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Sechs textkritische Noten zur Anthologia Latina

Author: Schneider, Werner J.
Publisher: Dipòsit Digital de Documents de la UAB
Year: 1999
Source: https://ddd.uab.cat/pub/faventia/02107570v21n2/02107570v21n2p95.pdf
Zusammen assing
Die An hologia La ina is noch imme ein S ie kind de la inis ischen Fo schung. Die häu ig nich
eben he aus agende Quali ä de einzelnen Tex e zusammen mi dem o mals hochp oblema is-
chen Übe lie e ungss and können diesen Sach e hal bis zu einem gewissen G ad e klä en. Die
o Jah en in Ang i genommene, bis heu e noch nich abgeschlossene Neuedi ion ha e zwis-
chenzei lich zu eine Belebung de ex k i ischen S udien zu An hologie ge üh . An diese
Bes ebungen knüp die o zus ellende A bei an mi de Vo lage on Ko ek u en und Vo schlägen
zu einigen S ücken zwischen An h La 416 (418) und 475 (477).
Abs ac
Tex ual c i icism is possibly he main a ge o philologis s who ha e dealings wi h he An hologia
La ina. This seems jus i ied in so a as he mul i ude o poems collec ed in his a he miscella-
neous sylloge a e o second a e quali y. The ansmi ed ex , howe e , is highly lawed as a
esul o sc ibal negligence. The mos ecen edi ion has imp o ed ou unde s anding o se e al
poems conside ably by enhancing he possibili ies o conjec u al c i icism, bu many iddles
emain. The scope o his con ibu ion is o co ec some sc ibal e o s and o o e new solu ions
o a couple o loci exa i ha ange om An h La 416 (418) o 475 (477).
416 SB = 418 R
Nullum opus exsu gi quod non annosa e us as
expugne , quod non e a iniqua dies,
u lice ex ollas magnos ad side a mon es
e calidas aeques ma mo e Py amidas.
ingenio mo s nulla noce , aca undique u um;
inlaesum sempe ca mina nomen haben .
calidas V sensu ca e , nisi cum R «in A ica si as» in ellegis
alidas Pi hoeus (?), quem SB secu us es
solidas Pie son
Pha ias Heinsius
canas Bae mo e suo
celsas emend.
Fa en ia 21/2, 1999 95-104
Sechs ex k i ische No en zu An hologia La ina
We ne J. Schneide
Uni e si ä Heidelbe g. A chäologisches Ins i u
Ma s allho 4. 69117 Heidelbe g
Da a de ecepció: 30/3/1998
Fa en ia 21/2 095-104 21/10/99 14:17 Página 95
Eine Seneca zugesch iebene Synk isis de Fo daue des Ruhms, de on a chi-
ek onischen Monumen en und solchen de dich e ischen Rede zu e wa en is :
exegi monumen um . . . . Die handsch i liche Übe lie e ung im zwei en Pen ame e
is sinnlos, so e n man nich im A ibu calidas einen ech albe nen e ymologi-
schen Pun au P y amidas sehen woll e ode abe die Konsequenz aus dem
Phänomen, daß die Py amiden de Eigena ih es geome ischen Kö pe s zu olge,
wenn die Sonne im Zeni s eh , keinen Scha en spenden, wie es das
Pa allelepig amm 415 SB 4 sag : Py amidas, medio quas ugi umb a die. Beides1
wä e ein ech s apaziöse Re ungs e such.
Heinsius’ und Bae’s Vo schläge lau en au eine Schmuckwö e hinaus, wäh-
end man doch ein Adjek i e wa e , das ein Pendan zu magnos ad side a mon es
lie e n wü de. Wohl allzu schnell ha SB alidas den Vo zug o solidas einge äum .
Sein Hinweis, daß die Py amiden im p ägnan echnischen Sinne nich ollsolide
gemaue seien, üh kaum wei e . Gegen alidas sp ich de no male Wo geb auch,
de diese Quali ä in alle Regel beleb en Wesen ode solchen zusch eib , die wie lu-
men ode en us ein en sp echendes Ene gie- ode Bewegungspo en ial besi zen2.
