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MATTHIAS LASSEN
Klops ock-Ve onungen in
Schleswig-Hols ein um 1800
Zum 300. Gebu s ag des Dich e s
Singung des Liedes, du übe i s auch die schöne e Sp echung1
Vielleich is es e was kühn, wenn wi den Dich e F ied ich Go lieb Klops ock (1724–1803) hie
übe den Ti el in den Vo de g und s ellen und im selben A emzug des e s en Sa zes einges ehen
wollen, dass es im Folgenden nu um die musikalische Sei e de zu be ach enden Ve onungen und
um einige Hin e g ünde (die Komponis en und ih e Beziehungen un e einande be e end) gehen
soll, kaum abe um die Tex e und die Klops ock so wich igen F agen de Behandlung de Ve ss uk-
u in de musikalischen Umse zung.2 Als Hommage an den Dich e möge de o liegende Tex den-
noch gesehen we den, auch in de indi ek en Fo m. Anlass zu Beschä igung wa en – meh noch
als de unde Gebu s ag des Dich e s – die Klops ock e onungen des Lübecke s Ka l on Schlöze
(1780–1859), denen bishe – d. h. in den e gangenen gu zweihunde Jah en ih e Exis enz – eine
genaue e Be ach ung e sag geblieben is . Auch Schlöze s Ve onungen haben sozusagen unden
Gebu s ag: Sie eie n ih en 200. Gebu s ag, genaue gesag sind sie 1819–1821 komponie , und sie
soll en zu Klops ocks 100. Gebu s ag am 2. Juli 1824 e scheinen, dies e zöge e sich alle dings bis
Mai 1825 ( gl. dazu Schlöze s Selbs zeugnisse wei e un en). Übe Schlöze hinaus sollen wei e e
nö dliche Komponis en zumindes ku z ins Blick eld ge a en dü en, mi de Besch änkung alle -
dings au schleswig-hols einische Namen, denn du ch Klops ocks Wohnsi z in Hambu g is diese
S ad be ei s in den Fokus en sp echende Da s ellungen ge ück wo den.3 Dami wä e das Thema
um issen, d. h. es lieg keine spezielle e e gleichende F ages ellung zug unde, zumal sowohl die
e on en Tex e als auch die Musikbeispiele un e schiedlich genug sind – imme hin eich die Band-
b ei e de Tex e om in Gesang- und Cho albüche n e b ei e en Au e s ehn, ja au e s ehn! übe be-
kann e und o e on e Gedich e wie Das Rosenband ode Die Somme nach hin zu Auszügen aus
dem Messias ode den Heldengesängen de e schiedenen He mann-Tex e, und de Zei ho izon de
1 F ied ich Go lieb Klops ock, e s e Zeile des Epig amms F omme Wunsch, HKA A II 1982, S. 64 (N . 201 F omme Wunsch).
2 De Au o möch e sich in diese Rich ung nich wei e o wagen, ielmeh aus dem Pano ama unbekann e e Komponis en E -
gänzungen zu Diskussion und zum Gesam bild bei agen.
3 Vgl. Ho mann 2017. – Koch 2003. – Schwab 2001.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/p17
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Ve onungen umspann meh als sechs Jah zehn e. Es handel sich insgesam hie meh um einen
musikalischen Blumens auß anlässlich des Dich e -Gebu s ages, um eine Blumenlese – so wä e
die zei genössische Ti elgebung, wie man sie bei Ca l F ied ich C ame , Johann F ied ich Reicha d
und ande en inden kann –, und so suchen wi de Anschauungswel de hie zu besch eibenden
Zei ge ech zu we den.
Kunzen, C ame und Klops ock
Die S udie on Hein ich W. Schwab zu den Klops ock e onungen F ied ich Ludwig Aemilius Kun-
zens (1761–1817) e schien zum 200. Todes ag des Dich e s 2003,4 wi nehmen sie hie zum 300.
Gebu s ag wiede au . Kunzen is auch deswegen ein passende Eins ieg in das Gesam hema,
weil mi ihm gleich zu Beginn als wich ige Ve mi le Ca l F ied ich C ame (1752–1807) in Kiel
be ücksich ig we den kann: C ame wa nich nu mi Klops ock pe sönlich bekann wa und ha
sich bekann lich en husias isch ü den Dich e in Publika ionen eingese z ,5 sonde n wa selbs
wiede um mi zahl eichen Komponis en be eunde , so dass e als eigen liche Mo o eine schles-
wig-hols einischen Klops ock-Rezep ion im Musikalischen gel en kann. Ohne ihn hä e Kunzen
wohl nich Klops ock e on , wä en die Oden on Ch is ian Go lob Nee e nich in Flensbu g im
D uck e schienen und hä e auch Pe e G önland wohl nich seine wei e un en zu besch eibende
Klops ock-Begeis e ung en wickel .
Die olgenden bei Schwab besch iebenen, ged uck en Ve onungen Kunzens liegen alle im engen
Ve ö en lichungszei aum 1783–1790, in Klamme n e gänzen wi die Bezeichnungen des 2015 e -
schienenen We k e zeichnisses:6 1) 1783 die Vo be ei ung zum Tode ü zwei Sop äne mi Kla ie -
beglei ung in C ame s Blumenlese7 – dem No enband zum Magazin de Musik – (A.VI.1), die auch
in Pa i u handsch i ü Sänge (2 S, T), Cho , O ches e und O gel exis ie (A.III.2), – 2) 1787
zwei Ausschni e im Kla ie auszug aus He mann und die Fü s en in C ame s Flo a (B.III.2 Ba den-
gesang und He minonens Tanz, auch als handsch i liche S immensa z de Fassung ü Soli, Cho
und O ches e exis ie end), – 3) 1788 Teile aus He manns Schlach im Flensbu ge /Leipzige D uck
de Ko enschen Buchhandlung Weisen und Ly ische Gesänge (A.VI.20.47 Au Moos’ am lus igen
Bach, und A.VI.20.48 In deinen Thäle n, Einsamkei ), – 4) 1789 in Kunzens Sammlung Ze s eu e
Komposi ionen aus He manns Tod das Fische lied und das Hi enlied (B.III.4), – dann 5) 1790 de
komple e Kla ie auszug He mann und die Fü s en als Polyhymnia VIII (B.III.2), sowie auße dem
1791 ein Wiede abd uck zweie Ausschni e aus He manns Tod (B.III.4 Fische lied) und He mann
und die Fü s en (B.III.2 Cho Folg ih , sie is es) im Musikalischen Wochenbla .8 Man kann also
hie on eine biog aphisch au eine ühe Scha ensphase beg enz en, abe in ensi -g ündlichen
Beschä igung mi Klops ock sp echen. Be o wi uns schwe punk mäßig den spä e liegenden
Schlöze -Ve onungen zuwenden, sind Kunzens Klops ock-We ke auch deshalb ein gu es P älu-
4 Schwab 2003.
5 Vgl. Schmid 2005. – Schwab 2005.
6 Wald-Fuh mann 2015, S. 268–315 (We k e zeichnis, e s ell on Michaela Kau mann).
7 Den nu ino iziellen Ti el Blumenlese gab C ame selbs seinen Musikbeilagen, gl. C ame 1783b, S. 817.
8 Vgl. die einzelnen D ucknachweise zu Kunzen im Li e a u e zeichnis.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 161
dium, weil sie auch ü Kunzens eigenes Œu e so e was wie ein P äludium abgeben. Schwab
besch eib , wie C ame in Kiel den jungen Ju as uden en Kunzen ö de und zu Ve ö en lichung
seine Komposi ionen an eg , und C ame selbs besch eib dies 1787 in de Vo ede zu Flo a so:
»ich maaße mi hie bey das Ve diens einiges Ein lusses meine Bi e au seine ohnedem schon
b ennende Liebe ü Klops ock an«,9 auch ha e C ame seine Pläne zu Ve ö en lichungen alle
d ei He mann-Ve onungen on Kunzen im B ie an Klops ock mi ge eil und dem Komponis en
da in bescheinig , e hä e an »k ä igem Ausd uck, Simplici ä des Gesangs, und ie e em Geb au-
che de Ha monie« gewonnen.10 Die Vo be ei ung zum Tode is zudem, so Schwab, »mögliche wei-
se die e s e Komposi ion Kunzens übe haup , die im D uck e schienen is «.11 Ab 1784 wa Kunzen
dann schon in Kopenhagen ä ig, abe die Klops ock-Ak i i ä en se z en sich o , e wa im Salon
de Dich e in F iede ike B un, wo C ame bei seinem Kopenhagenbesuch Klops ock-Tex e o las
und e en uell auch – Schwab besch eib eine No enausgabe mi Ein agungen, die das naheleg
– Kunzen seine Musik zu He mann und die Fü s en den Zuhö e n o s ell e.12 Dami is auch ü
Kopenhagen de K eis angesp ochen, in dem C ame , Kunzen, wie auch Pe e G önland, J.A.P.
Schulz, de Dich e Jens Baggesen und ande e ak i ä ig wa en. In den einzelnen Biog aphien de
kul u ellen Ak eu e diese Zei in Kiel wie in Kopenhagen inde man dieses p oduk i e Ne zwe k
jeweils da ges ell . Nach 1790 ha Kunzen alle dings keine wei e en Klops ock ex e e on , de
olls ändige Kla ie auszug on He mann und die Fü s en schließ somi diese Reihe, wäh end die
beiden ande en Zyklen He manns Schlach und He manns Tod nich olls ändige ausgea bei e
wo den und nu die genann en knappen Auszüge ged uck wo den sind. Dass in olge de Aus-
einande se zung um Kunzens Ope Holge Danske (1789), die eine he ige na ionale Kon o e se
wu de, die pa io ische Emphase Klops ocks ohnehin kaum noch eine Wü digung in Dänema k
inden konn e, e klä zumindes eilweise die Ta sache, dass Kunzen nach diesen E eignissen auch
spä e nich zu Klops ock-Tex en zu ückkeh e.13 Auch wa de Inspi a o C ame sei seine Am s-
en hebung 1794 und dem Wegzug nach Pa is als eibende K a nich meh in de Nähe wi ksam.
