie ung
»Technology is no poli ics pu sued by o he means; i is poli ics cons uc ed by echnological
means.«495
Ohne in eine disjunk i e T ennung on Technologie gegenübe Gesellscha und Poli ik
zu ückzu allen, o mulie das Konzep des Technologischen D amas eine in e essan e
He angehensweise, um Rela ionen en lang einem Technologie-als-Tex -Konzep zu
e kunden.496 Dabei wi d Legi ima ion au eine no ma i -disku si en Ebene, als Teil eines
echnologischen P oduk ionsp ozess, un e such . Inso e n is das Vo gehen dem bishe igen
Mapping nich unähnlich, auch wenn dieses selbs eine konzep uelle Abs ak ion on
Technologie e meide . Dennoch gib es iele me hodologische Übe schneidungen, o allem
das In e esse, de Legi ima ion ma e ielle En i ä en au die Spu zu kommen.497
Technologische D amen zielen in ih en analy ischen Besch eibungen da au ab,
echnologische P ozesse in d ei Ak en zu ekons uie en. Im e s en Ak , de echnologischen
Regula isie ung, we den Aneignungen ode Modi ika ionen on Technologien e anschlag , die
den E ek haben, dass »some o i s echnical ea u es embody a poli ical aim […] cloaked in
my hs o unusual powe , […] ha jus i y egula iza ion.«498 Die E gebnisse dieses P ozesses
agen zu Scha ung soziale Beziehungen und Ri uale bei. Im zwei en Ak , dem echnological
adjus men , wi d de dominan e Disku s (de diesen eingeüb en Ve häl nissen zu G unde lieg )
dann he ausge o de . Dies geschieh e mi els eine Delegi imie ung des »hegemonic ame
o meaning« und zugleich en lang e schiedene Aneignungss a egien, » y[ing] o gain
access o a p ocess o a i ac om which i has been excluded«,499 ohne zunächs die
gesellscha liche Einbindung de als Technik o ges ell en G ößen g undsä zlich in F age zu
s ellen. Dies geschieh e s in einem möglich d i en Ak , de echnological econs i u ion, wenn
du ch P ozesse symbolische In e sion die He s ellung on Gegena e ak en eingelei e wi d,
die »nega e o e e se he poli ical implica ions o he dominan sys em«.500
Welches echnologische D ama läss sich nun on Radiomedien in B asilien e zählen, wenn
zunächs seine Rolle als »We kzeug de Mode nisie ung«501 in den Blick genommen wi d,
eine Funk ion, die, wie in den o he igen Kapi el deu lich gewo den is , zwa eingeg enz ,
jedoch nie gänzlich au gehoben wu de. Radio wi d zunächs in eine Linie mi Ziga e en, Tee,
F auenhü en, S aßenbahnen und Tonika als eine Modee scheinung un e ielen besch ieben,
die jedoch lang is ig »einen en scheidenden Ein luss au die kul u elle T ans o ma ion
B asiliens« gehab haben soll.502 Dimensionie we den iel äl ige, mi einande e wobene
poli ische Ziels ellungen. Die e s e en spinn sich aus dem scheinba en Pa adoxon eine
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»impo ie e Medien echnologie«, die be ei s den Keim »kul u elle Abhängigkei « mi sich
b ach e, ü eine eigene »P oduk ion inne halb des na ionalen Te i o iums« zu nu zen.503
Dieses Ziel wi d als on Beginn an immanen be ach e , denn »be ei s 1922 gab es g oße
Ans engungen [ e mi els des Radios] die Iden i ä eine eichen und mode nen Na ion zu
scha en«.
Dieses na ion building pe Radio soll e sich en lang zweie konk e e Absich en ealisie en,
nämlich, e mi els Radiosendungen, die Be ölke ung zu e ziehen und kul u ell eilhaben zu
lassen. Dem mäch igen »In eg a ionswe kzeug« wu de zuge au »Bildung bis ins
Landesinne e agen« zu können und dami »zwei wesen liche Hinde nisse« zu übe winden,
»lange Dis anzen und Anal abe ismus«.504 Meh Bildung wu de zugleich als Schlüssel ü eine
»kul u elle Expansion« beg i en, die einen »Ausweg aus den schlech en Kul u en des
Landes« ebnen und »neue mode ne Moden, Geselligkei und all ägliche P ak iken« e b ei en
soll e.505 Zunehmend wu de auch die »an ängliche, on [Radio]Pionie en e künde e
Bildungsmission«, die da au abziel e, »Radio als gesellscha liche Ve p lich ung und E hal
eine na ionalen Kul u zu konse ie en« mi einem wei e en Ansp uch e bunden, nämlich
einem s ä ke en Engagemen mi dem Ma k on Konsumgü e n on dem [ e mi els
We bespo s] seine Ressou cen kamen.506
Hie , an diese wich igen Schni s elle zwischen »Ma k und Kul u «, kling be ei s eine wei e e
mode ne Ziels ellung an, nämlich die eines wi scha lichen Wachs ums im »Indus ie- und
Diens leis ungssek o «, um »neue Indus ien und Gü e « he zus ellen.507 Die allgemeine
Wachs umspe spek i e konk e isie sich ab den 1950e Jah en in einem in ensi ie en
mode niza ion d i e, einem »En wicklungsbewuss sein« (consciência desen ol imen is a).508
De Disku s wi d zu diese Zei zunehmend echnok a isch, das Radio zum gesellscha lichen
»We kzeug de Pe ek ionie ung«.509 »Die Men ali ä de Be ölke ung in ün bis sechs Jah en
in de g oßen Radioschule [zu] ans o mie en«,wa e klä es Ziel des ma k o ien ie en
En wicklungsdisku ses.510 Ausmachen läss sich abe auch ein al e na i es Radiop ojek ,
nämlich das de be eiungs heologischen Basisgemeinden, das nich wenige p og amma isch
spezi ische En wicklungsp og amme eine kollek i en Landwi scha ü ih e Radioschulen
en wickel e, in denen B asiliane _innen äglich angesp ochen wu den, um sie bei de
Bes ellung ih e Felde zu animie en.511
Die Mode nisie ung, die e mi els Radiowellen »in die [b asilianischen] Zuhause eind inge«
e schein in diesen Desk ip ionen nich als kons an es Se an Cha ak e is ika ode linea en
P ozessen, sonde n als (wie im e s en Ak echnologische D amen e anschlag ) he e ogene
Ak i i ä en.512 Das Na a i en häl kons an e Va ia ionen, die eben alls einen E ek au die
Legi imie ung »mode nen Radiomachens« (gehab )haben müssen. Meh noch, wu de wei e
oben allgemein beme k , dass die F age de gesellscha lichen Ane kennungswü digkei in
B asilien e s spä ges ell wu de, läss sich de Mode nisie ungsdisku s als jene Raum
de inie en, in dem sich eben diese Deba e en al e . T o z alle He e ogeni ä und B üche is
au ällig, dass die sich e ablie ende quan i a i e Dominanz lizensie e (komme zielle ) Radios
und ih es we be inanzie en Sendebe iebs nich als legi im an sich gese z wi d, sonde n
du chaus um eine Rech e igung bemüh is , wie das olgende Zi a aus den 1960e Jah en
deu lich mach : »We bung is eine jene unabdinglichen Komponen en de
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Konsumgesellscha , s imulie endes Ins umen de Ma k -e wei e ung, ane kann e maßen
bildend und in o ma i , au eine Weise, dass sie noch in das en legens e Landesinne e
zi ilisa o ische Si en und B äuche äg .«513 Es sei dahinges ell ob die Mode ne nu in Fo m
eine »we beabhängigen«514 Konsumgesellscha exis ie en kann. En scheidend is hie , dass
auch komme zielles Radio sich übe die A ibu e Bildung und In o ma ion zu legi imie en such
und diese als K i e ien eines Gemeinwohls a i mie .
Dieses allgemeine Handlungsp og amm ge ä jedoch in den 1960e Jah en in eine K ise, als
das Fe nsehen sich als zen ale Mi le de Mode nisie ung inszenie . Es is nich nu ein
»Kamp um Publikum und Einnahmen«, sonde n auch um die »We igkei de ü die Massen
p oduzie en Nach ich en und In o ma ionen«.515 Doch die Vo liebe de sei 1964 he schenden
Mili ä jun a ü das TV, als »wich iges Ins umen […]« ü die O ganisa ion »na ionale
Siche hei und die Mode nisie ung de ökonomischen und sozialen S uk u en des Landes«,
e klä diese K ise nu eilweise.516 Ebenso bedeu sam is , dass we be inanzie en
Radiosende mi ih en als »Readop a ion«, »Segmen ie ung«, »Regionalisie ung«
besch iebenen medialen Übe lebenss a egien nich länge bes imm e K i e ien des bis da o
a i mie en Gemeinwohls e üllen.517 Als neue Maxime des komme ziellen Radiomachens gil
o an, »ein Maximum mi minimalen Kos en [zu] p oduzie en«, om »geleh igen, ins uk i en
Kul u ellem zu einem F eizei - und Un e hal ungsangebo «, einem »D eiklang aus Musik, Spo
und Nach ich en« übe zugehen.518
Dabei wu de die explizi e Ve mi lung on Bildung und Kul u au gegeben und zwa nich
en gegen sonde n im Einklang mi de s aa lichen Medienpoli ik de Regie ung on Juscelino
Kubi scheck (1955-1960), die » e an wo lich ü den Beginn de T ennung zwischen
Radiosende n und ih e eduka i en Zielse zung wa «519. Ein en sp echendes 1960 on
Kubi scheck e abschiede es Dek e (Dec e o 49.259), das Bildung im Radio nu noch zu
eine akul a i en Au gabe mach e, o enba ückblickend ein doppel es legi ima o isches
P oblem. Von 1932 (Dec e o 21.111) bis 1960 sollen komme zielle Radios ih en Bildungs- und
Kul u au ag » olls ändig missach e « haben. Aus heu ige Sich is die Ta sache noch
ele an e , dass sich o z de Wiede au nahme des P ima s on Bildung und Kul u beim
Radiomachen in de Ve assung on 1988 ( gl. Kap. 2.3.1.) komme zielle Radios mi diesem
e anschlag en Bei ag zum summum bonum nich auseinande se zen und demen sp echend
in ih e gesellscha lichen Ane kennungswü digkei he ausge o de we den können.520
Konsequen is deshalb nu die Fo de ung, die »den [Radio]Sek o egulie ende
Gese zgebung zu mode nisie en« und eine »kons i u ionellen Re ision« zu un e ziehen.521
Die In ages ellung des dominan en Disku ses, um Radiomedien wiede zu eine »S ü ze des
demok a ischen Sys ems« zu machen, ma e ialisie sich, wie be ei s besch ieben, in de
Ve abschiedung eines spezi ischen RadCom-Gese zes 1998.522 De zwei e Ak des
echnologischen D amas beginn jedoch be ei s o he , sowohl in Ablehnung de Medienpoli ik
de Dik a u als auch de olgenden, demok a ische en He scha s o men, e mi els eine
Aneignung echnologische G ößen und de He s ellung on coun e a i ac s. »Die
echnologischen Fak en we en die Vo s ellungsk a de Poli ike übe den Hau en«,
e künde en eie Radiomache _innen be ei s o de Ve assungsände ung 1988 und
schlugen o »das [Radio]Sys em ausgehend on seinen echnologischen Möglichkei en neu

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zu e inden«.523 Dazu is es zwa bishe nich gekommen, dennoch konn e die bis da o
dominan e Regulie ung des elek omagne ischen Spek ums zumindes punk uell modi izie
we den – ein RadCom p o Gemeinde is inzwischen gese zlich möglich. Zudem ha eine
En kopplung des lange Zei gep leg en (disku si en) Gleichsch i s » echnologischen
Fo sch i s zum Vo eil on Globo« und ande en komme ziellen Medienne zwe ken
s a ge unden.
Es übe asch deshalb wenig, dass die Fü sp eche _innen komme zielle Medien heu e
mögliche Modi ika ionen echnologische G ößen ehe ablehnend gegenübe s ehen.
»Lassen wi uns nich äuschen, on jenen, die ü eine Gese zgebung im Namen de echnischen
Ideologie, dem Kul alles Neuem ein e en, mi els einem he me ischem Vokabula al e Banali ä en
[…], du ch p ophe ische Pseudowissenscha le , du ch die eingeüb e Fa ali ä de
En na ionalisie ungen, du ch die Ve zaube ung eine une müdlichen Gadje e ie […]«.524
Einen wei e eichenden gesellscha lichen Ansp uch au die echnischen G ößen des
Radiomachens zu e langen als nai en Techno-Fe isch abzu un übe geh be lissen lich das
A gumen , die » echnische En wicklung« müsse »zu eine g öße en Be eiligung de
Be ölke ung im poli ischen Leben üh en, ans a sie zu un e d ücken«.525 Da dies, auch au
G und de ak uellen Regulie ung, nich de Fall is , bleib o en, inwie e n de d i e Ak des
echnologischen D amas be ei s au ge üh wi d. Ausgehend on den, in einem o he igen
Kapi el besp ochenen, allgemeinen P ämissen unabhängige Radioak eu _innen ( gl. 2.1.1.2.)
gib es zumindes zwei mögliche An wo en. Die Fo de ungen nach eine Re-Regulie ung des
(unabhängigen) Radiomachens sei ens de RadComs, un e wei es gehende Beibehal ung
de zen alen s aa lichen Rolle als Legi ima ionshel e , oszillie zwischen eine Ko ek u de
echnologischen Regulie ung und eine wei e üh enden Rekons i uie ung. Soll e
beispielsweise die Sendes ä ke de RadComs inne halb des bes ehenden
Regulie ungsdisku ses nach oben ko igie we den, ode soll e die Fes legung eine s a en,
gene ellen Wa zahl übe wunden we den? F eie Radios wiede um, die sich in ih e
Legi ima ion om s aa lichen Regulie ungsansp uch ih e echnologischen G ößen zu
emanzipie en suchen, scheinen be ei s heu e den d i en Ak zu p oben und p oduzie en
konk e e An isigni ika ionen, indem sie Radio als expe imen elles Ins umen neue
demok a ische Modali ä en de inie en.526
De Blick au das »Mode nisie ungsd ama« hil , die e lo en gegangene Legi ima ion des
Technologie-Tex s des Radiomediums he auszua bei en. Die exklusi e Nu zung echnische
G ößen de Signale zeugung is nich ge ech e ig , da die ak uelle Regulie ung bes imm e
Dimensionen des beispielsweise in de Ve assung konk e isie en adialen Gemeinwohls
igno ie .
Dennoch bleib die Be ach ung eine wich ige An wo schuldig, nämlich wa um die adiale
Mode nisie ung in B asilien on eine so s a ken Medienkonzen a ion gep äg is ? Auch die
eie Radiobewegung de 1980e Jah e ag e sich das be ei s und mach diese Cha ak e is ik
o allem an de unbeg enz en Mul iplika ion komme zielle Medienne zwe ke es .527 Im
Folgenden soll deshalb de /die um assends e und ein luss eichs e diese Ak eu _innen
un e such we den, Rede Globo.
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 98
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2.2.2.3 Technologisches D ama 2: De Au s ieg on Rede Globo
Dass ge ade die um assende Regulie ung des elek omagne ischen Spek ums du ch den
S aa in B asilien zu eine ex em s a ken Konzen a ion komme zielle Radioak eu _innen
inne halb spezi ische A ilia ionsne zwe ke ge üh ha , kling zunächs pa adox. Fü ein
besse es Ve s ändnis is es deshalb no wendig, in his o ische Pe spek i e sowohl na ionale
medienpoli ische Ziele zu ekons uie en, gleichzei ig abe auch komplemen ä e,
un e nehme ische S a egien gewinno ien ie e Radioak eu _innen in den Blick zu nehmen.
Eine exempla ische Be ach ung des Niede gangs des s aa lichen und ehemals mäch igs e
Radios La einame ikas, Rádio Nacional und des pa allel e lau enden s eilen Au s iegs des
komme ziellen Medienne zwe ks Rede Globo wi d eine äuße s ambi alen e »public p i a e
pa ne ship« bei de Regulie ung on Technologien und des elek omagne ischen Spek um
au zeigen, die die b asilianische Medienlandscha in ih e Kons ella ion bis heu e nachhal ig
p äg – und delegi imie .
Anknüp end an die Analyse des o he igen Kapi els, ließen sich die on den Mili ä egie ungen
ab 1964 eingelei e en echnologischen Modi ika ionen als eine Radikalisie ung des
Mode nisie ungsp og amms besch eiben.528 Zu diesem Zei punk ha en in B asilien be ei s
e schiedene Medienun e nehmen aus dem P in - und Radiosek o begonnen, Fe nsehsende
zu o ganisie en und e such en mi dem A gumen , die Mode nisie ung des Landes hänge on
de En wicklung des TV ab, poli ische Un e s ü zung zu gewinnen.529 Dennoch wi d e s de
mili ä isch-zi ile Pu sch on ielen Au o _innen als »de ini i e B uch de b asilianischen
Radiogeschich e« gewe e .530 Die Goldene Ä a des Radios und allen o an Rádio Nacional,
de bis da o onangebenden, landeswei zu emp angenden AM-S a ion ging zu Ende.
An angs scheinen da ü jedoch wenige echnologische Modi ika ion und die Expansion des
TV, als ielmeh di ek e poli ische Eing i e in den ope a i en Geb auch on Radiosende n
en scheidend gewesen zu sein, wie beispielsweise die Ve ha ung on Mode a o _innen und
Jou nalis _innen.531 Legalis ische Gese zese lässe (a os ins i ucionais) soll en die
bes ehenden Massenmedien zügeln, solange die neuen Mach habenden selbs noch keine
eigene (legi ime) Nu zungss a egie ge unden ha en, um ih e au o i ä e In e p e a ion de
Mode ne zu e wi klichen.532 Doch Rep ession und Schließung be a en nich alle Sende au
die gleiche Weise. De AM-Sende Rádio Globo, de o dem Pu sch nie an die
Hö e _innenzahlen on Rádio Nacional und Rádio May ink in Rio de Janei o he an eichen
konn e, wu de nach de en Zensu bzw. Schließung ab 1965 zu meis gehö en S a ion.533
Das Technologische (Radio)D ama gene ie sich explizi e s ab Ende de 1960e Jah e, als
Teil eines um assenden T ans o ma ionsp ozesses de u.a. au »boos ed de elopmen « im
Kommunika ions- und Mediensek o se z e.534 Die on de mili ä isch-zi ilen Regie ung
es geleg en Wachs umsziele ü P oduk ion on Wa en, soll en un e Ve mi lung »g oße
p i a e , ö en liche und in e na ionale Un e nehmen […] einen heimischen Ma k ü
indus ielle Gü e « scha en.535 Da un e be anden sich auch Sende- und Emp angsge ä e ü
TV und Radio. Doch die eingelei e e Rekon igu a ion des Rund unks besch änk e sich nich
da au , die P oduk ion des Equipmen s zu s imulie en und du ch die Scha ung on
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 99
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Konsumk edi en den Kau on Endge ä en zu dynamisie en.536 Zu e wähnen is auch die
ideologisch selek i e Fö de ung on Medienmachenden:
»De mili ä ischen Ideologie olgend soll e de Rund unk eine p i a e und ausschließlich B asiliane n
o behal ene Ak i i ä sein, besonde s ü jene Indi iduen und G uppen, die mi de Dok in de
na ionalen Siche hei ko espondie en.«537
Di ek schlug sich diese Ideologie in einem spezi ischen Ausbau de Übe agungswege
niede , die eine landeswei e Ve b ei ung e wünsch e Radio- und Fe nsehp og amme
e möglichen soll en. Ein wich ige Teil diese echnologischen In e en ion wa de be ei s
e wähn e Au bau eines Sa elli ensys ems zu Signalwei e lei ung ( gl. 2.2.2.1. EN 470), das
ga an ie en wü de »gesunde Un e hal ung [zu] übe agen«538. Diese echnologische Umbau
wu de auch dadu ch gelenk , dass de S aa »sein We bebudge sowohl di ek als auch
e mi els s aa lich kon ollie e Un e nehmen e wei e e«539 und dami das E s a ken
bes imm e Ak eu _innen begüns ig e. De schnell wachsende Sende TV Globo
beispielsweise, konn e es sich leis en, die bekann es en Sp eche _innen und Mode a o _innen
des k isenha en Rádio Nacional abzuwe ben.540
Das Radio, als Einzelmedium be ach e , wi d on diese Medienpoli ik e s e spä e e ass .
