
Umweltbericht
2003
Technische Universität Berlin
Verantwortung
für Gegenwart
und Zukunft

Inhalt
Inhalt U–I
Zum Geleit 1
Zusammenfassung 2
Umweltleitlinien für
Forschung, Lehre und Betrieb 4
1 Forschung, Lehre und Weiterbildung 6
Nachhaltige Forschung
und Lehre ausgewertet 6
Forschung 7
Lehre 9
Ziele mit Umweltbezug vereinbart 10
In- und Externe weitergebildet 11
2 Anwenden nachhaltiger
Forschung im Betrieb 12
3 Betrieb 12
Zentrale betriebliche Umweltziele,
Aktivitäten und ihre Bewertung 12
Integriertes Arbeits- und Umweltschutz-
management weiter ausgebaut 12
Verringern des Energie-, Wasser-
und Materialverbrauchs 17
Verbessern der Abfall-
erfassung und -trennung 22
Verringern des motorisierten
Individualverkehrs für Mitglieder
und Besucher der TU Berlin 23
Verbessern der technischen Sicherheit
und des Gesundheitsschutzes am
Arbeitsplatz 24
Schützen und Erhalten der
natürlichen Lebensgrundlagen 25
Dezentrale betriebliche Ziele und
Aktivitäten in den Fakultäten 25
Anhang A–1
Beispiele umweltbezogener und
nachhaltiger Forschung und Lehre A–1
Auswahl umweltbezogener
und nachhaltiger Forschungsprojekte A–1
Auswahl umweltbezogener
und nachhaltiger Lehrveranstaltungen A–3
Daten des Betriebs A–8
TU-Mitglieder und
Gesamtnutzfläche A–8
Verbrauch elektrischer
und Heizenergie A–8
Wasserverbrauch A–8
Abfallaufkommen A–9
Unfallgeschehen A–11
Impressum A–12
Organisation und Kernkennzahlen U–II
Abkürzungsverzeichnis U–II
Übersicht Stammgelände Rückseite
Technische Universität Berlin
U–I

Zum Geleit
Sehr geehrte Damen und Herren!
Gegenwart und Zukunft verantworten heißt für uns am Beispiel
der im Titelbild gezeigten Handydemontageanlage das nachhaltige
Nutzen von Altgeräten durch unseren Sonderforschungsbereich vor-
anzubringen. Die Demontage ist innerhalb einer zu schaffenden
Kreislaufwirtschaft Voraussetzung, um Produkte in mehreren Nut-
zungsphasen zu verwenden, Werkstoffe sortenrein zu verwerten
und Schadstoffe zu separieren.
Die Umweltleitlinien sollen ein Kernbegriff der universitären Dis-
kussion werden. Um dieses zu erreichen, nahmen wir im Berichts-
jahr das Umwelt- und Nachhaltigkeitsthema in die Zielvereinba-
rungen zur Entwicklung der Fakultäten auf, gaben eine breit ver-
teilte Broschüre „Verantwortung für Gegenwart und Zukunft –
Das Arbeits- und Umweltschutzmanagementsystem der TU Ber-
lin“ heraus und sprachen Studierende mit neu erstellten Materiali-
en, die sich auf die Umweltleitlinen beziehen, an.
Die im Vorjahr begonnene systematische Auswertung unserer For-
schung und Lehre auf ihre Beiträge zu einer nachhaltigen Entwick-
lung wurde von den Leserinnen und Lesern angenommen. Bereits zum zweiten Mal werteten
wir unsere Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen systematisch auf ihre Beiträge zur Lö-
sung von Problemen einer nachhaltigen Entwicklung aus. Die errechneten Kennzahlen sowie
die beispielhaft dargestellten Projekte und Lehrveranstaltungen stellen die Leistung der TU Ber-
lin für die Gesellschaft transparent dar.
Für den Großbetrieb TU bewerten wir zunehmend die mit Kennzahlen dargestellten umweltbe-
zogenen Ergebnisse und benennen Schwachstellen. Dies sowohl der Glaubwürdigkeit wegen –
wir glauben auch genug „gute Taten“ vorzuweisen –, als auch um die Beschäftigten und Verant-
wortlichen zentral und in den Fakultäten zu eigenen Aktivitäten im Sinne einer nachhaltigen
Universität anzuregen. Die im Vorjahr ausgeschriebenen Energiesparpartnerschaften gaben wir
für die genannten Gebäude in Auftrag. Sie werden zu Kosten- und Energieeinsparungen führen.