Zu Besch eibung de Musik e weisen wi au Schwab, bie en abe die Vo be ei ung zum Tode
in besse lesba e Fo m im Anhang 1 zum Musizie en an.14 Nu eine kleine S elle aus He mann
und die Fü s en sei doch di ek musikalisch-analy isch ins Blick- bzw. Gehö eld ge ück wegen
ih e Au älligkei : Hie inde sich au Sei e 68 des Kla ie auszugs on 1790 olgende ha monisch
wie melodisch besonde s dich ges al e e S elle (de ganze, nu 16 Tak e um assende Abschni ,
de mi G azioso übe sch ieben is , inde sich im Anhang 215).
9 C ame 1787, S. XIV (Vo ede, da ie »Kiel, den 26. Ap il 1787«).
10 Schwab 2003, S. 125. – HKA B VIII/1 1994, S. 71–72, B ie C ame an Klops ock, da ie 20.4.1785.
11 Schwab 2003, S. 116–117.
12 Schwab 2003, S. 119.
13 Vgl. Schwab 2003, S. 138–141.
14 Vgl. Anhang 1:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s1
.
15 Vgl. Anhang 2:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s2
.
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O Som me
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-gen,
-wie leuch es
-du du ch des Hai nes
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Nach . O Som me
-mo
-gen,
-wie leuch es
-du du ch des Hai nes
-g ü ne
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-dem die B au die e s en
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C‹5D7 G7 C7 F
lieb e,
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G azioso.
[Klops ock; 7. Szene, KA 1790, S. 68]
[aus: He mann und die Fü s en]
F.L.Ae. Kunzen
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No enbeispiel 1: Kunzen, He mann und die Fü s en, Kla ie auszug S. 68, T. 8–12.
De ie ache Quin all im Bass (a–d–g–c– ) wä e allein schon eine ha monische Besonde hei ,
wobei insbesonde e schon de e s e Akko d diese Quin ens ecke – besch eibba in seine S uk u
als c-moll ode a- e minde mi Sep ime – einen deu lichen Fa bumschwung bewi k . Es läss sich
abe auch s aunen übe die Te zen eihung im Gesang: Vie Te zen hin e einande (klein–g oß, se-
quenzie klein–g oß) glei en mi jeweils ch oma isch nach un en geschobenem S a on (c–h–b–a)
abwä s, eine sel same, abe dennoch san e Häu ung dieses In e alls, die sich wohl nu seh sel en
übe haup so inden läss – einge üg in einen kla en, klassischen Vie ak ahmen, de on C-du (T.
8) nach F-du (T. 12) üh .
Klops ock selbs ha , du ch une müdliche Ve mi lung C ame s, die Ve onungen Kunzens ge-
kann und geschä z , so wünsch e e sich 1787 die Ve onung eines Tex es »am liebs en du ch Schulz,
abe gewiß auch ge n du ch Kunzen«,16 und auch di ek e Begegnungen mi Kunzen sind als siche
anzunehmen, abe konk e schwe assba .17 Wi wollen hie nach Be ach ung des musikalischen
Ausschni es noch einen b ie lichen Aussp uch Julia Re en lows an ügen, de sich zwa au He -
minonens Tanz aus He mann und die Fü s en (Tex beginn: Das Mädchen b ing des Haines K anz)
bezieh , abe das Musizie en de Kunzenschen Musik in Hambu g du ch Juliane on Win hem be-
weis 18 und ielleich auch au die oben musikalisie e Bek änzung des Gelieb en passen möch e:
»Sagen Sie Windeme en se zlich iel schönes on mi – – Ich smach e nach den Accompagnemen
zu den Liede on He minone wie sie He mann den K anz b ing «.19 Es handel sich wie gesag nich
um das oben analysie e We k, abe das Lob des Accompagnemen kann hie wohl auch wie ana-
ly isch gezeig au die Bek änzung in de Vo be ei ung zum Tode übe agen we den.
16 Klops ock an G ä in Augus e Be ns o in Kopenhagen, Hambu g 14.12.1787, HKA B VIII/1 1994, S. 108–109.
17 Schwab 2003, S. 119.
18 Schwab 2003, S. 119.
19 Juliane Re en low an Klops ock und Johanna Elisabe h on Win hem, Kopenhagen 18.12.1784, HKA B VIII/1 1994, S. 51.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 163
Ka l on Schlöze (1780–1859) – Ach Oden on Klops ock op. 9
(1819/1825)
De Sp ung on Kunzen zu Schlöze is g oß: Wei lieg Schlöze zei lich en e n om K eis um C a-
me , und als Schlöze s Oden e scheinen, is Kunzen be ei s einige Jah e und Klops ock be ei s sei
übe 20 Jah en o . Schlöze e sieh seine Ach Oden on Klops ock mi dem bekenn nisha en Un-
e i el In Musik gese z mi Beglei ung des Piano o e und den Ve eh e n dieses uns e blichen Dich-
e s am 2 en July 1824 zugeeigne on K. on Schlöze in Lübeck. 9 es We k. De Gesangs ücke 4 es He .
Sie sind eine eigen ümliche und in e essan e Sammlung: Zu jedem Lied no ie Schlöze das ge-
naue Da um de Komposi ion, auße dem zu den meis en Tex en (nich zu Edone und Rosenband)
nach Klops ockschem Vo bild das Be onungsschema – o anges ell und auch übe de Gesangs-
s imme – sowie wei e e In o ma ionen zu den Tex en.20 Die Ve ö en lichung im Mai 1825 be-
ich e Schlöze in dem on ihm selbs e ass en Tex manusk ip zu seine Musik, das sich im Lü-
becke S ad a chi be inde und im Folgenden in ex enso zi ie wi d, be o die Liede , o allem
Die Somme nach , e was genaue analysie en we den. Sein Manusk ip ha Schlöze übe sch ieben mi
Die Composi ionen | on | Ka l on Schlöze | on ihm gesch ieben au gese z 9 Mai 1826 | und mi spä e-
en Zusä zen.21 Das Manusk ip um ass 18 unpaginie e Sei en sowie einen beiliegenden kleinen Ze el,
die e s e Sei e b ing nu den Ti el, de Tex beginn au Sei e 2 mi eine Vo beme kung und un en au
de Sei e mi dem wei e en (Un e -)Ti el Meine musikalischen Ve suche (wi zi ie en im Folgenden aus
diesem Manusk ip mi Sei enzahlen). Die Klops ock-Oden op. 9 nehmen au ällig iel Raum im Selbs -
be ich zu den bishe e schienenen Komposi ionen ein, was zum einen da an liegen wi d, dass die Kom-
posi ion zum Zei punk de Niede sch i noch nich allzu wei en e n lag, zum ande en kann man au
eine besonde e We schä zung Schlöze s ge ade diese eigenen Komposi ion schließen. B ei en Raum
nehmen in Schlöze s Be ich zu op. 9 die Reak ionen kundige Zei genossen ein, wäh end e die Klop-
s ock-Ve onungen on Reicha d , Zel e , Zums eeg und Gluck nach eigene Aussage nich gekann habe:
»Oe : IX. Ach Oden on Klops ock soll en schon den 2 en July 1824 e scheinen,
e schienen abe e s im May 1825. Schon 1819 ing ich mi de Composi ion diese
Oden an, beme ke jedoch, daß ich du chaus ohne i gend ein Vo bild dieß gewag
habe. Lange nachhe kamen mi e s die Gluckschen in die Hände, die ganz e ehl en
Nee schen le n e ich aus Fo kels Bibl. kennen, die Reicha d schen sind mi nie o -
gekommen, ebensowenig die Zel e schen. Zums egs mislungenen 2 Oden ielen mi
auch e s nachdem alles e ig wa in die Hände. Genug meine Bea bei ung is ganz
mein eigenes We k, ohne alles Vo bild. Nach dem Jah e 1819 als die e s en 7 Oden
e ig wa en, heil e ich das Manusk ip dem Bü ge meis e O e beck, de Klops ock
(und Gluck) ebenso e eh e als ich, mi , un e den 3 en Decb 1820 sch ieb e mi
da au olgendes:«22
20
Vgl. Exempla de S ad biblio hek de Hanses ad Lübeck (Mus P 107 Ex 2): h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:gb :48-1-4024744,
sowie Exempla de Baye ischen S aa sbiblio hek München (4 Mus.p . 66484): h ps://mdz-nbn- esol ing.de/u n:nbn:de:b b:12-
bsb00107221-1.
21 S ad a chi de Hanses ad Lübeck, Bes and 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., da in: Die Com-
posi ionen | on | Ka l on Schlöze | on ihm gesch ieben au gese z 9 Mai 1826 | und mi spä e en Zusä zen [= Schlöze ,
Composi ionen 1826].
22 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 8.