Zwa »s imulie e und e wei e e die Regie ung die Konzessionie ung on FM-F equenzen«,
zugleich ließ es diesen Sende n jedoch wenige inanzielle Fö de ung angedeihen als den
en s ehenden TV-S a ionen.541 Das an ängliche In e esse an Sendelizenzen wa wie be ei s
e wähn ge ing. E s ab 1973 gab es kla e e Fö de ich linien (Plano Básico de Canais FM)
und »ö en liche An eize« ü den Be ieb on FM-Sende n und, »diese Ve ände ungen seh
genau beobach end, schu die G uppe O Globo 1974 den FM-Sende Rádio Globo FM –
Es é eo«.542 Die ak i e Umges al ung de Radiolandscha wa Teil eines um assenden Plans,
de »Uni o mi ä bei de Ve wal ung eines g oßen Landes«543 gewäh leis en soll e.
Doch bedeu e en eine g öße e Zahl Radiosende nich po en iell meh inhal liche Viel al und
ü den au o i ä en S aa dami einen siche lich nich gewoll en Meh au wand an egula i e
Kon olle? Um diesen scheinba en Wide sp uch au zulösen, is zunächs ein nähe e Blick au
die en s ehenden TV-Sende nö ig, denn de en eme gen e O ganisa ion wü de bald auch
Radiomedia ionen beein lussen. Die Vision des S aa es, Möglichkei en de Signalwei e lei ung
ü einen po en iell landeswei en uni o men P og ammemp ang zu nu zen, wu de an angs nu
on einem TV-Sende au geg i en, TV Globo. Allein die Globo-G uppe ha e be ei s in den
1960e Jah en den Au bau eines na ionalen Ne zwe ks ins Auge ge ass und o ien ie e sich
am Modell US-ame ikanische »Fe nsehke en« und zwa inne halb eines Join en u es mi
dem Medienun enehmen Time-Li e.544
Da es im Gegensa z zu den USA in B asilien, damals wie heu e, keine gese zlichen G enzen
ü den E we b on Sendelizenzen gab, lös e die expansi e Un e nehmenss a egie eine
Kon o e se aus. Ein pa lamen a ische Un e suchungsausschuss (CPI) wu de einbe u en, um
zu klä en, ob das zunächs geheim gehal ene Abkommen zwischen O Globo und Time-Li e
e assungskon o m sei, da die Dok in na ionale Siche hei keine Be eiligung ausländische
In es o en an Medienun e nehmungen o sah. Wäh end die mili ä isch-zi ile Regie ung un e
Gene al Cas elo B anco die »Anschuldigungen igno ie e« und g oßes In e esse an einem
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»unabhängigen Medienun e nehmen, unabhängig on s aa lichem Pa e nalismus« zeig e,
e klä e sein Am snach olge Cos a e Sil a das Join en u e ü illegal und e s aa lich e es
1969.545
De echnologische Kon lik , de diesem zwei en Ak des D amas zug unde lieg , beg ünde
sich im Modell eines spezi ischen Sendene zwe ks. Zwa wa ein solches geeigne , die
na ionale Wachs umsdok in im Sek o de elek onischen Medien zu e wi klichen, es wa in
seine Dynamik und Reichwei e jedoch ebenso eine po en ielle Ge ah ü das dik a o ische
Regime. Angesich s des ambi alen en Po en ials, die P og amme meh e e Sende , un e
Zuhil enahme on au Videokasse en au gezeichne en Ma e ials ode pe Sa elli en-ges ü z e
Li e-Übe agungen gleichschal en zu können, beschlossen die Regie enden die inhal liche
Aus ich ung s ik e zu übe wachen.546 Dieses Bedü nis ko espondie mi den es en
Ve ägen, inne halb de sich Sende zu olls ändigen (es ação epe ido a) ode an eiligen
Übe nahme (es ação a iliada) de P og amme eine Mu e s a ion e p lich e en. Denn es
ga an ie e den TV-P oduzen en nich nu Abnehme _innen547 sonde n e ein ach e auch den
Kon ollau wand und die ab 1974 in ensi ie e »Vo abzensu « (censu a p é ia).548 Die
Regie enden »moch en keine lokalen Sende auße halb de Ne zwe ke«.549 Be ei s 1972
ha e sich die b asilianische TV-Landscha zu d ei Ne zwe ken (Globo, Tupi, REI) und einigen
wenigen unabhängigen und s aa lichen Kanälen e dich e . Tonangebend wa das zu diesem
Zei punk noch un e s aa liche Vo mundscha a bei ende TV Globo, das 1973 36
Übe nahme- und Hunde e Re ansmissionssende zähl e.550
Auch wenn echnologisch nich olls ändig deckungsgleich, wa das komme zielle TV-Modell
anlei end ü den Au bau on FM-Ne zen und eine e s ä k en Re ansmission on
P og ammen im AM-Band. P ägend wu de die »P ädominanz einige Konglome a e, die die
Kon olle de Gesam hei besaßen«.551 De quali a i e Sp ung on eine bis dahin
unge ich e en Mach ülle komme zielle Radios a ionen wu de e neu on O Globo ange üh ,
dass ab 1974 un e dem Namen O Sis ema Globo de Rádio (SRG) eine »Uni o mie ung des
P og amms« und eine o ganisa o ische »Zen alisie ung di e se Radios einlei e e, die es sei
den 1950e Jah en e wo ben ha e«.552 Kon inuie lich umgese z wu de diese S a egie jedoch
e s in den 1980e Jah en. SRG um ass e 1988 16 eigene Sende und 50
Übe nahmekanäle.553
Die s a ke Konzen a ion on TV- und Radio equenzen inne halb des Ne zwe ks on
O ganizações Globo, die das Un e nehmen bis heu e zum umsa zs ä ks en playe on
B asiliens komme ziellen Medienoligopol mach , läss sich als ein »E ek de
En wicklungss a egie des Mili ä egimes« deu en, das eine beschleunig e kapi alis ische
Expansion e mi els eine Kapi alkonzen a ion such e«.554 Und genau an diese S elle s ell
sich e neu die F age nach de Legi ima ion dieses Radioak eu s, de seine zwischen 1964
und 1985 e wo benen Sendelizenzen bishe jeweils unwide sp ochen (wie zule z 2008)
e länge n konn e, obwohl diese in ih e Fülle dem in de ak uellen Ve assung ge o de en
Gebo eine Komplemen a i ä zwischen p i a em, ö en lichen und s aa lichen
Rund unksys emen wide sp echen.555
Wäh end Rede Globo selbs die Beziehung zum Mili ä egime nich kommen ie und die
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 107
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Einsch änkung on Eigen ums ech en zuguns en einem »gesellscha lichen Gemeinwohl«,
dass sich in eine »ge ech en Ve eilung« und »gleichen Möglichkei en ü alle« beg ünde e
und dami auch die legi ime Nu zung on Radio equenzen angie e.588 Be ei s o , abe
besonde s nach dem Mili ä pu sch on 1946 wu den jedoch iele solche Ga an ien
missach e , mi de Ve assung de Dik a u on 1967 dann gänzlich auße K a gese z .589
E s die Kons i u ion on 1988 schläg den Bogen zu ück zu eine demok a ischen Nu zung
des elek omagne ischen Spek ums, indem es jegliches Eigen um an eine spezi ische
»gesellscha liche Funk ion« koppel und dami auch die konzessionie e ode genehmig e
Nu zung on Radiowellen mi eine sozialen Ve p lich ung e binde .590 Zudem we den
jedwede zensu ie enden P ak iken geäch e , die Bildung on Monopolen e bo en, die
Konzessionie ung on Medien dem Kong ess un e s ell und die Komplemen a i ä on
p i a em, s aa lichem und ö en lichem Rund unk ge o de .591
Dennoch sch eiben sich auch in diese ak uellen Ve assung zwei ü das unabhängige
Radiomachen äuße s ele an e Kon o e sen o . Eine e s e be i zunächs die
Un e scheidung on Rund unk und Telekommunika ion. Bezüglich le z e e o mulie e de
S aa be ei s 1891 einen Regulie ungsansp uch, als e die Kons uk ion und den Ve kau on
Tele ondiens leis ungen als Kompe enz an die einzelnen Bundess aa en delegie e.592 De e s
ie Jah zehn e spä e mani es ie e (und in de Kons i u ion on 1946 kla un e schiedene)
Ansp uch de Rund unk egulie ung wu de dann in de Ve assung on 1967 zuguns en des
gene ischen Beg i s Telekommunika ion au gegeben. Au diese Weise wu den
un e schiedliche Diens leis ungen di ek de mili ä isch-zi ilen Rech sp echung un e s ell , die
die s ik e Regulie ung alle Telekommunika ions-Agen u en im Namen de na ionalen
Siche hei legi imie en soll e.593 Dass die Ve assung on 1988 e neu zwischen Rund unk und
Telekommunika ion un e scheide , wi d deshalb meh hei lich als »elemen a « ü eine
demok a ische Regulie ung e ach e . K i isch wi d zu diese T ennung jedoch auch angeme k ,
dass dadu ch die (oligopolis ischen) In e essen na ionale komme zielle
Rund unkun e nehmen o eine In e na ionalisie ung – und möglichen Plu alisie ung – des
b asilianischen Telekommunika ionsma k s geschü z we den.594 Auße dem sei die in de
T ennung angeleg e pa lamen a ische Kon olle des Rund unks bei de Ve gabe on
Konzessionen und Genehmigungen kein Ga an ü eine demok a ische Regulie ung, solange
»ein D i el alle b asilianischen Pa lamen a ie Konzessionen ü sich ode F eunde und
Ve wand e« ese ie .595
Wäh end hie be ei s die F age nach dem Ve häl nis de Ve assung zu wei e en Gese zen
bzw. ehlenden Regulie ungen ankling , is eine wei e e Kon o e se di ek im Ve assungs ex
angeleg , nämlich die eine G enzziehung zwischen Zensu und eine demok a ischen
Regulie ung on Inhal en. Le z e e sei o ien ie an einem Schu z de Gesellscha o den
Medien, en lang de om S aa e a bei e e Rich linien, im Rahmen eine demok a ischen
Ve assung.596 Auch wenn Zensu in ih e Aus ich ung meis als Eing i in die inhal liche
Dimension on Kommunika ionsp ozessen e s anden wi d, wa en die es ik i en Eing i e de
Mili ä dik a u zum »Schu z de na ionalen Siche hei « nich an eine sys ema ischen
Regulie ung de Inhal e o ien ie , sonde n se z en neben pauschalen Ve bo en und
»physischen Agg essionen« auch au die Schließung on Medien.597 Die ak uelle

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 108
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b asilianische Ve assung on 1988 ga an ie in A ikel 5 IX, dass »de Ausd uck
in ellek uelle , küns le ische und wissenscha liche Ak i i ä en sowie de Kommunika ion ei
is , unabhängig on Zensu ode Lizenzen«. Diese Ga an ie wi d jedoch in A ikel 223
ela i ie , in dem es heiß : »Es oblieg de exeku i en Gewal Konzessionen, Genehmigungen
und Au o isa ionen ü den Rund unkdiens […] zu e neue n, un e Beach ung des P inzips de
Komplemen a i ä […]«. Da in läss sich ein Wide sp uch e kennen, da dami , en gegen A ikel
5 (und auch A ikel 220) de Ve assung die »Meinungs- und In o ma ions eihei « im
elek omagne ischen Spek um eingesch änk wi d.
Es is o allem die zwei e Kon o e se, die in Rela ion zu einem unabhängigen
Medienmachen besp ochen wi d. Neben den be ei s e wähn en Wide sp üchen, wi d
en gegen dem in A ikel 223 mani es en, uni e sellen s aa lichen Regulie ungsansp uchs im
Rund unk, wi d ange üh , dass eigen lich die F eihei on Regulie ung den Regel all bilden
müss e und jede Einsch änkung diese ih e gesellscha liche Ane kennungswü digkei
explizie en soll e.598 Dieses P inzip sehen e schiedene Au o _innen im A ikel 13 de
Ame ikanischen Menschen ech skon en ion (Pak on San José) beg ünde , die B asilien
be ei s 1969 un e zeichne e und die sei 1998 au Ve assungsebene Teil des na ionalen
Rech s gewo den is .599 Da übe hinaus wi d auch au das Rech au Kommunika ion
eku sie , das als uni e selle Ga an ie übe de b asilianischen Ve assung s ehe600 bzw. das
Rech au An enne, das Meinungs eihei nich als indi iduelle Ga an ie sonde n als di uses
Rech de b asilianischen Be ölke ung ekons uie .601 Schließlich is auch ein nich geklä e
Kompe enzkon lik zu nennen, de sich aus dem exklusi en Regulie ungsansp uch de
Bundes egie ung ablei e ( gl. A ikel 21 XII a)) und Bundess aa en sowie Kommunen die
Möglichkei en nimm , eigene Mediengese ze zu en wickeln.602
Die ak uelle b asilianische Ve assung ask ibie zwei ellos die No wendigkei o he ige
kons i u ionelle Aussagen zu Medien egulie ung an ech ss aa liche S anda ds anzugleichen.
An dem e assungsgebenden P ozess wa die Zi ilgesellscha be eilig und zumindes
eilweise wu den auch de en medienpoli ische Sk ip e be ücksich ig .603 Doch auch wenn diese
Insk ip ionen eine »wich ige Flexion« au o i ä en Agen u en de Rund unk egulie ung da s ell ,
»exis ie en diese o und e inden sich anschließend neu«604
(2) Solche lei Agen u en gene ie en sich o allem au eine konk e e en ech lichen Ebene,
nämlich spezi ischen Gese zen, die die wei e e Regulie ung des Radiomachens anlei en. In
his o ische Rückschau is zunächs zu beme ken, dass Medien im wei e en Sinne be ei s sei
1808 gese zlich egulie wu den, als die e s e P essegese zgebung in K a a .605 Ein
um assendes, eigens ändiges Mediengese z wu de jedoch e s 1962 e abschiede , bis dahin
egulie en o allem einzelne E lässe und Dek e e das Medienmachen ( gl. Kap. 2.1.1.1.).
Ande s als das wäh end de Mili ä dik a u e abschiede e P essegese z, das inzwischen nich
meh in K a is , ha de Código Nacional de Telecomunicação (CNC) on 1962 bis heu e in
wei en Teilen seine Gül igkei bewah .606 Dabei zeig sich imme wiede , dass de CNC in
seine Rech s adi ion o mals un e einba mi de Ve assung on 1988 is und sich zugleich
mi dem neue en Allgemeinen Telekommunika ionsgese z on 1997 (das die be ei s e wähn e,
wiede einge üh e T ennung on Rund unk und Telekommunika ion be i ) und dem ein Jah
spä e e abschiede en Communi y-Radio-Gese z eib .607
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 109
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Die allgemeine F ik ion im Ve häl nis zu Ve assung en s eh , weil de en P ämissen o mals
nich olls ändig in Handlungsp og amme und Agen u en übe se z we den, d.h. ih o gängige
ode olgende Gese ze die G und ech e nich wei e explizie en. Ve assungsa ikel 220
beispielsweise, mi seinen wich igen Aussagen zu Monopolbildung und jou nalis ische
In o ma ions eihei e ah e »keine Umse zung« und sei »wei da on en e n angewand « zu
we den.608 Gleiches gil ü das in A ikel 223 o mulie e Gebo de Komplemen a i ä , das in
de Gese zgebung ni gends au geg i en wi d und in de P axis in k assem Wide sp uch zu
ex emen Eigen umskonzen a ion komme zielle Medien im Rund unksek o s eh .
Ein wei e e gewich ige S ei all be i die gese zlich o gesehene Sank ionie ung on
Ve s ößen gegen die legale O dnung. Vo allem bei de S a e olgung nich genehmig en
Radiomachens we den häu ig A ikel aus dem CNC on 1962 und dem neue en
Telekommunika ionsgese z on 1997 zi ie , die »klandes ine Telekommunika ionsak i i ä en«
beziehungsweise die ungese zliche »Ins alla ion und Nu zung on Telekommunika ion« be i
und da ü Gelds a en (bis zu 10.000 BRL) und Ge ängniss a en zwischen zwei und ie
Jah en o sehen.609 Doch die Anwendung diese A ikel e schein ech lich be ach e au
zwei ache Weise p oblema isch. Zum einen is zu agen, inwie e n nich genehmig es
Radiomachen als elekommunika i e Ve s oß gel en kann, wenn doch beide Ak i i ä en
oneinande un e schieden we den.610 Zum ande en de inie das Communi y-Radio-Gese z in
A ikel 2, dass nu dann ande e legale Tex e au RadComs angewende we den sollen, wenn
de en spezi isches Gese z zu einem bes imm en Ta bes and keine Aussage i . Doch das Lei
9612/98 de inie die Missach ung seine egula i en S anda ds be ei s als mi Bußgelde n zu
ahndende O dnungswid igkei en (in ações), weshalb eine S a e olgung eigen lich
auszuschließen wä e.
Neben dem anhal enden Dispu übe diese Nich beach ung des RadCom-Gese zes, lei e
auch de Gese zes ex selbs iel äl ige Res ik ionen und eine Reihe on Regulie ungen an,
die in ih em Ve häl nis zu einem spezi ischen Gemeinwohl mindes ens ambi alen , o abe
auch p oblema isch sind. Zu nennen sind de be ei s e wähn e Nich schu z o In e e enzen
ande e Sende , de allen üb igen Rund unkak eu _innen gewäh wi d, sowie das eben alls
unbeg ünde e Ve bo de Ne zwe kbildung.611 Eben alls diskussionswü dig bleib die pauschale
Beg enzung de Sendes ä ke au 25W und de An ennenhöhe au 30 Me e . Auch wenn
RadCom-Ve bände (wie wi noch sehen we den) ih e Besch eibung als Radios mi ge inge
Sendes ä ke ablehnen, wi d ihnen selbs im Rahmen diese De ini ion nu ein Zehn el de
da ü in B asilien o gesehenen Wa zahl zuges anden, was – bildha gesp ochen - »de
Fo malisie ung eines Hühne s alls, eines Mini-Radios« gleichkomm .612 Auch die Zahl de
RadComs wi d au e schiedene A und Weisen gese zlich be ei s a p io i gedeckel . Dies
geschieh zum einen du ch die enge geog aphische De ini ion on comunidade und de
s ik en Regel, do nu ein RadCom (und ausschließlich im UKW-Band) legalisie en zu
können, weshalb das Gese z »nich ge ade eine ideale An wo in Bezug au eine
Demok a isie ung de Kommunika ion und eine Auswei ung des Zugangs zum Rund unk«
da s elle.613 E schwe wi d das Radiomachen schließlich auch du ch das Ve bo den
Sendebe ieb an eilig du ch Radiowe bung zu inanzie en, bzw. de e schwe en Zahlung
mögliche Bußgelde .614 Die Kons ella ion diese A ikel e zeuge eine »Se ie on
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bü ok a ischen An o de ungen, um eine Genehmigung ü ein Communi y Radio zu e hal en,
die dazu üh en, dass ein gu e Teil de in e essie en comunidades om Zugang zum
Spek um ausgeschlossen wi d«615
Es übe asch deshalb kaum, dass die komme ziellen Nu znieße _innen diese Gese zeslage
sich mi K i ik zu Rund unk egulie ung zu ückhal en, wäh end Un e nehmen im
Telekommunika ionssek o die legalen Rahmenbedingungen ih e Ak i i ä en als eine
»Zwangsjacke« bezeichnen.616 Wäh end do eine Re ision on Gese zen und ih e
Beg ündung ge o de wi d, schweigen die komme ziellen Medienak eu _innen im
Rund unkbe eich, da » iele Ins i u ionen die heu e ope ie en, das E gebnis komplexe , nich
o he sehba e und gese zlose his o ische P ozesse« seien.617 Wenn die ak uelle
Gese zeslage aus Sich de Medienun e nehme _innen kommen ie wi d, dann ausschließlich
um den Is -Zus and zu e eidigen, denn jegliche Ve ände ung wi d pauschal als »linke Ang i
(a aque esque dis a) au die Meinungs eihei und einem Ve such e zwungene s aa liche
Kon olle de P esse« delegi imie .618 Da in läss sich du chaus eine S a egie e kennen, die
his o isch beg ünde e asymme ische Ak eu _innenkons ella ion im Rund unk zu e eidigen.
