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ANNA JOLLY
Fü s liche Geschenke
Pe sische Seidengewebe aus Schloss Go o
In de Zei des D eißigjäh igen K ieges bemüh e sich He zog F ied ich III. on Schleswig-Hols ein-
Go o ( eg. 1616–1659) um die Au nahme on Handelsbeziehungen zwischen seinem He zog um
und dem Reich de Sa awiden-Dynas ie, welches damals e was g öße als de heu ige I an wa . Im
Jah 1635 ek u ie e F ied ich III. eine Delega ion on 94 Männe n ü eine Gesand scha an den
Ho des pe sischen Schahs Ṣa ī I. ( eg. 1629–1642) in Is ahan.1 Sie soll en zwischen Schleswig-Hol-
s ein und Pe sien ein Handelsabkommen ü den Impo i anische Rohseide – Haup expo gu des
pe sischen Reiches – ia Russland und die Os see nach No deu opa e einba en. Im Gegenzug bo
He zog F ied ich III. dem Schah ein Bündnis gegen das Osmanische Reich an, mi dem I an sei
dem 16. Jah hunde in k iege ischen Auseinande se zungen um die Kon olle de Gebie e an de
gemeinsamen G enze s and. Eine o angegangene Delega ion an den ussischen Ho ha e mi Za
Michail Fjodo owi sch ( eg. 1613–1645) be ei s ein Abkommen übe eine zehnjäh ige Zollbe eiung
des T ansi handels du ch ussisches Gebie und en lang de Wolga gegen eine jäh liche Gebüh
e einba . Die da an anschließende Gesand scha nach Is ahan wu de om Diploma en Philipp
C usius (1597–1676) und dem Hambu ge Kau mann O o B üggemann (1600–1640) gelei e . De
Uni e salgeleh e Adam Olea ius (1599–1671) beglei e e die Delega ion als Be a e und Sek e ä und
e ass e spä e einen aus üh lichen Be ich übe ih e aben eue liche Reise.2 Wei e e Delegie e ka-
men aus e schiedenen no deu opäischen Gebie en. Sie eis en pe Schi on T a emünde übe die
Os see nach Na a, on do au dem Landweg nach Moskau, dann wiede mi dem Schi die Wolga
hinau und übe das Kaspische Mee nach De ben und on do au dem Landweg übe Qaz in und
Kashan nach Is ahan, wo sie schließlich am 3. Augus 1637 ankamen. Die Reise daue e as zwei
Jah e. Wäh end ih es ün mona igen Au en hal s am pe sischen Ho gelang es den Gesand en jedoch
nich , eine Einigung mi dem Schah zu e zielen. So muss en sie im Dezembe 1637 wiede ab eisen,
ohne ih e Mission e üll zu haben.
1 Zu Geschich e de schleswig-hols einischen Gesand scha nach Is ahan gl. Lohmeie 1971, S. 9–28. – Ma hee 1999,
S. 141–142. – Kuhl 2017, S. 14–16. – Khodaee 2017.
2 Vgl. Olea ius 1647. – Olea ius 1656.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/p14
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Eine pe sische Gesand scha in Schleswig
Au de Rück eise nach Schleswig-Hols ein olg e ihnen eine kleine e Delega ion des pe sischen
Schahs, de sich du ch den Besuch de schleswig-hols einischen Gesand scha o z geschei e e
Ve handlungen zum Gegenbesuch eine eigenen Delega ion e anlass sah. Die pe sische Gesand -
scha a An ang Augus 1639 in Schleswig (Abb. 1) ein und wu de einige Tage nach ih e Ankun
mi allen Eh en au Schloss Go o emp angen.
Dabei übe eich e de pe sische Gesand e dem He zog ein on Schah Ṣa ī I. e ass es Beglaubi-
gungssch eiben, das sogenann e K edi i .3 Adam Olea ius schilde die Ankun de pe sischen Gäs e
im o le z en Kapi el seines be ühm en Reisebe ich s.4 Nach de am 11. Augus e olg en o iziellen
Audienz des pe sischen Gesand en und seine En ou age im Schloss wu den dem He zog d ei Tage
spä e im Rahmen eine imposan en Ze emonie die aus Is ahan mi geb ach en Geschenke übe eich .
3 Zu dem in einem sam enen Beu el übe eich en und heu e in Kopenhagen bewah en K edi i in pe sische Sp ache gl. Jolly/
Mühlemann 2023, S. 60–63.
4 Vgl. Olea ius 1647, S. 539–542. – Olea ius 1656, S. 762–765. Eine in Kopenhagen e hal ene Zeichnung on Jü gen O ens, wel-
che den Emp ang de pe sischen Gesand scha , inklusi e K edi i , zeig und e mu lich au dem Be ich on Adam Olea ius
be uh , en s and in Vo be ei ung des sogenann en Go o -Zyklus um 1663–1665, wu de jedoch nich in Male ei umgese z ;
gl. Kös e 2017, S. 210–212 (mi Abb.).
Abb. 1: Geo g B aun und F ans Hogenbe g, Ansich de S ad Schleswig mi Schloss Go o , aus: Ci i a es O bis Te a um, Köln
1588, Bd. 4, Ta . 31. S i ung Schleswig-Hols einische Landesmuseen Schloss Go o , Schleswig. Museum ü Kuns und Kul u -
geschich e, In . N . 1949/15. Fo o: Museum ü Kuns und Kul u geschich e Schloss Go o .
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 91
Gemäß de pe sischen hö ischen Si e wu den die Geschenke alle einzeln du ch je eine ode meh e e
Pe sonen p äsen ie .5 Dazu wu den zahl eiche Schleswige Bü ge au gebo en, die au diese Weise
an dem eie lichen Anlass eilhaben du en. Olea ius besch eib die Ze emonie in olgenden Wo en:
»Den 14. Augus i ha de Pe sische Gesand e die Königlichen P äsen en, welche wa en
e liche schöne Pe sische P e de, kös liche mi Edelges einen e se z e Haup ges elle,
I em seh iel kos ba e güldene S ück [i.e. S o bahnen], und sons alle hand India-
nische und Pe sische, au ein Hohes sich e s eckende Wah en, Gü e und Ra i e en,
du ch d ey hunde Pe sonen au b ingen und an Ih e Fü s liche Du chlauch übe -
eichen lassen.«6
Die diploma ischen Geschenke müssen bei den an de Ze emonie eilnehmenden Schleswige
Bü ge n einen s a ken Eind uck hin e lassen haben. Eine noch im selben Jah e b ei e e ach sei ige
Flugsch i en häl einen aus üh lichen Be ich übe dieses E eignis sowie eine de aillie e Lis e de
damals an He zog F ied ich III. übe eich en Tex ilien.7 Dazu zähl en übe zweihunde Bahnen
kos ba e Seidengewebe, zum Beispiel schwe e Sam gewebe mi Gold- bzw. Silbe g und, a bige
Flachgewebe mi Ta - bzw. A lasg und sowie weiße und bed uck e Baumwollgewebe. Auße dem
wu den dem He zog d ei Tisch eppiche, e schiedene Sa eldecken und einzelne aus bed uck en
Baumwollgeweben gea bei e e Gewände übe eich .
Deko a ions ex ilien im Schloss Go o
In de Folge wu den die pe sischen Seidens o e am Ho He zog F ied ichs III. zu ex ilen Deko a ionen
e a bei e , die zu Auss a ung zahl eiche Säle und Schla kamme n im Go o e Schloss genu z
wu den. He zogin Ma ia Elisabe h (1610–1684) wa bei den Auss a ungsp ojek en des Schlosses maß-
geblich be eilig .8 Gemus e e Seidengewebe zähl en im 17. Jah hunde zu den kos ba s en Elemen en
de mobilen Schlossein ich ung und wu den p imä zu Auss a ung ü s liche Appa emen s einge-
se z . In de Hie a chie de Räumlichkei en s anden die Schla gemäche an obe s e S elle; sie wa en
deshalb am p unk olls en einge ich e .9 In en a e de Mobilien in Schloss Go o aus de zwei en
Häl e des 17. Jah hunde s belegen die damalige Ve wendung de kos ba en Seidengewebe in Fo m
on Be - und Tischdeko a ionen sowie S uhlbezügen. Aus de Zei He zog F ied ichs III. selbs sind
leide keine In en a e de damaligen Schlossein ich ung übe lie e . E hal en sind hingegen d ei In-
en a e aus de Zei seines Nach olge s He zog Ch is ian Alb ech ( eg. 1659–1695); sie
da ie en aus
5 Vgl. Simpson, S. 135.
6 Olea ius 1956, S. 763. Zu Bedeu ung des Beg i s ›S ück‹ s. Anhang 1, S. 113, Anm. 85. In seine Hols einischen Ch onik iden i-
izie Olea ius die zule z genann en S o e als Seidengewebe: »[…] iel Indianische und Pe sianische Seidene Wah en […]«;
Olea ius 1663, S. 251.
