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Der Geistliche Martin Scherer und die Stiftung des Kreuzwegs in Heide: Aus dem kirchlichen Leben Dithmarschens vor der Reformation

Abstract

Der Aufsatz befasst sich mit einem wenig bekannten Phänomen der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte in Dithmarschen und ordnet es in die Dynamik…

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Der Geistliche Martin Scherer und die Stiftung des Kreuzwegs in Heide: Aus dem kirchlichen Leben Dithmarschens vor der Reformation

Author: Bünz, Enno
Year: 2024
DOI: 10.38072/2941-3362/p12
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006540/kiel-up_2941-3362_p12.pdf
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ENNO BÜNZ
De Geis liche Ma in Sche e und
die S i ung des K euzwegs in Heide
Aus dem ki chlichen Leben Di hma schens
o de Re o ma ion
Ma in Sche e gehö zu den wenigen Geis lichen Di hma schens in o e o ma o ische Zei ,
übe den meh als nu ein paa dü e Lebensda en bekann sind.1 Zu den Sch i quellen e-
en meh e e Bildzeugnisse, was noch beme kenswe e is . Sie laden zu nähe e Be ach ung
ein, auch wenn dies nich das e s e Mal geschieh . In den ühe en S udien ging es alle dings
o nehmlich um kuns geschich liche F agen,2 kaum hingegen um die S i ung eines K euzwegs
mi Kapelle in Heide, die sowohl on de O s- und Regionalgeschich e3 als auch on de übe -
egionalen ki chen- und ömmigkei sgeschich lichen Fo schung nu am Rande wah genommen
wu de.4 T o z dü ige Quellenlage lohn es sich, nähe hinzusehen. Nach meine Un e suchung
übe die G ündung de Heide S . Jü genskapelle zwischen 1432 und 14485 kann ich hie mi ein
wei e es Kapi el Di hma sche Ki chengeschich e o legen, das den spä mi elal e lichen Haup -
o des Landes be i .
1
Dem F eund und Kollegen D . Ha mu Kühne (Be lin) danke ich ü die k i ische Lek ü e des Manusk ip s und manche Hinweise,
meinem Leh s uhlassis en en D . Alexande Sembdne (Leipzig) ü die Bea bei ung Abbildungs o lagen 6 und 11, dem S ad a -
chi Heide (He Jö n K use) ü Reche chen und Abbildungs o lagen zum Ziegelho . F au Cha lo Hannig M. A. gil mein he z-
liche Dank ü die umsich ige Bea bei ung und so g äl ige Redak ion meines Bei ags. Zu den Geis lichen o de Re o ma ion
Bünz 2006c, S. 260–270. Ich be ei e eine g öße e Da s ellung de Ki chengeschich e Di hma schens im Mi elal e und in de
Re o ma ionszei o , die eine Zusammens ellung alle namen lich bekann en Geis lichen en hal en wi d.
2 Schlee 1930, S. 107–112. – Johnsen 1950, S. 46–48. – Kopischke 1982, S. 360–366.
3 Une giebig sind in diesem Zusammenhang z. B. P all 1901. – Ma en 1935. – A nold e al.1990. – Zum Heide K euzweg neue -
dings Hansen 2018, S. 89–94.
4 Au g und de E wähnung bei Haup 1887, S. 78, wi d de Heide K euzweg alle dings in de Übe blicksda s ellung on Knelle
1908, S. 57 e wähn , ebenso neue dings on Kammel 2018b, S. 33 mi Anm. 87, hie alle dings de Ve weis au Haup 1887 mi
Zahlend ehe (S. 87 s a 78).
5 Bünz 2006a.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2941-3362/p12
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Ein Geis liche im spä mi elal e lichen Di hma schen
Dass Ma in Sche e Kle ike wa , geh schon aus de ( e lo enen) G absch i in de Heide S . Jü gens-
ki che (Abb. 1) he o .
De Büsume Ch onis Neoco us, de sie übe lie e , wi d sie im spä en 16. Jah hunde wohl noch
gesehen ode on ande e Sei e ih en Wo lau e ah en haben. Jeden alls be ich e Neoco us E eig-
nisse des Jah es 1515, da un e den Tod des Ma in Sche e , de in de Heide Ki che beg aben wo den
sei: »He Ma in Sche e e s o ben, beg aben in de Ki che zu Heide, mi Insch i « (»H[e ]
Ma en
Sche e mo uus, sepul us Heidae in emplo, cum insc ip ione«), wo au die olgende Insch i e -
weis : »Bidde Go o H(e n) Ma en Sche e , dede nha dem hillighen G a e gewes A(nn)o Domini
1496 unnd is ges o en in dem Jah e 1515«.6 Zwa übe lie e n auch spä e e Ch onis en diese In-
6 Neoco us 1827, hie Band 1, S. 542.
Abb. 1: Die S . Jü genski che in Heide on Südwes en. Fo o: Raine Knäppe , e ö en lich un e
de
F ee A License 1.3
ia
Wikimedia Commons
.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
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sch i , doch haben sie wohl nich meh den G abs ein selbs gesehen, sonde n nu aus Neoco us
geschöp . An on Heim eich be ich e 1683 übe Heide, do sei 1515 He Ma in Sche e ges o ben,
de lau »außweisung seines Epi aphii« 1496 »eine Reise zum heiligen G abe ha ge han«, bie e also
keine e gänzenden In o ma ionen.7 An on Vie h hingegen sch eib 1733 p äzise on Sche e s G ab-
sch i »oben an de Ki chen=Thü « bzw. » on de mi els en Ki ch=Thü (woselbs e einen aus-
gehauen S ein se zen lassen)«.8 Au g und de E wähnung de »mi els e(n) Ki ch-Thü « wu de dann
ein Zusammenhang mi de spä go ischen Bildda s ellung he ges ell , die sich übe dem Wes po al
de Heide Ki che be inde , do mi le weile alle dings du ch eine Kopie e se z is , wäh end das
s a k e wi e e Epi aph nun in de Ki che e wah wi d.9 Ganz abgesehen da on, dass es sich bei
diesem Epi aph nich um das des Ma in Sche e handel ,10 is dies auch nich de O , an dem sich
dessen G absch i be unden ha . Wie be ei s E ns Schlee au g und des Heide Ki chens uhlbuchs
on 1668–1737 gezeig ha , wu de nich das Wes -, sonde n das Süde po al de Heide Ki che als
»mi els e Tü « bezeichne , »wo je z «, wie Schlee aus üh , »ein kleine Fachwe kanbau s eh . Die
E ich ung dieses Anbaus is de G und ü das Ve schwinden de Tü und mi ih des Sche e -S eins.
Von ihm ha sich bishe keine Spu inden lassen«.11 Das Epi aph Sche e s muss als e lo en gel en.
