Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n
Fo og a ische Bildniss udien zu Gemälden on Lenbach
und S uck
Schmoll, Jose A.
Essen, 1969
u n:nbn:de:hbz:466:1-37524
J.A.Schmoll gen .Eisenwe h :
Lenbach,S uck und die Rolle de o og a ischen Bildniss udie .
Fo og a ie und Male ei .Zu doppel en Mo al de no ma i en
Äs he ik des 19.Jah hunde s .
In:
Fo og a ische Bildniss udien on Lenbach und S uck.
Auss ellung in Zusammena bei mi J.A.Schmoll gen .
Eisenwe h .Museum Folkwang Essen,16.Janua 1969 bis
16.Feb ua 1969 .H sg. on O o S eine .Essen 1969,o.S.;
Lenbach , S uck und die Rolle de o og a ischen Bildniss udie
Fo og a ie und Male ei . Zu doppel en Mo al
de no ma i en Äs he ik des 19. Jah hunde s
Sei dem es eine p ak ikable Fo og a ie gib , bedien en sich ih e die Male und
Zeichne . Besonde s ü Bildnisse e wies sich das neue echnische Ve ah en als
nü zliche Hil e. Eine de e s en , die das neue Bild e ah en mi gespann e Au ¬
me ksamkei au seine Ve wendba kei ü die Male ei p ü en , wa kein ge inge e
als Eugene Delac oix . Und zu den e s en Zeugnissen seine Ve suche nach klein¬
o ma igen Dague eo ypien zu zeichnen , sind Skizzen zu echnen , die ihn selbs
da s ellen . Sie sind nach Vo lagen en s anden , die seine Ve e n , die Geb üde
Riesene , 1842 om nach schwe e K ankhei genesenden Küns le mi de Kame a
au genommen ha en . Sogleich wi d das Nachzeichnen nich zu skla ischen
Kopie , sonde n Umse zung , wobei sich Delac oix alle dings bemüh e , den beson¬
de en E ek en des Lich bildes mi seinen weichen lächenha en Übe gängen in
den za en Valeu s de spiegelnden Silbe pla en ein wenig zu en sp echen , im
Gegensa z zu seinem sons so cha ak e is ischen zeichne ischen S il, wie ihn
Ku Bad analysie ha . Neben dem Bildnis sind es spä e , nach 1852, als es
auch in F ank eich die Papie e ah en ü die Pho okopie gab , Figu en und Ak e ,
die Delac oix nach z. T. on ihm selbs in Pose gese z en Fo omodellen gemal
ha , wie die si zende Odaliske . Auch Cou be benu z e bewiesene maßen o o¬
g a ische Vo lagen ü meh e e seine Po ä gemälde und Ak da s ellungen , on
Edga Degas , Edoua d Mane und Paul Cezanne zu schweigen , und es wächs
mi zunehmende Kenn nis des Ma e ials die Übe zeugung , daß as alle bedeu¬
enden Küns le , nich nu die kleine en Meis e wie D. O. Hill, Cha les Neg e ,
Du illie u. a., die z. T. du ch ih e Fo og a ien spä e be ühm e wu den als du ch
ih e Male ei , das mechanische Bild e ah en de Kame aau nahme nich nu
kann en und gelegen lich he anzogen , sonde n egel ech als ein legi imes Hil s¬
und S udienmi el benu z en . Die Faszina ion , ja Sugges ion , die on den imme
ollkommene ausge üh en Fo og a ien ausging , is ü die Küns le des Realis¬
mus , alle na u alis ischen Rich ungen einschließlich des Imp essionismus bis zu
Max Sle og ( ü den H. J . Imiela in seine Monog aphie 1968 Beispiele e ö en ¬
lich ) leich einzusehen . Abe auch die Male , die sich om Na u alismus lös en ,
wie Toulouse -Lau ec , Ed a d Münch und Pablo Picasso haben es nich e ¬
schmäh , o og a ische Vo lagen zu Ra e zu ziehen . Fü Münch is diese Ta sache
bishe e bo gen geblieben , doch leg e mi kü zlich eundliche weise Gös a
S enaeus (Lund) en sp echende Dokumen e o . Und mi de neuen Sachlichkei ,
dem magischen Realismus , dem Su ealismus zog auch die Fo og a ie als ganz
bewuß au genommenes o males Bildmi el wiede un e hüll in die male ische
Da s ellung ein , sei es als S imulanz , als Kon as we , als Collageelemen ode
ganz allgemein als op isches Mus e . In den S ömungen de Gegenwa skuns
om sublimie en Su ealismus bis zu Pop A is das Fo og a ische nun übe ¬
