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[en] (orig)
Umweltbericht
2003
Technische Universität Berlin
Verantwortung
für Gegenwart
und Zukunft
Inhalt
Inhalt U–I
Zum Geleit 1
Zusammenfassung 2
Umweltleitlinien für
Forschung, Lehre und Betrieb 4
1 Forschung, Lehre und Weiterbildung 6
Nachhaltige Forschung
und Lehre ausgewertet 6
Forschung 7
Lehre 9
Ziele mit Umweltbezug vereinbart 10
In- und Externe weitergebildet 11
2 Anwenden nachhaltiger
Forschung im Betrieb 12
3 Betrieb 12
Zentrale betriebliche Umweltziele,
Aktivitäten und ihre Bewertung 12
Integriertes Arbeits- und Umweltschutz-
management weiter ausgebaut 12
Verringern des Energie-, Wasser-
und Materialverbrauchs 17
Verbessern der Abfall-
erfassung und -trennung 22
Verringern des motorisierten
Individualverkehrs für Mitglieder
und Besucher der TU Berlin 23
Verbessern der technischen Sicherheit
und des Gesundheitsschutzes am
Arbeitsplatz 24
Schützen und Erhalten der
natürlichen Lebensgrundlagen 25
Dezentrale betriebliche Ziele und
Aktivitäten in den Fakultäten 25
Anhang A–1
Beispiele umweltbezogener und
nachhaltiger Forschung und Lehre A–1
Auswahl umweltbezogener
und nachhaltiger Forschungsprojekte A–1
Auswahl umweltbezogener
und nachhaltiger Lehrveranstaltungen A–3
Daten des Betriebs A–8
TU-Mitglieder und
Gesamtnutzfläche A–8
Verbrauch elektrischer
und Heizenergie A–8
Wasserverbrauch A–8
Abfallaufkommen A–9
Unfallgeschehen A–11
Impressum A–12
Organisation und Kernkennzahlen U–II
Abkürzungsverzeichnis U–II
Übersicht Stammgelände Rückseite
Technische Universität Berlin
U–I
Zum Geleit
Sehr geehrte Damen und Herren!
Gegenwart und Zukunft verantworten heißt für uns am Beispiel
der im Titelbild gezeigten Handydemontageanlage das nachhaltige
Nutzen von Altgeräten durch unseren Sonderforschungsbereich vor-
anzubringen. Die Demontage ist innerhalb einer zu schaffenden
Kreislaufwirtschaft Voraussetzung, um Produkte in mehreren Nut-
zungsphasen zu verwenden, Werkstoffe sortenrein zu verwerten
und Schadstoffe zu separieren.
Die Umweltleitlinien sollen ein Kernbegriff der universitären Dis-
kussion werden. Um dieses zu erreichen, nahmen wir im Berichts-
jahr das Umwelt- und Nachhaltigkeitsthema in die Zielvereinba-
rungen zur Entwicklung der Fakultäten auf, gaben eine breit ver-
teilte Broschüre „Verantwortung für Gegenwart und Zukunft
Das Arbeits- und Umweltschutzmanagementsystem der TU Ber-
lin“ heraus und sprachen Studierende mit neu erstellten Materiali-
en, die sich auf die Umweltleitlinen beziehen, an.
Die im Vorjahr begonnene systematische Auswertung unserer For-
schung und Lehre auf ihre Beiträge zu einer nachhaltigen Entwick-
lung wurde von den Leserinnen und Lesern angenommen. Bereits zum zweiten Mal werteten
wir unsere Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen systematisch auf ihre Beiträge zur Lö-
sung von Problemen einer nachhaltigen Entwicklung aus. Die errechneten Kennzahlen sowie
die beispielhaft dargestellten Projekte und Lehrveranstaltungen stellen die Leistung der TU Ber-
lin für die Gesellschaft transparent dar.
Für den Großbetrieb TU bewerten wir zunehmend die mit Kennzahlen dargestellten umweltbe-
zogenen Ergebnisse und benennen Schwachstellen. Dies sowohl der Glaubwürdigkeit wegen
wir glauben auch genug „gute Taten“ vorzuweisen –, als auch um die Beschäftigten und Verant-
wortlichen zentral und in den Fakultäten zu eigenen Aktivitäten im Sinne einer nachhaltigen
Universität anzuregen. Die im Vorjahr ausgeschriebenen Energiesparpartnerschaften gaben wir
für die genannten Gebäude in Auftrag. Sie werden zu Kosten- und Energieeinsparungen führen.
Die Berichte aus den Fakultäten, Instituten und Fachgebieten zeigen beispielhaft die Vielfalt der
unterschiedlichen Aktivitäten auf. Wir danken den Berichtenden in den Wissenschaftlichen Ein-
richtungen für Ihre Beiträge.
Prof. Dr. Kurt Kutzler
Präsident der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 2003
1
Lehre und Forschung
Der diesjährige Umweltbericht enthält
zum zweiten Mal eine vollständige Auswer-
tung sämtlicher Forschungsprojekte und
Lehrveranstaltungen aus dem Berichtszei-
traum im Hinblick auf ihren Beitrag zur
nachhaltigen Entwicklung. Hierzu wurden
mit den drei Hauptdimensionen von Nach-
haltigkeit „wirtschaftlich“, „umweltbezo-
gen“ und „sozial“ die vier Kategorien
U–Umweltbezogen
UW Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem Bezug
US Umweltbezogen mit sozialem Be-
zug und
UWS Umweltbezogen mit wirtschaft-
lichem und sozialem Bezug
gebildet und die Forschungsprojekte bzw.
Lehrveranstaltungen entsprechend ausge-
wertet. Im Vergleich zum Vorjahr wurde
die Auswertesystematik u. a. durch das
Hinzunehmen neuer Suchbegriffe verfei-
nert.
Im Ergebnis haben 7 % der Forschungspro-
jekte einen expliziten Bezug zur Umwelt,
der Schwerpunkt des Angebots (48 %)
liegt in der Kategorie „Umweltbezogen mit
wirtschaftlichem Bezug“, 36 % der Projek-
te sind (nur) „Umweltbezogen“ und 13 %
sind „Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem und sozialem Bezug“. Im Bereich der
Lehre haben 6 % der Lehrveranstaltungen
einen expliziten Bezug zur Umwelt. Der
Schwerpunkt des Angebots liegt mit 42 %
in der Kategorie „Umweltbezogen mit wirt-
schaftlichem Bezug“, gefolgt von (nur)
„Umweltbezogen“ mit 28 % und „Umwelt-
bezogen mit wirtschaftlichem und sozia-
lem Bezug“ mit 13 %.
Ca. 70 % des Angebots in Forschung und
Lehre mit Nachhaltigkeitsbezug wird von
den Fakultäten III, V und VII erbracht, die
auch federführend an Fakultätsübergreifen-
den Forschungsprojekten beteiligt sind.
Hervorzuheben sind hier der Sonderfor-
schungsbereich „Demontagefabriken zur
Rückgewinnung von Ressourcen in Pro-
dukt- und Materialkreisläufen“, die For-
schergruppe „Interurban-Systemverständ-
nis: Wasser- und Stoffdynamik urbaner
Standorte“ sowie der Forschungsschwer-
punkt „Wasser in Ballungsräumen“, der an
der Gründung des „Kompetenzzentrums
Wasser Berlin“ beteiligt ist. Zusammenfas-
sende Teile der Auswertung mit Beispielen
sind in diesem Bericht aufgeführt, im Inter-
net ist eine vollständige Auflistung aller Er-
gebnisse bereit gestellt.
Betrieb
Die zentral formulierten Ziele des Vorjah-
res werden weiter verfolgt und mit neuen
Aktivitäten verwirklicht. Neu aufgestellt
wurden das Ziel „Verbessern der techni-
schen Sicherheit und des Gesundheits-
schutzes am Arbeitsplatz“ und das Ziel
„Schützen und Erhalten der natürlichen Le-
bensgrundlagen für den Schutz des
Grundwassers. Das integrierte Arbeits-
und Umweltschutzmanagement wurde wei-
ter ausgebaut, gefestigt und in- und extern
publiziert. Herausgearbeitet wurde, dass
wissenschaftliches und betriebliches Mana-
gement bereits in Anlehnung an die inter-
nationale Norm DIN EN ISO 14001 für
Umweltmanagementverfahren arbeiten.
Aufgrund des „Gefahrenabwehrgesetzes
vom November 2000 ordnete der Präsi-
dent die Notfallplanung neu. Als Teil des
Managementsystems unterliegt die TU der
relativ starken Eigen- und auch Fremdkon-
trolle durch Audits externer und interner
Fachkräfte im Arbeits- und Umweltschutz.
Um die Mitglieder und besonders die Stu-
dierenden weiter für den Umweltschutz zu
gewinnen, sprach der Präsident diese durch
die Campuszeitung, Aushänge und Flyer
an. Die Zahl der an der internen Weiterbil-
dung Teilnehmenden erhöhte sich trotz
des voranschreitenden Stellenabbaus.
Das Energiemanagement wurde weiter ver-
bessert und sparsamere Gebäudetechnik
eingebaut. Die Energieanalyse zeigt, dass
Zusammenfassung
Technische Universität Berlin
2
die hoch technisierten Gebäude TIB und
P-N den höchsten spezifischen und absolu-
ten Stromverbrauch haben und eine weite-
re Analyse lohnt. Der Stromverbrauch der
Universität stieg um 5,9 % gegenüber dem
Vorjahr an. Energieeinsparcontracting und
das Aktivieren verhaltensbezogener Spar-
potentiale soll zukünftig wieder auf Abnah-
men zielen. Die TU verbrauchte absolut
und auf die Fläche bezogen witterungs-
bereinigt 6,7 % weniger Heizenergie als im
Vorjahr. Der Trinkwasserverbrauch sinkt
weiter. Wir hoffen diesen Trend fortzuset-
zen, da die Abt. IV hlung mit Trinkwas-
ser bei Reparaturen, Nutzerwechsel, Ge-
bäudemodernisierung, Havarien und auf
Antrag demontiert. Abfall wurde durch
Einzelmaßnahmen besser erfasst und ge-
trennt. Umzüge und Raumaufgaben erzeu-
gen mehr Abfall, daher zeigen die zentra-
len Abfalldaten eine kleine Erhöhung der
Abfallmengen an. Das Jobticket soll mit
dem Maximalrabatt von 15 % auf Jahres-
abonnements zum 1.12.2003 eingeführt
sein. Ein Großteil der vorhandenen Gefahr-
stoffe ist im TU-weiten Verzeichnis erfasst
und dadurch die gesetzliche Vorschrift er-
füllt. So ist eine gute Übersicht für Anfra-
gen von Behörden und den internen Aus-
tausch vorhanden. Im Arbeitschutzgesche-
hen ist keine Änderung gegenüber dem
Vorjahr zu verzeichnen. Eine gute Über-
sicht für den Schutz von Grundwasser und
Boden bietet nunmehr das vollständige An-
lagenkataster mit ca. 50 Tankanlagen.
Die Fakultäten, Institute und Fachgebiete
berichteten beispielhaft sehr breitgefächer-
te Aktivitäten:
DieFakultätVIIIrichteteeinenFinanz-
fonds r Gesundheits-, Arbeits- und
Umweltschutzmaßnahmen ein.
DasOptischeInstitutersetzteeineAuf-
dampfanlage zur Herstellung von Me-
tallschichten, die sehr viel elektrische
Leistung und Kühlwasser verbrauchte,
durch eine effizientere Kleinanlage.
Belehrung und Einweisung ist Standard
im FG Lebensmittelverfahrenstechnik.
Sonderabfall im Labor des FG Lebens-
mittelqualität und Materialwissenschaft
wird durch Verfahrensumstellung ver-
mieden.
Durch Umzüge, Raumaufgaben und
Bauaktivitäten werden im FG Metalli-
sche Werkstoffe Gebäude besser ge-
nutzt und dadurch weniger Energie und
Wasser verbraucht.
Das Institut für Angewandte Geowis-
senschaften nahm die Chemikalien der
Laborbereiche in den Standorten Ernst-
Reuter-Platz und Ackerstrasse in das
TU-weite Verzeichnis mit einem ge-
meinsamen Zugriff für das Institut auf.
So soll der Gesamtbestand genutzt und
unnötige Doppeleinkäufe vermieden
werden.
Die Fakultät VII entlastet durch Um-
stellen von Photonasschemie auf rech-
nergestützte Verfahren die Umwelt.
Umweltschutz lebt durch das Engage-
ment einer Privatdozentin der Arbeits-
stelle für Semiotik, indem sie die öffent-
liche Bepflanzung pflegt.
Für das FG Bodenkunde entlasten die
umgesetzten Umweltschutzziele aus Be-
rufungsverhandlungen die Umwelt, Son-
derabfälle werden vermieden und der
Gefahrstoffeinsatz verringert.
Umweltbericht 2003
3
Der Akademische Senat der TU Berlin be-
schloss am 12. November 1997 einstimmig
Umweltleitlinien für die Technische Uni-
versität Berlin. Am 10. Dezember 1997
stimmte auch das Kuratorium der Techni-
schen Universität Berlin den Umweltleitli-
nien zu. Damit bekennen die Universitäts-
leitung und die Universitätsangehörigen al-
ler Statusgruppen die Universität umwelt-
orientiert zu entwickeln. Mit der Anwen-
dung der Leitlinien will die Universität ih-
rer gesellschaftlichen Vorbildfunktion
nachkommen.
Der Akademische Senat und das TU- Präsi-
dium fordern damit die Mitglieder in den
Wissenschafts- und Betriebsbereichen der
TU Berlin auf, bei der Umsetzung der Um-
weltleitlinien in Lehre, Forschung und Be-
trieb aktiv mitzuarbeiten. Das tägliche
Handeln und die Entscheidungen an jedem
Arbeitsplatz sollen von dem Bewusstsein
der Leitlinien beeinflusst sein. Ziel ist letzt-
endlich, eine breite Integration des Um-
weltschutzes zu erreichen.
Präambel
Die Technische Universität Berlin sieht
sich aufgrund der globalen Umweltsituati-
on dem Grundsatz der nachhaltigen Ent-
wicklung verpflichtet:
Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Deve-
lopment) ist eine Entwicklung, die die Be-
dürfnisse heutiger Generationen befriedigt,
ohne zu riskieren, dass künftige Generatio-
nen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen kön-
nen. (World Commission on Environment
and Development, Our Common Future
[Brundtland-Bericht], 1987)
Die Universität trägt eine besondere gesell-
schaftliche Verantwortung, da sie zukünfti-
ge Entscheidungsträger/innen unserer Ge-
sellschaft ausbildet und prägt. Sie hat damit
eine Multiplikatorfunktion dieses ist Ver-
antwortung und Chance zugleich. Da wis-
senschaftliche Forschung Auswirkungen
auf Mensch und Natur hat, trägt die Wis-
senschaft eine besondere Verantwortung
für ihre Forschungsziele und -ergebnisse.
Die Technische Universität Berlin stellt
sich mit ihrem breiten Fächerspektrum
und den interdisziplinären Möglichkeiten
der ökologischen Herausforderung durch
die Entwicklung einer umweltgerechten
und umweltvernetzten Wissenschaft, um
so eine langfristige Entwicklung einzulei-
ten (Sustainable Development).
Mit ihren ca. 36.000 Mitgliedern und dem
damit verbundenen Energie- und Stoffum-
satz ist die Technische Universität Berlin
mit einem großen Wirtschaftsunternehmen
vergleichbar. Die durch den Universitätsbe-
trieb entstehenden erheblichen Umweltbe-
lastungen gilt es zu minimieren.
Zur Verdeutlichung der Verantwortung für
die Ausbildung zukünftiger Generationen
und zur Förderung des universitären Um-
weltbewusstseins und Umwelthandelns in
Lehre, Forschung und in der betrieblichen
Praxis billigt die Technische Universität
Berlin die CRE-Charta for Sustainable De-
velopment (CRE-COPERNICUS: The
University Charta for Sustainable Develop-
ment, 1994) und legt die folgenden Um-
weltleitlinien fest:
Leitlinien
Q
Der Schutz und Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen im Rahmen einer
nachhaltigen Entwicklung ist vorrangi-
ges Ziel unserer Universität in For-
schung, Lehre und Betrieb. Der Auftrag
ist die dafür nötige fachübergreifende
Erarbeitung von Grundlagenwissen
zum Umweltschutz sowie der Wissen-
stransfer in alle Bereiche der Gesell-
schaft und in die interne Praxis.
R
Wir fördern das Umweltbewusstsein al-
ler Mitglieder der Universität. Umwelt-
schutz ist ein festes Element in unseren
Lehr- und Studienangeboten und der
Forschung. Die Studierenden und Be-
schäftigten werden so aus- und weiterge-
bildet, dass sie ihre berufliche Tätigkeit
im Bewusstsein ihrer Verantwortung
für die Umwelt ausüben.
Umweltleitlinien für Forschung, Lehre und Betrieb
Technische Universität Berlin
4
S
Forschung und Lehre betreiben wir un-
ter Umweltschutzaspekten. Ver-
suche und Technologien untersuchen
wir vorsorgend auf mögliche Umweltbe-
lastungen. Die Fakultäten und die fakul-
tätsübergreifenden Einrichtungen der
Universität fördern wissenschaftliche
Arbeiten im Umweltbereich sowie die
Vernetzung und interdisziplinäre Bear-
beitung von umweltrelevanten Fragen
in Forschung und Lehre. Wir entwik-
keln unsere Universität entsprechend
den Handlungsprinzipien der CRE-
Charta (Hochschulcharta für nachhalti-
ge Entwicklung).
T
Unsere Universität strebt den intensi-
ven Austausch mit anderen Hochschu-
len zur Förderung des Umweltschutzge-
dankens an. Durch gezielte Zusammen-
arbeit in Forschung, Lehre und Betrieb
auf nationaler und internationaler Ebe-
ne stellen wir uns der globalen Verant-
wortung für Umwelt und nachhaltige
Entwicklung.
U
Wir setzen den Umweltschutz an unse-
rer Universität ressortübergreifend um,
so dass sowohl Verwaltung als auch Fa-
kultäten in Umweltschutz-
angelegenheiten ihre Verantwortung
wahrnehmen und kooperieren. Durch
den umweltschonenden Einsatz der
bestvergbaren Techniken erreichen
wir eine kontinuierliche Verbesserung
unseres betrieblichen Umweltschutzes.