Die Berichte aus den Fakultäten, Instituten und Fachgebieten zeigen beispielhaft die Vielfalt der
unterschiedlichen Aktivitäten auf. Wir danken den Berichtenden in den Wissenschaftlichen Ein-
richtungen für Ihre Beiträge.
Prof. Dr. Kurt Kutzler
Präsident der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 2003
1

Lehre und Forschung
Der diesjährige Umweltbericht enthält
zum zweiten Mal eine vollständige Auswer-
tung sämtlicher Forschungsprojekte und
Lehrveranstaltungen aus dem Berichtszei-
traum im Hinblick auf ihren Beitrag zur
nachhaltigen Entwicklung. Hierzu wurden
mit den drei Hauptdimensionen von Nach-
haltigkeit „wirtschaftlich“, „umweltbezo-
gen“ und „sozial“ die vier Kategorien
❍U–Umweltbezogen
❍UW – Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem Bezug
❍US – Umweltbezogen mit sozialem Be-
zug und
❍UWS – Umweltbezogen mit wirtschaft-
lichem und sozialem Bezug
gebildet und die Forschungsprojekte bzw.
Lehrveranstaltungen entsprechend ausge-
wertet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde
die Auswertesystematik u. a. durch das
Hinzunehmen neuer Suchbegriffe verfei-
nert.
Im Ergebnis haben 7 % der Forschungspro-
jekte einen expliziten Bezug zur Umwelt,
der Schwerpunkt des Angebots (48 %)
liegt in der Kategorie „Umweltbezogen mit
wirtschaftlichem Bezug“, 36 % der Projek-
te sind (nur) „Umweltbezogen“ und 13 %
sind „Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem und sozialem Bezug“. Im Bereich der
Lehre haben 6 % der Lehrveranstaltungen
einen expliziten Bezug zur Umwelt. Der
Schwerpunkt des Angebots liegt mit 42 %
in der Kategorie „Umweltbezogen mit wirt-
schaftlichem Bezug“, gefolgt von (nur)
„Umweltbezogen“ mit 28 % und „Umwelt-
bezogen mit wirtschaftlichem und sozia-
lem Bezug“ mit 13 %.
Ca. 70 % des Angebots in Forschung und
Lehre mit Nachhaltigkeitsbezug wird von
den Fakultäten III, V und VII erbracht, die
auch federführend an Fakultätsübergreifen-
den Forschungsprojekten beteiligt sind.
Hervorzuheben sind hier der Sonderfor-
schungsbereich „Demontagefabriken zur
Rückgewinnung von Ressourcen in Pro-
dukt- und Materialkreisläufen“, die For-
schergruppe „Interurban-Systemverständ-
nis: Wasser- und Stoffdynamik urbaner
Standorte“ sowie der Forschungsschwer-
punkt „Wasser in Ballungsräumen“, der an
der Gründung des „Kompetenzzentrums
Wasser Berlin“ beteiligt ist. Zusammenfas-
sende Teile der Auswertung mit Beispielen
sind in diesem Bericht aufgeführt, im Inter-
net ist eine vollständige Auflistung aller Er-
gebnisse bereit gestellt.
Betrieb
Die zentral formulierten Ziele des Vorjah-
res werden weiter verfolgt und mit neuen
Aktivitäten verwirklicht. Neu aufgestellt
wurden das Ziel „Verbessern der techni-
schen Sicherheit und des Gesundheits-
schutzes am Arbeitsplatz“ und das Ziel
„Schützen und Erhalten der natürlichen Le-
bensgrundlagen“ für den Schutz des
Grundwassers. Das integrierte Arbeits-
und Umweltschutzmanagement wurde wei-
ter ausgebaut, gefestigt und in- und extern
publiziert. Herausgearbeitet wurde, dass
wissenschaftliches und betriebliches Mana-
gement bereits in Anlehnung an die inter-
nationale Norm DIN EN ISO 14001 für
Umweltmanagementverfahren arbeiten.
Aufgrund des „Gefahrenabwehrgesetzes
vom November 2000“ ordnete der Präsi-
dent die Notfallplanung neu. Als Teil des
Managementsystems unterliegt die TU der
relativ starken Eigen- und auch Fremdkon-
trolle durch Audits externer und interner
Fachkräfte im Arbeits- und Umweltschutz.