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Fü die Ve onungen on Nee e e weis e au Fo kels Musikalisch-k i ische Biblio hek, in de schon
1778 eine Rezension de Klops ock-Oden on Nee e zu lesen gewesen wa .23 Schlöze zi ie dann
im Folgenden den B ie on Ch is ian Adolph O e beck an ihn, de auch im O iginal im selben
A chi bes and e hal en is . Wi we den dahe den B ie aus dem O iginal wiede geben und au die
Klops ock-Ve onungen on O e beck spä e noch zu ückkommen:
»Ew. Hochwohlgeboh en
bi e ich ech seh um Ve zeihung wegen des langen Behal ens Ih e No en. Da Sie
ü die Klops . Komposi ionen den G undsa z de Einhei im Mannich al igen, ode des
Du ch üh ens des Ganzen lediglich aus dem Thema, ablehn en; so e anlaß e mich dies,
länge da übe nachzudenken, welchen eigen lichen Special=Cha ak e – au welchen
e wa jene G undsa z nich so ganz paß e – Sie diese Ga ung Ih e geis eichen Kompo-
si ionen wohl hä en beilegen wollen. Und da will mi ´s denn nun scheinen, als hä en
Sie die Fo m: Accompagnemen , un e misch mi A ioso, beabsich ig . I e ich hie in
nich ; so mög e ich doch gleichwohl Ih e nähe en P ü ung anheim geben, ob nich 1)
die eci a i ischen S ellen hin und wiede , mi Ve meidung de häu igen Wiede holung
Eine und De selben No e, meh Melodie, und 2) die A ioso=a igen Passagen jede
Ode, meh Ähnlichkei un e einande , e hal en könn en. Ich beziehe mich, wegen bei-
de Beme kungen, au G auns Tod Jesu, und ähnliche We ke. – Un e Wiede holung
meines e gebens en Dankes ü das gü ige Geschenk, bi e ich Ew. Hochwohlgeboh en,
die Ve siche ung meine ausgezeichne en Hochschäzung zu genehmigen.
. H. d. 3 Dec. 1820. CAO e beck«24
Die on O e beck angesp ochenen Ges al ungsaspek e des Rezi a i ischen (mi ›Accompagnemen ‹)
und de ly ische en Ges al ung als ›A ioso‹ zusammen mi dem Bezug au G aun e weisen au die
äl e e Beg i swel , die O e beck hie anleg , und in de e selbs in seine schon wei e zu ücklie-
genden Komposi ions ä igkei beheima e wa , de sich abe Schlöze kaum noch e p lich e ühlen
muss e. Alle dings lassen sich die k i isie en bzw. angeme k en Punk e (länge e Ton epe i ionss e-
cken, Be o zugung neue melodische Ges al ungen gegenübe »Ähnlichkei un e einande «) in den
Liede n du chaus inden ( gl. die Analyse de Somme nach ). Dass O e beck hie das Rezi a i ische
s a k be on , obwohl es in den Schlöze -Liede n ga nich so ausgedehn o komm ( gl. Analyse),
zeig ielleich einen g öße en Respek o de Sp achs uk u , den die äl e e Komponis engene a ion
ehe ausgezeichne haben mag als die jünge e.
Anschließend e wähn Schlöze , dass Johann He mann Clasing (1779–1829) in Hambu g das Ko -
ek u lesen übe nommen ha e und e wähn als wei e en Kon ak nach Hambu g die Komponis in
Louise Reicha d (1779–1826) und ih e b ie liche Reak ion zu seinen Oden-Komposi ionen. Schlöze ,
Clasing und L. Reicha d kann man als unge äh gleichal ige, auch äs he isch e wand e Kompo-
nis engene a ion ansp echen, zudem wi d dami auch Schlöze s gu e Ve ne zung zu musikalischen
Fachkollegen deu lich. Hie Schlöze s Be ich :
23 Fo kel 1778, S. 211–226.
24 S ad a chi Lübeck, 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., B ie O e beck an Schlöze 3.12.1820.
Diese B ie ha o weg und am Schluss je einen Sa z meh als Schlöze , Composi ionen 1826, S. 8–9, zi ie , und is hie oll-
s ändig mi o iginale In e punk ion und O hog aphie wiede gegeben.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 165
»Allein ich ände e an meine A bei im Wesen lichen nich s, sonde n eil e nu im-
me da an. Nachdem Clasing die e s e Co ec u gemach ha e, ließ ich mi die Bogen
kommen und ände e den Schluß des Rosenbandes, nach 3/4 Tac ; dieß wa eine de
le z en wesen lichen Ve ände ungen und da ich glauben, daß sie de Ode seh ge-
nü z ha ; abe auch auße dem and ich, wiewohl Clasing die Co ec u schon gemach
ha e, noch manches zu ände n. Allein es sind doch noch manche Fehle s ehengeblie-
ben die ich in dem hie in be indl Ex: e besse habe.«25
Schlöze sp ich nach ägliche Fehle e besse ungen an, mögliche weise handsch i liche, die sich
alle dings in keinem de konsul ie en Exempla e inden.26 Wi lassen hie den bei Schlöze dann
wiede gegebenen B ie Louise Reicha d s aus dem O iginal olgen, nu de le z e Sa z und die
Schluss o mel ehlen im Schlöze -Manusk ip :
»Hamb : d 24 Ap : 1825.
Ih e gü ige Zusch i is mi die angenehms e Ve anlassung Ihnen, meinen wa ms en
Dank ü Ih schönes We k selbs da zub ingen. Abe meh als Dank und innige Theil-
nahme dü en Sie on bescheidenen F auen nich e wa en; on mi um so wenige ,
da ich schon sei meh e en Jah en27 so eingenommen bin, ü diese Ih e lieblichen
Schöp ungen, daß ich ga kein U heil da übe habe. Ich kann nich einmahl sagen
dies ode jenes ge äll mi o züglich, indem imme dasjenige womi ich eben beschä -
ig bin mi das Schöns e zu seyn schein .
Wenn es möglich wi d declam :28 u. Gesang so ollkommen zu e einigen, so ühl
das Musikal: Oh daß diese beyden eigen lich nie ge enn seyn soll en; gieb dann
de gu e Geis noch so wunde schöne Ha monien, so kann es nich ehlen daß jedes
ge ühl olle He z da on e g i en, ja hinge issen wi d.
Nehmen Sie diese au ich igen Zeilen so eundlich hin als ich sie gebe, es dank Ihnen
mi mi manche liebe Schüle in, de en einige Ih e kös lichen Oden ga schön o agen.
Mi de Bi e mich Ih e e eh en Gemahlin zu emp ehlen un e zeichne ich
Hochach ungs olle
Ih e e gebene
L: Reicha d «29
25 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 9–10
26 In de S ad biblio hek de Hanses ad Lübeck gib es zwei Exempla e, in denen zwa im D uck nach ägliche in den S ich einge-
üg e E gänzungen (No enköp e e c.) sich ba sind, abe keine handsch i lichen Ein agungen.
27 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 10, schieb hie eine ku ze Anme kung ein: »(Anm: L. R. ha e das Msc p du ch Clasing
längs gehab )«.
28 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 10, sch eib hie in Au lösung de Abkü zung »declama ion«.
29 S ad a chi Lübeck, 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., B ie L. Reicha d an Schlöze 24.4.1825,
de genauso beginn , abe am Schluss noch einen Sa z zusä zlich en häl plus Un e zeichnung, im Ve gleich zu Schlöze , Com-
posi ionen 1826, S. 10–11.
166 | No delbingen 90
Eine g undsä zlich posi i e Rezension zu den Oden Schlöze s wa in de Allgemeinen musikalischen
Zei ung 1826 e schienen, sie sei ihm am 9. Mai 1826 zu Gesich gekommen, be ich e Schlöze und
zi ie sie dann olls ändig (hie wiede gegeben nach dem D uck de Zei sch i ):
»Das We k ha in gewissen Zugaben ein ungewöhnliches, man möch e sagen, dip-
loma isches Ansehn. Geweihe den Ve eh e n des Dich e s »am 2 en Jul. 1824;« ein
Mo o aus Klops ock, womi man den Componis en necken könn e; zu jedem S ücke
die Beme kung, wann H . . S. es componi e, (Tag und Jah ,) und aus bekann en
Sch i en übe Kl., wann diese es dich e e, nebs C ame s Nachweisungen übe die
Ve anlassung u. dgl.; bey jede Numme , wo Kl. das Me um angegeben, diess Schema
wiede hol und dann soga auch in de Sings imme übe jede Sylbe und ih e No e das
(–) und ( ) angezeig ! als wenn das nich in de Musik selbs liegen müss e u.s.w. Zu
Kl.´s Oden, seh wenige ausgenommen, Musik zu lie e n, die auch als Musik wi klich
in e essi e und nich bloss ockne Declama ion lie e e: das is schwe , weil diese Ge-
dich e und unse e neue e Musik eigen lich nach en gegengese z en Polen hins eue n.
H . S. ha mi Einsich und un e kennba em Fleisse seine Musik den Gedich en im
Ganzen und Einzelnen nahe angepass , und doch auch eine Musik gelie e , die als
Musik nich ohne In e esse und zuweilen on wah ha schöne Wi kung is . Man e -
gleiche z. B. No. 1., besonde s S. 3. die Schlusss ophe in Moll; No. 3. S. 6. Edone. Wi
zwei eln nich , dass hie mi , wie mi nich Wenigem in de Folge, selbs Kl. zu ieden
gewesen wä e; und das will iel sagen, denn e wa übe die Musik zu seinen Gedich-
en übe aus schwie ig und k i lich bis zu Pedan e ey. Auch die Wahl de Gedich e is
mi Einsich ge o en; selbs das zeug da ü , dass nu ku ze ausgehoben sind, weil bey
länge en, also behandel , Mono onie kaum zu e meiden seyn wü de. So können wi
diese Sammlung Ve eh e n Kl.´s, die seine Oden nich bloss lesen, sonde n auch singen
wollen, aus Uebe zeugung emp ehlen, und b auchen Kleinigkei en – wie, dass die Me-
lodie, das Rosenband, S. 10., zu nahe an eine wei ühe e, on Reicha d ode Zel e e -
inne ; dass bey alle Genauigkei in de he o ischen30 Declama ion, die musikalische
hin und wiede noch nachgebesse we den könn e, z. B. S. 12, wo de »Mond« du ch
den Sp ung eine Quin e in de Melodie zu seh he o gehoben wi d – wi b auchen,
sagen wi , de gleichen Kleinigkei en nich au zus echen. S ich und Papie sind gu .«31
Die Rezension konzedie also die un e schiedlichen Gese zmäßigkei en de Poesie und de Musik
als en gegengese z e Pole, es kling abe ehe danach, dass beide zu ih em Rech kommen dü en,
zumindes abe dass Klops ock selbs »zu ieden gewesen wä e«, wäh end Fo kel 1778 noch deu lich
s enge on as »unübe s eiglichen Schwie igkei en« de Ve onung gesch ieben ha e, die Klop-
s ock den Komponis en be ei e.32 Im Anschluss be ich e Schlöze dann noch on zwei Reak ionen
on Geo g Poelchau (1773–1836) und on Ch is ian Augus Clodius (1772–1836), die wi in s a k ge-
a e Fo m o s ellen wollen: Poelchau, de in Riga Schüle on Geo g Michael Telemann gewesen
wa , ha e aus Be lin an Schlöze am 21. Feb ua 1827 gesch ieben, dass e die Klops ock-Oden »zu
30 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 12, sch eib hie »Theo e ischen« s a » he o ischen«.