Bei zukünftigen Investitionen und An-
schaffungen der Universität werden wir
die Umweltauswirkungen im voraus in
Betracht ziehen und den umweltgerech-
ten Varianten den Vorzug geben.
V
Mit Ressourcen (Rohstoffe, Energie,
Wasser) gehen wir sparsam um. Um-
weltbelastungen wie Abluft, rm, Ab-
fälle und Abwasser reduzieren wir auf
ein wirtschaftlich vertretbares Mindest-
maß. Der Senkung des Materialeinsat-
zes und der Wiederverwertung von Ma-
terialien geben wir den Vorrang vor der
Entsorgung.
W
Von unseren Lieferanten/innen und
Dienstleistenden erwarten wir das Ein-
halten der gleichen Umweltmaßstäbe,
wiewirsiefürunsgesetzthaben.Wir
wirken auf unsere Geschäftspartner/in-
nen ein, um eine ökologische Verbesse-
rung der von ihnen bezogenen Waren
und Dienstleistungen zu erreichen. Wir
bevorzugen soweit wie möglich Liefe-
ranten/innen, die nach EG-Öko-Audit-
verordnung oder ISO (International
Standard Organization) 14001 zertifi-
ziert sind.
X
Gesetzliche Vorgaben und behörd-
liche Auflagen zum Umweltschutz
sehen wir als einzuhaltende Mindest-
standards an, die nach glichkeit über-
boten werden sollen. Nicht gesetzlich
Geregeltes wird in eigener Verantwor-
tung ausgefüllt. Regelmäßige Öko-Au-
dits gewährleisten, dass wir künftig die
Vorgaben, Auflagen und universitätsin-
ternen Anordnungen zum Umwelt-
schutz einhalten.
Y
Unsere Universität führt einen offenen
Dialog und betreibt gezielte Öffentlich-
keitsarbeit. Damit ist gewährleistet, dass
die Umsetzung der hochschulinternen
Umweltpolitik öffentlich transparent
und bewertbar wird.
Die Umweltleitlinien sind regelmäßig Teil des Umweltberichts.
Dieser wird über das Kuratorium hinaus wie folgt verteilt:
Intern: Alle Hochschullehrende, Geschäftsführende
Direktoren (GD), Zentrale Einrichtungen (ZE),
ZUV-Abteilungen und -Referate, Auszubildende,
Fakultäten, Fakultätsreferenten für Arbeits- und
Umweltschutz, Dezentrale Sicherheits- und Um-
weltbeauftragte (SB-DUB), Universitätsbibliothek
(UB), Mitglieder des Akademischen Senats(AS), der
Entwicklungs- und Planungskommission (EPK), der
Forschung und Nachwuchs Kommission (FNK),
der Kommission für Bibliothekswesen, Ausschuss
für Arbeits- Umweltschutz (AUSA), wiederholte
Auslage in Fluren des Hauptgebäudes;
Extern: Presseverteiler, Industrie- und Handelskam-
mer, Berliner Hochschulen, Bundesweite Hochschu-
len, HIS GmbH, Umweltbundesamt (UBA), Partei-
envertreter EU in Berlin; Einzelverteilung bei Wei-
terbildungsveranstaltungen, Erstsemestertag und auf
Anfrage In- und Externer, Internet auf Sicherheits-
technische Dienste und Umweltschutz (SDU)-Ho-
mepage, Hinweis auf zwei hochschulbezogenen Mai-
linglisten.
Darüber hinaus liegen die Umweltleitlinien als mehr-
sprachige Broschüre vor der Pressestelle aus.
Umweltbericht 2003
5
1Forschung, Lehre und Weiterbildung
ZumAufgabenspektrumvielerFachgebiete
der TU Berlin, insbesondere in den Inge-
nieur-, Planungs- und Naturwissenschaf-
ten, gehört das Erarbeiten von Antworten
auf umweltrelevante Fragestellungen. In
den Umweltberichten der Jahre 1998, 2001
und 2002 wurden die zentralen Aktivitäten
und die Instrumentarien zur infrastruktu-
rellen Förderung der Umweltforschung de-
tailliert beschrieben. Da diese Berichte im
Internet verfügbar sind (http://www.tu-ber-
lin.de/zuv/sdu/UWS/Umweltbericht.htm)
unddiedortgetroffenenAussagennach
wie vor ihre Gültigkeit besitzen, verzichten
wirandieserStelleaufeineerneuteWieder-
holung der ausführlichen Darstellung, stel-
len allerdings ausgewählte Elemente erneut
dar.
Das Kapitel gliedert sich wie folgt: Nach ei-
nersummarischenDarstellungderAuswer-
temethodik erfolgt in Abschnitt 1.1.1 eine
Darstellung von Forschungsprojekten mit
Nachhaltigkeitsbezug und eine Auswer-
tung aller Forschungsprojekte mit Umwelt-
und Nachhaltigkeitsbezug sowie in Ab-
schnitt 1.1.2 eine Auswertung über Lehr-
veranstaltungen mit Umwelt- und Nachhal-
tigkeitsbezug. Neu im Berichtszeitraum
hinzugekommen sind die zwischen den
Präsidenten und den Fakultäten geschlosse-
nen Zielvereinbarungen, die die „Umwelt“
und „Nachhaltigkeit“ als Querschnittsthe-
ma enthalten und zu einer weiteren Kon-
kretisierung der in den Umweltleitlinien ge-
nannten Politik führen sollen. Abschnitt
1.2 führt die in diesem Zusammenhang rele-
vanten Teile der Zielvereinbarungen, die
gleichzeitig einen Ausblick auf die künftige
Entwicklung von Forschung und Lehre an
der TU Berlin bieten, auf. Abschließend er-
folgt im Abschnitt 1.3 eine Darstellung der
Aktivitäten im Bereich der Weiterbildung.
1.1 Nachhaltige Forschung
und Lehre ausgewertet
Für den diesjährigen Umweltbericht ist die
in letztem Jahr erstmals praktizierte Dar-
stellung erneut angewendet worden. Ein
Ziel im Sinne der Umweltleitlinien ist es,
eine jahresaktuelle Übersicht über die
durchgeführten Forschungsprojekte und
die Lehrveranstaltungen unter den Ge-
sichtspunkten der nachhaltigen und um-
weltbezogenen Entwicklung herzustellen.
Dazu wurden die Forschungsdatenbank
(http://www.tu-berlin.de/zuv/IIIC/for-
dat/) und das Vorlesungsverzeichnis aus
dem Wintersemester 2002/2003 und dem
Sommersemester 2003 (http://www.tu-ber-
lin.de/vv/recherche/) im Hinblick auf ihre
Beiträge für eine nachhaltige und umwelt-
bezogene Entwicklung ausgewertet. Dabei
wurden die drei Hauptdimensionen von
Nachhaltigkeit „Wirtschaftlich, Umweltbe-
zogen, Sozial“ verwendet um die vier Kate-
gorien U „Umweltbezogen“, UW „Um-
weltbezogen mit wirtschaftlichen Bezug“,
US „Umweltbezogen mit Sozialem Bezug“
und UWS „Umweltbezogen mit wirtschaft-
lichem und sozialem Bezug“ zu bilden.
Die Methodik wurde im Vergleich zum
Vorjahru.a.durchdasHinzunehmenneu-
er Suchbegriffe verfeinert. Die Ergebnisse
der Auswertung wurden den Fakultäten
und sämtlichen Fachgebieten im August
mitgeteilt, die nachfolgend genannten Er-
gänzungen und Korrekturen wurden im Be-
richt berücksichtigt. Diese Systematik wer-
tet die Drittmittelprojekte aus, die in der
Forschungsdatenbank geführt sind. Ande-
re Aktivitäten wie Veröffentlichungen oder
aus der Grundausstattung finanzierte Pro-
jekte werden so nicht erfasst. Die ausführli-
che Darstellung der Systematik und mtli-
che Ergebnisse sind im Internet (http://
www.tu-berlin.de/zuv/sdu/UWS/Umwelt-
bericht.htm) abrufbar und schaffen eine
transparente Darstellung der Leistungsfä-
higkeit der Universität für die Gesellschaft.
Ein weiteres Ziel besteht darin, das Ange-
botderUniversitätinForschungundLeh-
Technische Universität Berlin
6
re im Sinne der Umweltleitlinien auszubau-
en und zusätzliche Anreize zur Integration
umweltrelevanter und nachhaltiger The-
menstellungen zu schaffen.
1.1.1 Forschung
Forschungsprojekte mit Nachhaltig-
keitsbezug arbeiten disziplinübergrei-
fend
Ein herausragendes Beispiel für interdiszi-
plinäre, fakultätsübergreifende Projekte
mit „Umwelt- und Wirtschaftsbezug“ ist
der von der Deutschen Forschungsgemein-
schaft finanzierte Sonderforschungsbereich
(Sfb) „Demontagefabriken zur Rückgewin-
nung von Ressourcen in Produkt- und Mate-
rialkreisläufen“ (Sprecher: Prof. Seliger).
Der Sfb 281, eingerichtet 1995, beschäftigt
sich im Schwerpunkt mit der Entwicklung
von Technologien zur sortengerechten Ent-
sorgung und Wiederverwendung von Kom-
ponenten von ausgedienten technischen
Konsumgeräten, vor allem Haushaltsgroß-
geräten.DerSfbwurdedurchdieDFGim
Jahr 2003 evaluiert, eine Entscheidung über
die Förderung der letzten Phase steht noch
aus. Das Foto rechts oben zeigt eine Han-
dydemontageanlage, die im Rahmen des
Sfb entwickelt wurde. Weltweit wurden im
Jahr 2002 über 400 Millionen Mobilfunkge-
räte verkauft. Der Innovationszyklus ist
kurz und besonders in den Industrielän-
dern landen eine Vielzahl veralteter, aber
noch funktionsfähiger Handys im Müll.
Prognosen belegen, dass bis zum Jahr 2005
rund 35 Millionen gebrauchte Handys in
Dritte-Welt- und Schwellenländern benö-
tigt werden. Die Handydemontageanlage
ermöglicht die nachhaltige Nutzung von
Altgeräten.
Im Berichtszeitraum weitergeführt wurde
außerdem die von der Deutschen For-
schungsgemeinschaft im Jahr 2001 neu ein-
gerichtete Forschergruppe „INTERUR-
BAN-Systemverständnis: Wasser- und Stoff-
dynamik urbaner Standorte“ (Sprecher:
Prof. Wessolek). Das Spektrum der betei-
ligten Fachgebiete der TU und FU umfasst
die Bodenkunde, Mikrobiologie, Geophy-
sik, Umweltchemie und Abwasserreini-
gung.HauptzielderForschergruppeistes,
die Umsetzungsprozesse auf urbanen
Standorten zu charakterisieren und den
Stofftransport zu bestimmen. Stadtböden
besitzen meistens ein vergleichsweise gerin-
ges Alter, haben eine große Entwicklungs-
dynamik und sind durch eine hohe klein-
räumige Variabilität gekennzeichnet. Gera-
de die letzten beiden Punkte sind bisher
nur unzureichend untersucht worden. Ein
aktuelles Beispiel aus diesem Forschungs-
bereich ist die Untersuchung des Fugenma-
terials der Berliner Straßen (siehe Foto un-
ten) aus der Arbeitsgruppe von Prof. Wes-
solek, die im Rahmen des Graduiertenkol-
legs „Stadtökologische Perspektiven einer eu-
ropäischen Metropole das Beispiel Berlin“
vorgenommen wurde. Unter anderem wur-
Automatische Handydemontageanlage, entwickelt im Rahmen des
SFB 281 (Foto: Basdere, TU Berlin)
Straßenfugen beeinflussen die Qualität des Trinkwassers
(Foto: Nehls, TU Berlin)
Umweltbericht 2003
7
de ermittelt, dass der „Ritzendreck Schad-
stoffe aus dem Autoverkehr gezielt zurück-
halten kann.
Die TU-interne Forschungsförderung hat
insbesondere durch das Instrument der
„Fakultätsübergreifenden Forschungsschwer-
punkte“ (FSP) zu einer Förderung zahlrei-
cher Vorhaben im Bereich der Umweltfor-
schung geführt und die Drittmittelbilanz
verbessert.
Ein herausragendes Beispiel ist der im Jahr
2000 eingerichtete Fakultätsübergreifende
Forschungsschwerpunkt „Wasser in Ballungs-
räumen“ (Sprecher: Prof. Jekel), der im Be-
richtsraum weitergeführt wurde. Im Be-
reich Wasser besteht hier eine besondere
Chance für die TU, mit ihren wissenschaft-
lichen Kompetenzen, den vorhandenen
Ressourcen und den bereits bestehenden
nationalen und internationalen Kooperati-
ons-Netzwerken einen wichtigen Beitrag
für das Land Berlin und die Region zu lei-
sten, was sich bereits jetzt in der Grün-
dung des „Kompetenzzentrums Wasser
Berlin“ (KWB) erkennen lässt. Ziel des
FSP ist die Weiterentwicklung der fachü-
bergreifenden wissenschaftlichen Bearbei-
tung von Themenkomplexen, in denen die
TU spezifische Kompetenzen aufweist. Da-
bei sollen vor allem methodische Grundla-
gen erarbeitet werden, um den Umgang
mit Wasser im Sinne einer nachhaltigeren
und zukunftsfähigeren Bewirtschaftung zu
verändern und die stetig wachsenden Um-
weltprobleme urbaner Räume, die immer
auch den Bereich Wasser tangieren, sinn-
voll und nachhaltig zu lösen. Ein besonde-
res Gewicht wird dabei auch der hohen Be-
deutung von Wasserressourcen auf interna-
tionaler Ebene, insbesondere in Schwellen-
und Entwicklungsländern, und dem beson-
deren Bedarf an angepassten Lösungen bei-
gemessen werden. Detaillierte Informatio-
nenfindenSieunterhttp://www.Fsp-Wib.
TU-berlin.de.
Ein weiteres Beispiel ist der im September
1997 eingerichtete FSP „Biotechnologie-
Zentrum“, der im Berichtszeitraum weiter-
geführt wurde und unter anderem auch im
Bereich Umweltbiologie Aktivitäten
entwickelt hat.
Modell des ersten Watergy-Prototypen als Kombination eines Ge-
wächshauses mit Auftriebsturm und innen liegendem Kühlschacht
(Bild: Buchholz, TU Berlin)
Kategorie Fakultät Andere Summe
12345678 absolutprozentual
Umweltbezogen 06 90 01280 1 45 36%
Umweltbezogen mit
wirtschaftlichem Bezug
00254212 53 1 61 48%
Umweltbezogen mit
sozialem Bezug
0 0 00 00 40 0 4 3%
Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem und sozialem Bezug
00 20 30 91 1 16 13%
Summe absolut 0 6 36 4 24 3 46 4 3 126 100%
prozentual 0% 5% 29% 3% 19% 2% 37% 3% 2% 100%
Tab. 1: Forschungsprojekte mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug
Technische Universität Berlin
8
Der Schwerpunkt „Nachhaltige Entwick-
lung“ ist einer der vier Themenschwer-
punkte des „Zentrum für Technik und Ge-
sellschaft“ und besitzt einen besonderen
Umweltbezug. Weitere Informationen sind
unter http://www.ztg.tu-berlin.de abrufbar.
Über die Form der Weiterführung dieses
Forschungsschwerpunktes entscheidet der
Akademische Senat im WS 2003/2004.
Im Berichtsraum neu hinzugekommen ist
ein Forschungsprojekt, das sich mit der
Entwicklung eines neuen Feuchtluft-Son-
nenkollektorsystems zur Raumklimatisie-
rung, Wärmeenergiegewinnung und Was-
seraufbereitung beschäftigt (Foto S. 8).
Das Projekt wird durch das 5. Rahmenpro-
gramm der Europäischen Union gefördert
und in der TU Berlin in der Fakultät VII
von Prof. Steffan am Fachgebiet Gebäude-
technik und Entwerfen durchgeführt. Im
Rahmen des Projekts entstehen in Berlin
und der spanischen Stadt Almeria zwei un-
terschiedliche Prototypen, welche die je-
weils spezifischen Anwendungsbereiche
der Architektur und des Gewächshausgar-
tenbaus verfolgen und die den Einsatz in
verschiedenen Klimazonen berücksichtigen.
Nachhaltigkeit der
Forschung ausgewertet
Die TU Berlin verzeichnet 10.189 Projekte
in der Forschungsdatenbank. Von diesen
Projekten arbeiten 1.730 Projekte über den
30.9.2002 hinaus. Davon beziehen sich ins-
gesamt 126 Projekte (d. h. 7,2 %) explizit
auf „Umwelt und Nachhaltigkeit“, sie sind
den Kategorien U, UW, US oder UWS zu-
geordnet. Die Verteilung der Forschungs-
projekte mit Umwelt- und Nachhaltigkeits-
bezug auf die Fakultäten zeigt Grafik 1.
Von den 126 Forschungsprojekten mit
Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug bezie-
hen sich 61 (d. h. 48 %) auf „Umwelt und
Wirtschaft“ (siehe Summe Kategorie UW).
Diese Kategorie stellt den Schwerpunkt im
Angebot dar und ist durch das anwen-
dungsorientierte Profil der TU Berlin be-
dingt. 85 % der Forschungsprojekte mit
Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug betrei-
ben die Fakultäten III, V und VII, die sich
auch maßgeblich an den oben beschriebe-
nen fakultätsübergreifenden Forschungs-
vorhaben beteiligen. Im Vergleich zum
Vorjahr kamen 16 Forschungsprojekte mit
Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug hinzu.
1.1.2 Lehre
Nachhaltigkeit der
Lehre ausgewertet
Die Auswertung der Vorlesungsverzeich-
nisse der beiden zurückliegenden Semester
wurde analog zum Abschitt „Forschung“
durchgeführt. Insgesamt führte das Vorle-
sungsverzeichnis 8.241 Lehrveranstaltun-
gen auf. Davon bezogen sich 468 (5,7 %)
auf „Umwelt und Nachhaltigkeit“. Im Ver-
gleich zum Vorjahr erhöhte sich die Ge-
samtzahl aller Lehrveranstaltungen mit ei-
nem Bezug zu „Umwelt und Nachhaltig-
keit um 37 Lehrveranstaltungen.
