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Lukretia, oder: über die literarischen Projektionen von der Macht der Männer und der Ohnmacht der Frauen : Darstellung und Bewertung von Vergewaltigung in der "Kaiserchronik" und im "Ritter vom Thurn"

Bennewitz, Ingrid

Full text

113 Ing id Bennewi z LUKR ETIA, ode : Übe die li e a ischen P ojek ionen on de Mach de Männe und de Ohnmach de F auen. Da s eUung und Bewe ung on Ve gewaJ i~ gung in de 11 Kaise ~h onik" und im "Ri e om Thu n". "Als die Männe en deck en, _daß sie e gewal igen konn en, mach en sie on diese En deckung auch Geb auch. Spä e , iel spä e en; sahen sie unle bes imm en Ve häl nissen Ve gewal igung als Ve b echen an." (Susan B ownmiUe ) 1 Jene "bes imm en Ve häl nisse", die Susan B ownmille hie o ause z , scheinen jeden alls zum Zei punk de En s ehung des Luk e ia-S o es be ei s als gesellscha liche No men akzep ie gewesen zu sein. Sei seine sch i lichen Fixie ung du ch die Au o en de ömischen Klassik (Li ius, Cice o, O id) 2 ha sich kaum ein Li e a die Möglichkei en gehen lassen, im Falle de Diskussion des heiklen Themas 'Ve gewal igung' das Handeln de Luk e ia als P äzedenz all -sei es zus immend, sei es ablehnend - in E inne ung zu u en und ih e Ges al dem e glichen mi de endlosen Reihe.jene 11 illus en 11 Männe , die sich in besonde e Weise um Va e lä i~ de , Küns e und Wissenscha en e dien gemach haben, so schmalen Ka alog cle be ühm en F auen einzuo dnen 3; Dies gil ü die 'Vä e , de la einjschen und olkssp achlichen Geschich ssch eibung und de Pa is ik (Te ullian, Augus inus, O o on F eising, de unbekann e Au o de 'Kai- se ch onik,) ebenso wie ü die Au o en de 'Tugendspiegel de Weibe und Jung auen' 4 (Geo ey de la Tou Land y, sein Übe se ze Ma qua 1 Susan B ownmille : Gegen unse en Willen. Ve gewal igung und Männe he scha . P ank u M. 1985 (o ig. New Yo k 1975). 2 Vgl. den Übe blick bei E ns F ied ich Ohly: Sage und Legende in de Kaise ch onik. Müns e 1940, ep . Da ms ad 1968, S. 8& . 3 Es schein müßig, hie nochmals die P oblema ik de 'Geschich slosigkei ' on F auen disku ie en zu wollen. Ich e weise s a dessen au das Einlei ungskapi el on Ma ialouse Ja ns sen.Ju ai : Sexismus. Übe die Ab eibung de F auen age. F ank u /M. 1980 (3. A1J l .), bes . S. 54 . 4 So de (Un e )Ti el des "Ri e om Thum". DOI: 10.20378/i b-90938 114 BENNEWITZ on S ein) bis hin zu Bea bei ung als Ve sepos bei William Shakespea e ('The Rape o Luc ece,). Denkwü dig e schein dies o allem dann, wenn man be ücksich ig , welchen Legi ima ionsschwie igkei en jede auch nu ansa zweise Rech e igung des Selbs mo dgedankens inne halb de ch is - lichen Glaubensübe zeugung begegnen muß e. Zudem ha e Augus inus im e s en Buch des "Go ess aa es" dazu be ei s unmiß e s ändlich S ellung bezogen. In seinen Re lexionen übe das Thema 'Ve gewal igung' im allge- meinen und den Selbs mo d de Luk e ia im besonde en (I. Buch, Kap. 15 -20) inde sich denn auch eine eindeu ige Ablehnung diese Vo s ellung: "P ägen wi es uns on nun an es ein, daß die Heiligkei des Leibes auch bei seine Ve gewal igung nich e lo engeh , wenn die Heiligkei des Geis es gewah bleib .... Wenn sie sich also, obwohl selbs keine Eheb eche in, das Leben nahm, weil sie sich des Eheb eche s nich e weh en konn e, so a sie es nich aus Liebe zu Keuschhei , sonde n aus schwächlichem Schamge- ü hl.'S . Mag sein, daß de 'Heidin' Luk e ia in diese Beziehung ein Ausnahmes a- us zuge eil wu de -die mi elal e lichen Au o en jeden alls zeigen sich in ih e Behandlung de Luk e ia-Vo lage nich im mindes en on de lei Sk upel angie , und bei allen Abweichungen, die e wa zwischen de Ve sion de Kaise ch onik und jene des Ma qua on S ein es zus ellen sind, bleib die posi i e Bewe ung de P o agonis in, ge ade au g und dieses Ak es eiwillige Selbs bes a ung, kons an . Die Eupho ie de abschließenden Lobeshymne im "Ri e om Thu n„ ließe sich soga als implizi e Zu ückweisung de augus inischen Polemik e s ehen: "O d I' e • 8 u unse 1ge schone dieses Weibs/O du lau e e einigkei deines g~mu s/we mag dich olloben/ode so hoch e h~hen als du wo wi dig bis ? N1emancJ/denn de be ach en kan was du ge han has /wie g oß du Weibliche eh e geach e ha~ /we~ s a ~u deinem Leib/ mb ennalgung ange han has / nnd doch dem emes gemu nie gewencke ." (3ll a) 6 In de Luk e ia-Episode de 'Kaise ch onik' ge a en diese dem S o inne- wohnenden In e p e a ionsschwie igkei en au g und de eigenwilligen Be- 5 Au elius Augus inus: Vom Go ess aa (De ci i a e dei). Buch 1-X. Aus dem La . üben agen on Wilhelm Timm. Eingel. und kon1m. on Ca l And esen. München 1977, S. 33 ., 35, 36 . 