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Eine weibliche Bildwelt?: Chiffren weiblicher Macht in Gottorfer Bildern

Abstract

Die Gottorfer Herzoginnen haben die kulturelle Blütezeit des Herzogtums im 17. Jahrhundert maßgeblich geprägt. Aufgrund der männlich dominierten…

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Eine weibliche Bildwelt?: Chiffren weiblicher Macht in Gottorfer Bildern

Author: Köster, Constanze
Year: 2024
DOI: 10.38072/2943-5331/p15
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006393/kiel-up_2943-5331_p15.pdf
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Cons anze Kös e
Eine weibliche Bildwel ?
Chi en weibliche Mach in Go o e Bilde n
Die Bildwel en des 17. Jah hunde s sind du chd ungen on Symbolik und Anspielungen, die
ielschich ig unmi elba e und enigma ische Bo scha en mi einande e weben. Teils ehl uns
heu e de zei genössische Ho izon , de ganz spezielle Bildungskanon de Ad essa *innen, um
ba ocke Allego ien au Anhieb zu du chd ingen – ielleich noch häu ige s ehen die eigene E -
ah ungswel und da aus en s andene U eile übe die e gangene Wel dem E kennen im Weg.
Die sogenann e Go o e Blü ezei , de o allem kul u elle Au schwung des kleinen Fü s en-
ums zu Mi e des 17. Jah hunde s, ha nich ›auch‹ bedeu ende Fü s innen he o geb ach ,
ielmeh wu de sie › on diesen‹ mi ges al e . Die Go o e He zoginnen und P inzessinnen
sind en scheidende Ges al e innen de Go o e Kul u , wie sich in de jüngs en Fo schung
zunehmend he ausbilde .
1
Ih Wi ken und ih Selbs e s ändnis spiegeln auch die ehemali-
gen Kuns sammlungen wide : eine sei s anhand ih e Tä igkei als Mäzeninnen, ande e sei s
in den Bildwe ken und ih en Da s ellungen selbs . Das Go o e He zogspaa F ied ich III.
(1597–1659) und Ma ia Elisabe h on Sachsen (1610–1684) ließ sich gemeinsam au ganz e -
schiedenen Kuns we ken e ewigen: Ih Allianzmonog amm, die Liga u aus FME, inde sich
au dem de He zogin zugeo dne en Andach sbuch mi Silbe deckeln und Silbe schließen und
au dem Eu ine An ependium, wohl ein Geschenk des He zogspaa s an Fü s bischo Johann,
den B ude des He zogs.
2
Au de Sphae a Cope nicana, de A milla sphä e, die das Pendan
zum Go o e Riesenglobus bilde e, zie es das Halsband des Canis majo . Dieses S e nbild
1 Siehe o allem Melanie G eine : Zwischen Un e o dnung und Selbs behaup ung. Handlungsspiel äume Go o e
Fü s innen (1564–1721) (Kiele Sch i en zu Regionalgeschich e 1), Kiel/Hambu g 2018; Oli e Auge/Nina Gallion/
Thomas S eensen (Hg.): Fü s liche Wi wen und Wi wensi ze in Schleswig-Hols ein (Quellen und Fo schungen zu Ge-
schich e Schleswig-Hols eins 127), Husum 2019.
2 FME s eh übe zeugend ü F ied ich Ma ia Elisabe h und nich ü F au Ma ia Elisabe h. Fü den Aus ausch zu diesen
S ücken danke ich Sophie Bo ges und U a Kuhl. – Augus John: Andach sbuch, 1638/41, S i ung Schleswig-Hols ei-
nische Landesmuseen Schloss Go o , 1969/36; An ependium, 1641, S i ung Schloss Eu in. Zum An ependium siehe
Wol die e Schiecke: Das An ependium im Schloss Eu in (Ve ö en lichungen de Eu ine Landesbiblio hek 8), Eu in
2017; De s.: Das Eu ine Schloss und die Re o ma ion am Beispiel on kuns his o ischen Objek en zu Zei des Ba
ock,
in: Oli e Auge/Anke Scha enbe g (Hg.): Eu in im Ba ock. Kuns und Kul u am ü s bischö lichen Ho des 17. Jah -
hunde s (Eu ine Fo schungen 16), Kiel/Hambu g 2021, S. 113–137. Zum Andach sbuch siehe E ns Schlee: Das
Andach sbuch de He zogin Ma ia Elisabe h, in: Kon ad G unsky (Hg.): Schloß o Husum, Husum 1990, S. 127–150.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p15
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läss sich he ausklappen, um an den Handan ieb de Sphae a zu gelangen.
3
De Hund s eh
ü (eheliche) T eue und es gil : »De pe sönliche Hund de he zoglichen Hohei en wach hie
also symbolisch da übe , daß kein Unbe ug e mi dem We k he umspiel .«
4
So sub il wie meis
angenommen is de Hinweis au die He zogin au dem Go o e Globenpaa alle dings nich :
Ma ia Elisabe hs Insigne p ang als Teil des go o -sächsischen Allianzwappens au de Tü
beziehungsweise dem Deckel des Riesenglobus, »in eine sons nich übe lie e en Aus üh lich-
kei «
5
(Abb. 1) – sowohl au de e hal enen O iginal ü in de Kuns kamme on S . Pe e sbu g
als auch au de heu igen Rekons uk ion im Go o e Neuwe kga en.
3 And eas Bösch, Sphae a Cope nicana, 1654–57, De Na ionalhis o iske Museum F ede iksbo g Slo Hille ød, B 17. Siehe
dazu Felix Lühning: De Go o e Globus und das Globushaus im »Newen We ck«. Dokumen a ion und Rekons uk ion
eines ühba ocken Wel hea e s (Go o im Glanz des Ba ock 4), Schleswig 1997, S. 105 ., 106, Anm. 15.
