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Und silbern leuchtet Gottes Wort: Die ›Silberaltäre‹ in Husum und Stockholm

Abstract

Sowohl die Herzoginwitwe Augusta von Gottorf als auch Königin Christina von Schweden nutzten ihr Selbstverständnis, ihre Stellung und ihren Reichtum,…

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Und silbern leuchtet Gottes Wort: Die ›Silberaltäre‹ in Husum und Stockholm

Author: Schulz, Christian G.
Year: 2024
DOI: 10.38072/2943-5331/p12
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006390/kiel-up_2943-5331_p12.pdf
| 233
Ch is ian G. Schulz
Und silbe n leuch e Go es Wo
Die ›Silbe al ä e‹ in Husum und S ockholm*
Ma e iell und handwe klich geschä z , gleichwohl sei Gene a ionen in de Zielse zung e kann ,
1
we den die sechs monumen alen, aus Silbe und Ebenholz gea bei e en Re abel als We kg uppe
hinsich lich ih e einhei lichen In en ion iden i izie . Die be ei s zu Zei en ih e En s ehungen
als ›Silbe al ä e‹ bezeichne en Re abel – F ede iksbo g (König eich Dänema k) 1606, München
(He zog um Baye n) 1607, Husum (He zog um Go o -Schleswig) 1620, Rügenwalde (He zog-
um Pomme n) 1636, S ockholm (König eich Schweden) 1651 und Go o (He zog um Go o -
Schleswig)
1666 – sind au allend ob ih e opulen en Ges al ung, ih e kos ba en Ma e ialien und
de o angig ü uns heu e une wa e en Au s ellung in p o es an ischen Ki chen. Dabei we den
insbesonde e die on Fü s innen beau ag en Silbe al ä e in Husum espek i e S ockholm
be ücksich ig , wobei die wei e en monumen alen Silbe al ä e des 17. Jah hunde s zum Ve -
gleich hema isie we den und demen sp echende Rückschlüsse e lauben.
Zuguns en des Ve s ändnisses we den dahe im Rahmen eines ch onologischen Übe -
blicks de sechs zu de We kg uppe zu zählenden Silbe al ä e die beiden den Schwe punk
bildenden eingebe e . Cha ak e is isch ü jeden einzelnen Silbe al a diese We kg uppe is
ih e monumen ale Aus üh ung, die Au s ellungsp axis in de zu Haup esidenz zugehö i-
gen Ki che und die o angig sich ba e wand en Ma e ialien.
*
Die Re o ma ion lös e im 16. Jah hunde einen P ozess aus, de die Bildung de Kon essions-
ki chen zu Folge ha e. Die konsolidie ende Ins i u ionalisie ung wa eine o ganisa o ische
* De Au sa z g ei au E gebnisse de publizie en Disse a ion zu ück: Ch is ian G. Schulz: Go es Wo und ü s liche
Mach . Silbe al ä e des 17. Jah hunde s zwischen München und S ockholm, Regensbu g 2021.
1 Be nha d Olsen: Die A bei en de Hambu gischen Goldschmiede Jacob Mo es Va e und Sohn ü die dänischen Könige
F ede ik II. und Ch is ian IV., Hambu g 1903, S. 24; Richa d Haup : Die Bau- und Kuns denkmäle de P o inz Schleswig-
Hols ein mi Ausnahme des K eises He zog um Lauenbu g, Bd. 2, Kiel 1888, S. 350. Die beiden Au o en Olsen und Haup
a es ie en ü den Silbe al a au F ede iksbo g bzw. au Go o eine mu maßlich zu ällige Konzep ion und Au s ellung.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p12
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Abb. 1: Hille ød, Schloss F ede iksbo g, Schlosskapelle, Silbe al a , Gesam ansich mi geö ne en Flügeln.
© Fo o: Ch is ian G. Schulz, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
Schulz: Und silbe n leuch e Go es Wo  | 235
Fo mie ung, um das Zusammenleben auch im eligiösen Kon ex im jeweiligen Te i o ium zu
e möglichen. S aa s ech lich und dogma isch gal es ü das en sp echende Bekenn nis, die
Vo ausse zungen de landeshe lichen Ki chenob igkei zu scha en, de en Ve an wo ung dem
Landeshe n oblag. Diese Kon essionalisie ungsp ozess wa zugleich die Zei de Te i o ia-
lisie ung, welche de Be ölke ung eine demen sp echend gep äg e Sozialdisziplinie ung und
Mo alisie ung im Rahmen des kon essionellen Selbs e s ändnisses e möglich e.