6 Dieses und alle olgenden Zi a e aus dem "Ri e om Thum" we den nach de Fassung des "Buchs de Liebe" (1587) wiede gegeben. 115 LUKAETIA a bei ung des anonymen Ve asse s scheinba ins Hin e e en. Die Ten- denzen de 11 Ve hö ichung 11 7 diese o z allem noch 'heidnischen' Sage gegenübe de in . 4338 ausd ücklich genann en Quelle, nämlich O ids 'Fas en' (II, 685 .) 8, ha e s mals F ied ich Ohly in seinen Un e su- chungen zu ''Sage und Legende in de Kaise ch onik" minuziös analysie . Sein Ve such eine ypologischen Deu ung des Tex es, in e s e Linie na- ü lich ausge ich e am 'ch is lichen' Gegen ypus de 'Kaise ch onik', de C escen ia-Legende, s ieß au den Wide s and Wol gang Moh s, de zu- gleich die bis dahin on allen In e p e en e nachlässig e und auch on Ohly ungelös e F age nach de Beziehung de Almenia-To ila-Szene zu üb igen Handlung in das Zen um seines F agein e esses s ell e. 9 In de Ta schein im ich igen Ve s ändnis diese me kwü digen und inselha in die Luk e ia-Geschich e eingelassenen Episode de Schlüssel zum ich igen Ve s ändnis des Tex es zu liegen1 und dies umso meh , als sie, wie Pe e K. S ein nachweisen konn e, auch o mal an besonde s ausgezeichne e S elle s eh : sie bilde ziemlich exak die a chi ek onische Mi e de Luk e ia- E zählung. lO Ich skizzie e ku z den Zusammenhang de Szene: Nach e olg e F auen-P obe keh en Conla inus und Ta quinius ins Hee lage on Vi e bo zu ück, de König ges eh seine 'Niede lage' ö en lich ein ( . 4556 .). Anläßlich eines Fes es/eine Tu nie e ans al ung de Röme ( 11 Römae e he en g öze i' e sca 11 , . 4565) bi en sie um Wa ens ills and, um sich mi den F auen de bese z en S ad 'un e hal en' 11 zu können - wie seh diese Szene am Vo bild de Minnekasuis ik s ilisie is , läß sich an de gänzlichen Nich ach ung de Nebenums ände 7 In ~alogie zu No be Elias' Cha ak e isie ung de "Ve hö lichung de K iege " ( gl. N. Elias: Ube den P ozeß de Zi ilisa ion. 2 Bde. F ank u M. 7. Au l. 1980, hie Bd. 2, S. 351.) 8 Alle Angaben nach de Ausgabe on Edw.a. d Scb öde : Die Kaise ch onik eines· Regensbu ge Geis lichen. Hanno e 1892 ( =Bd. 1 de Monumen a Gennaniae His o ica). 9 Wol gang Moh : Luc e ia in de Kaise ch onik. In: DVjs 26 (1952), S. 433 -446. 10 Pe e K S ein: Zu Rolle des Geschehens in de . ühmi e hochdeu schen Epik. Diss. Salzbu g 1970. De .;.: Beobach ungen zu S uk u de Vo aue Handsch i . Ein VeTSuch zum Ga ung.5p oblem de ühmi e!hochdeu schen Dich ung. In: Gesammel e Vo äge de Lilien e de Tagung 1976, hg. on Al ed Ebenbaue u.a., Wien 1977, S. 233 - 238. 11 Deu lich wi d hie die Abhängigkei on "Ri e um" on de Möglichkei eine ö en lichen Zu kenn nisnahme du ch ein hö isches Publikum. Dazu komm noch die besonde e Aus ich ung au die Ane kennung du ch ejn weibliches •Publikum und die Schmuck•Funk jon adelige F auen im Ze emoniell des hö ischen Fes es ( gl. e wa im 'Nibelungenlied' die e s e Begegnung zwischen K iemhild und Sieg ied, S . 274 ,). . 116 BENNEWITZ beobach en: was in de Zwischenzei mi den belage en Männe n passie , wieso diese sieb übe haup be ei e klä en, ih e F auen den Feinden zu ,übe lassen', s eh nich zu Diskussion. Eine besonde s edegewand e und kühne F au, Almenia ( ain pal sp achiu" nenn sie die 'Kaise ch onik', und es schein , daß hie de Boo s Übe se zung " o lau ", gegen die sich indi ek schon W. Moh e weh ha 12, meh de Einschä zung solche F auen du ch den In e p e en als dem im mi elhochdeu schen Tex konno ie en Sinn en sp ich ) wende sich an den Röme To ila mi de nich eben leich zu bean wo enden F age, was e pe sönlich wohl be o zugen wü de: "Ob dih ain scöniu owe wol e minnen alle dise nah , ode d0 mo gen ded ac in dinem gewae en so es g~n, eh en mi ainem a!sö kuonem man s0 d0 wäenes daz d0 s s ..." ( . 4588 .). To ila inde einen diploma ische~ Ausweg im "sowohl-als auch''; beides habe seine Vo züge, doch eine endgül ige En scheidung könne e nich e en: 'lldQ ilges mih ze e e: ih pin ain ump man, di'ne ede ih nih 'Ol gean wu en kan." ( . 4616 .). Scheinba zusammenhanglos äg Almenia da au hin ih eigen liches An- liegen o , die Bi e um F ieden ü die Bewohne de belage en S ad gegen die Auslie e ung de wen=.gen Übel ä e , womi sie sich auch a säch- lich du chse z . -Dami is die Episode abgeschlossen; die nächs en Ve se ( . 