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[en] (orig)
Entwicklung einer arbeitswissenschaftlichen Methodik
zur Analyse und Optimierung von komplexen Prozessflüssen
im Arbeitssystem Krankenhaus
TOPICS - Together Optimizing Processes In Clinical Systems
vorgelegt von
Diplom-Ingenieur
Ingo Marsolek
aus Berlin
Von der Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme
der Technischen Universität Berlin
zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der Ingenieurwissenschaften
- Dr.-Ing. -
genehmigte Dissertation
Promotionsausschuss:
Vorsitzender: Prof. Dr.-Ing. J. Herrmann
Berichter: Prof. Dr. med. W. Friesdorf
Berichter: PD Dr. med. D. Pappert
Tag der wissenschaftlichen Aussprache: 12.06.2003
Berlin 2003
D 83
Zusammenfassung
Zusammenfassung
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus
Die Gesamtkosten für die stationäre Patientenbehandlung haben sich in Deutschland seit 1991
um mehr als 35% auf insgesamt 53 Mrd. € im Jahr 2000 erhöht – trotz des Inkrafttretens des
Gesundheits- Reformgesetzes 1989, des Gesundheits- Strukturgesetzes 1993 und der Einfüh-
rung von Fallpauschalen und Sonderentgelten ab dem 01.01.1996. Als weitere Maßnahme zur
Kosteneindämmung ist für das Jahr 2003 die Einführung einer nochmals verstärkt leistungs-
orientierten Krankenhausvergütung über DRGs vorgesehen.
Für jedes einzelne Krankenhaus wächst die Motivation für einen möglichst effizienten Res-
sourceneinsatz. Dabei gilt es nicht nur steigenden Patienten- und Qualitätsansprüchen gerecht
zu werden, sondern auch eine zunehmende Komplexität zu bewältigen, die aus einer wach-
senden medizinischen Leistungsfähigkeit resultiert.
2 Problemstellung
Rationalisierungsansätze für die direkte Patientenbehandlung lassen sich bereits seit Mitte der
90er Jahre beobachten. Eine einfache Übertragung der hierbei erzielten Arbeitsergebnisse auf
andere Krankenhäuser ist jedoch aufgrund unterschiedlicher Randbedingungen (z.B. Patien-
ten- und Abteilungsstrukturen) nicht möglich.
3 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit ist die systematische Entwicklung einer Methodik – TOPICS – zur Analyse
und Optimierung von komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus. Im Mittel-
punkt soll hierbei das Lernen aus bereits analysierten Arbeitsprozess- Varianten stehen.
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
Das methodische Vorgehen zur Entwicklung dieser Methodik lehnt sich am allgemeinen
Problemlösungsmodell aus dem Systems-Engineering nach Haberfellner et al (1992) an:
1. Im Sinne einer system-, ursachen- und zukunftsorientierten Situationsanalyse erfolgt zu-
nächst eine Abgrenzung des speziellen Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus gegen-
über klassischen Dienstleistungs- und Industriebetrieben.
1
Zusammenfassung
2. In einer zusätzlich lösungsorientierten Situationsanalyse wird die Übertragbarkeit bereits
existierender Lösungsansätze für komplexe Dienstleistungs- und Industriebetriebe auf das
Arbeitssystem Krankenhaus überprüft.
3. Aufbauend auf den Arbeitsergebnissen aus den beiden ersten Entwicklungsschritten erfolgt
die Definition von zwei speziellen Anforderungskatalogen für die in dieser Arbeit zu entwi-
ckelnde Methodik im Sinne der Zielformulierung des Systems- Engineering- Ansatzes.
4. Ausgehend von dieser Zielformulierung und den Ergebnissen der Situationsanalysen wer-
den im Sinne der Lösungssynthese und -analyse des Systems-Engineering- Ansatzes die bei-
den grundlegenden Lösungsbausteine der TOPICS- Methodik entwickelt: Partizipative Pro-
zessfluss- Visualisierung und Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich.
5. Für die Lösungsbewertung erfolgt zunächst eine getrennte Erprobung der beiden grundle-
genden Lösungsbausteine in zwei Vorstudien unter Mitwirkung von fünf verschiedenen
Krankenhäusern in den USA, Israel, Österreich, Deutschland und Japan. Bewertet wird die
Funktionstauglichkeit für den klinischen Alltag durch die involvierten Krankenhausmitarbei-
ter. Aufbauend auf diesen Ergebnissen erfolgt dann eine Verbesserung der TOPICS- Metho-
dik sowie ein kombinierter Einsatz beider Lösungsbausteine in der eigentlichen Hauptstudie.
In einem sechsten klinischen Arbeitssystem in den USA wird hierbei überprüft, in wieweit
mit der TOPICS- Methodik tatsächlich funktionstaugliche Prozessfluss- Verbesserungen für
den klinischen Alltag erzielt werden können.
5 Ergebnisse der Entwicklung der TOPICS- Methodik
1. Die Individualität des Patienten als „Arbeitsgegenstand“ – im Gegensatz zum Werk- oder
Reparaturstück bei Dienstleistungs- und Industriebetrieben – führt zu der großen Komplexität
des Arbeitssystems Krankenhaus. Die Komplexitätsbewältigung gewährleisten hoch
professionelle und spezialisierte Fachabteilungen. In der klinischen Patientenversorgung
kommt es hierdurch zu zahlreichen ablauforganisatorischen Schnittstellenproblemen, die sich
in den kommenden Jahren durch die Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus noch
weiter verschärfen werden.
2
Zusammenfassung
2. Bestehende Lösungsansätze für Dienstleistungs- und Industrieunternehmen eignen sich
hierfür nur eingeschränkt. Aufgrund der Komplexität der Patientenbehandlung zeigt sich ein
Einsatz von kennzahlengestützten Lösungsansätzen zur „Identifizierung und Eliminierung
von Schwachstellen“ als ungeeignet. Die „Partizipation der Mitarbeiter“ und „Visualisierung
von Prozessflüssen“ erscheinen dagegen als besonders gut geeignet – sie sorgen auch für die
„Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“.
3. Aufbauend auf den Lösungsansätzen des Dienstleistungs- und Industriesektors lassen sich
auf einer Metaebene 10 übergeordnete Teilziele ableiten, die sowohl das geforderte Arbeits-
ergebnis, den gewünschten Projektverlauf als auch eine erhoffte Sensibilisierung der invol-
vierten Mitarbeiter umfassen. Ausgehend von der Zielsetzung dieser Arbeit werden an diesen
Metazielen auch die beiden Anforderungskataloge für die Prozessfluss- Analyse und Optimie-
rung sowie für ein Lernen aus bereits analysierten Prozess- Alternativen orientiert. Im Sinne
eines modernen Managementverständnisses stehen im Mittelpunkt dieser Anforderungskata-
loge die in entsprechende Projekte direkt involvierten Krankenhausmitarbeiter als Wissens-
träger einer lernenden Organisation.
4. Die wichtigsten Bausteine der TOPICS- Methodik sind:
Die „Partizipative Prozessfluss- Visualisierung“ baut gezielt auf denjenigen Lösungsprin-
zipien auf, die sich bereits für komplexe Dienstleistungs- und Industriebetriebe bewährt ha-
ben. Neben einer gezielten Partizipation der Mitarbeiter und Visualisierung von Prozessflüs-
sen sind dies eine möglichst systematische Identifizierung und Eliminierung von Schwach-
stellen sowie die Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Für die Prozess-
fluss- Visualisierung wird auf eine spezielle Symbolik für das Krankenhaus gesetzt, die in
sieben (ggf. auch iterativ zu durchlaufenden) Projektphasen angewandt wird.
Der „Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich“ stellt einen neuen Lösungsansatz für
das Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen dar. Er ist eine Weiterentwicklung des
klassischen Benchmarking- Ansatzes nach Camp (1995). Anstelle der Nachahmung einer
zuvor mit Hilfe von Kennzahlen identifizierten Best Practice wird mit Hilfe von freien Pro-
zessbeschreibungen sowie von qualitativen Prozessgrößen auch ein Lernen aus eigentlich
nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen ermöglicht. Ziel ist nicht die Identifizie-
rung einer einzigen Best Practice, sondern die Modellierung von krankenhausspezifischen
Verbesserungen. Die vier zugrunde gelegten Projektphasen bauen dabei direkt auf den Ar-
beitsergebnissen der „Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung“ auf .
3
Zusammenfassung
5. Die Ergebnisse einer anonymen Bewertung im Anschluss an die beiden Vorstudien (durch
53 Krankenhausmitarbeiter für die „Partizipative Prozessfluss- Visualisierung“ sowie 5 aus-
gewählte klinische Mitarbeiter für den „Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich“) zei-
gen deutlich die Funktionstauglichkeit dieser beiden Lösungsbausteine für den klinischen
Alltag. Eine anonyme Bewertung durch 34 Krankenhausmitarbeiter in der eigentlichen
Hauptstudie dieser Arbeit bestätigt, dass durch einen kombinierten Einsatz beider Lösungs-
bausteine tatsächlich erwünschte Prozessfluss- Verbesserungen für den klinischen Alltag er-
arbeitet werden können.
6 Diskussion
Eine wichtige Erfahrung aus diesen Studien ist, dass der Einsatz der TOPICS- Methodik al-
lein noch kein Garant für eine erfolgreiche Projektumsetzung sein kann. Ein modernes Ma-
nagementverständnis ist unerlässlich, das eine gezielte Mitarbeiter- und Prozessorientierung
unterstützt.
Zusätzlich erweist sich der Arbeitsaufwand für den Problemspezifischen Prozessmodul-
Vergleich“ als deutlich größer als bei einem reinen Nachahmen einer vorgegebenen Best
Practice. Für die Etablierung eines möglichst eigenständigen kontinuierlichen Verbesse-
rungsprozesses ist jedoch ein Lernen durch Analyse und Verständnis als weitaus nachhalti-
ger einzustufen.
7 Ausblick
Für die Zukunft ist eine systematische Qualifizierung der Krankenhausmitarbeiter gefordert.
Aus den medizinischen Spezialisten der einzelnen Fachabteilungen müssen langfristig gese-
hen „Prozess- Verantwortliche“ des Arbeitssystems Krankenhaus werden.
4
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung................................................................................................................................... 1
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................................................... 5
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus........................................................................... 9
1.1 Wachsender Kostendruck .................................................................................................... 10
1.2 Steigende Patientenansprüche.............................................................................................. 13
1.3 Verändertes Qualitätsversndnis......................................................................................... 14
1.4 Zunehmende Komplexität.................................................................................................... 16
2 Problemstellung................................................................................................................................ 19
3 Zielsetzung....................................................................................................................................... 23
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik................................................. 24
4.1 Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus............................................ 24
4.2 Analyse bestehender Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung............ 25
4.3 Definition eines Anforderungskatalogs für die zu entwickelnde Methodik ........................ 25
4.4 Entwicklung der TOPICS- Methodik .................................................................................. 26
4.5 Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik ............................................................ 27
5 Ergebnisse der Entwicklung der TOPICS- Methodik...................................................................... 30
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus................................................................... 31
5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes.................................................................... 34
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation................................................................. 36
5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation.................................................................. 40
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche ....................................... 41
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus........................................ 44
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung .......................... 49
5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter ....................................................................................... 53
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen.............................................................................. 54
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen ............................................... 57
5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses......................................... 61
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik..................................................... 65
5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung....................... 67
5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen.......................... 69
5.4 Die TOPICS- Methodik....................................................................................................... 72
5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung...... 73
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen......... 75
5
Inhaltsverzeichnis
5.4.3 Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte .......................... 81
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung...................... 81
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich.............. 94
5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik.................................... 99
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung ............... 102
5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung ...................................................... 102
5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung ........................................................... 105
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs ....... 116
5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung ...................................................... 116
5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung ........................................................... 120
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik ............... 126
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik................................. 129
5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung ...................................................... 129
5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung ........................................................... 132
6 Diskussion...................................................................................................................................... 141
6.1 Diskussion der TOPICS- Methodik................................................................................... 141
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung...................................... 141
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs.............................. 148
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik........ 153
7 Ausblick ......................................................................................................................................... 156
8 Weiterer Einsatz der TOPICS- Methodik ...................................................................................... 158
9 Danksagung.................................................................................................................................... 160
10 Literaturverzeichnis........................................................................................................................ 161
11 Glossar............................................................................................................................................ 173
12 Anhang........................................................................................................................................... 180
6
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1.1-1: Entwicklung der Eckdaten der Krankenhäuser von 1991 bis 1998 nach Arnoldt et al (2000,
S. 290); Quelle: Statistisches Bundesamt ..................................................................................... 10
Abb. 5.1-1: Schematische Darstellung eines Arbeitssystems (vgl. auch Hammer, 1997, S. 38; Luczak,
1998, S. 27; Martin, 1994, S. 32; Schmidtke, 1993, S. 124 ff.).................................................... 32
Abb. 5.1.1-1: Schematische Darstellung des "Mensch-Maschine- Systems" und des "Patient-
Arzt/Anwender-Maschine- Systems" (vgl. Friesdorf et al, 1993, S. 209 ff.) ............................... 34
Abb. 5.1.2-1: Idealtypen der Aufbauorganisation nach REFA (1984, S. 59 ff.)................................... 36
Abb. 5.1.4-1: Schematische Darstellung von Prozessketten und Prozessflüssen.................................. 42
Abb. 5.1.4-2: Schematische Darstellung von Schnittstellen in der Patientenbehandlung..................... 43
Abb. 5.2-1: Paradigmenwechsel im Managementverständnis (nach Bullinger, 1995, S. 27)............... 50
Abb. 5.2.2-1: Schematische Darstellung der ablauforientierten Visualisierung von Prozessen ........... 54
Abb. 5.2.2-2: Schematische Darstellung der hierarchischen Gliederung von Prozessen...................... 55
Abb. 5.2.2-3: Exemplarische Symbole für die Prozessfluss- Visualisierung nach DIN 66001 ............ 56
Abb. 5.2.3-1: Ursachen-Wirkugs- bzw. Ishikawa- Diagramm.............................................................. 60
Abb. 5.2.4-1: Demingscher PDCA- Zyklus zur kontinuierlichen Verbesserung .................................. 61
Abb. 5.3.1-1: Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung........................... 67
Abb. 5.3.2-1: Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen.............................. 69
Abb. 5.4.2-1: Klassisches Benchmarking – Prozessfluss- Vergleich mittels quantitativer Prozessgrößen
...................................................................................................................................................... 77
Abb. 5.4.2-2: Klassisches Benchmarking – Identifikation und Imitation einer „Best Practice“........... 77
Abb. 5.4.2-3: Grundvoraussetzung des klassisches Benchmarkings: Vergleichbare Arbeitssysteme .. 78
Abb. 5.4.2-4: Gezielter Vergleich von defizitären Prozessmodulen..................................................... 79
Abb. 5.4.2-5: Identifikation und Anpassung von Lösungsalternativen aus anderen Krankenhäusern.. 80
Abb. 5.4.3.1-1: Schematische Darstellung der Visualisierung von Prozessflüssen .............................. 84
Abb. 5.4.3.1-2: Schematische Darstellung einer hierarchischen Gliederung von Prozessmodulen am
Beispiel der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ ........................................................... 86
Abb. 5.4.3.1-3: Schematische Darstellung der Quantifizierung von einzelnen Prozessmodulen ......... 87
Abb. 5.4.3.1-4: Schematische Darstellung der Process Module Characterizing Influences (PMCIs) .. 88
Abb. 5.4.3.1-5: Darstellung der Process Module Characterizing Consequences (PMCCs).................. 91
Abb. 5.4.3.1-6: Schematische Darstellung der Process Module Characterizing Profiles (PMCPs)...... 92
Abb. 5.5.1.1-1: Höchste Hierarchieebene des ersten Entwurfs der allgemein anwendbaren
Prozessfluss- Struktur für die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ (in englischer
Sprache)...................................................................................................................................... 103
Abb. 5.5.1.2-1: Wichtigste Grunddaten der fünf klinischen Projektpartner........................................ 106
7
Abbildungsverzeichnis
Abb. 5.5.1.2-2: Schematische Darstellung des verifizierten Prozessfluss- Diagramms der
„Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ des Hokkaido University Hospitals Sapporo (Japan)
nach Marsolek (1999)................................................................................................................. 108
Abb. 5.5.1.2-3: Gegenüberstellung des charakt. Stärken- und Schwächenprofils der fünf analysierten
Prozessflüsse für den Problembereich „1. Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die
ITS“ ............................................................................................................................................ 109
Abb. 5.5.1.2-4: Graphische Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit der
Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung durch 53 aktiv involvierte Krankenhausmitarbeiter
.................................................................................................................................................... 111
Abb. 5.5.2.2-1: Exemplarische Darstellung der Zusammenstellung aller für das Hokkaido University
Hospital Sapporo (Japan) identifizierten Prozessmodul- Alternativen....................................... 121
Abb. 5.5.2.2-2: Graphische Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs durch die fünf klinischen Vertreter................ 123
Abb. 5.5.4.2-1: Kurzdarstellung der charakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme auf die
Intensivstation“ des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami .............................. 133
Abb. 5.5.4.2-2: Zuordnung der charakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme auf die ITS" des
Jackson Memorial Hospitals der University of Miami zu den übergeordneten Prozessmodulen
der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur (aus Anhang 19) ........................................ 134
Abb. 5.5.4.2-3: Vereinfachte Gegenüberstellung aller identifizierter Prozessmodul- Alternativen aus
den fünf bereits analysierten „Patientenaufnahmen auf die ITS“ zu den daraus tatsächlich
erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserung für die ITS in Miami .................................................. 136
Abb. 5.5.4.2-4: Darstellung der Bewertungsergebnisse der Funktionstauglichkeit aller Prozessfluss-
Verbesserungen für die „Patientenaufnahme auf die ITS“ aus Miami....................................... 138
Abb. A.1-1: Schematische Darstellung des allgemeingültigen Vorgehensmodells zur Problemlösung
aus dem Systems-Engineering- Ansatz nach Haberfellner et al (1992, S. 110) ......................... 182
Abb. A.1.3-1: Schematische Darstellung von Routinevorhaben nach Haberfellner et al (1992, S. 169)
.................................................................................................................................................... 185
Abb. A.1.3-2: Schematische Darstellung von nicht-optimierenden Suchstrategien nach Haberfellner et
al (1992, S. 169) ......................................................................................................................... 186
Abb. A.1.3-3: Schematische Darstellung von einstufig-optimierenden Suchstrategien nach
Haberfellner et al (1992, S. 170) ................................................................................................ 186
Abb. A.1.3-4: Schematische Darstellung von mehrstufig-optimierenden Suchstrategien nach
Haberfellner et al (1992, S. 171) ................................................................................................ 187
8
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Darstellung der vier charakteristischen Entwicklungstendenzen in der Rahmensituation des
Arbeitssystems Krankenhaus aus arbeitswissenschaftlicher Sicht:
Ø 1.1 Wachsender Kostendruck (S. 10)
Ø 1.2 Steigende Patientenansprüche (S. 13)
Ø 1.3 Verändertes Qualitätsverständnis (S. 14)
Ø 1.4 Zunehmende Komplexität (S. 16)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 1 befindet sich auf Seite 18.
Die wirtschaftliche Dimension des Gesundheitssektors ist gewaltig. Im Jahr 2000 betrugen die
Gesamtkosten der Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik Deutschland 218,4 Mrd. €.
Das entsprach 10,7% des Bruttoinlandsproduktes. (Statistisches Bundesamt, 2002)
Insgesamt 53 Mrd. € davon entfielen im Jahr 2000 auf die stationäre Patientenbehandlung in
2.242 Krankenhäusern mit 559.651 aufgestellten Betten. Dies waren nahezu 24,3% der ge-
samten Gesundheitsausgaben. (Statistisches Bundesamt, 2002)
Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht kennzeichnen dabei vier Entwicklungstendenzen die
Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus (vgl. u.a. Baur et al, 2001, S. 23 ff.; Bö-
cken et al, 2000, S. 11 ff.; Gorschlüter, 1999, S. 6; Kerres & Lohmann, 1999, S. 13 ff.), die im
folgenden Abschnitt dieser Arbeit noch einmal kurz skizziert werden sollen:
Ø Wachsender Kostendruck
Ø Steigende Patientenansprüche
Ø Verändertes Qualitätsverständnis
Ø Zunehmende Komplexität
1.1 Wachsender Kostendruck
1.1 Wachsender Kostendruck
Die stationäre Patientenbehandlung im Arbeitssystem Krankenhaus ist einer der wichtigsten
Kostenfaktoren im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland (Adam, 1998, S. 27
ff.; Gorschlüter, 1999, S. 1).
Dabei sind die Gesamtkosten der Krankenhäuser zwischen den Jahren 1991 und 1997 um
30% (bis 1999 sogar auf 35,2%) gestiegen – trotz eines gezielten Abbaus der vorhandenen
Krankenhauskapazitäten – vgl. auch Abb. 1.1-1 (Arnold et al, 2000, S. 290 ff.; Arnold et al,
2002, S. 225 ff.).
%
Gesamtkosten der
Krankenhäuser
Anzahl der
Patienten
Vollkräfte
Betten
Pflegetage
Liegetage
Abb. 1.1-1: Entwicklung der Eckdaten der Krankenhäuser von 1991 bis 1998 nach Arnoldt et al (2000, S.
290); Quelle: Statistisches Bundesamt
Ursache hierfür sind neben den stetig steigenden Patientenzahlen (siehe Abb. 1.1-1) auch die
zunehmenden Behandlungskosten pro Patient. Beide resultieren aus einer Steigerung der me-
dizinischen Leistungsfähigkeit durch enorme Fortschritte in Wissenschaft und Technik sowie
einer demographischen Veränderung, bei der sich die Patientenstruktur der Krankenhäuser zu
immer mehr älteren, multimorbiden und chronisch kranken Langzeitpatienten verschiebt. (Ar-
nold et al, 2002, S. 225 ff.; Böcken et al, 2001, S. 11 ff.; Gorschlüter, 1999, S. 7 f.)
1.1 Wachsender Kostendruck
11
Bereits seit Ende der 80er Jahre ist man jedoch nicht mehr dazu bereit, diese ständige Kosten-
erhöhung kritik- und tatenlos hinzunehmen:
Þ Bisherige Maßnahmen zur Kosteneindämmung:
Als bisher bedeutendste Maßnahmen (Adam, 1998, S. 27 ff.; Beske et al, 1993, S. 74; Schell,
1995, S. 98 ff.) gelten das
· Inkrafttreten des Gesundheits- Reformgesetzes (GRG) im Jahr 1989 sowie die
· Einführung des Gesundheits- Strukturgesetzes (GSG) im Jahr 1993.
Neben der stets nur als Übergangslösung gedachten Deckelung des Krankenhausbudgets lässt
sich hierbei eine schrittweise Ablösung des bisherigen Selbstkostendeckungsprinzips der
Krankenhausfinanzierung durch eine verstärkt leistungsorientierte Vergütung erkennen. Als
wichtigste Maßnahme des Gesundheits- Strukturgesetzes gilt hierfür das teilweise Aufgeben
eines tagesgleichen Pflegesatzes durch die Einführung von Fallpauschalen und Sonderentgel-
ten ab dem 01.01.1996. Über diese werden derzeit circa ein Viertel aller Krankenhausleistun-
gen abgewickelt, so dass für diesen pauschalisierten Bereich bereits seit mehreren Jahren der
Anreiz für eine möglichst effiziente Leistungserbringung besteht. (Adam, 1998, S. 31; Beske
et al, 1993, S. 74; Gorschlüter, 1999, S. 9 ff.; Henke & Göpffahrt, 1998, S. 1 ff.; Statistisches
Bundesamt, 1998, S. 11)
Dennoch sind die stationären Behandlungskosten in den vergangenen Jahren weiter gestiegen
(vgl. auch Abb. 1.1-1), so dass bereits für das 2003 eine erneute Maßnahme zur Kostenein-
dämmung vorgesehen ist.
Þ Zukünftige Maßnahme zur Kosteneindämmung:
Ab dem 01.01.2003 ist die Einführung einer nochmals verstärkt leistungsorientierten Kran-
kenhausvergütung nach DRGs (Diagnosis Related Groups) vorgesehen. Für alle Behandlun-
gen im Krankenhaus erfolgt dabei eine Pauschalvergütung nach Haupt- und Nebendiagnosen
sowie nach dem Schwerefall des Behandlungsgrades. Ab diesem Zeitpunkt wird somit nicht
mehr die Liegedauer der Patienten oder die erbrachten Leistungen während der Patientenbe-
handlung vergütet, sondern eine Pauschale pro behandeltem Krankheitsbild bezahlt. (Fischer,
2002, S. 13 ff.; Günster et al, 2000, S. 245 ff.; Mansky, 2002, S. 173 ff.; Rochell & Roeder,
2002, S. 49 ff.; Schmitz, 2001, S. 195 ff.)
1.1 Wachsender Kostendruck
12
Die Erfahrung mit der Einführung von DRGs in den USA seit Mitte der 80er Jahre zeigt, dass
hierdurch tatsächlich die Kosten pro behandeltem Fall sowie die Liegedauern in den Kran-
kenhäusern gesenkt werden konnten. Demgegenüber besteht jedoch die Gefahr, dass die An-
zahl der insgesamt behandelten (und somit zur vergütenden) Fälle weiterhin steigt. Im un-
günstigen Fall kann dies zu einer weiteren Zunahme der Gesamtkosten der stationären Pati-
entenversorgung führen. (Coffey & Louis, 2001, S. 33 ff.)
Hiervon unabhängig wird jedes einzelne Krankenhaus durch eine verstärkt leistungsorien-
tierte Vergütung dazu motiviert, mit Hilfe eines möglichst effizienten Ressourceneinsatzes die
eigene Gewinnspanne zu maximieren. Dies ist der gewollte Anreiz. Dabei darf jedoch keines-
falls das Wohl des Patienten gefährdet werden. Es wächst somit die Notwendigkeit zur exter-
nen Qualitätssicherung – siehe auch Kapitel 1.3. (vgl. u.a. Gorschlüter, 1999, S. 20)
1.2 Steigende Patientenansprüche
1.2 Steigende Patientenansprüche
Die Erwartungshaltung gegenüber der stationären Patientenbehandlung hat sich deutlich ver-
ändert. Ursachen hierfür sind:
1. Eine zunehmende Berichterstattung über medizinische Neuerungen, die somit einen hohen
Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung erlangen (Viethen, 1995, S. 3 ff.).
2. Eine insgesamt kritischere Berichterstattung der Medien über die Medizin (vgl. z.B. Elfes,
1996, S. 432 ff.; Schäfer, 1996, S. 52 ff.).
3. Steigende Versicherungsbeiträge sowie eine wachsende Bereitschaft bzw. Notwendigkeit
zur Zuzahlung eines Eigenanteils für die Patientenbehandlung (Hildebrand, 1999, S. 15).
Dies führt zu einer Situationsveränderung, die im Industrie- und Dienstleistungssektor als eine
Verlagerung vom Verkäufer- zum Käufermarkt bezeichnet wird (Adam, 1996, S. 8):
Þ Der Patient wird zum „Kunden“ des „Dienstleisters“ Krankenhaus:
(vgl. hierzu u.a. Adam, 1996, S. 8, Eichhorn, 1997, S. 127 ff.; Hildebrand, 1999, S. 13 ff.;
Kaltenbach, 1993, S. 45 ff.; Kerres & Lohmann, 1999, S. 43 ff.; Kersting, 1999, S. 164 f.).
Die Patientenversorgung im Krankenhaus stellt dabei eine kundenpräsenzbedingte bzw. per-
sönlich-interaktive Dienstleistung dar. Der Kunde bringt sich selbst als externer Faktor in den
Prozess der Dienstleistungserstellung ein (Eichhorn, 1997, S. 5; Friesdorf, 1990, S. 39 ff.).
Þ Zunehmender Wettbewerb bestimmt die stationäre Patientenversorgung:
Mit dem Patienten als „Kunden“ gewinnt neben der rein medizinischen Patientenbehandlung
auch die nicht-medizinische Versorgung im Krankenhaus immer mehr an Bedeutung. Der
Patient erwartet inzwischen sowohl einen adäquaten persönlichen Umgang als auch ein sei-
nem Lebensstandard angemessenes Umfeld (Einzelzimmer, Telefon, Fernsehen, Verkösti-
gung etc.). Die Auswahl eines geeigneten Krankenhauses erfolgt zunehmend nicht mehr al-
lein auf Basis der ärztlichen Einweisung, sondern auch nach den persönlichen Bedürfnissen
und Erwartungen des Patienten. (Gorschlüter, 1999, S. 8 f.; Müller-Bellingrodt, 1998, S. 22 f.;
Schmidt & Visse, 1998, S. 24 f.)
Dennoch darf die Patientenversorgung im Krankenhaus keinesfalls mit einer herkömmlichen
Dienstleistung verwechselt werden. Im Mittelpunkt steht die medizinische Patientenversor-
gung. Oberste Priorität hat das Wohl des Patienten.
1.3 Verändertes Qualitätsverständnis
1.3 Verändertes Qualitätsverständnis
In der Medizin hat der Qualitätsgedanke bereits eine lange Tradition und ist tief im Berufsver-
ständnis von Ärzten und Pflegekräften verankert (Viethen, 1995, S. 1). Heutzutage lassen sich
dabei zwei grundlegend verschiedene Ansätze zur Qualitätssicherung unterscheiden:
Interne Qualitätssicherung: Ziel ist es hierbei, nicht erfüllte Qualitätsanforderungen und
-schwachstellen zu erkennen und zu beheben (Eichhorn, 1997, S. 33).
Visiten, Konsiliarien, Indikations-, Röntgen- oder auch Todesfallbesprechungen zählen zu
den traditionellen Maßnahmen zur internen Qualitätssicherung im Krankenhaus (vgl. u.a.
Eichhorn et al, 1997, S. 85 f.; Wien, 1996, S. 286).
Externe Qualitätssicherung: Ziel ist es hierbei, gegenüber den Patienten und der Öffentlich-
keit die Qualität der angebotenen Leistungen nachzuweisen (Eichhorn, 1997, S. 33).
Externe Maßnahmen zur Qualitätssicherung basieren daher auf einer Überwachung der
Ergebnisqualität (vgl. die Begriffsdefinition von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität nach
Donabedian, 1966). Es wird von dem Verständnis ausgegangen, dass Qualität anhand des
Ergebnisses erprüft werden muss. (vgl. Eichhorn, 1997, S. 85 f.; Gorschlüter, 1999, S. 14. ff.;
Schmidt, 1998, S. 31; Viethen, 1995, S. 3)
Die Bereitschaft zur fakultativen Teilnahme an externen Qualitätssicherungsprogrammen ist
dabei in der Medizin bereits seit mehreren Jahren weit verbreitet – z.B. in der Perinatologie
und Neonatologie seit 1975 (Wolf, 1997, S. 129 ff.) bzw. seit 1987 in der Chirurgie (Felsen-
stein, 1997, S. 121 ff.) und Herzchirurgie (Jaster, 1997b, S. 161 ff.).
Rechtlich verankert wurde die Qualitätssicherung für das Arbeitssystem Krankenhaus jedoch
erst 1989 durch das Gesundheits-Reformgesetz. Durch die Novellierung des Gesundheits-
Strukturgesetzes wurde ihre Bedeutung 1993 nochmals hervorgehoben. Heutzutage sind alle
Krankenhäuser laut Sozialgesetzbuch V (SGB V) §137 dazu verpflichtet, sich an Maßnahmen
zur Qualitätssicherung zu beteiligen und vergleichende Prüfungen zu ermöglichen.
Vor diesem Hintergrund sind die Qualitätsanforderungen an die stationäre Patientenversor-
gung deutlich gestiegen (vgl. u.a. Borges & Schnabel, 1998, S. 134 ff.; Eichhorn, 1997, S. 85
ff.; Gorschlüter, 1999, S. 13 ff.; Jaster, 1997, S. 25 ff.; Kaltenbach, 1993, S. 105 ff.; Viethen,
1998, S. 14 ff.).