haup ein in eg ie ende Bes and eil des Op ischen , so daß man on einem
wah en „Fo og a ismus " in de Male ei und G aphik de sechzige Jah e unse es
Jah hunde s sp echen kann . Dahe können wi die F age de Wechselbeziehun¬
gen zwischen Fo og a ie und Male ei in de Ve gangenhei auch wiede iel
unbe angene disku ie en . Die de zei ige Auss ellung will dazu einen Bei ag
leis en . Das P oblem wa e s ell du ch die doppel e Mo al de im 19. und noch
wei hin im 20. Jah hunde he schenden no ma i en Äs he ik des Idealismus und
Klassizismus und ande e Spiela en o ge aß e kuns heo e ische Ansich en ,
die de Meinung anhingen , daß Zeichnung und Male ei nu in „ eihändige "
Aus üh ung küns le ische Weihen e ingen könne . De Be eich echnisch -mecha¬
nische Hil smi el lag auße halb de Bezi ke „hohe Kuns ". So e schien Goe he
das Zeichnen nach dem Bilde au de Glasscheibe (Ma scheibe ) de Came a
obscu a , dem Vo gänge ge ä des Fo oappa a es , als suspek und küns le isch
agwü dig . E leg e Äuße ungen seine K i ik Philipp Hacke in den Mund (im
Rahmen seine pos humen Eh ung des Male s de klassischen Landscha en
I aliens ), jenem Hacke , dem ge ade die nach olgende Roman ike gene a ion
ank eide e , daß e zu ungenial und zu came amäßig gemal habe . . . Die damalige
Diskussion um die Benu zung de Came a obscu a , die sei dem 17. Jah hunde
ein p oba es Hil sge ä de Male wa (nachgewiesene maßen benu z en sie
Ve mee an Del , Canale o , Bello o , Gua di und Reynolds , um nu einige
ma kan e Namen zu nennen ), gleich in allen G undzügen jenen S ei gesp ächen ,
die nach 1839 um die Nu zba machung ode Ve we ung de Fo og a ie du ch die
Male ei ge üh wu den . Bezeichnende weise a Delac oix de neuen E indung
ganz un o eingenommen en gegen , p ü e sie und e such e , sie sich und ande en
nu zba zu machen , indem e soga ausd ücklich das S udienzeichnen nach o o¬
g a ischen Vo lagen in dem mi Ing es , Hyppoli e Fland in und ande en Male ¬
kollegen im Au ag de Regie ung ausgea bei e en En wu zu Re o m des Kuns ¬
un e ich s an den höhe en Schulen F ank eichs on 1853 emp ahl . Schwäche e
Küns le , wie Dela oche , ühl en sich dagegen du ch das neue Bild e ah en in
eine ho nungslose Konku enz ged äng und p ophezei en das Ende de Male ei :
„La pein u e es mo e !" ie Dela oche , als e on de Si zung de beiden
Akademien de Wissenscha en und de Küns e 1839 in Pa is , au de die E in¬
dung on Niepce -Dague e du ch A ago e künde und e klä wo den wa , zu¬
ückkeh e . Zwischen diesen Posi ionen Delac oix ' und Dela oches gegenübe
de Fo og a ie bezog Dominique Ing es , de g oße Spä klassizis , ino iziell seine
bezeichnende S ellung , als e zu Schüle n , die ihm P oben de Dague eo ypie
zeig en , beme k e : „We on uns könn e diese za e Genauigkei e eichen (ce e
delica esse dans le modele ). Was ü eine wunde ba e Sache is doch die Fo o¬
g a ie . . ., abe , man da es nich lau sagen ."
Man da es nich lau sagen ! Als ob sich ein Küns le nich zu o og a ischen
Technik bekennen dü e , weil dies den G undsä zen de klassizis ischen Äs he ik
wide sp ach . Dabei ha Ing es e mu lich ebenso neugie ig das umwälzende Bild¬
e ah en s udie wie Delac oix und sich da on zwei ellos auch inspi ie en lassen .
Ing es Aussp uch übe die Fo og a ie en hüll sich als ein Zeugnis e s en Ranges ,
weil e on einem de üh enden Küns le s amm , seine s aunende Bewunde ung
ü die neue echnische E indung mi quasi schlech em Gewissen und zugleich
das o izielle akademische Tabu bekunde . Da in dokumen ie sich die doppel e
Mo al de no ma i en Äs he ik des 19. Jah hunde s in Bezug au das Phänomen
Fo og a ie ganz k ass . Sie soll e bis ie in das 20. Jah hunde hinein o wi ken .