4645 .) gel en be ei s dem Schla zimme -Gesp äch zwischen Ta quinius und de Königin, die eine Re anche ü die ih zuge üg e Demü igung o de . W. Moh sieh nun die beiden Au i e o de belage en S ad - also die Männe we e zwischen Ta quinius und Conla inus und die Diskussion on To ila und Almenia - e knüp du ch die als he (= o hö ische, a chaische) bzw. ich ige (=hö ische) S ellungnahme zum P oblem des " üemens": 12 Helmu de Boo : Die deu sche Li e a u on Ka l dem G oßen bis zum Beginn de hö ischei:a Dic~ ung:.770 -1170. M~nch:n (6. Au l.) 19~, S. 231. Dazu W. Moh (Anm. 9), s. 440. - Dle glc che Ube se z.ung W1e be1 de Boo auch m E. B b: Geschich e de deu schen Li e a u . Von den An ängen bis 1160, Be lin 1965, S. 723. LUKAETIA 117 "Die hö ische Wel meis e das Leben an de S elle, wo die 'Heldensagenwel ' in agische Ve wi ung ge ä . Die Vo de g undhandJung is so gebau , daß in dem Gesp äch, das zu We e üh , de Keim des ganzen Ve hängnisses lieg . Die To ila-Anekdo e bezieh sich au das Gesp äch zu ück und weis dami genau au den Punk hin, on dem aus die T agödie in Bewegung ge ä . Voß ih aus gesehen e schein die We e ausd ücklich als agische Schuld." 1 • Zw.ci elsohne wa dami de Boo s Ansich , daß man 1'diese Szene in ih e Ve einzelung nich übe schä zen (dü e)" und -sie "bedeu ungslos im Zusammenhang ... ohne Lösung zu Boden ( alle)" 14, endgül ig en k ä e Und dennoch en häl die Tex assung de 'Kaise ch onik' zu iele Unge eim hei en, als daß sie allein mi Moh s In e p e a ion de Almenia- To ila-Szene ausge äum wä en. Das be i e wa das schon e wähn e Schla zimme -Gesp äch zwischen -' a quinius und de bezeichnende weise s e s anonym bleibenden Königin, das Julius Schwie e ing und in seinem Ge olge Ohly und Moh 11 aus de Kenn nis heimische Heldensage" beg i en wissen woll en 15 , jenes Gesp äch also, in dem die Königin· ih en Ehemann zu Wiede he s ellung ih e Eh e au o de und ihm aJs Mi el zu diesem Zweck die Ve gewal igung Luk e ias naheleg , wobei sie die dazu nö igen Ak ionen be ei s bis ins kleins e De ail o ausgeplan ha . De Un e schied zu Konzep ion O ids, wo de Sohn de Ta quinius beim bloßen Anblick de Luk e ia on Besi zwünschen (das Wo 'Liebe' soll e hie wohl unlichs e mieden we den 16) übe allen wi d und noch wäh end de Rückkeh ins Lage wende , um nunmeh allein und in ein- deu ige Absich das Haus des Conla inus au zusuchen, konn i: so on F. Ohly in dem ma kan en Sa z cha ak e isie we den, daß, ''was do de Liebesb and des Mannes ... hie die Rachesuch des beleidig en Weibes dem König ein(gebe )" 1 7. Daß eilieh in de 'Kaise ch onik' "de König ... nu im Geho sam seine • F au (handle)" 18 , wi d bei genaue e Du chsich des Tex es schnell genug .3 V/. Moh (Anm. 9), S. 442. 14 De Boo {An1'9'.• 12), S. 231. 15 Julius Schwie e ing: Die de:u sche Dich ung des Mi elal eis. Po sdam oJ. (1941), S. 98 . 16 ande s Ohly (Anm. 2), S. 96: ~O id ~cn;enk sich ganz in die Schilde ung de wachsenden Liebe des Ta quinius." 17 F. Ohly (Anm. 2). S. 98. 18 Ebd. 118 BENNEWITZ ela i ie . Die Königin kann ih en Plan kaum so asch zu Ende o b ingen, wie e on ih em Ehemann begeis e ezipie und in die Ta umgese z wi d: "sie sp ach:'he e, wil d0 behal en mi'nen lis . ih a e di , daz d0 daz selbe w p e wi is '. 'en iuwen', sp ah de kunic he e, 'des . a es olge ih di i 1 ge ne'." ( .4 6 73 .) und "de kunic nih lange nebai , il Olich e da ei " ( .4695 .) Doch e s aunlich wi k nich nu die ' öhliche Eile' des Ta quinius, de so un e dem Vo wand, die Eh e de Königin wiede he s ellen zu müssen, nun auch Ve ügungsgewal übe die Ehe au seines Feldhe en e eich . Viel unglaubliche noch e schein de Um.s and, daß die Königin ausge echne ih en eigenen Mann au o de n soll e, die Ri alin in de du ch die Männe we e ö en lich gewo denen pa ia chalen Ehe auen- We ehie a chie au diese A und Weise auszuschal en. In de Ta e lang e eine de a ige Posi ion -be ach e aus heu ige Pe spek i e - doch noch bei wei em meh als jenes nich eben nied ige Maß an sadomasochis ische G undeins ellung, das Sigmund F eud und seine Schüle als Cha ak e is ikum de weiblichen Psyche o auszuse zen geneig wa en. 19 Wie s eh es denn übe haup um ih ielzi ie es Ve sagen "als mus e ha e Haus au und Ga in" 20 ? Als sie on Ta quinius nach s mi de Fo de ung nach Beg üßung und Bewi ung aus dem Schla ge issen wi d, e weis ihn ih e An wo exak au die un e schiedlichen Rollene wa ungen, die eine S ellung als Haus au und Ehega in eine sei s bzw. jene de Königin als obe s e Rep äsen an in de eudaladligen Mach hie a chie ande e sei s zukommen: "'wol es u iz h e', sp ah s.i , bedenken; 19 Beginnend mi S. F euds Abhandlun_gen zu~ Sexual heo ie und e wand en Sch i en ( gl. den Au swahlband, hg. on Alexande Mi sche hch. F ank u /M. 1977). Ich e weise dazu au den eminis ischen Disku s bei Ka e Mille : Sexµs und He scha . Die Ty annei des Mannes in unse e Gesellscha . Köln 1982 (o ig. 1969). 20 W. Moh (Anm. 9), S. 436. LUKAETIA 119 ih enpin wede uhsaeze noh schenke, kame G e noh koch ube al en disen ho ih enweiz waz d O mi wizes : ih en uoh ob dO ieme ih es enbizes .'" ( . 