7 Vgl. Rela ion 1639, S. 5. Eine kommen ie e T ansk ip ion des olls ändigen Tex es inde sich im Anhang 1.
8 Zu Rolle on He zogin Ma ia Elisabe h am Ho on Schleswig-Hols ein-Go o gl. G eine 2017, G eine 2018 sowie zule z
Auge e al. 2024.
9 Vgl. Jolly 2016, S. 14.
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den Jah en 1663, 1666 und 1695.10 Im In en a on 1663 we den insbesonde e meh e e Ensembles
on Be deko a ionen – bes ehend aus Be o hängen, einem Be himmel und eine Be decke – ge-
nann . Sie wa en jeweils aus meh e en Bahnen pe sische Seidengewebe mi goldenem bzw. sil-
be nem G und ge e ig . In »He zog Ch is ians Schla Camme « be and sich zum Beispiel ein Be ,
zu dem »3 s ück umbheng on pe sianischem gezeug mi goldenem G und , wie auch silbe nem
g unde« sowie »1 Himmel, so dazu geho e , mi gelb unnd goldenen F ansen« und »1 Decke on gol-
denem g und und Bilde , Pe sianische A bei « gehö en. Im selben Schla gemach be and sich auch
»1 Tischdecke on goldenem pe sianischen s uck mi ansen« und »1 Tischdeck, pe sianisch, on
goldenem s uck« sowie »2 Tischdecken on geblüme en Samme mi Blumen u einem weißen
G und«. In »He zog Mo i zen Schla Camme « be and sich damals eine Be s a zu de »2 s uck
umghang on pe sianischen guldenen und silbe nem uch ein umb des ande « sowie »1 Himmel
on selbigem uch« und »1 be decke auch on selbigem uch« gehö en.11 Die Namen diese beiden
genann en Schla kamme n beziehen sich e mu lich au He zog Ch is ian on Sachsen-Me sebu g
(1615–1691) und He zog Mo i z on Sachsen-Zei z (1619–1681), zwei jünge e B üde de He zogin
bzw. sei 1659 He zoginwi we Ma ia Elisabe h.12 Sie dü en in de zwei en Häl e des 17. Jah hun-
de s zei weise zwei ü sie einge ich e e Gäs e-Appa emen s im Schloss bewohn haben.
Ein Ve gleich de e hal enen In en a e un e einande beleg , dass die ex ilen Deko a ionen im
Lau e de Zei in ande e Räume e leg und zum Teil neu zusammengese z bzw. ausgebesse wu -
den. Deko ie en die p äch igen Sam gewebe zu Zei F ied ichs III. e mu lich noch das Appa emen
des egie enden He zogs, wu den sie un e seinem Nach olge o enba in wenige p ominen e Säle
ge äum . Dabei äll au , dass die pe sischen S o e gegen Ende des Jah hunde s kaum meh als
komple e meh eilige Be deko a ionen genu z wu den, sonde n un e dessen e schiedene Gewebe
mi einande kombinie ode g öße e S ücke zu kleine en S uhlbezügen e a bei e wo den wa en.
Im In en a on 1695 wi d s ellenweise auch das inzwischen hohe Al e bzw. de schlech e Zus and
de pe sischen S o e e wähn ; in »Des Chu ü s en Schla gemach« s anden 1695 zum Beispiel zwei
anzösische S ühle » on pe sianischen Gold S .e [S ücke] mi Gold und silbe n Spi zen bese ze , abe
seh al «.13 Das »He zog Mo i zen Gemach« wa inzwischen »mi Pe sianisch ges ichenen A las bezo-
gen, wo on hin e dem Be e ein S . [S ück] ehl , dami die ande e S .e [S ücke] gebesse wo den«.14
Ve mu lich e lo en die Geschenke de pe sischen Gesand scha im Ve lau de Zei an Bedeu ung,
wohl auch weil nach 1639 nie wiede eine pe sische Gesand scha nach Schleswig kam und die
Nach olge He zog F ied ichs III. nach den missglück en Ve handlungen keinen wei e en Kon ak
zum pe sischen Reich such en.
Hinzu komm , dass die Seidensam e mi ih en den Gewebeg und zwischen den Flo pa ien be-
deckenden einen silbe nen bzw. e golde en Me alllahnen in ih e Funk ion als Deko a ions ex ilien
im Lau e de Jah zehn e ih en Glanz e lo en. Die eingeweb en Me alls ei en dü en nach eine
Gene a ion zu einem ma en G au oxidie ode soga ausge allen sein. Heu e inden sich in den
e hal enen Tex ilien nu noch Res e de o iginalen Me alls ei en an ehemals geschü z en Pa ien.
10 Schleswig, Landesa chi Schleswig-Hols ein (LASH), Ab . 7, N n. 194, 195, 196. Diese Quellen wu den e s mals on Mogens
Benca d ü seinen geschich lichen Übe blick zu den spä e nach Kopenhagen ans e ie en pe sischen Geweben (siehe un-
en, S. 93–94) ausgewe e ; gl. Benca d 1995, S. 65–70.
11 LASH, Ab . 7, N . 194, un e N . 7 u. N . 9.
12 Vgl. Wiesinge 2015, S. 115.
13 LASH, Ab . 7, N . 196, N . 19.
14 LASH, Ab . 7, N . 196, N . 11.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 93
Un e dem Ein luss des Lich es e blass en zudem die ehemals k ä igen Fa ben des Sam lo s lang-
sam zu Beige- und B aun önen.15
Tex ilien aus Schloss Go o in Kopenhagen
Nach dem G oßen No dischen K ieg (1700–1721) ging das He zog um Schleswig wiede in den Be-
si z des dänischen Königs übe . Schloss Go o wu de in de Folgezei als Residenz des dänischen
S a hal e s genu z . Die he zogliche Kuns kamme , die Biblio heksbes ände sowie ein G oß eil de
mobilen Ein ich ung des Schlosses wu den ab Mi e des 18. Jah hunde s nach Dänema k übe -
üh .16 Da un e wa auch de om pe sischen Gesand en anlässlich seine Audienz am 11. Augus
1639 in einem sam enen Beu el übe eich e B ie des pe sischen Schahs, de sich heu e im däni-
schen Na ionala chi in Kopenhagen be inde .17 Im Schloss Go o wu de 1848 ein Laza e und
15 Einen Eind uck om u sp ünglichen Glanz de goldg undigen Sam gewebe e mi eln zwei in seh gu em Zus and in Kopenha-
gen e hal ene B ie beu el, in welchen He zog F ied ich III. 1639 zwei B ie e des Schahs emp ing; gl. Jolly/Mühlemann 2023,
S. 57, Abb. 4a-b u. S. 58, Abb. 5a-b.
16 Zu Kuns kamme und Biblio hek im Schloss Go o gl. Schnabel 2017. – Gundes up 2017.
17 Vgl. Jolly/Mühlemann 2023, S. 60–61, Abb. 10–11.
Abb. 2: Wandbehänge im sogenann en Tu
mzimme König Ch is ians V. in Schloss Rosenbo g, Kopenhagen, Fo o um 1900. Re-
p oduzie aus: F ed ik Robe Ma in: Die Pe sischen P ach s o e im Schlosse Rosenbo g in Kopenhagen, S ockholm 1901, Ta . 1.
Fo o: Abegg-S i ung, Ch is oph on Vi àg, 2022.
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spä e eine Kase ne einge ich e ; die Innen äume wu den ih e neuen Funk ion angepass . Viele de
pe sischen Seidengewebe aus Schloss Go o kamen be ei s 1817 nach Kopenhagen und wu den in
den 1830e Jah en im damals zum Museum kon e ie en Schloss Rosenbo g als Wandbespannung
mon ie . Sie deko ie en do die Wände eines Tu mzimme s im E dgeschoss, das im S il de Epoche
König Ch is ians V. einge ich e wa (
Abb. 2
).
Dazu wu den einige de e bliebenen Sam gewebe
einmal meh neu zusammengese z . Einzelne lange, zu Bögen ge o m e Lamb equins wu den als
obe e Abschluss au die nun zu Wandbehängen zusammengese z en Gewebebahnen mon ie .