Daß es hie abe alle Wah scheinlichkei nach um die agende Höhe de
Py amiden als de en o züglichs e und augen älligs e Eigenscha (die sie ja eben
auch mi den Be gen eilen) geh , leg nich nu de An ang des Tex es nahe, wo
es eben die Ve ikale s eckung is , die als G admesse de Au wendigkei ehlge-
lei e e Bes ebungen e schein (nullum opus e x s u g i ); die Höhe on
G abbau en ha e auch schon das in de Sammlung unmi elba o ans ehende
Zwillingsepig amm gegeißel , indem es e wa Py amidasque ausas icinum a in-
ge e caelum au ge u en und schließlich als allgemeingül iges Schicksalsgese z
abgelei e ha e: quoque al ius ex a / quodque opus, hoc illud ca pe ede que magis
(sc. dies).
96 Fa en ia 21/2, 1999 We ne J. Schneide
1. Zumindes die zwei e Möglichkei hä e abe on den bishe igen Konjek o en in Be ach gezo-
gen we den müssen.
2. Die on D.R. Shackle on Bailey, Towa ds a Tex o ’An hologia La ina’, CPhS Suppl. 5 (Camb idge
1979) 58 N . 418 als Pa allele beigeb ach en alidis u ubus aus Luc . DRN 5. 1440 s ehen, sowei
ich sehe, ziemlich allein au wei e Flu —abe auch sie siedeln dich an de G enze zu Me aphe
om siche en und « u mbeschü z en» Menschenleben. Wenn Ve gil geo g. 4. 331 dasselbe A ibu
zu bipennis e en läß , so gewiß de sausenden Schä e des Beiles wegen. Eine Ausnahme im
Sinne SB’s is Ru il. Nam. DRS 1. 405. In diesem Sinne eine Bedeu ungsdi e enz zwischen soli-
dus und alidus schein mi im üb igen auch schon die be ühm e En gegnung des Simonides au
ein legendä es G abepig amm des Kleoboulos on Lindos:
τÝσ κεν ανÜσειε νÞωι πÝσυνοσ ΛÝνδου ναÛταν ΚλεÞβουλον,
εναοσ ποταµοσ ν©εσι τ εαρινοσ
ελÝου τε φλογd χρυσÛασ τε σελÀνασ
καd ©αλασσαÝαισι δÝναισ ντÝα ©Ûντα µÛνοσ στÀλασ; PMG 581
Hie lieg de sp ingende Punk m.E. da in, daß die ein s a ische Bildsäule im eigen lichen
Sinne übe ga kein µÛνοσ e üg und on dahe den dynamischen und beweglichen zu o genann-
en En i ä en allemal un e legen is . —Auch Censo in de die na ali 4. 8 wide leg wohl die oben au -
ges ell e Behaup ung on de e schiedenen Re e enz de A ibu e solidus und alidus nich
wi klich: e ecisse solidi hominis ma e iam igni simul e umo i pe mix am, da es hie ja a säch-
lich um die Ma e iali ä en de physiologischen Zusammense zung des Menschen im wissen-
scha lichen Sinn geh .
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Auch wenn man au die e ymologische He lei ung bei Isid. 10. 32 «celsus» a
caelo dic us keinen ges eige en We leg , so schein sich doch in unse em Gedich
als die e ends e En sp echung ü u lice ex ollas m a g n o s a d s i d e a
mon es zu emp ehlen3:
e c e l s a s aeques ma mo e py amidas
429 SB = 431 R
Excusa io * siho is * ma e iae
se e io is Scalige
ilio is Bae
insanio is R
lasci io is Rossbach
le io is el
humilio is p oposui SB
simplicio is W
exilio is coni. coll. OLD s. . N . 6
443 SB = 445 R (Seneca?)
De amico mo uo
Abla us mihi C ispus es , amici,
p o quo, si p e ium da i lice e ,
nos os di ide em liben e annos.
nunc pa s op ima me mei eliqui ,
5 C ispus, p aesidium meum, olup as,
* pec us *, deliciae. nihil sine illo
lae um mens mea iam pu abi esse.
consump us male debilisque i am.
plus quam dimidium mei ecessi .
1amici ulg.
amihi V
amicus Bae
inique SB
Amici coni.
6pec us V
po us Bae
lusus F ancius
Sechs ex k i ische No en zu An hologia La ina Fa en ia 21/2, 1999 97
3. Ich e weise noch abschließend au An hLa 299 SB 1 (Ex olli c e l s a s nemo alis A icia sedes)
und ü celsus bei We ken de A chi ek u au ThLL III (Leipzig 1906-12) 772 . s. . I B.