DieSchwerpunkteimAngebotanLehrver-
anstaltungen mit Umwelt- und Nachhaltig-
0
5
10
15
20
25
30
35
40
Fak. 1 Fak. 2 Fak. 3 Fak. 4 Fak. 5 Fak. 6 Fak. 7 Fak. 8 Andere
Kat. U
Kat. UW
Kat. US
Kat. UWS
Anzahl
Grafik 1: Forschungsprojekte mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug
im Berichtszeitraum
Die vier Kategorien für Forschungspro-
jekte und Lehrveranstaltungen mit Um-
welt- und Nachhaltigkeitsbezug:
U–Umweltbezogen
UW Umweltbezogen mit wirt-
schaftlichem Bezug
US Umweltbezogen mit sozialem
Bezug
UWS Umweltbezogen mit wirt-
schaftlichem und sozialem
Bezug
Umweltbericht 2003
9
keitsbezug liegen in den Fakultäten III und
VII. Zusammen erbringen beide Fakultäten
70 % des relevanten Lehrangebots der TU
Berlin. Das Lehrangebot gehört im wesent-
lichen zu den Studiengängen des Techni-
schen Umweltschutzes der Fakultät III
und zu den Studiengängen der Landschafts-
planung, der Stadt- und Regionalplanung
und der Architektur der Fakultät VII. Von
den 468 Lehrveranstaltungen mit Umwelt-
und Nachhaltigkeitsbezug haben 198 (d. h.
42 %) einem Bezug zur Umwelt und zur
Wirtschaft (siehe Summe Kategorie UW).
Diese Kategorie stellt den Schwerpunkt im
Angebot dar und ist durch das anwen-
dungsorientierte Profil der TU Berlin be-
dingt. Die Verteilung der Lehrveranstaltun-
gen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbe-
zug auf die Fakultäten zeigt Grafik 2.
1.2 Ziele mit Umweltbezug
vereinbart
Das Kuratorium hatte in seinem Beschluss
(A 034/02) den Präsidenten beauftragt „die
Umweltleitlinien zu einem Kernbegriff der
universitären Diskussion zu machen“, damit
sich alle Universitätsmitglieder mit den Zie-
len der Umweltschutzleitlinien und der
Nachhaltigen Entwicklung identifizieren
und aktiv zu ihrer Umsetzung beitragen.
Im Rahmen der Zielvereinbarungen zwi-
schendemPräsidentenunddenFakultäten
wurde die Umsetzung der Umweltleitlini-
en in einzelnen Vereinbarungsteilen kon-
kretisiert. Dabei ist die Nachhaltigkeit ein
Querschnittsthema, das u. a. die Bereiche
Forschung, Lehre und Nachwuchsförde-
rung tangiert.
Die Konzeptentwicklung neuer For-
schungsschwerpunkte ist mit den Fakultä-
ten V und VI vereinbart worden. Dabei sol-
len die Anträge „Verkehrssystemtechnik
zur nachhaltigen Entwicklung zukünftiger
Mobilität“ (Fakultät V) und „Infrastruktur
in Ballungsräumen“ (Fakultät VI) ausgear-
beitet werden. Im Bereich der Lehre wur-
den die Konzeptentwicklung eines Bache-
lor-/Masterstudiengangs „Regenerative
Energien“ mit der Fakultät III sowie der
Entwurf eines internationalen Masterstudi-
engangs „Urbane Ökologie“ mit der Fakul-
tät VII vereinbart. Im Bereich der Nach-
wuchsförderung wurde die Erarbeitung ei-
nes Antrags für ein internationales Gradu-
Kategorie Fakultät Andere Summe
1 2 3 4 5 6 7 8 absolut prozentual
Umweltbezogen 0 3 37 1 0 7 82 0 0 130 28%
Umweltbezogen mit
wirtschaftlichem Bezug
0 3 114 14 19 16 17 15 0 198 42%
Umweltbezogen mit
sozialem Bezug
3 4 16 2 24 1 24 3 0 77 16%
Umweltbezogen mit wirtschaftli-
chem und sozialem Bezug
5111082248 4 63 13%
Summe absolut 8 11 178 17 51 26 147 26 4 468 100%
prozentual 2% 2% 38% 4% 11% 6% 31% 6% 1% 100%
Tab. 2: Lehrveranstaltungen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug im Wintersemester 2002/03
und Sommersemester 2003
0
11
22
33
44
55
65
76
87
98
109
120
Fak. 1 Fak. 2 Fak. 3 Fak. 4 Fak. 5 Fak. 6 Fak. 7 Fak. 8 Andere
Kat. U
Kat. UW
Kat. US
Kat. UWS
Anzahl
Grafik 2: Lehrveranstaltungen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbezug
im Wintersemester 2002/03 und Sommersemester 2003
Technische Universität Berlin
10
iertenkolleg („Transatlantisches Graduier-
tenkolleg Berlin-New York: Geschichte
und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhun-
dert“) mit der Fakultät I vereinbart. Der
Antrag wurde bei der DFG eingereicht,
eine Förderentscheidung steht noch aus.
Die geförderten Projekte ermöglichen ei-
nen Ausblick auf die zukünftige Entwick-
lung der TU Berlin im Bereich der Nach-
haltigkeit.
1.3 Kooperiert und
Weitergebildet
Die TU Berlin arbeitet aktiv an der Öff-
nung der Universität gegenüber relevanten
gesellschaftlichen Gruppen und öffentli-
chen Einrichtungen durch praxisbezogene,
regionale Kooperationen und Weiterbil-
dung.
In der Zentraleinrichtung Kooperation
(ZEK, http://www.tu-berlin.de/zek/)wer-
den ökologische, soziale und wirtschaftli-
che Fragestellungen mit unterschiedlicher
Schwerpunktsetzung bearbeitet und ent-
sprechende Weiterbildungsveranstaltungen
für In- und Externe organisiert. Es ist Auf-
gabe der ZEK, die Zusammenarbeit mit
TU-Fachgebieten und wichtigen gesell-
schaftlichen Organisationen anzuregen
und zu begleiten. Im Berichtszeitraum be-
fanden sich neben den ständigen Servicelei-
stungen und Veranstaltungen 11 größere
drittmittelfinanzierte Projekte in Durch-
führung, davon 5 aus dem Themenkreis
Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
Die Kooperations- und Beratungsstelle r
Umweltfragen (kubus) initiiert und mode-
riert Projekte und Veranstaltungen insbe-
sondere r regionale Nichtregierungsorga-
nisationen (NGOs), Ämter und Kleinbe-
triebe sowie deren Verbände. Im EU-Pro-
jekt “Interacts - Improving Interaction be-
tween NGOs, Science Shops and Universi-
ties” konnten Erfahrungen und Anforde-
rungen regionaler Umweltakteure und TU-
Wissenschaftler/innen an Kooperationen
untersucht, im internationalen Kontext ver-
glichen und Impulse für zukünftige Zusam-
menarbeit gegeben werden.
Die Kooperationsstelle Wissenschaft /Arbeits-
welt (koop) vermittelt Themen, Projekte
und Personen zwischen der TU Berlin und
den Gewerkschaften, Betriebs- und Perso-
nalräten. Eines der zentralen Themen ist
dabei der Umweltschutz, der vom betriebli-
chen Umweltschutz, wie er sich z.B. beim
EU-Öko-Audit darstellt, bis zur Energie-
und Verkehrspolitik reicht. Mehrere Ta-
gungen z. B. zum Thema „Fortschritte in
der Energieeffizienz“ ermöglichten TU-
Wissenschaftlern/innen, Gewerkschaftsver-
tretern/innen und andere gesellschaftlichen
Akteuren die gemeinsame Diskussion um
technische und gesellschaftliche Aspekte.
Das fortlaufende Verbundprojekt „Fachin-
formationsdienst Ökoline“ (http://www.
oekoline.net) bietet eine Internetplattform
zum betrieblichen Umweltschutz speziell
für Gewerkschafter/innen, betriebliche
Umweltbeauftragte, Beschäftigte sowie Be-
triebs- und Personalräte.
Das Berliner Modell: Ausbildung für nachbe-
rufliche Aktivitäten (BANA) ist eine Wei-
terbildung für ältere Mitbürger/innen, die
nicht berufstätig sind oder nach der akti-
ven Familienphase mehr Zeit für sich ha-
ben, um im Anschluss in einem gesell-
schaftlich wichtigen Aufgabenfeld aktiv
werden zu nnen. Die drei BANA-Stu-
dienschwerpunkte stehen explizit unter der
Zielsetzung der Nachhaltigkeit.
Der Bereich Wissenschaftliche und interne
Weiterbildung (WB) setzt u. a. aktuelle
Themen des Umweltschutzes und die Ent-
wicklung nachhaltiger Prozesse in TU-in-
terne und externe Weiterbildungskonzepte
um. Ein ngstes Bespiel für die Anwen-
dung betrieblichen Umweltschutzes ist die
Nutzung von „ReUsed-Laptops“ im Rah-
men einer Multimediafortbildung für wis-
senschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter(s.a.Kapitel2).
Umweltbericht 2003
11
2Anwenden nachhaltiger Forschung im Betrieb
ReUse-Computer
Nachhaltigkeit in der Computernutzung
Die in der Zentraleinrichtung Kooperation
eingebundene Kooperations- und Bera-
tungsstelle für Umweltfragen (Kubus) lei-
stet mit dem Projekt „ReUse- Computer“
einen praktischen Beitrag zum Klima-
schutz, zur Entwicklung von Netzwerken
regionaler Ökonomien, zur Umweltentla-
stung und Ressourcenschonung. Durch die
Wiederverwendung („ReUse“) werden
Computer einer zweiten Lebensphase zuge-
führt. Im Rahmen dieses Projektes unter-
sucht der „Forschungsschwerpunkt Tech-
nologien der Mikroperipherik“ der Fakul-
tät IV die ökologische Dimension der
Computerproduktion. Das vom Bundesmi-
nisterium für Bildung und Forschung mit
1,3 Millionen Euro geförderte Projekt ist
im August 2001 gestartet.
Nutzen werden auch
TU-intern realisiert
ReUse-Computer eröffnet auch innovative
Wege für zeitgemäße Lehrangebote der
TU: Der Bereich Wissenschaftliche und in-
terne Weiterbildung der ZEK setzt im Rah-
men seines Angebotes „Online-Lehre ler-
nen“ 10 ReUse-Laptops mit eigenem Fun-
knetz für die Bildungsarbeit ein.
Ab dem Wintersemester 2003 werden am
Produktionstechnischen Zentrum der TU
20 ReUse-Laptops den Studenten des Stu-
dienganges Global Production Engineering
auf Mietkaufbasis zur Verfügung gestellt
(weitere Informationen unter http://www.
reuse-computer.de/).
3Betrieb
3.1 Zentrale betriebliche
Umweltziele, Aktivitäten
und ihre Bewertung
Die Ziele des Vorjahres werden weiter ver-
folgt und mit neuen Aktivitäten verwirk-
licht. Dieser 6. Umweltbericht der TU Ber-
lin zeigt einerseits die Kontinuität in der
Berichterstattung und andererseits differen-
ziert und bewertet er noch stärker die Um-
weltleistung. Entwicklungen werden zuneh-
mend an Hand der verdichteten Ergebnisse
über die Kennzahlen verfolgt und mit Akti-
vitäten in der Hochschule in Zusammen-
hang gebracht.
Aufgeführt werden im folgenden nach
Zielen strukturiert jeweils die Aktivitäten
zum Erreichen der Ziele und wo möglich
eine Bewertung hinsichtlich des Errei-
chens der Ziele. Neu aufgestellt wurden die
Ziele „Verbessern der technischen Sicher-
heit und des Gesundheitsschutzes am Ar-
beitsplatz gemäß § 1 Arbeitsschutzgesetz
und„SchützenundErhaltendernatürli-
chen Lebensgrundlagen“ entsprechend der
Umweltleitlinie Nr. 1 (z. B. für den Schutz
des Grundwassers; siehe dazu auch den Ka-
sten „Umweltziele der TU Berlin“, Nr. 6).
3.1.1 Integriertes Arbeits- und
Umweltschutzmanage-
ment weiter ausgebaut
Mit dem Managementsystem im Arbeits-
und Umweltschutz wenden wir ein erprob-
tes Führungsinstrument an. Es hilft die an
die TU gestellten gesetzlichen und gesell-
Technische Universität Berlin
12
schaftlichen Aufgaben im Umwelt-, Ar-
beits- und Gesundheitsschutz zu erfüllen.
Das Arbeits- und Umweltschutzmanage-
mentsystem (AUMS) der TU Berlin be-
rücksichtigt die besondere Struktur einer
Hochschule und fördert das integrierte
und systematische Handeln.
Das formulierte Ziel der letzten zwei Jahre
bestand darin, das AUMS auszubauen bzw.
zu verfestigen. Das geschah insbesondere
durch die beschlossene „Regelung des Ar-
beits-, Gesundheits- und betrieblichen Um-
weltschutzes an der Technischen Universität
Berlin“, die Herausgabe des Handbuches
„AUMS“, das Gestalten der Broschüre
„Verantwortung für Gegenwart und Zukunft
–DasAUMSderTUBerlin(bei SDU er-
hältlich, http://www.tu-berlin.de/~sdu/
AUMS-Broschuere.pdf) und die Diskussion
im Arbeits- und Umweltschutzausschuss
(AUSA) über Anwendung des Systems.
Neue Elemente und Kernpunkte der Rege-
lung sind
Das Übertragen der Arbeitgeberpflich-
ten auf die Dekane, Geschäftsführenden
Direktoren und Direktorinnen, Hoch-
schullehrer und Hochschullehrerinnen,
die zwischenzeitlich zu über 70 % abge-
schlossen ist.
Eine differenziertere Teilung der Arbeit-
geberpflichten r Präsident, Dekane,
Geschäftsführende Direktoren und
Hochschullehrende.
Das Benennen von Fakultätsbeauftrag-
ten für Arbeits- und Umweltschutz.
Das Umwandeln des ehemaligen Ar-
beitsschutzausschusses in den Arbeits-
und Umweltschutzausschuss (AUSA)
mit einer neuen Struktur in der Mitglie-
derzusammensetzung. Diese soll der
Dezentralisierung und der damit ver-
bundenen Verantwortung der Dekane
Rechnung tragen.
SDU/BÄD als Beratungs- und Kontroll-
stellen für die TU.
SB-DUB im Sinne der Ziele hinwirkend
vor Ort.
So wie diese Basisregelung auf Grund der
Organisationsverantwortung ein wesentli-
ches Element des Managementsystems dar-
stellt, bilden die zentral formulierten Zielset-
zungen im Arbeits- und Umweltschutz ei-
nen sehr wichtigen Teil des Managementsy-
stems, weil unsere Arbeit dadurch messbar,
transparent und zielorientierter wird. Die
Ziele und unser Handeln basieren auf unse-
rer Umweltpolitik, die aus unseren Umwelt-
leitlinien und den Grundsätzen im Arbeits-
schutzgemäß§1Arbeitsschutzgesetz be-
stehen.
Die Kontrolle über das Einhalten der Ziele
und die Formulierung neuer Teilziele hat
der Kanzler über die Stabsstelle SDU über-
nommen, die begonnen hat, dieses Element
auch für die Fakultäten anzuwenden. Klas-
sische Organisationsformen beschränkten
sich hingegen lediglich auf das Kontrollie-
ren des Arbeits- und Umweltschutzes z. B.
durch Begehungen.
Ferner soll der AUSA als zentrales Len-
kungsgremium zur Vorbereitung von Lei-
tungsentscheidungen im Arbeits- und Um-
weltschutz etabliert werden. Solange wird
die Stabsstelle SDU das System und die
Umwelteinwirkungen bewerten und damit
die „Reviewfunktion“ für die Leitung über-
nehmen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt
strebt die TU keine Zertifizierung des
AUMS an. Gleichwohl ist das AUMS ein
dynamisches System, das so betrieben und
entwickelt werden soll, dass die Option ei-
ner Zertifizierung aufrecht erhalten bleibt.
Auch die jährlichen Umweltberichte für
die gesamte TU stellen einen wichtigen
Teil des Managementsystems dar. Die Um-
weltberichte gehören zum Informationssy-
Die Umweltziele der TU Berlin:
1. Ausbau eines integrierten Arbeits- und Umwelt-
schutzmanagements
2. Verringern des Energie-, Wasser und Materialver-
brauchs
3. Verbessern der Abfallerfassung und -trennung
4. Verringern des motorisierten Individualverkehrs für
Mitglieder und Besucher der TU Berlin
5. Verbessern der technischen Sicherheit und des Ge-
sundheitsschutzes am Arbeitsplatz
6. Schützen und Erhalten der natürlichen Lebensgrund-
lagen
Umweltbericht 2003
13
stem im Arbeits- und Umweltschutz. Sie
dokumentieren das Managementsystem
mit seinen Stärken und Schwächen, das Er-
reichen der formulierten Ziele oder Teilzie-
le und die Umwelteinwirkungen der TU.
Umweltberichte bilden die Basis für den
Dialog mit der Öffentlichkeit.
Zum Arbeits- und Umweltschutz-Manage-
mentsystem zählen auch einzelne struktur-
gebende Aktivitäten in den nachstehend be-
schriebenen Themen.
Management arbeitet in Anlehnung
an internationale Norm
Wissenschaftliches Management und be-
triebliches Arbeits- und Umweltschutzma-
nagement der TU Berlin arbeiten im
Grundsatz in Anlehnung an DIN EN ISO
14001, eine internationalen Norm für Um-
weltmanagementverfahren. Grafik 3 stellt
dies im Detail dar die der Norm entspre-
chenden Schritte des Managements sind je-
weils fett hervorgehoben.
Management in Anlehnung an DIN EN ISO 14001
Technische Universität Berlin
14
Die Umweltpolitik der TU für die Bereiche
Forschung, Lehre und Betrieb legten die
Gremien in der Präambel und den Einzel-
leitlinien der Umweltleitlinien fest. Im Ar-
beits- und Gesundheitsschutz ist die Poli-
tik des Betriebes TU gesetzlich festgelegt.
Planung“: Der Präsident trifft im Sinne
der Umweltpolitik Zielvereinbarungen mit
den Fakultäten. Der Schwerpunkt liegt in
Forschung und Lehre. Betriebliche Auswir-
kungen haben z. B. Zusagen bei Berufungs-
verhandlungen. Die Hochschullehrenden
als Verantwortliche für ihren „Zuständig-
keitsbereich Fachgebiet“, als Geschäftsfüh-
rende Institutsdirektoren sowie als Dekane
setzen und verantworten Ziele und planen
Maßnahmen zu deren Umsetzung („Wer
macht was bis wann?“). Der Fakultätsbe-
auftragte setzt sich selber Ziele, verfolgt
diese oder schlägt diese dem Dekan zur
Übernahme für die Fakultät vor. Ebenso
handeln die dezentralen Sicherheits- und
Umweltbeauftragten (SB-DUB) gegenüber
den Vorgesetzten.