2
Obwohl die P o es an en im Gegensa z zu den Ka holiken wenige in Gebäudes uk u-
en als im Wo ih e mani es ie e Kon ession zum Ausd uck b ach en, benö ig en auch
sie isuelle S uk u en, die in Sinnbilde n das kon essionelle Bekenn nis bezeugen. Die e-
p äsen a i e Selbs inszenie ung wa ein p oba es Mi el de gö lichen Legi imie ung des
landeshe lichen Ki chen egimen s. De Fokus is dahe au die Al a ges al ung als zen alen
Bezugspunk geleg . Demzu olge wa auch König Ch is ian IV. on Dänema k (1577–1646)
da au okussie , die Religionspoli ik zu es igen. So wu de de Silbe al a 3 als P inzipal-
s ück ein g undlegende Bes and eil eines Gesam konzep s in de Kapelle des Schlossneu-
baus in Hille ød (Abb. 1). E wu de 1606 e igges ell und konn e in de 1617 eingeweih-
en Schlosskapelle au F ede iksbo g spä es ens 1621 seine daue ha en Nu zung zuge üh
we den.4 Es wi d hie eine bewuss e Inszenie ung des Ki chengebäudes als li u gisches Zen-
um des Te i o iums anges eb ,5 eine Fokussie ung, de alle Au aggebe de wei e en
monumen alen Silbe al ä e ans eben.
Die Ch onologie de als Phänomen zu beg ei enden Silbe al ä e cha ak e isie au
Schloss F ede iksbo g den e ände en Einsa z on Silbe a bei en. Zu o sak al genu z ,
un e s eh das Ma e ial dem ep äsen a i en Fü s enlob. Die Symbolik des Silbe s – Sinnbild
de geläu e en Seele6 – bezeug die Eigenscha en des Te i o ialhe n, de s aa s ech lich
konsolidie enden Religionspoli ik, und u eine Sak alisie ung des He sche bildes he o .
Besonde s ä selha e schien bishe neben den ungewöhnlichen Ma e ialien, Ebenholz
und Silbe , de kabine sch anka ige Au bau des Silbe al a s, welche neben de sch eina -
igen Wandlung des Haup egis e s, in de P edella wie au de Rücksei e zahl eiche Schub-
laden au weis (Abb. 2). Zahl eiche Au o en e mu e en ein ka holisches P og amm und
beg ünde en dies mi den hin e Klappen und Tü en e deck en Schüben und dem zen al
in eg ie en abe nakela igen Tü chen. Die Schübe und das abe nakela ige Fach e deu -
lichen zu eine sei de Re o ma ion sinnha en En lee ung.
2 Holge S einemann: Eine Bild heo ie zwischen Rep äsen a ion und Wi kung. Ka dinal Gab iele Paleo is »Disco so in-
o no alle imagini sac e e p o ane« (1582) (S udien zu Kuns geschich e 164), Hildesheim 2006, S. 288 .
3 Die Fe igung des Silbe al a s un e lag den Hambu ge Goldschmieden Jacob Mo es dem Äl e en (um 1545–1612)
und Hin ich Lamb ech I. (um 1567–1629). Die Rechnung e s ell e Hans Mo es, de als Juwelie in E scheinung a .
4 Johan Pe e Rasbech: F ede iksbo g Slo s Besk i else. E e æld e og nye e Kilde , med de hos a beny ede, collegiale
og A chi -Documen e , Kopenhagen 1832, S. 115.
5 Vgl. Hein ich Richa d Schmid : Kon essionalisie ung im 16. Jah hunde , in: Enzyklopädie Deu sche Geschich e,
Bd. 12, München 1992, S. 86–105.
6 Ps 12,7.
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Abb. 2: Hille ød, Schloss F ede iksbo g, Schlosskapelle, Silbe al a , De ail: Haup egis e und P edella mi
abe nakela igem Fach. © Fo o: Ch is ian G. Schulz, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
Schulz: Und silbe n leuch e Go es Wo  | 237
Es wi d ein enzyklopädische Cha ak e zei genössische Dogmen bewiesen. T adie e
Rhe o ik wu de mi mode nen Gedankenmodellen e quick .7 Die gewähl e Konzep ion des
Al a s au F ede iksbo g be ie sich au den Kabine sch ank. Als eine A Ve wandlungs-
möbel soll e de Silbe al a E kenn nis sugge ie en. De Al a s eh im Kon as zu ungeo d-
ne en Wi klichkei , wie die Kuns kamme zu Umwel espek i e zu Schöp ung.8 Zudem
is de kubusa ige Au bau dem Sinnbild de Bundeslade geschulde , wo aus sich ü die
Schlosski che das de mosaischen S i shü e e gib .