Um die Mitglieder und besonders die Stu-
dierenden weiter für den Umweltschutz zu
gewinnen, sprach der Präsident diese durch
die Campuszeitung, Aushänge und Flyer
an. Die Zahl der an der internen Weiterbil-
dung Teilnehmenden erhöhte sich trotz
des voranschreitenden Stellenabbaus.
Das Energiemanagement wurde weiter ver-
bessert und sparsamere Gebäudetechnik
eingebaut. Die Energieanalyse zeigt, dass
Zusammenfassung
Technische Universität Berlin
2

die hoch technisierten Gebäude TIB und
P-N den höchsten spezifischen und absolu-
ten Stromverbrauch haben und eine weite-
re Analyse lohnt. Der Stromverbrauch der
Universität stieg um 5,9 % gegenüber dem
Vorjahr an. Energieeinsparcontracting und
das Aktivieren verhaltensbezogener Spar-
potentiale soll zukünftig wieder auf Abnah-
men zielen. Die TU verbrauchte absolut
und auf die Fläche bezogen witterungs-
bereinigt 6,7 % weniger Heizenergie als im
Vorjahr. Der Trinkwasserverbrauch sinkt
weiter. Wir hoffen diesen Trend fortzuset-
zen, da die Abt. IV Kühlung mit Trinkwas-
ser bei Reparaturen, Nutzerwechsel, Ge-
bäudemodernisierung, Havarien und auf
Antrag demontiert. Abfall wurde durch
Einzelmaßnahmen besser erfasst und ge-
trennt. Umzüge und Raumaufgaben erzeu-
gen mehr Abfall, daher zeigen die zentra-
len Abfalldaten eine kleine Erhöhung der
Abfallmengen an. Das Jobticket soll mit
dem Maximalrabatt von 15 % auf Jahres-
abonnements zum 1.12.2003 eingeführt
sein. Ein Großteil der vorhandenen Gefahr-
stoffe ist im TU-weiten Verzeichnis erfasst
und dadurch die gesetzliche Vorschrift er-
füllt. So ist eine gute Übersicht für Anfra-
gen von Behörden und den internen Aus-
tausch vorhanden. Im Arbeitschutzgesche-
hen ist keine Änderung gegenüber dem
Vorjahr zu verzeichnen. Eine gute Über-
sicht für den Schutz von Grundwasser und
Boden bietet nunmehr das vollständige An-
lagenkataster mit ca. 50 Tankanlagen.
Die Fakultäten, Institute und Fachgebiete
berichteten beispielhaft sehr breitgefächer-
te Aktivitäten:
❍DieFakultätVIIIrichteteeinenFinanz-
fonds für Gesundheits-, Arbeits- und
Umweltschutzmaßnahmen ein.
❍DasOptischeInstitutersetzteeineAuf-
dampfanlage zur Herstellung von Me-
tallschichten, die sehr viel elektrische
Leistung und Kühlwasser verbrauchte,
durch eine effizientere Kleinanlage.
❍Belehrung und Einweisung ist Standard
im FG Lebensmittelverfahrenstechnik.
❍Sonderabfall im Labor des FG Lebens-
mittelqualität und Materialwissenschaft
wird durch Verfahrensumstellung ver-
mieden.
❍Durch Umzüge, Raumaufgaben und
Bauaktivitäten werden im FG Metalli-
sche Werkstoffe Gebäude besser ge-
nutzt und dadurch weniger Energie und
Wasser verbraucht.
❍Das Institut für Angewandte Geowis-
senschaften nahm die Chemikalien der
Laborbereiche in den Standorten Ernst-
Reuter-Platz und Ackerstrasse in das
TU-weite Verzeichnis mit einem ge-
meinsamen Zugriff für das Institut auf.
So soll der Gesamtbestand genutzt und
unnötige Doppeleinkäufe vermieden
werden.
❍Die Fakultät VII entlastet durch Um-
stellen von Photonasschemie auf rech-
nergestützte Verfahren die Umwelt.
❍Umweltschutz lebt durch das Engage-
ment einer Privatdozentin der Arbeits-
stelle für Semiotik, indem sie die öffent-
liche Bepflanzung pflegt.
❍Für das FG Bodenkunde entlasten die
umgesetzten Umweltschutzziele aus Be-
rufungsverhandlungen die Umwelt, Son-
derabfälle werden vermieden und der
Gefahrstoffeinsatz verringert.
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