4 Lühning: Go o e Globus (wie Anm. 3), S. 106, Anm. 15.
5 E ns Schlee: De Go o e Globus He zog F ied ichs III. (Kleine Schleswig-Hols ein-Büche 41), Heide 1991, S. 40.
Abb. 1: And eas Lo enzen gen. Ro hgieße , Go o -sächsisches Allianzwappen au de Tü des Go o e Riesenglo-
bus, ca. 1660–1662. © Kuns kamme S . Pe e sbu g, МАЭ № 7667-2. МЛ-2663/2. Abb. aus: He wig Gu a zsch (Hg.):
De neue Go o e Globus, Schleswig 22006, S. 100.
Kös e : Eine weibliche Bildwel ? | 305
Diese Ta sache wi d meis auße Ach gelassen, obwohl be ei s E ns Schlee die Wappen
au lös 6 und das sächsische Wappen, das ins 12. Jah hunde zu ückgeh , mi den schwa -
zen Balken au goldenem Feld und dem Sch ägbalken mi Lilien deu lich zu e kennen is .
Auch die üb igen Bes and eile en sp echen dem Wappen Ku ü s Johann Geo gs I., Ma ia
Elisabe hs Va e .7 Ma ia Elisabe h is dami p ominen au einem de spek akulä s en Zeug-
nisse de Go o e Kul u e ewig , das gemeinhin als P ojek on He zog F ied ich und
dem Ho geleh en Adam Olea ius wah genommen wi d. Wappen und Monog amm belegen,
dass beide, He zog und He zogin, An eil an diesen E ungenscha en nahmen, es is als ge-
meinsames Zeichen und nich als Widmung zu e s ehen.
Die Go o e Male ei de 1650e bis 1670e Jah e und dami die ehemalige Gemälde-
sammlung Schloss Go o s wi d om Male Jü gen O ens (1623–1678) dominie . Die e -
nachlässig e Rolle de He zoginnen als Mäzeninnen wu de on mi zwa be ei s im Rahmen
meine Disse a ion übe O ens ange issen, konn e in dem Kon ex jedoch nich okussie
zu Ende gedach we den, zumal die g undlegende A bei Melanie G eine s noch nich o -
lag.8 An diese S elle inde sich nun de passende Zusammenhang, diesen Aspek übe -
sich sa ig zusammenzu assen.
Die Go o e Blü e mi all ih en he aus agenden P ojek en is o allem mi F ied ich III.
e knüp . 1630 hei a e e e in D esden Ma ia Elisabe h, die Toch e des sächsischen Ku -
ü s en Johann Geo g I. Diese Ve bindung bedeu e e ü die Go o e Kuns sammlung eine
d as ische Ve g öße ung und Au we ung: Anlässlich de Hochzei en s and de e s e aum-
üllende Gemäldezyklus des Schlosses, die Sächsische Ahnen eihe. Die 45 e wa lebensg o-
ßen sächsischen He sche sam sepa a en Tu nie da s ellungen wu den im Langen Tanz-
saal ins allie .9 Sie zeig en die pa ia chale Ahnen eihe on Ha de ich übe Widukind, au
den sich auch die Go o e bezogen,10 bis zu Johann Geo g I.11 Auch wenn Widukind om
dänischen Königshaus, aus dem die Go o e s ammen, wie on ielen ande en als U ahn
beansp uch wu de, is die au wendige und kos spielige Gemälde eihe doch eine Hommage
an die neue He zogin – und ein Bekenn nis zu eine lu he ischen Allianz.12 Dami nahm
6 Ebd., S. 40–43. Lühning: Go o e Globus (wie Anm. 3), S. 79, beispielsweise sp ich om »Wappen de Go o e «.
Schlee kann Ma ia Elisabe h jedoch allen alls zuges ehen, sie habe »auch den Sammelei e de Go o e geleh en
Männe bes ä k « und dass sie »s a ken An eil nahm an den Un e nehmungen F ied ichs und des Olea ius«. Dami is
Schlee ein p ägnan es Beispiel ü den männlichen Blick in de Geschich ssch eibung.
7 Eine nü zliche Sammlung des sächsischen Wappens bie e h p://www.wel -de -wappen.de/He aldik/sachsen-alb.
h m (le z e Au u : 12.02.2024).
8
Cons anze Kös e : Jü gen O ens (1623–1678). Male in Schleswig-Hols ein und Ams e dam (S udien zu in e na ionalen
A chi ek u - und Kuns geschich e 147), Pe e sbe g 2017; G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1).
9
De Lange Tanzsaal is mi dem Neubau des Süd lügels e lo en gegangen. Siehe Anja-Silke Wiesinge : Schloss Go o
in Schleswig. De Süd lügel. S udien zu ba ocken Neuges al ung eine no ddeu schen Residenz um 1700 (Bau + Kuns .
Sch i en zu Kuns geschich e 23), Kiel 2015, S. 118–121.
10 Adam Olea ius: Ku ze Beg i Eine Hols einischen Ch onic. Ode Summa ische Besch eibung de denckwü digs en
Geschich en, so inne halb 200. und meh Jah en, nemblich on Anno 1448. biß 1663. in den No dLanden, sonde lich in
Hols ein sich begeben, Schleswig 1663, S. 2.