4545 .) Dod1 un e de Obe läche diese scheinba p i a en Auseinande se zung um eheliche Rollen e s ändn.isse und E wa ungshal ungen inde zugleich ein b isan e (geschlech e -)poli ische Disku s s a . Wäh end nämlich noch un(e den Salie n und Ouonen de F au des He sche s als Mi egen- in und po en ielle Nach olge in ein wich ige S ellenwe zukam (''conso s- egni"-Konzep ion) 21 , wu den diese Mach be ugnisse im 12. und 13. Jah hunu~ pa allel zu sys ema ischen He anbildung eine Bea1n en- Eli e meh und meh eduzie . Ob diese äl e e Fo m de Mach pola isa ion zu Zei en de Ab assung de 'Kaise ch onik' noch als his o isches Wissen p äsen wa , muß dahinges ell bleiben; mi Siche hei jedoch blieb auch in de S au e zei clie Königin un e zich ba e Bes and eil hö iscl1e Mach ep äsen a ion. 22 Welche Bedeu ung de F age nach de mach poli ischen Be eiligung de Königin an de He scha und dami e bunden dem Ausmaß ih e pa - iellen Gleichbe ech igung ode abe Un en e ung un e die Mach des Ehega en noch in de ühen Neuzei zugemessen wu de, zeig nich zu. le z die Au nahme de al es amen a ischen Geschich e on Ahas e os und Vas hi in den Ka alog de Nega i -Exempel im '!Ri e om Thu n". Auch hie bie e üb igens ein Gas mahl Anlaß zum Kon lik : König Abas e os und Königin Vas hi e ans al en zu gleichen Zei , jedoch äumlich ge enn , ein Mahl ü die männlichen bzw. weiblichen Angehö igen des Ho s aa es. Als de König in Weinlaune seine schöne Gemahlin o den Männe n p äsen ie en will, weige sie sich, seinem 21 Vgl. dazu Edi h Ennen: F auen im Mi elal e . München (2. Au l.) 1985, S. 48 - 75; Pe e Ke sch: F auen im Mi elal e . 2. Bd.: F auenbild und F auen ech e in Ki che und Gesellscha . Quellen und Ma e ialien. Düsseldo 1984, S. 361 - 394; Thilo Vogelgesang: Die F au als He sche in im hohen Mi elal e . S udien zu "consoIS egni" -Fo meJ. Gö jngen • usw. 1954 sowie Hans-Joachim Beh : Die Rückkeh des Ve bann en. Re lexe al e "conso s egni"-Vo s eHungen im 1 Henog E ns '?, in: Sp ache und Rech . Bei äge zu KuJ u geschich e des Mi elal eß. Fes sch i ü Ru h Schmid -Wiegand zum 60. Ge >., Be lin und New Yo k 1986, S. 43 -55. 22 Ich e inne e e wa an die li e a ische Da s el1ung des He scheipaa es in Wal he s Sp uch L 19,5. 120 BENNEWITZ Be ehl Folge zu leis en. Aus Fu ch , daß dieses Beispiel Schule machen könn e, wi d on den "Weisen" des Königs ein Edik beschlossen, das die Abse zung de Königin, ode besse : ih e Ablöse du ch die 11 nechs e()/die besse is denn sie'' (298 a) zum Ziel ha und auße dem jeden Mann zum "Obe he (n) in seinem Hause 11 (ebd.) e klä . 23 Doch zu ück zu Auseinande se zung zwischen Ta quinius und de Köni- gin: ge ade weil sie in de oben geschilde en Szene au ih e Posi ion a1s He sche in (im üb igen leg ja schon die deu sche Wo bildung die eigen lichen Mach - und Abhängigkei s e häl nisse kla !) mi eigenem Zu- s ändigkei sbe eich beha -ein Zus ändigkei sbe eich, de jeden alls n i c h die P lich en de 'no malen' Ehe au mi um aß und sich gegen diese Ein e nahme s äub , wi d das Schle e und Menschen e ach ende an de Männe we e zwischen König und Feldhe besonde s deu lich: nich genug dami , daß sie ih e F auen zum Gegens and des "Rühmens 11 (mi W. Moh ), ode genaue zu Objek en ih e männlichen Selbs da s ellung de- g adie en, konn en sie im G unde schon die Ausgangsposi ion diese 'Konku enz' nu dadu ch he s ellen, daß sie om je un e schiedlichen sozialen und gesellscha lichen Rang de beiden F auen und den dadu ch beding en di e enzie en Rollenmus e n abs ahie en und s a dessen das uni o me Ze bild eines weiblichen Ideal e hal ens pos ulie en, dessen einziges Bewe ungsschema de G ad de Un e we ung gegenübe dem Ehemann da s ell : schon ü Ta quinius und Conla inus also is in diesem Sinne "wip alse wip". Schwie igkei en be ei e ge ade un e diese Pe spek i e die In e p e a ion de Disk epanz zwischen de ö en lichen Beleidigung de Königin (Ta quinius bekenn die ' auliche' Übe legenhei Lu.k eHas ja o dem e sammel en Hee , gl. .4558 .) und ih e Rache an Luk e ia, die scheinba ,nu ' au die Ze s ö ung de en p i a e , pe sönliche In eg i ä als F au abziel und deshalb keines alls ih e ö en lichen Rehabili ie ung dienen kann. Schwie e ing ha e, als e die A ini ä des näch lichen Gesp ächs zwischen Ta qu.inius und de · Königin ZU ge manischen Heldensage kons a ie e 24 , auch inso e n Rech , als es sich a sächlich um 23 De Ri e om Thu n (Anm. 6), Kap. 45, Bl. 298 b- a. 24 Vgl. Anm. 15. lUKF!ETIA 121 die do eben alls zu beobach ende Fo m on Männe p ojek ion handel , nämlich Schuld