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Erster Nachweis der Raubfliege Tolmerus cowini Hobby, 1946 für Schleswig-Holstein (Diptera: Asilidae)

Abstract

Die in der Roten Liste der Raubfliegen Deutschlands als sehr selten klassifizierte Raubfliegenart Tolmerus cowini wurde 2022 auf der Insel Trischen…

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Erster Nachweis der Raubfliege Tolmerus cowini Hobby, 1946 für Schleswig-Holstein (Diptera: Asilidae)

Author: Holsten, Till
Year: 2024
DOI: 10.38072/2699-7762/p25
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006464/kiel-up_2699-7762_p25.pdf
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KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p25
E s e Nachweis de Raub liege Tolme us cowini Hobby,
1946 ü Schleswig-Hols ein (Dip e a: Asilidae)
Fi s eco d o he obbe ly Tolme us cowini Hobby,
1946 ü Schleswig-Hols ein (Dip e a: Asilidae)
Till Hols en
[email p o ec ed]
Schlüsselwö e :
E s nachweis, Raub liege,
Tolme us cowini, T ischen,
Küs enhabi a , Ve b ei ung
Zusammen assung
Die in de Ro en Lis e de Raub liegen Deu schlands als seh sel en klassi izie e
Raub liegena Tolme us cowini wu de 2022 au de Insel T ischen e s mals ü
Schleswig-Hols ein nachgewiesen. Wei e e Vo kommen sind lediglich on we-
nigen Fundo en im Binnenland und on d ei os iesischen Inseln bekann . De
Neu und wi d im Kon ex de Gesam e b ei ung de A sowie ih e Habi a p ä e-
enzen o ges ell und Vo schläge zu wei e en Nachsuche un e b ei e .
Abs ac
In 2022, he obbe ly Tolme us cowini has been de ec ed on he island T ischen
o he i s ime in Schleswig-Hols ein. The Red Lis o obbe lies o Ge many
lis s his species as e y a e. Fu he dis ibu ion is only known om ew si es
in he inland and om h ee eas isian islands. The new inding is discussed in
e ms o he species's o e all dis ibu ion as well as habi a p e e ences. P opo-
sals o u he sea ch app oaches a e pu o wa d.
Keywo ds:
Fi s eco d, obbe ly, Tolme us
cowini, T ischen, coas al habi a ,
dis ibu ion
1. Einlei ung
Au g und de mi de zei 88 Spezies e häl nismäßig
ge ingen Zahl in Deu schland nachgewiesene Raub lie-
gena en (Wol 2023), ih es dis ink en E scheinungs-
bildes und eine sys ema ischen Fo üh ung de Da-
ensammlung im Rahmen des Raub liegena las (h p://
www.asilidae.de/, le z e Zug i am 08.07.2024) da
diese Insek en amilie als e gleichsweise gu e o sch
gel en. Dennoch bes ehen ü einige A en eindeu ige
E assungslücken. Cowin’s Raub liege Tolme us cowi-
ni wu de bishe an insgesam e wa zwanzig O en in
Deu schland nachgewiesen. Neben wenigen Funds el-
len am Niede hein und im os deu schen Binnenland
inden sich auch e einzel e, äl e e Nachweise au eini-
gen os iesischen Inseln. Die A weis dami nach bis-
he igem Kenn niss and eine beme kenswe
disjunk e
Ve eilung au . Sie gil lau Eins u ung de Ro en Lis e
ü die Raub liegen Deu schlands als seh sel en und is
Kenna ü die FFH-Lebens aum ypen 2120 „Weißdü-
nen mi S andha e “ und 2130 „G audünen mi k au i-
ge Vege a ion“ (Wol 2011; Wol e al. 2018a). Bei eine
en omologischen Bes andsau nahme au de unbe es ig-
en Düneninsel T ischen im Somme 2022 konn e das
Vo kommen on Tolme us cowini au de Insel beleg
und die A somi e s
mals ü Schleswig-Hols ein nach-
gewiesen we den.
Die ge inge Anzahl an Nachweisen e schwe das Ein-
g enzen eine eindeu igen Habi a p ä e enz. Die ehe-
malige Einschä zung als s enök-e emophile A (Wol
2011) basie au den damals o nehmlich küs ennahen
Nachweisen und wi d de zei au g und de
jünge en
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E s e Nachweis de Raub liege Tolme us cowini Hobby, 1946 ü Schleswig-Hols ein (Dip e a: Asilidae)
Abb.1: T ischen (Maßs ab 1:12500, Ausschni 1:2500). Das X bezeichne die Funds elle des Belegexempla s in den Weißdünen. Quelle:
h ps://openda a.schleswig-hols ein.de/da ase /bio opka ie ung
(le z e Zug i am 08.07.2024).