De Kle ike Ma in Sche e , au dessen geis lichen S and schon die zei übliche Bezeichnung als
»He «, la einisch »dominus« e weis , ha also 1496 eine Wall ah ins Heilige Land un e nommen,
wo au noch nähe einzugehen sein wi d, und e is 1515 e s o ben. Aus dem Ums and, dass e in
de Heide S . Jü genskapelle beigese z wu de, is zu schließen, dass e do bep ünde wa , also
als Vika ode Messp ies e es e Einkün e on einem Al a bezog und da ü eine bes imm e Zahl
on Messen zu lesen ha e. Alle dings geben die spä lichen Heide Quellen da übe keine siche e
Auskun . Heide wu de e s in de zwei en Häl e des 15. Jah hunde s zum Landes o o Di hma -
schens, und dami ko espondie die kon inuie liche Au we ung de S . Jü genskapelle au dem
Ma k , die 1438 e s mals genann und de en G ündung 1448 on Paps Nikolaus V. bes ä ig wu de.12
Am Ende des Mi elal e s um ass e die Kapelle, die e s um 1550 zu P a ei e hoben wu de,13 ün
Bene izien, sogenann e Vika ies i ungen, wie sie in g oße Zahl in den Di hma sche P a ki chen
bes anden.14 Nach dem Kapi alien- und Ren enbuch de Heide Kapelle on 1538 ha e de Kaplan
als de wich igs e Geis liche an S . Jü gen die Vika ie Unse e Lieben F au inne.15 Das Kapi alien- und
Ren enbuch is so angeleg , dass im Anschluss an jede Vika ie die Be äge au gelis e we den, die
Teil des S i ungs e mögens de Bene izien sind und die sich in de Hand e schiedene Pe sonen
be inden, e mu lich, weil sie eine bes imm e Summe en liehen haben und da ü einen
Zins an die
Vika ie en ich en. Hie e schein nun auch de Geis liche Ma in Sche e , de om
Bene izium
7 Heim eich 1683, S. 70.
8 Vie h 1733, S. 35–36. – K üge 1999, de die G absch i S. 416–417. N . HDGE*1 e zeichne , bezieh sich nu au Vie h als
Quelle.
9 Kuns -Topog aphie 1969, S. 460 mi Abb. 1227.
10 Da au ha schon Haup 1925, S. 507 hingewiesen.
11 Schlee 1930, S. 108.
12 Bünz 2006a, S. 599–604.
13 Bünz 2006a, S. 599–600.
14 Die Anzahl e gib sich aus de Au s ellung in: Jensen 1934, S. 132, und in: Rol s 1903, S. 308–316. De Au sa z on Kinde 1889
bie e nu z. T. ungenaue Auszüge de on Rol s olls ändig edie en Quelle.
15 Bei Rol s 1903, S. 308 is Inhabe »he Johann Snicke ke khe «, bei Jensen 1934, S. 132 wi d »magis e Johannes Snycke« als
»possesso « de S . Jü genskapelle genann ohne ausd ückliche E wähnung de Vika ie B.M.V. Übe ihn ebd. S. 295–296.
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Unse e Lieben F au 5 Ma k Lübisch als Kapi al emp angen ha e. De Ein ag lau e : »He Ma en
Sche e [ene ?] y m(a) k ho e s ols, e myn up paschen. Hy is nen b e upp, sunde wo de
olden egis e de sul en ica ie nawysen.«16 Die 5 Ma k, die Sche e in Händen ha , sind Teil des
Gesam kapi als de Vika ie, das als »houe s ol« bezeichne wi d, deshalb die Fo mulie ung »5 Ma k
des Haup s uhls (= des Kapi als de Vika ie)«.17 Das Heide Kapi alien- und Ren enbuch e zeichne
zahl eiche Pe sonen, die solche Teilsummen innehaben und die da ü einen jäh lich Zins an die Vika-
ie bezahlen. Rechne man die Einzelpos en diese Vika ie zusammen, e gib sich ein Gesam kapi al
on 287 Ma k sowie wei e en Einkün en on 19 Ma k und 1 Schilling.18 Die Gesam auss a ung de
Vika ie wi d höhe gewesen sein, denn es dü e kaum das ganze S i ungskapi el an Einzelpe sonen
gegen Zins ausgeliehen gewesen sein. Im Falle Sche e s, de zum Zei punk de Au zeichnung dieses
Einkommens egis e s 1538 ga nich meh leb e, wi d angegeben, dass die Zinszahlung an Os e n
ällig wa . Wie hoch die Zinsbelas ung wa , wi d hie wie bei ielen ande en Kapi alien nich an-
gegeben, e mu lich, weil de Zinssa z wie bei ande en K edi geschä en gene ell 5 % be ug. Übe
diese Einzelhei en lag, wie dem Heide Regis e zu en nehmen is , im Falle Sche e s keine U kunde
(»b e «) o , sonde n da übe exis ie e nu ein Ein ag im al en Ki chen egis e , das abe nich e -
hal en is .19 Da Ma in Sche e , wie e wähn , be ei s 1515 e s o ben is , dü e die Zinszahlung mi
seinem Tod e loschen sein, so e n es keine E ben gab, die wei e zahl en, wo au abe im Heide
Regis e nich s hindeu e . Sche e selbs ha e das en liehene Kapi al o enba nich zu ückgezahl .
Dass P a ki chen, Kapellen und selbs einzelne ki chliche Bene izien, wie hie am Beispiel de Heide
Vika ie da ges ell , au g und ih es P ünden e mögens espek i e S i ungskapi als als K edi kassen
dien en, en sp ach im Spä mi elal e wie in de F ühen Neuzei allgemeine P axis.20 Fü die Ve mö-
gens e wal ung wa en Ki chen- ode Kapellenp lege zus ändig, die die Kapi alien gegen Zinszahlung
ausliehen und dami das P ünden e mögen meh en. Aus dem Ki chspiel Wöh den sind meh e e
Handsch i en übe lie e , die diese P axis ü die o - und nach e o ma o ische Zei belegen.21 O -
enba besaß Ma in Sche e auch G und und Boden im Ki chspiel Neuenki chen, denn das Heide
Memo ien egis e e zeichne u. a. Ren eneinkün e ü Memo ien, die in de Heide Ki che aus dem
Ki chspiel Neuenki chen ges i e wo den wa en, und bei de Lokalisie ung eines P andgu es heiß
es u. a. »H(e ) Ma en Sche e beos en«.22 Im Os en g enz e also G undbesi z an, de ihm gehö e.
Was bedeu en die Quellennach ich en nun ü Ma in Sche e ? Sie bes ä igen zumindes , was wi
on de G absch i schon wissen, nämlich, dass e ein geis liche He wa . Abe wo e als Kle ike
wi k e, e ä uns auch das Heide Kapi alien- und Ren enbuch on 1538 nich . Damals wa e lange
o , so dass sich jede nähe e E läu e ung zu seine Pe son e üb ig e, und was in den Heide »olden
egis e « s and, die damals noch o lagen, we den wi leide niemals e ah en. Ve mu lich ha e
16 Rol s 1903, S. 309. Leide e läu e Rol s nich , was das iel ach o kommende abgekü z e . (= ene ?) bedeu e . – Rol s 1903,
S. 303 und ihm olgend Schlee 1930, S. 107 meinen hingegen, e habe de Vika ie 5 Ma k ges i e .
17 »houe s ol« = Kapi al: Techen 1932, S. 229. – 5 Ma k wa in diese Zei das gewöhnliche Kapi al, um eine Memo ie (Jah ags-
s i ung) zu inanzie en, dami ein P ies e zu bes imm en Te minen eine Messe ü den Ve s o benen las: Rol s 1903, S. 300.
18 Rol s 1903, S. 312.
19 Im olgenden Ein ag geh es um 10 Ma k Haup summe, »da he unde gegan is an wegen ha de s clawes Hans da sul was
wanende, wo da H(e ) Ma en Sche e sin Han wyde mede b ynge «, auch hie mi dem Ve weis »in Sun e Jü gens boke
anghe eke «: Rol s 1903, S. 309. De Sinn de Passage übe Ma in Sche e bleib unkla .