Die mi a bigen und goldglänzenden F ansenbo en e zie en Lamb equins schmück en o mals
in Schloss Go o e mu lich die obe en Kan en eines Be himmels. Zusä zlich wu den neue seide-
ne F ansenbo en im obe en D i el de Wandbespannung mon ie . Ih Fa b on en sp ich jenem
des be ei s e blass en Flo s de geal e en Sam gewebe.18 Im ühen 20. Jah hunde wu den die
Wandbehänge in einen ande en Raum ans e ie , sei 1979 we den sie im Tex ildepo de könig-
lichen dänischen Sammlung au bewah . Die aus Schloss Go o s ammenden und bis heu e im
Besi z de dänischen K one be indlichen pe sischen Sam gewebe wu den 1995 on Ca ol Bie in
eine aus üh lichen Monog a ie publizie .19
S uhlbezüge aus pe sischen Sam geweben
Einzelne Tex ilien, die 1639 mi de pe sischen Gesand scha an den Ho F ied ichs III. gekommen
wa en, e blieben wäh enddessen in Schleswig-Hols ein und keh en im ühen 20. Jah hunde
au Umwegen nach Schloss Go o zu ück.20 Dazu zählen zwei zwei eilige S uhlbezüge aus ge-
mus e en Sam geweben, die noch im spä en 17. Jah hunde zu Schlossein ich ung gehö en
und heu e zum Bes and des do igen Museums ü Kuns und Kul u geschich e de S i ung Schles-
wig-Hol
s einische Landesmuseen Schloss Go o in Schleswig
zählen.21 Die S uhlbezüge bes ehen
jeweils aus einem Übe zug ü die Rückenlehne und einem Bezug ü die Si z läche. Die einzelnen
Teile sind mi a bigem Leinengewebe ge ü e . Au de an einem eis ehenden S uhl sich ba en
Rücksei e d
es Übe zugs ü die Rückenlehne wu de zusä zlich ein wei e es Seidengewebe ange-
b ach . Die Obe s o e de S uhlbezüge ähneln in Mus e s il und Web echnik den in Kopenhagen e hal-
enen Sam geweben, sie be inden sich im Ve gleich zu Le z e en jedoch in besse em Zus and. Alle dings
sind in allen Geweben nu noch wenige o iginale Me alls ei en im G und e hal en; Res e
da on inden
sich lediglich en lang de geschü z en Kan en. Die in den In en a en genann en F ansenbo en aus
a bigen Seiden- und e golde en Me all äden, welche die Kan en de Be - und S uhldeko a ionen
au Schloss Go o schmück en, konn en an den in Schleswig e hal enen S uhlbezügen eben alls
iden i izie we den.
18 Diese spä e en F ansenbo en sind an einigen in Kopenhagen bewah en ech eckigen Teils ücken e hal en. Sie bes ehen aus
Seiden äden und en hal en im Gegensa z zu den F ansenbo en des 17. Jah hunde s aus Schloss Go o keine Me all äden.
19 Vgl. Bie 1995.
20 Fü die Möglichkei , die im Museum ü Kuns und Kul u geschich e Schloss Go o e hal enen pe sischen Tex ilien zu s udie en,
danke ich Ul ich Schneide und Anne-Ch is ine Henningsen seh he zlich.
21 Schleswig, Museum ü Kuns und Kul u geschich e, In . N n. 1924/4 u. 1924/5 sowie 1924/6 u. 1924/7. Von diesen wu de
bishe nu ein Paa S uhlbezüge (1924/6 u. 1924/7) publizie ; gl. Spielmann/D ees 1997, Bd. 3, S. 270, Ka . N . 68, u. S. 290,
Ka . N . 132, mi Hinweisen au äl e e Li e a u . Die do angegebene he s ellungs echnische Eino dnung als »Knüp echnik«
und die Ma e ialbezeichnung »Wolle« sind nich ko ek .
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 95
Eine de e hal enen zwei eiligen S uhlbezüge (Abb. 3a, 3b und Abb. 4a, 4b) is aus je einem Ab-
schni eines meh a bigen Seidensam es mi s ilisie em P lanzenmus e gea bei e und mi einem
dunkelblauen Leinens o ge ü e .
De Si zbezug is aus einem ku zen Abschni eine Gewebe-
bahn in ih e olls ändigen B ei e
(69 cm
zwischen den Webkan en) gea bei e , de Bezug de Leh-
ne aus einem kleine en Teils ück des gleichen Gewebes. Die Rücksei e de Lehne is zusä zlich mi
einem gelben Seiden a bedeck . Bei dem Obe s o handel es sich he s ellungs echnisch um ein
gemus e es Sam gewebe mi meh a bigem seidenem Flo , einem lancie en e golde en Me all-
lahn, de u sp ünglich den beige a benen Gewebeg und bedeck e, und einem b oschie en e gol-
de en Me all aden, de bis heu e den G und inne halb de g oßen o alen Blü en bedeck (siehe die
Gewebeanalyse im Anhang 2).22 De
web
echnische Mus e appo um ass zwei nebeneinande lie-
gende, höhen e se z e P lanzenmo i e in de B ei e und ein olls ändiges P lanzenmo i in de Höhe
(
Abb. 5
). Die in sieben e schiedenen Fa b önen einge ä b en seidenen Flo ke äden wu den au dem
Webs uhl a blich so ie in e ikalen d ei bzw. ach Zen ime e b ei en S ei en angeo dne . Jede
S ei en en häl jeweils d ei e schieden a bige Flo ke äden, on denen eine imme schwa z is . Die
22 Die hie e wende en web echnischen Beg i e en sp echen de im CIETA-Vokabula e wende en Te minologie; gl. CIETA
(Cen e In e na ional d’E ude des Tex iles), Vokabula de Tex il echniken:
h ps://cie a. /wp-con en /uploads/2018/09/ o-
kabula _deu sch_2018-1.pd
(15.10.2024).
Abb. 3 a–b (oben): Bezug de Rückenlehne eines S uhls, Schleswig, um 1640, 37 x 57 cm. Obe s o : Gemus e es Sam gewebe,
I an, e s es D i el 17. Jah hunde . S i ung Schleswig-Hols einische Landesmuseen Schloss Go o , Schleswig. Museum ü
Kuns und Kul u geschich e, In . N . 1924/6, Vo de - und Rücksei e. Fo o: Museum ü Kuns und Kul u geschich e Schloss Go o .
Abb. 4 a–b (un en): Si zbezug eines S uhls, Schleswig, um 1640, 56 x 67 cm. Obe s o aus gemus e em Sam gewebe, I an,
e s es D i el 17. Jah hunde . S i ung Schleswig-Hols einische Landesmuseen Schloss Go o , Schleswig. Museum ü Kuns
und Kul u geschich e, In . N . 1924/7: Vo de - und Rücksei e. Fo o: Museum ü Kuns und Kul u geschich e Schloss Go o .
96 | No delbingen 90
Kombina ion de ande en Fa ben a iie on einem zum nächs en S ei en. Dadu ch un e scheiden
sich die Fa ben des ansons en in gleiche Fo m wiede hol en P lanzenmo i s inne halb de B ei e de
Gewebebahn. Wäh end die Fa ben de hellblauen, himmelblauen, g ünen und gelben Flo ke äden
noch isch e scheinen, sind die ehemals osa a benen und o ange a benen Flo ke äden zu einem
c eme- bzw. beige a benen Ton e blass . Ih e u sp ünglichen Fa ben sind in den on den F ansen be-
deck en Randpa ien noch zu e kennen. Beide Bezüge sind ingshe um mi geweb en F ansenbo en
aus a bigen Seiden- und e golde en Me all äden e zie (Abb. 6).23 Zwei kleine e Teils ücke des
gleichen Sam gewebes haben sich in Kopenhagen an zwei langen Lamb equins eine ehemaligen Be -
deko a ion e hal en (
Abb. 7a
–
b
).24
Die Fa ben des Sam lo s sind do jedoch s ä ke e blass als in
den in Schleswig e hal enen Teils ücken des gleichen Gewebes.
23 Die geweb en F ansenbo en, welche an den S uhlbezügen im Museum in Schloss Go o (In . N . 1924/4–5 u. In . N .
1924/6–7) sowie an den in de Royal Danish Collec ion in Kopenhagen bewah en Lamb equins (In . N . 31 Rulle 3 h, i) ange-
b ach sind, bes ehen aus a bigen Seiden- und e golde en Me all äden, die als Ke - und Schuss äden e a bei e sind. Sie
passen a blich pe ek zu den sie schmückenden Sam geweben und dü en dahe geziel ü diese Ve wendung ausgewähl ,
wenn nich ga eigens da ü he ges ell wo den sein.
24 Kopenhagen, Royal Danish Collec ion, In . N . 31 Rulle 3 h, i; gl. Bie 1995, S. 51–53, S. 83, Tab. VII.
Abb. 5: Mus e appo des Sam gewebes om Si zbezug In .
N . 1924/7. Ausschni aus Abb. 4a.
Abb. 6: F ansenbo e am Si zbezug In . N . 1924/7. S i ung Schles-
wig-Hols einische Landesmuseen Schloss Go o , Schleswig.
