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URSULA PRINZ
Design ü S udie ende
Die Diamond Chai s on Ha y Be oia im Audimax
In einen sp echenden Dialog mi den ausd uckss a ken p isma ischen Be on o men
des 1966 on Wilhelm Ne eling (1908–1978) en wo enen Audi o ium Maximum de Ch is-
ian-Alb ech s-Uni e si ä e en die weißen D ah sessel, die Diamond Chai s, die sich do
im Foye be inden.1 Wei e e sind im E dgeschoss des Ve wal ungshochhauses au ges ell .
Ih e weichlinige, muschela ige Fo m wi d aus eine echnisch anmu enden Gi e s uk u
gebilde und zeig somi Anklänge an se ielle und minimalis ische Kuns de 1950/60e Jah-
e, s eh abe auch ganz in de T adi ion des Bauhauses.
Die Geschich e diese längs zu einem Designklassike gewo denen Diamond Chai s
is in e na ional: Die Möbelhe s elle Flo ence (1917–2019) und Hans Knoll (1914–1955)
a bei e en sei den 1930e Jah en eng mi Bauhaus-Küns le n zusammen. Im Jah 1950 a
das Ehepaa an Ha y Be oia (1915–1978) he an.2 De aus I alien s ammende Designe
wa , wie auch de gebü ige S u ga e Hans Knoll, in die USA übe gesiedel und ha e
do die C anb ook Academy o A in Michigan besuch , wo zu o auch Flo ence Knoll
s udie ha e. Die Un e nehme gaben dem inzwischen als Me alldesigne in Pennsyl ania
a bei enden Be oia keinen kla o mulie en Au ag, sonde n e mun e en ihn zum Ex-
pe imen ie en. E soll e sich bei ihnen melden, wenn e zu einem in e essan en E gebnis
käme. Dieses E gebnis wa schließlich eine äuße s e olg eiche D ah möbelkollek ion, die
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Zum Audimax gl. Lena Eppinge : Das Neue Fo um und seine Bau en, in: Uni e si ä als Denkmal. De Campus de
Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel, hg. . As id Hansen und Nils Meye (Bei äge zu Denkmalp lege in Schles-
wig-Hols ein, Bd. 1), Kiel 2011, S. 88–118, hie S. 103–108. – Klaus Ge eon Beucke s: Gebau e Bildungspoli ik. Die
a chi ek onische En wicklung de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä , in: Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel. 350 Jah-
e Wi ken in S ad , Land und Wel , hg. . Oli e Auge, Kiel 2015, S. 175–215, hie S. 195 . – Alice K iegel: In T adi ion zu
Mode ne. De A chi ek Wilhelm Ne eling (1908–1978), masch. sch . Diss. Kiel 2024.
2 Zu Ha y Be oia gl. Ha y Be oia. Sculp ing Mid-Cen u y Mode n Li e, hg. . Jed Mo se und Ma in R. Sulli an, Zü ich
2022. – Zu Diamond-Se ie gl. Dominic B adbu y: Mid-Cen u y Mode n Comple e, Köln 2014, S. 30–33.
→ Kiel-up: h ps://doi.o g/10.38072/2942-2337/p18 13
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1952 bei Knoll einge üh wu de und sei he als Klassike des ›Mid-Cen u y Mode n‹-Designs
geschä z wi d.
Das He zs ück de bis heu e e iebenen Be oia Collec ion is de sogenann e Diamond
Chai (Modell ›421‹). De Sessel se z sich aus einem S ahl oh ges ell und eine Si zschale aus
D ah ge lech zusammen. Es handel sich dabei um ein on Hand gebogenes Me allgi e , dem
eine Diaman o m zug unde lieg . Fü Be oia, de in C anb ook Me alla bei und Schmuck-
design un e ich e e, schein diese G und o m de Ausgangspunk gewesen zu sein. Das Ras e
aus geschweiß em S ahld ah e schein an den ie Ecken besonde s engmaschig und am mi -
le en Wölbungspunk besonde s wei , wodu ch de Eind uck de De o ma ion e s ä k wi d.
Die nach außen gebogenen Sei en bilden A mlehnen aus, die obe e Diaman spi ze s ü z den
Obe kö pe . T o z seine skulp u alen E scheinungs o m bie e de Diamond Chai auch un-
← Abb. 1. Ha y Be oia: Diamond Chai
(1952). Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä
zu Kiel. Fo o 2024: U sula P inz.