20 Bünz 2016.
21 Vgl. Bünz 2017b.
22 Rol s 1903, S. 323.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
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Ma in Sche e eine de ün Vika ien de S . Jü genskapelle inne, übe de en Inhabe wi nu meh
als lückenha in o mie sind. Das Kapi alien- und Ren enbuch nenn die Inhabe 1538, abe diese
Bene izien bes anden doch schon iel länge . In diese Au zeichnung begegne alle dings an ande e
S elle nochmals de Familienname Sche e : »Hi na olgen de b eue I e en e an de ide de ica iae
de H(e ) Johan Sche e ho ge eke we en nd eyn besi e «.23 Mi ähnlichem Wo lau sind o he
die ün auch ande wei ig nachweisba en Vika ies i ungen de Heide S . Jü genskapelle au gelis e
wo den, zule z die Vika ie des Reime Hossick, und da an schließ sich unmi elba de eben zi ie e
Ein ag an. Will man nich noch eine sechs e Vika ies i ung annehmen, wo au nich s hindeu e , wa
also e mu lich Johann Sche e in Nach olge Reime Hossicks Inhabe diese ün en Vika ie. 1523 is
diese Sche e üb igens auch als ö en liche No a beleg ,24 üb e also eine Funk ion aus, die im spä-
en Mi elal e ü Kle ike ypisch wa .25 Johann Sche e wi d man wohl als Ve wand en des Ma in
Sche e anzusehen haben, womöglich soga als seinen Sohn, was angesich s häu igen Ve s oßes on
Wel geis lichen des ausgehenden Mi elal e s gegen das Zöliba sgebo nich ungewöhnlich wä e.26 So-
wohl Ma in als auch Johannes wa en also mi Heide e bunden, ja höchs wah scheinlich haben wi
in ihnen zwei Rep äsen an en eine Familie o uns, die im Landes o o Di hma schens ansässig wa .
Je usalempilge und S i e des Heide K euzwegs
Mi diesem dü igen Be und müss en die Aus üh ungen enden, wenn uns Neoco us nich an ande-
e S elle seine Ch onik wei e e Nach ich en übe Ma in Sche e p äsen ie en wü de. Am Ende des
Abschni s übe das Ki chspiel Heide heiß es: »H(e ) Ma en Sche e a geme en an de Heide
Ke kedo e, da he den u gehowen S een ba en se en la en, be h an de Thegelschune, wo wi an
Je usalem da hillige G a , unnd da eine Capelle gebuwe , da nun de A beide Hußlin s ei . Da
ock en g o C u z ges aen, he ock einen inen Ga den an Eken unnd ande en Bomen geplan e .
Diese H(e ) Ma en he ock ho Weddings ede einen S een.«27 In mode ne Übe se zung: »He
Ma in Sche e ha on de Heide Ki chen ü , wo e oben den ausgehauenen S ein ha se zen lassen,
bis zu Ziegelscheune, (die En e nung) abgemessen, so wei , wie es on Je usalem bis zum Heiligen
G ab is , und ha do , wo nun das A bei e haus s eh , eine Kapelle e ich e . Do s and auch ein
g oßes K euz, und e p lanz e auch einen schönen Ga en mi Eichen und ande en Bäumen. Diese
He Ma in ha auch in Weddings ed einen Gedenks ein.« Diese Angaben, die An on Vie h üb igens
in seine Landesbesch eibung e was wo eiche ausgeschmück wiede hol ,28 lenken den Blick au
die on Sche e ges i e en Bildwe ke, e ö nen abe auch wei e e Pe spek i en au das F ömmig-
kei sleben o de Re o ma ion, übe das wi ü Di hma schen bislang noch iel zu wenig wissen.29
23 Rol s 1903, S. 318.
24 Rol s 1922, S. 60, N . 29.
25 Bade 1984.
26 P ies e sohn schon e mu e on Schlee 1930, S. 113, Anm. 9. – Wei e e Beispiele nenn Rol s 1903, S. 305. – Zum e b ei e en
P oblem de P ies e kinde o de Re o ma ion besonde s Schmugge 1995, S. 345–350.
27 Neoco us 1827, S. 247.
28 Vie h 1733, S. 36.
29 Eine e s e Zusammenschau bo Rol s 1921. – Au g und neue e Fo schungen nun Bünz 2020c.

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Ma in Sche e ha e, wie Neoco us an be ei s zi ie e S elle e wähn , 1496 eine Wall ah nach
Je usalem un e nommen (»dede nha dem hillighen G a e gewes A(nn)o Domini 1496«). Obwohl
im Lau e des spä en Mi elal e s auch in Deu schland zahl eiche egionale Wall ah en en s anden,
beispielsweise nach Wilsnack in de P igni z,30 abe auch zu e lichen O en in Schleswig-Hols ein,31
haben die d ei »g oßen Wall ah en« (»pe eg ina iones maio es«) nach Rom, San iago de Compos ela
und ins Heilige Land ih e Bedeu ung behal en und sind auch on Di hma sche n au gesuch wo -
den.32 Die Pilge eise nach Je usalem wa du ch En e nung und Reiseums ände besonde s au wen-
dig und eue , konn e man doch nu au dem Seeweg übe Venedig do hin gelangen und wa au die
on do e keh enden Galee en angewiesen.33 So bilde en sich dann auch Reiseg uppen, on de en
Teilnehme n de eine ode ande e soga einen Pilge be ich e ass ha , dem zu en nehmen is , wie
die sechs bis ach Wochen daue nde See eise e lie und wie de Besuch de Heiligen S ä en in und
um Je usalem ons a enging. Fü 1496, das Reisejah Sche e s, is nu ein deu sche Pilge be ich
übe lie e , den de B eslaue Pa izie Pe e Rind leisch gesch ieben ha , de on An ang Ap il bis
Ende Ok obe un e wegs wa .34 Neoco us en nahm de G absch i Sche e s, dass diese 1496 ins
Heilige Land gepilge wa . Schon die p äzise Jah esangabe sp ich nich da ü , dass Neoco us die
Nach ich ei e unden hä e. Alle dings is g undsä zlich da au hinzuweisen, dass es sich bei
de on Geschich ssch eibe n iel ach un e s ell en Ve bindung on Pilge ah und K euzwegs i -
ung »ehe um einen ühneuzei lichen E zähl opos als um ein his o isch belegba es Phänomen zu
handeln« schein .35 Ande s gewende : In eine Zei ausgep äg e Passions ömmigkei , in de auch
ged uck e Andach ssch i en übe K euzwege g ei ba wa en36, bedu e es nich unbeding des Im-
pulses eine Pilge ah nach Je usalem, um einen K euzweg zu s i en.