Kontroll- und Korrekturmaßnahmen“: Be-
gehungen der zentralen Fachkräfte umfas-
sen die Praxis aller Gebiete des Arbeits-,
Umwelt- und Gesundheitsschutzes. Bege-
hungen der zentralen Beauftragten oder
Fachbehörden behandeln Einzelfragen des
Arbeits-, Umwelt-, und Gesundheitsschut-
zes. Das Controlling des Umsetzens der
Ziele und Maßnahmen (Aktivitäten) der
durch die Abt. IV und SDU formulierten
Ziele erfolgt durch SDU im Rahmen der
Vorbereitung des jährlichen Umweltberich-
tes. In den Fakultäten gewähleistet das Ma-
nagementsystem die Kontrolle der im Vor-
jahr benannten Ziele und Maßnahmen vor
Ort. Die Umweltleistungsbewertung erfolgt
durch die zuständigen Verantwortlichen
über Kennzahlen und das Bewerten ihrer
Entwicklung (siehe Abschnitt 3.1).
Für die gesamte Universität sollen im Um-
weltbericht alle wesentlichen Planungen,
Ziele und durchgeführten Aktivitäten und
Kontroll- und Korrekturmaßnahmen zu-
sammen gestellt werden. Er wird auf allen
Ebenen den jeweils obersten Leitungen bzw.
Gremien zur Bewertung vorgelegt: Hoch-
schullehrende im Fachgebiet, Geschäftsfüh-
rende Direktoren der Institute, Dekane der
Fakultäten, der Präsident, Kanzler, Gremi-
en wie Akademischer Senat und Kuratori-
um. Über das Kuratorium findet eine öf-
fentliche Bewertung statt. Die obersten
Leitungen können im Folgejahr im Sinne
der Kontinuierlichen Verbesserung mit
weiterentwickelten Vorhaben den Zyklus
neu und verbessert veranlassen.
Notfallplanung neu geordnet
Im Berichtzeitraum leitete der Präsident
aufgrund des Gefahrenabwehrgesetzes“
vom November 2000 eine Untersuchung
über das Gefahrenpotential an der TU ein.
Mit Hilfe des Chemikalienverzeichnisses
und der Liste der überwachungspflichtigen
Anlagen wurde festgestellt, dass die TU we-
der über technischen Anlagen noch relavan-
te Mengen an Stoffen mit gefährlichen Ei-
genschaften verfügt, die eine umfassende
Notfallvorsorge zur Beherrschung schwe-
rer Unfälle für Mensch und Umwelt ent-
sprechend dem Katastrophenschutzgesetz
notwendig machen.
Trotzdem nahm der Präsident diese Unter-
suchung zum Anlass die Notfallalarmie-
rung neu zu ordnen. Zusätzlich zu der be-
reits bestehenden Alarmierung r Brand-
und andere Schadensfälle bildete er einen
Noteinsatzstab der Universitätsleitung.
Dieser soll ausschließlich bei großen Scha-
densereignissen mit unmittelbarer Gefahr
für Leben und Gesundheit vieler Menschen
oder für die Umwelt die Koordination mit
den externen Rettungskräften überneh-
men. Das reibungslose Alarmieren von
Hilfs- und Rettungskräften wie Feuerwehr
und Notarzt hat selbstverständlich weiter-
hin Priorität. Bei der Einrichtung des Sta-
bes handelt es sich um eine Vorsorgemaß-
nahme für Ereignisse mit sehr geringer Ein-
trittswahrscheinlichkeit.
Zentrale Kontrolle durch Begehungen
Neben anderen Maßnahmen gewährleisten
Begehungen eine relativ starke Eigenkon-
trolle der TU durch die zentralen Beauf-
tragten des Präsidenten als auch die Fremd-
kontrolle durch die Behörden. Die Bege-
hungen ergänzen die selbstverständlichen
Aktivitäten des sicheren, die Gesundheit
schützenden und umweltgerechten Alltags-
handelns. Unter dem aus dem Arbeits-
Umweltbericht 2003
15
schutz übernommenen Begriff „Begehun-
gen“ wird eine bereichsbezogene Arbeits-
und Umweltbetriebsprüfung verstanden,
die auch als internes Audit aufgefasst wer-
den kann. Form und Inhalt sind angelehnt
an die Arbeitsplatzbeurteilungen gemäß
§ 5 Arbeitsschutzgesetz und die Anforde-
rungen an interne Umweltbetriebsprüfun-
gen nach Anhang II der Öko-Auditverord-
nung.
Begehungen von SDU und BÄD umfassen
allgemeine Begehungen, Begehungen zu
Einzelfragen, Begehungen mit Behörden
und Controlling der Ziele und geplanten
Aktivitäten des AUMS. Die Umweltlei-
stungsbewertung bereitet im Umweltbe-
richt die Ergebnisse für die Leitung der
Universität und der Teilbereiche auf.
Begehungen der
zentralen Beauftragten
Zum Arbeits-, Umwelt- und Gesundheits-
schutz werden von SDU/BÄD planmäßig
oder anlassbezogen (z. B. Unfall, Besichti-
gung durch Aufsichtsbehörde, auf Wunsch
der Hochschullehrenden) jährlich zehn Be-
gehungen mit dem Ziel durchgeführt, in
den Dialog mit den Verantwortlichen vor
Ort einzutreten, Schwachstellen zu erken-
nen und Maßnahmen vorzuschlagen. Der
Nutzen der Begehungen besteht für die
Zielgruppe in größerer Rechtssicherheit,
Kosteneinsparungen z. B. durch Einsparen
von Energie sowie verringertem Recher-
cheaufwand durch Vor-Ort-Beratung.
Die häufigsten durch Begehungen in den
letzten Jahren ermittelte Problemfelder wa-
ren:
zu verbessernde Ergonomie der Bild-
schirmarbeitsplätze,
Beleuchtung zu dunkel oder ungleich-
mäßig,
nicht genutzte Energiesparpotentiale
(fehlende oder nicht aktivierte Energie-
sparfunktion von Geräten, insbesondere
Monitoren, Dauerlüften bei laufender
Heizung) sowie
fehlende Möglichkeiten zum Trennen
vonAbfallindieFraktionenPapier,
Glas, Verpackung und Restmüll.
Begehungen der zentralen
Beauftragten zu Einzelfragen
Die ca. 45 Begehungen der zentralen Beauf-
tragten behandelten Einzelfragen an den Ar-
beitsplätzen z. B. nach Abfallgesetz, Fragen
der Bildschirmergonomie, des Arbeits-
schutzes in Werkstätten, zu Bauabnahmen
von Laboren, der Gefahrgutverordnung
und des Gesundheitsschutzes. Fallweise
nimmt der Personalrat teil.
Begehungen mit Behörden
In ca. 45 Begehungen behandelten die zen-
tralen Beauftragten mit den zuständigen
Behörden bzw. externen Kontrollinstanzen
z. B. Fragen des Brandschutzes mit der
Feuerwehr, der Biologischen Sicherheit mit
dem Landesamt für Arbeitsschutz und
technische Sicherheit, der Anlagensicher-
heit mit dem TÜV, des Grundwasserschut-
zes mit dem Umweltamt, der Abwasser-
reinhaltung mit den Berliner Wasserbetrie-
ben und der zentralen Behörde für Abwas-
serüberwachung.
Campuszeitung bringt Umweltseite
Im Februar des Berichtsjahres gab die TU-
Campuszeitung „TU intern“ eine Sonder-
seite mit dem Schwerpunktthema „Ökolo-
gie auf dem Campus“ heraus, in der die um-
weltbezogenen Aktivitäten der Verwaltung
und der Fakultäten beschrieben wurden.
Technische Universität Berlin
16
Themen waren z. B. „Gute Nachrichten für
die Umwelt, gesunkener Strom und Was-
serverbrauch“, „Wärmesauger mal abschal-
ten“ (Dies betrifft 800 Laborluftabzüge der
TU, die nach dem Entfernen der Gefahr-
stoffe nach Arbeitsendeabgeschaltetoder
heruntergefahren werden sollten), „Pause
für Energieräuber Computer“ (Monitore
als Hauptverbraucher des Computers soll-
ten in Arbeitspausen von Hand oder über
den aktivierten Energiesparmodus abge-
schaltet werden.) (http://www.tu-ber-
lin.de/presse/tui/03feb/index.html?/pres-
se/tui/03feb/_oeko.htm)
Die „TU intern“ erreicht mit einer Auflage
von13.000ExemplarendieZielgruppenBe-
schäftigte, Studierende und Partner in Poli-
tik und Wirtschaft.
Studierende angesprochen
Ein von SDU herausgegebener Daueraus-
hang erinnert die Nutzerinnen und Nutzer
öffentlicher Räume (Hörsäle, Seminarräume,
Toiletten etc.) an das Trennen ihres Abfalls,
das Schließen der Fenster und das Ausschal-
ten des Lichts bei Verlassen der Räume.
Neue Studierende werden durch einen von
SDU herausgegebenen Flyer Erfolgreich,
gesund und umweltschonend Studieren“ an-
gesprochen, der im Studierendenservicecen-
ter ausliegt. Mit Bezug auf die Umweltleitli-
nien wird für Engagement zur Aufnahme
der Thematik „Umweltschutz“ in der Lehre
ebenso geworben wie r das Benutzen um-
weltschonender Transportmittel für den
Weg zur Universität, das Nichtrauchen in
Universitätsräumen und das Verwenden
umweltschonender Arbeitsmaterialien. Dar-
über hinaus werden alle für einen umwelt-
gerechten und sicheren Betrieb der TU Zu-
ständigen und Unterstützenden genannt.
Interne Weiterbildung stetig angeboten
Angeboten wurde die gleiche Anzahl Kurse
wie im Vorjahr, jedoch erhöhte sich erfreuli-
cherweise die Zahl der angemeldeten Teil-
nehmenden, so dass alle angebotenen Kurse
stattfinden konnten. Die Veränderung der
ArbeitssituationinderTUgegenüberdem
Vorjahr ist charakterisiert durch weiteren
Rückgang der Beschäftigtenzahlen und Ar-
beitsverdichtung. Neueinstellungen in den
für den Umweltschutz besonders relevanten
Bereichen (Werkstätten, Labors, EDV-Be-
reich) erfolgten nicht. Die unter diesen
Umständen erhöhte Weiterbildungsbeteili-
gung ist deshalb positiv hervorzuheben.
3.1.2 Verringern des Energie-,
Wasser- und Material-
verbrauchs
Energiemanagement verbessert und
sparsamere Gebäudetechnik eingebaut
Durch die nachstehend beschriebenen
Maßnahmen wird hauptsächlich Einfluss
Jahr 2000 2001 2002
Kurse angeboten 24 15 15
Kurse durchgeführt 13 11 15
Anzahl Teilnehmende 122 112 161
Tab. 3: Kurse und Teilnehmende der innerbetrieblichen Weiterbil-
dung im Arbeits- und Gesundheitsschutz
TU-Mitglieder und Gäste mit Daueraushang zum Handeln motiviert
(Abbildung: SDU)
Umweltbericht 2003
17
auf den effektiven Einsatz der Energieträ-
ger genommen; zuständig ist die Abt. IV.
Dabei sind Verschiebungen beim absoluten
Bezug der Energieträger erkennbar. So
führt das Ablösen von Brunnenwasser zur
Klimatisierung durch Kältemaschinen mit
Rückkühlwerk zum Einsparen von Brun-
nenwasser, gleichzeitig kann dies jedoch er-
höhten Stromverbrauch zur Folge haben.
Die in allen Medien zu verzeichnenden Ab-
nahmeschwankungen ergeben sich im we-
sentlichen aus ständig wechselnden Bedürf-
nissen der Nutzer. Diese Bedürfnisse sind
bestimmt durch eine ständige Aktualisie-
rung der Forschungs- und Lehrinhalte,
hierbei spielen Komfortbedürfnisse eine
untergeordnete Rolle. In bestimmten Berei-
chen ist eine weitere spürbare Abnahme ab-
sehbar.
Energieverbrauch der
Gebäude analysiert
DieAbteilungIVwertetefürdiegroßen
Gebäude den Verbrauch elektrischer und
Heizenergie sowohl auf die Gebäudefläche
bezogen (spezifischer Energieverbrauchs-
kennwert) als auch auf den Jahresver-
brauch hin aus. r ein Gebäude, das so-
wohl einen hohen Kennwert als auch einen
hohen Jahresverbrauch hat, lohnt eine nä-
here Analyse. Diese zeigt dann weitere An-
satzpunkte für Sparmaßnahmen.
Stromverbrauch einzelner Gebäude
Über dem Durchschnitt aller Gebäude lie-
genP-N,TIB,EN,E,MA,TCundF.Es
fällt auf, dass TIB und P-N als hoch techni-
sierte Gebäude den höchsten spezifischen
und absoluten Stromverbrauch haben. Über
diese Analyse ist eine Bewertung auf Grund
der großen Differenzen im Energiever-
brauch aller Gebäude bedingt durch unter-
schiedliche Bedürfnisse der Nutzer und der
Gebäudenutzung nicht glich. Der Anteil
der ftung, die Luftwechselrate, die not-
wendige Kühlung aber auch nicht zuletzt
energieintensive Labor- und Forschungsaus-
rüstung haben entscheidenden Einfluss auf
den Energieverbrauch. Eine gebäudespezi-
fische Energieanalyse ist für das Gebäude P-
N für den Winter 2003/04 beauftragt, um
mögliche Maßnahmen planen zu können.
Erst nach Auswertung dieser Energieanaly-
se kann eine Aussage zu notwendigen, sinn-
vollen und finanzierbaren Mnahmen ge-
troffen werden. Für die Gebäude E und EN
wurde wie berichtet das Energiesparcontrac-
ting beauftragt. Im Gebäude MA erneuerte
die Abteilung IV die Lüftungsregelung mit
dem Ziel, die Gebäudetechnik im Schwer-
Ausgangszustand Art der Maßnahme Ökologische
Auswirkungen
Stand
Konventionelle Vorschaltgeräte
für Leuchtstoffröhren an Bild-
schirmplätzen sowie verstärkt
in Gebäuden
Ersetzen von zweiröhrigen Leuchten
durch z. T. einröhrige, blendarme
Rasterleuchten mit elektronischen
Vorschaltgeräten (ca. 1.000 Stück
jährlich)
Einsparen von elektrischer Energie (ca.
80–90.000 kWh/a je 1.000 Stück)
Verbessern der Arbeitsbedingungen, aber
gleichzeitig Sicherung der geforderten
Beleuchtungsstärke durch teilweise
absolute Erhöhung der Leuchten
2002 Einbau von 1.300 Leuchten,
Weiterführung 2003 mit ca. 1.000
Leuchten (100.000 EUR)
Fehlende Energieverbrauchser-
fassung
Ausbau des Energie-Management-
systems zur Datenerfassung und Ana-
lyse der Energieverbräuche,
Integration in das FM-System
Verbrauchs- und Schwachstellenanalyse 2002 Einbau von 5
Wärmemengenzählern,
Weiterführung 2003 mit Einbau
weiterer 8 WMZ
Fehlende Möglichkeit der Eigen-
finanzierung für Erneuerung
versorgungstechnischer Anla-
gen zur Energieeinsparung
Durchführung Energiesparcontracting
für A-F, A-H, FR, OE, GOR, SG 01–13,
EMH, E-N, Heizung PTZ Rundhalle
Senken des Energieverbrauchs um ca.
20% für ausgewählte Gebäude
Abschluss des Vertrages 6/2003,
Beginn der Hauptleistungsphase
1.1.2004 für FR, OE, GOR, 1.7.2004
fürA,E,E-N,EMH,SG
Erweiterung Gebäudeleittechnik Erweiterung Gebäudeleittechnik in
P-N, Störungsweitermeldung zum
Hauptpförtner über Leitwarte
Einsparen von Wärme- und
Elektroenergie, Senken der
Reaktionszeiten bei Störungen
Realisiert 2002, Weiterführung
2003/04: Einbindung MA, BH;
Einbindung im Rahmen Contracting:
FR, OE, GOR, E, E-N, EMH, SG, A
Tab. 4: Energiemanagement und ökologische Gebäudetechnik
Technische Universität Berlin
18
punkt Wärme effektiver einzusetzen. Das
Gebäude TC wurde modernisiert. Weiteres
Senken des Energieverbrauchs kann noch
über verbessertes Nutzerverhalten, bei-
spielsweise durch Abschalten der Laborab-
züge nach Arbeitsende, erreicht werden.
Heizenergieverbrauch einzelner Gebäude
Das Gebäude C befindet sich im letzten
Bauabschnitt der Sanierung. Der hohe Wär-
meverbrauch wird kritisch beobachtet.
Auch hier soll über verbessertes Nutzerver-
halten z. B. Abschalten der Laborabzüge
nach Arbeitsende der Energieverbrauch
unter den Durchschnitt gesenkt werden.
Für das Gebäude P-N besteht für den
Heizenergieverbrauch eine ähnliche Situati-
on wie vorstehend bereits für dessen
Stromverbrauch erläutert. Die Rundhalle
des PTZ, eine Maschinenhalle mit hohem
Glasflächenanteil, soll finanziert durch
eine Energiesparpartnerschaft eine Hal-
lenheizung durch gasbetriebene Dunkel-
strahler erhalten.
Stromverbrauch angestiegen
Der Gesamtverbrauch stieg absolut um 5,9
% und auf die Fläche bezogen um 7,8 % ge-
genüberdemVorjahran(Grafik4und
Tab. A–2). Der Anstieg resultiert im we-
sentlichen aus einem erhöhten Verbrauch
des TU-Kernbereiches Hochspannung.
