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Die Deponierungen der Trichterbecherkultur

Abstract

Der vorliegende Band bietet eine umfassende Untersuchung der rituellen Niederlegungen der neolithischen Trichterbecherkultur (4100–2800 v. Chr.).…

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Die Deponierungen der Trichterbecherkultur

Author: Müller, Michael
Year: 2024
DOI: 10.38071/2024-00762-8
Source: https://macau.uni-kiel.de/servlets/MCRFileNodeServlet/macau_derivate_00006506/FMSD_21.pdf
Die Deponierungen
der T richterbecher kultur

Schwerp unk tpro gramm 1 4 0 0
V erlag Dr . Rudolf Habelt GmbH, Bonn 202 4
F r ühe Monumentalität und so ziale Differenzierung
Band 2 1
Herausgegeben von Johanne s Müller
in Kommissio n

Inst itu t f ür Ur - und Frühge sc hichte der CAU Kiel
V erlag Dr . Rudolf Habelt G mbH, Bonn 202 4
Die Deponierungen
der T richterbecherkultur
in Kommissio n
Michael Müller

Gedruck t mit Un terstüt zung von
Kommis sionsverlag
Redak tion
Layout , Grafik und technische Redak tion
Umschlagentw ur f
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der Deut schen For schungs gemeinschaf t, Bonn
(DFG, SFB 1 266, Projek t nr . 2901 3 9 1 0 2 1 )
und dem Ins t itu t f ür Ur- und Frühge sc hichte de r C AU zu Kiel
Dr . Rudolf Hab elt Verlag, Bonn
Mihaela S avu, C AU Kiel; Michael Müller , FU B erlin
Kar in Winter , CAU Kiel
Kar in Winter , CAU Kiel
Michael Müller
IS BN 9 78 -3-77 49 - 4302-5
E-B ook (PDF): DOI: 1 0 .38071 /202 4 - 0 07 62-8
BEL TZ B ad L angens alz a GmbH
D 18 8
Die Deut sche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
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© 20 2 4 by UFG C AU Kiel an d autho r

V or wor t des Heraus gebers .............................................................................................................................................................................. 1

1
V or wor t und D an k sag u ng de s A utors ......................................................................................................................................................... 1

3
I

Ei n f ü hr u ng i n da s Thema der t ric h ter bec herz eitl ichen D epon ier un gen ................................................................................. 1

5
I.

1 Forschu ng sf rage u nd U nters uchung sk rit erien ............................................................................................................................. 1

5
I.2 Kri te rie n zur Ab gre nzun g vo n D e po ni erun ge n als Be f un dgru p pe .......................................................................................... 1

6
I. 3 Untersuchu ngsme tho den und -wer k zeuge .................................................................................................................................... 1

7
I. 3.

1 Rec herche ..................................................................................................................................................................................... 1

7
I. 3 .2 W erk z euge und Met hod en der F u ndunter suchun g ............................................................................................................ 1

7
I. 3 . 3 Be sicht ig un g orig i na ler Fu ndor te ........................................................................................................................................... 20
I.3.4 R ön t g enflu or es zenzana l yse ...................................................................................................................................................... 20
I. 3 .5 R a u ma na ly se ................................................................................................................................................................................ 2

1
I. 3 .6 St ati st i k ......................................................................................................................................................................................... 2

1
I.4 Rau m u nd Zeit der Untersuc h u ngen – Zu r Ents tehun g und E n t w ick lu ng der T RB ........................................................... 2

1
I .4.

1 K ontrovers en u m die B enennu ng s o w ie d ie U nt ert ei lung de r TR B ................................................................................ 2

1
I.4 .2 Da s Forschu ng sgebiet u nd sei ne T opog r afi e ........................................................................................................................ 23
I.4 . 3 Neol it hi sche A k t iv it ä ten i m Un ters uchun gsgebiet vor der E n t stehu ng der TR B ........................................................ 25
I.4 .4 Theor ien zu r Neol it hi sier u ng des Norden s .......................................................................................................................... 26
I.4 . 5 Die k u ltu rel le Ent w ick lu ng der TR B bi s zu m Ende des nord i schen Fr üh neol it hi k u ms ............................................ 27
I.4 .6 D ie Situ a t ion wä h rend des nordi sc hen Mit tel neol it hi k u ms ............................................................................................ 3

1
I.4 .7 Da s Ende der TR B ....................................................................................................................................................................... 3

2
I. 5 F orschung sg esch ich te ........................................................................................................................................................................ 33
I. 5.

1 Dä nem a rk ..................................................................................................................................................................................... 33
I. 5. 2 Deut sch l and ................................................................................................................................................................................. 34
I. 5.2 .

1 Br andenbu rg ...................................................................................................................................................................... 34
I. 5. 2 .2 Me ck lenbu rg - V orp ommer n ............................................................................................................................................ 34
I. 5. 2 . 3 Niedersach sen ................................................................................................................................................................... 35
I. 5. 2 .4 Sch les w ig- Hol ste in ........................................................................................................................................................... 36
I. 5. 3 Niederl ande .................................................................................................................................................................................. 36
I. 5 . 4 Nor wegen ..................................................................................................................................................................................... 3

7
I. 5. 5 Polen .............................................................................................................................................................................................. 3

7
I. 5. 6 Schweden ...................................................................................................................................................................................... 39
I. 5.7 Ü b erreg iona le W erke ................................................................................................................................................................. 40
I. 6 Quel len k rit i sche A na ly sen ................................................................................................................................................................ 4

1
I.6.

1 Au ffindu ng szeit rau m und Au ffi ndun gsor t e v on Dep onier u ngen m it Stei ngeräten i m A rbeit sgebiet ................... 4

1
I. 6. 2 Die reg iona le Sa m m lun gs- u nd Forsc h u ngs gesch ichte a m B eispiel Me ck lenbu rg- V or pom mern s ......................... 46
I.6.2 .

1 Forschu ng sges chic h te u nd Aus ei na nderset z ung m it neol it h isc hen Depon ier un gen
i m Meck lenbu rg i schen L ande stei l bi s 1 94 5 ............................................................................................................... 46
I. 6. 2 .2 Forsc h u ng sgesc hicht e und Au sei na nderse tz un g mit ne olit h is chen Depon ier u ngen
i m V or pom mers chen La ndes tei l bi s 1 9 45 ................................................................................................................... 48
I. 6. 3 Fa zit der q uel lenk r iti sc hen An a lys en .................................................................................................................................... 5

2
II

Orc hest r ier un g ........................................................................................................................................................................................ 55
I I. 1 Ei n leitu ng u nd a ll g emei ne Zus am men set zu ng t richter becher zeit l i cher Dep onier u ngen ................................................ 55
I I .1.

1 Hor te, Ei n st ück depon ier u ngen, a k ku mu l iert e Depon ier u ngen und Ei n zel f u nde ..................................................... 55
I I. 1.2 Die Fu ndz us am men hä nge u nd Materi a lien t richter becher zeit lic her Dep onier u ngen ............................................. 56
I I.1 . 3 E x terne D epon ieru ngen ........................................................................................................................................................... 57
I I. 1.4 D epon ieru ngen i m Bereich t richterb echer zeit licher B a uwerk e ..................................................................................... 58
I I.1 . 5 D ie Set s t richterb echer zeit l icher Depon ier u ngen ............................................................................................................. 60
Inhal ts v erzeichnis

I I. 2 Dep on ier u ngen m it Stei ngeräten .................................................................................................................................................... 6

1
II.2 .

1 Feuerstei n a l s M ater i a l u nd Res s ou rce i n der T r ichterb ec herz eit ................................................................................. 6

3
I I . 2 .1 .

1 Auf bau und Ent s tehu n g von Feuerstei n ..................................................................................................................... 6

3
I I . 2 .1 . 2 Feuerst ei n la gerst ät t en u nd -t y p en .............................................................................................................................. 6

6
I I . 2 .1 . 3 T r ichterb ec herz eit l iche Feuers tei n gew i n nu ng ......................................................................................................... 6

8
I I. 2 . 2 Felsge st ei n a l s Mat er ia l u nd Res sou rc e i n der T r icht erbe cher z eit ................................................................................ 73
II.2.2 .

1 A r t en u nd Eigen s ch a f t en de s wä h rend der T R B genutz t en Fel sges te i n s ........................................................... 73
II.2.2 .2 Fe l sgeste i n lage rst ätten ................................................................................................................................................... 7

4
II.2.2 . 3 T r i cht er b e che r z eit l ic he Fel sge s t ei n ge w i n nu n g ....................................................................................................... 7

5
I I. 2 . 3 Die K l a ss i fi kat ion der Stei n gerät e aus t r ic hterb ec herz eit l ic hen Dep on ier u n gen ...................................................... 7

5
II.2 .3 .

1 Defi n it ionen, T erm i n i u nd da s ver wendet e Syst em der Au f n a h me von Bei l k l i n gen ...................................... 7

5
II.2 .3 . 2 Die t r ad it ionel le K l a ss i fi kat ion von Fl i ntbei l k l i ngen .............................................................................................. 7

8
II .2.3. 2.

1 Spit z nac k ige B ei l k l i n gen ............................................................................................................................................... 7

9
II.2. 3.2.2 Dü nnnac k ig e Be il kl ing en .............................................................................................................................................. 8

1
II .2.3. 2.3 Di ckn a c kig e B e ilklin g en ................................................................................................................................................ 8

3
I I . 2 . 3. 2 .4 Dic k - u n d Dü n nbl at t ig keit ............................................................................................................................................ 8

5
II.2 .3 . 3 Ü b er pr ü f u ng d er K l a s si fi kat ion von Fl i ntb ei l k l i ngen a n ha nd der Fu nde aus D epon ier u ngen
des nord i s chen Ne ol it h i k u m s ...................................................................................................................................... 8

6
II .2.3.3 .

1 Die vorliegenden Quers ch n it t e ..................................................................................................................................... 8

6
II .2.3.3 .2 Die vorlie genden Nack en- u nd Sch neiden formen ........................................................................................................ 8

7
I I . 2 . 3. 3 . 3 Mög l ic h keit en z u r weit eren Unte r t ei lu ng z we i s eit ige r ger ad sc h ne id ige r F l i ntb ei l k l i ngen , i h re D at ier u n g
u nd d ie V erbre it u n g der Hor te ...................................................................................................................................... 9

2
I I . 2 . 3. 3 .4 St at i s t i s che Unte rs uchu n g v ie rs eit i ger dü n n nac k iger F l i ntb ei l k l i n gen, i h re D at ier u ng
u nd d ie V erbre it u n g der Hor te ...................................................................................................................................... 9

5
I I . 2 . 3. 3 . 5 St at i st i sc he Unter suc hu ng v ier s eit i ger d ic k n ack ige r F l i ntb ei l k l i ngen , i h re D at ier u n g
u nd d ie V erbre it u n g der Hor te .................................................................................................................................... 10 9
I I . 2 . 3. 3 .6 S t at i s t i s che Unter suc hu n g v ier s eit i ger spit z n ack ige r F l i ntb ei l k l i ngen , i h re D at ier u n g
u nd d ie V erbre it u n g der Hor te .................................................................................................................................... 12 3
II.2 .3 .

4 Die t rad it ionel le K la s si fi k ation von Fel sges te i nb ei l k l i ngen ................................................................................ 125
II.2 .3 . 5 Ü b er pr ü f u ng der K l a s si fi kat ion von Fels ges tei n bei l k l i n gen a n h a nd der Fu nde au s Dep on ier u n gen
des nord i s chen Ne ol it h i k u m s .................................................................................................................................... 127
II .2.3. 5.

1 Die vorliegenden Quers ch n it t e ................................................................................................................................... 127
I I . 2 . 3. 5. 2 D ie vorl ie genden N acken- u nd S c h neid en for men s ow ie Au spr ä g u n gen der B lat t ig keit .......................................... 128
II.2 .3 . 6 Zu sa m men f a s su ng der s t at i st i s chen Untersuchu ng a n B ei l k l i ngen au s Depon ier u ngen
des nord i s chen Ne ol it h i k u m s u nd der T R B i m Spe ziel len ................................................................................. 132
II.2 .3 .7 Mei ßel k l i n gen aus Feuers tei n u nd K noc hen ........................................................................................................... 133
II.2 .3 . 8 A x t k l i ngen au s Fel sges te i n ......................................................................................................................................... 14 0
II.2 .3 .9 Dicke Spitz en .................................................................................................................................................................. 14 5
II.2 .3 .

1 0 F l i nt k l i n gen , F l i nt k l i n gen ger ät e u nd F l i nt k l i n ge n ker ne ................................................................................... 14 8
II.2 .3 .

1 1 Stei ner ne Z apfen keu len ............................................................................................................................................. 15 4
I I. 2 .4 Die K omposit ion der t r ichterb ec herz eit l ichen St ei ngeräte dep on ier u ngen ............................................................... 155
I I . 2 .4 .

1 Die K omposit ion der ex ter nen Stei n geräte depon ier u n gen der TR B ................................................................. 155
I I . 2 . 4 .1.

1 R ein e Flin tbe ilk ling enh ort e ......................................................................................................................................... 15 6
I I . 2 .4 .1.2 Rei ne Fel s ges te i nb ei l k l i n gen ho r t e .............................................................................................................................. 16

1
I I . 2 .4 .1. 3 Rei ne B ei l k l i n gen hor t e m it F l i nt - u nd Fel s ges t ei n be i l k l i ngen .................................................................................. 16 3
I I . 2 .4 .1.4 Rei ne F l i nt k l i ngen hor te ............................................................................................................................................... 16 4
I I . 2 .4 .1. 5 Rei ne Mei ß el k l i n gen hor t e ........................................................................................................................................... 16 6
I I . 2 .4 .1.6 Rei ne A x t k l i n gen h or t e ................................................................................................................................................ 16 6
I I . 2 .4 .1.7 Rei ne Dic ke Spit z en-Hor t e ........................................................................................................................................... 16 7
I I . 2 .4 .1.8 Rei ne F l i nt p la n ken hor t e .............................................................................................................................................. 16 7
II. 2 .4. 1. 9 Gem ischte S teingeräte horte ........................................................................................................................................ 16 7
I I . 2 .4 .1. 10 G em i s cht e Hor t e m it St ei n ger äte n ............................................................................................................................ 17 5
II . 2 .4 .1 .1 1 Stei nger äte-Ein s t ückdepon ier u ngen ......................................................................................................................... 17 8
I I . 2 .4 .1. 12 A k k u mu l ier t e Dep on ier u n gen m it S te i nger ät en ...................................................................................................... 18

0
II . 2 .4 .1 .13 L ä ngen s y m me t rie u nd L ä ngenunter sch iede ............................................................................................................. 18

1
I I . 2 .4 . 2 Die K ompos it ion der Stei ngeräte dep on ier u ngen i n nerha lb t r ichter be cherz eit l icher Sied lu ngen ............. 18 4
I I . 2 .4 . 3 Die Komposit ion der Stei nger ätedep on ier u n gen im B ereich von t ric hterbe cher zeit l ichen Gr äber n ........ 18 7
I I . 2 .4 .4 Die K ompos ition der St ei ngeräte dep on ier u ngen aus t r ichterbe cher z eit l ichen Ei n heg u n gen ..................... 18 9
I I. 2 . 5 Die Herst el lu n g der Bei l k l i n gen a u s t r ichter be cher zeit l ichen Dep on ier u ngen ....................................................... 192
II.2 .5 .

1 Die Herst el lu n g von Bei l k l i ngen aus Feuer st ei n .................................................................................................... 192
II.2 .5 . 2 Die V e ra rbe it u ng von Fel sge st ei n a m B ei spiel der P rodu k t ion von Bei l k l i ngen ............................................ 19 9
I I. 2 .6 Die St ei n geräte depon ier u n gen a l s M a n i fes t at ionen inve st ier ter Z eit ........................................................................ 20 0

II.2 .6 .

1 Die du rch sch n itt l ichen L ä ngen vo n F li ntbei l k l i ngen aus ex t ernen Dep onier u ngen .................................... 20

1
II.2 .6 . 2 D ie lä ngs ten F li ntbei l k l in g en der t richterb echer zeit lichen D epon ieru ngen .................................................. 203
II.2 .6 . 3 Die O ber flächenb eha nd lun g v on Fl i ntbei l k l i ngen aus ex ter nen Dep onier u ngen ......................................... 205
II.2 .6 .4 Die A ntei le von gesc h li ffenen u nd u nges ch li ffenen F l intb ei lk l in gen in ex t ernen Dep onier u ngen ........... 2 07
II.2 .6 . 5 Die Ob erfl ächenbeha nd lu ng der ein z eln dep onier ten F l intb eil k l i ngen ........................................................... 209
II.2 .6 .6 D ie Ober flächenb eha ndlu ng der F li ntbei l k l i ngen- Ein z elf u nde ......................................................................... 209
II.2 .6 .7 Die Ob er flächenbeh a ndlu ng von F li ntbe il k l i ngen aus Sie d lun gs- u nd Gr abdep ots
sow ie aus E in heg u ngen ................................................................................................................................................ 2

11
II.2 .6 . 8 Die f ü r t richter bec herzeit l iche Hor te i nvest ier te Z eit im re gion a len V erg leich ............................................ 2

11
I I. 2.7 Die G ebrauch sspu ren a n den Stei nger ä ten au s tr ichterb echer zeit l ichen Depon ier u ngen .................................... 215
I I .2 .7 .

1 Die Ge brauch sspu ren a n Fl i ntbei l k l in gen al l gemein u nd zu r Fra g e nach
spezial isi erten Fli n tsch läg e rn .................................................................................................................................... 215
I I .2 .7 . 2 Die Gebr auchs spu ren an F l intb ei l k li ngen au s ex ternen D epon ier un gen ......................................................... 218
II.2.7 .2.

1 Zu r Fra ge nach de n Gren zen d er pra k t is chen Nut zu ng von ü berg roß en F li ntb ei l k li nge n ...................................... 227
I I .2 .7 . 3 Die G ebrauch sspu ren a n Fels g es tei nbei l k l i ngen a u s ex ternen D epon ier un gen ............................................. 230
I I .2 .7 .4 Die G ebrauch sspu ren a n a nderen Stei ngerätekate gorien aus e xt ernen D epon ieru ngen .............................. 233
I I . 2 . 7. 4 .

1 Die G ebr auchs spu ren a n F li nt mei ße lk l i ngen ............................................................................................................. 233
I I. 2 .7 .4 . 2 Die G ebrauc hs spu ren a n st ei nernen A x t k li n gen ........................................................................................................ 234
I I. 2 .7 .4 . 3 Die G ebr auch sspu ren a n F l int k l i ngen ........................................................................................................................ 236
I I. 2 .7 .4 .4 Di e Gebr auch sspu ren a n D icken Spit zen .................................................................................................................... 236
I I. 2 .7 .4 . 5 Die G ebr auch sspu ren a n s tei ner nen Zap fen k eu len .................................................................................................... 236
I I .2 .7 . 5 Die G ebrauch sspu ren a n Stei ngeräten au s Dep onier u ngen
i nnerha lb t r ichterbe cherz eitl icher Sied lu ngen ...................................................................................................... 2 37
I I .2 .7 .6 D ie Gebr a uch sspu ren a n Stei ngeräten au s Dep onier u ngen
aus der Umgebu ng t r ichterbe cherz eit licher G räb er ............................................................................................. 238
I I .2 .7 .7 Die Ge brauchs spu ren a n Stei ngeräten au s Depon ier u ngen
aus t r ich terb echerz eit lichen Ei n heg u ngen ............................................................................................................. 239
I I .2 .7 . 8 Zus a mmen f as sende Be tr achtu ng z u den Gebrauch sspu ren a n Stei ngeräten
aus t r ich terb echerz eit lichen D epon ieru ngen ......................................................................................................... 2 39
I I. 3 Die De pon ieru ngen m it Ber n stei nobjek ten ................................................................................................................................ 2 41
II. 3.

1 Be rn stei n a l s Mater ia l u nd Ress ource i n der T richterb echer zeit ................................................................................ 242
I I . 3 .1 .

1 Au f bau u nd Ent stehu ng von Ber ns tei n .................................................................................................................... 242
I I . 3 .1 . 2 Ber ns tei n lagerst ät ten ................................................................................................................................................... 24 2
I I . 3 .1 . 3 T richterb echer zeit l iche Ber n stei nge wi n nun g ........................................................................................................ 24 4
I I . 3 .1 .4 D ie V e ra rbeit u ng u nd V er wendu ng von Ber ns tei n ................................................................................................ 244
I I. 3. 2 Die K la s si fi kation der B ern st einobjek te au s t richte rbec herzeit l ichen Dep onier u ngen ......................................... 245
I I. 3. 3 Die Kom pos ition der t richterb echer zeit lichen B ern st eindepon ier u ngen ................................................................. 246
I I. 3.4 Gebr auchs spuren a n B ern stei nperlen aus t r ichterbe cherzeit l ichen Depon ier un gen ............................................. 2 53
I I.4 Depon ier un gen mit Ku pferobjekt en ............................................................................................................................................. 2 53
I I.4 .

1 K upfer a ls M ateri a l und Res sou rce i n der T r ichterbe cherz eit ...................................................................................... 2 53
I I . 4 .1 .

1 K upfersor ten u nd Lagers tät ten der i n der T richt erbecherk u lt ur genutz ten K upferobjekt e ........................ 254
I I . 4 .1 . 2 Die V er a rbeit u ng u nd V er wendun g von K upferobjek ten i n der T r ichterb echerk u ltu r ................................. 256
I I . 4 .1 . 3 Fa z it der A u sf ü hr u ngen üb er K upfer al s Rohs toff ................................................................................................. 257
I I.4 .2 Die K l a ssi fi kation der Kupferobjek te aus t r ichterbe cherz eit lic hen Depon ier un gen ............................................... 257
I I.4 . 3 D ie K omp osit ion der Depon ier u ngen mit Kupferobjek ten ........................................................................................... 27 3
I I.4 .4 G ebrauch sspu ren u nd Be sch ädi gu ngen a n K upferobjek ten aus D epon ier un gen .................................................... 2 76
I I. 5 Die Dep on ieru ngen m it K era m i kgef ä ßen ................................................................................................................................... 27 7
II .5.

1 Die K l as si fi kation der Kera m i k a u s tr ichterb echer zeit l ichen Depon ier u ngen ......................................................... 279
I I. 5.2 D ie K ompo sition der t richt erbecher zeit l ichen K er a mi kdepon ieru ngen .................................................................... 280
II .5. 2 .

1 Die K omposit ion der ex ternen Kera m ikdepon ier un gen ...................................................................................... 2 81
II .5. 2 . 2 Die K omposit ion der K er a mi kdepon ieru ngen i nnerh a lb tr ichterbe cherz eitl icher Sied lu ngen .................. 287
II .5. 2 . 3 Die Komposit ion der Kera mi kdepon ieru ngen i m Bereich von t richterb echer zeit lichen Gr äber n ............ 29 0
II .5 . 2.3.

1 K er amik de po ni erun g e n an nic h tme gali this ch en Langh üg eln .................................................................................. 29 0
II.5 .2.3. 2 K e ramik d e p o ni erun g e n an Me g ali th grä be rn ............................................................................................................. 2 91
II . 5.2 . 3. 3 K era m ikdepon ieru ngen in s ogena nnten Kult häu sern ............................................................................................... 296
II .5. 2 .4 Die Kom pos ition der K era m i k depon ieru ngen aus t r ichterbe cherze i t lic hen Ein heg u ngen ......................... 29 6
I I. 5. 2 .4 .

1 K era m ik n iederleg un gen in Gr ubenwerken ................................................................................................................ 296
II . 5.2 .4. 2 K era m ik n iederleg un g en in P fostenwerk en ................................................................................................................. 297
I I. 5. 3 Ge brauchs spu ren a n K era m i kgef äß en aus t r ichterbe cherz eit lichen D epon ier un gen ............................................ 297
I I.6 D ie Depon ieru ngen m it mens ch lic hen u nd tier is chen K n ochen .......................................................................................... 29 8
II.6.

1 A r t u nd K ompo sition der e xt ernen K noc hendepot s ...................................................................................................... 29 8

I I. 6 . 2 Dep on ier t e K no chen i m Um feld t ric hterb ec herz eit l ic her Grä ber .............................................................................. 30 4
I I. 6 . 3 D epon ier t e K noc hen aus t r icht erbe cher z eit l ichen E i n heg u ngen ................................................................................ 304
III

L oka l i sie r u n g ....................................................................................................................................................................................... 305
I I I.1 Ex t erne D epon ier u n gen ................................................................................................................................................................. 305
III. 1 .

1 Ex k u r s: Die t r ic hterb echer z eit l iche L a nd s ch a f t – V ersuc h ei ner Rek on st r u k t ion ................................................ 309
I I I.1.2 Ge w ä ss er , Sü mpfe u nd Moore ............................................................................................................................................. 3

16
III. 1 .2 .

1 Kategor ien von Gew ä s s ern u nd Met ho d i k z u r I nter pret ation der G ew ä s s ern ä he ....................................... 3

16
III. 1 .2 .2 B e t r acht u ng von Niede rleg u ng s u mgebu n gen a n h a nd reg ion a ler B ei spiele ................................................... 3

21
III. 1 .2 . 3 Fu ndt iefen u nd Position ier u ng i n nerha lb der G ew ä s serkör per ........................................................................ 336
III. 1 .2 .4 W ei tere B e obacht u ngen i m Zu s a m men ha ng m it ge wä s s ern a hen St a ndor ten .............................................. 338
I I I.1.3 A bs eit s von Ge wä ss er n ......................................................................................................................................................... 339
I I I.1.4 Groß e Stei ne u nd Fels spa lten ............................................................................................................................................... 340
I I I .1. 5 B äu m e ....................................................................................................................................................................................... 342
I I I.1.6 Lageb ez iehun gen der ex ter nen Depon ier u ngen zu Sie d lu ngen u nd Gr äb ern ......................................................... 3 43
I I I. 2 Dep on ier u ngen i n nerha lb t r ichterb e cherz eit l icher Sie d lu ngen .......................................................................................... 3 48
I I I. 3 Dep on ier u ngen i m B ereich von t r ichterb e cherz eit l ichen Gr äb ern u nd i n sogen a n nten Ku lt h äus er n ....................... 3 53
III.3.

1 Dep on ier u n gen a n n icht mega l it h i sc hen La ng hügel n .................................................................................................. 3 53
III .3.2 De po ni e rung e n an M e gali thgr äb e rn ................................................................................................................................. 356
I I I. 3. 3 Dep on ier u ngen i n so gena n nten Ku lt häu ser n .................................................................................................................. 3 63
I I I.4 Dep on ier u ngen i n t r ichterb ec herz eit l ichen Ei n heg u n gen .................................................................................................... 3 65
III. 4 .

1 Gr ub enwerk e .......................................................................................................................................................................... 366
I I I.4 . 2 Pfos tenwerk e ............................................................................................................................................................................ 37 2
IV

I n sz en ier u n g ......................................................................................................................................................................................... 3 75
I V . 1 I n sz en ier u n g des O r t es .................................................................................................................................................................. 3 75
I V. 1 .

1 Herr ic hten ............................................................................................................................................................................... 3 75
I V .1 . 2 Ma rk ieren ................................................................................................................................................................................. 3 76
I V . 1. 3 Um hü l len ................................................................................................................................................................................. 3 76
I V . 1.4 V er- und B eg r ab en ................................................................................................................................................................. 37 7
I V .2 I n sz en ier u n g der Objek t e .............................................................................................................................................................. 38 0
I V. 2 .

1 A r r a n g ieren ............................................................................................................................................................................. 38 0
I V .2 . 2 Au f den Kopf stel len .............................................................................................................................................................. 38 8
I V .2 . 3 V er packen ................................................................................................................................................................................ 39 0
I V .2 .4 Zer sc h la gen, Z erbrechen, Z er st üc keln u nd V erbrennen .............................................................................................. 39

1
I V .2 . 5 E i n f ä rb en ................................................................................................................................................................................. 395
I V. 2 . 5 .

1 D atenba s i s u nd Met ho d i k der Untersuc hun gen .................................................................................................... 395
I V. 2 . 5 . 2 E x p er i mente z u r Nachweis ba rkeit von Ockerspu ren au f F l i nt m it t el s pR F A ................................................... 39 6
I V. 2 . 5 . 3 Untersuc hun gen a n der dü n n n ack i gen Fl i ntb ei l k l i n ge von Schönb erg ............................................................ 397
I V. 2 . 5 .4 Unte rs uc hu n gen a n F l i nt b ei l- u nd F l i nt me i ß el k l i n gen d er Ho r t e von Wi n s e ldor f u n d Höge rs do r f .......... 39 9
V

Di ach rone u nd s y nch rone V erg le iche zu den t r ic hterb e cher z eit l ichen D epon ier u n gen ............................................... 405
V.

1 Ei n leit u ng .......................................................................................................................................................................................... 4 05
V . 2 Me sol it h i sc he Dep on ier u ngen i m V erbreit u n gs gebiet der T R B ............................................................................................ 4 05
V . 3 Dep on ier u n gen des Fr ü h- u nd M it tel ne ol it h i k u m s i n M it teleu ropa ................................................................................... 4 09
V .4 Au sge w ä h lt e B ei spiele neol it h i sc her u nd k upferz eit l ic her Dep on ier u ngen i m E u ropa de s 5. Ja h r t au send s v . C h r. ... 4

13
V . 5 Nacht r ichterb ec herz eit l iche Dep on ier u n gen des sp äten 4 . u nd 3 . Ja h r t aus end s v . C h r. ................................................... 4

18
V. 5 .

1 R i nderdepon ier u n gen ............................................................................................................................................................ 4

18
V . 5. 2 Dep on ier u n gen des nord i s chen Ju ng- und Sp ätne ol it h i k u m s ...................................................................................... 4 21
VI

Di sk u s sion u nd I nter pre t at ion der Ergebn i s se ........................................................................................................................... 4 29
VI.

1 Ei n leit u ng ........................................................................................................................................................................................ 4 29
V I . 2 Die V iel s ch icht i g keit t r ichter be cher z eit l ic her Dep on ier u ngen .......................................................................................... 4 29
VI.2 .

1 Zu sa m men f a s su ng der bi sher igen Ergebn i s se ............................................................................................................... 429
V I . 2 . 2 Erkennt n i s se z u den Zu sa m men h ä ngen z w i s chen den Rohst offla gerst ät t en
u nd der V erbreitu ng von Dep on ier u n gen ........................................................................................................................ 436
V I . 3 D i sk u s sion zu r D eut u n g t r ichterb e cherz eit l icher Dep on ier u ngen .................................................................................... 438
V I. 3.

1 Ü b er pr ü f u n g versch iedener I nter pret at ion sa n s ät ze .................................................................................................... 438
V I . 3 . 2 Si nd t r ichterb e cher zeit l iche Dep on ier u ngen da s E rgebn i s r it uel ler H a nd lu ngen? ................................................ 444
V I . 3 . 3 T r icht erbe cher z eit l iche D epon ier u ngen a l s Ga ben a n i m ag i nä re Mächt e .............................................................. 446
VI.3 .3 .

1 Opfergab en, W ei hega ben u nd Gab ent aus ch ......................................................................................................... 4 46

VI.3 .3 . 2 A l lgemei ne Fun k t ionen u nd Wi rku ng s weisen r it uel ler Ha nd lu ngen ............................................................. 4 48
VI.3 .3 . 3 Mög l iche Fu n k tionen t r ichterbe cherz eit l icher Opfer ........................................................................................ 4 49
V I. 3 .4 Schut z und Z ers tör u ng ........................................................................................................................................................ 4

51
V I. 3 . 5 Promet heu s’ Bet r ug , i nd iv iduel le Ausleg u ng , fes ter Z eit pun k t der D epon ier un gen
oder u nters ch ied l ich st a rk e Opfer? .................................................................................................................................... 4 52
V I .4 T rad it ionen, Br üc he, I n novat ionen ............................................................................................................................................ 455
V I .4 .

1 T richter bec herze itl iche D epon ier un gen al s T ei l ei nes neol it h is chen Model l s ....................................................... 4 55
VI. 4.2 Initi a tio n Mi ch els be r g ........................................................................................................................................................... 455
V I.4 . 3 C opper ma kes t he world g o rou nd .................................................................................................................................... 458
VII

Z usamm e n f ass ung ............................................................................................................................................................................ 4 59
VIII

S ummary ........................................................................................................................................................................................... 4 63
IX

Lit er at ur ver z eich n i s .......................................................................................................................................................................... 4 67
Append i x 1 – Met hod i k der por t ablen E D-R F A (D r . D . St ei n iger ) ............................................................................................... 4 91
Append i x 2 – V erz eich ni s der i m T ex t und Kat a log ver wendet en Abk ü rz un gen ..................................................................... 493
Ta f e l n ............................................................................................................................................................................................................... 495
V orb emerku ngen zu m T a feltei l ............................................................................................................................................................. 495
Ta f e l t e i l ....................................................................................................................................................................................................... 496
Append i x 3 – Kat a log ...................................................................................................................................................................................... 1
V orb emerku ngen zu m Kat a log .................................................................................................................................................................. 1
Dä nem a rk ....................................................................................................................................................................................................... 2
Schweden .................................................................................................................................................................................................... 284
Nor wegen .................................................................................................................................................................................................... 392
Deu t schland ............................................................................................................................................................................................... 394
Niederla nde ................................................................................................................................................................................................ 483
Pol en ............................................................................................................................................................................................................ 4 91
Lit auen ........................................................................................................................................................................................................ 51 8
T s chechien ................................................................................................................................................................................................. 518
U k r a i ne ....................................................................................................................................................................................................... 518
Be la r us ........................................................................................................................................................................................................ 518
Append i x 4 – Li st en ..................................................................................................................................................................................... 519
Li st e 1: Ein z el f u nde d ü n n nack i ger Fl i ntbei l k l i ngen von mi ndes ten s 2 0 cm Lä n ge a u s Norddeuts ch la nd ....................... 51 9
Li st e 2: Ei n zel f u nde k upferner S chwerg er äte aus dem T r ichterb echer rau m ........................................................................... 52 3
Li st e 3: Dep onier u ngen de s F r ü h- u nd Mit t elne ol ith i k um s i n M it teleu ropa ( 6 .–5. Ja h r t a u send v . C hr. ) ...................... 52 7
Li st e 4: T r ichterbe cherz eit l iche Ei n heg un gen ( Gr uben- u nd Pfos tenwerk e ) ............................................................................ 53 5
Append i x 3 u nd 4 sow ie d ie d ieser A r beit zu gr u nde l iegenden Daten si nd i m F or schu ng sdaten rep ositor ium
opendat a@u n i-kiel de r Ch r is ti a n- A lbrecht s-Uni versität m it ei ner CC-BY 4.0 -Li zen z u nter folgender UR L f rei ver f üg ba r:
ht t ps:/ / doi.org/1 0. 5 7 892/ 10 0 -5 4

11
V or wort d es Herausgeber s
M i chael Mü ller hat m i t sei n er an der Frei en U n i -
versit ä t Berl i n ein g ereichten Di ss er t at ion zu den
„ Dep on ier u n gen der T richterb e cherk u lt u r“ ei ne weg -
weisende, i n sich mon u menta le u nd von großem K ön -
nen gek en n z eich net e Mei st er a r beit vorgeleg t , d ie i n
der U r- und Frü hgesch ichte ka u m Entsprechu ngen
fi nd et .
M it sei ner a k ribi s chen Doku men t ation der H or t -
f u nde der T richterbe cher - Ge sel l sch a f ten u nd der ex -
t rem k lugen Bes ch reibu ng , Au s wer t u n g , A na ly se u nd
Inter pret ation geli n g t e s i h m, ei n ga n z neues Bi ld z u
ent werfen, da s vom F u ndob jek t a n sich bis z u r üb erre-
g ion a len Mu s te rerken nu n g reic ht .
Ba si s d a f ü r bi ldet ei ne quel len k r it i s che Be st a nds -
auf na h me der F orschun g sgesch ichte u nd die s y st ema-
t i sche Da rst el lu ng der Fund z u s a m men h ä nge. Seien es
d ie „ Kompos it ion der St ei nger ät e dep on ie r u n gen “ , d ie
Rek on st r u k t ion i nves t ier t er „ Z eit “ , d ie Unters ch ie de i n
der Loka l i s ation der Deponier u ngen oder da s Kapitel
zu r „ I n sz en ieru ng “ , u m nu r ei n ige B ei spiel e aus dem
W erk zu nennen — d iese D i ss er t at ion is t ei n „ Mu ss“
f ü r St ud ierend e u nd Wis s ens ch a f t ler*i n nen, die sich
m it dem europä i s chen Neolit h i k u m b es ch ä f t igen.
Die Publ i k ation des Meis ter werk e s er folgt i n ei ner
W eis e, i n der T ex t u nd T a feln i n Buch form ged r uck t
erschei nen und Kata log u nd numer i sche Datenba n ke n
über da s Repositor y publi z ier t werde n.
Großer Da n k g i lt neben dem Au tor Kar i n Wi nter ,
d ie d ie Bi ldgest a lt u n g u nd tec h n i s che Reda k t ion in ge-
wo h nt per fekt er W eis e f ü r d iese s mon u menta le W erk
über nommen hat. Da n k g i lt auch d er Deuts chen F or -
schu ng sgemein s cha f t u nd dem In st it ut f ü r Ur - u nd
Frü hgesch ichte K iel f ü r d ie Bereits tel lun g der Dr uck -
k osten . Die Zu sa m mena rbeit m it dem Habelt - V erlag
gest a ltete sich w ie im mer gew i n nbr i ngend.
Mög e da s W erk sei nen i h m zu s tehende n Pla tz i n
der forsc henden Gemei n s ch a f t fi nden !
Im Sommer 2 02 4 , Johanne s Müller

13
V or wort und D ank sagung des Aut or s
Die vo rliegende Arb ei t i st a u s dem Be st reben her -
aus ent st a nden, d ie D ep on ier u n gen der T ric hterb e -
cherku lt u r m it t el s a k t uel ler Met hoden u nd A n s ätz e
aus mög l ich s t v ielen Bl ick w i n keln zu b et r achten. Sie
stel lt d ie lei cht übera rbeitete Fa ssu ng mei ner Dis ser t a-
t ion da r , d ie im Ja h r 2 022 a m Fachbereich Ges ch ichts -
u nd K u lt u r w i s sen sc ha f ten der Fr eien U n iversität
B erl i n ei ngereicht u nd er folg reich ver teid ig t w u rde.
Ich da n ke gan z be sonders Herrn Prof. Dr . Dr . h . c.
mult . S ven d Ha n sen da f ü r , da s s er m ich von d er ers-
ten St u nde d ies er Idee a n be st ä rkt s ow ie m ich über d ie
v ielen Jah re bet reut u nd beraten hat. Zudem stel lte er
m i r üb er den g es a mten Prozes s der A rbeit h i nweg ei -
nen Arb eitspl atz i n der u m fa ng reichen Bib l iothek der
Eu r a sien- Abtei lun g des D A I z u r V er f üg u ng. D a s i n
ders elb en A btei lu n g wöchent l ich abgeh a lt ene Dok to -
ra nd I n nen- K ol loqu iu m b ot da r üb er h i n aus ei ne idea le
Pla t t fo rm , d ie ent w ick elten I deen k r it i s ch, aber i n a n-
genehmer Runde z u d i sk ut ieren .
Die erste Pha se der A rbeit, d ie aus dem St ud ium
der F u nde i n Muse en u nd Sa m m lu ngen f ü n f versch ie-
dene r L ä nder bes t a nd, hät te oh ne da s gew ä h r te V ol l-
zeit st ipend iu m der El sa-N eu ma n n- Sti f t u ng s owie ei n
Auf s toc k st ipend iu m des D A A D n icht bew ä lt ig t wer -
den k ön nen. Zu B eg i n n mei ner F orschu ngen k on n-
te ich, m it t els meh rerer Aufenth a lte i m Mu seu m der
Ha n s es t adt Str a l su nd, Met hoden zu r V er mes su n g
u nd Fo tog r a fie von Objekt en ent w ickeln u nd tr a i n ie-
ren. Für d iese Mög l ich kei t sow ie a l le son st i gen Bemü -
hungen u nd d ie g roßa r t ige U nters t üt zu n g bin ich Frau
C laudi a Hoff ma n n M . A . üb erau s da n kba r .
Wä h rend der folgenden Forsc hu ng s rei s en du rch
Norddeut s ch l a nd, d ie Nie d erl a nd e, S chwed en, Dä -
nema rk u nd P olen, hab e ich i n a l len M u se en u nd
Sa m m lu ngen g roße H i l fs bereitsc ha f t u nd w i s sen-
sch a f t l ichen Aust au sch er f a h ren. Die h ier a n getroffe-
ne Offen heit im Umga ng m it Wi s sen u nd Daten wa r
über w ä lt igend. I n d ies em Zu sa m men ha ng bi n ich a l l
jeden Mens chen zu be sonder em Da n k verpfl ichtet , d ie
sich mei nen A n f r agen a ngenom men, d ie v ielen Fu n -
de bereitgestel lt, m i r wer t vol le zu s ätz l iche H i nw ei-
se sow ie d ie Mög l ich ke it geg eben hab en, mein Thema
zu pr ä s ent ieren u nd z u d i sk ut ieren . H ier z u gehören
A nd rea s A h ne (Bad Oldesloe ) , Bi rg it t a A kesson M . A .
( Lim ha mn ) , Dr . Luc A m k reutz (L eiden ), J en s - Henr i k
Be ch M . A . ( Th i st ed) , Stefa n B eh rens ( V erden ) , Dr . Å sa
B erg g ren (Lu nd) , I ngel a B erg i l s ( Y s t ad) , Jen ny B erg -
ma n M . A . (Lund) , Ja ap Beu k er ( A s sen ) , K r i st ia n Br i n k
Ph.D . (Vi nt r ie ) , Gun na r Creu t z M . A . (Fa l k öping ) ,
A n ne Dombro wsk y M . A . ( Grei f s w a ld) , Ma r t i n E d lu nd
M . A . ( Ö rebro ), Dr . Björn Em ig holz ( V erden ) , L ou i se
Fel d i ng M . A . (Aa rhus ), Els e-Brit t Fil ipsson M . A . ( Gö -
teborg), Dr . El i n Forn a nder ( Stock hol m ) , Li se Frost
Ph.D . ( Moesga a rd) , Dr . Sön ke Ha r t z ( S ch le s w ig ) ,
Dr . Mogens Bo Hen r i k s en ( Oden se ), Di pl. ph i l. Peter
Herfer t (Bergen, † ), Dr . Ma r t i n H i n z (Ber n) , Mad s
L e en Jen s en M . A . ( H ade rs le v ) , Sine T of t Jen sen M . A .
( Å rs ), Ce ci l ia Jen sen M . A . (Fa l köp i ng), Dr . Ca rst en
Jöhn k (Del men horst) , Stef a n ie Kappel hoff - B eck ma n n
M . A . ( Oldenbu rg), Dr . P er Ka rst en (Lund) , Dr . Lutz
K l a s sen (Ra nders ) , D r . Eg ge K nol ( Groni n gen ) , Ka i
K or now ( Greif s w a ld) , Adam Ku lesza M . A . ( Ry bno ),
Dipl. Prä h i s t . Wi l l i L a mp e (R ein kenha gen ), La rs
Agersnap L a rs en M. A . ( V ib org ), Pr of. D r . L a rs L a rss on
(Lund) , Nad i ne L em mers M . A . (Borger ), K i rs ten Li nd-
ha rd (K open hagen ), P er Lysda h l M . A . (Hjø rr i ng), Eri k
Ma nd r up-P ou l s en B. A . (Ny købi n g) , Stepha n Mei n-
ha rdt M . A . ( Oldenbu rg), Ri k k e Meli n (K open h agen ),
Dr . M ichael Merk el (Ha mbu rg), J u l i a Joha n n a Meyer
M . A . (P lön ), Di pl.- Pr ä h i st . Mei ke Mit t m a n n (Bre-
mer vörde ), P D Dr. T obia s Mü h lenbr uch (Erla ngen ),
Dori s Mü h renberg M. A . (Lübeck) , P rof. Dr . Joha n-
nes Mü l ler (K iel ) , Dr . P ou l O t t o Niels en (K open ha-
gen ) , Bja r ne He n n i ng Niels en M . A . (Å rs ), Y lv a Ni l son
( Ska ra ) , Dr. Da n iel Nösler ( Stade ) , C hata r i n a Öd-
ma n M . A . (Ma l mö ) , Li s Hel les Oles en M . A . (Holste-
bro ), Ha rm Pau l s en ( S ch le s w ig), Prof. Dr . Ma n f red
Rech ( O y ten ) , Lot te Reedt z Spa r revoh n M . A . (K rop-
pe da l) , Di rk Rött i nger M. A . (Ha mbu rg), Sła wo m i r
Sa ł aci ń sk i M . A . (W a rs chau ), El ke Scha n z M . A . (Neu-
st rel it z ) , Dr . Jen s-P eter S ch m idt ( Schwe ri n ) , Dr . U l r ich
Schok necht (W a ren/M ü r it z ) , Mat t h ia s D. S chön M. A .
(Bederk es a, † ), A n ke Sch roe der M. A . ( A lbers dorf ) ,
Prof. Dr . Ka rl-Göra n Sjög ren ( Göteborg), Dr . L a ss e Sø -
rens en (K open h agen ), Dr . E r w i n St r a h l ( Wi l helm sha-
ven ) , Mateu sz St róż yk M . A . (P ozn a ń) , Dr . Er n st T aayk e
(Nui s ), Dr . Jacquel i ne Ta ffi n d e r (St o c k ho l m), Pe t e r
T eicher t -K ös ter (Schweri n) , K a m i l l a Fied ler T erk i ld -
sen M . A . ( Viborg), Ni els T erki ld sen M . A . (H ols tebro ) ,
Dr . I ng r id U lbricht ( Sc h les w ig), Prof. Dr . A n nelou va n
Gij n (Leiden ), Dr . P eter V a ng Petersen (K open h a ngen ),
Ber t r a m von Sch m iterlö w (Fra n zbu rg , † ) , Mo n i ka V oß

14
(T rib se es ) , M ag nus W a ldeborn (Ma l mö ), U l r i ka Wa l -
leb om M . A . ( Simr ish amn ), Dr . U l ri ke W e l ler ( H a n-
nov er ) , Dr . Ka rst en W en t i n k (Leiden ) , Horst Wieder
(Berl i n ), Dr . Fra n k W i l s chewsk i (Neus t ad t i . H. ) u nd
a l le, die ich verg e ss en haben s ol lte.
Da r üb er h i n aus hab en m i r v iel e Freunde u nd K ol le -
gen d u rch wer t vo l le Hi nweise , k r it i sche Di sk u s sion en
u nd d ie prü fe nde Du rchsicht meiner Kapi tel hel fend
auf mei nem W eg zu r Seite gest anden. D a f ü r be da n -
k e ich m ich i n sb es onde re bei Fra nz B e cke r M . A . ( B o -
c hu m), D i p l .-P r ä h i s t . A n j a B e h re n s ( Wi l he l m s h a v e n),
A n n a B et ke (Berli n) , R ené Bräu n ig M . A . (B erli n) , S ven
Br u m m ack M. A . ( B erl i n ), R icha rd Eh r ich Ph.D. ( B er -
l i n ), Ha n n a h Gi lb B . A . (Bos ton ), W u l f Hei n (Fra n k -
f u r t ), M eh met Ka r auca k M . A . (B erli n) , P D Dr . Floria n
K l im s cha (Ha nnover ) , E l i s abet h K och M . A . (L os A n -
gel e s ) , Ma rqua rdt Lund M . A . (Ha mbu rg), Kai M a r -
ten s (Hit z ack er ) , Ja n i ne Ma r t i n M . A . (B erli n) , P et er
Meie r (Ha mbu rg) , T orsten Pau la nd ( V a rel) , Dr . C .
M ichael Sch i rren ( Str a lsu nd ), H en r y Sk or na M . A .
(K iel ), Dr . Da n iel Stein iger (Berl i n ), Ch r i st oph U ng l aub
M . A . (Bad Segeberg), Dr . Til m a n n V ach t a (Berl i n) ,
Prof. Dr . Ro l a nd Vi n x (El m shorn ), An na W olf M . Sc.
(Berl i n ) u nd Dr . Ma ri a W u nd erl ich (K iel ).
Prof. Dr . Dr. h.c. M ichael Meyer bin ich s eh r da f ü r
da n kba r , d a ss er da s Z weitg utachten der A rbeit über -
nommen hat sow ie Prof. Dr . D r . h .c. W olf ra m S ch ier ,
Prof. Dr . El ke Ka i ser u nd Dr . G eorg Ro t h z u m ei nen
f ü r i h re Bereits cha f t , a n der K om m is sion tei l zu neh -
men und zu m a nder en f ü r i h re För der u ng mei nes I n -
teress es a n stei n z eit l ichen und st at i st i s chen Theme n .
Herrn P rof. Dr . phi l. Joha n nes Mü l ler ( K iel) geb ü r t be -
sonder er Da n k f ür d ie mi r gegebene Mögl ichkeit, d ie
vo rl iegende Arb eit in der Reihe Frü he M onumenta l i -
t ät und sozi a le Di ffere n z ier u ng ers cheinen zu l a ss en.
Fü r d ie w u nder ba re rea k t ionel le B e t reuu n g u nd Zu -
sa m mena rbeit sow ie d ie fab el ha f t en Lö su ngen selbst
schw ierig st er g ra fi scher Problem e möc hte ich mich z u
-
dem a u ßeror dent l ich bei Frau Kar i n W i nter bed a n ken.
M i h aela Sav u M . A . da n ke ich v or a l lem da f ür , da ss
sie im mer e i nen objek t iven Blick au f mei ne Id e en hat -
te, m i r neue W ege a u f zeig t e sow ie ei ne große H i l fe und
mora l i s che St ütz e w a r . Mei nen Geschw i st ern u nd gan z
be sonders meinen Eltern, Jörg und Bä rbel Mü l ler , hab e
ich letz t lich a l les z u ver da n ke n, w a s m ich b i s h ier her
gebrach t h at. Oh ne jema l s a n mi r zu z wei feln, ha ben sie
ste t s a l les geta n, um mei n I nteress e a n der A rchäologie
zu fördern . I h nen möchte ich die ses W erk w id men.
Mai 202 4 , Michael M üller