Die meis en Male , die sich de Fo og a ie in i gend eine Weise bedien en , e ¬
hehl en dies und e wisch en die Spu en . Dahe is es ein so mühsames Un e ¬
angen , Nachweise zu e b ingen . O wa en es nach dem Tode on bedeu enden
Küns le n die Wi wen ode die Kinde und E ben , die das en sp echende Ma e ial
an Fo og a ien (an Nega i en , Kopien , Ve g öße ungen , Umzeichnungen e c .)
e nich e en in dem Glauben , diese Dokumen e könn en den Ruhm de Ve ¬
s o benen schmäle n . Und noch heu e kann man das hämische „Ah-ha " hö en ,
mi dem sensa ionshung ig de Blick hin e die Kulissen gewo en wi d, bei dem
sich das Genie als kleine Kopis nach Fo og a ien en pupp . Nun, einem solchen
Zweck dien die o liegende Auss ellung nich . Sie will im Gegen eil an aus¬
gewähl en Beispielen e läu e n , welche A die Technik , die Auswe ung , de
Umgang mi dem o og a ischen Ma e ial in den Händen zweie Male wa , die
in ih e Zei hohes Ansehen genossen , — um da an auch das G undsä zliche
kla zulegen . Denn was du ch glückliche Nachlaßums ände und Funde nunmeh
eingehende ü die Bildnismale ei on Lenbach und S uck nachgewiesen we den
kann , muß auch ü eine seh iel g öße e Scha on Male n des 19. und 20. Jah ¬
hunde s als selbs e s ändlich angenommen we den . Daß die Quellen da übe
schweigen , besag nich s . Die G ünde liegen im äs he ischen Vo u eil de Zei .
Nich nu Na u alis en und Realis en , wie Theodo Rousseau , Mille und Gus a e
Cou be , bedien en sich de Fo og a ie und nich nu schwäche e Male , wie Da id
Oc a ius Hill (dessen Ve häl nis zum Fo og a en Adamson die Auss ellung on
O o S eine im Essene Folkwang -Museum des Jah es 1963 da leg e ), sonde n ,
wie wi e wähn en , selbs Delac oix , Mane , Degas und Cezanne , Gauguin ,
Toulouse -Lau ec , Vuilla d und Roussel , Picasso und Max E ns . Übe den küns ¬
le ischen Rang eines Male s besag das Fak um de Zuhil enahme on ode de
An egung du ch o og a ische Vo lagen also übe haup nich s . Die Male de Zei
nach 1839 s ehen nämlich ein ach in de Nach olge de Küns le de Renaissance -
und Ba ockepoche , die sich des Velums (eines Rahmens mi einem Koo dina en¬
ne z aus gespann en Fäden ) und des Glas a elappa a es und schließlich de
anspo ablen Came a obscu a (be ei s sei dem 17. Jah hunde mi Spiegel¬
e lexein ich ung ü ein sei en ich iges Ma scheibenp ojek ionsbild !) bedien en .
Solange ein In e esse da an bes eh , die Wel de sich ba en Objek e im Rahmen
küns le ische Da s ellungen abzubilden , wi d die Fo og a ie als Dokumen a ions¬
hil e und Inspi a o ih e Rolle ü Male ei und G aphik spielen .
F anz on Lenbach
Lenbach wu de 1836 in Sch obenhausen /Obb . gebo en und le n e zunächs bei
seinem Va e , einem aus eine no d i ole Familie s ammenden Mau e - und Bau¬
meis e , de sich in Sch obenhausen niede gelassen ha e . Vom el en bis zum
ie zehn en Lebensjah besuch e F anz Lenbach die Gewe beschule in Landshu ,
wa dann bei seinem Va e als Gehil e und bald als Mau e geselle ä ig , begann
abe aus eien S ücken als Sechzehnjäh ige zu malen (1852). Nach dem Tode
des s engen , dem küns le ischen Be u swunsch des Sohnes abgeneig en Va e s
— im gleichen Jah e — nahm de Junge , un e s ü z on de S ie mu e , Mal¬
un e ich an de Poly echnischen Schule in Augsbu g , keh e abe bald nach
Sch obenhausen zu ück und schloß sich im Nachba do A esing dem äl e en
F eunde und Male , Sohn eines Mau e s , Ho ne an . Zwei Mona e wa e in
München im A elie des badischen Ho male s G ä le , einem Schüle Win e hal e s ,
den Lenbach als „seh geschick en Mann nach anzösische Manie " schilde ,
bei dem e manches gele n habe , bei dem es ihn abe auch nich hiel . 1857
nahm ihn Pilo y in sein be ühm es A elie in München au und mi ihm zog e au
seine e s e S udien eise nach I alien 1858/59, noch mi de P e depos wie zu
Goe hes Zei en . Einige Zei ließen sich die beiden in Rom niede , wo Lenbach
seine e s e , dann in München Au sehen e egende Komposi ion mal e , den Ti us¬
bogen mi du chziehenden Campagnahi en in scha e Mo gensonne , ein We k
des „packends en Na u alismus " (Pech , Deu sche Küns le des 19. Jah hunde s ,
Nö dlingen 1879, II, S. 115).