Museum ü Kuns und Kul u geschich e. Fo o: Anna Jolly, 2023.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 97
Au de Un e sei e des mi blauem Leinens o ge ü e en Si zbezugs is ein schmale Papie ze el
angeb ach , au dem in Tin e »He zog Ch is ians Gemach« no ie is (Abb. 8). Diese Besch i ung
e laub es, den o mals mi diesem Gewebe bezogenen S uhl im In en a de Mobilien aus dem Jah
1695 in He zog Ch is ians Schla kamme zu lokalisie en.25 Do sind zwei Lehn- und zwei Ta els ühle
»mi pe sianischen Zeugen übe zügen da an Gold und seidene F än zen« e wähn .26 In den ühe en
In en a en on 1663 und 1666 we den in diesem Schla gemach noch keine S ühle e wähn , s a des-
sen wu den do damals Be o hänge, ein Be himmel, eine Be decke sowie meh e e Tischdecken
aus pe sischen S o en e zeichne (siehe oben, S. 92).27
Das zwei e Paa de im Museum ü Kuns und Kul u geschich e au Schloss Go o e hal enen S uhl-
bezüge is aus einem meh a bigen Sam gewebe gea bei e , dessen Mus e g üne Zyp essen an einem
kleinen Teich und umgeben on bun en Blü en anken zeig (Abb. 9a, 9b und Abb. 10a, 10b).28 Auch die-
ses Sam gewebe weis einen seidenen Flo und eine Me alls ei en im G und au , mi dem Un e schied,
dass die eingeweb en Me alllahne in diesem Fall silbe a ben sind (siehe die Gewebeanalyse im Anhang
2). Wie im oben besch iebenen Sam gewebe wu den auch hie die Flo ke äden au dem Webs uhl in
d ei a bigen e ikalen S ei en angeo dne . Die Gewebeb ei e und die Mus e komposi ion mi jeweils
höhen e se z wiede hol en Mo i en en sp echen eben alls dem Sam gewebe des ande en S uhlbezugs,
und de web echnische Mus e appo e schein auch hie d ei Mal inne halb de Gewebeb ei e.
De Si zbezug is mi einem blass osa a benen Leinens o ge ü e . De Übe zug de Rückenlehne
is hingegen aus zwei zusammengese z en Abschni en eines gemus e en Seidengewebes mi kleinen
Tie - und Blumenmo i en gea bei e (
Abb. 11
). Die Rückenlehne und die ausgespa en Ecken des
Si zbezugs sind au de Vo de sei e mi geweb en F ansenbo en aus gelben und weißen Seiden äden
e zie (
Abb. 12
).
Leide is au de Rücksei e des Si zbezugs kein Hinweis au seinen ehemaligen
25 Mogens Benca d e mu e e be ei s diesen Zusammenhang; gl. Benca d 1995, S. 67, 69, u. S. 75, Anm. 28.
26 LASH, Ab . 7, N . 196, un e N . 9.
27 LASH, Ab . 7, N . 194 u. N . 195, jeweils un e N . 7.
28
Die au den Fo os de Vo de sei e des Si zbezugs sich ba en ho izon alen schwa zen Linien sind obe lächliche Ve schmu zungen.
↑ Abb. 7a: Lamb equin eine ehemaligen Be deko a ion
(Ausschni ), Schleswig, um 1640. Obe s o : Gemus e es
Sam gewebe, I an, e s es D i el 17. Jah hunde . Kopenha-
gen, The Royal Danish Collec ion, Schloss Rosenbo g, In . N .
31 Rulle 3 h. Fo o: The Royal Danish Collec ion, Be i Mølle .
← Abb. 7b: Sam gewebe am ech en Rand des Lamb equins,
Ausschni aus Abb. 7a. The Royal Danish Collec ion, Schloss
Rosenbo g, In . N . 31 Rulle 3 h. Fo o: The Royal Danish Col-
lec ion, Be i Mølle .
104 | No delbingen 90
heu e zu Sammlung de Dänischen K one zähl (
Abb. 16
).51
Die beiden Gewebe sind in ih e web-
echnischen S uk u iden isch, sie un e scheiden sich lediglich in de Fa be de Seiden äden, die ü
die Haup ke e und den G undschuss e wende wu den. Im Schleswige Gewebe sind sie beide g ün
und in dem in Kopenhagen bewah en Gewebe beide schwa z.
U sp ünglich dü e es sich bei dem heu e in Fo m eine Decke in Schleswig e hal enen Tex il um
eine mindes ens d ei Me e lange Gewebebahn gehandel haben. Spä e wu de die Gewebebahn zu
eine Decke e a bei e ; dazu wu de sie ho izon al in zwei Teile ze schni en und die Webkan en
wu den en e n . Eine de Häl en wu de dann noch einmal längs du ch die Mi e ze schni en und
die da aus esul ie enden S ei en links und ech s an die in de Mi e pla zie e komple e Gewebe-
bahn angese z . Dabei wu den die einzelnen Abschni e en lang ih e sei lichen Kan en au e se z-
e Höhe so aneinande ge üg , dass die Figu en en lang de Näh e nich gespiegel di ek nebenein-
ande s ehen. Das Gewebemus e se z sich so scheinba nah los übe die B ei e de Decke o . Die
obe e linke und ech e Ecke de Decke wu den in eine Rundung ausgeschni en, mögliche weise
um ih e Fo m dem Möbels ück, au dem sie zu liegen kam – denkba wä e ein Be mi P os en am
Kop ende – anzupassen. Zu einem spä e en Zei punk wu den die Fehls ellen in den obe en Ecken
mi kleinen Abschni en des gleichen S o es wiede geschlossen, wobei die F agmen e in diesem Fall
ohne Rücksich au die Rich ung des Gewebemus e s eingese z wu den. Säm liche heu igen Näh e
de Decke wu den mi eine Nähmaschine, also ühes ens im 19. Jah hunde , ausge üh .
Lampasgewebe mi igü lichen Da s ellungen und a bigem A lasg und wu den im pe sischen
Reich übe wiegend im 16. Jah hunde he ges ell . In spä e en Jah hunde en wu den ande e Web-
51 Kopenhagen, Royal Danish Collec ion, In . N . 31 Rulle 3 n, o (2 Gewebebahnen); gl. Boisen 1971, S. 129, Abb. 5. – Jensen 1987,
Abb. 31, S. 112, Ka . N . 233.
Abb. 15: Mus e appo des Lampasgewebes In . N . 1925/161, Ausschni aus Abb. 13.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 105
s uk u en – insbesonde e sogenann e Schuss-Komposi bindungen – be o zug . Das Lampasgewebe
mi g ünem A lasg und und eine Da s ellung on geo gischen Ge angenen wie auch das web ech-
nisch iden ische, heu e in Dänema k bewah e Lampasgewebe mi schwa zem A lasg und (Abb. 16)
dü en demgemäß be ei s im spä en 16. Jah hunde und dami einige Jah zehn e o de Reise de
pe sischen Gesand scha nach Schleswig he ges ell wo den sein. Es mag zunächs e wunde n,
dass zu den Geschenken de pe sischen Gesand scha auch solche Seidengewebe zähl en, die da-
mals be ei s mindes ens 40 Jah e al wa en. Denkba is , dass Schah Ṣa ī I. on de G öße de
nach
Is ahan ge eis en schleswig-hols einischen Gesand scha und de en eh geizigen – wenngleich
le z lich une eich en – Zielen, beeind uck wa . Ve mu lich konn e e die geopoli ische Bedeu-
ung des schleswig-hols einischen Ho s nich ech einschä zen. De pe sischen T adi ion olgend,
gab e seinen au einen Gegenbesuch nach Schleswig geschick en Gesand en dahe möglichs iele
kos ba e Geschenke mi . Gemus e e Seidengewebe zähl en damals zu den we olls en P oduk-
en, die im I an he ges ell wu den. Doch ih e He s ellung nahm meh e e Mona e in Ansp uch.
Dahe muss e Schah Ṣa ī I. o ensich lich auch au die in seine ü s lichen Scha zkamme aus de
Zei seines Vo gänge s Schah Abbās I. ( eg. 1587–1629) e hal enen Luxusgewebe zu ückg ei en.
Un e Schah Abbās I. en s anden im Au ag des ü s lichen Ho s besonde s au wendig gemus e e
und mi kos ba en Ma e ialien geweb e Seidens o e. Dazu zähl en neben Sam geweben mi Gold-
und Silbe g und auch igü liche Lampasgewebe.
De u sp üngliche Emp änge und die ühe e Ve wendung des Seidengewebes sind nich be-
leg . Mi seinem gla en A lasg und könn e es zu jenen dem He zog geschenk en Gewebebahnen
gehö haben, die im Be ich de ›Neuen Zei ung‹ on 1639 als »glän zend Seidenzeug, dem A las
gleich« bzw. als »alle hand Fa ben mi sonde lichem Mus e Seidenzeug seh glän zend« besch ie-
Abb. 16: Lampasgewebe mi schwa zem A lasg und und igü li-
chem Mus e , 267 x 72 cm, I an, 16. Jah hunde , Ausschni . The
Royal Danish Collec ion, Schloss Rosenbo g, In . N . 31 Rulle 3 n.
Fo o: The Royal Danish Collec ion, Be i Mølle .
106 | No delbingen 90
ben wu den.52 Zu den Raumbezeichnungen im In en a de Mobilien im Schloss Go o on 1663
zähl »De g üne Sahl«, in dessen zugehö ige Camme damals eine Be auss a ung mi »3 s uck
umbheng on g ünen damasch e blume « sowie »1 Himmel on selbigem« und »1 Be decke on
e blume en g ünen damsch« gehö en.53 Im In en a on 1666 sind »In Ih . Hoch ü s l. Du chl.