15
I Einführung in das Thema der trichterbecherzeitlichen Deponierungen
I. 1 FOR SCHUNGSFR AGE UND UNTERSUCHUNGSK RITERIEN
Sowo h l i n der L a nd scha f t a l s au ch i n den M u se en ver -
deut l ic hen d ie H i nterla ss en sc ha f ten der T ric hterb e -
cherk u lt u r ( TR B 1 ) das Potenz ia l die ser neol it h i schen
Ges el l s cha f t en des v ier ten Ja h r t ausend s v . Ch r .. In der
La ndsc ha f t z eig t sich d ies du rch d ie aus ton nens chw e-
ren Gest ei n sblöck en erbau ten Mega l it hg r äber , i n den
Muse en vor al lem d u rch seh r la nge F euerstei nbei l-
k l i ngen, Kup fersc hw ergeräte, z eh nt au sende B er n s tei n -
perlen oder re ich verzier te Kera m i k . Wä h rend f ü r d ie
Err icht u ng der Mega l it hg r äb er der T ra nsp or t der ge -
wa ltigen Stei ne d u rch d ie La ndsch a f t orga n i sier t u nd
k oordi n iert werden m u sste, er forde r te d ie H erstel lung
g roßer Bei l k l i n gen so w ie d ie Ge w i n nu ng da f ü r geeig-
neter Feuerst ei n k nol len dutz ende A rbeit s s t u nden u nd
j ahr el an g e E rfahrung .
Di e p r ac ht vol l st en F l i nt b e i l k l i n ge n s t a m men a b er
weder au s reg u l ä ren Sie d lu ng sb ef u nden no ch w a ren
sie Be st a ndtei l der Grabi nven ta re, sond ern sie si nd der
Be f un d gru p pe d e r D e po ni erun g e n z uzur ec hne n. A ls
Depon ier u ng u nd Dep ot we rden in d ies er A rbeit i n -
tent ionel le Niederleg u ngen ei n ze l ner o der meh rerer
Objek te vers t a nden, welche dem men s ch l ichen G e -
brauch f ü r i m mer entzogen w u rd en u nd sich w eder a l s
Grabb eigaben noch a ls Sied lung s abfa l l a n sprechen la s -
sen. D ie zu r T R B gezä h lten Gesel ls cha f t en wa ren z w i -
sc hen 4 10 0 u nd 280 0 v . C h r . in ei nem g roßen T ei l der
M it t eleu ropä i s chen S en ke u nd Süd s chweden verbrei -
tet . Fü r sie sind n icht nur d ie Depon ier u n gen mit Feu -
ers tei nb ei l k l i ngen ch a r a k ter i s t i s ch, s ondern re g iona l
u nd in ger i ngere m U m f a ng auch Nieder leg u ngen m it
B ern stei np erlen, Kera m i kgef ä ßen, Kupf era r te fa k ten ,
Fels ges tei n geräten o der K no chen . Dep on ier u n gen aus
Moore n oder von trocken em La nd und oh ne Bezu g zu
a nderen t r ic hterb ec herz eit l ichen B ef u nden w u rden d a -
bei i n der Fo rschu ng weit um fa ng rei cher di sk ut ier t a l s
solche a us Sied lung sko ntex ten, dem U m feld v on Gra -
ba re a len oder au s E i n heg u n gen.
Der Foku s d ies er A rbeit l ieg t au f den Depon ier u n -
gen m it Ste i nger äten, u nter denen d ie F l i ntbe i l k l i ngen
dom i n ieren, je doc h w u rden eben s o B er n s tei n- , Kupfer -
u nd Gef ä ßdepot s i n d ie Un tersuchungen einb ezogen.
Die Di sk u ssion über d ie Deut u ng t r ichterbecher zeit l i -
cher Depon ieru n gen e ntz ü ndete sich a n der gewa ltigen
Ma s se verg leichba rer Bef u nd e aus der Bronz e- u nd Ei -
sen z eit ( siehe z. B . Wo r s a a e 18 6 6 o der Müller 18 9 7 ).
T rot z ei n iger reg iona ler u nd wen iger üb er reg iona ler
A rbeiten zu d ieser Themati k, steht d ie U n tersuchun g
neol ith i s cher Depon ier u ngen aber z. T . noc h i m mer im
Sch att en der Br on zez eit fo rschu ng. D esha lb erschei nt es
not wend i g , da s Phä nomen t r icht erb e che r ze it l icher Nie -
derl eg u ngen i n sei ner gesa mten Breite da rz u stel len, v or
a l lem im Lichte neuer F orschungen sowo h l z u Depon ie -
r u ngen ge nerell a ls auch zu m nordi sc hen N eol it h i k u m .
Die zentr a len F r agest el lu ngen die ser A rb eit lau ten: W o -
du rch si nd t r ic hterb e cher z eit l ic he D epon ier u ngen i n
den ei n z el nen Reg ionen i h rer V erbre it u ng c ha ra k t er i -
sier t ? Wie la s sen sich d ies e Funde i nterpret ieren ? L ä ss t
sich ein Urspru ng der tr ichterbecherz eit l ichen Depo -
n ier u ngen ident i fi z ieren?
U m sich d iesen Fragen u m f a ss end zu nä her n, i st
ei ne große A nz a h l vo n T ei la spek t en zu be t rachten.
Ei n leitend w i rd in ei nem forschung sges ch icht l ichen
u nd ei nem qu el len k r it i sc hen T e i l da s Zu st a ndekom -
men, die Q ua lit ät und der Fo rschu ng ss t a nd der unter -
suchten Materia lba sis u ntersuch t. I m a n s ch l ieß ende n
Materi a ltei l kommt es zu ei ner det a i l l iert en A na lys e
der dep on ier t en O bjek t t y pen, i h ren Mat er ia l ien, den
ver f ügb a ren Roh st offquel len sow ie deren V er a rb ei -
t u n g. I m da rau ffol genden Abs ch n it t werden d ie Nie -
derl eg u ng sor te i n den F oku s genommen, vo r a l lem im
H i nbl ick a u f d ie L a nd sch a f t sges t a lt zu m Z eit pu n k t
der Nieder leg u ng. A ns ch l ieß end wi rd d er V ersuch u n-
ter nom men, aus den wen igen z u r V er f ü g u n g s tehen -
den Bef unddet a i l s Au sk u n f t üb er d ie Ei n zel heiten des
1 I m Deut s chen u nd En g l i schen i s t TR B d ie geläu fig s te
Form, d a s W or t „ T r ic hterb ec herk u lt u r “ abz u k ü rz en. D ie
d rei Buch s t ab en b eziehen s ich au f da s t y pi sche G ef ä ß
d ies er Z eit , den T r icht erbe cher. Zu sät z l ich fi ndet sich i n
der deut sc hen Lite rat u r d ie Abk ü r z u ng T BK u nd i n der
eng li s chen L iter at u r d ie A bk ü r z u ng F N B, d ie au s Fun -
ne l -n e c ke d B e ake r c ul t u re , der eng l i sc hen Be zeic h nu ng
d ies er Ku lt u r , gebi ldet w urde ; siehe Midgley 19 92 , 31 .
Ei ne k rit i s che Au sei na nder se t zu ng m it dem B eg r i ff K u l-
t u r er folg t i m Kap. I. 4 . 1 .

16 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
I.2 KR ITER IEN ZU R ABG REN ZUNG VO N DEP O NIERU NG EN AL S BEFUN DG RUPPE
U nter den Beg r i ffen Depon ier u n g bz w . Dep ot f u nd ve r -
st a nd S . M ü l ler gege n Ende des 19 . Ja h rhu nder t s noc h
Objek te, d ie aus versch iedenen Gr ü nden f ü r ei nen ge -
w i s sen Z eitr aum ver wa h r t werden sollten, u m sie a n -
sch l ießend w ieder a n sich zu neh men, wa s jedo ch aus
u ngek l ä r t en U rsachen n icht g esch a h . R it uel l ent äuß er -
te Objek te w u rden vo n i h m h i n geg en a l s O pfe r - oder
V ot i v f u nd b ez eic h net ( M üller
18 9 7
a,
422
–
424
) . In der
A nwe nd u ng t ren nte er d iese B eg ri ffe a l lerdi ng s n icht
so deut l ich, w ie er sie defi n ier te, i ndem er z. B. von ei -
nem „D epot vo n V otiv sachen “ ( eb d., 17 2 ) s ch r ieb. Der
Be g r i ff Hort f a nd erst i n der spä t en ersten Hä l f t e des
20 . Ja h rhunder t s Ei nga ng i n d ie deuts ch sprach ige Fo r -
schu ng u nd da m it deu t l ich später a l s i n der eng l i s ch -
sprach igen A rchäologie. Im weiteren V erlauf des 20 . J h.
w u rden in Deut sch la nd s ch l ießl ich d ie Be zeich nu n -
gen H or t u nd Depot sy non y m ver wend et , oh ne da ss
ei ne ein hei t l iche Meinun g über i h re En t stehu ng vor -
her rs c ht e ( H a nse n 20 02 ).
In d ieser A rbeit we rden die B eg r i ffe Dep on ieru ng
u nd Depot pa r a l lel zu den Bez eich nun gen N ieder -
leg u ng u nd Hort ver wen det . Unter H or t bz w . Depot
si nd zu näch s t gesch lossene Funde von mi ndes ten s
z wei Objekten z u verstehen. Jedoch w u rde bereits f r ü h
k l a r , da ss G egens t ä nde eben so ei n z el n oder su k z es si -
ve über einen lä n ger en Z eitr aum n ie derg eleg t wo rden
sei n ko n nten ( H a ns e n 20 02 , 91 ). Die V ersuche, d ie -
se Fu nde abzu g ren zen oder m it den B e zeic h nu n gen
Hort u nd Dep ot in E i n k la ng zu br i ngen, f ü h r t en tei l -
weise z u beg ri ffl ichen V er w i r r u n gen ( ebd ., 94 – 96 ). I n
der v orl iegend en A rbeit we rden die B eg r i ffe Ei n s t ück -
depon ier u ng u nd a k k u mu l ier te Nie derleg u ng ver wen -
det , u m Funde d ies er A r t z u ke n n zeich nen ( vg l . eben so
Kap . I I . 1 . 1 ) . Die Iden t i fi kat ion die ser B ef u nda r t en is t a l -
lerdi ng s s chwier ig u nd mus s ste t s st ich h a lt ig herau sge -
a rb eite t werden .
Die heut e dom i n ierende De ut u ng pr ä h i st or i sc her
Depot s versteht sie a l s r ituel le Entäuß er u ngen a n i ma -
g i nä re Mächte, mit der d ie Geb ende n ei n s ozia les V er -
pfl icht u ng s verhä lt n i s z u d ies en M ächten e i ngehen
( vg l . Kap. VI . 3 . 1 s ow ie St j e r nqu i s t 19 6 3 , 8 ; H a nse n
19 9 7 , 29 ; 2 01 2 , 31 ). Du rc h d ie B e z eich nu ng i m ag i n ä re
Mächte w i rd versuch t , d ie Ad res saten der Gaben mög -
l ich st neutr a l z u u m s ch reiben, d ie ma ngels B elegen a u s
de n vo rschri f t l ic he n Gesell schaf ten unbekan nt bl ei ben
mü s s en .
Die Ident i fi k at ion von D ep on ier u n gen a l s B ef u nd -
g r uppe beg i n nt m it ih rer sich eren Abg ren zu ng von
Grab - u nd Sied lu ng sf u nden. Dies i s t vor al lem im
H i ntergr u nd der T ats ache v on B edeut u ng , d a ss D e-
pon ier u ngen a uch i n d i rek tem Umfeld zu Sied lu ngen
u nd Gräber n vork ommen k ön nen. D a her i st es d a s
Zie l d ie s er Un ter suchu n gen, w ie derkeh rende Mus t er
zu erk en nen, d ie ma n m it Nieder leg u ng s vorsch r i f t en
bez eich nen kan n u nd m it der en H i l fe Depon ier u n-
gen sicher ident i fi z ier t werden k ön nen ( H a ns en 19 9 4 ,
304 ) . H ier f ü r eig nen sich meines E rachtens K r iterien,
d ie m it folgenden Be g r i ffen z u s a m men f a s s t werden
k ön nen: Orches t r ieru ng , L oka l i sier u n g u nd In sz en ie-
run g .
O rc h es tri erun g b es chr e ib t die Z usamm e nst e llun g
der Objekt e i n den Depon ier u ngen. Ga n z i m Si n-
ne Eggers i st der Nach wei s zu erbr i ngen, da ss e s sich
u m ei ne „s ubjekt ive A u slese aus dem T y penvorrat ei-
ner K u lt u r“ h a ndelt ( Eggers 19 59 , 2 65 ). Wä h rend sich
a l so ei ne von der depon ierenden Gemei n s ch a f t be -
w u sst get roffene A u s w a h l von Gegenst ä nden r e gel -
ha f t fest st el len la s sen sol lte, i s t da s Feh len a nder er
Objek tg r uppen nach zuweis en, d ie k ei nen Ein ga ng i n
d ie Niederl eg u ngen fa nden. Zudem soll m it de r Or -
che s t r ier u n g d ie Kombi n at ion der vers ch ie denen O b -
jek t kategorien in den Dep onier u n gen besch rieb en u nd
so n ach w ie derkehrenden Mu s ter n gef a h ndet werden.
Die Loka l i sier u ng f r ag t nach der W a h l der Depo -
n ier u ng sor t e. H ierzu gehört der V ersuch, d ie Bes cha f -
fenheit d ieser Plätze z u m Z eit pu n k t der Niederlegu ng
zu er m it tel n u nd da r über h i naus sich w iederh olende
reg iona le u nd ü b er reg ion a le Mu s ter z u ident i fi zie ren .
Es mu ss geprü f t wer den, ob Niederlegu n gen best i m m-
ter Objek t t y p en oder i h re K ombi nat ion en a n b e-
st i m mte Or te gebunden wa ren. De s W eiteren is t da s
V erhä ltn i s der Depot f u ndp lätz e z u Sied lu ngen und
Grä ber n z u er m it tel n.
Die In sz en ier u ng b es ch reibt in welcher Ar t u nd
W eis e d ie Objek t e n iedergeleg t u nd vor i h rer Nie der -
leg u ng b eha ndelt w orden sind. D ie Such e n ach w ie-
derk eh renden A nord nu ngen u nd Au s r icht u n gen der
Gegens t ä nde sow ie d ie Herr ichtu n g des Niederle-
g u ng sor tes s teht hierbei genaus o i m M it telpu n k t de s
Interes se s, w ie da s Sa m mel n von Hi nw ei sen d a r auf,
wa s m it den Obje k ten vor de r D epon ier u ng ges cha h.
Niederl eg u ng sr it ua l s zu erla n gen. A n s ch l ieß end w i rd
über pr ü f t , ob sich m it t els V erg leichen a u s a nderen
Räumen u nd Zeiten weitere Deut u ngen sow ie Hi nw ei-
se z u den U rspr ü n gen d er t richterbe cherzeit l iche n De-
pon ier u ngen erm it t el n la s sen . Im let z ten T ei l werde n
da n n a l le I n form ationen zu einem Ge sa mtbi ld zu s a m-
mengef üg t u nd der V ers uch u nternommen, d ie Depo -
n ier u ngen der T r ichterbe cherzeit zu deuten sow ie i h re
Fu n k t ion z u b e st i m men .

17
Einführ ung in da s Thema
Ei n Ziel der v orliegend en A rbeit wa r es , a l le v erf üg -
ba ren In form at ionen z u t r ichterb ec herz eit l ic hen
Dep on ier u ngen zu s a m men zut ra gen. Da z u gehör te
neben dem Sa m mel n der b eka n nten I n for mat ionen
aus der Literat u r a uch das E rh eben wei terer , bisher
n ich t publi zier ter Daten. Die s k o n n te durch d ie per -
sön l iche U ntersuchu ng der Dep otgegen st ä nde i n den
jewei li g en M u seen u nd Sa mm lungen rea l isier t wer -
den. Der Foku s w u rde hier au f die Dep onier u nge n
m it Steingeräten gel eg t , da sie de n g rö ßten T ei l der
t ric h terb echer zeit l ichen Dep on ieru n gen a u sm achen
( vg l . Kap . I I. 1 ). T ro t zdem w u rde zum i ndest der Um -
f a ng u nd d ie da zu gehöri gen B ef u nd i n for mat ionen
bi sher u npubli z ier ter Dep on ieru n gen anderer M a te -
ri a l ie n, w ie Bern st ein, Kera m ik, Kup fer und K nochen,
er fa sst , wenn sie bei den Un t ersuch u nge n a u f t raten.
Zu sät z l ich w u rden eb en so D epon ier u ngen der E in -
zelg r abku lt u r untersucht, d a a u fg r u nd der K on t ro -
verse u m d ie Da t ier u ng der Bei l k l i nge n d ieser K u ltu r
( vg l . Kap . I I. 2 . 3 . 2 . 3 ) keine ei n sch rä n ke nde V oraus -
wa h l get roffen w erd en sol lte. F ü r st a t ist i sche Z wecke
w u rden soga r Fl i ntbei lk l i nge n aus Hort en j ü nge rer
P e ri o d en (J ungn eo li thi kum , S p ä tn eo li thikum un d
Frü hbronz ezeit ) m itei nbezogen. Der folge nde Ü ber -
bl ick b e sch re ibt d ie ver wendet en Me t hoden u nd
W erk zeu g e, d ie v er wen det w u rden, um d ie i n die ser
A rbeit benu tz ten Daten zu erheben u nd a u szuwer ten.
I.3 . 1 Recherche
Die L iter at u r rec herche d ient e a l s H auptquel le, u m
d ie Objek te tr ichterb echer zeit l icher Dep on ier un gen
zu er mit tel n . Neben den e i ns ch läg igen W erk en, d ie
sich k on k re t m it d ie sen D ep on ier u ngen au se i na n -
derset zt en ( vg l . Kap . I . 5 ), w u rde n zu sätz l ich f ü r jede
Region des Un t ersuch u ng srau mes Kata loge mit neol i -
t h i sc hen Fu nden s ow ie Fu ndb eric hte a rc häolog i s cher
Ma ßna h men hi n zugezogen. A l le au f d iese A r t erm it -
telten In form a tionen w u rd en in ei ne Datenba n k ein -
gep fleg t ( s. u. ). Fa l ls d ie entsprechend en Objekt e nicht
persön l ich u ntersuch t werden k on n ten, stel lte d ie Li -
terat u r d ie e i nz ige Da tenquelle da r . Den g rö ßten T ei l
der Liter at u rre cherche w u rde i n der Bibl iot hek der
Eu ra sien - Abtei lun g des Deuts chen Arch ä ologi schen
In st it uts i n B er l in vorg eno m me n, i n we lcher die
w icht ig st en Mon og r a fien u nd eb ens o a k t uel l geha lte -
ne Jou r na l rei hen z u r nordeu rop ä i sc hen A rch äolog ie
vo rliegen. Ergä n zt w u rde dies es Spek t ru m du rch die
Sa m m lu ngen u nd Fern lei h mög l ich keiten der Uni ver -
sität sbib l io t he k en der F reien U n iversität Berl i n und
der H u mbold t -U n iversität zu B erli n sow ie der Staat s -
bibl iot he k zu Be rl i n.
I. 3 UNTERSUCHUNGSME THODEN UND - WERK ZEUGE
Ei ne zweite w ich t ige Quelle z ur Er m it t l u ng vo n
Dep ot f u nden u nd i h ren L ageror ten s tel lt en On l i ne-
Datenba n k en da r . V or a l lem durch d ie u m fa ng rei -
che dä n is che Da tenba n k ‚ F u nd og F or t idsm i nder’
( w w w . k u lt u r a r v .d k / f u ndog for t id sm i nd er /)
, ge folg t vo n
der Seit e ‚ Mus eer nes S a m l i nger’ ( w w w .k u lt u ra r v .d k /
mus sa m/) des dä n i schen K u lt u rm i n is teriu ms l ießen
sich v iele Deponier u nge n erm it tel n. Da s sc h wed i sche
P endant der zu let zt gena n nten Internet seite i st ‚ FM IS
For n s ö k ’
( w w w .r aa . se/ h it t a- i n form at ion/f orn s ok /)
, we l
-
che d u rch die S ch wed is che Behö rde f ü r Den k ma l -
p fl e g e ‚Riksan tikvari e ämb et et’ ( R e i chs an ti q u ara m t,
Abk. R A Ä ) zu r V er f üg u ng gest ellt w i rd. Die I n f orma -
t io nen dies er Datenban ken, w elche zumei st d ie A r t
der Ge gens t ä nde, den Fu ndor t, d ie Fundu m st ä n -
de u nd d en Lager un gsor t u m fa ss en, sind f rei zugä ng -
l ich . Zu s ät zl ic he I n form at ionen k on nten du rc h ei nen
zeit l ich besc hr ä n kt en pr of essionel len Zugan g er wo r -
ben werden . Dig it a le D atenba n ken w u rden au f A n f ra -
ge ebens o d u rch die Den k m a lä mter in Nieders a ch sen,
Sc h le sw ig- Hol s tei n u nd Mec k lenb u rg - V or pom m ern
zu r V erf üg u ng gestel lt. Frei zugä ng l iche Da tenba n k en
m it archäolog is che n Funden, ve rg lei chba r m it jen en aus
Dä nema rk und Sc h weden, ex i st ieren f ür D eu t sch la nd
bi s her n ic ht .
Die d rit te Q uelle der Funderm it t lung s tel lten die I n -
venta rbüc her u nd - l i s ten der je wei l igen Mus een u nd
Sa m m lungen da r , welche, w en n m ög l ich, in a l len be -
suchten In s tit ut ionen ei nges ehen w u rden .
I.3 .2 W erk zeuge und Methoden der F unduntersuchung
Noch vor Beg i nn der eigentl ichen F ors chungen w u r -
de eine Datenba n k m it d em Progr a m m ` M icrosof t Of -
fice Access ´ (V ersion en 20 03 , 20 07 u nd 2 014 ) ers tel lt ,
u m d ie a u s der Literat ur recherche und den F u nd u n -
tersuchun g en g ewonnen Daten zu ver wa lten u nd bes -
ser aus wertb ar z u machen. Zudem wa r es du rch eine
Fun k t ion m ög l ich, de n Kata log tei l der A rbeit di rek t a u s
der Datenban k z u ex tr a h ier en. Die Datenba n k w u rde
i m V erl auf der F orsc h u ng sa rb eit im mer w ie der er wei -
ter t u nd an g epa sst . Die jüng ste V ersion best eh t aus z wei
m itei na nder verk nüpf ten T ei len . Der ei ne T ei l ent hä lt
a l l gemei ne I n for mat ionen der ind iv iduel l co d ier t en De
-
pot f u ndp lätz e m it a d m i n is tr ativen A ngaben zu Fu nd -
or t, Dat ieru ng , Fundu ms tä nden sowie a l len h ierm it
ver k nü pf ten Det a i l s u n d Quel lena ngaben . Der a nd ere
T ei l t r äg t spezi fi sche I n fo r mat io nen d er ein z elnen, i n -
d iv id uel l cod iert en A r tefa k te der Depon ier un g en. Da z u
geh ören d ie ä u ß ere Bes chreibu ng a l ler Det a i ls , sä mtl i -
che met ri sche A ngaben s o w ie de r jewei li g e Lager - o de r
Aus stel lun gsor t u nd die z ugeor d nete Inven ta r num mer .

18 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
V on den 8 13 4 E i ntr ägen der Da tenba n k ha ndelt es
sich bei r u nd der Hä l f te von ih nen um G egenst ä nde,
d ie au s u nters ch ied l ic hen Gr ü nden der w i s sen sc ha f t -
l ichen F orschung ent zogen si nd. Zu mei st u m fa s st ei n
Ei ntr ag ei n ei n z el nes O bjekt , je doch w u rden bei A r -
tef a k t en aus Stei n i n Au sna h mef ä l len, bei Ke ra m i k -
gef ä ß en zu m g rößten T ei l u nd bei Ber n st ei nobje k ten
na hezu i m mer mehrere Objek te i n ei nem Ei ntr ag z u-
sa m men gefa ss t . I n sge sa mt w u rden i m Ra h men d ie ser
A rb eit 63 Mus een u nd Sa m m lu ngen in f ü n f L ä ndern
aufgesucht ( Abb. 2 ) . Dor t k onnten i n s gesa mt 3 498 Ar -
tef a k t e pers ön l ich i n Auge n schei n geno m men und
u ntersucht w erden. Um eine mög l ich st breite V er -
g leich sba si s zu erha lten, u m f a s sen 2 52 6 E i nt r ä ge G e -
gens t ä nde aus D epon ier u n gen a nderer neol it h i sc her
Epochen, von w elche n 1 233 persön l ich untersuc ht
w u rden . 5 210 Objek te au s Feuerst ei n, 18 7 au s a n de -
ren Ge s tei nen, 42 a u s K nochen/Za h n/Geweih, neben
d i versen u ngez ä h lten men sc h l ichen u nd t ier i s chen
Skelet t t ei len, 234 Objek te au s Ku pfer , 5 51 aus K era m i k
sow ie über 70 000 aus B er n stei n, d ie in sgesa mt 1 346
sichere n o der mut m a ßl ic hen t r icht erb e cher z eit l ic hen
Meh r s t üc k - u nd E i n s t ückdep on ier u n gen s ow ie 503
Ei n z el f u nden zu zuord nen sind, w u rden in den Kata-
log oder d ie Li st en d ieser A rbeit i nteg r iert . A l lein von
den t r icht erb ec herz eit l ichen O bjek ten kon nten 2 265
persön l ich i n Auge n schei n gen ommen u nd u nter -
sucht w erden. Ei nen genau en Ü b erbl ick über d ie A r t
u nd A n z a h l der f ü r d iese A rbeit erm it telten, u nter -
suchten und i n den Kata log bz w . d ie Li st en i nteg r ier -
ten Gegen st ä nde l iefert A bb. 1 . Zu beachten ist d abei,
da s s led ig l ich d ie za h len mä ßig über w iegend en Ka te-
go r ien deta i l l iert d a rgest el lt, d ie übrigen jedoch zu-
sa m men gefa ss t w u rden . Zudem w u rden neb en den
t r ic hte rb e cher z e it l ic hen G e gen s t ä nden auch s olc he
aus Depon ier u n gen d es m it t eleu ropäi s chen F r ü h-
u nd M it tel neol it h i k u m s i n den Ka t a log au fgen ommen
(Li s te 3 ).
Obj ekt gatt u ng in Da te nb ank
au fge nom me n persön l ich
u ntersu cht in Kat a log o der Li sten
i nt e g r ie r t
B ei l k l i n gen (F l i nt) 5 2 32 2 6 21 3 617
Bei l k l i n gen ( a ndere Ge st ei ne ) 53 0 10 0 387
Bei l k l i n gen (K upfer ) 16 2 21 14 7
B ei l k l i n gen (M ate r i a l u nb e ka n nt) 65 0 56
A x t k l inge n ( Gestein ) 243 46 16 5
A x t k l i n gen (K upfer ) 11 2 11
A x t k l i n gen ( a ndere Mater i a l ien) 11 0 0
Mei ß el k l i n gen ( F l i nt) 3 76 16 3 24 4
Mei ßel k l i ngen ( a ndere M ater ia l ien) 27 14 25
F l i nt k l i ngen u nd -mess er 782 18 6 7 14
Dicke Spit z en 26 4 24
Ker a m i kge f ä ß e 52 5 7 47 7
Ber n s tei nperlen 73 60 0 0 73 60 0
S ch muc kge gen s t ä n de (Z a h n) 4 1 3
Sch muckgegens t ä nde ( Si lb er ) 1 0 1
d ivers e Kup fergegens t ä nde 93 7 83
d i ver s e F l i nt ge gen s t ä nd e 886 311 61 1
diver se Geg enst ände a us Gestein 157 15 14 4
Abb. 1 . Di e h äufi gs t en O bj ek t kat e gor i en , die i n de r D at en ban k er fa s s t wurd e n , auf ge gli e de r t n a c h T yp un d Unt er su c hung ss t at u s .
A l le u ntersuchten Bei l k l i n gen a l ler Mater i a l ien
w u rden nach de m S ys tem von P . O. Niels en ve rme ss en
( Ni el se n
19 7 7
,
64
) , wel ches auf versch iedenen M es s -
pu n k t en a m Bei l k l i ngen kö r per ba sier t (Kap . I I . 2 . 3 . 1 ).
Zu sät zl ich w u rde jewei l s auch das G ew icht e rm it telt.
Für d ie s t ati st i sche Aus wer t u n g w u rden a u s den je -
wei l i gen Mes s wer t en vers ch ie dene I nd ice s gebi ldet .
Fü r a l le a nderen, pers ön l ich u ntersuchten Objek t e
w u rden zum i ndest L ä n ge, Bre ite, Stä rk e (Dicke ) u nd
Gew icht erm it telt . Die Ober fl ächenf a rb e w u rde f ü r
a l le Objekt e nach Auge n ma ß be st i m mt . De s W eiteren
w u rden neb en der T y pen a n spr ache ergä n z ende Merk -
ma le, Ober fl ächenbeha nd lu ng , Nutz u ng sspu ren sow ie
a lte u nd neue Bes chäd ig u ngen bes ch r ieben . Bei B ed a r f
w u rde eine Lupe oder ei n M i k rosk op ( s . u . ) ver wendet.

19
Einführ ung in da s Thema
A l le Objek te w u rden a u ssch l ießlich u nter der V er -
wendu ng von Ha nd s chu hen u nters ucht . D abe i w u rd en
zu B eg in n h andel sübliche Baumwoll h and schu he be -
n utzt , s päte r Nyl on/Elast an- F ein str i ck ha n d sch u he m i t
Mi k r oscha u m - Nitri l - B eschic htu ng, die e i n en besse ren
Gri ff gew ä hrlei steten . Da s T ragen vo n H a n d schu hen
bei m U mga ng m it F li nt oder a nd eren Stei na r tef a kt en
i st not we nd ig , weil i h re Ober flächen über d ie Zeit
sä mt liche Rü ck st ä nde an nehmen . Im L a u fe der Ja hr -
zeh nte ka n n sich so a u f i h nen eine Sch icht bilden, d ie
Ob er flächenunter suchun gen a l ler A r t vers ch lec htern
oder verf ä l sc he n ka n n; ( vg l. We n t i n k 2006 , 59 u nd
Hugh e s et a l . 2 01 2 , 787 ).
15
55
57
58
59
60
61
32
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10
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14 63
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2
3
4
5
6
7
9
8
1
0 100 200

km
N
Abb.
2
. Im Rahme n de r Forsc hung sarbe it pe rsön lich a ufge su cht e Mus ee n un d Sammlu ngen :
1
Arc hä olog i sc he s La nd es mus eum
Meck lenbur g- V orpom mern ( Schloss Wi ligrad ); 2 Arch äol og is che s Mu se um Hambur g ; 3 Bachman n-M useum (Brem er vör de ) ;
4 De ut sc he s Be rn st ei nmus eum (Rib nitz-D amgar t en ) ; 5 Domh er ren haus ( V erden ); 6 D r ents M u seu m (Assen ); 7 F alb ygde ns
Muse um (Falk öping ) ;
8
Fred er ik ss und Mus eum ;
9
Göt eb org s St a d smus eum ;
10
Groninger Mus eum ;
11
Heim at mu seu m B ad
Ol de s loe ; 12 Heim at mu seu m G öhren ; 13 He im atmu s eum Himme lpfor t en ; 14 He ima tmu s eum Hohe nwe st edt ; 15 Heim at mu
-
se um Mar ne r Skat clu b;
16
Heim at mu seu m T r ib se es ;
17
Heim at mu seu m W ann a ;
18
Histor ische Handwerk erst uben ( Gingst ) ;
19 H istoris ka Musee t St ockho lm; 20 Hist or is ka Mus ee t vid Lu nd s Universi te t ; 21 Hol st ebro Mus eum ; 22 H uneb edc ent rum
(Bo rger ); 23 K lo st ret i Y s ta d ; 24 Krei smu se um P rin z eßhof (It ze hoe); 25 Kropped al Muse um ; 26 Lan de smu s eum f ür N atu r
un d Men sch (Ol de nburg ) ; 27 Limh amn s Mus eum (Malmö ) ; 28 L oll an d-F al st er St if t smu se um (Mari bo ); 29 M almö Mu se er ;
30 Moe sgård Mu se um (Århus ) ; 31 Mu se um Burg B ed erke sa ; 32 Mus eum d e s Krei se s Plön ; 33 Mus eum f ü r Arch äol og ie un d
Ökolo g ie Dithmarschen ( Albersdorf );
34
Mu seu m f ür V o r- und Fr ühg es chi cht e (B erlin );
35
Mus eum Ø st jyll an d ;
36
Mu se um
Schw eden speicher ( Stad e ); 37 Mu se um Se efa hrerh aus (Se llin ); 38 Mus eum S ønd er jyll an d (Ha de rsl ev ); 39 Muze um Na rodow e
w Pozn aniu ; 40 Muz eum Na rodowe w S zc z ec inie ; 41 N ati ona lmus ee t ( Køb enh avn ) ; 42 Niedersächsisches Landesmuseum
Hannover ; 43 No orde lijk Arche ol ogi sc h De pot ( Nui s ); 44 Nordf r ie sl and Mu se um . Nis se nh aus Hu sum ; 45 Odense B ys M u seer;
46 Öre bro Lä ns Mu se um ; 47 Ö ste rle ns Mu se um (Simri sh amn ); 48 O st f r ie si sc he s L and es mus eum E md en ; 49 Pań st wowe Mu -
z eum Arc he olog ic zne w W ar sz awie ;
50
Pomme rs che s L and e smu se um ( Gre ifs wal d ) ;
51
Rijk smu seu m van Ou dhe de n (Le id en ) ;
52 Schleswig- H olsteinische Lande sm use en Schloss Go t torf ( Schleswig ); 53 Schl os smu seu m Agathe nburg ; 54 Smit erlöw's che
Sa mmlung (Fran zbur g ) ; 55 St ral sun d Mus eum ; 56 Thi st ed Mus eum ; 57 Univ e rsi tä ts samm lung Gre if swal d ; 58 Väst ergöt -
l and s Mus eum (Skara ); 59 V ejle Mus ee rn e ; 60 V e nd sys se l His tor is ke M u se um (Hjør r ing ) ; 61 V e s thimme rlan d s Muse um (Års ) ;
62 V iborg Mu se um ; 63 Ze it tor-Mu seu m (Ne u st adt i . H . ) (Gr a fik : K . Wint er ).

20 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Die V er mes su ng der u ntersuc hten Objek te w u rde
m it t el s Mes s s ch ieb er / Sc h ie bleh re vorgenom men . Da -
bei st a nden drei u ntersch ie d l iche Model le aus Met a l l
zu r V er f üg u n g , d ie je nach Größe des zu vermes sen -
den Stückes ei ngeset z t w u rden. Sie hat ten ei ne Ska -
len - bzw . Mess oberg ren ze von 20 , 30 b z w. 52 c m . De r
ver wendet e Mes s sch ieb er , m it der Mes s oberg ren z e
von 30 cm be sit zt neben ei ner Noniu s- A n zeige eben -
so ei ne d ig it a le A n z eige mit ei ner Auflösu n g von
0 , 01 m m . D ie a nderen b eide n Me s ss c h ie be r ver f ügen
led ig l ich über Non ius - A n z eigen, mit ei ner A u flösu n g
von 0 , 1 m m . A l le M a ßa ngab en erfolg ten i n Z ent i me -
tern u nd w u rden auf ei ne Nach k om m a st el le gena u ge -
mes s en .
Da s Ge w icht der untersuchten A r tef a k t e w u rde
m it einer ha ndelsübl ichen Hausha lt sw a age mit ei -
ner T ei lu ng von 1 g u nd ei nem ma x i ma l zu er m it t el n -
den Gew icht von 5 000 g b es t i m mt. Sc hw erere O bjek t e
w u rden mit t el s ei ner dig ita len Hä ngew aa ge mit ei ner
T ei lu ng von 5 g u nd einem Messb ereich v on 10 g bi s
50 kg b e s t i m mt .
Zu m B e s t i m men de s s ogena n nt en S ch m a l s eitenw i n -
k el s b ei Bei l k l i n gen ( vg l. Kap . I I .
2
.
3
.
1
) w u rde ein a n a lo -
ges Gon iometer mit S chenkeln au s A lum i n iu m u nd
ei ner Scheibe aus K u n st s toff ver wend e t . Die Schen kel
w u rden n o ch m a l s u m je 60 cm verlän gert , u m b ei seh r
g roßen Bei l k l i ngen opti m a l a n legen zu k ön nen.
Für d ie m i k roskop i s chen U ntersuchungen der Ob -
jek te w u rde ein d ig it a le s Ka mera m i k rosk op der Fir ma
‚d nt ‘ m it der Bezeich nu ng ‚ D ig i M icro Profi ‘ ver wen -
det. M it d iesem i st ei ne 20 bis zu 30 0 -fac he V erg rö -
ßer u n g , bei ei ner Auflösu ng von 5 M i l l ionen P i xel n
mög l ich. D a s M i k rosk op ver f ü g t üb er eine Du a l- A x i s-
Li n s e sow ie ei ne ind iv iduell ei n s tel lba re Beleuchtu n g
aus acht LEDs . Der Fo k u s-Bereich lieg t z w i s chen 10
u nd 30 0 m m . M it dem Mi k rosko p w u rden ha upt säch -
l ich O b er fl ächenu nters uchu ngen vorgenommen , b ei
dene n mög l iche a nti ke A n h a f t u ngen u nd N utz u ng s -
spu ren f e st gest el lt wer den sol lten. Zudem verf üg t d a s
M i k rosk op über ei ne Ka mera, m it tel s welche r ent -
dec k t e St el len fotog r a fi s ch dok u ment ier t werden
ko n n t e n .
Für d ie f otog ra fi s chen A u f n a h men w u rde eine d i -
g ita le Spieg el reflex ka mer a der Ma rke ‚ C a non ‘ , T y p
‚ E os 60 D ‘ m it ei nem Objekt iv der Ma rk e ‚ T am ron ‘
( 17 – 50 m m ; F/ 2 . 8 ) ben ut z t . Die Fo to ausr ü s t u ng w u r -
de so zu sa m men ges tel lt , d a s s vol l kommen u n abhä n -
g ig von de r Aus st at t u n g der jeweil i gen In st it ut ione n
gea rbeitet werde n konnte. Für d ie Ausleuch t u ng w u r -
den zwei K lem m leuch t en der Ma rk e ‚ Ka i s er‘ m it
Glüh la mpen der Ma rk e ‚O sra m ‘ ( 4 000 K , 1 52 0 l m)
ver wend e t. Fü r ei ne opti m a le Posi t ionier u ng der Ka -
mera , d i rek t üb er den z u fotog r a fi erenden Objek ten ,
fa nd ein K lem m st at iv der Fir ma ‚ h a ma ‘ V er wen dung ,
da s sich a n versch ie dene n Ober fl ächen befest igen
l ieß. Auf d ies e W eise w a r e s mög l ich, st et s u nter ver -
g leichba ren Be d i ng u ngen zu fotogr a fieren. A l le Ob -
jek te w u rden m i ndesten s von v ier Seiten f otog ra fier t .
Zu s ät z l ich w u rden meh rere Au f na h men de s je wei l i -
gen H or t ens embles a ngefert i g t , wenn mög l ich eben -
so i n dem A r r a ngemen t , i n welchem es aufgef u nden
w u rde. A u f sä mt l ichen A u f n a h men w u rde ein Foto -
ma ßst ab m it Fa rbska l a posit ion ier t . Die fo t og ra fi s che
Dok u me nt at ion d iente n ic ht a l l ei n der I l lu s t r at ion
der Dep on ier u ngen i m T a feltei l der A rb eit , s ondern
eben so der nacht räg l ichen Bet racht u ng der Objek te,
h i n sicht l ich versch iedener F r ages tel lu ngen, z. B. d ie
Ober fl äche oder d ie F or m bet reffend.
I.3 .3 Be sichtigung originaler F undor te
A n versc h ie denen St at ionen der au fge suchten Reg i -
onen w u rden, wen n genaue Or t s a nga ben vorlagen,
ausgew ä h lte orig i na le Fundplätz e be sichtig t. I n dem
Be w u ss t sei n, d a ss sich d ie L a nd sch a f t i n den ve r -
ga n genen 6 000 Ja h ren zu m T ei l d r a st i s ch verä nder t
hat, w u rde den noch versuch t , ei nen Ei nd r uck der
Geo g raph ie zu gew i n nen u nd die au fgesuchten Or te
da h i ngehend zu verg leichen . D ie je wei l igen Ge lä nde -
situ ationen w u rden bes ch r ieben sow ie fotogr a fi sch
e rfass t.
I.3 . 4 Röntgenf luoreszenzanalyse
M it Hi l fe von Dr . Da n iel Stei n iger , von d er Eu r a sien-
Abtei lu ng des D euts chen A rchäologi s chen In st it uts
i n Berl i n, w u rden d ie Ober fl ächen ein iger Fl i ntbei l -
k l i ngen untersucht, d ie nach der Bet r achtu ng m it
dem ob en b es ch r ieb enen d i g it a len M i k ro sko p i m
V erdacht sta nden, mi n i ma le Spuren von Ock er zu
t r age n 2 . Die da f ü r du rchgef ü h r te energ ied i sp ersi -
ve R öntgenfluoreszen z a na ly se er folg te m it tel s ei nes
por t ablen Rön t gen fluore sz en z sp ek t rome te rs des T y p s
‚ Thermo Sc ienti fic Niton X L 3 t 950 - H E GOLDD + ‘ ( S e -
r ien nu m mer 89 0 8 6 ) . Der gena ue Abl auf der Un ter -
suchungen is t dem Kap . I V . 2 . 5 s ow ie App end i x 1 zu
entneh men .
2
A n d ie s er Stel le s ei D . St ei n iger noch ma l s her z l ich f ü r sei -
ne Un t ers t üt z u n g u nd sei n g roße s En gagement ged a n k t .