Doch wie ich gezeig habe, d ück sich aus Sich unabhängigen Radiomachens eine adäqua e
gese zliche Regulie ung nich unbeding in einem Meh an A ikeln aus. Vo geschlagen wi d,
aus eine dem F eien Radiomachen a inen Pe spek i e, Konzessionie en und Genehmigen
als zen ale Kennzeichen de Rund unk egulie ung au zugeben und einen eien Zugang zu
Radiowellen zu gewäh en, wobei »die Rolle des Kommunika ionsminis e iums eine
ausschließlich adminis a i e seien soll e, die die Nu zung de Wellen disziplinie und
e meide , dass sich zwei ode meh e e Sende übe lage n ode In e e enzen e zeugen«.619
Doch auch das Communi y Radiomachen e meide es, sich in seine
Ane kennungswü digkei ausschließlich au Gese ze zu beziehen und k i isie eine solche
»posi i is ische Lesa «.620 »Es da nich bes a we den, was die Gesellscha als ich ig
ansieh «, heiß es, ode auch »wi müssen nich wa en, dass uns die Regie ung gib , was
ech ens« is .621
An diese S elle wi d seh anschaulich de Un e schied zwischen legalen
Rahmenbedingungen und eine da übe hinausweisenden gesellscha lichen
Ane kennungswü digkei on Radiomachen deu lich. De Ansp uch des S aa es, als zen ale
Legi ima ionshel e Medien zu egulie en und »die Deba e in de Regulie ung de Inhal e zu
zen alisie en«622, schein sich au gese zliche Ebene jedoch in wide sp üchlichen und
konku ie enden Handlungsp og ammen zu e lie en – das »En olemen « bleib
unabgeschlossen. S a eines neuen Mediengese zes, wu den sei 1962 imme neue
punk uelle Ve ände ungen einge üh , die wie im exempla ischen Fall des Communi y-Radio-
Gese zes p oblema ische Ungleichbehandlungen gene ie en und bes ehende Asymme ien
bei de Nu zung des elek omagne ischen Spek ums e es igen.
(3) Diese Tendenz sch eib sich auch in gese zlichen E lässen (po a ias),
Übe gangs eglungen (medidas p o isó ias), Dek e en (dec e os), Gese zes e o dnungen
(dec e os-lei) und de wei e en No mie ung einzelne Gese zes ex e o . Die Regulie ung on
Medien e mi els solche legale Ak eu _innen (im Sinne on Mi eln und Mi le _innen) und
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on ihnen abgelei e e No men, Ins i u ionen und Handlungsp og amme de
Regeldu chse zung und -sank ionie ung sind quan i a i be ach e de No mal all de
Medien egulie ung. Sowohl im Kaise eich als auch in den spä e en Republiken se z e de
S aa au diese Weise au o i ä Regulie ungsansp üche um. Die Genealogie on
Radiomedia ion nimm ih en An ang 1860 im impe ialen Dek e 2614, das die e s en
Teleg aphendiens e un e s aa liche Regulie ung s ell e, se z sich in den olgenden 20 Jah en
o , in de De ini ion on Tele onlinien als nu om S aa zu egulie endes S aa seigen um und
wei e sich schließlich 1917 auch au die »Radio eleg aphie« und »Radio ele onie« aus, de en
Regulie ung »exklusi es Rech de Föde alen Regie ung wa .«623
Auch nach de E ablie ung des Mediengese zes on 1962 and diese P axis ih e Fo se zung
in zahl eichen punk uellen legalen Ve ände ungen624, ein nich unums i enes Vo gehen, weil
die on de Exeku i en dek e ie en Modi ika ionen de Gese ze die ech ss aa liche
Gewal en eilung un e lau en. Auch die Ve abschiedung on E lässen ode
Übe gangs egelungen s ellen Eing i e da , welche gel endes Rech ohne b ei e ö en liche
Deba en jus ie en. Au ällig is auch die hohe Zahl an ech lichen Modi ika ionen im Lei
9612/98, dem Communi y-Radio-Gese z. Dazu zählen u.a. zwei Übe gangs eglungen zwei
komplemen ä e No menka aloge und sieben E lässe, die nach dem Gese z o mulie e
ope a i e No men und Regulie ungen e abschiede en.625
Diese insk ibie en Konk e isie ungen des RadCom-Gese zes we den in de Li e a u au
d ei ache Weise in ih e Legi ima ion he ausge o de . Eine e s e K i ik be i die F age,
inwie e n spezi ische Modi ika ionen ode Konk e isie ungen de Gese ze adäqua e
Übe se zungen gesellscha liche Ziels ellungen eines Mediums und no wendig ü eine
demok a ische Regulie ung sind. Die beiden e wähn en Übe gangs eglungen aus dem Jah
2001 beispielsweise e ände en den Genehmigungsp ozess de RadComs, indem sie in dem
bis da o gül igen Ve ah ensweg de Wei e lei ung eines An ags zu endgül igen En scheidung
im Kong ess eine abschließende Re ision de Exeku i e o schal e e.626 Dami e doppel e
sich die Wa ezei bei de Bea bei ung de An äge und die Zahl de e eil en Genehmigungen
nahm ab, eine En wicklung die es
»e laub zu agen, ob die P inzipien des ö en lichen In e esses und de Gleichhei zwischen den
Bü ge n nich espek ie und die ö en liche Ve wal ung ü pa ikula e In e essen und die
Ve eidigung poli ische G uppen genu z wo den sind.«627
Eine wei e e Fo de ung nach eine Legi imie ung de ak uellen egula i en
Handlungsp og amme be i die legalen Ungleichbehandlung, die sich eben alls in de
Sank ionie ung on gese zlichen Ve s ößen nachweisen läss . Wäh end es in medial
ele an en Gese zes ex en iele P ämissen gib , die kaum ode ga nich ope a ionalisie
we den, lei en die o mals du ch E lässe und Dek e e einge üh en komplemen ie enden
No men des RadCom-Gese zes eine Vielzahl on Sank ionen an. Lau eine s a is ischen
E hebung des Kommunika ionsminis e iums aus dem Jah 2012 ich e en sich 377 (50,8%)
on insgesam 741 Sank ionen di ek gegen Communi y Radios, zum g öß en Teil wegen
Ve s ößen gegen das Ve bo We bung zu senden.628 Diese im No menka alog 01/2011
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o gesehene s ik e Kon olle gehe au die Ein lussnahme »komme zielle Sende « zu ück und
sei »Teil eine Ve olgung und K iminalisie ung du ch die Bundes egie ung«, we den
Radiomachende zi ie .629 Zusä zlich in ensi ie wu de die Kon olle auch du ch einen E lass
aus dem Jah 2011 (Po a ia 462) de e s mals genau den Beg i apoio cul u al de inie und
das Sponso ing on Radiosendungen in RadComs nu noch inne halb enge G enzen
zuläss .630 Beide Dynamiken lassen sich du chaus als Illus a ion eines al en Vo wu s
e s ehen, de besag dass »Mechanismen de Konzessionie ung als eine A Zensu
angewand we den.«631
Schließlich is zu agen, inwie e n die Sank ionie ung und das law en o cemen gegenübe
den RadComs eine adequa e Übe se zung de Gese ze, Dek e e und E lässe o nimm . Dazu
sind be ei s iele Hinweise gesammel wo den. Ich möch e hie jedoch ku z auch explizi au
den p oblema ischen Einsa z de Bundespolizei (PF) bei de Schließung on unabhängigen
Radios eingehen. Zunächs is ein his o ische Kon inui ä he auszus ellen, denn die PF e hiel
im Rahmen de Kons i u ion on 1946 nich nu e assungs ech liche Ane kennung, sonde n
»Gemeinsam mi ih , eine ih e Missionen, die Zensu alle Medien und ö en lichen
Au üh ungen des Landes.«632 Fü das Jah 1977 is ein auße halb des »ju is ischen
Rahmens« (de mili ä isch-zi ilen Dik a u ) massi e Polizeieinsa z dokumen ie , bei dem übe
50 Sende en wede e siegel ode geschlossen wu den.633 De heu ige Einsa z de PF
sch eib sich in eine ambi alen e T adi ion des b asilianischen Ve wal ungs ech s ein, das sich
spä es ens ab 1917 o en am Konzep de »na ionale Siche hei « o ien ie .634
Abgesehen on de F age de Ve mi elba kei dieses Konzep s mi ech ss aa lichen
Ga an ien im Be eich de Meinungs eihei , is de Einsa z de PF au An o de ung de
Regulie ungsbehö de ANATEL Sende ohne Genehmigung zu schließen, nich unums i en.
Bekann sind du chaus Fälle, in denen die PF ih e Be eiligung ablehn e, da die echnischen
Analysen de Regulie enden die No wendigkei eines polizeilichen Handelns zum Schu ze de
allgemeinen O dnung »wede mi Ja noch mi Nein bean wo en« könne.635 Einge o de wi d
an diese S elle ein empi ische Nachweis ge äh lichen Handelns und kein allgemeine
Ve weis au eine ambi alen e Gese zeslage, lau de ( ech lich besehen) o en bleib , ob eine
Radiomachen ohne Genehmigung den Ta bes and eines »Ve b echens« e üll . Schließlich
läss sich (nich nu ) aus Sich de Polizei agen, ob es angesich s eines o
»zahlungsun ähigen S aa sappa a s, Gewal indexen die übe denen iele K iege liegen«
angemessen sei, »beach liche Summen ü die Schließung on Communi y Radios, die un e
dem Ve dach de Pi a e ie s ehen« auszugeben.636 Hie wi d das legale Handeln di ek mi
einem legi imem Ak ions adios de PF in Bezug gese z .
Die Mobilisie ung de Rund unk egulie ung im Rahmen on Ve o dnungen und ih e
Du chse zung weis in ih e Ane kennungswü digkei Inkohä enzen au und ope a ionalisie in
gewisse Weise die be ei s au de Ebene de Ve assung und Mediengese ze monie en
P obleme. De Regulie ungsansp uch is am schlüssigs en im Momen de allgemeinen
P oblemde ini ion de inie , sowohl in his o isch k i ische Be ach ung als auch in den
wiede hol en Ve suchen, die bes ehenden Beziehungen, Ak eu _innen ollen und Agen u en
kons i u ionell zu modi izie en. Doch die be ei s in de Ve assung la en un olls ändig
explizie en Insk ip ionen, das un olls ändige en olemen und die ambi alen en

Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 113
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Mobilisie ungen scheinen keine adäqua en Übe se zungen anzulei en und ge äh den die
Einhal ung e assungs ech liche Ga an ien.
S abilisie wi d die Umse zung, Einhal ung und Sank ionie ung de ech lichen O dnung
demnach on einem wide sp üchlichen Regulie ungs ahmen und, alls nö ig, dem Reku s au
das Gewal monopol des S aa es zu dessen Du chse zung. Auch dem b asilianischen S aa
sind diese Einwände nich unbekann , sie wu den im Rahmen de 2009 ausge agenen
Na ionalen Kommunika ionskon e enz (Vgl. EN 365) noch einmal komp imie o ge agen.
Sowohl bezüglich diese ielen loose ends, als auch hinsich lich de demok a isch
p oblema ischen Fo sch eibung de Medien egulie ung in Fo m on Dek e en und E lässen,
soll e ein P äsidialdek e im Jah 2010 en scheidende Ve ände ungen einlei en. Eine
in e minis e ielle Kommission soll e S udien und Vo schläge ü eine »Re ision des
Regulie ungs ahmens de O ganisa ion und Nu zung de Telekommunika ion- und
Rund unkdiens e« ausa bei en.637 Regie ungse klä ungen aus dem Jah 2013 haben eine
konk e e ö en liche Deba e jedoch ü ühes ens 2015 e anschlag .638
Dami bleib die egula i e G undlage des Medienmachens in B asilien in ih e Legi ima ion
p ekä und ang ei ba . T o z alle kon ingen en Asymme ien, zeig sich zugleich eine
besonde e S abili ä de ak uellen Regulie ungsagen u en, die in ih em Zus andekommen übe
den gene ischen Hinweis des Lobbyings komme zielle Medienak eu _innen hinaus, bishe
nich wei e un e such wu de. Welche Regulie ungsagen u en konk e ode ansa zweise in
de Li e a u zum b asilianischen Rund unk besch ieben we den, soll deshalb im
abschließenden Teil dieses Kapi els da ges ell we den.
2.3.2 Ve s eck e Regulie ungen
Als Ve s eck e Regulie ungen de inie e ich allgemein alle Agen u en und
Handlungsp og amme, die unabhängiges Radiomachen in seinem ope a i en Geb auch
beein lussen, ohne dass dies in Gese zes ex en explizi o gesehen wä e. Ich we de nich on
o mell und in o mell sp echen, um die in diese Dicho omie la en ep oduzie e
Un e scheidung on Mak o- und Mik oak eu _innen zu e meiden. S a dessen gehe ich
explo a i o und suche im Ma e ial nach Besch eibungen, die Bewegungen und
Beziehungen andeu en, die übe den gese zlichen Regulie ungs ahmen hinausweisen,
du chaus abe mi diesem e loch en seien können (und sei au G und de on ihm de inie en
und ek u ie en Ak eu _innen). So wü de beispielsweise das im USA de 1920e Jah e on
p i a en Lizenznehme _innen p ak izie e eigens ändige Au spü en und Melden on
»unau ho ized anmissions (»pi acy«)« an die Regulie ungsbehö den ein egula i es
Handlungsp og amm besch eiben, dass die G enzen sich ba /unsich ba , o mell/in o mell,
legal/ex alegal ad absu dum üh .639
Fü das Radiomachen in B asilien sind in de gleichen Epoche selbs o ganisie e gen leman
ag eemen s zwischen Sendenden e wähn ( gl. EN40), die eine s ö ungs eie, gemeinsame
Nu zung des Spek ums gewäh leis e en. Neben solchen egula i en Ini ia i en, die au eine
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 114
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eie und plu ale Nu zung de Radiowellen abziel e, sind jedoch auch mediale
Handlungsp og amme dokumen ie , die in de Li e a u un e dem Beg i »Selbs zensu «
zusammenge ass we den. De allgemeine Bogen, de on einem selbs gewähl en Ve zich
de eien Meinungsäuße ung im kolonialen B asilien des 16. Jah hunde bis hin zum
s a egischen Schweigen de P esse wäh end de zi ilen-mili ä ischen Dik a u geschlagen
wi d, läss jedoch keine genaue en Rückschlüsse au die Regulie hei diese
Handlungsp og amme zu.640 Au schluss eiche is dagegen de Hinweis, dass bei de medialen
Selbs zensu zwischen 1964-1985 sowohl indi iduelle ode edak ionelle S a egien des
Selbs schu zes abe auch Momen e ak i e »Koope a ion« hema isie we den.641
Be o en wa en und sind on solche lei Kon igu a ionen auch die Sich ba kei ep essi e
Regula ionen auße halb des gese zlichen Rahmens. Dazu gehö en neben Polizeieinsä zen
ohne ich e liches Manda auch physische Übe g i e, bis hin zu Fol e und Mo d.642 Diese
Handlungsp og amme lassen sich keineswegs nu bis 1985 dokumen ie en. Ein Be ich übe
die Gewal gegen Jou nalis en in B asilien aus dem Jah 2011 zähl beispielsweise 60
Übe g i e insgesam , da on 24 e bale ode physische Agg essionen, zehn D ohungen, sechs
Mo de, d ei A en a e, sieben Fälle on Zensu und ju is ische Anzeigen sowie d ei Fälle on
Fes nahmen und Fol e .643 E gänzend we den nach wie o auch Agen u en de Selbs zensu
benann .644 Als wei e e kons an e Handlungsp og amme mi egula i en E ek en we den
auße dem spezi ische »ökonomische Ausschlüsse« ode im Fall komme ziellen
Radiomachens die als »jabá« bekann e inanzielle Ein lussnahme de Musikindus ie au die
im Radio gespiel en S ücke e wähn .645
Auch wenn sich bei allen genann en Agen u en eine la en e Kon inui ä andeu e , wi d diese in
de Li e a u analy isch meis nich wei e e olg , was siche lich auch dem asymme ischen
Fokus au o melle Regulie ung geschulde is .646 Die Be ach ung unabhängigen
Radiomachens is da on eben alls be o en, o mals bleiben die Besch eibungen desk ip i .
Eine Ausnahme bilde das Konzep des co onelismo ele ônico, ein Ve such »poli ische
P ak iken« zu explizie en, die o allem bezüglich de RadComs en scheidenden egula i en
Ein luss haben und imme auch übe die o mellen und sich ba en egula i en Rände
hinausweisen.647 Eine e s es solches Handlungsp og amm läss sich im s a k o malisie en
Genehmigungsp ozess ausmachen, den RadComs du chlau en müssen, um senden zu
können. Au diese Weise wi d de allgemeine Ansp uch au Radiomachen, de allen
b asilianischen Gemeinden zus eh , de ac o eingesch änk . Zum einen kann dieses Rech
p ak isch nu gel end gemach we den, wenn das Kommunika ions-minis e ium eine
Aussch eibung ü neue Genehmigungen e ö en lich .648 Zum ande en seien die zu
e üllenden Au lagen so komplex, dass sie in de Li e a u als »bü ok a ische Hü den«
besch ieben we den, die die »E olgsquo en ü eine Ane kennung ge ing« hal en – »80% de
Ablehnung on An ägen e olg aus bü ok a ischen und nich aus echnischen G ünden.«649
Wäh end diese A » e s eck e Regulie ung« zumindes »au dem Papie « sich ba bleib , wo
F is en und Au lagen o mulie sind, besch eib de co onelismo ele ônico auch zwei wei e e
egula i e Agen u en poli ische Kon olle, die sich nu schwe isualisie en lassen. Eine e s e
be i die sogenann e »Duplizi ä on Genehmigungen« (duplicidade de ou o gas), womi die
Ve gabe on Lizenzen on meh als eine Sendegenehmigung an eine Pe son gemein is , die
Radio in B asilien – Ve such eines Mappings | 115
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in den Vo s änden on einem ode meh e en RadComs, sowie komme ziellen ode eduka i en
Radios p äsen is .650 Du ch diese pe sonellen Übe schneidungen bei de O ganisa ion on
Medien is die ohnehin p ekä e plu ale Nu zung und de Zugang zu Radio equenzen po en iell
ge äh de . Auch wenn die Zahl de dokumen ie en Fälle endenziell abnimm , bleib wei e hin
o en, ob das Handlungsp og amm de Duplizi ä au eine zu g oße »Nachsich « im
Kommunika ionsminis e ium ode au ak i e poli ische Media ionen zu ückzu üh en is .651
Da ü , dass die Ve gabe on Radiolizenzen und -genehmigungen in B asilien „noch imme
poli isch“ mo i ie is , sp echen eine Vielzahl on Indizien. Dokumen ie sind RadComs (ode
auch ande e Sende ) an de en Lei ung gewähl e Poli ike _innen alle d ei bundess aa lichen
Ebenen bzw. de en Ve wand e ode on ihnen eingese z e S ohpuppen (la anjas) be eilig
sind, obwohl das Gese z solche lei Be eiligungen e bie e .652 Übe diese Be eiligungen hinaus
wi d zudem on »poli ischen Pa en« (pad inhos polí icos) gesp ochen, welche ak i in die
Rund unk egulie ung eing ei en, e neu o allem im Momen des Genehmigungsp ozesses.