agen g undsä zlich zu Las en de be eilig en F auen gehen zu lassen: das gil ü B ünhild und K imhlld im 'Nibelungenlied' ebenso wie ü die 11 iu elinne Ge lin " in de 'Kud un1. Dann abe könn e de Racheplan de Königin auch dazu dienen, einen Me~hanismus on Rache, Gewal und Gegengewal in Gang zu se zen, de selbs o dem Ve lus ih e eigenen sozialei:i S ellung nich hal mach e: e be i die -wie dje Königin - im G unde unbe eilig e Luk e ia, die du ch die Ve gewal igung zu Mä esse des Königs deg adie wi d; in e s e Linie -und dies nich nu nach mi elal e liche Vo s ellung, s.u. -ih en Ehemann Conla inus, dessen 'Eigen um' mißach e und ze s ö wi d, de deshalb zwangsläu ig zu Ve gel ungsmaßnahmen g ei en muß; und e be i auch Ta quinius> dessen Ane kennung als König du ch das Bekann we den dieses Ve b echens au oma isch in Ge ah ge ä und de zusä zlich mi de Blu ache des Ehemanns echnen muß. 25 Folge ich ig ende die Luk e ia~ Fassung de Kaise ch onik dahe nich mi de Da s ellung de poli ischen Konsequenzen -dem Ende des ömischen König eiches -wie dies bei O id geschieh , sonde n mi de 'p i a en' Auseinande se zung zweie einsame • Männe , die high-noon-Szenen des Wildwes -Gen es o wegzunehmen 11 schein : Conla inus, de "ellende() man ( . 4801), de ml seine Ehe au zugleich auch die Einbindung in die ömische Gesellscha e lo en ha , e schläg einen e iebenen Ex-König, um dessen Tod sich nich einmal meh sein Ge olge kümme ( . 4801 .). Auch in de Exempelsammlung des Ma qua on S ein du e die E zäh- lung on Luk e ia, "ein ilh e in Römische eh ba kei de F auwen/ nnd ein heylige hohe zie d alle eynigkei " (311 a) nich ehlen; sie s eh 25 Selbs e s ändlich bedien en sich die Angehö igen de eudaladligen Männe eli e de F auen in ih e Umgebung nach Belieben -ausgenommen da on soll en jedoch die Ehe auen und Töch e eben diese Schich bleiben. Daß de Hinweis au sexuelle Übe g i e eines He sche s a[s Rech sb uch gegenübe seinen Un e gebenen gewe e wu de, zeig beispiels- weise die Anklagesch i gegen F ied ich den S ei ba en on Ös e eich (1236) zu Beg ündung de Reichsach ( gl. Adol Ficke~ Henog F ied ich II. de Je z e Babenbe ge . Innsb uck 1884, S. 49: "Die Minis e ialen .. . behandel e nach seine Willkü , Mädchen und F auen allen seinen Lüs en zum Op e ,.). -Einen ein üh enden Übe blick bie e Joachim Bumke; Hö ische Kul u . Li e a u und Gesellscha im hohen Mi elal e . Bd. 2, München 1986, s. 561 . 128 BENNEWITZ mi ih e Klage du chzukommen: 'Leich e igkei ' -die ju is ische Um- sch eibung ü eine Lebenseins ellung on F auen, die nich in jedem Mann schon den po en iellen Ve gewal igungs ä e e mu en -wä e noch de ge- ings e Tadel, den sie sich einhandeln wü de. 38 zwei ellos beweisen die li e a ischen Zeugnisse des Mi elal e s und de ühen Neuzei , daß Ve gewal igung als schwe es Ve b echen eingeschä z wu de. Zu den Ausnahmen wä e e wa eile be ühm -be üch ig e S elle aus dem Minne ak a des And eas Capellanus zu zählen, in de die Ve gewal- igung on F auen de bäue lichen Un e schich du ch männliche Ange- hö ige de eudalen Füh ungsschich en meh ode wenige als 'He en- spo ' eigegeben wi d 39 ode abe die ideologisie ende Ve klä ung on Ve gewal igung, wie sie in de mi ella einischen Vagan enly ik s a in- de .40 Da an. daß es sich in den beiden le z en Fällen um eine li e a i sc he Ane kennung des ealgesellscha lichen Usus handeln dü e, e inne jedoch auch Ha mann on Aue im '!wein': "swe daz i O ü ein wunde ime selben sage daz im ein unsippiu mage nah es alsO nähen lac . mi de e ande s .nih enp lac, de n weiz nih daz ein bide be man sich alles des en hal en kan des e sich en hal en wil. weizgo de n is abe nih il." ( .6574 .) 41 Au schluß eich is ge ade in cliesem Zusammenhang die Un e suchung on Jacques Rossiand zu "P os i u ion, Sexuali ä und Gesellscha in den 38 Ebd. S. 149, 295, 308 . Vgl. auch S. 283 zu Behandlung o Ge ich : "P auen, die o de Ta mi dem Tä e in ein Lokal gegangen sind, die "au gelesen• wu den, F auen, die den Tä e o he be ei S kann en, und F auen, de en Ve gangenhei sie als "p omiskui i " ausweis , haben sich in den Augen on Geschwo enen unnö ig in Ge ah geb ach und sind es ni ch we , daß ein Mann ih e wege.n e u eil wi d." ~-9 Vg]. Al ed Ka n.ein: De Amo e deu sch. De T ac a us des And eas Capellanus in de Ube se zung Johann Ha liebs. München 1970 (MTU 28), S. 191. 40 Vgl. e wa Pe us on Blois, ~!=} a es ago Vcne is", N . 72 in den Ca mina bu ana (hg. . A. Hilka und 0. Schumann. Ube se zung de la ein. Tex e on Ca l Fische , de mi elhochdeu schen on Hugo Kuhn. Anme kungen und Nachwo on G. Be n . Zü ich und München 1974, S. 232 .). 