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Oli e Auge
Fü s en öch e als ›Objek e‹
dynas ische Poli ik?
S a egien, P ak iken und Spiel äume ü s liche Konnubien
*
Noch im Jah 2002 konn e Jö g Rogge da au e weisen, dass in de wissenscha lichen Fo -
schung das agwü dige Bild nu an ih e Ehemänne e kau e Fü s en- und Adels öch e
o he schend sei. Soga Ak eu innen de damals noch ganz ezen en Gende geschich e
hä en zu diesem zwei elha en Eind uck beige agen.1 Zwei elha sei das Resul a deswe-
gen, weil es in seine nega i en S a ik de seine zei eben alls neuen Be ach ung des ›Do-
ing Gende ‹2 keinen Raum gewäh e. Vo allem abe lasse eine solche Sich jene Beispiele
on F auen un e den Tisch allen, die e wa o en gegen Ve hei a ungspläne ih e Familie
Wide s and leis e en, die als Ehe auen neben ih em ü s lichen Gemahl ein eigenes P o il
en wickel en ode denen sich als E b öch e , Ga innen, Vo münde innen ode Wi wen ganz
eigene He scha spe spek i en und Handlungsspiel äume e ö ne en.3
* E wei e e und mi Anme kungen e sehene Fassung des am 13. Janua 2022 online gehal enen Vo ags.
1 Jö g Rogge: Nu e kau e Töch e ? Übe legungen zu Au gaben, Quellen, Me hoden und Pe spek i en eine Sozial-
und Kul u geschich e hochadelige F auen und Fü s innen im deu schen Reich wäh end des spä en Mi elal e s und
am Beginn de Neuzei , in: Co dula Nol e/Ka l-Heinz Spieß/Ral -Gunna We lich (Hg.): P incipes. Dynas ien und Hö e
im spä en Mi elal e . In e disziplinä e Tagung des Leh s uhls ü Allgemeine Geschich e des Mi elal e s und His o-
ische Hil swissenscha en in G ei swald in Ve bindung mi de Residenzen-Kommission de Akademie de Wissen-
scha en zu Gö ingen om 15.–18. Juni 2000 (Residenzen o schung 14), S u ga 2002, S. 235–276, bes. S. 241, un e
Ve weis au einschlägige Bei äge on Claudia Opi z. Siehe auch die Beme kungen on Bea Lund : Einlei ung, in: Dies.
(Hg.): Au de Suche nach de F au im Mi elal e . F agen, Quellen, An wo en, München 1991, S. 7–22, hie S. 19: »Bis-
he wenig e o sch is die Rolle mäch ige F auen, schwie ig wa lange in eminis ische Diskussion die Einschä zung
dieses Phänomenes, das so seh de Vo s ellung on gesellscha liche In e io i ä de F au wide sp ach.«
2 Siehe dazu Bea Lund : F auen- und Geschlech e geschich e, in: Hans-Jü gen Goe z (Hg.): Geschich e. Ein G undku s
(Ro o o 55567), Reinbek 1998, S. 579–597; Richa d an Dülmen: His o ische An h opologie. En wicklung, P obleme,
Au gaben, Köln u. a. 2001, S. 90 .
3 Rogge: Ve kau e Töch e (wie Anm. 1), S. 238 .
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p2
26 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
F auen als ›s a ke‹ Subjek e in de Geschich e Schleswig-Hols eins
Auch im Rahmen de schleswig-hols einischen Geschich e allen au Anhieb schlagende Bei-
spiele solche – ich nenne sie s e eo yp einmal ku z und bündig: s a ke – F auen ein, die dazu
au o de n, die Dinge di e enzie zu be ach en: Gewiss am eind ucks olls en is sogleich de
Lebensweg on König Waldema s IV. (1320–1375) Toch e Ma ga e e (1353–1412), die als Ge-
mahlin und dann Wi we des no wegischen Königs Haakon VI. (1340–1380) zu He sche in
de d ei no dischen Reiche Dänema k, Schweden und No wegen au s ieg und den Schauen-
bu ge n die He zogshe scha übe Schleswig gehö ig schwe mach e.
4
Sie gil mi Fug und
Rech als eine de mäch igs en F auenges al en des ganzen Mi elal e s übe haup . He zogin
Ch is ine (1543–1604) wiede um, de in ih em Ehe e ag mi dem Go o e He zog Adol I.
(1526–1586) Einkün e aus den Leibgedingsäm e n Apen ade und Lügumklos e in Höhe on
3.000 Gulden zugesiche wo den wa en,
5
e eich e ku z nach dem Ableben ih es Gemahls im
No embe 1586 als Vo münde in ih es Sohnes F ied ich II. (1568–1587) die Umsch eibung
ih e Wi wen e so gung au die Äm e Kiel, Bo desholm und Reinbek, was de Wi we nich
nu meh Einkün e einb ach e, sonde n auch wei aus ep äsen a i e e Wi wensi ze in Kiel
und in Reinbek, die zudem noch e keh sgüns ige im he zoglichen He scha sbe eich gelegen
wa en
als die zue s ü sie ins Auge ge ass en.6 Ch is ine ha e zu o an ih en B ude Geo g on
Hessen (1547–1596) gesch ieben,
dass sie Apen ade und Lügumklos e als gänzlich unge
eigne e
Wi wen esidenzen ü sich be ach e, da hie kein Fü s liche ansi z o handen sei, [a]lda
wi nach no u unse n ü s lichen S ande nach unse e Fü s liche Residen z haben kon en.7
Die s eng lu he isch-o hodoxe He zogin Augus a (1580–1639) ging sodann gegenübe ih em
Gemahl, dem Go o e Johann Adol (1575–1616), au Kon on a ionsku s, als diese seinen
k yp o-cal inis ischen Neigungen imme s ä ke anhing.