11 Wiesinge : Schloss Go o (wie Anm. 9), S. 426 ., Anm. 503.
12 Vgl. ebd., S. 120 .; G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 254, Anm. 953.
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Ma ia Elisabe hs Bildwel einen p ominen en Raum ein, wäh end die üb igen Räume zwa
eils mi au wendigen Wand- und Deckens uckie ungen und -male eien e sehen wa en, an
Gemälden jedoch o allem einzelne Po ä s g öß en eils kleine en Fo ma s en hiel en – aus-
genommen die Ho kapelle mi ih em Zyklus zu Leben und Passion Ch is i on 1590/91.13
Ma ia Elisabe h b ach e auße dem eine bedeu ende Sammlung on C anach-Gemälden mi
nach Go o , da un e he aus agende We ke e s e Gü e on de Hand Lucas C anachs desÄl-
e en. Sowei nach ollziehba , sind die meis en diese Gemälde heu e im Besi z des S a ens
Museum o Kuns in Kopenhagen, wohin sie übe die königliche Sammlung gelang en.14 Zu
ihnen gehö beispielsweise die Melancholie (Abb. 2), eine Allego ie des Gemü szus ands
olle Rä sel und Anspielungen, die o enba on Alb ech Dü e s Melencolia I inspi ie wa .15
An diese S elle kann keine aus üh liche Be ach ung und Auslegung s a inden, es handel
sich zwei elsohne um ein ansp uchs olles Kuns we k, das zu Auseinande se zung und zum
Gesp äch einläd und en sp echend o gebilde e Be ach ende beda . Die Melancholie ha
auch einen philosophischen Ansp uch und sie üh zu Selbs be ach ung, so wie auch Dü e
13 Fü einen Übe blick mi wei e üh ende Li e a u siehe den Kapellen üh e on U a Kuhl/Cons anze Kös e : Die Ho -
kapelle on Schloss Go o , Kiel 2017; Die ich Biebe : Die Kapelle on Schloss Go o . Ein Sak al aum des F ühab-
solu ismus, in: Heinz Spielmann/Jan D ees (Hg.): Go o im Glanz des Ba ock. Kuns und Kul u am Schleswige Ho
1544–1713. Ka aloge de Auss ellung zum 50-jäh igen Bes ehen des Schleswig-Hols einischen Landesmuseums au
Schloß Go o und zum 400. Gebu s ag He zog F ied ichs III., Bd. 1: Die He zöge und ih e Sammlungen, Schleswig
1997, S. 157–177.
14 E ns Schlee: Die Bilde sammlung, in: De s. (Hg.): Go o e Kul u im Jah hunde de Uni e si ä sg ündung. Kul u -
geschich liche Denkmäle und Zeugnisse des 17. Jah hunde aus de Sphä e de He zöge on Schleswig-Hols ein-
Go o . Auss ellungska alog, Flensbu g 1965, S. 260–277, hie S. 261–263.
15 Siehe zum Gemälde mi ak uellen Li e a u e weisen h ps://lucasc anach.o g/de/DK_SMK_KMSsp722/ (le z e Au -
u : 12.02.2024).
Abb. 2: Lucas C anach d. Ä., Melancholie, 1532, Öl au Holz, 51 x 97 cm. © S a ens Museum o Kuns Kopenhagen, KMSsp722.
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sein Selbs in de Melencolia I e a bei e e.16 Die Bilde als Teil de Mi gi sind eine Besonde -
hei 17 und en sp echend kann man wohl annehmen, dass Ma ia Elisabe h selbs Ein luss au
die Auswahl ha e – mögliche weise beglei e on und nach dem Vo bild ih e Mu e Mag-
dalena Sibylle on P eußen, die in D esde
n eine eigene »weibliche Kuns kamme « besaß.18
Wobei bedach we den muss, dass F ied ich III. die ku ü s liche Sammlung kann e, die
Hochzei and in D esden s a und auch im Vo eld wa de He zog an die Elbe ge eis .19
Ein ande e he aus agende C anach is die Venus mi Amo als Honigdieb, de en Thema
de schme zha en Ve lieb hei zum Anlass eine jungen Ve bindung pass .20 Wei e e Ta eln
zeigen ch is liche Da s ellungen, da un e eine K euzigung Ch is i, und Po ä s, wie das
Johanns des Bes ändigen, dem eng mi Lu he e bundenen Fö de e de Re o ma ion.21
Diese We ke spiegeln in de Go o e Sammlung die Ve bundenhei de Fü s enhäuse auch
im lu he ischen Glauben wide .22
Ma ia Elisabe h ug »nich allein du ch ih e Mi gi zum Au - und Ausbau de Kuns -
sammlung bei, sonde n o allem du ch ih e ausgep äg e Sammelleidenscha «.23 Ih e um-
ang eichen Au äge zeigen sich auch in de ab den ühen 1650e Jah en massi e wei e en
male ischen Auss a ung de Residenz. Das ühe Bildnis de He zogin mi ih en lebenden
und e s o benen Söhnen (Abb. 3) wi d jedoch kaum au die Ini ia i e Ma ia Elisabe hs zu-
ückgehen, die ih e Töch e in den male ischen Inszenie ungen de He zogs amilie p omi-
nen posi ionie en ließ. Vielmeh ich e es sich eindeu ig an den He zog, es e lek ie einen
männlichen Blick au die Au gabe on He zogin und Nachkommen.24 En sp echend äg es
sei dem le z en Jah hunde den Namen Allego ie au die E b olge des Go o e He zoghau-
ses,25 ein Ti el, de in seine Deu ung des Da ges ell en nich unk ionie , abe nochmals die
ungeb ochen männliche Pe spek i e au das Bildnis un e s eich .