Ch is ian IV. sieh sich gemäß dem königlichen Selbs e s ändnis in de Nach olge Da-
ids und beweis seine landeshe liche Posi ionie ung in seine Vo mach s ellung un e den
Glaubensb üde n – seinen To ali ä sansp uch gegenübe den Ka holiken. De Al a beleg
7 Vgl. Ba ba a Segelken: Bilde des S aa es. Kamme , Kas en und Ta el als Visualisie ungen s aa liche Zusammenhän
ge,
Be lin 2010, S. 13; Al ed Walz: Wel enh amonie. Die Kuns kamme und die O dnung des Wissens. Eine Ein üh ung,
in: Wel enha monie. Die Kuns kamme und die O dnung des Wissens, Auss ellung im He zog-An on-Ul ich-Museum
B aunschweig, 20. Juli–22. Ok obe 2000, B aunschweig 2000, S. 9–21, hie S. 14.
8 Die e Al e : Die Geschich e des Augsbu ge Kabine sch anks (Schwäbische Geschich squellen und Fo schungen
15), Augsbu g 1986, S. 39 ., 54; Ba ba a Mund : De Pomme sche Kuns sch ank des Augsbu ge Un e nehme s Phil-
ipp Hainho e ü den geleh en He zog Philipp II. on Pomme n, München 2009, S. 25.
Abb. 3: Hille ød, Schloss F ede iksbo g, Schlosskapelle, Silbe al a ,
Ve u eilungsszene. © Fo o: Ch is ian G. Schulz, e ö en lich un e de
Lizenz CC BY-SA 4.0.

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die Rech gläubigkei in de an ika holischen Polemik, die in dem in die Ve u eilungsszene
Jesu in eg ie en Kaise wappen zum Ausd uck komm (Abb. 3). Das Wappen als s aa s ech -
liches Monumen demons ie imme wäh ende P äsenz de poli ischen Ve an wo lichkei
in de Am shandlung. De U eilssp uch wi d in den He scha sbe eich des ka holischen
Kaise s e leg 9 und hema isie als bewuss e poli ische Posi ionie ung in dem p o es an-
ischen Kon ex die zei genössische heologische Kon o e se.10 Gleiche maßen kann die
Thema isie ung des Ma y iums Sebas ians an Bedeu ung e langen. Sebas ian wi d als No -
hel e de P o es an en s ilisie , wobei de Heilige aus de Al a konzep ion seine schü -
zende Funk ion sinnbildlich au Ch is ian IV. übe äg .11 Die u sp üngliche, mi le weile
e ände e Posi ionie ung beide Szenen inne halb des Re abelp og amms, das Ma y ium
Sebas ians, Außensei e des linken Re abel lügels, und die Ve u eilungsszene Jesu, Innen-
sei e des ech en Re abel lügels, e s ä k e den pe soni izie en Bezug mi els de di ek en
Aus ich ung au den Königss uhl, de au de E angeliensei e seine Ve o ung inde .
Auße dem demons ie au g und des 1582 e schienenen T ak a s on Gab iele Palleo i
die Au nahme de G o esken eine signi ikan e an ipapis ische Hal ung.12 Die Bek önung des
Re abels po enzie die Aussage in de Au nahme de Pe soni ika ion des p o es an ischen
Glaubens, in dem de Kelch als Sinnbild ü das Abendmahl in beide lei Ges al demons a i
in E scheinung i .
De Silbe al a läss du ch seine kla de inie en S uk u en ein ausgeklügel es Sys em
de kon essionellen Posi ionie ung e kennen. Die Re lexion au dem Silbe du chb ich die
G enzen de Wi klichkei und e wi k eine op ische Ve einhei lichung in de Dis anz. Die
Ges al ung se z au Lich - und Scha enwi kung und e wi k eine En ma e ialisie ung. F e-
de iksbo g dien e als Impulsgebe eine bekenn nisgleichen Ausges al ung im Sinne de
lu he ischen O hodoxie. Die ma e iell umgese z en Bilde in Dänema k wie in München
zeigen ein dogma isches Leh ge üs .
König Ch is ian IV. on Dänema k wie He zog Maximilian I. on Baye n (1573–1651)
woll en mi Hil e ih e G oßp ojek e in Fo m eines silbe nen Re abels die eligionspoli ische
Vo mach s ellung demons ie en (Abb. 4). Ih kon essionell-poli isches Selbs e s ändnis
mani es ie in spezi izie en P og ammen eine Kon inui ä , sowohl gegenübe den Glau-
bensb üde n als auch den Glaubenskon ahen en.