1860 wu de Lenbach zugleich mi dem äl e en A nold Böcklin und dem Be line
Bildhaue Reinhold Begas als Leh e an die Kuns akademie Weima be u en . Von
Böcklin e hiel e iele An egungen , o allem kolo is ische A , „ande e sei s
abe mach e e mich i e in meine Au assung om Bildnis ." „Es handel e sich
nämlich um den Kamp des symbolischen , gene ellen Bildnisses mi dem indi idu¬
ellen , ein Kamp , de in de B us des jünge en Küns le s du ch den Ein luß des
ihm an E ah ung wei übe legenen äl e en Böcklin en zünde wu de ." „Ich
blieb nu ande halb Jah e in Weima . Die E kenn nis , daß ich selbe e s le nen
s a leh en müsse , ieb mich o . . ." (Wyl, F anz on Lenbach . Gesp äche und
E inne ungen . S u ga 1904, S. 40/41 und S. 45). Lenbach , de aus F eude an de
Sache und zum Selbs s udium imme wiede äl e e Meis e wie Rubens , Tizian ,
an Dyck usw . kopie ha e , e hiel 1863 den Au ag des Ba ons Adol F ied ich
on Schack , in I alien und Spanien Meis e we ke äl e e Schulen ü seine Samm¬
lung zu kopie en . Diese Tä igkei schloß mi eine gemeinsamen Reise Schacks
mi Lenbach und dessen Schüle E ns on Lipha 1867 nach Südspanien und
Tange ab . Zu ückgekeh , widme e sich Lenbach as ausschließlich de Po ä ¬
male ei , nachdem e mi zwei Bildnissen au de Pa ise Auss ellung des Jah es
1867 einen g öße en E olg e ungen ha e . In s eile Bahn s ieg sein Ru als
Po ä is , de ab 1870 om Hochadel Eu opas gesuch wu de , abe auch in Küns ¬
le k eisen g öß es Ansehen genoß . Paul Heyse ö de e ihn ebenso wie de
al e nde Mo i z on Schwind , de ihm einen e ag eichen Au en hal in Wien
e mi el e (1871 und 1872 bis 75), wo e im gleichen Hause wie Maka wohn e .
In diese Zei en s anden auch die e s en Bildnisse aus de Familie de Be line
Hohenzolle n , des G a en Mol ke , on Richa d Wagne und Go ied Sempe .
Mi Maka un e nahm e on Wien aus eine Reise nach Ägyp en (1875/76), 1878
begegne e e e s mals Bisma ck in Kissingen , dann in Gas ein . Ab 1879 en s and
die g oße Reihe de Bisma ck -Bildnisse , die Lenbachs Namen wel be ühm
mach en . Mi dem Kanzle en wickel e sich eine he zliche F eundscha , ganz
unbelas e on küns le ischen F agen und Ei elkei en , da Bisma ck nach Lenbachs
eigenen Wo en , ansich ga kein In e esse da an and , po ä ie zu we den .
Übe schü e mi Au ägen , g i Lenbach zu o og a ischen Hil e. Sein male ische
Bildniss il wa sei 1867/68 wei gehend en wickel . Neu da an wa das Dunkel ,
aus dem e An li z und Hände und einige De ails au leuch en ließ, das im üb igen
abe alle sons igen äumlichen und kos ümlichen Angaben e schluck e ode in
Dämme lich auch e . Diese Me hode ha e e angesich s de g oßen Po ä s des
16. und 17. Jah hunde s on Tizian , Rubens , an Dyck, Remb and und Velasquez ,
die e seh eingehend s udie ha e , en wickel . Wann e mi Fo og a ien zu
a bei en begann , is noch nich genau e mi el . In de gegenwä igen Auss ellung
e i das Bildnis Paps Leo XIII., das um 1885 in Rom en s and , das e s e
Zeugnis diese Zusammena bei zwischen Fo og a und Male . Da sich au einigen
Nega i en de Fi menname des Münchne Be u s o og a en Ka l (Ca l ) Hahn
inde , jeden alls bei spä e en Au nahmen , z. B. Bisma cks , da gene ell angenom¬
men we den , daß Lenbach einen Fachmann mi de Du ch üh ung de S udien¬
au nahmen beau ag e . Es schein seine Gewohnhei gewesen zu sein , dem
Fo og a en genaue Angaben zu machen , aus welchem Blickwinkel und bei welche
Pose des Modells die einzelnen Kame abilde belich e we den soll en . E schein
den Zu all dabei wei gehend ausgeschal e zu haben . Wäh end de Aus üh ung
des Fo og a en un e hiel sich Lenbach mi den Modellen und skizzie e sie und
mach e sich o allem auch Fa bno izen . Au ällig is die g oße Zahl on Einzel¬
au nahmen , die Lenbach aus üh en ließ, um ein möglichs um assendes S udien¬
ma e ial ü die A elie ausa bei ung des Po ä sau ags zu besi zen . Un e den
e wa 6500 e hal enen Glasnega i en des Lenbach -Nachlasses im Münchne
Lenbachhaus (S äd ische Gale ie ) be inden sich z. B. 112 Einzelau nahmen on
Mol ke und ca . 120 on Bisma ck . Und wi müssen dami echnen , daß im Lau e
de Zei e hebliche Ve lus e an Glasnega i en einge e en sind , also keineswegs
alles an o og a ischen Un e lagen e hal en is , was Lenbach e wa zwischen 1875
und 1904 ha au nehmen lassen . Das Nega i -A chi des Lenbachhauses soll
demnächs sys ema isch kopie und ausgewe e we den , da es nich nu ü die
F age de Wechselbeziehungen zwischen Fo og a ie und Male ei in einem Sonde ¬
all eine übe aschend eichsp udelnde Quelle bilde , sonde n auch wegen de
zahl eichen in S udienau nahmen es gehal enen bedeu enden Pe sönlichkei en
ein zei geschich liches Ma e ial on e heblichem Dokumen a we da s ell . Die
in diese Auss ellung o ge üh en P oben geben nu eine ganz enge Auswahl .