Zum Zuwachs haben u. a. die Gebäude
MA, BH sowie FR beigetragen. Die Steige-
rung resultiert vor allem aus dem verstärk-
ten Einsatz von ltemaschinen und dem
Betrieb von Lüftungsanlagen sowie wech-
selnden Bedürfnissen für Lehr- und For-
0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000
0
100
200
300
400
500
600 MA-Kantine
KPK
H gesamt
TC
FR
F
MA E gesamt
E-N
P-N TIB
kWh/m²a
MWh/a
durch-
schnittlicher
Verbrauch
(623 MWh/a)
durchschittlicher Kennwert (60 kWh/m²a)
Grafik 3: Spezifischer Stromverbrauch je Nutzfläche größerer Gebäude (senkrecht) bezogen auf ihren je-
weiligen Jahresverbrauch (waagerecht). Eine Analyse lohnt grundsätzlich für über dem Durch-
schitt liegende Gebäude, dann um so eher, je weiter sie vom Nullpunkt entfernt liegen
70
75
80
85
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
kWh pro
Grafik 4: Entwicklung des Stromverbrauchs bezogen auf
die Gesamtnutzfläche
Umweltbericht 2003
19
schungsaufträge; so beispielhaft im Gebäu-
de BH die verstärkte Bearbeitung von ener-
gieintensiven Forschungsaufträgen seit
2002. Hier ist sogar eine weitere spürbare
Steigerung absehbar.
Das Ergebnis ist auch Ausdruck einer wei-
teren Technisierung der Gebäude. Der bis-
herige Trend der Stromeinsparung ist ge-
brochen. Einsparcontracting und das Akti-
vieren verhaltensbezogener Sparpotentiale
soll zukünftig wieder auf Abnahmen zielen.
Heizenergie weniger verbraucht
Die TU verbrauchte absolut und auf die
Fläche bezogen witterungsbereinigt 6,7 %
weniger Heizenergie als im Vorjahr. Das
Ergebnis befriedigt, da im Vorjahr der Ver-
brauch angestieg, sich aber jetzt der lang-
jährige Trend der Abnahme fortsetzt (Gra-
fik 6 und Tab. A–3).
Trinkwasserkühlung abgebaut
2002 verbrauchte die TU ca. 280.000
Trinkwasser. Seit 1992 sinken der absolute
Verbrauch und der Verbrauch pro Kopf
durch technische Maßnahmen (siehe
Tab. 5) und durch das sparsamere Verhal-
ten der Nutzenden. Die Auswertung des
Wasserkatasters der TU Berlin, der Anträ-
ge von Fakultäten an die Zentrale Universi-
tätsverwaltung und die Besichtigungen vor
Ort zeigen jedoch noch immer mit Trink-
wasser gekühlte Geräte, Betriebsmittel und
Räume. Dem Ziel „Verringern des Energie-
, Wasser und Materialverbrauchs“ entspre-
chend hat die Abteilung IV beschlossen,
0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000
0
100
200
300
400
500
600
SF
HS
SG 09
PTZ
TC
TIB
KL C
P-N
kWh/m²a
MWh/a
durch-
schnittliche
Abnahme
(1.431 MWh/a)
durchschittlicher
Heizenergieverbrauchs-
wert (159 kWh/m²a)
Grafik 5: Spezifischer Heizenergieverbrauch je Nutzfläche größerer Gebäude (senkrecht) bezogen auf ih-
ren jeweiligen Jahresverbrauch (waagerecht). Eine Analyse lohnt grundsätzlich für über dem
Durchschitt liegende Gebäude, dann um so eher, je weiter sie vom Nullpunkt entfernt liegen
160
170
180
190
1998 1999 2000 2001 2002
kWh pro
Grafik 6: Entwicklung des Verbrauchs an Heizenergie bezogen auf
die versorgte Fläche
Technische Universität Berlin
20
die Trinkwasserkühlung bei Reparaturen,
Nutzerwechsel, Gebäudemodernisierung,
Havarien sowie auf Antrag zu demontie-
ren. Gleichzeitg wird die Kühlung mit
Brunnenwasser rückgebaut; mobile Kühler,
zentrale und dezentrale Kreisläufe und wer-
den eingerichtet. Dieser Modernisierungs-
prozess ist jedoch abhängig von den zur
Verfügung stehenden Mitteln.
Trinkwasser-Raumkühlung demontiert
Hinweise auf trinkwassergekühlte Klima-
truhen gibt das Wasserkataster, geben Be-
gehungen von SDU und gemeldete Störun-
gen sowie Umbauten durch Abt. IV. Be-
kannte Geräte werden gebündelt demon-
tiert. „Komfortkälte“, beispielsweise Klima-
tisierung von Büroarbeitsplätzen, wird
nicht neu eingerichtet. Eine Kühlung er-
folgt nur, wenn dies r den Zweck der
Forschung und Lehre begründet ist. Auch
Serverräume müssen nicht auf 20 °C ge-
kühlt werden, wie das Merkblatt der ETH
Zürich „26 °C Eine solide Empfehlung“ so-
wie die Sichtweise marktführender Compu-
terhersteller zeigen.
„Großkälte“ durch Brunnen-
wasser wird abgebaut
Die Kälte wird z. B. für das Gebäude TC
durch indirekte Rückkühlung, also Küh-
lung der ltemaschine mit Brunnenwas-
ser, erzeugt. Wenige Hörsäle (z. B. Audi-
max, H 104) werden über Wärmetauscher
direkt mit Brunnenwasser gekühlt. Im Ge-
bäude BH kühlt Brunnenwasser Versuchs-
stände mit wechselnd starkem Verbrauch.
Für das Entnehmen von Brunnenwasser
für Kühlzwecke wird eine Grundwassernut-
zungsgebühr erhoben. Ziel der Abtei-
lung IV ist der Abbau der Kühlung durch
Brunnenwasser.
Kühlung von Betriebsmitteln durch
stationäre Kreisläufe verbessert
Für Laborzwecke, für Großgeräte und
Kompressoren werden z. B. im Physik-
Neubau Gebäudewasserkreisläufe mit offe-
nen Luftkühlern über Dach eingesetzt. Pro-
bleme bereiten dabei Verunreinigungen im
Laborkreislauf. SDU gab ein entsprechen-
des Merkblatt für die Nutzer und Betreiber
von Laborwasserkreisläufen heraus. Ange-
sprochen werden z. B. das Sauberhalten des
Kreislaufes und das Verhindern des Lich-
teintrages, um Algenwachstum zu vermei-
den.
Das Gebäude TC soll eine zweite besser an-
gepasste ltemaschine erhalten, um be-
darfsgerechter zu hlen, die Ausfallsicher-
heit zu erhöhen und Strom und Brunnen-
wasser zu sparen. Die erste Kältemaschine
wird weiterhin als Reserve bereit stehen.
Vermehrt Betriebsmittel durch
dezentrale Geräte gekühlt
Für Forschungszwecke wird oft noch di-
rekt mit Trinkwasser gekühlt. Unterhalb
von 50kW Kühlleistung sind sogenannte
dezentrale, mit Strom betriebene Multi-
splitgeräte kostengünstiger als stationäre
Kreisläufe („Klimakaltwasseranlagen“).
Ausgangszustand Art der Maßnahme Kosten Ökologische
Auswirkungen
Stand
Kühlung mehrerer Geräte durch
Trinkwasser im Gebäude ES
Aufstellung einer Rückkühlanlage
und Aufbau Kühlkreislauf
40.000 EUR Trinkwassereinsparung In Abhängigkeit der Mittelbereitstellung
Rückkühlung der Kälteanlagen
durch Brunnenwasser im Gebäude
HL
Aufbau eines geschlossenen
Kühlkreislaufes zur Einsparung
von Brunnenwasser
60.000 EUR Brunnenwassereinsparung 12/2002 abgeschlossen
Kühlung mehrerer Klimageräte
durch Trinkwasser
3 Stück Kleinkühlgeräte in
FR/GOR im Zusammenhang mit
dem Umbau von Laborräumen
demontiert.
k. A. Trinkwassereinsparung 2002 abgeschlossen, Weiterführung
2003: Ersatz Trinkwasser-Raumkühl-
geräte durch luftgekühlte Klimageräte
Gebäude HFT (1 St.), FR (3 St.), KF
(1 St.), MA (6 St.); Ausführung 10/2003
Kühlung mehrerer Geräte durch
Trinkwasser im Gebäude Jebenstr.
Aufbau eines Kühlwasserkreises in
der Jebenstraße
15.000 EUR Trinkwassereinsparung 9/2002 abgeschlossen
Tab. 5: Maßnahmen zum Einsparen von (Trink-)Wasser
Umweltbericht 2003
21
Kühlfässer bzw. -tanks haben sich als preis-
günstige sung für kleine oder kurzzeiti-
ge hlleistungen bewährt z. B. in den
Fachgebieten Limnologie und Landtech-
nik. Die Abteilung IV will auch hier die Si-
tuation umweltgerechter und wirtschaftli-
cher gestalten. Bekannte Großgeräte erhal-
ten Wasserzähler, um deren Wirtschaftlich-
keit ermitteln und Maßnahmen planen zu
können.
Bewertung des Jahresverbrauches:
Wasserverbrauch nahezu konstant
Der Wasserverbrauch nahm in Berichtsjahr
um1%ab.UmdasErgebniszuverbessern,
sollen die Sparpotentiale z. B. durch das Er-
setzen von Trinkwasserkühlung durch
Kreisläufe oder dezentrale Kühler verwirk-
licht werden; entsprechende technische Ak-
tivitäten sind geplant. Auch sollen Nutzer
motiviert werden, Anträge auf Abbau von
Trinkwasserkühlung zu stellen und vorhan-
dene Kreisläufe zu nutzen (Tab. A–4).
3.1.3 Verbessern der Abfall-
erfassung und -trennung
Einzelmaßnahmen
verbessern Infrastruktur
Das Herzstück der Abfallwirtschaft und
Logistik steht erneut auf dem Prüfstand,
weil die TU das Grundstück abtreten
muss, auf dem sie ihren zentralen Abfall-
platz betreibt. Abteilung IV prüft einige
Varianten.
Einzelmaßnahmen zum verbesserten Tren-
nen von Abfall und zum Einsparen von Ko-
sten bezogen sich auf die komplette Neu-
ausstattung des Mathematikgebäudes mit
Abfallbehältern, die von den Beschäftigten
sehr gut angenommen werden. Weitere
Maßnahmen erstreckten sich auf die Kon-
trolle der Caféterien des Studentenwerkes
und die Zuweisung eines geschlossenen
Platzes r die Zwischensammlung der Ab-
falltüten am Gebäude Wasserbau, um frem-
den Abfallablagerungen vorzubeugen und
die Ansehnlichkeit herzustellen.
Die zentralen Abfalldaten zeigen mit
1.788 t eine geringe Erhöhung der Abfall-
mengen. Insbesondere durch die vielen
Umzüge und Raumaufgaben ist die Menge
entsorgten Sperrmülls um knapp 50 %
0
1
2
3
4
1998 1999 2000 2001 2002
pro Kopf
Grafik 7: Entwicklung der Pro-Kopf-Fördermengen
von Brunnenwasser
7
8
9
10
11
12
13
1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
pro Kopf
Grafik 8: Entwicklung des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs
30
40
50
60
70
1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
kg pro Kopf
Grafik 9: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengen an Abfall- und
Wertstoffen
Technische Universität Berlin
22
(115 t) auf 355 t gestiegen. Dieser Anteil
ist beachtlich. Aber durch die Wahl einer
Firma, die sozialintegrativ arbeitet, haben
wir mindestens zwei Drittel der marktübli-
chen Kosten eingespart. Auf die Gesamtko-
sten bezogen haben wir trotz der etwas er-
höhten Gesamtmenge 8 % der Kosten ein-
gespart. Durch die bessere Trennung auf
dem zentralen Abfallplatz sank der Sperr-
müllanteil zugunsten der Holzfraktion um
20 t (Tab. A–6).
Erstmals ergänzen wir die zentral vorliegen-
den Daten durch die von den Instituten di-
rekt und auf eigene Kosten entsorgten Ab-
fälle, da aufgrund der Budgetierung dieser
Anteil Bedeutung erlangen kann. Diese Da-
ten mussten gesondert erhoben werden.
Als Sonderabfall „Elektro- und Elektronik-
schrott“ meldeten die Institute nicht uner-
hebliche 7 t zurück. Die von den Instituten
zum zentralen Abfallplatz gefahrenen
Wertstoffe werden dort zentral erfasst
(Tab. A–7).
Die Sonderabfallmengen nahmen trotz der
großen Mengen durch Umzüge zu entsor-
genden Laborchemikalien (5,25 t) absolut
auf 77,6 t (Tab. A–7) und auf die Mitglie-
der bezogen auf 2,15 kg ab (Grafik 10). Da-
bei zeigt sich ein merklicher Einfluss durch
das Einsparen von zu entsorgenden Löse-
mitteln (Grafik A–2).
3.1.4 Verringern des motorisier-
ten Individualverkehrs für
Mitglieder und Besucher
der TU Berlin
Jobticket wird eingeführt
Das Jobticket soll zum 1.12.2003 eingeführt
sein. Auf Grund der hohen Nachfrage der
Beschäftigten erreicht die TU den Maximal-
rabatt von 15 % auf Jahresabonnements. TU-
Beschäftigte verhalten sich ökologischer als
der Durchschnitt der Berlinerinnen und Ber-
liner. Die Beschäftigten benutzen sowohl
den ÖPNV als auch das Fahrrad zu 10 %
häufiger, den Pkw dagegen 20 % zu weniger.
Der „Lehrverbund Verkehrskonzept“ ermit-
telte Daten zum Berufsverkehr der TU-Be-
schäftigten. Danach nutzen über 69 % Ver-
kehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß-,
Fahrrad- und öffentlicher Verkehr), um zu
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002
kg pro Kopf
Grafik 10: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengen an Sonderabfällen
Abfallsammelstation am Gebäude Wasserbau vor der verbessernden
Maßnahme (Foto: Pressestelle)
Platz vor Gebäude Wasserbau, nachdem die Abfallsammelstation
mit Sichtschutz und verschlossen eingerichtet wurde
(Foto: Pressestelle)
Umweltbericht 2003
23
ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Mit dem
ÖPNV (U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn
und Bus) fahren 48 % zur Arbeit, aus dem
Umland kommen weitere 2 % mit der
Bahn (Regionalzüge). 19 % tun aktiv etwas
für die Gesundheit und kommen mit dem
Fahrrad (17 %) oder gehen zu Fuß (2 %).
Den Pkw als Fahrer oder Mitfahrer nutzen
29 %; das Motorrad verwenden nur 2 %
der TU-Beschäftigten.
3.1.5 Verbessern der technischen
Sicherheit und des Gesund-
heitsschutzes am Arbeits-
platz
Gefahrgut gut gefahren
Beschäftigte wurden weitergebildet, vor
Ort beraten und kontrolliert und der ge-
setzlich geforderte Bericht erstellt. Flüssi-
ge Gase wurden weniger transportiert, da-
gegen vermehrt radioaktiv dotierte Lösun-
gen und Trockenabfälle, was positiv auf die
nachstehend unter „Strahlenschutz“ ge-
nannte Entwicklung zurückzuführen ist.
Unfälle mit Gefahrgütern waren auch in
diesem Berichtsjahr nicht zu verzeichnen.
Das zeigt den sorgsamen Umgang der Be-
schäftigten in diesem Bereich und den Er-
folg der konsequenten Schulung und Kon-
trolle.
Gelagerte Gefahrstoffe
zum Großteil erfasst
SDU sprach weitere Verantwortliche für
Gefahrstoffe und Bearbeiter/innen mit
dem Ziel an, die Beteiligung am Gefahr-
stoffverzeichnis TU zu erhöhen, beriet sie
und nahm deren Anmeldung zum Ver-
zeichnis an. Auch bei Audits ist das Gefahr-
stoffverzeichnis ein Kontrollpunkt. Gegen-
über dem Vorjahr stieg die Zahl der erfass-
ten Gefahrstoffe von ca. 12.000 auf 15.000.
Ein Grossteil der vorhandenen Gefahrstof-
fe ist inzwischen erfasst, dadurch wird die
gesetzliche Vorschrift erfüllt; eine Über-
sichtfürAnfragenvonBehördenundden
internen Austausch ist damit gegeben. Das
ist für eine große und weitläufige Universi-
tät ein gutes Ergebnis.
Unfallgeschehen der
Beschäftigten unverändert
Das Unfallgeschehen blieb gegenüber den
Vorjahren unverändert (Grafik 11 und
Tab. A–8, detailliere Analyse siehe Um-
weltbericht 2002 S. 29)
Brandschutzmeldung verbessert
Seminare finden rege Beteiligung
Um Brände frühzeitig zu erkennen und das
schnelle Melden zu fördern, wurden ent-
sprechend den Abstimmungen im Brand-
schutzausschuss und der Vorjahresplanung
290.000 EUR in die Brandmelde- und
Hausalarmanlagen des Kindergartens in
der Villa BEL und der Gebäude FR, OE,
GOR sowie H investiert. Die Anzahl der
Brandeinsätze verdoppelte sich, leider nah-
men auch der Feuerlöschermissbrauch und
-diebstahl zu. Das ist nicht oder sehr
schwer beeinflussbar. Sehr erfreulich ist,
dass sich das Verständnis für Brandschutz
durch regelmäßiges Teilnehmen an Brand-
schutzseminaren und -übungen verbesserte.
Strahlenschutz
Das Umsetzen der neuen Strahlenschutz-
und Röntgenverordnung führte insbesonde-
re in den Instituten der TU Berlin zu intensi-
vierer Zusammenarbeit und zur Verbesse-
rung des Informationsaustausches zwischen
dem Strahlenschutzbevollmächtigten und
den wissenschaftlich Beschäftigten. Die
strengeren gesetzlichen Auflagen beim Ar-
beiten mit radioaktiven Stoffen setzten einen
Prozess des Umdenkens in Gang, der zu ei-
nem Abbau der teilweise recht großen Be-
stände radioaktiver Präparate in den Institu-
0
10
20
30
1997 1998 1999 2000 2001 2002
Anzahl pro 1.000 Beschäftigte
Grafik 11: Entwicklung der Arbeits- und Wegeunfälle
der Beschäftigten
Technische Universität Berlin
24
ten führte. Durch Entsorgen nicht mehr
benötigter Strahlenquellen bzw. durch den
Einsatz schwächerer Strahler konnte bei ei-
nigen Umgangsgenehmigungen die Haft-
pflichtversicherung zur Deckungsvorsorge
aufgehoben und so Kosten gespart werden.
In diesem Jahr wurden bereits einige Um-
gangsgenehmigungen und Genehmigungen
zum Arbeiten in Fremdanlagen zusammen-
gelegt, um den Verwaltungsaufwand nach-
haltig zu reduzieren.