16 Siehe o üh end Fedja Anzelewsky: Dü e . We k und Wi kung, E langen 1988, S. 182.
17 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 254.
18 Ebd., S. 254, Anm. 953. Siehe auch U a Neidha d : Die D esdne Gemäldesammlung zwischen Ku iosi ä enkabine
und Bilde gale ie. Zu Geschich e de En s ehung, Fo mung und P äsen a ion eine bedeu enden Kuns sammlung, in:
Di k Synd am/Ma ina Minning (Hg.): Die ku ü s lich-sächsische Kuns kamme in D esden. Geschich e eine Samm-
lung, D esden 2012, S. 342–359, hie S. 353.
19 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 65–67.
20 S a ens Museum o Kuns Kopenhagen, KMSsp719; siehe zum Gemälde mi ak uellen Li e a u e weisen h ps://lu-
casc anach.o g/de/DK_SMK_KMSsp719/ (le z e Au u : 12.02.2024).
21 S a ens Museum o Kuns Kopenhagen, KMSsp729; siehe zum Gemälde mi ak uellen Li e a u e weisen: h ps://
lucasc anach.o g/de/DK_SMK_KMSsp729/ (le z e Au u : 12.02.2024).
22 Vgl. das Kapi el Bewah e innen des lu he ischen Glaubens bei G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie
Anm. 1), S. 238–245.
23 Ebd., S. 254.
24 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 44 ., mi o üh ende Li e a u au S. 385, Ka . G128; Jan D ees: Jü gen O ens
(1623–1678) als hö ische Male . Beobach ungen zu Po ai - und His o ienmale ei am Go o e Ho , in: Spielmann/
D ees: Go o (wie Anm. 13), S. 245–259, hie S. 250.
25 Zue s Jan D ees: Allego ie au die E b olge des Go o e He zoghauses, in: Jah buch des Schleswig-Hols einischen
Landesmuseums Schloss Go o NF 1 (1988), S. 99.

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Abb. 3: Jü gen O ens, Ma ia Elisabe h on Sachsen mi ih en Söhnen, 1646, Öl au Eichenholz, 82 x 67,4 cm. © S i ung
Schleswig-Hols einische Landesmuseen, 1986/2067.
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Ganz ande s e häl es sich mi dem Familienbildnis on de Hand Julius S achens, das
sich anhand de Da s ellung des P inzen Johann Geo g im Säuglingsal e au e wa 1639
da ie en läss (Abb. 4). Die eigen liche He zogs amilie – He zogspaa und Kinde – is a-
di ionell in zwei Sphä en ge enn : links de He zog und seine zwei Söhne, de Jünge e au
dem A m eine Kinde au, ech s die ie Töch e neben ih e Mu e . Wäh end sich hin e
F ied ich III. wei e e Familienmi gliede , wohl seine Mu e Augus a on Dänema k und sein
B ude Fü s bischo Johann, und Mi gliede des Ho s in eine Bogena chi ek u d ängen,
eihen sich die Töch e in ih en leuch enden Kleide n o de sich ö nenden Landscha mi
Schloss Go o au . Ma ia Elisabe h e g ei im Po ä die Hand F ied ichs III. und weis mi
dem Fäche in de ande en in die Landscha – au Schloss und Nachwuchs. Es wi k , als
wü de sie F ied ich mi sich ziehen, ihn aus dem engen Gewölbe he aus üh en.
Diese Eind uck wiede hol sich im e s en G oßau ag an Jü gen O ens: Das sogenann e
Go o e F iedens es is gewisse maßen eine Wiede holung ode Fo üh ung des S achen-
Abb. 4: Julius S achen, Die Go o e He zogs amilie, ca. 1639, Öl au Leinwand, 166 x 208 cm. © Schloss Eu in, 4221;
Fo o: Hend ik Jung, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.
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We ks, wenn auch in ganz ande en Dimensionen (Abb. 5).26 Es is gleichzei ig ein Beispiel
ü die ges iegenen Ansp üche und Möglichkei en des Ho s. Auch hie sei au eine aus-
üh liche Au schlüsselung alle Bezüge im Bild an ande e S elle e wiesen.27 Ande s als
S achen zeig O ens die nun zwöl köp ige He zogs amilie nich in ih en bes en Kleide n,
sonde n in Po ä kos üm all an ica. F ied ich III. h on , Ma ia Elisabe h s eh an seine Sei e
und übe ag ihn dadu ch. De He zog is passi und blick den Be ach e di ek an, die He -
zogin weis ihn au das eigen liche Geschehen im Bild hin, sie blick zum He zog und üh
mi de ausges eck en Linken ih e he ansch ei enden Töch e zu ihm. Die Go o e P inzen
d ücken sic
h am linken Rand und sind zwa p äch ig ausges a e – E bp inz F ie
d ich häl
eine S ei hacke –, abe ge a en doch schnell aus dem Fokus de Be ach enden. Das eigen -
liche Geschehen inde in de weiblichen Sphä e s a : Die beiden Töch e Sophie Augus e
und Ma ie Elisabe h, in Anspielung au Balle e zu ih en Hochzei en als Pax und Mine a
inszenie , nähe n sich dem He zogspaa . Z
wischen ihnen und de He zogin eihen sich
die ie noch un e hei a e en Töch e au . Pu i und Abundan ia und de besieg e Ma s
26 La s Olo La sson: Jü gen O ens und die Male ei an den no deu opäischen Hö en um die Mi e des 17. Jah hunde s,
in: S en Olo Lindquis (Hg.): Economy and Cul u e in he Bal ic. 1650–1700, Visby 1989, S. 161–176, hie S. 166 (de
Bei ag is zudem abged uck bei De s.: Wege nach Süden – Wege nach No den. Au sä ze zu Kuns und A chi ek u ,
Kiel 1998, S. 170–184); Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 72.