8
Die dänische P inzessin und Ehe au
He zog Ch is ian Alb ech s (1641–1695), F ede ieke Amalie (1649–1704), wiede um soll ih en
zei weilig im Exil in Hambu g be indlichen Gemahl aus seine do igen inanziellen No ge e -
e haben und be ieb als zu ückgebliebene Haushe in eine eigene Ve handlungspoli ik mi ih-
4 Vgl. zu ih em Lebensweg Oli e Auge: »Das a sie mi g oße Klughei «. Ma g e e I., die He sche in d eie Reiche/»de
magede hun med s o klogskab«. Ma g e e I., he ske inde o e e ige (1353–1412), in: De s. u. a. (Hg.): Zwischen
Mach und Schicksal. Ach He sche innen des No dens aus ach Jah hunde en (1200–2000) / Mellem mag og skæb-
ne. O e he ske inde i no den a o e å hund ede (1200–2000) (G oße Sch i en eihe de Gesellscha ü Flensbu -
ge S ad geschich e 78), Handewi 2013, S. 32–55; Ral -Gunna We lich: Ma ga e e. Regen in de d ei no dischen
Reiche, in: Ge ald Bey eu he /Ba ba a Pä zold/E ika Ui z (Hg.): Fü s innen und S äd e innen. F auen im Mi elal e ,
F eibu g im B eisgau 1993, S. 110–141.
5 Landesa chi Schleswig-Hols ein (LASH), Ab . 7, N . 2; U k.-Ab . 7, N . 12.
6 Melanie G eine : Zwischen Un e o dnung und Selbs behaup ung. Handlungsspiel äume Go o e Fü s innen (1564–
1721) (Kiele Sch i en zu Regionalgeschich e 1), Kiel/Hambu g 2018, S. 212 .
7 Hessisches S aa sa chi Da ms ad , D4 24/8, zi . n. G eine : Zwischen Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie
Anm. 6), S. 212, Anm. 824. Die geände e Ve sion de Wi wen e so gung be inde sich im LASH, Ab . 7, N . 5.
8 La s N. Henningsen: Die He zöge on Go o , in: Ca s en Po sk og Rasmussen u. a. (Hg.): Die Fü s en des Landes.
He zöge und G a en on Schleswig, Hols ein und Lauenbu g, Neumüns e 2008, S. 142–185, hie S. 150–152; Die e
Lohmeie : A . ›Augus a‹, in: Biog aphisches Lexikon ü Schleswig-Hols ein und Lübeck [SHBL], Bd. 12, Neumüns e
2006, S. 20–23.
Auge: Fü s en öch e als ›Objek e‹ dynas ische Poli ik? | 27
em königlichen B ude .
9
Die selbs bewuss e Hal ung Ka ha inas II., gebo ene Sophie Augus e
F iede ike on Anhal -Ze bs (1729–1796), ih em Go o e Gemahl Ca l Pe e Ul ich alias Za
Pe e III. (1728–1762) gegenübe , die selbigem das Leben kos e e, is hin eichend bekann .
10
Doch konn e es auch wenige spek akulä , da ü abe nich minde aussagek ä ig zugehen,
wenn zum Beispiel Ul ike F iede ike Wilhelmine (1722–1787), Toch e on Maximilian on
Hessen-Kassel (1689–1753) und seine Gemahlin F iede ike Cha lo e (1698–1777), F ied ich
Augus (1711–1785) aus de sogenann en jünge en ode ü s bischö lichen Linie de Go o e
hei a e e und den be e enden Ehe e ag am 21. No embe 1752 in Kassel mi un e zeichne-
e.
11
Wie man weiß, wa die B au eine inanziell gu e Pa ie.
12
Dass sie bei dem Hei a sangebo
o enkundig mi en scheiden du e, was ih e Un e sch i signalisie e, s eh allgemein ü eine
neue Zei , in de biog a isch wei eichende En scheidungen wie Ehe e ab edungen nich meh
bloß übe die Köp e de e handel en Töch e hinweg en schieden wu den.
13
De konk e e Fall
zeig abe auch, dass die B au du chaus eine eigene Posi ion einnehmen konn e und auch
einnahm. Und um den Blick noch einmal au ein ande es Fü s enhaus als das de Go o e
zu we en: Eleono e Cha lo e (1646–1709), Toch e F anz Hein ichs on Sachsen-Lauenbu g
(1604–1658), b ach e ih em Gemahl He zog Ch is ian Adol I. on Schleswig-Hols ein-Sonde -
bu g (1641–1702) den Besi z des o an namengebenden Schlosses F anzhagen im He zog um
Sachsen-Lauenbu g ein.