9 Ge no Koche : Zeichen und Symbole des Rech s. Eine his o ische Ikonog aphie, München 1992, S. 69 ., 155.
10 Ebd., S. 67, 69 ., 155. Die P äsenz de He scha , in de en Ve e ung das Rech gesp ochen we den soll, wi d un e
ande em mi einem Wappen demons ie .
11 Hannelo e Sachs/E ns Bads übne /Helga Neumann: Wö e buch de ch is lichen Ikonog aphie, Regensbu g
10
2012,
S. 316 .
12 Gab iele Paleo i: Disco so in o no alle immagini sac e e p o ane, hg. . Manlio Sodi/Achille Ma ia T iacca/Damasio
Medei os (Monumen a s udia ins umen a li u gica 25), Va ikans ad 2002, S. 224 ., 230 .
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Abb. 4: München, Residenz, Reiche Kapelle, Silbe al a , Gesam ansich . © Fo o: Ch is ian G. Schulz,
e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0
.
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Die as zei gleiche Au s ellung de Al ä e zweie konku ie ende Po en a en ges al e-
e sich in Baye n in einem schauwanda igen Silbe al a 13 inne halb des abe nakela igen
Sac o Thesau o mi eine Fülle on Reliquien. Die aumgewäh ende ›Reiche Kapelle‹ schü z
neben den Heilig üme n den Silbe al a , de als Sch ein de ›Passions eliquien‹ übe höh wu de.
Die Kapelle – in ih e kon essionellen Iden i ika ion als das Alle heiligs e angesehen – wu de
zum li u gisch geis lichen Zen um des Te i o iums.14 Die landeshe liche Legi ima ion isuali-
sie e sich du ch den Reliquienscha z.
Die p og amma ische Hin üh ung de Kapelle konzen ie sich au die Reliquienmons -
anz. Die au die Passion Ch is i ausge ich e e Konzen a ion okussie die Kon o e se de
K euzk i ik de P o es an en, sodass sich die Ka holiken als die Bewah e und Beschü ze
des Glaubens sahen.15
S andesbewuss sein wie dynas ische Legi imie ung e wi k en im K eise de Au aggebe
de Silbe al ä e das Bedü nis, die eigene Kon ession zu dokumen ie en. Das zeugnisgeben-
de Hohei s ech eines de a ig ges al e en Silbe al a s in zei genössische Manie konn e sich
spä e nu in e angelisch-lu he ischen Te i o ien mani es ie en. Die zei gleiche Fe igung
des dänischen wie des baye ischen Silbe al a s zeig die Vo liebe zu den Ma e ialien, de
zei genössischen Fo mensp ache und de Kuns e igkei . Ka holische Te i o ien en wickel-
en hingegen eigene Ins umen a ien. Ans a eine Ma e ialanhäu ung on Ebenholz und
Silbe s anden Bild o men und His o ien abg enzend gegenübe .
Die Au s ellung in München e olg e poli isch zen al, wa nu beg enz zugänglich, wobei die
Kapelle als Rep äsen a ions aum hochwi ksam im Bewuss sein de Ö en lichkei e anke wa .
Die unzähligen Reliquien isualisie en die imme wäh ende Anbe ung und Fü sp ache, die das
gö lich legi imie e Obe haup in seine Funk ion bes ä ig en. Alle dings wa München in seinem
P äsen a ionswillen nich ü eine s anda disie e Leh p äsen a ion de Ka holiken geeigne .
An dem Husume Silbe al a (heu e im Na ionalmuseum Kopenhagen) zeig sich mi Alb-
ech on Ho n (1581–1665) wiede um ein Meis e no ddeu sche p o es an ische P ägung,
dessen Lie e ung zu kon essionell poli ischen Posi ionie ung de He zoginwi we Augus a
eingese z we den konn e (Abb. 5). Anlass bo die Hochzei ih e Toch e Hedwig mi dem
P alzg a Augus on Neubu g-Sulzbach am Sonn ag, dem 2. Juli 1620. Die Ve bindung de
kon essionell Gleichgesinn en bewi k e in ih e klamme a igen Umspannung des
Reiches
13 Die A bei en an dem 1607 e igges ell en Silbe al a sind on e schiedenen Münchene und Augsbu ge We ks ä en
ausge üh wo den, die zum Teil zei lich e se z ih e A bei en aus üh en. Namen lich zu nennen sind: Hans Sche-
bel, Augsbu g um 1565/70: zahl eiche Relie s mi o nehmlich al es amen lichen Da s ellungen, gegossen; e mu l.