Sie e mi eln abe be ei s die Bedeu ung de Sammlung , die bishe noch nich
ich ig zum Sp echen geb ach wo den is .
Leide ha uns Lenbach übe diese Sei e seine Tä igkei anscheinend nich s hin e ¬
lassen , wäh end e übe manches De ail seine Besuche beim Paps , bei Bisma ck
usw ., auch übe den Ve lau on Si zungen iele lei Auskün e gab (in B ie en und
in seinen Gesp ächen mi dem F eunde Wyl).
Seine Fo og a en e wähn Lenbach nie.Auch das lag am gesellscha lich -äs he ischen
Vo u eil seine Zei . Dies schein sowei gegangen zu sein , daß e o og a ische
Au nahmen on Modellen e heimlich e . Jeden alls is in München die Legende
noch lebendig , daß ein Fo og a mi seinem S a i -Appa a bei Modellsi zungen
hin e eine al en eichen Sam po ie e im A elie des Küns le s so pos ie wa ,
daß e du ch Löche im „Thea e o hang " seine Au nahmen eins ellen und du ch¬
üh en konn e . Nu das nich ganz ge äuschlose Be ä igen des Ballauslöse s hä e
zuweilen Modelle i i ie ...Wie wei diese Geschich e au Wah hei be uh ,sei
dahinges ell .Sie illus ie abe mals die doppel e Mo al de he schenden
no ma i en äs he ischen Anschauungen ,wenngleich on ih e sa i ischen Sei e .
Daß hochges ell e Pe sönlichkei en ande e sei s o og a ische Au nahmen im
Zuge des Modells ehens ü Lenbach als ganz selbs e s ändlich ansahen ,geh
aus eine ganzen Reihe on Au nahmen he o ,die uns neben und hin e den
Modellen Hel e zeigen ,T äge on hellen ode dunklen Folien , on denen sich
Kop und Obe kö pe de au zunehmenden Pe sonen o eilha e abheben .Auch
gib es meh e e o og a ische Au nahmen de Familie on Bisma ck um die
Weihnach szei 1894 in F ied ichs uh , egel ech e Tischg uppenbilde ,die wohl
be ei s mi Hil e on Bli zlich e s ell wu den .
Fü die allgemeine Si ua ion im München de Neunzige Jah e is eine B ie s elle
Ka l Volls symp oma isch .E sch ieb am 28.Juli 1897 an den on ihm ge ö de en
und mi ihm be eunde en Max Sle og ,de sich einige Zei in München niede ¬
lassen woll e ,„...A elie s gib es on je z bis Mi e Sep embe massenha in
meine Gegend .Ich sah welche mi und ohne Dunkelkamme n .Ich inde nebenhe
beme k es ü ein Zeichen de Zei ,daß so schamlos o enba wi d ,daß Male
zugleich Pho og aphen sind ."(H.J.Imiela :Max Sle og ,1968).O enba ahn e
de Kuns his o ike nich ,daß auch sein Schü zling Sle og o og a ie e und
manches Lich bild als S ü ze ü sein Fo mgedäch nis benu z e .Ka l Voll hing eben
auch noch de adi ionellen idealis ischen Äs he ik an ,die mechanische Hil en
beim Zus andekommen eines Kuns we ks de Male ei und Zeichnung ausschloß .