14
Zudem engagie e sie sich ak i ü die In e essen ih es Ga en beim
dänischen König, sodass diese zwa nich meh sein 1667 in den buchs äblichen Konku s ge-
gangenes Minihe zog um zu ücke hiel , kün ig abe wenigs ens eine lebenslange, auskömm-
liche Pension bekam. Wenn man so will, bewah e sie ih em Gemahl den ü s lichen S a us.
Die Au gabe – ›Doing Gende ‹ und Hei a spoli ik
Diese au schluss eiche Au lis ung ließe sich noch spielend e wei e n, zumal wenn man die
ü s lichen Wi wen dabei genaue be ach en wü de.
15
Es is abe ho en lich so be ei s hin-
eichend illus ie , dass dem Ve asse dieses Bei ags Fü s innen de Lande Schleswig und
9 Oli e Auge: Ch is ian Alb ech . He zog – S i e – Mensch, Kiel/Hambu g 2016, S. 121–123.
10 Siehe Jan Kusbe : Ka ha ina die G oße. Legi ima ion du ch Re o m und Expansion, S u ga 2022, S. 24–78.
11 LASH, U k.-Ab . 8, N . 388 . Siehe die Gegenübe lie e ung im Hessischen S aa sa chi Ma bu g, Bes and 4a, N . 66/4.
12 Die e Rüdebusch: Ul ike F iede ike Wilhelmine on Hessen-Kassel (1722–1787). Die e s e He zogin on Oldenbu g,
in: Oldenbu gische Familienkunde/Oldenbu gische Gesellscha ü Familienkunde e. V. 21 (1979), S. 50–79, hie S. 54.
13 Siehe dazu auch Oli e Auge: Das Haus Hessen und de »ech e No den«. F ühneuzei liche Ehe e bindungen de Land-
g a en nach Schleswig-Hols ein, in: Lu z Vogel u. a. (Hg.): Meh als S ad , Land, Fluss. Fes sch i ü U sula B aasch-
Schwe smann, Neus ad a. d. A. 2020, S. 106–110.
14 Siehe dazu und zum Folgenden Oli e Auge: Beobach ungen zu den Ehe e bindungen zwischen den sächsischen und
schleswig-hols einischen Fü s enhäuse n on de Mi e des 13. bis zum Beginn des 20. Jah hunde s, in: Alexande
Sembdne /Ch is oph Volkma (Hg.): Nahau nahmen. Landesgeschich liche Minia u en ü Enno Bünz zum 60. Ge-
bu s ag (Sch i en zu sächsischen Geschich e und Volkskunde 67), Leipzig 2021, S. 305–335.
15 Vgl. dazu insgesam Oli e Auge/Nina Gallion/Thomas S eensen (Hg.): Fü s liche Wi wen und Wi wensi ze in Schles-
wig-Hols ein (Quellen und Fo schungen zu Geschich e Schleswig-Hols eins [QuFGSH] 127), Husum 2019.
28 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Hols ein als his o ische Ak eu innen – als ak i handelnde Subjek e – du chaus bewuss und
bekann sind. Dies sei deswegen de a explizi be on , weil es doch ge ade Au gabe dieses
einlei enden Au sa zes is , nochmals die gewisse maßen adi ionelle, gleichwohl nich minde
ele an e Sich weise einzunehmen und Fü s en öch e als ›Objek e‹ dynas ische Poli ik o -
zus ellen, um au diese Weise on o nhe ein K i ik zu e hü en, die olgenden Aus üh ungen
seien i gendwie doch on ges e n. Denn jensei s de be ech ig en ›Doing Gende ‹-Pe spek i e,
die F auen als handelnde Indi iduen okussie , unk ionie e gleichwohl die dynas ische Hei-
a spoli ik, die a sächlich mi diesen F auen zu planen und handeln e such e. Welche S a-
egien also e banden die jeweils in ol ie en Fü s enhäuse mi eine Ehe e bindung? Wie
se z en sie die e schließba en ode o en ausgesp ochenen S a egien in die P axis um? Und
wie sahen die E olgsaussich en und die e ziel en E gebnisse aus? Gab es Spiel äume au dem
wei en Feld konnubiale Poli iken?
Das Konnubium de mi elal e lichen und ühneuzei lichen Fü s enhäuse dien e be-
kann lich zu o de s dem Ziel, den eigenen S amm bzw. die eigene Linie gene a i zu e -
hal en und bes en alls gleichzei ig angmäßig zu e höhen.16 Eine geschick e dynas ische
Hei a spoli ik, zu de unbeding auch die Klä ung de F age gehö e, wie iele Familien-
angehö ige übe haup hei a en du en, soll e und konn e diese Haup ziele im Rahmen des
üblichen Hei a sgaben auschs, de an diese S elle nich nähe e läu e sei, inanziell mög-
lichs ein äglich ausges al en.17
Sozials ändische Mo i e
Die sozials ändischen Bewegg ünde o enba sogleich die e s e hie p äsen ie e »Beispiel-
ehe«, die 1249/50 zwischen Johann I. on Hols ein (um 1229–1263) und Elisabe h (ges o ben
1293/1306), Toch e He zog Alb ech s I. on Sachsen (um 1175–1260/61) geschlossen wu de.