Ma hias Wallbaum, Augsbu g: Applika ionen – Engelsköp e; Jacob Thu nho e , Augsbu g um 1590: eil e golde e
Vasen; Jacob An honi, München um 1605/06: zen ale K euzigungsszene sowie lächig ges al e e Akan hus ies des
Haup gebälks zugesch ieben, ach ollplas ische S and igu en, die beiden Gesimsengel, die Eckzwickelbeschläge de
K euzigung und de Gebälk ies (Residenz München, In .-N . RK I 7/19).
14 Mo i z on Ilbe g: S udien zu Passions eliquienmons anz on 1590 aus de Residenz München, Disse a ion
F ank u a. M. 2006, h ps://publika ionen.ub.uni- ank u .de/ on doo /index/index/docId/2333 (le z e Au u :
12.02.2024), S. 6, 9 .
15 Ka ja Rich e : De T iumph des K euzes. Kuns und Kon ession im le z en Vie el des 16. Jah hunde s (Kuns wissen-
scha liche S udien 143), München 2009, S. 12 ., 19 .
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Abb. 5:
Husume Silbe al a , Gesam ansich , Na ionalmusee Københa n, P insens Palæ. © Fo o: John Lee, Na ional-
musee Københa n, DMR-168044, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
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die es zu demons ie en gal . Die da ges ell e kon essionelle Kon inui ä wa ü den Au ag
en scheidend, da die Königin sich mi de Kon e sion zum Ka holizismus ug. Hie zu and
die Königin du ch den in S ockholm ä igen anzösischen Bo scha e , dem Jesui en Pie e
Hec o Chanu (1601–1667), e s en Kon ak .32 Dennoch wa Ch is ina seh bes eb , eine
ausgleichende Ki chenpoli ik inne halb ih es ih an e au en Te i o iums solide in die Zu-
kun zu anspo ie en33 – de Silbe al a als es amen a isches Ve mäch nis.
Die aus üh enden We ks ä en bzw. Agen en sind ü das Ve s ändnis hinsich lich de
Fe igung en scheidend. Aus de S ockholm be e enden zei genössischen Ko espondenz
ließen sich die inne en Zusammenhänge des Phänomens e kennen und im Zuge dessen au
die insgesam sechs Al ä e beg enzen.
Die Al a au s ellung is eine kla e Posi ionie ung zum Lu he um, das de de zei ige Lan-
deshe und dessen Nach olge als Kon ession zu schü zen ha e. Das mi S i e insch i des
Kanzle s Adle und dessen Gemahlin e sehene Gehäuse un e s ü z die S ellungnahme, die
in Hinsich au die Kon e sion zum Ka holizismus de Königin Ch is ina umso en scheiden-
de wa . So konn e nach de e s maligen Ankündigung die Abdankung und abschließend
1655 die Kon e sion in Innsb uck ollzogen we den.34 Gesiche e poli ische und kon es-
sionelle Kon inui ä nach de on Dänema k übe nommenen poli ischen Vo he scha gal
es sich ü Schweden als no dische G oßmach im Ausland sinnbildha zu s abilisie en –
Schweden ha e sich als eine de wich igs en e angelischen Ki chenhe en im eu opäischen
Kon ex zu behaup en.35 Dahe soll es auch nich e wunde n, dass in de Ko espondenz
anlässlich de An e igung des Re abels diese als einmalig besch ieben wi d und sich wede
ein ande e König noch de Kaise sich eines solchen S ücks ühmen könne.36
Sei ens des Hambu ge Juwelie s Eus achius E mülle (1609–1681), de bishe als aus-
üh ende Goldschmied gal , wu de die p og amma ische Konzep ion o he ige Silbe al ä e
hema isie .37 Au s ellungso , Au aggebe und kon essionell-poli ische Anlass e geben
das wechselsei ige Beziehungsge lech . Die Funk ion E mülle s als Kuns agen konn e he -
ausgea bei e we den. Ein We ks ück e gleich kann hingegen den Hambu ge Goldschmied
Hans Lamb ech III. (um 1600–1696[?]) als ede üh enden Meis e dokumen ie en. Fü den
Ve gleich eigne e sich de Ta elau sa z im Kuns gewe bemuseum Be lin, Schloss Cha lo en-
32
Ka in Losleben: Musik – Mach – Pa onage. Kul u ö de ung als poli isches Handeln im Rom de F ühen Neuzei am Bei-
spiel de Ch is ina on Schweden (1626–1689) (Musicolonia 9), Köln 2012, S. 60 .; Ma ie Louise Rodén: D o ning Ch is-
ina. En biog aphie, S ockholm 2008, S. 114; Michael Busch: Ch is ine on Schweden. Eine Skizze, Hambu g 2003, S. 1
6.