31 Allgemeine musikalische Zei ung 1826, Sp. 219–220. – Vgl. Schlöze , Composi ionen 1826, S. 11–13.
32 Fo kel 1778, S. 211.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 167
den bes en zähle, die mi als einen gewiß au me ksamen Beobach e de Musik Li e a u sei 30 Jah-
en bekann gewo den sind«33 – und üh ähnlich wie die oben zi ie e Rezension de AmZ auch den
Dich e mi ins Feld: »Um ku z zu sein Klops ocken, den ich gekann zu haben mi die seeligs e E in-
ne ung geweh , wü de Ih S eben en zück haben«.34 De Leipzige P o esso Clodius, de 1821 ein
We k übe Klops ocks Nachlass e ö en lich ha e,35 behandel in seinem seh aus üh lichen B ie
om 25. Dezembe 1825 an Schlöze , de sich auch im O iginal im Bes and Schlöze inde ,36 iele
Aspek e auch de Gedich s uk u . Wi g ei en hie aus diesem B ie nu einen ku zen Ausschni mi
Bezug au die musikalischen Gegebenhei en he aus, zi ie en abe o he aus de An ede des B ie es,
die Schlöze in seinem Tex ga nich mi zi ie ha , die abe die gemeinsame Begeis e ung ü den
Dich e zeig , sie lau e : »mein d eymal eundlich geg üß e , hoch e eh e B ude in Klops ock«37.
Schlöze gib dann im Folgenden aus dem B ie u. a. olgendes konk e zu den Liede n wiede :
»
Soll ich Ihnen nun meine Dile an en Ansich mi heilen, so ha au mich Ih Schlum-
me und das Rosenband den ie s en und zugleich hei e s en Eind uck gemach . Sie
scheinen mi o e lich declami . De Schluß on dem e s en Gedich S. 5. besonde s
das lispel 38 ha mich in den d i en Himmel e se z , und ähnliche Weise das Elysium
S. 11. Uebe die Somme nach S. 12 hab ich Ihnen schon eins in Lübeck meine F eude
zu e kennen gegeben. Doch schein mi in dem ganzen Gedich e was g ausames39,
wenigs ens g auendes, eine du ch G öße gemilde e ängs liche T aue zu liegen, [...]. In
Edone ha mich am meis en de Schluß e heben können, de seh glücklich ein äll .«40
Schlöze üg seine langen B ie wiede gabe noch ein Zi a on Johann F ied ich Reicha d aus dem
Jah e 1774 an, das ihm o ensich lich iel bedeu e e, denn es lieg auch als sepa a es Bla sinnige -
weise dem B ie de Toch e Louise Reicha d bei, und es inde sich auße dem als Ein agung on
Schlöze s Hand in demjenigen Oden-Exempla de Lübecke S ad biblio hek,41 das als Geschenk
dem Sohn O e becks gewidme is , dem mi Schlöze e wa gleichal igen Ju is en Ch is ian Ge ha d
O e beck (1784–1846) – im Folgenden zi ie nach Reicha d s D uckausgabe:
»denn gleich wide sinnig is es,42 on dem Poe en zu e langen, daß e eine Ode on
ielen S ophen ganz in eine Emp indung sch eiben soll, daß die Zeilen jede S ophe,
einzeln gegen einande , Wo e on eben de Bedeu ung, eben de Quali ä de Sylben,
33 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 13.
34 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 13.
35 Clodius 1821.
36 S ad a chi Lübeck, 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., B ie Clodius an Schlöze 25.12.1825. – Vgl.
Schlöze , Composi ionen 1826, S. 13–16.
37 S ad a chi Lübeck, 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., B ie Clodius an Schlöze 25.12.1825.
38 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 15, sch eib hie »das Lispeln«.
39 So in Schlöze s Lesa , im O iginalb ie ehe als »g ausendes« ode e sch ieben als »g ausendel« zu lesen.
40 S ad a chi Lübeck, 05.5 Schlöze , N . 12 Küns le ische Tä igkei , Komposi ionen e c., B ie Clodius an Schlöze 25.12.1825, S. 3
des B ie es. – Vgl. Schlöze , Composi ionen 1826, S. 15–16.
41 Schlöze 1825, Exempla de S ad biblio hek de Hanses ad Lübeck, Sign. Mus. p 107 ex. 2:
h ps://nbn- esol ing.o g/
u n:nbn:de:gb :48-1-4024744
.
42 Schlöze , Composi ionen 1826, S. 16, wandel den Tex an ang um: »Es is gleich wide sinnig, [...]«.
174 | No delbingen 90
gewesen, da ausge echne diese so bekann gewo dene Tex in de Klops ockschen Odensammlung
om D ucke e gessen wo den wa und sich nu im Inhal s e zeichnis un e dem Ti el Cidli be-
and, nich abe im Tex eil.53 Auße dem, so e mu e Zühlke, sei diese Ve onung wohl die ühes e
du chkomponie e Ve onung eines Klops ock-Tex es übe haup .54 Eine Analyse de musikalischen
S uk u in Bezug au die Ve ss uk u bie e Zühlke eben alls,55 so dass hie au wei e e Analyse
e zich e und au den angehäng en No en ex e wiesen sei – zu besse en Lesba kei in mode nen
Schlüsseln.56 Zu Biog aphie sei abe angeme k , dass e sich au die O ganis ens elle in Al ona 1757
bzw. 1759 in Konku enz zu Johann Ch is oph F ied ich Bach – dem ›Bückebu ge Bach‹ – bewo -
ben ha e und sich in de Bewe bung als Telemann-Schüle ausgewiesen ha e.57 E bekam die S elle
zwa nich , sonde n sein Mi bewe be End e , blieb abe o enba zunächs wei e hin in Al ona, so
dass die beiden Liede d ucke on 1760 und 1762 Al ona als D ucko angeben. Nachdem e sich
au die O ganis ens elle de Rendsbu ge Ch is ki che e olg eich bewo ben ha e, e schien do
1766 eine Sammlung mi sechs Kla ie sona en im D uck. Ka l F ied ichs e wähn Rosenbaum ku z
in seinem A ikel zu den Ki chenmusike n an de Ch is ki che in Rendsbu g-Neuwe k, alle dings
ohne Nennung seine Komposi ionen.58 Es schein ansons en keine aus üh liche e biog aphische
Wü digung dieses Komponis en zu geben.59
Ch is ian Go lob Nee e (1748–1798) is na ü lich kein schleswig-hols einische Komponis , al-
le dings ech e ig de D uck seine Klops ock-Oden in Flensbu g (1776) und die enge Ve bindung
zu C ame eine ku ze Be ücksich igung. Schlöze hiel die Nee eschen Oden wie be ei s zi ie ü
e ehl , ein U eil, dem wi uns nich anschließen wollen, und das wohl zum Teil e s ändlich
wi d aus dem g oßen zei lichen Abs and as eines halben Jah hunde s zwischen den beiden
Sammlungen Schlöze s und Nee es. Nee e ha e seine Sammlung du ch Ve mi lung C ame s 1776
in Flensbu g und Leipzig d ucken lassen bei Ko e, do e schien auch 1779 die zwei e Au lage,
wäh end eine d i e, s a k e ände e Au lage 1785 in Neuwied e schien.60 Auch Die Somme nach
is hie e on , die wi zu besse en Lesba kei als Anhang beigeben.61 Die Au lagen eins und zwei
haben den Sop anschlüssel, die d i e ha den Violinschlüssel, is abe dennoch om D uckbild
he nich unbeding leich e lesba .62 Nee es Oden, sowie de Kon ak zu C ame und auch di ek
zu Klops ock, sind in de Li e a u be ei s besch ieben wo den,63 Die Somme nach auch sepa a
analysie bei Zühlke.64 Wi e zich en dahe au wei e e Be ach ungen zu Musik, e wähnen abe
noch die au ällige weise seh kleine G uppe de d ei nö dlichen Subsk iben en de E s au lage
on 1776: Neben C.F. C ame und Hein ich Wilhelm on Ge s enbe g is es noch die Demoiselle
53 Zühlke 2017, S. 324.
54 Zühlke 2017, S. 81 (Anm. 18).
55 Zühlke 2017, S. 80–82, No enanhang des Liedes S. 327–329 (Faksimile).
56 Vgl. Anhang 4:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s4
.
57 Vgl. Wie mann 1998.
58 F ied ichs 1965, S. 38.
59 Vgl. Zühlke 2017, S. 463, mi Hinweis au : Neubache 2001, S. 309.
60 Nee e 1776. – Nee e 1785.
61 Vgl. Anhang 5:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s5
.