21
Einführ ung in da s Thema
I.3 .5 Raumanalys e
Die zu V erg lei ch sz weck en benötig t en Sta ndo r t i n f or -
mat ionen t r ic hterb eche rz eit l icher Grä ber u nd Sied -
lungen si nd f ü r ein ige R eg ione n f rei im I nternet
ve r f ügba r 3 . D ie I n form at ionen f ü r d ie a nderen Reg io -
nen w u rden b ei den z us t ä nd igen L a ndesden k ma l äm -
tern er f ra g t. Zu r Er mit t lu ng der F u ndo r t k oord in a ten
w u rde der I nter net d iens t ‚Go og le M aps‘ ver wendet .
Die K oordi n a ten w u rden im D ezi ma lg rad- Fo rm at im
S ys tem ‚ W GS 84 ‘ n ot iert , m it tels de s Progr a mme s ‚ Mi -
crosof t Office E xcel 2 016 ‘ i n versch ieden e t hemati sch
geg lie derte T ab el le n ex por t iert u nd i m cs v - Fo r mat ab -
gesp eicher t.
Für d ie Aus wert u ng der rau mbezogenen Da ten f and
da s Op en- S ou rce - Pro g ra m m ‚Q GIS ‘ V er wendu n g 4 .
Neb en den ers tel lten c s v - T a bel len w u rden d ie D a t en
versch ie dener w m s- S er ver ei ngesp ei st , d ie i m Quel -
len verz ei ch n i s an g egeben w u rden. M it ih rer H i l f e w ar
es mög l ich , vers ch ie dene a rch äolog i s che, h i s tor i sc he,
geog ra fi sche, geologi sc h e u nd adm i n is tr ative In form a -
t ionen i n d ie Aus wer t u ngen z u i nte g r ieren.
I.3 .6 S tatistik
Die f ü r d ie Fl i ntbei lk l i ngen g es am melten Daten w u r -
den in d ies er A rbeit unter a nder em f ü r ei ne m u ltiv a ri -
ate st a t is ti sc he An a lys e g enu t zt , u m einen Beit rag z ur
K la ssi fi k a t ionsd i sk us sio n zu lei sten . Hier f ü r w u rden
d ie W er te a l ler zu u ntersuchend en F li ntbei l k l i ngen f ür
d ie w eiteren U ntersuch u ngen a us der ‚ M icrosof t Of -
fice Access
2 0 16
- Datenba n k i n ‚ M icrosof t Office E xcel
2 0 16 ‘ - T abel len exp ort ier t u nd n orm ier t. Fü r da s Erstel -
len von T abe l len, H i stog r a m men, St reud i ag ra m men
sow ie die mu ltiv a ri a ten st ati st i schen A na ly sen (Ha upt -
k o mpo n en te na nalyse, Diskri mi nan zana lyse, Seria ti -
on ) w u rde n d ie F ree wa re- Prog ra m me ‚Capca ‘
5
, V er sion
3 . 03 und ‚ Pa st ‘ 6 , V ersion 3 . 19 ver wendet 7 .
3 Frei erh ä lt l iche u nd ve r wendb a re I n form at ionen üb er d ie
Sied lu ngen u nd Gr äber der T R B in D ä nema rk biet et z . B.
d ie bereit s oben er w ä h nte Int ernet s eite
w w w .k u lt u r a r v .d k/f u ndog for t id sm i nder / .
Ei ne Sa m m lun g vo n ( geru ndet en ) K oord i naten der mei s -
ten i m TR B -Raum ex i s tierenden Mega l it hg rä ber l iefer t
d ie Inter net seite ‚ Jung st ein site‘ der Uni versit ä t K iel
( w w w .ju n g st ei n sit e.u n i-k ie l. de/ 2 010 /Mega l it h g raeb erN E _
Ska n _ 2 010 _ 08 _ 25 .x l s [ St a nd: 8 . Apr i l 2023 ]).
4 QGI S De velopment T ea m . QGI S Ge og raph ic I n for mat ion
Syst em. O pen Sou rc e Geo spat ia l Fou ndation P rojec t
( h t t p s : / / w w w. q g i s . o r g /d e /s i t e / f o r u s e r s /d o w n l o a d . h t m l
[S t a n d : 8 . Apri l 2 023 ]).
5 Bei C apc a ha ndelt e s sich u m ei n frei ver f ü gba re s Mic ro -
sof t O ffice E xcel- A d-In, d as ü ber d ie I nternet s eite

ht t p:/ /w w w . a rch ae oi n fo.d k / ca pc a .ht m (St a nd : 8 . Apr i l 2023 )

bez ogen werden kan n .
6 Pa st ka n n üb er d ie Int ernet s eite
h t tps: / /w w w .nh m. u i o. no / engl ish/ research/ resourc es/
pa st / ( St a nd: 8 . Apr i l 2 023 )
bez ogen werden.
7 Be i der Di sku s sion u nd Inter pret at ion der erz ielten Er -
gebn is se s owie de ren Ü ber pr ü f u ng m it dem Pro gr a m m R
st a nd G. R ot h hel fend zu r S eite. Her rn Rot h sei a n d ie -
ser St el le noch m a ls f ü r sei ne v ielen h i l f reichen Tipps
u nd Ei nwä nde herz l ich geda n k t . De s W eiteren bi n ich
M . H i n z, S . Br u m mack s owie F . B ec k er f ü r i h re g roße H i l -
fe i n V erst ä nd n is f ragen u nd d ie a l lgemei ne Ei n f ü h r u ng i n
da s Them a Stat i st i k seh r da n k ba r .
I. 4 R A UM UND ZEIT DER UNTERSUCHUNGEN – ZUR ENTSTEHUNG UND E NT WICKLUNG DER TRB
I. 4. 1 Kon troversen um die Benennung sowie die Un ter tei -
lung der TRB
U nter dem Beg r i ff T richterbe cher k u ltu r werd en heu -
te versch ieden ste neol ith i sche Gr up pen M it tel- und
Nor deu ropas zu s am mengefa ss t und m it ih nen ver -
k nüpf t e Phä nomene z w i sc hen 4 10 0 u nd 280 0 v. C h r .
verst anden. I h rer materiel len K u lt ur gemei n ist d ie
Gef ä ßfo r m des T r ich terbe chers. Die Beg r i ffe T r ich ter -
r a ndb ec her ( Ko s s i n n a 1910 , 65 ; 1911 ) b z w . T r ich t -
erh a l sb ec her ( Ko s s i n n a 192 0 a, 260 ) u nd deren
V er k ü rzu ng z u T r ich terbe cher ( ebd ., 2 61 ; 19 22 a, 29
Fu ßn ot e 1 ) sind von G. K o ssi nn a i n die Forschun g
ei ngef üh r t word en. D ie Deu t u ng der geog ra fi schen
V erb reitu ng d ies er Gef ä ßf orm a l s Ke r ngeb iet der soge -
na n nten g erm a n isc he n K u lt u r is t ein B eispiel par e x -
cellen ce f ü r d ie F eh la nw end u ng u nd den Mi ssbrauch
des K u lt u rbeg ri ffe s in der A rchäologie. Die TR B w u rde
bis i n d ie 193 0 er -Jah re u nd dar üb er hi nau s, aufg r u nd
i h re r aus Großstei nen err ich tet en Grabbau ten, noch
a l s „ Mega lit hg räb erku lt u r“ oder „ Mega l ith k u ltu r“ b e -
z eich ne t ( Ko s s i a n 2005 , 12 – 13 ) . K . Ja żd że wsk i w andte
d iesbez üg l ich ein, da ss Mega l it hg räber nu r f ü r einen
T ei l de s Ges a mt verbreit u ng sgebiete s der K er a mi k m it
T r ich ter ra nd cha ra k t eri st is ch si n d. D esha lb s ch lug
er d ie sei ner Mei nu ng nach p a ssendere B ez eich n u ng

22 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
T r icht erbe c herk u lt u r z u r B enen nu ng der jen i gen neol i -
t h i s chen Gr upp en vor , i n deren Ge f ä ßrep er toi re T r ich -
terbe cher den V orr a ng bi ldeten, z u näch s t a l ler d i ng s
nu r f ü r d ie Gr uppen de s ö st l ichen V erbre it u ng s gebie -
tes d iese s K era m i k t y ps ( Ja ż dż e w s k i 1 9 31 , 75 ) , da n n
sch l ießlich f ü r a l le Gr uppen ( Ja ż d ż e w sk i 1932 , 78 ).
M it dem in der A rchäolog ie ve r wendeten Beg ri ff
K u lt u r gehen a l lerd i ng s z a h l reic he de fi n itor i s che u nd
i n h a lt l iche Schw ieri g kei t en ein her , dene n ma n sich
t rotz v ieler kr it i scher Äu ßer u n gen n o ch i m mer n icht
ausreiche nd g est el lt hat ( siehe h ierzu i n sbe s. Lü n i ng
19 7 2 , je doch i n Abg renz u ng d a zu u nd in noch s chä r -
ferer For m F u r h o lt 2 0 14 ). Zu die sen Schw ierig ke iten
geh ör t d ie pausch a l i sier te Gleichs et z u ng der geog ra -
fi s chen V erbreitu ng m ater iel ler Güt er m it ei ner ge -
dachten ku ltu rel len Ein heit, d ie i n i h rer ex t rem st en
V a r ia nte soga r zu m „ V ol k “ dek l a r ier t w i rd. Z wa r w i rd
i n d ies em Zu sa m men ha n g i m mer w ieder auf d ie R he -
tori k der arch äol og i schen Fo rschu ng aus der Z eit des
Nationa l s ozia l i smus u nd speziel l K ossi n na s ver w ie -
sen, jedoch z eigen ve rsch ie dene Beispiele, da ss sich der
Sprachgebra uch nach dem Z weiten W elt k r ieg zu näch st
n icht gr u nd legen d wa ndelte ( vg l . Sch ir ren
19 9 7
,
7
–
11
;
Lü n i ng
19 7 2
,
152
) . I n der Rea l it ät zeig t sich bei der Be -
t r acht u n g der V erbreitu ng von mater iel lem Gut ei ner
sogena n nten K u lt u r jedoc h of t ei n eher heteroge nes
Bi ld. I m Fa l le der TR B l a ss en sich u. a. Un tersch iede
i n der V erbreitu ng u nd Gest a lt u ng der Ke ra m i k, der
Bauwe is e von M ega l ithbauten oder , w ie später noch
gezeig t werde n sol l, dem I n ha lt u nd der Ar t der Depo -
n ier u ngen fe st st el len .
Ja żd że wsk i w u rde of t a l s I n iti ator d er heu t e noch
g ü lt igen Auf t ei lu ng der TR B i n ei ne Nord - , W es t - ,
Os t - u nd Südg r uppe sow ie der Gruppe der A ltm ä rk i -
schen Tiefst ich ke ra m i k (E lbe- W e ser - K u lt u r ) gena n nt
( Ja ż d ż e w s k i 193 6 , 332 – 33 6 ). Die Südo st g r upp e w u rde
später v on H. Beh ren s aus ei nem T ei l von J a żd że wsk i s
Südg r upp e abgel eite t ( Be h r e ns 1959 , 18 3 ) . I m W e -
sent l ichen erfolg te d ie se Ei ntei lu ng au f Gr u nd l age vo n
Morphol og ie und V erzier u n g der Gef ä ße. E s w i rd je -
doch zu mei st üb ersehen, da s s zuvor berei t s K o ssi n n a
ei n Ko n z ept der Gr upp enei ntei lu n g der T R B vorgeleg t
hat te, welches jenes v on Jaż d ż ew sk i vor weg n a h m . K os -
si n na p ost u l ier t e a n h a nd von Ka r t en Ausbreitu n gs -
räu me u nd W ege der Ent w ick lu ng der vermeint l ichen
Gr uppen, d ie sich, v on Ska nd i n av ien ausgehen d, au s -
gebreite t h a ben s ol le n ( Ko s s i n n a 192 2 a u nd b; spezi -
el l d ie Ka r te au f T a fel 1 sow ie T abel len Seite 14 – 27 , d ie
zu r V eror t u ng der gena n nten G r uppen d ienen s ol len;
ebs. Ja ż dż e w s k i 193 6 , 324 ) . S ow oh l K o ssi n n a a ls auch
Ja żd że wsk i u nd später Sp rock hoff ( Spr oc kho ff 193 8 ,
78 ) fav ori sier ten z udem zeitleb en s d ie Idee einer Nord -
Süd geric htet en, von Ska nd i nav ien aus gehenden Aus -
breit u ng ver mei nt l ic hen k u lt u re l le n For t sc h r it t s, w a s
a l s b ew u ss te s Gegen k onz ept zu r e t abl ier ten E x Or ie n -
t e Lu x -Hy pot hese verst a nden w erden ka n n ( vg l. M idg -
ley 19 9 2 , 33 ; Schir r en 19 9 7 , 7 – 8 ; Ko c h 19 9 8 , 17 ).
K os si n n a ver teid ig t e sei ne A n sichten zu r Nord- Süd -
gerichteten Ausbreitu n g der Germ a nen i n dem A r t i k el
„ D a s sieg reiche V ord r i ngen me i ner w i ss en sc ha f t l ichen
A nschau unge n al s Er g ebni s m eine r w issenscha f t lich en
Met ho de“ ( Ko s s i n n a 192 0 b ). In derselb en Sch r i f t u m -
reißt er den Gru ndgeda n ken seiner Fo rschu ng folg en -
der ma ß en:
„[ … ] s ch ar f umg re nz t e Kultur gebi et e d e cken sic h zu a l -
le n Ze it en mit be sond ere n Völker n od er V olk sst äm -
m e n .“ Ko s s i n n a 192 0 b, 396
K os si n n a s Idee der Gruppenei ntei lung der späte-
ren TR B, m it der N ordgr uppe i n i h rem Zentr u m,
w u rde v on Ja ż d ż ew sk i u nd Sp rock hoff über nom -
men, g efest ig t u nd fi ndet in ei ner leich t mod i fi zier -
ten V ersio n noch heu te V er wend u ng. I n z w i schen si nd
je do c h s t ich h a l t i ge A rg u ment e he r vo rge br ac ht wor -
den, die d ie p ost u l ier te Un i form it ät sowie d ie be -
st ehende Gr upp enei ntei lu ng der T R B b ereit s i n den
Gr u nda n na h men h i nt er f ra gen ( K irsch 19 9 4 , 88 ;
F u r h o lt 2 0 14 ). A ngesichts des sen i s t eine u m fa s sen-
de Ü ber a rbeit u ng de s Konz ept s d ies er Gr uppenei ntei -
lung üb er f ä l l ig.
Ei ne der M od i fi kat ion en der Gruppeneintei lu ng der
TR B w a r zu m ei nen d ie Er wei t er u ng des T r ichterbe-
cherg e biets au fg r u nd ne uer arch äol og i scher Entde-
ck u ngen, w ie i n der Fa lbygden -R e g ion in nerha lb der
Prov i n z Vä s t ra G öta la nd an der s chw e d i s chen W es t -
k ü ste , zu m a nderen d u rch defi n itori s che V er ä nderu n-
gen. Le t zt ere um fa sst u . a. d ie z uerst von J . L icha rdus
vorge nom me ne E i nt ei lu n g d e s V er bre it u n g s geb ie t e s
der TR B , d ie er a l s „ T richterbe cherku lt u ren “ b ew u s st
i n den P lu r a l s et z te, i n ei n „ K er ngebiet“ u nd eine „ se-
k u ndä re Z one“ ( Lichar d us 19 76 , 2 14 – 21 5 ). An a log
zu d ie ser Ei ntei lu ng w u rde eben f a l l s d ie B ezeich nu ng
ei ner T R B „ engerer“ bz w . „breiterer Au ff a s su n g “ ge -
w ä h lt ( Z á po to c k ý 19 9 2 , 5 52 ; ebs. Müller 2 011 , 10 ).
Im Kerngebiet bzw . der TR B „engerer A u ff a s su ng “ , zu
der sich die Nord - , O st - , W e st - u nd A lt m a rkg r uppe
gehören, s t el lt der T r icht erb e cher d ie Haupt kera m i k -
fo rm d a r . D a s Gebiet u m spa n nt einen Raum, der Süd -
sc hw eden , den süd l ic h st en T ei l M it tel sc hweden s, d ie
nor weg i s c he O slo fjord re g ion , D ä ne m a rk u nd ei ne n
Groß tei l der Mit t eleu ropäi s chen Sen ke ein n i m mt. Die
TR B „ breit erer Au ff a s su ng “ u m sc h re ibt d iejen igen
neol ith is chen K u lt u ren und Gr uppen i n den nor d a l-
pi nen G ebiet en, Südwe st deut s ch la nd, M it teldeut s ch -
la nd, B öhmen, Mä h ren u nd Sü dpolen ( Abb. 3 ). In
d ies en k om mt der T richterbec her v or , stel lt jedoc h nur
ei ne v on v ielen anderen K era m i k fo rmen da r , d ie w ie-
deru m i m „ K erngebiet “ n icht a u f t reten .

23
Einführ ung in da s Thema
Abb. 3 . R egionalgruppen der T richter becherzeit ( übernom -
me n aus Bakker 19 7 9 , 11 Abb. 1 ) . Dic ke , durc hge zo gen e
Lini en m ark ier en die ve r mute t en Au sbrei tun gen d er je -
wei ligen Gr upp en ( N : Nordg r upp e ; W : W es tg r upp e; E : O st -
g r uppe ; S : Sü dg r uppe ; SE : Süd ost g ru ppe ; A un d horiz onta l
ges t reif t : Alt mark g ru ppe ; ver t ikal ges tre if t : Bernburg- W al -
ternienbu rg-Gruppe; Ah : Altheimg r uppe ; Pf : Pfy n gru pp e.
Die dur ch brochen e L inie st ellt d en Lub oń-St il d ar . Die di a -
gona len St reife n zei gen di e Aus de hnung de r Mic hel sbe rge r
Kult ur . Ni cht al le d er d arge st el lte n Gr uppe n e x ist ie r te n in
de r ge ze ig t en Au sd ehnung gl ei ch ze it ig und e inige nur wäh -
ren d de r f r ühe n T R B .
Der Be gr i ff K u lt ur s age aber n ich t s über d ie räum -
l iche G l ieder u n g sow ie p ol it is che, soz ia le, re l ig iös e,
m i l i t ä ri sche oder w i r t scha f t l iche Ka tegorien a u s, wei l
i h n die s k la r übers tr apa ziere n w ü rde ( Lü n i ng 19 7 2 ,
16 8 – 16 9 ) . In d ies em Sin ne bes ch reib t d ie Bez eichnu ng
„ T r ichterbe cherku lt u r“ in d ieser A rbeit z u näch st ei ne
Z ei t spa n ne, die vom En de des 5 . bi s an den B eg in n
des 3 . Jt . v . C hr. r eicht, i n einem Raum, i n welche m
der T r ichterbecher a ls G ef ä ß a u f t r it t. I n d iesem Si n -
ne w ird „ T richterbe cher k u ltu r“ bz w . „ T R B“ a l s ei n
Sa m melb eg r i ff f ü r versch ie dene Phä nomene u nter -
sc h ied l icher reg iona ler Aus prä g u ng ver st a nden, d ie
von M . Furholt a l s „ T r ic hterb e cherkomplex“ z u s a m -
mengef a ss t w u rden ( F u r h o lt 2 0 14 ; ebs . bereits Ku -
be nz 19 9 4 , 11 3 ) . Zu mei st w i rd i n der vorl iegenden
A rbeit jedoch d ie neu t ra le B ezeich n u ng „ T richterbe -
cher z eit “ V e r wendu ng fi nden .
I. 4 .2 Das F or schungsgebiet und seine T opogr afie
Der Un tersuchung srau m um f a sst i m W es en t l ichen e i-
nen g roß en T ei l Süd ska nd i nav ien s u nd der M it te leu -
ropäi schen Sen ke. Er um sc hreibt da s K erngebiet der
TR B i m enger en Si nne, a l so da s der Nor d- , W es t - , Ost -
u nd A lt m a rkg r upp e (Abb. 3 ; vg l. Müller 2 011 , 10 – 11 ).
In heut ige n pol iti schen Grenz en bes ch rieben lä ss t sich
da s Fo rsc h u ngs geb iet w ie fo lg t u nter tei len: der No rd
-
os ten der Nie derla nde m it den P rov i nz en Drent he
u nd Gron i ngen; der Norden Deut s ch la nd s m it den
Bu ndes lä nder n Nieders ach sen , Sch les w ig- Hol stei n,
Meck lenbu rg - V o r pom mern sow ie zu ei ne m deut lich
k lei neren A nte i l Bra nden bur g u nd Berl i n; der Norden
P olens, h a upts äch lich m it den W oiw od sch a f ten W es t -
pom m ern u nd Pom mer n; Dä nem a rk; S üd schwe den
m it einem Schwe r pun k t au f den Pro v i n zen Schonen
u nd Väs tr a Göta l a nd und da s süd l ich e M it tels ch we-
den bis zu m nor weg is che n O slofjo rd ( Abb. 4 ).
Die Nord g ren z e der Au sbreit u n g der T R B -Nord -
g r up pe w i rd in S chw eden u nd N or wegen d u rch de n li
-
me s nor rlandic us m a rkier t , a ls o d ie Schei del in ie vom
nordeuropä i schen borea len Nadel - z um mit t eleuro -
pä i schen Mi schwa ld . Diese Sc h eideli n ie ver läu f t au f
Höh e des nor wegi sc he n Os lo fjordes u nd des schw ed i-
schen Se es Mä l aren . Die sü d l ich a ns ch l ießend e, du rch
f r uch tba re post g la z ia le T one a us gezeichnete , mit tel-
schwed is che Sen k e w ird la nd sch a f t l ich d u rch d ie gro-
ßen schwed is chen Seen Mä l a re n, Vä nern u nd Vä t ter n
gep rä g t. Süd l ich d er m it tels ch wed i schen Sen k e er -
st reck t sich i m nö rd l ich en Små l and, dem süd l ich en
Ös terg öt la nd sow ie d em süd l iche n u nd öst l iche n Vä s-
ter g ötla n d das sü d sch wedi sch e H ochla n d.
Ei ne Ü ber arb eitu ng von Ba k ke rs Ü bersicht aus
dem Jah re 19 79 (A bb . 3 ) i st bis heute n ich t vorg e -
nom men wor den . Midgley ( 19 9 2 , 36 ) versuchte zw a r
ei nige von Ba k k ers gezogene n Gren zen, z. B. i m Be -
reich de r Südost - u nd Sü dg r up pe, z u er wei ter n sowie
zu verein f ach en, jedoch feh len ih rer Ka r te w ieder -
u m T ei le der N ordg ruppe. Auch g egen w är t ige Ka r -
ten bi lden n och i m mer de n A rbeit sst a nd Ba k kers ab
( vg l. z. B . M üller 2 011 , 9 Abb. 3 ).
U m d ie oben a ngesprochen en Probl eme u m den
Be gr i ff K u ltu r z u lösen, sch lug J. Lü ni ng vor , i h n i n
der A rchäo log ie so zu ver wen den, da ss er , i m Ra hmen
des jewei ls g ü lt igen Wis sens st a nd es , led ig l ich die je -
weil ige zeit l ich e Gl ieder un g des Fund stoffes u nd d ie
da z ugehöri g en Phä nomene b es ch reibt:
„ Eine Kultur umfaßt die ge samt en arc häol ogi sch e r -
kennbaren Ü be r rest e und P roduk te d e s V erh alte ns
und d er Be t ätig ung me ns chlich er Individu en und
Gr uppen innerhalb e ine s be st immte n ze itlic hen un d
räumlichen Au ss chnit te s . Sie ent hält al so ähnlic he
und nic htä hnliche Ge gen st and s- und B ef un dtyp en
und s ämtl iche nich t typisierte Ei nz elersch ein ung en,
die in z eitlic her un d r äumlic her Hins icht korre lier t
s i n d .“
(L ü n i ng 19 72 , 16 8 )

24 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Abb. 4 . D er ro te R ahm en m ark i er t die Ha upt g re n z en d e s For sc hung sge bi e t e s ( Grafi k: K . Win t er ).
Es h a ndelt si ch u m ei ne flach well ige, d u rch T a fel -
berge g epräg t e Hoch fl äche, a u f der sich berei ts ers te
Au släu fer des nordeu ropä i s chen b orea len Nadelw a l -
des fi nden, wenn auch k e i ne sei ner Erheb u ngen bis
a n d ie 400 -Meter- Ma rke hera n reic ht . Die L a nd -
sch a f t Süds chw eden s h i ngegen, d ie zu m g roßen T ei l
von der h i s tor i s chen Prov i n z S chonen ei n genom men
w i rd, weis t be sonders fr uch tba re Bö den a u f u nd st el lt
ei ne F or t set z u ng de s dä n i s chen Ti efla ndes d a r ( Mey -
ers Lexik o n 19 7 9 – 19 81 , B a nd 21 , 3 76 – 37 7 , Ei ntr ag:
„ Sc hweden “ ).
Dä nema rk, best ehen d au s der Ha lbi n s el Jü t la nd
u nd
4 74
I n s el n, lä s st sich geog r a fi sch a ls Br ück en l a nd
z w i s chen Mit t eleu ropa und dem eigen t l ichen S ka n-
d i nav ien besch reiben . Da s d ä n i s che T iefla nd, da s m it
se i ner plei st oz ä ne n Mor ä nen l a nd s ch a f t a l le L a ndes -
tei le m it Ausn a h me B orn ho l m s präg t, i s t d ie nör d l iche
Fo r t s et zu ng der Mit t eleu ropäi s chen Sen ke. Born hol m
h i ngegen stel lt m it sei ner felsigen Ober fläche noch
ei nen Au sl äu fer de s pr ä k a m bri schen fen noska nd i -
schen Gr u ndgebirges da r . Jü t la nd s heutige Ge st a lt
l ieg t h i ngeg en im Pleist ozä n b eg r ü ndet, i n welchem
d ie Ha lbi n s el du rc h u nter sc h ie d l ic h weit e s V ord r i n -
gen v on Sa a le- u nd W eichs eleisz eit la nds cha f t l ich i n
ei ne W e st - u nd eine O st h ä l f t e getei lt w u rde. Wäh ren d
d ie A lt morä nengebiete der Saa le eisz eit im W es ten Jüt -
la nd s i m L au fe der J a h r zeh nt ausende ausgew a schen
u nd ein geebnet w u rden, weisen der Nor den und der
Os ten der Ha lbi n s el ei n durch d ie Rü ck z ug ss t a ffel n
der weich sel g l a zia len V erei su n g er ze ug tes deut l ich
hüg el iges Relief auf . Die höch ste E rhebung Dä nema rks
rag t jedoch led ig l ich 17 3 m empor . Für den Os ten Jüt -
la nd s si nd des W eitere n subg l a z ia l en t st a ndene, Ost -
W est verla u fende T u n neltä ler mit st ei len Bös chun gen
cha r a k ter i st i s ch, i n deren Lauf sich of t Se en bz w .
Moore fi nden ( Mey ers Lexik on 19 79 – 1 9 81 , Ba nd 6 ,
227 – 22 8 , Eint rag: „ Dä nema rk “).
Neben Süds chw e den u nd Dä nema rk w a r d ie Nord -
g r uppe der TR B i n Nordostdeuts ch l a nd auf dem
Gebiet der heu t igen Bundeslä nde r Sch les w ig- Hol -
st ei n, Me ck le nbu rg - V or pom m er n s ow ie Nordbr a n -
denburg verbr eitet. H ier h er rs cht la nd sch a f t l ich da s
durch d ie Ei sz eiten st a rk über präg te u nd dadurch le-
d ig l ich schwach r eliefier te Nord deutsche Tiefland
a l s T ei l der M it t eleuropä i s chen Sen ke v or . W ä h rend
i m W esten S ch le sw ig - Ho l stei n s , verg leichbar m it
dem W e st en J üt la nd s , d ie A lt morä nen l a nd sch a f t des
Saa leg l a zi a l s b es t i m mend is t , fi ndet sich i m übrigen
Nordos t deut sc h la nd ei ne k upp ige weic h s e lei s z eit -
l ic he Ju n g morä nen la nd s c ha f t . W eite rh i n w i rd d ie -
se L a nd sch a f t du rch r u nd 20 000 Seen, 20 0 000 S öl le
u nd T ote i sl öc her s ow ie Plat te n, Urs t rom- u nd T u n nel -
t ä ler gek en n z eich net. Z u den größten Flüs sen Nord -
ostdeut sch la nd s z ä h len P eene, Elde, W a r now , Havel
0 500

km
N

25
Einführ ung in da s Thema
u nd Sp ree. Die Oder l ieg t m i t i h rem U n terlau f in der
Ü b ergang sreg io n z w is chen W est - und O stg r uppe der
T R B (e b d . , Ba nd 6 , 6 81 – 688 , E int rag: „ Deut sch la nd “ ;
Li edtk e/M arci nek 2 0 02 b, 397 ) . Die südw es t liche
O st s ee- sow ie d ie öst l iche Nord s eere g ion wei sen m it
ei ne r A n za h l von k napp über 50 Inse ln w e i ta us w eni -
ger al s da s Gebiet Dä nema rk s a u f. I m Gegens a t z zu
den W es t - u nd Ost f r iesis chen In sel n besit zen ei n i -
ge de r Nordf r iesi schen In sel n pleistoz ä n e K erne u nd
rag t en berei t s zu f r ü he ren W a r m zeiten a u s der No rd -
se e he r vor , wesha lb i h re Be sied lung i m Neol ith i k u m
mög lich w a r ( Hinri chs en 2006 , 20 ; Behr e 20 08 , 27 ;
127 – 128 ) . Di e höc h st en Erhe bu ngen Norddeut sc h -
la nd s w erden d urch Morä nen des W eich selg la z ia l s g e-
bi ldet, bleiben aber u nter einer Hö he vo n
18 0
m ( M- V :
Helpter B erge: 17 9 m, Broh mer Berge: 1 51 m; S -H: H ol-
st ein i s che Schwei z: 16 8 m, Hüt tener B erge: 10 6 m ) . In
ei n igen Reg ionen, w ie den vor pom mers chen I n sel n
u nd hier i m Speziel len R üge n sow ie in S ch les w ig - Ho l-
stei n, herrs che n ausgepräg te Hügel la nds cha f t en v or ,
d ie trot z g eri nger K uppenhöhen de n Ei ndr uck ei-
ner ab wech slun gsreiche n L and sch a f ten verm it tel n
( Liedt k e/Ma rcin ek 20 02 a, 4 16 ).
Da s V erbreitu ng sgebi et der W e stg r uppe der TR B
n i m mt den Norden der heut igen Niederl a nde m it den
Prov i n zen Frie sl a nd, G ron i ngen , Drent he , O ver ijs se l
u nd de n Nord tei l Gelderla nds sow ie da s heu t ige d eut -
sche Bu ndesla nd Niedersachs en ein . Die Ost g renz e
d ieser Gr uppe w ird du rch die Elb e g ebi ldet, d ie Süd -
g renz e is t et w a a u f Hö he der n örd lichen Ausl ä u fer d es
Niedersäch sis chen Berg la ndes a u szu machen. Die Ge -
lä nd eob er fl äche i m V erbreit u n gs gebiet der W es t g r up -
pe i st , a uch i m nie de rlä nd is che n Pa r t , hau pts äch lich
T ei l der wen ig rel iefi er ten M it t eleu ropä i schen S en -
k e. Wie der W es ten J üt la nds u nd Sch le sw ig- H ols tein s
ha ndelt es sich um ei ne d u rch d ie Saa leei szeit ge präg -
te A lt mo r änen la nd scha f t. Da s Sa a leg la zi a l ka m in
sei ner ma x i ma len Ausbreitu ng je doch n ich t über d ie
Prov i n zen Drent he , Gron i n gen u nd G elderl a nd h i n -
aus. I m Os t tei l des h ier besprochene n Gebiete s stel lt
da s Niedersäch sis che Berg la nd die süd l iche Gr en -
ze der V erei su ng da r . Eine aus den g la zi a len Pro ze s -
se n her vorgega n gene m a rka nt e St auch mor ä ne s tel lt
der i n Gron i ngen u nd Dre nt he verlau fend e Höhen zu g
Hon d srug d a r , der H öhen v on ma x i ma l 32 m er reicht
( Mey ers Lexik o n 19 79 – 19 81 , Ba nd 17 , 211 – 21 2 , Ei n -
t r ag: „ Nie derla nde“ ; 23 8 – 2 39 , Ei n t rag: „ Ni edersach -
sen “ ) . Die W e st - u nd Os tf r iesi schen In sel n be stehen
aus Ablager u nge n des W at ten meeres u nd Flugs an -
den, w elche zu St ra ndwä l len u nd Dü ne n aufges chü t -
te t w u rden u nd deren z u sa m men h ä ngende Fl äche
haupt s äch l ich durc h m it t ela lterl iche St u r m fluten au s -
ei na ndergeri s sen w u rde ( Mey er s Lexik o n 19 79 – 1 9 81 ,
Ba nd 25 , 278 , Ei nt rag: „ W e st f riesi sc h e I ns eln“ ; Beh re
20 08 , 24 – 27 ) . Neben der berei t s er wä h nten Elbe z ä h len
d ie W es er und d ie Ems z u den größten Flüs sen i m V er -
breit u ng s gebiet de r W e st g r upp e der TR B .
Im S achsen- A n ha lt i n isc he n A lt mo rä nengebi et , a m
Ra nde de r M itt elgeb i rge w e st l ich der Elbe u nd im B e-
reich des W es erober lau fs , lag da s V erbreitu ng sgebi et
der t r ichterbe cherz eit lic hen Gr up pe der A lt mä rk i -
schen Ti ef st ichkera m i k. Au ch i h r V erbrei t u ngsr aum
l ieg t som it i m ob en ei n gehend b es proche nen Nord -
deut s chen Tie fla nd .
Auf dem G ebi et des heuti g en P olens, dem V erbr ei-
t u ngsgebiet der Ost - u nd dem größ ten T ei l der S üd -
ost g r up pe der TR B, her rscht eine seh r v ielgest a lti g e
La nd scha f t vo r . Ü ber d ie Hä l f te Pol en s und da m it da s
gesa mte Gebiet der Ost g r up pe, i st du rch das Poln i sche
Ti efla nd gepräg t, dem ös t lichen T eil der M it teleuro -
pä i schen Sen k e. D a d ie n örd l ichen W oiw od sch a f ten
W es t pom mer n, Pom mer n u nd E rm la nd-Ma s u ren
noch i m Ei nflu ssb er eich des W eich selg l az ia l s st a nd en,
fi ndet sich hier d ie berei t s f ü r Nor dos tdeutsch l a nd be-
schriebe ne t y pisch e J u ngmo rä n enla ndschaf t m i t den
Se eng ebieten P ommer ns u nd der Ma su ren. Die süd -
l ich a ng ren z enden W oi wod sch a f t en L ebu s, Großpo -
len, Kuja w ien- Po m mer n, Ma s ow ien u nd P od lach ien
h in g egen we i sen ei n e durch Urst rom t ä ler gep räg t e
A lt m orä nen la nds cha f t au f. Ö st l ich der o beren Oder
sch l ießen sich m it dem b i s zu 30 0 m hoh en K lein-
pol n is che n B erg - u nd H ü g el la nd sow ie de m Lubli ner
Hüg el la nd Hoch flächen an, d ie, neben den w eiter a n
der Südg ren z e P olen s gelegenen Ka r p a ten u nd Sude -
ten bz w . i h re n V orlä ndern, da s V erbreitu ng sgebi et der
Süd ost g r up pe der TR B prä g en. Wä h rend da s P ol n i -
sc he Tiefl a nd kei ne E rhebu n gen höher a ls 150 m au f -
weist , erreicht die Meer a ug spi t z e (poln i sch : Rys y ), d er
zu den Ka r pa ten geh öri g en Ho hen T atr a, ei ne H öhe
von 2 499 m. Die A lt morä nenl a n d scha f t P olens w i rd
n ich t a l lei n d u rch die V ereisu ng des S aa lek omplexes
gep rä g t, d ie bis a n d ie Grenz e des Hüg el la ndes reich -
te, sondern eb enf a l l s d u rch die Glet scher des noch
ä lteren Els terg la zia ls, d ie sich soga r bi s an den Ra nd
der Gebi rg e s choben ( M eyers Lexik o n 19 79 – 19 81 ,
Ba nd 19 , 7 , Ei ntra g: „Pol en “ ) . Zu den w ichtig sten F lüs-
sen P olens gehö ren u. a. d ie Oder , d ie W eichs el, d ie
W a r t he so w ie d ie Netz e.
I. 4.3 Neolithische Ak tivitäten im Untersuchungsgebiet
vor der Ents tehung der TRB
V or der Ent s tehu ng der T r ic hterb ec her -Nordg r uppe
wa r ent la ng der Nor d- und Os ts eek üs te ab 5450 v. C h r .
d ie me sol it h i s che E r te bøl le ku lt u r verbreit et ( H a rt z/
Lü bk e 20 05 , 12 5 ). Si e ex i st ier te mehr a l s 1 50 0 Jah re
pa r a l lel z u den b i n nen l ä nd i sc hen ne ol it h i sc hen ba nd-
u nd epi ba nd ker a m i sc hen Ku lt u ren , produ z ier t e u nd
ver we ndete ab der Ja rbock -P h as e ( 4 75 0 – 4 450 v. C h r .)

26 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
K era m i kgef ä ß e u nd T ü l lengeweih ä x te. Neb en dem
Hund a l s Nutz hau st ier hab en sich erste a n gebliche
Nach weise de s Hausr i nd s au f Fundplätzen Mec k len -
bu rg- V orp om mer n s u nd Sc h le s w i g -H ol st ei n s bi sher
n icht best ät ig t ( Schm ö lcke 20 05 ; T erber ger/ Seiler
20 05 , 17 8 ). Si e k onnten st at t dess en Wi ld r i ndern z uge -
ord ne t werd en . Auc h a ndere H au s t ier a r t en kön nen i m
eu ro pä i s c h-süd sk a nd i n av i s c hen R au m vor
4 10 0
v. C h r .
aus ges ch los s en werden. V erei n z elt au f tret enden Nach -
weise mög l icher Ha u ss chw ei ne we rden k rit i s ch d i s -
ku ti e rt ( Müller 2 0 17 , 41 – 42 ; Sø rensen 2 014 a, 66 ;
88 – 94 ). Da s V orh a nde n s ei n z a h l re icher ne ol it h i s che r
A x t k l i ngen a u s A mphib ol it und a nderen Gestei nen so -
w ie T ons cherben k u lt u r f remde r Gef ä ß e i m Er t ebøl le-
gebi et , weis en a u f Ko nta k te u nd den Aus t ausc h m it
den benachba r ten neol ith i schen Sied lern h i n, der zu m
Ende de s nord i s chen E nd me sol it h i k u m s z u z u neh men
s ch ei nt ( M er k el 1 999 , 235 ; H a rt z et a l . 2 000 , 14 6 ;
K l a s sen 20 04 , 48 – 50 ; Har tz /L üb ke 20 05 , 12 0 – 122 ;
vg l . Kap . I.
4
.
4
, V.
3
u. V I.
4
.
2
) . T rotz a l lem domi n ier te d ie
w i ld beu teri sch e Lebe ns we i se in ne rhalb d er Er tebø l le -
k u l t u r.
Die Neol ith i sieru ng des G ebietes der heutigen
süd l ichen Nieder la nde er folg te weit fr ü her a l s i m
nör d l ichen T ei l, w a s sich i n der A nw es en heit de r Li n i-
enba nd kera m i schen u nd R ös sener K u ltu r i m se ch st en
u nd f ü n f ten vorchr i st l ichen Jah r t aus end zeig t ( Va n
Gijn /K ooijma ns 20 05 , 208 ). Die T räger d ieser Kul-
t u ren fert ig ten i h re Bei l- und De ch sel k l i ngen a u s ver -
sc h ie de nen Fel s ges t ei n s or t en, w ie A mph ib ol it , B a s a lt
oder L yd it, a n ( De G ro t h 2 0 05 , 24 39 . A nders ver h ielt
es sich i n nerha lb der ju ng neol it h i sc hen ( der T erm i-
nol og ie des deuts chen Mit t elgebirg srau mes folge nd;
vg l . Lü n i ng 19 9 6 u nd Müller et a l . 2 010 ) M iche l s -
berger K u lt u r , deren V erbrei t u n g sich über da s west -
l iche Mit t eldeu t sch la nd h i naus e ben f a l l s bi s i n d ie
süd l ichen Nie derl a nde e rs t re ck t e ( K ooij m a ns 2005 ,
250 ) . Die T rä ger dies er K u lt u r be vorzu g ten Feuerstei n
f ü r d ie Herstel lu ng von Bei l k l i ngen, dess en R ohs toff -
quel len sich in den K reidevork ommen au f dem Gebiet
des heutigen süd l ichen Li mbu rgs u nd B elg ien s ver or -
ten la s sen . Wie da s B ei spiel des Lou sberg s bei A achen
zeig t , w u rde qua l it ät voller , b erg f r i scher F l i nt d u rch
da s B et reiben von T agebauen g e wonnen. I n nerha lb
der Michel sberger K u lt u r fo lg t en auf relat iv si mpel ge-
fer t i g t e B ei l k l i n gent y pen weit erent w ickelte For men
m it ova lem Q uersch n it t u nd spi t zem Nacke n, d ie zu m
T ei l sorg f ä ltigen Sch l i ff au f wies en ( D e G ro t h 2005 ,
243 ).
W ei tere Belege f r ü her neol it h i scher A k t iv itäten i m
Bereich der Mit t eleuropä i s chen Sen ke, im o der am
Ra nde des Ausbreitu ng sgebietes der spätere n TR B,
st a m men aus Z ent r a lpolen s ow ie der Unteren O der .
H ier lä ss t sich eine L i n ienba nd kera m i sche B esie d -
lung n achw ei s en, auf welche Stichba nd kera m i s che
bz w . L eng yel zeit l iche u nd R öss ener Besie d lu ng a n -
sch l ießt ( vg l. K irsc h 19 9 4 , 14 – 15 ) . Wä h rend d ie se r
Z eit, i n der ersten H ä l f te des 5 . Jt . v . Ch r. , l a ss en sich
i n d ies en R eg ionen erste Depon ier u ngen m it Stei nge -
räten nachw eis en (Kap . V . 3 ) . I m B ereich der Unteren
Oder ha ndelt es sich haup t säch l ich u m Niederl eg u n -
gen mit A x t - u nd Bei l k l i ngen aus A mph ibol it. Auch
d ie ei n z igen b eiden bi sher b eka n nt en der a r t i gen Nie -
derle g u ngen au s D ä nem a rk, vom Fu ndor t Ud s t olp e
(Lol l a nd) und A skø By (Ask ø ) , la s sen sich ent weder
m it der R ös sener K u lt u r o der der S t ichba nd kera m i k
ver k nüpf en. I m W est en Deuts ch l a nd s reich t da s Au s -
brei t u ng sgebiet der R ö ssener K u lt u r weit in d a s spä -
tere Au sbreit u ng s gebie t der W es t g r upp e d er T R B
h i nei n. Wie z udem die Sit uation u m den Dü m mer
Se e (Bd l . Niedersach sen, DE) na heleg t , besie delten die
T r äger der Röss ener u nd T r ichterbe cherk u lt u r w ä h -
rend untersch ie d l icher Z eiten z. T . d ieselb en P lätz e
( Midg ley 19 9 2 , 26 ). E i ne vor t r ic hter be c her z eit l iche
neol ith i sche B esied lun g sow ie ei ne da m it i m Zu sa m -
men ha n g stehende Deponier u n gs sit te i m u nd a m
Ra nde des U ntersuchung sgebietes i s t , w ie noch ge -
zeig t wer den w i rd (Kap . V . 3 ) , beleg t. E i n d i rek ter Ei n -
flus s von R ös sener und St ichba nd kera m i s cher K u lt u r
auf d ie TR B i st je doch au fg r u nd i h rer zeit l ichen Di s -
t a n z u nwa h rs chein l ich . A nders ver hä lt es sich bei der
M ic hel sb er ger Ku lt u r , deren „ Rel a i s-Fu n k t ion “ z w i -
sc hen den neol it h i sc hen Pha s en M it te leu ropa s noc h
d i sk ut ier t wer den w i rd ( vg l . vor a l lem Kap . V I . 4 . 2 ).
I. 4. 4 Theorien zur Neolithis ierung des Nordens
Theorien über d ie Ursachen zu m Ü berga ng von der
mes ol it h i s chen z u r neol it h i s chen L eb en s wei s e i n
Nor deu ropa rei chen bis a n den Be g i n n de s 20 . J a hr h un -
der t s zu r ück. Sie la s sen sich i n d rei T r adit ionen b z w .
Den k r ic ht u ngen g l ie der n : M ig r at ion, autoc ht hone
Ent w ick lu ng u nd ku lt u rel le Ü ber na h me („ mi g ra t i on -
ism “, „ indige nism “, „ int e g rat ioni sm “; Sørens en 2 014 a,
12 ; eb s. Lichar d us 19 76 , 205 ; K l a s sen 2004 , 13 – 18 ;
T erber ger et a l. 2 018 ).
Die A n sicht, d ie T R B u nd da m it die Ei n f ü h r u ng
der L a ndw i r t s ch a f t i m Norden, ent s t a nden i n folge der
Ei nw a nder u n g er f a h rener Ackerbauer n aus den süd -
l ich a ng ren z enden Reg ionen, pr äg t en meh rheit l ich d ie
Fo rschu ng smei nung i n der ersten Hä l f te de s 20 . Jh .
( Sørens en 2 014 a , 19 ) . Dies e Meinu ng verschob sich
ab den späten 19 6 0 er -Jah ren zug u n s ten der Theorie
ei ner a uto chthonen En t w ick lu ng der La ndw i r t s cha f t
i n folge e i nes b ew u ss ten Proze sse s i m späteren K er n-
gebi et der TR B ( eb d., 22 ) . Die A r t u nd W eise d iese s
Prozes se s w u rde k ontrovers di sk ut ier t . Die gä ng ig s ten
Theorien w a ren der a l l m ä h l iche Ü b erga ng zu Acker -
bau u nd V ieh zuc ht u nd ei ne d a m it ei n her gehende

27
Einführ ung in da s Thema
Abhä ng ig ke it, ei ne K ri se i n der V ersorg un g m i t na-
t ü rl ichen Ress ou rcen o der d ie zu neh mend komp lexer
werdende u nd i h re A n spr üc he ver ä nder nde G es el l -
sch a f t . Da s ab 430 0 v . C hr. f ür ei n ige Jah rhunder te
vorher rs chende s ogen a n nte Bond-Erei g n i s 4 , eine ab -
r upte K li m a versch lechter un g mit st rengen Winter n,
nä her t e d ie V er mu t u ng ei ner erz w u ngenen verä n -
der ten Le ben s weis e der be t roffenen Ge sel l s cha f t en.
A l s Gegena rg ument w u rde h er vorg ebrach t, d as s zw a r
m it d ies er K l i maversc h lechter u ng V eget ation s verä n -
der u ngen ei n hergi n gen ( Fee se r et a l . 2 01 5 ) , der Ef -
fekt au f d ie Bevöl k eru ng je d och geri nger gewesen sei n
mus ste a l s vermu tet , da d ie La ndw ir t sch a f t z u Beg i n n
der TR B wo h l k eine ents chei dend e R olle i h rer V ersor -
g u ng spi elte. Da m it scheinen Theorien über mög l ich e
V ersorg u ngskat as t ro ph en a ls Ursache des Ü b ergang s
zu r L andw i r t scha f t weniger wa h rs chein l ich. Lutz
K la ss en k rit isier te z ud em d ie ma nge l nd e Ber ück sich -
t ig un g sozia ler Fa k toren in den her vor gebrach ten ök o-
nom i sc h-ökolog i s chen E rk l ä r u ng s a n s ätz en ( K l a ssen
20 04 , 14 – 15 ) . A nd ere, in den 19 8 0 er n favo ri sier te Mo-
del le de r ska ndi nav i schen F orschun g, s a hen das „ St re -
ben her vor t ret ender Ind i v iduen der Er te bøl lek u lt u r
nach Prest ige“ ( ebd ., 15 ) auf versch ie denen Eb enen a l s
mög lichen U rspr un g des W a ndel s zu r TR B. I n d iesen
Model le n f u ng ier ten d ie sü d l ich des no rdi schen K rei
-
se s siedelnden neolit h is chen K u lt uren led ig l ich a l s
Zu l ie ferer von Obj ek ten u nd T ech n i ken. Pos t proze s -
su a l i s t i sche Erk lä r u ng smo del le ei ner auto cht honen
Ent w ick lu ng erla ng ten vo r a l lem in der schwed is chen
Fo rschu ng seit dem End e der 19 8 0 er Ja h re P opu la r i -
t ä t ( eb d., 16 – 17 ). Kl a ssen selbs t ve rsuchte ein meh r dy -
na m i sches Bi ld des Ents tehung spro zes ses der T RB z u
zeic h nen. Er sa h i m au sgehenden nord is chen End me -
so li thikum un d be ginn en de n F rühn eo li thikum ein e
m it de n benachba r ten mes o- u nd n eol ith i schen Grup -
pen i nte rag ierende, komplexer werdende Ges el l sc ha f t
m it ent stehenden ver t i ka len Soz ia l s t r u k t u ren ( e bd . ).
In d ies em Zus a mmen ha ng s teht de r Ged an ke, da ss
der spä te Ü berga ng der Er tebøl lek u ltu r zu Acke rbau
u nd V ieh zuc ht ei nen b e w u s st en Ent s cheidu n gs pro -
ze ss da rst el le, de r t ro tz der K on t a kt e zu neol ith i schen
Gr up pen la nge Z ei t n ich t ein g esc h lagen w urde. Ei ne
von L . Sø ren sen vorgebr acht e Theor ie ver sucht e d ie
k u lt u rel len Ü ber na h me m it den A rg u menten der Mi -
gra ti o ns- un d a ut oc h tho ne n E n tw i ckl ung sh y po the -
se zu verk nü pf en. Dem nach w a re n es k lei ne Gruppen
ag ra r is ch K u nd iger a u s den a ltneol ith i schen Gebie-
ten der Michel sberger K u ltu r , d ie a ls „ sc outing far -
mers “ den Auslös er einer A r t In it ia l zü ndung brachten,
d ie letz tend lich z ur Neol it hi sier un g des eu ro p äi-
schen Nor dens f ü h r te. D iese Idee erhä lt u. a. du rch in
den letz ten zeh n Ja h re n durchgef ü h r te mtDNA - u nd
a DN A- A n a lysen Un terst üt zu ng ( Sørens en 2 0 14 a;
vg l. auch Kap . V I . 4 . 2 ).
In sges a m t la ss en dies e Ergeb n is se sich nur so i nter -
pret ieren , da s s d ie T r äger der neol it h i s chen L eb en s wei -
se, aus denen sich die T R B en t w icke lte, t a t s ächl ich i n
i h r spä teres V erbreitu ng sgebi et ei ngewa nder t sind ( de -
m is che Di ff u sion ; vg l. Schulz 2 01 5 , 59 ) . D ennoch g ibt
es eb enso H i nw eis e da rau f , da ss i n der In it ia lpha se u m
4000
v . C hr. ei n g eri nger T ei l der mesolit h i schen Bevöl -
k er ung d ie neue Subsis tenz weis e adap t iert e und Neo -
l ith i k er T ei le der mesol i t h isc he n Wi r ts cha f ts weis e in
i h re S ubsi sten zst r a teg ie i n teg rier ten ( ebd ., 58 ; 63 – 64 ).
Zudem ist m it En k l a ven v on Restb est ä nde n der meso -
l ith i schen Be v öl k er u ng zu rec hnen, d ie ab einem spä -
teren Ent w ick lung ss tad ium der TR B , um 3000 v. C h r . ,
noch i mmer prä s en t w a ren ( siehe z. B. den Fundor t
Os torf [ B d l. Meck lenbu rg - V or pom mern, DE ]; ebd., 56 ).
I. 4.5 Die kult urelle Ent wick lung der TRB bis zum Ende de s
nordischen Frühneolithikums
Die t richterbecherz eitl iche Ent w ick lu ng w ird i n ver -
sch iedene P ha sen ei ngetei lt ( Abb. 5 und Abb. 6 ). D i e
ers ten b eiden Haupt pha sen de s nord i schen Ne ol ith i -
k um s werd en a l s F r ü h neol ith i k um (F N) u nd M it tel -
neol i t h ik u m ( M N) b ezeich net. Da s da r a u ffolgend e
J ungn eo li thikum (JN , 2800 – 220 0 v . C h r . ) i st der auf d ie
TR B folg ende n Ei nz elg rab - bzw . St re ita x tk u lt u r zuge -
ordnet . Dem Spätneol ith i k um (SNL , 220 0 – 18 0 0 v. C h r .)
geh ört en v ersch iedene Gruppen a n, welch e u. a . elabo -
rier te D ol ch k l i nge n aus Feue rstei n herstel lten, zu ei -
ner Zeit, a l s sich i n M i t tel- und Südde uts ch la nd berei ts
Bronz e a ls W erkst off d u rchges etz t hat te ( M üller et a l.
2 010 ).
Da s nor d is che F r ü h neol i t h ik u m w i rd w eiter in d ie
Phas en FN Ia ( 4 10 0 – 380 0 v . C h r . ), F N Ib ( 380 0 – 350 0
v . C h r . ) u nd FN I I ( 35 0 0 – 330 0 v . C hr. ) u nter tei lt. A n -
ha nd der jewei l s vorher rs chenden K er a m i k t y pen u nd
deren V er zie r u ng w u rden z a h l re iche Reg ion a lg r upp en
i nnerha lb der TR B -N ordgr uppe u ntersch ieden ( A bb .
5
;
M a dse n / P ete rse n 198 4 , sp eziel l 1 14 – 11 5 ; K l a sse n
20 04 , 24 4 – 2 53 ; M üller et a l. 2 010 ; Søren sen 2 0 14 a,
111 – 117 ). Dem FN Ia gehö ren die Gr uppen W a ngels
u nd Fl i n tbek i n Sch les w ig - Ho ls tei n (D E) , Meck len -
bu rg - V or pom mern (D E) und Süd jütl and (DK) sow ie
d ie Gruppe Sva lek l int au f Seela nd (DK) u nd in S cho -
nen ( SE) a n. Ob d ie Gr up pen V ol l i ng i n No rdj üt la nd
sow ie Ox ie auf S eela nd, dem Nor dteil der dä n i schen
I n sel n u nd Nordjüt la nd , neb enei n a nder b ereit s ab dem
F N Ia ex i st ier ten oder d ie eine ä lter und d ie a nde re a us
-
sch l ießlich i n da s F N I b zu s tel len ist , w i rd k ontrovers
d isk ut ie r t (V ol l i ng ab F N Ia u nd Ox ie ab F N 1 b: Mü l -
ler 2 011 , 12 – 13 ; Ox ie ab F N Ia u nd V ol l i ng ab F N Ib:
K l a sse n
20 04
,
24 4
u nd Sørens en
2 0 14
a,
11 2
; Vo l l i n g
u nd Ox ie pa ra l lel ab F N Ia: M a dsen/P et erse n 19 8 4 ,
1 14 ).