Schla kamme « un e ande em »1 gan z g oßes F an zösisches Be , mi g ünem Dammasch, 1 g üne
Tischdecke mi gelben Blumen, 1 g oße und 2 kleine g ün Dammaschen Tischdecken« e wähn .54
Vielleich s amm die e hal ene Decke aus diesem Zusammenhang. Was de Ve asse des In en a s
un e »damasch« [i.e. Damas ] e s and, is unkla ; doch de Glanz des g ünen A lasg undes des e -
hal enen Lampasgewebes is du chaus mi jenem on Damas geweben, die meis eben alls in A las-
bindung geweb sind, zu e gleichen. Die Bedeu ung on S o bezeichnungen wandel e sich im Lau
de Zei , so dass wi heu e in den meis en Fällen nich meh genau nach ollziehen können, welche
A on S o mi einem bes imm en Beg i gemein wa . Gleichwohl konn e die heu e im Museum
in Schleswig e hal enen Decke bishe nich mi Siche hei mi einem de in den Schlossin en a en
des 17. Jah hunde s au gelis e en Tex ilien iden i izie we den. Dahe soll hie zum Schluss noch
eine al e na i e These zu P o enienz dieses Seidengewebes o geb ach we den: Es könn e sich um
eines jene diploma ischen Geschenke handeln, die nich ü den He zog bes imm wa en, sonde n
einem seine Gesand en in Is ahan übe eich wo den wa en. Olea ius be ich e , dass bei ih em
Abschied om pe sischen Ho jede Gesand e neben einem P e d und zwei pe sischen Eh en oben
auch »105 S ück alle hand seiden Zeug, als A las, Damasch, Da ai, ode Doppel a , I em Ca un
und de gleichen, un zehne ley So en« e hiel .55 Das Lampasgewebe mi A lasg und könn e zu den
hie als »A las« bezeichne en Geweben gezähl haben.
Mögliche weise lag in de Wahl eines Seidengewebes mi de Da s ellung on Ge angenen eine
disk e e Bo scha an den Emp änge des Geschenks. Sa awidische He sche se z en mi ih en di-
ploma ischen Geschenken an eu opäische Besuche und e ne Fü s en mi un e bewuss sub ile
Zeichen. De Sam beu el, in den de B ie on Schah Ṣa ī I. an He zog F ied ich III. gehüll wa , zeig
zum Beispiel ein Mus e mi einem Falkne . E dü e dami eine ü die hols einischen Gesand en
wäh end ih es Au en hal es in Is ahan e ans al e e Falkenjagd in E inne ung ge u en haben.56 Mi
solchen diploma ischen Andeu ungen s and Schah Ṣa ī I. in eine T adi ion, die schon sein Vo gänge
gep leg ha e. So eh e Schah Abbās I. den enezianischen Dogen Ma ino G imani ( eg. 1595–1605),
indem e ihm im Jah 1603 du ch seinen Gesand en ein pe sisches Sam gewebe mi eine Da s ellung
de Jung au Ma ia mi ih em
Kind als Geschenk übe eichen ließ.57 Vielleich zeug das Geschenk
des Lampasgewebes mi eine Da s ellung on Ge angenen om Unmu des Schahs gegenübe dem
Hambu ge Kau mann und Holzhändle O o B üggemann, de neben Philipp C usius als zwei e
o izielle Gesand e des schleswig-hols einischen Ho s nach Pe sien ge eis wa . B üggemann iel
wäh end seines Au en hal es in Is ahan du ch sein las e ha es, uneh liches und zum Teil soga
b u ales Ve hal en au . In seinem Sch eiben an He zog F ied ich III. wies de Schah hö lich da au
52 Rela ion 1639, S. 5.
53 LASH, Ab . 7, N . 194, un e N . 35.
54 LASH, Ab . 7, N . 195, un e N . 1.
55 Vgl. Olea ius 1647, S. 409. – Olea ius 1656, S. 533. Im Un e schied zu He zog F ied ich III. e hiel en die Gesand en ih em ge-
inge en S a us en sp echend keine Sam gewebe mi Gold- bzw. Silbe g und, sonde n in e s e Linie Flachgewebe.
56 Vgl. Jolly/Mühlemann 2023, S. 65–66.
57 Vgl. Casale 2015, S. 637–639. – Guliye 2023, S. 34–35. Das Mus e des Sam es is eingewoben und nich ges ick , wie in den
zi ie en Li e a u s ellen e wähn .
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 107
hin, dass e sich wünsche, in Zukun »lieb eiche« Gesand e aus Hols ein emp angen zu dü en, so
wie e seine sei s auch angenehme Gesand e schicken wolle.58
Vo diesem Hin e g und wä e es denkba , dass das Lampasgewebe zu jene G uppe on Tex ilien
gehö e, welche O o B üggemann beim Abschied om ü s lichen Ho in Is ahan als pe sönliche Ge-
schenke e hiel . In de zwei en Ausgabe seines Reisebe ich es üg e Olea ius dem Be ich übe die
den Gesand en übe eich en Geschenke hinzu, dass das P e d, welches B üggemann e hiel , nich ge-
sund wa .59 Gemäß de 1639 e schienenen Flugsch i nahm O o B üggemann auße dem zwei junge
Diens mägde aus Pe sien mi , die e bei seine Rückkeh nach Schleswig dem He zog übe ließ.60 Das
Seidengewebe mi de Da s ellung on zwei ge angenen geo gischen Damen, wie auch das k anke
P e d, könn en B üggemann als disk e e Ve wa nung gegol en haben. Sein uneh enha es Ve hal en
wäh end des Au en hal es am pe sischen Ho wu de B üggemann schließlich zum Ve hängnis, weil
e pe sönlich ü den Misse olg de Gesand scha und den immensen dami e bundenen inan-
ziellen Ve lus e an wo lich gemach wu de. Einige Mona e nach de Rückkeh de Gesand scha
nach Schleswig wu de O o B üggemann zum Tode e u eil und am 5. Mai 1640 hinge ich e .61
Nach B üggemanns Tod könn e seine in Hambu g lebende Familie das in seinem Besi z e bliebene
pe sische Lampasgewebe dem bei Hambu g gelegenen Klos e Ue e sen ges i e haben.62
Fazi
Seidene Tex ilien mi igü lichen ode lo alen Mus e n zählen zu den kos ba s en kuns gewe b-
lichen P oduk en, die im I an des 16. und 17. Jah hunde s he ges ell wu den. Pe sische Schahs
de Sa awiden-Dynas ie se z en sie dahe geziel als diploma ische Geschenke an e ne Fü s en und
ausländische Gesand e ein. Die im Jah 1639 nach Schleswig-Hols ein gelang en Seidengewebe sind
he aus agende Beispiele pe sische Webkuns und auch du ch ih e gu dokumen ie e P o enienz
ü die Geschich e de ex ilen Küns e on hohe Bedeu ung. Wäh end die spä e aus Schloss Go -
o nach Kopenhagen ans e ie en Seidengewebe on de ex ilhis o ischen Fo schung be ei s gu
au gea bei e wo den sind, e hiel en die in Schleswig-Hols ein e bliebenen Einzel eile bishe kaum
Beach ung. Sie sind jedoch keines alls on ge inge e Bedeu ung, zumal sie in e eulich gu em Zu-
s and e hal en sind. Es sind die wenigen an ih em Bes immungso e hal enen Zeugnisse de o
knapp ie hunde Jah en in g oße Zahl an den schleswig-hols einischen Ho gelang en Geschenke
des pe sischen Schahs.
58 Vgl. Olea ius 1647, S. 540.
59 Vgl. Olea ius 1656, S. 533.
60 Vgl. Rela ion 1639, S. 6.
61 Vgl. Olea ius 1647, S. 541–546. – Olea ius 1656, S. 765–778.
62 Bishe konn e ü den Eingang des Gewebes ins Klos e Ue e sen kein Beleg ode Da um ge unden we den; gl. Lühning 2003,
S. 50–51.
108 | No delbingen 90
Anhang 1: Die Rela ion on 1639
In deu schen Biblio hekska alogen wi d diese in mindes ens ie Exempla en e hal ene D ucksch i
un e dem übe g ei enden Ga ungsbeg i de Flugsch i e zeichne .63 Sie en sp ich in Fo m, Um-
ang und Inhal den in de jünge en Li e a u als ›Neue Zei ung‹ bezeichne en D ucksch i en.64 Die
sei dem 16. Jah hunde nachweisba en, in Au lagen on wenigen hunde Exempla en ged uck en
sogenann en Neuen Zei ungen en hiel en Be ich e übe zei geschich liche E eignisse und e schienen
jeweils in eine einmaligen Ausgabe. Im Lau e des 17. Jah hunde s wu den sie on pe iodischen,
also o lau end in egelmäßigen Zei abs änden e scheinenden Zei ungen e d äng . Die im Folgen-
den ansk ibie e ›Neue Zei ung‹ is ein ach sei iges Qua o ma (H. 19,5 cm; B. 14,5 cm). Au dem
Ti elbla s eh das Publika ionsjah , jedoch kein Publika ionso (
Abb. 17
).