62 Vgl. Nee e 1776, S. 14–15. – Nee e 1785, S. 37–39.
63 Mölle 1999. – Schwab 2003, S. 138. – C ame 1783a, S. 381 und S. 383.
64 Zühlke 2017, S. 229–234.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 175
C oll in Lübeck, die eindeu ig iden i izie ba is als Salome Magdalena C oll (1750–1789), die
1777 den Ju is en Geo g F ied ich Buchholz (1750–1805) hei a e e, de mi Johann And eas und
Ca l F ied ich C ame , C.A. O e beck und Johann Hein ich Voß bekann bzw. be eunde und
auch selbs du chaus musikin e essie wa .65 Da e s de Va e de Demoiselle C oll nach Lübeck
gekommen wa und sich als Kau mann hie niede ließ, is die Familie übe schauba genug, dass
Ve wechslungen ausgeschlossen we den können.66 Nee e ha e wohl sons keine di ek en Kon ak e
nach Schleswig-Hols ein, auch Abel Seyle , bei dessen Thea e uppe Nee e als Kapellmeis e wi k-
e, und de jus 1781 – als Nee e den Ho o ganis enpos en in Bonn übe nahm – ans landg ä liche
Ho hea e in Schleswig wechsel e, is als wi ksame Kon ak nich e kennba , zumal nich ü die
Zei um 1776.
Bei Ch is ian Adolph O e beck (1755–1821), dem Ju is en, e olg eichen Dich e , Diploma en in
Pa is und Pe e sbu g in napoleonische Zei , Kau mann und dann Bü ge meis e in Lübeck, lieg
die komposi o ische Tä igkei ehe im Scha en de üb igen Lebens elde . Seine 1781 ged uck e
Sammlung Liede und Gesänge mi Cla ie melodien als Ve suche eines Liebhabe s67 wu de im Ma-
gazin de Musik on C ame selbs als seinem F eund besp ochen und so quasi an zugängliche
S elle ins musikhis o ische Gedäch nis eingesch ieben.68 Die Sammlung is s a k du ch Klops ock
gep äg , on den 46 Liednumme n sind 20 au Klops ock ex e komponie , die 30 on insgesam 60
Sei en No en- und S ophen ex üllen. C ame besp ich die Liede in knappe , abe empha ische
Weise, konzedie auch Schwächen de Liede , e wa einen wei in die Höhe gehenden Ambi us.
Au ällig is in de Sammlung das Fehlen de meis e on en Klops ock ex e und die Häu ung on
Gesängen aus dem Messias. Die e s en zwöl Numme n sind T iumphgesänge aus dem Messias,
e wa [N . 6] Liebe des Sohns, an dem C ame lob : »De Climax in de S elle: Tag de e wach , in
das Mee ec. wie o e lich!«69. Es ha be ei s Be nha d Engelke au die Schwächen de C ame -
schen K i ik aus üh lich hingewiesen und dabei auch analy ische Beme kungen zu den O e beck-
Liede n gemach .70 Zühlke bie e eben alls zwei Analysen zu O e beck an: zu Ve onung des Tex-
es Au Moos’, am lu igen Bach aus He manns Schlach ,71 den schon Kunzen e on ha e, sowie
de Ve onung on Mana, Mana! e nahm das Schwe aus He mann und die Fü s en.72 Au den
Kon ak zu Schlöze is be ei s oben hingewiesen wo den, Schlöze ha e ja selbs da on be ich e ,
wie O e beck au seine eigenen Oden-Ve onungen b ie lich eagie ha e. Du ch den Kon ak zu
C ame und auch du ch die Mi wi kung sei 1776 am Hambu ge Musenalmanach on Voss, wo
iele seine Tex e e schienen wa en, auch dadu ch, dass seine Gedich e iel ach on J.A.P. Schulz
e on wo den wa en, is e diesem o 1800 ak i en K eise zumindes zei weise zuzu echnen –
eine Zugehö igkei , die ü Schlöze schon nich meh gegeben sein konn e.
65 S übbe 2010. – Vgl. HKA B VII/2 1982, S. 381. – Sowie: HKA B VII/3 1982, S. 925.
66
Sie is die U u g oß an e on Thomas Mann, ih e Nich e Ca ha ina Elisabe h Ma y, geb. C oll is dessen U g oßmu e .
67
O e beck 1781, gl. Exempla de S ad biblio hek de Hanses ad Lübeck:
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:gb :48-1-1997652
.
68 C ame 1783a, S. 93–94.
69 C ame 1783a, S. 98.
70 Engelke 1930/31, S. 349–351 (zu O e beck).
71 Zühlke 2017, S. 280–281 ( gl. do auch zu Kunzen: S. 281–282).
72 Zühlke 2017, S. 286–288.
176 | No delbingen 90
Pe e G önland – Wi und Sie (1791)
Die Klops ock e onung Wi und Sie aus de Sammlung Melodieen zu Liede n mi und ohne Be-
glei ung des Cla ie s zu singen, ged uck Kopenhagen und Leipzig bey Ch is ian Go lob P o ,
1791,73 wollen wi e was aus üh liche be ach en, und es is sinn oll eine Beg ündung o weg-
zulie e n, um als Au o hie Pe e
G önland gu en Gewissens benennen zu können: Die Sammlung
is anonym e ö en lich , um ass 21 Lied e onungen, und wi d in Ka alogen und Ve zeichnissen
Pe e G önland zugesch ieben, so bei Dan Fog74 – ohne dass hie ode ande swo eine Diskussion
diese meh ach übe nommenen Zusch eibung zu inden is und die Sammlung manchmal soga
Kunzen zugesch ieben wi d.75 Ta sächlich läss sich ü einige Liede Pe e G önland (1761–1825)
als Komponis nachweisen, weil diese Liede auch in de 1796 ged uck en, um ang eichen Samm-
lung Melodien zu den [sic!] gesellscha lichen Liede buche mi eindeu ige Au o enkennzeichnung
wiede abged uck wo den sind.76 Umgekeh sind die 1791 e ö en lich en Melodieen nich in den
zugänglichen Sammlungen ande e Komponis en, die in Kopenhagen in F age kämen, zu inden.
Wi gehen deshalb hie auch da on aus, dass Pe e G önland de Au o nich nu de spä e un e
seinem Namen wiede e ö en lich en, sonde n auch de nich wiede e ö en lich en Ve onung
des Klops ock-Tex es Wi und Sie is , die die zwanzigs e und dami o le z e Komposi ion in de
genann en Sammlung is . Eine Rezension zu den Melodieen wa e schienen in de Musikalischen
Mona hssch i im Sep embe 1792, die im anonymen Au o de Melodieen einen »denkenden und
k i isch genauen Kuns kenne « zu e kennen mein und in de ku zen Rezension die Bedeu ung de
Beglei ung ansp ich : »Ohne die Cla ie beglei ung möch en abe wohl die meis en Liede nich ohne
g ossen Ve lus zu singen seyn.«77 Dami is das Schulzsche Liedideal de ohne Beglei ung selbs än-
dig lebens ähigen Melodie angesp ochen und eigen lich als K i ikpunk geäuße , de alle dings die
spä e in de G önlandschen Liedäs he ik wich ige En wicklung hin zu eine ha monisch eichen
Kla ie beglei ung o wegnimm . Schä e e K i ik muss e G önland 1797 in de Neuen Allgemeinen
Deu schen Biblio hek ü seine genann e um ang eiche Sammlung Melodien zu dem gesellscha -
lichen Liede buch eins ecken: »[...] daß man glauben muß, e könne wede No en sch eiben, noch
einzelne Tac e ich ig abmessen, iel wenige singen und Melodien componi en«.78 G önland mag
auch ühe schon ähnliche K i ik zu seinen Liede n gehö haben, so dass e mögliche weise des-
halb 1791 aus Bescheidenhei ode Vo sich die Melodieen anonym he ausgab. Die Liedkuns dieses
Komponis en im Nebenbe u zeig a sächlich quali a i e Un e schiede im Ve gleich einige ühe
Ve ö en lichungen bis in die 1790e Jah e mi den ausge ei e en spä e en Sammlungen, d. h. de
Goe he-Liede und de 1813 komponie en Tieckschen Magelone, die eine deu lich wei e en wickel e
Äs he ik ep äsen ie en können. Ode , um noch einen Sch i wei e zu gehen: G önland gehö zum
Kopenhagene K eis um Schulz und Kunzen und eil de en Äs he ik, is abe spä e insbesonde e in
de ha monischen Ausges al ung du chaus eigene Wege gegangen.
Be ach e man nach diesen Vo klä ungen die Ve onung Wi und Sie (siehe Anhang 6), so e -
schein sie zwa schlich in den Mi eln, abe in e essan du ch ih e Länge und die a ia i e Fo m:
73 [G önland] 1791. – Vgl. Anhang 6:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s6
.
74 Fog 1979, S. 40. – Vgl. Koch 2003, S. 58. – Zühlke 2017, S. 410 und S. 450.
75 So im Ka alogein ag zum Exempla de S aa sbiblio hek zu Be lin, Sign. 55 Depos SA 1860.
76 G önland 1796.
77 Kunzen/Reicha d 1793, S. 82 (= Musikalische Mona hssch i , D i es S ück, Sep embe 1792).
78 [Anonym, »Ja«] 1797, S. 240–243, Zi a S. 241.