Abe de Zusammenhang on Pilge ah und K euzwegs i ung is nich pauschal in Ab ede zu
s ellen. S a ionen im Heiligen Land wa en Ja a, Ramla, Je icho, Be hlehem und o allem na ü lich
Je usalem. Die do igen Heiligen S ä en wa en als Zeugnisse des Lebens, Leidens, S e bens und de
Au e s ehung des He n selbs e s ändlich on alle g öß e Bedeu ung ü die Wall ah e . Wie Neoco us
sch eib , ha Ma in Sche e die E inne ung an den Leidensweg Jesu in besonde s nachd ückliche
Weise es gehal en, indem e die Via dolo osa om Haus des Pila us, in dem de He zum Tode e -
u eil wu de, bis zum Be g Golgo ha, wo e ans K euz geschlagen wu de, in Heide maßgenau abge-
messen nachbauen ließ: »a gema en an de Heide Ke kedo e, da he den u gehowen s een ba en
se en la en, be h an de Thegelschune, wo wi an Je usalem da hillige G a , unnd da eine Capelle
gebuwe «. Do habe, so de Ch onis wei e , »ock ein g o C u z ges aen« und Sche e habe do »ock
einen inen Ga den an Eeken unnd ande en Bomen geplan e «.37 An on Vie h s ü z sich au diese
Besch eibung, o mulie nu ande s, indem e e wähn , dass Sche e bei de Ziegelscheune
»ein g oß
30 Bünz 2006b.
31 Bünz 2020b. Zu den Wall ah so en in Di hma schen jüngs Hansen 2018.
32 Bünz 2005, S. 747–752. – Bünz 2011.
33 Röh ich 1900, S. 1–83 schilde , wie die Reisen o ganisie wa en und ablie en. Vgl. dazu auch: K iss-Re enbeck/Möhle
1984, S. 56–88, und Ganz-Blä le 2000. Die un e schiedlichen Wah nehmungen on Reisenden au ein- und de selben Pilge -
ah we den anschaulich he ausgea bei e on Esch 1994.
34 Pa a icini/Halm 2000, S. 272–273, N . 110. – Auch Röh ich 1900, S.189 bie e zum Jah 1496 keine wei e en Nach ich en übe
Pilge eisen.
35 Kühne 2014, S. 55.
36 Ein Beispiel bei Knelle 1908, S. 209–212.
37 Neoco us 1827, S. 247.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
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C eu z au ich en« und eine Kapelle bauen, daneben auch »einen Ga en on ielen Bäumen« an-
legen ließ.38 Dass on diese Anlage zu Vie hens Zei en noch e was e hal en wa (seine Di hma sche
Landesbesch eibung e schien 1733), is wenig wah scheinlich. Allgemein kann man es s ellen, dass
in No delbien, auch in Di hma schen, zahl eiche Kapellen, also Go eshäuse ohne P a s a us, nach
de Re o ma ion abge issen wo den sind.39
Nachbau en des Heiligen G abes, das sich inmi en de Je usaleme G abeski che be inde , gib es
in Eu opa schon sei dem Hochmi elal e . Be ühm sind die Nachbildungen on ca. 1166 in Eichs ä
(heu e in de Kapuzine ki che) und on 1504 in Gö li z, die beide das a sächliche Aussehen de
G abanlage ech genau wiede geben.40 In ielen spä mi elal e lichen Ki chen gab es auch Heilige
G äbe , die zwa nich den Ansp uch e hoben, das G ab Ch is i abzubilden, abe den Gläubigen die
G ablegung wäh end de Ka woche als Andach sbild o Augen s ell e.41 Anschaulichkei , die zum
›Mi leiden‹ (›compassio‹) an egen soll e, und Nach ollziehba kei (›imi a io‹) des Heilsgeschehens
wa en wich ige Elemen e spä mi elal e lichen F ömmigkei slebens, wie an eine Vielzahl on Bild-
da s ellungen, handelnden Bildwe ken, P ozessionen und geis lichen Spielen des spä en Mi elal e s
ablesba is .42
Ob Ma in Sche e das Heilige G ab in de e wähn en Kapelle nachbauen ließ, wissen wi nich .
Nach den Angaben des Neoco us schein es ihm au e was ande es angekommen zu sein. Sche e
ließ nämlich om Südpo al de Heide S . Jü genski che aus, wo sich spä e sein G abs ein be and,
die En e nung » on Je usalem«, man wi d p äzisie en dü en: om Haus des Pila us als dem Aus-
gangspunk de Via dolo osa bis zum G ab Jesu (»Hilligen G a «) genau abmessen und am End-
punk des Leidensweges eine Kapelle e ich en. Diese Kapelle lag be ei s auße halb de O scha ,
denn im Heide Kapi alien- und Ren enbuch on 1538 wi d ein Acke lokalisie »bi des Hilligen
c uces capellen beos en de Heide«, also ös lich on Heide gelegen.43 Neoco us gib nu an, de Weg
habe »bis zu Ziegelscheune« (»be h an de Thegelschune«) ge eich , wo die Kapelle e ich e wu de,
die abe damals schon nich meh s and, denn de Ch onis üg ak ualisie end hinzu: »da nun de
A beide Hußlin s ei «,44 wobei wohl an ein Gebäude ü die in de Ziegelscheune ä igen A bei e
zu denken is . Auch die äl es e Ansich Heides on Daniel F ese aus dem Jah 1596 (
Abb. 2
) zeig
ös lich des O es keine Kapelle (meh ).45
Sie wi d damals also schon nich meh ges anden haben. 1538, wenige Jah e nach Ein üh ung
de Re o ma ion, wa die Heilig-K euz-Kapelle hingegen noch o handen. In Bezug au den Lei-
densweg Ch is i wa en die Lage de Kapelle ös lich on Heide, also in Rich ung Je usalem, und
38 Vie h 1733, S. 36.
39 Eine Gesam übe sich ehl . Beispielsweise gab es im Ki chspiel Wöh den Kapellen in Bü el (S . Pe e ) und in Wennemanns-
wisch, siehe Hansen 1923, S. 15. Die o e o ma o ischen Kapellen in Heide, S . Annen, Schlich ing und Windbe gen blieben
hingegen e hal en, weil sie spä e zu P a ki chen wu den, siehe Bünz 2006c, S. 251–252.
40 Reinle 1988, S. 228–230. – K üge 2000, S. 188–197. – Zu Gö li z siehe auch un en bei Anm. 47.
41 Reinle 1988, S. 230–234. – K oesen 2001. - Bünz 2023b.
42 Siehe die zahl eichen Beispiele in: Kühne e al. 2013, und bei Bünz 2023b, zu ›compassio‹ und ›imi a io‹ am Beispiel de K euz-
wege auch Kammel 2018b, S. 28–31. Zu ch is uszen ie en F ömmigkei o de Re o ma ion g undlegend Hamm 2011, zu
den inno a i en Zügen de dynamischen F ömmigkei o de Re o ma ion nun g undlegend Hamm 2024.
43 Rol s 1903, S. 315.
44 Neoco us 1827, S. 247. – Schon Schlee 1930, S. 110, Anm. 13 e mu e , dass die Kapelle damals nich meh s and. – A nold
1990 ag ausd ücklich »was s and in de Regen enzei ?« (S. 22–23), e wähn die Kapelle abe nich .
45 De Kup e s ich F eses in Geo g B aun / F ans Hogenbe g, Ci i a es o bis e a um (1596), als Faksimileausgabe: B aun/
Hogenbe g 2017. Vgl. auch Klose/Ma ius 1961–1962, Band 1, S. 215 und Band 2, S. 238 Abb. 2.