28 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Dem F N Ib si nd regiona l d ie Gr uppen Siggeneben-
Süd und Sat r up f ü r Meck lenburg- V orpom mern, S ch les -
w ig- Holstei n, Südjü t la nd u nd dem Süd t ei l der dä -
n i schen I n sel n ( v . a. L a n gela nd ); S vens tor p /Mossby /
Si retorp f ü r Schonen ; V rå f ü r da s ö st l iche Mit t el schwe -
den; Ox ie f ü r S eela nd, dem No rdtei l der dä n i s chen
In sel n u nd Nord jüt la nd sowie V ol l i ng eb en f a l l s f ü r
Nordjüt la nd z u geo rd ne t . Um de n nor we g i sc hen O slo -
fjord h er u m si nd ab dem FN I b eben fa l l s t r ichter -
be cherzeit l iche A k t iv itäten fest st el lba r , deren T rag -
wei t e derzeit noch i m mer d i sk ut ier t w i rd u nd f ü r d ie
noch ke i n ges onde r ter Gr uppen na me fest gel e g t w u rde
( G l ø r s ta d 20 09 ; 2 01 2 ; Gl ør sta d/Su n d st röm 2 0 14 ).
Ab dem späten FN Ib ( M üller et a l . 2 010 ; Diers
2 018 , 22 ) ents t a nd i n der A lt ma rk die L oka l g r uppe
der sogena n nten Ti ef st ich k er a m i k, d ie sich a l s loka le
V a r ia nte a u s der Nordgr uppe he r aus ent w ickel te u nd
k u lt u rel l i m E i n flu ssfeld z w i s chen No rd- , W es t - , u nd
Südgr uppe s t a nd ( sie he u . a. V oigt 19 9 4 ; K irsch 19 9 4 ,
83
) . Die k u ltu rel len Ei n flüs se d ieser Kera m i k s t i lg r uppe
reich ten i m späteren V e rlau f weit nach Osten, bi s i n da s
heu t ige n örd l iche Bra ndenb u rg ( eb d., 75 – 83 ).
Dem F N I I geh ören d ie Gruppen W olken wehe 1 in
Meck lenburg- V orpom mern, S ch les w ig- Holstei n u nd
Süd jüt la nd; Vir u m i n Os t - s ow ie Fu ch sb erg i n W est -
dä nema rk u nd B el lev uegå rden in Sc hon en a n . Au f -
g r u nd der Viel fa lt u nd der un sicheren Abgren z u ng
d ies er Loka lg r uppen i n nerha lb der Nordgr uppe, s ol l
a n d ies er Stel le au f ei ne um fa ssende Da rs tel lung ver -
zic htet werden . Lut z K l a s s en b emerk t e h ier z u :
„ In der Forsc hung be st e ht je doc h we de r be züg lich d e s
gen aue n Inhalt s , de r Be nennung no ch in Fällen d er D a-
tierung der ausgesondert en Ei nheiten K onsen s . “
( K l a sse n 20 04 , 2 32 ;
i m Gegen satz d a z u M üller et a l. 2 010 , 2 )
Abb.
5
. T r ic ht e rbe c her chro nol og i e sowi e we it e re chro nol og i s ch e Unte r t e ilu ng bi s zu r Bron z e z e it in D eu t s chl a nd , d en Ni e d er-
l and e n un d in Sk and in avi en ( Mü l l e r e t . al . 2 010 ).
cal BC
Northern Lower Mountain Range Chronology
ESG /
Schönfeld
MSG /
Schönfeld
LSG /
Schönfeld
cal BC
LN 1
Northern
Jutland
Southern
Jutland /
Mecklenburg
Lower
Countries
NW Germany
Seeland/
Scania
Period Altmark Period
Middle-
Elbe-Saale Westfalia/
Hessia
Southern Scandinavia / Northern Plain Chronology
YN 3 Late Single Grave groups
Early Dagger groups Early Dagger /
Aunjetitz Early
Aunjetitz
YN 2 Middle Single Grave groups
YN 1 Early Single Grave groups
MN V Store Valby Brindley 7
MN III – IV Bundsø / Lindø Bostholm
GA
Brindley 6
MN II Blandbjerg Oldenburg Brindley 5
MN Ib Klintebakke Brindley 4
MN Ia Troldebjerg Brindley 3
EN II Fuch sbe rg Fuch s b e r g/
Virum Wolk enwehe 1
Wolk enwehe 2
Brindley 1/2
Late
Swifterbant /
Hazendonk 3
EN Ib
Bronze Age
Early
Bronze Age
TRB-MES II
Baalberge
TRB-MES III
Baalberge
TRB-MES IV
Salzmünde
TRB-MES I
Spätlengyel
MK I Gatersleben
MK II
MK III
MK IV
MK V
Lüdelsen
Düsedau 1
Düsedau 2
Haldensleben 1
Haldensleben 2
Haldensleben 3
Haldensleben 4 TRB-MES V
Bernburg /
Globular
Amphorae
Late Wartberg
Early
Wartberg
Late Neolithic
Final Neolithic
Younger
Neolithic
Early Corded Ware
Middle Corded Ware
LateCorded Ware /
Bell Beakers
Oxie/Volling Oxie/Svenstorp
Satrup /
Siggeneben
-Süd
EN Ia Volling Svaleklint Wangels /
Flintbek
Middle
Swifterbant
Final
Mesolithic Final Ertebølle
2100
2200
2300
2100
2400
2500
2600
2700
2800
2900
3000
3100
3200
3300
3400
3500
3600
3700
3800
3900
4000
4100
4200
2200
2300
2400
2500
2600
2700
2800
2900
3000
3100
3200
3300
3400
3500
3600
3700
3800
3900
4000
4100
4200
Nach bisheriger F ors chun gsl age is t der f r ü hes te B e -
g i n n der t r ichterbecherz eit l ichen En t w ick lung i n Nor d -
deutsch la nd zu fa ssen, auch we n n f ü r d ie Os tg r uppe
ä h n l ich a lte o der soga r ä ltere Da t en a ngef ü h r t werden
( s. u. ) . I n der süd l ichen Meck lenburger Buch t w i rd d ie
sogena n nte W a n gels-P ha se der TR B z eit l ich z w is chen
4 10 0 u nd 380 0 v . C h r . dat ier t. I h re Defi n it ion ge ht au f
U ntersuchun gen des F u ndp l atz es W a ngels L A 505 u nd

29
Einführ ung in da s Thema
der R osen hof -Gr ube L A 58 z ur ück. Die h ier fest g e stel l -
te Ke r am i k sol l sich m it dem v on Eva K och defi n iert en
„ Ty p 0 “ der i ns eldän i schen TR B pa r a l leli siere n la s sen,
der v on i h r zw i schen 4000 u nd 380 0 v . C hr. ei ngeor d -
net w i rd ( Sch w abe d isse n 19 79 , 16 9 A bb. 2 ; M eur ers-
B a l k e / We n i n g e r 19 9 4 , 2 76 ; 28 0 ; Ko c h 19 9 8 , 81 – 86 ,
bes. 84 A bb. 54 ; H a rt z 2005 ; zu s a m men fa s send S tau -
de 2 01 3 , 14 3 ) . Aus V orp ommer n sind aus d ieser f r ü -
he n P hase ebe n fa ll s T r i ch terbec he r na chg ew iese n,
w ie F u nde a u s Pa ro w u nd Str a ls und na helegen, de ren
Spei s ek r u st en dat ier t w u rden ( H a rt z et a l. 2 000 , 132 ;
T erber ger/ Seiler 2005 , 159 ) . Die f r ü hesten bisher
erm it telten Daten, die den Be gi n n der TR B i n Dä ne -
ma rk u nd Sch weden ma rk ieren, sind et w a s jünger a l s
jene N ordde ut sch la nd s. Für d ie i n Schone n u nd a u f den
dä n is chen In sel n loka li sier te S v a lek li nt - Gr up pe l iegen
d iese Daten u m 4000 v . C hr. , f ü r d ie jü t i sche V ol l i ng -
Gr up pe u m
39 0 0
v . C h r . ( M eur ers-B alk e/ W en ing er
19 9 4 ; M üller et a l . 2 010 ; Sørens en 2 0 14 a, 72 ). Di e f r ü -
hes ten Nachwei se der Os lofjord- Gr uppe d at ieren u m
380 0 v . C hr. ( G l ør s ta d 2 01 2 ).
Z a h l reic he reg ion a le St ud ien h aben h i n sicht l ic h der
materiel len K u ltu r ei nen a l lm ä h lichen Ü b ergang von
Ertebølle- zu r T r i ch ter beche r - N or dgr up pe bestä t igt.
Be st im mte A r tef a k t f ormen la ss en sich in d ies er Ü ber -
ga ngsp eriode keiner der beid en K u lt u ren ei ndeu t ig zu -
weisen bz w . er fa h ren K on t i n u ität i n i hrem Gebr a uch
( vg l. u. a. K l a sse n 200 4 , 268 ; H a rt z 20 05 ; S tau d e
2 01 3 , 14 5 ) . Ei n wesent l ich er Un ters chie d is t jedoch d ie
Abk eh r vo n der w i ldbeuteri schen u nd dam it d ie Ü ber -
na h me der produ zierenden Wi r t s cha f t s wei se. E s i st
a n zu nehmen, da ss d ie T räger der späten Er tebøl leku l -
t u r eine opti ma le Au sbeutu ng i h rer jewei ligen loka len
Res sou rc en er reicht h ab en ( M üller 2 017 , 40 ).
M it d er neuen Wir t sch a f t s w ei se g i ng eben so ei ne
V erä nder u ng de s K er am i k sp ek t r um s ei n her . Die Spit z -
bodengef ä ße w u rd en relativ s ch nell du rch T richterbe -
cher und a nder e Formen erset zt ( K l a s sen 200 4 , 14 9 ).
Die f ü r d iese Ent w ick lu ng zug r u nde liegende n I mpul -
se werde n nach a k t uel ler Interpret ation der expa n siven
Aus brei t u ng der ä lteren M ichel sberger K u lt u relemen -
te zu g es ch rieben, welche die epiba ndkera m is chen T r a -
d itionen ab löst en und sich bis i n da s heutige süd l ich e
Nieder sach s en a n den nörd l ichen M it tel gebi rgsr a nd
aus breiteten . Zudem s ind au s dem O st en k om mende,
spätleng yelz eitl iche Ei n fl ü ss e a u f d ie en t stehende TR B
nachw ei sba r ( siehe zu sa m menf a ssend u nd mit wei -
ter f ü h render L iterat u r K l a sse n 200 4 , 153 – 15 4 u nd
288 – 30 0 ; H ar tz /L ü b ke 2005 , 12 8 ) . Der Ei n flus s der
M iche l sberger K u ltu r w i rd in den f r ü hne olit hi schen
T r ichterbe cherg r uppen a n ha nd ei n z el ner A r tef a k t -
g r up pen ersicht lich . Die ab der W a ngel s-Gr uppe auf -
trete nd en T onsche ibe n habe n, in techno lo g isch er , a ber
eben so t y polog ischer Hi n sich t, höch st w a hr sche i n l ich
i h re n Urspru ng i n der Michel sberger Kult u r . Da ssel -
be g i lt f ü r Ra ndlei sten a n Ke r am i kgef ä ßen ( A rkaden -
rä nder ), ra ndst ä nd ige Lochbuckel , d ie i n ho r iz on t a ler
A nor d nung a n der Gef ä ßi nnen seite a ngebrach t si nd
sow ie die f r ü hen T richterbecher m it ku r zem Ha l s
( Ko c h 19 9 8 , T y p 0 ) . I m Fo k u s der Ü berlegu ngen zu r
Herk u n f t d ie ser E i n flus sna h me au f d ie ents tehende
TR B st eht d ie nörd l ich st e M iche ls berg- Reg ion a lg r uppe
i n Süd n ieder sach sen , den a ng ren z enden R eg ionen
W es t fa len s, d em M it tele lb-Sa a le- Gebie t u nd Thü r i n -
gen so w ie zu geri ngen A nteilen d ie Spätleng yel -Gr uppe
Gate rsleb en . Ei n flu s s au f d ie TR B -Reg iona lg r upp en
V ol l i ng , S va lek l i nt, Sv en stor p und Mossby sol len d ie
belgisch- f ra nzösische R eg i onalg rup pe de r Mich elsbe r -
ger K ult u r , aber eb en fa l l s da s no rd f ra n zösi sc h e C ha s -
sé en sept rent iona l sow ie Gr uppen des süden g l i schen
Frü h neol ith i k um s gehabt haben ( vg l. au ch Kap. V I. 4 . 2 ).
Eben so s cheinen sich die ab dem F N Ib au f t retenden,
gesch l i ffenen sp it znack igen Bei l k l i ngen mit spitzov a -
lem Quer sch n it t von M ichel sberger Formen abz u leiten
( vg l. Kap. II. 2 . 3 . 2 . 1 ) , d ie zug leich ein wes tm it teleu ro -
pä i sches u nd briti sches Phä nome n da rs tel len ( K las -
sen 200 4 , 15 4 – 223 ; f ü r wei tere, vermutl ich aus der
M ichel sberger K u lt u r her zu leitende A r t efa k t e u nd
K u lt urelemen te i n der TR B, siehe Sørens en 2 0 14 a).
A l s eine g ut am M ateria l ablesba re K onta k t zone zw i -
schen der TR B - Nord - u nd Ost g ruppe w i rd da s Ge -
biet de s heut igen öst l ichen Bra ndenbu rgs verst a nden
( Ki rsch 19 9 4 ). A l lerd in gs w i rd da s t ric h t erbe cherz eit -
l iche Ma ter ia l des p oln i schen K üs ten f u ndp lat z Dąb -
k i 9 i n H i nte rp om mer n ( woj. Z achod n iopomors k ie )
noch a l s zu r Nor dg r uppe ge hörig a nges eh en ( Cz ek aj-
Z a s t aw n y et a l . 2 01 2 , 5 31 ) . Dies zeig t erneut, w ie u n -
spez ifi s ch und üb er holt die t rad itionelle Gr uppen -
ei n tei lu ng der TR B is t. D as bi sher fr ü hest e Datu m
f ü r d ie TR B i n Bra ndenb u rg , da s jedoch u ms t rit ten
i st, l ieg t z w i schen 40 42 u nd 3 713 ca l BC ( 2 σ; Media n
38 82 ca l BC) 8 . Die Nachw eis e einer f r ü hne olit h isc he n
Phas e der TR B im B ereich d er Un teren Oder si nd j e -
doch ra r , wa s n ich t zu let zt ei n forschun gsges chicht l i -
ches De sid er a t da rs tel lt ( K irsch 19 9 4 , 15 – 31 ).
8 K N - (?): 510 5 ± 70 B P, 39 71 – 380 0 ca l BC ( 1 σ), 4 042 – 371 3
ca l BC ( 2 σ ) (Daten w u rden mit O xC a l 4 . 3 [c 14 .a r ch. ox.a c.
u k / oxca l / Ox Ca l .ht m l] neu ka l ibrier t); We c h l e r 199 3 , 63 ;
Cz ie sl a 2008 , 412 ; D isk u ss ion des Dat u m s: Ki rsch 199 4 ,
33 ; T erber ger/Pi ek 19 9 8 , 21 .

30 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Auf dem G ebiet des heu t igen P o lens folg ten d ie
Os t - u nd d ie Südost g r uppe der TR B au f Spät leng yel-
gru p pe n ( Müller 2 011 , 20 ) . Die TR B -O s tg r uppe, a l s
deren fr ü hester V er t reter d ie i m pol n i s chen K ujaw ien
loka l i sier te S a r no wo-Gr up pe a nges ehen wi rd ( Abb. 6 ),
steht, vor a l lem b ezüg l ich eines s eh r f r ü hen 14 C -D a -
t u m s , i n der Di sk u ssion 9 . Ä h n l ich kei ten vo n K u lt u r -
merkm a len wer tet Lut z K l a ss en a l s ei nen H i nwe i s
der Entst ehung der Os t g r uppe durch Ei n flüs se der
Nor dg r uppe. Jedoch w ä ren eben so weit nach Ost en
aus g rei fende M ichel s berger Ku lt u rei n flü ss e den k ba r
( K l a sse n 20 04 , 292 – 295 ) . D ie i n P olen auf d ie Sa r -
no wo- P ha s e fo lgen de Pi k ut k ow o-P h a se, d ie a uch f r ü -
hes Wiórek g en a n nt w i rd ( P rzyb yl 2 0 14 , 2 91 ) , l ä ss t
sich tei lweis e m it dem späten FN Ib s ow ie dem fr ü hen
F N I I der No rdgr up pe der TR B pa ra l lel i sieren. Die Wi-
órek -P ha se steht a m Ende der FN I I- Pha se de s nor d i-
sch en Neolithi k u ms.
cal BC
4000
4100
3900
3800
3700
3600
3500
3400
3300
3200
3100
3000
2900
2800

FN 1
(Becher I– III)
Oxie / Svaleklint
Mecklenburg-

Vorpommern
Dänische

Inseln
Nord-

Jütland
Südost-

Holstein
Period
Nieder-

sachsen
Wiorek-Ph.
Polen Altmark
Mittel-

Elbe-Saale
FN II +
MN A I+II
(Becher IV,
V.1, V.2, VI, VII)
MN A III / IV+V
(Becher VIII)
Triwalk I
Triwalk II
Triwalk III
Triwalk IV
Triwalk V
Triwalk VI
Oxie/
Volling
Volling
Horizont I
Horizont II
Horizont III
Horizont IV
Horizont V
Siggeneben-
Süd / Satrup Siggeneben-
Süd / Satrup
MN V Store Valby
Laux A
Laux B
Laux C
Laux D
Laux E
MN III – IV Bundsø / Lindø
MN II Blandbjerg
MN Ib Klintebakke
MN Ia Troldebjerg
FN II Fuch sbe rg
FN Ib
Sarnowo?
A / B
(Sarnowo-
Phase)
TRB-MES II
Baalberge
TRB-MES III
Baalberge
TRB-MES IV
Salzmünde
TRB-MES I
Spätlengyel
Lüdelsen
Düsedau 1
Düsedau 2
Haldens-
leben 1
Haldens-
leben 2
Haldens-
leben 3
Haldens-
leben 4
TRB-MES V
Bernburg /
KAK
Pikutkowo-
Phase
Luboń-Phase
Ustowo-Gruppe
Łupawa-Gruppe
FN Ia
Wangels /
Flintbek
Wangels /
Flintbek
Final
Mesolithic Fina
Ertebølle
Abb. 6 . Die verschiedenen P hasen des T r ichter becherzeit i n Dänemar k , Deutschland und P olen ( St au d e 2 013 , 14 4 Ta b . 5 ).
B a l k e / We n i n g e r 19 9 4 , 2 74 ; F u r h o lt 2 0 14 , 21 ; S ør en -
sen 2 0 14 a, 125 .
9
GrN -
5035
:
55 70
±
60
B P,
4 4 52
–
4356
ca l B C (
1
σ),
4 532
–
4 3 31

ca l BC ( 2 σ); Di sk u s sion des D at u m s: J a n k ow s k a / Wi -
ś la ń ski 19 91 , 55 ; K irsc h 19 9 4 , 1 51 – 1 52 ; M eu r ers-
In M itt eldeu t sch la nd ent w ickelte sich am B eg i n n
des 4 . Jt. v . C h r . d ie Baa lberge r K u ltu r . Sie w i rd der Sü d -
g r uppe der TR B z ugerech net ( Ja ż dż e ws k i 193 2 , 10 0 ;
P r e us s 196 6 , 2 ) und entst a nd a u f Ba si s der Sch iep ziger
Gr uppe u nter Ein flus s der No rd - u nd Ost g r up pe der
TR B , der M ichelsb erg er u nd w omögl ich a uch der Jor -
da n smü h ler K u lt u r ( M ü ller 2 0 01 , 93 ; 424 ; S chu nk e
2 0 16 ; S c h wa r z 2 016 ). A m Ende des FN I I w a r d ie Baa l -
berger K u lt u r i n einem T ei l des u r spr ü ng lichen V er -
breit u n g sr au mes n icht meh r n achwei sba r . St at tde s sen
zeig te sich h ier n u n K era m i k, wel che der Gruppe der
A ltmärk ische n T ie f stichk e ra mi k zug ew iesen w i rd.
Erst ab dem späten F N I I ( et wa 34 00 v . C h r . ) ents t a nd
aus den mesol it h i sc hen Gruppen, welch e a u f dem Ge -
biet des heu t igen No rdw est deutsch la nd s lebten, sow ie
der eb en s o w i ldb euter i sch le benden Sw i f terb a nt k u l -
t u r i n den nörd l ichen Nie derla nden d ie W e st g r uppe
der TR B . I h re f r ü he n St u fen wer den mit Br i nd ley 1
u nd Br i nd le y 2 bezeich net ( vg l. Müller et a l. 2 010 ;
M a h lst edt 2 01 5 ) . Die K er a m i k der S w i f t erba nt k u lt u r

31
Einführ ung in da s Thema
w ies i m T ra n sformation szeitr aum z w i schen 360 0 u nd
340 0 v . C hr. bere its deut l ich e Ei n flüs se der TR B auf .
V o r a l lem i n der R egion der heu t ige n Niederla nde w er -
den d ie kom plexen B ez ieh u ngen der ne ol ith i s chen
u nd me sol it h i s chen Gr uppe n z w i s chen de r a lt ne ol i -
t h i s chen L ö ssz one u nd den nörd l i chen F lu s sdü nen
deut l ic h ( K oo ij m ans 20 05 ; D e R oev e r 2 016 , 94 ). D e r
Ü b ergang von S w i f terba nt ku lt u r zu r TR B ka n n a l s
ä h n lich fl ießend bez eichnet werde n, w ie es bereits f ü r
den Ü berga ng von de r Er teb øl leku lt ur z u r TR B fest ge -
stel lt w u rde ( va n G i j n / B a k k e r 2005 , 2 82 m it weit er -
f ü h render L iter a t u r ) .
Im F N Ia, zw i sc h en 4 10 0 u nd 38 0 0 v . Ch r ., t raten
d ie f ü r da s K erngebiet de r TR B später so t y pi schen
Merkm a le wie da s Er richten vo n Großstei ng räber n
u nd Ein heg u ngen n och n icht a u f. Größere Si ed lu n-
gen f eh len in d ieser Pha se ( B ro z i o/ H ag e 2 01 5 ) u nd
d ie best ehe nden Si ed lu ngen wa ren n och st a rk a n
den V erlau f der Küs te gebu nden ( K l a sse n 2 0 14 , 62 ).
Da s V o rha ndensei n von Ha u st iera r ten w ie R ind u nd
Sch a f/Zieg e i st i m Sied lung smateri a l sich er nachw eis-
ba r . Ih r A ntei l im K nochen materi a l na h m i n de n fol -
gen den Jah rhunder ten zu, ka n n jedoch reg iona l st a rk
s c hw a n ken ( Müller 2 017 , 42 – 43 ). Mit dem Auf t reten
vo n domest iz iert en T iere n bega n n zug leich der A n-
bau v on ku lt iv ier tem Get reide im T r ich terbe cherrau m
( Sø rens en 2 014 a, 84 – 88 ; M üller 2 0 17 , 45 ).
Ab dem F N Ib, u m 380 0 v . C h r . , er f olg te da s A n le-
gen e rst er Ein heg u ngen ( S ø rens en 2 0 14 a, 223 ; K las -
sen
2 0 14
,
206
; s. a. Kap. I II .
4
) . U m d ieselbe Z eit bega n n
eben f a l ls d ie Er richtu ng n ichtmega l ith i scher La ng hü -
gel ( eng l is ch: e ar the n long bar rows ; deut sch: weiterhi n
( stei n- ) ka m merlose La ng- oder H ü nenbet ten; kujaw i -
sche Gräb er oder La ng hügel ) au f dem Gebiet des heu -
t ige n Dä nema rks (Kap. II I . 3 . 1 ). Sie sind vo n ei ne r Reihe
g ro ßer Stei ne ein g efa ss t (H ü nenbet t ) u nd w ei sen in i h-
rem In nere n zu mei st Ei n zelbes tat t u ngen a u f, jedoch
keine mega l it h is chen Stei n ka m mer n ( Ja ż d ż e w sk i
19 73 ). Äh n l ich f r ü he Da t en wie f ü r d ie ‚ea r then long
ba rrows‘ Dä nema rks w u rden f ü r da s erste Ers chei -
nen dies er Grabfo rm i n Süd schw e den oder P olen di s-
k utier t. Ei ne k rit i sche Bet r ach t u ng der B ef u nd e, aus
dene n da s datier te M a ter ia l st a mmte, er w ies jedoch,
da ss e s sich zumei st u m ä ltere Besie d lung sspu ren ha n-
delt, d ie led ig l ich in späterer Zeit m it de n L an ghügeln
überbaut w urden ( Sørens en 2 0 14 a, 213 – 215 ). Bis i n
da s F N I I lä sst sich d iese Gr abf orm i n Dä nema rk, Sü d-
schweden, N ord - u nd Mit teldeutsch l a nd so w ie P o -
len f a ssen ( Ja ż d ż e w sk i 19 7 3 ; M üller 1 999 , 59 – 60 ;
K l a sse n 200 4 , 20 6 – 20 8 ; Ko s s i a n 2005 , 68 – 77 ; b ei -
de zu let zt gena n nten mit wei ter f ü h ren der Literat u r;
M üller 2 0 17 , 56 – 59 ) . I n spä terer Zeit w u rden ein ige
d ieser st ein ka m merl osen L a ngbe t ten da n n zu mega-
li thisc h en G ra b anla g e n tr ansf o rmi e r t ( Mülle r et a l.
2 0 14 , 17 2 ).
Erst i m ent w ick elten FN Ib, u m ca . 365 0 v . C h r .,
i st nach geg enwä r ti g em Sta nd m it der Erricht u ng
vo n Großstei ng räber n i n der TR B - Nordg ruppe zu
rech nen. Da sich d ie W es tg r uppe der TR B n ich t vor
340 0 v . C hr. f or mier t hat , bega n n d ie Erricht u ng der
dort ‚ Hu nebedden ‘ genan nten A n lagen erst zu d ies em
Z eit pu n k t ( Va n G i j n / B a k k e r 20 05 , 288 ). Ein ige echte
Großstei ng räber si nd eben so aus der TR B - Ost g r up pe
beka n nt g ewor den, wobei zu vermu ten i st, d as s eine
n ich t geri nge A nz a h l noch vor d er w is sen scha f t l ichen
Er fa ssu ng vol ls tä nd ig zers tör t w orde n i st ( Ja n ko w -
sk a 1 999 ; sieh e zudem Sp rockh off 19 6 7 , 92 – 10 2 ). Da
d i re k te V orbi lder a u s b enachbar t en zeitg leichen K u l-
t u re n bisher ausges ch lossen werden k onnten, w i rd
vo n TR B -internen I mp u l sen zu r Er richt ung mega l i -
t h is che r Grabmon u men te ausgega ngen. S chätzu ngen
zu folg e k ön n ten es ehema l s r u nd e i ne ha lbe M i l l io n
A n lagen gewesen sei n, d ie im V erla u f von 50 0 Ja h ren
i m nörd l ichen M it te leu ropa u nd Nordeu rop a er r icht et
w u rden. V on d iesen si nd heu t e n u r noch wenige t a u-
send erha lten und d ies of t nu r tei lweise. M it dem A u f -
k om men der Gr oßstei ng räb er st ieg ebens o d ie Vie l fa lt
a n Fl achgr äbern, d ie versch ieden ste Ei nbauten a u s
Holz oder Stei n auf wei sen k ön nen ( Müller 2 01 1 , 6 ;
2 0 17 , 53 – 54 ).
U m ca . 35 0 0 v . C hr. lag der Ha u st iera n tei l i m K no-
chen mater ia l tr ichterb echer zeit l icher Sied lu ngen flä -
chend eckend bei über 80 % . Zude m t rat d ie T r a k tion
a l s sek undä re Nutzu ng t ieri scher Ressou rcen h in-
zu . Du rch R inder gezogen e W agen kamen i n d ieser
Z ei t auf ( M ü ller
2 0 17
,
45
) . Sch ä t zu ngen d er Be vö l k e-
r u ngsent w ick lung i m m it t ler en 4 . Jt. v . Ch r ., d ie si ch i n
be ss er u nters uchten K lei n reg ionen vorneh men l ieß en,
pa ssen i n da s bisher gezeig te Bi ld. Ab 3 70 0 v . C h r . läs st
sich ein deut l ich es B evöl k er u ng sw a ch st u m nach wei -
sen ( H inz/ M ü ller 2 01 5 , 50 ).
I. 4. 6 Die Situa tion während des nordischen Mittelneoli -
thikums
Das Mi t t eln eo li thi kum d e r TRB- No r dgru p pe um -
spa n n te ei nen Zeit raum von in sg. 50 0 Ja h re n u nd
reicht e von 33 0 0 bi s 280 0 v . C h r . ( Abb. 5 ) . Im weiten
V erbreitu ng sraum der TR B l as sen sich i n die ser Zeit
u ntersch ied l iche G r uppen bzw . Kera m i kst i le fa s sen.
Gegen Ende d es F N I I w u rde in M it teldeu t sch la nd
d ie zu r Sü dg r up pe der TR B gezä h lte B aa lberger K u lt u r
durch d ie Sa l zmü n der K u lt u r abgel öst ( M ü lle r 2 0 01 ,
424 ; S c h wa r z 2 016 , 20 ). In der Ost g r up pe w a r da s
M it te l neol it h i k u m von ei ner Reg ion a l i sier u n g sow ie
vo n versch iedenen ku lt u rellen Ei n flüss en, z. B. du rch
d ie sogenan nte K ugela mph oren k u ltu r (K A K ) oder a u s
der B aden er Z one, gekenn z eich net ( Przyb yl
2 0 14
). D er
Nor den P olen s w u rd e z . T . durch d ie Łu pawa-Gr uppe

32 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
domi n ier t . D es W eiteren sind d ie Luboń-Gr uppe sow ie
d ie Ustow o- Gr uppe zu er wä hnen ( J a n ko w s k a / Wi -
śl a ńsk i 19 91 , 59 – 62 ; S t au d e 2 01 3 , 1 52 ; f ü r K r it i k a n
der A r t der Bi ldun g u nd dem heu t igen V erst ä nd n i s d ie -
ser Gr uppen sieh e Midgley 19 9 4 , 58 – 71 ).
Im M i t t el neol ith ik u m wi r d f ür d ie T R B - No rdgr up -
pe ei n Ei nbr uch der Be völkeru ngsz a h l um ei n Dr it t el
vermu tet . Da mit ei n herge hend wa r d ie pa r tiel le Wie -
de rbewald u ng d er La ndschaf t ( M üller 2 017 , 49 ). Z u -
g le ich i st von ei ner K on z ent rat ion de r verbl iebende n
Be völkeru ng in D ör fern auszu geh en ( eb d., 37 ) . Wa r e n
bi sher s ogena n nte Dol men d ie vorherrs chende me ga l i -
t h i s che Grabfo r m, ka men i m Ü berga ng vom F r ü h- zum
M it tel neol it h i ku m Ga ngg r äb er auf, a l s o Grabka m -
mern, d ie ei nen m it Steinen geset z ten Zuga ng recht -
w i n k li g zu ei ner der Breit seit en au f w iesen .
W omög l ich u m d ie selbe Z ei t ent w ick elte sich ve r -
mu t l ich u nter dem Ei n flu ss der TR B die K A K . Jedo ch
la ss en d ie u nt ers ch ied l ic he F l i nt t ec h nolo g ie sow ie d ie
K era m ik herstel lu ng d ies er K u lt u r vermuten, da ss i h re
Genese weitere, bisher noch u nbeka n nte Ursprü n -
ge hatt e. Ei n ige A rg u mente ( Szmyt 2 010 , 19 2 ) spre -
chen zudem f ü r ei ne mon ozentr i sc he Entst ehung u m
340 0 v . C h r . i n Kuja w i en (P olen ) u nd ei ne a n sch lie -
ßende Ex pa n sion nach O st u nd W est , wo d ie K A K
z w i s chen 310 0 u nd 260 0 v . C h r . i h re V erbreit u ng s -
schwe r pu n k te hatt e ( W oi dich 2 0 14 , 2 21 – 222 ). D ie
W e st liche K A K hat te i hr V erbre it u ng sgebiet z w i sc hen
Elbe u n d W e ser i m W es ten, Dnjepr im O st en, der Ost -
se e i m Norden und den deut s chen M it telgebi rgen so -
w ie dem Ka r patenbogen im Süden. Die Ös t l iche K A K
w i rd z w i s chen Pripjat und der R eg ion u m Pr ut h u nd
Si ret sow ie z w i s chen Bug und m it t ler em Dnjepr v er -
or tet . Die Z entr a le Gruppe der K A K w u rde z w ischen
Oder u nd W eich sel loka l isier t ( ebd ., 89 ). Der V erdacht ,
d ie K A K k ön nte du rch Ei nwa nder u ng sereig n i s se aus
der nordponti s chen St eppe b e ei n flu s s t worden sei n,
l ieß sich bisher a n ha nd v on a DNA - A n a lysen n icht be -
s t ät i gen ( Ta s s i et a l. 2 017 ).
In d a s K u lt u rg u t der TR B - Nordgr u ppe sow ie der
A lt mä rk is c hen Tief st ic h k er a m i k ( Diers 2 018 , 24 – 25 )
w u r den nur ei n z el ne Elemen te der K A K i nteg r ier t .
Dabei n im mt d ie Fund i nten sität d ies er Elemen te
nach Nord en g raduell ab ( W oi dic h 2 0 14 , 229 ). St a rk
prä s ent ist d ie K A K i m V erbrei t un gs gebi et der TR B -
Südgr uppe, welche d u rch d ie sogena n nte W a l ter n i -
enburger K u ltu r ver t ret en w i rd, sow ie i m öst lichen
T ei l der T R B - Nordg r uppe . Die der W a lter n ienburger
K u ltu r b enachba r te u nd vo n der TR B eigens t ä nd ige
Ber nbu rger K u lt u r er f u h r du rch d ie west l ich en K AK
st a rke wech sel seit i ge T r a n sfor m at ionen ( P r eus s 19 6 6 ,
3 ; Ve i t 19 9 6 , 297 ).
Um 310 0 v . C h r . s t ieg d ie B evöl k er u ng sz a h l de r
TR B w ieder a l l m ä h lich a n, er reich te bi s zu deren Ende
aber w a h r schei n l ich n icht meh r den in der M it te de s
4 . J t . v . C h r . vermuteten Höch st sta n d ( M üller 2 017 , 37 ;
Hinz/M ü ller 2 015 ) . Z u r g leichen Zeit endete d ie Er -
r icht u n gs pha s e t richterb e cherz eit l icher Mega l ith g r äb er
i m gesa mten V erbr eitu ngsr aum der TR B . Fort a n w u r -
den sie l ed ig l ich nachgen utz t ( Va n G i j n / B a k k e r 2005 ,
288 ; F u r h o lt 2 01 5 ; M ü ller 2 017 , 40 ) . B ereit s u m
32 0 0 v . C h r . g ing d ie V a r i ations brei t e der Fl achg räb er -
formen w ieder deut lic h z u r ück ( M üller 2 017 , 54 ). I n
der spä ten Pha se der TR B na h m der Wi ldt iera ntei l i m
K no chen m ater i a l der Sied lun gen w ie der de ut l ic h z u,
wa s woh l u . a. m it der zu neh mende n Selbs t st ä ndig k eit
der Hau sh a lt e ei n hergi n g ( eb d., 43 – 44 ).
I. 4.7 Das Ende der TRB
In der a kt ue l len Forschung h at sich die Theor ie et ab -
l ier t , da s s der Ü b erga ng von der T r ichterbecher - z u r
Ei n z elg r abk u lt u r (f or t a n EGK f ü r a l le Gruppen der
S ch nurker a m i k , d ie i n Nord m it t el- u nd Nordeu ropa
vorka men ) u m 280 0 v . C h r . i n ei ner Ag r a rk r i se b eg r ü n -
det lag. D em nach hat t e sich d ie EGK nicht d i rek t u nd
a l le i n durch s ch nu rk er a m i s che Ei n flü ss e ent w ickelt,
sonde r n au s t ra ns for m ier ten T r ichterb e cher g r uppen,
u nter f r ü hen I mpul s en der süd l ichen K ugela mpho -
ren - u nd spätere n I mpu l sen der Sch nu rk era m isc hen
u nd Glock enbe cherku lt u r. Di e EGK zeich net sich ne -
ben der vorherrs chenden Sit te der I nd iv idua lbe s t at -
t u ngen durch ei ne i ntensive Vieh w i r ts cha f t , vor a l lem
au f z uvor u n genu t z t en L eh m- u nd Heidebö den au s
( W oi dic h 2 0 14 , 230 ; e bs. G ros s m a n n 2 016 , 26 – 28
m it weiter f ü h render L iter at u r ). Du rch neuere a DNA -
St ud ien k on nten zudem ab 3 000 c a l BC s t at t fi nden -
de M ig r at ion s proz es s e n ac hge w ie s en werden, welc he
B e vö l ker u ng s b e we g u n gen vom nord p ont i s ch en St ep -
penbereich i n da s übri ge Europa u nd T eile A sien s
na h elegen. Der U m f a ng u n d d ie K omplex ität d ies er
M i g r at ion sproze s s e kon nten no c h n icht erg r ü ndet
werden. E i n i ge Autoren verbi nden m it i h nen ei nen d i -
rekt en Ei n flu ss au f d ie Ent stehu ng der Sch nu rk era m ik
u nd da m it eben s o der EGK ( A ll ento ft et a l . 2 015 ;
Haak et a l. 2 01 5 ). Die m it solc hen I nt er pre t at ionen
ei n hergehende Genera l i sier un g er f ä h r t jedo ch auch
K r it i k ( F u r h o lt 2 018 ).
Ei n Rü ckga ng der Phä nome ne, wel che d ie TR B
auszeich nen, ka n n je doch, w ie oben b es ch r ieben, ab
310 0 v . C h r . fes t gestel l t wer den. S o w u r den u m d iese
Z eit k ei ne neuen M ega l i t hbauten oder Ein hegu n gen
vo m Sa r up- T y p meh r err ichtet u nd eben so d ie Pra-
x i s , B er n s tei n, K upfergeräte o der Kera m ik gef ä ße n ie -
derzu leg en, endete ( vg l . Kap. VI . 2 . 1 ). Wie berei t s zu
Be g i n n des Ü berga n gs vom no rd i schen Meso - zu m
Neol ith ik um, l ä ss t sich zu m Ende der TR B ei n W a n-
del des K l ima s hi n z u k ü h ler en Som mern fes t stel-
len, der j edoch n ich t s o d r a st i s ch ausf ä l l t , w ie da s

33
Einführ ung in da s Thema
obe n beschriebe n e Bon d - E re ign is 4 . Ob es i n d ie-
ser H i nsicht überhau pt einen Zu sa m menh a ng z w i -
schen K l i mawa ndel und dem W a ndel d es V erha lten s
der TR B -G esel l sch a f ten gab, l ieß si ch bi sh er n ich t
feststellen ( Fee se r et a l . 2 01 5 ) . I n teress a nt ist d ie Be-
obachtu ng , da ss vorh errs chen de loka le ku lt urel le
U ntersch iede m it dem Ü berga ng von TR B zu r EGK
a ns cheinend ni v el l iert werden. Be stes B ei spi el h ierf ü r
si nd die W es tg r uppe der TR B und d ie ku ltu rel l eher
a n den südl ich benachba r ten neol ith i schen K u ltu ren
or ien t ier ten V la a rd i ngen- Stei n- Gr uppen i n den Nie -
derla nden ( V a n G i j n/ Ba k k e r 2005 , 304 ).
I. 5 F OR SCHUNGSGES CHICHTE
I m folgenden A bs ch n it t s ol l d ie Forsc hun gs ges ch ich -
te der t r ichterb echer zeit l ichen Dep on ieru n ge n vor -
gestel lt wer den. Dies e is t v or a l lem d u rch regiona le
W erk e g epräg t . N u r wenige über regiona le B et rach-
t u nge n si nd bisher v er fa sst worden, die jedoch d as
Phä nomen der h ier b esproc henen Depon ier u n gen nie -
ma l s gä n zl ich zu er fa ss en v ermochten . A u s der großen
Ma ss e regiona ler Be sprechungen vo n Neu f u nde n der
jewei l i gen Lä nder w u rden nu r d iejen igen aus gew ä h lt,
welch e ein z elne Et appen de r loka len Depotforschu ng
g ut cha ra k ter isieren oder zu neuen Er ke n ntn i ssen
f ü h r t en.
I.5 . 1 Dänemark
Ei ne er st e g r u nd le gende Theor ie z u r I nter pre t ation der
Dep on ier u n gen ent st a nd a n ha nd der bron z ez eit l ichen
u nd ei s en z eit l ic hen Hor t e Dä ne ma rk s u nd w u rde 18 6 6
vo n J. J. A. W o rsa ae v org eleg t ( Wo r s a a e 18 6 6 ). In d ie -
ser bez wei fel te W orsaae, da s s es sich bei a l len Funden
u m n ich t w ieder g ehobene V e rst eck f u nde ha ndelt, son -
dern er a rg ument ier te , da ss ei n n icht ger in ger T ei l der
Gegens tä nde zu m Z wecke de r V otivga be zu r ückg ela s -
sen worden i st ( e bd ., 322 ) . Ebens o stel lte er ei ni g e Re -
gelh a f t ig k eiten in der A r t der Niederl eg u ngen h eraus .
Ei ne g enaue re C ha ra k ter isier u ng d ieser Funde er f olg -
te 1 886 d u rch S . Mül ler i n dem A r ti kel „ V otiv f und f ra
Ste n- og Bronz ea lde ren “ . Er wa r der erst e dä n isc he Ar -
chäolog e, der den größ ten T ei l der n eol ith i schen Hor -
te a l s V ot ivgaben i nterpret ier te ( M üller 1 886 , 2 17 ;
zud em St j e r nqu is t 19 63 , 9 ) . Ei n k lei nerer T ei l der
Hor t f u nde, h aupt säch l ich s olche m it v ielen O bjek t en,
w u rden v on M ü l ler a l ler d in gs a l s „ W a renl ager“ g edeu -
tet , d ie dem Handel von fl i n t reich en in fl i nta r me R e -
g ionen ge d ient ha ben s ol len ( M üller 18 9 7 , 18 6 – 18 7 ).
In ei nem 18 9 0 publi z ie r ten A r t i k el k rit isier te H . P e -
tersen d ie von W ors aae u nd M ü l ler au fg es tel lten In -
ter pre t ationen der D epon ier u n gen a l s V ot i vgab en a n
über natü rl ich e W es en b z w . G ött er ( Petersen 18 9 0 ).
P eters en v ermutete i n a l len Depon ieru ngen, v on der
Stei nz eit b i s in d ie Ei sen zeit, i nd iv idu el le Nieder le -
g u ngen von W er t gegens t ä nden, d ie ent weder zu ei nem
späteren Z eit pu n k t w ie der gehoben werden s ol lten
oder f ü r ei n Leb en im Jens eits be st i mmt wä ren.
C . J. Be ck er stel lte i n sei nem 19 47 ersc h ienenen
Gr u nd la genwerk „ Mos ef un dne Le r kar f ra yng re St enal -
d er“ i n s ges a mt 1 52 Fu nd komplexe au s D ä nema rk vor ,
d ie a l le in Mooren de pon ier te K er a mi kgef ä ße der TR B
ent h ielten ( Beck er 194 7 ) . A n ha nd d ieser Gef ä ß e en t -
wa r f B e ck er ei ne K l a ssi fi k a t ion der t richter bec herzeit -
l ichen Ker a m i k u nd ei ne ch ronolog i s che Ab folge i h res
Auf t reten s. Zudem g lieder te er d ie nor d is che J u ng -
stei n zeit i n ein Fr ü h - , M itt el - u nd Spä t neolit h ik u m,
wobei er die erst en beide n St u fen d er TR B zu g eord ne -
te. Da s Frü h neol ith i k u m tei lte Bec k er m it tel s der v on
i h m defin ier ten K era m i k k l as si fi ka t ion in d rei P ha sen
( A – C), das M it tel neolit h i ku m i n z we i Pha sen (D–E)
ei n.
In B eckers 19 52 ers ch iene nem A r t i kel „ Die Nord -
schwed is che n F li ntdepots . Ei n Beit rag zu r Ge sch ichte
des Neol ith i schen Fe r nh a nd el s in Ska nd i nav ie n “ stel l-
te er d ie in d ie EGK datierend en Depon ieru ngen vo n
Bjurs elet (Vä sterbot t ens lä n, SE) v or ( Becker 19 52 ).
Diese Hor te werd en i mmer w ieder a l s A rgu ment f ü r
d ie V erha nd l u ng von F euerst ein au s dem Osten Dä ne-
ma rk s s ow ie a u s Süd schweden i n d ie res sou rcen a rmen
Gebiete Nords ch wedens her vorg ebracht. B ei den De-
pon ieru ngen vo n Bjurs elet ha ndel t es sich u m 13 Hor te
( O l au s s o n et a l. 2 01 2 , 87 ) m it mehr a l s 17 0 F l i nt b ei l-
u nd Fl i n t meiß elk l in ge n. Ä h n l iche A ns a mm lu ngen
aus den schw ed i schen La nd scha f ten Vä st erbott en und
Å ngerma n l and w u rden in B eckers Auf satz d i sk utier t.
Zu Be gi n n der 19 70 er - Ja hre w u rde der a u s Fl i nt -
bei l k l i ngen best eh ende H or tf u nd v on Ry d have ( Ho l-
stebro k ommu ne ) du rch T . Sko v i n den zwei A r t ikeln
„ Gud en s Gun s t“ s ow ie „R ydha v e-depotet“ verö ffent -
l ich t. D er H or t vo n Rydh a ve stel lt einen der we n i-
gen Depotf u nde dar , d ie in situ du rc h a rch äolog i sc he
Fach k rä f t e do k u me ntier t u nd g eborgen w erde n k on n -
ten ( S kov 19 7 2 ; 197 2 – 19 7 3 ).
I n se i nem Ü ber bl ick s werk „ Die jü n gere T r ichterb e -
cherku lt ur au f den dä n isc he n I ns eln “ cha r a k teri siert e
K . Ebbe sen a l s erster ausf ü h rl ich Depon ie r u ngen von
Stei n wer k zeugen u nd K er am i kgef ä ßen a n Mega lit h -
g rä ber n ( Ebbe se n 19 75 ) . D ad u rch er weiter te sich da s
V ers tä nd n is von Depon ieru ngen der TR B, d ie bis da -
h i n h aupts äch l ic h a l s i n F eucht gebie ten n ie dergele g te
F l intb ei l k l i ngen verst a nden w u rden.