1.3 Verändertes Qualitätsverständnis
15
Zusätzlich haben seit Mitte der 90er Jahre sowohl die steigenden Patientenansprüche als auch
der wachsende Kostendruck zu einem Paradigmenwechsel im Qualitätsverständnis geführt,
wie er im Dienstleistungs- und Industriesektor schon seit langem vollzogen wurde:
Þ Kontinuierliche Qualitätsverbesserung ersetzt kontrollierende Qualitätssicherung:
Nicht mehr die Qualität selbst, sondern ihre Nichteinhaltung wird als Verursacher zusätzlicher
Kosten verstanden. Anstelle einer kontrollierenden Qualitätssicherung der Ergebnisqualität
rückt eine kontinuierliche Verbesserung der Prozess- und Strukturqualität. Hierfür wird insbe-
sondere auf das vorhandene Potential von erfahrenen und motivierten Krankenhausmitarbei-
tern gesetzt. (Eichhorn, 1997, S. 85 ff.; Gorschlüter, 1999, S. 13 ff.; Jaster, 1997, S. 10; Kal-
tenbach, 1993, S. 96, ff.; Kauferstein et al, 1998, S. 226 ff.; Viethen, 1998, S. 8 ff.)
Þ Verstärkte Implementierung u. Zertifizierung von Qualitätsmanagement- Systemen:
Um dieses neue Qualitätsverständnis möglichst umfassend zu etablieren, lässt sich im Ar-
beitssystem Krankenhaus eine zunehmende Implementierung und Zertifizierung von Quali-
tätsmanagement- Systemen beobachten (vgl. u.a. Eichhorn, 1997, S. 73 ff.; Eugene, 1997, S.
455 ff.; Hindringer et al, 1999, S. 1 ff.; Kaltenbach, 1993, S. 177 ff.; Köck, 1996, S. 39 ff.;
Kolkmann et al, 2001, S. 507 ff.; Möller, 2002, S. 101 ff.; Offermanns, 1998, S. 248 f.; Per-
leth & Schwartz, 1998, S. 230 ff.; Reincke, 1995, S. 350 ff.; Schmidt, 1998, S. 31 ff.; Strat-
meyer, 1997, S. 260 ff.; Wien, 1996, S. 286).
Einerseits werden hierfür Qualitätsmanagement- Konzepte unverändert aus dem
Dienstleistungs- und Industriesektor übernommen (z.B. nach DIN EN ISO 9000 oder nach der
European Foundation for Quality Management EFQM). Andererseits existieren Konzepte, die
speziell an die Rahmenbedingungen des klinischen Arbeitssystems angepasst wurden (z.B.
das Konzept des Integrativen Qualitätsmanagements im Krankenhaus IQMK bzw. das Zertifi-
zierungsverfahren der Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus KTQ).
Gleichermaßen wird in allen Ansätzen Qualitätsmanagement zunehmend als Schlüsselaufgabe
der Krankenhausführung verstanden. Zusätzlich sollen eine verstärkte Prozess- und Kunden-
orientierung nicht nur zu einer systematischen Qualitätsverbesserung, sondern auch zu einer
deutlichen Effizienz- und Attraktivitätssteigerung der klinischen Patientenversorgung führen.
(vgl. u.a. Bäuerle et al, 1997, S. 44, ff.; Breinlinger-O’Reilly, 2000, S. 419 ff.; Eichhorn,
1997; Gorschlüter, 1999, S. 17 ff.; Kauferstein et al, 1998, S. 226 ff.; Kolkmann et al, 2001,
S. 207 ff.; Oberender & Daumann, 1997, S. 210 ff.; Schmidt, 1998, S. 30 ff.; Viethen, 1998,
S. 31 ff.)
1.4 Zunehmende Komplexität
1.4 Zunehmende Komplexität
16
Ein komplexes System ist gekennzeichnet durch seine Vielzahl von Einzelfaktoren sowie de-
ren dynamische Wirkbeziehungen untereinander (vgl. auch Krallmann, 1994, S. 9 f.; Probst &
Gomez, 1991, S. 5 ff.; Ulrich & Probst, 1991, S. 57 ff.).
Die Individualität der Patienten, ethische Fragestellungen und die Dynamik der Krankheits-
verläufe machen das Arbeitssystem Krankenhaus zu einem komplexen System.
Zusätzlich erhöht sich die Komplexität durch folgende Faktoren:
Steigende medizinische Leistungsfähigkeit: Die moderne Medizin kennzeichnet sich durch
eine Vielzahl von neuartigen und erfolgreichen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Ursa-
chen hierfür sind ein enormes Wachstum an medizinischem Fachwissen sowie wesentliche
Fortschritte in den Bereichen Pharmakologie und Technik. Die Komplexität in der medizini-
schen Entscheidungsfindung und Leistungserstellung steigt. (Friesdorf et al, 1993, S. 207 ff.,
Gorschlüter, 1999, S. 5 ff.; Kerres & Lohmann, 1999, S. 19 ff.)
Demographischer Wandel: Die Patientenstruktur des Arbeitssystems Krankenhaus ver-
schiebt sich zu immer mehr älteren und multimorbiden sowie chronisch kranken Langzeitpa-
tienten. Ursache hierfür sind neben der steigenden medizinische Leistungsfähigkeit vor allem
hygienische, soziale und ökonomische Fortschritte. Es wächst somit nicht nur der Ressour-
cenverbrauch, sondern auch die Komplexität in der medizinischen Entscheidungsfindung und
Leistungserstellung. (Gorschlüter, 1999, S. 7 f.)
Um diese zunehmende Komplexität so weit wie möglich zu beherrschen, lassen sich im Ar-
beitssystem Krankenhaus folgende Ansätze zur Komplexitätsbewältigung erkennen:
Þ Professionelle Spezialisierung der Krankenhausmitarbeiter:
Vor allem aufgrund der steigenden medizinischen Leistungsfähigkeit ist eine professionelle
Spezialisierung der Krankenhausmitarbeiter in einzelnen Fachabteilungen unerlässlich ge-
worden (z.B. Anästhesisten, Radiologen, Chirurgen, OP- Schwestern, Medizintechniker etc.).
Nur die wenigsten Patientenbehandlungen können jedoch von einer einzigen Fachabteilung
des Arbeitssystem Krankenhaus allein durchgeführt werden. Stattdessen gilt es für eine mög-
lichst optimale Patientenversorgung die Spezialisten aus den verschiedensten Abteilungen in
einem Team zusammenzuführen. (Friesdorf et al, 1993, S. 207 ff.).
1.4 Zunehmende Komplexität
17
Þ Gezielte Aufgaben- bzw. Diagnoseorientierung bei der Patientenbehandlung:
Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Komplexitätsbewältigung bei der direkten Patientenbe-
handlung ist eine gezielte Aufgaben- bzw. Diagnoseorientierung. Dabei wird für spezifische
Krankheitsbilder bzw. Diagnosen festgelegt, welche Arbeitsaufgaben zu erfüllen sind („wel-
che Dinge zu tun sind“).
Langfristig gesehen werden somit Behandlungsleitlinien im Sinne von medizinischen „Best
Practices“ angestrebt. Mittels Outcome- Studien wird eine möglichst objektive Überprüfung
dieser Behandlungsleitlinien angestrebt, um dem Ziel einer „Evidence Based Medicine“
schrittweise näher zu kommen. Gleichzeitig werden diese Ergebnisse mit Hilfe von Fachzeit-
schriften und -kongressen arbeitssystemübergreifend ausgetauscht und weiterentwickelt.
Þ Aufgaben- bzw. diagnoseorientierte Standardisierung der Patientenbehandlung:
Aufbauend auf diesen aufgaben- und diagnoseorientierten Behandlungsleitlinien wird in
Amerika bereits seit Mitte der 80er Jahre eine systematische Definition von berufsgruppen-
übergreifenden Behandlungsstandards für spezifische Krankheitsbilder angestrebt. Mit Hilfe
dieser verstärkt patientenorientierten Strukturierung der klinischen Leistungserstellung soll
dabei die traditionell berufsgruppenorientierte Arbeitsorganisation im Krankenhaus abgelöst
werden.
Im amerikanischen Gesundheitswesen haben sich entsprechende Standardisierungskonzepte
bereits unter den Synonymen „Critical Pathways“, „Clinical Pathways“ oder auch „Practice
Guidelines“ etabliert und teilweise sogar bis in die Kostenabrechnung durchgesetzt. Von Sei-
ten der Medizin werden diese Standardisierungskonzepte zum Teil jedoch kontrovers disku-
tiert – insbesondere wenn kein individueller Entscheidungsspielraum mehr verbleibt. (vgl. u.a.
Abbott et al, 1995, S. 9 ff.; Barnes et al, 1994, S. 267 ff.; Fischer & Wagner, 1997, S. 22 ff.;
Graybeal et al, 1993, S. 42 ff.; Hauser et al, 1998, S. 488 ff.; Kerres & Lohmann, 1999, S. 83
ff.; Ibarra et al, 1998, S. 19 ff.; Little & Whipple, 1996, S. 54 ff.; Ramos & Ratliff, 1997, S.
66 ff.; Rietz et al, 1997, S. 460 ff.; Spain et al, 1998, S. 101 ff.; Thiemann, 1996, S. 454 ff.;
Thiemann & Voss, 1998, S. 175 ff.; von der Wense et al 1998, S. 234 ff.)
Generell lässt sich gerade im medizinischen Bereich trotz der zunehmenden Komplexität ein
Vorbehalt gegenüber einer Standardisierung der Patientenbehandlung beobachten. Ursache
hierfür ist nicht nur die Forderung nach ärztlicher Therapiefreiheit, sondern auch die immer
individueller werdenden Anforderungen einer patientenorientierten Leistungserbringung.
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus
18
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
1 Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus
Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht zeigen sich vier charakteristische Entwicklungstendenzen:
Ø 1.1 Wachsender Kostendruck (S. 10):
Kostenzunahme bei der stationären Patientenversorgung durch steigende medizinische Leis-
tungsfähigkeit sowie immer mehr ältere und multimorbide sowie chronisch kranke Langzeitpa-
tienten
Þ Bisherige Maßnahmen zur Kosteneindämmung:
Gesundheits- Reformgesetz (1989) und Gesundheits- Strukturgesetz (1993):
- zunehmende Abkehr vom Selbstkostendeckungsprinzip der Krankenhausfinanzierung
- zum Teil leistungsorientierte Vergütung nach Fallpauschalen und Sonderentgelten (seit dem
01.01.1996) als Anreiz für eine möglichst effiziente Leistungserbringung
- dennoch stetig zunehmende Kosten für die stationäre Patientenbehandlung durch steigende
Patientenzahlen und Behandlungskosten pro Patient
Þ Zukünftige Maßnahmen zur Kosteneindämmung:
Einführung von Diagnosis Related Groups (DRGs) ab dem 01.01.2003:
- Pauschalvergütung pro behandeltem Krankheitsbild
- zusätzlicher Anreiz für einen möglichst effizienten Ressourceneinsatz
Ø 1.2 Steigende Patientenansprüche (S. 13):
Veränderung in der Erwartungshaltung gegenüber der stationären Behandlung durch:
1. eine zunehmende Berichterstattung über medizinische Neuerungen
2. eine insgesamt kritischere Berichterstattung über die Medizin
3. steigende Versicherungsbeiträge sowie Zuzahlung eine Eigenanteils für die Behandlung
Þ Der Patient wird zum „Kunden“ des „Dienstleisters“ Krankenhaus
Þ Zunehmender Wettbewerb bestimmt die stationäre Patientenversorgung
Ø 1.3 Verändertes Qualitätsverständnis (S. 14):
Man unterscheidet zwei Ansätze zur Qualitätssicherung (QS):
Interne Qualitätssicherung, um nicht erfüllte Qualitätsanforderungen und -schwachstellen
intern zu erkennen und zu beheben (z.B. durch Visiten, Konsiliarien, Besprechungen etc.)
Externe Qualitätssicherung, um nach außen die Qualität der Leistungen nachzuweisen (z.B.
durch Qualitätssicherungsprogramme in Perinatologie und Neonatologie, Chirurgie etc.)
Paradigmenwechsel im Qualitätsverständnis seit Mitte der 90er Jahre:
Þ Kontinuierliche Qualitätsverbesserung ersetzt kontrollierende Qualitätssicherung
Þ Verstärkte Implementierung und Zertifizierung von Qualitätsmanagement- Systemen
Ø 1.4 Zunehmende Komplexität (S. 16):
Die Individualität der Patienten, ethische Fragestellungen und die Dynamik der Krankheits-
verläufe machen das Krankenhaus zu einem komplexen System. Zusätzliche Komplexitätser-
höhung durch:
Steigende medizinische Leistungsfähigkeit (durch Wissenschaft und Technik)
Demographischer Wandel (mehr ältere, multimorbide u. chronisch kranke Langzeitpatienten)
Bestehende Ansätze zur Komplexitätsbewältigung:
Þ Professionelle Spezialisierung der Krankenhausmitarbeiter
Þ Gezielte Aufgaben- bzw. Diagnoseorientierung bei der Patientenbehandlung
Þ Aufgaben- bzw. Diagnoseorientierte Standardisierung der Patientenbehandlung
2 Problemstellung
2 Problemstellung
19
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Differenzierung in primäre, sekundäre und tertiäre Arbeitsprozesse und Darstellung der un-
terschiedlichen Rationalisierungsansätze:
Ø Rationalisierungsansätze für sekundäre und tertiäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus
Ø Rationalisierungsansätze für primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus
Þ Besondere Problemstellung dieser Arbeit
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 2 befindet sich auf Seite 22.
Ähnlich wie in Dienstleistungs- und Industriebetrieben definieren sich die Anforderungen an
das Arbeitssystem Krankenhaus aus einem wachsenden Kostendruck, steigenden Kundenan-
sprüchen sowie dem Wunsch nach einer möglichst hohen Qualität. Gleichzeitig liefert eine
verstärkt leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung die Motivation für eine Rationalisie-
rung der bestehenden Arbeitsprozesse. Dabei sollte jedoch keinesfalls die Qualität der medi-
zinischen Versorgung und somit das Wohl des Patienten gefährdet werden.
Um dabei einen fehlerhaften Einsatz von bestehenden Rationalisierungsansätzen zu vermei-
den, müssen aus arbeitswissenschaftlicher Sicht drei Arten von Arbeitsprozessen aufgrund
ihrer abnehmenden Nähe zum Patienten und somit abnehmenden Komplexität unterschieden
werden (Friesdorf et al, 2002, S. 42 f.):
· primäre Arbeitsprozesse = die direkte Patientenbehandlung
(wie z.B. chirurgische Eingriffe, intensivmedizinische Versorgung etc.)
· sekundäre Arbeitsprozesse = die direkt die Patientenbehandlung unterstützenden
Arbeitsprozesse (wie z.B. OP- Management, Laboratoriumsdiagnostik etc.)
· tertiäre Arbeitsprozesse = die indirekt die Patientenbehandlung unterstützenden
Arbeitsprozesse (wie z.B. Sterilisation, Reinigung etc.)
Ø Rationalisierungsansätze für sekundäre u. tertiäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus:
Für tertiäre und sekundäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus können problemlos bereits vor-
handene Rationalisierungsansätze aus dem klassischen Dienstleistungs- und Industriesektor
angewandt werden. Z.B. Outsourcing von Arbeitsaufgaben für tertiäre Arbeitsprozesse, Ana-
lyse und Standardisierung von sekundären Arbeitsprozessen. (Friesdorf et al, 2002, S. 42 f.)
Aufgrund der niedrigen Komplexität dieser Bereiche konzentriert sich diese Arbeit auf die
primären Arbeitsprozesse.
2 Problemstellung
20
Ø Rationalisierungsansätze für primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus:
Bereits seit Mitte der 90er Jahre lassen sich im Arbeitssystem Krankenhaus zunehmend auch
Ansätze zur Rationalisierung der direkten Patientenbehandlung beobachten (vgl. u.a. Davis,
1997, S. 28 ff.; Dopfer & Müller-Albrecht, 1998, S. 42 ff.; Eichhorn & Schär, 1994, S. 13 ff.;
Fritz, 1998, S. 414 ff.; Greulich & Thiele, 1997, S. 15 ff.; Hinz & Harms, 1997, S. 1022 ff.;
Kauferstein et al, 1998, S. 226 ff.; Kersting, 1999, S. 159 ff.; Krämer, 1999, S. 121 ff.; Moffit
et al, 1993, S. 509 ff.; Müller, 1998, S. 110 ff.; Müller & Schlaudt, 1999, S. 200 ff.; Murphy
et al, 1995, S. 31 ff.; Nientiedt & Dobat, 1998, S. 238 ff.; Picot & Korb, 1999, S. 14 ff.; Pra-
della, 1998, S. 209 ff.; Sänger & Ellenberg, 1996, S. 185 ff.; Schmidt & Visse, 1998, S. 24 ff.;
von Fournier et al, 1998, S. 484 ff.).
Eine einheitliche Methodik wird jedoch hierbei nicht eingesetzt. Geprägt werden diese An-
sätze vor allem durch folgende zwei Lösungsprinzipien, die sich bereits zur Analyse und
Optimierung von immer komplexer werdenden Arbeitsprozessen in Dienstleistungs- und In-
dustriebetrieben bewährt haben:
· Eine systematische Visualisierung der bestehenden Prozess- Abläufe schafft die für eine
erfolgreiche Optimierung benötigte Komplexitätsreduzierung (Prozess- Transparenz).
· Eine gezielte Partizipation der Mitarbeiter stellt sicher, dass spätere Prozess- Verän-
derungen tatsächlich auch akzeptiert und möglichst reibungsfrei umgesetzt werden.
Hiermit gilt es vor allem eine der wichtigsten Maßnahmen zur Komplexitätsbewältigung bei
der direkten Patientenbehandlung zu unterstützen: die gezielte Aufgaben- bzw. Diagnoseori-
entierung des klinischen Personals („welche Dinge zu tun sind“ – siehe Kapitel 1.4).
Denn selbst die beste Aufgabendefinition zur medizinischen Patientenbehandlung führt nicht
zum gewünschten Ziel, wenn diese nicht mit möglichst fehlerfreien Arbeitsprozessen umge-
setzt wird (wie die Dinge zu tun sind“). Kommt es in diesen Arbeitsprozessen zu Fehlern
(in der Entscheidung, Kommunikation, Anwendung etc.), so muss mit Einbußen bei der Qua-
lität und/oder Effizienz der medizinischen Patientenbehandlung gerechnet werden.
Für eine möglichst effiziente und qualitativ hochwertige Patientenversorgung ist somit neben
der klassischen Aufgabenorientierung eine gezielte Prozessorientierung gefordert.
2 Problemstellung
21
Þ Besondere Problemstellung dieser Arbeit:
Es existiert keine einheitliche Methodik zur Analyse und Optimierung von primären Ar-
beitsprozessen im Krankenhaus.
Dieses Fehlen einer einheitlichen Methodik erschwert die Übertragung bereits erzielter
Analyse- und Optimierungsergebnisse auf andere klinische Arbeitssysteme.
Ein Informationsaustausch über die arbeitsorganisatorische Fragestellung „wie die
Dinge zu tun sind“ (also über bereits in anderen Krankenhäusern erzielte Analyse und Opti-
mierungsergebnisse) erscheint dennoch als besonders vielversprechend, da der Informations-
austausch über die medizinische Fragestellung „welche Dinge zu tun sind“ durch zahlreiche
Fachzeitschriften und -kongresse bereits weit verbreitet ist (vgl. u.a. Rotondi et al, 1997, S.
417 ff.; Bryan-Brown & Crippen, 1997, S. 441 ff.).
Allerdings ist eine Übertragung bereits erzielter Analyse- und Optimierungsergebnisse
auf andere Krankenhäuser nicht ohne weiteres möglich:
Zwar lassen sich auf einer sehr groben Detaillierungsebene für ähnliche Arbeitssysteme in
den meisten Fällen gleiche „Prozesshülsen“ identifizieren, auf einer feineren Detaillierungs-
ebene sind diese jedoch innerhalb der einzelnen Arbeitssysteme zumeist mit individuellen Ar-
beitsprozessen ausgestaltet. Diese wiederum werden durch derart spezifische Randbedingun-
gen bestimmt, dass eine einfache Übertragung in andere Arbeitssysteme oftmals nicht reali-
sierbar ist. Die primären Arbeitsprozesse im Krankenhaus werden dabei nicht nur durch ar-
chitektonische oder technische Unterschiede geprägt, sondern sind auch von einer kranken-
hausspezifischen Patienten- und Abteilungsstruktur abhängig. Eine systematische Analyse
und darauf aufbauende Verbesserung von Arbeitsprozessen muss daher für jedes Kranken-
haus individuell erarbeitet werden. (vgl. u.a. Gaitanides et al, 1994, S. 6 ff.; Greulich &
Thiele, 1997, S. 15 f.)
2 Problemstellung
22
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
2 Problemstellung
Motivation zur Rationalisierung der bestehenden Arbeitsprozesse, jedoch nicht auf Kosten der
Qualität und somit dem Wohl des Patienten; verschiedene Rationalisierungsansätze für primäre,
sekundäre und tertiäre Arbeitsprozesse:
Ø Rationalisierungsansätze für sekundäre und tertiäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus:
Problemloser Einsatz von bestehenden Rationalisierungsansätzen aus dem klassischen
Dienstleistungs- und Industriesektor
Ø Rationalisierungsansätze für primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus:
Wichtigste Lösungsprinzipien:
- systematische Visualisierung der bestehenden Arbeitsprozesse
- gezielte Partizipation der in diesen Arbeitsprozessen involvierten Mitarbeiter
Þ Besondere Problemstellung dieser Arbeit
Das Fehlen einer einheitliche Methodik zur Analyse und Optimierung von primären Arbeits-
prozessen erschwert die Übertragung bereits erzielter Ergebnisse auf andere klinische Ar-
beitssysteme.
Auch wenn ein medizinischer Informationsaustausch durch Fachzeitschriften und -kongresse
bereits besteht, ist eine Übertragung bereits analysierter und optimierter Arbeitsprozesse auf-
grund von krankenhausspezifischen Randbedingungen nicht ohne weiteres möglich.
3 Zielsetzung
3 Zielsetzung
23
Aufgrund der besonderen Problemstellung im Arbeitssystem Krankenhaus ist das Ziel dieser
Arbeit die Entwicklung einer arbeitswissenschaftlichen Methodik, die sich speziell zur Ana-
lyse und Optimierung von komplexen klinischen Prozessflüssen eignet, bei denen die Patien-
tenversorgung selbst im Mittelpunkt steht. Als Konsequenz aus der sich verschärfenden Rah-
mensituation im Gesundheitswesen gilt es hierbei, sowohl Qualität und Effizienz als auch
Kundenorientierung und Transparenz durch eine nachhaltige Verbesserung von defizitären
Arbeitsprozessen zu steigern.
Die in dieser Arbeit zu entwickelnde Methodik soll sich dabei zur Beseitigung von Problem-
bereichen in den verschiedensten klinischen Arbeitssystemen eignen. Da eine einfache Über-
tragung bereits erzielter Analyse- und Optimierungsergebnisse aus anderen Krankenhäusern
nicht ohne weiteres möglich ist, soll stattdessen auf ein Lernen aus bereits analysierten Pro-
zessflüssen gesetzt werden.
Um bei der Lösungssuche möglichst systematisch vorzugehen, soll diese an einem praxisori-
entierten methodischen Vorgehen angelehnt werden, mit dem es folgende Teilziele zu errei-
chen gilt:
Ø Überprüfung der Übertragbarkeit bestehender Lösungsansätze aus dem Dienstleis-
tungs- und Industriebereich für die spezielle Problemstellung im Krankenhaus
Ø Ableitung eines Anforderungskataloges speziell angepasst an die spezifische
Problemstellung im Arbeitssystem Krankenhaus
Ø Entwicklung einer Methodik, die sowohl auf bewährten und übertragbaren Lösungsan-
sätzen aus dem Dienstleistungs- und Industriebereich basiert, als auch die Integration von
innovativen Lösungsansätzen speziell für das Arbeitssystem Krankenhaus zulässt
Ø Überprüfung der Funktionstauglichkeit dieser Methodik im klinischen Alltag mit Hilfe
einer Erprobung und möglichst objektiven Bewertung
Die zu entwickelnde Methodik wird im Weiteren als „TOPICS- Methodik“ bezeichnet.
Einerseits soll damit eine eindeutige Abgrenzung zu „Kapitel 4 Methodisches Vorgehen zur
Entwicklung der TOPICS- Methodik“ ermöglicht werden. Andererseits soll dieser Name die
grundlegende Zielsetzung dieser Methodik unterstreichen – Eine gemeinsame Optimierung
von Arbeitsprozessen in klinischen Systemen:
engl.: Together Optimizing Processes In Clinical Systems = TOPICS
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
24
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Darstellung des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik in Anlehnung
an das allgemeingültige Vorgehensmodell zur Problemlösung aus dem Systems-Engineering-
Ansatz nach Haberfellner et al (1992):
Ø 4.1 Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus (S. 24)
Ø 4.2 Analyse bestehender Lösungsansätze zur Prozess- Analyse und Optimierung (S. 25)
Ø 4.3 Definition eines Anforderungskatalogs für die zu entwickelnde Methodik (S. 25)
Ø 4.4 Entwicklung der TOPICS- Methodik (S. 26)
Ø 4.5 Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik (S. 27)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 4 befindet sich auf Seite 29.
Um die Entwicklung der TOPICS- Methodik in dieser Arbeit möglichst zielgerichtet und
systematisch zu gestalten, wird diese an einem bewusst praxisorientierten Handlungsleitfaden
zur Problemlösung angelehnt. Als methodisches Vorgehen steht hierbei das von Haberfellner
et al (1992, S. 47 ff.) im Systems-Engineering- Ansatz beschriebene allgemeingültige Vorge-
hensmodell zur Problemlösung im Mittelpunkt. Eine Kurzbeschreibung dieses methodischen
Vorgehens befindet sich in Anhang 1 dieser Arbeit. Für die Entwicklung der TOPICS- Me-
thodik lassen sich hieraus folgende fünf Entwicklungsschritte ableiten:
1. Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus
2. Analyse bestehender Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
3. Definition eines Anforderungskatalogs für die zu entwickelnde Methodik
4. Entwicklung der TOPICS- Methodik
5. Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
4.1 Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus
Im Sinne der Situationsanalyse des Systems-Engineering- Ansatzes (siehe Anhang 1.1) er-
folgt in diesem ersten Entwicklungsschritt eine system-, ursachen- und zukunftsorientierte
Betrachtung bzw. Abgrenzung des speziellen Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus:
Ø Eine systemorientierte Betrachtungsweise dient hierbei für die Abgrenzung der arbeits-
organisatorischen Besonderheiten des Arbeitssystems Krankenhaus gegenüber klassi-
schen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen. Im Mittelpunkt stehen der Arbeitsge-
genstand Patient sowie die charakteristische Aufbau- und Ablauforganisation des Ar-
beitssystems Krankenhaus.
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
25
Ø Mit Hilfe einer ursachenorientierten Betrachtungsweise findet aufbauend auf der
systemorientierten Betrachtungsweise eine Eingrenzung der charakteristischen arbeits-
organisatorischen Problembereiche im Arbeitssystem Krankenhaus statt, um erste Ges-
taltungsansätze für die zu entwickelnde Methodik aufzuzeigen.
Ø Eine zusätzlich zukunftsorientierte Betrachtungsweise soll für ein besseres Verständnis
der zukünftigen Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus sorgen. Es gilt einer
späteren Lösungsentwicklung vorzubeugen, die ausschließlich vom gegenwärtigen Sys-
temzustand ausgeht und daher nur die Vergangenheit saniert.
4.2 Analyse bestehender Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
Der zweite Entwicklungsschritt basiert auf einer bewusst lösungsorientierten Betrachtungs-
weise, wie sie für eine umfassende Situationsanalyse zusätzlich vom Systems-Engineering-
Ansatz empfohlen wird (siehe Anhang 1.1).
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen dabei bereits in der Praxis erprobte Lösungsansätze zur
Analyse und Optimierung von immer komplexer werdenden Arbeitsprozessen in klassischen
Dienstleistungs- und Industriebetrieben. Es gilt hierbei die wichtigsten arbeitsorganisatori-
schen Gestaltungsansätze herauszuarbeiten, um in der späteren Lösungsentwicklung dieser
Arbeit auf bereits in der Praxis erprobte Lösungsansätze zugreifen zu können soweit sich
diese auch für die Besonderheiten des Arbeitssystems Krankenhaus einsetzen lassen.
Anderenfalls muss nach einer entsprechenden Anpassung dieser Lösungsansätze für die be-
sondere Problemsituation bei der klinischen Patientenversorgung gesucht werden
4.3 Definition eines Anforderungskatalogs für die zu entwickelnde Methodik
Im Sinne der Zielformulierung des Systems-Engineering- Ansatzes (siehe Anhang 1.2) erfolgt
in diesem Entwicklungsschritt mit Hilfe der Ergebnisse aus der Situationsanalyse (der Ab-
grenzung des Einsatzgebietes sowie der Analyse bereits bestehender Lösungsansätze) die De-
finition eines Anforderungskatalogs für die in dieser Arbeit zu entwickelnde Methodik. Dabei
bietet sich die Differenzierung von zwei verschiedenen Anforderungskatalogen an:
1. Ein eher genereller Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
im Arbeitssystem Krankenhaus
2. Ein zusätzlich spezieller Anforderungskatalog für das Lernen aus Prozessfluss- Alternati-
ven von bereits analysierten Krankenhäusern
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
26
Die einzelnen Anforderungen an die zu entwickelnde Methodik werden in diesen beiden An-
forderungskatalogen als zu erreichende Teilziele beschrieben. Zusätzlich lassen sich diese
Anforderungen in zwei Arten von Teilzielen differenzieren: Systemziele, die durch einen Ein-
satz der in dieser Arbeit zu entwickelnden Methodik erreicht werden sollen, sowie Vorge-
hens- bzw. Projektablaufziele, die den Einsatz der Methodik selbst beschreiben.
4.4 Entwicklung der TOPICS- Methodik
Erst in diesem Entwicklungsschritt erfolgt die eigentliche Lösungsentwicklung der TOPICS-
Methodik, so wie sie als Lösungssynthese und -analyse vom Systems-Engineering- Ansatz
empfohlen wird (siehe Anhang 1.3). Ergebnis dieses Entwicklungsschrittes müssen dabei Lö-
sungsansätze sein, über deren prinzipielle Funktionstauglichkeit gemäß des oben definierten
Anforderungskatalogs bereits eine eindeutige Aussage getroffen werden kann.
Die Entwicklung der TOPICS- Methodik baut daher auf der Situationskenntnis auf, die durch
die Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus sowie die Analyse bereits
bestehender Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung erworben wurde. Die
eigentliche Lösungssuche besteht dabei aus einer Lösungssynthese (der konstruktiv, kreativen
Lösungsfindung) sowie einer zusätzlichen Lösungsanalyse (als kritischer und systematischer
Lösungsüberprüfung).
Aufgrund der Differenzierung in zwei verschiedene Anforderungskataloge für die in dieser
Arbeit zu entwickelnde Methodik gliedert sich die eigentliche Lösungsentwicklung der
TOPICS- Methodik in drei verschiedene Lösungsphasen:
1. Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
2. Prinzipielle Lösungskonzeption für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
3. Zusammenführung u. Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte: Die TOPICS- Methodik
Diese Gliederung zur Lösungsentwicklung bietet sich gleichzeitig an, da diese Lösungsphasen
durch drei Problemstellungen geprägt sind, die einen vollkommen unterschiedlichen Innovati-
onsgrad in ihrer Lösungssuche benötigen (siehe auch Anhang 1.3):
So besitzt vor allem die Lösungsphase „2. Prinzipielle Lösungskonzeptionierung für ein Ler-
nen aus Prozessfluss- Alternativen“ eine Problemstellung, die einen sehr hohen Innovations-
grad in ihrer Lösungssuche benötigt, da hier noch keinerlei funktionstüchtige Lösungsansätze
existieren. Dagegen ist die Lösungsphase „1. Prinzipielle Lösungskonzeptionierung für die
Prozessfluss- Analyse und Optimierung“ durch eine Problemstellung geprägt, die einen weit-
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
27
aus geringeren Innovationsgrad bei der Lösungssuche benötigt, da hier bereits funktionstüch-
tige Lösungsansätze aus der Praxis bekannt sind. Ist erst einmal die prinzipielle Lösungskon-
zeptionierungen in diesen beiden ersten Lösungsphasen abgeschlossen, wird für die Lösungs-
phase „3. Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte“ der geringste
Innovationsgrad benötigt. Alle drei Lösungsphasen benötigen daher grundlegend verschie-
dene Suchstrategien zur Lösungssynthese.