27 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 62–74.
Abb. 5: Jü gen O ens, Go o e F iedens es . Die Go o e He zogs amilie in eine Allego ie au den F ieden, 1652,
Öl au Leinwand, 314 x 477 cm. © Na ionalmuseum S ockholm, S a ens Po ä samling G ipsholms Slo , NMG h 452.
Kös e : Eine weibliche Bildwel ? | 311
um
geben die Haup g uppe und bilden so ein Spek akel neben dem gese z en G uppenbild-
nis linke hand.
Bei S achen sende ein Pu o einen Segenss ahl28 aus dem Himmel gen He zog, bei
O ens e gieß sich diese Sonnens ahl aus dunklen Wolken au Pax alias Ma ie Elisabe h.
Übe ih schwi en Pu i mi dem Go o e und dem sächsischen Wappen, den Insignien
des He zogspaa es, sowie nich nähe zu bes immenden K onen und einem Blumenko b
(kein Ku hu !). Eine Speziali ä O ens’ is dabei de Au i weibliche Pu en, hie beson-
de s he ausges ell du ch die gänzlich nack e Figu o dem Wappen Ma ia Elisabe hs. Es
inde also eine eindeu ige Ve knüp ung on He scha sansp uch und weiblichen Figu en
s a , ein spiele ische Zu all is die nack e Pu e beim Wappen siche nich , wie auch im
Folgenden wiede au geg i en wi d. Die Zeleb a ion de beiden e hei a e en Töch e is
eine Feie neue dynas ische Ve bindungen, die im bes en Falle S abili ä und F ieden
b ingen soll en.29 Gleichzei ig knüp das Go o e F iedens es an die iel äl igen F iedens-
allego ien nach 1648 an.30
Als Au ag des He zogs zu assen, wi d das Bild in de Rechnung on 1652 besch ieben
als ga g oße Schilde ey, wo au I: F: Du chl: Mein gnedigs e He , de o eund lich iel-
gelieb e Gemahlinn, Meine gnedigs e Fü s in und F au, sowohl die junde He scha nd
F ewlein, sämb lich abgebilde .31 Hie wi d die Rang olge also – na ü lich – gewah , alles
geh om He zog aus. Doch es is beme kenswe , dass das e s e g oße und eu e G oß o -
ma , das en sp echend ep äsen a i seinen Bes immungso behe sch haben muss, den
Hochzei en de Töch e gewidme is und dass es die F auen sind, die im Bild handeln. Die
weibliche S ä ke, ih e Vo züge gewisse maßen, wi d be on du ch die nack e Pu e – ein
Hinweis au die wich ige Funk ion on Fü s innen als dynas isches Bindeglied – sowie du ch
die Gegenübe s ellung on Pax, Mine a und Abundan ia au de einen Sei e – die klugen
F iedensb inge innen und dem da aus olgenden Übe luss – und dem besieg en, dämonen-
ha en Ma s am Boden, Sinnbild besieg e mili ä ische und dami männliche S ä ke, au
de ande en Sei e.
Das F iedens es bilde den Au ak zu eine Reihe on Gemälden mi ansp uchs olle
Symbolik, de en geis ige U hebe de Ho geleh e Adam Olea ius wa .32 Wie die Bildideen
en s anden, wie de Aus ausch zwischen He zogspaa , Uni e salgeleh em und Male s a -
28 La sson: Jü gen O ens (wie Anm. 26), S. 166.
29 Sophie Augus e hei a e e 1649 Johann VI. on Anhal -Ze bs , Ma ie Elisabe h 1650 Ludwig VI. on Hessen-Da ms ad .
30
Siehe mi o üh ende Li e a u Cons anze Kös e : Jü gen O ens (1623–1678) und die Inszenie ung des F iedens in de
Male ei de Mi e des 17. Jah hunde s. Beispiele ü Bild indung und Mo i übe nahme, in: No delbingen 84 (2015), S. 7–31.
31 Landesa chi Schleswig-Hols ein, Go o e Ren ekamme echnungen, Ab . 7, N . 2310; Kös e : Jü gen O ens (wie
Anm. 8), S. 332, B.1.1652.
32 Siehe o üh end Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 66 ., 173–211, passim; Dies.: Mine a, U ania und Kamel.
Go o e Inszenie ung nach niede ländischem Vo bild, in: Ki s en Baumann/Cons anze Kös e /U a Kuhl (Hg.): Wis-
sens ans e und Kul u impo in de F ühen Neuzei . Die Niede lande und Schleswig-Hols ein. Tagungsband, Pe e s-
be g 2020, S. 231–247; Dies.: Adam Olea ius und Jü gen O ens. De Go o -Zyklus als Illus a ion de Hols einischen
Ch onic, in: Ki s en Baumann/Cons anze Kös e /U a Kuhl (Hg.): Adam Olea ius. Neugie als Me hode. Tagungsband,
Pe e sbe g 2017, S. 205–215.
318 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Sie schweb übe den Go o e P inzessinnen im Mi elg und, on denen Hedwig Eleono a
bekann e maßen die iel e sp echends e Ve bindung eingegangen is . Die langen Ve se Olea-
ius’ beziehen sich au die wich igen dynas ischen Bündnisse: Hie is Liebe, hie is F eude,
| Da die Fü s en-He zen beyde, | Sich e binden, sich e auen, | Konig, Cuh und Fü s en
bauen | Eine F eund scha , ein geblü e. Und wei e : Was on Königs blu he kam, | Auch ein
König wiede nam, – Ka l X. Gus a und Hedwig Eleono a – Hie is F uch ba kei und segen
| Ma s mus seine wa en legen, [...] Dieses Hauses Seule s ehe | Fes , und niemals un e gehe.