41 Zi . n~.ch Ha mann on Aue: Iwein. Tex de 7. Ausg. . G. F. Beneckc, K Lachmann und L Wol . Übe se zung und Anme kungen on Thomas C ame . Be lin 1968, S. 128. LUKRETIA 129 anzösischen S äd en des 15. Jah hunde s". 42 Demnach kam es in Dijon wäh end des e s en und zwei en D i els des 15. Jah hunde s au g und des ü Männe ela i hoch liegenden Hei a sal e s und de s ändigen Hei a s- konku enz duch äl e e, gesellscha lich und inanziell e ablie e Männe zu Ausbildung on "Jugendbanden 11 , die die weiblichen · Angehö igen de Un e schich en, o allem, abe keineswegs nu , Ex-P os i uie e, e o isie en und e gewal ig en, und dies mi Wissen und Duldung, wenn schon nich Billigung, de S ad obe en, die au diese A ih e eigenen Töch e und Ehe auen in Siche hei b ingen woll en: "De lei Gewal ak e wu den jedoch auch an F auen begangen, die gänzlich un e däch ig wa en, auße daß sie sich on de Familie en e n ha en -ih einziges 'Ve b echen' bes and in de Ve le zung eine G und egel, des Gebo es de HäusJichkei . B u alen Tä lichkei en wa en übe dies junge F auen ausgese z , de en Lebens e häl nisse als ungewöhnlich gal en, sei es, we il sie o einem abia en ode e schwende ischen Ehemann aus dem Hau s ge lohen wa en, sei es, weil sie allein leb en ode das Zimme mi eine Ge äh in eil en. Und schließlich . ich e en sich die 'lus ollen Jagden' gegen Mädchen, die im Taglohn a bei e en, mi hin on Haus zu Haus zogen, d ei Tage hie , eine Woche do blieben und so Anlaß zu manche lei Ve däch i- gungen bo en." 43 3. Die ö en liche Anklage und ge ich liche Ve olgung des Tä e s is ü die e gewal ig e ode mi Ve gewal igung bed oh e F au nu in Ausnah- me ällen und µn e g oßen Schwie igkei en du chse zba . Allein das Bekann we den des Vo alles gil als Schande ü die Be o ene und ih e Familie. Umgekeh genüg be ei s die ino izielle Anschuldigung du ch einen einzigen Mann, um eine F au in den Ve dach des Eheb uchs ge a en zu lassen und sie dadu ch noch wei g öße en geseJlscha Jicben Schwie igkei en auszuse zen. Dami jedoch is die F au in zwei ache Hin- sich e p eßba , ohne du ch eigenes Zu un aus diesem K eis ausb echen zu können: Gib sie de D ohung des Mannes nach, gil sie ih e Familie und ih em sozialen Um eld gegenübe als en eh , zu schweigen on de au- 42 Jn; Die Masken des Begeh ens und die Me amo phosen de Sinnlichkei . Zu Geschich e de Sexuali ä im Abendland, hg. on Philippc A. ies und Aud c Bejin. Aus dem F z. on Michael Bischo . F ank u am Main 1986 (o ig. 1982), S. 97 .120. 43 Ebd. S. 108. 130 BENNEWITZ ma ischen Ve le zung ih e psychischen und physischen In eg i ä und den dadu ch e u sach en pe sönlichen K isen. Im Falle ih e Ve weige ung d oh ih die Anklage als Eheb eche in, die zu en k ä en ih au g und de e heblich g öße en Au o i ä des Mannes (als König, Reichs e wal e , Vo mund, Ve wand e ) kaum möglich is : eine Kons ella ion, die sich ü Luk e ia ebenso wie ü C eszen ia s ell , de sie in öllige Hil losigkei ausgelie e sind, ohne -mi Ausnahme eine so e zwungenen und scheinba eiwilligen Selbs bes a ung wie im Falle C eszen ias) -aus eigene K a einen Ausweg inden und ih e Rehabili a ion o den Augen de Gesellscha du chse zen zu können. Welches Ve hal en de F au als einziges die Chance eine spä e en Ve olgung und Anklage des Tä e s bo , wi d im Rech sbuch des Rup ech on F eising (1328) aus üh lich besch ieben ( e gleichba e Bedingungen we den üb igens auch schon in de englischen Gese zgebung des 12. Jah - hunde s genann 44 ): ''Wi d eine F au e gewal ig , sie sei a m ode eich ode wie sie genann wi d, wi d sie e gewal ig au einem Felde ode in einem Gehölz ode in Täle n ode in Be gen, hö jemand den Ru , es sei F au ode. Mann, dami kann sie die No zuch wohl beweisen. Hä es abe niemand, so soll sie mi klagende S imme übe den Ve gewal ige Weh u e ausb ingen, bis daß sie demnächs un e die Leu e komm ; da soH sie ihn e u en. So soU sie auch o dem Rich e un; e schweig sie abe die No zuch bis zum d i en Tag, sie habe des Mannes Geld ge1nmmen ode nich , so kann sie ihn wei e hin wegen de No zuch nich e k· dgen." 45 Deu lich läß sich also anhanci de mi elal e lichen Rech ssp echung die his o ische und bis in unse e Zei nachwi kende Disk epanz zwischen de Einschä zung on Ve gewal igung als Kapi al e b echen eine sei s 46 und de E schwe ung eine Anklage und Ve olgung des Tä e s du ch die F au ande e sei s zu ück e olgen. So gesehen en sp ich es konk e en gesell- scha lichen Bedingungen, wenn auch die li e a ische Handlungs üh ung den e gewal ig en ode bed oh en F auen die Chance ö en lich- ech li- che Gegenmaßnahmen e weige . F. Ohly ha den Un e schied zwischen 44 V gJ. B own nme ( Anm. 1 ), S. 32 . 