Biologische Sicherheit
Geringfügige Mängel abgestellt
Die Zahl der gentechnischen Projekte an der
TU Berlin stieg auch im Jahr 2003 weiter an.
Gegenwärtig laufen 17 Forschungsprojekte,
speziell in den Fakultäten II, III und VII. Im
laufenden Jahr ergaben sich bei Kontrollen
durch die Aufsichtsbehörde nur geringfügige
Mängel, die abgestellt wurden.
3.1.6 Schützen und Erhalten der
natürlichen Lebensgrund-
lagen
Heizöltanks, Dieseltanks und ähnliche An-
lagen stellen ein Gefahrenpotential für die
Umwelt insbesondere für Boden und
Grundwasser dar. Zur Gefahrenabwehr
sind sie regelmäßig durch Eigenkontrollen
und durch externe Sachverständige zu über-
prüfen. Eine jetzt vollständige Datei und
entsprechende Lagepläne bilden das Anla-
genkataster der ca. 50 Tankanlagen in der
TU, in dem die Prüfintervalle und der ge-
naue Standort dokumentiert sind. Damit
ist das formulierte Teilziel erreicht.
Folgendes Beispiel zeigt die Maßnahmen
zur Gefahrenabwehr, bei dem der Grund-
wasserschutz eine wichtige Rolle spielt.
Auf Grund verstärkter Forschungs- und
Kooperationstätigkeit sind die Motorprüf-
stände des Fachgebiets Kraftfahrzeuge auf
den neusten Stand der Technik gebracht
worden. Das umfasst die Sicherheits- und
die Versorgungstechnik. Ein Sicherheits-
konzept dokumentiert die sicherheitsrele-
vanten Abläufe und regelungstechnischen
Zusammenhänge. Dazu gehören ein unter-
irdischer Kraftstofftank mit 16.000 l Fas-
sungsvermögen und die 100 l-Tagestanks
(siehe Foto rechts).
Damit ist das formulierte Teilziel erreicht
und ein wichtiger Schritt zum umfassenden
SchutzdesGrundwassersgetan.
3.2 Dezentrale betriebliche
Ziele und Aktivitäten in
den Fakultäten
Die Beiträge aus den Fakultäten entstan-
den aus Zuschriften der einzelnen Fachge-
Sichere Kraftstoffversorgung für Motorprüfstände: Tagestanks mit
Überfüllsicherung und Brandschutzeinrichtungen (Foto: SDU)
Aushang nach
Brand im Gebäu-
de Technische
Chemie
(Bild: Fakultät II)
Umweltbericht 2003
25
biete oder Fakultätsbeauftragten für Ar-
beits-, Gesundheits- und Umweltschutz.
Alle Hochschullehrenden und Fakultätsbe-
auftragten wurden von der Redaktion ange-
schrieben und um Beiträge zu ihren Aktivi-
täten und Zielen in ihrem Verantwortungs-
bereich gebeten. Die Beiträge geben daher
beispielhaft die Aktivitäten und exempla-
risch Ziele „vor Ort“ wieder.
Modernisierung spart Energie
Prof. Eichler, GD des Optischen Instituts,
Fakultät II:
Im Berichtszeitraum ersetzte das Institut
eine Aufdampfanlage zur Herstellung von
Metallschichten, die sehr viel elektrische
Leistung und Kühlwasser verbrauchte,
durch eine effizientere Kleinanlage. Abge-
geben wurde ein mit Chlorgas- und Fluor-
gemischen betriebener Excimerlaser, um
den Einsatz dieser Gefahrstoffe zu vermei-
den und um Energie- und Kühlwasser zu
sparen. Im Praktikum ersetzte das Institut
Quecksilberthermometer durch Alko-
holthermometer und vermeidet so das Risi-
ko dieses Gefahrstoffs. Das verstärkte Ein-
setzen digitaler Photographie vermeidet
den Gebrauch von Photochemikalien und
den dabei entstehenden Sonderabfall.
Belehrung und Einweisung ist Standard
Prof. L.-G. Fleischer, FG Lebensmittelver-
fahrenstechnik, Fakultät III:
14 Beschäftigte arbeiten an Büroarbeitsplät-
zen, betreuen das Analytische Praktikum
und das Zuckertechnikum. Sie werden im
Auftrag des Hochschullehrers im Umwelt-
schutz jährlich, im Arbeits- und Gesund-
heitsschutz halbjährlich durch den Dezen-
tralen Sicherheits- und Umweltbeauftrag-
ten belehrt und eingewiesen und dies durch
Unterschrift der Teilnehmenden quittiert.
Themen sind die
Ziele des Umwelt-, Arbeits- und Ge-
sundheitsschutzes sowie Aufgaben für
das
Einsparen von Energie und Wasser,
Verringern und Entsorgen von Abwas-
ser und Abfällen und
Organisation am Arbeitsplatz wie
Schließplan, Schlüsselregelungen.
Sonderabfall im Labor vermieden
Prof. Kunzek, FG Lebensmittelqualität
und Materialwissenschaft, Institut für Le-
bensmitteltechnologie und Lebensmittel-
chemie, Fakultät III:
Sieben Festangestellt zuzüglich einiger
Diplomanden und Doktoranden stellen
aus Obst und Gemüse Pflanzenpräparate
im Labormaßstab her und untersuchen die-
se auf ihre physikalischen, technologischen
und ggf. auch auf ihre chemischen Eigen-
schaften. Bei der Herstellung kommen le-
diglich Wasser und Ethanol zum Einsatz;
Sonderabfälle entstehen so nicht. Das teu-
re– Ethanol wird zurückgewonnen und so
im Kreislauf geführt. Die Prüfung auf che-
mische Eigenschaften erfolgt im analyti-
schen Maßstab, d. h. bewusst mit kleinen
Präparatemengen, so dass nur geringe Men-
gen an Chemikalien verbraucht werden
und geringe Sonderabfallmengen entstehen.
Die für diese Arbeiten wichtigen Aspekte
des Umwelt-, Arbeits- und Gesundheits-
schutzes sind in den internen Arbeitsmate-
rialien des FG (Laborordnung, Arbeitsan-
weisungenusw.)verankert,dieinjedemLa-
bor sofort verfügbar sind. Diese Materiali-
en sind Gegenstand regelmäßiger Belehrun-
gen. Das Problembewusstsein ist bei den
Mitarbeitenden gut entwickelt. Verstöße
gegen Regelungen gab es keine. Das war
auch eine wesentliche Feststellung bei der
Arbeitsstättenbegehung durch die Zentra-
len Beauftragten.
Die beim analytischen Arbeiten anfallen-
den Sonderabfälle im wesentlichen orga-
nische Lösungsmittel und Säuren werden
Raumlufttechni-
sche Anlage mit
Abluftwärmetau-
scher auf dem
Dach des Gebäu-
des BH
(Foto: A. Koch,
TU Berlin)
Technische Universität Berlin
26
entsprechend der TU-Regelung getrennt
gesammelt und zentral entsorgt.
Elektrische Geräte werden, soweit g-
lich, über Nacht abgeschaltet, generell alle
Bildschirme. Der Wasserverbrauch konnte
schon vor Jahren durch das Ersetzen der
Wasserstrahlpumpen durch elektrisch be-
triebene Vakuumpumpen reduziert wer-
den. Kühlwasser kann noch nicht durch-
gängig im Kreislauf geführt werden, da die
erforderlichen Labor-Kühlaggregate aus
Kostengründen nicht beschaffbar waren.
Gebäude besser genutzt
Prof. Reimers, Fachgebiet Metallische
Werkstoffe, Fakultät III:
Wesentliche Aktivitäten im Bereich des
Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschut-
zes wurden ausgelöst durch die Sanierung
des BH-Gebäudes (Altbau) und die Räu-
mungdesGebäudesJoachimstaler Strasse.
Hierzu zählen:
Konzeption der neuen Arbeitsplätze
(Chemie, Metallographie, Mikroskopie,
Büro, physikalisches Labor) in Zusam-
menarbeit mit dem Architekten und der
TU-Bauabteilung.
Konzeption einer Umlauf-Kühlwasser-
versorgung für das BH-Gebäude und
der alten Ofenhalle.
Die Lüftungstechnische Anlage für die alte
Ofenhalle des BH-Gebäudes ist so reali-
siert worden und bereits im Betrieb, dass
die von außen angesaugte Frischluft durch
einen Wärmetauscher von der abgehenden
Innenluft im Winter erwärmt wird („Ab-
luft erwärmt Zuluft“). Dies führt zu einer
erheblichen Energieeinsparung.
Alte Anlagen sowie Metallschrott, Chemi-
kalien, romöbel (Holz) wurden durch
beauftragte Firmen entsorgt bzw. der Me-
tallschrott größtenteils kostenfrei von ei-
ner Firma abgeholt. Das Entsorgen von
Chemikalien wurde im Rahmen der Sanie-
rungdesGebäudesBHzentralbzw.imFal-
le der Joachimstaler Strasse von SDU finan-
ziert.
Gemeinsames Chemikalienverzeichnis
Institut für Geodäsie und Geoinformation-
stechnik, Fakultät VI:
Die Empfehlungen der Arbeitsplatzbege-
hung im FG Photogrammetrie und Karto-
graphie vom Februar 2003 wurden umge-
setzt. Das Chemikalienverzeichnis wurde
als einheitliche Datei der Laborbereiche
des Instituts für Angewandte Geowissen-
schaften in den derzeitigen Standorten
Ernst-Reuter-Platz und Ackerstrasse er-
stellt, um diesen den Zugriff zur Nutzung
des Gesamtbestandes zu ermöglichen und
unnötige Doppeleinkäufe zu vermeiden.
Institut für Bauingenieurwesen, Fakultät VI:
Der Umzug in den Komplex TIB einschließ-
lich der Integration der „Materialprüfungsan-
stalt Berlin Brandenburg GmbH“ als neuem
An-Institut wurde abgeschlossen. Damit ver-
bunden sind Einsparungen von Energie und
Wasser in den Laborbereichen und Werkstät-
ten wie im Umweltbericht 2002 (Abschnitt
2.5.2, S. 23) ausgeführt.
Standortentwicklung verringert
Verkehr, Digitalfotografie entlastet
die Umwelt
Fakultät VII:
Alle nicht freiflächenbezogen arbeiten-
den Fachgebiete liegen nach der Aufga-
be des Außenstandortes Rohrdamm in
fußläufiger Entfernung zueinander in
Charlottenburg. Daher mindert sich der
Mobilitätsbedarf erheblich.
Fotografie und Reprografie werden
schrittweise auf rechnergestützte Verfah-
ren umgerüstet, so dass Aufträge an kon-
ventionelle Foto- und Dialaborfirmen,
die mit Chemikalien arbeiten, konsequent
reduziert werden. Für Lichtbildprojektio-
nen werden zunehmend Beamer statt an-
derer Projektionsgeräte eingesetzt.
Umweltschutz lebt durch Engagement
Privatdozentin Dr. Dagmar Schmauks, Ar-
beitsstelle r Semiotik, Fakult I:
Da der Vorplatz des Eingangs zum Hoch-
haus TEL am Ernst-Reuter-Platze ein Teil
der „Visitenkarte“ der TU ist, betreut seit
1998 Frau Dr. Schmauks ehrenamtlich die
Bepflanzung. Aufgrund der besonderen Be-
lastung bewährten sich insbesondere Wild-
pflanzen.
Umweltbericht 2003
27
Kühlwasser gespart und
Arbeitsschutz verbessert
Prof. Kaupenjohann, FG Bodenkunde, In-
stitut für Ökologie, Fakultät VII:
Im Jahr 2002 hatte der Laborumbau Priori-
tät. Die während der Berufungsverhandlun-
gen vereinbarten und 2001 formulierten
Umweltschutzziele ließen sich konsequent
umsetzen. Im wesentlichen betrifft dies:
Die Installation eines hlwasserkreislau-
fesim5.StockdesGebäudesBK.Mit
ihm konnte das Fachgebiet die 2001 abge-
schalteten Rotationsverdampfer wieder in
Betrieb nehmen. Wie bereits im Bericht
vom letzten Jahr vermerkt, spart dies in
Stoßzeiten bis zu vier Liter Wasser pro
Minute, d. h. bis zu 2.000 Liter Wasser
am Tag. Eine mit Trinkwasser betriebene
Klimaanlage wurde abgeschaltet.
Die konsequente Trennung einer Schad-
stoffanalytik von einer hrstoffanaly-
tik, wodurch sich der Sonderabfall er-
heblich reduziert.
Die Umstellung vom Verbrauch toxi-
scher Lösemittel (Dichlormethan,
Hexan) auf weniger giftige (Ethylacetat,
Cyclohexan), soweit möglich. Ganz ein-
gestellt werden können die Arbeiten
mit Dichlormethan jedoch noch nicht.
Das Aufstellen von Gasflaschen-, Si-
cherheits- und Chemikalienschränken,
Installation neuer Abzüge, elektroni-
scher Brandschutzsicherungen etc., so
dass das FG die Arbeitssicherheit im
täglichen Laborablauf gewährleistet.
In der Durchführung der Umbauarbeiten
sieht sich das Fachgebiet sehr gut von der
Bauabteilung der TU-Berlin unterstützt.
Finanzfonds für Fakultät eingerichtet
Dr. Olaf Preuß, Fakultätsverwaltungsleiter
und Fakultätsbeauftragter für Umwelt-, Ar-
beits- und Gesundheitsschutz, Fakultät VIII:
Auf Fakultätsebene richtete die Fakul-
tät einen Finanzfonds für Gesundheits-,
Arbeits- und Umweltschutzmaßnah-
men insbesondere zur Beschaffung ergo-
nomischer Bürostühle ein und begann,
einen Muster-Büroarbeitsplatz mit
Flachbildschirmen einzurichten.
Die Pflichtenübertragung des Präsiden-
tenandieFührungskräftewurdenach
den Gremienwahlen 2003 neu organi-
siert und die Funktion „Fakultätsbeauf-
tragter für Arbeits- und Umweltschutz“
fakultätsweit publiziert.
Die Fakultät verteilte Hinweise zur Ent-
sorgung von Computerschrott und stat-
tete den Konferenzraum der Fakultät
mit Hinweisen zur Mülltrennung und
Müllbehältern aus.
An allen Standorten kontrollierte die Fa-
kultät die Verbandskästen und beschaff-
te neue Verbandskästen, Notruftafeln
und Verbandsbücher.
Die Verantwortlichen erfüllten die Auf-
lagenausdenBegehungenderzentralen
Beauftragten.
Als Beispiel eines Umweltprogramms r
dasFolgejahr2004stellenwirdiegeplan-
ten Aktivitäten der Fakultät VIII vor:
Fortführen des Finanzfonds für Ge-
sundheits-, Arbeits- und Umweltschutz-
maßnahmen auf Fakultätsebene, weite-
res Beschaffen ergonomischer Bürostüh-
le und Einrichten weiterer Muster-Büro-
arbeitsplätze.
Einrichten eines Bereichs Gesundheits-,
Arbeits- und Umweltschutz auf der
Homepage der Fakultät.
Organisieren von gesetzlich vorgeschrie-
benen Augenuntersuchungen an der Fa-
kultät zusammen mit BÄD.
Gewinnen von Unfallersthelfern an al-
lenStandortenderFakultät.
Königskerzen vor dem Telefunken-Hochhaus
(Foto: Dr. Schmauks, TU Berlin)
Technische Universität Berlin
28
Anhang
A.1 Beispiele umweltbezo-
gener und nachhaltiger
Forschung und Lehre
Da das Forschungs- und Lehrprofil der
acht Fakultäten bereits im letzen Umwelt-
bericht ausführlich dargestellt wurde und
sämtliche Einzelprojekte im Internet abruf-
bar sind (http://www.tu-berlin.de/zuv/sdu/
UWS/Umweltbericht.htm), werden im An-
hang des gedruckten Berichtes lediglich
ausgewählte Beispiele in folgender Form
aufgeführt:
<Titel des Forschungsprojektes bzw.
der Lehrveranstaltung> (<Katego-
rie>/<verantwortliche Personen>):
<Kurzbeschreibung des Forschungspro-
jektes bzw. der Lehrveranstaltung>.
Die Auswahl ist subjektiv und kann auf-
grund der kleinen Anzahl dargestellter For-
schungsprojekte und Lehrveranstaltungen
gemessen an der Gesamtzahl nicht vollstän-
dig sein. Sie veranschaulicht das oben be-
schriebene Auswerteverfahren anhand kon-
kreter Beispiele und gibt einen Eindruck
der Forschungs- und Lehraktivitäten in
den jeweiligen Kategorien.
A.1.1 Auswahl umweltbe-
zogener und nachhaltiger
Forschungsprojekte
Fakultät I
Geisteswissenschaften
Projekte mit Beteiligung aus der Fakul-
tät I sind bei anderen Fakultäten und
Einrichtungen geführt.
Fakultät II
Mathematik und Naturwissenschaften
CYANOTOX Entwicklung von
Frühwarnsystemen für Toxine aus
Blaugrünalgen (U/v. Döhren):
In zunehmenden Maß gefährden In-
haltsstoffe von Cyanobakterien (Blau-
grünalgen) die Gesundheit von Mensch
und Tier. Diese Inhaltsstoffe sind z. T.
nicht charakterisierte Toxine mit krebs-
erregender Wirkung oder schädigen das
Nervensystem.
Fakultät III
Prozesswissenschaften
Funktionelle Detektion biogener
und xenobiotischer organischer Was-
serinhaltsstoffe durch LC-MS/MS
(U/Reemtsma, Jekel):
Die Qualität gelösten organischen Mate-
rials in Wässern hat großen Einfluss auf
natürliche und technische Prozesse. Mit
Hilfe der Flüssigchromatographie-Mas-
senspektroskopie sollen Methoden der
funktionellen Detektion gelöster organi-
scher Verbindungen entwickelt
SOLKLIM Solare Klimatisierung
vonBüroräumen(UW/Ziegler):
Aufbauend auf frühen Forschungsergeb-
nissen wird ein solar angetriebener Sorp-
tionskaltwasserzusatz untersucht. Mit
einem derartigen Gerät ist die Umwand-
lung von thermischer Sonnenenergie in
Kälte, beispielsweise zur Raumkühlung,
möglich.
HOPE Pre-normative and socio-
economic research to create healthy
and energy-efficient buildings
(UWS/Fitzner):
A list of quality and quantitative perfor-
mance criteria for health and energy-ef-
ficient buildings will be developed and
testes in existing buildings by perfor-
ming a multi-disciplinary study in 180
office buildings and multi-apartment
buildings.