Einhei und da aus esul ie ende F ieden, das Übe leben des Go o e He zog ums, wi d
op imis isch beschwo en. Wie wich ig da ü die Ak eu innen sind, wi d in Anspielungen
kenn lich. Ma ia Elisabe h hä e es sich wohl deu liche gewünsch , eine Skizze O ens’ eih
alle damaligen ie Schwiege söhne sam Wappen au .63 Imme hin e en die El e n de He -
63 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 200 .
Abb. 8: De ail aus Jü gen O ens, Die Hochzei F ied ichs III. on Schleswig-Hols ein-Go o und Ma ia
Elisabe hs on Sachsen am 21. Feb ua 1630 in D esden, um 1665, Öl au Leinwand, 300 x 465 cm.
© De Na ionalhis o iske Museum F ede iksbo g Slo Hille ød, In . G 8/als Daue leihgabe in Ch is ians-
bo g; Fo o: Cons anze Kös e , e ö en lich un e de Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

Kös e : Eine weibliche Bildwel ? | 319
zogin o Ch is ian Alb ech und seinen B üde n au , so schließ das sächsische Thema, das
im Tanzsaal mi Ha de ich beginn , hie e neu mi Johann Geo g I. on Sachsen ab.
Ch is ian Alb ech is in diese Da s ellung s a k zu ückgenommen, seine ›Ve he li-
chung‹ is alle dings als Teil des Gesam kuns we ks zu e s ehen. Vielleich wa de Zyklus
zu Geschich e de Go o e auch als Gegengewich zu dominan weiblichen Bildwel
de Go o e G oß o ma e gedach , begegne e man in ihnen zu o doch o allem Ch is-
ian Alb ech s Schwes e n, die dami die ep äsen a i en Räume behe sch en, allen o an
na ü lich Hedwig Eleono a. Alle dings wu den die g oßen His o iengemälde on alle lei
kleine en Po ä s beglei e , die in as jedem Raum hingen, an den An li zen eu opäische
Fü s en gab es au Schloss Go o wie au ande en ü s lichen Residenzen keinen Mangel.64
Vo bild ü den Go o e Zyklus wa en g oße Gemäldese ien wie de Medici-Zyklus ode
die Ausmalung des O anjezaal in Huis en Bosch, wie an ande e S elle be ei s aus üh lich
da geleg wu de.65 Beide on Fü s innen, Ma ia de’ Medici und Amalia an Solms-B aun els,
in Au ag gegeben, is o allen Dingen die Bild olge des O anjezaal in Funk ion und Aus-
sage eng am Go o -Zyklus und dien e auch küns le isch als unmi elba es Vo bild. Amalia
an Solms schu im Andenken an ih en e s o benen Mann, S a hal e F ede ik Hend ik an
O anje, gleichsam ein Zeugnis ih e eigenen Mach .66 Sowohl poli ische Geschich e als auch die
Dynas ie sind Themen,67 Saskia Be anek analysie die Funk ion des Quasi-Mausoleums Huis
en Bosch als »in ended o esona e wi h in e na ional audiences and p o ide he [i. e. Amalia]
wi h a s age on which o con inue o enac he agendas in o he la e yea s«.68 So wie Amalia
wa auch Ma ia Elisabe h da um bemüh , ih eigenes und das Ve mäch nis ih es Mannes
wei e zu üh en, und sie so g e ü en sp echende Rep äsen a ionsmöglichkei en – wenn auch
in kleine em Maßs ab. Die P inzessin on O anien wa eine bedeu ende Iden i ika ions igu
und Vo bild ü eu opäische Fü s innen. Beme kenswe e weise ließ auch sie die dynas ische
Bedeu ung ih e Töch e in de Male ei he auss ellen.69
Spä es ens mi de Hochzei Ch is ian Alb ech s en wickel en sich Ideen ü eine Fo üh-
ung de male ischen Auss a ung, so gib es einen En wu in zwei ache Aus üh ung, de
wiede um Ma ia Elisabe h neben ih em e s o benen Mann im Zen um zeig , sie beg üß
gewisse maßen F iede ike Amalie, die on Ch is ian Alb ech he ange üh wi d.70 Neben
64 Vgl. Ha y Schmid : Angaben übe Gemälde in Go o pischen Schloßin en a en, in: Zei sch i de Gesellscha ü
Schleswig-Hols einische Geschich e 43 (1913), S. 434–439.
65 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 206–210; Dies.: Olea ius und O ens (wie Anm. 32), S. 212 .; Dies.: Mine a (wie
Anm. 32), S. 242–244.
66 Siehe allgemein zum O anjezaal den Band on Ma g ie an Eikema Hommes/Elme Kol in: De O anjezaal in Huis en
Bosch. Een zaal ui lou e e lie de, Zwolle 2013; zu Rolle und In en ion Amalias an Solms siehe Saskia Be anek: In
Li ing Memo y. A chi ec u e, Ga dens and Iden i y a Huis en Bosch, in: Elizabe h Su on (Hg.): Women A is s and
Pa ons in he Ne he lands. 1500–1700 (Visual and ma e ial cul u e, 1300–1700, 14), Ams e dam 2019.
67 Be anek: Li ing Memo y (wie Anm. 66), S. 85–111.
68 Ebd., S. 104.
69 Ebd., S. 106.
70 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 205 .