Das ü diese S udie in
de He zog-Augus -Biblio hek in Wol enbü el konsul ie e Exempla be inde sich sei spä es ens
1651 in de Biblio hek ih es G ünde s He zog Augus d. J. zu B aunschweig-Lünebu g.65
De du ch die Rela ion noch im selben Jah e b ei e e Be ich des im Augus 1639 e olg en Be-
suchs de pe sischen Gesand scha in Schleswig e mi el einen lebha en Eind uck on diesem
spek akulä en E eignis. Diese Quelle wu de on de Olea ius-Fo schung bishe kaum beach e .66
Sie e gänz die du ch Olea ius’ Reisebe ich on 1647 bzw. 1656 und seine Hols einische Ch onik
on 1663 übe lie e en In o ma ionen zum Besuch de pe sischen Gesand scha in de Residenz-
s ad du ch eine genaue e Schilde ung de ze emoniellen Abläu e und de da an be eilig en Am s-
pe sonen.67 Zudem en häl e übe aus in e essan e – zum Teil auch amüsan e – Beobach ungen zu
Kleidung und zum Ve hal en de pe sischen Gesand en in de F emde. E bie e dami auch ü die
Fo schung zum hö ischen Ze emoniell, insbesonde e bei in e kul u ellen Begegnungen, sowie zu
Geschich e de diploma ischen Geschenkkul u eine ungewöhnlich de ail eiche Schilde ung.68
Die o liegende kommen ie e T ansk ip ion en häl zu besse en Lesba kei olgende Anpas-
sungen an die mode ne Rech sch eibung: Die im O iginal mi übe ges ell em kleinen ›e‹ gekenn-
zeichne en Vokale ›a‹, ›o‹ und ›u‹ wu den zu den mode nen Umlau en ›ä‹, ›ö‹ und ›ü‹ e ände .
De Buchs abe ›w‹ wu de wo angemessen zu ›u‹ e ände . Das einem ›i‹ en sp echende ›y‹ wu de
eben alls mode nisie . Die sogenann en Vi geln (Sch ägs iche zwischen zwei Wö e n als Vo läu e
des Kommas) wu den du ch Kommas e se z . Das ans elle eines ein achen ›s‹ e wende e ›ß‹ wu de
du ch ein ›s‹ e se z . Das an manchen S ellen e wende e Abkü zungszeichen in Fo m eines Übe -
s ichs ode eine Tilde wu de au gelös .
63 Be lin, S aa sbiblio hek zu Be lin – P eußische Kul u besi z, Ue 2378. – London, B i ish Lib a y, G.6767.(7.). – Passau, S aa -
liche Biblio hek, S n /Mb (b) 23. – Wol enbü el, He zog-Augus -Biblio hek, A: 32.18 Pol. (21). Das Exempla in Passau lieg
auch als Digi alisa o :
h ps://mdz-nbn- esol ing.de/de ails:bsb11343254.
64 Zu En s ehung und Ve b ei ung de sogenann en ›Neuen Zei ungen‹ gl. Lang 2011. – Wilke 2021.
65 Die Flugsch i is im sogenann en Büche adka alog de He zog-Augus -Biblio hek on 1651/52, S. 4015, e zeichne . Diese
In o ma ion e danke ich Felix Kommnick.
66 Die e Lohmeie e wähn e die Flugsch i lediglich in eine Fußno e in seinem Nachwo zum Reise agebuch des Adam Olea ius;
gl. Lohmeie 1971, S. 26, Anm. 92
.
67 Vgl. Olea ius 1647, S. 539–542. – Olea ius 1656, S. 762–765. – Olea ius 1663, S. 248–253.
68 In e kul u elle Begegnungen und Audienzen wu den in de jünge en Fo schung zu Kul u geschich e de Diploma ie in de
ühen Neuzei eingehend un e such , gl. zum Beispiel Balle e al. 2008; Bu schel/Vogel 2014.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 109
T ansk ip ion
[S. 1] Rela ion, Ode Eigen liche E zehlung, aus Go o , Welche Ges al de Pe sianische Lega aus
de Königlichen Haup -S ad Hispahan, welche bei sechzehenhunde Teu sche Meil Wegs on hinnen
gelegen, zusamp denen in Anno 1635 im Mona Oc ob is, on Ih e Fü s l. [Fü s lichen] Gn. [Gnaden]
dahin abge e ig e an Pe sonen s a cke Lega ion, nach ollende e wei en Reise anhe o, wide umb
glücklichen an- und zu Hauskommen, emp angen wo den.69 Nebens angeheng en zweien B ie en, so
de König in Pe sien an den G oß-Fü s in Rußland abgehen lassen. Im Jah , M. DC. XXXIX.
69 Adam Olea ius besch eib die Ankun de pe sischen Gesand scha und des Moskaue Gesand en in Schleswig eben alls,
wenngleich nich ganz so de ail eich, in seinem Reisebe ich sowie in seine Ch onik; gl. Olea ius 1647, S. 539–540. – Olea ius
1656, S. 762–763. – Olea ius 1663, S. 248–249.
Abb. 17: Rela ion, Ode Eigen liche E zehlung, aus Go o […], 1639, Ti elbla . Wol enbü el,
He zog-Augus -Biblio hek, 32.18 Pol. (21). Fo o: He zog-Augus -Biblio hek, Wol enbü el.
110 | No delbingen 90
[S. 2] Nach deme die Königliche Pe sianische, neben de Mußkowi ischen da zu ge hanen Bo -
scha mi Ih . Fü s l. Gn. des He zogen on Hols ein nunmeh bey die ie Jah abgegangenen
Lega is eine zei lang zu Re el in Lie land, und he nach in Riga sich e liche Zei , bis so lange ihnen
Schi e on Lübeck en gegen geschicke au gehal en, und olgends au T awemünde, on dannen
nache de S ad Kyl glücklich übe geb ach wo den und angelange , allda sie e liche Tage ausge u-
he und s ille gelegen, und wol ac i e wo den.
So haben den 7. Augus i Ih e Fü s l. Gn. He zog F ide ich Ih e In an e ie zu de je z gedach en
He n Gesand en Ankun o he o Mus e n, auch ih e löbliche Landscha in g osse Anzahl e -
sch eiben lassen, die sich au s s a lichs e e zeige .
Da au den 8. Augus i umb Mo genszei 2000 zu Fuß, und zwo s a cke Compagnien zu P e de
un e zween Ri meis e n den on B ockdo und Ale eld,70 nich allein absonde lich dem ob-
gedach en Pe sianischen Gesand en au eine halbe Meile on hie en gegengeschick , sonde n
seyn auch da au in eine p äch igen O dnung Ih e Fü s l. Gn. He n Rä he und Ho diene , alle
in schwa zen T aue kleide n, wegen Ih . Fü s l. Gn. F au Mu e Tod ,71 mi einem he lichen
Comi a de Hols einischen Ri e scha ge olge , da un e wa en zwey kös liche P e de, als ein
Rappe, mi Pe len und Golde ges ick em Sa el und Zeug wie auch mi Kleinodien beheng , jedoch
alles wegen de angedeu en T au ung mi schwa zen Lampe s übe zogen,72 und wa d das eine
P e d au 20000 das ande au 60000 Reichs hale , zusamp den kös lichen Kleinodien geschä z-
e . I em, d ei übe p äch ige Ku schen, jede mi sechs P e den, da un e de mi sechs schwa zen
Rappen, mi Vene ianischen schwa zen gla en Samme und güldenen Posemen en, und auch
die Zeuge mi güldenen Pockeln beschlagen, und die Ku sche mi Samme en Röcken bekleide
gewesen, wie auch die Wagen mi güldenen Pockeln beschlagen wa en, d au die Gesand en
mi ih em Comi a zu se zen. In o enem eien Felde is die Emp ahung geschehen, und ha de
Amp mann Jö gen on de Wische zu gu en Glückwünschung die O a ion ge han.73 Nach be-
schehene An wo du ch den Dolme sche is de Pe sianische Gesand e zwischen dem He n
Amp man, und dem Lega o B üggemann ge i en,74 und haben die ande n sich in die o gedach e
Wägen gese z e , seind also in solche P ach in ein dazu wol zuge ich es Logie geb ach wo den,
da alsobald die Musque i e zweimal Sal e geschossen, bald da au seind 32 Canonschüsse alle
scha geladen, ge han wo den, wie dann auch des Gesand en Dame in einem e deck en Wagen
mi ie e schni enen Knaben, nach ih em Geb auch un e m e deck en Himmel ge üh e , daß
sie niemand zu sehen bekommen,75 in dasselbe Losamen b ach , wo selbs en so iel Volcks allen -
halben e samle , daß man sich kaum kund e du chd ingen.
70 Die Adeligen Hin ich on B ockdo (1600–1671) und F ied ich on Ahle eld (1618–1664) wa en Am männe am Ho He zog
F ied ichs III.; gl. Bischo 1996, S. 157 u. 161. Hin ich B ockdo be ehlig e sei 1625 als Ri meis e die schleswigsche Kom-
panie des Roßdiens es de Ri e scha .