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decus Wake ield
pignus W
ces us p opos.
De Ad essa des hochemo ionalen F eundscha sgedich es wä e in de Ta kaum
zu ällig ein Amicius, dessen Gen iliz Bedeu samkei ü die inhal liche Sei e des
Gedich s gewönne. Thema ische Responsion on Gedich inhal und e ymologi-
sche Aussagek a des Ad essa ennamens inde sich nich nu e wa in Ma ials
Epig ammen au Sch i und T i 4, sonde n auch in den Gedich en de An hologie5.
De Fall lieg hie mögliche weise nich ande s als in de An ede o mel on Ho azens
13. Epode6:
. . . apiamus, Amici,
occasionem de die
Amici Housman
amici ulg.
amice Ben ley
amica Palme
Das eigen lich in e essan e P oblem lieg eilich in Ve s 6. R e such e nich
ungeschick , die Übe lie e ung un e Hinweis au Ho . c. 1. 3. 8 animae dimidium
meae zu hal en. Fü den exak en Wo lau und die Wah scheinlichkei de
Tex übe lie e ung e gib das indessen nich seh iel. Die P ädika ion des F eundes
als pec us e mag nämlich au diese Weise kaum le z en Zwei eln en hoben zu
we den. S ellen wie O. T . 1. 3. 65 .
quosque ego dilexi a e no mo e sodales,
o mihi Thesea pec o a iunc a ide!
ode Sil. 15. 4
bellige i, Ma o ia pec o a, a es
können die ’nack e‘ Ve wendung on pec us als a ek i e P ädika ion und ’ e m o
endea men ’7kaum endgül ig ech e igen. Am ehes en wohl ließe sich, um die
Übe lie e ung pec us zu hal en, noch Ma ial 6. 68. 4 an üh en:
98 Fa en ia 21/2, 1999 We ne J. Schneide
4. J.M. GIEGENGACK, Signi ican Names in Ma ial (Diss. Yale, 1969) (non idi).
5. So besonde s deu lich die Fullonia bei Luxu ius 358 SB, Bu do beim selben Dich e 360 SB sowie
Ma ina 363 SB und die pu zsüch ige Basilissa 456 SB.
6. Nähe es bei M. Low ie, A Sympo ic Achilles, Ho ace Epode 13, AJPh 113, 1992, 416 . mi
Anm. 14.
7. Keine Belege ü pec us in diesem Sinne aus dem Se mo ama o ius bei R. Pichon, Index e bo-
um ama o ium (Pa is, 1902, ep . Hildesheim 1966) 228 . s. . pec us.
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Eu ychus ille, uum, Cas ice, dulce la us.
Doch auch an diese S elle wä e eben die bloße P ädika ion la us kaum o -
s ellba und ganz und ga un e s ändlich.
Auch die Belege, welche de ezen e A ikel zu pec us im ThLL un e de Rub ik
pa s p o o o ü die Gesam pe sönlichkei e sammel 8, sind nich unbeding geeig-
ne , die agwü dige Übe lie e ung in unse em Fall zu s ü zen, zeichnen sich doch
die alle meis en Pa allels ellen du ch aussagek ä ige A ibu e aus —wie e.g.
Ma ial 9. 14. 2:
hunc quem mensa ibi, quem cena pa a i amicum,
esse pu as idae pec us amici iae?
Am ehes en noch ließe sich als i ige Pa allele zuguns en de handsch i li-
chen Übe lie e ung an üh en, was Paulinus on Nola in einem B ie 9an einen
F eund sag : misi . . . ibi, id es commisi m e o p e c o i , meas nugas —näm-
lich un e de Vo ausse zung, daß man auch in unse em Fall das Possessi um on
meum p aesidium sich nachwi kend denk ü die üb igen Gliede de Au zählung.
Indes is pec us an diese seh spä en S elle wohl ga nich im eigen lichen Sinne
’ e m o endea men ’, sonde n dü e ehe als Si z de memo ia und ande e gei-
s ige Eigenscha en des F eundes au ge u en sein— de Ange ede e mi hin als
geeigne es Ge äß de li e a isch-epig amma ischen Ve lau ba ungen des Au o s
imaginie sein10.