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 177
Die d eizehn ku zen, nu d eizeiligen S ophen des Klops ock ex es we den in zwöl musikalischen
Abschni en komponie , S ophe el und zwöl , die im Gedich mi einem Komma e bunden sind,
we den zu einem doppel so langen Abschni e bunden. Die Abschni e sind as alle sechs Tak e
lang ode besse gesag ku z, nu Abschni ie ha sieben Tak e und de o le z e Abschni is de
zwöl ak ige. De e ö nende Sechs ak e is seh ausgewogen und ha monisch geschlossen ges al e ,
de in die Haup unk ionen G, C und D eingeschobene A-Moll-Klang (T. 21) und die angedeu e e ein-
geschobene Doppeldominan e A (T. 52) sind eine E wei e ungen diese Schlich hei :
{
{
{
{
{
Was ha di , Tho , dein Va e
-land?
-Dein spo ´ ich, glüh dein He z di nich bey sei nes
-Na mens
-Schall.
Sie sind seh eich! und sind seh s olz! Wi sind nich eich! undsind nich s olz! Das heb uns ü be
-
Sie! Wi sind ge ech !
-dassind sie nich ! Hoch s ehn sie! äu men´s
-hö he
-noch! Wi eh en
- emd Ve
12
diens ! Sie ha ben
-ho hen
-Ge ni
-us!
-Wi ha ben
-Ge ni
-us
-wie Sie! Das mach uns ih nen
-
18
gleich! Sie d in gen
-in die Wis sen
-scha
-bis in ih ie s es
-Ma k hin ein!
-Wi hun´s und ha hen´s
-
24
c
c
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P. G önland (?)
[D uck "Melodieen ..." 1791]
(Klops ock)
Wi und Sie.
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No enbeispiel 8: G önland, Wi und Sie, T. 1–6.
Diese e ö nende Tak g uppe keh am Schluss des Liedes als le z e G uppe wiede , nu im o le z en
Tak e ände , sons musikalisch iden isch. Die wei e en Va ia ionen de Melodik und Beglei ung
in den ande en Abschni en sind nich besonde s au ällig, am ehes en die Häu ung on punk ie en
Beglei hy hmen im sechs en und on ließende en Sechszehn elke en im sieb en Abschni . Au -
ällige is die Mino e-Va ia ion des neun en Abschni s (T. 49–54), in g-Moll und mi akzen uie en
punk ie en Akko den de Beglei ung »in de ins e n Schlach «. Diese länge e, a iie e Gesam -
o m is bei G önland du chaus sel en im F ühwe k zu inden und dahe ein in e essan e Fall,
das ypische Almanachlied in s enge , pla zspa ende S ophigkei is sons die as ausschließlich
o kommende Lied o m auch in seinen Sammlungen diese Zei . Die Fo m hie i sich also mi
de ähnlichen – abe noch um einiges au wendige en – Fo m de zu Beginn angesp ochenen Vo -
be ei ung zum Tode on Kunzen.
Alle dings wa G önland zum Zei punk de Komposi ion nich meh in Kiel, sonde n be ei s in
Kopenhagen ansässig. E ha e 1782 bis 1785 in Kiel s udie und wa auch noch danach C ame s
Mi a bei e ü das Magazin de Musik.79 E sch ieb di e se Bei äge ü das Magazin, ging abe 1787
als Kopis an die Deu sche Kanzlei in Kopenhagen, was C ame in seinem Tagebuch am 9. Feb ua 1787
bi e beklag :
»G üß G onland he zlich und dank ihm ü seinen B ie . Ich sch eibe ihm nich ; nich
weil ich eigen lich böse au ihn bin, sonde n weil ich au e, so o ich an ihn denke,
und die unheilba e Wunde die mi sein Weggehn on Kiel schläg , nich du ch Sch ei-
ben ollends au eißen mag. [...] Ich habe schon so manche Ho nung zu m. E ben
ze innen gesehn, daß ich endlich wohl Geduld kann gele n haben.«80
79 Vgl. C ame 1786: Hie gib es zahl eiche mi »Gld.« gekennzeichne en Rezensionen auch noch im le z en Band II.2 (1787),
S. 1214–1216, S. 1285–1286, S. 1288–1300, S. 1316–1322.
80 Vgl. Ca l F ied ich C ame , Tagebuchblä e 1783–1797, Uni e si ä sbiblio hek Kiel, Nachlass Ca l F ied ich C ame , Sign. SH
406 J,
h ps://nbn- esol ing.o g/u n:nbn:de:gb :8:2-1221583
, ol. 25–25 (9.2.1787).
178 | No delbingen 90
Wenn C ame in Kopenhagen wa , a en sich beide in den Kopenhagene Musenzi keln und s anden
auch sons in b ie lichem Kon ak . Mögliche weise wa G önland e s du ch die enge Zusammen-
a bei mi C ame ein Kenne und auch Sammle de Klops ockschen We ke gewo den:
»C ame wa eundscha lich mi G önland e bunden und schä z e ihn als einen de
e s ändigs en Lese seine We ke sowie als Ve eh e Klops ocks, on dessen Sch i en
G önland eine beme kenswe um ang eiche Sammlung besaß.«81
Auch de spä e noch in Bezug au Paulsen zu zi ie ende B ie an Ge s enbe g 1796 ha dazu eine
Schlussbeme kung, die die Klops ock-Zuneigung mi de zei ypischen Emphase ausd ück :
» – Hennings sch eib , daß Göschen eine olls ändige Ausgabe des Klops ok e ans al-
e : is das wi klich wah ? O das wä e he lich, übe alle Maaßen! – Leben Sie wohl!
Tausend uma m on
Copenh. 1796. Oc .18. Ih em e gebens en G önland«82
Dabei is umgekeh wiede um e s aunlich, dass es in G önlands Gesam we k dann o enba bei
nu de einen hie o ges ell en Klops ock-Ve onung geblieben is , d. h. es ha wohl en wede die
Dis anz zu C ame , ode de na ionaldänische Ein luss in Kopenhagen ähnlich wie bei Kunzen eine
wei e e Beschä igung in diese Rich ung nich be ö de .
Ca l F ied ich Fe dinand Paulsen – Cydli (1786)
De Flensbu ge Ma ieno ganis Ca l F ied ich Fe dinand Paulsen (1763–1843) is biog aphisch aus-
üh lich besch ieben in De le sens Musikgeschich e ü Flensbu g.83 Als Sohn des Am s o gänge s
und Liedkomponis en Pe e Paulsen bewa b e sich in e essan e weise aus Flensbu g au die Al o-
nae O ganis ens elle nach dem Tod des do igen Am sinhabe s End e 1793.84 End e wa wie oben
e wähn zu Beginn seine Am szei 1759 e olg eiche Bewe be gegenübe Rosenbaum gewesen, de
wiede um in de Li e a u als Liedkomponis mi Pe e Paulsen e ein e schein .85 C.F.F. Paulsens
Liede und Kla ie s ücke haben sich nu in seh wenigen D uckexempla en und seh e s eu in
Be lin, London und B üssel e hal en, die einzige iden i izie ba e Klops ock e onung is Cydli (Tex :
Das Rosenband) in den Kla ie - und Singes ücken, ged uck wie schon die Nee esche Sammlung bei
de Ko eschen Buchhandlung in Flensbu g/Leipzig.86 Die Sammlung wi d meis da ie au 1794,
was im Folgenden bezwei el we den muss, da sich eine Rezension on J.A.P. Schulz be ei s 1786
inde . In die Ve onungs-Übe sich en bei Zühlke und Koch is die e bo gene e Paulsen-Ve onung
81 HKA B VIII/2 1999, S. 739 (Kommen a des He ausgebe s Helmu Riege).
82
Königliche Biblio hek Kopenhagen, Nye e B e samling, Dansk, VI G önland, N . 250 (da ie Ch is iansholm 1796, Oc b – Copenh.
1796. Oc . 18).
83 De le sen 1961, S. 125–137.
84 LASH Ab . 65.2, N . 3785 (O ganis enak e Haup ki che Al ona), Sch eiben zu den Bewe be n om 23.8.1793. – Vgl. Neubache
2001, S. 307 (zu End e ).
85 Ho mann 2010.
86 Paulsen [1786].
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 179
nich au genommen wo den.87 Das Lied is 2017 in eine mode nen Edi ion wiede e ö en lich wo -
den, wi s ellen sie in übe a bei e e Fassung eben alls in den Anhang.88 Es is zwa nich unmöglich,
abe ielleich nich ganz ein ach, sich ü die Liede Paulsens zu begeis e n, zumal angesich s de
knappen und he igen K i ik des D uckes de Kla ie - und Singes ücke on J.A.P. Schulz:
»Kla ie - und Singes ücke on C.F.F. Paulsen, O ganis an de S . Ma ienki che in
Flensbu g. Flensbu g und Leipzig, in Ko ens Buchhandlung. Ohne Jah eszahl. 4 Bo-
gen Que olio. | Menue en, englische Tänze, ein paa länge e S ücke, eine A ie mi
Ve ände ungen, und 3 Liede , alles ganz e bä mlich, machen das ganze We k aus.
Wie konn e H . P. sich doch ein allen lassen, Klops ocks Cydli in Musik zu se zen?«89
– ein doch ziemlich e nich endes Dik um. Schulz wa alle dings de jenige, de sich de Ve o-
nung on Klops ock-Tex en o z di ek en D ängens du ch den Dich e mi dem bekann gewo de-
nen Aussp uch en zogen ha e: »Componi en soll ich das? Das is schon Musik.«90 Dies bezog sich
o enba au die Ve onung on Oden im Allgemeinen und ela i ie die s enge K i ik a sächlich
e was, denn ande e Ve onungen des Rosenbandes hä e Schulz e en uell eben alls nich gu gehei-
ßen – wenn denn nich Schulz’ Ablehnung de Oden e onung auch noch ande e G ünde gehab
haben moch e. Paulsen bemüh sich du chaus um geschmeidige Melodie üh ung, so dass wi dem
Lied eine gewisse Quali ä ablauschen können:
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Im F üh lings
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- and ich sie; da band ich sie mi Ro sen
-bän
-de n.