45 Rup ech on F eising, zi . nach P. Ke sch (Anm. 21), S. 175. 46 Sachsenspiegel II, 13 § 5 (hg. on Cl. F h . on Schwe in, S u ga 1969, s. 66.) LUKRETIA 131 den Rollens ilisie ungen on Luk e ia und C eszen ia au den Punk ge- b ach , wenn e mein , daß "C escen ia nich an die Möglichkei des Ge- ich s (denke), au das doch de Selbmo d de Luk e ia ... ech eigen lich abziel(e)". 47 In de Ta , de Selbs mo d bie e Luk e ia ge ade un e den oben geschilde en Vo ausse zungen die einzige Möglichkei , um ohne Zeugen und e s im nachhinein, noch dazu gegen den König als obe s e poli ische und gesellscha liche Au o i ä , Anklage e heben und die Rich igkei ih e Behaup ung un e Beweis s ellen zu können. Ob es a - sächlich ge ech e ig is , das passi -abwa ende und le zlich -gäbe es nich das Eing ei en eines hie wo wö lich e s andenen deus ex machina -den eigenen Tod genauso p o ozie ende Ve hal en de C eszen ia in diese Schä e zum An i ypus de Luk e ia zu s ilisie en, wage ich alle - dings zu bezwei eln, o aJlem, weil ü diese Gegenübe s ellung in de E zählhal ung des 'Kaise ch onik' -Au o s kein Anhal ge unden we den kann. Dies gil jedoch e s ech ü eine we ende Abse zung on 'heidni- schen' und ch is lichen Sagenheld(inn)en, wie sie on Ohly im Zusammenhang mi den Luk e ia- und C eszen ia-Episoden nach de Vo gabe seines ch is lich- ypologischen In e p e a ions ahmens o mulie wi d: "Was jene Helden o bilde en an Leidensk a , an Keuschhei und an Op e - be ei scha , wenn auch mi sündha em Wahn e misch , das haben die ch is lichen Heiligen und Dulde au eine eine en Ebene zu ollkommene- e Tugend e höh . 11 48 Daß die Ausbildung eine pe ek en Dulde -Men ali ä aus dem Blickwin- kel eine ch is lich-pa ia chalen Wel sich ausnahmslos posi i bewe e we den konn e, s ell gewiß keine Übe aschung da . Doch was da übe öllig auße Ach gelassen wu de, is die Ta sache, daß -zum Beispiel~ die E zählungen on Luk e ia und C eszen ia auch zwei un e schiedliche S a- dien im Domes iz.ie ungsp ozeß on F auen cha ak e isie en. Fü beide gib es keine ande e Möglichkei de Re-Ak ion ( abgesehen on de nu o übe gehend wi ksamen Maßnahme des Einschließens) meh als die des Hinnehmens und de Selbs bes a ung. Dazu wä e nich nu de Selbs ~ mo d Luk e ias zu zählen; auch C eszen ias En schluß, ins Klos e zu 47 F. Ohly (Anm. 2), S. 197. 48 Ebd. S. 198. 132 BENNEWITZ gehen, gleich le zlich eine Kapi ula ion o ih em Leben als F au; abe in die S ilisie ung de C eszen ia-Rolle is die aglose In e nalisie ung sogenann e weibliche Tugenden wie Passi i ä , Gü e, s ändige Be ei - scha zu Nachsich und Ve zeihung ode eiwillige Au gabe alle pe sön- lichen In e essen, be ei s sowei eingegangen, daß nich einmal meh de Gedanke an Ve gel ung ü das ih zuge üg e Leid au kommen kann. Daß an de En wicklung dieses F auenbildes wiede um wei gehend de Ein luß ki chliche Au o i ä en und Ideologeme be eilig wa , s eh öllig auße Zweüel. 4. Nach e olg e Ve gewal igung wi d ein Teil de Schuld imme dem Op e angelas e , wobei es zu einem Zusammenwi ken on F emd- und Eigenp ojek ion kommen kann. 49 Daß e wa Luk e ias Selbs mo d ü Va e und Ehemann nich s Une wa e- es und -nach de an ih e üb en Schändung de Familieneh e - ielleich nich s Une wa ba es is , zeig sich poin ie noch in Shakespea es Da s ellung de Klageszene, in de Ta quinius den Selbs mo d seine Toch e als 11 oo ea ly and oo la e" beklag ( gl. S. 13), abe auch im E zähle kommen a des Ma qua on S ein ( gl. S.2). Ma e ial ü eine nich e wa nu un e schwellige Schuldp ojek ion zu Las en de F auen inde sich in den Re lexionen Augus ins. Im Anschluß an seine Ve u eilung des Selbs mo des de Luk e ia e such Augus inus jenen (gläubigen) F auen, die Op e eine Ve gewal igung wu den, zu e - läu e n, wa um 11 Go den F e el zugelassen" habe (1, Kap.28). Doch neben den 'une o schlichen Wegen' de Vo sehung könn en die F auen auch selbs , gleichsam wibewuß , den Vo all p o ozie haben: "P ü e eulich eu e Seelen, ob ih euch nich des Gu es de Unbe üh hei , En hal samkei und Keuschhei selbs ge ällig übe hoben und begie ig nach menschlichen Lobsp üchen au ande e, denen sie zu eil gewo den, scheel geblick hab . Ich klage nich an, denn ich weiß es nich ... Doch kann's auch 49 B ownmille (Anm. 1), S. 227: "Die Belieb hei de Ansich , F auen e üh en Männe zu Ve gewal igung ode p o ozie en sie du ch au eizendes Ve hal en, is Teil de männlichen Ve schleie ungs ak ik. Die Ve unsiche ung de F auen geh so wei , daß iele womöglich die meis en Op e im nachhinein e zwei el übe legen, was an ih e KJeidun~ ode ih em Ve hal en diese scheußliche Ta ausgelös haben mag." • lUKRETIA 133 sein, daD F auen, die hinsich lich ih e Keuschhei sich de Selbs übe hebung nich schuldig ühlen, ... eine geheime Schwachhei an sich ugen, die einmal als eide S olz ans Tageslich hä e dun-hb echen können, wenn ihnen bei jene Plünde ung die Demü igung e spa geblieben wä e ... Abe auch das soll nich e schwiegen we den, daß einige ... ielleich das Gu de Keuschhei 2u den )eiblichen Gü e n gezähl und gedach haben, es bleibe ihnen nu dann gewah , wenn ih Leib du ch keines Mannes Wollu~ ange as e we de ... Diese I um is nun ie1leich on ihnen genommen." 