33 Gab iela Ha : Die Kon e sion de Königin Ch is ina on Schweden, in: Ch is ina, Königin on Schweden. Auss el-
lungska alog, B amsche
2
1998, S. 151–165, hie S. 152 .
34 Elisabe h Wåghäl Ni e: Königin und li e a ische Figu . Königin Ch is ina on Schweden (1626–1689) in den Sch i en
ih e Zei , in: Volke Baue u. a. (Hg.): F auen – Büche – Hö e. Wissen und Sammeln o 1800. Essays in hono o Jill
Beple (Wol enbü ele Fo schungen 151), Wiesbaden 2018, S. 251–268, hie S. 252.
35 Vgl. K is ina. B e och sk i e (S enska klassike ), Lund 2006., S. 50.
36 Vgl. Riksa ki e S ockholm, Kamma koll. ämnesamlinga lik ida ione se ie 98 s o a komm. ak e , 23: B ie om
30. Augus 1651, E mülle an Bö je Olo son C onbe g.
37 Ebd., B ie om 4. Feb ua 1651, E mülle an Bö je Olo son C onbe g.

Schulz: Und silbe n leuch e Go es Wo  | 249
bu g. Lamb ech p ädes inie sich dahe ü die spä e e Planlegung des Go o e Silbe -
al a s (Abb. 10).38
Diese olg dem S ockholme Silbe al a im Au bau und s ell im konzep ionellen Bezug
au S ockholm die poli ische Ve bundenhei da . Das zwischen den beiden S aa en ge o e-
ne Siche hei sbündnis wa de bes ändigen Sou e äni ä Go o s geschulde . Die übe nom-
menen ges al e ischen G undzüge des Go o e Re abels soll en das kon essionelle Bekenn -
nis in einem k yp ocal inis isch gep äg en Raum isualisie en.
Die poli isch-kon essionelle T adie ung de Silbe al a ges al ung is mi els de Au s ellung
au Schloss Go o ein Ausd uck de e ungenen Ansp üche des landeshe lichen Ki chen-
egimen s (Abb. 11). Die konzep ionellen Bezüge belegen eine poli isch e p lich ende O ien-
ie ung als sou e äne Landeshe lu he isch-o hodoxe Gesinnung.
T o z de hohen Ma e ial e lus e zeig sich anhand de e bliebenden A bei en de Quali-
ä sansp uch zuguns en des Fü s enlobs, welches, eine Regalie gleich, de Kon inui ä de
go o ischen S uk u en geschulde is .
De Au ag He zog Ch is ian Alb ech s on Schleswig-Hols ein-Go o (1641–1695) zeig
die Wei e en wicklung on F ede iksbo g und Husum. Die au S ockholm ge ich e e Rezep ion
38 S i ung P eußische Schlösse und Gä en Be lin-B andenbu g, In .-N . X 3169.
Abb. 10: S ockholme Silbe al a , P edella, Konsolengel de E angeliensei e. © Fo o: Ch is ian G. Schulz, e ö en lich
un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
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Abb. 11: Schleswig, Landesmuseum Schloss Go o , Schlosskapelle, Silbe al a , Gesam ansich . © Fo o: Claudia Dannenbe g.
Schulz: Und silbe n leuch e Go es Wo  | 251
e wei e die T adie ung de kon essionellen Legi imie ung au die poli ische Ebene, als S a e-
men eines sou e änen S aa es, de mach poli isch mi Schweden eng e woben is .39 So übe -
nimm Go o die s a ke Du chgliede ung, das P og amm wie auch die äs he ische Quali ä
aus poli ische Mo i a ion. Eine di ek e an ikaise liche Polemik un e läss das P og amm des
Go o e Silbe al a s au g und seine Lehns e bindung an den Habsbu ge Kaise .
De Au s ellungso mani es ie das Kon essionsbekenn nis des sou e änen Landeshe n
als Summepiskopa , die ›wah e Religion‹ es amen a isch zu e ügen. Die Kapelle ge ie
li u gisch zum geis igen Angelpunk des zen alisie en S aa s e s ändnisses.