-
ühl es nich , und schlum me
- e.
-
pp
7
Ich
Mi meh Nachd uck.
sa he
-sie. Mein Le ben
-hiengmi die sem Blick an ih em
-Le ben.
-Ich ühl ´ es
12
wohl,und wuß ´ es nich , ich ühl ´ es wohl,und wuß ´ es nich . Doch lis pel ´
-ich ih
20
sp achlos zu, und ausch e
-mi den Ro sen
-bän
-de n:
-da wach e
-sie om
29
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(Klops ock)
Cydli.
C.F.F. Paulsen (1763-1843)
[Kla ie - und Singes ücke,
Flensbu g/Leipzig 1794]
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No enbeispiel 9: Paulsen, Cydli, T. 1–6.
Zu Da ie ung des D uckes is nun de Zwei el anzu ügen, dass die Angabe 1794 sich nu als Blei-
s i da ie ung im Be line D uckexempla inde ,91 wei e e Indizien zu eine solch spä en Da ie ung
abe nich e kennba sind. Alle Angaben zum D uck, die sich 1786 in de Rezension inden, en sp e-
chen dem Be line Exempla , und es is ehe unwah scheinlich, dass die Sammlung meh e e Au -
lagen e ah en haben soll e, so dass– eine zügige ezensie ende Be ücksich igung im C ame -Schulz-
K eis o ausse zend – om D uckjah 1786 auszugehen is . Dami lieg Paulsens D uck einige Jah e
dich e an Nee es Sammlung, die ja im selben Ve lag 1776 e schienen wa , abe Das Rosenband nich
beinhal e ha e.
87 Zühlke 2017, S. 421–461. – Koch 2003, S. 51–58.
88 Lassen 2017, S. 74–75. – Vgl. Anhang 7:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s7
.
89 Schulz 1786, S. 427, un e zeichne nu mi dem Kü zel »A .«. – Zu Au lösung des Au o enkü zels gl. Pa hey 1973 (1842),
S. 26–27. – Sowie: Schü z 2007, S. 312.
90 Koch 2003, S. 48.
91 Paulsen [1786]. – Vgl. D uckexempla de S aa sbiblio hek zu Be lin, Sign. DMS 232065, mi besag em Bleis i e me k, On-
linezugang:
h p:// esol e .s aa sbiblio hek-be lin.de/SBB0001D9D700000000
.
180 | No delbingen 90
Ein B ie Pe e G önlands kann noch wei e es Lich au Paulsens Ve knüp ung mi dem C ame -K eis
we en: G önland an wo e Ge s enbe g am 18. Ok obe 1796 au dessen Vo s oß, sich ü eine Übe -
siedelung Paulsens nach Kopenhagen umzuhö en, indem G önland hie deu lich ab ä , denn es gäbe in
Kopenhagen ü Paulsen keine siche en Aussich en. Ob Schulz und G önland sich in Kopenhagen dazu
be a en ha en, bleib na ü lich Spekula ion (die Rezension lieg schon zehn Jah e zu ück, G önland
wi d sie abe damals gelesen haben!), dennoch wi d zusä zlich zum bekann e en Ne zwe k G önland–
Ge s enbe g–Schulz noch die Ve bindung Ge s enbe g–Paulsen deu lich, die mögliche weise in Al ona
zus ande gekommen wa . Es is dies de selbe B ie , de oben be ei s zi ie wu de, in dem G önland am
Schluss seine Begeis e ung übe die neue Klops ock-Ausgabe on Göschen kundge an ha e.92
Am 9. Ap il 1803 b ing das Flensbu gsche Wochenbla einen aus üh lichen Nach u au Klops ock,
dazu wenige Sei en spä e die Anzeige eine Au üh ung de F ühlings eye on Paulsen.93 Diesem Hin-
weis muss e na ü lich nachgegangen we den, es handel sich abe hie um einen Tex des Flensbu ge s
And eas Pe e And esen, nich um den siche lich auch in Flensbu g damals bekann en Klops ock-Tex .
De And esen-Tex is als Lib e o deu lich geschmeidige zu Ve onung geeigne als de Klops ock-
Tex , könn e abe na ü lich o zdem im Gedenken an den Dich e e ass wo den sein. Schon 1797
ha e Paulsen im Tex he seine Hymne zu Feye des Gebu s ages unse s gu en Königs eine Klop-
s ock-S ophe als Mo o o anges ell , auch wenn das Lib e o dann nich aus Klops ockschen Ve sen
bes and.94 Soll e Paulsen sich die Schulzsche K i ik doch so seh zu He zen genommen haben, dass e
die Ve onung Klops ocksche Tex e dann in de Folgezei a sächlich e mieden ha e?
Das Cho albuch on Paulsen (1820): Au e s ehn, ja au e s ehn wi s du
Au Cho albüche hie einzugehen, is eigen lich nich sinn oll, denn auch wenn de Klops ocksche
Tex Au e s ehn, ja au e s ehn wi s du Eingang in die Gesangbüche ge unden ha e und dami
ezep ionsgeschich lich wich ig is in seine eno men Ve b ei ung, so is es ande e sei s kaum an-
gemessen, on eine ›Klops ock-Ve onung‹ zu sp echen, wenn in einem olls ändigen Cho albuch
selbs e s ändlich auch de Klops ock-Cho al mi e a bei e wi d, eine besonde e We schä zung
also da übe nich abgelesen we den kann, da de Tex ekanon ja o gegeben is . Fü Schleswig-Hol-
s ein und die Schlöze -Zei gil dies e wa ü das Cho albuch on 1817 bzw. 1832 des Kiele s Geo g
Ch is ian Apel (1775–1841), Apel bie e neben de bekann en auch eine eigene Melodie zum Klop-
s ock-Cho al an (N . 16b).95 Doch auch wenn Apel mi C.F. C ame di ek e wand wa , weil e mi
C ame s Kiele Nich e Me a e hei a e wa , so kam e doch e s 1804 nach Schleswig-Hols ein, als
C ame be ei s in Pa is (und Klops ock ges o ben) wa .
Auch wenn au Cho äle im Allgemeinen hie nich eingegangen we den soll, wollen wi dennoch
die Gelegenhei nu zen, das handsch i liche Cho albuch on C.F.F. Paulsen wohl e s mals o zus el-
len: Diese Handsch i be inde sich in P i a besi z und es sind keine lei Nachweise da ü zu inden.
Das handgesch iebene Buch im Que o ma in den Maßen ca. 20 x 15,5 cm, is in Lede eingebunden
und äg o n au dem Lede in goldgep äg en Le e n den Ti el C.F.F. Paulsen‘s | Cho al=Buch |
FLENSBURG | 1820, innen au de e s en Sei e nach dem Vo sa zbla als wei e en handsch i lichen
92 Königliche Biblio hek Kopenhagen, Nye e B e samling, Dansk, VI G önland, N . 250 (Ch is iansholm 1796, Oc b – Copenh.
1796. Oc . 18.).
93 Flensbu gsches Wochenbla ü Jede man, 9.4.1803, S. 329–332 und S. 336.
94 Paulsen 1797, S. 1.
95 Apel 1832, S. 11: Cho alsä ze N .16a (Sa z on Apel) und 16b (Melodie und Sa z on Apel).
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 181
Ti el mi Widmung: Cho al=Buch | ü | Hein ich Nommensen. | Flensbu g, den 17 en Oc obe |
1820, danach sechs unpaginie e Sei en Ti el egis e , danach au den paginie en Sei en 1–144 die
Cho äle. Es olgen hie ohne Lee sei en 142 du chnumme ie e Cho alsä ze, meis je eine Sei e lang,
manchmal zwei Cho äle p o Sei e, alle dings in einem Fall als einzige Cho al die No. 114 alle S o-
phen a iie end gese z übe neun Sei en (pag. 118–126). Die Cho alsä ze sind meis zweis immig
in zwei Sys emen gese z mi Sings imme im Sop anschlüssel ohne Tex oben und bezi e e Bass-
S imme im un e en Sys em, manche Cho äle sind oben in Akko den gese z , auch Ok a en in de
Bass-S imme kommen o . Zwei Cho sä ze sind en hal en zum Klops ock ex , No. 116 (pag. 128)
mi Bezi e ung, ohne Tex , und die hie abgebilde e No. 124 (pag. 136) ohne Bezi e ung, mi Tex :
Au e
-s ehn,
-ja au e
-s ehn
-wi s du mein S aub nach ku ze
-Ruh; un -
s e b lichs
-Le ben
-wi d de dich schu di ge ben.
- o lok
-ke
-Go !
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c
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CFF Paulsen
[Cho albuch, p. 136]
No. 124. Melodie Au e s ehn, ja Au e s ehn pp
ode : Jesus Ch is us unse Heiland pp
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No enbeispiel 10: Paulsen, Cho albuch-Manusk ip .
Es ha also Paulsen hie in höhe em Al e und länge e Zei nach Klops ocks Tod doch noch einmal
einen Tex des Dich e s in Musik gese z , wenn auch nu in diese schlich e, auch ha monisch nich
spek akulä e Cho al o m. De Tex ha auch in opulen e e Cho sä ze Eingang ge unden und e klang
soga – in de G aunschen Ve onung – 1803 zu Beg äbnis eie des Dich e s in O ensen und wu de
bekann lich auch on Gus a Mahle in de zwei en Sin onie (1894) e wand . Diese Tex begegne
uns im Folgenden wiede .