Dabei soll ein sei dem impe ialen B asilien dokumen ie es Handlungsp og amm zum T agen
kommen, welches als Tauschmünze ( oca de moeda) bezeichne wi d und zunächs als
o ene ode e deck e S immenkau ü poli ische Wahlen, e mi els Geldzahlungen ode
abe de Ve gabe on Land o ganisie wu de und spä e um die Ve gabe on
Rund unklizenzen und -genehmigungen als Gegenleis ungen e wei e wu de.653 Als sich ba e
Hinweise au die mögliche Exis enz solche lei Agen u en lassen sich Zahlen an üh en, die
besagen, dass beispielsweise die 1010 Communi y Radios die 2003 und 2004 bei ih e
An ags ellung o iziell on Poli ike _innen un e s ü z wu den, mi 35,34% eine deu lich höhe e
E olgsquo e ha en als jene 1822 Sende ohne eine solche Un e s ü zung, on denen nu
8,01% eine Genehmigung e hiel en.654 Wei e e Hinweise au poli ische Ein lussnahmen, lassen
sich auch aus den o mell nich zu e klä enden »un e schiedlichen Geschwindigkei en«
ablei en, die bei de An agsbea bei ung es zus ellen sind.655
Ebenso schwie ig, wie de konk e e Nachweis alle hie besch iebenen e s eck en
Regulie ungen, is de Ein luss des Lobbyings, o allem sei ens »p i a e Un e nehmen«.
Diesen sollen beispielsweise ak i an de Regelau s ellung ü RadComs be eilig gewesen
sein, was dazu ge üh habe, dass RadComs heu e s ä ke egulie we den als
konzessionie e Sende .656 Dami is be ei s ein wei e es spezi isches egula i es
Handlungsp og amm, nämlich dass de Nich -Regulie ung angesp ochen. Diese ga an ie
einen Fo bes and de Eigen umskonzen a ion und wei e e asymme ischen Kons ella ionen
eben ge ade dadu ch dass »jedwede Typ on Regulie ung im [Radio]Sek o e mieden«
wi d.657
Leide gib es in de un e such en Li e a u übe die Falls udien zum co onelismo ele ônico
hinaus keine Ve suche, diese Hinweise und Hypo hesen zu e s eck en Regulie ungen
analy isch wei e zu e olgen. Deu lich wi d ansa zweise dennoch das ambi alen e Po en ial
diese Handlungsp og amme ü die Legi ima ions age deu lich. Ambi alen deshalb, da
Lobbying ode physische Agg essionen zwei ellos die Exis enz unabhängige Radios
e schwe en, diese zugleich auch die Möglichkei sich e mi els eines wide s änden
Medienmachens in Bezug au ein Gemeinwohl zu legi imie en, e möglichen. Zudem bleib
o en, welche Beziehungen im Einzelnen im Rahmen »poli ische Pa enscha en« geknüp
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 116
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we den und inwie e n diese ih e sei s die Legi ima ion de Sende beein lussen.
Insgesam läss sich zu medialen Dimension de Regulie ung beme ken, dass gewiss keine
En kopplung zwischen de o mell/sich ba en und e s eck en egula i en Agen u en he sch ,
sonde n komplizie e Beziehungen zu e anschlagen sind, die den analy ischen Nu zen
dicho ome Un e scheidungen in F age s ellen. Eben alls deu lich wu de, zumindes in
Andeu ungen, dass Regulie en keine unila e ale Bewegung besch eib , sonde n sich als ak i e
Media ion zwischen he e ogenen Ak eu _innen au spann , die den zen alen
Legi ima ionshel e S aa bei de o malen Regulie ung beein lussen und da übe hinaus
e mu lich iele wei e e Beziehungen eingehen. Das Kapi el e deu lich e eben alls
e schiedene a ibu ion gaps, also Zusch eibungslücken bei de Kons uk ion kausale
Zusammenhänge zwischen uni e sellen bzw. konsi u ionellen P inzipien und da on
abgelei e en Regulie ungsagen u en, die in den olgenden Kapi eln noch nähe zu
un e suchen sind. Da ü we den im olgenden Theo iebaukas en nun d ei me hodische
Konzep e en al e , die dazu bei agen we den, diesen Ansp uch zu ealisie en, nämlich
»dis ibuie es Handeln«, »Ope a ionske en« und »hidden ansc ip s«.
2.3.3 Theo iebaukas en VI – Handlungsp og amme und Übe se zungen
Die Agen u en und Handlungsp og amme de sogenann en Medien egulie ung liegen, wie
deu lich gewo den is , que zu ielen Modellen und P ak iken adiale Signale zeugung.
(Radio-)Medien ealisie en sich, in dem sie An wo en au diese konku ie enden Insk ip ionen
und Mobilisie ungen on Rund unk inden, um ih e wide s ändigen Vo s ellungen und
P ak iken zu ealisie en. Diese s ändigen S abilisie ungen on Medien bilden ü die wei e e
Un e suchung de gesellscha lichen Legi ima ion on Radios ein wich iges Momen . Deshalb
sollen im Folgenden noch einmal d ei P ämissen explizie we den, die ü die empi ische
Be ach ung anlei end sind.
Zunächs is die F age nach mediale Regulie ung eine gu e Gelegenhei , den nich -
in en ionellen Handlungsbeg i de ANT he auszua bei en. Denn angewende au das Se ing
muss es on Beginn an heißen: De konspi a i e Wunsch, die p ekä e legale Si ua ion
unabhängige Radios, ode ande s gesag , ih e soziale S abilisie ung, die ohne ode nu du ch
eine s a k eingesch änk e legale Ane kennung auskommen muss, als Konsequenz eines
handelnden Subjek s e assen zu können, is nich einlösba . Wa um is das so? De
allgemeine Hinweis, ANT e olge einen »wenige webe ianisch-empha ischen Beg i (s)
sozialen Handelns«658 kann dabei zunächs nu eine nega i e Abg enzung leis en. E hellende
is die P ämisse, dass die in einem Ak eu _innenne zwe k » e eil e In elligenz«659 nich mi de
Vo s ellung eine indi iduell beabsich ig en Handlung e einba is . Dis ibuie es, e ne z es
Handeln muss e kenn nis heo e isch be ach e in einem F ak almodell po en iell omnip äsen
sein. Ode ande s gesag implizie de Ak eu _innenbeg i on ANT, dass alles in en ional
e s ändliche Handeln imme in nich -in endie en Ve knüp ungen au ge äche we den kann.
Wenn hie nun abe on Legi ima ionss a egien die Sp ache is , wie lassen sich diese dann
anspa en ü das Se ing ekons uie en?
Insk ip ionen F eie und Communi y Radios | 123
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alle üb igen Modelle unabhängigen Radiomachens. Dagegen we den zwei wei e e wich ige
Ink ip eu _innen buchs äblich au nega i e Weise sich ba ; sie »glänzen« du ch ih e on
Teilnehmenden und Be ich e s a e _innen monie e Abwesenhei . Gemein sind dabei zum
einen die In eg an _innen des 1993 au dem Wel sozial o um in Po o Aleg e geg ünde en
F eien-Radione zwe ks RIZOMA, dessen e wa 12 S a ionen au de CNC ih e Vision eine
»Demok a isie ung des Spek ums« hä en da legen können, abe nu als Beobach e _innen
au den e s en egionalen Vo be ei ungs e en p äsen wa en.11 Abwesend wa des Wei e en
de Radio e band »Fo um Demok a ie in de Kommunika ion« (FDC) aus dem me opoli anen
Raum São Paulos, de »ö en lichen Au i en meis aus dem Weg geh «12, jedoch ein
ein luss eiches egionales Radiomodell in B asiliens g öß e S ad und wich igs em
Mediens ando p opagie und dem zwischenzei lich 1723 Radios angehö haben sollen.13
Un e Be ücksich igung diese wei e en Ak eu _innen bilden nich meh ausschließlich die
Insk ip ionen de sich ba s en ne wo k builde das Blick eld. Die o genommene Selek ion
e scha auch sogenann en silen ac o s Gehö .14
Anhand diese Vo auswahl o ganisie e ich wäh end de Fo schungsau en hal e in B asilien
wiede hol T e en mi Sp eche _innen und Ak i is _innen de einzelnen kollek i en En i ä en.
Das zen ale In e esse diese encoun e s lag da in, die konku ie enden Vo s ellungen
unabhängigen Radiomachens, die diese Ak eu _innen im Einzelnen e e en (und zu
legi imie en suchen), zu dokumen ie en. Das o liegende Kapi el o dne meine
Beobach ungen in ie analy isch-desk ip i en Blöcken. Zunächs mache ich deu lich, wie
einzelne adiale Insk ip ionen in ih e En s ehung, ih em Ve häl nis zum s aa lichen
Regulie ungsansp uch des elek omagne ischen Spek ums und in Abg enzung zu ande en
unabhängigen Radiomodellen kons uie we den (3.2.). Anschließend e olg eine de aillie e
Dokumen a ion des modellha o geschlagenen Medienmachens un e Be ücksich igung alle
dabei benann en Ein lussg ößen, um einen e s en Einblick in die anges eb e S abilisie ung
de Sk ip e zu e hal en (3.3.). Die hie be ei s anklingende Legi ima ion adiale P axen wi d
o gese z in eine Nebeneinande s ellung de einzelnen – und o mals kon lik eichen –
Ziels ellungen des Radiomachens im Ve häl nis zu einem spezi ischen gesellscha lichen
Gemeinwohl. Rekons uie we den zudem alle »ausgeschlossenen« Ziele, welche ein
unabhängiges Radio meiden soll e, um gesellscha liche Ane kennungswü digkei zu e ah en
(3.4.) Abschließend wi d be ach e , wie konk e diese gesellscha lichen Ziele de
unabhängigen Radios auch in Anlei ungen ü ein Medienmachen übe se z we den (3.5).
Dami is ein pe spek i ische Zugang abges eck , welche die einzelnen Insk ip ionen
analy isch dimensionie . Ganz im Sinne de ANT lei e diese Blick den Ve such »[de] segui
la mane a en que los ac o es mismos es abilizan esas ince idumb es, cons uyendo
o ma os, es ánda es y me ologías« um so, mi den »ensamblados eunidos de esa o ma«
die a bei slei enden Konzep e de Radiomachenden nach ollziehen zu können und die
He s ellungen mediale Legi ima ion nich du ch ex e ne Theo e isie ungen zu e s ellen.15

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 124
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3.2 Posi ionen
3.2.1 Re ospek i en und no ma i e Radiomodelle
»Am An ang wa en die F eien Radios«, so ode so ähnlich besch eiben die ne wo k builde in
den ge üh en In e iews übe eins immend die U sp ünge ih e adialen Insk ip ionen.16 Fas
alle, muss es heißen, denn im Kommunika ionsminis e ium wi d (aus Sich de Exeku i e)
adiale »Kommunika ion als ö en liches Rech « eigen lich e s mi de Ve abschiedung de
demok a ischen Ve assung on 1988 denkba . Im ün en A ikel (A . V) is do das zu
na ionalem Rech ge ech ge onnene la einame ikanische Menschen ech sabkommen »Pak
on San José« e b ie , in dem Indi iduen die Ga an ie zugesp ochen wi d, ih e Meinung übe
Medien jedwede A zu e b ei en, ohne dass dieses G und ech on s aa liche Sei e
eingesch änk we den könne.17 Doch nachweislich haben die unabhängigen
Radiomache _innen B asiliens nich au die »s aa liche Henne« gewa e , ielmeh lassen sich
die un e schiedlichs en adialen »Eie « schon o Beginn de e assungsbildenden
Ve sammlung inden. Das Au kommen unabhängige Medien di ek aus dem Ve assungs ex
ablei en zu wollen, en sp ich einem posi i is ischem Anach onismus.
Da übe , was das sogenann e F eie Radiomachen zu Beginn de 1980e Jah e ausmach e,
gehen die Meinungen jedoch bis heu e auseinande . Konsens schein zunächs , dass die
e s en o ganisie en F eien Radioligen ih e konzep uellen Wu zeln in de zunehmenden
Ve lech ung meis jugendliche Ama eu unkp ak iken und de Rezep ion de »libe ä en
Radiobewegungen in England, I alien und F ank eich« ha en.18 In age ges ell wi d dagegen
mi un e die e ospek i e P ojek ion des ak uellen Ne zwe ks RIZOMA, die da um bemüh is ,
eies Radiomachen be ei s in den 1980e Jah en als einen allsei s ge eil en Ka alog » es e
P inzipien« zu e klä en. Ca los Rocha beispielsweise, de zu Beginn de 1980e Jah e neben
seine Leh ä igkei an de Uni e si ä on São Paulo (PUK) auch in un e schiedlichen
Radiokollek i en mi a bei e e, sieh die e s en Radios ehe als ielges al igen »Ausd uck de
uno ganisie en Be ölke ung«, die ih e wei e e Ausdeu ung in konk e en Si ua ionen und on
spezi ischen sozialen G uppen e uh en.
Folg man diese Aussage, dann sind zwei bis heu e e b ei e e gene alisie ende
Behaup ungen nich länge hal ba . Zum einen wi d die Vo s ellung wide leg , F eie Radios
kämen his o isch be ach e »ehe aus dem akademischen Um eld«.19 Zum ande en wi d die
be ei s benann e schema ische Ve mischung un e lau en, die lediglich zwei G unds ömungen
de inie : apoli ische Bas ela bei ode linke, adiale Bewuss seinsbildung. Neben Rocha legen
auch die E inne ungen ande e Insk ip eu _innen den Schluss nahe, dass sich in die
eme gen e Re e enz »F eies Radio« in B asilien zu Beginn ganz un e schiedliche
Radiomachende einsch ieben: neben Hobbybas le _innen, S udie enden, Gewe kscha en
und Landlosen eben auch poli ische Pa eien, eligiöse G uppen und komme ziell in e essie e
Insk ip ionen F eie und Communi y Radios | 125
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Sende .20 Eine nach ägliche »Pe e ie ung« des no ma i en Modells F eie Radios ha
demnach nie s a ge unden, höchs ens eine nach ägliche Pu i ika ion, um die ak uelle
Insk ip ion zu legi imie en.
Doch gab es, bei alle adialen Viel al , nich dennoch so e was wie einen kleins en
gemeinsamen poli ischen Nenne beim äglichen Radiomachen? Zumindes gab es ein
gemeinsames Feindbild, dass in den un e schiedlichen In e p e a ionen F eien Radiomachens
gleichsam als wesen liches Übel des b asilianischen Rund unks ausgemach wu de. »Die
F age des Monopols wa de Beginn on allem«, läss sich Joaquim Ca alho on ABRAÇO
s ell e e end zi ie en.
»Wäh end de Mili ä egie ung ha en sich Rede Globo und ande e g oße komme zielle Ne zwe ke
das Spek um angeeigne und eine Pas eu isie ung de Kommunika ion o genommen. Kul u elle
Viel al wu de abso bie , lokale Rhy hmen ze s ö .«21
Ge ech e ig und ge eie wu de aus diese Sich weise he aus an angs jede Bese zung on
Radio equenzen, die den s a us quo p ak isch ang i en. Und diese Ang i a ikulie e sich
wenige in di e enzie en Insk ip ionen, sonde n e olg e p agma isch eine S a egie de
Massi izie ung. Zei lich läss sich diese Dynamik in eine Pe iode e o en, die sich on de
Diskussion eine neuen Ve assung Mi e de 1980e bis zu Kampagne ü ein »Gese z de
Demok a ischen In o ma ion« (LID) 1994 e s eck , das eine g undsä zliche Neuo dnung de
Mediengese zgebung o sah.21 Ohne hie die iel äl igen Modi ika ionen eien Radiomachens
eine gesam en Dekade aus üh en zu wollen, möch e ich au zwei zen ale E ah ungen
eingehen, welche die spä e e Ausdi e enzie ung adiale Insk ip ionen s a k beein luss
haben.
(1) Eine e s e E ah ung bli z im allgemeinen S olz au , den alle ne wo k builde de
»massi en Aneignung de Sende echnik im Namen de Meinungs eihei « ungeb ochen
huldigen.22 In den einzelnen E zählungen damals Be eilig e wi d deu lich, dass o allem jene
Radiosk ip e Ane kennung anden, die on Beginn an auch echnische
Massi izie ungss a egien um ass en. Wäh end uni e si ä e Ein ich ungen und im Besonde en
echnische Ins i u e eilweise di ek das p ak ische Wissen zum Bau on Sende echnik
ep oduzie en, en wickel en o allem Gewe kscha en und Pa eien eigene S a egien. So
ging beispielsweise de heu ige Vo si zende de NGO VIVA RIO, Tião San os Ende de 1980e
ü die b asilianische A bei e pa ei (PT) mi einem mobilen
»Radio au Sendung, dass sich Rádio Cegonha (Radio S o ch) nann e. Das bes and aus einem
Sende und eine An enne mi denen wi un e wegs wa en, um ü poli ische Ak i is en Ku se zu
geben, im ganzen Land, ü alle die le nen woll en, wie man mi einem Radio sende .«
In São Paulo indes kau en Radiomache _innen mi dem E lös eines Fes i als im Thea e de
Ka holischen Uni e si ä São Paulo (PUC)1989 ein Haus im S ad eil Ba a Funda, in dem
o an as in Fließbanda bei Sende echnik he ges ell wu de. De Lei e de Ope a ion, Ca los
Rocha, de damals auch ak i e Gewe kscha e wa , e inne sich »dass bis 1995 äglich
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unge äh ün Radiosende ü den Bundess aa São Paulo he ges ell wu den«. E klä es Ziel
wa es imme ach e ige Ge ä e be ei zu haben, alls eine de Gewe kscha ssende on de
Polizei geschlossen und das Equipmen kon iszie we den wü de. Rocha lie e e »an alle
F eien Radios«, egal ob Pe is as, E angelikale, S udie ende ode Gewe kscha e _in.23 Fak en
soll en gescha en we den, um eine »s a ke Radiobewegung au zubauen.« Bis heu e is die
Ve so gung und de Suppo on Sende echnik als ein wich iges, wenn auch nich imme
sich ba es Handlungsp og amm in den einzelnen Radiosk ip en angeleg . Die einzige
Ausnahme bilde AMARC, au dessen Sonde s ellung spä e noch einzugehen is .24
(2) Eine zwei e wich ige E ah ung be i die ju is ische Ve eidigung de unabhängigen
Radiosende o de damaligen Regulie ungsbehö de DENTEL und de Bundespolizei. Denn
die eingangs e wähn e b oken- adio-S a egie, die o sah, ü jedes geschlossene Radio zwei
neue zu e ö nen, hä e im Rahmen eine einen Ma e ialschlach wohl keinen E olg gehab .25
Bedeu end wa en o allem ich e liche En scheidungen, die in di ek em Bezug au A ikel V
de b asilianischen Ve assung 1993 e s mals en schieden, »dass Radiomachen ohne
Genehmigung keine S a a meh da s elle.«26 Von da an häu en sich die eins weiligen
Ve ügungen (habeus co pus) gegen die Regulie e . Eine ge ich liche G undsa zen scheidung
1995 dynamisie e neu den Zuwachs neue Sende .