52 | No delbingen 90
ih K euz-Pa ozinium naheliegend.46 In Gö li z (Obe lausi z) s i e e ein Bü ge An ang des
16. Jah hunde s, also as gleichzei ig mi Sche e in Heide, eine Heilig-K euz-Kapelle, nahebei ein
Salbhäuschen, in dem de om K euz genommene Leib Ch is i o de G ablegung gesalb wu -
de,47 wie es die E angelien übe lie e n, und in einigem Abs and das Heilige G ab selbs (Abb. 3).48
Ob Sche e auch ein Heiliges G ab und ande e dami zusammenhängende Andach ss ä en
e ich en ließ, is unbekann . Auszuschließen is es nich , denn die E wähnung eines on Sche-
e angeleg en Ga ens mi Bäumen neben de Kapelle, in dem ein nich nu du ch Neoco us
bezeug es »g o C u z« s and, mag da au hindeu en, dass hie eine kleine Sak al opog aphie
gescha en wu de, wie sie au dem ausgedehn en A eal des Gö li ze Heiligen G abes bis heu e
e hal en is . Das g oße K euz neben de Kapelle mag als Teil eines Kal a ienbe gs zu e s ehen
sein, wie e iele o s ges i e wu de, beispielsweise 1501 in Wesel.49 Ge ade am Niede hein
und in Wes alen wa en im spä en Mi elal e eis ehende K euzigungsg uppen und Kal a ien-
be ge seh e b ei e .50 Bei de Heide Kapelle be and sich zudem ein Ga en, de au den Ga en
Ge hsemane am Ölbe g als einen zen alen O de Leidensgeschich e Jesu e weis . In Süd-und
Mi eldeu schland wu den deshalb sei dem 15. Jah hunde o allem au den F iedhö en lebens-
g oße Ölbe gg uppen au ges ell .51
46 Haup 1927, S. 316 eine Au lis ung de K euz-Pa ozinien, da un e auch die Kapelle in Heide.
47 Zum Salbs ein K üge 1990, S. 200–201.
48 Knelle 1908, S. 28–33. – K ame 1957, S. 110–111. – Ande s/Winzele 2005.
49
Die S i ung is du ch Sch i quellen gu dokumen ie , die Kal a ienbe gg uppe zudem in Dinslaken e hal en, siehe P ieu e al. 1998.
50 Fabian 1986.
51 Bünz 2023a.
Abb. 2: Die äl es e Ansich Heides on Daniel F ese aus dem Jah 1596. Kup e s ich im S äd ea las on Geo g B aun und F anz
Hohenbe g, Ci i a es o bis e a um. Aus: Habich e al. 1980, Buch o sa z.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
| 53
Wo au es nich nu Sche e , sonde n ielen S i e n on K euzwegen um 1500 in jedem Fall
ankam, wa , die p äzise Dis anz de Via dolo osa als a sächlich » e messenen Weg« nachzu-
zeichnen und dami ü den Gläubigen den Leidensweg Ch is i Sch i ü Sch i nach ollziehba
zu machen,52 indem e seinen Weg bei de S . Jü genskapelle begann und bei de Heilig-K euz-
Kapelle auße halb des O es beende e. Dass auch die Ki che in Weddings ed bzw. de do on
Ma in Sche e angeb ach e Bildniss ein Teil dieses K euzweges wa , is ein Miss e s ändnis, das
nich au die Besch eibung des Neoco us, sonde n au die E wähnung des K euzweges du ch
Richa d Haup zu ückgeh , gleichwohl in de Li e a u wiede hol au genommen wu de.53
Die Lokalisie ung de Heilig-K euz-Kapelle be ei e keine g oßen Schwie igkei en, obwohl sie
sei meh als 400 Jah en e schwunden is . Dem Kapi alien- und Ren enbuch de Heide Ki che
e danken wi die Angabe, dass die Ki che ös lich und auße halb de O scha lag. Neoco us
e wähn , die Kapelle habe do gelegen, wo zu seine Zei das A bei e häuschen s and, das o en-
52 Dazu Kammel 2018b, S. 22–23.
53 Dazu un en bei Anm. 99.
Abb. 3: Nachbau des Heiligen G abes in Gö li z, An ang 16. Jah hunde . Fo o: Enno Bünz.
60 | No delbingen 90
Abb. 9: Nü nbe g, Johannis iedho . Vo le z e S a ion (G ablegung) des K euzwegs on Adam K a , Ende de 1480e Jah e.
Fo o: Enno Bünz.

E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
| 61
Volkach
am Main (bei Wü zbu g) on 152178 e hal en geblieben,79 doch müssen sie hie nich nähe
o ges ell we den, da die Zahl de S a ionen und das Bildp og amm in diese Zei ohnehin noch
nich e bindlich ausgep äg wa . En scheidend dü e ielmeh gewesen sein, dass die K euzwege
mi ih en S a ionen, Bilde n und E läu e ungen den Gläubigen den Leidensweg des He n nahe-
b ach en und die ielen Gläubigen, die keine Möglichkei ha en, nach Je usalem zu pilge n, zuhau-
se die Heiligen S ä en anschaulich nach ollziehen konn en. Da übe hinaus wi d bei de Fes legung
de K euzwegs a ionen (im 15. Jah hunde zumeis sieben, e s in de Neuzei 14) auch das im
Spä mi elal e e b ei e e P inzip de ›gezähl en F ömmigkei ‹ eine Rolle gespiel haben. Dabei wa
eilich nich an ein eilnahmsloses Abzählen de Andach ss ä en gedach , sonde n ganz im Gegen-
eil dien e das Zählen als Medium, um F ömmigkei sleis ungen zu e inne lichen.80
Ob de K euzweg in Heide alle dings nu aus de An angs- und Ends a ion bes and ode be ei s
meh e e K euzwegs a ionen am Weg um ass e, is nich übe lie e . Im le z en Jah zehn des 15.
Jah hunde s wa die Ein ich ung on K euzwegen mi meh e en S a ionen alle dings schon seh
e b ei e .81 Übe es e des Heide K euzwegs, de nach Ein üh ung de Re o ma ion abge issen wu -
de, haben sich nich e hal en. Beeind uckend is abe , dass de K euzweg nach de Pilge ah Ma in
Sche e s 1496 einge ich e wu de (du ch das Todesjah Sche e s 1515 e gib sich alle dings ein ech
wei e Spiel aum ü die Realisie ung des Vo habens), e mu lich ange eg du ch das wenige Jah e
äl e e Vo bild des K euzwegs in Lübeck. Angesich s de engen Ve bindung Di hma schens nach
Lübeck e schein dies plausibel.82 Ob die Besuche des Heide K euzwegs auch du ch Ablässe an-
gelock wu den, wie dies ande no s de Fall wa ,83 kann nu e mu e we den. Wie die Umschau
gezeig ha , wu den K euzwege um 1500 abe auch ande no s e ich e , weil sie de zei gemäßen
F ömmigkei en sp achen, die au den leidenden Ch is us zen ie und au Anschaulichkei und
Nach ollziehba kei ausge ich e wa , wie schon be on wu de.84 Angesich s de iel äl igen Außen-
beziehungen de Baue n epublik und des in ensi en F ömmigkei slebens de Di hma sche um 1500
kann diese Be und le z lich ga nich übe aschen.85 Um das Bild de En s ehungsums ände des
Heide K euzwegs abzu unden, is schließlich auch da au hinzuweisen, das im spä en 15. Jah hun-
de im Ki chspiel Meldo nach dem Fund eine B onze igu des Gek euzig en in Windbe gen eine
Wall ah zum Heiligen K euz au gekommen wa , de en Exis enz ü 1495 gesiche is .86
78 D ei K euzwegs a ionen sind noch e hal en. De Weg üh e om Ra haus (Haus des Pila us) zu auße halb de S ad gele-
genen Be gki che. Siehe K ame 1957, S. 133–134. – Mu h 2005, S. 3–4. – Abbildungen de Ta eln und T ansk ip ionen de
Insch i en in: Ka linge 1913, S. 271–272. – Kammel 2018b, S. 55–56.