18
Nach dem übe agenden Sieg übe den dänischen König Waldema II. (1170–1241) bei Bo n-
hö ed im Juli 1227 üh e Alb ech , den Kaise F ied ich II. (1194–1250) im Juli 1219 noch als
dux de Be nbu g angesp ochen ha e,
19
den selbs bewuss en Ti el eines He zogs on Sachsen,
16 Siehe dazu g undlegend Ka l-Heinz Spieß: Familie und Ve wand scha im deu schen Hochadel des Spä mi elal e s.
13. bis An ang des 16. Jah hunde s, S u ga
2
2015, S. 398.
17 Siehe dazu zum Beispiel Auge: Beobach ungen (wie Anm. 14); De s.: Eine F age on Rang und Geld. Ehen und Ehepoli-
ik de äl e en Glücksbu ge He zöge, in: De s. (Hg.): Glücksbu g in de Geschich e. Bei äge eines Symposiums au
Schloss Glücksbu g, Husum 2019, S. 53–84, hie S. 69–82; De s.: Das Konnubium de ü s bischö lichen ode jünge en
Go o e Linie bis zu Eheschließung Pe e F ied ich Ludwigs (1781), in: De s./Anke Scha enbe g (Hg.): Die Fü s en
des Bis ums. Die ü s bischö liche ode jünge e Linie des Hauses Go o in Eu in bis zum Ende des Al en Reiches. Bei-
äge zum Eu ine A bei sgesp äch im Ap il 2014 (Eu ine Fo schungen 13), Eu in 2015, S.15–37, hie S. 30–36; De s.:
Die He zöge on Sachsen-Lauenbu g und de dynas ische Hei a sma k in Mi elal e und ühe Neuzei , in: Blä e
ü deu sche Landesgeschich e 148 (2012), S. 119–152.
18 Siehe dazu und zum Folgenden Auge: Beobach ungen (wie Anm. 14).
19 Wal e Koch (Bea b.): Die U kunden de Deu schen Könige und Kaise , Bd. 14.3: Die U kunden F ied ichs II. 1218–1220
(MGH DD F II. 3), Hanno e 2010, S. 219–221, N . 535 (25./27. Juli 1219).
Auge: Fü s en öch e als ›Objek e‹ dynas ische Poli ik? | 29
Enge n und Wes alen und signalisie e so, dass e nunmeh in die g oßen Fußs ap en seine
sächsischen He zogs o gänge zu e en gedach e.
20
Zudem leg e e sich zwischen 1233 und
1241 den schille nden Ti el eines dominus No dalbingie zu.
21
Dami knüp e e an die Ti ula u
König Waldema s II. an, mi de jene seine zwischen 1201 und 1203 gewonnene Mach s ellung
in diesem Raum zum Ausd uck geb ach ha e,
22
und e hob e zugleich obe lehnshe liche An-
sp üche au Hols ein.
23
De Schauenbu ge G a on Hols ein, Adol IV. (1205–1261), Va e des
genann en B äu igams Johann I., ha e Alb ech I. 1226/27 als Lehnshe n ane kann .
24
Alle -
dings ehl e es dem He zog on Sachsen an ealen Mi eln zu Ein lussnahme und wi ksamen
Du chse zung seine Lehnshohei .
25
Die Ehe e bindung signalisie e nun schon in de nächs en
Gene a ion zu Mi e des 13. Jah hunde s die ak ische Gleichs ellung on Lehnshe n und
Lehnsmann, da sich de o mal lehnsabhängige G a ensohn und die o mal lehnshe liche He -
zogs och e dynas isch au Augenhöhe gegenübe a en. Le z lich abe besiegel e die Ehe bloß
die ealen mach poli ischen Ve häl nisse.
Ein ebenso anschauliches Beispiel lie e n in de ühen Neuzei die Go o e insgesam .26
31 (15 männliche/16 weibliche) Dynas ieangehö ige haben gehei a e , also 63 P ozen .
Neun Ehen wu den dabei mi einem Ehepa ne bzw. eine Ehepa ne in königlichen – ein-
mal mi Anna Pe o na (1708–1728)27 soga ussisch-kaise lichen – S andes geschlossen,
was 29 P ozen alle Ehen en sp ich , 20 Ehen (= 65 P ozen ) mi Angehö igen ü s lichen
S andes und zwei Ehen (= 6 P ozen ) mi Abkömmlingen aus dem G a ens and. Fü ein
ü s liches Konnubium sind das No malwe e sowie auße gewöhnliche Zahlen zugleich:
Denn zum einen is die e wa ungsgemäß es e Ve o ung des Go o e Konnubiums im
Fü s ens and e kennba . E s aunlich is zum ande en jedoch de hohe An eil königliche
20 Johann Ma in Lappenbe g (Hg.): Hambu gisches U kundenbuch, Bd. 1: 786–1300, Hambu g 1842, S. 435 ., N .
507 (23. Ap il 1237). Zu ühe en Da ie ung und ih e P oblema ik siehe Jö g Meyn: Die Schlach bei Bo nhö ed, in:
Ecka d Opi z (Hg.): He sche wechsel im He zog um Lauenbu g (Kolloquium de Lauenbu gischen Akademie ü
Wissenscha und Kul u 10), Mölln 1998, S. 7–24, hie S. 17, 24, Anm. 84.
21 Paul Ewald Hasse (Hg.): Schleswig-Hols ein-Lauenbu gische Reges en und U kunden [SHRU], Bd. 1: 786–1250,
Hambu g 1886, S. 236 ., N . 513 (1233); S. 238, N . 518 (Feb. 1234); S. 238 ., N . 519 (Feb. 1234); S. 251, N . 557 (3.