Cho sä ze on G.M. Telemann (1809) – J. Sö ensen (1810) – G.C.F. Lobedanz (1810)
Die du chkomponie e Cho al e onung Au e s ehn, ja, au e s ehn wi s du on Geo g Michael Tele-
mann (1748–1831) is in Riga 1809 ged uck wo den, und sei de e s e in Riga ged uck e Cho al
übe haup , wie eine No iz im D uckexempla und auch de Nek olog G.M. Telemanns melden.96 Mi
96 Telemann 1809. – Neue Nek olog de Deu schen 1831, S. 210–212.
182 | No delbingen 90
diesem spä en Ve ö en lichungsda um e lie sich na ü lich de Schleswig-Hols ein-Bezug, denn
Telemann wa zwa in Plön gebo en und hie und in Ah ensbök au gewachsen, wo de Va e And eas
Telemann als Pas o beschä ig wa ,97 wa abe be ei s 1755 zum be ühm en G oß a e nach Ham-
bu g gekommen, ha e spä e in Kiel s udie (1770–1772) und wa dann sei 1775 als Kan o und
Musikdi ek o in Riga ä ig. Telemann bo seinen Cho al auch mi bezi e em Bass an, und auße dem
in opulen e e Se zweise: »Auch ü 4 Sings immen und O ches e -Beglei ung ha de Ve asse diesen
Cho al ausgea bei e , womi e eben alls au zuwa en be ei is «.98 Eine Absch i aus dem Besi z
seines Schüle s Geo g Poelchau (1773–1836) exis ie da on – ohne Ins umen als immen – und gib
als Bese zung an: Cho , 2 Hö ne , Flö e, Kla ine e, Oboe, 2 Violinen, Viola, Violoncello ode Fago
und O gel.99 Im Rigae D uck sind Tex und O gelsa z ge enn abged uck , die Tex e eilung is abe
eindeu ig gegeben, zudem wa be ei s 2017 diese Cho al mi dem Tex in gemeinsamen No ensa z
geb ach , so dass auch diese Cho al als Anhang mi p äsen ie we den kann.100 Auße dem ha G.M.
Telemann auch die Klops ocksche Ode Sink ich eins in jenen Schlumme in Musik gese z bzw. be-
a bei e un e dem olls ändigen Ti el Ode on Klops ock, (Übe Schla u. Tod,) ü Kla ie =Beglei-
ung in Musik gese z on einem Dile an en; u. mi ande e Ins umen al=Beglei ung, 3 dem Sop an
beyge üg en Sings immen, wie auch mi Vo = u. Nachspiel, u. ein paa nö higen Ve ände ungen des
Basses, e sehen on Geo g Michael Telemann, Can o e in Riga. 1801.101 Diese Komposi ion, die o en-
ba eine Bea bei ung eines Kla ie liedes on ungenann e Hand is , be inde sich in eine Handsch i
in Be lin aus dem ühe en Besi z on Poelchau.102
Übe Johannes Sö ensen (1767–1831) sch eib Ge be , e wä e »ein me kwü diges und ielleich
das einzige Beyspiel in diesem Lexikon on de Gewand hei eines p ac ici enden A z es im Fugen-
sa ze«.103 Zu Biog aphie:104 In Glücks ad gebo en, kam Sö ensen als Schüle in die He nhu he
Gemeinden Ch is ians eld bei Hade sleben, Niesky (do is bis 1785 F ied ich Schleie mache sein
Mi schüle ) und Ba by und ha dami in den e schiedenen He nhu he Zen en auch das eiche
musikalische Leben de B üde gemeinde kennengele n . Fü seine Äs he ik is das zen al: Seine
Komposi ionen sind imme au die Gemeindemi gliede zugeschni en, die alle dings du ch ägliches
Singen und iel äl ige musikalische Be ä igung seh gu ausgebilde wa en. Die Liede wi ken o
cho alähnlich, sub il im Tex umgang, und o z eils g oßen Um angs du chaus eingängig bei zu-
ückhal ende Beglei ung. 1791 kam Sö ensen zum S udium nach Kiel, on de Theologie wechsel e
e bald zu ›A zneiwissenscha ‹ und ging hie zu zei weise nach Kopenhagen. Ob e do di ek
Un e ich bei J.A.P. Schulz ha e (s. u.), is wede nachweisba noch auszuschließen, de Ein luss
au sein eigenes Komponie en is jeden alls deu lich e kennba . Nach dem S udienabschluss 1794
wa e in Flensbu g als Medizine mi eigene P axis ä ig und wechsel e 1796 nach Glücks ad . Im
Juni 1797 a e dann eine S elle in Ebe sdo (Thü ingen) an und kam danach nich meh in den
97 Vgl. dazu Rübcke 2005, S. 141–142.
98 Telemann 1809 (Vo wo ).
99 S aa sbiblio hek zu Be lin, Sign. Mus.ms. 21696/11, (RISM: h ps://opac. ism.in o/sea ch?id=452513063&View= ism), Ins u-
men als immen sind nich e hal en.
100 Lassen 2017, S. 119–120. – Vgl. Anhang 8:
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/s8
.
101 HKA A III/2 2013, S. 250 und S. 671.
102 S aa sbiblio hek zu Be lin, Sign. Mus.ms.au og . Telemann, G.M.6., (RISM: h ps://opac. ism.in o/sea ch?id=1001012009&View= ism),
diese Ve onung is nich konsul ie wo den.
103 Ge be 1814, Sp. 215.
104 Scobel 2008 (diese aus üh liche A bei is leide online nich meh e ügba , wu de abe 2016 ausgewe e ).
M. Lassen: Klops ock-Ve onungenin Schleswig-Hols ein um 1800 | 183
No den zu ück. Die wei e en S a ionen seine ä z lichen Tä igkei : 1816 Übe siedelung nach Schle-
sien, 1829 Umzug nach Neuwied, wo e die le z en zwei Jah e pensionie e b ach e und 1831
s a b. Übe 200 Komposi ionen sind nachweisba , alles Vokalkomposi ionen, meis ens Kla ie liede ,
abe auch Meh s immiges (auch mi O ches e beglei ung), 156 Komposi ionen sind ged uck nach-
weisba . Goe he komm als Tex dich e ga nich o , denn bei den He nhu he n gab es eine ganz
allgemeine Abneigung gegen ihn (was wohl au Gegensei igkei be uh e), dagegen is No alis als ein
s ä ke eligiöse Dich e be o zug e wende – und so inde auch Klops ocks eligiöse Emphase
bei Sö ensen na ü liche weise ih en Pla z.105 Schilling (1840) sch eib übe Sö ensens Musik ol-
gendes, wo aus sich auch ein Schüle e häl nis zu Schulz e was uneindeu ig ablesen ließe, wei e e
Nachweise hie zu exis ie en abe o enba nich :
»Wo in e abe eine
besonde e Geschicklichkei besaß , is die Behandlung de Tex e,
und hie ge ade i auch die Schule Schulz´s am un e kennba s en he o . Wenige
Liede componis en haben in diese Hinsich so iel Glück gehab als Sö ensen. Seine
Melodien sind nich musikalische Umkleidungen de Wo e, sonde n de Tex selbs e -
schein hie gleichsam als eine Melodie. Ni gends e was Gesuch es ode Geküns el es«.106
Sö ensen selbs sp ich 1811 in seh poe isch-wesenha e Weise on eine Wi kung des Tex es, de
sich mi de Musik zu einem neuen gemeinsamen Wesen e binden könne, und dieses neue Wesen
solle – so Sö ensen – om Menschen »mi anziehende Zuneigung um ass , und als e was Wohlge äl-
liges und Wohl huendes, als ein Wesen seine A , liebgewonnen we den«.107 Sö ensens Fü bi e, ü
S e bende is ged uck e schienen 1810 in Rudols ad ü ie S immen mi Kla ie beglei ung.108 Übe
178 Tak e wi d de Tex abwechselnd in eie en Teilen (T. 130 e wa bezeichnende weise genann »mi
e s ä k em Vo age«) und »cho almäßig« o ge agen, die Kla ie beglei ung is nu in Pausen ak en
und Übe gängen selbs ändig no ie und spiel ansons en den Sings immensa z mi , alles insgesam
nu in zwei Sys emen no ie . Wi e zich en hie au eine nähe e Analyse und e weisen au das in
mode nen Schlüsseln doch gu lesba e Digi alisa des Rudols äd e D uckes. Hie üh de Klops ock-
sche Tex also zu eine du chkomponie en Fo m, wäh end ansons en Sö ensens We k o allem aus
S ophenliede n bes eh – ähnlich wie es sich also auch bei Pe e G önland e hiel .
Geo g Ca l F ied ich Lobedanz (1778–1825) wa Kanzleisek e ä und A chi a beim Obe ge ich in
Go o , also Ve wal ungsbeam e , als solche s a b e 1825, wie das Ki chenbuch be ich e : »E is od
ge unden wo den im A chi zimme des Obe ge ich s«.109 Eine genaue e und posi i e Schilde ung on
Lobedanz’ Lebens- und Ausbildungs e lau gib Gus a Schilling (1840)110 und e wähn u. a. ein Heilig
ü Cho , O gel und O ches e ü den Schleswige Dom (1809, nich e hal en), Klops ocks Au e s e-
hungsgesang ü ie s immigen Cho , »ein We k, das seinen Namen ohns ei ig in die Reihe unse e ge-
diegens en Ki chencomponis en se z «, so Schilling, de anschließend noch die Kla ie s ücke on
Lo-
105 Ob wei e e Klops ock-Ve onungen bei Sö ensen exis ie en, können wi leide au g und de ehlenden Zugänglichkei de
A bei on Scobel 2008 nich sagen.
106 Schilling 1838, S. 429.
107 Sö ensen 1811 (Vo wo ), [S. 1].
108 Sö ensen 1810, S. 11–15.
109 Ki chenk eisa chi Schleswig-Flensbu g, Ki chenbuch Schleswig S . Michaelis, S e beein ag 1825, N . 16.
110 Schilling 1841, S. 429.