320 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Fü s bischo Augus F ied ich, dem B ude Ch is ian Alb ech s, e schein hie auch Anna
Do o hea, die un e hei a e e Toch e Ma ia Elisabe hs, die in Schleswig-Hols ein blieb. So-
wei g ei ba , wu de abe keine de a ige Szene in Male ei umgese z .
Eine bishe unpublizie e Fede zeichnung g ei nochmals die beiden Schwe punk e au ,
die Ma ia Elisabe h o ensich lich am He zen lagen, die Leis ungen F ied ichs III. und die
He zoginnen (Abb. 9):71 Hie si zen die in Schleswig-Hols ein lebenden Angehö igen des
He zoghauses – Ma ia Elisabe h, F iede ike Amalie, Ch is ian Alb ech , Anna Do o hea und
Augus F ied ich – als Teil eine an as ischen Fes unde um einen Tisch mi O angenbaum,
ein Finge zeig au den Go o e Ga en. F auen und Männe wechseln sich am Tisch ab.
Ma ia Elisabe h links bekomm on einem Mann mi Tu ban einen Weinkelch ge eich , ge-
meinsam mi dem Tu ban äge ganz ech s ein Hinweis au die pe sische Gesand scha ,
die in olge de Go o e Expedi ion nach Pe sien on 1635 bis 1639 an den Ho gekommen
wa .72 F iede ike Amalie und Ch is ian Alb ech e en in Rüs ung all an ica au , die He zo-
gin demnach als Mine a, beide mi üppigen Fede büschen au den Helmen. Wei e
ech s,
wohl nach Anna Do o hea, schließen sich Männe mi He melinman el und eine A Pelz
sowie au wendigen Hü en an und auch die Rücken igu en im Vo de g und agen Gewände
71 Mein he zliche Dank an den Besi ze des Bla s, de mich au die Zeichnung hingewiesen und einem Abd uck zuge-
s imm ha .
72
Oela ius: Ch onic (wie Anm. 10), S. 250; zu Pe sien eise siehe De s.: Ve meh e Newe Besch eibung De Musco-
wi ischen
nd Pe sischen Reyse [...], Schleswig 1656. Siehe zu Olea ius mi o üh ende Li e a u zule z Baumann/
Kös e /Kuhl: Adam Olea ius (wie Anm. 32).
Abb. 9: Jü gen O ens, Allego isches Fes mahl, um 1670, Fede und Pinsel übe schwa zem S i au Papie , 173 x 314 mm.
© P i a besi z Köln.
Kös e : Eine weibliche Bildwel ? | 321
mi he ausges ell en Besonde hei en. Sind es Ahnen ode Ve wand scha und Nachkommen?
Wiede um Figu en eines symbolisch au geladenen Fes balle s?73 Vielleich e a en Hü e und
ande es in Zukun noch meh übe diese Figu en. Die Komposi ion, ungüns ig ge enn om
O angenbaum, zwing die he zogliche Familie in die linke Bildhäl e, sodass ehe allego isch
anmu ende Figu en als Gegengewich ech s e scheinen. So scha es Anna Do o hea in die
Mi e des Bildes, sie blick die Be ach enden an. Eine ehe unübliche Lösung, wü de man
doch das He zogspaa im Zen um e wa en. Die Rolle und Handlungsspiel äume de Go -
o e P inzessin Anna Do o hea liegen bishe im Dunkeln, als un e hei a e e Gesellscha e in
ih e Mu e ha e sie keine dynas ische und dami nach bishe ige Au assung wenig his o-
ische Bedeu ung.74 Allein ih gleichbe ech ig es Au e en in de Go o e Bildwel sp ich
alle dings da ü , sich mi ih als Ak eu in auseinande zuse zen.
Ve such man, sich in Räume und Bildwel Schloss Go o s in den 1670e Jah en zu ück-
zu e se zen, is man on eine a bp äch igen Wel olle Allego ien und dynas isch-his-
o ische Bezüge sowie Anspielungen au die Go o e Kul u in all ih en Ausp ägungen
umgeben. Diese haup sächlich männe gemach e Wel – He zog, Ho geleh e , Male e c. –
kann und soll nich in ein weibliches Thema umgedeu e we den. Wie seh es sich alle dings
lohn , den bis o Ku zem wei gehend igno ie en Ein luss de Fü s innen zu un e suchen,
zeigen die o ges ell en Kuns we ke. Diese Ein luss is in den ollende en Gemälden o
nu als Anspielung ü Eingeweih e – als Chi e – en hal en, das bes e Beispiel da ü sind
die Mädchen-Pu i im Ve bund mi Wappen und Töch e n de He zogin. Da übe hinaus
zeig sich die Wi ksphä e de He zoginnen in indi ek e Fo m: Ma ia Elisabe h is nich als
Au aggebe in ü die g oßen Gemälde genann und ha keine Rechnungen da ü beglichen,
abe sie wa eng mi O ens e bunden, neben Po ä au ägen ausch en die He zogswi we
und de Male kleine Geschenke aus, die zwischen Husum und F ied ichs ad hin- und he -
gesand wu den.75 Ebenso is die Ve bindung zu Olea ius gu dokumen ie , so gab e e wa
im Au ag Ma ia Elisabe hs die sogenann e Schleswige Bibel (in g oßen Le e n ü äl e e
Lesende) und das Schleswig-Hols einische Ki chenbuch he aus.76 Es is nich o s ellba , dass
Ma ia Elisabe h, zumal mi ih e Vo bildung und un e dem Ein luss eine kul u ell ak i en
und gebilde en Mu e , nich Ein luss au die Bildwel Go o s genommen ha . Dass O ens
sich nich nu an den He zog zu binden wuss e, beweis auch eine besonde e Eh e, die F ie-
de ike Amalie ihm gewäh e: 1670 wu de sie Tau pa in eine Toch e O ens’.77
73 In denselben Kon ex gehö ielleich das Flensbu ge Bla mi einem bishe nich nähe iden i izie en his o ischen
Fes mahl. Siehe Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8), S. 414, Z91.