71 Die Mu e He zogs F ied ich III., He zogin Augus a on Schleswig-Hols ein-Go o (1580–1639), wa am 5. Feb ua 1639
e s o ben.
72 Die Bedeu ung des Beg i s ›Lampe s‹ konn e nich es ges ell we den. Ve mu lich handel es sich dabei um eine S o ga ung.
73 De Am mann Jü gen on de Wisch (1594–1649) lei e e on 1632 bis 1646 das Residenzam ; gl. Bischo 1996, S. 236.
74 De Hambu ge Holzhändle O o B üggemann wa neben Philipp C usius als zwei e Gesand e mi de schleswig-hols einischen
Gesand scha nach Pe sien ge eis ; siehe obe
n, S. 106–107.
75 Olea ius be ich e in seine Ch onik e gänzend dazu: »De Pe sische Gesand e üh e e eine on seinen F auen, die e zu As achan
on einem Ta a , ih em B ude , e handel ha e, mi sich. Dami sie nun beim Einzuge on niemand, ih em Geb auch nach, gese-
hen wu de, ließ e om Wagen biß zu Thü des Hauses 2 Zel wende ziehen, zwischen welchen sie e deck hingehen muß e. Gab
auch nich zu, daß so lange e sich in Hols ein au hiel , Sie on jemand, ausse seinem e schni enen Kamme diene mi seinem
Willen gesehen wü de. Sie abe ließ sich doch ihm umwissend o du chs Fens e sehen.«; gl. Olea ius 1663, S. 249–250
.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 111
[S. 3] Den 9. Augus i wa d de Russische, ode Mußkowi e sche Gesand e , welche 12 Pe so-
nen s a ck, du ch die Ri e scha und e lichen Ku schen mi 6 P e den und also nich so s a ck,
wie de Pe siane ,76 gleichwol on eine seh p äch igen und ansehlichen Beglei ung auch einge-
hole , dem auch ein e lich wol ausgepu z es P e d, nemlich ein Fuchs da au zu ei en, nebens
eine s a lichen Ca ossen, zu ah en, wie es ihm gelieb e p aesen i e wa d, welches e sich doch
geweige und is also au seinem eigenen Russischen ode Ta a ischen P e d zwischen de Ri e -
scha einge i en. Deme das K a zens einische Regimen on 1000 Musque i e n an zwei Sei en
abge heile , au gewa e , daß e dazwischen bis in sein Losamen du chge i en, und allda einge-
üh e wo den.
Den 10. Augus i ha man den Abgesand en beide sei s Ruhe gelassen, is ihnen abe doch seh
leissige und ansehliche Au wa ung geschehen.
Den 11. Augus i schick en Ih e Fü s l. Gn. om Schloß hinun e zu dem Pe sianischen Gesand en
ih en Ma schalck samp de Ri e scha ,77 denselben zu Audien z au zuholen, da zu denn d ei
schöne Rei p e de, als ein Rappe und zween Füchse, die abe mals mi schönen Kleinode n und an-
de n e gülde e Zie a h meh als au 130000 Reichs hale we h ausgebu z , daneben d ei s a liche
und mi Samme und güldenen Bo en ausgekleide e Ku schen, jede mi sechs P e den e o dne
wa en. Ha sich also de Abgesand e hin en allein in den e s en Wagen, mi gedoppel em Rocke on
güldenen S ücken, einen kös lichen Bund au seinem Häup e agend,78 gese ze , o ne und an bei-
den Sei en se ze en sich zu ihm d ei Pe siane on seinen Fü nems en, ha en kniend die Angesich e
zu ihme gekeh e mi g osse Re e en z, gleich als wann sie ihne hä en angebe e , und gieng die
gan ze Ri e scha o an, denen de Ma schalck in de Ku schen olge . Vo des Gesand en Wagen
abe i e ein s a lich gekleide e Pe siane , de einen g ossen B ie an Ih e Fü s l. Gn. Hal end, in
einen schönen Ta e ge asse ,79 mi ausges eck en A men ug: Neben deß Gesand en Wagen au
jede Sei en i en zween Pe siane , die kleine blancke au ge ich e e Handbeile üh e en und mus en
zwischen de Solda esca, die on des Gesand en Losamen bis an die Obe p o e des Schloß ho s
beide sei s in ollem Geweh geo dne wa , du chziehen und ah en. Zween Pe siane i en au den
Fü s l. P e den s acks hin e des Abgesand en Wagen he , so abe o de Obe p o en des Schlosses
abges iegen, und die P e de on sich gaben: Au die ande n beyde Wagen jede mi 6 P e den, sassen
des Gesand en nehes en Rä he. Von dem Tho du ch den Pla z bis an den Windels ein zu Ih . Fü s l.
Gn. Gemache s unden ei el T aban en mi Hellepa en, und wie o de T eppe de Gesand e abge-
76 Olea ius be ich e , dass die pe sische Gesand scha 24 Pe sonen und dami doppel so iele Pe sonen wie jene de Moskaue
Delega ion um ass e; gl. Olea ius 1663, S. 249.
77 Ho ma schall au Schloss Go o wa zu jene Zei de einem pomme schen Adelsgeschlech en s ammende Dionysius on
Podewils (1590–1647); gl. And esen/S ephan 1928, Bd. 1, S. 88.
78 De pe sische Gesand e ug zu Audienz o enba ein Gewand aus Golds o en und einen Tu ban. Olea ius lie e eine genaue e
Besch eibung des Tu bans in seinem Reisebe ich ; gl. Olea ius 1647, S. 539. – Olea ius 1656, S. 763.
79 De ex ile B ie beu el sowie das da in en hal ene K edi i sch eiben des pe sischen Gesand en wu den nach de Audienz in de
Biblio hek des Go o e Schlosses e wah ; gl. Olea ius 1663, S. 252. In spä e e Zei kamen sie nach Kopenhagen, wo sie bis
heu e im Designmuseum bzw. im dänischen Na ionala chi bewah sind; gl. Jolly/Mühlemann 2023. En gegen de Aussage
de Flugsch i handel es sich beim S o des B ie beu els nich um einen Ta , sonde n um einen Seidensam mi Goldg und.
Eine p äzise e Besch eibung des B ie beu els lie e Olea ius in seinem Reisebe ich ; gl. Olea ius 1647, S. 539. – Olea ius
1656, S. 763. In seine Ch onik besch eib Olea ius auch den an den He zog ge ich e en B ie , einschließlich de in Gold a be
no ie en pe sischen Wö e ü ›Ch is i‹ und ›Ch is en‹; gl. Olea ius 1663, S. 250–251.
112 | No delbingen 90
s iegen, wa d E alsbald du ch den He n Ma schalck au den Fü s lichen Saal ge üh e ,80 da ihme
dann Ih e Fü s l. Gn. neben dem He zog Alb ech on Sachsen Lauenbu g81 seh eundlich emp-
angen haben. Nach gehal ene Audien z, und wie de Lega us sein Gewe be abgeleg welches sich
mi den Ce emonien wol übe ein S und e zogen, is E zu ö en lichen Ta el beglei e , da E dann
sich zimlich lus ig und ölich so wol in Gebe den als Gesp äch bezeuge , welches doch alles du ch
einen In e p e en ode Dolme sche [S. 4] geschehen müssen: De owegen dann I. Fü s l. Gn. einen
G iechen, so mi ihnen Pe sianisch und Tü ckisch eden kun e, bey sich s ehend ha en: Ingleichem
ha e de Pe sianisch Gesand e auch einen Dolme sche bei sich, de au Teu sch eden und alles
auslegen kun e, was die eigen liche Meinung de Discu sen. Es wu den die Zei übe in 30 Gesund-
hei en ge uncken, und dann allemal ein Schuß aus den Canonen ge han. De Gesand e abe anck
wede den Spanischen noch Rheinischen Wein, en schuldig e sich hö lich, wie ihme de Spanische
ga zu süß, und de Rheinische wegen des Magens nich wol bekäme, weil sie auch ohne das keinen
Wein in Pe sien ih es Gese zes halbe incken, als wa d ihm ein ande Ge äncke on Rheinischen
B andwein mi Musca en, Ingwe und Zucke , abgezogene kös liche Ex ac gemache , daß E wol
ein halb S übichen82 da on die Zei übe genossen, bis gegen 5 Uh , da E alsdann seinen Abschied
genommen, Is wide on obgedach en Fü s l. Pe sonen bis an die Thü de S iegen übe den Saal
beglei e wo den, in die Ku sche gesessen, und haben ihn die on de Ri e scha bis in sein Losamen
wide beglei e , daß alles seh ölich anzusehen gewesen.