*
De e gleichba e Au s ellungso , die gleichen Ma e ialien, de En s ehungszei aum so-
wie eine e gleichba e monumen alisie e Aus üh ung e anke an angs eine einhei liche
Äs he isie ung beide Kon essionen.
Die Fo m indung des Phänomens ›Silbe al a ‹ konn e mi Hil e des p og amma isch en -
scheidenden Au s ellungso s den Rep äsen a ions ahmen eine konsolidie enden ki chen ech -
lichen Ob igkei demons ie en. Da on zeugen die sozial-gesellscha lichen Vo ausse zungen
und die Zusammena bei zwischen Au aggebe und We ks a bzw. e mi elnden Agen en.
Die Al a p og amme umsch eiben ein eligionspoli isches Bild, welches, du ch heologi-
sche und his o ische Sch i en zei genössische Au o en ges ü z , die gemeinsame Zielse -
zung un e Be ücksich igung spezi isch indi iduelle Bedü nisse au zeig . Die bishe unbe-
ücksich ig e kon essionell-poli ische Mo i a ion lag allen sechs Silbe al ä en zug unde. Die
Kon ession e uh eine Da s ellungsme hode und konn e im Lau e de Fo schung die zu o
imme wiede be on e Zu älligkei des P og amms ausschließen.
Dennoch be ie en sich beide Kon essionen au die Wu zeln des ge einig en Ch is en ums,
in seine u sp ünglichen Fo m. Da aus en s and die Ma e ialwahl, die sich au das ühe Ch is-
en um bezieh . Aus de Ma e ialsymbolik, de Ve knüp ung des Mon anwesens mi de Heili-
gen Sch i , geling es dem Theologen Ma hesius 1562, ein Bild zu e anschaulichen, welches
im geläu e en Silbe das kon essionelle Bekenn nis zeig .40 De egie ende Landeshe habe
die ›wah e Religion‹ zu e eidigen, um diese unmi elba seinem Volk zu leh en und dieses
danach leben zu lassen. ›Geläu e ‹ und ›wah ha ig‹ p äsen ie sich das landeshe liche Ki -
chen egimen – schon be o das P og amm die kon essionelle Dogma ik hema isie .
39
Henningsen: He zöge on Go o (wie Anm. 18), S. 162–166. Siehe insgesam auch Go ied E ns Ho mannn/
Klauspe e Reumann: Die He zog üme on de Landes eilung on 1544 bis zum Kopenhagene F ieden 1660 (Ge-
schich e Schleswig-Hols eins 5), Neumüns e 1986.
40 Vgl. Ansga S öcklein: Lei bilde de Technik. Biblische T adi ion und echnische Fo sch i , München 1969, S. 43 .;
Johann Ma hesius: Sa ep a ode Be gpos ill Samp de Jochimß halischen ku zen Ch oniken. Johann Ma hesii. Psalm
CXLVIII. Be g und Thal lobe den He n, [Nü nbe g] 1562, S. 96 .
252 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Aus dem isuell zu g ei enden Selbs e s ändnis inne halb des kon essionsbekennenden
P og amms sowie de poli ischen Posi ionie ung des Al a s au F ede iksbo g adie e sich ein
60 Jah e wäh endes Phänomen. Es e olg e lediglich eine Anpassung an den Zei geschmack,
wobei die Ma e ialkombina ion und die P axis des Au s ellungso es beibehal en wu den.
Ein p og amma isches Bekenn nis am poli ischen Schni punk e gib sich aus de Nach-
ahmung, sodass sich ein spezi isch lu he isch-o hodoxes Bild de poli ischen Posi ionie ung
e gib . De Silbe al a als kon essionsgebundenes Glaubensbekenn nis wi d spä es ens aus
den es amen a ischen Ve ügungen e kennba , wo pa allel zu Bewah ung de lu he ischen
O hodoxie de egaliena ige Umgang mi dem Silbe al a es gese z wi d.
Die g oß o ma igen Silbe al ä e en s anden aus den his o ischen Gegebenhei en und den
pe sönlichen Ambi ionen de ü s lichen Au aggebe , gleich welchen Geschlech s, um die
ki chenpoli ische Zielse zung zu mani es ie en. Die Go o e He zoginwi we Augus a sowie
die Königin Ch is ina on Schweden nu z en ih Selbs e s ändnis, ih e Posi ion und ih
inanzielles Po enzial, Silbe al ä e ü Husum (1620) bzw. S ockholm (1651) in den ihnen
an e au en Ein lussbe eichen wi kungs oll einzuse zen.