Unabhängig von diesen drei Lösungsphasen wird für die gesamte Entwicklung der TOPICS-
Methodik auf eine möglichst zyklische Lösungssuche gesetzt. Wie im Systems-Engineering-
Ansatz empfohlen, soll somit immer wieder ein Rückgriff bzw. eine Verbesserung von vorhe-
rigen Entwicklungsstufen ermöglicht werden (siehe auch Anhang 1.3). Frühzeitig erfolgt da-
her auch eine Erprobung und Bewertung der grundlegenden Lösungsansätze dieser Methodik
in zwei Vorstudien, um die hierbei erarbeiteten Ergebnisse und Erkenntnisse für eine zykli-
sche Lösungsverbesserung zu nutzen (siehe Kapitel 4.5).
Als Ergebnis dieses Entwicklungsschrittes steht die in dieser Arbeit entwickelte TOPICS-
Methodik zur Analyse und Optimierung von komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem
Krankenhaus, die sich auf folgende zwei Lösungsansätze stützt:
1. „Partizipative Prozessfluss- Visualisierung“ als genereller Lösungsansatz zur Analyse und
Optimierung von besonders komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus
2. „Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich“ als spezieller Lösungsansatz, der auch ein
Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern ermöglicht
4.5 Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
Wie bereits bei der Entwicklung der TOPICS- Methodik erwähnt, wird im Rahmen dieser
Arbeit auf eine möglichst frühzeitige Erprobung und Bewertung der grundlegenden Lösungs-
ansätze im klinischen Alltag gesetzt, die noch über die Empfehlungen zur Lösungsbewertung
aus dem Systems-Engineering- Ansatz hinausgeht (vgl. Anhang 1.4). Um wie bei der gesam-
ten Entwicklung der TOPICS- Methodik eine bewusst zyklische Lösungsverbesserung zu
ermöglichen, steht dabei folgendes Studiendesign im Mittelpunkt:
1. Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
2. Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
3. Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
4. Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
28
In den beiden Vorstudien erfolgt zunächst eine getrennte Erprobung der Partizipativen Pro-
zessfluss- Visualisierung sowie des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs. Im Mit-
telpunkt steht jeweils eine praktische Projektumsetzung für fünf verschiedene Krankenhäuser,
um die grundlegende Einsetzbarkeit dieser beiden Lösungsansätze für Probleme aus den ver-
schiedensten klinischen Arbeitssystemen zu überprüfen. Im Anschluss erfolgt die Bewertung
der Funktionstauglichkeit dieser beiden Lösungsansätze mit Hilfe der direkt in die beiden
Vorstudien involvierten klinischen Mitarbeiter, da diese nun sowohl über ein ausreichendes
Situationsverständnis als auch eine tiefergehende Kenntnis der zu bewertenden Methodik ver-
fügen. Hierbei gilt es vor allem zu überprüfen, in wieweit durch die beiden Lösungsansätze
dieser Arbeit tatsächlich die einzelnen Teilziele aus den beiden Anforderungskatalogen für die
Prozessfluss- Analyse und Optimierung bzw. für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
im klinischen Alltag erreicht werden können.
Als Konsequenz aus diesen beiden Vorstudien ist dann noch eine Verbesserung der in dieser
Arbeit entwickelten Methodik im Sinne einer zyklischen Lösungsentwicklung möglich.
Erst im Anschluss erfolgt in Form einer Hauptstudie die Erprobung der gesamten TOPICS-
Methodik. Ganz bewusst wird hierfür nicht auf einen der fünf bereits bekannten klinischen
Projektpartner zurückgegriffen, um eine mögliche Beeinflussung dieser Hauptstudie aufgrund
der in den beiden Vorstudien bereits erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen zu vermeiden.
Stattdessen erfolgt die Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik durch einen kombinierten
Einsatz der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung sowie des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs in einem sechsten klinischen Arbeitssystem. Über die getrennte Funk-
tionstauglichkeitsbewertung dieser beiden Lösungsansätze hinaus gilt es hierbei zu überprü-
fen, in wieweit mit Hilfe der gesamten TOPICS- Methodik (also der Kombination aus beiden
Lösungsansätzen) tatsächlich funktionstaugliche Prozessfluss- Verbesserungen für den klini-
schen Alltag erarbeitet werden können.
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
29
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
4 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
In Anlehnung an das allgemeingültige Vorgehensmodell zur Problemlösung aus dem Systems-
Engineering- Ansatz nach Haberfellner et al (1992) gliedert sich die Entwicklung der TOPICS-
Methodik in folgende fünf Entwicklungsschritte:
Ø 4.1 Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus (S. 24):
1. Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes Patient
2. Besonderheiten in der Aufbauorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus
3. Besonderheiten in der Ablauforganisation des Arbeitssystems Krankenhaus
4. Eingrenzung der charakteristischen arbeitsorganisatorischen Problembereiche
5. Abschätzung der zukünftigen Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
Ø 4.2 Analyse bestehender Lösungsansätze zur Prozess- Analyse u. Optimierung (S. 25):
Betrachtung bereits in der Praxis erprobter Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung im-
mer komplexer werdender Arbeitsprozesse in klassischen Dienstleistungs- und Industriebe-
trieben; Ziel ist es, in der späteren Lösungsentwicklung auf bereits in der Praxis erprobte
Gestaltungsansätze zurückgreifen zu können soweit sich diese auch für die Besonderheiten
des Arbeitssystems Krankenhaus eignen
Ø 4.3 Definition eines Anforderungskatalogs für die zu entwickelnde Methodik (S. 25):
1. Definition eines eher generellen Anforderungskatalogs für die Prozessfluss- Analyse und
Optimierung im Arbeitssystem Krankenhaus
2. Definition eines zusätzlich speziellen Anforderungskatalogs für ein Lernen aus Prozess-
fluss- Alternativen von bereits analysierten Krankenhäusern
Ø 4.4 Entwicklung der TOPICS- Methodik (S. 26):
Gliederung der Lösungsentwicklung in drei Lösungsphasen aufgrund der zwei verschiedenen
Anforderungskataloge sowie Problemstellungen mit unterschiedlichem Innovationsgrad:
1. Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
2. Prinzipielle Lösungskonzeption für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
3. Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte:
Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
Ø 4.5 Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik (S. 27):
Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik im klinischen Alltag:
1. Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
2. Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
3. Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
4. Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
5 Ergebnisse der Entwicklung der TOPICS- Methodik
5 Ergebnisse der Entwicklung der TOPICS- Methodik
30
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Darstellung der Ergebnisse der Entwicklung der TOPICS- Methodik:
Ø 5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus (S. 31)
5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes (S. 34)
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation (S. 36)
5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation (S. 40)
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche (S. 41)
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus (S. 44)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.1 befindet sich auf S. 48.
Ø 5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse u. Optimierung (S. 49)
5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter (S. 53)
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen (S. 54)
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen (S. 57)
5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (S. 61)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.2 befindet sich auf S. 63.
Ø 5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik (S. 65)
5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung (S. 67)
5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (S. 69)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.3 befindet sich auf S. 71.
Ø 5.4 Die TOPICS- Methodik (S. 72)
5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse u. Optimierung (S. 73)
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (S. 75)
5.4.3 Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte (S. 81)
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung (S. 81)
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich (S. 92)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.4 befindet sich auf S. 98.
Ø 5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik (S. 99)
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (S. 102)
5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 102)
5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 105)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kap. 5.5.1 befindet sich auf S. 115.
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (S. 116)
5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 116)
5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 120)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kap. 5.5.2 befindet sich auf S. 125.
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik (S. 126)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kap. 5.5.3 befindet sich auf S. 128.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik (S. 129)
5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 129)
5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 132)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kap. 5.5.4 befindet sich auf S. 140.
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
31
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Abgrenzung der Besonderheiten des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus im Vergleich
zu klassischen Arbeitssystemen aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor:
Ø 5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes (S. 34)
Ø 5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation (S. 36)
Ø 5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation (S. 40)
Ø 5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche (S. 41)
Ø 5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus (S. 44)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.1 befindet sich auf Seite 48.
Der folgende Abschnitt dieser Arbeit dient der Abgrenzung des besonderen Einsatzgebietes
Arbeitssystem Krankenhaus [ ] im Vergleich zu klassischen Dienstleistungs- und
Industrieunternehmen [
]. Hierzu erfolgt zunächst eine grundlegende Systembeschreibung
beider Arbeitssysteme, bevor dann erst die Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes Patient
sowie der charakteristischen Aufbau- und Ablauforganisation des Arbeitssystems Kranken-
haus herausgearbeitet werden. Aufbauend auf diesen Ergebnissen erfolgt eine Eingrenzung
der für das Arbeitssystem Krankenhaus charakteristischen arbeitsorganisatorischen Problem-
bereiche, um bereits erste Gestaltungsansätze für die in dieser Arbeit zu entwickelnde Metho-
dik aufzuzeigen. Eine zusätzliche Abschätzung der zukünftigen Entwicklung des Arbeitssys-
tems Krankenhaus soll darüber hinaus einer späteren Lösungsentwicklung vorbeugen, die
ausschließlich von den Problemen des momentanen Systemzustands ausgeht.
Grundlegende Systembeschreibung von klassischen Arbeitssystemen:
Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht lassen sich klassische Arbeitssysteme aus dem
Dienstleistungs- und Industriesektor ganz allgemein durch ein Zusammenwirken von „Ar-
beitspersonen“, „Arbeitsgegenständen“ und „Arbeitsmitteln“ in einer bestimmten „Arbeits-
umgebung“ beschreiben (siehe auch Abbildung 5.1-1). In einzelnen „Arbeitsprozessen“ wird
hierbei eine „Aufgabenstellung“ mit dem Ziel einer möglichst vollständigen „Aufgabenerfül-
lung“ bearbeitet. (Hammer, 1997, S. 38; Luczak, 1998, S. 27; Martin, 1994, S. 32; Schmidtke,
1993, S. 124 ff.)
Die „Aufbauorganisation“ eines Arbeitssystems bestimmt dabei die Aufteilung einzelner Ar-
beitsaufgaben auf verschiedene Organisationseinheiten bzw. Stellen und deren Beziehungen
zueinander. Demgegenüber bestimmt die „Ablauforganisation“ eines Arbeitssystems die
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
räumliche und zeitliche Abfolge des Zusammenwirkens von Arbeitspersonen, Arbeitsge-
genständen und Arbeitsmitteln. (Gaitanides, 1997, S. 735 ff.; Hammer, 1997, S. 19 und 47;
Luczak, 1998, S. 502 ff.).
Arbeits-
personen
Arbeits-
mittel
Arbeits-
gegenstände
Arbeits-
umgebung
Aufgaben-
stellung
Aufgaben-
erfüllung
Abb. 5.1-1: Schematische Darstellung eines Arbeitssystems (vgl. auch Hammer, 1997, S. 38; Luczak, 1998,
S. 27; Martin, 1994, S. 32; Schmidtke, 1993, S. 124 ff.)
Diese Systembeschreibung impliziert keine spezielle Betrachtungsebene, d.h. einzelne Ar-
beitplätze (z.B. mit nur einer einzigen Arbeitsperson) können mit diesem Systemansatz ge-
nauso wie ein gesamtes Unternehmen beschrieben werden. Aus arbeitswissenschaftlicher
Sicht lassen sich daher auch die „Qualität“ und „Effizienzvon Arbeitsprozessen prinzipiell
vollkommen unabhängig von der Systemebene eines Arbeitssystems definieren:
Aufgabenerfüllung
Qualität von Arbeitsprozessen =
Aufgabenstellung
Qualität
Effizienz von Arbeitsprozessen =
Ressourceneinsatz
Þ Ein qualitativ hochwertiger Arbeitsprozess kennzeichnet sich daher durch eine mög-
lichst vollständige Aufgabenerfüllung bei einer vorher definierten Aufgabenstellung aus.
Þ Ein effizienter Arbeitsprozess benötigt darüber hinaus einen möglichst geringen Ressour-
ceneinsatz für eine (möglichst vollständige) Aufgabenerfüllung einer vorher definierten
Aufgabenstellung. Der Ressourceneinsatz für einen Arbeitsprozess setzt sich dabei nicht nur
aus den zum Einsatz kommenden Arbeitspersonen und Arbeitsmitteln, sondern auch der be-
nötigten Arbeitsumgebung zusammen.
32
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
Grundlegende Systembeschreibung des Arbeitssystems Krankenhaus:
Das allgemeingültige Arbeitssystem- Modell aus Abbildung 5.1-1 lässt sich nicht nur zur Be-
schreibung von klassischen Arbeitssystemen aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor
einsetzen, sondern kann auch für das Arbeitssystem Krankenhaus verwendet werden.
Als wichtigster Unterschied zeigt sich hierbei, dass im Arbeitssystem Krankenhaus der Ar-
beitsgegenstand kein gewöhnliches Werk- oder Reparaturstück, sondern der Patient ist. Die
sich hieraus ergebenden Besonderheiten des Arbeitssystems Krankenhaus sollen daher auch
im Kapitel 5.1.1 dieser Arbeit noch einmal näher erläutert werden.
Der Arbeitsgegenstand Patient bestimmt gleichzeitig auch die Aufgabenstellung für die pri-
mären Arbeitsprozesse des Arbeitssystems Krankenhaus. Das Krankheitsbild (bzw. die Diag-
nose) jedes einzelnen Patienten legt maßgeblich den Ablauf der medizinischen Patientenbe-
handlung fest. Eine möglichst optimale Aufgabenerfüllung der sich hieraus ergebenden Auf-
gabenstellung ist jedoch nur durch möglichst fehlerfreie Arbeitsprozesse möglich. Wie bereits
in der Problemstellung dieser Arbeit angedeutet, muss bei der Existenz von fehlerbehafteten
Arbeitsprozessen dagegen mit einer Einbuße in der Qualität und/oder Effizienz der medizini-
schen Patientenbehandlung gerechnet werden.
Maßgeblich beeinflusst wird eine möglichst fehlerfreie Aufgabenerfüllung der einzelnen Auf-
gabenstellungen dabei nicht nur durch die eingesetzten Arbeitsmittel sowie die verwendete
Arbeitsumgebung, sondern vor allem durch die beteiligten Arbeitspersonen. Im Arbeitssystem
Krankenhaus sind dies neben den nicht-medizinischen Mitarbeitern (wie. z.B. Reinigungs-
kräften, Technischem Service, Verwaltung etc.) vor allem das ärztliche und pflegerische Per-
sonal. Die Aufteilung einzelner Arbeitsaufgaben auf diese Arbeitspersonen (bzw. deren Zu-
sammenfassung zu Organisationseinheiten) wird durch die charakteristische Aufbauorganisa-
tion des Arbeitssystems Krankenhaus beschrieben. Auf deren Besonderheiten im Vergleich zu
klassischen Arbeitssystemen aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor soll daher in Ka-
pitel 5.1.2 dieser Arbeit noch einmal näher eingegangen werden.
Zusätzlich zu den eingesetzten Ressourcen bestimmt auch deren räumliches und zeitliches
Zusammenwirken eine möglichst fehlerfreie Aufgabenerfüllung der einzelnen Aufgabenstel-
lungen. Die hierdurch gekennzeichnete charakteristische Ablauforganisation des Arbeitssys-
tems Krankenhaus steht daher im Mittelpunkt des Kapitels 5.1.3 dieser Arbeit.
33
5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes
5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes
Der Arbeitsgegenstand von klassischen Arbeitssystemen:
Der Arbeitsgegenstand in klassischen Arbeitssystemen aus dem Dienstleistungs- und Indust-
riesektor ist ein Werk- oder Reparaturstück, das es zu bearbeiten gilt.
Auf der untersten Betrachtungsebene lässt sich hierfür das klassische arbeitswissenschaftliche
„Mensch-Maschine- System (MMS)“ anwenden, bei dem zur Darstellung der Interaktion zwi-
schen Mensch und Maschine sogar Arbeitsgegenstand und Arbeitsmittel zusammengefasst
werden (siehe Abbildung 5.1.1-1).
Der Arbeitsgegenstand des Arbeitssystems Krankenhaus:
Der Arbeitsgegenstand im Arbeitssystem Krankenhaus ist der zu behandelnde Patient, der
keineswegs mit einem herkömmlichen Werk- oder Reparaturstück aus Dienstleistungs- und
Industriebetrieben gleichgesetzt werden kann (vgl. u.a. Künzel & Senne, 1995, S. 197 ff.).
Bereits auf der untersten Betrachtungsebene des Arbeitssystems Krankenhaus kann daher
nicht mehr das klassische arbeitswissenschaftliche „Mensch-Maschine- System (MMS)“ zum
Einsatz kommen. Stattdessen muss hier ein um den Arbeitsgegenstand „Patient“ erweitertes
„Patient-Arzt/Anwender-Maschine- System (PAMS)“ angewandt werden (siehe Abbildung
5.1.1-1). (Friesdorf et al, 1993, S. 209 ff.)
Mensch Maschine Arzt/
Anwender Maschine
Patient
Mensc
h
-
Maschine
-
System
(Klassische Arbeitssysteme)
Patient
-
Arzt/Anwender
-
Maschine System
(Arbeitssystem Krankenhaus)
Abb. 5.1.1-1: Schematische Darstellung des "Mensch-Maschine- Systems" und des "Patient-
Arzt/Anwender-Maschine- Systems" (vgl. Friesdorf et al, 1993, S. 209 ff.)
34
5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes
35
Aufgrund des Arbeitsgegenstandes Patient ergeben sich für die gesamte Patientenbehandlung
im Krankenhaus nicht nur eine ganz besonders enge Kunden-Lieferanten- Beziehung, sondern
auch eine Vielzahl von ethischen und moralischen Problemsituationen (vgl. u.a. Kushner et al,
1991, S. 281 ff.; Nymann & Sprung, 1997, S. 409 ff.). In Prozessflüssen von klassischen
Dienstleistungs- und Industriebetrieben kommen diese dagegen nur sehr selten vor.
Im gesamten Arbeitssystem Krankenhaus sind darüber hinaus eine Vielzahl von Patienten mit
den unterschiedlichsten Krankheitsbildern zu behandeln. Zusätzlich muss jede Patientenbe-
handlung immer wieder auf individuelle Unterschiede im Gesundheitszustand bzw. spezielle
Bedürfnisse von einzelnen Patienten abgestimmt werden. Die Aufgabenstellung Patienten-
versorgung stellt sich somit als weitaus komplexer dar als klassische Aufgabenstellungen in
Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, bei denen es in den meisten Fällen nur eine stark
eingeschränkte Variantenvielfalt von Werk- oder Reparaturstücken zu bearbeiten gilt.
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation
Die Aufbauorganisation von klassischen Arbeitssystemen:
Wie in Abbildung 5.1.2-1 noch einmal schematisch verdeutlicht, werden in der
Arbeitswissenschaft für klassische Arbeitssysteme aus dem Dienstleistungs- und Industrie-
sektor vor allem folgende Idealtypen der Aufbauorganisation unterschieden (Frese, 1997, S.
731 ff.; Luczak, 1998, S. 496 ff.; REFA, 1984, S. 59 ff.; Spur, 1994, S. 198, ff.):
Idealtyp der
Matrix- Organisation:
Funktionsabteilung
Idealtyp der
Einlinien- Organisation:
Idealtyp der
Mehrlinien- Organisation:
Idealtyp der
Stab-Linien- Organisation:
Stabsabteilung
Abb. 5.1.2-1: Idealtypen der Aufbauorganisation nach REFA (1984, S. 59 ff.)
ð Die „Einlinien- Organisation“, bei der jede Organisationseinheit des Arbeitssystems nur
eine direkt übergeordnete Leitungsstelle besitzt.
36
ð Die „Mehrlinien- Organisation“, bei der jede Organisationseinheit für verschiedene
Fachgebiete eine andere übergeordnete Stelle besitzt.
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation
ð Die „Stab-Linien- Organisation“ als Erweiterung der Ein- bzw. Mehrlinien- Organisation,
bei der Stäbe zur Entscheidungsvorbereitung (aber ohne Entscheidungs- oder Weisungsbe-
fugnis) einzelnen Linieninstanzen zugeordnet sind.
ð Die „Matrix- Organisation“ als eine spezielle Form der Mehrlinien- Organisation, bei der
einzelne Organisationseinheiten z.B. jeweils einer fachlich- sowie einer projektübergeordne-
ten Leitungsstelle zugeordnet sind.
Daneben existieren eine ganze Reihe von Mischformen, deren Zweckmäßigkeit vor allem
durch die Unternehmensgröße, rechtliche und gesetzliche Vorgaben, den zu bearbeitenden
Markt sowie strategische Unternehmensziele bestimmt werden. So lässt sich in einer Vielzahl
von Grossunternehmen unter anderem eine zunehmende Spartenorganisation beobachten.
Hierbei erfolgt die Unternehmensgliederung hautsächlich nach Produktgruppen oder Märkten.
Dies erfolgt zum Teil bis zur Ausbildung einzelner Unternehmens- bzw. Geschäftsbereiche,
die in ihrem Marktbereich eigenverantwortlich agieren (z.B. als eigene Business Unit, als ei-
genständiges Cost- oder auch Profit- bis hin zum Investment- Center). (Luczak, 1998, S. 499
ff.; Martin, 1994, S. 303; Spur, 1994, S. 205, f.)
Die Aufbauorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus:
Die heutige Aufbauorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus ist vor allem durch die
enormen Fortschritte in Wissenschaft und Technik der vergangenen Jahrzehnte geprägt. In
diesem Kontext ist aufgrund des dramatischen Anstiegs an medizinischem Fachwissen eine
professionelle Spezialisierung der Krankenhausmitarbeiter schon seit langer Zeit unerlässlich
geworden. Konnten noch Anfang des letzten Jahrhunderts ganze Behandlungsabläufe von
einem einzigen Allgemeinmediziner allein durchgeführt werden, benötigt man heutzutage
dafür ein ganzes Team von hochspezialisierten Experten aus den verschiedensten medizini-
schen Fachgebieten (z.B. Anästhesie, Radiologie, Chirurgie etc.). Um der geforderten profes-
sionellen Spezialisierung der einzelnen Mitarbeiter ausreichend Rechnung zu tragen, ist eine
Gliederung bzw. Zusammenfassung zu spezialisierten Fachgebieten und Abteilungen inner-
halb des Arbeitssystems Krankenhaus unverzichtbar. (vgl. auch Bellabarba, 1996, S. 15 ff.;
Feuerstein, 1993, S. 42 ff.; Friesdorf et al, 1993, S. 207 ff.)
37
Gleichzeitig ist neben dieser scharfen Abgrenzung von einzelnen Fachgebieten eine historisch
gewachsene Trennung von ärztlichem, pflegerischem und administrativem (bzw. kaufmänni-
schem) Personal in der Aufbauorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus charakteristisch.
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation
38
Diese wird aufgrund der Stärke ihrer Ausprägung auch als „Versäulung der Krankenhaus-
struktur“ bezeichnet. Diese Versäulung wird oftmals nicht nur durch die Krankenhausleitung
auf Führungsebene vorgelebt, sondern setzt sich auch innerhalb der einzelnen Krankenhaus-
abteilungen in Form einer strikten inhaltlichen Arbeitsteilung bis auf die Ausführungsebene
der einzelnen Mitarbeiter fort. Dazwischen werden die meisten Abteilungen auch heute noch
durch eine strenge hierarchische Gliederung im Sinne der klassischen Einlinien- Organisation
geführt. Ganz allgemein können daher im klinischen Alltag nicht selten ein fehlendes Ver-
ständnis für berufsgruppenfremde Arbeitstätigkeiten und Interessenslagen sowie ein Mangel
an berufsgruppenübergreifender Vernetzung dieser historisch gewachsenen Arbeitsorgani-
sation beobachtet werden. (Badura, 1993, S. 34 ff.; Bellabarba, 1996, S. 15 ff.; Beske et al,
1993, S. 115 ff.; Feuerstein, 1993, S. 42 ff.; Grossmann, 1993, S. 306)
Da jedoch für eine immer komplexer werdende Patientenversorgung im Krankenhaus das
Zusammenwirken von entsprechend spezialisierten Krankenhausmitarbeitern unabdingbar
geworden ist, sind neben der klassischen Einlinien- Organisation sehr häufig auch weitaus
flexiblere Formen der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit gefordert. Diese sind oft-
mals zeitlich begrenzt und deshalb in der Aufbauorganisation der Krankenhäuser nicht aus-
drücklich definiert. So kommt es z.B. bei der Anforderung eines ärztlichen Gutachtens aus
einer anderen als der eigenen medizinischen Fachabteilung zu einer Form der Zusammenar-
beit, die stark an den Aufbau einer Stab-Linien- Organisation ohne direkte Weisungsbefugnis
der einzelnen Stabsstellen erinnert. Da sich diese Form der Kooperation oftmals auf
Einzelgutachten beschränkt, wird sie durch die Aufbauorganisation selbst jedoch nicht aus-
drücklich definiert. Auch die enge Zusammenarbeit mehrerer hochspezialisierter Kranken-
hausmitarbeiter am selben Patienten zur gleichen Zeit kommt den Strukturen einer zeitlich
begrenzten Matrix- Organisation viel näher als der klassischen Einlinien- Organisation. Dies
ist z.B. im OP- Alltag zu beobachten, der durch die direkte Zusammenarbeit einer Vielzahl
von Mitarbeitern aus den verschiedensten Fachabteilungen des Krankenhauses charakterisiert
wird (u.a. Anästhesie, Chirurgie, Radiologie, Medizintechnik etc.). Aber auch hier ist oftmals
keine projektübergeordnete Leitungsstelle ausdrücklich definiert, da auch diese Form der ab-
teilungsübergreifenden Zusammenarbeit sich nur auf relativ kurze Zeiträume beschränkt.
In Einzelfällen lässt sich auch für das Arbeitssystem Krankenhaus seit einigen Jahren bereits
eine Abgrenzung bzw. Verselbständigung von ausgewählten Arbeitsbereichen beobachten. In
Anlehnung an die oben beschriebenen Strukturierungsansätze von klassischen Dienstleis-
tungs- und Industrieunternehmen wird hierbei versucht, ganz im Sinne einer verstärkten
5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation
39
Spartenorganisation die Bildung von Wertschöpfungs-, Erfolgs-, Ergebnis- oder aber Profit
Centern zu forcieren. Indem die Entscheidungsautonomie und Eigenverantwortung der einzel-
nen Abteilungen gesteigert werden, sollen Flexibilität und Kundennähe im Prozess der klini-
schen Leistungserstellung verstärkt werden. Gerade im Arbeitssystem Krankenhaus können
jedoch weite Bereiche der Patientenbehandlung zum Teil gar nicht von einzelnen Fachabtei-
lungen autonom durchgeführt werden. Viel zu oft werden ein spezifisches Fachwissen oder
Unterstützungsfunktionen von anderen Abteilungen benötigt (z.B. aus der Radiologie, Anäs-
thesie, Laboratoriumsdiagnostik etc.). Somit ist bei der Bildung entsprechend autonomer
Krankenhauseinheiten immer darauf zu achten, dass nicht etwa eine schlecht abgestimmte
Zusammenarbeit oder übertriebene krankenhausinterne Leistungs- bzw. Budgetkonkurrenz zu
einer Verschärfung der ablauforganisatorischen Schnittstellenprobleme führen, wie sie für die
starke Aufbauorientierung des Arbeitssystems Krankenhaus ohnehin charakteristisch sind.
(vgl. u.a. Conrad, 1999, S. 95 ff.; Eichhorn, 1999, S. 1 ff.; Sangen-Emden & von Kries, 1999,
S. 105 ff.; Schmitt-Rettig, 1999, S. 207 ff.; Tecklenburg, 1999, S. 113 ff.; Thiex-Kreye, 1999,
S. 43 ff.)
5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation
5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation
Die Ablauforganisation von klassischen Arbeitssystemen:
Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht lassen sich für klassische Arbeitssysteme aus dem
Dienstleistungs- und Industriesektor folgende drei idealtypische Formen der Ablauforganisa-
tion unterschieden (Luczak, 1998, S. 502 ff.; Martin, 1994, S. 311 ff.):
ð Die „Werkbankfertigung“, bei der alle Teilaufgaben eines Arbeitsablaufes an einer Werk-
bank (einem Arbeitsplatz) von einer oder mehreren Arbeitspersonen durchgeführt werden.
ð Die „Werkstättenfertigung“, bei der Arbeitssysteme eines Unternehmens, die ähnliche Ar-
beitsaufgaben umfassen, räumlich zusammengelegt werden.
ð Die „Reihen- oder Fließfertigung“, bei der alle Bearbeitungsstationen entlang des Arbeits-
ablaufes angeordnet sind und insbesondere bei der Fließfertigung durch einen zeitlichen
(meist maschinell vorgegebenen) Takt gekoppelt sind.
Die Ablauforganisation des Arbeitssystems Krankenhaus:
Versucht man die Ablauforganisation im Krankenhaus mit den idealtypischen Formen der
Ablauforganisation von klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen zu beschrei-
ben, so kommt die Patientenbehandlung viel eher einer Werkstättenfertigung nahe als einer
Reihen- oder Fließfertigung. Zwar muss oftmals der Arbeitsgegenstand Patient den Ort seiner
Behandlung wechseln (z.B. Notaufnahme, OP, Intensivstation, Normalstation etc.), die ein-
zelnen Bearbeitungsstationen sind jedoch aufgrund der Komplexität der Patientenbehandlung
nur in den wenigsten Fällen entlang des tatsächlichen Arbeitsablaufes angeordnet und schon
gar nicht über einen zeitlich vorgegebenen Takt miteinander verknüpfbar.
Zusätzlich werden aber auch im Sinne einer Werkbankfertigung einzelne Behandlungsmaß-
nahmen zum Teil bei stationär verbleibenden Patienten direkt durchgeführt (z.B. das Erstellen
von Röntgenaufnahmen auf der Intensivstation).
Somit ist für die eigentliche Patientenbehandlung im Krankenhaus aber auch für viele zusätz-
lich unterstützend ablaufende Arbeitsprozesse eine eindeutige Zuordnung zu den grundlegen-
den ablauforganisatorischen Idealformen immer nur phasenweise möglich.
40
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche
Aus den im vorherigen Abschnitt aufgeführten Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes Pati-
ent bzw. der besonderen Aufbau- und Ablauforganisation des Arbeitssystems Krankenhaus
lassen sich bereits zwei charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche erkennen:
Neben der hohen Komplexität sind dies die zahlreichen Schnittstellen in den klinischen Ar-
beitsprozessen. Im folgenden Abschnitt dieser Arbeit sollen beide Problembereiche noch
einmal ausführlicher analysiert werden, um im direkten Anschluss an die Abgrenzung des
Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus bereits erste Gestaltungsansätze für die in dieser
Arbeit zu entwickelnde Methodik abzuleiten.
Hohe Komplexität der klinischen Arbeitsprozesse:
Gerade im Arbeitssystem Krankenhaus stellt sich die oben beschriebene Ablauforganisation
aufgrund der individuellen Erkrankungen der einzelnen Patienten als deutlich komplexer als
in klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen dar. Dort lassen sich entsprechende
Arbeitsabläufe zur Planung und Steuerung von einzelnen Dienstleistungen oder Produkterstel-
lungen schematisch sehr gut als eine definierte „Wertschöpfungs- oder Prozesskette“ darstel-
len (siehe auch Abbildung 5.1.4-1). Diese sind im Idealfall als beherrschte Prozesse anhand
entsprechender Kennzahlen statistisch steuer- bzw. regelbar (vgl. u.a. Kamiske & Brauer,
1999, S. 286 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994c, S. 57 ff.; Spur, 1994, S. 308 ff.).