»Von 1995 bis 2010 gingen unge äh 15.000 Radios au Sendung. Das bedeu e e abe auch, dass
Equipmen im We on 100 Millionen Dolla beschlagnahm wu de. Hunde e zi ilgesellscha liche
O ganisa ionen wu den zum Schweigen geb ach , in übe meh als 500 Ge ich s e handlungen au
Bundesebene wu den o wäh end Menschen k iminalisie .«
Die schwe zu e i izie enden Zahlenangaben on Ca los Rocha e deu lichen zumindes
eines: de o ganisa o ische Au wand unabhängigen Radiomachens wa hoch und inne halb
de Radiobewegung wuchs de Wunsch, das ausgeüb e Rech eie Meinungsäuße ung
gese zlich s ä ke anzue kennen zu lassen. Da sich nach Aussagen de damals Be eilig en die
LID-Re o m poli isch nich du chse zen ließ, e iel man au einen Plan, unabhängiges
Radiomachen dann eben als medialen Ausnahme all in das Medien ech einzusch eiben. Au
einem T e en 1996 en schieden sich die Ve e e _innen de anwesenden F eien Radio-Ligen
meh hei lich da ü , eine Legalisie ung ih es Radiomachens anzus engen. In Anlehnung an
das Konzep Communi y Radio, dass sei de G ündung des Wel e bands ü Communi y
Radios (AMARC) in Kanada 1983 auch in B asilien zunehmend bekann wu de, schließen sich
die Be ü wo e _innen zum B asilianischen Ve band de Communi y Radios (ABRAÇO)
zusammen.27
Was dabei genau ein Communi y Radio ausmachen soll e, ass e das damalige
Füh ungsg emium on ABRAÇO gleich in einem Gese zesen wu zusammen. Diese sei nach
Aussagen des damaligen ABRAÇO-P äsiden en Tião San os
» ü die damalige Zei seh o gesch i en gewesen und sah wei eichende Be ugnisse ü die
einzelnen Sende o . Wi kämp en d ei Jah e im Kong ess ü unse en En wu , abe damals wa en
Insk ip ionen F eie und Communi y Radios | 127
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unge äh 70 P ozen de Abgeo dne en di ek ode indi ek an komme ziellen Radio- und TV-
Sende n be eilig . Deshalb mach en wi uns nie Illusionen, dass unse e Gese zes o lage a sächlich
un e ände du chgehen wü de. Abe es wa o zdem ein wich ige Bei ag ü die Legalisie ung,
auch wenn das 1998 e abschiede e Gese z [Lei 9.612/98, N.B] unse e Fo de ungen nu eilweise
au nahm. Zwei ellos wa es ein Quali ä ssp ung, um die Radios aus ih e Klandes ini ä und
I egula i ä zu holen.«28
Diese Au assung is keineswegs Konsens. Vielmeh näh die damalige Aushandlung de
Legalisie ungsbedingungen und des ComRad-Gese zes eine anhal ende Kon o e se, die
auch die Ane kennungswü digkei ak uelle Radioinsk ip ionen be üh . Ums i en is dabei
zunächs , inwie e n die gleichzei ige Aus u ung eines Radiomodells (Communi y Radio) und
seines Rep äsen an en (ABRAÇO) unwide sp ochen »Ausd uck eine o ganischen
No wendigkei de b asilianischen Radiobewegung nach landeswei e A ikula ion und
Legalisie ung« wa , wie dies das G ündungsmi glied und heu ige Vo si zende on ABRAÇO,
José Sô e ückblickend da s ell . Aus un e schiedlichen Blickwinkeln s ellen sowohl das
RIZOMA-Ne zwe k als auch AMARC B asil diese Behaup ung in F age. RIZOMA e eidig
dabei zunächs die Au assung, ComRads seien nich de einzige Ausd uck unabhängigen
Radiomachens. Die These eine A eindlichen Übe nahme de F eien Radiobewegung du ch
Ve e e _innen des ComRad-Gese zes in den 1980e Jah en is , wie ich gezeig habe,
zumindes eine eduk ionis ische, ielleich auch eine s a egisch mo i ie e Rückschau.29
Dennoch e deu lich die Exis enz eines Ne zwe ks F eie Radios das In e esse,
unabhängiges Radio auße halb de ComRad-Klamme zu o ganisie en, dass sich aus Sich
de Mache _innen in de nach wie o ak uellen No wendigkei eine » adikalen Ve eidigung
de Meinungs eihei «30 legi imie .
Ähnlich k i isch, wenn auch aus einem ande en Blickwinkel, bewe e AMARC B asil die
Genese de on ABRAÇO wei gehend mi ge agenen Scha ung des ComRad-Gese zes.
»Wenig anspa en « sei die Ausa bei ung de legalen Insk ip ion on Beginn an e lau en,
mein Tais Ladei a, die sich schon zu Zei ih e Mi a bei bei Rádio Re olução in Rio de
Janei o an dem ih e Meinung nach äuße s exklusi en Aushandlungen und einem zu engen
ComRad-Konzep s ö e.31 »Zu den T e en mi Regie ungs e e e n ging damals nu eine
kleine A an ga de, die keine lei Rep äsen anz besaß, um im Namen de Radiobewegung ein
legales Modell auszuhandeln«, dass neben echnischen und sozialen No men auch eine »seh
spezielle Vo s ellung on Gemeinscha « en hiel . Im Un e schied zu ComRad-Insk ip ion on
AMARC sah das on ABRAÇO in die Ve handlungen ge agene Modell on Beginn an o ,
Gemeinden und Gemeinscha en (comunidades) ausschließlich e i o ial und nich auch als
In e essensgemeinscha zu de inie en. Ein-Radio-p o-Gemeinde lau e e die policy, die dann
auch im Gese z e wi klich wu de. Lediglich bei de an angs beabsich ig en Signals ä ke
muss en ComRad-Rep äsen an _innen Abs iche machen.32
Diese und wei e e gemach e »Abs ichen« sind eben alls anhal ende Themen de ak uellen
Deba e. Nich alle Insk ip eu e eilen nämlich die Au assung on Oc a io Pie an i, Lei e de
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 128
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Communi y-Radio-Ab eilung im Kommunika ionsminis e ium (MiniCom), die legale Insk ip ion
Lei 9.612/98 sei »de einzige damals poli isch möglich gewesene Komp omiss zwischen
Regie ung, Un e nehme n und de Zi ilgesellscha « gewesen.33 Selbs inne halb on
ABRAÇO gib es heu e Ak eu _innen, wie das ühe e Vo s andsmi glied und heu e
ech lichen Be a e on ABRAÇO, Joaquim Ca alho, de es s ell »das Gese z wu de
gescha en, um ComRads nich exis ie en zu lassen.« Den angeblichen Vo eil, mi dem
Gese z eine »legale G auzone« eliminie zu haben und somi »legalisie e Sende
e olg eiche o s aa liche Rep ession zu schü zen«, wie Sô e das Lei 9.612/98 e eidig ,
habe in de P axis zu eine
»zunehmenden Ve olgung nich -genehmig e Sende , […] zu 60.000 P ozessen gegen Menschen,
die lediglich ih Rech au Kommunika ion ein o de en« [ge üh ] und selbs die legalisie en Radios
in eine schlimme Lage [geb ach ], da es unzumu ba e Au lagen beinhal e «,
k i isie auch Ladei a.34 Dass ein solches Gese z übe haup zus ande kommen konn e,
e deu liche »die Nai i ä de damaligen Bewegung, die ü die Demok a isie ung de
Kommunika ion kämp e«, esümie So ia Hammoe on AMARC.
Doch wie nai wa en die damaligen Ve handlungs üh e _innen? Be eue wi d die K i ik an
ABRAÇO, dem bis heu e ein luss eichs en Insk ip eu unabhängigen Radiomachens in
B asilien, auch on dessen enge his o ische Bindung an die PT. Au ällig is , dass die
in e iew en, heu igen ABRAÇO-Mi gliede au diese Beziehung nich eingehen. Dagegen
monie en RIZOMA in ih en Fanzines und Rocha im In e iew, die PT habe die Radiobewegung
un e wande , habe beispielsweise die Reisekos en on PT-Mi gliede zu den ühen
Radio e en gezahl , und sich so bei den Abs immungen Meh hei en gesiche .35 De damalige
ABRAÇO-P äsiden San os be inde ückblickend, die PT sei eben jene Pa ei gewesen, »die
zu diese Zei am meis en in eine Demok a isie ung de Kommunika ion in es ie ha . […] Die
Radiobewegung ha e ih e Basis zum g öß en Teil ein ach in PT-Ak i is en.« Unabhängig
da on, welchen Da s ellungen de be eilig en Ak eu _innen man im Einzelnen olgen mag, kla
is , dass sowohl die Insk ip ion on ABRAÇO als auch das ComRad-Gese z in ih e
Ane kennungswü digkei inne halb de Radiobewegung on Beginn an he ausge o de sind.
Angesp ochen wi d eine sei s die PT-Bindung als ein hidden ansc ip des ABRAÇO-Modells,
zugleich abe auch die p oblema ische Rep äsen a i i ä des legalen Komp omiss, an dem
ABRAÇO ede üh end be eilig wa .
Die hie skizzie e Re ospek i e mach deu lich, in welchem his o ischen Spannungs e häl nis
die konku ie enden Radioinsk ip ionen in ih en ela ionalen Selbs besch eibungen und
Abg enzungen s ehen. Allen Di e genzen de ne wo k builde o gelage , schein dabei
zunächs die ge eil e K i ik an eine monopolha en Medienlandscha . Ausgehend on diese
Legi ima ionsk ise des Ak eu _innenne zwe ks Rund unk, wu den wide s ändige Radiop axen
ge ech e ig , ge agen on eine massi en P oli e a ion on Sende echnik und s abilisie
du ch die eins weiligen Ve ügungen zuguns en de Medienmachenden. Das dami zunächs

Insk ip ionen F eie und Communi y Radios | 129
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g ob insk ibie e unabhängige Radiomachen de inie sich konzep uell e s on dem Momen
an s ä ke aus, da das ü , wide und wie eine legalen Ane kennung deba ie wi d.
Spannend e schein mi , dass diese Auseinande se zung nie abgeschlossen wu de. Bis heu e
s ell die Aushandlung des ComRad-Gese zes dem de Monopolisie ung des Radios du ch
gewinno ien ie e Ak eu _innen ein zwei es K isen-Na a i be ei , dass nich länge die
allgemeine Legi ima ion on Rund unk, sonde n das legale Sk ip unabhängigen
Radiomachens be i . Zu diesem e hal en sich die adialen ne wo k builde s deu lich
di e enzie e als gegenübe dem gemeinsamen Feindbild des komme ziellen
Medienmonopols. Und aus de spezi ischen K isenha igkei des Gese zes 9.612/98 lei en die
in e iew en Radiomachenden au zwei ache Weise konku ie ende Legi ima ions-Claims ü
ih e Sk ip e ab. Zum einen wi d die Be eiligung on ne wo k builde s, insbesonde e ABRAÇO,
an einem ü unabhängige Radios nach eiligen Gese z he angezogen, um ausgehend on
diese ehlgeschlagenen his o ischen Media ion de en Sk ip e zu delegi imie en. Die
Anschuldigungen a iie en dabei in ih e In ensi ä , un e s ellen Nai i ä bis hin zu eine
s a egischen Komplizenscha ü eine poli ische Mediens a egie de PT.36 Zum ande en
kling in den Re ospek i en de Ak eu _innen die F age an, wie sich ein unabhängiges
Radiosk ip im einzelnen gegenübe de legalen Insk ip ion e hal en soll e. Beg ünde sich die
K ise in einem Mangel an Rep äsen a i i ä , an punk uellen Ve säumnissen ode in einem
g undlegenden Kon lik zwischen dem Ansp uch legale No mie ung und kons i u ionelle und
menschen ech liche Ga an ien on Meinungs eihei und dem Rech au Kommunika ion? Das
olgende Un e kapi el wi d diesen F agen im Rahmen eine Bes andsau nahme de ak uellen
Sk ip e unabhängigen Radiomachens nun genaue nachgehen.
3.2.2 Bes andsau nahmen
Rekons uie en lassen sich ausgehend on den adialen Insk ip ionen im G oben ie Sk ip e
legi imen Radiomachens. (1) Im e s en Modell i legi imes Radiomachen nu als Zus and au :
Es geh nich um Legi imie ung sonde n um Legi imi ä und diese is gleichbedeu end mi
Legali ä . Unabhängiges Radiomachen wi d hie e s anden als die gese zlich no mie e und
ge egel e O ganisa ion eines Communi y Radios. Oc a io Pie an i om MiniCom s ell dabei
nich in Ab ede, dass es auch wei e Modelle geben kann, »die hie in B asilien jedoch nich
exis ie en.«37 Wede o noch neben dem ComRad-Gese z gib aus diese Pe spek i e in
B asilien ein legi imie es unabhängiges Radiomachen.
Als Zen ale Legi ima ions äge we den das MiniCom und ANATEL eingesch ieben, die pe
Genehmigung Communi y Radios e scha en. De Communi y komm lediglich die Rolle eines
Te i o iums zu, eine »Lokali ä on kleinem Ausmaß«, welche geog aphisch on de
»eingesch änk en Reichwei e« des Radiosignals beg enz wi d. Ein ComRad is e p lich e ,
die kommunika i en Bedü nisse de do lebenden Be ölke ung zu »bedienen«.38 Da dieses
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 130
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e s e legalis ische Modell au adikale Weise alle konku ie enden Vo schläge zu
unabhängigem Radiomachen negie , kennzeichne die olgenden Modelle jeweils imme auch
eine explizi e K i ik diese Au assung.
(2) Das zwei e Modell wende sich dabei zunächs gegen die olls ändige Subs i u ion alle
ComRad-Insk ip ionen du ch nu ein legales Sk ip , e kenn jedoch wie auch das Gese z, die
e i o iale Fo mel on ComRad an. Die Insk ip ion on ABRAÇO üb sich dabei in dem
Spaga , ih e eigene »ak i e Rolle bei de Scha ung des legalen Disposi i s« mi ih e K i ik an
de » ech lichen Einsch änkung de Meinungs- und Kommunika ions eihei « zu e mi eln.39
Dami we den die lokale Gemeinscha und ih e Bedü nisse zu »sozialen Basis« eines
Sende s e klä , die ü die Ane kennungswü digkei eines ComRads ebenso ele an sei wie
das Gese z. Denn Le z e es sei »gu gemach , was die soziale Kon olle des Mediums
angeh «, sag Ca alho, da es die gemeinscha liche Ve wal ung und O enhei de einzelnen
Sende ga an ie e.
»Mangelha sind abe die engen G enzen die es besch eib : nu 25 Wa Sendes ä ke, eine maximal
30 Me e hohe An enne, ein einzige Kanal40, F equenzen auße halb des emp angba en Be eichs
(dial). Die echnischen No men sind eine Schweine ei, de Res is pe ek .«
»Es is klein abe es is unse es« e kenn ebenso das FDC das ak uelle ComRad-Gese z als
Teil adiale Legi ima ion an. Auch wenn es sei he dazu diene, »die Rep ession au ech zu
hal en« und »ein Schlanges ehen nach Genehmigungen he o ie , das bis heu e anhäl «, wi d
es dennoch als ein_e en scheidende_ Ak eu _in bei de De ini ion unabhängigen
Radiomachens be ach e . Re o men seien no wendig, eine subs an ielle K i ik wi d aus diese
Sich weise jedoch e mieden.
(3) Dem wide sp echen ComRad-Insk ip ionen die sich in einem d i en Modell
zusammen assen lassen. AMARC, abe auch ABRAÇO São Paulo lehnen aus
un e schiedlichen G ünden sowohl das e i o iale Modell als auch das bes ehende Gese z
gab. AMARC k i isie seine sei s, dass ein ComRad nich ausschließlich äumlich de inie
we den könne, denn es gäbe » iele un e schiedliche Fo men communi y zu denken und zu
leben« und diese müss en auch be ücksich ig we den. Deshalb sei »ein ComRad auch iel
besse anhand seine poli ischen Mission, seine Ve wal ung, Selbs o ganisa ion und
Kommunika ion« zu de inie en. Die wich igs en konzep uellen Baus eine dabei seien:
»Meinungs eihei , Rech au Kommunika ion und Plu alismus.«41 Dennoch wi d dem
na ionals aa lichen Rech g undsä zlich ein legi imie ende Bei ag zuges anden, nich jedoch
in seine bishe igen Fo m. »ComRads sind kein Spezial all und müssen im Gese z wie auch
alle üb igen Ve keh s eilnehme _innen [im elek omagne ischen Spek um, N.B.] behandel
we den.« Die ak uellen Mediengese ze o mulie en un e schiedliche S anda ds, eine wenig
legi ime P axis, die deshalb auch ü die Ane kennungswü digkei de ComRads wenig
e bindlich is .42
En gegen de na ionalen Ve e ung seines Ve bandes, inde auch Je y de Oli ei a on
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ABRAÇO São Paulo die legale Ungleichbehandlung p oblema isch: »Denn in B asilien gil
leide : deinen F eunden alles, deinen Feinden das Gese z.« Das Gese z e s eh e dabei als
wich iges Ins umen , um Rich linien eine sozialen Kon olle zu o mulie en, nich jedoch als
einzig e bindliches K i e ium de Legi ima ion, »denn nich ein Ze el mi einem
Regie ungss empel an de Wand en scheide da übe , was ein ComRad is und was nich ,
sonde n die on de gesam en Communi y o ganisie e Ve wal ung.«43
In Oli ei as Sk ip kling dabei e neu ein e i o iales Konzep on ComRad an. Ganz kla wi d
in seinen Aus üh ungen nich , ob e de zei meh als einen emp angba en Sende in einem
geog aphischen Te i o ium p opagie ode nich . Fü ihn lös sich diese F age auch ehe im
Rahmen eine adikalen Um e eilung de F equenzen, denn Oli ei a i ü die Subs i u ion
s aa liche und komme zielle Radios du ch ComRads, als »Medien des Sozialismus, die un e
olls ändige Kon olle de A bei e sind« ein. ComRads sind ih em Ansp uch nach dami die
einzigen legi imen Insk ip ionen »ö en liche Kommunika ion« un e wei gehende
Selbs e wal ung: »F eihei soll e die Regel sein, Gese ze die Ausnahme.«44
(4) Le z e e Aussage is auch e einba mi dem ie en und le z en hie um issenen Modell,
dass sich als eine Radioinsk ip ion im nega i en Sinne e s ehen läss .45 Gemein is dami die
Posi ion on RIZOMA, die bes eb is , ge ade in de Abwesenhei on No men das eigen liche
P inzip unabhängigen Radiomachens zu suchen. Ausgehend on dem uni e sellen
Rech sansp uch au Meinungs eihei e olg en sie ein ande es P ojek als ComRads, sag
Thiago:
»F eies Radiomachen k eis ehe um die Sensibili ä und das soziale Ve hal en als um mediale
Inhal e und de en Bewe ung. Es geh meh um die Ve wi klichung eine e hischen und äs he ischen
Pe spek i e, als um die E ich ung eines Radiosys ems. Bi o [de i alienische Medienphilosoph
F anco Be a di, N.B.] sp ich in einem Tex übe [Felix] Gua a i on pos mediale Sensibili ä . Ich
glaube F eies Radiomachen komm dem seh nahe.«
Ge ade in de Unbes imm hei und O enhei eines solchen pos medialen Raums sehen eie
Radiomachende den idealen G und ü eine ielges al ige Ausdeu ung on Meinungs eihei .46
F eies Radiomachen heiße »selbs e wal e und ohne es e Mach s uk u en ein gemeinsames
En decken und Expe imen ie en als nich -essen ialis ische P axis zu o ganisie en.« Die
Legi ima ion diese P axis wi d dabei zunächs wede im Bezug au eine spezi ische
Communi y und noch iel wenige gegenübe s aa lichen Legi ima ions äge n o mulie , denn
»unse P inzip is die Rede eihei , Meinungs eihei . Und da ü benö igen wi keine
Genehmigung. Wi müssen uns nich on einem Gese z quad ie en lassen.« G undsä zlich
ep äsen ie e RIZOMA deshalb keine eigene Insk ip ion noch i gend ein Radio, denn »jedes
Kollek i soll F eies Radio in jedem Momen de inie en und ede inie en können.«47
F eies Radio sei deshalb konzep uell ein »mino i ä e Disku s, de sich p ak isch bewuss
da on abg enze, eine Gegenö en lichkei ode mediale Gegenhegemonie zu o ganisie en.«
Expe imen ie we de lediglich mi un e schiedlichen Fo men on Au onomie. Da aus ein
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Indi e enz ode gene elle Ablehnung jegliche ech liche Regulie ung des Radiomachens
abzulei en zu wollen, wä e jedoch o eilig. Denn wiede hol beziehen sich F eie
Radiomache _innen posi i au A ikel V de b asilianischen Ve assung und ebenso au A ikel
223 de eine Komplemen a i ä ö en liche , s aa liche und p i a e Radios o sieh . Teilweise
e eidigen F eie Radios diesbezüglich den Ansp uch „die ö en lichs en“ weil pa izipa i s en
und o ens en Radios B asiliens zu sein.48 Die adikale Abg enzung zu den meis en ComRad-
Insk ip ionen lieg in jedem Fall in de adikalen K i ik des S aa es als medialen
Legi ima ionshel e s: »Die eie Kommunika ion e kenn die Regie ung nich als alleinige
En i ä an, um Gese z e und da an gebundene Regeln als Fundamen de Kommunika ions-
medien zu e s ellen.«49
Deu lich wi d in den ekons uie en Modellen, dass die eingesch iebenen medialen
Legi ima ionen a iie en, was die De ini ion eines Gemeinwohls, das E eichen eines
Gemeinwohls und die Rolle spezi ische Legi ima ions äge _innen angeh . Bezüglich des
Gemeinwohls äll au , dass dieses im Fall de Communi y Radios in Bezug zu eine
spezi ischen Gemeinde de inie wi d. Wäh end das legale Sk ip diese jedoch als ein
uni e selles Se , lokale kommunika i e Bedü nisse de inie , äumen die einzelnen ComRad-
Ve bände den Gemeinden eine ak i e e Rolle ein, diese Bedü nisse zu de inie en.50 Bei
F eien Radios wi d das Gemeinwohl nich an eine lokalen bzw. sich als solche
besch eibenden Communi y es gemach , sonde n als Zusammenschluss indi iduelle
Rech s äge _innen be ach e , die ih Menschen ech au eie Meinungsäuße ung
gemeinsam a ikulie en. ComRad-Insk ip ionen, allen o an AMARC, besch eiben das
Gemeinwohl demgegenübe s ä ke als kollek i es »Rech au Kommunika ion«.51 Beide
Konzep e sind sich au de allgemeinen no ma i en Ebene dennoch ela i ähnlich. Die
Un e schiede beide Posi ionen kommen, wie noch zu zeigen is , ehe bei de Ausdeu ungen
kommunika i e Ak eu _innen ollen und ih e kommunika i en Ziele zum T agen.