Den 12. Augus i wa d de Russische Gesand e on Ih. Fü s l. Gn. auch zu Audien z gebe en
welche zwa eben au dieselbe A , wie de Pe sianische gen Ho au gehole wa d, abe wol e
sich in keine ande n Gelegenhei sehen lassen, sonde n i e au seinem eigenen Schimmel und
wol ausgepu z en Tü ckischen Roß, üh e e zugleich mi die P aesen en o seine eigene Pe son,
und ließ einen g ossen B ie an I. F. Gn. o an agen, und wa d dabei ge üh e ein schön Russisch
P e d, mi eine s a lichen Decke, wie dann auch de Zeug mi dem Zaum und Haup ges elle, mi
seinen sub ilen Golde ga a lich beschlagen wa , ließ daneben einen g ossen Köche olle schöne
P eilen mi einem s a cken wolgemach en Bogen nach agen.83 I em 2 Zimme kös liche Zobeln
und ande e Ra i e en des O s. Nach gehal ene Audien z wa d E auch zu Fü s l. Ta el ge üh e ,
da dann ebenmässig iel Gesundhei en ge uncken, und allemal die Canonen zimlich s a k geladen
und gelöse wu den, deme mi T incken seh iel zugese ze wa d: Wie E sich nun zimlich T un-
cken be and, und Abschied on I. F. Gn. nemen woll e, wa d ihme ein seh kös liche Wagen mi
sechs P e den, und dabei ein schönes mu higes Fü s lich P e d o gezogen, d au E saß, abe weil
E des Tü ckischen abge ich e en P e des Gemü , und dessen, wie es nach diese A abge ich e
wa , nich gewohne , begun e E das P e d zu Pickie en, und in deme e s nach seine A zu ha
ang i e, s ü ze e das P e d mi ihme übe einen Hau en au das P las e , Wie ihme nun das P e d
au dem lincken Schenckel lage, und eine s a cke S imme on sich gab, lie en die Adelspe sonen
80 Da sich keine G und isse des Go o e Schlosses aus dem 17. Jah hunde e hal en haben ( gl. Wiesinge 2015, S. 113),
konn e nich abschließend geklä we den, übe welchen T eppen u m de pe sische Gesand e ge üh wu de und in welchem
Saal die Audienz s a and. Es is jedoch möglich, dass die Audienz im damals ›G üne Saal‹ ode ›Ki chsaal‹ und heu e ›Hi sch-
saal‹ genann en Saal s a and. Diese wa nach dem Tanzsaal de zwei g öß e Saal des Schlosses; gl. Wiesinge 2015, S.
125–126. Hie emp ing He zog F ied ich III. im Jah 1654 auch eine schwedische Gesand scha ; gl. Olea ius 1663, S. 311. Fü
diese Hinweise danke ich Anja Wiesinge seh he zlich.
81 Gemein is hie e mu lich He zog Augus on Sachsen-Lauenbu g (1577–1656), Ehemann on Elisabe h Sophie (1599–
1627), Schwes e He zogs F ied ich III. on Schleswig-Hols ein-Go o , und dami ein Schwage des He zogs.
82 Al es deu sches Hohlmaß ü Flüssigkei en; gl. G imm 1854–1960, Bd. 20, Sp. 155. In Hambu g en hiel ein S übchen 360 cl;
gl. Chelius 1830, S. 178.
83 Bei dem ussischen Gesand en handel e es sich um Aleksey Sa ich Romanchuko ; gl. Sho okho e al. 2018.
A. Jolly: Fü s liche Geschenke | 113
alsbald Hau enweis zu, g ie en das P e d an, und ück ens ihm om Leibe, daß E wide au die
Bein kam, nich s wenige , e hub E sich wide au s Roß gegen de om Adel Willen, und ummel e
dami den Ho hinun e übe die lange B ücke bis in sein Losamen , dahin ihn auch de gan z Fü s -
liche Comi a mi gu e So g al beglei e en: Wa d auch des olgenden Tags leissig besuche , und
geschahe ihm iel gu e Au wa unge.
[S. 5] Den 14. Augus i ha de Pe sianische Gesand e zu Obla ion seine P aesen en, so E bei sich
ha e, gegen I. F. Gn. sich e bo en, dazu E 306 Pe sonen dieselbe o den lich zu agen begeh e , wie
dann hiezu die Bü ge aus Schleswig au gebo en und geb auch wo den, daß es da oges al nach-
einande p aesen i e und ge agen is :84
E s lichen 9 schöne Pe sianische und Tü ckische P e de, da un e 2 B aune, die ande n meis
g au gesp inckel , gleichsam als Silbe a b, alle mi sonde lichem Ta , heils mi Silbe ges ick en
Decken übe henge , da un e ein Fuchs, so dem Tü ckischen Kayse im S ei abgenommen, und also
übe die Massen schnell im Lau en sein solle, daß eine einen Hasen dami e jagen, und zugleich
mi e s echen ode od schlagen kann, wie auch un e diesen P e den e liche sein sollen, da on de
Schecke übe 1000 Duca en we h: jedes P e d wa d on 2 Pe sonen ge üh e .
89 S a cke güldene und silbe ne S ücke Lacken.85
18 Sonde liche Di o kleine S ücke, da on jedes seine eigene Fa be und Blumen.
3 Übe die Massen he liche Tisch eppich e, an welchen jeden 2 Pe sonen ugen.
39 S ücke on alle hand Fa ben Seidenzeug, as gleich als Ta e .86
28 S ück alle hand Fa ben glän zend Seidenzeug, dem A las gleich.87
47 S ücke alle hand Fa ben mi sonde lichem Mus e Seidenzeug seh glän zend.
16 S ücke weiß Seiden Flo kla wie Schie uch.88
9 S ück b ei Ca hun sub il Leinwand.89
19 Schöne alle hand Fa ben Pe sianische Bogen.
84 Die hie au ge üh e Lis e de pe sischen Geschenke is wesen lich de aillie e als jene, die Olea ius in seinem Reisebe ich
on 1647 bzw. 1656 sowie in seine Ch onik on 1663 au üh e; gl. Olea ius 1647, S. 539. – Olea ius 1656, S. 763. – Olea ius
1663, S. 251. Alle diese Be ich e s immen jedoch in de genann en Anzahl on 306 bzw. 300 Schleswige Bü ge n übe ein, die
zu eie lichen P äsen a ion de Geschenke au gebo en wu den. Besonde s eind ücklich is die Lis e de bei diese Ze emo-
nie übe eich en kos ba en Tex ilien, die Du zende Gewebebahnen on seidenen Sam geweben sowie e liche Gewebebahnen
gla e Seidengewebe um ass .
85 Bei den an e s e S elle genann en goldenen und silbe nen Geweben handel es sich e mu lich um die zum Teil in Kopenha-
gen e hal enen Sam gewebe mi lancie en und b oschie en Me all äden im G und (siehe oben, S. 93-94). Sie zählen zu den
kos ba s en Tex ilien, die im spä en 16. und ühen 17. Jah hunde in Pe sien he ges ell wu den. De Beg i ›S ück‹ bezeich-
ne eine Gewebebahn. Olea ius be ich e , dass die Webe in Kashan, das ü die He s ellung eiche Sam gewebe bekann wa ,
»güldene S ücke« in Längen on bis zu zehn ode zwöl Ellen (ca. 6–7 Me e ) web en; gl. Olea ius 1656, S. 601.
86 Ve mu lich ha e de damals e wende e Beg i ›Ta ‹ dieselbe Bedeu ung wie heu e. Es handel sich dabei um ein seidenes,
leinwandbindiges Gewebe.
87 Bei den als ›A las‹ bezeichne en Geweben könn e es sich um A lasgewebe im heu igen Sinn des Wo es, d.h. Seidengewebe
mi lo ie enden Ke äden, die dem Gewebe eine gla e, glänzende Obe läche e leihen, ode auch um gemus e e Lam-
pasgewebe mi A lasg und gehandel haben. Zu web echnischen De ini ion de heu e in de Tex il o schung geb äuchlichen
Gewebebezeichnungen siehe das CIETA-Vokabula de Tex il echniken: CIETA (Cen e In e na ional d’E ude des Tex iles), Vo-
kabula de Tex il echniken:
h ps://cie a. /wp-con en /uploads/2018/09/ okabula _deu sch_2018-1.pd
(15.10.2024).
88 Gemäß G imm 1854–1960, Bd. 9 (1899), Sp. 29, wa ›Schie uch‹ ein du chsich iges, lose geweb es Tuch. E en uell handel e
es sich hie um indische Musselin-Gewebe.
89 ›Ca hun‹ bezeichne leinwandbindige Baumwollgewebe. Rese ebed uck e Baumwolls o e wu den im 17. Jah hunde in In-
dien und Pe sien auch ü den Expo he ges ell .
120 | No delbingen 90
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Au o in
D . Anna Jolly
Ku a o in ü Tex ilien des 16.–18. Jah hunde s an de Abegg-S i ung in Riggisbe g. In ih e Fo schung
beschä ig sie sich gegenwä ig besonde s mi pe sischen und indischen Seidengeweben de ühen
Neuzei sowie mi Tex ilien im diploma ischen Aus ausch.
E-Mail:
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