Fakultät IV
Elektrotechnik und Informatik
Solaroptimiertes Bauen Teilkon-
zept 1: „Tageslichttechnik” im Ver-
bundvorhaben: Tageslichtnutzung in
Gebäuden II (UW/Kaase):
Ziel des Vorhabens ist es, durch intelli-
gente Tageslichtsysteme Energie einzu-
sparen und die Nutzerakzeptanz zu stei-
gern. Hierzu werden neuronale Netze
(kombinierte Systeme) eingesetzt und
Umweltbericht 2003
A–1
eine Fertigungshalle mit einem neuen
Beleuchtungskonzept versehen.
Fakultät V
Verkehrs- und Maschinensysteme
Entwicklung eines Ölskimmingver-
fahrens zur seegangsunabhängigen
Ölbekämpfung (UW/Clauss):
Ziel des Forschungsvorhaben ist die
Entwicklung eines seegangsunabhängi-
gen Ölbekämpfungsverfahrens. Schiffs-
havarien, bei denen es zur Verschmut-
zung von Seegebieten mit Öl kommt, er-
eignen sich vorwiegend bei stürmischen
Wetterlagen.
LEARNSAFE Learning Organizati-
on for Nuclear Safety (UWS/Wilpert):
Die Kerntechnik muss sich derzeit viel-
fältigen Herausforderungen stellen (öf-
fentliche Meinung, Deregulierung,
Wettbewerb, Fusionen, neue Technolo-
gien etc.) die neuer Antworten mit ent-
sprechend gezielten Maßnahmen des
Managements für einen nachhaltigen
Wandel bedürfen.
Fakultät VI
Bauingenieurwesen und Angewandte
Geowissenschaften
Mobilität und Persistenz von Arznei-
mitteln im Grundwasser (U/Scheytt):
Die Herkunft von Arzneimitteln im
Grundwasser ist auf den anthropogenen
Eintrag über Urin und Fäzes bzw. auf
Produktionsrückstände zurückzufüh-
ren. Zu den bereits im Grundwasser
oder auch im Trinkwasser nachgewiese-
nen Human-Pharmaka zählen Clofibrin-
säure…
Untersuchungen eines untertägigen
geschlossenen Wärmetauschers zur
standortunabhängigen, umweltscho-
nenden Bereitstellung regenerativer
Energie (UW/Wolff):
Ziel des Projektes ist es, die technisch-
wirtschaftliche Realisierbarkeit eines un-
tertägigen geschlossenen Wärmetau-
schers zur regenerativen Strom- und
Wärmeerzeugung aufzuzeigen.
Fakultät VII
Architektur Umwelt Gesellschaft
Ökologische Bewertung gebietsfrem-
der Pflanzen (U/Kowarik):
Gebietsfremde Pflanzen stellen eine po-
tentielle Bedrohung für die Vielfalt der
heimischen Tier- und Pflanzenwelt dar.
In Deutschland ist konsequenterweise
die Ausbringung gebietsfremder Pflan-
zen in freier Natur gemäß § 20d Bundes-
naturschutz genehmigungspflichtig…
SANDRINE Vitellogenin in Male
FishandBivalvesasanIndicatorof
Exposure to Endocrine Disrupting
Compounds in Surface Water and Se-
wage Effluents (UW/Hansen):
Es werden in verschiedenen Klärwerken
und Trinkwasserwerken sowie Modell-
kläranlagen Untersuchungen zum Ver-
bleib Östrogenen und endokrin wirksa-
mer Substanzen durchgeführt.
Sporttourismus Nachhaltige Pro-
duktpolitik im Sporttourismus
(US/Köppel):
Im Rahmen des Gesamt-Forschungsvor-
habens werden ausgehend von einer Pro-
blemanalyse Leitlinien erarbeitet, die an-
hand entsprechender Kriterien eine Ent-
wicklung von nachhaltigen sporttouristi-
schen Angeboten fördern.
Verbundvorhaben: Entwicklung und
Erprobung eines regionalen Berichts-
systems zur Unterstützung der
Nachhaltigkeit von Freizeitaktivitä-
ten und Fremdenverkehrsentwick-
lung in der Brandenburgischen Elb-
talaue (UWS/Hartje, Walther, Köp-
pel):
Die Konzeption und Erprobung eines
Berichtssystems zur nachhaltigen Ent-
wicklung dient dem Monitoring und der
Evaluierung bestehender und geplanter
Aktivitäten in der Region.
Fakultät VIII
Wirtschaft und Management
Ökonomische und ökologische
Handlungsoptionen
(UW/v. Hirschhausen, Fleischer):
Ziel ist die Identifizierung des gleich-
sam ökonomisch und ökologische dau-
Technische Universität Berlin
A–2
erhaft tragfähigen Aktionsraumes von
Demontagefabriken.
Umbauen statt neu bauen Sozial-
ökologische Umgestaltungspotentia-
le im Nachkriegs-Wohnungsbestand
(UWS/Meran, Wendorf):
Gegenstand des Forschungsprojektes
sind die sozialen und ökologischen Rah-
menbedingungen des Wohnens in Mehr-
familienhäusern der Nachkriegszeit, die
einen wesentlichen Bestandteil des Woh-
nungsbestandes in der BRD darstellen.
Andere Projekte und LV ZTG
Einrichtung eines Interdisziplinärer
Forschungsverbundes IFV Lärm
und Gesundheit (U/Huber):
Der Forschungsverbund zielt darauf ab,
die im Themenfeld Lärmwirkungsfor-
schung in Berlin engagierten Wissen-
schaftlerinnen miteinander zu vernet-
zen, die gemeinsame Forschungsarbeit
zu intensivieren und neue Inhalte und
Drittmittelgeber zu erschließen.
Wasserversorgung und Abwasserent-
sorgung in Berlin und Istanbul hi-
storische Entwicklung, heutiger Zu-
stand, zukünftige Planung und Steue-
rung (UWS/Wiesmann, König):
In diesem Projekt wird die wasserwirt-
schaftliche Situation in Berlin und Istan-
bul unter besonderer Berücksichtigung
der Untersuchungsdimension: 1. natura-
le Bedingungen, 2. Technik und Wirt-
schaft, 3. Recht und Akteure, 4. Bevöl-
kerungsstruktur, 5. Kultur Mentalität er-
forscht…
A.1.2 Auswahl umweltbezogener
und nachhaltiger Lehrver-
anstaltungen
Fakultät I
Geisteswissenschaften
Umwelt und Sicherheit
(US/Scheumann):
Internationale Beziehungen und Außen-
politik
Wohnökologie I (UWS/Groth, G.):
Wohnbedürfnisse und Wohnbedarf,
Grundrissdiskussion Wohnungsmarkt
und Wohnungsbaupolitik.
Fakultät II
Mathematik und Naturwissenschaften
Abgasreinigung und Luftreinhaltung
(UW/Gestrich):
Ausgewählte Probleme der Gasreini-
gung und Atmosphärenchemie
Verantwortungslose Wissenschaft
(US/v. Döhren):
Ausgehend v. e. Exkurs in die NS-Zeit
wird die Entwicklung d. Gentechnolo-
gie an aktuellen Problemen diskutiert.
Im Mittelpunkt steht dabei d. Wissen-
schaftler,d.unvorbereitetd.sog.Ver-
antwortung trifft, Gefahren abschätzen
zu müssen, ohne es zu können.
Strahlenschutzkurs für Lehrer und
Lehrerstudenten (UWS/Sahm):
Strahlungsphysik; Strahlenwirkungen,
Dosimetrie, Strahlenschutz; Strahlen-
schutzrecht. Schulrelevante Experimen-
te im Praktikum.
Physikalisches Grundpraktikum
(U/Eichler):
Ein Teil des Praktikums ist der Themen-
kreis Strahlenschutz und Radioaktivität.
Einführung in die Physikalische Che-
mie der Atmosphäre
(U/Naumann, K.-H.):
Struktur der Erdatmosphäre, chemische
Elementarprozesse und Reaktionssyste-
me, physikalisch-chemische Prozesse in
Wolken und Aerosolen, Strahlungsbi-
lanz und Klimaantrieb, Chemie der
Luftschadstoffe, Smogbildung, Ozonbil-
dungs- und Verlustprozesse in Tro-
posphäre und Stratosphäre, Computersi-
mulationsmethoden.
Was kann die Photochemie bei der
Nutzbarmachung der Sonnenenergie
leisten? (UW/Siggl):
Kurzer Abriss der Prinzipien der Photo-
synthese. Vorstellung biomimetischer
Systeme der Sonnenergienutzung und
solcher, in denen andere Wege beschrit-
ten werden.
Fakultät III
Prozesswissenschaften
Schadstoffe im Boden (U/Rotard):
Umweltbericht 2003
A–3
Bodenkundliche Grundlagen, Bodenche-
mie, Quellen u. Eintragspfade von
Schadstoffen: Wechselwirkung Boden-
Schadstoffe u. Beeinträchtigung der Bo-
denfunktionen. Mobilität, Verteilung,
Transformation, Humifizierung, Mine-
ralisierung, Akkumulation von Stoffen.
Bewertungskonzepte.
Prozessnahe Abwasserreinigung und
Wertstoffrückgewinnung I
(UW/Wiesmann):
Offene und geschlossene Wasserkreis-
käufe; Arten des industriellen und ge-
werblichen Einsatzes von Wasser; Bei-
spiele für Wasserverschwendung und
mehrfache Nutzungen; Verfahrensüber-
blick und Grundlagen: Partikelabschei-
dung, Fällung, Flocken, Flokkulation;
Aggregation, Kristallisation; Ionenaus-
tausch; Adsorption, Absorption,
Desorption; Membrantrennverfahren.
Umweltbewusstsein/-verhalten und
Gender (US/Weller):
Entwicklung der Umweltbewusstseins-
forschung; Wertewandel und Nachhal-
tigkeit; Definitionen und Einflussfakto-
ren von Umweltbewußsein/-verhalten;
Ergebnisse empirischer Untersuchun-
gen; Untersuchung der Thematisierung
der Kategorie Geschlecht; Ergebnisse
über Geschlechterunterschiede; Frauen
die (unfreiwillige) ökologische Avant-
garde? Konsequenzen r Strategien zur
Veränderung von Einstellungen und
Verhalten in Richtung auf Nachhaltig-
keit.
Umweltmanagement und auditing
(UWS/Strecker):
Umweltmanagement hat sich als Weg
zum umfassenden Umweltschutz in Un-
ternehmen fest etabliert. Die LV behan-
delt Hintergründe, Elemente und prakti-
sche Umsetzung von Umweltmanage-
mentsystemen, zeigt Zusammenhänge
zu angrenzenden Disziplinen, Erfahrun-
gen der Praxis und andere Management-
systeme. Wahlpflicht
Ökologie II (U/Szewzyk):
Ökologie ausgewählter Systeme. Terre-
strische Lebensräume (Boden, Wald),
limnische Lebensräume (Flüsse, Seen)
sowie marine und verschiedene extreme
Biotope.
Ökologische Betriebsoptimierung II
Praxis (UW/Fleischer, G.):
Forschungsprojekte des Fachgebietes
Systemumwelttechnik zur ökologischen
Betriebsoptimierung in Galvaniken, der
chemischen Industrie, Textilindustrie
etc. werden vorgestellt. Ziel aller Projek-
te ist, betriebsbedingte Umweltbelastun-
gen zu vermeiden und den Ressourcen-
verbrauch zu verringern, beispielsweise
durch Schließen und Kreisläufen oder
Optimierung von Prozessfolgen.
Kritischer Umweltschutz Rechte
Ökologie (US/Chakrabarti):
Geschichte der Ökologie, biologistische
und konservative Ansätze, Umwelt-
schutz im Nationalsozialismus, Antise-
mitische Argumentationsmuster, Indivi-
dualisierender Umweltschutz, Entste-
hung und Regierungsbeteiligung der
Grünen aus emanzipatorischer Sicht.
Technikfolgenabschätzung
(UWS/Fleischer, L.-G.):
Ziele, Aufgaben, Methoden, transdiszi-
plinär integrierende Konzepte zum vor-
ausschauenden Erfassen und Bewerten
techn. ökon. ökolog. und sozialer Wir-
kungen techn.- technolog. Entwicklun-
gen, Hauptprozesse und -tendenzen der
wissenschaftl.- techn. Entwicklung, TA-
Fallstudien: Energetik, Nachwachsende
Rohstoffe
Fakultät IV
Elektrotechnik und Informatik
Solarstrahlung: Grundlagen und Wir-
kungen (U/Kaase):
“Solar Radiation: Fundamentals and Ef-
fects” Natürliche Strahlungsquellen;
Einfluss der Atmosphäre; Messung der
Solarstrahlung; Sonnensimulation; phy-
sikalische-, chemische-, biologische-
und medizinische Wirkungen; Solarener-
giewandlung.
Technische Nutzung der Sonnen-
energie in Brasilien (UW/Krauter):
“Technical Application of Solar Energy
in Brasil” Energiestruktur Stadt
Land, Lastgänge, Bedürfnisse, Sonnene-
Technische Universität Berlin
A–4
nergiepotential, technische Nutzungs-
möglichkeiten, Solarthermie, Photovol-
taik, Systemtechnik, realisierte Beispie-
le. Wahlfach
EU-Twinningprogramme auf dem
Umweltsektor (US/Gössele):
Hier werden die wesentlichen Umwelt-
programme der EU vorgestellt. Einzel-
neUmsetzungenwerdenanhandvon
durchgeführten Projekten vorgestellt.
Quantitative Methoden. Ausserhalb
der Informatik Für Hörer aller Fakul-
täten
Design umweltverträglicher elektro-
nischer Produkte (UW/Reichl, H.):
“Environmental Design of Electronic
Products” Umweltwirkungen elektro-
nischer Produkte und Herstellungspro-
zesse sowie das Elektronikrecycling wer-
den genauso behandelt wie die dafür be-
nutzten Bewertungsverfahren. Daraus
abgeleitet werden Richtlinien für die
Entwicklung zukünftiger umweltver-
träglicher elektronischer Produkte.
Fakultät V
Verkehrs- und Maschinensysteme
Windkraftanlagen I (UW/Twele, J.):
Entwurf einer Windkraftanlage in Pro-
jektgruppen; Kennfeldberechnung von
Windturbinen; Digitale Simulation des
Betriebsverhaltens von Rotor und Ar-
beitsmaschine; Regelung von Windkraft-
anlagen; Strukturbelastungen.
Spezielle Probleme der Umwelt- und
Technikpsychologie (US/Borys)
k. A.
Technologie-Management
(UWS/Herrmann, J.):
Wechselwirkungen Management und
Technologie, Wachstums- und Produk-
tivitätsmanagement; Qualitätsmanage-
ment; Gründungsmanagement; Innova-
tionsmanagement; Wissensmanage-
ment;KooperationinNetzwerken;
Qualifikationsmanagement; Strategi-
sche Unternehmensplanung, Umwelt-
management.
Lärm- und Abgasemissionen von Flu-
gantrieben (UW/Hourmouziadis,
Hofmann, G.):
Gashaushalt der Atmosphäre, Emissio-
nen, Vorschriften Verbrennungspro-
zess, Schadstoffentstehung -Brennstof-
faufbereitung, Brennkammerkonzepte
für niedrige Emissionen, alternative
Brennstoffe, Messtechnik Schall,
Lärm, Lärmempfinden, rmquellen am
Flugzeug, Vorschriften Turbomaschi-
nen- und Strahllärm, Messtechnik.
Umwelt- und Technikpsychologie I
(US/Jungermann)
k. A.
Einführung in das Verkehrswesen
(UWS/Linde, Schäfer, M.):
Gemeinsame LV der den Studiengang
Verkehrswesen tragenden Institute und
des Verkehrswesenseminars. Themen:
Verkehr im Gesamtzusammenhang,
Verkehrsursachen, Leitbilder,
ökol./ökonom. Aspekte.
Fakultät VI
Bauingenieurwesen und Angewandte
Geowissenschaften
Hydrogeologie I (U/Tröger):
In kurzen Vorlesungsabschnitten er-
folgt eine Einführung in die jeweiligen
Grundlagen zum Wasserkreislauf, zur
Grundwasserhydraulik und zu den
Grundwasserinhaltsstoffen wie auch
spezieller Grundwasserleiter und dem
Grundwasserschutz. Die Vorlesungser-
gebnisse werden anschließend in klei-
nen Projekten in Gruppenarbeit umge-
setzt und in Kurzreferaten vorgetragen.
Ziel ist das interaktive Erlernen des Stof-
fes anhand von praktischen Beispielen.
Deponie- und Entsorgungstechnik
(UW/Wolff, H.):
UTD (Untertagedeponie) r industr.
und radioakt. Abfallstoffe in neuen Un-
tertagebetrieben, in stillgelegten oder
noch fördernden bergwelken. Bohrlo-
chentsorgung. Oberflächennahe Depo-
nie mit Dichtsystemen. Dekontamina-
tionen bei Feldesrückbau. Störfall- und
Langzeitsicherheitsbetrachtung
Schallschutz im Städtebau
(UWS/Krämer):
Akustik; Grundlagen, Definitionen, Be-
griffe; Lärmursache und -wirkung; Lär-
Umweltbericht 2003
A–5
memission und -imission; Verkehrs-,
Freizeit- und Gewerbelärm; Gesetzliche
Grundlagen und Verordnungen; Städte-
baulicher Schallschutz
Umwelt- und Ingenieurgeophysik
(U/Yaramanci):
Spezielle Anwendung geophysikalischer
Messverfahren zur Erkundung und
Überwachung von Umweltgefährdun-
gen und geotechnischen Verhältnissen.
Adaptieren und Optimieren von Mess-
verfahren. Fallbeispiele an Altlasten, De-
ponien, Kontaminationen von Boden
und Grundwasser, Stabilität von Bau-
grund, Hohlräume und Auflok-
kerungszonen.
Wasserwesen II
(UW/Hobus, Stückrath):
Siedlungswasserwirtschaft: Wasserbe-
darf, Wassergewinnung, Aufbereitung,
Speicherung und Verteilung, Kanalisati-
on, Abwasseranfall, Abwasserbehand-
lung, Gewässergüte, Abfallbeseitigung.
Stauanlagen: Talsperren und Wehre,
Staudämme, und ihre Einrichtungen bei
verschiedenen Bauweisen.