No . 1237); Ve ein ü Meklenbu gische Geschich e und Al e humskunde (Hg.): Meklenbu gisches U kundenbuch
[MUB], Bd. 1: 786–1250, Schwe in 1863, S. 458, N . 460 (1237); SHRU 1, S. 253, N . 562 (1237); S. 254, N . 567 (4. Ap il
1238), S. 275 ., N . 610 (4. Mä z 1241); Meyn: Schlach bei Bo nhö ed (wie Anm. 20), S. 14, 23.
22 SHRU 1, S. 139, N . 293 (23. Mai 1214).
23 Meyn: Schlach bei Bo nhö ed (wie Anm. 20), S. 14, 17.
24 Vgl. MUB 1, S. 329 ., N . 338 (16. Feb . 1227); SHRU 1, S. 216 ., N . 476 (1229): domini nos i ducis Albe i de quo e -
am enemus. Siehe auch Hans-O o Gae hke: Knud VI. und Waldema II. on Dänema k und No dalbingien 1182–1227,
Tl. 3, in: Zei sch i de Gesellscha ü Schleswig-Hols einische Geschich e [ZSHG] 121 (1996), S. 7–44, hie S. 36.
Vgl. auch die bei Meyn: Schlach bei Bo nhö ed (wie Anm. 20), S. 23, Anm. 58, genann en Hinweise zu SHRU 1, S. 217,
N . 479 (14. Mai 1230); S. 230 ., N . 501 (3. Aug. 1232); S. 251, N . 557 (3. No . 1237); S. 254, N . 567 (4. Ap il 1238).
25 Meyn: Schlach bei Bo nhö ed (wie Anm. 20), S. 17: »De ac o emanzipie on de askanischen He zogsgewal , gelang
den no delbischen G a en de Au bau eine eigens ändigen Te i o ialgewal [...].«
26 Siehe dazu und zum Folgenden Oli e Auge: The Duchy o Schleswig-Hols ein-Go o p be ween Denma k, Sweden
and Russia. Dynas ic ela ions, in: Ral Bleile/Joachim K üge (Hg.): »P incess Hed ig So ia« and he G ea No he n
Wa , D esden 2015, S. 66–77.
27 Siehe zu ih Hube us Neuschä e : A . ›Anna Pe o na‹, in: SHBL, Bd. 5, Neumüns e 1979, S. 23 .
30 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Ehen. So läss sich das Go o e Konnubium insgesam als ein ü s liches cha ak e isie en,
das sich eilich eindeu ig im obe en Segmen des hochadeligen Hei a sma k es beweg e.
Fü ein Fü s en um diese G öße wa dies alles ande e als selbs e s ändlich! Einsch änkend
muss man hinzu ügen, dass die königlichen Ehepa ne mi de schon genann en ussischen
und eine p eußischen Ausnahme allesam aus Dänema k und Schweden s amm en. Dami
wa en die
königlichen Hochzei en geog aphisch und sozials ändisch kla um issen. Ve gleich
man das zei gleiche Konnubium de e wand en Oldenbu ge au dem dänischen Königs h on
mi demjenigen de Go o e , wi d obend ein e sich lich, dass sich beide nu in bes imm en
Nuancen oneinande un e schieden. Dami bilde e das Go o e Konnubium den auch sons
e olg en und p opagie en Ansp uch au Gleich angigkei mi dem e wand en dänischen
Königshaus seh gu ab.28
Poli ische Ziele – F iedenswah ung und Bündnissiche ung
Neben den allgemeinen sozials ändischen Mo i en – sp ich: de Suche nach einem möglichs
hochges ell en Ehepa ne ode eine -pa ne in, de bzw. die inanziell ein äglich eine zahl-
eiche Nachkommenscha ga an ie en soll e – spiel en bei Ehen egelmäßig auch poli ische
Ziele eine ausschlaggebende Rolle: Eheschließungen dien en nämlich g undsä zlich o mals
de F iedenswah ung ode soll en Bündnisse dynas isch absiche n.
29
Vo diesem Hin e g und
leuch e es sogleich ein, dass man Ehen ge n mi de Nachba scha schloss, denn sie konn en
a
n de be e enden Flanke die eigenen G enzen siche n hel en. Doch auch übe egionale
Ehebündnisse lassen sich au diese Weise gu e klä en. Beginnend mi de Ehe Adol s I. mi
de schon genann en hessischen Landg a en och e Ch is ine knüp en die Go o e so zu-
nächs wich ige Ehe e bindungen mi damals in Deu schland üh enden p o es an ischen
Fü s enhäuse n, was den nach Ein üh ung de Re o ma ion noch ischen e angelischen
Glauben in Schleswig-Hols ein absiche n hal .30 In de zwei en Gene a ion e olg e die schon
be üh e Eheschließung He zog Johann Adol s mi de dänischen P inzessin Augus a. Sie
signalisie e den engen Schul e schluss des Go o e s mi seinem Ve e König Ch is ian IV.