34 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
In s ei nen A r t i k el n „ F lint Ax e s an d Megalith s “ s ow ie
„ Neo lithic Hoards f rom D enm ark “ fa s st e P . O . Niel sen
d ie ne ol it h i sc hen D ep on ier u ngen D ä nem a rk s so -
w ie d ie bisher igen Erk e n ntn is se z u d ies en zu s a m men
( Nie l se n 19 8 4 ; 19 8 5 ).
P . Ben n i ke und K . Ebbe sen b es ch r ieben i n i h rem
A r t i ke l „ Th e B og Find f rom Sigersd al” i n da s nord i s che
Fr ü h neol it h i k u m dat ierende Moor f u nde m it men sch l i -
chen und t ieri s chen Sk elet ten u nd Sk elet t t ei len ( Benn i -
k e/ E bbe s e n 19 8 6 ) . In d ies em Zu sa m menh a ng s et z ten
sie sich mit Depon ier u n gen v on Fl i ntbei l k l in gen und
K er a m i kgef ä ß en au s dem s elb en M i l ieu aus ei n a nder
u nd i nterpret ier ten d ie men sch l ichen Sk el et t e a l s „Op -
f e run g e n “ ( e bd . , 10 0 ).
In k ata logar t iger F or m — i m Ra hmen der Reihe „ In -
vent ar i a arch ae olog ic a “ — ersch ienen vo n K . Ebbe sen
a usgewä h lte Zusa m me nstel lunge n sp ä t t rich terbeche r -
zeit l icher Stei ngerätehor t e ( E bbe se n 19 8 9 ) . Neben T a -
fel n m it Z eich nu n gen ent ha lten d ie d rei ers ch ienenen
Bä nde A nga ben über d ie Fu nd u m st ä nde sowie det a i l -
l ier te I n form at ionen zu den jewei l igen O bjek t en .
J. S kaa r up unter na h m i n sei nem Auf s atz „ V ot ive Of -
fer ings an d Soc ia l St r u ct ure in E arl y Ne olithi c F ar mer
Soc ie t y of D enm ark ” ei ne regiona le A na lys e der dä n i -
schen In sel n süd l ich von F ü nen ( S k a a ru p 19 9 0 ). A n -
ha nd der Graba n la gen und Depon ier u ngen versuch t e
er d ie sozia le Str u k t u r der TR B sow ie deren En t w ick -
lu ng n ach z u vol l zie hen .
Dep on ier u ngen m it sogen a n nten d ic ken Spit -
zen aus Feuerstei n, welche h ö ch st w a h rschei n l ich a l s
t r ic hter be c her z eit l iche S t ab dolc h spit zen z u i nt er pre -
t ieren sind, stel lte K. Ebb es en i n dem Auf s atz „ Tr a g t -
bæge rkult u ren s d olk st ave “ z u s a m men ( E bbe se n 19 9 4 ).
Wä h rend d ie Ka r t ier u n gen a u s sch l ießlich au f Dä ne-
ma rk foku s sier t si nd, enthä lt der Ka t a log Funde aus
a ndere n Reg ione n .
19 9 5 pr ä sent ier t e E bb e s en er ne ut ei nen De pon ie -
r u ng st y p, der zuvor l ed i g l ich von M. Rech ( R ech 197 9 )
beha nde lt w u rde ( s. u. ). In „ Die nordi s chen Bern s tei n -
hort e der T richterbe cherku lt u r“ w u rde n durch i h n
n icht n u r a l le beka n nten ska nd i nav i s chen Ber n stei n-
Hort f u nde kata loga r t ig vorge leg t u nd cha ra k ter i sier t ,
sonder n er er a rb eite te z ug leich ei ne K la ssi fi k ation der
B ern stei nperlen, welche er m it u ntersc h ie d l ichen Pha -
sen der TR B verk nüp fen k on nte.
In i h rem 19 9 8 e rs ch ienen W erk „ Neolithic B og
Pots f rom Z ea lan d , Møn , Loll an d and Falst er“ na h m
E . K och den Faden C. J. B eckers noch ma ls au f, u m da s
vo n i h m prä sentier te s ow ie da s m it t ler wei le neu hi n -
zu get ret ene K era m i k m ater ia l au s Dep on ier u ngen ei ner
erneuten Ü b er pr ü f u ng z u u nterz ieh en ( Ko c h 199 8 ).
Bereits i n i h rem 19 9 0 ers ch ienenen A r t i k el „ A sp ek te
der Feuchtbo den f u nde m it Kera m i k der T r ichterb e -
cherku lt u r au s Se ela nd “ n a h m Koch, i n st a rk z u sa m -
mengefa ss ter Fo rm, z u d ies em Thema Stel lu ng. I n
i h re Un t ers uchu ngen w u rden 70 0 G ef ä ße ei nbez ogen,
d ie aus r u nd 2 53 Dep ot f u nden von 10 0 Feuchtb oden -
f u ndp l ätz en der dä n i s chen In sel n S e ela nd, Møn u nd
Lol la nd st a m men. K o ch u nterz og d ie Gef ä ße ei ner aus -
f ü h rl ichen met ri schen A n a ly se , u nt er Zu h i l fena h me
mult iv a r i ater st ati st i s cher V er f a h ren. Da s Ergebni s w a r
ei ne Neu ei ntei lun g der TR B - Kera m i k i n d ie T y p en 0 bi s
V I I I, d ie zu sät zl ich a n ha nd 14 C -d at ier t er Spei s ek r u s -
ten res te, prä zi ser a ls e s B ecker mögl ich g ewesen w a r ,
den t r icht erb ec herz eit l ichen St u fen z uge w ie s en werden
k on nten. Koch s wei terer V erd iens t wa r es, d ie Depot -
f u nds tel len m it K er a m i k der TR B genau zu cha r a k ter i -
siere n u nd da m it f ü r a ndere R eg io nen v erg leichba r zu
machen. Da r über h i n aus se t zt e i h r quel len k r iti s ches,
a na ly t i sc hes V orgehe n neue S t a nda rd s i n der Er for -
schu n g der t r ic hterbe cher z eit l ichen D epon ier u ngen .
I.5 .2 Deut schland
I . 5 . 2 .1 Brandenburg
Ei n zu s a m men f a s sender Beit rag üb er d ie Depon ier u n-
gen d er TR B i n Br a ndenbu rg ex i s t ier t n icht. Zudem
si nd bisher Depon ier u ngen in Form von mehreren
überg roßen Fl intbei l k l i ngen, w ie sie in Nordde uts ch-
la nd u nd Südska ndi n av ien fest gestel lt w u rden, a u f
dem T err itor ium des heut igen Bra ndenburg s n icht
nachgew ies en wor den . Es g ibt nu r wenige H i nw eis e
au f a nders ge a r tet e t r icht erbe cher z eit l iche Nie derle -
g u ngen, meist i n F orm von Depon ieru n gen mit K era-
m i kgef ä ßen oder Ei n z el f u nde vo n K upferg er äten, bei
dene n es sich sä mtl ich um B ei l k l in gen ha ndel t. D iese
w u rde n i n ei ner überreg iona len A rbeit vo n L . K la ssen
( s. u. ) aus dem Ja h re 2 000 vorgele g t . Die K er a m i k n ie -
derleg u ngen fi nden i n den Kat a logen der W erke „Fu n -
de des M it tel neol it h i ku m s i m La nd Bra ndenburg “ u nd
„ Beit r äge zu r ä ltere n T r ichterbecherku ltu r i n Bra n-
denburg “ von E . K i rs ch ( K irsch
19 9 3
;
19 9 4
) sow ie i m
Kata log v on J. Pre u ß (P r e uss 19 6 6 ; s. u . ) Er wä h nung .
Die Dep on ier u ngen m it a nderen Objek ten , u nter
dene n a m häu fig s ten Bei l k l i ngen a u s Felsgest ei n vor -
k om men, fi nden sich v er tei lt i n Kata logen oder V or ab -
publi k ationen, so den W erk en „U rgesch ich te des K reise s
Os t prig n itz“ vo n W . Ma t t hes au s dem Ja h re 1 929 sow ie
„U rgesch ichte des K reise s Luckau “ vo n K . H . Ma rsch a l -
leck von 19 4 4 , ab er eben so i n den „Kur zen Fu ndber ich -
ten “ (Kap . I. 5 . 2 . 2 .).
I .5 .2 .2 Mecklenburg- V o rpommern
Obwo h l e s bis heute a n ei ner zu sa m men fa ssenden
Monog r aph ie üb er d ie ne ol it h i sc hen D ep on ie r u ngen
auf dem Gebiet Meck lenbu rg - V or pom mern s feh lt ,
ersch ienen im L au fe der Jah r z eh nte ein ige Ar t i kel

35
Einführ ung in da s Thema
zu d ies em Th ema, i n welch en zu meist Neu f u nde be-
sprochen w urden. Zudem fa s ste M . R ech ( Rech
19 79
)
ei ne n T ei l der n eol ith i schen Ho r te aus der Region ka-
t a loga r t ig z u sa m men. Stei n zeit l iche Dep on ieru n gen
a l s Bef u nd katego rie w u rden a u f dem T err i toriu m des
heu t ige n Bu nd esla ndes b ere its relat iv f rü h w a h rg e-
nommen ( vgl . Kap . I. 6 . 2 ) . A n d ieser Stel le sol l der F o-
k us au f der Literatu r l iegen, die ab der z we iten Hä l f te
des 20 . J h. ersch ien.
19 4 0 w u rd e ein von J. B ecke r verf as ster Au fs a tz m it
dem T itel „ Ein s tei nz eitl icher Ho r t f u nd a u s R osto ck “
ver öffen t l ich t , i n wel chem sow oh l der Fund a l s a uch
sei n mög liches Zu st a ndek ommen i n k u rzer Form prä -
sentier t w i rd ( Beck er 19 4 0 ).
H. Berleka mps A u fs a t z „Zwei n eue F l intdepot s
aus der U m g ebu ng vo n St r a lsu nd “ en t hä lt eine B e -
sch reibu n g der n iedergeleg ten O bjek te s o w ie der
Fu nd u m st ä nde der da m a l s neuentde ck ten Depot s von
A h rend s ee - Rublow u nd R a l s w iek - Au g u ste n hof ( Berl e
-
ka mp
19 5 8
b ) . Den H or t f u nd vo n A h ren d se e- Rubelow
sa h B erl eka mp a u fg r u nd einer V ora rbeit aus F li nt i n
V erbi n dung m it ei nem v er mu t eten Fl i nth a n del ste-
hen ( ebd ., 63 – 64 ). Es zeig t sich z ud em, da ss B er leka mp
n ich t auf da s u m fa n greiche Wis sen der neolit h is chen
Hort forschun g a u s der Z ei t vo r dem Ersten W elt k r ieg
zu r ückgr i ff ( vg l. Kap. I. 6 . 2 ).
In ei nem k ur z da rau f ersch iene nen Ar t i kel über
da s Fl i ntmei ßel k l i ngend ep ot v on B ecker w itz bl ieb
E . Schu ldt eine Deut ung üb er d ie m ög l ichen Nieder -
leg un gsu rs a chen des Bef u ndes sc h u ld ig u nd i n sei ne r
Da rst ellu ng rei n desk ript iv ( Schuldt 1959 ). Je d o c h
er w ä hnte er vergleichba re Depot f u nde, die i m 19 . Jh .
i n der U mgebu ng v on Be ck er w itz gemacht w urden.
In d ies em Zus a mmen ha ng b emer k te er , da ss d ie Be -
sch reibun g der F u ndum st ä nde d er A lt f u nd e stet s u n -
vo l l st änd ig seien ( eb d., 17 7 – 17 8 ). Dies is t jedoch nur
tei lweise korrekt i n A nb et racht d ess en, da ss bereits i m
späten 19 . und f r ü he n 20 . J h. ei n k la res Bi ld i n der a r -
chäologi schen Fo rschu ng über d ie Zu sa m me n set zu ng
un d N i ed e rl e gungs be dingun ge n n eo lithi sc h er D e po -
n ie r u n gen vo rher r sc hte .
Au ch P . Her fert n a hm i n sei ner 19 6 5 er sch ienenen
V e röffent l ic hun g „ Zwei ne ol it h i s che V er w a h r f u nde
aus Pr ivat sa m m lungen vo n Rügen und aus dem K rei -
se R ibn itz-Dam gar t en “ über z wei n e olit h is che H or -
te von Berge n (Lk r . V or pom mern- Rüg en ) u nd Bis do r f
(Lk r . V orp ommer n - Rüge n ) keinen Bez ug auf d ies e Er -
ken nt n i s s e ( H erf er t 19 6 5 ) . Jedoch spek u l ier te er a ls
erster Wi ss ens cha f t ler nach dem Z wei t en W elt k r ieg in
d ie ser Reg ion w iede r üb er mög l ic he Nied erleg u ng s u r -
sachen neolit h is cher H or te. S o brach t e er die Katego -
r ien O pfer f u nd , W e rk st at t f u nd u nd V er w a h r f u nd a l s
Deut un gsmög l ichkeiten e i n, ohne sich jedoch i m Fa l le
der beiden v on i h m v org est ellten Fu nde ei n deutig fest -
le gen z u wo l le n.
Da ss elbe g i l t f ü r den zwei Neu f u nde v ors tel len -
den A r ti kel „Zwe i neolit h is che H or te vo n Rügen “ von
F .- W . Fur t h ma n n aus dem Ja h re 1978 ( Fu rt h m a n n
19 78 , 32 ) . I n jen em Auf satz fi ndet sich zudem der V er-
such, a l le bisher beka n n ten neol ith i schen Depon ie-
r u nge n a u f dem Gebiet Meck lenbu rg - V or pommer ns
— leid er ohne A ngab e der Quellen — t abel la r i sch zu-
sa m men z u f as sen ( eb d., 34 – 35 ).
B erei t s 19 71 b ega n n I. Ni l ius i n i h rer M onog raph ie
„ Da s Neolit h i ku m i n Meck lenbu rg zu r Z ei t u nd unter
be sonderer Ber ück sicht ig u ng der T r ichterb echerk u l -
t u r“ ein ä h n l iches V orhaben, wobei sie d ie Deponie -
r u nge n i n die Kategorie der „ M oor f u nde “ s tel lte. Diese
Fo rmu l ieru ng w u rde bereits i m f r ühen 20 . J h. von R o -
ber t B el t z v er wen det. Ni l ius z ä h lte zu d ieser Gr uppe
Objek te , d ie „ im M oor unt er Ums tän de n zum V or -
sc hein kamen , die mit me hr ode r weniger W a hrsche in -
lich k eit au f Opferg aben schl ießen lassen “ ( Ni l ius 1971 ,
28 ) . I n ei ne r Li ste m it der Ü bers ch ri f t „ Moorf u nde“
w u rden l ed ig l ich Or t sna men g en a nnt , ohne d ie A r t
der Objekt e, die Ko mpo sition der F u nde oder Quel len -
a ngaben zu nen nen ( ebd ., 117 ).
19 8 6 stel lte U . Schok necht in dem Au fsat z „F l i n t -
bei ldepots au s A lt Schw er i n, K r . W a ren, u nd Ma lch in “
zw e i D ep oni erun g en mi t d ünnna c kig en Flin tb e il klin -
gen v or . Neben der kata loga r t igen Ch ar a k teri sier un g
der ein z elnen Objekt e, werte te Schok necht, du rch die
A rbeit R ech s aus dem Ja hre 19 79 geleit et , b eide Hor te
nach des sen K r iter ien aus .
In dem k u rz en Ar t i kel „Neue Fl i nt - u nd F el sgest ein -
hort e a u s den K reis en Stra ls und, Rüg en und W olga st “
von 1 9 91 f a sste W . L a mpe, neben der V ors tel lung von
v ier Neuf u nd en, a l le bisher a u s der Literat u r beka n n -
ten Hort f u nde u nd nach 19 4 5 er sch ienenen A r t i kel au f
dem G ebiet Me ck lenbu rg- V or pom mer n s zu s a m men
( L a m pe 19 91 ).
U . Schok necht gab in ei nem 2 0 14 er sch ienenen Au f -
satz Au sk un f t über ei nen A l t f u nd, der im Ra h men
ei nes K u lt u raust aus ches z w is che n dem Na t iona l mu -
seu m Szcz eci n u nd dem Arch äo log i schen La ndes-
museu m Meck lenburg- V or pommer n in den Foku s
geriet. I n dem A r t ikel d isk utier te S cho k necht u. a. d ie
mög liche Mod i fi kation einer B eil k l inge spez iell z u m
Z weck e de r Nieder leg ung.
Zu let zt be schä f t ig te sich 2 022 H. Sk or na m it einem
K upfer hort au s Neu en k i rchen. Sk or na a na ly sier te u nd
be sch rieb a l le i m Ho r t vork om men den Objek te seh r
det a i ll ier t u nd set zte ei n ige der F ormen i n ei ne n ge-
s a mteu rop ä i sc hen Kon te x t .
I. 5. 2 . 3 Nieders ach sen
Die erste Zu sa m men stel lun g n eol ith i scher Depot f u n -
de im G ebiet zw i schen W e ser - u nd Emsmü nd u ng er -
fo lg te du rch einen v on H. Aust veröffen t l ichten A u fs atz

36 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
m it dem T itel „Jung s tei n z eit l iche Depot f u nde im G e -
biet der Elbe- / W eser mündun g “ ( Au s t 19 61 ) . In d ie -
sem erk l ä r t e er , da s s ei ne Absicht des Auf s atz es s ei,
d ie K ennt n i s von neolit h i s chen Depon ieru ngen in dem
vo n i h m u ntersuchten Gebiet zu verbrei ten sow ie den
„ bis her we nig be ac hte t en Fun de n und Fun dum st än de n
mehr Auf merk samkeit zu s che nken “ ( ebd ., 70 ). N e b e n
der Inter pretat ion a l s V otivgab en zog Aus t eben fa l l s
d ie Mög l ich kei t der von Hä nd lern a n gelegt en Depo -
n i er u n gen i n B e t r a cht .
Die 19 6 7 ers ch ienen e, von K. H. Bra ndt st a m men -
de Mo nogr a fie „ St ud ien über stei nerne Ä x t e u nd Bei le
der jü ngeren Stei n z eit u nd der Stei n- K upferz eit Nord -
w estde utsch la nds “ ( B r a n dt 19 6 7 ) ent h ielt neben t y -
polog i s chen D eut u n gen der vers ch iedenen For men
vo n neol ith i schen A x t - u nd Bei l k l i ngen eben so H i n -
weis e au f ei n ige t r ic hterbe cher z eit l iche D epon ier u n -
gen, o h ne d iese je doch ei ngehen der zu d i sk utieren.
Da s selbe g i lt f ü r E . St r a h l s A rbeit „ Da s E ndne olit h i -
k u m i m Elb - W es er -Dr eieck “ ( St r a h l 19 9 0 ), in welcher
er h aupt s äch l ic h n acht r ichte rb e cher z eit l ic he ne ol it h i -
sche K u lt u rerschei nu ngen bespricht. Je doch i st e s f ü r
ei n ige von i h m vo rge s t e l lt e Ho r t e m it s o gen a n nt en
d ick n ack igen Fl i ntbei l k l i ngen ka u m mög l ich zu ent -
scheiden, ob si e noch der TR B o der bereits der EGK an -
gehören.
Ü b er ei nen mög l iche n t r icht erb e c her z eit l ic hen
Hor t f u nd, der bei ei nem Großst ei n g r ab dep on ier t
w u rde, berichtete J. Joost i n s ei nem A u f s atz „ Zw ei x
( 3 + 1 ) . Zwei H or t f u nde au s de m Lü nebu rg i sc hen “
( Jo ost 2004 ). Es i st mei nes Wi s sen s der bisher ei n zi -
ge A u f sat z, der au f ei nen solche n Depon ier u ng st y p i m
Rau m Nie ders ach s en ei ngeht.
I. 5. 2 .4 Schleswig-Hol stein
Viele de r aus S ch les w ig- Holstei n b eka n nten t r ichter -
be cherzeit l ichen Depot f u nde si nd led ig l ich i n Kata -
logb ä nden vorgeleg t worden, d ie g rößtentei l s n ach
dem Z weiten W elt k r ieg u nd led ig l ich f ü r ei n ige der
K rei se des Bu ndesla ndes ver fa s st w u rden. Zu d iesen
zä h len: K . Ke rst en, „ V orgesch ichte des K rei se s Stei n -
bu rg ” 1939 ; K . Ke rst en, „ V orgesch ichte des K rei se s Her -
zo g t u m L auenbu rg ” 1 9 51 ; H . Hi n z , „ V org e sch ichte des
nord f r ie s i s c hen Fe st l a nde s“
19 5 4
; K . Kersten u nd P . L a
Baume, „ V org es ch ichte der n ord f r iesi schen I n sel n
19 5 8 ; H . Hi ng s t, „ V org es ch ichte des K rei se s Storm a r n ”
19 59
; J. Rösch ma n n, „ V orgesch ichte des K reis es F len s -
bu rg “ 19 63 ; C . A h rens , „ V orgesch ichte des K reis es P i n -
neberg u nd der In sel Helgola nd “ 19 6 6 u nd G. Loe we,
„ V orgesch ichte des K reis es S ch les w ig “ 19 9 8 . D a neb en
si nd d ie 193 9 ers c h iene ne A rb eit „ Die V or ges ch ich -
te Sc h les w ig - Holst ein s” vo n G . Schwa nte s sow ie d ie
u nver öffent l ichte Di ss er t at ion „Die g roßen Stei nge -
räte der R ies ens tei ng räb er i n Holst ei n “ von E . Pieper
zu er w ä h nen ( Pi e pe r 194 0 ), in der eben f a l l s relev a n -
te Hort f u nde der TR B kata loga r t ig aufgel i st et w u rden.
Zudem befa s ste sich S chwa ntes e t wa s i ntensiver m it
den ne ol it h i s chen D ep on ier u n gen, d i sk ut ier t e I nt er -
pret at ion smö g l ich keiten u nd z o g V erg leic he z u Nie der -
leg u ngen a u s Dä nema rk. Die oben zit ier ten Kata loge
geben we r t vo l le H i nwe i se au f neol it h i sche bz w . t r ich -
terb e cherz eit l iche Dep on ier u ngen, je doch ha ndelt es
sich zu mei st u m ei n fache Li st en, i n denen die Depo -
n ier u n gen n icht d i s k ut ier t werden .
U nter dem A u f sat zt itel „ E i n Mega l it hg rab m it K l i n -
gen depot b ei Sch a l k hol z“ w u rde ein 19 7 2 bei Schal k -
hol z (K r . D it h m a r s chen) gef u nde ner F l i nt k l i nge n ho r t
vo n K . B ok el ma n n ver öffentl icht ( B ok e l m a n n 19 7 2 ).
In d iesem Au f s atz be sprach d ies er den F u nd ausf ü h r -
l ich u nd stel lte ei ne k u r ze Ü bersicht v erg leichba rer
Funde aus dem T r ichterbecherr aum vor .
In s ei nem A r t i kel „Zu ei n i gen Depotf u nden mit
Fl i ntbei len aus dem jün ger en Neolit h i k u m S ch le sw ig-
Holstei n s“ st el lte V . A r nold, a u s geh end v on einem Hort
m it F l i ntbei l k l i ngen, weitere D epon ier u ngen der EGK
vor ( A r nol d 1978 – 19 7 9 ) . Die zeit l iche Einordnu ng ba -
sier te au f dem V ersuch A r nolds , d ie Bei l k l i ngen der
EGK v on den en der TR B f a st aus sch l ießl ich aufg r u nd
des äu ßeren E rs chei nu ng sbi lde s abz ug ren z en . Die d a -
m it ei n hergehenden Sc hw ier ig keiten w u rden je doc h
von A r nol d ge n a n nt .
C . M . Sch i rren leg te m it sei ner M onogr a fie „ St udi -
en z u r T r icht erb e c herk u lt u r i n Südo s t hol st ei n “ auch
ei nen ku r z en Ber icht über d ie Depot f u nde a u s der vo n
i h m beh a ndelten R eg ion v or ( S ch irr en 19 9 7 ). Er di s -
k utier t e i n d ies em Zu sa m men ha n g d ie Mög l ich kei t ,
Ei n z el f u nde vo n F l i ntbei l k l i ngen zu r Gr uppe der De -
pon ier u n gen z u z ä h len .
I.5 .3 Nieder lande
Der f r ü heste A r t i kel, d er ei nen Ü b erblick üb er d ie bis
da h i n beka n nten n iederl ä nd i sc hen t r ichterb ec herz eit -
l ichen Deponier u n gen dar stel lte, t r äg t den Ti tel „ Ve e n -
vond st en van de T rec ht erbe kercult uur ” u nd st a m mt
vo n J. A . Ba k k er aus dem Ja h r
19 59
. Ba k ker u nter t ei lt e
d ie Depon ier u ngen i n T y pen u nd w ies sie t richterbe-
cherzeit l ichen Z eits t u fen zu . Eb ens o w id met e er sich
der F rage nach dem Herku n f ts or t des f ü r d ie Bei l k l i n-
gen ver wendet en Feuers tei n s , welchen er i n der Nord -
g r uppe der TR B verort ete ( Ba k k e r 19 59 ).
B ereits 19 6 0 leg t e S. H . Ach t erop mit sei nem A r t i kel
„ Ee n de pot van vuurs te ne n bijlen bij de Re e st “ , von der
Be sprechun g ei nes Fundes au sgeh end, einen er wei-
ter t en u nd g eord neten Fund st el len kat a log vor . D ieser
ent h ielt a l le ne ol it h i s chen Dep on ier u n gen der nörd -
l ichen Nie derl a nde m it den Prov i n zen Drent he u nd
Groni ngen. Er bi ldete d ie Gr u nd l age f ü r a l le späteren

37
Einführ ung in da s Thema
n iederländ i schen Kata loge dies er A r t. I n z w ei wei teren
A r t i kel n i n den da r au ffolgenden Ja h ren ste l lte Achte -
rop ei ne beka n nte D epon ier u ng ( Ach t e rop 1 9 61 ) und
weitere vermutet e vor ( Ach t e rop 197 2 / 19 73 ) , bei de-
nen es sich um E in z elf u nde ha nd elte.
In dem Au fs atz „ Dr ie g rot e vuurst ene n bijlen uit de
provinci e Groningen “ p rä sent ie r te S . C . B akhuizen
( 19 6 7 ) u. a. z wei spä t t richterbec h erz ei t l ich e Ho r t f u n-
de. Zudem di skut ier te er w ie A chter op die Mög l ich -
k eit, da ss ei n zel n aufgef u nden e g ro ße B eil k l in g en a ls
Ei n st üc k depon ier u ngen a nge sehen werden k ön nten.
19 79 leg te O . H. Ha rsem a in s einem Au fs a tz „ He t
neo lithisc he vuurs te end epot , ge vonde n in 19 4 0 , bij
Ee n, ge m . Norg ” ei nen tr ichterb echer zeit l ichen Hor t -
f u nd a us F l i n tbei l k l i ngen v or ( Hor se m a 19 79 ) . Z wa r
wa r der Fund zu v or berei t s d u rch S. H. Ach terop er -
fa ss t, je doch n ich t so ausg iebig be spr ochen w orde n. I n
dems elben Ja hr veröffen t lichte P . W . va n den Broeke
den z weiten g roßen Fl i ntb ei l k l i ngen hor t au s ders elben
Gemei nd e u n ter dem Ti tel „ Een d epot me t vuurs ten en
bijlen uit he t Ee ner vel d bij Een , ge m . Norg“ ( v a n d en
B roe k e 197 9 ) . Au ch d ieser w u rde zuvor v on A chtero p
er w ä hnt , erf u h r du rch va n den Br oeke jedoch eine de-
t a i l l ier te re Be t r acht u ng.
A ngereg t du rch ska nd i n avi s che V erg leiche, b e -
sch ä f t ige si ch J. A . B a k k er meh rm a ls m it Nieder -
leg un g en vo n Kera m ikgef ä ßen der TR B i n den
Niederla nden . B erei t s i n sei nem Ü berbl ick s werk „Th e
T R B W e st Group “ zä h lte B a k k er d ie wenigen bis d a -
h i n beka n nten Fu nd ste l len m it tr ichterb echer zeit -
l iche n Kera m i kg ef ä ß en a u f, bei denen es sich jewei ls
u m Ei nz el f u nd e aus Mooren ha nd elte ( Ba k k e r 19 79 ).
Im Au f satz „ T rec hterbe ker a arde werk uit nat t e con-
te xt : de s itu ati e in Drenth e “ , den er zu sa m men mit
W . A . B. v a n der Sa nden v er f as ste, w u rde d ie F u nd-
gatt u ng noch ei n ma l s ehr aus f ü hrl ich d isk ut ie r t u nd
d ie n iederl ä nd is chen m it den a nderen Fu nd st el len aus
dem Ges amt verbr eit u ngs g e bi e t der TR B besprochen
( Ba k k e r / v a n de r Sa n de n 19 9 5 ).
19 81 st el l te S . W . Jager in dem A r t i k el „ Ee n g rote
vuurs ten en bijl en ee n "Plät tb olze n " uit Focht el oo ” ei ne
Fl i ntbei l k l i nge a u s der Provi n z Friesla nd vor , welche
m it g roß er W a h r sche i n l ich keit a l s E i n st üc kdepon ie -
r u ng n iederg eleg t w u rde ( J age r 19 81 ).
A . T er W a l brachte 19 9 5 – 19 9 6 m it d er A rb ei t „ Een
On der zo ek n aar d e dep osit ie van vuurst ene n bijlen “
ei ne N eu a u fl age d es Kata loges v on A c h t ero p, den er
u m ein ige Neu f u nd e ergä nz te. Zu sätz l ich besprach
er d ie b isher publi z ie r ten Deut un gsa n sät ze neol ith i-
scher Depon ieru ngen. T er W a l konz en t r iert e sich a u f
d ie Bei l k l i nge n aus Feuerstei n, die aus den Dep onie-
r u nge n s ta m men, u nd besprach, neben den F u ndko n-
tex ten, ei ngeh end de ren W erk stoff, d ie Kl a ssi fi kation,
d ie Ober flächenbeha nd l u ng sow ie w eitere ablesba re
Ob er flächen spu ren ( T e r Wa l 19 9 5 / 19 9 6 ).
Die bisher ausf ü h rl ichst e A rbeit, welche si ch m it den
t ric h terb echer - u nd ei n zelg r abz eitl ichen D epon ier u n -
gen d er Nieder la nde bes chä f t ig t , st a mmt von K. W en -
t in k, u nd w u rde unter dem Ti t el „ Ce ci n’ e st pa s une
h a c h e“ publ i z ier t ( We n t i n k 200 6 ) . Fü r d ie D epon ie -
r u ngen der n ie derl ä nd i s chen P rov i n z en Dr ent he u nd
Groni ngen, die z uv or berei t s v on Achtero p u nd T er W a l
vorge leg t w u r den , b emü ht e W e nt i n k neue s te Unter s u -
chu ng smet hoden u nd Erk en nt n i ss e aus den Natu r- u nd
Gei ste sw i ssen sch a f ten . So ent wa r f er ein genaues Bi ld
der neolit h is chen La ndsc ha f t u nd es gela ng i h m, d ie
Plä t z e der N ie der leg u ngen bes ser zu cha r a k teri sieren
u nd somit neue Inter pr e tat io n s an s ä t ze z u l ief er n. Sei ne
Objek t a n a ly sen n a h m er , neb en den b eka n nten St ücken
aus den Ho r ten, eben so a n ei nz el n a u fgef u nden Fl int -
bei l k l i ngen v or , f ü r d ie of t a ngen ommen w i rd, da ss sie
Ei ns t ück depon ieru ngen da rstel len. D as s o f ü r d ie N ie -
derla n de gezeichnete Bi ld f ü g te W enti n k i n einen Ge -
sa mt k ont ex t m it der T R B -Nordg r upp e.
2 010 ers chien d ie A rbeit „F lint in Focu s “ von A. va n
Gij n, i n w elcher si e sich m it der Objektbiog ra fie von
F li nt a r tef a k ten der Stei n- u nd Bronz ezeit au sei n an -
derset zt e. In d ies em Zus am men ha ng w u rden ein ige
der beka n n ten n iederlä n d is chen H or te i n d ie U ntersu-
chungen m iteinb ezogen ( Va n G i j n 2 010 ).
I.5 . 4 Nor wegen
Ab dem F N I b si nd um den Oslofjord heru m eben-
fa l l s t richterbe cherzeit liche A k t iv itäten fest st ellb ar .
Zudem k onnten z wei H or te m it dün n nack igen Fl i nt -
bei l k l i ngen ident i fi z ier t werden. Ü b er den ei nen g ibt
M . R ech ( 19 79 ) Ausk u n f t , der andere w u rde ku rz von
H. G l ø r s ta d ( 2 01 2 ) i n sei nem A r t ikel „ T raktb egerk ul -
t uren i Norge “ vor ge st el lt .
I.5 .5 P ole n
Die za h l reiche n ne olit h isc he n D epot f u nd e auf dem
Gebiet P olen s w u rde n bisher auss ch l ieß l ich i n A r t i -
k el n v orgeleg t. I n d iesen Auf sät zen, d ie zu m T ei l seh r
det a i ll ier t ei nz el n e Depot f u nde v orstel len, fi nde n sich
eben so ausf ü h rliche Di sku ssionen und t abel lena r t ige
Zu sa m men s tel lu ngen weiterer Fu nd st el len.
Fü r den Norden des heut igen Polens w u rden i n
der zweiten Hä l f t e des 19 . bis z um B eg i nn de s 20 . J h.
I n form a t ionen zu D epot f u nden i n de uts cher Spr a -
che i n den s ogena n nten „ B a lt i schen St ud ien “ u nd den
„ M ona t sb lättern d er Po m m er sch e Gesell schaf t f ü r
Ges ch ich te u nd A lter tu m sk unde“ ver öffent l ich t . Es
ha ndelte sich um z wei Zeit sch ri f ten, d ie sich u. a. der
V orgesch ichte der b i s 19 4 5 b es tehenden preu ßis chen
Prov in z Po m mern w id meten, deren größter T ei l in der

38 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
he utig en polni sche n W oi wodschaf t W estpommern
aufgega ngen i st . I n d ies er W oiwod sc ha f t l ieg t n icht
nu r ei ne g roß e K on z ent r at ion ne ol it h i sc her D ep on ie -
r u ngen vo r , s onde r n sie w u rde a uch mit den da m a l s
eb en so zu r Prov i n z P om mer n gehörenden Reg ionen
V or p ommer n u nd R ügen ve rg l ichen. D or t zeich ne -
te sich bereits i m b eg i n nenden 20 . J h. ei ne deutl iche
Fundd ichte a n neolit h is chen Depon ier u ngen ab, w el -
ch e Hi nte rpommern/W estpommern stets übe r t ra f.
Neb en den B eit r ägen au s den ob en gen a n nten Jou r -
na len ist der i n der „ Pr ä h is tori s chen Z eits ch r i f t “ er -
sch ienene A u f s atz von J. K ost r z ew sk i m it dem Ti tel
„ Neol it h i sc he Depot f u nde a u s P olen und Lit auen “ z u
nen ne n ( Ko s t r z e w s k i 1918 ). Zu die sem A r t i kel an-
ger eg t w u rde K ost rz ew sk i du rch den A r t i k el K . Schu-
machers ( s . u. ) , der die neol ith i schen Depon ier u ngen
aus Deut sch la nd prä sentier te ( Schum a cher 1 9 14 ).
K ost r z ew sk i st el lte Fu nde v or , d ie er a l s sichere Depo -
n ier u ngen ein s t u f t e, oh ne jedoch A n spr uch au f V oll-
st ä nd ig keit z u e rheb en .
Ü ber Aus g r abu ngen und Fu nde de r 19 3 0 er - u nd
19 4 0 er - Ja h re i m ehema l igen K rei s Stolp , der heu -
te g rößten tei l s vom P owi at Słupsk i i n der pol n i s chen
W oi wo d s c h a f t Pom mer n au sge m ac ht w i rd , b er icht e -
te W . Wi t t ( 19 67 ) i n einem Au f sat z. D a r i n enth a lten
si nd In fo r mat ion en zu d rei Dep ot f u nden.
A . Lipi ń ska st el lte i n ei nem k u r zen A r t i kel zu Be -
g i n n der 19 5 0 er Ja h re z wei Moorf u nde m it K era m i k -
gef ä ß en vo r , d ie sie in d ie Reihe der bis da h i n aus
d ies em M i l ieu beka n nten F u nde aus dem nör d l iche n
M it tel- u nd Nor deu ropa stel lte u nd ei ne Inter pre-
t ation a l s V otivga be d i sk ut ier te ( L i pi ń sk a 195 0 – 19 53 ).
Ei ne ä h n l iche V orlage a nder er Gef ä ß depot s aus
Mooren er folg t e du rc h L . G a b a ł ów na ( 19 6 4 ) i n ei-
nem A u f s atz . Aus f ü h rl ich wer den vo n der Au tori n
h ier d ie t y p olog i s chen Pa r a l lele n s ow ie d ie ch ronolo -
g i sc he E i nord nu n g de r Fu nd e b e spro che n .
Bei dem 19 69 er sc h ienenen Buch „ K la sy fi kacja c z a -
sowo -prz e st r z e nna k u lt ur ne olityc znych n a pom o -
rz u z ac hodnim “ vo n K . Si uch i ń sk i h a ndelt es sich um
ei ne a l lgemeine St ud ie zu den neol it h i schen Gr uppen
W est pommerns ( S iu c hiń s ki 196 9 ) . Im Kat a log d ies er
A rb eit finden sich jedoch u. a. I n fo r mationen über d ie
Fund st el len der bis zu d iesem Z eit pu n k t b eka n nten
Dep ot f u nde der T R B .
Ei nen w ichtigen Beit ra g zu m A bbau, zu r V er a r-
beit u ng u nd Nutzu ng des s ogena n nten Ś wie ciec ho w-
Feu erst ei n s i n nerha lb der TR B l iefe r t e B. Ba lcer in
sei nem Buch „Kr z emi eń ś wi e cie c howsk i w k ult ur z e
puc h arów l e jkowatyc h” ( Ba l c e r 19 75 ) . H ier fi nden
eben so ei n ige Depon ieru ngen mit F l i nt k l i ngen und
ihr e F un d umstän d e E rwähn un g.
Z . Piecz y ń sk i ber ichtete i n ei nem Auf s atz üb er
den K up ferh or t von By t y ń ( Pi ec z y ńsk i 19 8 5 ). D e r -
selbe s tel lte nu r k u r ze Z eit spä ter ei nen ve r mu t l ich
t r ichterb e cherz eit l ichen K upferhort vor , der bereit s
ei n Ja h rhunder t zuvor entdeck t wor den wa r ( Piecz y ń -
sk i 19 8 6 ) . Piecz y ń sk i äu ßer te i n b eide n Au f sät zen Ge-
da n k en zu r Herst el lu ng der K upf erobje k t e sow ie zu
deren z eit l ic her E i nord nu ng .
In dem von A. Sz pu na r ( 198 7 ) erst el lten P BF - Ba nd
„ Die Bei le in Pol en “ prä s entier te d ie ser B ei l- u nd A x t -
k l i ngen a u s K upfe r u nd Bronz e, welch e au f dem Gebiet
P olen s gef u nden w u rden . Ei n T ei l der k upfer nen B ei l
-
k l i ngen is t m it der TR B i n V erbindung z u bri ngen und
st a m mt aus Hor ten u nd Ei n z el f u nden.
In ei nem A r t i kel v on 19 8 8 w id meten sich B. Ba rg ieł
u nd J. Kąck i ei nem K era m i kgef ä ßhort au s der W oiwod -
sch a f t Lubl i n. D ie beiden A utore n versuchten d en Fund
i n den gesa mt t r ichterbecherz eit l ichen K on tex t der Ge -
f ä ß depon ier u ngen zu st el len ( B arg ieł /K ą cki 19 8 8 ).
J. Liber a na h m i n ei nem Auf s atz der Z eits ch r i f t
„ Wi a domo ś ci Arche olog icz ne “ den Neu f u nd eines F l i nt -
k l i n gendepot s der t r ichterb e cher zeit l ichen Fu nd -
stel le Gródek zu m A n la s s, d ie sen m it den anderen
Dep on ier u ngen des se lben Fu ndplat z es zu verg leichen
( L i be r a 20 02 – 20 03 ) . Zude m st el lte er d ie bis d a h i n
beka n nten poln i s chen Ho r t e m it Objek ten aus Ś w ie -
ciechów - F l i nt zu s a m men. I n derselb en Ausgab e des
Jour na l s verö ffent l ichten M. Flore k u nd A . Z a kościel n a
den Neuf u nd ei nes F l i nt k l i ngen hort s vo n der Fund st el -
le K rowi a Góra, welcher v on i h nen a u sf ü h rl ich b espro -
chen w u rd e ( F l o r e k / Z a ko ś c i e l n a 20 02 – 20 03 ).
20 05 st el lten B. Ba rg ieł u nd M. Flor ek d ie Ergeb-
n i ss e ei ner a rchäol og i s chen R et t u ng sg rabu ng ei nes
t r ichterbecherz eitl ichen kujawi s chen Grabe s vor , an
welchem au ch d rei Dep on ier u ngen m it F l i ntobjek -
ten i m B erei ch der stei ner nen Ein fa s su n g be obachtet
wer den k onnten . Der sich aufd rä ngen de V ergleich zu
ä h n l ichen Beobacht u ngen i n Ska nd i nav ien, d ie K . Eb -
besen ( Ebbe s e n 19 75 ) zu s a m men f a s st e ( s. o. ) , w i rd vo n
den Autoren jedo ch n icht gez ogen.
Die erste moder ne A rbeit, d ie ve rsuchte, a l le neo-
l it h i schen Depon ier u ngen auf dem Ge biet P ole n s zu-
sa m men zu f a s sen , w u rde von M . K a f l i ńsk a ( 200 6 )
ver öffentl icht. Der Au fs atz m it dem T itel „ Neo lit yc z -
ne de po zyt y g roma dne n a zie mi ac h pol sk i ch“ be s t eht
zu m g rößten T ei l aus ei nem Ka t a log, der d ie jewei l i-
gen F u ndorte der Dep ots , d ie Fu nd u m s t ä nde sow ie
i h re Datier u n g da rs tel lt. Neben den Nieder leg u n gen
m it stei nernen Objek ten w u rden ebens o jene mit K e-
ra m i kgef ä ß en sow ie ei n ige m it K upf era r tef a k ten be-
r ück sichtig t. Ei ne Kar te vera n s chau l ichte erst m a l s d ie
V erbreit u n g der p ol n i sc hen ne ol it h i sc hen D ep on ie -
run g e n.
Im Zu sa m men h a ng m it der V orlage eines Neu f u n-
des g r i ffen J. Liber a u nd A . Za k oś ciel na i n einem 2 0 10
publi z ier ten Au f satz den t r ichterbecher zeit l ichen Ka-
t a log t ei l von M. Kafl i ń ska pa r t iel l w ieder au f u nd d i s-
k utier t en d ie Depot s m it la n gen F euerstei n k l i ngen aus

39
Einführ ung in da s Thema
dem Lubli n-Gebiet . In ei ner Kar t e stel lten d ie A utor en
d ie besprochenen Deponier u nge n i n V erbindun g mit
den da f ü r ver wendeten Fl i nt sor t en da r .
Ü b er ei nen Hort m it K upf erobjek ten, welcher der
TR B zu g eord net w ird, ber ichteten K . A da mc z a k et a l.
i n einem Au fsat z a u s dem J a h r 2 01 5 . Der Fu n dplatz ,
d ie F u nd u ms tä nde u nd die Objek te w u rden dar i n seh r
au sf ü h rl ich be sc h r ieb en. V orgenom me ne chem i s che
A n a ly sen w u rden zudem de t a i l l ier t au sgewer t et .
I. 5 .6 S chwe de n
Ei n b edeutender T ei l der schwed i sc hen Hort e der
T richterbe cherzeit w u rde v on P . O . Nie lse n 19 7 7 u nd
19 79 sow ie v on M. R ech 19 79 vorg eleg t. Au f sie wi rd
u nten, im Abs ch nit t z u de n über regiona len W erk en,
weiter ei ngega ngen . Aber bereit s 1918 ve röff ent l i cht e
O . Rydbeck d ie erste g roße zu sa m men fa ss en de A rbeit
über d ie schw ed i schen neolit h is chen Deponier u ngen,
d ie er a ls V ot ivgaben i nterpret ier te. Sei ne Da tenba si s
bez og er a us der Sa m m lu ng des H is tori schen M u se -
u ms der Universit ä t Lund . Neben der Erstel lun g eines
det a i ll ier ten Kata loges wer tete Rydbeck d ie Fu n d zu -
sa m mens et zu ngen stat ist i sch aus u nd vergl ich d ie Er -
gebn i sse m it denen a nderer Sa m m lu ngen w ie der des
H is tori schen M u seu ms i n Sto ck holm oder des D än i -
sc hen Nation a l mus eu m s i n K open h agen. Ne ben den
k la s sis che n Hort f u nden a u ßerha lb von Sied lungen u nd
Gräb ern gab Rydbeck eb enso B ei spi ele f ü r Ei ns tückde -
pon ie r u ngen u nd Nie derle g u ngen i m B ereic h von Me -
ga l ithg r äbern ( R y dbe c k 1918 ).
Ei ne wicht ige R eg io na l st ud ie über die I n sel Got -
la nd stel lte R . La ng s u npub l iz iert e Mag i stera rb ei t
„ Gotl and s tunn ack iga flint yx or “ da r ( L a ng
19 8 5
). D a -
ri n st el lte La ng i n einem Abs ch nit t d ie i hm b eka nnten
t ric h terb echer zeit l ichen D epon ier u ngen m it d ü n n na -
ck igen Fl i ntbei l k l in g en zu sa m men, w er tete d ies e a u s
u nd di sk utier te d ie Erg ebn is se i m A ns ch lus s.
L . Blomq v i s t s W erk „Ne oliti sk Atla s över Väst ra
Göt al and “ , da s a u s einem Kata log - u nd einem T a fel -
tei l be steht, enth ä lt ein ige, we n n au ch seh r k ur ze I n-
form at ionen üb er neol it h i sc he Dep on ier u ngen aus
der schw ed i schen Provi n z Vä st ra Göt a la nd, da r u n ter
eben s o t richter bec herzeit l iche ( B l o mqv i s t 19 9 0 ).
Da s bisher u m fa ng reichs te W erk über neolit h is che
Dep on ier u ngen Süds chweden s, v on denen d ie t r ichter -
be che rz eit l ic hen den g rößten T ei l aus mache n, s t a m mt
vo n P . Ka rst en ( K a r ste n 19 9 4 ) . Der Kata log der Stu -
d ie „ At t kast a y xan i sjön “ umfas st 1 2 76 Ei nt r äge , d i e
a l le ver f üg ba ren In form at ionen z u m Fu ndor t , den
Fu nd u m st ä nden s owie den da zu gehörigen O bjek ten
ent ha lt en. Neb en st at i st i sc hen A na l ys en, i n welchen
di e F un dzus amm e ns e tz un g e n, - s c h w e rp unkt e un d di e
V er ä nder u ngen i n den je wei li gen neol it h is chen St u fen
bet r a chtet w u rden, liefer te Ka rsten ei nen a us f ü h rli -
chen theoret i schen T ei l, in welchem er si ch u. a. m it
den I nter pre t ation s mög l ich keit en neol it h i s cher D epo
-
n ieru ngen sow ie mit quel lenk r iti sc he n A spek ten aus -
ei na nders et zt e.
19 9 7 pr äs en t iert en F . H a l lg ren et a l. m it der V eröf -
fent l i chu n g „ Skogsmos se n, an E arl y Neolithi c set t le -
ment an d site s acr ifi cial fe n in the nor the rn b or de r l and
of the Funnelb eaker Cult ure “ eine t r ichterb echer zeit -
l iche S ied lu ng , n eben welcher e i n Moor opf er pla t z
iden t ifi z iert w u rde. In sgesa mt w u rde n d rei Besied-
lung spha sen rek onst r u iert , w ä hrend wel cher u. a. Nie-
derleg u ngen ei n zel ner , reich ver zier ter Kera m i kgef ä ß e
sowie inte n tion ell zerstörte Ste in ar tefa kte st a t tge f un -
den ha ben s ol len ( H a l lgr e n et a l. 19 9 7 ).
K . Ca ss el, P . Gus ta f ss on und B. Pet terson l ief er ten
i n dem 2004 ers ch ienene n Ba nd „ D ep åer oc h offe r I
Söd er manl and “ eine d iach ron e Be tr ach t u ng vo n De-
pon ieru ngen in der s ch wed is chen La ndsc ha f t S öder -
manl an d ( C a ssel et a l. 2004 ).
In ei ner R ei he v on A r ti keln w id mete sich L . L a rss on
der s ogen a n nt en T r a n s for m at ion von F l i nt werk z eu -
gen, speziel l v on Bei l k l i ngen, mit tel s Feu er u nd W a s -
ser . Im Ja h r 2 000 ersch ien d er A r t i k el „ The p as sage of
a x es : fire t rans form ation of fl int object s in the Ne olith -
ic of sout her n S wed en “ ( L arsson 2 000 ), 2 0 02 „ Fire a s
a Mean s of Ritu al T ran sfor mat ion during th e Pre his -
tor y of Southe rn S can dinavi a ” ( L arsson 20 02 ), 20 06
der A u f satz „ Flint an d fire - de st r uct ion of wea lth”
( La rsso n 200 6 ) u nd 2 011 „ W at er and fi re as t rans -
for mat ion ele ment s in rit u al de posit s of the S can dina -
vi an Neolithic” ( La rsso n 2 011 a ) sowie „ The r it ual u se
of a x es” ( La rsso n 2 011 b ) . A lle Arbei te n beschre ibe n,
w ie Fl i ntob jek te wä h rend der TR B intentionel l d u rch
Feu er zers tört u nd i n i hrer St r u kt u r u nd Fa rbe „t ra n s -
form ier t “ a n au sgew ä h lt en Or t en n iedergeleg t w u rden.
La rs son k onnte Plätze i n S ch weden id enti fi zieren, we l -
che eine überdurch sch n it t lich g roße A n za h l a n du rch
Feu er zerst ört en und a n sch l ießend de pon ier ten Fl i nt -
bei l k l i ngen a u f w ies en. Da neben u nterst rich er i n dem
A r t i ke l „ W e tlan ds an d Ritu al De posit s dur ing the Neo -
lit hic” ( La rsso n 20 07 ) d ie Be deu t un g v on Fe uchtge -
bieten a ls O r te der Deponier u ngen und prä sentier te
Fa l lbei spiel e aus Süds ch weden. I m A u f satz „ M id N eo -
lithic Enc losu res in South er n S wed en” be fa sste Larsson
sich m it d en i n der spä ten TR B ei ns et zenden Pfosten -
werken a l s D epon ier u n g sor t en ( L arsson 2 01 2 ).
In s einem Au fs a t z „Ne oliti ske r avpe r le r i V ä ste rgöt-
l a n d“ d i skut iert e K. Ebbe sen a l le i hm b ekan nten Fun-
de m it Bern stei nperlen a us der h i stori schen Prov in z
Vä stergötl and, u nter den en sich a uch Ho r te bef a nde n
( Ebbe se n 20 02 ) . Diese ord nete er in s ein t y p ologi sches
S ys tem ein ( s. o. ) u nd er ör ter te mög l ich e K on t a kt -
netz e wä h rend der TR B. Ga n z entgeg en dem g es etz-
ten Schwerpu n k t sei n es Au fs atze s na h m Ebbe sen i n