Dennoch läss sich be ei s hie ein wesen liche Un e schied e kennen. Wäh end ComRad-
Ve bände gegenübe dem legalen Bedü niska alog al e na i e Ka aloge o mulie en, die meh
ode minde s a k on den communi ies ope a ionalisie we den, besch änk sich die
Insk ip ion F eie Radios ih em Ansp uch nach da au , einen nich -hie a chischen, o enen,
medialen Raum zu a ikulie en. Neben de Selbs o ganisa ion wi die hie a chiek i ische
Posi ion jedoch auch die F age nach al e na i en Legi ima ions äge _innen au . E neu in
nega i e Annähe ung lassen F eie Radios diese F age o en und sp echen lediglich dem
S aa das alleinige Legi ima ionsmonopol ab. ComRads hingegen, e kennen die zen ale Rolle
des S aa es bei de Regulie ung des Rund unksys ems an. Seine Funk ion sei dabei o allem,
das Rech au Kommunika ion zu ga an ie en. Neben dem S aa we den zugleich auch
spezi ische Modelle on Gemeinden als T äge on Legi ima ion pos ulie . Ihnen s eh zu, on
ih em Rech au Kommunika ion Geb auch zu machen, wäh end es dem S aa zukomm ,
dieses Rech zu ga an ie en und gg . auch zu egulie en.
Insk ip ionen F eie und Communi y Radios | 139
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im Einzelnen an de Signale zeugung mi wi ken soll, bleib o en.
ABRAÇO, die diesen Ausd uck gese zlich e anke e soziale Kon olle g undsä zlich
un e s ü zen, k i isie jedoch, dass eine solche »P o essionalisie ung« de ComRads nich als
eine »Un e scheidung on Bü ok a en gegenübe wei e en Radiomachenden« miss e s anden
we den dü e. Die di igen es eines Sende s müss en zugleich als allsei ig geschul e
Radiomachende mi wi ken:
»Ein Radiomache ( adialis a) muss plu al sein. E muss Vo si zende , Tele onis , Mode a o ,
Kon ak mann de Be ölke ung, Technike , P oduzen ode poli ische Rep äsen an de Gemeinde
sein. E muss alles machen können und da ü auch aus ausgebilde we den, um im Namen de
Bewegung ein Radio lei en zu können.«68
In diese a bei s eiligen Vision des Radiomachens wi d also eine sei s den Lei enden explizi
ab e lang , ein Signal e zeugen zu können. Zugleich we den alle, die ein Signal e zeugen
dazu au ge o de ih e Handlungsp og amme »im Namen de Bewegung« auszu üh en. Dami
is ein Fo de ung nach Legi imie ung o mulie , mi de ABRAÇO zugleich die sich selbs
zugesch iebene Rolle als einzige_n ane kennungswü dige_n Rep äsen an _in unabhängigen
Radiomachens s ä k .69
AMARC hingegen e zich e au diese ezip oke Rückkopplung. Wäh end de a bei s eilige
Blick on ABRAÇO wei es gehend ge eil wi d70, k i isie die Insk ip ion die om Gese z
ge o de e (und on ABRAÇO a i mie e) Ve eins- ode S i ungss uk u als zu enges o mal-
ech liches K i e ium, denn: »[M]enschen solida isie en sich au seh iel komplexe e Weise
mi einande . Fü ih e O ganisa ion spielen ana chis ische, e hnische, gende -spezi ische ode
ganz kon empo ä e P inzipien eine g oße Rolle.«
In seine Insk ip ion wi d AMARC diese Komplexi ä o allem im Punk de
Geschlech e gleichhei ge ech . Die meis en ComRads in B asilien wü den on Männe n
gelei e und die Vo s ellung dass sich do kein Machismus ep oduzie e sei schlich weg eine
Illusion.71 Deshalb müssen lau AMARC die menschlichen Ak eu _innen ollen in ComRads
imme auch geschlech sspezi isch e lek ie we den. Ge o de wi d, das gese zliche Gebo
de »Nich disk iminie ung« zu ope a ionalisie en und die Benach eiligung on F auen beim
all äglichen Radiomachen zu bekämp en. Das selbs o ganisie e F auenne zwe k, au dass ich
spä e noch nähe eingehen we de, s ell dabei eine wich ige Ak eu in de ComRad-Insk ip ion
da .72
Dass sich RIZOMA explizi nich au eine posi i e Disk iminie ung einläss , kann e neu aus
ih e nega i en Medieninsk ip ion ablei e we den, welche auch F agen wie
Geschlech e gleichhei zunächs an die Machenden wei e gib . Zudem eilen sie zwa die
Ansich on ABRAÇO, »dass die einzelnen P og amm e an wo lichen, po en iell alles können
sollen.« Dieses alles ze äll jedoch nich in p o essionelle Rollenbilde . S a dessen bleib es
»jedem einzelnen übe lassen was e le nen will – auch wenn alle ein bisschen was wissen
soll en.«73

Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 140
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Auch die Insk ip ion des ABRAÇO-Ablege s im Bundess aa São Paulo g ei die hie
anklingende Ablehnung eine P o essionalisie ung unabhängige Radios ein S ück wei au .
Eine an ängliche A bei s eilung zwischen »populä en Kommunika o en« au de einen Sei e,
»die keine Ausbildung wie Jou nalis en haben und Teil de Gemeinscha sind« und einem
»Team on Spezialis en«, welche e s e e p o essionell bei de P oduk ion un e s ü zen
könn en, sei jedoch aus p agma ischen G ünden zu ech e igen.74 Diese Rollen eilung wi
jedoch nich nu ü dieses Modell die spannende F age au , inwie e n hie be ei s e neu
daue ha -sub ile Hie a chien eingesch ieben we den. Auch in den Insk ip ionen F eie Radios
gib es Hinweise da au , dass die Mi a bei on »P o is« ein S ück wei akzep ie en und
benö ig wi d, zum Beispiel beim Bau und de Dis ibu ion on Sende echnik, wo es nich meh
aus eich , das alle »ein bisschen was wissen«.
Mi den Bescha e _innen und Kons uk eu _innen on Sende echnik is eine nich imme
sich ba e Ak eu _innen olle angesp ochen. ABRAÇO und AMARC e lek ie en sie in ih en
Insk ip ionen an keine S elle, obwohl die Be ei s ellung on Sende echnik ü die
Signale zeugung une lässlich is . Bei RIZOMA, VIVA RIO und auch FDC wi d diese_
Ak eu _in dagegen als jemand besch ieben, de /die die Radios dabei un e s ü z , ein
kon inuie liches Medienmachen zu gewäh leis en, beziehungsweise zu seine Rep oduk ion
ode Ve b ei ung bei äg . 75 Zugleich hel e ih e Quali ä sa bei dabei Kon lik e zu e meiden,
da bspw. ein schlech kalib ie e Sende S ö ungen e u sachen und unnö ig die
Au me ksamkei de Regulie ungsbehö de p o ozie en könn e.
Wäh end die le z genann en Radio e bände also spezi ische An o de ungen ü die legi ime
Be eiligung diese Ak eu _innen am Radiomachen o mulie en, kla in den Desk ip ion on
AMARC eine Lücke. Ob diese on einem hidden ansc ip ode on den Radiomachenden
selbs ge üll wi d, läss sich an diese S elle nich bean wo en. Lediglich eine Ve mu ung kann
o mulie we den. Da die Be ei s ellung on Sende echnik in diame alem Wide sp uch zu
legalen Insk ip ion unabhängigen Radiomachens (und o mals auch ih en spezi ischen
echnischen No men) s eh , bilde sie ein zen ales Momen , um ih e Illegalisie ungen zu
ech e igen. Ih Ve unsich ba ung in den Insk ip ionen könn e deshalb einen Ve such
da s ellen, das besch iebene Radiomachen nich unnö ig ü legalis ische K i iken zu
exponie en.
Zusammen assend läss sich sagen, dass in den einzelnen Insk ip ionen eine Umdeu ung und
E gänzung gese zlich o gegebene Rollen s a inde . Vo allem bezüglich de
demok a ischen O ganisa ions o men, de Geschlech e gleichhei und de Bescha ung de
Sende echnik we den konzep uell und ela ional un e schiedliche Akzen e gese z .76 Eine
s a egische An wo au die p oblema ische Legi imie ung on Be ei s elle _innen de
Sende echnik in nich -genehmig en ComRads scheinen ABRAÇO und AMARC da in zu
sehen, die Rolle de Technik ab ikan _innen auszublenden, wäh end o allem RIZOMA sie als
p o essionelle Un e s ü ze _innen bei de Ausübung des Rech s au Meinungs eihei ö en lich
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einbezieh .77 Wenn dem so is , dann müss e sich diese S a egie auch in Bezug au die
konzep uelle Sensibili ä wide spiegeln, mi de nich menschliche Ak eu _innen in die
einzelnen Radiomodelle eingebunden we den.
3.3.1.2 Nich -menschliche Ak eu _innen
Im b asilianischen ComRad-Gese z we den die wich igs en ma e iellen non-humans be ei s im
e s en Pa ag aphen in ih e legalen E scheinungs o m de inie , und zwa als Ve mi le _innen
eine »nied igen Sendes ä ke«. Nu Sendege ä e mi eine Leis ung on »maximal 25 Wa «
und »einem Auss ahlungssys em nich höhe als 30 Me e « sind zugelassen. Zugleich is in
das Gese z eingesch ieben, dass allein die Regulie ungsbehö de ANATEL nich -menschlichen
Ak eu _innen in ih e Anwesenhei au o isie en da .78 Die Signale zeugung un e Be eiligung
nich -genehmig e En i ä en subsummie Vanessa Gomes on ANATEL deshalb als
»Pi a e ie«. Im In e ne wü de neben aubkopie e Musik und Filmen auch Radioequipmen
öllig unkon ollie e b ei e . »Die Leich igkei ü 1.000 bis 2.000 Reales Equipmen zu
bekommen und die pe sonellen G enzen on ANATEL, machen eine Übe wachung
unmöglich.«
In diese Sich weise wi d deu lich, dass die pauschalisie ende Wah nehmung alle nich -
genehmig en Sende als Pi a ensende auch au de en nich -menschlichen En i ä en
ausgedehn wi d. Und, ohne dass es da ü einen gese zlichen Anhal spunk gäbe, wi d de
Bau und Handel on Sende echnik unbeg ünde illegalisie , denn kein Gese z e bie e dies
explizi . Auch die F age, ob ih nich -genehmig e Einsa z pauschal als S a a zu bewe en is ,
bleib wie be ei s e wähn , au ju is ische Ebene ums i en. Die on ANATEL gezogene
Analogie zwischen Ve s ößen gegen U hebe ech e und dem Handel nich -genehmig e
adiale non-humans leg die Ve mu ung nahe, dass hie bewuss eine
Delegi imie ungss a egie o mulie wi d. Denn a gumen a i is die »Pi a e ie«-Analogie
wenig schlüssig.
Doch wede AMARC noch ABRAÇO e eidigen nich -menschliche Radiog ößen in ih en
Insk ip ionen o solchen Beschuldigungen. Sie insis ie en in ih en Legi ima ionss a egien
ehe da au , dass »Menschen Radio machen und nich die Technik.« K i isie wi d zwa die
s a e No mie ung de nich -menschlichen Ak eu _innen im ComRad-Gese z, abe o allem
deshalb, »weil dami die A bei unabhängige Radiomachende einsch änk wi d.«79 E wähn
we den An ennen und Sendege ä e als No wendigkei , die in ih e Rela ion zu den
menschlichen Ak eu _innen jedoch nich wei e explizie we den. Wenn übe haup , wi d
da au e wiesen, du ch Schulungen und Hand eichungen die demok a ische Nu zung de
S udio echnik wie »Mischpul , Compu e und Mik o on« zu gewäh leis en.80 Angesp ochen
we den also d ei ü die Signale zeugung explizi nich -genehmigungsp lich ige En i ä en.
Dem gegenübe o ien ie sich die Posi ion on RIZOMA an de olls ändigen, ü die
Nils B ock – Ag a e o m in de Lu | 142
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Signale zeugung no wendigen Audioke e. So zum Beispiel, wenn da übe nachgedach wi d,
welches die kleins e no wendige Menge nich -menschlischen Ak eu _innen sei, um Radio zu
machen:
»Die d ei wich igs en Sachen sind de Sende , das Kabel zwischen Sende und An enne und die
An enne. Das is die G undlage, das mach die Exis enz ode Nich exis enz eines Radios aus. Ein
Radio is ein Radio das ein Signal sende , sons is es keins.«81
Diese Fes s ellung d ück meh aus, als eine nai e Faszina ion ü ma e ielle Sende echnik,
sie s eh auch in di ek e Kon inui ä zu massi en P oduk ion on Sende n und An ennen,
welche das be ei s e wähn e his o ische Momen eine Bese zung des Spek ums zum Ziel
ha e ( gl. 3.2.1). Vo allem wi d e lek ie , wie ein ach ode schwie ig es ü Radios in S äd en
ode dem Landesinne en (in e io ) is , bes imm e nich -menschliche G ößen zu mobilisie en
und zu s abilisie en. Deshalb e suche man so wei als möglich mi »Technik Ma ke
Eigenbau« (casei a) zu a bei en und keine komplizie e Technik zu e wenden. Ge ade dami
we de auch die Kon inui ä eines Radios gewäh leis e : »die Sende echnik da nich zu eue
sein und muss auch on eine kleinen G uppe bedien und e wal e we den können«82 – denn
soll e die Regulie ungsbehö de alles kon iszie en, muss das Radio möglichs schnell wiede
au Sendung gehen können.
In ähnliche Weise a gumen ie auch ABRAÇO São Paulo, wenn es o de , »dass man bei
En wicklung on Sendemodellen ü die s äd ischen Pe iphe ien den Ma e ialkos enp eis on
An ang an mi denken« müsse. Fü kleine Radiokollek i e sei das on ANATEL genehmig e
Pake de Sende echnik ü 5.000 Reales ein ach zu eue . Dami ela i ie sich die legale
Ane kennungswü digkei p agma isch im Ansp uch zunächs einmal senden zu können. Die
sozio-ökonomische Si ua ion eines ComRads beein luss und legi imie demnach auch die
Anwesenhei spezi ische non-humans.83
Übe die Auseinande se zung mi legal o gesch iebenen nich -menschlichen Medien-
bes and eilen und möglichen Al e na i en, we den in den einzelnen Insk ip ionen wei e e
komplizie e En i ä en mobilisie , on denen ich im Folgenden d ei genaue be ach en
möch e. Compu e , ( eie) So wa e und In e ne beein lussen die Anwesenhei im Spek um
und haben dami , wie ich zeigen möch e, di ek en Ein luss au die konku ie enden adialen
Legi ima ionen.
(1) Ein_e e s e_ Ak eu _in, die/de lau übe eins immende Meinungen de einzelnen
Insk ip eu _innen imme wich ige wi d, is de Compu e . Bei de Signale zeugung is e in den
meis en S udios heu e es e Bes and eil de Audioke en. Au seinen Fes pla en läss sich
beispielsweise Musik speiche n und dann mi spezi ischen P og ammen abspielen, e bie e
die Möglichkei au Da enne zwe ke Zug i zu nehmen und diese au un e schiedliche Weise
in die Sendungen einzubeziehen (z.B. die Re ansmision eines »web adios« aus dem In e ne )
und e e möglich das digi ale Schneiden on Audios. »De Compu e is im Radio heu e die
wohl wich igs e Schni s elle c ossmediale Kommunika ion. In ihm inden ged uck e Medien,
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Rund unk und Fe nsehen zueinande «, besch eib Ca los Rocha om FDC deshalb die
zen ale G öße seine Insk ip ion in e ak i en Radiomachens.84
Neben de allgemeinen We schä zung on Compu e n beim Radiomachen wi d besonde s
seine Fähigkei be on , ande e Ak eu _innen zei weilig e e en ode auch länge is ig
e se zen zu können.85 Wenn ge ade keine Menschen anwesend sind, um in ein
angeschlossenes Mik ophon zu sp echen, kann ein Compu e diese au un e schiedliche A
und Weise e e en. Die ComRad-Ve bände e wähnen dabei o allem sogenann e
Au oma isa o en, eine A spezielle Wiede gabelis en ü digi ale Audio o ma e.86 Sie
un e s ü zen die Kon inui ä des Sendens und dami auch seine Ane kennungswü digkei .
RIZOMA häl die Bedeu ung on Au oma isa o en ü die Insk ip ion F eien Radiomachens
dagegen ü ge ing, »denn in F eien Sende n gib es nich so einen p og amma ischen Blick
au das Radiomachen. Eine ein ache Playlis eich aus.« Die A bei mi Au oma isa o en sei
nich gekoppel an ein eies sich Ausd ücken, sch änke äs he isch zu seh ein und wü de
zudem die He ausbildung on Hie a chien und Expe _innenn ollen im Radio begüns igen.
»Denn o sind diese P og amme nich so leich zu ins allie en und zu bedienen. Es gib ü
uns ande e P io i ä en.«86 Diese de inie auch RIZOMA an eilig eben alls übe den Einsa z
on Compu e n. Die Legi ima ion is dabei jedoch nich an de E üllung kon inuie lichen
Sendens o ien ie , sonde n an de Mobilisie ung eine spezi ischen G uppe on non-humans:
F eie So wa e (so wa e li e). Denn »Konzep e wie In e ak i i ä , Kon e genz ode auch
digi ale Inklusion machen keinen Sinn, solange nich auch die Ve wendung F eie So wa e
angesp ochen wi d.«87
(2) Ohne hie im De ail au die Un e schiede zwischen open sou ce und ee so wa e zu
einzugehen, e binde RIZOMA seine Radioinsk ip ion mi einem bes imm en Konzep on
So wa e.88 De Compu e ze äll in he e ogene Ha dwa e-Ensembles und einen Typ
So wa e, de po en iell jene Zwänge e meiden soll e, die in komme ziellen P og ammen
angeleg sind. Dami is o allem die »Wa en o m« on Lizenzso wa e angesp ochen, die in
ih e Zi kula ion, Ve wendung und Modi ika ion u hebe ech lichen Einsch änkungen un e lieg .
Als unabhängiges Radio Geld ü die Anwesenhei diese kapi alis ischen non-humans
auszugeben » is unnö ig und poli isch nich zu ech e igen.«89 Deshalb besch eib RIZOMA
F eie Radios als O e, die selbs So wa e he s ellen ode mi En wickle _innen koope ie en.
Da übe hinaus sollen sie allen be eilig en menschlichen Ak eu _innen die So wa enu zung
e leich e n, »denn jede So wa e is ein P oduk olle soziale Beziehungen und e s wenn
man sie gemeinsam zu Nu zen weiß, zeig sich die Übe legenhei F eie So wa e.«90 So wa e
li e wi d on RIZOMA demnach als ein es e Bes and eil eien Radiomachens e anschlag ,
das dami in seine Legi ima ion eine zusä zliche Dimension e häl .