Im Gegensatz zu diesen „Prozessketten“ liegen im Arbeitssystem Krankenhaus tatsächliche
„Prozessflüsse“ vor. Aufgrund der Komplexität des Arbeitsgegenstandes Patient lassen sich
die im klinischen Alltag vorkommenden Arbeitsabläufe in ihrer zeitlichen Abfolge nie voll-
kommen vorausbestimmen. Zusätzlich werden sie oftmals von einer Reihe unvorhersehbarer
Zwischenfälle dominiert (vgl. z.B. Busse, 1998, S. 55 ff.; Gaba et al, 1998, S. 4 ff.). So sind
nicht nur akute Notfälle, sondern auch die meisten elektiven Behandlungen im Arbeitssystem
Krankenhaus nur für einen gewissen Zeitraum vollständig plan- und steuerbar. Insbesondere
bei einer Notfallaufnahme kann dabei die eigentliche Patientenbehandlung nahezu gar nicht
vorausgeplant werden. Zeitpunkt des Eintreffens und Grad der Verletzung aller zu behandeln-
den Patienten sind in der Notfallaufnahme überwiegend erst bei der Einlieferung oder aber
kurz zuvor bekannt. Auch bei elektiven (also eigentlich geplanten) Patienten lässt sich der
endgültige Ablauf im Vorfeld der Krankenhausbehandlung nur sehr selten definitiv festlegen.
Prozess- Verzweigungen mit anschließenden Alternativprozessen (z.B. durch eine zusätzliche
41
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche
Erkrankung des Patienten oder eventuell notwendig gewordene Therapiewechsel) müssen je-
derzeit einkalkuliert werden. Darüber hinaus werden im Krankenhaus in ein und denselben
Abteilungen (z.B. der Rettungsstelle aber auch dem OP sowie peripheren Stationen) eine
Vielzahl von Patienten mit zum Teil sehr unterschiedlichen Erkrankungen behandelt. So er-
gibt sich bei der Patientenbehandlung im Krankenhaus schnell eine Vielzahl von Möglich-
keiten für Prozess- Verzweigungen mit anschließenden Alternativprozessen. Diese sind im
Gegensatz zu den oben erwähnten produkt- oder dienstleistungsspezifischen „Prozessketten“
charakteristisch für einen tatsächlichen „Prozessfluss“- Verlauf im Arbeitssystem Kranken-
haus (siehe Abbildung 5.1.4-1).
Abb. 5.1.4-1: Schematische Darstellung von Prozessketten und Prozessflüssen
Selbstverständlich stützt sich die Behandlung eines jeden einzelnen Patienten dabei auf eine
möglichst ebenso vorausschauende Planung der einzelnen Arbeitsabläufe wie in klassischen
Dienstleistungs- und Industrieunternehmen. Gleichermaßen werden auch im Arbeitssystem
Krankenhaus statistische Kennzahlen für die Behandlungssteuerung bzw. -regelung genutzt
insbesondere natürlich die physiologischen Patientendaten. Aufgrund der großen Vielzahl an
zu behandelnden Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern gestaltet sich je-
doch für das Arbeitssystem Krankenhaus eine statistische Steuerung bzw. Regelung von „pa-
tientenübergreifenden“ Prozessflüssen als weitaus schwieriger als bei produkt- oder dienst-
leistungsspezifischen Prozessketten. Denn selbst wenn einzelne Prozess- Abschnitte aus der
Patientenbehandlung einer Vielzahl von Patienten oftmals gemeinsam sind (z.B. die Patien-
tenaufnahme), so erfordert ihre detaillierte Durchführung doch in den meisten Fällen be-
42
5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche
handlungs- oder aber patientenspezifische Unterscheidungen (z.B. für eine Notfallaufnahme
im Gegensatz zu einer geplanten Aufnahme). (vgl. auch Busse, 1998; S. 29 ff.; Huch, 1998, S.
39 ff.; Kischoweit, 1999, S. 178 ff.; Kugler, 2000, S. 16 ff.; Neugebauer & Sauerland, 2000,
S. 40 ff.; Ohmann, 2000, S. 51 ff.; Schmidt-Rettig & Böhning, 1999, S. 121 ff.; Thiex-Kreye,
1997, S. 221 ff.; Viethen, 1995, S. 59 ff.)
Zahlreiche Schnittstellen in den klinischen Arbeitsprozessen:
Durch die besondere Aufbauorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus werden im Rah-
men der oben beschriebenen Werkstätten- oder Werkbankfertigung nahezu alle Patienten
während ihres Behandlungsprozesses durch eine ganze Reihe von Mitarbeitern aus den ver-
schiedensten klinischen Abteilungen betreut (z.B. Notaufnahme, Radiologie, OP, Intensivsta-
tion, Normalstation etc.). Abbildung 5.1.4-2 verdeutlicht noch einmal die hierdurch zwangs-
läufig verursachte Vielzahl an Schnittstellen in den klinischen Prozessflüssen, die durch einen
Transfer von Patienten oder Informationen für Reibungsverluste in der Regel ganz besonders
anfällig sind (vgl. u.a. Dick, 1994, S. 673 ff.).
Abteilung A
Abteilung A
Abteilung B
Abteilung B
Abteilung C
Abteilung C
Abteilung D
Abteilung D
Abteilung E
Abteilung E
Abteilung F
Abteilung F
Abb. 5.1.4-2: Schematische Darstellung von Schnittstellen in der Patientenbehandlung
43
Gerade im Arbeitssystem Krankenhaus wird eine möglichst reibungsfreie Schnittstellenges-
taltung zusätzlich durch die hohe Komplexität in der Patientenbehandlung erschwert. Ein-
zelne Schnittstellen lassen sich dadurch entweder nur krankheitsbild- oder sogar patientenspe-
zifisch gestalten. (vgl. u.a. Feuerstein et al, 1993, S. 44 ff.; Friesdorf et al, 1994, S. 105 ff.;
Sieg, 1998, S. 769 ff.)
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
Im folgenden Abschnitt dieser Arbeit soll durch eine Abschätzung der zukünftigen Entwick-
lung des Arbeitssystems Krankenhaus einer späteren Lösungsentwicklung vorgebeugt wer-
den, die ausschließlich auf einem Situationsverständnis der Gegenwart bzw. Vergangenheit
beruht und somit bereits in naher Zukunft eventuell nicht mehr systemtauglich ist. So weit
wie heute bereits möglich, gilt es daher zumindest die wesentlichen Entwicklungstendenzen
in der Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus bzw. der hier zugrunde liegenden
Arbeitsorganisation für die kommenden Jahre abzuschätzen.
Verschärfung der Rahmensituation des Arbeitssystems Krankenhaus:
Mit großer Sicherheit werden sich in den kommenden Jahren die vier bereits im ersten Kapitel
dieser Arbeit skizzierten Entwicklungstendenzen in der Rahmensituation des Arbeitssystems
Krankenhaus noch weiter fortsetzen.
So ist bereits für das Jahr 2003 die Einführung einer nochmals verstärkt leistungsorientierten
Krankenhausvergütung anhand von DRGs vorgesehen. Sowohl der Kostendruck als auch die
Motivation für einen möglichst effizienten Ressourceneinsatz werden für die stationäre Pati-
entenbehandlung weiter steigen. (vgl. auch Günster et al, 2000, S. 245 ff.; Kerres & Loh-
mann, 1999, S. 17)
Gleichzeitig dürfte sich die Erwartungshaltung an die medizinische Versorgung von Seiten
der Patienten und Gesellschaft nicht im geringsten reduzieren. Stattdessen werden wohl auch
in Zukunft eine stetige Erhöhung der Versicherungsbeiträge sowie die zunehmende Bereit-
schaft bzw. Notwendigkeit zur Zuzahlung eines Eigenanteils die Patientenansprüche noch
eher erhöhen. Ebenso dürften weitere Neuerungen in der Medizin sowie deren zunehmende
Thematisierung in den Medien diese Situation noch weiter verschärfen (vgl. auch Hildebrand,
1999, S. 15; Viethen, 1995, S. 3 ff.). Im Kontext dermaßen steigender Ansprüche von Patien-
ten und Gesellschaft wird es wohl für das Arbeitssystem Krankenhaus in Zukunft unerlässlich
bleiben, sich noch stärker mit der Rolle des Dienstleisters gegenüber dem Kunden Patient
auseinander zu setzen als bisher bereits üblich (Eichhorn, 1997, S. 127 ff.; Hildebrand 1999,
S. 13 ff.; Kaltenbach, 1993, S. 45 ff.; Kerres & Lohmann, 1999, S. 43 ff.).
Die hierdurch bewirkte Verschärfung der Wettbewerbssituation im Gesundheitswesen dürfte
gleichzeitig den Paradigmenwechsel im Qualitätsverständnis noch weiter forcieren, bei dem
nicht mehr die Qualität selbst, sondern ihre Nichteinhaltung als Verursacher zusätzlicher
44
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
Kosten verstanden wird. In diesem Kontext wird sich wohl auch im klinischen Arbeitssystem
die Tendenz der vergangenen Jahre, die traditionell kontrollierende Fehlererkennung durch
eine konsequent präventive Fehlervermeidung zu ersetzen, in Zukunft noch weiter verstärken.
(vgl. u.a. Eichhorn, 1997 S. 85 ff.; Gorschlüter, 1999, S. 13 ff.; Kaltenbach, 1993, S. 96, ff.;
Jaster, 1997, S. 10; Viethen 1998, S. 8 ff.).
Zusätzlich werden die immer stärker wachsenden Ansprüche von Patienten und Gesellschaft
die Komplexität der Arbeitsaufgaben bei der Patientenversorgung in nahezu allen Arbeitsbe-
reichen des Krankenhauses weiter steigern. Ebenso lässt sich vor der Perspektive der heutigen
Informationsgesellschaft eine Verlangsamung oder gar ein Ende des wissenschaftlichen Fort-
schrittes in den Bereichen Medizin, Pharmakologie und Technik zur Zeit nur sehr schwer vor-
stellen (vgl. z.B. auch die Zukunftsstudie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und In-
novationsforschung, 1998, S. 137 ff.). Somit ist für die kommenden Jahre noch mit einer
weiteren medizinischen Leistungssteigerung zu rechnen, wie sie sich bereits seit mehreren
Jahren durch die Entwicklung und den Einsatz einer Vielzahl von neuartigen Diagnose- und
Therapieformen abzeichnet (vgl. auch Gorschlüter, 1999, S. 5 ff.; Kerres & Lohmann, 1999,
S. 19 ff.). Wie bereits heutzutage für die meisten Industrienationen charakteristisch, lässt die
hierdurch erzielte Verbesserung der medizinischen Gesamtversorgung zusammen mit hygie-
nischen, sozialen und ökonomischen Fortschritten eine weitere Verschiebung der bisherigen
Patientenstruktur erwarten. Im Arbeitssystem Krankenhaus ist somit weiterhin mit einer
wachsenden Anzahl an immer älter werdenden sowie zunehmend multimorbiden und chro-
nisch kranken Langzeitpatienten zu rechnen. Langfristig gesehen muss aufgrund dieser Ent-
wicklungstendenzen nicht nur mit einer weiteren Steigerung des Ressourcenverbrauchs, son-
dern auch mit einer deutlichen Zunahme der Komplexität in der Patientenversorgung gerech-
net werden, wie bereits heute für die vergangenen Jahre zu beobachten (vgl. Gorschlüter,
1999, S. 6 f.).
Veränderungen in der Arbeitsorganisation des Arbeitssystems Krankenhaus:
Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Arbeitsaufgabe „Patientenbehandlung“ durch
einen immer komplexer werdenden Arbeitsgegenstand Patient wird sich in Zukunft wohl auch
die Notwendigkeit einer professionellen Spezialisierung der verschiedensten Krankenhaus-
mitarbeiter noch weiter verstärken. Egal ob sich in Zukunft für die Aufbauorganisation im
Krankenhaus dabei weiterhin die klassische Einlinien- Organisation durchsetzen wird, lässt
45
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
46
sich bereits heute erahnen, dass eine immer komplexer werdende Patientenversorgung auch
eine immer enger werdende Zusammenarbeit von einzelnen Fachabteilungen bzw. hochspezi-
alisierten Krankenhausmitarbeitern erfordert. Entsprechend temporär eingesetzte Arbeitsfor-
men der Stab-Linien- oder aber Matrix- Organisation werden somit wohl auch in Zukunft den
klinischen Alltag bestimmen. Wie bisher bereits üblich, dürften diese aber in den kommenden
Jahren aufgrund ihrer zeitlichen Begrenztheit wohl kaum in die ausdrückliche Aufbauorgani-
sation des Arbeitssystems Krankenhaus aufgenommen werden.
Viel eher muss für die kommenden Jahre mit einer verstärkten Abgrenzung bzw. Verselb-
ständigung von ausgewählten Organisationseinheiten gerechnet werden, wie sie sich heute
bereits im Arbeitssystem Krankenhaus durch die Einführung von Wertschöpfungs-, Erfolgs-,
Ergebnis- oder aber auch Profitcentern beobachten lässt (vgl. u.a. Conrad, 1999, S. 95 ff.;
Eichhorn, 1999, S. 1 ff.; Sangen-Emden & von Kries, 1999, S. 105 ff.; Schmitt-Rettig, 1999,
S. 207 ff.; Tecklenburg, 1999, S. 113 ff.; Thiex-Kreye, 1999, 43 ff.). Somit wird auch in Zu-
kunft darauf zu achten sein, dass es im Arbeitssystem Krankenhaus zwischen dermaßen
strukturierten Abteilungen zu keiner übertriebenen krankenhausinternen Leistungs- bzw.
Budgetkonkurrenz kommt, damit die für den klinischen Alltag ohnehin schon charakteristi-
schen Schnittstellenprobleme nicht noch weiter verschärft werden.
Ob sich in der Ablauforganisation des Arbeitssystems Krankenhaus dagegen in den kommen-
den Jahren verstärkt eine „Werkbankfertigung“ durchsetzen kann (z.B. durch eine zuneh-
mende Miniaturisierung der verwendeten Technik) oder aber ob es zu einer stetig zunehmen-
den „Werkstättenfertigung“ kommen wird (z.B. aufgrund von immer teurer werdenden
Hochtechnologiebereichen), soll an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden. Entspre-
chende Delphi- Studien für die Intensivstation (vgl. auch Friesdorf et al, 1997) oder den Ope-
rationssaal (vgl. auch Rönnau, 1998) lassen beiderlei Entwicklungstendenzen zu.
Eine systematische Maßnahme zur Komplexitätsreduzierung in diesem Kontext wird wohl die
Definition von einheitlichen bereichsübergreifenden Behandlungsleitlinien bzw. -standards
für spezifische Krankheitsbilder bleiben (z.B. in Form von „Critical Pathways“, „Clinical
Pathways“, „Practice Guidelines“ etc.). Aufgrund der Forderung nach ärztlicher Therapiefrei-
heit sowie immer individueller werdender Anforderungen und Bedürfnisse einer patienten-
orientierten Leistungserbringung dürften diese jedoch auch in Zukunft vom medizinischen
Personal genauso kontrovers diskutiert werden wie in den vergangenen Jahren. (vgl. u.a. Ker-
res & Lohmann, 1999, S. 83 ff.; Thiemann & Voss, 1998, S. 175 ff.)
5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus
47
Unverzichtbar erscheint stattdessen eine verstärkte Optimierung von denjenigen Arbeitsabläu-
fen, die von den verschiedensten Patientengruppen eines Krankenhauses gleichermaßen
durchlaufen werden. Aufgabe entsprechend arbeitsorganisatorischer Gestaltungsansätze muss
es dabei sein, vor allem in der abteilungsübergreifenden Patientenversorgung für eine mög-
lichst systematische Komplexitätsreduzierung zu sorgen. Entsprechende Schnittstellen zwi-
schen einzelnen klinischen Abteilungen sind dabei möglichst reibungsfrei zu gestalten, so
dass diese von den verschiedensten Patientengruppen gleichermaßen problemlos durchlaufen
werden können.
Die stetig zunehmende Komplexität und Dynamik der Patientenbehandlung im Krankenhaus
erfordert dabei zusätzlich, dass entsprechende arbeitsorganisatorische Gestaltungsansätze ge-
zielt zukunftsorientiert angelegt werden. Vorhandene Problembereiche des Arbeitssystems
Krankenhaus dürfen nicht mehr nur retrospektiv diagnostiziert und kurativ therapiert werden.
Stattdessen sollte mit entsprechend zukunftsorientiert angelegten Gestaltungsansätzen gleich-
zeitig einem späteren Aufkommen von ähnlichen Problemen in anderen Arbeitsbereichen prä-
ventiv vorgebeugt werden – ganz im Sinne einer gezielten Immunisierung des Arbeitssystems
Krankenhaus.
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
48
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.1 Das Einsatzgebiet Arbeitssystem Krankenhaus
Besonderheiten des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus im Vergleich zu klassischen
Arbeitssystemen aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor:
Ø 5.1.1 Besonderheiten des Arbeitsgegenstandes (S. 34):
- Arbeitsgegenstand Patient anstelle eines klassischen Werk- oder Reparaturstücks
- „Patient-Arzt/Anwender-Maschine- Systeme“ anstelle von „Mensch-Maschine- Systemen“
- besonders enge Kunden-Lieferanten- Beziehungen
- zusätzliche ethische und moralische Problemsituationen
- hohe Komplexität der Aufgabenstellung Patientenversorgung
Ø 5.1.2 Besonderheiten in der Aufbauorganisation (S. 36):
- medizinische Fachgebiete (Abteilungen) zur Professionalisierung des Krankenhauspersonals
- Versäulung der Krankenhausstruktur (Ärzte, Pflege, Administration)
- Einlinien- Organisation als Grundstruktur des Arbeitssystems Krankenhaus
- Stab-Linien- und Matrix- Organisation als zeitlich begrenzte Mischformen
- Verselbständigung einzelner Arbeitsbereiche bis hin zu Profit- Centern als potenzielle Gefahr
für eine Verschärfung der ablauforganisatorischen Schnittstellenprobleme
Ø 5.1.3 Besonderheiten in der Ablauforganisation (S. 40):
- Patientenbehandlung als „Werkstättenfertigung“
- Patientenbehandlung als „Werkbankfertigung“
Ø 5.1.4 Charakteristische arbeitsorganisatorische Problembereiche (S. 41):
- hohe Komplexität der klinischen Arbeitsprozesse aufgrund der besonderen Aufgabenstel-
lung: „Prozessflüsse“ anstelle von „Prozessketten“; unvorhersehbare Zwischenfälle sowie
Prozessfluss- Verzweigungen erschweren eine „patientenübergreifende“ statistische Steue-
rung bzw. Regelung von klinischen Prozessflüssen
- zahlreiche Schnittstellen in den klinischen Arbeitsprozessen durch die charakteristische Auf-
bau- und Ablauforganisation des Arbeitssystems Krankenhaus: Reibungsverluste durch den
Transfer von Patienten oder Informationen; eine reibungslose Schnittstellengestaltung wird
durch die hohe Komplexität der Patientenbehandlung erschwert
Ø 5.1.5 Zukünftige Entwicklung des Arbeitssystems Krankenhaus (S. 44):
- weitere Verschärfung der Rahmensituation: wachsender Kostendruck, steigende Patienten-
und Qualitätsansprüche, verändertes Qualitätsverständnis, zunehmende Komplexität
- zukünftige Veränderungen in der Arbeitsorganisation: weitere Professionalisierung der Kran-
kenhausmitarbeiter; zunehmende Notwendigkeit zur abteilungsübergreifenden Zusammen-
arbeit
Þ Insbesondere für die abteilungsübergreifende Patientenbehandlung im Krankenhaus
wird eine arbeitswissenschaftliche Methodik benötigt, die für eine möglichst reibungsfreie
Schnittstellengestaltung Probleme nicht nur retrospektiv diagnostiziert und kurativ thera-
piert, sondern auch präventiv vorbeugen hilft.
Þ Gerade für primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus (also die direkt Patientenbehand-
lung) erscheint dagegen die Realisierung einer „patientenübergreifenden“ statistischen
Prozess- Steuerung bzw. Regelung als eher schwierig.
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
49
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Analyse bereits bestehender Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung immer komplexer
werdender Arbeitsprozesse aus klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen:
Ø 5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter (S. 53)
Ø 5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen (S. 54)
Ø 5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen (S. 57)
Ø 5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (S. 61)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.2 befindet sich auf Seite 63.
Bereits seit einiger Zeit sieht man sich auch in klassischen Arbeitssystemen aus dem
Dienstleistungs- und Industriesektor dazu gezwungen, eine bestehende Arbeitsorganisation
möglichst optimal an einen wachsenden Kostendruck, zunehmende Kundenansprüche, ein
verändertes Qualitätsverständnis sowie eine steigende Komplexität anzupassen. Für
Dienstleistungs- und Industrieunternehmen existieren daher in der Praxis bereits eine ganze
Reihe von Ansätzen für eine entsprechend moderne arbeitsorganisatorische Unternehmens-
strukturierung. Dabei lässt sich ein deutlicher Paradigmenwechsel in dem zugrunde liegenden
Managementverständnis erkennen. Zu den bekanntesten Vertretern moderner Management-
konzepte werden in diesem Kontext die „Lean Production“ (Womack et al, 1994), das „Busi-
ness (Process) Reengineering“ (Hammer & Champy 1995), das „Total Quality Management“
(Imai, 1986; Kamiske & Brauer, 1999, S. 310 ff.) sowie das „Fraktale Unternehmen“ (Warn-
ecke, 1992) gezählt, für die sich jeweils eine Kurzbeschreibung in Anhang 2 dieser Arbeit
befindet.
Ganz bewusst soll an dieser Stelle weder auf einzelne Feinheiten dieser vier exemplarischen
Vertreter moderner Managementkonzepte näher eingegangen werden, noch eine ausführliche
Gegenüberstellung der oftmals sehr kontrovers diskutierten Vor- und Nachteile dieser An-
sätze stattfinden. Stattdessen soll die Kurzdarstellung dieser Managementkonzepte in Anhang
2 nur den tiefgreifenden Paradigmenwechsel im Managementverständnis verdeutlichen, der
sich in den letzten Jahren aufgrund einer zunehmend verschärften Wettbewerbssituation und
immer komplexer werdender Arbeitssysteme in nahezu allen Branchen beobachten lässt. In
Anlehnung an Bullinger (1995, S. 27 ff.) lässt sich dieser Paradigmenwechsel am besten
durch eine direkte Gegenüberstellung eines aus diesen neuen Managementkonzepten zusam-
mengefassten „modernen Managementverständnisses“ mit dem bisher üblichen „traditionel-
len Managementverständnis“ verdeutlichen (siehe Abbildung 5.2-1).
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
50
traditionelles Managementverständnis: ð modernes Managementverständnis:
Unternehmen als Maschine ð Unternehmen als Organismus
Technokratisches Denken ð Systemhaftes, ganzheitliches Denken in Prozessen
Denken in Funktionen und Zuständigkeiten ð Denken in Prozessen und Kundenzufriedenheit
Perfekte Organisation ð Selbstorganisation/Verantwortung auf tiefster Stelle
Ökonomisch-technische Rationalität ð Ökonomisch-ökologisch-humane Rationalität
Tayloristisches Menschenbild ð Human-Ressources-Management
Mensch als Systembediener ð Mensch als Entscheider
Komplexität muss beherrscht werden ð Komplexität muss geleitet werden
Mitarbeiter erhalten nur benötigte Information ð Mitarbeiter mit Zugriff auf möglichst viel Information
Hohe Datenqualität ð Umgang mit Unschärfen und Bandbreiten
Führungslaufbahn und Spezialisten ð Führungs-, Fach-, u. Prozessverantwortungslaufbahn
Wandel bedroht Status ð Wandel fördert Dynamik
Abb. 5.2-1: Paradigmenwechsel im Managementverständnis (nach Bullinger, 1995, S. 27)
Dabei ist allen neuen Ansätzen mehr oder minder gemeinsam, dass anstelle einer gezielten
Verbesserung ausschließlich einzelner Aspekte eines Unternehmens nun eine ganzheitliche
Optimierung des gesamten Arbeitssystems in den Vordergrund rückt. Als Erfolgsfaktoren für
die Zukunft lassen sich dabei nach Bullinger (1995, S. 33) vor allem folgende Aspekte her-
auskristallisieren:
ð Ein Paradigmenwechsel im Qualitätsverständnis, bei dem Qualität vor allem durch eine
systematische Fehlervermeidung „erzeugt“ wird, anstelle sie retrospektiv durch eine Auslese
der Fehler zu „erprüfen“ (Null-Fehler-Prinzip).
ð Eine verstärkte Kundenorientierung, bei der alle Unternehmenstätigkeiten auf die Wün-
sche, Anforderungen und Erwartungen der externen und internen Kunden ausgerichtet sind.
ð Eine zunehmende Mitarbeiterorientierung, bei der jeder Mitarbeiter als Problemlösungs-
und Kreativitätspotential betrachtet wird. Die Fähigkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters sind
dabei nicht nur im Sinne einer Motivations- und Persönlichkeitsförderung zu entwickeln, son-
dern darüber hinaus für eine ständige Unternehmensverbesserung einzusetzen.
ð Eine systematische Prozessorientierung, bei der das gesamte betriebliche Handeln als
eine Kombination aus Prozessen verstanden wird, die es ständig zu verbessern gilt.
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
51
Unter dem Begriff „Prozess“ wird nach DIN EN ISO 9000 dabei ein Satz von in Wechselbe-
ziehung oder Wechselwirkung stehender Tätigkeiten (Aktivitäten) verstanden, bei dem Ein-
gaben (Inputs) in Ergebnisse (Outputs) umgewandelt werden.
Von einem einmaligen Projekt unterscheidet sich ein Prozess durch seine oftmaligen Wieder-
holungen. In der betrieblichen Leistungserbringung kommt somit zumeist ein ganzes Prozess-
Netzwerk zum Einsatz. So werden hier unter Prozessen ganz allgemein alle Abläufe in einem
Arbeitssystem verstanden, die ggf. funktionsübergreifende Aktivitäten zur Erstellung von
Produkten oder Dienstleistungen verknüpfen. Diese können ebenso auch den Fluss bzw. die
Transformation von Material, Menschen, Informationen, Operationen und Entscheidungen
beinhalten. Jeder Prozess kennzeichnet sich dabei durch einen definierten Beginn, ein defi-
niertes Ende sowie strukturierte Anordnungen aus, die als Gesamtheit einen Wert für einen
internen oder externen Kunden schaffen. (vgl. u.a. Gaitanides, 1997, S. 737 f.; Hammer &
Champy, 1994, S. 52; Kamiske & Brauer, 1999, S. 149 f.)
Nach Gaitanides (1994, S. 6 ff.) muss in diesem Kontext für die betriebliche Praxis beachtet
werden, dass jedes Unternehmen durch seine Rahmenbedingungen spezifisch geprägte Pro-
zesse besitzt. Diese sind somit von Unternehmen zu Unternehmen nicht miteinander zu ver-
gleichen. Die Konsequenz hieraus ist, dass Prozesse als unternehmensspezifisch zu betrachten
sind und keine grundsätzlichen bzw. branchenweiten Lösungen existieren. In vielen Unter-
nehmen sind jedoch oftmals sehr ähnliche Arbeitsaufgaben zu erledigen (z.B. Auftragsab-
wicklung, Personalbereitstellung, Liquiditätsplanung etc.). In den meisten Unternehmen aus
ein und derselben Branche lassen sich daher zumindest auf einem sehr groben Detaillierungs-
niveau entsprechend idealtypische Prozesshülsen identifizieren. Diese existieren zwar ebenso
in allen anderen Arbeitssystemen, sind dort aber jeweils wieder unternehmensspezifisch
ausgeprägt.
Im Gegensatz zu diesem heute nahezu allgemein gültigen Prozess- Verständnis wurde nach
Gaitanides (1997, S. 735 ff.) die Aufbau- und Ablauforganisation in der Organisationslehre
sehr lange einander gleichgesetzt. Ganz allgemein verstand man dabei unter „Arbeit“ das ab-
lauforganisatorische Äquivalent für das aufbauorganisatorische Gestaltungsobjekt „Aufgabe“.
Die Aufbauorganisation selbst ging hierbei von der Gesamtaufgabe eines Unternehmens aus,
die für die Aufgaben- bzw. Arbeitsteilung und somit letztendlich für die Bildung einzelner
Arbeitsstellen und Organisationseinheiten weiter zergliedert wurde.
Eine erste begriffliche und auch konzeptionell umfassende Grundlegung ablauforganisatori-
scher Überlegungen findet sich erst bei Nordsieck (1955, S. 132 ff.) in den 30er Jahren. Hier-
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
52
bei wird der Arbeitsablauf als eine übergeordnete Handlungskette von einzelnen Arbeitsstufen
zur Erfüllung einer entsprechenden Arbeitsaufgabe verstanden. Eine Weiterentwicklung die-
ses konzeptionellen Grundgedankens lässt sich zwar bereits in den 60er Jahren in der Arbeit
von Kosiol (1962) wiederfinden, resultierte jedoch erst in den 80er Jahren in einer zunehmen-
den Umkehr der bisher bestehenden arbeitsorganisatorischen Gestaltungsrichtung.
So fordert erst Gaitanides (1983) in seinem Konzept der Prozessorganisation, einzelne Arbeit-
stellen, Organisationseinheiten und Bereiche eines Unternehmens nicht mehr nur nach den
Kriterien der Aufbauorganisation, sondern auch prozessorientiert nach Kriterien der Ablaufor-
ganisation zu bilden. Letztendlich wird daher heutzutage auch nach Gaitanides et al (1994, S.
4 ff.) unter einer konsequenten Prozessorientierung die vollständige Umkehr der historisch
gewachsenen arbeitsorganisatorischen Gestaltungsrichtung verstanden. Dabei soll nicht mehr
nach dem historisch gewachsenen TOP-DOWN- Prinzip jede Arbeitsaufgabe zunächst durch
übergeordnete Organisationseinheiten in Teilaufgaben gegliedert und dann auf untergeordnete
Organisationseinheiten delegiert werden, bis diese einen Aufgabenumfang erreicht haben, der
vom Aufgabeneigner selbst zu bewältigen ist. Anstelle dessen wird auf Basis des neuen Pro-
zess- Verständnisses nicht nur von Gaitanides (1994), sondern in nahezu allen modernen Ma-
nagementkonzepten verstärkt ein BOTTOM-UP- Ansatz für die Unternehmensgestaltung ge-
fordert. Hierbei hat sich die Gestaltung der Aufbauorganisation eines Unternehmens an mög-
lichst optimal gestalteten Arbeitsabläufen bzw. Prozessen zu orientieren.
Eine einheitliche Methodik zur prozessorientierten Arbeitsgestaltung existiert dagegen nicht.
Stattdessen wird entweder auf entsprechend praxisorientierte Handlungsleitfäden für die Ein-
führung einer verstärkt prozessorientierten Denkweise im Sinne eines Prozessmanagements
zurückgegriffen wie z.B. nach Füermann & Dammasch (1997) oder Gaitanides et al (1994).
Oder aber es kommen sehr ähnliche Ansätze aus dem Consultingbereich zum Einsatz, die
ihren Eingang in die betriebliche Praxis zumeist über konkrete Beratungsprojekte gefunden
haben (vgl. u.a. Hess & Brecht, 1995, S. 1 ff.).
Als wichtigste Erfolgsfaktoren nahezu aller Ansätze kristallisieren sich neben einer gezielten
Partizipation der Mitarbeiter, eine konsequente Visualisierung der zu verbessernden Prozess-
flüsse sowie eine möglichst systematische Identifizierung und Eliminierung von Schwach-
stellen heraus. Gleichzeitig gilt es einen möglichst kontinuierlichen Verbesserungsprozess
anzuregen. Auf jeden einzelnen dieser vier Erfolgsfaktoren soll daher im folgenden Abschnitt
dieser Arbeit noch einmal näher eingegangen werden.