79 Die En s ehungslegende des K euzwegs in Ah weile eich zwa bis 1440 zu ück, doch schein e a sächlich e s um 1500
en s anden zu sein: Knelle 1908, S. 76–77. – K ame 1957, S. 97–98. – Kammel 2018b, S. 32. – K euzweg am Kal a ienbe g
Ah weile :
www.aw-wiki.de/index.php/K euzweg_am_Kal a ienbe g_Ah weile
(15.10.2024), mi Bilde n alle K euzweg-
s a ionen. Die äl es e e hal ene K euzwegs a ion en s and 1542.
80 Angenend 1997, S. 584.
81 Kammel 2018b, S. 33.
82 S oob 1958.
83 Knelle 1908, S. 204–205 (T ie ). – Kühne 2013, S. 66–69 (Ölschwi z bei Leipzig). – Wolpe 1995, S. 26–27 (Edige ).
84 Siehe oben Anm. 42.
85 Siehe die wei e üh enden Hinweise oben Anm. 29.
86 Rol s 1922, S. 20–25 N . 12. – Bünz/Nissen 2015, S. 125–126. – Hansen 2018, S. 72–75. – Bünz 2020c, S. 137–138.
Zwei S i e bilde Ma in Sche e s
Neoco us übe lie e noch ein wei e es De ail übe Ma in Sche e : »Diese H(e ) Ma en he ock
ho Weddings ede einen S een« (Abb. 10). Diese is – ande s als de G abs ein Sche e s in Heide –
noch e hal en, seh wah scheinlich soga in si u übe dem Süde po al de Ki che.87 Es handel sich
um ein in S ein gehauenes Relie des Au e s ehenden, zu dessen Füßen ech s un en de geis liche
S i e in Gebe shal ung knie (Abb. 11).88
Dass es sich bei dem Da ges ell en um Ma in Sche e handel , is eindeu ig. Un e dem Bild eld
s eh au einem Sch i band in eingehauenen Minuskeln die Insch i »bidde god o he ma en«,
die die gesam e B ei e de G ani a el einnimm , so dass kein Pla z ü den Zunamen, geschweige
denn ü die Angabe geis liche Äm e ode P ünden blieb. Dass es sich um Ma in Sche e handel ,
e deu lich de o ihm pla zie e Wappenschild mi dem edenden Wappen, denn es zeig in de
Mi e eine g oße Sche e, wie man sie ü den Gewandschni , abe auch ü die Scha schu e wen-
de e, links daneben ein gleichschenkeliges K euz, ech s d ei senk ech aneinande ge eih e Wol s-
angeln.89 De au e s ehende Ch is us, de mi einem Bein noch im Sa kophag s eh , ha die Rech e
zum Segensg uß e hoben, wäh end e in de Linken eine lange S ange häl , an de eine Fahne mi
87 Zi a Neoco us 1827, S. 247. – Schlee 1930, S. 108–109. – Johnsen 1950, S. 47. – Kopischke 1982, S. 365–366.
88 Kuns -Topog aphie 1969, S. 480, doch ohne Abbildung; hie als Ma e ial G ani
angegeben. Zi a Neoco us 1827, S-. 247.
– Schlee 1930, S. 108–109 mi Umzeichnung; hie als Ma e ial Sands ein genann .
89 Thiessen 1964, S. 172–173 mi Umzeichnung des Wappens und T ansk ip ion de Insch i . Die Insch i auch be ei s on
Schlee 1930, S. 108 wiede gegeben.
Abb. 10: Die Ki che S . And eas in Weddings ed . Fo o: Enno Bünz.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
| 63
K euz be es ig is . Hin e ihm is eine de G abwäch e e kennba . Die Funk ion dieses S eins, de
an he ausgehobene S elle übe dem Haup po al de Weddings ed e P a ki che angeb ach wu de,
is unkla . In de Kuns -Topog aphie Schleswig-Hols ein wi d e un e den Epi aphien e zeichne
und als Vo i bild bezeichne .90 Angesich s de insch i lichen Au o de ung des Be ach e s zum
Gebe wä e wohl die Bezeichnung als Gedenks ein am angemessens en, mi de sich Ma in Sche e
de Fü bi e de die Weddings ed e Ki che be e enden Gläubigen e siche n woll e.
Be ei s Wilhelm Johnsen ha da übe ge ä sel , »wie Ma in Sche e dazu kam, ›zusä zlich‹ in
Weddings ed sein Epi aph anb ingen zu lassen« und mi Blick au seine Di hma sche He kun e -
mu e » ielleich wa e Weddings ed e Kind«.91 In Anbe ach seines G abes und seine K euzweg-
und Kapellens i ung möch e man alle dings doch ehe annehmen, dass Sche e aus Heide s amm e,
ebenso wie üb igens de spä e e Diakon Johann Sche e , de 1538 bis 1559 in Heide bezeug is .92 Zu
e wähnen is auch, dass sich im Janua 1510 an de Uni e si ä Ros ock »Ma inus Sche e de Heida
Theoma ius« imma ikulie ,93 bei dem es sich wohl um einen gleichnamigen Ve wand en, nich abe
um den Geis lichen Ma in Sche e selbs handeln wi d, de ansons en – wie bei Geis lichen üblich –
als »dominus« i ulie wo den wä e. Die Beziehung Sche e s nach Weddings ed könn e auch dami
90 Kuns -Topog aphie 1969, S. 480. – Auch Kopischke 1982, S. 366 mein , »daß das Epi aph ku z nach dem Tode des Ma in Sche e
als Vo i bild ges i e wu de«, e lek ie abe beide Beg i e nich .
91 Johnsen 1950, S. 46.
92 Johnsen 1950, S. 46. – Rol s 1903, S. 299.
93 Ho meis e 1891, S. 41, Zeile 38.
Abb. 11: Ki che in Weddings ed , Gedenks ein ü Ma in Sche e
übe dem Südpo al. Landesam ü Denkmalp lege, Kiel.
64 | No delbingen 90
zu e klä en sein, dass e an de do igen P a ki che bep ünde wa . Angesich s de he ausgehobe-
nen Pla zie ung seines Gedenks eins lieg die Annahme nahe, e sei P a e bzw. P a s ell e e e
in Weddings ed gewesen. Alle dings kennen wi die Reihen olge de P a e nu ganz lückenha .
Im hie in e essie enden Zei aum wa Magis e Hein ich Vasme on 1508 bis ca. 1540 Inhabe de
P a ei.94 Diese wa abe lediglich de Hambu ge Dom ika , de die P a s elle als P a he (» ec o
ecclesie«) nominell inneha e, sich o O abe du ch einen Vizepleban e e en ließ.95 Diese S ell-
e e ungsp axis wa nich nu in Di hma schen o de Re o ma ion die Regel.96 Deshalb is es gu
möglich, dass Ma in Sche e in de Zei um 1500 als P a s ell e e e in Weddings ed gewi k und
zu seinem Gedäch nis die Bild a el übe dem Ki chenpo al anb ingen ließ. Das gu übe lie e e Bei-
spiel des Vizeplebans And eas B us in Büsum zeig , dass diese P a s ell e e e als die eigen lichen
P a e o O wah genommen und geschä z wu den.97 Da in de Weddings ed e Ki che zudem
zwei Vika ies i ungen bes anden,98 wä e es g undsä zlich auch möglich, dass Sche e eines diese
Bene izien inneha e, doch is es wenig wah scheinlich, dass einem ein achen Messp ies e ges a e
wu de, di ek übe dem Ki chenpo al einen Gedenks ein anzub ingen.