Wenn W pignus sch eiben möch e, so e heben sich dagegen die gleichen
Bedenken wie gegen das e gänzungslose pec us. Das Wo s eh , i keine
Spezi izie ung hinzu, sensu igu a i o imme ü die eigenen Kinde 11. Auch (meum)
pignus eich e kaum hin, den e o de lichen Sinn zu e zielen, wie die on W als
angebliche K onzeuge au ge u ene S elle S a . sil . 2. 1. 200 (und alle wei e en
Belege12) unmiß e s ändlich da un: a i pignus amici.
Paläog aphisch übe zeugende als die bishe igen Ve besse ungs o schläge und
om Sinn he schlagend wä e, wie mi scheinen will, ces us, Inbeg i jeglichen
Ve langens und Ho alle Liebes eize:
Sechs ex k i ische No en zu An hologia La ina Fa en ia 21/2, 1999 99
8. X 1. 916. 64 . und na ü lich bes. die —wenigen— Beispiele im Singula a.O. 917. 3 . (hie in-
de sich auch unse e S elle kommen a los einge eih ).
9. ep. 28. 6.
10. So wie es Ma ial 6. 85. 9 . sag : pec o e u memo i nos os e ol e e lusus,
u soli us o os, Ru e, ene e iocos,
accipe . . . b e e ca men amici.
ode wie es Wo an zu seine Wunschmaid B ünnhilde in de zen alen Dialogszene in Richa d
Wagne s ’Die Walkü e’ ausd ück : mi mi nu a ich,
ed ich zu di .
11. So e.g. An hLa 82 SB 2.
12. Ich nenne noch Paulinus on Nola ep. 28. 1 (CSEL 29, 240): commune pignus e idele con ube -
nium e solemne sola ium nobis ( on einem Bo en gesag ).
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ν©α τÛ ο ©ελκτÜρια πÀντα τÛτυκτο¯
ν© νι µbν φιλÞτησ, ν δ ´µεροσ κτλ13.
De gelieb e F eund als T äge und Ge äß on φιλÞτησ und ´µεροσ wä e eine
nu zu naheliegende Vo s ellung. So übe asch es denn kaum, daß auch Ma ial
in e schiedenen Epig ammen einem pue delica us den Namen Ces us/Ces os
zulegen kann und ihn dami als ein Non-Plus-Ul a aph odisische Reize ausweis .
Dami haben wi einen unzweideu igen Beleg ü eine egel ech e Pe soni ika ion
des home ischen Aph odi egü els, dessen Bezeichnung ’sinn eich spielend’ au
einen bildschönen Knaben übe geh :
imbua eg egium digno mihi nec a e munus
non g ege de domini, sed ua, Ces e, manus;
Ces e, decus mensae, misce Se ina . . . 14
Auch die Augenblicksp ädika ion ces us als ’ e m o endea men ’ da so ü
den Vo s ellungsho izon de kaise zei lichen Symposium- und O iumkul u als
gesiche gel en15.
Es könn e zudem eine geziel e Doppeldeu igkei in endie sein, inso e n als
nach p aesidium und olup as die beiden Bedeu ungen on c(a)es us als aph odi-
sisches Reiz- und ma ialisches Schu zmi el gemeinsam anklingen dü en. Die
Ve sch eibung des en legenen g iechischen Wo es zu einem geläu ige en la ei-
nischen in de handsch i lichen Übe lie e ung übe asch kaum und is du ch
Pa allelen zu belegen16.
467 SB = 469 R
Linque uas sedes alienaque li o a quae e.
i, iu enis: maio e um ibi nasci u o do.
ne succumbe malis: e no e i ul imus His e ,
e Bo eas gelidus * secu aque * egna Canopi
quique enascen em Phoebum ce nun que caden em.
maio in ex e nas I hacus descendi ha enas.
secu aquae V
secu aque sc ipsi Bae, quod nupe de . Cou ney
100 Fa en ia 21/2, 1999 We ne J. Schneide
13. Ξ215 .
14. 8. 50. 17 .; gl. e ne 1. 92.
15. Auch daß ces us dann neben den sons igen Abs ac a p aesidium, olup as und deliciae das einzige
Conc e um wä e, bedeu e kein wi kliches Hinde nis, inso e n seine symbolische Quali ä als
Spende alle möglichen Liebes eize den konk e en Gegens and des Aph odi egü els übe lügel
ha . Schon Ma ial 6. 13. 8 zeig mi dem ces us eine Julia, um den selbs Venus sie beneide (a e
Iuno pe a ces on e ipsa Venus) die Auswei ung om my hologisch konk e en Gegens and in
Rich ung au einen im wei e en Sinn anwendba en Beg i .