5 Zu denken gib abe auch eine ande e Ve gewal igungsda s ellung im 11 Ri e om Thu n'', die E zählung " on de Hauß auwen O giagon is 11 (Kap. 85, Bl. 312 b -313 a), die wäh end ih e Ge angenscha on einem ömischen Haup mann mißb auch wi d. Au ih e Au o de ung hin ö en ihn ih e Leu e wäh end de Zahlung des Lösegeldes, so daß sie dem Ehemann als Beweis ih e Unschuld den Kop des Tä e s übe geben kann. In einem ungewöhnlich aus üh lichen Kommen a zieh de E zähle den Ve gleich mi Luk e ia und inde Töne höchs en Lobes ü dieses Ve hal en: "Sie ennein auch jh en e mahel en Leib/nich denn du ch g osse ha en wide e n s c h u 1 d i gen m6gen/ nd einigkei Cles Gem~h s e zeigen/denn da du ch wi o weibliche Zuch nnd Eh beha en/ nnd die e lo en wide b ach . Da an so11en die F auwen sehen/ die die einigkei ih es Gemue s es igen w8nen. Denn es is nich genug einigkei des He zens mi z.ihe n/sch eyen nd klagen/zu bezeugen/ nd mi wo en geli nen gewal e z. eigen/sondem auch wann es m~glich we e/die ach ollb ingen." (213 a; Spe ung on mi ). Sowohl die >Kaise ch onik' als auch de 'Spiegel de Tugend nnd Eh - samkei de Weibe nd Jung auwen' des Ma qua on S ein sind also in den soeben besp ochenen E zählabschni en Baus eine inne halb eine li e- a ischen Kondi ionie ung on F auen zu po en iellen Ve gewal igungsop e n; wei gehend es geleg au das Bild de schönen und ohne männlichen Beis and schu zlosen F au wi d Ve gewal igung auch hie zum as zwangsläu ig 11 aus Leidenscha ü die Schönhei de F au e üb e( n) Ve b echen" SI s ilisie . Vc gcwal igung e schein als d i e Möglichkei des Mannes zu Bed ohung de F au schlech hin. Ein wei e es Beispiel da ü lie e die Mäb hil -Episode de 'Kaise ch onik', in de die 50 Augus in, De Ci i a e Dei (Anm. 5)1 S. 49(. 51 B o -nmille (Anm. 1), S. 252. 134 BENNEWITZ sexuelle Bed ohung du ch ih en Schwage le z lich als eine A 'blindes Mo i ' au i , das nu dazu dien , die he o agende Tugend de Mu e des spä e en Paps es Clemens un e Beweis zu s ellen. 52 Insgesam also e mi el sich uns ein Bild, wie es kaum ande s zu e wa en wa : ge ade weil es sich le z lich auch nich wesen lich on jenem un e scheide , das Un e suchungen zu Behandlung dieses Aspek s in de Li e a u des 19. und 20. Jah hunde s e b ach haben. 53 Doch bleib selbs hie noch ei i F ei aum ü F auen-U opien. Ich keh e noch einmal zu ück zu 'Kaise ch onik' und den Beobach ungen on Pe e S ein zu s uk u ellen He o hebung des Gesp ächs zwischen Almenia und To ila und seine Bedeu ung ü die In e p e a ion de Luk e ia-Episode. Wede das un e wü ig-demu s olle Ve hal en de Luk e ia noch das agg essi -un- koope a i e Agie en de Königin kann sich gegen die dominan e pa ia - chale F emdbes immung du chse zen. Dies geling nu de selbs bewuß en, edegewand en, ü die eigene wie auch ü die Sache alle ande en on K ieg bed oh en F auen kämp enden Almenia, die dami zugleich den Männe n neue Pe spek i en e ö ne 54: nämlich mi einande zu eden s a Unschuldige zu e mo den, Komp omisse zu schließen s a au das Rech des S ä ke en zu pochen, F auen als gleichwe ige Pa ne innen zu akzep ie en s a sie zum Gegens and chau inis ische Selbs da s ellung zu deg adie en. Daß einigen Li e a u wissenscha lERn zu Cha ak e isie ung dieses Ve hal ens nu das Adjek i " o lau " ein iel, sp ich , meine ich, jeden 2il s gegen s 1 e - gegen sie und nich gegen die "pal sp achiu Almenia". 52 De schwange en Maeh hil geling es, ih en Schwage au den Zei punk nach de Gebu ih es Sohnes zu e ös en. Doch danach wi d. das Mo i nich wiede au genommen; das Be gesp äch zwischen M eh hil und Faus inian, das e wa ungsgemäß eigenlich de Anklage des Vo alls dienen soll e, behandel lediglich die F age de E ziehung ih e beiden Söhne ( . 1219 ., hie 1331 .). 53 Vgl. Mil e (Anm. 19), S. 11 . 54 Ich lasse hie o läu ig unbe ücksich ig , daß es sich um adi ionelle, um nich zu sagen konse a i e u opische Po en iale handel (im Hinblick au ih e Zusch eibung an F auen). Daß eine solche Fes legung nich unp oblema isch is , e s eh sich on selbs . Doch die Inhal e bleiben nich sdes owenige posi i .