28 Vgl. dazu Henningsen: He zöge on Go o (wie Anm. 8).
29
Ve wiesen sei exempla isch au Oli e Auge: Handlungsspiel äume ü s liche Poli ik im Mi elal e . De südliche Os -
see aum on de Mi e des 12. Jah hunde s bis in die ühe Re o ma ionszei (Mi elal e -Fo schungen 28), Os -
ilde n 2009, S. 248–253; Reinha d Bu z: Die Beziehungen de We ine zu den auswä igen Mäch en im Spä mi el-
al e im Zusammenhang ih e Range höhungen, in: Die e Be g/Ma in Kin zinge /Pie e Monne (Hg.): Auswä ige
Poli ik und in e na ionale Beziehungen im Mi elal e (13. bis 16. Jah hunde ) (Eu opa in de Geschich e 6), Bochum
2002, S. 175–195, hie S. 175.
30 Siehe Melanie G eine : Hei a spoli ik als bes immende Fak o dynas ische G öße. Das Konnubium de Go o -
e Dynas ie, in: Oli e Auge/Michael Hech (Hg.): »Kleine Fü s en« im Al en Reich. S uk u elle Zwänge und soziale
P ak iken im Wandel (1300–1800) (Zei sch i ü His o ische Fo schung, Beihe 59), Be lin 2022, S. 361–402; Mal e
Bischo /Thomas Hill: A . ›Go o ‹, in: Wol gang Adam/Sieg id Wes phal (Hg.): Handbuch kul u elle Zen en de ü-
hen Neuzei , Bd. 1: Augsbu g–Go o , Be lin 2012, S. 669–721.
Auge: Fü s en öch e als ›Objek e‹ dynas ische Poli ik? | 31
on Dänema k (1577–1648).31 Nich on unge äh and die Hochzei s eie genau am Tag on
Ch is ians K önung in Kopenhagen s a .32
Indes s eck en die Go o e schon 1592 ih e dynas ischen Fühle auch zum schwedischen
Königshaus aus, indem Johann Adol s Schwes e Ch is ine (1573–1625) mi König Ka l IX. on
Schweden (1550–1611) e hei a e wu de.33 Die dynas ischen Bande wu den 1654 du ch die
Eheschließung Hedwig Eleono as (1636–1715) mi König Ka l X. Gus a (1622–1660) e ie .34
Diese Ehe wa nun eilich in einen ganz ande en poli ischen Ho izon eingebe e als die o -
angegangenen. Denn mi le weile wa die Allianz zwischen den dänischen und den Go o e
Oldenbu ge n meh als b üchig gewo den.35 He zog F ied ich III. (1597–1659) such e al e na i
die Nähe Schwedens, um sich aus de dänischen Uma mung zu lösen und olle Sou e äni ä
ü seinen Schleswige Besi z zu e langen – in Fo m eines o iziellen Abkommens, wie es 1657
geschah, ode be ei s 1654 du ch besag e Eheschließung. De E olg des Go o e Sei enwech-
sels, de sich mi hin auch im Konnubium niede schlug, blieb nich aus: 1658 wu de de Go -
o e An eil am He zog um Schleswig sou e än. Gänzlich e de ben konn e und woll e es sich
de He zog indes nich mi den dänischen Ve wand en, sodass e seinem Nach olge Ch is ian
Alb ech es amen a isch anemp ahl, sowohl zu Dänema k als auch zu Schweden ein gu es
Ve häl nis zu p legen.36 Diesen Ra schlag mach e sich Ch is ian Alb ech als He zog zu eigen.
Seine Annähe ungsbemühungen üh en 1667 zu seine Ehe mi de dänischen Königs och e
F iede ike Amalie.37 Nachdem es schon ab 1675 zu e neu en Kon on a ion gekommen wa ,
spi z e sich ab de Mi e de 1690e Jah e die Lage wei e zu. Ein Anzeichen da ü wa auch
die
Eheschließung des jungen, eh geizigen Nach olge s Ch is ian Alb ech s, He zog F ied ichs IV.
(1671–1702), mi de Toch e König Ka ls XI. on Schweden (1655–1697) namens Hedwig So-
phia (1681–1708) im Jah 1698, die dem Go o e e neu dynas isch-poli ischen Rückhal gegen
Dänema k e scha en soll e.38 Ta sächlich gelang Go o gemeinsam mi Schweden da au die
mili ä ische Behaup ung gegenübe Dänema k und seinen Ve bünde en Russland und Sachsen-
Polen, was de F ieden on T a en hal im Jah 1700 besiegel e. Diese F ieden soll e – wenn
auch nu ku z is ig – Go o au den Höhepunk seine Mach üh en.
Das bei den Go o e n deu lich e kennba e Tak ie en zwischen zwei e einde en Kö-
nigshäuse n – dem dänischen und dem schwedischen – zum Vo eil de eigenen Dynas-
ie gib sich auch bei den benachba en He zögen on Sachsen-Lauenbu g zu e kennen.
31 Auge: Duchy (wie Anm. 26), S. 75.
32 Ebd.; Ca s en Po sk og Rasmussen: Die dänischen Könige als He zöge on Schleswig und Hols ein, in: De s. u. a.:
Fü s en des Landes (wie Anm. 8), S. 72–109, hie S. 90 .