74 Eine Be ach ung on Leben und Wi ken Anna Do o heas, die als un e hei a e e P inzessin bishe nu als Rand igu
genann wi d, is ein ech es Deside a . G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 116, 134, 182,
gib zumindes punk uell Einblick in ih e Biog a ie.
75 Siehe Anm. 33.
76 Adam Olea ius: BIBLIA [...], Schleswig 1664; De s.: Das Schleßwigsche und Hols einische Ki chen Buch [...], Schles-
wig 1665; G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 246 .; Dies.: He zogin Ma ia Elisabe h on
Schleswig-Hols ein-Go o (wie Anm. 33), S. 36.
77 Kös e : Jü gen O ens (wie Anm. 8) S. 102.
322 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Go o wi d in de Rückschau als kul u elles Zen um wah genommen, das übe seine
wi scha lich-poli isch beg enz en Möglichkei en hinaus s ahl e und uns einige Wunde -
we ke hin e lassen ha . Fü He zog und He zogin wa en abe diese kul u ellen und wis-
senscha lichen E ungenscha en, neben pe sönlichem In e esse, o allem Mi el de Re-
p äsen a ion ode ökonomische Übe lebenss a egien. So sand e F ied ich III. Olea ius und
ande e nich nach Pe sien, um eine ielge ühm e Reisebesch eibung en s ehen zu lassen,
sonde n um Handelswege zu e uie en.78 Und die in D ucken und Male ei mani es ie en
Balle e zu den Hochzei en de P inzessinnen wa en kein Selbs zweck, sonde n Feie n wich-
ige Bündnisse.79 Die Au gabe de weiblichen Nachkommenscha bes and da in, au dy-
nas ischem Weg S abili ä und Wohls and ü das He zog um zu e eichen. So e geben sich
aum üllende Na a i e in de Male ei, die den Weg eine Go o e P inzessin zu schwedi-
schen Königin zeigen, die Besuche *innen en sp echend p äsen ie we den konn en. De
Au wand de Male ei mi G öße und Quali ä spiegeln die Bedeu ung de Da s ellung wide .
Die Hinweise au Rolle und Ges al ungsmöglichkei en de He zoginnen in diesem Be eich
sind nu ein Puzzle eil und sollen zu einem g öße en Bild bei agen sowie Ko ek u en des
bishe dominie enden männlichen Blicks au die His o ie e möglichen. Wei gehend e lo-
en sind die pe sönlichen Sammlungen de He zoginnen, die mi dem Un e gang Go o s
e s eu wu den. So können nu noch die g oßen, bishe meis dem Wi ken de He zöge
zugeo dne en Zeugnisse Hinweise geben, wie die Go o e He zoginnen Ein luss nehmen
konn en – und ebenso, wo ih e Bes ebungen e olglos wa en.
78 Siehe Anm. 72.
79 Zu den Balle en mi o üh ende Li e a u und zu Diskussion um die Au o innenscha de Balle e siehe Ing id Hö-
pel: Adam Olea ius und die Go o e Fes e und Fes balle e, in: Baumann/Kös e /Kuhl: Adam Olea ius (wie Anm. 32),
S. 216–225; G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 1), S. 269 . mi Anm. 993.
Abs ac
The Go o duchesses had signi ican in luence on he duchy’s cul u al heigh du ing he 17 h cen u y.
Due o a male-domina ed his o iog aphy, oday his e a is mos ly associa ed wi h male names. Howe e ,
ongoing esea ch un eils he emale impac . Focussing on he pic o ial wo ld o he ducal esidence,
his essay analyses he duchesses’ in luence on commissions and he possibili ies o emale symbolism
in a . The essay in oduces Ma ia Elisabe h o Saxony, accompanied by he daugh e s, no ably Hedwig
Eleono a, queen o Sweden, and he daugh e -in-law, succeeding duchess F ede ica Amalia o Denma k.
Following emale olemodels in powe , like Amalia an Solms in he Ne he lands, he elabo a e pic u e
cycles a Go o se ed dynas ic-poli ical ambi ions. The images se ed as he backd op o ep esen-
a ion and mani es a ion o desi ed s a us, emphasizing emale oles and powe .
Kös e : Eine weibliche Bildwel ? | 323
Au o in
D . Cons anze Kös e
Kuns his o ike in, sei 2022 e an wo lich ü die Fielmann-Museums ö de ung und die Op ische
Sammlung Plön. Ih e Fo schungsschwe punk e sind das Goldene Zei al e und de Kul u ans e
zwischen den Niede landen und Schleswig-Hols ein sowie die schleswig-hols einische Kul u ge-
schich e de F ühen Neuzei .
E-Mail: mail@ckoes e .de
Open Access // De Bei ag is un e de C ea i e-Commons-Lizenz Namensnennung - Wei e gabe un-
e gleichen Bedingungen 4.0 In e na ional (CC BY-SA 4.0) e ö en lich . Den Ve ags ex inden Sie
un e : h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0. Bi e beach en Sie, dass einzelne, en sp e-
chend gekennzeichne e Teile des Bei ags on de genann en Lizenz ausgenommen sein bzw. ande en
u hebe ech lichen Bedingungen un e liegen können.