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Funde am Niede hein und im südös lichen Binnen-
land eine Neubewe ung un e zogen. Nachweise
aus den Mi elgebi gen ode alpinen Regionen exis-
ie en nich . Au g und de Ve wechslungs äch igkei
de A (z.B. mi T. cingula us) is alle dings unkla ,
ob ih Vo kommen a sächlich au plana e Vo kom-
men besch änk is ode sie in mon anen Lagen bishe
schlich weg übe sehen wu de. Angaben zu En wi-
cklungs- und Ve hal ensbiologie de A ehlen wei es -
gehend. Die wenigen bekann en Nachweise da ie en
on An ang Juni bis Ende Augus (sch i l. Mi eilung
Danny Wol ) Das Belegexempla wu de am 22.06.2022
gekesche und o og a ie .
2. Ve b ei ung on Tolme us cowini und
Fundums ände au T ischen
E s e Nachweise de A in Deu schland e gaben sich
bei de Au a bei ung de Sammlung Riedel und da ie-
en aus den Jah en 1908/1909 aus dem Raum K e eld,
Ue dingen (Speigh 1987a). Ein Vo kommen in de Um-
gebung (NSG ‚Die Spey‘) konn e mi Belegen aus dem
Jah 1990 bes ä ig we den, jedoch blieb eine Nach-
suche 2014-2016 ohne E olg (Wol e al. 2018a). Von
2017 bis 2021 gelangen schließlich meh e e wei e e
Nachweise im Niede heingebie , u.a. im NSG ‚Emme i-
che Wa d‘ (Wol e al. 2019). Da übe hinaus bes ehen
ak uell zwei wei e e binnenländische Funds ellen bei
Seebu g am Süßen See (NSG ‚Galgenbe g und Fuchs-
höhlen‘) und bei Wöllnau (Wol e al. 2018a; Wol e
al. 2018b).
En lang de deu schen No dseeküs e is T. cowini au
den os iesischen Inseln Mellum (Ba kemeye 1994),
Bo kum (Ba kemeye 1995), und Bal um (Wol 2005)
ge unden wo den. Die Funde s ammen aus den 1930e
(Bo kum, Bal um) bzw. 1980e Jah en (Mellum). Hin-
sich lich de Fundums ände nennen die Quellen „nich
nu Te iä dünen“ ü Bo kum sowie „Dünen und
S andwallbe eich“ ü Mellum.
Wei e hin wu de die A in meh e en eu opäischen Län-
de n wie u.a. G oßb i annien, den Niede landen, I land
und F ank eich, jeweils mi einem Ve b ei ungsschwe -
punk an den Küs en, ge unden. Nachweise aus Däne-
ma k ehlen bislang (Wol e al. 2018a).
Die Insel T ischen lieg 30 Kilome e nö dlich on Cux-
ha en in de Meldo e Buch und bilde das wes liche
Ende de Ma ne Pla e. Die kü zes e Ve bindung zum
Fes land be äg e wa 14 Kilome e gen Os bis F ied-
ichskoog-Spi ze. Die gesam e Insel wande jäh lich
in Abhängigkei on Gezei en und Wind e häl nissen
e wa 30 Me e os wä s. Ein b ei e Sands and bilde
die kon exe Wes sei e und geh in eine sich übe die ge-
sam en ün Kilome e Insellänge ziehende, unbes ändi-
ge, lache Dünenke e übe , die ih e sei s in ausgedehn-
e Salzwiesen und schließlich zwei schlickige Buch en
ausläu . Zahl eiche Washo e lächen, bei denen Schill
und Sand gle sche a ig in die Salzwiese hinein agen,
be onen die Dynamik des Lebens aumes. Die o he -
schenden FFH-Lebens aum ypen sind 2110 „P imä dü-
nen“, 2120 „Weißdünen mi Ammophila a ena ia“ und
1330 „A lan ische Salzwiesen“ mi den en sp echenden
P lanzengesellscha en. Die Gesam läche de Insel be-
äg ca. 180 Hek a , on denen be ei s bei einem Was-
se s and on einem Me e übe mi le em Tidehoch-
wasse nu e wa 50 Hek a übe lu ungs ei bleiben
(Oppel 2005). T ischen is sei 1934 Na u schu zgebie
und lieg heu e in de Schu zzone 1 des Na ionalpa ks
Schleswig-Hols einisches Wa enmee . Bisweilen inden
sich noch Übe es e ühe e landwi scha liche Nu -
zung aus den Jah en 1923-1943, als die Insel zei weilig
einen Koog besaß. Sei de le z en Beweidung 1947 is
sie nu noch dem Ein luss on Gezei en und Wi e ung
ausgese z (Kemp e al. 2000). Die einzigen an h opo-
genen S uk u en sind die Hü e des Na u schu zwa s
im südlichen und die Res e eines Beobach ungs u ms
im nö dlichen Teil de Insel.