Ge eil wi d diese legi imie ende Kopplung an F eie So wa e on VIVA RIO, die sich selbs
und mi ihnen koope ie ende Communi y Radios dazu e p lich en, »möglichs schnell nu
noch eie So wa e [zu] nu zen, um demok a ische , pa izipa i e abe auch kollabo a i e zu
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sein.« Auch ABRAÇO São Paulo häl den Einsa z on so wa e li e in Communi y Radios als
unabdingba , da sich do so, » ü die Gesellscha no wendige nich -ma e ielle Kapazi ä en
ep oduzie en können, die neuen Fo men kogni i e Dominanz en gegenwi ken.«91 AMARC
und ABRAÇO sind dagegen zu ückhal ende und e meiden es, die Legi ima ion eines
Communi y Radios di ek an So wa e zu koppeln.
»Siche lich is die Aneignung F eie So wa e so wie in F eien Radios e s ebenswe , abe nich ü
alle Radios is das eine ealis ische Op ion. Es b auch Zei , Pe sonal und Ene gie um das
hinzuk iegen und jede soll e seine eigenen P io i ä en se zen.«92
Deu lich wi d in den Radioinsk ip ionen hie eine di e gie ende Au assung de non-humans.
Wäh end F eie So wa e bei RIZOMA immanen e Bes and eil de Mobilisie ung und
S abilisie ung F eie Meinungsäuße ung wi d, bleib es bei AMARC und ABRAÇO ein po en iell
in e essan es We kzeug, um das Rech au Kommunika ion ode Meinungs eihei zu
un e s ü zen, jedoch als eine Va iable und nich als es G öße de eingesch iebenen adialen
Media ionen.93
(3) Seh un e schiedlich wi d im De ail auch die Beziehung unabhängige Radios zum In e ne
kons uie . Ohne die ech g obe Re e enz des In e ne s im Singula wei e zu en al en, läss
sich es hal en dass es sei ens de ComRad-Insk ip eu _innen als »explosi es abe auch
ambi alen es We kzeug« wah genommen wi d, dessen »Bedeu ung ü das Radiomachen on
seinen spezi ischen Nu zungsmöglichkei en aus gedach we den muss.« Diese Möglichkei en
be e en zunächs die Ko espondenz zwischen Radios, die den »Aus ausch on E-mails,
sch i lichen Nach ich en, P og ammen und Audios« um ass .94 Da übe hinaus e laub es
ComRads auch, neben dem Signal im elek omagne ischen Spek um, au den In e ne se e n
als Webpage sich ba und als Web adio hö ba zu we den. Doch inwie e n wi d dieses
Po en ial nun an die legi ime Signale zeugung im Spek um gekoppel ?
Zunächs lassen sich zwei Hypo hesen ausmachen, die das In e ne als es en Bes and eil de
adialen Insk ip ionen ech e igen. Die e s e besag , das In e ne habe als
Kommunika ionsmi el ComRads als o ganisie e Bewegung, die ü eine plu ale
Spek umsnu zung ein i , übe haup e s möglich gemach . Die zwei e besch eib eine
spä e e Aneignung du ch die b asilianischen ComRads.95 Beiden Posi ionen liegen zwa
un e schiedliche empi ische Analysen zug unde, sie lau en jedoch au die gemeinsame
Konklusion hinaus, die g oße Bedeu ung des In e ne s als Kommunika ions- und
In o ma ionswe kzeug müsse in den adialen Insk ip ion e lek ie we den. Bei AMARC is
beispielsweise de »Kamp ü eine demok a ische In e ne nu zung« Teil de Aushandlung des
allgemeinen Rech s au Kommunika ion. ComRads hä en beispielsweise (wie alle ande en
gesellscha lichen Ak eu _innen) das Rech au einen kos en eien Zugang zum In e ne .96
ABRAÇO abe auch das FDC, beziehen das In e ne da übe hinaus als eine pe manen e
E wei e ung des Radiomediums ein. Ku z is ig hel e das In e ne dabei, das ü ComRads
gel ende gese zliche Ve bo , sich im elek omagne ischen Spek um du ch die Re ansmission

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on Signalen zusammenzuschal en, zu umgehen. Denn wie be ei s e wähn , senden
komme zielle Radios ih e P og amme o gleichzei ig übe Du zende An ennen aus, wäh end
es ComRads s ik un e sag is ein Signal au diese Weise zu e iel äl igen. Doch pe Audio-
S eaming läss sich dieses Ve bo umgehen, da Signale dabei ja zunächs nu im In e ne
übe agen we den, anschließend jedoch seh wohl auch im Spek um auss ahl we den
können.97 Das In e ne wi d in den Insk ip ionen dami als eine »digi ale B ücke« legi imie , die
dabei hil , die eie Meinungsäuße ung im Spek um zu po enzie en.98
Übe diese Rolle als digi ales Relais hinaus, wi d die Kopplung on Radio und In e ne
wei e üh end auch als gemeinsame Ausgangspunk eine gesellscha lich e s ebenswe en
»medialen Kon e genz« be ach e . ABRAÇO e heb Web adio in Fo m on Li e-S eaming
ode Podcas ing au de Sende sei e zu einem»zusä zlichen Übe agungsweg des
Radiomediums.« Das FDC en wickel in seine Ve sion in e ak i en Radiomachens da übe
hinaus den Ansp uch die P oduk ion on Audiosignalen im In e ne c ossmedial »mi P in - und
TV-Angebo en au den Radiowebsei en [zu] e knüp en.«99 Au de Sei e de Radiohö enden
d ücke sich die Kon e genz in eine Ve iel äl igung de Ge ä e aus, mi denen sich ComRads
emp angen lassen,
»was zwei ellos zu eine S ä kung de Bewegung üh en wi d. Denn die Sende we den global übe
web ähige Compu e und Handys emp angba sein. Umgekeh sind sie jedoch schon heu e auch
wich ige Agen en bei de Ve b ei ung des In e ne s. ComRads we den ganz en scheidenden An eil
an de Ve b ei ung on B ei band-In e ne in B asilien haben.«100
Die be ei s o he anklingende unk ionale E wei e ung des Radiomediums wi d in diese
Aussage noch wei e zugespi z . Ausgehend on empi ischen Beispiel ällen einzelne Sende ,
die ih e In as uk u nu zen im Sendegebie übe Radiowellen auch ein In e ne signal
anzubie en, wi d diese Leis ung, neben de eigen lichen Signale zeugung zu einem es en
Bes and eil e hoben. »Die ComRads sollen sich zu Zen en de digi alen Inklusion
en wickeln.«101
In e essan is an solchen Insk ip ionen, die eine mediale Kon e genz e ozie en, dass dabei
»Radio« s illschweigend als konzep uelle Fixpunk o ausse z wi d, de in seine Legi ima ion
umso meh ges ä k wi d, je meh e seinen Bei ag zum gesellscha lichen Gemeinwohl
e wei e . Doch ha Radio als Einzelmedium auch die G a i a ionsk a , die sich
e iel äl igenden non-humans zusammenzuhal en und aus eigene Pe spek i e
legi ima o isch zu o dnen? Is nich die Vo s ellung eines In e ne s, dass alle Einzelmedien in
einen Medien e bund übe üh (und dann au lös ) iel wi kmäch ige ?
Die Auseinande se zung on RIZOMA mi dem Ve häl nis on Radio und In e ne e lek ie
solche F agen äuße s di e enzie . S a in eine Kon e genz wi d die Legi ima ion zunächs
on eine Ve eidigung de Signale zeugung im Spek um aus en wickel .
»Web adio is nich Radio, denn Radio heiß Signale du ch elek omagne ische Wellen in de Lu zu
senden. Kla , Web adio is wich ig, um den Aus ausch F eie Radio zu s ä ken. Abe die In as uk u
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des Spek ums is iel unabhängige als Compu e ne zwe ke. In gewisse Weise s eh hie eine
na ü liche eine p i a en In as uk u gegenübe .«
F eie Radios im In e ne gebe es deshalb nich .102 Wich ig sei allein, die ak ische Nu zung de
Möglichkei en des www ü das F eie Radiomachen im elek omagne ischen Spek um. Das
In e ne diene du chaus de Kommunika ion zwischen einzelnen Radios, »um sich zu
o ganisie en, Ma e ial auszu auschen und sich gegensei ig zu un e s ü zen. Es is ein
Hil sne z.«103 Fü dessen wei e e si ua i e Aushandlung we den einige P ämissen abe auch
konk e e non-humans eingesch ieben. Dazu gehö , analog zu Nu zung F eie So wa e, auch
die Konzep ion und O ganisa ion F eie bzw. Au onome Se e , eines Webpo ales
(h p:// adioli e.o g/), dass allen F eien Radios o en s eh , sowie eine gemeinsamen
Mailinglis e.104 Angeleg sind dabei im Einzelnen jeweils Ensembles nich -menschliche
Ak eu _innen die kohä en zu den Insk ip ionen F eien Radiomachens sind, jedoch nich
zwingend immanen e Teil diese . »Die Be eiligung an adioli e.o g wa nie besonde s hoch
abe es gab einige seh dynamische Momen . Es is und bleib eine po en iell ab u ba e
Ressou ce.«
RIZOMA bezieh dami im Gegensa z zu F eie So wa e das In e ne (und all seine non
humans) nich e bindlich in die Legi ima ion unabhängigen Radiomachens ein. Da in deu e
sich auch eine S a egie an, die Fo de ung nach eine eien Nu zung des Spek ums nich
du ch eine Ane kennung on Audio-S eaming im In e ne als einen ebenbü igen Signalweg
zu ela i ie en. Ob in nahe Zukun eine ö en liche G und e so gung mi In e ne (und
Web adio) ü alle B asiliane _innen gese zlich ga an ie wi d ode nich , schein deshalb
zwei angig.105 Die Einbindung nich -menschliche Ak eu _innen in ein F eies Radiomachen
olg pe spek i isch imme de legi imie enden Fo de ung eine eien Meinungsäuße ung im
elek omagne ischen Spek um im Allgemeinen und eine si ua i en Aushandlungen diese
F eihei im Einzelnen.
Die ComRad-Ve bände be ach en non-humans dagegen meis un e dem Gesich spunk ,
inwie e n sie die exis en e adiale Kommunika ion eine spezi ischen Communi y wei e
po enzie en können. Diese Ziels ellung ela i ie auch die Ve bindlichkei , mi F eie So wa e
zu a bei en, wäh end in de Sich weise on RIZOMA ein Radio nu dann ei we den kann,
wenn all seine kons i u i en non-humans ei sind. Deshalb muss dem In e ne eine
legi imie ende Rolle beim F eien Radiomachen e sag bleiben, wäh end es als nü zliches ool
in den ComRads du chaus eine p o agonis ische Quali ä e häl . Denn es e schein in seine
um Kon e genz bemüh en Kopplung do ehe als eine soziale F age des Zugangs ode als
egula i es P oblem – ü dessen p ak ische Lösung sich ComRads als ak i e (und legi ime)
Ve handlungsg ößen emp ehlen.
Compu e , F eie So wa e, In e ne – die in diesem Kapi el be ach e en Nich -Menschen
lassen sich im Einzelnen imme auch in Ak eu _innen-Ne zwe ke en al en, in denen neben
non-humans e neu menschliche Ak eu _innen sich ba we den, ode Hyb ide, die sich
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ennscha en Zuo dnungen wide se zen. Wie sich unabhängige Radios mi diesen nu schwe
assba en En i ä en auseinande se zen und sie in ih e medialen Legi ima ion einbeziehen, is
Gegens and des olgenden Kapi els.106
3.3.1.3 Hyb ide Ak eu _innen
»Le ’s be clea abou wha adio is: wa es o elec omagne ism mo ing h ough space.«107
Was sich zunächs nach eine schlüssigen De ini ion on Radio anhö , is au den zwei en
Blick die pe ek e Syn hese seines medialen Dilemmas. Kla schein zunächs , Radio is e was
na ü liches, dass in seine Bewegung das elek omagne ische Spek um induzie . Implizi wi d
dami jedoch ge ade das ausgeschlossen, was Radio als Media ion ausmach , nämlich eine
spezi ische Modi ika ion diese elek omagne ischen Wellen, die eine Signale zeugung ja e s
möglich mach . Radio oszillie in seine medialen Bes immung deshalb s ändig zwischen
e was Na ü lichem und e was Gemach en au de einen Sei e, sowie bei de Signale zeugung
zwischen Appa a en de Wellenmodula ion und ih en »Behe sche _innen.«108 Un e diesem
Blickwinkel lassen sich d ei en scheidende hyb ide Ak eu _innen des Radiomediums
eing enzen: Technologie(n), das elek omagne ische Spek um und Umwel g ößen.
(1) Nich unähnlich de be ei s im Mapping dokumen ie en Kon o e se zwischen eine
Behe schung de Technologie du ch Technike _innen ode eine He scha de Technologie
übe die Technisie en ( gl. 2.1.3.6.) se zen sich auch die ne wo k builde in ensi mi de als
echnisch e s andenen Dimension on Radio auseinande . Eine e s e Posi ion läss sich
dabei sei ens AMARC ausmachen, die eine explizi sozio-zen is ische S a egie e olgen. De
Ve band k i isie zunächs alle De ini ionen on Technologie, die nich das P ima
menschliche Ak eu _innen ane kennen, denn »solche lei u u is ischen Ideen we den die
[ echnologische] Lücke zwischen den B asiliane n wei e e g öße n.« Als Gegenp og amm
wi d da au hingewiesen, dass Technologie neben seinen ma e iellen ode imma e iellen
Fo men imme auch als menschliches Handeln angeleg is , als
»die A und Weise, wie sich Menschen o ganisie en. Technologien sind nich nu Compu e . Es gib
wei e e Technologien, die in den communi ies en wickel we den. […] Auch ein Radio zu e wal en
is eine Technologie.«109
Dami wi d deu lich, dass Radio als Technologie nich als e was globales ode uni e selles
e s anden wi d, sonde n als e was, dass »an die Reali ä eine communi y gebunden« is und
do si ua i legi imie wi d.
Im Gegensa z dazu besch eib ABRAÇO Technologie ode »neue Technologien« zunächs als
e was den ComRads äuße liches. Da ü , dass ein ComRads zu einem »wich igen O de
echnologischen Kon e genz« we den könne, sei eine spezi ische Ve mi lungsleis ung nö ig –
und diese leis e o allem ABRAÇO. Denn auch wenn ComRads be ei s iel geleis e , »sich
Technologien angeeigne und dami zu eine b ei en gesellscha lichen Nu zung beige agen
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haben«, benö ig en sie Un e s ü zung um auch wei e hin »Technologien in ih en
Besonde hei en e s ehen zu können«. , Implizi wi d hie eine echnologische E olu ion
angedeu e , »die nich zwangsläu ig in allen gesellscha lichen Be eichen e leb we den
kann.«110 Da sich das gesellscha liche Gemeinwohl an eilig jedoch in eine eben solchen
Inklusion ausd ücke, e dien en ComRads in ih en Aneignungsp ozessen besonde e
Un e s ü zung und Ane kennung. Ku zum: ande s als bei AMARC, die den cul u al gap mi
einem si ua i en sozialen Handeln in den communi ies en gegenzuwi ken suchen, na u alisie
ABRAÇO den Fo bes and diese Lücke, um ComRads und sich selbs als allgemeine
Ve mi le _inne zu legi imie en.111
Ein Lücke zwischen gesellscha liche und echnische En wicklung exis ie e nich , sagen
dagegen die Regulie e _innen.112 Die on ANATEL be iebene En pola isie ung schein jedoch
wenige an eine En hä ung de echnologischen Radiodimension in e essie , als ielmeh in
eine S ä kung des »zen alen My hos on Radio als eine une eichba e Technik, ü de en
Behe schung man ein g oßes echnisches Wissen b auche.« Radio sei sozial und echnisch
schwe behe schba und benö ige deshalb eine s ik e Regulie ung. Eine solchen Logik häl
ROZIMA en gegen, Radio als Technologie mi dem »Blick des Recyclings« wah zunehmen,
»um Maschinen zu en mys i izie en.« Technologie im Radio sei kein_e eigens ändige_
Ak eu _in, sonde n besch eibe an eilig
»Expe imen e und Wiede en deckungen. Das wich ige is dabei, neue Beziehungen zu en wickeln.
Selbs wenn diese an angs schlech unk ionie en soll en, on so eine E ah ung aus gemeinsam
Möglichkei en zu e a bei en, da um geh es.«113
Nich die olls ändige Behe schung de Technologie ode de Ve such eine A an ga de zu
bilden, die mi de echnologischen En wicklung S and hal en kann, is bei RIZOMA P og amm,
sonde n eine Absage an die Vo s ellung on Technik und Technologie als eigens ändige
on ologische Sphä e. Die hyb ide Ambi alenz des/de Ak eu _in wi d als Einladung
e s anden, eine »Annähe ung on Technologie und Kul u anzus eben.« Wich ig sei dabei
o allem »die Suche nach eine o ganischen Ve bindung on poli ischem Handeln mi
Technologien.«114 Dies is ein spezi ische Bei ag F eie Radios zum Gemeinwohl. Ande s als
bei AMARC und ABRAÇO is e an eine Au lösung de beiden Sei en jenes G abens o ien ie ,
die einen cul u al gap e s denkba machen.
(2) Wie bedeu sam die Auseinande se zung mi echnologischen G ößen is , zeig auch die
Be ach ung eines zwei en zen alen Hyb iden: dem elek omagne ischen Spek um. Denn
dieses is in seine Wah nehmung als adiale En i ä s a k on seine » echnologischen
Nu zung« gep äg . Die Fes legung eine endlichen Zahl on Radio equenzen, de en geziel e
Modula ion das Senden und Emp angen eine bes imm en Zahl on Radiokanälen e möglich ,
wi d beispielsweise o gleichgese z mi dem, was gene ell als Spek um e s anden wi d.
Doch auch bei eine di e enzie e en Be ach ung wi d zumeis a gumen ie , dass »das
Spek um nich unendlich is . Wi alle haben das einsehen müssen, so wie wi le nen muss en,
Radiokollek i e | 251
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Regeln ande e zen ale G ößen bemühen, die noch s ä ke ins i u ionalisie sind und au
Fo ma e ep äsen a i e Demok a ie se zen. Rádio Mulhe wi d on einem 24-köp igem
G emium gelei e , in dem alle zwöl F aueng uppen de Region mi jeweils zwei Ve e e innen
p äsen sind. Canal Mais hingegen wi d on einem Ve ein mi einem gewähl en Vo s and
gelei e , ganz so, wie es auch das Gese z o sieh . Jede_ kann Mi glied we den, wi sind ein
pa izipa i es Medium«.266
Wede Plenen noch Vo s ände gib es dagegen in den e angelikalen ComRads. Bei Rádio Sky
o ganisie e ein Di ek o ium den Sendebe ieb, sag dessen G ünde Samuel, die wei e en
Mi a bei enden sagen dagegen, den Sende o ganisie e allein de Di ek o , nämlich Samuel.267
Eine ähnliche Rolle komm Pas o Ma cus in Rádio União zu. Do gäbe es jedoch, wenn
schon kein Plenum, zumindes »un egelmäßige Zusammenkün e de P og ammmachenden,
au denen K i ik geüb wi d an Dingen, die un e einba mi dem E hos de Radioa bei sind.
Wi kon ollie en uns also gegensei ig«.268 Regeln, um die gemeinsame Radioa bei
anspa en zu o ganisie en und zu kon ollie en, dieses Anliegen schein in den hie
e sammel en Aussagen als e bindendes Legi ima ionsk i e ium du ch. Wäh end F eie
Radios imme zu da um bemüh sind zu zeigen, dass sie besonde s ho izon al ope ie en,
we den – on Rádio San a Ma a abgesehen – spezi ische Hie a chien a i mie , solange
diese Hä ungen des Sozialen au eine bes imm e Weise demok a isch ge ech e ig sind.
Auch dem »Ein-Mann«-Di ek o ium on Radio Sky komm im ö en lichen Sk ip diese
Bedeu ung zu.
Die legi imie e Mobilisie ung on P og ammmachenden wi d, wie in den beiden Kapi eln zu
F eien Radios da geleg , zumeis an den K i e ien Pa izipa ion und O enhei es gemach .