Spezielles Entsorgungs- und Berg-
recht (US/Schulte, H.-W.):
EU- und Bundesgesetze zum Um-
weltrecht und zur Gewinnung von mine-
ralischen Rohstoffen und Entsorgen
von Abfallstoffen.
Spezielle Themen der Explorations-
geologie (UWS/Dominik, W.):
Beurteilung von Folgen der Rohstoffer-
schließung. Umweltschutz auf den Tä-
tigkeitsfeldern. Erdöl als wirtschaftspoli-
tischer Faktor.
Fakultät VII
Architektur Umwelt Gesellschaft
Gehölzökologie und Waldökologie
(U/Forstreuter):
BestimmungvonGehölzenimWinter-
zustand, Gehölze in Parkanlagen, Ge-
hölzkartierung (Bäume in Parkanlagen
von Berlin); Standortansprüche von Ge-
hölzen, ökologische und pflanzensozio-
logische Charakterisierung von Waldö-
kosystemen vor Ort. Wahlpflichtfach
für das Fach Landschaftsplanung im
Hauptstudium
Naturschutzökonomie (UW/Hartje):
Ökonomische Grundkonzepte des Na-
turschutzes, Wertschätzung des Natur-
haushaltes, Anreizwirkungen planeri-
scher Instrumente, Einsatz ökonomi-
scher Instrumente im Naturschutz, In-
ternationaler Vergleich des Naturschut-
zes.
Globale Umweltprobleme als Thema
der Politik (US/Conrad):
Die Chance nachhaltiger Entwicklung,
Themen und Grenzen moderner Um-
weltpolitik, ökologische Struktur und
Signifikanz globaler Umweltprobleme,
sustainable development als (umwelt-
und entwicklungs) politisches Konzept,
Restriktionen und Handlungsmöglich-
keiten internationaler Umweltpolitik,
Exemplarische Untersuchung des inter-
nationalen Klimaschutzregimes.
Kommunaler Umweltschutz
(UWS/Hartje):
Kommunale Zuständigkeiten im Um-
weltschutz, Organisation kommunaler
Unternehmen, Flächenrecycling, kom-
munale Energiepolitik, Verkehrspolitik,
Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft.
Stadtökologie (U/Kowarik, Böhner,
Hansen, Ripl, Overdieck):
Einführung in die grundlegende und an-
gewandte stadtökologische Fragestellun-
gen, anthropogene Veränderungen in-
nerhalb der städtischen Umwelt (Klima,
Böden, Gewässer) und ihre Konsequen-
zen für die Tier- und Pflanzenwelt so-
wie für Stadtbewohner. Pflichtveranstal-
tung
Abfallprobleme in Entwicklungslän-
dern (UW/Wilke, B.-M.):
AnhandvonFallbeispielenwerdenPro-
bleme der Abwasserbehandlung und Ab-
fallbehandlung in Entwicklungsländern
dargestellt und Lösungssätze diskutiert.
Wahlpflichtfach
Umweltsoziologie II (US/Schäfer, M.):
Sozialwissenschaftliche Nachhaltigkeits-
forschung.
Technische Universität Berlin
A–6
Umweltverträglichkeitsprüfung
(UWS/Koeppel, J.):
Fachliche Grundlagen der Umweltver-
träglichkeitsprüfung (UVP). Die UVP
in verschiedenen Verfahrensebenen.
Vollzugsdefizite und Perspektiven der
UVP. Neuerungen der UVP-Gesetzes-
novelle. Strategische Umweltprüfung.
Planspiel.
Fakultät VIII
Wirtschaft und Management
Mikroökonomische Aspekte der
Umweltpolitik (UW/Krysiak):
Ökonomische Analyse der Instrumente
der Umweltpolitik. Probleme und In-
strumente der internationalen Umwelt-
politik
Umweltrecht II (US/Henkel):
Einführung in das besondere Um-
weltrecht: Wasser: Wasserhaushalt,
Grundwasser, oberirdische Gewässer,
Küstengewässer, hohe See. Luft: Luf-
treinhaltung nach Bundesimmissions-
schutzgesetz, sonstige Vorarbeiten zur
Reinhaltung der Luft. rmbekämp-
fung. Strahlenschutz (Atomgesetz und
Strahlenschutzverordnung). Recht der
Umweltchemikalien. Abfallbeseiti-
gung.
Vertiefungsbereich Umweltökono-
mie: Nationale u. Internat. Umwelt-
politik (UWS/Krysiak):
Nationale Umweltpolitik bei unvoll-
kommenen Märkten, asymmetrischer
Information, Unsicherheit oder regiona-
len Unterschieden, Umweltpolitik und
internationaler Handel grenzüberschrei-
tende Umweltprobleme und internatio-
nale Umweltabkommen, Beispiele zum
Klimaschutz, zur Luftreinhaltung, zur
Landwirtschaftspolitik und zum Gewäs-
serschutz.
Ökonomische Instrumente im Um-
weltschutz (UW/Mierheim):
Vor dem Hintergrund regulativer Rah-
menbedingungen werden Ansätze öko-
nomischer Instrumente und deren Wirk-
samkeit im anlagen- und produktbezo-
genen Bereich des Umweltschutzes un-
ter Berücksichtigung der aktuellen Ent-
wicklung behandelt.
Internationales Management
(US/Steger):
Analyse der globalen makroökonomi-
schen Rahmenbedingungen in ihren
Wirkungen auf Unternehmen, weltwei-
te Industrie- und Wettbewerbsanalyse,
strategische Ausgestaltung globaler Un-
ternehmensaktivitäten, organisatorische
und kulturelle Besonderheiten globaler
Unternehmen, Umweltschutz und Sta-
keholder Management. Studiengänge
Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebs-
wirtschaftslehre u. a.
Andere Projekte und LV ZTG
Evaluationskriterien und Indikatoren
f. nachhaltige Regionalentwicklung
(UWS/Schäfer, M.)
k. A.
Umweltbericht 2003
A–7
A.2 Daten des Betriebs
A.2.1 TU-Mitglieder und
Gesamtnutzfläche
A.2.2 Verbrauch elektrischer und Heizenergie
A.2.3 Wasserverbrauch
Jahr Stromverbrauch Ausgaben
absolut flächenbezogen
1994 53.027.019 kWh 84,19 kWh/m² 5.721 TEUR
1995 50.936.543 kWh 80,54 kWh/m² 5.230 TEUR
1996 51.075.477 kWh 80,92 kWh/m² 4.851 TEUR
1997 50.283.610 kWh 79,19 kWh/m² 4.531 TEUR
1998 50.466.217 kWh 79,39 kWh/m² 3.916 TEUR
1999 47.977.258 kWh 76,46 kWh/m² 4.015 TEUR
2000 46.268.422 kWh 73,73 kWh/m² 3.690 TEUR
2001 45.650.855 kWh 73,03 kWh/m² 3.589 TEUR
2002 48.364.931 kWh 78,72 kWh/m² 3.457 TEUR
Tab. A–1: Verbrauchsdaten elektrischer Energie
Jahr Heizenergieverbrauch
abolut flächenbezogen
1998 114.305.031 kWh 181,63 kWh/
1999 109.948.670 kWh 175,21 kWh/m²
2000 107.700.452 kWh 171,63 kWh/m²
2001 112.547.568 kWh 180,04 kWh/m²
2002 106.002.968 kWh 172,53 kWh/m²
Tab. A–2: Witterungsbereinigte Verbrauchsdaten für Heizenergie
Jahr Wasserverbrauch Abwasser
absolut pro Kopf
1993 549.546 11,62 515.339
1994 545.933 11,71 513.063
1995 533.679 11,73 497.700
1996 499.310 11,68 475.098
1997 445.232 11,23 424.802
1998 360.217 9,91 325.715
1999 383.579 10,63 383.579
2000 293.302 8,20 k. A.
2001 277.795 7,83 k. A.
2002 274.924 7,76 248.542
Tab. A–3: Verbrauchsdaten von Zu- und Abwasser
Jahr Fördermenge
Brunnenwasser
Niederschlags-
wasser
absolut pro Kopf
1998 28.192 0,76 k. A.
1999 85.231 2,36 k. A.
2000 142.230 3,97 k. A.
2001 109.019 3,07 k. A.
2002 102.618 2,90 225.910
Tab. A–4: Fördermengen Brunnenwasser,
Menge des Niederschlagswassers
Jahr TU-Mitglieder Gesamtnutzfläche
1993 47.310 k. A.
1994 46.608 629.873 m²
1995 45.499 632.453
1996 42.742 631.179
1997 39.646 635.001
1998 36.340 635.648
1999 36.072 627.519
2000 35.784 627.519
2001 35.479 625.118
2002 35.432 614.402
Tab. A–5: Entwicklung der Mitgliederzahl
und der Gesamtnutzfläche
Technische Universität Berlin
A–8
Abfallart 1998 1999 2000 2001 2002
Restmüll 713,20 t 639,84 t 509,67 t 484,12 t 481,00 t
Papier 713,27 t 878,88 t 648,86 t 644,04 t 522,00 t
Verpackungen 76,00 t 70,00 t 53,00 t 121,60 t 105,00 t
Glas 350,00 t 350,00 t 150,00 t 114,00 t 114,00 t
Sperrmüll 246,48 t 163,75 t 103,21 t 240,20 t 355,00 t
Eisenschrott 84,50 t 31,20 t 72,25 t 39,27 t 64,50 t
Holzspäne 16,32 t 18,96 t 13,00 t 13,35 t 35,00 t
Hartkunststoffe 0,00 t 0,00 t 3,40 t 4,40 t 4,16 t
Gartenabfall 29,80t 35,90t 35,50t 59,30t 56,00t
Baumischabfall 14,40 t 44,20 t 24,74 t 19,73 t 53,00 t
Summe absolut 2.251 t 2.241 t 1.619 t 1.770 t 1.790 t
pro Kopf 61,94 kg 62,13 kg 45,24 kg 49,89 kg 50,52 kg
Tab. A–6: Restmüll- und Wertstoffmengen
(Gesamttonnage weicht durch
Rundung der Einzelposten ab)
A.2.4 Abfallaufkommen
Sonderabfallart 1999 2000 2001 2002
Absorber 0,10 t 0,50 t 0,05 t 0,15 t
Altöl, Emulsionen 13,10t 6,45t 5,10t 8,50t
Asbestprodukte 3,91 t 10,44 t 0,06 t 0,15 t
Autobatterien, Akkus 0,00 t 0,40 t 0,72 t 0,00 t
chemisch verunreinigte Betriebsmittel 5,17 t 3,71 t 2,93 t 2,09 t
Farben, Klebstoffe 0,42 t 1,46 t 1,30 t 0,73 t
Entwickler, Fixierer 4,78 t 5,44 t 3,58 t 2,93 t
Infektiöse Abfälle 0,34 t 0,15 t 0,36 t 0,28 t
Kühlgeräte 0,71 t 1,15 t 0,91 t 1,23 t
Laugen 0,19 t 0,00 t 0,47 t 0,23 t
Leuchtstofflampen 12,00 t 11,00 t 1,98 t 1,79 t
Lösemittelgemische 11,39 t 11,85 t 12,43 t 8,86 t
Laborchemikalien 3,52 t 8,73 t 4,69 t 5,25 t
ölhaltige Betriebsmittel, Leeremballagen 2,31 t 3,12 t 3,06 t 1,58 t
PCB-Kondensatoren 0,11 t 0,15 t 0,24 t 0,00 t
Quecksilberabfälle 2,33 t 0,00 t 0,45 t 0,16 t
Säuren 4,48 t 0,79 t 0,76 t 0,49 t
schwermetallhaltige Lösungen 1,75 t 2,08 t 2,10 t 1,93 t
Benzinabscheider 5,00 t 2,25 t 6,00 t 4,96 t
Trockenbatterien 1,40 t 1,46 t 0,72 t 0,72 t
Elektronikschrott 25,01 t 33,36 t 39,38 t 36,30 t
Summe absolut 98,00 t 104,00 t 86,57 t 77,63 t
pro Kopf 2,72 kg 2,91 kg 2,44 kg 2,19 kg
Tab. A–7: Sonderabfallmengen aufgeschlüsselt nach Abfallarten
(Gesamttonnage weicht durch Rundung der Einzelposten ab)
Umweltbericht 2003
A–9
0 100 200 300 400 500 600 700 800 900
Restmüll
Papier
Verpackungen
Glas
Sperrmüll
Eisenschrott
Holzspäne
Hartkunststoffe
Gartenabfall
Baumischabfall
1998
1999
2000
2001
2002
t
Grafik A–1: Restmüll und Wertstoffarten
0 4 8 1216202428323640
Absorber
Altöl, Emulsionen
Asbestprodukte
Autobatterien, Akkus
chemisch verunreinigte Betriebsmittel
Farben, Klebstoffe
Entwickler, Fixierer
Infektiöse Abfälle
Kühlgeräte
Laugen
Leuchtstofflampen
Lösemittelgemische
Laborchemikalien
ölhaltige Betriebsmittel, Leeremballagen
PCB-Kondensatoren
Quecksilberabfälle
Säuren
schwermetallhaltige Lösungen
Benzinabscheider
Trockenbatterien
Elektronikschrott
1999
2000
2001
2002
t
Grafik A–2: Sonderabfallmengen aufgeschlüsselt nach Abfallarten
Technische Universität Berlin
A–10
1997 1998 1999 2000 2001 2002 Durchschnitt
Alle Arbeits- und Wegeunfälle 123 120 112 116 108 127 117,7
Meldepflichtige Unfälle 71 58 44 46 59 42 53,3
Unfallbedingte Arbeitstage 1.237 984 848 1.100 758 793 953,3
Durchschnitt Arbeitstage pro Unfall 10,1 8,2 7,6 9,5 7,0 6,2 8,1
Unfälle je tausend Beschäftigte 22,9 23,3 21,9 22,8 21,6 25,4 23,0
Tab. A–8: Arbeits- und Wegeunfälle der Beschäftigten
A.2.5 Unfallgeschehen
Umweltbericht 2003
A–11
Impressum
Umweltbeauftragter Thomas Albrecht (Foto: Weiß, TU Berlin)
Herausgeber und
verantwortlich für den Inhalt:
Der Präsident der Technischen Univer-
sität Berlin, Prof. Kurt Kutzler
Endredaktion:
Thomas Albrecht, Herbert Sörje, Dr.
Patrick Thurian, Marianne Walther von
Loebenstein
Inhaltlich verantwortlich für den Teil
Betrieb:
Beschäftigte der Abteilung IV und des
Bereiches SDU entsprechend ihrer Zu-
ständigkeit.
Inhaltlich verantwortlich für den Teil
Forschung, Lehre und Weiterbildung:
Dr. Patrick Thurian (HC 5)
Layout und Gestaltung:
Thomas Koegstadt
Herstellung:
TU-Druckerei
Auflage:
1.100 Exemplare
Bildnachweis:
Titel (Hintergrund): Pressestelle
Titel (kleines Foto): Basdere, TU Berlin
Foto des Präsidenten (S. 1): Pressestelle
Fotos auf den Seiten 4 und 5: Broschüre
„Umweltleitlinien der TU Berlin“
Bild „Wasserhahn“ (S. 16): Weiß, Pres-
sestelle
Die Quellen der übrigen Fotos siehe je-
weils dort.
Danksagung:
Der verantwortliche Redakteur dankt al-
len Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Universität, die zum Zustandekom-
men dieses Umweltberichtes beigetra-
gen haben.
Kontakt und Redaktion
Technische Universität Berlin
Der Präsident
Umweltbeauftragter
Th. Albrecht,
Geschäftszeichen SDU 20
Strasse des 17. Juni 135
10623 Berlin
(030) 314-2 13 92
(030) 314-2 11 45
t.albrecht@tu-berlin.de
www.tu-berlin.de/~sdu/Index.htm
Der vorliegende Bericht ergänzt die Berich-
te 1995, 1996, 1998, 2001 und 2002. Er
führt weiter gültige Angaben nicht wieder
auf. Die Berichte sind im Internet einseh-
bar unter http://www.tu-berlin .de/zuv/
sdu/UWS/Umweltbericht.htm. Der aktuelle
Berichtszeitraum umfasst die Daten des
Jahres 2002 und Aktivitäten bis Redakti-
onsschluss im Oktober 2003.
Technische Universität Berlin
A–12
Haushalt
343 Mio. EUR Landeszuschuss
Forschung
72,8 Mio. EUR eingeworbene Drittmittel
Lehre
149 Studiengänge inkl. Aufbau-, Ergän-
zungs- und Teilstudiengänge mit den
Abschlüssen Diplom, Magister, Bache-
lor of Science, Master of Science, Staats-
examen Lebensmittelchemie, Staatsex-
amen Lehramt sowie Promotion
Fakultäten
Geisteswissenschaften
Mathematik und Naturwissenschaften
Prozesswissenschaften
Elektrotechnik und Informatik
Verkehrs- und Maschinensysteme
Bauingenieurwesen und Angewandte
Geowissenschaften
Architektur Umwelt Gesellschaft
Wirtschaft und Management
Organisation und Kernkennzahlen
Standorte
in den Stadtteilen:
Zentraler Campus in Charlottenburg
Tiergarten/Spreebogen
Wedding
Steglitz
Zehlendorf/Dahlem
Gebäude
126 Gebäude, 70 Nebengebäude,
614.402 Gesamtnutzfläche
Mitglieder
Insgesamt 35.432 Personen, davon
28.291 Studierende
7.141 Beschäftigte
Soweit nicht anders angegeben, stammen
die Daten aus dem Jahr 2002, die Angaben
zur Zahl der Studiengänge aus dem Som-
mersemester 2003.
Abkürzungsverzeichnis
AUG Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz, Betrieb
AUMS Betriebliches Arbeits- und Umweltschutzmanagementsystem der TU Berlin
AUSA Arbeits- und Umweltschutzausschuss, Betrieb
Abt. IV Gebäude- und Dienstemanagement, Betrieb
BÄD Betriebsärztlicher Dienst
FG Wissenschaftliche Fachgebiete
FSP Fakultätsübergreifende Forschungsschwerpunkte
GD Geschäftsführende Direktoren der Institute
SB-DUB Sicherheits- und Dezentrale Umweltbeauftragte, Betrieb
SDU Sicherheitstechnische Dienste und Umweltschutz, Betrieb
ZUV Zentrale Universitätsverwaltung
Umweltbericht 2002
U–II