Das Belegexempla wu de am 22.06.2022 in de sich
gen No dspi ze e b ei e nden Dünenke e zwischen
k au ige Vege a ion au Sand mi dem Kesche ge-
angen. Wegen de au älligen Un e schiede zu zu o
be ei s häu ig gekesche en Philonicus albiceps wu de
das Exempla o og a ie . Au g und de ansp uchs ol-
len A diagnose de Ga ung Tolme us wu den die Bil-
de bei de Bes immungs-App ina u alis .o g (h ps://
www.ina u alis .o g, le z e Zug i am 08.07.2024) on-
line ges ell , de Familie Asilidae zugeo dne und be ei s
am nächs en Tag du ch Danny Wol (sch i l. Ko es-
pondenz) als männliche Tolme us cowini bes ä ig . Ein
wei e es Indi iduum konn e zwei Wochen spä e in den
Dünen südlich de Hü e beobach e , jedoch leide nich
ge angen we den. Hie mi is Tolme us cowini e s mals
ü Schleswig-Hols ein nachgewiesen.
3. Diskussion
Tolme us cowini wu de au T ischen nich du ch geziel-
e
Nachsuche au ge unden. De Nachweis e olg e im
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E s e Nachweis de Raub liege Tolme us cowini Hobby, 1946 ü Schleswig-Hols ein (Dip e a: Asilidae)
Abb.2: Tolme us cowini, Männchen (A, B, C); Fundo des Belegexempla s am Rückhang de Weißdünen (D); on Washo e lächen du ch-
b ochene Dünenke en (E). Bilde : T. Hols en.
Hols en:
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Bes eben des Na u schu zwa es, neben den o ni ho-
logischen Obliegenhei en ein möglichs um ang eiches
Bild de En omo auna de Insel zu gewinnen. T o z-
dem e gib sich de Fund nich ganz une wa e : T i-
schen ähnel geologisch den Wes - und Os iesischen
Inseln, da ih wie diesen – und im Gegensa z zu den
No d iesischen Inseln – de Gees ke n ehl und nie-
mals eine Ve bindung zum Fes land bes and (Haesele
1988; Wa necke 1931). Wie Mellum o mie T ischen
sich in seine heu igen Ges al gegen Mi e des neun-
zehn en Jah hunde s aus einem be ei s in spä mi el-
al e lichen Quellen e wähn en Hochsand (Kemp e al.
2000) und zeichne sich eben alls du ch das ü diese Si-
ua ion cha ak e is ische bo anische A enin en a mi
Sands and-Pionie p lanzen wie Cakile ma i ima, Hon-
ckenya peploides, Ammophila a ena ia und Leymus a e-
na ius eine sei s und schließlich de cha ak e is ischen
Flo a eine unbeweide en Salzwiese mi Limonium ul-
ga e und T ipolium pannonicum ande e sei s aus.
Mi den Nachweisen au Bo kum als dem wes lichs en,
Bal um als zen alem und Mellum als dem am ös lichs-
en gelegenen Teil de os iesischen Inselke e spann
sich die bekann e Besiedlung du ch T. cowini übe de en
gesam e Länge au . Ein Vo kommen auch au den an-
de en Inseln wi d on Ba kemeye und Wol als wah -
scheinlich eingeschä z (Ba kemeye 1994; Wol 2005).
Au g und de Ähnlichkei de besiedel en Habi a e und
de ela i en äumlichen Nähe e schein de Nachweis
on T. cowini au T ischen also wenig übe aschend.
Dabei kann die Besiedlung Mellums und T ischens e s
mi dem Au wachsen de Inseln ab dem spä en neun-
zehn en Jah hunde e olg sein und nahm womöglich
on den äl e en An aine inseln ih en Ausgang.