E s An on Vie h ha das Gedenkbild Ma in Sche e s in Weddings ed in einen wei eichenden
Sinnzusammenhang ges ell , indem e diesen mi de Heide S i ung in Ve bindung b ing : »Von
dem Rich =Haus Pila i bis an den Be g Golga ha se z e die Dis an z on de Heyde =Ki che bis
an die Weddings ed e Ki che, allwo e oben an de Thü eben alls einen ausgehauen S ein se zen
lassen«.99 Abe dass de K euzweg die Ki chen in Heide und in Weddings ed e bunden hä e,
um dami ein Rundweg zu bilden, is nich mi de Da s ellung on Neoco us, die Vie h o enba
miss e s anden ha , in Deckung zu b ingen und auch p ak isch nich nach ollziehba .100 Die En -
e nung be äg 5 km, übe s eig also bei wei em alles, was als Dis anz on ande en K euzwegen
de Zei bekann is . Anzume ken wä e auch, dass ein als Rundweg angeleg e K euzweg ganz sin-
gulä wä e. Unzu e end is es zudem, im Zusammenhang de beiden Bildda s ellungen in Heide
und Weddings ed on »Kal a ienbe g« zu sp echen, denn die da ges ell e Au e s ehung ha nich s
mi dem Kal a ienbe g als dem O e K euzigung zu un.101 Ein De ail soll abe nich une wähn
bleiben: In de Weddings ed e P a ki che gab es eine Vika ie Hl. K euz, nach dem Regis e de
Hambu ge Domp ops ei on ca. 1540 »de p esen a ione laico um«,102 abe es läss sich nich e -
weisen, dass dies eine S i ung Ma in Sche e s gewesen wä e und sich das P äsen a ions ech de
Vika ie in de Hand seine Ve wand scha be and. Ein Zusammenhang de Vika ies i ung mi dem
94 Lo enzen-Schmid 2011, S. 261.
95
Siehe die Lis e de Domhe en und – ika e bei Lo enzen-Schmid 2011, S. 156 (Hin icus Vasma i 1508–1544) und die Nennungen
bei Jensen 1958a, S. 347 und S. 355. – Jensen 1958b, S. 13. – Vonde lage 1924 e zeichne ihn nich , nenn S. 127 abe Kon ad
Vaßme 1484/86, de wohl ein Ve wand e wa .
96 Fü Di hma schen Bünz 2006c, S. 261–265. – G undsä zlich Bünz 2023c.
97 Bünz 2005, S. 730–735.
98 Jensen 1934, S. 132.
99 Vie h 1733, S. 36.
100 Rol s 1903, S. 303 e wi die Dinge, indem e mein , die S eine in Weddings ed und Heide dien en dazu, »die En e nung des
Rich hauses des Pila us on dem Be ge Golga ha anzugeben«, und die K euzkapelle in Heide habe den Zweck gehab , »die
En e nung on Je usalem bis zum heiligen G abe anzudeu en«. So i ig auch Knelle 1908, S. 57 nach dem Kuns denkmäle -
in en a on Haup 1887, S. 78 (» e ne bezeichne e e die En e nung on Heide wie on Golga ha zu Pila us’ Haus du ch den
S ein an de Weddings ed e Ki che«), ähnlich Haup 1926, S. 507. Diese Ansich olgen jüngs auch Kammel 2018b, S. 33, und
aus üh liche Hansen 2018, hie bes. S. 91.
101 K i isch schon Schlee 1930, S. 107.
102 Jensen 1934, S. 132.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
| 65
Je usalempilge is schon deshalb nich zwingend, weil das Hl. K euz-Pa ozinium auch in ande en
Di hma sche Ki chen o kam.103
In Heide ha sich alle dings noch ein wei e es Bildwe k e hal en, das mi de S i ung
Ma in Sche e s zusammenhäng . Es handel sich um ein Eichenholz elie im Fo ma 148 x 89 cm
(Abb. 12), das ikonog aphisch de alle dings küns le isch seh iel ein ache en S ein a el in Wedding-
s ed nahes eh .104
Das geschni z e Relie is in einen Holz ahmen einge üg und weis im obe en Be eich go isches
Gesp enge und Gewölbeansä ze au , was ü die gleichzei ige En s ehung on Gehäuse und Relie
sp ich . Das Bildp og amm e s eck sich übe d ei Ebenen. Im Vo de g und dominie die Au -
e s ehung Ch is i. Die Da s ellung des Au e s andenen mi de Rech en, die zum Segensges us e -
hoben is , dem Sa kophag un e seinen Füßen und den schla enden G abwäch e n olg e au en
ikonog aphischen Mus e n. Die Au e s ehungsszene ähnel de au dem e wähn en Tympanon in
Weddings ed . Vom Be ache gesehen un en ech s knie in Gebe shal ung eine Pe son, die du ch
das heu e e lo ene, au dem Wappenschild au gemal gewesene Wappen siche als Ma in Sche e
zu iden i izie en is (
Abb. 13
).
Im Hin e g und de Bild a el sieh man die Silhoue e de S ad Je usalem, aus de en To zwei
kaum e kennba e Pe sonen he aus e en. De Weg üh zum Ga en Ge hsemane, de du ch einen
Flech zaun abgeg enz wi d und in dem Jesus o seine Fes nahme be e (Ölbe gszene). Im Mi -
el eld de Ta el sieh man ganz links un e einem Felsübe hang Ch is us, de sich Adam und E a
zuwende (Limbusszene). Rech s sind die d ei Ma ien au dem Weg zum G ab Ch is i da ges ell .
Das Holz elie is heu e unge ass , doch ha de Heide Küs e , wie E ns Schlee e mi el ha , e s
1860 im Au ag des Ki chen o s ands die Übe malung besei ig .105 Dabei ging auch die geschni z e
He aldik au dem Wappenschild e lo en, bis au einen kleinen Res , denn »de Bogen de Scha -
sche e (is ) an de en sp echenden S elle wie in Weddings ed « e hal en,106 mi ande en Wo en: auch
dieses Wappen e weis au den S i e Ma in Sche e ! Die ikonog aphischen Pa allelen zwischen
dem Weddings ed e Bilds ein und dem Heide Holz elie können deshalb wenig übe aschen, und
Schlee mein soga : »Die Übe eins immung im Mo i ischen – ganz abgesehen on de Iden i ä des
S i e s – e laub es, ü beide Relie s denselben Meis e anzunehmen«.107
Ob dieses quali ä olle Holz elie , »eines de ausgep äg es en Zeugnisse spä mi elal e liche
Schni zkuns an de Wes küs e Schleswig-Hols eins«,108 ehemals als Al a a el ode als Epi aph dien-
e
, is nich meh es zus ellen.109 Kopischke plädie au g und einige De ailbeobach ungen
ü
ein Epi aph.110 Mögliche weise handel es sich um das einzige e hal ene Auss a ungss ück de on
103 Lau Jensen 1934, S. 129–133 gab es K euzal ä e in Ma ne, Ba l , Meldo , Büsum, Neuenki chen und Albe sdo . Bei Haup
1927, S. 316 e scheinen diese Belege nich , da ihm diese Quelle unbekann wa . Ve wiesen sei auch au die Heilig-K euz-Ka-
pelle in Windbe gen, siehe oben Anm. 86.
104 Schlee 1930, S. 108–112 mi Abb. S. 110. – Kuns -Topog aphie 1969, S. 461 mi Abbildung. – Kopischke 1982, S. 361–364 mi
aus üh liche Besch eibung. – Das Holz elie be and sich lange Zei in de Heide F iedho skapelle (sog. Zü phenkapelle),
wi d nun abe in de S . Jü genski che e wah . – Bünz 2020a.