Die kuns handwe klich in höchs em Maße ansp uchs ollen A bei en zeigen g oß lächig
Silbe und Ebenholz und be ö de n mi els des Fü s enlobs die He scha slegi ima ion. In
Ve bindung mi dem Au s ellungso dokumen ie en die Al ä e aussagek ä ig das kon es-
sionelle Bekenn nis, das sich im Sinne de lu he ischen O hodoxie adie en konn e. Sei
de e s en Konzep ionsumse zung König Ch is ians IV. on Dänema k (1606) nu z en die
jeweiligen Landeshe en die ielschich ig ikonog a ischen und ikonologischen Sinnbilde ,
die zunehmend die eligionspoli ische Pola isie ung di e enzie en.
Die Al ä e dokumen ie en in e disziplinä die kon essionell mach poli ischen Ansp ü-
che de Au aggebe innen und Au aggebe im Kon essionalisie ungs- und Te i o ialisie-
ungsp ozess. Es a eine Rep äsen a ion de Rech gläubigkei als pädagogisches Leh ge-
üs zu age. Jede einzelne de insgesam sechs zu We kg uppe zu echnenden Silbe al ä e
un e lieg s aa spoli ischen Funk ionen, indem diese poli ische wie kon essionelle Kon-
inui ä und Iden i ä isualisie . Gegen e o ma o ische bzw. p o es an ische K ä e und
legi imie ende Selbs inszenie ung we den wie das en sp echende Glaubensbekenn nis als
Zeichen de innewohnenden Ve an wo lichkei des Landeshe n gegenübe dem Te i o-
ium idealisie e kö pe . Die Ums ände de Au s ellung spiegeln den Mach ansp uch wi-
de , de sich in de mani es ie enden Kons ella ion on Poli ik und Kon ession p äsen ie .
Die Al ä e a ancie en als s aa spoli isches Ins umen zum We kzeug eligionspoli ische
Posi ionie ung.
Schulz: Und silbe n leuch e Go es Wo  | 253
Abs ac
Bo h he dowage Duchess Augus a o Go o and Queen Ch is ina o Sweden used hei sel -unde -
s anding, hei posi ion and hei weal h o implemen ›sil e al a s‹ (Silbe al ä e) o Husum (1620)
and S ockholm (1651), he domains en us ed o hem. La ge amoun s o sil e and ebony allow hese
sophis ica ed wo ks o a o legi imize hei pa onesses’ ule, in acco dance wi h p incely p aise
(Fü s enlob). The al a s and hei places o ins alla ion c ea e an allego y o denomina ional con-
ession which endu es in he spi i o Lu he an o hodoxy. Since he i s concep ual implemen a ion
o sil e al a s by King Ch is ian IV o Denma k (1606), so e eigns used complex iconog aphic and
iconological symbols o signi y hei posi ion wi hin eligio-poli ical pola iza ion. The al a s become
documen s o he con essional powe -poli ical claims o hei pa ons in he p ocess o con ession-
aliza ion and e i o ializa ion in an in e disciplina y manne . Only six monumen al sil e al a s ha e
e
xis ed wi hin his con ex , and each o he six al a s has been subjec o s a e-poli ical unc ions, i-
sualizing poli ical and con essional con inui y and iden i y. Coun e - e o ma o y o P o es an o ces
and legi imiza ion o sel -p esen a ion a e embodied in an idealized way, as is he co esponding
p o ession o ai h as a sign o he con essional esponsibili y o he so e eign owa ds he e i o y.
The sil e al a s a e he e o e a sign o he con essional esponsibili y o he commissioning so e -
eigns. The ci cums ances unde which hey we e es ablished e lec he claim o powe p esen ed
in he mani es cons ella ion o poli ics and denomina ion. As ins umen s o s a e policy, he al a s
became a ool o eligious posi ioning.
Au o
D . Ch is ian G. Schulz
Kuns his o ike , Goldschmied, sei 2023 Kuns his o ische Lei e des Richa d-Heizmann-Museums in
Niebüll. Seine Fo schungsschwe punk e sind die ühe Neuzei einschließlich de Ki chengeschich e
in No d- und Mi eleu opa, angewand e Kuns sei de Renaissance sowie die Kuns und A chi ek u
de Mode ne.
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e gleichen Bedingungen 4.0 In e na ional (CC BY-SA 4.0) e ö en lich . Den Ve ags ex inden Sie
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chend gekennzeichne e Teile des Bei ags on de genann en Lizenz ausgenommen sein bzw. ande en
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