5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter
5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter
53
Eine gezielte Partizipation der Mitarbeiter gilt vor allem zum Erreichen folgender Ziele als
wesentliche Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Projektdurchführung (vgl. u.a. Füer-
mann & Dammasch, 1997, S. 39 ff.; Gebert, 1995, S. 483 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S.
152 ff.; Kißler, 1997, S. 763 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 29 ff.; Schüpbach, 1995, S.
184 f.; Ulich, 1998, S. 247):
Ø Etablierung von Prozess- Transparenz (für die in besonders komplexen Arbeitssystemen
eine reine Prozessfluss- Beobachtung oder Dokumenten- Analyse aufgrund der hohen Dy-
namik nicht mehr ausreichend ist)
Ø Nutzung der bereits vorhandenen Verbesserungsideen der eigentlichen Prozess- Spezi-
alisten (den direkt in die einzelnen Prozess- Abschnitte involvierten Mitarbeitern)
Ø Sensibilisierung bzw. Qualifizierung der teilnehmenden Mitarbeiter (diese lernen oft-
mals zum ersten Mal den gesamten Prozess der Leistungserstellung in seiner vollen Länge
kennen, identifizieren vorhandene Schnittstellenprobleme sowie bisher noch nicht erkannte
Kunden-Lieferanten- Beziehungen und können übergeordneten Ziele besser verstehen)
Ø Schaffung von mehr Akzeptanz für organisatorische Veränderungen (durch die Ein-
führung derartig gemeinsam erarbeiteter Prozessfluss- Optimierungen im Gegensatz zu ei-
ner Arbeitsgestaltung, die von außen aufgezwungen wird)
Für die Projektumsetzung selbst wird sowohl eine freiwillige Teilnahme an Einzelinterviews
oder moderierten Gruppensitzungen als auch die Bildung von stabilen Prozess- Teams emp-
fohlen. Deren Ziel ist im Anschluss an das eigentliche Projekt, im Sinne einer kontinuierli-
chen Verbesserung (vgl. auch Kamiske & Brauer, 1999, S. 281 ff.) für eine Verstetigung der
Analyse- und Optimierungsaktivitäten zu sorgen. Dafür darf der zusätzliche Arbeitsaufwand
von den involvierten Mitarbeitern selbst nicht als zu starke Belastung neben der eigentlichen
Arbeitstätigkeit empfunden werden. Wichtig ist hierbei die Rolle des externen Moderators
bzw. Beraters. Dieser sollte keinesfalls als ein zusätzlicher Prozessexperte missverstanden
werden, der dem Arbeitssystem mit inhaltlichen Lösungen für die zu optimierenden Prozess-
flüsse zur Seite steht. Stattdessen kommt ihm die Rolle eines externen Change Agents zu.
Dieser muss mit entsprechenden Methodenkenntnissen und Projekterfahrungen den Lern- und
Erfahrungsbildungsprozess im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen. Im Idealfall
zeigt er also den Weg für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess bis hin zur lernenden
Organisation. (vgl. Emmerich, 1997, S. 110 ff.; Gebert, 1995, S. 483; Luczak, 1998, S. 533,
Senge, 1990)
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen
Als weiterer Ansatzpunkt für eine verstärkt prozessorientierte Arbeitsgestaltung wird die sys-
tematische Erfassung, Strukturierung und Dokumentation der zu verbessernden Prozess- Ab-
läufe in Form einer graphischen Visualisierung empfohlen. Eine entsprechend ablauforien-
tierte Darstellung in Form von Prozessfluss- Diagrammen (synonym auch als Arbeitsablauf-
Skizzen bzw. Schaubilder bezeichnet) gilt dabei im Gegensatz zur einfachen Auflistung der
einzelnen Arbeitstätigkeiten als wichtigstes Instrument zur Schaffung von Prozess- Trans-
parenz für alle Beteiligten (Füermann & Dammasch, 1999, S. 47; Hammer, 1997, S. 19 f.;
REFA, 1985; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 39; Scholz-Reiter et al, 1999, S. 100 ff.).
Ganz allgemein lässt sich die Visualisierung von Prozessflüssen dabei vor allem auf folgende
Merkmale reduzieren:
Ø Sequentielle Darstellung von Prozessen entlang der horizontalen Zeitachse:
Wie in Abbildung 5.2.2-1 schematisch dargestellt werden hierbei die einzelnen Aktivitäten
bzw. Teilprozesse eines Arbeitsablaufs überwiegend entlang einer horizontal angeordneten
Zeitachse aneinandergereiht dargestellt. Mit dieser Form der Visualisierung können Prozess-
Abläufe auf den unterschiedlichsten Prozess- Ebenen visualisiert werden.
Zeitachse
Aktivit
1
Aktivität
2
Aktivit
3
Aktivität
4
Aktivit
5
Aktivit
6
Aktivit
7
Arbeitsablauf
bzw. Prozess
Abb. 5.2.2-1: Schematische Darstellung der ablauforientierten Visualisierung von Prozessen
Ø Hierarchische Gliederung von Prozessen auf unterschiedlichen Prozess- Ebenen:
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Prozess- Ebenen werden dabei allein vom Grad der
Detaillierung in der Prozessbeschreibung gekennzeichnet. Einzelne Teilprozesse bzw. Akti-
vitäten eines Arbeitsablaufs auf einer Prozess- Ebene mit sehr hohem Detaillierungsgrad las-
sen sich daher auch zu übergeordneten (Teil-) Prozessen bzw. Aktivitäten aus einer Prozess-
Ebene mit niedrigerem Detaillierungsgrad zuordnen. Abb. 5.2.2-2 stellt diese hierarchische
Gliederung von Prozessflüssen schematisch dar. (Scholz & Vrohlings, 1994, S. 38 ff.).
54
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen
Aktivität
1.1.1
Aktivität
1.1.2
Aktivit
1.2.1
Aktivität
1.2.2
Aktivität
1.2.3
Aktivit
1.3.1
Aktivität
1.3.2
Aktivität
1.1
Aktivit
1.3
Aktivität
1.2
Aktivität
1
abnehmender
Detaillierungsgrad
Prozess-
Ebene 1
Prozess-
Ebene 2
Prozess-
Ebene 3
Zeitachse
Abb. 5.2.2-2: Schematische Darstellung der hierarchischen Gliederung von Prozessen
Ø Zusätzliche Darstellung von parallel bzw. alternativ ablaufenden Prozessen:
Neben der Darstellung der zeitlichen Abhängigkeit von sequentiell ablaufenden Aktivitäten
entlang der horizontalen Zeitachse wird die noch freie vertikale Achse in der Praxis zumeist
zur Darstellung von parallel (also zeitgleich) ablaufenden Tätigkeiten oder aber für entspre-
chende Alternativprozesse nach Prozessfluss- Verzweigungen genutzt.
Ø Eindeutige Beschreibung der dargestellten Prozesse:
Für eine möglichst eindeutige Beschreibung der dargestellten Prozessflüsse muss für die ein-
zelnen Tätigkeiten im Prozessfluss- Diagramm zusätzlich festgehalten werden, „was“ genau
in ihnen vor sich geht, „wer“ diese Tätigkeiten ausführt und „womit“ diese Tätigkeiten voll-
zogen werden. Darüber hinaus können auch bereits erkannte kritische Prozess- Abschnitte
und einzuhaltende Richtlinien dokumentiert sowie die noch nicht berücksichtigten Fragen der
klassischen Arbeitsanalyse ergänzt werden: wo“, „wie“, „wann“, „wie lange“ und „wie oft“
werden die einzelnen Aktivitäten ausgeführt. (vgl. u.a. Füermann & Dammasch, 1997, S. 48
ff.; Luczak, 1998, S. 40; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 42 ff.)
Ø Verschiedene Darstellungsformen für die Prozessfluss- Visualisierung:
Für die Prozessfluss- Visualisierung selbst lassen sich aus den unterschiedlichsten Ansätzen
heraus eine Vielzahl von Darstellungsalternativen entnehmen, die sich vor allem nach dem
späteren Verwendungszweck der erhobenen Daten richten (vgl. auch Hess & Brecht, 1995;
Scholz & Vrohlings, 1994, S. 45 ff.; Scholz-Reiter et al, 1999).
55
5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen
Die verwendeten Symbole bzw. Sinnbilder basieren zum Teil sehr stark auf den Vorgaben aus
der DIN 66001 zur Darstellung von Prozessen aus der Informationsverarbeitung (siehe Abbil-
dung 5.2.2-3).
allgemeine
Verarbeitung
[engl.: process]
allgemeine
Verarbeitung
[engl.: process] Verzweigung
[engl.: decision]
Verzweigung
[engl.: decision]
manuelle
Verarbeitung
[engl.: manual
operation]
manuelle
Verarbeitung
[engl.: manual
operation]
Daten auf Schriftsck
[engl.: data on
document]
Daten auf Schriftstück
[engl.: data on
document]
Daten
[engl.: data]
Daten
[engl.: data]
maschinell zu ver-
arbeitende Daten
[engl.: data to be
processes by
machine]
maschinell zu ver-
arbeitende Daten
[engl.: data to be
processes by
machine]
Daten auf Lochstreifen
[engl.: data on punched
tape]
Daten auf Lochstreifen
[engl.: data on punched
tape]
Daten auf Karte
[engl.: data on card]
Daten auf Karte
[engl.: data on card]
Abb. 5.2.2-3: Exemplarische Symbole für die Prozessfluss- Visualisierung nach DIN 66001
Oftmals wird dabei die vertikale Achse der Prozessfluss- Diagramme nicht nur zur Darstel-
lung von parallel oder alternativ ablaufenden Arbeitsprozessen genutzt, sondern auch zur
Kennzeichnung zusätzlicher Ordnungskriterien verwendet (z.B. Einordnung der einzelnen
Prozesse zu beteiligten Organisationseinheiten, verwendeten Hilfsmitteln etc.). Die Prozess-
Darstellung selbst wird jedoch hierdurch in der Regel nicht gerade vereinfacht (vgl. auch Fü-
ermann & Dammasch, 1997, S. 47 ff.; REFA, 1985; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 49 ff.).
Nicht weiter verwunderlich ist es daher, dass zur Zeit eine ganze Reihe von gängigen Soft-
ware- Produkten auf dem Markt existieren (ABC Flow Charter, Corel Flow, Visio, etc.), die
für diesen Zweck zum Teil sogar mehrere Darstellungsformen unterstützen.
Unabhängig von der Form der Darstellung sollte jedoch niemals das eigentliche Ziel der Pro-
zessfluss- Visualisierung aus den Augen verloren werden. Die zu verbessernden Prozessflüsse
sind für alle beteiligten Mitarbeiter so verständlich bzw. transparent wie möglich zu gestalten.
Einerseits wird somit eine möglichst einheitliche und eingängige Symbolik im Sinne einer
gemeinsamen Prozess- Sprache benötigt. Andererseits bedarf es eines Detaillierungsgrades
der einzelnen Prozessfluss- Diagramme, der sich immer wieder am Informationsbedarf der
beteiligten Mitarbeiter orientiert und daher von Teilprozess zu Teilprozess stark variieren
kann. (vgl. u.a. Füermann und Dammasch, 1997, S. 47 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 38
ff.)
56
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen
57
Auch zur Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen in den zu verbessernden Pro-
zessflüssen findet sich in der Literatur keine einheitlich empfohlene Vorgehensweise. Unter
anderem beschreiben Scholz & Vrohlings (1994d, S. 107 ff.) folgende fünf Ansätze, die sich
in ähnlicher Form auch in anderen Empfehlungen für eine möglichst systematische Prozess-
fluss- Optimierung wiederfinden lassen:
ð Die „Prozessdaten- Analyse“, die auf einer Kennzahlenerhebung der Prozess- Parameter
Zeit, Kosten, Qualität und Kundenzufriedenheit basiert. Hiefür müssen jedoch entsprechende
Kennzahlen und Indikatoren erst einmal definiert und über einen gewissen Zeitraum erhoben
werden. Erst dann können anhand von Längsschnittvergleichen über die Zeit oder aber Quer-
schnittsvergleichen zwischen einzelnen Prozess- Alternativen eventuell auftretende Abwei-
chungen bzw. Unterschiede identifiziert werden, um entsprechende Maßnahmen abzuleiten.
(vgl. auch Füermann & Dammasch, 1997, S. 77 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S. 187 ff.;
Scholz & Vrohlings, 1994c, S. 57 ff.).
ð Die „Informationsfluss-Analyse“, bei der für alle Aktivitäten im Prozessfluss die benötig-
ten, geprüften und generierten Informationen gekennzeichnet werden, um eine Mehrfachüber-
prüfung bzw. -generierung zu erkennen und ggf. zu vermeiden. Gleichzeitig kann hierbei Pa-
rallelisierungspotential für einzelne Aktivitäten aufgedeckt werden, falls zwischen Informati-
onsgenerierung und weiterer Verwendung mehrere anderer Aktivitäten liegen, die diese In-
formationen nicht nutzen. (vgl. auch Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 113 ff.)
ð Das „Wertschöpfungs- Assessment“, bei dem jede Aktivität im Prozessfluss dahingehend
überprüft wird, ob eine Wertschöpfung bezüglich der Parameter Zeit, Kosten, Qualität oder
Kundenzufriedenheit für den nächsten (internen oder externen) Kunden bzw. andere Prozesse
erfolgt. Dabei gilt es vor allem die Aktivitäten mit Fehlleistung (die durch das Auftreten von
Fehlern erzeugt werden) sowie Aktivitäten mit Blindleistung (die ungeplant auftreten und zu
keiner direkten oder indirekten Wertsteigerung beitragen) zu identifizieren und zu eliminie-
ren. Demgegenüber müssen aber auch alle Aktivitäten mit Nutzleistung (die zu einer direkten
Wertsteigerung aus Kundensicht führen) und Stützleistung (die erst die Nutzleistung ermögli-
chen und somit zu einer indirekten Wertsteigerung beitragen) fortlaufend bezüglich ihrer
Wertschöpfung überprüft und ggf. optimiert werden. (vgl. auch Füermann & Dammasch,
1997, S. 63 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S. 184 f.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 110 ff.)
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen
58
ð Das „Output- Assessment“, bei dem alle Wünsche und Bedürfnisse der externen und
internen Kunden analysiert werden, um den Output der einzelnen Aktivitäten entsprechend
anzupassen. Hierzu gehören neben schriftlichen bzw. mündlichen Daten und Informationen
vor allem reelle Dienstleistungen und materielle Produkte. Durch eine verstärkte Kundenori-
entierung und gezielte Leistungsvereinbarung soll somit eine Harmonisierung der Schnitt-
stellen vollzogen werden. (vgl. auch Füermann & Dammasch, 1997, S. 71 ff.; Kamiske &
Brauer, 1999, S. 124 ff. und S. 149 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 111 ff.)
ð Das „Benchmarking“, das insbesondere durch die Arbeiten von Camp (1989 und 1995)
geprägt wurde, schlägt darüber hinaus eine spezielle Nutzung von erhobenen Prozessdaten
vor. Über einen entsprechenden Querschnittsvergleich im eigenen Unternehmen, der eigenen
Branche oder aber auch branchenübergreifend wird hierbei zunächst die beste Prozess- Alter-
native [engl.: best practice] mit Hilfe von ausgewählten Kennzahlen identifiziert. Diese Best
Practice wird dann von allen anderen Unternehmen bzw. Unternehmenseinheiten entweder in
ihrer Gesamtheit übernommen oder ggf. an arbeitssystemspezifische Randbedingungen ange-
passt. Aufgrund der direkten Konkurrenzsituation gelten jedoch Vergleiche in der eigenen
Branche als eher schwierig, da oftmals die benötigten Informationen als zu sensibel eingestuft
werden. (vgl. auch Kamiske & Brauer, 1999, S. 10 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 114 f.)
Schließlich haben zum Teil auch verschiedene „Frage- oder Checklisten“ zur Identifikation
von Schwachstellen ihren Einzug in die betriebliche Praxis gefunden (Hess & Brecht, 1995,
S. 127). Diese stützten sich oftmals nicht nur auf die oben aufgeführten eher allgemein for-
mulierten Ansätze zur Schwachstellenidentifikation, sondern basieren zum Teil auch auf ent-
sprechend konkret formulierten branchen- und projektspezifischen Erfahrungen.
Füermann & Dammasch (1997, S. 89 ff.) empfehlen in diesem Kontext vor allem folgende 10
allgemeingültige Regeln für eine gezielte Schwachstellen- Identifizierung und Prozessfluss-
Verbesserung, die sich auf alle Unternehmensaktivitäten anwenden lassen sollen. In weiten
Teilen sind diese jedoch mit den oben bereits dargestellten Ansätzen zur Identifizierung und
Eliminierung von Schwachstellen nach Scholz & Vrohlings (1994d, S. 113 ff.) identisch:
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen
59
1. Unnötige Tätigkeiten und Überproduktion identifizieren und vermeiden
2. Unnötige Fremdkontrollen identifizieren und Eigenkontrollen einführen
3. Unnötige Arbeitsteilung identifizieren und ganzheitliche Tätigkeiten zusammenfassen
4. Unnötig sequentiell ausgeführte Teilprozesse identifizieren und parallelisieren
5. Unnötige standardisierte Prozesse identifizieren und Prozess- Varianten schaffen
6. Schlechte Arbeitsbedingungen identifizieren und verbessern/humanisieren
7. Unnötige Bestände identifizieren und reduzieren
8. Unnötige Transporte und Wege identifizieren und verkürzen
9. Zu lange Durchlaufzeiten ermitteln und verkürzen
10. Engpässe in den Betriebsmitteln identifizieren und Verfügbarkeit erhöhen
Wird nach der Identifikation entsprechender Schwachstellen noch eine weitere Ursachenfor-
schung benötigt, so bieten sich hierfür speziell entwickelte Werkzeuge zur Problemerken-
nung aus dem Qualitätsmanagement (kurz „Q7“ genannt) an (vgl. auch Kamiske & Brauer,
1999, S. 217 ff.). Diese sind jedoch fast alle (bis auf Q6 und Q7) spezielle Auswertungsfor-
men der oben bereits beschriebenen Prozessdaten- Analyse:
Q1 - Das Führen von Fehlersammellisten [engl.: check sheets] zur systematischen Erfassung
und übersichtlichen Darstellung attributiver Fehler nach Art und Anzahl.
Q2 - Die Darstellung von Daten in Säulendiagrammen (Histogrammen) zur Visualisierung
von Häufigkeitsverteilungen über einzelnen Klassen (Intervallen).
Q3 - Die Nutzung von Qualitätsregelkarten [engl.: control charts] zur Überwachung von Pro-
zessen auf statistischer Basis. Entsprechende Stichprobendaten werden hierbei in spezi-
fische Formblätter mit vorher bereits eingezeichneten (erwünschten) Mittelwerten sowie
Warn-, Eingriffs und Toleranzgrenzen eingetragen.
Q4 - Die Darstellung von Daten in Paretodiagrammen [engl.: pareto charts] zur Visualisie-
rung der Ursachen von Problemen in der Reihenfolge der Bedeutung ihrer Auswirkun-
gen. Somit sollen diejenigen Ursachen identifiziert werden, die den größten Einfluss
ausüben bzw. die größte Störquelle darstellen.
Q5 - Die Darstellung von Daten in Korrelationsdiagrammen [engl.: scatter diagrams] zur
Visualisierung der Beziehung zwischen zwei veränderlichen Faktoren.
5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen
Q6 - Der Einsatz von Brainstorming als gruppenorientierte Methodik zur Ideenfindung oder
Problemlösung, bei der gewöhnliche Denkschemata verlassen und innovative Lösungs-
ansätze angestrebt werden sollen.
Q7- Die Nutzung von Ursachen-Wirkungs- Diagrammen [engl.: cause and effect diagrams]
(oftmals nach ihrem Erfinder auch Ishikawa- Diagramme genannt), bei denen alle be-
kannten und möglichen Ursachen (Einflüsse) für eine bestimmte Wirkung (Problem) in
Haupt- und Nebenursachen nach den 7 M’s (Mensch, Maschine, Methode, Material,
Messung, Management und Mitwelt) zerlegt und als sogenannte Fischgrätendiagramme
[engl.: fishbone diagrams] strukturiert werden (siehe auch Abbildung 5.2.3.-1).
Mensch Maschine Methode Material
Messung Mitwelt
Auswirkung
auf den
Prozessfluss
Management
Abb. 5.2.3-1: Ursachen-Wirkugs- bzw. Ishikawa- Diagramm
60
5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
Entsprechende Projekte zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung lassen sich aufgrund ihrer
unterschiedlichen Intensität bzw. zeitlichen Strukturierung zusätzlich wie folgt unterscheiden:
1. Projektumsetzungen nach dem Prinzip des evolutionär kontinuierlichen
Verbesserungsprozesses, das sich insbesondere auf das Demingsche Prinzip der ständigen
Verbesserung (1986) stützt und das oftmals auch unter seinem englischen bzw. japanischen
Synonym als „Continuous Improvement Process“ oder „Kaizen“ bekannt ist.
2. Projektumsetzungen nach dem Prinzip des revolutionären Prozess- Reenginerings, das
vor allem durch Hammer & Champy (1994) geprägt wurde. (vgl. Kamiske & Brauer, 1999,
S. 255 ff. und S. 281 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 115 ff.)
Der Ansatz des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses lässt sich dabei am Besten an-
hand des von Deming (1986) entworfenen Zyklus zur ständigen Verbesserung verstehen, der
für jede Aktivität eines Unternehmens einsetzbar ist. Wie in Abbildung 5.2.4-1 dargestellt,
gliedert sich dieser in folgende vier Teilschritte: Planen [engl.: plan], Ausführen [engl.: do],
Überprüfen [engl.: check] und Verbessern [engl.: act].
Planen
[engl.: plan]
Verbessern
[engl.: act]
Ausführen
[engl.: do]
Überprüfen
[engl.: check]
Kontinuierlich
e
Verbesserung
Abb. 5.2.4-1: Demingscher PDCA- Zyklus zur kontinuierlichen Verbesserung
Nach Kamiske & Brauer (1999, S. 284 f.) muss dabei zunächst ein Plan für die erforderte
Verbesserung erarbeitet werden [plan], der dann (zunächst nur in kleinerem Maßstab) ausge-
führt wird [do]. Alle danach bereits vorhandenen und relevanten Daten, die Antworten auf
eventuell noch offene Fragen aus der Planungsphase geben, müssen dann gesammelt und
überprüft werden [check], um letztendlich weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen
61
5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
62
und einzuführen [act]. In direktem Anschluss ist dann derselbe PDCA- (Plan-Do-Check-Act-)
Zyklus ständig wiederholt zu durchlaufen, um das Problem kontinuierlich einzugrenzen und
entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.
Im Gegensatz dazu wird nach Hammer & Champy (1994) unter dem Prozess- Reengineering
ein grundsätzliches Überdenken und die ggf. radikale Neugestaltung von Unternehmenspro-
zessen sowie der entsprechenden Aufbauorganisation verstanden.
Der Übergang zwischen beiden Gestaltungsansätzen ist dabei als fließend anzusehen. Nach
Scholz & Vrohlings (1994b, S. 120 ff.) sollte ein komplettes Prozess- Reengineering jedoch
immer erst dann zum Einsatz kommen, wenn entsprechende Maßnahmen aus dem
kontinuierlichen Verbesserungsprozess entweder zuviel Zeit benötigen oder aber nicht zum
erwünschten Erfolg führen. Auch dann sollte jedoch das Prozess- Reengineering keinesfalls
den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in einem Unternehmen gänzlich ersetzten. Statt-
dessen wird immer wieder eine entsprechende Instrumentalisierung der kontinuierlichen Pro-
zess- Verbesserung in Regelkreisen gefordert. Aufbauend auf entsprechenden Kennzahlen-
systemen (und somit als Verstetigung der oben beschriebenen Prozessdaten- Analyse) soll
somit eine ständige kritische Überprüfung und ggf. systematische Anpassung der einzelnen
Unternehmensprozesse sicher gestellt werden.
In letzter Konsequenz wird damit die Implementierung eines unternehmensweiten Prozess-
Managements gefordert. Langfristiges Ziel ist es hierbei, alle Unternehmensprozesse durch
die oben beschriebenen Prozess- Teams und Besitzer (ggf. nach Auflösung oder Zusammenle-
gung einzelner Organisationseinheiten) mit Hilfe entsprechend umfangreicher Kennzahlen-
systeme kontinuierlich zu kontrollieren und zu optimieren. (vgl. auch Füermann & Damm-
asch, 1997, S. 17 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S. 149 ff.).
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
63
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
Vor dem Hintergrund eines modernen Managementverständnisses (d.h. Paradigmenwechsel im
Qualitätsverständnis, gezielte Kunden-, Mitarbeiter- und Prozessorientierung) stellen sich die
wichtigsten Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung immer komplexer werdender Arbeits-
prozesse aus dem klassischen Dienstleistungs- und Industriesektor wie folgt dar:
Ø 5.2.1 Partizipation der Mitarbeiter (S. 53):
- Etablierung von Prozess- Transparenz
- Nutzung bereits vorhandener Verbesserungsideen
- Sensibilisierung bzw. Qualifizierung der teilnehmenden Mitarbeiter
- Schaffung von mehr Akzeptanz für organisatorische Veränderungen
- Einsatz eines externen Moderators
Ø 5.2.2 Visualisierung von Prozessflüssen (S. 54):
- sequentielle Darstellung von Prozessen entlang der horizontalen Zeitachse
- hierarchische Gliederung von Prozessen auf unterschiedlichen Ebenen
- zusätzliche Darstellung von parallelen bzw. alternativ ablaufenden Prozessen
- eindeutige Beschreibung der dargestellten Prozesse
- verschiedene Darstellungsformen für die Prozessfluss- Visualisierung
Ø 5.2.3 Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen (S. 57):
- Prozessdaten- Analyse durch Kennzahlenerhebung (Zeit, Kosten, Qualität etc.)
- Informationsfluss- Analyse zur Vermeidung von ungewollt redundanten Prozessen
- Wertschöpfungs- Assessment zur Vermeidung von Fehl- und Blindleistungen
- Output- Assessment zur Schnittstellenharmonisierung durch Kundenorientierung
- Benchmarking als kennzahlengestützter Vergleich von Arbeitsprozessen aus verschiedenen
Arbeitssystemen zur Identifizierung und Implementierung einer Best Practice
- Zusätzliche Frage- oder Checklisten sowie die 7 Qualitätsmanagement- Werkzeuge (Q7)
Ø 5.2.4 Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (S. 61):
- kontinuierlicher Verbesserungsprozess im Sinne einer evolutionären Neugestaltung
- Prozess- Reengineering als revolutionäre Neugestaltung auch der Aufbauorganisation
- Verstetigung der Prozessfluss- Analyse und Optimierung in einem unternehmensweiten Pro-
zess- Management
Þ Insbesondere eine gezielte „Partizipation der Mitarbeiter“ sowie „Visualisierung von
Prozessflüssen“ erscheinen auch für einen Einsatz zur Komplexitätsreduzierung der cha-
rakteristischen arbeitsorganisatorischen Problembereiche geeignet (vgl. Kapitel 5.1.4).
Zum Teil werden diese dort bereits auch eingesetzt (vgl. Kapitel 2).
Þ Aufgrund der hohen Komplexität der klinischen Arbeitsprozesse bei der direkten Pati-
entenbehandlung (vgl. Kapitel 5.1.4) zeigen sich dagegen jegliche kennzahlengestützten
Lösungsansätze zur „Identifizierung und Eliminierung von Schwachstellen“ als eher un-
geeignetalso auch das Benchmarking bei dem bereits gezielt auf ein Lernen aus Pro-
zessfluss- Alternativen von anderen Arbeitssystemen gesetzt wird.
Þ Auch für das Arbeitssystem Krankenhaus erscheint die „Anregung eines kontinuierli-
chen Verbesserungsprozesses“ mit dem langfristigen Ziel eines Prozess- Managements
erstrebenswert (vgl. Kapitel 5.1.5). Ein revolutionäres Prozess- Reengineering mitsamt ei-
ner Neugestaltung der Aufbauorganisation ist dagegen aufgrund der benötigten professi-
onellen Spezialisierung der klinischen Mitarbeiter sowie der hierfür unerlässlichen Fach-
gebiete bzw. -abteilungen als eher kritisch einzustufen (vgl. Kapitel 5.1.2).
5.2 Bestehende Lösungsansätze zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung
64
Þ Zusätzlich lassen sich auf einer Metaebene 10 übergeordnete Ziele für die Prozessfluss-
Analyse und Optimierung erkennen, die es vor dem Hintergrund eines modernen Mana-
gementverständnisses vor allem für die direkt involvierten Mitarbeiter zu erreichen gilt:
1. Die analysierten Arbeitsprozesse sollten den Mitarbeitern verständlicher werden.
2. Es sollte den Mitarbeitern möglich sein, die wesentlichen Probleme aus ihrem eigenen
Arbeitsbereich in die Analyse der Arbeitsprozesse mit einzubringen.
3. Es sollten den Mitarbeitern auch die wesentlichen Probleme von anderen Mitarbeitern
in den analysierten Arbeitsprozessen verdeutlich werden.
4. Auch die optimierten Arbeitsprozesse sollten den Mitarbeitern verständlicher werden.
5. Ein optimierter Arbeitsprozess sollte aufgezeigt werden, der nach Meinung der Mitarbeiter
den momentanen ersetzen sollte.
6. Der zusätzliche Arbeitsaufwand sollte sich für die Mitarbeiter in Grenzen halten.
7. Den Mitarbeitern sollte die Diskussion über gemeinsame Arbeitsprozesse untereinander
erleichtert werden.
8. Es sollte den Mitarbeitern auch eine als ausreichend empfundene Möglichkeit geboten
werden, sich selbst in die Prozessoptimierung einzubringen.
9. Es sollte den Mitarbeitern die Anregung geliefert werden, die analysierten Arbeitsprozesse
auch zukünftig kritisch zu überdenken und ggf. Verbesserungen anzuregen.
10. Es sollte bei den Mitarbeitern der Wunsch entstehen, die eingesetzte Methodik auch
für andere Arbeitsprozesse einzusetzen.
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik
65
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Definition von zwei verschiedenen Anforderungskatalogen für die in dieser Arbeit zu entwickelnde
Methodik:
Ø 5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung (S. 67)
Ø 5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (S. 69)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.3 befindet sich auf Seite 71.
Die Ergebnisse des Kapitels 5.1 zur Eingrenzung des Arbeitssystems Krankenhaus (vgl. auch
die Zusammenfassung auf S. 48) zeigen deutlich die Notwendigkeit einer arbeitswissen-
schaftlichen Methodik, die eine möglichst reibungsfreie abteilungsübergreifende Schnittstel-
lengestaltung der Patientenversorgung im Arbeitssystem Krankenhaus unterstützt. Dabei gilt
es die vorliegenden Probleme nicht nur retrospektiv zu diagnostizieren und kurativ zu thera-
pieren, sondern auch einem erneuten Auftreten präventiv vorzubeugen. Gerade für primäre
Arbeitsprozesse im Krankenhaus (also die direkte Patientenbehandlung) erscheint jedoch der
Einsatz einer vorwiegend kennzahlenbasierten Identifizierung und Eliminierung von entspre-
chenden Schwachstellen, wie sie in klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen
oftmals genutzt wird, als eher schwierig (vgl. Kapitel 5.2). Gleichermaßen schwierig stellt
sich eine gezielt radikale Umstrukturierung der gesamten Aufbauorganisation im Arbeitssys-
tem Krankenhauses dar. So besteht bei einem kompletten Prozess- Reengineering schnell die
Gefahr, durch Auflösung oder Zusammenlegung einzelner Organisationseinheiten die für eine
möglichst optimale Patientenversorgung so dringend benötigte Spezialisierung der verschie-
denen Krankenhausmitarbeiter zu verlieren (vgl. Kapitel 5.2 und 5.3).