105 Schlee 1930, S. 108–109. – Hie zu auch Kopischke 1982, S. 360.
106 Schlee 1930, S. 109.
107 Schlee 1930, S. 110, mi aus üh liche Beg ündung de s ilis ischen Pa allelen.
108 Kopischke 1982, S. 360.
109 Schlee 1930, S. 109.
110 Kopischke 1982, S. 360 und S. 364.

66 | No delbingen 90
Abb. 12: Relie des Au e s ehenden, zu dessen Füßen ech s un en de Geis liche Ma in Sche e in Gebe shal ung,
Eichenholz, S . Jü gen in Heide. Fo o: Ha mu Kühne.
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
| 67
Sche e ges i e en Heilig-K euz-Kapelle, die am Ende des K euzwegs s and und in de deshalb die
Da s ellung de Au e s ehung du chaus olge ich ig gewesen wä e. Dem s eh alle dings die Au -
assung Kopischkes en gegen, es habe sich bei dem Holz elie um das Epi aph Ma in Sche e s ge-
handel . Die Diskussion dieses an de schleswig-hols einischen Wes küs e auße gewöhnlichen Kuns -
we kes is also noch nich abgeschlossen.111 Wenn man on de Epi aph unk ion des Relie s ausgeh ,
dü e es bald nach dem Tod Sche e s (1515) gescha en wo den sein.
T o z eine insgesam ech dü igen Übe lie e ung ha es sich gelohn , dem Leben des Geis lichen
Ma in Sche e und seinen S i ungen nachzugehen, die in zwei e hal enen Kuns we ken bis heu e
noch g ei ba sind. Übe den Lebensweg Ma in Sche e s is nu wenig bekann . E wa als Geis liche
siche lich in Heide bep ünde , das auch als sein Heima o anzusehen is , e dü e abe auch mi de
P a ki che in Weddings ed e bunden gewesen sein. Sein do iges S i e bild übe dem Ki chenpo -
al sp ich da ü , dass e do als P a s ell e e e (Vizepleban) gewi k ha . 1496 un e nahm Sche e
eine Pilge ah nach Je usalem, die ie e Eind ücke bei ihm hin e lassen haben muss, denn danach
s i e e e in Heide einen K euzweg, de on de S . Jü genskapelle im O bis zu eine on ihm e -
ich e en Heilig-K euz-Kapelle ös lich on Heide üh e. Diese S i ung en sp ich de au Ch is us
zen ie en F ömmigkei des ausgehenden Mi elal e s. Zwa is nich bekann , wann genau Sche e
den Heide K euzweg e ich en ließ, doch dü e e du ch den 1493 in Lübeck e bau en K euzweg
ange eg wo den sein. Die S i ung Sche e s zeig , dass zei genössische F ömmigkei simpulse auch
in Di hma schen au geg i en wu den und zu S i ung eines K euzwegs in Heide üh e. Sowohl das
111 Die Bea bei ung des Co pus de mi elal e lichen Holzskulp u und Ta elmale ei 2009–2019 wi d nich o gese z und des-
halb Di hma schen nich meh e ass .
Abb. 13: Ma in Sche e in Gebe shal ung mi Wappenschild. Ausschni aus dem
Relie des Au e s ehenden in S . Jü gen zu Heide. Fo o: Ha mu Kühne.
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s eine ne S i e bild in Weddings ed als auch die hölze ne Bild a el in Heide zeigen den Au e s ande-
nen, de on Ma in Sche e – au beiden Ta eln kniend als O an da ges ell – demü ig e eh wi d.
1515 is de omme Mann ges o ben und in de S . Jü genskapelle in Heide beigese z wo den.
Ma in Sche e g i mi seine K euzwegs i ung inno a i e Tendenzen de F ömmigkei im Jah -
hunde o de Re o ma ion au , die bis heu e iel zu wenig bekann sind. Einzels udien wie die
o liegende agen dazu bei, die Neuansä ze des Glaubenslebens um 1500 besse zu e s ehen. Die
F ömmigkei des ausgehenden Mi elal e s wa au Ch is us ausge ich e , dessen Leiden und E lö-
sungswe k den Gläubigen du ch eine Vielzahl on Bildwe ken nach ollziehba o Augen ge üh
wu de. Diesem Zweck dien e auch die E ich ung on K euzwegen, die nö dlich de Elbe du ch die
Zeugnisse in Lübeck und in Heide anschaulich dokumen ie is . Ungeach e eine eichen und iel-
äl igen Fo schung zu Ch is en umsgeschich e de Vo e o ma ion we den imme wiede S e eo ypen
on eine bloß leis ungso ien ie en, obe lächlichen und e äuße lich en F ömmigkei bemüh , um
die p axis pie a is des ausgehenden Mi elal e s zu besch eiben und on de Re o ma ion abzug en-
zen. Die inno a i en Züge de F ömmigkei um 1500 liegen abe auch da in, dass die Gläubigen du ch
K euzwege und ande e Bildwe ke dazu angelei e wu den, die Passion Ch is i nachzu ollziehen, zu
beg ei en und zu e inne lichen. Dies wa eine Glaubenshal ung, die on de Re o ma ion nich übe -
wunden, sonde n au geg i en und wei e en al e wu de.
Abs ac
This essay deals wi h a li le-known phenomenon in he his o y o he chu ch and pie y in Di hma schen
and places i in he dynamic o p axis pie a is in he cen u y be o e he Re o ma ion. The ocus is on he
ma ke own o Heide, which became he poli ical cen e o he peasan epublic o Di hma schen in he
second hal o he 15 h cen u y. The e, he cle gyman Ma in Sche e , who had unde aken a pilg im-
age o Je usalem in 1496, ounded a Way o he C oss ha led om S Jü gen’s Chu ch in Heide o a
chapel o he eas o he own. Al hough no hing has su i ed o his ounda ion o he Way o he C oss,
he ew sou ces a ailable allow us o ca ego ise he ounda ion. I was p obably di ec ly modelled on
he Way o he C oss which was e ec ed in Lübeck a he end o he 1480s and o which se e al S a ions
o he C oss ha e su i ed. The ea ly S a ions o he C oss, which we e es ablished in Ge man-speak-
ing coun ies in he second hal o he 15 h cen u y, ini ially comp ised only wo s a ions. Howe e , ol-
lowing he example o he Se en Falls o Jesus on he way o he c oss, S a ions o he C oss wi h se en
s a ions we e also e ec ed, such as in Lübeck, Nu embe g o Bambe g, which made he Passion o
Ch is comp ehensible wi h hei pic o ial p og amme. This conc e e i idness was u he enhanced
by he ac ha he S a ions o he C oss we e measu ed by hei ounde s acco ding o he dis ance o
Jesus’ Way o So ows in Je usalem, as is also documen ed o Heide. Ma in Sche e will ha e walked
he Via dolo osa in Je usalem, and so he was la e able o base his Way o he C oss in Heide on an au-
hen ic, i no necessa ily p ecise, measu emen . Sche e is one o he ew cle gymen o he la e Middle
Ages in Di hma schen o whom one can o m a pic u e. A s one elie on he chu ch in Weddings ed and
a wooden elie in S Jü gen’s Chapel in Heide show he cle gyman, who died in 1515, kneeling in p aye
be o e he esu ec ion o Ch is . A leas he high-quali y ca ing in Heide, pe haps commissioned as
an epi aph, could be connec ed o he S a ions o he C oss in Heide dona ed by Sche e .
E. Bünz:
De Geis liche Ma in Sche e und die S i ung des K euzwegs in Heide
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