Eine Nachsuche in e gleichba en Habi a en e schein
also lohnenswe . In F age kommen hie ü zunächs
die ausgedehn en Dünengebie e de Wes - und Os ie-
sischen Inseln. Wei e hin in e essan is die Klä ung de
nö dlichen Ve bei ungsg enze en lang de Fes landsküs-
e beziehungsweise den ih o gelage en Sänden und
Inseln. Diese Gebie e sind asilidologisch in jünge e Zei
kaum un e such wo den (Ka l 1930). Die Nachsuche
soll e sich au Gebie e konzen ie en, die als FFH-Le-
ben saum ypen 2110 „P imä dünen“, 2120 „Weißdünen
mi Ammophila a ena ia“ (wie au Mellum und T i-
schen) und 2130 „Fes liegende Küs endünen mi k au i-
ge Vege a ion“ (wie au Bo kum) klassi izie sind ode
diesen en sp echen und könn e auch im Rahmen nich
p imä asilidologisch ausge ich e e Begehungen e ol-
gen. Da übe hinaus könn en auch die Elbinseln in e -
essan e E gebnisse lie e n. Dass eine ge ich e e Nach-
suche e olg eich sein kann, belegen die jüngs en Funde
aus dem Niede heingebie .
Da die wissenscha liche E s besch eibung on T. cowi-
ni (als Epi ip us cowini) aus dem Jah 1946 s amm
(Hobby 1946) und Speigh sich spä e au g und on Un-
siche hei en hinsich lich des A s a us zu eine Übe -
a bei ung de diesbezüglichen Angaben e anlass sah
(Speigh 1987b) e schein auch eine Sich ung äl e en
Ma e ials in eu opäischen Sammlungen – so e n nich
be ei s e olg (Wol 1999, 2000, 2003, 2005, 2023) –
aussich s eich.
T. cowini wi d in de Ro en Lis e de Raub liegen
Deu schlands als unge äh de und seh sel en ge üh
(Wol 2011). Die mosaikha en Kenn nisse übe die Ve -
b ei ung de A machen ih en a sächlichen Ge äh -
dungsg ad alle dings schwe einschä zba . Die Fund-
s ellen au den os iesischen Inseln und au T ischen
be inden sich inne halb de G enzen de niede sächsi-
schen beziehungsweise schleswig-hols einischen An ei-
le des Na ionalpa ks Wa enmee , die Binnenland un-
de liegen zum Teil in Na u schu zgebie en. Zukün ige
A eal e lus e du ch den Ans ieg des Mee esspiegels, die
au g und an h opogen übe p äg e Küs enlinien nich
du ch Ausgleichs lächen kompensie we den können,
e scheinen abe möglich. Ob die bekann en Popula io-
nen an de Küs e a sächlich oneinande isolie sind,
soll e mi els wei e e E hebungen e mi el we den.
Bei de o liegenden En deckung spiel e die Online-
Bes immung au A ni eau du ch Nu zung des Po als
ina u alis .o g eine besonde e Rolle. Vo ausse zung ü
das Gene ie en wissenscha lich nu zba e Da en mi -
els dieses ode e gleichba e Online-Tools is alle -
dings s e s die Validie ung de Beobach ungen du ch
achkundige Spezialis en ü die jeweilige A eng uppe.
Is diese gegeben, können digi ale Po ale gewisse ma-
ßen als e länge e A m de Wissenscha genu z und
in e essan e E kenn nisse gewonnen we den – in die-
sem Falle soga hinsich lich eines A eals, das au g und
de Zu i sbesch änkungen wah scheinlich noch lange
au asilidologische E schließung hä e wa en müssen.
Danksagung
Ich danke Danny Wol ü die Hil e bei de Bes immung
und iele we olle achliche Hinweise sowie einem an-
onymen Gu ach e ü die Du chsich des Manusk ip s.

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E s e Nachweis de Raub liege Tolme us cowini Hobby, 1946 ü Schleswig-Hols ein (Dip e a: Asilidae)
Au o
Till Hols en
Till Hols en wa im Jah 2022 Na u schu zwa au de Insel
T ischen. Do gal sein besonde es In e esse de bishe nu
b uchs ückha e olg en en omologischen E schließung
de Insel. Neben seine eigen lichen P o ession, de Kinde -
onkologie mi Schwe punk ZNS-Tumo en, widme e sich
in seine F eizei eine zwei en Leidenscha : De Insek-
enkunde – mi einem Haup augenme k au Nach al e n.
Li e a u
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