Im Rahmen dieser Arbeit soll daher eine arbeitswissenschaftliche Methodik entwickelt wer-
den, die sich gezielt auf eine möglichst zukunftsorientierte Schnittstellengestaltung innerhalb
der bereichsübergreifenden Patientenversorgung konzentriert. Um gerade für besonders kom-
plexe Prozessflüsse in der klinischen Patientenversorgung geeignet zu sein, sollte diese mög-
lichst ohne eine umfassende Kennzahlenerhebung sowie ein komplettes Reengineering der
bestehenden Aufbauorganisation im Arbeitssystem Krankenhaus auskommen. Anstelle einer
nur einmalig wirksamen Identifizierung bzw. Freisetzung von vorhandenem Verbesserungs-
potential sollte darüber hinaus eine möglichst kontinuierliche Prozessfluss- Optimierung an-
gestrebt werden. Langfristig gesehen sollte somit im Sinne einer zukunftsorientierten Arbeits-
gestaltung der Aufbau einer lernenden Organisation unterstützt werden.
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik
66
Dabei ist eine Methodik gefordert, die sich für die Identifizierung und Eliminierung von
Schwachstellen in den verschiedensten klinischen Arbeitssystemen eignet. Gleichzeitig er-
scheint gerade für das Arbeitssystem Krankenhaus ein Lernen aus dem Wissen über bereits
analysierte Prozessflüsse in anderen Krankenhäusern als besonders erfolgversprechend, da der
Informations- und Erfahrungsaustausch über medizinische „Best Practices“ traditionell stark
ausgeprägt ist.
Aus diesen beiden übergeordneten Teilzielen lassen sich in Anlehnung an die Zielformulie-
rung aus dem Systems-Engineering- Ansatz (siehe auch Anhang 1.2) zwei verschiedene An-
forderungskataloge für die in dieser Arbeit zu entwickelnde Methodik ableiten:
1. Ein genereller Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung im
Arbeitssystem Krankenhaus
2. Ein spezieller Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen von
bereits analysierten Krankenhäusern
5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
67
Der Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung im Arbeitssystem
Krankenhaus basiert auf denselben 10 mitarbeiterorientierten Zielen, die auf einer Metaebene
für die bereits bestehenden Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung von immer kom-
plexer werdenden Arbeitsprozessen im Dienstleistungs- und Industriesektor zu erkennen sind
(siehe auch S. 64). Eine Auflistung der einzelnen Zielinhalte dieser 10 Ziele befindet sich in
Abbildung 5.3.1-1.
Diese 10 Teilziele sollten für „Prozessflüsse aus den verschiedensten klinischen Arbeitssys-
temen“ (als Zielobjekte) „nach dem Einsatz der in dieser Arbeit zu entwickelnden Methodik“
(als Zeitbezug) „möglichst vollständig“ (in ihrem Zielausmaß) erreicht werden. Ganz im
Sinne eines modernen Managementverständnisses steht im Mittelpunkt dieser Zielformulie-
rungen das Krankenhauspersonal als Wissensträger. Als Ort der Wirkung sind diese 10 Teil-
ziele daher bei „möglichst vielen in diese Methodik direkt involvierten Krankenhausmitarbei-
tern“ zu erreichen.
1. Die analysierten Arbeitsprozesse sollten den Mitarbeitern verständlicher werden.
2. Es sollte den Mitarbeitern möglich sein, die wesentlichen Probleme aus ihrem eigenen
Arbeitsbereich in die Analyse der Arbeitsprozesse mit einzubringen.
3. Es sollten den Mitarbeitern auch die wesentlichen Probleme von anderen Mitarbeitern in
den analysierten Arbeitsprozessen verdeutlich werden.
4. Auch die optimierten Arbeitsprozesse sollten den Mitarbeitern verständlicher werden.
5. Ein optimierter Arbeitsprozess sollte aufgezeigt werden, der nach Meinung der Mitarbeiter
den momentanen ersetzen sollte.
6. Der zusätzliche Arbeitsaufwand sollte sich für die Mitarbeiter in Grenzen halten.
7. Den Mitarbeitern sollte die Diskussion über gemeinsame Arbeitsprozesse untereinander
erleichtert werden.
8. Es sollte den Mitarbeitern auch eine als ausreichend empfundene Möglichkeit geboten
werden, sich selbst in die Prozessoptimierung einzubringen.
9. Es sollte den Mitarbeitern die Anregung geliefert werden, die analysierten Arbeitsprozesse
auch zukünftig kritisch zu überdenken und ggf. Verbesserungen anzuregen.
10. Es sollte bei den Mitarbeitern der Wunsch entstehen, die eingesetzte Methodik auch für
andere Arbeitsprozesse einzusetzen.
Abb. 5.3.1-1: Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
68
Die Teilziele 1 bis 5 definieren dabei ganz im Sinne von Systemzielen das geforderte Ar-
beitsergebnis, die Teilziele 6 bis 8 dagegen im Sinne von Vorgehenszielen den gewünschten
Projektverlauf. Darüber hinaus beschreiben die Teilziele 9 und 10 als zukunftsorientiert
formulierte Systemziele eine zusätzlich erhoffte Sensibilisierung des involvierten Kranken-
hauspersonals. Durch diese sollte insbesondere in Zukunft eine weitere Analyse und Optimie-
rung von klinischen Prozessflüssen erleichtert werden.
Auf eine weitere Priorisierung innerhalb der drei oben genannten Gruppen (geforderte Teil-
ziele bezüglich des Arbeitsergebnisses, gewünschte Teilziele bezüglich des Projektverlaufs
und erhoffte Teilziele bezüglich einer Sensibilisierung des Krankenhauspersonals) soll auf-
grund der Wichtigkeit des Erreichens jedes einzelnen Teilziels bewusst verzichtet werden.
Ganz im Gegenteil kann das erste übergeordnete Teilziel dieser Arbeit – die Entwicklung ei-
ner arbeitswissenschaftlichen Methodik, die sich möglichst allgemein für Probleme in den
verschiedensten klinischen Arbeitssystemen einsetzen lässt – nur durch eine Erfüllung mög-
lichst vieler dieser 10 untergeordneten Teilziele erreicht werden.
5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
69
Auch der Anforderungskatalog für das Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen orien-
tiert sich an den 10 mitarbeiterorientierten Zielen, die auf einer Metaebene für die bereits be-
stehenden Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung von immer komplexer werdenden
Arbeitsprozessen im Dienstleistungs- und Industriesektor zu erkennen sind (siehe auch S. 64).
An dieser Stelle sind jedoch die einzelnen Zielinhalte dieser 10 Ziele noch einmal speziell für
ein Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen zu transformieren (siehe Abb. 5.3.2-1).
Diese 10 Teilziele sollten auch hier für „Prozessflüsse aus den verschiedensten klinischen
Arbeitssystemen“ (als Zielobjekte) „nach dem Einsatz einer in dieser Arbeit zu entwickelnden
Methodik“ (als Zeitbezug) „möglichst vollständig“ (in ihrem Zielausmaß) erreicht werden.
Ganz im Sinne eines modernen Managementverständnisses steht wiederum das Krankenhaus-
personal als Wissensträger im Mittelpunkt dieser Zielformulierungen. Als Ort der Wirkung
sind diese 10 Teilziele daher bei „möglichst vielen in eine entsprechende Methodik invol-
vierten Krankenhausmitarbeitern“ zu erreichen.
1. Es sollte bei den Mitarbeitern ein detailliertes Verständnis über bereits analysierte Arbeitspro-
zesse aus anderen Arbeitssystemen geschaffen werden.
2. Es sollten den Mitarbeitern die wesentlichen Unterschiede in den analysierten Arbeits-
prozessen zwischen dem eigenen und den anderen Arbeitssystemen verdeutlicht werden.
3. Die wesentlichen Stärken und Schwächen in den analysierten Prozessflüssen der anderen Ar-
beitssysteme sollten den Mitarbeitern verständlich werden.
4. Hilfreiche Prozess- Alternativen aus den anderen Arbeitssystemen sollten den Mitarbeitern
erkennbar werden.
5.
Durch die Auseinandersetzung mit Prozess- Alternativen sollte die Gestaltung eines optimier-
ten Arbeitsprozesses ermöglicht werden, der nach Meinung der Mitarbeiter den momentanen
ersetzen sollte.
6. Die Diskussion über die analysierten Arbeitsprozesse aus den anderen Arbeitssystemen sollte
den Mitarbeitern erleichtert werden.
7. Es sollte den Mitarbeitern nur ein als akzeptabel empfundener zusätzlicher Arbeitsaufwand
durch die Auseinandersetzung mit Prozess- Alternativen entstehen.
8. Es sollte den Mitarbeitern eine als ausreichend empfundene Möglichkeit gegeben werden, sich
selbst in die Prozessoptimierung einzubringen (trotz der Nutzung der Prozess- Alternativen).
9. Das Potential auch für zukünftige Vergleiche von eigenen Arbeitsprozessen mit Lösungsalter-
nativen aus anderen Arbeitssystemen sollte den Mitarbeitern aufgezeigt werden.
10. Es sollte der Wunsch bei den Mitarbeitern entstehen, solch ein Lernen aus Prozessfluss- Alter-
nativen auch für andere Arbeitsprozesse einzusetzen.
Abb. 5.3.2-1: Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
70
Die Teilziele 1 bis 5 definieren hierbei wiederum im Sinne von Systemzielen das geforderte
Arbeitsergebnis, die Teilziele 6 bis 8 im Sinne von Vorgehenszielen den gewünschten Pro-
jektverlauf. Darüber hinaus beschreiben die Teilziele 9 und 10 auch hier als zukunftsorientiert
formulierte Systemziele eine zusätzlich erhoffte Sensibilisierung des involvierten Kranken-
hauspersonals. Durch diese sollte in Zukunft auch ein weiteres Lernen aus Prozessfluss-
Alternativen von anderen Arbeitssystemen erleichtert werden.
Auf eine weitere Priorisierung innerhalb der drei oben genannten Gruppen (geforderte Teil-
ziele bezüglich des Arbeitsergebnisses, gewünschte Teilziele bezüglich des Projektverlaufs
und erhoffte Teilziele bezüglich einer Sensibilisierung des Krankenhauspersonals) soll auch
an dieser Stelle aufgrund der Wichtigkeit des Erreichens jedes einzelnen Teilziels bewusst
verzichtet werden. Ebenso kann das zweite übergeordnete Teilziel dieser Arbeit – die Ent-
wicklung einer arbeitswissenschaftlichen Methodik, die auch ein Lernen aus bereits analy-
sierten Prozessfluss- Alternativen ermöglicht – nur durch eine Erfüllung möglichst vieler die-
ser 10 untergeordneten Teilziele erreicht werden.
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik
71
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.3 Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Methodik
- Differenzierung in zwei verschiedene Anforderungskataloge für die Prozessfluss- Analyse und
Optimierung im Arbeitssystem Krankenhaus sowie ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
von bereits analysierten Krankenhäusern
- Orientierung beider Anforderungskataloge an den 10 mitarbeiterorientierten Zielen, die auf einer
Metaebene für die bereits bestehenden Lösungsansätze zur Analyse und Optimierung von im-
mer komplexer werdenden Arbeitsprozessen im Dienstleistungs- und Industriesektor zu erken-
nen sind (siehe auch S. 64)
- im Sinne eines modernen Managementverständnisses stehen im Mittelpunkt dieser Zielformu-
lierungen die in entsprechende Projekte direkt involvierten Krankenhausmitarbeiter als Wis-
sensträger einer lernenden Organisation
Ø 5.3.1 Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung (S. 67):
- fünf Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses
- drei Teilziele bezüglich des gewünschten Projektverlaufs
- zwei Teilziele bezüglich einer erhofften Sensibilisierung der Mitarbeiter
Ø 5.3.2 Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (S. 69):
- fünf Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses
- drei Teilziele bezüglich des gewünschten Projektverlaufs
- zwei Teilziele bezüglich einer erhofften Sensibilisierung der Mitarbeiter
5.4 Die TOPICS- Methodik
5.4 Die TOPICS- Methodik
72
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Entwicklung der TOPICS- Methodik [Together Optimizing Processes In Clinical Systems] zur
Analyse und Optimierung von komplexen klinischen Prozessflüssen sowie einem Lernen aus be-
reits analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern:
Ø 5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozess- Analyse u. Optimierung (S. 73)
Ø 5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozess- Alternativen (S. 75)
Ø 5.4.3 Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte (S. 81)
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung (S. 81)
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich (S. 92)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.4 befindet sich auf Seite 98.
Durch die zwei verschiedenen Anforderungskataloge für die Prozessfluss- Analyse und Opti-
mierung sowie das Lernen aus bereits analysierten Prozessfluss- Alternativen bietet sich an
dieser Stelle eine dreistufige Lösungsentwicklung an. Als erstes steht dabei die prinzipielle
Lösungskonzeptionierung für eine Methodik zur Prozessfluss- Analyse und Optimierung, die
sich möglichst universell für Probleme in den verschiedensten klinischen Arbeitssystemen
einsetzen lässt. Getrennt davon findet eine Erweiterung dieser Lösungskonzeptionierung statt,
um auch ein Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern zu
ermöglichen. In einem dritten Abschnitt erfolgt die Zusammenführung und Ausarbeitung die-
ser beiden somit getrennt voneinander erarbeiteten prinzipiellen Lösungskonzepte zur
TOPICS- Methodik.
Diese Gliederung zur Lösungsentwicklung bietet sich gleichzeitig an, da die oben skizzierten
Abschnitte dieser Arbeit durch drei Problemstellungen geprägt werden, die einen vollkommen
unterschiedlichen Innovationsgrad in ihrer Lösungssuche und somit grundlegend verschiede-
ne Suchstrategien benötigen. Gleichermaßen soll jedoch in allen drei Entwicklungsphasen
dieser Arbeit auf eine möglichst zyklische Vorgehensweise zur Lösungsentwicklung geachtet
werden, die immer wieder einen Rückgriff bzw. eine Verbesserung von vorherigen Entwick-
lungsstufen ermöglicht (vgl. auch Anhang 1.3).
5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
73
Wie im Kapitel 5.2 ausführlich dargestellt, existieren für die Prozessfluss- Analyse und Opti-
mierung bereits eine ganze Reihe von funktionstüchtigen Lösungsansätzen für immer kom-
plexer werdende Arbeitsprozesse von Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, die zuneh-
mend auch im Arbeitssystem Krankenhaus eingesetzt werden. Gleichzeitig wird jedoch hier-
für keine einheitliche Vorgehensweise oder Dokumentationsform genutzt. Ein Lernen aus
dem Wissen über bereits analysierte Prozessflüsse in anderen Krankenhäusern ist somit nicht
ohne weiteres möglich. Möchte man diese Zielsetzung dennoch erreichen, benötigt man zu-
nächst eine möglichst einheitliche Vorgehensweise und Dokumentationsform, die sich in den
verschiedensten klinischen Arbeitssystemen einsetzen lässt.
Da bereits grundlegend funktionstüchtige Lösungsansätze für die Analyse und Optimierung
von Prozessflüssen existieren, ist man leicht versucht, die Möglichkeit zur Innovation an die-
ser Stelle als nur gering einzuschätzen. Hierdurch scheint sich vor allem eine nicht-optimie-
rende bzw. einstufig-optimierende Suchstrategie anzubieten (vgl. auch Anhang 1.3). Durch
eine entsprechend systematische Gegenüberstellung würden hierbei all diejenigen Vorge-
hensweisen identifiziert werden, die sich auch für die Zielsetzung des gewünschten Lernens
aus Prozessfluss- Alternativen von anderen Arbeitssystemen zumindest als funktionstüchtig
oder sogar als optimal erweisen. Aufgrund der Neuartigkeit dieser zusätzlichen Zielsetzung
besteht jedoch die Gefahr, dass hierdurch letztendlich nur eine suboptimale Gestaltung der
Gesamtlösung erreicht werden kann. Ganz bewusst soll deshalb im Sinne einer zyklischen
Suchstrategie mit dem bereits vorhandenen Wissen noch einmal ein Rückgriff auf eine frü-
here Entwicklungsstufe vorgenommen werden. Hierdurch soll die Entwicklung einer Ge-
samtlösung unterstützt werden, die möglichst optimal auch auf die Erweiterung der Zielset-
zung in Hinblick auf ein Lernen aus bereits analysierten Prozessfluss- Alternativen von ande-
ren Krankenhäusern abgestimmt ist.
Soll jedoch das vorhandene Wissen bzw. die Erfahrungen aus den bereits funktionstüchtigen
Lösungsansätzen zur Analyse und Optimierung von Prozessflüssen nicht gänzlich verloren
gehen, darf der oben erwähnte Rückgriff auf eine frühere Entwicklungsstufe keinesfalls als
eine vollkommene Neuentwicklung missverstanden werden. Stattdessen soll an dieser Stelle
ganz bewusst auf diejenigen prinzipiellen Lösungskonzepte zurückgegriffen werden, die sich
für die Besonderheiten des Arbeitssystems Krankenhaus ganz besonders zu eignen scheinen
(vgl. auch die Zusammenfassung des Kapitels 5.2 dieser Arbeit):
5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
74
1. Eine gezielte Partizipation der Krankenhausmitarbeiter (zunächst unter externer
Anleitung) sollte dazu beitragen, alles vorhandene Spezialistenwissen für eine mög-
lichst realitätsnahe Beschreibung der Ausgangssituation zu nutzen. Gleichzeitig sollte
somit die Akzeptanz für spätere organisatorische Veränderungen erhöht werden. (vgl.
u.a. Füermann & Dammasch, 1997, S. 39 ff.; Gebert, 1995, S. 483 ff.; Kamiske &
Brauer, 1999, S. 152 ff.; Kißler, 1997, S. 763 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 29 ff.;
Schüpbach, 1995, S. 184 f.; Ulich, 1998, S. 247)
2. Eine systematische Visualisierung der klinischen Prozessflüsse sollte die Komplexi-
tät der Arbeitsabläufe reduzieren und Prozess- Transparenz schaffen. (vgl. u.a. Füer-
mann & Dammasch, 1999, S. 47; Hammer, 1997, S. 19 f.; Scholz & Vrohlings, 1994,
S. 38 ff.; REFA, 1985; Scholz-Reiter et al, 1999, S. 100 ff.)
3. Eine darauf aufbauende Identifizierung und Eliminierung der Schwachstellen
sollte sich wiederum gezielt auf die Partizipation der Mitarbeiter stützen. Gerade für
besonders komplexe Prozessflüsse im Arbeitssystem Krankenhaus stellt sich aller-
dings ein Einsatz von kennzahlengestützten Lösungsansätzen als eher schwierig dar.
Stattdessen soll an dieser Stelle verstärkt auf ein Lernen aus bereits analysierter Pro-
zessflüssen von anderen Krankenhäusern gesetzt werden. (vgl. u.a. Füermann &
Dammasch, 1997, S. 89 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 107 ff.)
4. Zusätzlich sollte die Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
stattfinden, um langfristig gesehen mit dem Ziel einer lernenden Organisation eine
ständige kritische Überprüfung und ggf. Verbesserung der klinischen Prozessflüsse si-
cher zu stellen. (vgl. u.a. Füermann & Dammasch, 1997, S. 17 ff.; Kamiske & Brauer,
1999, S. 149 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 115 ff.)
In der lösungsorientierten Situationsanalyse dieser Arbeit haben sich diese prinzipiellen Lö-
sungskonzepte bereits als eine erfolgreiche Ausgangsbasis für die Entwicklung von funktions-
tüchtigen Lösungsansätzen gezeigt. Auf eine nochmalige Überprüfung ihrer Funktionstaug-
lichkeit im Sinne einer formellen Lösungsanalyse (vgl. auch Anhang 1.3) kann an dieser
Stelle daher verzichtet werden.
Eine weitere Ausarbeitung der durch diese prinzipielle Lösungskonzeptionierung beschriebe-
nen „Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung“ findet erst an späterer Stelle dieser Arbeit
statt. Hierdurch soll eine weitere Lösungsentwicklung vermieden werden, in der nicht glei-
chermaßen auch die prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alter-
nativen von bereits analysierten Arbeitssystemen berücksichtigt wird.
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
75
Für die prinzipielle Lösungskonzeption einer Methodik, die ein gezieltes Lernen aus dem
Wissen über bereits analysierte Prozessflüsse aus anderen Arbeitssystemen ermöglicht, sind
demgegenüber durch die lösungsorientierte Situationsanalyse weitaus weniger Lösungsan-
sätze bekannt.
In diesem Kontext ist nur das durch die Arbeiten von Camp (1989 und 1995) geprägte
Benchmarking zu nennen. Aus mehreren Arbeitssystemen wird hierbei vor allem durch einen
gezielten Vergleich von spezifischen Prozessdaten (z.B. Prozesszeiten, Prozesskosten aber
auch ausgewählten Qualitätsdaten) zunächst die beste Prozess- Alternative [engl.: best prac-
tice] identifiziert. Diese Best Practice wird dann in allen anderen Arbeitssystemen entweder
durch Imitation (bzw. Nachahmung) in ihrer Gesamtheit übernommen oder ggf. an arbeitssys-
temspezifische Randbedingungen angepasst. Ausgehend von entsprechenden Erfolgen im
klassischen Dienstleistungs- und Industriesektor wird diese sehr spezielle Form des Lernens
aus Prozessfluss- Alternativen von anderen Arbeitssystemen gerade in den vergangenen Jah-
ren zunehmend auch für eine Optimierung von klinischen Prozessflüssen empfohlen (vgl. u.a.
Barnes et al, 1994, S. 267 ff.; Davis, 1997, S. 28 ff.; Frommer, 1996, S. 157 ff.; Greulich,
1997, S. 177 ff.; Henke et al, 1995, S. 191 ff.; Lagoe & Aspling, 1997, S. 131 ff.; Maxwell et
al, 1996, S. 20 ff.; Nyholm, 1996, S. 266 ff.; Picot & Schwartz, 1997, S. 96 ff.; Rapoport et al,
1994, S. 1385 ff.; Wooster & Forthman, 1996, S. 84 ff.).
Dennoch soll sich diese Arbeit keinesfalls auf eine reine Weiterentwicklung bzw. Anpassung
dieses Benchmarking- Ansatzes an die spezifischen Anforderungen der oben skizzierten klini-
schen Prozessflüsse beschränken. Gerade für besonders komplexe Prozessflüsse in der klini-
schen Patientenversorgung sowie aufgrund der zum Teil enorm unterschiedlichen Randbedin-
gungen in einzelnen klinischen Arbeitssystemen erscheint ein ausschließlich auf Kennzahlen
gestützter Vergleich zur Identifikation und Imitation einer Best Practice als äußerst schwierig.
Stattdessen erfolgt an dieser Stelle im Sinne einer zyklischen Lösungssuche durch einen
Rücksprung auf eine vorherige Entwicklungsstufe mit dem bereits bekannten Wissen über
bestehende Lösungsansätze eine Suchraumerweiterung. Für einen möglichst hohen Innovati-
onsgrad setzt diese prinzipielle Lösungskonzeptionierung dabei auf eine mehrstufig-optimie-
rende Suchstrategie (siehe auch Anhang 1.3) mit folgenden drei aufeinander aufbauenden Lö-
sungsstufen:
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
76
Lösungsstufe I:
Prinzipielle Lösungskonzepte für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen:
I-1: Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Versuch und Irrtum
I-2: Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung
I-3: Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis
Lösungsstufe II:
Prinzipielle Lösungskonzepte für die Suche nach Prozessfluss- Alternativen
II-1:Vergleichbare Arbeitssysteme mit möglichst ähnlichen Randbedingungen
II-2: Zusätzlich nicht vergleichbare Arbeitssysteme mit unterschiedlichen Randbedingungen
Lösungsstufe III:
Prinzipielle Lösungskonzepte für den Vergleich von Prozessfluss- Alternativen
III-1: Quantitative Prozessgrößen (Kennzahlen)
III-2: Freie Prozessbeschreibungen
III-3: Qualitative Prozessgrößen (z.B. Standardisierung von freien Prozessbeschreibungen)
Eine detaillierte Beschreibung aller 8 prinzipiellen Lösungskonzeptalternativen (I-1, I-2 und
I-3; II-1 und II-2; III-1, III-2 und III-3) befindet sich in Anhang 3 dieser Arbeit. Gleichzeitig
wird in diesem Anhang auch die mehrstufig-optimierende Lösungssynthese dieser drei Lö-
sungsstufen beschrieben, die letztendlich zu 18 prinzipiellen Gesamtlösungen führt (3 x 2 x 3
= 18), sowie deren Reduzierung auf folgende beiden Lösungsalternativen mit Hilfe einer sys-
tematischen Lösungsanalyse:
Lösungsalternative A: (I-2 mit II-1 und III-1)
Ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung, bei dem aus-
schließlich auf vergleichbare Arbeitssysteme zurückgegriffen werden kann und diese mit
Hilfe von quantitativen Prozessgrößen verglichen werden (Þ das klassische Benchmarking).
Lösungsalternative B: (I-3 mit II-1/2 und III-2/3)
Ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis, bei dem sowohl
auf vergleichbare als auch nicht vergleichbare Arbeitssysteme zurückgegriffen werden kann
und anstelle von Kennzahlen entweder freie Prozessbeschreibungen oder qualitative Prozess-
größen genutzt werden.
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Die Wirkstrukturen des klassischen Benchmarking- Ansatzes (I-2 mit II-1 und III-1) sowie
der hieraus neu entwickelten Lösungsalternative (I-3 mit II-1/2 und III-2/3) stellen sich für ei-
nen Einsatz im Arbeitssystem Krankenhaus wie folgt dar:
Beim klassischen Benchmarking (Lösungsalternative A) werden die Prozessflüsse aus ver-
schiedenen Krankenhäusern anhand von quantitativen Prozessgrößen (spezifischen Kennzah-
len wie z.B. Zeiten oder Kosten) miteinander verglichen (siehe schematische Darstellung in
Abbildung 5.4.2-1).
Arbeitsprozess im Krankenhaus A
Arbeitsprozess im Krankenhaus B
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozessfluss-
Analyse
Abb. 5.4.2-1: Klassisches Benchmarking – Prozessfluss- Vergleich mittels quantitativer Prozessgrößen
Daraufhin wird eine einzige „Best Practice“ identifiziert. Diese wird anschließend mit ggf.
notwendigen Anpassungen auf alle anderen Arbeitssysteme (den „Worse Practices“) übertra-
gen. (siehe schematische Darstellung in Abbildung 5.4.2-2)
Arbeitsprozess im Krankenhaus A
„Worse Practice
Arbeitsprozess im Krankenhaus B
„Best Practice
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozessfluss-
Analyse
Abb. 5.4.2-2: Klassisches Benchmarking – Identifikation und Imitation einer „Best Practice“
77
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Grundvoraussetzung ist hierbei, dass die einzelnen klinischen Arbeitssysteme tatsächlich auch
miteinander vergleichbar sind. Sie sollten also z.B. über gleiche technische Ausstattungen,
gleiche personelle Möglichkeiten, gleiche Patientenstrukturen etc. verfügen.
Anderenfalls kann es sehr leicht dazu kommen, dass die in einem Krankenhaus identifizierte
„Best Practice“ in anderen Krankenhäusern gar nicht imitiert werden kann. Für nicht mitein-
ander vergleichbare Arbeitssysteme ist somit die sichere Identifikation einer „Best Practice“
allein durch quantitative Prozessgrößen nicht mehr zu gewährleisten. Ebenso lassen sich be-
sonders komplexe Prozessflüsse in der klinischen Patientenversorgung aufgrund ihrer hohen
Dynamik und Abhängigkeit von einer Vielzahl von Einzelfaktoren oftmals nicht mehr anhand
von einzelnen spezifischen Kennzahlen miteinander vergleichen. (siehe schematische Dar-
stellung in Abbildung 5.4.2-3)
Arbeitsprozess im Krankenhaus A
Arbeitsprozess im Krankenhaus B
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozessfluss-
Analyse
Abb. 5.4.2-3: Grundvoraussetzung des klassisches Benchmarkings: Vergleichbare Arbeitssysteme
Demgegenüber zeigt sich die grundlegende Wirkstruktur des mit Hilfe des Systems-Enginee-
ring- Ansatzes in dieser Arbeit neu entwickelten Lösungskonzeptes für ein Lernen aus Pro-
zessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis (Lösungsalternative B) wie folgt:
Durch eine gezielte Analyse und Verständnis wird nicht auf eine Imitation bzw. Nachahmung
von möglichst kompletten Prozessfluss- Alternativen aus anderen klinischen Arbeitssystemen
gesetzt. Stattdessen steht ausschließlich ein Austausch bzw. eine Verbesserung von defizitä-
ren Prozess- Abschnitten (sog. Prozessmodulen) im Vordergrund. Hierzu erfolgt der Ver-
78
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
gleich entsprechender Prozess- Abschnitte mit Prozessfluss- Alternativen auch aus eigentlich
nicht miteinander vergleichbaren klinischen Arbeitssystemen ganz bewusst nicht mit quanti-
tativen Prozessgrößen. Stattdessen werden entweder eine freie Prozessbeschreibung oder ent-
sprechend standardisierte qualitative Prozessgrößen genutzt. Gleichermaßen ist somit ein
Vergleich von Prozessfluss- Alternativen aus verschiedenen Arbeitssystemen denkbar, deren
Prozessmodule noch nicht einmal im Gesamtprozessfluss vergleichbar angeordnet sind. Dar-
über hinaus wird für den Aufbau einer lernenden Organisation wie in der gesamten Prozess-
fluss- Analyse und Optimierung verstärkt auf die Partizipation der involvierten Mitarbeiter
gesetzt. (siehe schematische Darstellung in Abbildung 5.4.2-4)
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 2
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 2
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Defizite
Prozess-
Defizite
partizipativer Vergleich
defizirer Prozessmodule
Abb. 5.4.2-4: Gezielter Vergleich von defizitären Prozessmodulen
An dieser Stelle wird nun auch keine alleinige „Best Practice“ mehr identifiziert, um diese
dann in allen anderen Arbeitssystemen zu imitieren. Stattdessen wird ausschließlich für
defizitäre Prozess- Abschnitte mit Hilfe dieses systematischen Prozessmodul- Vergleichs
nach Lösungsalternativen in anderen klinischen Arbeitssystemen gesucht. Gemeinsam mit
dem involvierten Krankenhauspersonal eines jeden Arbeitssystems werden dann die identifi-
zierten Lösungsalternativen, die nicht allesamt von einer einzigen „Best Practice“ abstammen
müssen, entsprechend den krankenhausspezifischen Randbedingungen angepasst. Es wird
somit vor allem die Entwicklung von krankenhausspezifischen „Best Practices“ forciert.
(siehe schematische Darstellung in Abbildung 5.4.2-5)
79
5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Kostenrechnung
$$$$$$
$$$
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 2
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 2
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Stärken
Prozess-
Stärken
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 4
Prozess-
Stärken
Prozess-
Stärken
krankenhausspezifische
Anpassung der Prozessmodule
Abb. 5.4.2-5: Identifikation und Anpassung von Lösungsalternativen aus anderen Krankenhäusern
Somit bietet sich dieser hier neu entwickelte Lösungsansatz vor allem für diejenigen Prozess-
flüsse in der klinischen Patientenversorgung an, bei denen ein Vergleich mit Prozessfluss- Al-
ternativen aus anderen Krankenhäusern anhand von einzelnen Kennzahlen nicht mehr mög-
lich ist. Gerade aufgrund der hohen Dynamik und Abhängigkeit von einer Vielzahl von Ein-
zelfaktoren trifft dies für primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus (also die direkte Patien-
tenbehandlung) ganz besonders zu. Darüber hinaus liegen hier oftmals für Prozessfluss- Al-
ternativen aus verschiedenen klinischen Arbeitssystemen vollkommen unterschiedliche
Randbedingungen vor. Somit kommt für diese spezifischen Problembereiche in der klinischen
Patientenversorgung ein Vergleich von Prozessfluss- Alternativen ausschließlich über quan-
titative Prozessgrößen ohnehin nicht in Frage.