Diese Anschauung wa es ebenso e ach ungswü dig ,Fo og a ien he anzuziehen
wie Lineal und Zi kel beim „F eihandzeichnen "zu benu zen .(Spä es ens sei dem
Kons uk i ismus alle Scha ie ungen is mi diesem Vo u eil au ge äum wo den .)
Ob Lenbach selbs Dunkelkamme n und Fo olabo s in seinen A elie s und Häuse n
besaß ode sich nu au die echnische Hil e de Be u s o og a en und ih e We k¬
s ä en e ließ ,bleib o e s ungeklä .Mi zunehmendem Ruhm ,s eigenden
Au ägen und imme s ä ke e Spezialisie ung au das Po ä ach is jeden alls
sein Beda an o og a ische Dokumen a ionshil e s ändig gewachsen .Die Meh ¬
zahl de e hal enen Nega i e s amm dahe o nehmlich aus den beiden le z en
Lebensjah zehn en des Male s ,de 1904 s a b .Die aus de engen Zusammen¬
a bei zwischen Male und Fo og a he o gegangene o og a ische Bildnisp oduk¬
ion zeichne sich du ch eine in Hinsich au die geplan e Gemäldekonzep ion
ge o ene Ano dnung de Modelle aus ,de en Gesam hal ung ,Gesich und Hände
das Haup augenme k des Küns le s anden .Bei de echnischen Umse zung de
Fo og a ie in eine Zeichnung ode in ein Gemälde bedien e sich Lenbach o enba
meh e e Me hoden .Ve mu lich benu z e e 1)Ausschni e g öße ungen de
Modellköp e ,um danach S udienzeichnungen zu machen ;2)ließ e sich Diaposi i e
im Fo ma on ca .20 X30 cm an e igen ;3)ha Lenbach gelegen lich auch die in
Pa is schon um 1865 en wickel e Me hode de sogenann en „Pho opein u e "ange¬
wand ,die da in bes eh ,die Malleinwand mi eine lich emp indlichen Schich zu
e sehen und au diese unmi elba eine o og a ische Ve g öße ung zu p ojizie en ,
d.h. o omechanisch zu kopie en .Au diese o og a ischen Un e lage and dann de
Malak s a .Ein leide ü die Auss ellung nich abkömmliches Mol ke-Po ä Len-
bachs (Besi z de Bundes epublik Deu schland ,Daue -Leihgabe an die Na ional -
Gale ie Be lin und aus de en Depo an eine Regie ungsbehö de en liehen )soll au
de Rücksei e das o og a ische Bild zeigen ,das du ch chemische Schich ze se zung
in bläuliche Fa be du ch die Leinwand geschlagen is .In diese di ek en Me hode
ha Lenbach abe anscheinend nu sel en und p obeweise Bildnisse angeleg .
In de Meh zahl de Fälle hiel e sich ein ach an die o og a ische Ve g öße ung
in Nachzeichnung und Va ia ion .Denn seine Po ä s sind du chaus nich ein ach
skla ische Kopien de Fo o o lagen .Schon das Elemen de Fa be ,dann o das
e ände e Fo ma , o allem abe Lenbachs monumen alisie ende und e leben¬
digende Au assung zwangen ihn zu Abweichungen ,die man e s bei genaue e
Be ach ung und eingehenden Ve gleichen es s ellen kann .Zunächs wi ken iele
de Gemälde als „Abkla sch " on den en sp echenden Fo os udien .Dann abe
en hüllen sie sich doch als du chaus eigenwillige ,gekonn e Male ei .Dabei is
eine Skala on Idealisie ungen zu egis ie en .Mol ke z.B.ha Lenbach gelegen ¬
lich e jüng da ges ell ,was auch au den Wunsch on Au aggebe n zu ück¬
zu üh en is ,die den S a egen de Einigungsk iege und o allem des Feldzugs
on 1870/71 im Bilde es gehal en wissen woll en ,nich den hoch in den Ach ¬
zige n s ehenden Pa ia chen und quasi Eh enp äsiden en de Landes e eidi¬
gungskommission (1888-1891).Dahe die osige F ische manche Mol kebildnisse
Lenbachs und auch die Pe ückenpo ä s .Gelegen lich auch abe in scha em
Realismus de Kahlkop des g oßen Schweige s au .Fas imme s eige Lenbach
den Ausd uck des Blicks.E wu de ja in München auch als de „Augenmale "
bezeichne und a sächlich ha e e eine besonde e Fähigkei ,Auge und Blick
seine Modelle im euch en ode um lo en Glanz des Dämme lich s seine Bild¬
äume zu besonde en Wi kungen zu b ingen .Die Augen sind denn auch gegen¬
übe den Fo odokumen en cha ak e is isch e ände ,meis ens e g öße und in
de Blick ich ung und -in ensi ä ande s konzipie ,-en sp echend dem Gesam ¬
habi us ,den Lenbach seinen Modellen im Diens e de ö en lichen Meinung und
de Helden e eh ung des wilhelminischen Zei al e s e lieh .Pa hos und Wü de .