16. gl. die Ve sch eibung on caes u in T bei Auson. epig . 95. 1 zu cu su ode Ces e pue , das im
Flo ilegium Leidense aus dem 9. Jh. zu Ce ce pue e sch ieben is : Ma ial 8. 46. 2.
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ecundaque Reiske
sicca aque Cla k
lasci aque SB dubi an e ; possis e iam:
sis a aque
pe( )iu aque emp .
Es geh kaum allein und in e s e Linie um die klima ischen Gegensä ze de
Randgebie e de bewohn en Wel , bis zu denen sich de Name des im Gedich ange-
ede en iu enis e b ei en soll, sonde n o allem um die dami ü ihn e bunde-
nen S apazen (malis) und Risiken, denen e nich ausweichen möge. Die
Ko nkamme Roms, de Nilschwelle wegen be ühm , kann wohl nu schlech als sic-
ca a egna au ge u en we den. Dem äg zwa Reiskes ecundaque Rechnung,
doch is in unse em Kon ex eine die Vo züge des Lands ichs ühmende P ädika ion
mi Siche hei auszuschließen. SB’s Ve mu ung geh ein S ück wei in die ich ige
Rich ung, doch e wa e man einen p ägnan e en, ja s ä ke en Ausd uck, de die
Ge äh dung ü den po en iellen Ägyp enbesuche deu liche mach . Auch paläo-
g aphisch nich una ak i wä e dahe pe( )iu aque egna Canopi17.
Daß die zunächs indi iduelle Eigenscha on Eidb üchigkei au ganze
Volksgemeinscha en, S aa en und Reiche e wei e und ausgedehn wi d, da ü
sind in de poe ischen Sp ache zumal T oja und Ka hago die bes en Beispiele:
Laomedon eae sen is pe iu ia gen is?18
Und an ande e S elle in de Äneis19 heiß es:
pe iu ae moenia T oiae
wo ein Teil de handsch i lichen Übe lie e ung in e essan e weise ü pe iu ae
eben alls eine abweichende Lesa bie e . Ge adezu sp ichwö lich sind ü das
ömische Geschich s e s ändnis die Poeni oedi agi 20 gewo den21:
…, o ique deo liba i hono es
sempe a ox dex a pe iu oque ense supe bus
Hannibal.
Ode um ein beliebiges ande es Beispiel desselben Au o s22 zu nennen:
ce e non Libycae sonan ca e ae
nec dux ad ena peie an e bello
Campanos qua i inquie us ag os
Sechs ex k i ische No en zu An hologia La ina Fa en ia 21/2, 1999 101
17. An de selben Ve sposi ion wie bei O. Me . 2. 705: pe iu aque pec o a e i .
18. V. Aen. 4. 542.
19. 5. 811.
20. gl. die gleichnamige Monog aphie on N. Man el (München, 1991).
21. S a . sil . 4. 6. 76 .
22. sil . 4. 3. 4 .
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Doch auch Ägyp enland s and spä es ens sei den Bü ge k iegskon lik en zwi-
schen An onius und Oc a ian23 in ähnlichem Ru ; schon das schmähliche Ende
des Pompeius ha e ägyp ische Hin e lis und T eulosigkei ja deu lich genug o alle
Augen o enba :
Di e sis iu enes Asia a que Eu opa sepulc is
dis ine ; i n i d a , Magne, iaces L i b y a .24
In einem Epi aphepig amm sag Ma ial25 on einem, dem es — as — so wie
dem g oßen Pompeius gegangen is :
. . . .
hospi a Lagei li o is umb a iaces
. . . .
sed da u ae e no ic u um ca mine nomen:
numquid e hoc, a l l a x Nile, nega e po es?
Schon im pseudo-caesa ianischen Bellum Alexand inum inden sich nachd ück-
liche Belege ü die ömische Au assung on de pe iden T eulosigkei und heim-
ückischen Ve schlagenhei de Kolonie am Canopus (7.2/3):
e a au em magna mul i udo oppidano um in pa e Caesa is quam domiciliis ipso um
non mo e a , quod ea se i d e l e m palam nos is esse s i m u l a b a e descisse a
suis ideba u : u mihi <si> de endendi essen Alexand ini neque a l l a c e s esse
neque eme a ii, mul a o a io us a absume e u ; cum e o uno empo e e na io eo um
e na u a cognosca u , a p i s s i m u m esse hoc genus a d p o d i i o n e m dubi-
a e nemo po es .