Eine b ei e Teilnahme wi d auch in den ComRads ohne Genehmigung ealisie ode
zumindes anges eb : imme hin »ach Leu e a bei en o z schwie ige Bedingungen s ändig
bei Rádio União« mi , in Canal Mais d äng en sich »in Spi zenzei en zwischen 19 und 23
Be eilig e«, in Rádio San a Ma a is »ein g oße Teil de Nachba scha in ol ie «, bei Rádio
Sky »eine Vielzahl dynamische Pas o en« und bei Rádio Mulhe eil en sich »an angs 12
F auen« die A bei .269 Heu e muss das F auen adio dagegen o mi wenige di ek be eilig en
Mi a bei e innen auskommen:
»Uns ehlen de zei ein ach die Ressou cen, um di e enzie e und mi meh Mi wi kenden a bei en
zu können, mi Repo e innen au de S aße, so wie ühe . Unse P og amm s eh allen o en und
es gib auch iele Ideen und In e essen. Nu ehlen uns und ande en F auen o die Mi el, das auch
umzuse zen«.270
Die im Sk ip on Rádio Mulhe anges eb e O enhei wi d beim ope a i en Geb auch also
nich e eich . Auch Canal Mais bleib hin e diesem Ansp uch zu ück: die Illegalisie ung des
Sende s wi ke au iele In e essie e absch eckend.271 Nu in Rádio San a Ma a, so schein
es, wi d O enhei e olg eich mobilisie . »Wi e suchen, das g oße In e esse, sich zu
be eiligen, bes möglich zu gewäh en. Jede kann in den Sende kommen und Redezei

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e hal en, ode au dem Plenum einen es en Sendepla z bean agen«.272 Die e angelikalen
ComRads wiede um s ehen dem Legi ima ionsk i e ium de O enhei gespal en gegenübe
und knüp en die Nu zung de Mik ophone an eine en scheidende Mode a o _in menschliche
Soziali ä , nämlich Geld. Rádio União schließe dabei alle zahlungswilligen In e essen en ein,
die das Radio und die Communi y inanziell un e s ü zen wollen – »selbs sa anis ische
Legionen sind uns da willkommen«.273 Rádio Sky dagegen läss gegen ein En gel nu
Pas o _innen P og amm machen, die om Di ek o (ium) ausgewähl we den.
Unabhängig da on, wie o en de Zugang zu den Sendekabinen le z lich ges al e wi d, lassen
sich in allein Sende n auch zen ale indi iduelle Ak eu _innen dokumen ie en, die ü die
e olg eiche Signale zeugung en scheidend und ü die Legi ima ion eines demok a ischen
Sendebe iebs p oblema isch sein können. Du chaus k i isch se zen sich dami jedoch nu d ei
de ün Radios auseinande : Rádio Mulhe , in dem die s a ke P äsenz on d ei F auen, die
de zei die hö ba e A bei o ganisie en, nu eine de Finanzk ise geschulde e No lösung sei;
Rádio San a Ma a, in dem die Rolle des Wo üh e s Reppe Fiell de zei no wendig sei, um
die Exis enz des Radios in Zei en de UPP gegen Schließungen ode eindliche Übe nahmen
zu schü zen; und schließlich Canal Mais, dessen kons an e Ve olgung zwei seine
Vo s andsmi gliede ungewoll zu P o agonis _innen gemach ha , um die Exis enz des Radios
zu siche n.274 Legi imie is diese exponie e Ak eu _innen olle dami jeweils nu empo ä und
in Beziehung zu einem de d ei besch iebenen konk e en Ausnahmezus ände.
In Rádio Sky und Rádio União we den diese Zen alisie ungen on Au gaben dagegen nich
k i isch e lek ie . Vielmeh inde in beiden Fällen eine p agma ische Au gaben eilung
zwischen jeweils einem En scheidungs äge und ein bis zwei P og amm e an wo lichen s a .
In Rádio União komm Pas o Ma cus die Rolle eines Mode a o s menschliche Soziali ä zu,
denn e a bei e au de einen Sei e im Go esdiens ak i an de
»Hö e _innengemeinscha en« des Sende s und kon ollie au de ande en Sei e die beiden
P og amm e an wo lichen,, das He zs ück des ohnehin kleinen »Sendekollek i s«. In Rádio
Sky wiede um äll alle En scheidungsgewal Samuel, dem G ünde des Sende s zu und die
A bei Edua do, de den ope a i en Geb auch ga an ie .275
Dass die Lei ung de e angelikalen Radios allein in den Händen on Männe n lieg , e weis
au ein wei e es wich iges K i e ium mediale Ane kennungswü digkei , dass be ei s die
ne wo k builde hinsich lich de komplizie en Ak eu _innen eines ComRads insk ibie ha en:
gende . Explizi se zen sich dami jedoch nu Rádio San a Ma a und Rádio Mulhe
auseinande . E s e es Kollek i e such die quan i a i ge inge e Be eiligung on Mädchen
und F auen im Sende du ch ein eminis ische P og amm und in den ande en P og ammen
du ch »gemisch e« Mode a o _innen-Duos zu übe winden, »denn wi können als
demok a ische O nu so wachsen, wenn wi gleiche Möglichkei en ü alle scha en und im
Radio keinen Machismus ole ie en«.276 Genau dami sieh sich Rádio Mulhe jedoch as
äglich kon on ie , denn die Sende , in denen sie ih P og amm o ganisie en,
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»sind gep äg on eine maskulinen Dominanz. Es sind O e, an denen F auen nich als
Technike innen, sonde n nu als lachende Mode a o innen gedulde we den, die sich übe
auen eindliche Wi ze amüsie en sollen. Nu einmal gab es ein paa solida ische Gewe kscha e ,
die uns kos enlos Sendezei zu Ve ügung s ell en, ansons en komm man nu gegen Geld o ein
Mik ophon«.277
Wäh end Rádio San a Ma a sich da au einläss , seine Ane kennungswü digkei an eine
gende -sensiblen P og ammges al ung es zumachen, delegi imie das Kollek i Rádio Mulhe
die ComRads in de Region Ma a Sul, in denen F auensendungen nu gegen Bezahlung
hö ba we den.
Die Mobilisie ung zen ale kollek i e G ößen und P og ammmachende ha gezeig , dass die
ComRads ohne Genehmigung legi imie ende K i e ien wie Pa izipa ion und O enhei o nich
ode nu eilweise e üllen. Wäh end Rádio Mulhe , Rádio San a Ma a und Canal Mais dies
jedoch selbs k i isch als zu übe windende De izi e besch eiben, s eben die e angelikalen
Sende wenige in ensi (Rádio União) ode as ga nich (Radio Sky) danach, Ak eu _innen
zu mobilisie en, die die mediale Ane kennungswü digkei diesbezüglich s eige nd könn en.
Ans a eine punk uellen und beg ünde en Modi ika ion de Sk ip e de ne wo k builde , is die
Signale zeugung do on Auslassungen ode auch in endie en B üchen mi legi imie enden
K i e ien gep äg . Es s ell sich beispielsweise schon üh die F age, inwie e n ein
P og ammmachen gegen En gel , das Rádio Sky und Rádio União – abe auch die ComRads
de Ma a Sul – o mulie en, legi im is , denn, ande s als die meh ode wenig eiwilligen
Bei äge in den F eien Radios, wi d Geld hie zu eine wich igen G öße, e s a zu einem ixen
In e mediä en. Und wie sich im Folgenden zeigen wi d, sch eiben sich diese Wide sp üche
auch au de Ebene de Sende echnik und komplexe Ak eu _innen o .
In e essan is dabei zunächs de O , den die Kollek i e ü das Radiomachen gewähl haben.
Abgesehen on Rádio Mulhe , dass in seine Geschich e un e schiedliche, imme be ei s
bes ehende Radios zum Senden genu z ha , begannen alle wei e en Sende ih e A bei
zunächs in P i a haushal en. Da an ha sich in d ei Fällen bis heu e nich s geände : Canal
Mais is nach Schließungen du ch die Polizei zwa meh ach umgezogen, s e s jedoch on
einem Haushal in den nächs en. Rádio Sky ha sich nach und nach im Haus des G ünde s
Samuel ausgeb ei e und Rádio União is im Gebäude eines Au omechanike s un e geb ach ,
wo diese auch seine We ks a und Wohn äume o ganisie . So sind es allein Rádio San a
Ma a und, was dessen eigene P oduk ions- äume angeh , auch Rádio Mulhe , die den Sch i
in die Ö en lichkei gewag haben.278 Wie komm es, dass die ande en Sende sich gegen
einen solchen Sch i en schieden haben? Canal Mais e klä das klandes ine Dasein aus de
»p ekä en ech lichen Lage und de dami e bundenen Finanzno «.279 Doch läss sich diese
Aussage au alle Sende übe agen und gib es ielleich noch ande e G ünde?
»We heu e an Knochen nag , wi d Mo gen File Mignon essen« - dieses on Rádio União
gep leg e bon mo wa zunächs in allen Sende n onangebend, als diese die e s en nich -
menschlichen Ak eu _innen ü ih Radiomachen mobilisie en. Compu e gab es keine,
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lediglich Mischpul e, CD-Playe , Mik ophone und auße halb de Kabine Sende und An enne.
Heu e haben alle Sende Compu e und In e ne zugang. Besonde s zen al alle dings sind
Compu e , denn »sie e leich e n das Radiomachen ungemein, wenn man einmal gele n ha ,
dami zu a bei en«.280 Vo allem in den Sende n, die eine b ei e und in ensi e Be eiligung on
P og ammmachenden ans eben, we den die PCs zu einem en scheidenden Media o
menschliche Soziali ä , denn sie e leich e n ü geschul e Be eilig e den Zugang zum
Medienmachen und Hä en zugleich die Signale zeugung, in dem sie die P oduk ion
s abilisie en hel en.
An die P äsenz on Compu e n gekoppel is auch die Mobilisie ung on zwei En i ä en, die
di ek an die Legi ima ion de Sende gekoppel is . Eine e s e, nämlich F eie So wa e, wi d
insbesonde e in Rádio Mulhe , Rádio San a Ma a und Canal Mais als wich ige Ak eu _in
e s anden, sei es, weil sie die »Ausd ucksmöglichkei en eines Sende s e wei e «, die
»In o ma ionsbescha ung un e s ü z « ode abe »einen en scheidenden Bei ag ü die
Demok a isie ung de Medien leis e , den auch wi im Radio mi agen«.281 Die e angelikalen
Sende be onen demgegenübe die g oße Bedeu ung ih e DJ-Randoms, »denn auch wenn
wi o bis in den ühen Mo gen Li e-Sendungen o ganisie en, hil die Au oma isie ungs-
so wa e ungemein, und um die Uh ü unse e communi y hö ba zu sein«.282
Le z lich is dieses Hö ba sein in allen Sende n o allem on Sendege ä en und An ennen
abhängig, de en Einbindung in das Medienmachen auch deu lich e lek ie e und bewuss e
s a inde , als die üb ige S udio echnik. Eine e s e S a egie wi d dabei on Rádio San a Ma a
und Canal Mais e olg , nämlich die Selbs besch änkung au die gese zlich o gesehene
maximale Sendes ä ke on 25 Wa . »Wi können dami gu leben und b auchen hie in de
S ad nich unbeding meh Powe , auch wenn ich du chaus die K i ik de Sende au dem
Land e s ehen kann, die mi diese Sendes ä ke niemanden e eichen«.283 Genau an diese
S elle se z die A gumen a ion on Rádio Mulhe an, das sich jeweils komme zielle S a ionen
ode ComRads zum Senden such , da wi »nu so unse e communi y, nämlich alle F auen, die
in de Ma a Sul leben, e eichen können. De pe sonelle und inanzielle Au wand beim
P og ammachen wü de sich sons nich lohnen«.284
Diesen beiden Legi ima ionss a egien, die en wede gese zliche No men a i mie en ode den
legalen S a us komme zielle Sende (und de en höhe e Sendes ä ke) nu zen, s eh eine d i e
S a egie gegenübe : de bewuss B uch mi den gese zlichen Besch änkungen im Namen
eine s ändig wachsenden communi y. Denn die 600 Wa (Rádio Sky) bzw. 400 Wa (Rádio
União), mi denen die E angelikalen au Sendung sind, seien »no wendig, um die Seelen im
G oß aum Campinas zu e eichen und ü Go zu gewinnen«.285 Diese missiona ische
Gedanke s i e ein äuße s dynamisches Radiomachen an, da die G enzen seine
geog aphisch und in e essensmäßig abges eck en communi y in le z e Konsequenz ein
plane a isches Ausmaß haben. De Sende wi d zum Mode a o menschliche Soziali ä , e
scha eine Glaubensgemeinscha und legi imie sich da in.
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Vo diesem Hin e g und übe asch es auch nich , dass es ü die beiden e angelikalen Sende
auch iel bedeu ende is , im In e ne hö ba zu sein, als ü die d ei ande en ComRads ohne
Genehmigung. »Web-Radio, ja, ü die jünge en Gene a ionen is das schon in e essan , abe
ü die e wachsene Be ölke ung is es nich das wich igs e Elemen «.286 Zudem e u sache
das s eaming »zusä zlichen A bei sau wand und Kos en« – und bleib deshalb bis au
wei e es ein ne es Ex a, wi d jedoch nich di ek in die Legi ima ion de Radiokollek i e
eingebunden.287 Ganz ande s lieg de Fall in Rádio União und Rádio Sky. Le z e es sei im
In e ne be ei s in de ganzen Wel zu hö en und » äglich kommen im s eam ci ca 50 neue
Hö e _innen dazu. Wi wachsen und dami unse e Bedeu ung«.288 Auch Rádio União e olg
diese S a egie, die aus eine wachsenden In e ne hö e _innenscha eine (hypo he isch)
ges eige e mediale Ane kennungswü digkei ablei e – »es gib bishe noch keine Anbie e
hie im Vie el«.289
Bei diese bishe igen Be ach ung de S udio echnik is deu lich gewo den, dass in den
ComRads ohne Genehmigung eine wenige in ensi e Auseinande se zung mi den non-
humans s a inde , abgesehen on den beiden zen alen G ößen, um die Signale zeugung im
UKW-Band bzw. im In e ne zu gewäh leis en. Im Gegensa z zu den eien Radios ge ä
jedoch eine wei e e nich -menschliche Ak eu _inneng uppe in den Fokus, sobald man
nach ag , au welche Weise die Sende komplexe En i ä en mobilisie en und au welche
Weise sie mi diesen kommunizie en. Dieses In e esse nämlich, dass siche auch bei F eien
Radios o handen is und sich in den Möglichkei en ausd ück , anzu u en ode Emails zu
sch eiben, wi d in den ComRads ohne Genehmigung iel s ä ke genu z . In allen Sende n gib
es Tele one bzw. Hyb id ele one, die es e lauben, mi den Radiomachenden zu sp echen und
o auch di ek an den P og ammen eilzunehmen.290 Auße dem we den neben de
Kommunika ion pe E-mail auch Cha -P og amme (z.B. MSN Cha ) ode soziale Ne zwe ke
(O ku , Facebook) genu z , um »einen pe sönlichen Kon ak mi den Hö e _innen« bzw. einen
»di ek en D ah mi de communi y« he zus ellen.291 Alle diese En i ä en leis en
demen sp echend einen seh ak i en Bei ag zu Legi ima ion de Radios, denn sie e mi eln
und s abilisie en Soziali ä . Doch mi wem genau?
Die on den ComRads ohne Genehmigung mobilisie en komplexen Ak eu _innen lassen sich
g ob in d ei G uppen un e eilen. Die e s e komplexe G öße sind e wa ungsgemäß die
Hö e _innen. Wäh end F eie Radios jedoch s e s bemüh sind, diese Ka ego ie (die la en
imme eine T ennung on Sendenden und Rezipien en implizie ), au zulösen, eden o allem
die beiden e angelikalen ComRads diese G öße s a k, weil sie dami ih e
Ane kennungswü digkei übe das kon essionelle Klien el zu e wei e n suchen. »Die
Hö enden, das sind keine E angelikalen, sonde n die Bewohne _innen alle S ad ie el, wo
wi zu emp angen sind und F eude b ingen«.292
Po en iell alle im Sendegebie lebenden Menschen zu po en iellen Hö enden zu e klä en, das
machen auch Rádio San a Ma a und Canal Mais – und besch eiben dami zugleich eine
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spezi ische communi y, die zwei e mobilisie e komplexe Ak eu _inneng öße. Diese is
zunächs en wede ein geog aphisch de inie , als »Fa ela-Bewohne _in« ode , sozusagen,
human-geog aphisch, wenn mi eine Wohngegend auch eine sozial »nied ige Klasse« (classe
baixa) mi ge ingem Einkommen kombinie wi d.293 Die dami zunächs seh allgemeine
insk ibie e kollek i e G öße wi d da übe hinaus abe auch in wei e e,
Ane kennungswü digkei spendende In e essensgemeinscha en en al e und jedes Radio
bezieh sich dabei, wie schon die F eien Radios, zumeis au eine ganz spezi ische
communi y. »Rádio Mulhe mach insbesonde e P og amm ü alle F auen in de Zona Ma a«,
Rádio San a Ma a und Canal Mais senden » ü und mi de o ganisie en Nachba scha « und
die beiden e angelikalen ComRads de inie en sich o z ih es Ansp uchs, ü alle Hö e _innen
da zu sein, auch übe eine spezi ische »Glaubensgemeinscha , die es zu scha en und zu
e eidigen gil «.294
Neben dem Bezug zu diesen spezi ischen communi ies binden die in diesem Kapi el
e sammel en Sende noch wei e e komplexe Ak eu _innen ein, die sich als eine d i e
G uppe, nämlich als Pa ne _innen und Un e s ü ze _innen zusammen assen lassen. Neben
un e änglichen Ak eu _innen, wie lokalen Küns le _innen und Gewe be eibenden,
ö en lichen Schulen, sozialen Bewegungen, NGOs und in e na ionalen O ganisa ionen (z.B.
UNESCO), abe auch ö en lichen und unabhängigen Medien, insk ibie en die Sende mi un e
jedoch auch En i ä en, de en Anwesenhei ein delegi imie endes Po en ial mi b ing . Dazu
zählen beispielsweise eligiöse G ößen, allen o an e angelikale Ki chen und P edige , die
das P og amm on Rádio Sky p ägen ode im Fall on Rádio União di ek kon ollie en.295
Rádio Mulhe und Rádio San a Ma a beha en gegenübe den e angelikalen Sende n da au ,
dass ComRads ih e »Unabhängigkei on Ki chen wah en« müssen und sich zugleich »nich
explizi eine Religion e sch eiben« soll en.296 Ande e sei s müssen sich die F auen K i ik
ge allen lassen, was ih e exponie e Zusammena bei mi komme ziellen Radios be i . Au
Nach age e eidig Rádio Mulhe das kos enp lich ige P og ammmachen mi dem Hinweis,
dass man zum einen die Sendes ä ke benö ige, um in de Region hö ba zu we den und zum
ande en ja auch die ComRads Sendezei nu gegen Bezahlung zu Ve ügung s ell en.297
S i ig is zudem auch die Koope a ion mi poli ischen Pa eien.298
Es deu e sich einmal meh an, dass sich die Ane kennungswü digkei nich pauschal an
Ak eu _innenka ego ien es machen läss , sonde n an de en spezi ischen Einbindung in
Handlungsp og amme. Be o ich au diese zu sp echen komme, soll jedoch, wie schon zu o ,
ein le z e komplexe Ak eu beleuch e we den: de S aa . Ganz allgemein gesp ochen,
s eben alle ün Radiokollek i e ein unabhängiges Ve häl nis zum S aa an, zum einen, um
sich » o Ve einnahmungen [zu] schü zen«, zum ande en, »weil nu ein Teil des S aa es uns
als legi imes Kommunika ionsmi el ane kenn , wie zum Beispiel das
Kommunika ionsminis e ium, abe auch indi iduelle Ak eu e, wie zule z ein Obe s om
Mili ä «.299 Wäh end ehe Dis anz zu s aa lichen Gegne n nich -genehmig e ComRads
gehal en wi d, zeigen sich die Sende ansons en o en ü eine Koope a ion und schöp en

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