He o bli zen des Genius ,geis ige Konzen a ion ode —wie im Paps bildnis —
Gü e ,Klughei und diploma ische Scha sinn we den on Lenbach mi siche e
Ein ühlung in das Wesen seine Modelle e kann und in S eige ung des Zei ¬
u eils übe die his o ischen Figu en zu wi kungs ollen E scheinung gep äg .
E umgib sie dabei ge ne mi de Dunkelhei ,aus de die einsamen Gedanken
und En schlüsse aus Auge und Mundwinkeln ,S i n und Händen um so e ek ¬
olle au leuch en .Dieses Lenbachsche Hell-Dunkel al meis e liche He kun
bewi k eine wei e e En ückung und Monumen alisie ung ,obwohl e das hea a¬
lische Pa hos eines Neuba ock e meide .So geling ihm eine Syn hese aus
scha em Na u alismus und neu oman ische Übe höhung im Geis e des Pe sön¬
lichkei skul s seine Epoche .Das Fo og a ische an seinen Bildnissen ,imme
beobach e ,he o gehoben und o auch ge üg ,bedeu e nich s ande es als die
siche e Basis des na u alis ischen Dokumen a cha ak e s .Schon 1879 s ell e
F ied ich Pech in seinem Buch übe „Deu sche Küns le des 19.Jah hunde s "
es ,daß Lenbach ein „ as pho og aphisches Auge "besi ze .Und He mann
Beenken kons a ie in seine Da s ellung „Das Neunzehn e Jah hunde in de
deu schen Kuns —Au gaben und Gehal e —Ve such eine Rechenscha "
(München 1944),daß „in de Ta ...,so wenig äuße lich ,in de Mache ,die Bilde
Pho og aphien ähnlich sind ,die G undeins ellung des Male s die pho og aphische "
gewesen sei .Diese Meinung is wohl allgemein akzep ie wo den .Doch bleib
die wich ige F age ,was nun eigen lich „das Fo og a ische "sei ?
Fü Lenbach muß zunächs es ges ell we den ,daß sich sein Bildniss il wah ¬
scheinlich ohne di ek en Ein luß de Fo og a ie en wickel e .E knüp e üh an
den sogenann en Biede meie -Realismus ( ielleich besse :an die Sachlichkei
de Nach oman ik )an .Dann du chlie Lenbach jene wich ige Phase als Kopis
de Meis e des 16.und 17.Jah hunde s (1863—
67).Das E gebnis is nich nu
Summie ung on Sachlichkei und Al meis e lichkei (mi de A mosphä e de
Bildnisse Tizians ,Rubens 'usw .),sonde n auch Gewinn eine neuen eigenen
Anschauung on de Wü de und om Dokumen a cha ak e des Po ä s ,in
dessen Malweise p äimp essionis ische Züge ein ließen .Anscheinend ha Lenbach
e s nach diesem Rei ep ozeß die Fo og a ie he ausgezogen .Wie man aus den
e hal enen Au nahmen kla e kenn ,sind die on ihm angeo dne en Kame a¬
bilde be ei s un e dem Gesich spunk on Gemäldekonzep ionen als geziel e
S udien en s anden .D.h.de Male g i nich zu i gendwelchen o handenen
Bildnisau nahmen ,sonde n di igie e sie selbs .Die hinzugezogenen Be u s o o¬
g a en wa en ihm nu echnische Aus üh ungso gane ,die Regie lag in des Male s
Händen .Die Fo og a ien sind also ih e sei s auch Zeugnisse de Tä igkei des
Küns le s .Sie sind eben o og a ische Vo s udien ans elle on zeichne ischen .
De al e enge Beg i on de Kuns eich hie nich aus ,um dem Phänomen
ge ech zu we den .Ein au die Bildnisau gabe de a spezialisie e Male wie
Lenbach muß als Di igen on S udien o og a ien im Rahmen seine küns le ischen
Zielse zung besonde e Fo de ungen an das echnisch -mechanische Bild e ah en
ges ell haben . Die je z ans Tageslich gezogenen Beispiele bes ä igen diese
These . Die Reihe de Fo og a ien on Paps Leo XIII., on Bisma ck , Mol ke ,
P inz egen Lui pold on Baye n und om Küns le selbs mi seine Familie
gehö en als ein o og a ische Leis ungen in jenen hohen Rang , den zu o e wa
die Po ä s de Kame ameis e Nada und Ca ja , danach die on S eichen und
E u h einnehmen und den die Geschich ssch eibung de Fo og a ie ü diese
längs ane kann ha . Sie wi d in Zukun auch die Bildnis o og a ien aus dem
A elie Lenbachs als he aus agende Dokumen e de Kame ages al ung be ück¬
sich igen müssen . Dami is zugleich gesag , daß eine enge Wechselbeziehung
zwischen de echnischen und de küns le ischen Au gabens ellung he sch . Es
is de Male , de das Objek i au die Modelle ich en läß , die e zu o in
Hal ung , Beleuch ung , Ausd uck , Ausschni usw. bes imm e . Nich nu , daß diese
Fo og a ien ohne Lenbach niemals zus andegekommen wä en , sonde n noch
meh : sie agen seinen geis igen S empel , sie sind Teil seines We ks .