Aus diesen Gründen scheint der hier neu entwickelte Lösungsansatz, der im weiteren Verlauf
dieser Arbeit als „Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich“ bezeichnet werden soll,
eine sehr erfolgversprechende Ergänzung zum klassischen Benchmarking- Ansatz zu sein.
Insbesondere wenn sich dieser für besonders komplexe klinische Prozessflüsse oder eigentlich
nicht miteinander vergleichbare klinische Arbeitssysteme nicht mehr sinnvoll einsetzen lässt.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll daher auf eine Weiterentwicklung bzw. Anpassung des
klassischen Benchmarking- Ansatzes speziell für komplexe klinische Prozessflüsse mit oft-
mals nicht miteinander vergleichbaren Randbedingungen bewusst verzichtet werden. Statt-
dessen gilt es im folgenden Abschnitt, die somit aus der Grundidee des klassischen Bench-
markings neu entwickelte Lösungskonzeption für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
durch Analyse und Verständnis mit der oben skizzierten Lösungskonzeption für die Prozess-
fluss- Analyse und Optimierung zusammen zu führen.
80
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
81
5.4.3 Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte
Auch die konkrete Zusammenführung und Ausarbeitung der TOPICS- Methodik basiert auf
einer bewusst zyklischen Lösungsentwicklung. Sowohl nach der Ausarbeitung der Partizipa-
tiven Prozessfluss- Visualisierung als auch des Problemspezifischen Prozessmodul- Ver-
gleichs fand zunächst eine getrennte Erprobung und Bewertung dieser beiden Lösungsansätze
mit Hilfe von zwei Vorstudien statt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen war dann noch eine
zyklische Verbesserung der gesamten TOPICS- Methodik möglich. Erst im Anschluss er-
folgte in Form einer Hauptstudie die Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik durch einen
kombinierten Einsatz beider Lösungsansätze im klinischen Alltag.
An dieser Stelle soll jedoch die Darstellung der entwickelten Gesamtlösung durch diese zykli-
sche Vorgehensweise nicht unnötig verkompliziert werden. Im folgenden Abschnitt dieser
Arbeit wird daher ausschließlich die letztendlich entwickelte Gesamtlösung als TOPICS-
Methodik [Together Optimizing Processes In Clinical Systems] beschrieben. Auf einzelne
zyklische Verbesserungen als Konsequenz aus den beiden Vorstudien wird dagegen erst bei
der Ergebnisdarstellung der Erprobung und Bewertung dieser Methodik noch einmal näher
eingegangen.
Die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung als erster Baustein der TOPICS- Methodik ba-
siert auf sieben grundlegenden Projektphasen, die bei Bedarf auch iterativ zu durchlaufen
sind:
1. PROZESSFLUSS- ABGRENZUNG UND PROJEKTVORBEREITUNG
2. VISUALISIERUNG DES PROZESSFLUSSES ALS PROZESSFLUSS- DIAGRAMM
3. VERIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
4. HIERARCHISCHE GLIEDERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
5. QUANTIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
6. IDENTIFIZIERUNG DES CHARAKTERISTISCHEN STÄRKEN- UND SCHWÄCHENPROFILS
7. ERARBEITUNG EINES OPTIMIERTEN PROZESSFLUSSES
Der Übergang zwischen diesen Projektphasen ist als fließend anzusehen. Dennoch werden im
folgenden Abschnitt die angestrebte Zielsetzung, die anzuwendende Vorgehensweise sowie
das zu erreichende Arbeitsergebnis jeder dieser sieben Projektphasen voneinander getrennt
dargestellt.
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
82
1. PROZESSFLUSSABGRENZUNG UND PROJEKTVORBEREITUNG:
Zielsetzung der Projektphase 1:
· Definition und Abgrenzung des zu verbessernden Prozessflusses
· Information und Motivation möglichst vieler involvierter Krankenhausmitarbeiter
· Sichtung vorhandener Informationsmaterialien sowie eventuell bereits existierender
Prozess- Dokumentationen bzw. Daten
Vorgehensweise in der Projektphase 1:
Ø Eindeutige Abgrenzung des zu verbessernden Prozessflusses:
In Abstimmung mit dem Auftraggeber werden für den zu analysierenden Prozessfluss
Start- und Endprozess sowie evtl. vorhandene Sonderfälle definiert, die nicht weiter
analysiert werden sollen.
Ø Kickoff- Meetings für alle direkt am Prozessfluss beteiligten Abteilungen und mög-
lichst viele im Prozessfluss direkt involvierte Krankenhausmitarbeiter:
In diesen Kickoff- Meetings wird speziell über Ziele und Inhalt sowie das methodische
Vorgehen des Projektes informiert. Frühzeitig muss die Partizipation möglichst vieler
klinischer Mitarbeiter forciert werden. Somit soll das bereits vorhandene Wissen und
Verbesserungspotential von den eigentlichen Prozess- Spezialisten möglichst syste-
matisch in die Prozessfluss- Verbesserung integriert werden. Darüber hinaus gilt es die
Akzeptanz für spätere Veränderungen frühzeitig sicher zu stellen. (vgl. u.a. Füermann
& Dammasch, 1997, S. 39 ff.; Gebert, 1995, S. 483 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S.
152 ff.; Kißler, 1997, S. 763 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 29 ff.; Schüpbach,
1995, S. 184 f.; Ulich, 1998, S. 247)
Ø Sichtung vorhandener Informationsmaterialien über die wesentlichen Grunddaten
des Gesamtkrankenhauses sowie einzelner Abteilungen:
Als Informationsquellen kommen hierfür vor allem der Krankenhausjahresbericht so-
wie ggf. Jahresberichte der einzelnen klinischen Abteilungen in Frage. Ebenso sollte
an dieser Stelle eine systematische Suche und ggf. Sichtung von eventuell bereits vor-
handenen Prozess- Dokumentationen bzw. Daten erfolgen.
Ø Ggf. Visualisierung von baulichen Besonderheiten in architektonischen Skizzen:
Dieser Projektschritt unterstützt ggf. die Analyse und Optimierung von ortsübergrei-
fenden Patienten-, Personal- oder Materialflüssen.
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
83
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 1:
ü Dokumentation von Start- und Endprozess des zu verbessernden Prozessflusses
ü Dokumentation von Sonderfällen (die nicht weiter analysiert werden sollen)
ü Dokumentation aller am Prozessfluss beteiligten Abteilungen und Mitarbeiter
ü Dokumentation der wesentlichen Grunddaten des Krankenhauses sowie der beteiligten
Abteilungen
ü Dokumentation von bereits vorliegenden Prozess- Dokumentationen bzw. Daten
ü Dokumentation von baulichen Besonderheiten in architektonischen Skizzen
ü Ggf. Dokumentation bereits bekannter Prozessfluss- Stärken und Schwächen
2. VISUALISIERUNG DES PROZESSFLUSSES ALS PROZESSFLUSS- DIAGRAMM:
Zielsetzung der Projektphase 2:
· Schaffung einer ersten Diskussionsgrundlage für den zu verbessernden Prozessfluss
· Frühzeitige Beteiligung möglichst vieler involvierter Krankenhausmitarbeiter
Vorgehensweise in der Projektphase 2:
Ø (Evtl. teilnehmende) Beobachtung des zu verbessernden Prozessflusses zur Erlan-
gung eines ersten Überblicks über den gesamten Prozessfluss.
Ø
Erste Visualisierung des zu verbessernden Prozessflusses als Prozessfluss- Dia-
gramm auf großflächigen Papiercharts:
Wie in Abbildung 5.4.3.1-1 schematisch dargestellt, erfolgt die Visualisierung der
zeitlichen Abhängigkeit von sequentiell ablaufenden Aktivitäten des Prozessflusses
möglichst entlang einer horizontalen Zeitachse von links nach rechts. Die Darstellung
von eventuell parallel (also zeitgleich) ablaufenden Aktivitäten wird dagegen entlang
der vertikalen Achse nach oben oder unten ausweichend dargestellt. Gleiches gilt für
die Darstellung von Alternativprozessen nach evtl. Prozessfluss- Verzweigungen.
Zweck der graphischen Visualisierung ist die Schaffung von Prozess- Transparenz für
alle an der Prozessfluss- Analyse beteiligten Mitarbeiter (vgl. u.a. Füermann &
Dammasch, 1999, S. 47; Hammer, 1997, S. 19 f.; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 39;
Scholz-Reiter et al, 1999, S. 100 ff.). Die hierfür genutzte Symbolik in Anlehnung an
DIN 66001, die in Anhang 4 dieser Arbeit ausführlich beschrieben wird, ist daher im
Sinne einer möglichst für alle klinischen Mitarbeiter sehr schnell und leicht erlernba-
ren Prozess- Sprache bewusst einfach gehalten (vgl. auch Füermann und Dammasch,
1997, S. 47 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994, S. 38 ff.). Gleichzeitig ist diese Symbolik
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
speziell auf die Bedürfnisse der Analyse von klinischen Prozessflüssen abgestimmt.
Ggf. kann an dieser Stelle auch eine Visualisierung des zu verbessernden Prozessflus-
ses in architektonischen Skizzen oder Plänen hilfreich sein.
Patient No t fa l l ?
Rettungswagen?
Pförtner
Erste Hilf e Erste Hilfe:
Erstversorg ung
Erste Hi l fe:
m ini male kaufm .
A ufnahme
Stationäre
A ufnahme?
nac h Hause
Bett frei?
Bett besorgen
Station b ena ch richti gen
St a tio n
vol lstän dige kauf m.
Au fnahme auf Station
Rettungswa g en:
Tran sport und
Erstversorg ung
di rekt i n die Klinik?
S e kr. C h e fa r zt :
Termin zur
Sprechstu nde
Hausarz t E inweisung? E inwe isungssche in an
Patienten S e lb st m m e r e r?
telefonisch? direkt zu r Zentrale n
Aufnahm e? Pförtner
Termingesp räc h von
Ha u sa rzt m it S e kr .
Che farzt o der O A
Su ch tabt eilung
Nam e, Di agnose, Arzt,
St ati o n, Geburtsd atum Meldung
T erm inabstimm ung m it
der Stati on
Hausarzt lei tet
Termin + Hi nweis an
Patien t we i ter
Termin + Hi nweis an
Ha usarzt:
Einwe isungs schei n
+KK -Übernahme
P atien tenna me
und Termin
Termin?
telefoni sch?
Termingesp räc h von
Patient m it S ekr.
Che farzt o der O A
Su chtabteilung
St ati o n
1, 2 od er 9 ?
Nam e, Di agnose, Arzt,
St ati o n, Geburtsd atum
Sekr. Chefarzt:
Em p fan g
T erm i nabsti mmun g mi t
der Station
Meldung
T ermin und Hinwei s an
P a ti e nt:
E i nwe i sun g ssche i n
+ K K b e rn a hm e
Ze ntrale Aufnahm e Anm eldung frei?
Wartebere ich
kau fm. Aufnahme
kompl e tt?
Klärung
St a ti o n B e tt sc h on fr e i?
Un tersuchungen ?
Warteraum Funkti onsabte il ungen
A namne se im
Warte raum
(Pflege + Arzt)
Patien t auf Zimm er
Untersuchu ngen?
Anamnese im
P atientenz im me r
(P fl eg e + Arzt)
Funktion sabtei lungen
Patient
a ufgenom men
Pati ent
auf genom men
Pati enten name und T
Termin
Int ensi vstatio n
Nein
Ja
Nein
Ja
Ja
Nein Nein
Ja
später
Nein
Untersuchun g von
Chef arz t oder
Ver tr etu n g
Al le Infos?
zutzl.
Unt ersuc hu ngen
Überwe isung? nach Hause
Über weisun gssche in an
Patienten
Ja
Nein Ja
Ja
Nein
Nein
Ja
Nein Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Nein
Ja
Nein
Nein
Ja
Nein
Ja
Patie ntenzi mmer
Ja
Ja
Ja
Raum
Personal
Prozess
Entscheidung
Raum
Personal
e
Ref
Dokument
Patient No t fa l l ?
Rettungswagen?
Pförtner
Erste Hilf e Erste Hilfe:
Erstversorg ung
Erste Hi l fe:
m ini male kaufm .
A ufnahme
Stationäre
A ufnahme?
nac h Hause
Bett frei?
Bett besorgen
Station b ena ch richti gen
St a tio n
vol lstän dige kauf m.
Au fnahme auf Station
Rettungswa g en:
Tran sport und
Erstversorg ung
di rekt i n die Klinik?
S e kr. C h e fa r zt :
Termin zur
Sprechstu nde
Hausarz t E inweisung? E inwe isungssche in an
Patienten S e lb stkü m m e r e r?
telefonisch? direkt zu r Zentrale n
Aufnahm e? Pförtner
Termingesp räc h von
Ha u sa rzt m it S e kr .
Che farzt o der O A
Su ch tabt eilung
Nam e, Di agnose, Arzt,
St ati o n, Geburtsd atum Meldung
T erm inabstimm ung m it
der Stati on
Hausarzt lei tet
Termin + Hi nweis an
Patien t we i ter
Termin + Hi nweis an
Ha usarzt:
Einwe isungs schei n
+KK -Übernahme
P atien tenna me
und Termin
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Termingesp räc h von
Patient m it S ekr.
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Su chtabteilung
St ati o n
1, 2 od er 9 ?
Nam e, Di agnose, Arzt,
St ati o n, Geburtsd atum
Sekr. Chefarzt:
Em p fan g
T erm i nabsti mmun g mi t
der Station
Meldung
T ermin und Hinwei s an
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+ K K b e rn a hm e
Ze ntrale Aufnahm e Anm eldung frei?
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kau fm. Aufnahme
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Klärung
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Warteraum Funkti onsabte il ungen
A namne se im
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(Pflege + Arzt)
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P atientenz im me r
(P fl eg e + Arzt)
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Patient
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Pati ent
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Pati enten name und T
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Nein
Ja
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Ja
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Über weisun gssche in an
Patienten
Ja
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Ja
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Ja
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Nein
Ja
Nein
Ja
Patie ntenzi mmer
Ja
Ja
Ja
Raum
Personal
Prozess
Entscheidung
Raum
Personal
e
Ref
Dokument
Prozess-
Defizit
Prozess-
Defizit
Prozess-
Stärke
Prozess-
Stärke
Abb. 5.4.3.1-1: Schematische Darstellung der Visualisierung von Prozessflüssen
Ø Gezielte Partizipation möglichst vieler am Prozessfluss direkt beteiligter Mitarbeiter:
Hierfür können sowohl Einzelinterviews als auch moderierte Gruppendiskussionen je
nach Bedarf und Möglichkeiten eingesetzt werden. Für eine bewusst „anonyme“ Infor-
mation bzw. Partizipation der Krankenhausmitarbeiter ist an dieser Stelle ein öffentli-
ches Aushängen des erarbeiteten Prozessfluss- Diagramms hilfreich.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 2:
ü Erster Entwurf eines Prozessfluss- Diagramms auf großflächigen Papiercharts
ü Ggf. Darstellung des Prozessflusses in architektonischen Skizzen oder Plänen
ü Ggf. Dokumentation bereits genannter Prozessfluss- Stärken und Schwächen
3. VERIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS:
Zielsetzung der Projektphase 3:
· Sicherstellung einer realitätsnahen Abbildung des zu verbessernden Prozessflusses
· Weitere Beteiligung möglichst vieler involvierter Krankenhausmitarbeiter
Vorgehensweise in der Projektphase 3:
Ø Iterative Verifizierung des Prozessfluss- Diagramms:
Unter ständiger Miteinbeziehung möglichst vieler am Prozessfluss beteiligter Mitar-
beiter wird das erarbeitete Prozessfluss- Diagramm durch Einzelinterviews bis hin zu
84
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
85
moderierten Gruppendiskussionen auf seine Korrektheit überprüft. Auch an dieser
Stelle bietet sich ein öffentliches Aushängen des erarbeiteten Prozessfluss- Diagramms
als Möglichkeit für eine „anonyme“ Rückmeldung von Verbesserungsvorschlägen an.
Ø Kontinuierliche Korrektur des Prozessfluss- Diagramms:
Ergeben sich durch die Verifizierung des Prozessfluss- Diagramms eventuell notwen-
dige Korrekturen für den visualisierten Prozessfluss, so ist dieser kontinuierlich zu
überarbeiten und erneut zu verifizieren. Dies geschieht solange, bis eine möglichst re-
alitätsnahe Abbildung der tatsächlich ablaufenden Prozessflüsse erreicht ist und von
einem Detaillierungsgrad ausgegangen werden kann, der den Bedürfnissen möglichst
vieler Mitarbeiter entspricht.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 3:
ü Verifiziertes Prozessfluss- Diagramm auf großflächigen Papiercharts
ü Dokumentation bereits genannter Prozessfluss- Stärken und Schwächen
ü Ggf. Dokumentation aller an der Verifizierung und Visualisierung beteiligter
Abteilungen, Berufsgruppen und Mitarbeiter
4. HIERARCHISCHE GLIEDERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS:
Zielsetzung der Projektphase 4:
· Vorbereitung des Prozessfluss- Diagramms auf eine spätere Identifikation von nutzlo-
sen und redundanten Aktivitäten
· Vorbereitung des Prozessfluss- Diagramms auf den späteren Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleich
Vorgehensweise in der Projektphase 4:
Ø Definition von Prozessmodulen durch eine inhaltlich logische Abgrenzung:
Für alle im verifizierten Prozessfluss- Diagramm abgebildeten Aktivitäten (Prozesse
sowie Entscheidungen) erfolgt eine Zusammenfassung zu inhaltlich logisch abge-
grenzten Arbeitsaufgaben (übergeordneten Prozessmodulen) – vgl. auch Scholz &
Vrohlings (1994, S. 38 ff.).
Ø Identifikation einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur:
Hierfür werden die oben definierten und abgegrenzten Prozessmodule möglichst so
formuliert und strukturiert, dass sich diese auch in Prozessflüssen von anderen klini-
schen Arbeitssystemen wiederfinden lassen (siehe auch schematische Darstellung in
Abbildung 5.4.3.1-2).
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
2.3.2
Informationen
sammeln
2.3.3
Dokumente
ausfüllen
2.3.1
Dokumente
suchen
Definition bzw.
A
bgrenzung von Prozessmodulen
(Identifikation einer allgemeinen Prozessfluss- Struktur)
Definition bzw. Abgrenzung von Prozessmodulen
(Identifikation einer allgemeinen Prozessfluss- Struktur)
1.
Aufnahme
beantragen
3.
Personal
organisieren
4.
A
ufnahme
vorbereiten
2.
Intensivbett
organisieren
1.
Aufnahme
beantragen
3.
Personal
organisieren
4.
A
ufnahme
vorbereiten
2.
Intensivbett
organisieren
2.5
Patienten
verlegen
2.1
freies Intensiv-
bett suchen
2.2
verlegbaren Pa-
tienten suchen
2.3
Verlegedoku-
mente erstellen
2.4
Verlegung
organisieren
2.
Intensivbett
organisieren
2.5
Patienten
verlegen
2.1
freies Intensiv-
bett suchen
2.2
verlegbaren Pa-
tienten suchen
2.3
Verlegedoku-
mente erstellen
2.4
Verlegung
organisieren
2.
Intensivbett
organisieren
2.3.4
Dokumente
unterzeichnen
2.3.5
Dokumente
verschicken
2.3
Verlegedoku-
mente erstellen
Abb. 5.4.3.1-2: Schematische Darstellung einer hierarchischen Gliederung von Prozessmodulen
am Beispiel der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“
Ziel ist die Identifikation einer möglichst allgemein anwendbaren Prozessfluss-
Struktur für Prozessfluss- Alternativen aus den verschiedensten klinischen Arbeits-
systemen. Mit Hilfe dieser allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur ist später
nicht nur ein Vergleich von kompletten Prozessflüssen, sondern gezielt auch für ein-
zelne Arbeitsaufgaben (die übergeordneten Prozessmodule) möglich.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 4:
ü Visualisierung der hierarchischen (allgemein anwendbaren) Prozessfluss- Struktur auf
einem gesonderten Papierchart mitsamt einer entsprechenden Nummerierung der ein-
zelnen Prozessmodule auf allen Ebenen (siehe auch Abbildung 5.4.3.1-2)
ü Zuordnung der einzelnen Aktivitäten (Prozesse sowie Entscheidungen) aus dem verifi-
zierten Prozessfluss- Diagramm zu den übergeordneten Prozessmodulen aus dieser
allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur durch eine entsprechende Nummerie-
rung. (Da im klinischen Alltag einzelne Aktivitäten für übergeordnete Prozessmodule
nicht immer nur sequentiell abgearbeitet werden, reicht eine rein graphische Abgren-
zung der einzelnen Prozessmodule an dieser Stelle nicht aus.)
5. QUANTIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS:
Zielsetzung der Projektphase 5:
· Systematische Dokumentation aller Prozessgrößen, die für einen späteren
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich benötigt werden
86
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
Vorgehensweise in der Projektphase 5:
Ø Katalogisierung aller Dokumente, die im Prozessfluss eine Verwendung finden, so-
wie Dokumentation innerhalb des verifizierten Prozessfluss- Diagramms.
Ø Erhebung der prozentualen Verteilungen der einzelnen Prozesszweige nach
Entscheidungen oder aber parallelen Prozessfluss- Verzweigungen sowie Dokumenta-
tion innerhalb des verifizierten Prozessfluss- Diagramms.
Ø Systematische Quantifizierung der übergeordneten Prozessmodule der allgemein an-
wendbaren Prozessfluss- Struktur.
Hierfür werden die sieben „Ursachen“ des Ishikawa- Diagramms (wie in Abbildung
5.4.3.1-3 schematisch dargestellt) als charakteristische Einflussgrößen von Arbeitspro-
zessen genutzt. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden sie daher als „Prozessmodul
charakterisierende Einflussgrößen“ [engl.: Process Module Characterizing Influences
– PMCIs] bezeichnet. Dies bedeutet für jedes der übergeordneten Prozessmodule eine
systematische Dokumentation der beteiligten Menschen“, „Maschinen“, „Messun-
gen“, „Methoden“, „Mitwelt“ (Umwelt), „Materialien“ sowie des verwendeten „Ma-
nagements“ aus den dazugehörigen Aktivitäten des zu verbessernden Prozessflusses
(siehe auch Abbildung 5.4.3.1-3).
Angelehnt an Ishikawa ...
Methoden Material
Arbeitsprozesse (im Krankenhaus)
Messungen Mitwelt
Menschen Management Maschinen
Methoden
Material
Messungen
Mitwelt
Menschen
Management
Maschinen
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 2
... systematische Dokumentation aller
Einflussgrößen für jedes Prozessmodul
Abb. 5.4.3.1-3: Schematische Darstellung der Quantifizierung von einzelnen Prozessmodulen
Somit wird für die spätere Prozessfluss- Optimierung ein gezielter Vergleich mit Pro-
zessmodul- Alternativen aus anderen klinischen Arbeitssystemen ermöglicht, der sich
weder auf quantitative Kennzahlen noch eine freie Prozessbeschreibung stützt. Wie
bereits in Abbildung 5.4.3.1-3 angedeutet, bietet es sich hierfür an, die Dokumentation
87
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
der einzelnen PMCIs für die übergeordneten Prozessmodule in strukturierten Tabellen
vorzunehmen. Für diese ist auch eine weitere Kategorisierung der PMCIs denkbar.
Darüber hinaus ermöglicht an dieser Stelle die Verwendung von Prozessmodulen aus
einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur eine Dokumentation von Prozess-
fluss- Alternativen aus verschiedenen Arbeitssystemen in gleichartig strukturierten
Tabellen bzw. einer übergeordneten Datenbank (siehe auch Abbildung 5.4.3.1-4).
Krankenhaus C
Krankenhaus B
Krankenhaus A
Methoden
Material
Messungen
Mitwelt
Menschen
Management
Maschinen
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 2
Process Module Characterizing Influences
(PMCIs)
Abb. 5.4.3.1-4: Schematische Darstellung der Process Module Characterizing Influences (PMCIs)
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 5:
ü Archiv aller im Prozessfluss verwendeten Dokumente (Ausdrücke, Fax- und Briefvor-
lagen, Patientenakte, dokumentierte Standards, Bildschirmansichten etc.)
ü Dokumentation der prozentualen Verteilungen an den Verzweigungen im verifizierten
Prozessfluss- Diagramm
ü Dokumentation aller den Prozessfluss charakterisierenden Einflussgrößen (PMCIs) für
jedes einzelne Prozessmodul der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur in ei-
ner entsprechenden Tabelle bzw. Datenbank (siehe auch Abbildung 5.4.3.1-4)
88
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
89
6. IDENTIFIZIERUNG DES CHARAKTERISTISCHEN STÄRKEN- UND SCHWÄCHENPROFILS:
Zielsetzung der Projektphase 6:
· Möglichst vollständige Identifikation und Dokumentation des charakteristischen Stär-
ken- und Schwächenprofils für den zu verbessernden Prozessfluss
· Zuordnung des identifizierten Stärken- und Schwächenprofils zu den einzelnen
Prozessmodulen der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur
· Identifikation evtl. bereits vorhandener Verbesserungsvorschläge
Vorgehensweise in der Projektphase 6:
Ø Partizipative Identifizierung des charakteristischen Stärken- und Schwächenprofils
für den zu verbessernden Prozessfluss:
Sollte es an dieser Stelle durch die Prozessfluss- Visualisierung sowie die gezielte
Partizipation der einzelnen Prozess- Spezialisten zu keiner ausreichenden Stärken- und
Schwächenidentifikation gekommen sein, bieten sich hierfür die bei Scholz & Vroh-
lings (1994d, S. 107 ff.) skizzierten Instrumente zur Schwachstellen- Analyse an, ins-
besondere wenn diese ohne eine zusätzliche Kennzahlenerhebung auskommen. Hierzu
zählen vor allem die Informationsfluss- Analyse sowie das Wertschöpfungs- und Out-
put- Assessment. Ebenso können hierfür natürlich auch die bei Füermann & Damm-
asch (1997, S. 89 ff.) aufgeführten 10 Regeln zur Schwachstellenidentifikation sowie
die weiterführenden Werkzeuge des Qualitätsmanagements Q7 (vgl. auch Kamiske &
Brauer, 1999, S. 217 ff.) eingesetzt werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass ganz be-
wusst nicht nur eine Identifikation der charakteristischen Schwächen, sondern auch
eine gezielte Suche und Dokumentation der bereits vorhandenen Stärken erfolgt.
Ø Charakteristische Einordnung des Stärken- und Schwächenprofils zu den
übergeordneten Prozessmodulen der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur:
Somit wird für den späteren Prozessfluss- Vergleich eine gezielte Suche nach Prozess-
modul- Alternativen aus anderen klinischen Arbeitssystemen ermöglicht, die entweder
ein ganz bewusst gegensätzliches Stärken- und Schwächenprofil oder aber zumindest
nicht dieselben Problembereiche aufweisen.
In Hinblick auf eine zukünftige Optimierung lässt sich das oben identifizierte Stärken-
und Schwächenprofil vor allem in folgende drei Gruppen unterteilen:
1. Unnötige Prozesse und redundante Prozesse [engl.: Unnecessary Processes and
Redundant Processes]. Für eine Optimierung ist hierbei eine systematische Kon-
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
90
zentration auf die wesentlichen Schlüsselprozesse [engl.: Key Process Concentra-
tion] des Prozessflusses gefordert. In Hinblick auf die übergeordneten Prozessmo-
dule (Arbeitsaufgaben) des Prozessflusses sind daher alle unnötig oder unbewusst
redundant ablaufenden Aktivitäten zu vermeiden.
2. Prozess- Stärken und Prozess- Defizite [engl.: Process Strengths and Process
Deficits]. Für eine Optimierung ist hierbei eine systematische Elimination der vor-
handen Prozess- Defizite [engl.: Process Deficit Elimination] gefordert. Daneben
ist auf eine bewusste Beibehaltung bzw. einen gezielten Ausbau der vorhandenen
Prozess- Stärken zu achten.
3. Stabile Prozesse und Instabile Prozesse [engl.: Stable Processes and Unstable
Processes]. Für eine Optimierung ist hierbei eine systematische Stabilisierung des
gesamten Prozessflusses [engl.: Process Stabilisation] gefordert. Bereits frühzeitig
ist dabei zukünftigen Problembereichen vorzubeugen, indem stabile Prozess- Ab-
schnitte ausgebaut sowie instabilen Prozess- Abschnitten stabilisierend entgegen
gewirkt wird.
Ganz im Sinne einer ersten Ursachenforschung erfolgt nun für alle identifizierten Pro-
zess- Stärken und Defizite sowie die stabilen und instabilen Prozesse eine weitere Ka-
tegorisierung gemäß des oben genutzten Ishikawa- Diagramms. Da für einzelne
„Auswirkungen“ immer auch mehrere „Ursachen“ zugrunde liegen können, ist an die-
ser Stelle auch eine Zuordnung aller identifizierten Prozess- Stärken und Defizite so-
wie der stabilen und instabilen Prozesse zu mehreren Kategorien (Menschen, Maschi-
nen, Messungen, Methoden, Mitwelt, Materialien und Management) möglich.
In Anlehnung an die „Prozessmodul charakterisierenden Einflussgrößen“ [engl.: Pro-
cess Module Characterizing Influences – PMCIs] sollen die hieraus ableitbaren Kate-
gorien nun als „Prozessmodul charakterisierende Konsequenzen“ [engl.: Process Mo-
dule Characterizing Consequences – PMCCs] bezeichnet werden. Hierzu zählen dann
auch das Vorhandensein von unnötigen oder unbewusst redundant ablaufenden Pro-
zessen. Deren weitere Unterteilung nach den Ursachen des Ishikawa- Diagramms er-
scheint an dieser Stelle jedoch nicht sinnvoll. Denn gerade für als unnötig oder redun-
dant erkannte Aktivitäten steht im Zuge einer Prozessfluss- Verbesserung nicht die
Beseitigung einzelner Ursachen im Vordergrund, sondern eine möglichst gänzliche
Vermeidung dieser unnötig oder unbewusst redundant ablaufenden Arbeitsschritte.
Somit ergeben sich die in Abbildung 5.4.3.1-5 dargestellten PMCCs.
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
91
PS Process Strengths (Prozess- Stärken)
PS1 Prozess- Stärken bzgl. der Menschen
PS2 Prozess- Stärken bzgl. der Mitwelt
PS3 Prozess- Stärken bzgl. der Maschinen
PS4 Prozess- Stärken bzgl. des Materials
PS5 Prozess- Stärken bzgl. des Managements
PS6 Prozess- Stärken bzgl. der Methoden
PS7 Prozess- Stärken bzgl. der Messungen
PD Process Deficits (Prozess- Defizite)
PD1 Prozess- Defizite bzgl. der Menschen
PD2 Prozess- Defizite bzgl. der Mitwelt
PD3 Prozess- Defizite bzgl. der Maschinen
PD4 Prozess- Defizite bzgl. des Materials
PD5 Prozess- Defizite bzgl. des Managements
PD6 Prozess- Defizite bzgl. der Methoden
PD7 Prozess- Defizite bzgl. der Messungen
SP Stable Processes (Stabile Prozesse)
SP1 Stabile Prozesse bzgl. der Menschen
SP2 Stabile Prozesse bzgl. der Mitwelt
SP3 Stabile Prozesse bzgl. der Maschinen
SP4 Stabile Prozesse bzgl. des Materials
SP5 Stabile Prozesse bzgl. des Managements
SP6 Stabile Prozesse bzgl. der Methoden
SP7 Stabile Prozesse bzgl. der Messungen
UP Unstable Processes (Instabile Prozesse)
UP1 Instabile Prozesse bzgl. der Menschen
UP2 Instabile Prozesse bzgl. der Mitwelt
UP3 Instabile Prozesse bzgl. der Maschinen
UP4 Instabile Prozesse bzgl. des Materials
UP5 Instabile Prozesse bzgl. des Managements
UP6 Instabile Prozesse bzgl. der Methoden
UP7 Instabile Prozesse bzgl. der Messungen
ULP Useless Processes (Unnötige Prozesse) RP Redundant Processes (Redundante Prozesse)
Abb. 5.4.3.1-5: Darstellung der Process Module Characterizing Consequences (PMCCs)
Diese PMCCs werden nun anhand des im verifizierten Prozessfluss- Diagramm ar-
beitssystemspezifisch dokumentierten Stärken- und Schwächenprofils für eine erwei-
terte Beschreibung der einzelnen Prozessmodule der allgemein anwendbaren Prozess-
fluss- Struktur genutzt. Hierfür bietet es sich an, auch die PMCCs für die einzelnen
Prozessmodule der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur in den bereits oben
erwähnten Tabellen bzw. der gemeinsamen Datenbank zur Dokumentation der PMCIs
abzulegen. Aus der Kombination von PMCIs und PMCCs lassen sich somit spezifisch
für jedes Arbeitssystem sogenannte „Prozessmodul charakterisierende Profile“ identi-
fizieren [engl.: Process Module Characterizing Profiles – PMCPs] (siehe auch die
schematische Darstellung in Abbildung 5.4.3.1-6). Ebenso ist an dieser Stelle wie bei
den PMCIs eine weitere Kategorisierung der PMCCs denkbar.