40 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
ei nem um fa s senden Kata log tei l z udem Deponier u n-
gen mit Fl i ntbei l k l i n gen a u f. D ieser T ei l sol lte a l s ei ne
Ergä n z u ng der von P . O. Niels en ver öffentl ich ten Kat a-
loge f u ng ieren, i st je doc h de ut l ich wen iger det a i l reic h .
Ei ne k omp lexe St ud ie, d ie sich a u sf ü h rlich dem
Fundplatz H i ndbygå rden ( Sk å ne lä n, SE) , dess en Nu t -
zu ng du rc h den Men s chen u nd d ie d a m it verbu ndenen
V er ä nderu ngen besch ä f t i g te , i st Å . Berg g rens A rbeit
„ Med k är ret s om källa “ ( Ber ggren 2 010 ). Im Fo k u s
der Stud ie st a nden die i n ei nen eh em a l igen Se e ei n-
gebrach ten Dep on ieru n gen, die z . T . b ereits aus dem
Mes ol it h i k u m s t a m me n . Post proz es s u a l e D en k a n s ät -
ze k ennz e i c hn e n di e A us führung en un d v e r sc hi e be n
den Blick w i n kel d er Deut u ngen von e i n z el n au fgef u n-
dene n Objek ten au ßerha lb von S ied lun gs - u nd Grab -
k on texten.
I.5 . 7 Überregionale W erke
Ei ner der fr ü hest en überreg iona len Auf s ätze , der
neol it h i s che Dep on ier u ngen be s ch reibt , w u rde von
K . S chu macher v er f a ss t u nd t rä g t den Ti tel „ Ne ol ith i -
sche Depot f u nde i m west l ichen Deu t s ch l a nd “ ( Schu -
m ac h e r 1 9 14 ). Der Blick S chum achers r eichte dabei
wei t über d a s i m Ti tel gena n nte A rbeit sgebiet hi n aus .
So w u rden a l le bi s da h i n beka n nten Depon ieru ngen
a l le r ne ol it h i s chen Ep o chen D eut s c h l a nd s b es pro -
chen. Die Quel len Schu machers wa ren sow oh l P ubl i
-
kat ionen a l s auch p er sön l iche M it t ei lu n gen re g ion a ler
Fo rs cher . Zu dem be sprach er a l le gän g igen Inter pre -
t at ionen ne ol it h i s cher Dep on ier u ngen .
K . L a ngen heim ver öffent l ichte 19 4 1 den A r t i kel
„ Zu r Stel lun g der no rd- und ost deutschen Stei n z eit -
gef ä ß e aus T or f mooren “ , i n welche m er Fu nde a u s
Sc h le s w ig- Hol st ei n, Me c k lenbu rg- V or pom mer n, Br a n -
denburg u nd P olen vo rst el lte ( Lan ge nheim 19 4 1 ). E r
zeig te sich i n der Inter pret ation der Bef u nde un sicher ,
zog jedo ch neben Se era nd sied lun gen ebens o d ie Mög -
l ich kei t von Opf er u n gen al s Ursache in B e t racht. Zu -
dem ve rsuchte er sich a n ei ner t y p ologi s chen sowie
c hr o n o l o gisc h e n E in o r dn un g d er F und e .
19 6 3 ers ch ien B. St jer nqu i st s A r t i k el „ Pr ä l i m i na r i -
en zu ei ner U ntersuchung von Opfe r f u nden “ ( St j e r n -
qu i st 19 6 3 ) . In d ieser A rbeit defin ier te sie K r iterien
f ü r da s Erke n nen von Deponier u ngen a l ler Zeit stel -
lungen, d ie i h rer A n sicht nach a l s „Opferf u nde“ a u f -
zu fassen s i nd.
J. Preu ß ’ St ud ie „D ie Baa lberger Gruppe i n M it -
teldeut s ch l a nd “ ent h ä lt , neben seh r u m f a n g reichen
Ausf ü h r u ngen zu d ies er , I n form ationen über Depo -
n ier u ngen m it Gef ä ßen, d ie st a rke Ü b erein s t i m mu n -
gen mit Baa lberger Gef ä ßen auf weis en ( Pr eus s 19 6 6 ).
Diese s t a m men aus S ch le sw ig -H ol stei n, Me ck len -
bu rg- V or p om mer n s ow ie B ra ndenbu rg u nd Polen u nd
si nd in sgesa mt m it der TR B i n V erbindu ng zu br i n -
gen. Da m it l iefert e Preu ß ei nen w ichtigen Beit ra g zu
Gef ä ßdep on ier u ngen der TR B au ßerh a lb Dä nema rks ,
d ie bis au f d ie A n sätz e J. A . Ba k kers ( s . u. ) kaum er -
fo rs cht sind.
P . O. Nielsen ver öffent l ichte 19 7 7 e i nen s eh r ei n -
flus sreich en Au f sat z zu m Thema der t r ichterbe-
cherz eit l ichen Dep on ier u ngen. I n der A rbeit „ D ie
Fl i ntbei le der f r ü hen T r ichterbecherku lt u r i n Dä-
nema rk “ w u rden d ie Fl i ntbei l k l i ngen der TR B t he-
mat i siert u nd t y p ologi sier t . Da vol l st ä ndig erha ltene
Bei l k l i ngen, d ie eine met r i sche A na lys e ermög l iche n,
f a s t au s s ch l ie ßl ic h au s D ep on ier u ngen s t a m m en, kon -
zent rier t en sich Nielsen s Un tersuchu ngen zu meis t
auf d iese. Der Foku s l ag dab ei auf den B ei l k l i n gen d er
f r ü hen TR B. Um die heraus gestel lten T y p en k ontex -
t uel l u nd zeit l ich ei n s chät zen z u k ön nen, untersuch-
te Niels en a l le i h m beka n nten tr ichterbecher zeit l ichen
Depon ier u ngen m it Fl i ntbei l k l i ngen aus Dä nema rk,
Schweden und T ei len No rddeu t sch la nds , be wert ete
d ies e vergleichen d u nd ent w ick elte ei ne a l lgemei ne In-
ter pret at ion der B ef u ndg r upp e ( Ni e l se n 19 7 7 ).
19 79 s ch los s Niels en a n d ies e A rb eit an u nd be -
sch ä f t ig te sich i n dem Au fs atz „ D e t yk nak ked e flint øk -
se rs k ronolog i “ m it den s pät t r ichterb e cher z eit l ichen
d ick n ack igen F l i ntbei l k l i n gen. Ne ben der A n a ly s e
ausgew ä h lter Ho r t en sembles aus Dä nema rk, Schwe -
den und Deut sch la nd gi n g es vor a l lem u m d ie Frage,
welch e der herausgest el lten B ei l k l i ngent y pen sich der
TR B z uweis en la s sen u nd welch e i n d ie nach fo lgende
EGK g e stel lt w erden sol lten ( Nie l sen 19 79 ).
M . Rechs Monogr a fie „ St udien zu D epot f u nden
der T richterbe cher - und Ei n z elg r abk u lt u r de s Nor -
dens“ stel lt bis heute die ei n z ige u m f a ss ende überre -
g iona le Un tersuchu ng der Ho r t f u nde des no rd i sc hen
Neol ith i k u m s d a r ( R ech 19 79 ) . I n sges a mt w u rden
473 Fu nd stel len in Kat a log form vorg eleg t , u nter -
sucht und d i sk ut ier t. D epon ier u ngen der Ost - und
des n ie derlä nd i s chen T ei l s der W e st g r upp e w u rden
bew u s st n icht m itei nbez ogen. Die Be deut u ng d ies es
W erk e s f ü r d ie nach folge nde F orsc hung w a r sicher -
l ich eng m it sei ner A k t ua l ität u nd k ompak ten Da r -
stel lung s weis e verknüpf t . Zudem bet r achtete u nd
verma ß R e ch ei nen großen T ei l der v on i h m vorg e -
stel lten Objekt e persön l ich. O ffen sichtl ich h at te er
jedoch n icht d ie gesa mten i h m z u r V er f üg u ng stehen -
den Q uel len de r ei n zel nen Reg ionen Nordost deut s ch -
la nd s gen ut zt . S o fehlen bei spiel swei se d ie „B a lt i sc hen
St ud ien “ , d ie „ Monatsblät ter der P om merschen Ge -
sel l s cha f t “ u nd eben f a l l s d ie „ Kur zen Fu ndber ichte“
i m „ Ja h rbuch f ü r Bo denden k m a lpflege i n Me ck len -
bu rg“ . Die von R ech gesch a ffenen Katego r ien sow ie
st at i st i sc hen Un ter suchu n gen der Nie derleg u ng s or -
te, Fu ndtiefen und K ompositionen haben bis heute
ei nen nachh a lt igen Ei n flu ss au f d ie Aus wer t u ng der

41
Einführ ung in da s Thema
Hort f u nde des nor d is chen N eol ith i k u ms . Im A r t i k el
„ Die S i lex bei ldep on ier u ngen i n Norddeut sch l a nd “
fa ss te Rech einen T ei l sei ner Erg ebni ss e zu sa m men
( Rec h 19 8 0 ).
K . Ebbe sen, der v iel e A r t i k el über ve rsch ieden s -
te Depon ier un g en der TR B ve r fa ss te u nd so v iel zu
deren Erforschun g beitr ug , be sch rieb i n sei nem A u f -
satz „ Die Si lex - Bei l- Depot s Südska nd in avien s u nd
i h re V erbreit u n g“ haupt s äch l ich D ep on ier u ngen von
sogena n n ten F li ntpl an ken, bei den en es sich u m V or -
a rbeiten f ü r Bei l- oder Dolch k l in g en ha ndel t ( Ebbe -
sen 198 0 ). Zud em versu chte er eine V e rk n üpf un g der
A r t u nd M enge de r depon ie r ten Objek te u nd de r Ent -
fernu ng z u Feuerstei n l agerst ät ten her zu st el len. I n
Ebbe sen s A u fs atz „ Off er f u nde t f ra Å Højrup “ w id -
mete er sich den neolit h is che n Depon ieru ngen m it
F l i nt mei ß el k l i ngen aus Dä nem a rk, Deut s ch l a nd u nd
Sc h weden ( E bbe se n 1 9 81 ) . Die se G r uppe von Hor -
ten cha r a k teri sier te er a ls ers ter u nd v ersuch te, d ie
Mei ß el k l i n gen au fg r u nd mor pholog i s cher K r iter ien
ent weder der TR B oder der n ach folgenden EGK zu z u -
wei s en . 19 82 stel lte E bbesen i n ei nem ku rz en A r ti kel
m it angehä ng tem Kat a log tei l die neol ith i schen Depo -
n ieru ngen m i t Fl i nt k l ingen aus Dä nema rk, Schweden
u nd Nordde ut sch l a nd vor ( E bbe se n 198 2 ).
19 9 8 ersch ien ein k u rzer A r t i ke l vo n J. A . Ba k ker
m it de m Ti tel „Opfer mit T richterbe che rk era m i k in
Gew ä sser n u nd Br un nen “ . I n die sem zeig te er , w ie
weit verbr eitet D epon ier u ngen m it K era m i kgef ä ß en
i nnerha lb des T R B - Ra ume s sind . Ba k ke r iden ti fi z ie r te
i n s ge sa mt 81 „ni ch t -d änis c h e “ F un dst e ll en mi t tr i c h -
terb echer zeit l icher Kera m i k aus Mo oren, Gew ä ss ern ,
dem Meer sow ie Quellen, Br u nnen u nd W a sserlö -
cher n ( Ba k k e r 199 8 ).
Ei ne ein flus sreich e Mo nogr aphie über d ie K up fer -
f u nde des Meso - und Neol ith i k u ms i n Norde u ro pa
st a mmt von L . K la ssen u nd t räg t den Ti tel „ F r ü hes K up -
fer im Norde n “ ( K l a sse n 2 000 ). K la ssen m a chte deu t -
l ich, mit welche n D y na m i k en und Aus tau schpr ozes sen
auf eu ropä is che r Ebene da s Au f t reten vo n K up fer objek -
ten i n den versch ie denen Ge sel l s cha f t en ei n herg i ng. In
sei nem um f a ng rei chen Ka ta log si nd neben ein igen Ho r -
ten m it K upfer objekt en viele Ei n zel f u nde erf a sst , f ü r d ie
der V erdacht best eh t, da s s es sich eben so u m Depon ie -
r u ngen geha ndelt h aben kön nte.
In dem A r t i k el „ Da s Opfe r u nd das G eopfe r te“ stel l-
te F . K l im sch a Fund stel len zu sa m men, die t richterbe-
cherzeit l iche tieri sche oder men sch l iche Sk elet t e und
Sk elet t tei le sow ie Bei l k l in g en m it noch vor ha nden en
H olzschäf t u ng en a uf w i esen ( K limsch a 20 09 ). K l i m -
sch a v er f olg t dabei d ie Idee, da ss d ie Bei le a l s Opfe r -
geräte a u f zu fa ss en sind, d ie nach dem Opfera k t mit
ei ne m T abu beleg t wa ren, so da s s sie zus a mmen m it
den geopfer ten Le bewe sen dep on ier t werden mus st en.
Zu sa m menf a ssend l ieß si ch a l so seh r g ut beleg en,
da ss ei n a k t ueller A n satz d ie v ielen z. T . s ehr det a i l-
l ier t en reg ion a len St ud ien z u sa m men zu f a ss en u nd d ie
t ric h terb echer zeit l ichen Dep on ieru n gen mit den a k -
t uel le n Met hoden zu u n tersuchen sowie i m H inbl ick
auf neuest e Erk enntn i ss e und Theor ien zu d isk utieren
fehlt . Die A rbeit v on M. R ech, a l s der bisher um f a ng -
reichst e V ersuch d ieser A r t , l ieg t in z w i schen mehr a l s
v ier Jah r zeh nte zu rück u nd bez og, w ie gezeig t , zudem
n ich t a l le R eg ion en mit ei n, i n den en tr ichterbecher -
zeit l ich e Depon ieru ngen fest g es tel lt w erd en k o n nten.
Die vo rliegende Arb ei t hat da her de n A n spruch, d iese
Lück en zu sch l ießen u nd das Them a a u f einen a k t uel -
len Sta nd zu bri ngen.
I. 6 QUELLENK RITIS CHE ANAL YSEN
V or der Ers tel l u ng vo n V erbr eitu ng ska r ten u nd de r
Be we r t u ng vo n Fund k onz en t rationen ist e s unu m-
gä ng l ich zu h i n ter f ragen, w ie das vorg ef u nden e Fund-
bi ld zu sta nde gek om men is t oder die Fu nd e i n d ie
Sa m m lungen gela ng ten. Auch der Beg i nn w i ss en-
sch a f t l iche n Sa m meln s sow ie d ie U nters ch utz stel lun g
vo n Bo den denk m ä lern k önnen sich reg io na l st a rk u n -
ter scheiden u nd h aben e inen we sent l ichen Ei n flu s s
auf d as Ka r tenbi ld, so da ss sie b ei dessen I nterpret a -
t io n be dach t we rden m üs sen. W eiterhi n spielen die
Fundum st ä nde eine w ichtige R ol le, v or a llem wen n die
Funde n ich t durch ei ne sy stemat is che archäologi sc h e
Er fo rschu ng entdeck t, s on dern a l s Zu fa l l sf u nde zuta-
ge ka men .
I. 6. 1 Auf f indungszeitraum und A uf f indungsor te v on De -
ponierungen mit S teingerä ten im A rbeitsgebiet
Fo lgen d sol l der Zeit pun k t des Au ffi ndens von tr ich -
ter be cher zeit l ichen Dep on ier u ngen n ach Reg ionen
da rges tel lt u nd m itei na nder verg l ichen werden. D ie da -
f ü r a m bes ten geeig nete Depon ieru ng sg r up pe i st jene
m it Stei nger ä ten, i n nerha l b welcher die F l i ntbei l k l i n -
gen d eutl ich domi n ieren ( Kap . I I.
1
) . Dabei i st zu b eden -
k en, da ss F li ntbei l k l i ngen a ufg r u nd i hrer Größe u nd
Be scha ffen heit a u ff ä l l ig sow ie re lati v resis tent g ege n -
über V er w it ter u ngsprozes sen si nd. Sie üb ten bereits
f r ü h eine gew is se Fa szi nat io n a u f d ie Me n schen a us ,
wenn sie durch Zu f a l l en tdeck t w u rde n ( Kli mscha/
N o wa k 2009 ) . D ie W a h rs chein l ich k eit, da ss sie n icht

42 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
w a h rgenommen u nd w ieder we g gewor fen w u rden, i st
geri n ger a l s bei B er n stei nperlen oder K era m i kgef ä ßen
( Ko c h 2008 , 58 – 59 ), vermutl ich wei l b e sonders le t z tere
of t s t a rk f r ag mentier t a n s T ag esl icht ka men.
Die Depon ier u ngen m it Stein geräten sind ei ne Be-
f u ndgr uppe, d ie sich nicht gezielt a uf spü ren lä s st .
Wä h rend Gräb er feld er , über i rd i sche Gr äber , Sied lu n-
gen oder Ein hegu ngen d u rch a u sgepfl üg t e A r tefa k te ,
ge om a g ne t i s c he Unt er s uc hu nge n o der Un r ege l m ä -
ßigkeiten im B oden erka n nt und a n s ch l ießend g e-
zielt a us geg rab en wer den k ö n nen, tr i ff t a l l da s au f
d ie Ste i n gerät e dep ot s n icht z u . L e d i g l ich Met a l l hor -
te w u rden und werd en reg el mä ßig d urch S onde ngä n-
ger e ntdeck t . Ei n Großteil von i h nen is t jedoch n icht
a n ei ne a rchäologi s che In s t it ution gebunden, wesha lb
vermu t l ich v iele der so entdeck ten Hor te der w i s sen-
sc ha f t l ichen Au s wer t u ng f ü r i m mer ent zo gen werden.
Bei den Depon ier u ngen m it Stei ngeräten ha ndelt es
sich a l so au ss ch l ießl ich u m Zu f a l l sf u nde, d ie nur s eh r
selten pro fessionell geborgen oder do k u mentier t w u r -
den. Zudem befa nden sich v iele v on i h nen über einen
lä n ger en Zeit r aum i n Pr iv atbesit z , so d a ss b ei i h rer
Ü bergabe a n ein Mu seu m k aum noch I n form ationen
zu i h ren F u nd u m st ä nde n beka n nt sind.
Für led ig l ich 42 0 ( 36 % ) der tr ichter be cher z eit l i -
chen Dep on ier u ngen m it St ei nger äten i st ei n Au ffi n -
dung sz eitpu n k t bz w . -z eitr aum b eka n nt. V on d iesen
si nd 4 10 D atens ätz e aus wert ba r , wen n der Auffi n-
dung sz eitr aum m it tel s Z eh nja h res cheiben bet r achtet
w i rd. Zu näch st sol l da s Fu ndauf kommen i n nerha lb
des ges a mten T r icht erbe c herr au me s ab gebi lde t wer -
den (Abb.
7
) . Dem nach w u rde
21
% ( n =
88
) a l ler tr ich-
terb e cherz eit l ichen Dep on ier u ngen m it St ei nger äten
bis z u r W ende zum
20
. Jh . gef u nden. Zu b eden ken ist
h ierbei, da s s d ie muse a len I n st it ut ione n sow ie d ie A r -
chäologie a ls W i ss en sch a f t i m 19 . Jh . noch i m Au f bau
beg r i ffen wa ren u nd som it v iele der v on Priv at leuten
entde c k t en D ep on ier u ngen we der a l s a rch äolog i s ch
releva nt er ka n nt noch reg i st r ier t w u rden.
W eitere 38 % der F u nde ( n = 156 ) m it beka n n-
tem Funddat u m w u rden in der ersten H ä l f te des
20 . J h. geborgen. Le d ig l ich 41 % st a m men dem n ach
aus dem Z eitr aum z w i schen 19 5 0 u nd 2020 , wel -
cher f ü r ei ne I ntensiv ier u ng mu sea ler u nd w i ss en-
sch a f t l icher A k t iv itäten steht. Au s d ies em Ergebni s
l ieße sich sch lus sfolg ern, da ss der U m f a ng a rchäol o-
g i scher Un t ersuchungen k ei nen po sitiven Ei n flu ss au f
d ie Q ua nt it ät a u fgef u ndener t r ichter be cher zeit l icher
Depon ier u ngen hat, wen n ma n n icht arg u mentieren
möchte, da s s bis 19 5 0 d ie mei sten der überhaup t vo r -
ha ndenen Depots b ereits entdeck t word en sind . Wie
bereits er wä h nt, h a ndelt es sich bei den Depon ieru n-
gen j edoch u m Z u f a l l sf u nde, d ie zudem me i st von
Pr iv atleuten gemach t w u rden u nd sich da m it der In-
ten si v ie r u ng a rch äolog i s c her Fors chu n g e nt zie hen .
Zug leich i st jedo ch ei n zuwenden, das s oh ne eine Pro-
fes sion a l i sier u n g de r A rch äolog ie u nd da m it verbu n -
den der in st itut ionellen Herausbi ldu ng von M u s een,
üb erh aupt keine Dep on ier u ngen z ent r a l re g i st r ier t
wo rden wä ren. Eng d a m it ver k nüpf t i st d ie Sen sibi l i-
sieru ng f ü r d ie Bef u ndg r uppe der neol it h i schen Hort e
i n nerha lb der a rchäologi s chen F orschun g , w ie a m B ei-
spiel M eck lenbu rg - V orp om mern s i n Kap. I. 6 . 2 exe mp -
la r i s ch vor gef ü h r t werd en sol l.
In ei nem näch s ten Sch rit t s ol len d ie oben gezeig ten
Ergebni ss e f ü r d ie L ä nder Dä nema rk, Deut sch la nd u nd
Sc hweden au fges ch lü s se lt werden, aus denen z u s a m -
men genommen 88 % (n = 3 61 ) a l ler D epon ier u n gen m it
beka n ntem F u ndda t u m st a m men ( A bb. 8 – 10 ).
Di e f r ü he s t en E nt de c k u n ge n t r i c hte rb e che r z e it l i -
cher Depon ieru ngen a u s D ä nema rk si nd erst f ü r d ie
z wei te Hä l f t e des 19 . J h. n achgew iesen, w ä h ren d es
f ü r Deuts ch la nd u nd Schweden berei t s ei n ige Bele-
ge a u s der erst en Hä l f te des selb en Ja h rhunder t s g ibt.
Ei nen ersten Höh epun k t erreichten d ie Entdeck u n-
gen in Dä nema rk u nd Schw eden i n den 1910 e r-J a h -
ren, in D euts ch l a nd bereits i n den 18 9 0 e r-J a h r e n ,
wä h rend hier i n den 19 0 0 er u nd 1910 er -Jah ren kaum
Abb. 7 . Anzahl der trichterbecherzeitl ichen Depon ier ung en,
die im gesam ten T richterbecherr aum i n den darg estellten
Jahr z ehn t en e nt d e c k t w urd en ( n = 330 ; Gra fik : K . Wint e r ) .
Abb. 8 . A nzahl trichterbecherzeitl icher Depon ier ung en a u s
Dä ne ma rk, d ie in d e n d ar ge st e llt e n Jahr z e nt e n en t d ec k t
wurd e n ( n = 18 8 ; Gra fik : K . W int e r ) .
0
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
vor 1810
1810 er
1820 er
1830 er
1840 er
1850 er
1860 er
1870 er
1880 er
1890 er
1900 er
1910 er
1920 er
1930 er
1940 er
1950 er
1960 er
1970 er
1980 er
1990 er
2000 er
2010 er
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Jahrzehnt
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vor 1810
1810 er
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1980 er
1990 er
2000 er
2010 er
n
Jahrzehnt

43
Einführ ung in da s Thema
Entdeck u ngen zu ve rz eichnen wa ren. Die g röß te Z a h l
a n Entdeck u nge n weist D änema rk f ü r d ie
19 4 0
e r-J a h -
re a u f, wä h ren d es i n Deut sch la nd d ie 192 0 e r -, 193 0 e r-
u nd 19 5 0 er - Ja hre si nd, h ier in den 19 4 0 e r- Ja h r e n
aber ei n st a rk e r Ei nbruch der Fund za h len vor l ieg t. I n
Sc h weden w a r d as Fund a u f k om men nach den
1910
e r-
Ja hren r ück läu fig. A l l g emein s cheint es i n a l len R eg i-
one n ab dem Beg i n n der zweiten Hä l f te de s
20
. J h. zu
wen iger Entde ck u ngen gek om men zu s ei n.
U m d ie a u fgezeig ten Schwa n k u nge n der A nz a h l
vo n Funden i n den a u fg ezeig t en Zeitr äumen be sser
ei n ordnen u nd v erstehen zu kö n ne n, i st es not wen-
d ig , sich mit den Fundum st ä nden d er Niederl eg u n -
gen mit Stei ngeräten a us ein anderz us et zen. Fü r r und
64 % d ieser Depon ier un g en ( n = 682 ) l iegen I n for mat i -
onen zu den Fundu m st ä nden vor . Be t rachte t w u rden
led ig l ich d ie jen ige n Depon ieru ngen, wel che a u ßerha lb
vo n Sied lu nge n, Erdwe rk en oder nicht i n der Nähe
vo n Gräb ern n iederge leg t w u rden. Die Qua l i t ä t der
vorha ndenen Be sc h reibu ngen i st je doch seh r u nter -
sc h ied l ich u nd reicht von ei ner e i n fac hen B es ch rei -
bu ng des Fundor tes ( z. B. „ Moorf u nd “ oder „ auf dem
Fel d gef unden “) u nd der F undum st ä nde ( z. B. „ De-
pot f u nd “ o der „zu sa m men g ef u nden “) bi s h in z u seh r
det a i ll ier ten A ngab en. Für r u nd d ie Hä l f te der h ier
nä her b et rachte ten t r ichterbe cherz eit l ichen Depot -
f u ndp lätz e w u rde an g egeben, da ss sie auf feuchtem
Gr und gef u nden w urden. Die fest st el lba re M enge v on
Niederl eg u ngen a u s d iesem M i l ieu ist je doch durch
nat ü rl iches T roc k en fa l len des jewei l igen G elä ndes so -
w ie v or a l lem d u rch a nth ropogen v er ur sachte T ro-
cke n leg un g en verf ä l scht wor den und l ieg t deutl ich
höh er . Der t atsäch l iche A n tei l von Ni e derl eg u nge n i n
feu chtem T err a in l äs st sich heu te nu r noch über de-
t a i l l ier te G elä ndea n a ly sen a n nä her u ng s weis e erm it -
tel n (Kap . I II . 1 . 2 ).
Abb. 9 . A nz ah l trichterb echerzeitlicher Deponierung en aus
De ut sc hla nd , di e in de n d arge st ell te n Jahrz e nte n ent d ec k t
wurd en ( n = 10 6 ; Grafi k: K . W int er ).
Abb. 10 . A nz ah l t richter be cherzeitl icher Depon ier un gen aus
Schw eden, die i n den darg estellten J ahrzenten entdeck t wur -
de n (n = 67 ; G rafik : K . Wint er ) .
Abb. 11 . Die F undumstände t richter becherzeitlicher Depo -
nie ru ngen mi t Ste inge r ät en ( n = 6 82 ; Gra fik : K . Wint er ) .
0
2
4
6
8
10
12
14
vor 1810
1810 er
1820 er
1830 er
1840 er
1850 er
1860 er
1870 er
1880 er
1890 er
1900 er
1910 er
1920 er
1930 er
1940 er
1950 er
1960 er
1970 er
1980 er
1990 er
2000 er
2010 er
Jahrzehnt
n
0
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1970 er
1980 er
1990 er
2000 er
2010 er
n
Jahrzehnt
Baumstubben
ziehen
1

%
Reinigen von
Gewässern
2

%
Archäologische
Untersuchungen
2

%
Ausgraben
großer Steine
10

%
Sonstiges
1

%
Feldarbeit
2

%
Pflügen
16

%
Ernte
1

%
Drainage
14

%
Erdbau
16

%
Stein-
schlägerei
2

%
Torfstechen
33

%
Viele de r i n der Stein zeit noch offenen Gew äs ser
u nd F euchtgebiete vermoor ten i m Lau f e der Jah r t au -
sende (Kap . I I I. 1 . 1 ), so da s s sich T o r f bildete. Spätes -
ten s um 1 000 n . C hr. , vermu t l ich aber schon deu t l ich
f r ü her ( R ic h a r d 19 76 , 18 4 ; K r i sti a nse n 19 85 c , 60 ;
Ko c h 19 98 , 62 ), w urde au fgr u nd wach sender H ol z -
k napphe it zuerst i n Ba l lu ngs g ebieten u nd spä t er flä -
chende ckend T or f a l s Hei zm ater i a l i n g röß eren Mengen
abgeba ut. Da s dab ei über Ja hrhunder te w ä hrende pla n -
lose V org ehen w u rde ab dem 17 . Jh. ad m in i st rat iv ge -
ord net ( R ic h a r d 19 76 , 18 4 , K r ist i a nse n 198 5 c , 60 ).
Fü r 33 % der Dep on ieru n gen mit St ei ngeräten u nd be -
ka n nten, a u sf ü h rl icheren Fu ndu ms t ä nden l iegen A nga -
ben vor , d ie si e m it de m Abbau vo n T or f i n V er bi n dun g
bri ngen ( A bb . 11 ). Im V erg lei ch der Qua nt ität des abge -
bau ten T orf s i n Dä nema rk ( Abb. 13 ) m it der M enge de r

44 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
reg i s t r ier t en t r icht erb e cher z eit l ic hen D ep on ie r u ngen
la ss en sic h Zu s a m men hä nge fes t s te l len . Sp ez iel l der
hoh e A n s t ieg der F u nde in den 19 4 0 er- Ja h ren korrel ier t
m it der Inten siv ier u ng de s T orf abbau s i n Dä nema rk in
d ies er Zeit . Aber auch eine höh ere T orf abbau quote i n
den
1910
er - J a h ren, ei n a n s ch l ießender R ü ckga ng s owie
ei n erster leichter A n st ieg i n den 19 3 0 ern de cke n sich
vol l kommen m it der D ep ot f u nd st ati st i k .
Für d ie tat säch l iche Menge abg ebau ten T or fs i n
Nord m it te leu ropa u nd Nordeu ropa g i bt e s j e doc h kei -
ne bel a s tb a ren Mengena nga ben ( K r i st i a ns e n 19 8 5 c,
59 ) 10 . T rotz der Zutei lu ng von T orflächen a n Pr iv at -
leute und der Fest leg u n g von Ma x i ma l mengen, ist der
gena ue U m f a ng de s über d ie Ja h rhunder te er folg ten
T orf abbaus n icht beka n nt und lä sst sich womögl ich
n ic ht meh r rekons t r u ieren . D ie pr ä sent ier t en Z a h le n
mög en da her , wen n überhaup t , led ig l ich T rends i nten -
siver Abbau pha sen w ie derg eben . A l lgemein s a n k von
18 7 1 bi s 1 9 14 d ie B edeut u ng von T orf a l s Brenn s toff i n
Eu ropa und erla ng te ers t w ieder m it dem Beg i n n des
Erst en W el t k rieg s erneutes I nteress e ( R ic h a r d 19 76 ,
18 8 ). Dieser T rend sp iegel t sich jedoch nu r zu m T ei l i n
den hier gezeig ten Stat i st i k en w ider u nd er k lä r t bei -
spiels weis e n icht das hohe Fundauf k ommen i n den
18 9 0
er - J a h ren i n a l len h ier da rgestel lten Lä ndern . Zu -
dem w u rden i n den
1910
er - J a h ren i n Deut sch la nd, v or
a l lem im V erg leich zu Dä nema rk und Schweden, n u r
wen ige Fu nde gemeldet .
Bi s i n da s 20 . J h. h i nein w u rde der T o r f ma nu -
el l gesto chen ( Abb. 12 ; V erei n zu r Förd er ung d er
M oo rkul tur 19 3 4 , 10 – 11 ) . V or a l lem wenn nur ei ne
geri nge A n z a h l a n A rbeitsk rä f ten zu r V erf üg u n g
st a nd, bl ieb der Ha nd st ich d ie ei n z ig durch f ü h rba-
re Methode ( ebd., 4 ). Dadu rch k on nt en d ie T or f a rb ei -
ter d ie prä h i stor i schen Objek te d i rekt w a h rneh men
u nd b ei ex i s t enten Ko nt a k ten zu A rch äologen melden
( Ko c h 19 9 8 , 58 ) . Dies set z te je doch ste t s voraus, da ss
d ie V era nt wor t l ichen i n de r a rch äolog i sc hen D en k -
ma lpfleg e ei n entsprechend es Net z wer k aufgebau t hat -
ten, da son s t vermu t l ich da s Wi ss en u m d ie meis ten
durch Pr iv at leute g emachten F u nde ver lor en g i ngen
( Ba k k e r 19 9 8 b, 254 ). Spätes ten s m it dem be g i n nen -
den 20 . Jh. s et z te d ie Mech a n i sier u n g des T or fabbau s
ei n, d ie sich in den 19 6 0 e r - J ahr en e n dgül tig d ur c hse tz -
te ( R ic h a r d 19 76 , 191 ) . Der a l lgemeine Rü ckga ng i n
den 19 5 0 er - Ja h ren steht m it großer W a h rsc hein l ich-
k eit ebens o m it dem st a rke n Rü c kga ng des T or f abbaus
ab d ies er Z eit im Zu s a m men h a ng. Zu ei nem ver -
g leichba ren Ergeb n i s ka m b ereits E . K och b ei der U n-
ters uchu ng der D epon ier u n gen m it Kera m i kgef ä ß en
auf den dä n i schen In sel n Se ela nd, Lol l a nd, Fa l s ter u nd
Møn ( Ko c h 19 9 8 , 58 – 62 ; zudem Av e r d i e c k 19 76 , 72 ).
Neben dem T orf abbau sind Dr a i n agea rbeiten ei ne
häu fig er w ä h nte Ursache f ü r da s Au ffi nden v on De-
pon ier u ngen. Eb en so w ie da s T orf s techen w i rd
d ie T rockenleg u ng von La nd zu r Herst el lu ng von
Abb. 12 . V ersch iedene Ar beitsschritte de s ma nuellen T orfste chens ( Ver ei n zur För deru ng der Moor k ultu r 19 3 5 , 4 – 5 ).
10 A n d ies er St el le s ei A . Baueroc h se (D eut s che Ge s el l-
sc ha f t f ü r Moor- u nd T orf k u nde e . V ., Ha n nover ) f ü r s ei-
n e fr eun dli c h e n A us künfte un d Anr egun ge n g edankt.

45
Einführ ung in da s Thema
A g ra r fl ächen ( B or k et a l . 19 9 8 , 18 9 – 19 0 ) u nd zu m
Ent w ä ss ern von T or f moore n seit Ja h rhu nder ten pra k -
t iz iert . Ag r ar ref ormen, Fo r t sch rit te i n der Produk t i-
on und neue T ech nologien, d ie berei t s ab der zweiten
Hä l f te des 18 . Jh . zu m T ragen kamen, f ü h r ten zu ei-
ner Inten siv ieru ng der K u lt iv ier un g v on L a nd und
da m it zu r Dra i nage v ieler zuvo r u nge nu t zter Feuch t -
bo dena re a le ( ebd ., 19 0 ; K r i st i a nse n 19 8 5 c , 45 – 46 ).
Da s s ogena n nten „ Z iehen von Grä ben “ oder a l lgemei n
A k t iv itäten i m Zus a mmen ha ng m it dem Ent wä s-
ser n v on La nd wer den f ü r 14 % der F u ndst el le n t rich-
terb echer zeit l icher Dep on ier un gen mit St ei ngeräten
er w ä hnt. M it der Dra i nage geh t d ie la ndw i r ts cha f t -
l iche Nu t zu ng der en t w äs ser ten Fl äch en ein her . M it
der Ei nf ü h ru ng kera m is cher Dra i nagero h re i m spä-
ten 19 . J h. ex pa ndier ten d ie ag ra ri sch genu t zten F lä-
chen a u fg r u nd des Ei nbezug s ehema l ige r Feu c h t a rea le
noch ma l s deutl ich ( ebd., 51 ) . Ei n g roßer T ei l der beim
P flügen en tde ck ten t richt erbe cherz eit l ichen Dep on ie -
r u ngen m it Stei ngeräten ( 16 % der Fu nd e ) d ü r f te da her
auf i h re ehema l ig e Niederlegu ng i m feu chten Boden
h indeuten. Ers t d ie Bew i r t scha f t u ng der eh ema l igen
Feuc ht gebi et e e rm ög l ic hte d ie z u f ä l l i ge E nt de ck u n g
der Depon ieru ngen. V erst ä rkt w i rd d ieser Ei ndr uck
durc h C ha ra k ter i sieru n gen der jewei l igen Fund st el -
len a ls „( a n )m oori g“ , „ su mpfig “ oder a ls „ feu c h te Nie-
deru ng “ . Du rch d ie Ei nf ü h ru ng von T r a k tore n ab der
späten ersten Hä l f te des 20 Jh . k on n ten d ie Pflug t ief en
zudem a u f bis z u 0 , 80 m verdopp elt werd en ( eb d. , 55 ).
Die a l s „E rdba u“ um sch r iebenen Ak t iv it ä ten, d ie
ei ne n A ntei l v on 16 % ausmachen, um f a ssen a l le
men sch l ichen Bo denei ng r i ffe, b ei welchen B oden i n
sei ner Lage verä nd er t w ird, w a s meist m it Ei ng rabu n -
gen in d ie Erde — z. B. f ü r Fu ndamentg r äben — oder
dem Abbau v on B oden — z. B . f ü r d ie Gew i n n u ng von
Sa nd — ei n her geh t . Au ch da s A n legen v on Dr a in age -
g räben w ü rd e u n ter den Erdba u fa l len, w u rde aber ei n -
zel n da rgestel lt , um d ie B edeutu ng d ieser A k tiv it ät zu
u nter st re ichen . D u rch d ie g roßfl äch igen T ro cken le -
g u nge n vo n La nd w u rden ein ige d ieser Bau - u nd Ab -
bau t ä t ig kei ten i n v orm a ls u n nu t zba re n Feu cht g ebieten
ermög l icht. Le tz t l ich läs st sich jedoch b ei einer fehlen -
den B es ch reibu ng de s Un terg r u nd s n icht ent scheiden ,
i n we lchem Mi l ieu d ie bei die sen A rbeiten a u fgef unde -
nen Dep on ier u ngen ei n st n ie dergeleg t w u rden .
Fü r 10 % der h ier be t rachtet en t ric h terb echer zeit -
l ichen Dep on ier u n gen fi nden g roße Stei ne i m Fu nd -
zus amm e nhang mi t ihr e r E n td ec kung Erwähn un g .
Die durch g la z ia le Glets cher v on Ska nd in avien nach
Nordeu ropa gela n g ten Großges ch ie be pr ägen d ie
dor t i ge La nd sc ha f t ( Sch irr en 2008 , 234 ) . Bei neu -
zeit l ich en A rbeiten, d ie eine Be seitig u ng solcher Find -
l in g e zu r Folg e h a t ten, si nd Depots entdeck t worde n
(Kap . I I I. 1 . 4 ) . Zu d ies en A rbeiten g ehö r ten zu m ei nen
d ie Rä u mu ng ack erbau l ich er Nu t zfl äch en vo n H inder -
n is sen u nd zu m anderen die Ro h materi a lgew in nu ng.
Aus den A ngaben der Fundu ms tä nde ge ht of t n ich t
k la r her vor , ob d ie Entdeck u ng bei m Ausg r aben eines
Stei nes im Zu g e der F eldberein ig u ng gesch a h oder im
Ra h men de r sogena n n ten Stei ns ch lägerei. Es i st a n -
zu nehmen, da ss Äcker bere its s ei t Ja hrhu nd er ten vo n
k lei ne n u nd großen Stei nen, die vor al lem bei m P fl ü -
gen stör ten, beräumt w u rden ( sie he z. B. Oe st 17 6 7 ,
20 0 ) . Die Find l i nge stec kt en of t zu ei nem T ei l i m Bo -
den u nd mu ss ten da her a u sgeg r aben werden . Ei ne
wei tere Mögl ich k eit f ü r die B eräumu ng des H i nd er -
n is ses w a r da s Ei ng raben, wof ü r jedoch eben so ei ne
t ief e Gr ub e unter den Stei n g eg rab en w erden muss te,
u m i hn d ar i n zu versen k en ( eb d., 202 ) . Wie v iele De -
po ni e run g e n d a d ur ch unr e gis tri e r t e n td ec kt wur d en
u nd v erloren gi ngen, ist vol l k om men un k l a r . A l s we i -
tere Met ho den, m it tel s derer be sonders g roße St ei ne
von Ack er flächen ent fer nt w u rden, gelten d a s Spren -
gen und Spa lten. Dies e w u rde n zudem bei der R oh -
mater i a lgew i n nu ng , i m R a h men der so gena n nten
Stei n sc h lägerei, ei nges et zt . D ie Stei n sch l ägerei steht i n
Nor d m i t tel- u nd N ordeu ro pa zu näch st i n enger V er -
bindu ng m it d em m itt ela lterlichen K irchenbau, f ü r
dess en Baumater ia l g roße Steine gespa lten werd en
mus sten, be v or sich Ziegelst ein du rchs etz te. I n der f ol -
genden Z e it w u rde Norddeut s ch l a nd du rch I mpor t e
aus Ska nd in avien versorg t, wodu rch die V era rbeit u ng
der lo ka len Ges ch iebe zu r ückgi ng. A b dem 18 . J h. ka m
es z u einer Wiederbelebu ng der N ut zu ng loka ler R e s -
sou rcen in Nordde uts ch la nd, d ie sogar den E xp ort von
Materi a l in d ie Niederla nde e rmög l ichte. Loka l w u rden
d ie Spa ltst eine z. B. f ü r den Bau v on F elds tei ns cheunen,
Stei n f u nda menten von Hol zh äus ern oder Br ücken be -
nu t z t. Der w icht igst e Impu l s jedoch stel lte Preu ßen s
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
40000
45000
190 0 er
191 0 er
192 0 er
193 0 er
194 0 er
195 0 er
196 1–19 66
n
Zeitr aum
Abb. 13 . Me nge abge baut e n T or fs (in 1 000 t ) in D äne mark
( ver ändert nach Kri st ianse n 19 8 5 c , 61 Ta f . 9 ).