Und ebenda e lau e on den allaciis pue i (24. 6), d.h. den Winkelzügen des
Kindkönigs aus dem Lagidens amm:
Caesa e si a l l a c e m g e n e m sempe que a l i a c o g i a n e m a l i a s i
m u l a n e m bene cogni am habeba . . . . a egius animus d i s c i p l i n i s a l l
a c i s s i m i s e udi us, ne a gen is suae mo ibus degene a e . . . 26
So übe asch es kaum, daß das My hologem on de Blu hochzei de Danaiden
eine nu zu geeigne e Folie ü die o izielle S aa sp opaganda in de le z en Phase
des Bü ge k iegs, de Auseinande se zung zwischen Oc a ian und An onius /
Kleopa a, lie e e. Die Eidb üchigkei Ägyp ens ließ sich hie bei au my hologi-
schem Wege eingängig beg ünden. Im Ho izon de Ac iump oblema ik sag Ho az27
102 Fa en ia 21/2, 1999 We ne J. Schneide
23. Von denen einige in V o ans ehende Epig amme handeln.
24. An hLa 454 SB zum Thema de umulis Magno um.
25. 10. 26.
26. 24. 1/3 mi M. Gelze , Caesa . De Poli ike und S aa smann (Wiesbaden 61960, ep . 1983) 231 .
mi Anm. 283.
27. c. 3. 11. 33/34.
Fa en ia 21/2 095-104 21/10/99 14:17 Página 102
om aus Ägyp en gebü igen Danaos, de seine Töch e zu F e el a gegen die
eigenen Sippenmi gliede ans i e :
una de mul is ace nup iali
digna p e i u u m ui in p a e n e m . . .
Und ein o izielles augus eisches S aa sdenkmal e sammel e in de
Po ikenanlage o dem on Oc a ian zum Siege übe An onius bei Ac ium geweih-
en Apollon empel au dem Pala in das olls ändige Figu enensemble de ün zig
Danaiden —ohne F age ein e s aunliche Blick ang schon des Skulp u en eich ums
wegen28. Das einziga ige Szena io spiegel e au e hal ene Weise die selbs -
ze s ö e ischen Bü ge k iegse ah ungen und spiel e sie in die e ne und unange-
och ene Sphä e des My hos hinübe .
Auch spä e e en die A ibu e de T eulosigkei als s ehende Epi he a zum
Nilland29 —nich nu , wie be ei s gesehen, im Oeu e Ma ials30, sonde n ebenso
beim jünge en Seneca31: Aegyp us in ida.
475 SB = 477 R
Illic al e nis depugna pon us e ae ,
hic i o enui pe ia ide humus.
illic * di isas * conplo a na i a puppis,
hic pas o mi i pe lui amne pecus.
diuisas V de . R
deme sas Bae (SB)
di issas Hand
elisas Heinsius (W), qui e iam
dep essas coni.
disiec as F ancius
collisas Meye
di ulsas co .
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28. P. ZANKER, «De Apollon empel au dem Pala in. Auss a ung und poli ische Sinnbezüge nach de
Schlach on Ac ium», in: Ci à e A chi e u a nella Roma Impe iale, Analec a Romana Ins i u i
Danici Suppl. X (Odense, 1983) 21 . (in de Deu ungs age wei gehend übe hol ); H. MEYER,
Kuns und Geschich e. Vie Un e suchungen zu an iken His o ienkuns (München, 1983) 93 .
Ta . 3-5; g undlegend is die S udie on E. LEFÈVRE, «Das Bildp og amm des Apollon-Tempels
au dem Pala in», Xenia 24 (Kons anz, 1989); sei he L. BALENSIEFEN, «Übe legungen zu Au bau
und Lage de Danaidenhalle au dem Pala in», RM 102, 1995, 189 . Abb. 4 Ta . 48-53; C. KLODT,
«Pla zanlagen de Kaise in de Besch eibung de Dich e », Gymnasium 105, 1998, 1 . hie 3 .
29. Fü das na ü lich die Nennung des Canopus s ell e e end s eh — wie in An hLa 460 SB 3:
do alemque pe ens Romam Cleopa a Canopo
e Capi olino sis a mina a Io i.
30. s.o. Anm. 25.
31. dial. 11. 9. 8.
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