33 Auge: Duchy (wie Anm. 26), S. 67.
34 Ebd., S. 72.
35 Siehe zum Gesam zusammenhang Henningsen: He zöge on Go o (wie Anm. 8), S. 154–159.
36 Auge: Ch is ian Alb ech (wie Anm. 9), S. 49–51.
37 Ebd., S. 52–54; G eine : Hei a spoli ik (wie Anm. 30), S. 375 .
38 Siehe hie zu sowie auch zum Folgenden Auge: Duchy (wie Anm. 26), S. 75 .; Henningsen: He zöge on Go o (wie
Anm. 8), S. 162–165.
32 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
So
ug die nachba scha liche Ehe zwischen Ch is ian III. (1503–1559) und de Sachsen-
Lauenbu ge in Do o hea (1511–1571) in eine E b e b üde ung on 1533 ih e dynas ischen
F üch e.39 Das poli isch-dynas ische Gegengewich zu diese Ehe s ell e o ensich lich eine
Ehe e bindung mi dem schwedischen Königshaus da . Nachdem sei 1523 d ei Anläu e des
als Empo kömmling missach e en schwedischen Königs Gus a I. Wasa (1496–1560) zu so-
zials ändisch luk a i en Ehen geschei e wa en, konn e e sich in länge en, sei 1528 o
allem on seinen Lübecke Mi elsmänne n ge üh en Ve handlungen 1531 mi den Sachsen-
Lauenbu ge n einig we den und in de 18-jäh igen Ka ha ina (1513–1535) endlich die on
ihm e sehn e deu sche Fü s en och e ehelichen.40 Schweden wa sei 1521 endgül ig aus de
Kalma e Union ausgeschieden, muss e abe wei e mi den dänischen Ambi ionen leben, die
Union un e Dänema ks Füh ung und Einschluss Schwedens wiede he s ellen zu wollen.41
Zwischen den beiden Polen Dänema k und Schweden konn e das Haus Sachsen-Lauenbu g
nunmeh ak isch la ie en und da aus eigenen P o i schlagen. Konk e gehö e dazu die
le z e Ehe eines Sachsen-Lauenbu ge s mi de Angehö igen eines Königshauses, die 1568
Magnus II. (1543–1603) mi seine Cousine Sophia on Schweden (1547–1611) schloss.42
Doch nochmals zu ück zum passenden Go o e Beispiel: Bekann lich s and Go o ge-
meinsam mi Schweden au de Ve lie e sei e, als de G oße No dische K ieg 1721 zu Ende
ging. Ganz Schleswig wu de nunmeh dem dänischen König un e s ell , wäh end de Go o e
He zog Ca l F ied ich (1700–1739) o an ohne seine Haup esidenz Go o übe das s a k
eduzie e Mini ü s en um Hols ein-Go o mi Kiel als Haup s ad und Bo desholm als dynas-
ische G ablege egie e.43 In diese misslichen Si ua ion such e de Go o e He zog nach ei-
nem neuen s a ken Ve bünde en und and ihn in de au s ebenden Os seemach Russland, was
selbs edend wiede um eine Ehe besiegel e. 1725 hei a e e Ca l F ied ich nämlich eine Toch e
Za Pe e s I. (1672–1725) namens Anna Pe o na.44 Im En wu des Ehe e ags on 1724 wu -
de eigens es gehal en, dass Russland dem Go o e He zog beim E we b des schwedischen
Königs h ons und bei de Rückgewinnung seine An eile an Schleswig behil lich sein we de.
39 Siehe dazu und zum Folgenden Auge: He zöge on Sachsen-Lauenbu g (wie Anm. 17), S. 140–145; Pe e on Kobbe:
Geschich e und Landesbesch eibung des He zog hums Lauenbu g, Bd. 2, Al ona 1836, S. 222.
40 Hans-Jü gen Vog he : »... eine issche pa sone, ech na Juwe gnade geis e ...«. Gus a Vasas We bung um Ka ha-
ina on Sachsen-Lauenbu g 1530/31 im Spiegel de B ie e seines Lübecke Fak o s Hin ick Niebu , in: I o Asmus/
Heiko D os e/Jens E. Olesen (Hg.): Gemeinsame Bekann e. Schweden und Deu schland in de F ühen Neuzei . Helmu
Backhaus zum 65. Gebu s ag gewidme (Geschich e. Fo schung und Wissenscha 2; Publika ionen des Leh s uhls
ü No dische Geschich e 4), Müns e 2003, S. 12–33.
41 Vgl. dazu s a iele Oli e Auge: Ein In eg a ionsmodell des No dens? Das Beispiel de Kalma e Union, in: We ne
Maleczek (Hg.): F agen de poli ischen In eg a ion im mi elal e lichen Eu opa (Vo äge und Fo schungen [VuF] 63),
Os ilde n 2005, S. 509–542, hie S. 527 .
42 Jö g Hillmann: Das He zog um Sachsen-Lauenbu g on 1500–1689, in: Ecka d Opi z (Hg.): He zog um Lauenbu g.
Das Land und seine Geschich e. Ein Handbuch, Neumüns e 2003, S. 148–230, hie S. 176; De s. (Hg.): Te i o ial-
ech liche Auseinande se zungen de He zöge on Sachsen-Lauenbu g o dem Reichskamme ge ich im 16. Jah -
hunde (Rech shis o ische Reihe 202), F ank u a. M. 1999, S. 122.