46 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
i n f r a s t r u k t u rel ler L a ndes ausbau in Form von Ch aus -
se en a l s geno rmte Kun st st r a ß en da r . Ü ber a l l f ü h r -
te d ie Ent w ick lu ng des St r a ß enbaus i n der M it te de s
19 . J h. z u ei nem dr a m ati s chen R ückgang der t r ichter -
be cherzeit l ichen Mega l it hg r äb er , d ie eben s o a l s Roh -
st offquel le a nges ehen u nd z ers tör t w u rden ( eb d., 218 ).
Im Fa l le der M ega l it hg r äber Rüg ens k a n n d ie s be -
sonders eind r uck s voll m it h i l fe der 182 9 ers c h ie ne -
nen Kar te des Fr ied r ich von Hag eno w beleg t werden
( vg l . Kap. I. 6 . 2 ) , welch e d ie da m a l s deut l ich höhe re A n -
za h l a n Gräb ern — verg l ichen m it der h eutigen — a u f -
zeig t . Da mpf ma s ch i ne, Ei s enba h n u nd der A u sbau
vo n Sch i ff f a h r t ska nä len bes ch leu n ig t en d ie V er a rbei -
t u ng s- u nd T ra n spor t prozes se u nd ve rla ng ten zu g leich
nach i m mer g rößeren M engen Stein m ateria l s , z. B. f ü r
Schot ter . Erst du rch d ie zu neh mende V er wen dung von
Be ton i m V erlau f des 20 . J h. w u rde der Be da r f a n Na -
t u rs tei n w ie der r ück l äufi g ( S chi rr en 2008 ).
Bei der Stei n sc h l äger ei ha ndelte es sich of t u m Au f -
t ra gs a rb eiten, die m it den jeweil igen Gru nd s t ück s-
eig nern k oord i n ier t w u rden. Nach ei ner Prospek t ion
er fo lg t e da s Brechen, a l s o da s Spa lten der Steine, u nd
sch l ießlich i h r Abt r a n spor t ( S o m m er -Sch effl er
20 02 , 50 ). V or der Ei n f ü h r u n g vo n Dr uck lu f t werkz eu-
gen e r folg te da s Spa lten auss ch l ießlich m a nuell, wo-
bei versch iedene T ech n i ken angew a ndt w u rden ( siehe
Sch ir ren
20 08
) . U m bei m Brechen da s Eigengew icht
der Steine m it nutzen z u k önnen, w u rden die Find l i nge
zu g roßen T ei len ausgeg r aben oder soga r u nterhö h lt
( O e st 176 7 , 209 ; Somm er -Scheff ler 20 02 , 51 ), wo -
bei — w ie bei den oben b es ch r iebenen Methoden zu r
Fel dber äumun g — vermu t l ich v iele Depon ieru n gen
zu T age k a men . Da s weitere Z erk lei ner n der Stei ne,
bei spiels weis e f ü r d ie Herstel lun g von Pfla st erst ei-
nen, fa nd a n sogena n nten Stei n s ch l ägerplät zen st at t
( Sc hir r en 2008 , 245 ).
Es l ä ss t sich a l so z eigen, da ss A k t i v it äten w ie da s
T orf st echen, d ie Dra i na ge v on F euch t gebi eten oder
da s Au sg r aben von F i nd l i ngen bereits seit Ja h rhun -
der t en pr a k t i z ier t w u rden . Die ers ten ü berl iefer t en
Fu nde t r ichterb ec herz eit l icher Dep on ier u ngen si nd
jedoch ers t f ü r da s 19 . J h. b eleg t , a l s o aus ei ner Z eit,
a l s s ich d ie A rc h äolog ie a l s W i s s en s c ha f t for m ier -
te u nd Sa m m lu ngen en t st a nden. Die s lä s st ers ten s
d ie Sch lus sfolg er u ng z u, da s s ei ne ve rmut l ich g ro -
ße Menge a n Depot s vor dem 19 . Jh . entde c k t worden,
aber f ü r i m mer verl oren ist . Zw eitens si nd d ie Entde -
ck u ngen nur a n s olche n Or t en mög l ich, a n welch en
A k t iv it äten w ie T or f ab bau, d ie l a ndw i r t s ch a f t l ic he
Nut z u n g t ro c ken gele g t e r Fe uc ht ge bie t e s ow ie St e i n -
sch lägerei bet r ieben w u rde. Hi n zu ko m mt der Fak -
tor des fi na n z iel len A n reiz e s f ü r d ie Finder , der z. B.
f ü r D ä ne ma rk ( Ko c h 19 9 8 , 60 ) , aber eben s o Meck len -
bu rg - V or pom mer n (Kap . I . 6 . 2 ) beleg t i st u nd i m Zu -
sa m men h a n g m it den ent s t ehenden Sa m m lu ngen u nd
dem Au f k om men von A nt iq u it äten h ä nd ler n s teht . S o -
woh l d ie re g iona le B eg ren z u n g s olcher Pr ä m ie n a l s
au ch mög l iche Fä l sc hungen, z. B. d u rch da s w i l l k ü rl i -
che Zu sa m men st el len von Fu nden aus a nderen Kon -
tex t en, u m ei ne solche Prä m ie zu erha lten, k ön nen da s
Fundbi ld verzer ren. Da F l i nt u nd d ie aus d ies em W er k -
stoff gefert ig ten B ei l k l i ngen da zu neigen, je nach La -
ger u ng u nte rs ch ie d l ic h z u p at i n ieren , si nd a ngebl ich
zu sa m men gef u ndene O bjek t e m it u nter sc h ie d l icher
Ei n f ä rbu n g g r u nd sät z l ich ver dächtig. G enere l l l a ss en
sich solche F u nde jedoch t rotz dem n icht si cher a l s Fä l -
schu ngen en t la r ven, da u ntersch ied l iche Sor t en, d ie
i nd iv iduelle B es cha ffen heit v on Fl i nt im A l l geme i nen
sow ie U m l ageru n gsprozes se E i n flu ss au f d ie Pati n ie -
r u ng gehabt hab en k ön nen ( vg l. Kap . I I . 2 . 1 ). D er g rößte
Nachtei l f ü r d ie Er fors chu ng t r ichterb ec herz eit l icher
Dep on ier u n gen i s t d ie ger i nge A n z a h l a n a rch äolo -
g i sch u ntersuchten Bef u ndsit u ationen. Der Ma n gel an
u nt e r su cht e n In situ -Si t uat ione n i st z ug leich ei n Ma n -
gel a n mög l ichen wer t vol le n I n for m at ionen, d a n k derer
d ie t r ic hterbe cher z eit l ichen D epon ier u n gen be ss er a l s
nur aus den Objek ten a n sich herau s hät ten b eu r tei lt
werden k ön nten .
I.6 . 2 Die regionale Sammlungs- und Forschungs geschichte
am Beispiel Mecklenburg- V or pommerns
U nter der F r agest el lu ng des B eg i n n s u nd der Ent -
w ic k lu n g d er a rch äolog i s chen Fors chu n g i m Zu s a m-
men h a n g m it dem Erken nen neol it h i sc her Dep on ie -
r u ngen u nd der A u sei na nderset zu ng m it d ies en sol l
d ie reg ion a l e Wi s se n s ch a f t sge s ch icht e f ü r ei nen T ei l
des Forschu n g sgebie te s de t a i l l ier t u nters ucht werden.
A l s Reg ion f ü r d iese Untersuch u ngen w u rde Meck len -
bu rg - V or pom mer n ausgew ä h lt. Au fg r u nd der bis 19 4 5
vorherrs chenden get ren nten E nt w ic k lu ng der L a nde s -
tei le Meck lenbu rg u nd V or p ommer n ( He ckmann
19 8 9 u nd spez iel l da r i n Wi t t e 198 9 , 39 ) ist e s f ü r da s
V erst ä ndn i s der fo r schung sgesch icht l iche n Ent w ick -
lungen be ss er , sie jewei l s f ü r sich zu b et r ach ten .
I.6. 2. 1 Forschungsgesc hichte und Aus e ina nderset zung mit
neolithischen Depo nierunge n im Mecklenburgischen Lan -
desteil bis 1 94 5
D a s I nt e re s s e f ü r vor ge s c h ic ht l i c he Fu nd e u n d
Den k ma le sow ie dere n Deut u ng l a ss en sich a u f
dem T er r itoriu m Meck lenbu rgs a n ha nd sch r i f t l i -
cher Quel len bis i n da s 16 . J h. z u r ück ver fo lgen. Ei ne
i m Ja h re 1 51 1 veröffen t l ichte, vo n N. M a rsch a lk
( 14 6 0 er– 1 52 5 ) verf a ss te C h roni k b ez eug t d ie genaue
Be obachtu ng sow ie Aus g ra bu ng von H ü gel - u nd U r -
neng r äb er n . E i n ige der d ab ei entde ck ten Ge gens t ä nde
w u rden da rau f h i n dem da ma l igen Herzog Hei n r ich V .

47
Einführ ung in da s Thema
zu Meck lenburg geschen k t ( K e i l i ng 198 3 , 8 ; Gi ese -
br e ch t 18 5 0 , 14 1 – 14 2 ). Der A nsp orn d ieser u nd w eite -
rer verg leichba ren Un ter suchun gen schei nt zu m i ndest
tei lweise meh r der reinen Neugier a l s w i rk lichem w i s -
senschaf t l i ch en In teresse gesc huld et zu se i n ( ebd. , 14 2 ).
Er st m a l i g i n D eut sc h la nd w u rde i m Großhe rz og -
t u m Meck lenburg- S ch weri n, da s zu d ieser Z eit neben
dem Her zog t u m Meck lenbu rg -Strel it z den g rößten
T ei l de s mec k lenbu rg i sc hen T err itor ium s a u smacht e,
a m 13 . 04 . 18 0 4 ei n Ges et z zu m Schutz a rchäologi scher
Den k ma le ver abs ch ie det ( L a m pe 2 010 , 7 ). E r mö g l ic h t
w u rde die s d u rch den dam a l ige n Herzog u nd späte -
ren Gr oßh erz og zu Meck lenburg - Sc h wer in Frie dr ich
Fra n z I. ( 17 8 5 – 18 37 ) , von d em ber ich tet w i rd, da ss er
a n der A lter tu m sforschung s ehr i nteressier t wa r . Ge -
weck t oder zu m i nd es t ge förder t w u rd e sei n I n teres se
durch d ie a u s ca . 50 0 Objek t en be stehende S a m m lu ng
des Gehei men Kan zlei rat s und herz og lichen L eib -
a rz tes Horn ha rd (ges t. 175 9 ) , d ie Großher zog Fra n z
Fried rich I . im Ja h re 18 0 4 aus dem Schweri ner Na t u ra -
l ienkabi net t i n da s Lu dw ig slust er Sch loss verl egen ließ.
Horn ha rd bezog s eine Funde vom T err itorium Mec k -
lenburg s, aber eb enso a nderen R eg ionen, und f ü h r te
soga r eigene A u sg r abungen durch ( B e lt z 1910 , 1 ).
Da s ei nga ngs er w ä h nte, 18 0 4 von Großherz og
Fried rich Fra n z I. erla ss ene Geset z bez og sich a u f so -
gena nnte „ hei d n is che Gräber“ , bei denen es sich w oh l
auss ch l ieß l ich um üb erh ü g elte Gräb er de r Stei n- und
Bronz ezeit ha ndel te. Es w i rd da r in der B ef eh l a n a l le
Be amten des D oman iu ms erla ss en, d ie Pä c h ter u nd
Dorfscha f te n an zuw eisen,
„[ … ] keine an sche inend he idni sche n Gräber [ zu ] be rü h-
ren , um St eine aus zug raben “
be st im mte Objek t t y p en und deren dam a l ige Interpre -
t ation a n sät ze gebu nden, w ä h rend B ef u nd z us a m men -
hä nge k ei ne rlei Beacht ung f a nden ( Lisch
18 3 7
, I V–V ) .
„ K ei le“ , u nter dene n sowohl A x t - a l s auch Bei l k l in g en
versc h iedener M ateri a l ien z us a m mengef a sst w u rden,
fa nden sich in der Kategorie „Gla ube“ zu sa m men m it
„Göt zenbi lder n “ , A mu let ten, St ein me ss ern u nd „ V er -
sc h iedenem “ .
In dem von Sch röter
18 2 4
be gon nenen u nd sc h l ieß -
l ich 18 3 7 du rch G. C . F . Li sch ( 18 01 – 18 8 3 ) abgesch los-
se nen W erk „Fride ricu m F r anc isce um “ w u rden d ie Ob -
jek te der Lu dw ig sl u ster Sa m m lu ng in T ex t - u nd in T a -
felform prä s en t ier t. L is ch bek l ag te i n sei ne r Ei n leitu ng
zu dem W erk, das s, obwo h l d ie A lter t um sforschun g
seit Ja hr zeh nten re iche Ergeb n i sse z u T age förder e, sie
den no ch kei ne au srei chende a l lge mei ne A ne rk en nu ng
fi nde. Er k rit isier te i m Fo lgen den d ie Organ i sat io n
bisher ig er Sa m m lungen i n F orm von „ A nti ken - Cabi -
net ten “ , d ie lü cke n ha f te Aus wa h l der Fu nd e u nd die I n -
ter pre t ation d ies er n ach vorgef a ss ten Mei nun gen u nd
A n sich ten ( Lisch 18 37 , III –IV) .
„[ … ] ein noc h so se lte nes St üc k, o hne Angabe de s Fund-
or ts un d de r Fundar t h at f ür die d eut sch e Alter t hums-
k und e gar k eine n hist ori sch en W e rt [ … ]“
( K e i l i ng 19 83 , 8 ).
Bei dem Doma n ium , dem dies es f r ü he Denk m a ls chu t z -
geset z g i lt, ha ndelte es sich auss ch l ieß l ich um den her -
zog l ichen Besit z i nnerha lb Meck lenb u rg -Schw eri n s,
der un g ef ä h r 40 % der L a nd es fläche a u smachte.
Du rch Ausg r abun g en u nter Leit un g des Hau pt -
ma n n s Zi nck zu Döm itz , aber eben so du rch die Ei n -
sendu ngen von Pr iv at leuten ( Lisch 18 3 7 , 5 ), w uc h s
d ie Lud w ig slu s ter Sa m m lu ng „ v aterl ä nd i sc her A lter-
t h ü mer“ bis 18 2 2 au f i ns g es a mt 1 751 O bjek te von
125 Fu ndor ten ( e bd ., 6 ) a n. Der Rostoc k er Profess or
Sch röter sor t ierte d ie Fu nd e be st ä n d ig i n d ie Ka tego -
rien „ L eben “ , „ T o d “ u nd „Glauben “ . Jene Ordnu ng geh t
a n schei nend b ereits a u f den f r ü heren Au fs eher der
Sa m m lung , Hofm a rsch a l l v on Oer t zen, zu r ück, der d ie
Idee h ie r f ü r w ieder um von a nd eren Sa m m l u ngen über -
na h m u nd sie um 18 0 4 , b ei de r Ers tel lung ei nes ersten
Sa m m lung skata loges, ei n f ü h r te. Dies e Ka tegori sier un g
ä h nel t nur s cheinba r den durch O. Mon t eliu s
19 0 3
he -
r a u sge st el lt en a rch äolog i sc hen B ef u nd kate gorien de r
Sied lun gs- , Gr ab- u nd H or t f u nde ( Egg ers 1959 , 91 ).
Die Ei nteilu ng von Oer tz ens w a r a u ssch ließl ich a n
(e b d . , IV )
Die Feierl ic h keiten z u m 50 - j ähri g en R egi e rungs j u b i -
läum de s Gro ßhe rz ogs Frie dr ich Fra nz I . a m 24 . A pri l
18 3 5 n a h me n Li sch u nd a nder e P ersön l ich k eiten zu m
A n la ss , den „ V erein f ü r mek lenburg i sche Ge sch ichte
u nd A ltert hu msk u nde “ zu g r ü nde n, dem Li sch s elbst
a l s erster Sek ret ä r bis 18 8 0 vor s t a nd ( Lisch 18 37 , 7 ;
K e i l i ng 19 8 3 , 9 ). Im Ja h re 183 6 erl ie ß der G roßherz og
a n lä ssl ich sei nes 81 . Gebu r t st ags ei ne Ergän z un g des
se it 18 0 4 geltenden G es et ze s zu m Schut ze der D en k -
mä ler des Doma n iu ms i n Meck lenburg - Sc h wer in . Nun
w u rd e geforder t , d a s s
„[ … ]alle f r ühe r ode r k ünf t ig zufällig ge f und enen , in P r i-
vathän den b efi ndlich en Alte r thümer von de n Dom ani-
al-Einge se sse nen e inzuforde rn un d die selb en mit eine m
möglic hst ge nau en Be ric ht über Fun dor t und Fund ar t
an un sere Alt er thum s sammlung in Ludwigslu st einz u-
senden . “ ( Lis ch 18 3 7 , 8 )
Für d as Abl iefern sol le eine Ents chäd ig un g f ü r d ie
versäumte A rbeit szeit nach T agelohn s o w ie geg ebe -
nen f a l l s der ent sprechende Me ta l lwer t de s Gegen s ta n -
des geza h lt wer den. T rot zdem sol le beka n nt g em ach t
werden, da s s den mei st en A lter t ü mern per se nu r ei n
höch st geri nger Geldw er t zugest a nden w erde ( ebd ., 9 ).
Der von Lis ch gef üh r te A lter t um s ver ei n sa h sich
fo r t a n in der P flicht , bei der U m se tz un g de r g roß -
her zo g l ichen V erord nu ng m it zuw i rken. Ü b er d ie
Fundum st ä nde der d u rch Pr ivat leute zu f ä l l ig ent -
dec k ten A lter t ü mer , welche d ie V erei ns sa m m lu ng
i n w achs ender Menge er reichten, w u rden genaue

48 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
I n form at ionen ei n geholt . D ie Ja h re sb er ichte de s ab
18 3 5 ers chei nenden V erein sja h rbuc h s d ienten der B e -
ka n ntga be d ie ser I n format ione n. S om it förd er te der
A lter t u m s verein m it seinem Wi rken ma ßgeblich da s
W achs en des B ew u s st s ei n s f ü r d ie meck lenbu rg i sche
V orges ch icht sfors chu ng , m achte sie e i ner bre iten Ma s -
se beka n nt u nd sorg te i n Meck lenbu rg f ü r ei ne steigen -
de Za h l von Helfern u nd M it st reitern i n d ieser Sache
( K e i l i ng 19 8 3 , 11 ).
Interes sa nt ist , d a ss d ie in den Ja h r z eh nten des Wi r -
kens L i s ch s entde ck ten ne ol it h i s chen D epon ier u n -
gen zw a r n icht a l s solche erkan nt w u rden, a l lerd i ng s
a l s B ef u ndg r uppe bereits b es onde re Er w ä h nung f a n -
den. Zu n ächs t g i ngen d ie Beit rä ge nicht über ei ne rei -
ne Bes ch reibu ng der Objek te h i n aus ( Lisch 18 51 ).
Da d ie Fundu mgebun g häu fig i n V erbindun g m it i n -
z w i s chen ve rmoor t en Gew ä s ser n st a nd, w u rden d ie
Ge g e nstän d e als Hin te r lasse nsc haf te n im Zusam -
men h a n g m it vermute ten P f a h lbau sie d lu ngen ges ehen
bz w . a l s Be sitz ei ne s Haus es o der einer P erson gedeu -
tet ( Lisch 18 6 4 ; 18 6 5 , 13 6 ; 18 6 9 ). Es w u rde unter dem
nach h a lt igen Eind r uck der En tdeck u ng der Schwe i zer
Se era nd sied lu ngen in den 18 5 0 e r-J a h r e n ( Lisch 18 5 9 ,
29 0
–
2 91
) a l s Au fgab e a nges ehen, Pfa h lbauten n u n au ch
i n Me ck lenbu rg n ach z uwei s en .
Der 18 8 0 ber u fen e Nach fo lger R. Belt z ( 18 5 4 – 1 942 )
Li sc h s f ü h r te d ie i n z w i schen nach Sc hw er i n gebrach -
te Groß herzog l iche Sa m m lung m it jen er des A lter -
t u m s verein s z u sa m men. Die Fu nde w u rden durch i h n
auf der Gr u nd l age des Dreiperioden s ys tem s geord net
u nd ab 18 8 2 vol l s t ä nd i g i m au s ge b aut en Kel ler ge s c ho s s
de s „Großher z o g l ic hen Mu se u m s“ a m A lt en G a r -
ten i n Schweri n aus gestel lt . Die von Lis ch i n it i ier ten
Ja h resb erichte, d ie über neue Funde u nd Er werbu n -
gen in form ier t en, w u rden v on B eltz n icht fo r t gef ü h r t .
Stat t dess en ver öffen t l ichte er i n u n regelm ä ßigen Ab -
st ä nd en neu e Fu ndpl ät z e ei ner b e s t i m mt en vorge -
sch icht l ichen P er iode. I n sei nem 18 9 9 ers ch ienenen
W er k über d ie V org e sch ichte Meck lenbu rg s wa r f ü r
Belt z der i nten t ion el le C ha ra k ter neol it h i s cher Depo -
n ier u ngen zwei fel los, i h re Deut u ng jedo ch schw ierig.
Er er wog untersch ied l iche M otiv at ion en h i nter dem
Zu st a ndek ommen d ies er Bef u ndg r uppe, d ie er in d ie
Katego rien „ V ers tec k e“ , „ V ot ivgab en “ s owie „ S elbst -
auss t at t u ngen f ü r da s Jen seits“ ei ntei lte. Ma n fi nde
sie of t i n Mooren und u nter Stei nen u nd es ha nde -
le sich um B ei le s chönst er A rbeit , Dolche und Sicheln
( B e lt z 18 9 9 , 17 ) . Ei n Ja h r zeh nt später gest a nd Belt z a l -
lerdi ng s ei n, da ss er ei ne U nters cheid u ng z w i s chen De -
pot - ( zeit weil ige Nieder leg u ng vor a l lem aus Gr ü nden
der Sicher u ng ) u nd V ot i v f u nden ( d auernde Ent äu ß e -
r u ng a l s Opfergaben ) au s dem Bef u nd heraus n icht f ü r
mög l ich ha lte ( B e lt z 1910 , 40 ; 13 0 ) . Ei n z el n i n Mooren
aufgef u nden e Objekt e sa h er a l s z u f ä l l ig verlo ren e St ü -
cke an ( ebd ., 129 – 13 0 ).
Der 19 0 6 g e grün d e te „H eim a tb un d M ec k l e nb ur g“
er weiter t e den K rei s f reiw i l l i ger M it a rb eiter i n der B o -
denden k ma lpfle ge ( K ei l i ng 198 3 , 12 ) . A m 5 . D ez em -
ber 1 929 t r at ein neues Den k m a l s chutzges et z i n K r a f t ,
da s nu n auf dem gesa mten T e rr itoriu m Meck lenbu rg -
Schweri n s w i rk sa m wa r u nd n icht me h r nur au f dem
Gebiet des Doma n iu m s ( S c h u lt 19 31 , 181 ). A b ge s e -
hen v on verein z elten H i nw eis en fa nden die neol ith i-
schen Depon ier u ngen bis z u m B eg i n n de s Z wei ten
W elt k rieg s kau m gesondert e Auf merksa m kei t i n der
a rchäologi s chen Disk u s sion im me ck lenburg i s chen
L a nd e st ei l .
L ed ig l ich i n ei nem 19 4 0 er sc h ienenen A r t i kel von
J. B ec ker w u rde ei n t r ichterb e cherz eit l icher Dep ot -
f u nd a u s R osto ck von dies em a l s Hor t a n gesprochen.
Jedoch vermutete Be cker , d a ss e s sich u m ei n n icht ge-
borgen e s Ha ndwe rk er verste ck h a ndele, da d ie zu dem
Depot geh ören de Fl i ntbei l k l i nge u nges ch l i ffen wa r ,
a l s o laut Becker a l s „u n fer t ig “ z u be t rachten sei. D er
Gr u nd, wesha lb der H or t n icht mehr geho ben wor den
i st , „mu ss der Pha nta sie üb erla ss en we rden “ , so B ec k er
( Beck er 19 4 0 ).
I.6. 2. 2 Forschungsges chicht e und Auseinande rsetzung mit
neol it his chen Deponier ungen im V or pomm ers chen L andes -
teil bis 1 94 5
Wie bereits f ü r Meck lenbu rg gezeig t werden k onn-
te, lä sst sich eb en so f ü r V orp ommer n ei n ja h rhun-
der tela ng w ä h rendes, wen n zu B eg i n n au ch nur s eh r
verein z eltes , I ntere s se a n vorgesch icht l ichen Objek t en
u nd B o denden k mä ler n au f z eigen . A l s ei ner der er s -
ten belegba ren A n sät ze könnte d ie Be sch reibung de s
Auf baus von Gr oßstei ng r äb ern du rch T . Ka nt zow ( u m
15 0 5
–
15 4 2
) i n sei ner P om mer n-C h ron i k von
153 5
ge -
wert et werd en, d ie zudem einen Inter pret ation sa n satz
der b ereit s a l s Gr ab s t ät t en w a h rgenom menen Plätz e
l iefert e. A n h a nd der sorg f ä lt ig err ichteten Gr abbau -
ten sa h Ka ntz ow einen H i nwe i s auf ei nen Glauben
i h rer Ersc ha ffer a n ei ne un s terbl iche Seele ( G i e se -
br e c h t 18 5 0 , 14 3 – 14 4 ). Die sach l ichen Be obachtu n-
gen v on Gr abbeigab en in u nd Gef ä ßdepon ier u ngen
vo r den Mega l it hbau ten w u rden d u rch fa nt a st i sche
Erk l ä r u n gen und Deut u ngen er weiter t , d ie eng m it
Ka ntz ows ch r i st l icher Glaubens welt im Zu s a m men-
ha n g st a nden. S o vermu tet e er bei spiels weis e, da s s der
T eu fel und n icht et wa d ie toten A h nen, da s po st u l ier -
te da rgebrachte Na h r u n gs opfe r über Nacht v er zeh ren .
Da neben b es ch r ieb er den sla w i s chen Burg w a l l von
A rk ona u nd ä u ßer te sich über d ie s agenh a f t e Stadt Vi-
net a. Ei n weiterer fr ü her Na chw eis f ü r d a s I nteresse
a n der V orgesch ichte fi ndet sich i n der herzog l ichen
Sa m m lu ng Phi l l ipp II. von P om mer n ( 157 3 – 1618 ) , von
der beka n nt is t , da s s sie a uch a rchäol og i sc he Objekte
beherb erg t e ( eb d., 16 0 ).

49
Einführ ung in da s Thema
A l lgemein b et rachtet liegen aus dem 16 . Jh. nu r Be-
richte über z u f ä l l ig en tdeck t e sowie aus Neug ier a u s-
geg ra bene B odenden k m a le vor . A l lerd i ng s n ä h r ten d ie
dabei gemachten F u nde e her den Gla uben a n Hexer ei
oder T otengeist er . Diese ers te Phas e der W a h rneh-
mung a rchäolog isc he r Bo denf unde i n V orp ommern
bei n ha ltete ei n breites Spek t ru m des Umga ngs m it
a rch äolog i sc hen Güte rn, von den er st en vor w i s sen -
sch a f t l iche n A n sätz en, über da s Sa m meln von K u-
riosit äten, b i s hi n z ur Z erstör u ng durch Un w i ssen
( G i es ebr e c ht 18 5 0 , 14 1 ; L a m pe 2 010 , 5 – 6 ).
Im 17 . Jh . ka m es zu r V er zeich n u ng sichtbarer B o -
denden k m a le i n u m f a ng reichen Ka r t enw erken, w ie
der 1618 gedr uck ten Po m mern ka r te von E. Lubin
( 15 65 – 16 2 1 ) u nd de n Mat ri ke l ka r ten der nach dem
Drei ßig jä h r igen K r ieg er folg t en schwed i sc hen La nde s -
a ufn ahm e ( 16 9 2 – 170 9 ) . D ie Besc hreibu ng u nd Erfor -
schu ng a rchäo log is cher F u nd st ätt en w urde i m 18 . J h.
i n ten siver . Die erste jema ls i n den deu t schen Lä n -
dern du rchg ef ü h r te Aus gr abu ng m i t ei ner wi ss en -
sch a f t l iche n Ziel set zu ng f a nd 17 2 7 bei W eit en hagen
i n V or pom mern st at t. Geleitet w u rde sie d u rch den
Greif s wa lder Prof ess or A. W est pha l, des sen Universität
d ie Grabu nge n zudem fi na n zier te ( L a m pe 2 010 , 6 – 7 ).
Ei ner V eröffen t l ich u ng über d ie In sel Rüge n von
J. J. Gr ümbke ( 17 7 1 – 18 4 9 ) au s dem J a h re 1819 i st zu ent -
nehmen, da ss m an sich üb er das reich ha lt ige R ep er -
toi re vorge sc h icht l icher Bo den f u nde du rch a u s b ew u ss t
wa r . Neben den berei t s seit Jah rhunder ten wa h rge -
nom menen Grabmonu menten u nd Urnen felder n wer -
den eb en so „ St reitä x te“ z u den H i nterla s sen sc ha f ten
der „ A lt vorderen “ gez ä h lt, wom it ei n ers ter bele g ter
H inweis über den V ersuch ei ne r f u n k t io na len Deut un g
vo n Stei nbei l- und A xt k li ngen i n V or pom mern vor l iegt
(e b d . , 7 ). A ls ei ne der ä l te sten u nd größten Sam m lu n -
gen v on A lter t ü mern der I ns el R ügen d ieser Z eit gi lt
jene d es Pa storen B. F . O . F ra nck ( 17 5 9 – 18 3 3 ). Ih re wei t
über d ie In selg ren zen reich ende Ber ü hmt hei t be scher -
te i h r u n ter a nder em C . D . Fried rich u nd C . F . Z elter a ls
Gä ste, wobei let zterer soga r J. W . von Go et he über die
Sa m m lu ng B er icht erst at tet e.
Ei ne weitere P ers ön lic h k eit i m V or pom mern de s
19 . Jh ., der en Interes se a n der V orgesch ichte eine g roße
priv ate Sa mm l u ng entst eh en l ieß, wa r F . von Hageno w
( 17 9 7 – 18 6 5 ). Dies er w a r ei ne jener v iels eiti g i nteress ier -
ten Forsc herp ersön l ich keiten u nd bereit s i n der f r ü hen
vo r pommerschen V org esch ichtsforsch u ng sehr a k t iv .
V on Hagen ow hi nterließ, neben Au sg rabu ngs berichten
u nd -ski zz en, einen jewei ls m it Fundor t und Fu n d k on -
te x t versehenen, 1 132 O bjek te u m f a ss enden Kat a log
sei ner von 1816 – 18 6 6 a ng elegten Sa mm lung. Die me is -
ten sei ner Stücke er la ng te er du rch Schenk u ngen, w o -
bei jedoch eb ens o beleg t is t, d as s er arch ä ologi sche
Objek te v on Personen versch ie dener Stä nde au f k a u f -
te (pers . In f. C laudia Hoff ma n n, Str a l su nd M u seu m) .
Zu den S chwerpu n k t re g ionen der V on Ha g enow ’ s chen
Sa m m lung z ä h lten d ie In sel R ügen und d ie R eg ion um
La ngen feld e (Lk r . V orp ommern- Greif sw a ld ) , i n wel -
cher die St ad t L oi t z seinen Gebu r t s- u nd de n späteren
Wi rku ng sor t sei ner Priv a t g elehr t ensch a f t da rs tel lte.
Hageno w wa r zudem der Erste, der ei nen W erk pla t z
der me sol it h is chen, au f Rügen veror tet en Lie tz owk u l -
t u r bes chr ieb. Des W eiteren wies er au f d ie cha ra k te -
ri st i schen Mer k ma le h i n, d ie bei der B ea rbeitu ng von
Feu erstei n ents tehe n. A ls s ein H a upt wer k g i lt die 18 2 9
ged r u ck te „ Speci a l Ch a r te der In sel Rüg en “ , au f der e r
a l le da ma l s beka n nten und von ih m genau es tens ver -
mes senen Großs tei n gr äb er , Hügelg rä ber , Urnen felder ,
Bu rg wä l le und W ü st u nge n der In sel verz eichnete. A n
d ieser Ka r te lä s st sich heu te d ie unw iederbri ng l iche
Z ers tör u n g vorges ch icht l ic her A lt er t ü mer ables en, d ie
a l lein i n der Z ei t nach der V on Hagen ow’ schen I nv en -
t u r mehr a l s 80 % der vo n i hm verz eichnet en Denk m ä -
ler um f a sste ( L a m pe 2 010 , 9 ; Hof f m a n n 2 010 , 52 ).
Ei ne w eitere bedeutend e Sa m m lung von „ A lter -
t u m sf u nden “ w u rde 18 2 0 – 18 6 4 vom Ökonom ier at
D . F . Maa ß ( 17 8 7 – 18 6 4 ) z us a m menget r agen ( St u ben -
r au c h 19 0 4 , 96 ) . S ei ne S a m m lu ng be st a nd g rößtent ei l s
au s Zu f a l l s f u nden, welche b ei Mel ior at ion sa rb eit en,
d ie er in der Region sei nes Heim a tor tes A lt -K entz l in
( f r ü her A lt -K enz l in, L k r . Meck lenbu rgi sche Se enp lat -
te ) vera n la ss te, entdeck t w u rde n. V on Ha g eno w st a nd
Maa ß b eratend zu r Seite ( ebd., 10 5 – 10 6 ). Maa ß ’ s elbst -
st ä ndig gef ü h r ter Kata log weis t 297 Ei nt r äge au f, d ie
neben Funden a u s der R e gion A lt - K ent zl i n, a uch sol -
che a u s a n deren R e gionen P om mern s sow ie a u ß erha lb
P om mern s u m fa s sen ( eb d., 99 ).
18 2 3 u nd da m it fa st z w ei Ja hr zeh nte später a ls i m
Doma n ium Mec k lenburg - Schweri n, w u rde f ür d ie
Lä nderei en der U n iversit ä t Greif sw a ld, a l s erste Region
V orp ommern s, ei n Ge set z erla ssen, da s d ie Den k mä -
ler u nd a l le Objek t e der „ hei d n i schen V or zeit “ u nter
Schutz s tel lte ( L a m pe 2 010 , 7 – 8 ) . Ei ne schon 182 1 er -
dachte, a l ler d i ngs ers t 182 3 umgeset zte Grü nd u ng
ei ner Sa m m lu ng pom mers cher A lter t ümer in Grei fs -
wa ld s ollte vornehm l ich da z u dienen, d ie e i n ma l igen
u nd sch wer erset zba ren v org esch icht l ich en Hi nterla s -
sen scha f ten zu b ewa h ren. Der I n iti a tor d ieser Sa m m -
lung , der H is tori ke r u nd P h i lo loge P . F . Ka n ng ießer
( 1 7 74 – 18 3 3 ) hoff t e a u f d ie freiw i l l ige Abgab e v on A lter -
t ü mern u nd v er tr at die Meinu ng , da ss sie dem ga nz en
V ol k und n icht al lei n dem Pri vatm an n gehö ren sol lten,
auf de ssen Ack er sie g ef u nden w erd en ( ebd., 8 ).
K napp zeh n Ja hre vor der En t stehung de s „ V erein s
f ü r mek lenburg i sche Ges ch ich te u nd A lter thu m s -
k unde“ i n Meck lenburg- S ch weri n, w u rde a u f A n re -
g u ng v on J. A . Sack a m 15 . Ju n i 18 2 4 d ie „ P om mers che
Ges el ls cha f t f ü r Gesc hichte u nd A lter tu m sk unde“
g egrün d e t ( L e mc k e
18 9 4
,
3 41
) . Nach eigener I nter pret a -
t io n zu m siebzig jä h rigen Be stehen des V erein s is t sei ne

50 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Gr ü ndung auch a u s dem Wi rk en L . von Ra ntes u nd sei -
nem H aupt werk „G e s ch ichten der rom a n i s c hen u nd
germa n ischen V öl k er vo n 14 9 4 – 153 5 “ heraus zu ver -
st ehen, i n folgedes s en von 18 2 0 – 18 4 0 deu tsch landw ei t,
jedoch h au pts äch l ich i n Süd- und M it teldeuts ch l a nd,
meh r a l s
20
ähnli c h e G e sc hi c h tsv er ein e g egrün de t wur -
den ( eb d., 342 – 343 ) . Der Z weck der P om merschen Ge -
sel l s cha f t l ag sei nen St atuten zu f olge dar i n,
„ die D en k m äle r de r V or z eit in Pommer n un d Rügen , so -
wie e s in an de r n D eut s che n P rovinz e n be reit s mit Er folg
ge sc heh en i st , zu ret t e n und ge me innützli ch zu m a che n ,
d adurc h de m k ünf tige n Ge s chi cht s sc hreibe r Pommer n s
brauchbare V orarbeit e n zu lie fer n , un d z war in s B e -
sond ere durc h d as S amme ln von Mate r ia lien un d B e -
handeln einzeln er g eschichtl icher und alterthüm licher
Gege n st ände [ … ] Pommers ch e Alte r t hümer auf zu s u -
che n , zu s ammen zubr inge n und d er Mit- un d Nac hwelt
sorgs am zu e rhalt en [ … ]. “
Bi s i n d ie späten 18 70 er -J a h re f a nd da s Phä nome n
ga r keine Be ach t u ng , ob wo h l b erei t s ei n ige Fundens em -
bles d ieser A r t beka n nt w a ren ( s . o. ). A ngekau f t e O b -
jek te, f ür d ie d u rch d i e va gen Bef u n dbe sch reibu ngen
heu te der V erdacht bes teht, sie k önnten aus neol it h i -
sc hen Dep on ier un gen st am men, werden weder ei n zel n
beschrieben noch ihre F u nd u m stä nd e besp roch en.
A nders ver hä l t es sich zu d ieser Z eit hi n geg en m it
vermeint l ichen Sied lu ngen u nd Gräber n, welch e w i s -
sen sch a f t l ich u ntersucht w u r den, w en n sie der La nd -
w i r ts cha f t o der ba u l ichen Tä t ig k eiten zu m Opfer
fielen. Im Fa l le der Sied lun gen sta n den in H i n ter - u nd
V or pom mer n vor a l lem d ie Fu nde vorge s ch icht l ic her
Hi nte rlassenscha f te n sowie er ha l ten e H ölzer a u s M oo -
ren und verlandeten S een i m Foku s , h i nter denen, a u s -
gel öst du rch d ie Entdeck u n g u nd Er forschung der
Schweizer S eer a nd sied l u ngen, Pfa h lbausied lungen ver -
mu tet w u rden. A l s ers ter neol it h i scher Depot f u nd er -
f ä hr t der 18 7 9 en tdeck te u nd in d i e Ei n z elg r abk u lt u r
datierende „ Stei n f u nd vo n Pa se wa l k “ (La nd k reis V or -
pom mer n- Grei f s w a ld) ei ne et w a s au sf ü h rl ic here B e -
sc hr e ib ung ( Ja h r e sb e r ic h t 18 79 a, 118 ). I n dem s elb en
Ja h r w i r d da s Dep ot in ei ner k u r zen Not i z über den Er -
werb d er Pa se wa l k er Objek te durch d a s P ommers che
La n desmus eu m Stet ti n a ls „ Moorf und “ a ngesprochen,
m it dem Hi nweis, d a ss „ d ies e A r t de r Berg u n g bisher
nur b ei Bronze s ache n be obachtet is t “ ( ebd ., 305 ).
I m da rau ffol genden Ja h r w u rde der so gena n nte
Gin gs ter Moor f und erst m a l s i n d en „ Ba l t i schen St u-
d ien “ er wä h nt . Im Gi n gs ter Pa st oratsmoor w a ren zu
-
vo r über z eh n Ja h re la n g i m mer w ieder T r ichterbecher
u nd a nder e Gegen st ä nde durch Kescher a n s T agesl icht
gebrach t w u r den. Wie zu d i es er Z eit üb l ich, w urde
h i nter den F u nden die Ü berre ste ei ner Pf a hlb ausied-
lu n g ve r mut et ( K r a s s ow 18 8 0 ).
U nabhä ngi g vo n den Di sk u ssionen in den „ Ba lti-
schen St ud ien “ zu d ie sem Thema, b es chä f t ig te sich
R . Ba ier i n s ei nem W erk „D ie In s el Rüg en n ach i h rer
a rc hae olo g i schen B ed eut u ng “ von 1 886 nä her mit dem
i n d ie Ei n z elg r abk u lt u r d atieren den H or t f u nd v on
T r i bs e e s (K rei s V or p om me r n- Rügen ):
„[ … ] B ei di e s em l et ztge n annte n l a ss en di e Gle ic hheit in
de r F arbe de s St e in s , d er Um st an d , da s s die Ge gen stän -
de wi e neu s o eb en au s de r Hand d e s V e r fe r t ige rs he r vor -
gegange n zu se in sc heine n un d die Gle ic h ar t igkeit in de r
Form de r B ea rbeit ung auf e inen D ep ot f und un d d amit
auf Handelsbet rieb schliessen . “
( B a l t ische Studien 1 , 18 3 2 , I I I–I V A n merk u ng )
Die A btei lun gen der Pommer sc hen Ge s el l sch a f t
w i rkt en von der d a m a li gen pom mer s chen Prov i n z -
haup t st adt Stet t i n sowie von Gr ei f sw a ld a u s . H ier w u r -
den f or t a n i h re Alter tü mer - Sa m m lungen a u fgebau t
u nd ge pfleg t . V on H agen ow gr ü n dete 18 2 6 zu s a m men
m it J. G. L . Kosega r ten ( 17 9 2 – 18 6 0 ) u nd C . Sch ildener
( 176 7 – 18 4 3 ) ei ne „ Rüg i sch- V or p om m ers c he A bt ei lun g
der Ges el l sc ha f t f ür Pommersche Ge sch i chte u nd A l -
ter t um sk u nde“ , womit sie vo r a l lem dem da ma ls s eit
Ja h rz eh nten w ä h renden V orgesc h ic ht si ntere s se der I n -
sel Rüg en ge recht w u r den und d ies es d a m it wei ter i n -
ten s iv ier ten .
V on g roßer B edeut u ng f ür d a s Zu s a m menbri n-
gen und da m it der Er f a ssu ng sow ie Sich er u ng v ie ler
i m 19 . J h. ex is t ieren der Priv ats a m m lungen wa r d ie
Eröff nun g des „ Prov i n zia l mu seu m s f ü r Neuvorpom-
mern u nd Rüg en “ i n St ra ls u nd a m
01
.
07
.
18 5 9
. R . B a ier
( 1818 – 19 0 7 ), al s ers ter Di rek tor des Mu seu m s , er wa rb
i n nerha lb meh rerer J a h r z eh nte in s g. 37 der z a h l re ich
vorha ndenen P r i v at s a m m lu ngen V or p om mer n s u nd
Rü ge n s ( H of f m a n n 2 010 , 49 ).
Bereits wen ige Ja h re nach der Grü n dung der Po m -
me rsche n Gese l lscha f t w u rd en die „Ba ltische n S tudi -
en “ gesch a ffen . Sie wa ren über 10 0 Jah r e la n g , von 18 3 2
bi s 19 4 0 , d ie Zeits ch r i f t f ür A ltert um sk u n de a u f dem
Gebie t der ehem a li gen preu ßi s chen Prov i n z Pomme rn ,
zu der neben der heu t ig en pol n i schen W oiw o d s cha f t
W e st p om mern auch V orp om mern, Rüg en u nd ein
k lei ner T ei l Bra ndenbu rgs gehörten . Seit 19 5 5 w i rd das
Jour na l unter dem selb en Na men f or t gef ü h r t. V on 18 87
bi s 1 942 w u rden d ie „ Ba l t i schen St ud ien “ du rch d ie
„ M on at sbl ät t er “ erg ä n zt . Die I n f or m at ionen, d ie sich
aus d ie sen beiden Jou rn a len ent neh men l a s sen , z eigen
d ie entst ehen de, sich a l l m ä h lich w a ndel nde und wach -
se n de W ahrn ehm ung n eo lithi sc h e r D ep oni erun g e n.
( Ba i er 1 886 , 25 )
Des W eiteren resüm ie r t e Ba ier , d a ss von R ü gen im -
mer w ieder Fl intobjekt e u nter f rei in der Erde l iegen -
den Stei nen oder i n T or f mooren gef unden werden . E r
g r i ff späteren, in der z weiten Hä l f te des 20 . Jh . get rof -
fen en Auss agen vo r , i ndem er f es t stel lte, da ss e s sich
of t u m m eh rere Obje k te ders elben Fo rm u n d oh ne Ge -
brauchsspu ren ha n dele. Eine Deut u ng d ieser Bef u nd -

51
Einführ ung in da s Thema
g r up pe a l s „Opfer“ zog Ba ier i n Bet racht, s ch ien si ch
dess en aber n ich t voll ko m men si cher zu sei n ( ebd ., 43 ).
1 886 u nd 18 9 5 stel lte H . Schu ma n n rössen zeit l ich e
Depon ieru ngen aus dem Ra nd ow t a l a n der h euti g en
Grenz e vo n Bra ndenburg zu V o r pom mern i n der „Et h -
nol og i schen Zeit sch ri f t “ v or . I n den jew ei l igen T itel n
na n nte er die von ih m vorg es tel lten F u nde Depotf u n -
de u nd setz te sich i m ersten Au fs a t z m i t den mög li -
chen Ursachen de s Zu s ta ndekom mens eine s solc hen
En sembles ausei na nder . Er zog ei nen V erg lei ch zu den
vo n S . Mül ler heraus g es tel lten V otiv f u nden und k ön -
ne sich f ü r die Dep onier u nge n aus d ieser Reg ion, o b -
wo h l sie n ich t aus Feuerstei n bes tehen, e i ne ebens olch e
Deut un g v orstel len. Jedoc h zog Schu ma n n eben so d ie
Mög lich kei t i n Bet r a cht, e s mit ei nem nicht geborg enen
V erst eck f u nd zu t un z u haben ( Schum a nn 1 888 , 1 21 ).
Späte sten s m it de m 1 888 du rch den preu ßis chen
„ M i ni st er d er geist l ichen U nter richts - und Med i zi-
n a l- A n gel egen heit en“ G . von Goßl er he rau s ge geb e -
nen soge na n nten Mer kbuch „ Ei ne An leit un g f ü r da s
V er fa h ren bei Au fgr abun g en, sow ie zu m K on ser v i ren
vo r - u nd f r ü hgesch ichtl icher A lter thü mer“ , wel ches i n
Ausz üg en i n den M onatsblät ter n de r „Ges el ls cha f t f ü r
Pomm ers che G es ch ic hte u nd A lt er t u m sk u nd e“ abge -
d r uckt w u rd e, lag deren M itg l iedern ei ne k la re Defi-
n ition stei n zeit licher Depot f u nde v or . Sie fa l len i n d ie
Goßlersc he Ei ntei lu ng der
„ Samme lf und e ( W a ffenf und e , Dep ot f und e ), we lche al s
Sch atz- o der V or r at sf un de ent wed er zur B erg ung vor
Räube rn o der al s de n Göt te rn ge weiht e Gabe n (Erd-
opfer ) in die Erde ve rg raben od er in Moore , Que llen ,
Se en vers enk t w urden [ … ]. Nicht s elte n t ri ff t m an aber
auc h Steinge r äthe , me ist g leic her Ar t mit Sorg falt auf-
ge schi chte t ode r nebe nein ande r gele g t , in g röße rer Z ahl
bei samme n an . “ ( G ossl er 1 888 , 14 6 – 14 8 )
Obwo h l nun ei ne k la re V orst el l u ng über d ie Ges ta lt
mög l i cher ne ol it h i s cher D ep on ier u ngen vorherr sc hte
u nd im mer w ieder V erg lei che zu den w is sen scha f t l ich
lä n g st a k z ept ier te n bron ze zeit l ichen Hor t en a n gest el lt
w u rden, at t r ibu ier ten ei n ige Autoren jene stei n z eit l i -
chen Depon ie r u ngen o f t noch m it W or ten w ie „merk -
w ü rd ig “ ( Wa l t e r 19 01 , 247 ).
Ei n g ro ße s Prob lem der da n k der „ G esel l sch a f t f ü r
Pomme rs che G es ch ic hte u nd A lt er t u m sk u nd e“ ent st e -
henden a rchäolog i s chen Sa m m lu ng w a ren d ie feh len -
den B ef u ndb eob achtu n gen und F u ndor t a ngab en der
er worbene n Objek te. So w u rde u. a. i n den „ Mo nat s-
blät t er n “ von 18 8 7 b ezüg l ich Objek ten, d ie ver mei nt -
l ich a u s ei nem Grab st a m men k önnten, gek lag t :
„ Hoffentli ch i st die Ze it nicht me hr fern , in d er un sere
un s durch ihren S ammele ifer so f reundli ch unt erst üt -
z end en L and sleut e erkennen , d aß nur ein zuverlä s siger
Fu ndbericht den G rab f unden w ir klich en W er th v er -
l e i h t .“
U m d ie g efor der ten Erk en ntn i ss e zu fördern, ver -
suchte die G esel l scha f t ab dem späten 19 . J h. d ie Be -
vö l ke r u ng durch Au f k l ä ru ng a n den Schu len, über da s
Au ss ehen u nd V orkom men pr ä h i s tor i sc her A lte r t ü mer
zu i n form ie ren, u m
„[ … ] d er noc h immer nic ht be seit ig t en thör icht en Z er-
stör ung d er vorge schic htliche n Funde Ab bru ch od er
Einha lt zu thun “ ( Gol tz/Lem cke 18 9 6 , 238 – 239 ).
H ierzu w u rden W a ndta fel n a nge fer tig t , welche die
Fu nd gege n st ä nde a l ler vorge s ch i cht l ic hen Per io de n
i n n at ü rl icher Größe da r st el lt en. Aus K o st eng r ü nden
w u rde ei n geden k der vorges ehenen groß en Au flage der
W a nd t a feln der Ma ßst ab jedoc h v erk leiner t ( e bd.,
239
).
Es i st zu m i ndest zu vermuten, da ss jene A u f k lä r u ngs -
ka mpag ne n f ü r ei ne g ew i ss e Sensibi l i sieru ng der Be -
vö l ke r u ng f ü r prä h i stori sche Den k mä ler u nd Objekt e
gesorg t haben dü rf ten, wenn sich d ie t a t säch l iche U m -
set zu ng de s V orhaben s jedoch a l s ein l ä nge rer Prozess
er w ies ( Gol tz/Lem cke 19 0 3 , V I I I) . Zu sätz l ich ex is -
t iert e ein gew i sser fi na n ziel ler A n reiz , der u. a. L a nd -
a rbeiter da zu be wog, bei der Feldarb eit a u fgef u nden e
A lter t ü mer zu berge n u nd an H ä ndler zu verka u fen,
welch e sie w iederu m versch iedenen M u seen a nboten
( Wa l t e r 19 0 7 , 216 ).
Ei ne besonders rege wi ss ensc ha f t l iche Disk u ssi-
on, ru nd u m d ie m ög l ichen U rs ach en stei n zeit l ich er
Niederl eg u ngen, en tbr a nnte i m späten 19 . u nd fr ü hen
20 . Jh., bi s zu m Be gi n n des Ers ten W elt k rieg s:
„ Man fin det n ämlic h in P ommer n wie im gan ze n Nor -
de n öf t er eine An z ahl sc hön gearbeit et er St einwerk zeu -
ge unte rhalb g roßer St eine ver ste ck t od er in Mooren
ver senk t u nter U m ständen, die ein absich tlich es Nie -
der legen er ken nen lassen und ein zufäl li ges V erl ieren
aus sc hließe n, m an hat di es e Funde D epot f und e genannt
[ … ]. Urspr ünglich n ahm man an , d aß die se D epot f u nde
al s nied ergel eg t e W are eine s Hän dler s ode r als e in in ge -
fährlic her Ze it verborgene s Eigent hum aufz ufas sen s ei .
Nordisc he F ors cher ver t ret en ab er die Meinung , d as s
die se Fund e auf eine relig iö se V orst ellung zur üc kz uf üh -
ren se ien , ind em m an angenommen h abe , d as s die se
Dinge , d eren m an sich hinie de n [ sic ] f reiwillig e ntle dig te ,
im Jen seit s d em Be sit zer w ied er zu kämen [ … ]. E s würde
die s al so mit der Relig ion d es St ein ze itme n sche n in V e r -
bindung zu br ingen s ein , von der wir f reilic h herz lich we -
nig wis se n . “ ( Schum a nn 18 9 6 , 122 – 123 )
( V or ge schi chtli ch es 18 8 7 , 138 )
Späte sten s a b der W ende z u m 20 . J h. hat ten sich
st ei n z eit l iche D epon ie r u ngen a l s Be f u nd kat egor ie i n
der pom mer schen A lter t u m s w i ss en sch a f t endg ü lt ig
durchges etz t, sicherlich b eei n fluss t d u rch d ie dän i-
sche Forschung u nd den gr u nd lege nden A r ti kel v on
S. Mü l ler a u s dem Ja hre 1 886 ( vg l . Kap . V I. 3 . 1 ). Selbst
offensicht l ich e Grabb eigaben w u rden a u fg r u nd der
Gleich för m ig keit der Objek te m it Dep on ieru n gen