Wie s eh es nun mi dem „Fo og a ischen "? Das Fo og a ische „an sich " is ein
ein Technisches . Im Bildmäßigen , d. h. in de Au assung de Wiede gabe eines
Modells exis ie es nich isolie . Mi ande en Wo en : es gib keine scha e T en¬
nung zwischen de Bildnisau assung de Male ei und de Fo og a ie , weil beide
abhängig sind on den jeweiligen Seh o men (Wöl lin), on o m- und geis es¬
geschich lichen S ömungen . De Fo oappa a alleine kann nich Bilde p odu¬
zie en . Das „Fo og a ische an sich " gib es also jensei s des Technischen ga
nich . Die Symbiose zwischen Male und Fo og a wi d um so innige , je meh sich
de Küns le um das Zus andekommen de Au nahmen kümme , also den Fo o¬
g a en in seine Bildeins ellung bes imm . Bei Lenbach dü e dies ziemlich wei ¬
gehend de Fall gewesen sein . Man könn e also da übe s ei en , ob seine
Gemälde meh ode wenige „ o og a isch ", ode ob die Bildnis o og a ien seine
In en ion meh ode wenige „male isch " angeleg sind . Beide sind wohl schlich
als ypisch lenbachisch zu bezeichnen .
Das Momen ane z. B. is zwei ellos nich alleine bezeichnend o og a isch , is es
doch auch ein Elemen des Imp essionismus . Bekann lich gib es die pa allele
En wicklung on imp essionis ische Bewegungsmale ei und Momen o og a ie .
Bei Lenbach du chd ingen sich die beiden Ausd ucksbe eiche . Beenken analysie e
du chaus ich ig Lenbachs „Selbs bildnis mi F au und Töch e n " on 1903 olgen¬
de maßen : „Hie mal e sich und die Seinen mi den Augen au s Objek i ge ich¬
e , und zwa sich selbe , als ob e eben e s , wäh end de Selbs auslöse ab¬
schnu , he zugeeil sei , in e was gebück e Hal ung , um, ohne om obe en Bild¬
ande übe schni en zu we den , doch noch mi au die Pla e zu kommen . Von de
male ischen Technik des Vo ags abgesehen , is dies wohl das pho og aphie -
es e G uppenbildnis , was je gemal wo den is , und man geh dahe auch kaum
ehl , wenn man in diesem Falle in dem „En wü e " wi klich eine Leis ung de
Kame a e mu e ."
Ta sächlich ha die Du chsich des Nega i ma e ials meh e e Au nahmen des Mo¬
i s zu age ge ö de , un e ihnen auch diejenige , die dem Gemälde als Vo lage
gedien haben muß . Die Komposi ion dü e wohl so zus andegekommen sein , wie
Beenken es e mu e . Dann hä en wi zumindes in den Fo og a ien ech e eigene
Au nahmen des Male s , d. h. solche , bei denen e keine Hil e eines Be u s o o¬
g a en bei de Aus üh ung zu Hil e nahm . Ob auch ande e Fo og a ien ganz selb¬
s ändig belich e und nu zu En wicklung und Kopie de Fi ma Ka l Hahn übe ¬
geben wu den , läß sich o e s nich sagen . Jeden alls da dami ge echne we ¬
den , daß Lenbach a sächlich auch selbs ändig o og a ie e .
T üge das Familienbild on 1903 den Ti el „Selbs bildnis mi Familie o de
Kame a " wä e de Fall kla . Abe die Wi kung de doppel en Mo al , de no ma¬
i en Äs he ik , ließ das noch nich zu, obwohl de o og a ische Selbs auslöse -
E ek ja nich zu übe sehen is . Das Gemälde bedeu e inso e n wi klich eine
äuße s e Zuspi zung des Kon lik s und de Wechselbeziehungen zwischen Male ei
und Fo og a ie . Es is ü Lenbach cha ak e is isch , daß e diese Bildidee eines
G uppenbildes „ o de Kame a " als bildwü dig e ach e e . Denn e wa im Sinne
des 19. Jah hunde s du chaus echnisch - o sch i lich einges ell . So gehö e e