U sula P inz | Design ü S udie ende. 15
gepols e hohen Kom o , seine Fo m is gänzlich au den menschlichen Kö pe ausge ich e .
Die as schwebende, anspa en e Kons uk ion läss den Sessel lu ig und ilig an e scheinen.
Ohne Abs iche machen zu müssen, wuss e Be oia mi seinen Diamond Chai s Fo m, Funk-
ion und Raum mi einande zu e binden.
Das 1969 e ö ne e Audi o ium Maximum wu de be ei s on An ang an mi den
Diamond
Chai s
ausges a e . U sp ünglich wa en die Sessel mi Si zkissen e sehen und in Vie e g up-
pen um quad a ische Tische im Foye des Audimax angeo dne . Die D ah gi e sessel, die es
auch in eine hochglanz- e ch om en Va ian e gib , sind mi eine s apazie ähigen Rilsan-
Kuns s o beschich ung e sehen – in Ko espondenz zu den schwa z-weißen Tischen sind die
Ges elle schwa z, die Si zschalen weiß beschich e .
De A chi ek des Kiele Audimax, Wilhelm Ne eling, leg e de Kons uk ion des Hö saal-
gebäudes D eiecks o men zug unde, die e zu geome ischen Sechsecken addie e. Dami se -
ze e sich on den bishe igen Rech eck o men des Neuen Fo ums de Uni e si ä ab und schu
eine s a k plas ische A chi ek u , die auch im Bau ypus des Audimax zu den damals inno a-
i s en Uni e si ä sbau en in Deu schland zähl e. G und iss und Fassade bis hin zu Dachland-
scha wu den du ch die cha ak e is ischen Sechseck o men gep äg , welche die E scheinung
de A chi ek u bes immen. Auch zahl eiche Elemen e de Innenein ich ung olgen diesem
↑ Abb. 2. Ha y Be oia: Diamond Chai (1952). Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel. Fo o 1973: Wilhelm Ne eling,
© Alice K iegel, Kiel.
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o malen Ansa z. So is es kein Zu all, sonde n wich ige Bes and eil des Gesam ensembles,
dass ü die Foye bes uhlung die
Diamond Chai s
ausgewähl wu den. Das Ineinande g ei en
on Fo m und Raum, das so elemen a in Be oias We k is , wi d du ch die Einbindung de
Sessel in den g öße en Kon ex on Ne elings Bau, de au e gleichba e Weise geome ische
und o ganische Fo men mi einande e band, au eine noch höhe e Ebene gehoben.
Sei somi übe ün zig Jah en be inden sich die Diamond Chai s im Audimax sowie im
Foye des Hochhauses. Bis heu e we den sie in ensi on S udie enden genu z , ü die sie
damals angescha wu den. Neben de küns le ischen Ve bindung on Fo m und Raum e -
üllen sie so wei e hin ih e p ak ische Funk ion als Si zmöbel. Schon als sie damals angekau
wu den, wa en die Diamond Chai s meh als ün zehn Jah e au dem in e na ionalen Ma k
und als Designwe ke längs e ablie . Es sp ich ü den Ansp uch des A chi ek en damals und
de Uni e si ä insgesam , dass man in den ö en lichen Be eichen solche Möbel dezidie ü
die S udie enden au s ell e und nich au kos engüns ige e ode ein ache e Modelle zu ückg i .
Die Langlebigkei diese Gi e sessel haben dem wi scha lich Rech gegeben und gehol en, Ge-
ne a ionen on S udie enden du ch ein gu es Designkuns we k s illschweigend den Geschmack
zu schulen. Mögen sie noch lange an ih em O e hal en bleiben und benu z we den.
Au o in
U sula P inz M.A.,
gebo en 1988 in Go zów Wielkopolski (Polen), S udium de Kuns geschich e, Ge manis ik und Geschich e in G ei swald und
Kiel. P omo ion 2024 an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel. Sei 2021 Wissenscha liche Mi a bei e in am Leh -
s uhl ü Mi le e und Neue Kuns geschich e am Kuns his o ischen Ins i u de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel.
Email:
P inz@kuns geschich e.uni-kiel.de
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