52 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
verg l ichen ( Götze 18 9 8 , 13 ) . Im w i ss ens cha f t l ichen
Di sk u rs f a nden sich, w ie oben gezeig t , a l le Motive w ie-
der , d ie bereits i n den Ja h r zeh nten nach dem Z wei ten
W el t k rieg von Neu em zu r Di sk u ssion g ebracht w u r -
den. Die Mehr z a h l der A utore n wa r sich da r üb er ei -
n ig , da ss es sich u m i ntentionel le Niederl un gen, die
n icht wie der ge hoben we rden sollten, a l so V otivgab en
ha ndel n mus s u nd n icht um d ie z uvor eben fa l l s of t
vermutet en Hä nd ler vers te cke. Ei ne w icht ige A n mer -
kun g zu m V e r s tän dnis d er N ie de r l e gung sb edin gun -
gen v on Dep onier u n gen in neol it h i sc her Zeit l iefe r t
der Geheime St ud ienr at E . W a lter 191 3 :
„ Auf re ligi ös -abe rgl äubi sc he An s ch auungen sin d d ann
auc h die F älle z ur üc k zuf ühren , bei d en en me hrere
Ste inwaffe n zu s ammen an si che rer St e lle nie d er gel eg t
worden sin d . [ … ]. D a ähnlich e Funde au ch in G ewä s -
se r n be oba cht et sin d , die sp äte r ver mo or t en , was f ür
die se it d er St ein z eit ver fl os s ene n Jahr t au se nd e spr ic ht ,
so h at sie B elt z f ür Meckl enburg im a llgeme inen al s
„ Moor f un de“ bez e ic hnet . B ei ihne n liege n die St ü cke
ent wed er mit d en F l a ch s eit e n auf ein and e r ge sc hic h -
te t od er k rei s f ör mig um ein z ent ral nied er gel eg t e s od er
in de n Bo de n ge st e ck t e s E xe mpl ar her um , während d a s
W a s se r od er d er g roße Blo ck die kos tbare n Sa che n mög -
lich st sc hütz en s ollt e . “
P et zs ch vermutete, da s s sich ei n ige der Depots au s den
Haus - u nd A rbeit sgeräten eines je wei l igen Besit z ers
zu s a m men se t zen u nd d ies e a l s S chat zf u nde a ngespro-
chen werden mü ss en ( P etz sc h 192 8 , 94 – 95 ).
O . K u n kel ( 18 9 5 – 19 8 4 ) , der 19 2 8 D i re k t or de s Pom -
merschen Provi n zia l mus eu m s i n Ste t t i n w u rde, baute
i n ga n z D euts ch l a nd ei n Net z eh rena mt l icher Boden-
den k m a lpfleger a u f. K u n kel brach mit der bisher ge-
übten Sach l ich keit in der Bet rachtu ng neol it h i scher
Dep on ier u ngen sow ie den her vorgebr acht en A rg u -
menten z u i h rer I nter pre t at ion , wen n er s c h r ie b:
„ Für den Han de l mit F lintgerät sprec he n auc h einige
Sch at z f un d e , di e offe nbar von Kaufl e ut en in ge fährli-
che r St und e verborge n waren . “
( Wa l t e r 191 3 , 330 )
A n d ie sem Z itat lä s st sich zeigen, da s s d ie vo rgef u n-
denen A nord nu n gen der dep on ier ten St ei n geräte be -
reits i n Kategorien eingetei lt w u rden sow ie K la rhei t
da r üb er herrs chte, da ss d ie Objekt e eben n icht in b e-
st ehenden Moore n ie dergeleg t worden w a ren, sonder n
i n offenen Gewä sser n, d ie erst i n n ach stei n zeit l ichen
Perioden vermo or t en .
Ei ne wei t ere w ichtige St ation der v or p ommers chen
V orges ch icht s fors chu n g vor d em Zweiten W elt k r ieg
u m f a s ste d ie R e v ision u nd I nteg rat ion der G rei fs w a l-
der U n iversi t äts sa m m lu ng i n den u n iversitä ren Leh r -
bet r ieb du rch den K la s si schen A rch äol o gen E. Pern ice
( 18 6 4 – 19 4 5 ). P ern ice g r ü ndete zudem d ie „ M it t ei lu n-
gen a u s der Sa m m lu ng V aterlä nd i scher A lter t ü mer
der U n iversi t ät Gr ei f s wa ld “ , d ie 192 4 er st m a l s her aus -
geg eben w u rden und deren F ok u s au f V orp ommer n lag
( L a m pe 2 010 , 11 ). W . P et zs ch ( 18 9 2 – 19 3 8 ), d er V o rle-
su ngen zu r Ur - u nd Frü hges ch ichte a n der U n iversität
Greif s w a ld h ielt, h abi l it ier te sich 19 2 8 m it s ei ner A r -
beit „ Die Stei n zeit Rüg ens“ ( e bd ., 12 ). In sei ner Sch r i f t
w i rd d ie w i s sen s cha f t l iche Sach l ich keit d eutl ich, m it
welch er d ie neolit h i s chen Depon ieru ngen n u n b eha n-
delt w erden, vo r a l lem im V erg leich zu r Situ ation vo n
led ig l ich d rei Dekaden zuvo r . I h re B edeut u ng bl ieb
weite rh i n i m Un k l a ren, wen n auch H a ndwerkerde -
pot s von ih m k la r abgele h nt w u rden. D a über et w a i-
ge Gott es vorstel lungen i n der Stein zeit n ichts b eka n nt
sei, k önnen f ü r ei ne Inter pret ation der Ni ederlegu ngen
a l s W ei heg ab en keine A rg u mente gef u nden werden .
( Ku n k e l 19 31 , 31 )
Zudem widersprach er i n ei n igen Pu n k ten den bis -
her g e t roffene n Fest st el lu ngen der H or t fo rschu ng , z . B .
der A u ss agek ra f t des B ef u ndes über d ie I nten t ion der
Niederl eg u n g. Pausc ha l i sier te Aus s agen w u rden v on
i h m a l s n icht nä her zu erläu ternde Fa k ten beg r i ffen:
„ In viel en Fällen l ä s st die Zu samme n s et zung d e s Fun -
de s e rk enne n , ob wir e s mit d er Hinte rla s se n sc h af t
eine s Hän dle rs o de r Handwerkers od er mit irge ndwel -
che n son st ige n V er m ögen sb e st an dt eil en z u t u t un h a -
be n . [ … ]. W ar um w urden s ie nie d erge le g t ? Nur e be n al s
‚ Sp ar pfennig ’ ? Zur be que me ren Auf b ewahr ung? Zur
Siche r ung b ei auge nblicklic he r Be drohung? In kr i e -
ger i sc hen Z e itl äufen? Als W ei hopfer? Z ur Se lbst au s -
st at t u ng f ür s Jen s eit s? I m Hinblick au f die off enb are
V orliebe f ür l an ds ch af tli ch he rausragen de Plä tz e wi e
Moore , Findlinge und ge le gentli ch Gräbe r verallgemei -
ner t man he ut e ger n d en ‚ Hort ung s’ ged an ken de r Sa -
ga über lieferung , ohn e f reil ich f ür bestimmte Epochen
die Furcht vor feindli che r Ge walt t at a ls W ill en sb e ein -
flu ssu ng aus zu s chlie ßen . Und e s l ä ss t sic h kaum le ug -
nen , d aß di e sc h ätz ere ic hen Ep oc hen d e r Jungst ein z eit ,
de r Jungbronz e z eit , d er Völker wand er ung sz eit un d d er
wendi s ch-wiking i sc he n Ze it in ihrer Ge samth alt ung
k ult urlich-ge i st iger Ar t ver wan dt sch af t liche Züge auf -
weisen. “ ( Ku n k e l 1937 , 338 )
193 4
w u rde die Gef ä ß depon ieru ng von G i ng st noch
ei n ma l durch W . P et zs ch vorg eleg t. A l lerd i ng s be-
sch r ä n k ten sich sei ne Ausf ü h r u ngen g röß t entei l s auf
ei ne rein te ch n i s che Be sch reib u ng der K era m i k. D eu-
t u ng s a n s ätz e f ü r da s Zu st a ndek om men solch eines
En s em bles feh len ( Petz s ch 1937 ).
I. 6.3 F azit der quellenkritischen Analysen
A m B ei spiel M eck lenbu rg - V o r pom mern s l ieß sich
der W e g der sich a l l mä h l ic h e t abl ierenden a rc häolo -
g i schen F orschu ng exem pla ri s ch nachz eichnen. Au f
ä h n l iche W e i se u nd et w a zu ders elben Z eit f or m ier t e

53
Einführ ung in da s Thema
sich d ie A rch äolog ie i n den a nderen R eg ionen M it tel-
u nd Nordeu rop a s. D ie wes ent l ichen K omponenten , d ie
ei ne A u f bew a h r un g der ha uptsäch l ich zu f ä l l ig au fge -
f u ndenen t ric h terb echer zeit l ichen Dep on ieru n gen er -
mög l ichten, wa ren d ie ent s tehenden Sa m m lu ngen u nd
d ie Tät ig keiten der ers te n a rch äolog i sc h i ntere ssie r ten
Geleh r ten, aber eben so d ie A ntiqu itäten sa m m ler . Da -
durch k on n te ei n T ei l der F u nde, d ie, w ie einga ng s ge -
zei g t w u rde, ver m ut l ich bereit s seit Ja h rhu nder ten a n s
T agesl ich t ka men, bew a hr t u nd u ntersuch t wer den .
Der Ge da n k e, e s k ön nte sich bei den en tde ck ten Ob -
jek ten um Hor te ha ndeln, s et zte sich den noch erst m it
der W ende z u m 19 . Jh . vo l l st ä nd ig d u rch. Da nach je -
doch si nd a l le Th eor ie n u nd Geda n ke n, d ie n och heute
er wogen werden, b ereits a u sf ü h rl ich d a rgeleg t worden.
Ei ne U nterbrechung o der soga r ein Rücksch r it t in der
Er fo rschu ng u nd Th eor ie nbi ld u ng w i rd, zu m i ndest f ü r
den No rdosten Deuts ch la nds , m it d em Z weiten W elt -
k r ie g b e m e r k b a r.
Da s gezeig te B eispiel spieg elt sich sch l ießlich auch
i n den in Kap. I. 6 . 1 d i sk utier ten Z eit r äumen der ent -
deck ten Dep onier u nge n w ider . V or a l lem da s erhö hte
Fundau f ko m men in Nord deutsc h la nd im späten 19 . Jh.
(A bb . 9 ) k ön nte sich so erk lä ren la ssen . Au c h Dä ne -
ma rk u nd Sch weden w iesen i n d iesem Z ei t raum ei -
nen An st ieg i n den an g ezeig t en F u nden a u f. L et zt l ich
wa r e s aber da s Zus a mmen spiel a u s der inten siven
Be w ir t sc ha f t u ng des L a ndes und der sich et ablieren -
den V or gesc h icht sfors chu ng , d ie es ermö g l ichte n, da s s
run d 60 % der t r ichterbe cherz eit l ichen Depon ier u n -
gen b i s zu r Mit te de s 20 . J h. entdeck t w u rden. V or a l -
lem V erä nde r u nge n der Bew i r t sch a f t u ng i n F or m einer
zu neh menden Me cha n i sier u ng sorg ten vermut l ich da -
f ü r , d as s d ie An z a h l der a u fgef u nden en Dep onier u n -
gen sei t der zweiten Hä l f t e des 20 . Jh . i n a l len Lä nde rn
r ück läu fig is t. Die z uv or üblichen ma nue l len Pro ze sse
bei m T orf abbau oder in der L andw i r t scha f t f ü h r ten
da zu, da s s die au fg edec k ten v org esc hicht l ich en Gegen -
st ä nde n o ch vo n P ers on en beob a chtet , g eborgen und
gemeldet werden konnten , wä h rend d ie s bei ma sc h i -
nel le n Prozes sen kaum noch mög l ich is t.
Es l ieß sich eben so belegen, da ss d ie n och au f zu -
zei genden reg iona len Unters ch iede i n der A n za h l von
t ric h terb echer zeit l ichen Dep on ieru n gen, zu m B ei -
spiel zw i schen Dä nema rk (Ü berbl ick der Sam m lu ngs -
gesch ichte u nd - pol iti k Dä nema rks b ei Ko c h 19 9 8 ,
58 – 62 s ow ie K r i st i a nse n 19 8 5 b ) u nd M eck lenburg-
V orp ommern, n icht d u rch ma ngelnde K en ntn i s, u nter -
blieb en e V erbr eitu ng de s Wis sen s über solche F u nde,
feh lendes S a m mel i nteres se o der a ndere Formen der
B ew i r t s cha f t u n g des L a ndes erk lä r t werden k ön nen.

55
II Orchestrierung
II. 1 EINLEITUNG UND ALL GEMEINE ZUSAMMENSET ZUNG TRICHTERBECHERZEITLICHER DEPONIERUNGEN
II . 1 . 1 Hor te , Einstückdeponierungen, akkumulier te
Deponierungen und Einz elfunde
U nter dem Beg r i ff der Depon ieru ngen we rden h eute
u nt ers c h ie d l iche Kate gor ien von B e f u nden z u s a m men -
gefa ss t , d ie ei ner g enauer en Erläu ter u n g be dür fen. Be -
reit s 19 0 3 defi n ier t e Montel iu s ei nen D ep ot - Fu nd, den
w i r heute a l s Hor t be zeich nen, a l s ei nen gesch loss enen
Fund von mi nd. z wei Objekten . A l s gesch loss en ver -
st eht Monte l iu s d ie ab s olut g leich z eit i ge Nie derle g u n g
a l ler O bjek t e ei ne s Dep ot f u ndes ( Mon t e l i us 19 0 3 ,
3 ; 10 ; Eggers 1959 , 91 ) . I m L aufe der a rchäologi s chen
Fo rschu ng sges ch ichte w u rden jedoch eben s o Depo -
n ier u ngen id ent i fi z ier t , au f welc he d ies e De fi n it ionen
n icht oder n u r tei lweis e zut reffen. Zu d ie sen geh ö -
ren E i n st üc kdepon ier u n gen a l s o N ie derleg u ngen d ie
nur aus ei nem Objek t b est ehen ( Müller 18 9 7 b, 380 ;
39 6 g i n g a l lerdi n g s bereits davon a u s, da ss auch Ein -
zel s t ücke absich t l ich n iedergeleg t wor den sind) sowie
a k k u mu l ier te Dep on ieru ngen, bei den en es sich u m
Nie derle g u n gen h a nde lt , d ie i n nerh a lb ei ne s Z e it r au -
mes a n derselb en Stel le st at t fa nden und d ie som it ke i -
ne ges ch los s enen Fu nde da r st el len ( Mon t e l i us 19 0 3 ,
10
–
11
; E ggers
19 59
,
92
; zudem H a nse n
2 01 9
,
2 01
). Um
M i s s vers t ä nd n i ss e der B e g r i ffl ic h keiten ( E g g e rt 2 0 01 ,
78 – 79 ) zu vermeide n, sol lte der B eg r i ff „ Hort “ je doch
auss ch l ießlich f ü r ges ch lossene Fu nde v on m i nd. z wei
Objek ten ver wendet werden. Som it werden Hor te i n
d ies er A rbeit a l s ei ne Ka tegorie der Bef u ndg r uppe der
Dep on ier u n gen ver st a nden, w ä h rend a k k u mu l ier t e
Dep on ier u ngen u nd E i n s t üc k depon ier u ngen z wei a n -
dere K ategor ien da r s tel le n .
Die sicher e Zuweisu n g ei nes Objek te s zu r Katego -
rie der Ei n s t ückd epon ier u ngen is t schw ieri g u nd nur
da n n b ere cht i g t , wen n gen aue In situ -Bef u ndbe ob -
acht u n ge n vo rl ie gen u nd d a s e hem a l i ge V orh a nd en -
sei n von a nderen, aus dem s elb en Kon tex t s t a m menden
Objek ten sicher a u sgesch loss en werd en ka n n . Un ter
d ie s en Ums t ä nden w u rden t r icht erb ec herz eit l ic he De -
pon ier u ngen a l lgemein bi sher jedoch nur äu ßers t sel -
ten geborg en ( vg l. z. B. Kap. I I. 2 . 4 . 1 . 11 ). Da s be deutet ,
da s s der a rchäologi sc hen F orschun g der g röß te T ei l
der Ei n zel f u nde vermu t l ich f ü r ei ne I nter pretat ion v er -
sch loss en bleib t. L . L a r ss on vert r at d ie A n sicht, da ss
d ie Nie derleg u ng ei n z el ner O bjek t e i n der T r ichterb e -
cherzeit tei lwei se d ad u rch er folgt e, da s s sie von U fern
aus i n Ge w ä ss er geworfen w u rden ( La rsson 2 011 a,
72 – 73 ) . Da m it versuch te er ei ne Erk lä r u n g f ü r d ie v ie -
len int a k ten Ger äte zu geben, d ie vor al lem häu fig i m
19 . und i n der ersten Hä l f te des 20 . J h . bei m T orf st e -
chen ein z el n au fgef u nden w u rden. Diese Idee der vom
Se eu fer a u s geworfenen Bei l k l i ngen na h m L a rss on s
Schü ler P . Ka rs ten i n den Ti tel s ei ner A rbeit „ At t ka s -
t a y x an i sjön “ (Da s B ei l i n den Se e werfen ) auf ( K a rs -
ten 19 9 4 ). Die En t scheid u ng , ob es sich bei den v ielen
t r i cht erb e c her z eit l ichen Ei n z el f u nde n u m E i n s t üc k -
depon ieru ngen oder aber u m Objek te h a ndelt, d ie aus
dem K ontex t von Sied lun gs - , Grab - u nd Hor tbef u n -
den ger i s senen w u rden, i s t oh ne genaue B e obacht u n -
gen ä u ßers t schw ieri g. Seh r w a h rs chein l ich l a ss en sich
Ei n z el f u nde j e doc h n icht a l s O bjek t e i nter pret ieren ,
d ie verloren w u rden , den n vor a l lem d ie au fgef u ndenen
Bei l k l i ngen wa ren zu g roß u nd zu wer t vol l, u m sie zu -
f ä l l ig zu verl iere n ( Ma lm er 19 62 , 503 ). Du rch d ie ge -
naue A na ly se der Be sc ha ffen heit de r Objek te aus den
Hor t en u nd i h rer Fu ndor t e s ow ie i h re Ab g ren z u ng von
Sied lu ng sf u nden u nd Grabbeiga ben la s sen sich jedoc h
mei ner Mei nu ng n ach K r iter ien au s a rb eiten, d ie b ei der
I nter pre t at ion d er E i n z el f u nde nüt z l ich s ei n können .
A k k u mu l ier te Dep on ier u ngen stel lt ma n sich a l s
ei ne Kombi n at ion au s E i n s t üc kdepo n ie r u n gen u nd
Horten vor , d ie über ei nen unb es t i m mten Z eit rau m a n
ders elb en St el le n ie dergeleg t w u rden . K a r st e n ( 19 9 4 ,
126 – 139 ) hat die S chwier ig kei ten, Ei n s t ück - u nd a k k u -
mu l ier t e D ep on ier u ngen i m B ef u nd z u ide nt i fi z iere n,
au sf ü h rl ich be s pro chen . V or a l le m oh ne vorl ie gende
B ef u ndb e s ch reibu n gen i s t d ie Ident i fi kat ion a k k u mu -
l ier t er s ow ie E i n st üc kdepon ier u n gen s chw ier ig . L e d i g -
l ich bei Plätzen, a n dene n über ei nen la n gen Zeitr aum
depon ier t w u rde, ka n n sich d ie Mög l ich keit e rgeben,
zeit l iche Untersc h ie de a n h a nd der n iedergeleg t en Ob -
jek ten zu erk en nen. Die Formen v on Stei ngeräten und
vo r a l lem von Bei l k l i ngen, a l s Hauptobj ek te t richter -
be cher z eit l ic her Dep on ier u ngen ( s . u. ), blieb en üb er
Ja h rhunder te u nv erä ndert . D a her lä s st sich von de n I n -
ha lten a l lein nu r selten ents cheiden, o b es sich u m ei nen
ges ch los s enen ode r n ic ht gesc h los s enen B ef u nd kom -
plex ha ndelt. H i nwe i se, u m ei ne solche U nterscheidung

56 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
zu t reffen, wer den of t i n den A r r a ngemen t s der depo -
n ier ten O bjek t e gesucht . Ei n d icht es B eiei n a nderlie gen
der n ie dergeleg t en Ge gen st ä nde spr ic ht eher f ü r ei nen
gesch loss enen Bef u nd, w ä h rend ei ne Streuun g der Ob -
jek te über ei n b eg ren zt es A rea l auf ei ne su k z es sive Ei n -
bri ng u ng h i ndeu tet . Det a i l l ier te B e obachtu n gen d er
A r ra ngemen ts l iegen al lerdi ng s nur s elten v or . Ei ne bei
der Entdeck u ng fest ges tel lte fl äch ige Streuung der n ie -
derg eleg ten Objek te mu ss z udem nicht bedeuten, da s s
sie dera r t depon ier t w u rden, da i h re n ach t rä g l iche na -
t ü rl iche oder a nth ropoge ne V erlageru n g n icht a u sz u -
sch l ießen i st . L et z t l ich ka n n e s sich bei der fläch igen
V er t ei lu ng von Gegenst ä nden a uch u m ei ne bew u s st e
Ent sc heidun g der Dep on ierenden w ä h rend ei nes ei n z i -
ge s N ie d erl eg u n g s vor g a n ge s geh a n de lt h a b e n .
Wä h re nd a l le pu bl i zie r t en u nd v ie le u np ubl i z ier -
te t r ic hterb e c her z eit l iche Hor t e u nd E i n st üc kdepon ie -
r u ngen i n d ie vo rliegende Arb eit integ r ier t w u rden u nd
zudem ei n g roßer T ei l der Objek te per sön l ich ver me s -
sen u nd be sch r ieben w u rde, f a nd eine Un tersuchung
vo n a k k u mu l ier t en Ho r ten u nd Ei n z el f u nden nur ei n -
gesch r ä n k t st att . D a neben ex i s t ier t ei ne seh r g roße
Z a h l von B ef u nd komplexen, d ie n icht i n d ie vorl iegende
A rb eit a u fgen ommen w u rde u nd f ü r d ie vö l l ig u n k la r
i st , w ie sie zu s t a nde ka men u nd ob es sich u m Sied -
lung sres te o der a k k u mu l ier te D epon ieru ngen ha ndelt.
V on den Ei n z el f u nden w ieder u m w u rden s ä mt l i -
che Fl i ntbei l k l i n gen a u s dem nord deutschen Raum
m it einer L ä nge vo n m i nd. 20 cm (Li ste 1 ) s ow ie eine
Au s w a h l von F l i ntb ei l k l i ngen au s den N iederl a nden
u nd Schweden mit dems elben K r iter ium p ersön l ich
u ntersucht ( n = 3 62 ) . Zudem w u rden a l le publi z ier ten
K upfergerät - Ei n z el f u nde de s ges a mt en T r ichterb e cher -
rau mes ( n = 10 7 ) i n den ent spre chenden Au s wer t u ng s -
tei l der A rb eit a u fgeno m men (Ka p. II. 4 . 3 ).
II . 1 . 2 Die F undzus ammenhänge und Mat erialien trichter -
becher zeitlicher Deponierungen
Wie bereits i n Kap. I. 2 da rgestel lt, b es ch reibt d ie Or -
c h es tri e rung di e Zus amme nst e ll ung d e r D ep o n i erun -
gen und zug leich die subjek t ive Ausle se von Objekten
aus dem T y penvorrat der TR B ( vg l. Eggers 19 59 , 265 ).
U m d iese Au sles e be ss er zu verstehen, is t es not wen d ig
sie in Gr uppen, g et ren nt nach ih ren übergeor d neten
Abb. 14 . Die V erb rei t ungsk ar te zeigt sämt lich e i m R ah men des Disser tationspro jek te s identifizierte tr ichter be cherzeitli che De -
poni e r unge n ( n = 1 34 6 ; Gra fik : K . Win t er ) .

N
0 200
km

57
Orchestrierung
K on te x ten bz w . Fundor ten, zu b et r ach ten . De sha lb wer -
den d ie se i m Folgenden bereit s vor weg genommen , i n
Kap . I I I jedoch det a i l l ier t b esprochen und aus gewert et .
Der Foku s der meist en Au toren, die sich m it t r ich-
ter beche rzei t l ic he n Depo n ierunge n beschäf tig habe n,
be sch r ä n k te sich a u f d ie Gruppe von N iederleg u ngen
auß erha lb von zeitg leichen Si e d lu ngen, Gräber n u nd
Ei n heg u ngen. D ies l ieg t vor a l lem da r i n b eg r ü ndet ,
da ss e s sich u m d ie auff ä l li gs te Gr uppe m it meis t au -
ßergewöhn l ichen Objek ten ha ndelt, d ie m a nch ma l in
g roß er A n z a h l vorkom men .
Um d ie se Gr upp e von D ep on ie r u ngen, d ie au ß erh a l b
vo n z eitg leichen Si e d lu ngen, Gräber n u nd Ei n heg u ngen
vo rk om men, beg r i ffl ich pr ä zi s er da r zu st el len, hab e ich
m ich entsch ieden, sie al s ex terne Depon ier u ngen zu be -
zeich nen. Der Nachw ei s, da s s au f ei ne Depon ieru n g t at -
säch l ich ei n solcher Fundum s t a nd zut ri ff t, geli ng t n icht
i m mer mühelos. Auch w i rd mit d ies er Katego r i sieru ng
n icht a u sges ag t , w ie weit die ex t ernen Depon ier u ngen
abseit s der a nder en B ef u nd k atego r ien lagen. Es s ol l v iel -
mehr b etont we rden, da ss sie n icht in ne rha lb des A re -
a l s , da s du rch Sied lun gen, Gräber oder Ei n heg u nge n
ei ngenom men w i rd, n ie dergeleg t w u rden. Bi sher w u r -
den ex ter ne Dep on ier u ngen i n der deut sc h spr ach i gen
Fo rs chung h äu fig a l s „ Moorf u nde“ oder „ Mooro pfer“
u nd in der eng li s ch sprach igen F orschu ng a ls ‚ wetla nd
d e p o s i t i o n s‘ b ez eichnet ( vg l . z. B. Sch ülk e 2 01 9 , 4 69 ).
Du rch d ies e A r t der K en n z eich nung ne olit h i s cher De -
pon ier u ngen is t jedoch st et s d ie Gef a h r g egeben, vor -
sc h ne l l ei ne n B ef u nd a l s i nt ent ione l le Nie derle g u ng
zu deuten, led ig l ich w ei l er i n ei nem U m feld geborg en
w u rd e, da s z u m Z eit pun k t der Auffi n du ng ei n Moor
da rs tel lte. Da ss t r ichterbecherz eitl iche Sied lu ngen u nd
Gräb er jedoch i m L aufe der Ja h r t au sende v on Mooren
über wach sen werd en k on nten, d ie in neol it h i s chen Zei -
ten noch offene Seen u nd a ndere Gewä sser w a ren, w i rd
i n Kap . I I I . 1 . 1 aus f ü h rl ich erör ter t werden .
II . 1 .3 Ex t erne Deponierungen
Ex terne Depon ier u ngen stel len m it ei nem A ntei l vo n
91 , 4 % d ie qua nt itat iv g rößte Gruppe u nter den in s ge -
s a mt 1 346 untersuchten Depots d a r ( siehe Abb. 14 ; i n
d ie Berech n u ngen w u rd en i n sg. 1 23 0 H o rte , akkum u -
l ier te D ep on ie r u ngen u nd Ei n st ückdepon ier u n gen
ei nbez ogen ). Al ler d i n gs h aben sich bi sher n u r weni ge
Autoren m it den Nie derle g u ngen i m B ereic h von t r ic h -
terb ec herz eit l ichen Bauwer ken aus ei na ndergeset zt , d ie
— au s vers ch ie denen noc h z u erör t er nden Gr ü nden —
schwe rer zu identi fi ziere n u nd dadurch st r it t iger si nd.
Seh r w a h r schei n l ich i st e s der V ernach l ä ssi g u ng i h re r
Er forschung ges chu ldet, d a ss sie bisher nur ei nen geri n -
gen A ntei l der t r ichterb ec herz eit l ichen Depon ier un gen
au s m a ch en .
Die g roße Gr uppe der ext ernen Depon ier u ngen
ka n n a n ha nd i h rer ge n au en Niederlegu n gs or te ( z . B.
st ehend es G ew ä ss er , F l i eßge w ä ss er , t roc kener Gr u nd
etc . ) noch weiter unter t ei lt wer den (Kap . II I. 1 ) . Um f ol -
gen d ei ne mög l ichs t g roße A n z a h l vo n Dep onier u ngen
f ür ei nen a l lgemei nen V erg leich der I n h a lt e hera n zu zie -
hen, soll d iese Un ter t ei lu ng vor erst keine A nwen du ng
fi nden. Zudem f eh len f ür d iese Gr uppe aufg r und i h rer
of t m a l s z u f ä l l i gen En tdeck un g ( vg l. Kap . I. 6 . 1 ) de t a i l -
l ier te H i nweise au f d ie gena ue Fundum gebung . Sie lä sst
sich nur noch f ü r ei nen T ei l der Funde rek on st ru ie ren.
Im G egens atz da zu w u rd en d ie meis ten Dep onier u n -
gen a u s dem K ontex t t r ichterb ec herz eit l icher B auwerk e
w ä h rend a rchäolog is cher Au s g r abu ngen entdec k t .
In der folge nden A u s wer t u ng s ol len die I n h a lte der
Dep on ier u n gen der gesa mten T richt erbe cher zeit z u -
sa m mengefa s st b et r achtet we rden. Ei ne wei tere zeit l i
-
c h e Diff er e nzi erun g d er De po ni e run gsgru p pe n wir d in
den f olgen den Kapiteln m it der Be sprechung der K la s -
si fi kat ion der e i n z e l nen O bjek t kat egor ien er folgen .
Abb. 15 . A nz ahl e xter ner Depo nierung en, welche die aufg e -
f ührten Obj ek tkategorien enth ielten ( 1 20 4 Hor t e un te r su cht ,
Doppel ung en mö glich; G rafik: K. Winter ).
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
mit di cke n
Spi tze n
mit Me nsc hen- o. Ti erkn och en
mit Ax tkl inge n a us Stei n
mit Fl int klin gen u. -me sse rn
mit Ku pfe robj ekt en
mit Fl int knol len u. -pl ank en
Mei ßel kli ngen au s K noch en u. Flin t
mit Be rns tein per len u. -ro hst ücke n
mit Ke ram ikge fäß en
mit Be ilk ling en aus Ste in u. Flin t
n
Objektkategorie
1000

58 D ie Dep onierungen der T richterbecherkultur
Der Bl ick au f d ie ex ter nen Depon ieru ngen ( Abb.
15
)
zeig t ei n k l a res Bi ld: 78 , 2 % vo n i h nen haben B ei l k l i n-
gen a u s Feu ers tei n oder Fels gestei n z u m I n h a lt
11 .
W ei t da h i nter stehen a n z weiter Stelle d ie Hor te m it
Ke r a m i k ge f ä ß e n ( 9 , 4 % ) , gef olg t von jen en m it Ber n-
st ei np erlen u nd B e r n s t ei n roh st ücken ( 6 , 5 % ) s ow ie je-
nen mit Mei ßel k l i n gen a u s Feu ers tei n u nd K nochen
( 6 , 2 % ) . Niederl eg u ngen mit F l i nt k l i ngen und -m e s-
ser n sow ie m it Fl i ntk nollen u nd - pla n ke n weis en ei nen
A ntei l von ru nd 5 , 1 % a u f . Noch n ied ri ger ist der A n-
tei l der Hort e m it Mens chen - u nd Tier k nochen ( 3 , 4 %) ,
st ei ner nen A x t k l i n gen ( 1 , 8 % ) u nd K upferobjek ten
( 1 , 5 % ) . A n let z ter Stel le s tehen Dick e Spitzen ( 0 , 8 %).
W en det m a n ei ne a ndere Z ä h lweis e a n u nd be t rach -
tet led ig l ich d ie A n za h l der depon ier ten Objek te, s o
w ü rde n B er n s te i np erle n u nd B er n st ei n roh s t üc ke d ie
Stat i st i k bei weitem an f ü h ren, denn von i h nen w u rden
bisher mehrere zeh nt aus end g eborgen ( vgl . Kap . I. 3 . 2 ,
A bb. 1 ) . Die reine A n za h l von Objekten s ag t je doch
n ichts üb er den A u f wa nd a u s , der benötig t w u rde, sie
herzu s tel len (Kap . I I. 2 . 5 u nd I I . 2 . 6 ) u nd zudem n ichts
über den U m f a n g u nd d ie W ei t r äum i g kei t i h rer V er -
brei t u n g. So si nd es led ig l ich 78 Hor t e, d ie B er n s te i n -
perlen a u f weisen, welche in i h rer V erbr eit u ng f a st
auss ch l ießlich au f den No rden Dä nema rk s be sch rä n k t
si nd (II.
3
.
3
) . Dagegen ve r tei lt sich d ie g roße A n z a h l der
Horte m it Steinb ei l k l i ngen ( n = 9 41 ) a u f f a s t den ge -
sa mten T r ichter be cher r aum .
II . 1 .4 Dep onierungen im Bereich trichterbecherzeitlicher
Ba u we r ke
Die i n d ies er A rb eit pr ä s ent ier t en D ep on ier u ngen
i m B ereich t r ic hterbe cher z eit l icher B auwerk e ( Sied -
lungen, Gräb er , Ei n heg u ngen ) erh eb en a u fg r u nd des
ma n gelh a f ten P ubl i kat ions st a nd s keinen A n spr uch
auf V ol l st ä ndig ke it. D a d ies e, w ie oben be sc h r ieben, i n
der F orschu ng l a nge Z eit v er nach l ä ssi g t w u rden, lie-
gen v erg leichs wei se wen ige pub l i zier te Daten vor . E i n
i ntensives St udiu m von A u sg rabu ng sb erichten w ü r -
de den Um fa ng p otent iel ler t r ichterb ec herz eit l icher
Niederle g u n gen aus d ie sen Fu ndu mgebu n gen m it g ro -
ßer W a h rschei n l ich ke it bet rächt l ich erh öhen. Jedoch
stel lt eine solche zeiti nten sive A rb eit ein eigenes F or -
schu ng st hema d a r . Oh ne ei ne sol ide Da t eng r u nd l age
la s sen sich a l lerdi ng s kau m d ie h i nter solchen Depo-
n ier u ngen s tehenden Mu s ter erken nen .
Die s g i lt vor a l le m f ü r d ie Sie d lu ng s de pon ier u ngen .
Ei n ige Autoren vermuten , da ss meh rere z u s a m men
gef u ndene Obje k t e ei nes T y ps i n ner h a lb von Sied lu ngen
Depon ier u ngen da rs tel len k ön nten ( z. B. Ku b a c h 19 8 0 ,
18 9
Fu ßnot e
2
) . P . Ka rs ten a rg u ment iert e, da s s voll s t ä n -
d ig erha ltene, unbe sch äd ig t e Objek te aus Sied lun gen,
w ie Kera m i kgef ä ß e o der Stei ngeräte u nd u nter d ie -
sen spez iel l B ei l k l i n gen, ext rem selten si nd u nd sie da -
her a l s Depon ier u ng i n Fra ge k ommen ( K a r st e n 199 4 ,
15 4 ) . Bei l k l i ngen w u rden i n Sied lu ngen f ü r gewö h n l ich
so la nge benu t z t , bis sie aus ei na nde rbrachen, wo r auf h i n
d ie ei n zel nen T ei le a l s F l i ntkerne f ü r d ie Herstel lu ng
a nderer Ger äte weiterb enutz t w u rden ( La rsso n 198 9 ,
14 5 ). In d ies em Zu sa m men ha n g f ü h r t e Ka rs ten B ei -
spiel e von v ol l s t ä nd ig erha ltene n Objek t en a u s Gr u -
ben au ß erha lb t ric hterbe cher z eit l ic her Geb äude an
( K a r st e n 19 9 4 , 155 – 157 ) . Diese w a ren jedoch s tet s m it
f r ag ment ier t en O bjek t en, ge spa ltenen K noc hen, F l i n -
t absc h lä gen oder sonst igem Fl i nta bfa l l k ombi n ier t , so
da s s ei ne Zuw ei su n g d ies er Bef u nde zu r Gr uppe der
Dep on ier u ngen f r a g l ich ers c hei nt . Sie er f ü l len n icht d ie
a n i ntent ionel le Nie derleg u ngen ge st el lten K r iter ien der
Se lek t ion, be s onderen Plat z ier u ng od er de s A r r a ng ie -
ren s ( ebd ., 15 6 ) . Aus V ermutu ngen heraus sol lten da her
kei ne I nte r pre t at ionen von B ef u nd en er folgen, s onder n
es b eda r f st r i k ter Reg el n u nd A rg u men te f ü r ei ne solche
A n sprache. Diese z u formul iere n i st b ei Sied lu ng sdep o -
n ier u ngen sich erl ich be sonders schwieri g , da d ie Ob -
jek te von r eg u lä ren Sied lun gs f u nde n z u t ren nen sind,
welch e sie u mgeben. W ä h rend d ies bei m V orha nden -
sei n vol l st ä nd ig erha ltener und pri n z ipiell b enu t zba rer
Objek te i n Gr ub en leich ter f a l len d ü r f t e, schei nt es f ü r
f r ag mentier te St ücke ka u m mög l ich ( A n ders son e t a l .
2 01 5 , 38 – 41 ) . T ret en sie nicht i n u ngewöhn l ichen Zu -
sa m men s e t z u ngen, m it b es onderen O ber flächenb e -
ha nd lu ngen oder a n u ngewöh n l ichen Or ten au f, sind
sie ver mut l ich n ic ht von reg u lä ren Sie d lu n g s abf ä l len z u
u nterscheiden. A l s reg u lä r k ön nen u. a . Schut t u nd Ab -
f ä l le sow ie Reste pla n mä ßig er V orrat sha ltu ng i n Gr u -
ben u nd Speichern gel ten ( Geisslinger 19 8 4 , 32 0 ).
Da her w u rden die von Kars ten be sch rieb enen Beispie -
le n icht al s D epon ier u ngen in den Kata log m itau fge -
nommen. Ei n solches V orgehe n bi rg t je doch eben s o
Schw ierig k eiten, denn e s f ü h r t z w a ng släu fig d a z u, da ss
i m mer nu r jene B ef u nde a l s Dep on ier u ngen ident i fi -
zier t werde n, d ie sow ie so i n V erdach t st ehen, sol che zu
sei n . Es i s t offensicht l ich, da s s w i r v iele Det a i l s aus a r -
ch äolog i s chen B ef u nden n icht vers tehen u nd aus den
Res ten d ie vorges ch icht l ic hen V orgä nge nu r u n z u rei -
chend re k on st r u ieren kön nen . D a her mu s s ver mut l ich
davo n aus gega ngen w erden, das s ei n g roßer T ei l der
Sie d lu ng s dep on ier u ngen u nerk a n nt bleibt . I n d ie se m
11 Die Ba l kend ia g r a m m e Abb. 15 , 16 u nd 17 geb en jewei l s
d ie A n za h l der D epon ier u n gen a n, i n welchen d ie je wei l i -
ge Objek t kategor ie vork om men . Dadu rch w i rd der I n h a lt
ei nes gem i scht en Hor te s a l so meh r f ach i n der St at i s t i k ge -
zä h lt , je wei l s ei n ma l pro vorha ndener Obj ek t k ategor ie.

59
Orchestrierung
Zu sa m men h a ng erg ibt sich die Frage, wa s „ reg u l ä r“ i m
Sied lu ng sk on te x t überhaup t b edeutet bz w . w ie es sich
be st i m men l ä s st .
B ei m B et r achten der I n h a lt e t r ichterb echer z eit -
l icher H or te aus Sied lun gen ( Abb. 16 ) f ä l lt auf, da s s
weniger Objek t katego r ien ve r t ret en sind a ls b ei den
ex ter nen Depon ieru ngen. S o feh len die dor t regel -
mä ßig au f t re tenden Kate gorien der B er n s tei nperlen,
Ti er - oder Mens chen k nochen sow ie v iele de r Stei n -
geräteka tegorien. W a s z udem h er vort r it t i st , da s s d ie
D ep on ier u nge n m it F l i nt me s s er n u n d F l i nt k l i n gen
über w iegen, wä h rend diejen igen mit B ei l k l i ngen n u r
a n z wei ter Stel le liegen. D u rch d ie ge r i nge Ges a mt fa l l -
za h l si nd d iese Ergebn is se je doch zu n ächs t a l s vor läu -
fig zu b et r ach ten .
Un te r den Ei n st üc kdepon ier u n gen aus Sie d lu n gen
domi n ieren die F l i ntbei l k l i ngen ( n = 2 ) v or den Fl i nt -
meiß el k l i ngen ( n = 1 ) . Auch dies es Ergebn is i s t vo r
dem Hi nterg r u nd der oben geä u ß er ten Ge da n ken
quel len k r iti s ch zu h i nter f r agen, da k leine, ei n z el n a u f-
gef u ndene Objek te w ie F l i nt k l i ngen o der B ern stei n -
perlen selten in V er dacht gera ten, D epon ieru n ge n
da r zu st el len, sonde r n gerade a u fg r u nd i h rer Grö ß e a l s
versch leppte Sied lun gs abf ä l le oder ver loren g ega ngene
Ge gens t ä nde a nge sehen werden .
Die K ategor ie der D epon ier u ngen i m B ereic h von
Graba n lagen bez ieh t sich auss ch l ießl ich auf monumen -
t a le Gra ba n l agen, genauer den n ic htme ga l it h i s chen
La ng hügeln u nd Mega l it hg rä bern der T r ichterbe -
cherz eit . Dep on ier u n gen im U m feld von F lach g r äber n
si nd im Ra h men die ser A rb eit nicht beka n nt gew or -
den. Da s Phä nomen, da s Nie derleg u n gen auß erh a lb
des Gra braumes , d ie k ei ne Grabbeiga ben da rs tel len,
u m f a sst , i st i n Süd ska nd i nav ien seit Ja h rz eh nten be -
ka n nt u nd wi rd regelm ä ßig i n Ausg r abu ng sber ichten
sow ie im R a h men vo n Mega l it hg r abst udien d i sk u -
t ier t. Ei ne aus sch l ießlich au f d iese s Thema foku ssier -
te P ubli k ation steht bisher jedoch aus . Im V ergleich zu
Süd sk a nd i n av i en m a n gelt e s i n Nordde ut s ch la nd a n
Un t ers uchu n gen von Meg a l it hg r ab - Au ß enb ereic hen .
L ed ig l ich f ü r S ch les w ig- Ho l st ei n k onnte d ie se Sit ua -
t ion du rc h d a s Fors chu n g sprojek t „ Fr ü he Monu men -
t a l it ät und sozi a le Di fferenz ier u ng “ der U n iversität
K iel deutl ich verbes ser t werden. Hier ko n nten i n z w i -
schen ä h n l iche Depon ier u ngen, w ie sie f ü r Dä nema rk
u nd Süd s chweden be ka n nt si nd, n achgew ies en werden
( vg l. Kap. II . 5 . 2 . 3 . 2 u nd Kap . I I I. 3 . 2 ).
K era m i kgef ä ße u nd Stei ngeräte, da r u nter vor al lem
F l i nt bei l k l i n gen, t re te n regel mä ßig a l s Dep on ier u n -
gen v or mo nu men t a len Gra ba n l agen d er TR B i n Er -
schei nung . Im Ra h men die ser A rb eit w u rden in sg. 75
Bei spiele solch er Sit uationen a u fgeno m men. Wä h ren d
f ü r d ie nicht mega l it h i schen La ng hügel al le Depon ie-
r u ngen ber ücksicht ig w u rden, w u rden f ü r d ie Mega -
l it hg r äb er le d ig l ich Niederleg u ngen m it St ei ngeräten
i n den Ka t a log au fgen om men, wä h rend d ie K era m i k -
depon ieru ngen bei spielh a f t a n a ly sier t u nd di sk ut ier t
w u rden. Die g roße Menge an Niederleg u ngen mit Ke -
ra m i kgefä ßen vor Mega l ithg räb ern bietet genüg end
Mater i a l f ü r ei ne eigens t ä nd i ge Fo rs chu ng s a rb eit.
Die Situ ation im B ereich de r Mega l it hg r äber i s t,
w ie noch gezeig t werde n w i rd, seh r kom plex. E s st eh t
of t z u r Debat te, ob e s sich bei den Funden v or den
Gräb ern u m i ntentionelle Niederleg u ngen oder um
aus der Grabka m mer ausgeräu mte Beigab en ha ndel t .
Bei v iele n B ef u nd sit uat ion en be stehen U n k la rheiten
u nd häufi g wer den sie zu Depon ier u ngen erk lä r t , ob -
wo h l keine k la re A rg u mentat ion f ü r d ie Gr ü nde einer
solchen Zuw ei su ng gegeben w i rd. Es w u rde versuch t ,
v iele d ieser Sit uationen in d ie Un tersuchu ngen mit auf-
zu neh men, um sie zu pr ü fen. In b es on ders u n k la ren
Fä l len w u rde jedoch auf ei ne Auf na h me verz ich te t.
Die Auf n a h me u nd Be wert u ng der Funde erfolg t aus-
sch l ießlich auf B a si s der zu d ies en Them en verf üg ba-
ren Literatu r . Aus zeit l ichen Grü nden wa r es n icht
mög l ich , d ie Obje k t e p ers ön l ich z u s t ud ieren .
Die D ep on ier u n gen i m B ere ich de r n ic ht mega l i -
t h i schen La ng hügel bestehen fa s t auss ch l ießl ich a u s
K era m i kgef ä ßen . T reten Stei ngeräte h i n zu, so h a n-
delt es sich um F l i ntbei l k l i ngen oder Fl i nt k l i ngen. Der
Abb. 16 . Anzahl vo n H ort en a us tr ichter becherzeitlich en
Sie dlu ngen , wel ch e die au fge f ühr t e n Ob jek t kat eg or ie n ent -
hiel ten ( 35 unt er su cht e Hor t e , D opp e lunge n mögl ic h ; Grafi k:
K . Wint er ).
0
2
4
6
8
10
12
mit Fl int absc hlä gen
mit Ku pfe robj ekt en
mit Kl ing enke rne n
mit Fl int knol -
len un d - plan ken
mit Fl int klin gen
und -m ess ern
mit Ke ram ikge fäß en
mit Be ilk ling en aus
Ste in und Fli nt
n
Objektkategorie
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