43 Auge: Duchy (wie Anm. 26), S. 76; Rasmussen: Die dänischen Könige (wie Anm. 32), S. 98–100; Michael Lausbe g
(Hg.): De G oße No dische K ieg 1700–1721 (Geschich swissenscha liche S udien 8), Hambu g 2023, S. 91–100.
44 Siehe hie zu sowie zum Folgenden Neuschä e : A . ›Anna Pe o na‹ (wie Anm. 27).
Auge: Fü s en öch e als ›Objek e‹ dynas ische Poli ik? | 33
Um zu illus ie en, dass das eben zum Go o e Konnubium Ausge üh e auch ü
ande e Dynas ien und ühe e Zei en gal , sei ein wei e e Blick au die Dynas ie de
Schauenbu ge e laub , die in ih e Haup linie bis 1459 die G a scha Hols ein und ab
1386 auch das He zog um Schleswig egie en. Es wu de an ande e S elle be ei s he aus-
gea bei e , dass die Hei a spoli ik de Schauenbu ge un e Adol III. (1160–1225) An-
gehö ige de s au ischen Reichskanzlei im Visie ih e Ehepläne ha e.45 Da an ha en die
Schauenbu ge in sozials ändische Pe spek i e ein In e esse; da an muss e ihnen abe
auch gelegen sein, weil mi de Abse zung Hein ichs des Löwen (1129–1195) o an jene
übe mäch ige Sachsenhe zog ehl e, in dessen mach poli ische Abhängigkei sie sich be-
unden ha en, dem sie abe auch einen zu e lässigen Schu z o inne en wie äuße en
Feinden e dank en.46 Bekann lich hal die Ansippung an die Reichskanzlei indes nich
gegen den Mach e lus im Zuge de ab 1200/01 e olg eichen Expansion des dänischen
König ums im no delbischen Be eich.47 Doch e moch en sich die Schauenbu ge un e
Adol IV. in de zwei en Häl e de 1220e Jah e wiede als G a en on Hols ein zu e ablie-
en.48 De e neu e Mach - und S a usgewinn üh e nich nu zu eine au älligen Au we -
ung des Konnubiums, indem Adol s IV. Söhne Johann I. und Ge ha d I. (1232–1290) mi
eine Toch e des He zogs on Sachsen, wie schon e wähn , bzw. des mecklenbu gischen
Fü s en e hei a e wu den – in zwei e Ehe hei a e e le z e e 1279/80 mi Adelaide on
Mon e a (ci ca 1237–1285) ga eine Nich e Eleono es on Aqui anien (1122–1204).49 Es
kam zudem zu ma kan en geog aphischen Umpolung des Schauenbu ge Konnubiums,
das bishe ausschließlich im südelbischen Raum e o e gewesen wa , in Rich ung No -
den.50 So wu de 1237 Adol s IV. Toch e Mech hild (1225–1288) mi Waldema s II. Sohn
Abel (1218–1252) e hei a e . Die Ehe zwischen Kinde n ehemalige E z i alen wa als
Ansa z zum poli ischen Ausgleich zwischen den Schauenbu ge n, de dänischen K one
und dem E zbischo on B emen gedach und wu de in diesem Sinn on le z e em einge-
45 S e an Eick: De Reichsepiskopa als Zielg uppe Schaumbu ge Bündnispoli ik, in: Schaumbu g-Lippische Mi eilun-
gen 34 (2007), S. 5–28; De s.: Die Reichskanzlei als Ziel Schaumbu ge Hei a spoli ik un e Adol III., in: S e an B üde -
mann (Hg.): Schaumbu g im Mi elal e (Schaumbu ge S udien 70), Biele eld 2013, S. 352–370; De s.: Die poli ischen
F eundscha en des G a en Adol III. on Schaumbu g, in: ZSHG 129 (2004), S. 7–31.
46 De le K aack: Die ühen Schauenbu ge als G a en on Hols ein und S o ma n (12.–14. Jah hunde ), in: Rasmussen
u. a.: Die Fü s en des Landes (wie Anm. 8), S. 28–51, hie S. 36–38.
47 Oli e Auge: Im Zeichen des K euzes. Die E obe ungen dänische Könige om 12. bis zum 14. Jah hunde , in: He mann
Kamp (Hg.): He scha übe emde Völke und Reiche. Fo men, Ziele und P obleme de E obe ungspoli ik im Mi el-
al e (VuF 93), Os ilde n 2022, S. 369–410, hie S. 373.
48 De s.: Vom G a en und Landeshe n zum Mönch und Heiligen. Adol IV. on Schauenbu g ( o 1205–1261), in: De s./
Jens Ahle s/Ka ja Hilleb and (Hg.): Glauben, Wissen, Leben. Klös e in Schleswig-Hols ein. Auss ellungsbeglei band,
Kiel 2011, S. 209–215; K aack: Schauenbu ge (wie Anm. 46), S. 38–40.
49 Oli e Auge: Die Familien- und Hei a spoli ik de Schauenbu ge Dynas ie (bis ca. 1500), in: De s./De le K aack
(Hg.): 900 Jah e Schauenbu ge im No den. Eine Bes andsau nahme (QuFGSH 121; Zei + Geschich e 30), Kiel/Ham-
bu g 2015, S. 211–233, hie S. 226; Eick: Reichskanzlei (wie Anm. 45), S. 226 .
50 Siehe dazu auch K aack: Schauenbu ge (wie Anm. 46), S. 39.