Ø Dokumentation evtl. bereits vorhandener Verbesserungsvorschläge basierend auf
den Aussagen der am Prozessfluss beteiligten Mitarbeiter.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 6:
ü Dokumentation der Stärken und Schwächen im verifizierten Prozessfluss- Diagramm
ü Dokumentation aller den Prozessfluss charakterisierenden Konsequenzen (PMCCs)
für jedes einzelne Prozessmodul der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur in
derselben Tabelle bzw. Datenbank, die bereits für die PMCIs genutzt wurde
ü Ggf. Dokumentation oder Visualisierung von bereits vorhandenen Verbesserungsideen
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
Krankenhaus C
Krankenhaus B
Krankenhaus A
Methoden
Material
Messungen
Mitwelt
Menschen
Management
Maschinen
Prozess-
Modul 1
Prozess-
Modul 3
Prozess-
Modul 2
Stärken
Schwächen
Process Module Characterizing Influences
(
PMCIs
)
Process Module Characterizing Consequences
(
PMCCs
)
Abb. 5.4.3.1-6: Schematische Darstellung der Process Module Characterizing Profiles (PMCPs)
7. ERARBEITUNG EINES OPTIMIERTEN PROZESSFLUSSES:
Zielsetzung der Projektphase 7:
· Modellierung eines verbesserten Prozessflusses, dessen Umsetzung auch von den di-
rekt involvierten Krankenhausmitarbeitern tatsächlich erwünscht wird
· Gezielte Partizipation möglichst vieler im zu verbessernden Prozessfluss direkt invol-
vierter Krankenhausmitarbeiter
Vorgehensweise in der Projektphase 7:
Ø Partizipative Erarbeitung eines verbesserten Prozessflusses gemeinsam mit mög-
lichst vielen direkt involvierten Krankenhausmitarbeitern:
1. Konzentration auf die wesentlichen Schlüsselprozesse [engl.: Key Process Con-
centration]: Für eine Optimierung sind hierbei alle unnötigen Prozesse und unbe-
wusst redundant ablaufenden Prozesse [engl.: Unnecessary Processes and Redun-
dant Processes] in Hinblick auf die übergeordneten Prozessmodule (Arbeitsaufga-
ben) des Prozessflusses zu vermeiden.
2. Elimination der vorhandene Prozess- Defizite [engl.: Process Deficit Elimina-
tion]: Für eine Optimierung gilt es hierbei die identifizierten Prozess- Defizite
[engl.: Process Deficits] durch die Erarbeitung eines verbesserten Prozessflusses zu
92
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
93
vermeiden, bei dem jedoch gleichzeitig die vorhandenen Prozess- Stärken [engl.:
Process Strengths] bewusst beizubehalten bzw. sogar auszubauen sind.
3. Stabilisierung des Prozessflusses [engl.: Process Stabilisation]: Für eine Optimie-
rung müssen hierbei stabile Prozesse [engl.: Stable Processes] gezielt ausgebaut
sowie instabile Prozesse [engl.: Unstable Processes] vorausschauend stabilisiert
werden.
Þ Um gleichzeitig ein Lernen aus bereits analysierten Prozessfluss- Alternativen aus
anderen Krankenhäusern zu ermöglichen, bietet sich an dieser Stelle der Einsatz des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs an, so wie er im folgenden Ab-
schnitt als zweiter Baustein der TOPICS- Methodik ausführlich beschrieben wird.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 7:
ü Dokumentation bzw. Umsetzung des verbesserten Prozessflusses. (Dessen PMCPs
sollten dann wiederum in einer entsprechenden Tabelle bzw. Datenbank dokumentiert
werden, um eine erneute Prozessfluss- Analyse und Optimierung zu erleichtern.)
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
94
Der Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich basiert dagegen auf nur vier Projektphasen:
1. IDENTIFIZIERUNG VON PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
2. REDUZIERUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
3. ANALYSE DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
4. AUSWAHL UND ANPASSUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
Die ersten drei Projektphasen können dabei auch ohne das in die zu verbessernden Prozess-
flüsse involvierte Krankenhauspersonal stattfinden. Darüber hinaus muss Projektphase 2 zur
Reduzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen nur bei Bedarf durchgeführt wer-
den. Das heißt, wenn es in Projektphase 1 zu einer Identifizierung von zu vielen und daher
nicht mehr überschaubaren Prozessmodul- Alternativen gekommen ist.
Aufbauend auf den Arbeitsergebnissen aus der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
werden im folgenden Abschnitt diese vier Projektphasen ebenso anhand der jeweils ange-
strebten Zielsetzung, anzuwendenden Vorgehensweise sowie der zu erreichenden Arbeitser-
gebnisse dargestellt:
1. IDENTIFIZIERUNG VON PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN:
Zielsetzung der Projektphase 1:
· Identifizierung möglichst vieler Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssyste-
men, bei denen die oben identifizierten Schwächen des zu verbessernden Prozessflus-
ses entweder nicht auftauchen oder sogar gegensätzliche Stärken identifizierbar sind
Vorgehensweise in der Projektphase 1:
Ø Systematischer Vergleich des charakteristischen Stärken- und Schwächenprofils des
zu verbessernden Prozessflusses mit den charakteristischen Stärken- und Schwächen-
profilen von bereits analysierten Prozessfluss- Alternativen:
Aufgrund der oben durchgeführten Projektschritte der Partizipativen Prozessfluss- Vi-
sualisierung ist nunmehr kein Vergleich vollkommen frei formulierter Prozessbe-
schreibungen (z.B. in Form von arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Diagrammen)
bzw. individuell formulierter Stärken- und Schwächenprofile notwendig. Ganz gezielt
können für defizitäre Prozessmodule des zu verbessernden Prozessflusses mit Hilfe
der Process Module Characterizing Consequences (PMCCs) (siehe auch Projektphase
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
95
6 der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung) nun einzelne Prozessmodul- Alter-
nativen aus anderen Arbeitssystemen identifiziert werden.
Wie oben bereits erwähnt, sollte an dieser Stelle vor allem nach Prozessfluss- Alterna-
tiven gesucht werden, bei denen entweder dieselben Schwächen nicht auftreten oder
sogar gegensätzliche Stärken identifizierbar sind. Gerade hierfür erweist es sich hilf-
reich, wenn bereits in Projektphase 6 der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
für die Prozessmodule einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur die einzel-
nen PMCCs in entsprechend einheitlich strukturierten Tabellen bzw. einer gemeinsa-
men Datenbank abgelegt wurden. Denn somit ist eine automatisierte Abfrage der ein-
zelnen Tabellen- bzw. Datenbankfelder möglich. Insbesondere wenn diese noch weiter
kategorisiert bzw. entsprechende Dateneingaben standardisiert sind.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 1:
ü Auflistung möglichst vieler Prozessmodul- Alternativen, bei denen die oben
identifizierten Schwächen des zu verbessernden Prozessflusses entweder nicht auftau-
chen oder sogar gegensätzliche Stärken identifizierbar sind
2. REDUZIERUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN:
Zielsetzung der Projektphase 2:
· Systematische Reduzierung der Gesamtmenge aller identifizierten Prozessmodul-
Alternativen auf diejenigen Prozessmodul- Alternativen, die tatsächlich als lösungs-
relevant anzusehen sind
Vorgehensweise in der Projektphase 2:
Ø Systematische Identifizierung derjenigen Prozessmodul- Alternativen aus anderen
Arbeitssystemen, deren Voraussetzungen auch für den zu verbessernden Prozessfluss
realistisch sind:
Aufgrund der oben durchgeführten Projektschritte der Partizipativen Prozessfluss- Vi-
sualisierung ist nun nicht mehr eine erneute Analyse der freien Beschreibungen aller
identifizierten Prozessfluss- Alternativen (z.B. in Form von arbeitssystemspezifischen
Prozessfluss- Diagrammen) notwendig. Ganz gezielt können nun aus der Gesamt-
menge aller identifizierten Prozessmodul- Alternativen mit Hilfe der Process Module
Characterizing Influences (PMCIs) (siehe auch Projektphase 5 der Partizipativen Pro-
zessfluss- Visualisierung) ausschließlich diejenigen Prozessmodul- Alternativen iden-
tifiziert werden, deren Voraussetzungen auch für den zu verbessernden Prozessfluss
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
96
als realistisch erscheinen. Denkbar sind z.B. Einschränkungen für einzelne Prozess-
module bezüglich der beteiligten Menschen (also z.B. beim Personal), aber auch der
genutzten Mitwelt (also z.B. bei vorhandenen Räumlichkeiten) sowie einsetzbarer Ma-
schinen (also z.B. bei benötigten EDV- Systemen). Auch an dieser Stelle erweist es
sich wieder als hilfreich, wenn bereits in Projektphase 5 der Partizipativen Prozess-
fluss- Visualisierung für die Prozessmodule einer allgemein anwendbaren Prozess-
fluss- Struktur die einzelnen PMCIs in entsprechend einheitlich strukturierten Tabellen
bzw. einer gemeinsamen Datenbank abgelegt wurden. Denn somit ist auch hier eine
automatisierte Abfrage der einzelnen Tabellen- bzw. Datenbankfelder möglich. Insbe-
sondere wenn diese noch weiter kategorisiert bzw. Dateneingaben entsprechend stan-
dardisiert sind.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 2:
ü Auflistung möglichst nur noch derjenigen Prozessmodul- Alternativen aus anderen
Arbeitssystemen, die aufgrund einer entsprechenden Einschränkung der hierfür benö-
tigten Voraussetzungen noch als lösungsrelevant angesehen werden können
3. ANALYSE DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN:
Zielsetzung der Projektphase 3:
· Schaffung eines grundlegenden Verständnisses für alle aufgrund der Projektphasen 1
und 2 als lösungsrelevant erscheinenden Prozessfluss- Alternativen sowie aller hierin
bereits bekannten Stärken und Schwächen
Vorgehensweise in der Projektphase 3:
Ø Systematische Analyse der als lösungsrelevant erscheinenden Prozessmodul-
Alternativen anhand der zugrunde liegenden Prozessfluss- Diagramme sowie der ar-
beitssystemspezifischen Stärken- und Schwächenprofile:
An dieser Stelle kann eine Analyse der oben erstellen PMCPs alleine nicht mehr wei-
terhelfen. Anstelle dessen sind ganz bewusst nicht nur diejenigen Aktivitäten in den
Prozessfluss- Diagrammen der anderen Arbeitssysteme zu analysieren, die tatsächlich
zu dem im Vergleich verwendeten übergeordneten Prozessmodul gehören. Darüber
hinaus sind in diese Analyse auch alle vor-, zwischen- und nachgelagerten Aktivitäten
dieser Prozessfluss- Diagramme mit einzubeziehen. Nur so kann letztendlich sicher
gestellt werden, dass nicht nur eine einfache Nachahmung von erfolgversprechend er-
scheinenden Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen stattfindet.
5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
97
Stattdessen sollte hier ganz bewusst auf ein Lernen durch Analyse und Verständnis ge-
setzt werden. Auch eine persönliche Analyse bzw. ein Beobachten entsprechend er-
folgreich erscheinender Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen ist
in diesem Kontext denkbar.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 3:
ü Zusammenfassung der grundlegenden Funktionsweisen der analysierten Prozessmo-
dul- Alternativen sowie der darin bereits bekannten Stärken und Schwächen (ggf. er-
neute Visualisierung)
4. AUSWAHL UND ANPASSUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN :
Zielsetzung der Projektphase 4:
· Modellierung eines arbeitssystemspezifisch verbesserten Prozessflusses basierend auf
dem Wissen über Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen
· Gezielte Partizipation möglichst vieler im zu verbessernden Prozessfluss direkt invol-
vierter Krankenhausmitarbeiter
Vorgehensweise in der Projektphase 4:
Ø Partizipative Auswahl und Anpassung der zur Verbesserung des Prozessflusses ge-
eigneten Prozessmodul- Alternativen gemeinsam mit möglichst vielen direkt in dem
zu verbessernden Prozess- Abschnitt involvierten Krankenhausmitarbeitern:
Nur durch eine gezielte Partizipation dieser einzelnen Prozess- Spezialisten kann letzt-
endlich sicher gestellt werden, dass die identifizierten Prozessmodul- Alternativen aus
anderen Arbeitssystemen tatsächlich auch hinreichend bezüglich ihrer Systemtaug-
lichkeit überprüft bzw. an vorhandene Randbedingungen angepasst werden. Unbedingt
ist an dieser Stelle die Möglichkeit offen zu lassen, anstelle der Prozessmodul- Alter-
nativen aus anderen Arbeitssystemen ggf. auch eigene Verbesserungsvorschläge der
Mitarbeiter für eine Optimierung zu nutzen.
Arbeitsergebnisse aus der Projektphase 4:
ü Dokumentation bzw. Umsetzung des verbesserten Prozessflusses. (Dessen PMCPs
sollten dann wiederum in einer entsprechenden Tabelle bzw. Datenbank dokumentiert
werden, um so auch diese verbesserte Prozessfluss- Alternative für eine Optimierung
von Prozessflüssen aus anderen Arbeitssystemen nutzbar zu machen.)
5.4 Die TOPICS- Methodik
98
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.4 Die TOPICS- Methodik
Darstellung der TOPICS- Methodik [Together Optimizing Processes In Clinical Systems]:
Ø 5.4.1 Prinzipielle Lösungskonzeption für die Prozess- Analyse und Optimierung (S. 73):
- Partizipation der Krankenhausmitarbeiter
- Visualisierung der klinischen Prozessflüsse
- Identifizierung und Eliminierung der Schwachstellen möglichst ohne Kennzahlen, sondern
mittels Partizipation der Mitarbeiter sowie einem Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
- Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
Þ Lösungsansatz: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
Ø 5.4.2 Prinzipielle Lösungskonzeption für das Lernen aus Prozess- Alternativen (S. 75):
- Lernen durch Analyse und Verständnis anstelle von Imitation bzw. Nachahmung
- Lernen von vergleichbaren sowie von eigentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen
- Vergleich durch qualitative Prozessgrößen sowie freie Prozessbeschreibungen anstelle von
quantitativen Prozessgrößen (Kennzahlen)
Þ Lösungsansatz: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich
Ø 5.4.3 Zusammenführung und Ausarbeitung der beiden Lösungskonzepte (S. 81):
5.4.3.1 Die TOPICS- Methodik: Partizipative Prozessfluss- Visualisierung (S. 81):
1. PROZESSFLUSS- ABGRENZUNG UND PROJEKTVORBEREITUNG
Kickoff- Meetings; Sichtung vorhandener Informationsmaterialien
2. VISUALISIERUNG DES PROZESSFLUSSES ALS PROZESSFLUSS- DIAGRAMM
mit Hilfe einer speziellen Symbolikr klinische Prozessflüsse
3. VERIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
mit Hilfe der direkt in den Prozessfluss involvierten klinischen Mitarbeiter
4. HIERARCHISCHE GLIEDERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
Identifikation einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur; Abgrenzung von Pro-
zessmodulen [engl.: Process Modules]
5. QUANTIFIZIERUNG DES PROZESSFLUSS- DIAGRAMMS
Dokumentation der Process Module Characterizing Influences – PMCIs
6. IDENTIFIZIERUNG DES CHARAKTERISTISCHEN SRKEN- UND SCHWÄCHENPROFILS
Dokumentation der Process Module Characterizing Consequences – PMCCs
7. ERARBEITUNG EINES OPTIMIERTEN PROZESSFLUSSES
gemeinsam mit den klinischen Mitarbeitern; soweit möglich durch ein Lernen aus bereits
analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern mit Hilfe des Problemspezifi-
schen Prozessmodul- Vergleichs – siehe Kapitel 5.4.3.2
Ø 5.4.3.2 Die TOPICS- Methodik: Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich (S. 94):
1. IDENTIFIZIERUNG VON PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
mit Hilfe der Process Module Characterizing Consequences – PMCCs
2. REDUZIERUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
mit Hilfe der Process Module Characterizing Influences – PMCIs
3. ANALYSE DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
mit Hilfe der PMCCs und PMCIs sowie der visualisierten Prozessfluss- Diagramme
4. AUSWAHL UND ANPASSUNG DER IDENTIFIZIERTEN PROZESSMODUL- ALTERNATIVEN
gemeinsam mit den in die einzelnen Prozessmodule involvierten klinischen Mitarbeitern
5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
99
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik im klinischen Alltag:
Ø 5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (S. 102)
5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 102)
5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 105)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.1 befindet sich auf S. 115.
Ø 5.5.2 Vorstudie zur Erprob. des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (S. 116)
5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 116)
5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 120)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.2 befindet sich auf S. 125.
Ø 5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik (S. 126)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.3 befindet sich auf S. 128.
Ø 5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik (S. 129)
5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 129)
5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 132)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.4 befindet sich auf S. 140.
Wie bereits bei der Entwicklung der TOPICS- Methodik erwähnt, wurde im Rahmen dieser
Arbeit auf eine möglichst frühzeitige Erprobung und Bewertung der grundlegenden Lösungs-
ansätze im klinischen Alltag gesetzt. Um wie bei der gesamten Entwicklung der TOPICS-
Methodik eine bewusst zyklische Lösungsverbesserung zu ermöglichen, stand dabei folgen-
des Studiendesign im Mittelpunkt:
1. Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
2. Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
3. Konsequenzen aus den beiden Vorstudien zur Verbesserung der TOPICS- Methodik
4. Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
Die beiden Vorstudien zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung bzw.
des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (siehe auch Kapitel 5.5.1 und 5.5.2) wur-
den dabei zunächst für eine getrennte Überprüfung der generellen Funktionstauglichkeit die-
ser beiden Lösungsansätze im klinischen Alltag genutzt. Im Mittelpunkt stand jeweils eine
praktische Projektumsetzung für fünf verschiedene Krankenhäuser, um die grundlegende Ein-
setzbarkeit dieser beiden Lösungsansätze für Probleme aus den verschiedensten klinischen
Arbeitssystemen zu überprüfen. Im Anschluss erfolgte die Bewertung der Funktionstauglich-
keit dieser beiden Lösungsansätze mit Hilfe der direkt in die zwei Vorstudien involvierten
5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
100
klinischen Mitarbeiter, da diese nun sowohl über eine ausreichende Situationskenntnis (des
Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus) als auch ein tiefergehendes Verständnis der zu
bewertenden Methodik verfügten. Hierbei galt es vor allem zu überprüfen, in wieweit durch
die beiden Lösungsansätze dieser Arbeit tatsächlich die einzelnen Teilziele aus den beiden
Anforderungskatalogen für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung bzw. für das Lernen
aus Prozessfluss- Alternativen im klinischen Alltag erreicht werden können.
Als eine besonders komplexe Schnittstelle im Arbeitssystems Krankenhaus wurde für beide
Vorstudien dieser Arbeit die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation (ITS) [engl.:
Patient Admission Process to the Intensive Care Unit (ICU)] ausgewählt. Eine Abgrenzung
sowie eine ausführliche Erläuterung zur Komplexität dieses Prozessflusses befinden sich in
Anhang 5.
Als Hauptkriterium bei der Auswahl möglichst verschiedener klinischer Projektpartner diente
die Einbettung in möglichst unterschiedliche Krankenhausstrukturen sowie gesundheitssys-
temspezifische und kulturelle Rahmenbedingungen (vgl. u.a. Calvin et al, 1997, S. 363 ff.;
Vincent et al, 1997, S. 245 ff.; Yoshiya & Wan Baik, 1997, S. 267 ff.). Zusätzlich wurde auf
ein möglichst unterschiedliches Verhältnis von geplanten zu ungeplanten Patientenaufnahmen
auf die Intensivstation sowie Unterschiede in der Bettenkapazität geachtet. Auf Basis dieser
Kriterien wurden folgende fünf klinische Projektpartner ausgewählt:
· Intensivstation des Palo Alto VA Health Care Systems in Stanford (USA)
unter der Leitung von Prof. MS MD E. Geller
mit 15 Betten und 70% geplanten sowie 30% ungeplanten Patienten
· Intensivstation des Kaplan Medical Centers in Rehovot (Israel)
unter der Leitung von MD S. Konichezky
mit 8 Betten und 25% geplanten sowie 75% ungeplanten Patienten
· Intensivstation des Universitätsklinikums Innsbruck (Österreich)
unter der Leitung von Prof . Dr. med. N. Mutz und Ass.-Prof. Dr. med. W. Koller
mit 9 Betten und 38% geplanten sowie 62% ungeplanten Patienten
· Intensivstation des Charité Campus Virchow Klinikums Berlin (Deutschland)
unter der Leitung von Prof. Dr. med. K. Falke und PD Dr. med. U. Kaisers
mit 14 Betten und 60% geplanten sowie 40% ungeplanten Patienten
· Intensivstation des Hokkaido University Hospitals in Sapporo (Japan)
unter der Leitung von Prof. MD PhD O. Kemmotsu u. Ass.-Prof. MD PhD A. Okamura
mit 5 Betten und 85% geplanten sowie 15% ungeplanten Patienten
5.5 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung der TOPICS- Methodik
101
Als Konsequenz aus den beiden Vorstudien war im Anschluss noch eine Verbesserung der
gesamten TOPICS- Methodik im Sinne einer zyklischen Lösungsentwicklung möglich (siehe
auch Kapitel 5.5.3).
Erst im Anschluss erfolgte die eigentliche Hauptstudie zur Erprobung der gesamten
TOPICS- Methodik (siehe auch Kapitel 5.5.4). Ganz bewusst wurde hierfür nicht auf einen
der fünf bereits bekannten klinischen Projektpartner zurückgegriffen, um eine mögliche
Beeinflussung dieser Hauptstudie aufgrund der in den beiden Vorstudien bereits erarbeiteten
Prozessfluss- Verbesserungen zu vermeiden. Stattdessen erfolgte die Erprobung der gesamten
TOPICS- Methodik durch einen kombinierten Einsatz der Partizipativen Prozessfluss- Visua-
lisierung sowie des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs in einem sechsten klini-
schen Arbeitssystem. Über die getrennte Funktionstauglichkeitsbewertung dieser beiden Lö-
sungsansätze hinaus galt es hierbei zu überprüfen, in wieweit mit Hilfe der gesamten
TOPICS- Methodik (also der Kombination aus beiden Lösungsansätzen) tatsächlich funkti-
onstaugliche Prozessfluss- Verbesserungen für den klinischen Alltag erarbeitet werden kön-
nen.
Um in dieser Hauptstudie so weit wie möglich auf die Arbeitsergebnisse aus den beiden Vor-
studien zurückgreifen zu können, stand auch hier die „Patientenaufnahme auf die Intensiv-
station (ITS)“ als eine besonders komplexe Schnittstelle des Arbeitssystems Krankenhaus im
Mittelpunkt (siehe auch Anhang 5).
Für die Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik wurde zusätzlich folgendes klinisches
Arbeitssystem ausgewählt, dass aufgrund seiner Bettenkapazität sowie des Verhältnisses von
geplanten zu ungeplanten Patientenaufnahmen mit den fünf Projektpartnern aus den beiden
Vorstudien nicht zu vergleichen ist:
· Die Intensivstation des Jackson Memorial Hospitals - University of Miami (USA)
unter der Leitung von Prof. MD S.M. Cohn und MD E. Barquist
mit 30 Betten und 10% geplanten sowie 90% ungeplanten Patienten
Im folgenden Abschnitt dieser Arbeit werden die Durchführung und die Ergebnisse der Er-
probung und Bewertung der TOPICS- Methodik noch einmal ausführlich erläutert.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
102
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Erprobung und Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung im klinischen Alltag:
Ø 5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 102)
Ø 5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 105)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.1 befindet sich auf S. 115.
Der folgende Abschnitt dieser Arbeit beschreibt zunächst die Durchführung und dann die Er-
gebnisse der ersten Vorstudie zur Erprobung und Bewertung der Partizipativen Prozessfluss-
Visualisierung im klinischen Alltag. Im Mittelpunkt stand dabei die Analyse der „Patienten-
aufnahme auf die Intensivstation (ITS)“ in den fünf für diese Vorstudie ausgewählten klini-
schen Arbeitssystemen mit Hilfe der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (siehe auch
Kapitel 5.4.3.1). Die Erarbeitung eines verbesserten Prozessflusses erfolgte in jedem dieser
fünf Teilprojekte noch ohne den Einsatz des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs.
Auf Basis der hierbei erzielten Arbeitsergebnisse bewerteten dann alle aktiv in die fünf Teil-
projekte involvierten Krankenhausmitarbeiter die Funktionstauglichkeit der Partizipativen
Prozessfluss- Visualisierung in Hinblick auf ein Erreichen der einzelnen Teilziele des gene-
rellen Anforderungskatalogs für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung.
5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung
Für diese erste Vorstudie zur Erprobung und Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Vi-
sualisierung gliederte sich die praktische Projektumsetzung wie folgt:
A) Vorbereitung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
B) Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
C) Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Im folgenden Abschnitt werden diese drei Projektphasen noch einmal ausführlich erläutert:
A) Vorbereitung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Neben dem Autor dieser Arbeit, der das Teilprojekt in Japan leiten sollte, wurden für die an-
deren Arbeitssysteme vier weitere externe Moderatoren am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft
der Technischen Universität Berlin vorbereitet:
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
· cand.-ing. B. Kluge für das Teilprojekt in den USA
· cand.-ing. C. Schön für das Teilprojekt in Israel
· cand.-ing. R. Berton für das Teilprojekt in Österreich
· cand.-ing. H. Sander für das Teilprojekt in Deutschland
In einem fünftägigen Workshop stand hierbei nicht nur die Vermittlung der anzuwendenden
Methodik, sondern auch der Umgang mit dem Softwareprogramm VISIO der Visio Corpora-
tion im Vordergrund. Letzteres Softwareprogramm sollte vor allem als Hilfsmittel zur Visua-
lisierung der verifizierten und letztendlich auch verbesserten Prozessflüsse eingesetzt werden.
Für eine möglichst einheitliche Vorgehensweise und Ergebnisdokumentation in den fünf
Teilprojekten erhielt jeder Teilprojektleiter außerdem folgende drei Analysehilfen:
a) Für die Dokumentation der wesentlichen Grunddaten der analysierten Krankenhäuser
und Intensivstationen eine einheitlich abgestimmte Tabelle (siehe Anhang 6).
b) Für die hierarchische Gliederung des Prozessfluss- Diagramms einen ersten Entwurf
einer möglichst allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur für die „Patientenauf-
nahme auf die Intensivstation (ITS)“ (siehe Abbildung 5.5.1.1-1 bzw. Anhang 7).
1. receive patient
adm iss ion req uest
process
1. receive patient
adm iss ion req uest
process 2. organize
bed process
2. organize
bed process
7. reject patient
admission process
7. reject patient
admission process
3. organize
staff process
3. organize
staff process 4. prepare patient
arriv al proc ess
4. prepare patient
arriv al proc ess 5. transport patient
process
5. transport patient
process 6. admit
patient process
6. admit
patient process
Yes Yes Yes
No
No
No
probably simultaneously
Abb. 5.5.1.1-1: Höchste Hierarchieebene des ersten Entwurfs der allgemein anwendbaren Pro-
zessfluss- Struktur für die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ (in englischer Sprache)
Diese aus zwei Hierarchieebenen bestehende Prozessfluss- Struktur basierte auf einer
als Pretest durchgeführten Analyse der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“
des Palo Alto VA Health Care Systems Stanford (vgl. auch Röthele, 1998). Abbildung
5.5.1.1-1 stellt hierbei aus Platzgründen nur die höchste Hierarchieebene dar, wo-
hingegen sich aus Anhang 7 dieser Arbeit noch eine weitere Aufgliederung der oben
dargestellten Prozessmodule entnehmen lässt.
103
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
104
c) Für die Quantifizierung des Prozessfluss- Diagramms sowie die Identifizierung des
charakteristischen Stärken- und Schwächenprofils eine einheitliche Tabelle zur Do-
kumentation der Process Module Characterizing Profiles (siehe Anhang 8).
Als Ausgangsbasis zur Erstellung dieser Tabelle (siehe Anhang 8) dienten die Pro-
zessmodule des ersten Entwurfs der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur für
die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ (siehe Anhang 7). Die zu erhebenden
Process Module Characterizing Influences (PMCIs) und Process Module Characteri-
zing Consequences (PMCCs) basierten dabei wiederum auf der als Pretest durchge-
führten Analyse der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ des Palo Alto VA
Health Care Systems Stanford (vgl. auch Röthele, 1998).
Durch eine weitere Kategorisierung wurde vor allem eine möglichst standardisierte
Dokumentation der Process Module Characterizing Influences (PMCIs) forciert – bis
hin zu einem reinen Ankreuzen entsprechender Tabellenfelder (siehe Anhang 8). Im
Gegensatz dazu sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass in diesem
ersten Tabellenentwurf zur Dokumentation der PMCPs keine weitere Kategorisierung
der Process Module Characterizing Consequences (PMCCs) vorgesehen ist. Stattdes-
sen kann in dieser Dokumentationsform nur eine Unterscheidung in Prozess- Stärken
und Schwächen, stabile und instabile sowie unbewusst redundant bzw. unnötig ablau-
fende Prozesse vorgenommen werden.
B) Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Im Sommer 1999 fanden dann zeitgleich in den oben genannten klinischen Arbeitssystemen
die fünf sechswöchigen Teilprojekte zur Analyse und Optimierung des Prozessflusses „Pati-
entenaufnahme auf die Intensivstation“ mit Hilfe der Partizipativen Prozessfluss- Visualisie-
rung statt. Wie bereits weiter oben erwähnt, konnte in dieser ersten Vorstudie zur Erarbeitung
von verbesserten Prozessflüssen der Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich noch nicht
genutzt werden.
C) Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Nach Projektabschluss wurde allen direkt in die fünf Einzelprojekte involvierten Kranken-
hausmitarbeitern die Gelegenheit gegeben, die eingesetzte Methodik bezüglich des Erreichens
der oben beschriebenen Teilziele aus dem generellen Anforderungskatalog für die Prozess-
fluss- Analyse und Optimierung anonym zu beurteilen.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
105
Hierfür wurde jedes einzelne dieser 10 Teilziele zunächst in eine entsprechende „Aussage“
[engl.: statement] bezüglich der Funktionstauglichkeit der eingesetzten Methodik umformu-
liert, um diese sowohl in einem deutschen als auch englischen Bewertungsbogen für die Parti-
zipative Prozessfluss- Visualisierung zusammen zu fassen (siehe Anhang 9 und 10). Nach
Projektende konnte jede einzelne dieser 10 Aussagen von allen aktiv in die fünf Teilprojekte
involvierten Krankenhausmitarbeitern anonym auf einer intervalllosen Skala zwischen „völlig
falsch“ [engl.: totally wrong] und „völlig richtig“ [engl. totally correct] eingeschätzt werden.
Zusätzlich bestand die Möglichkeit, auch „weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten
Methodik“ [engl.: further suggestions and criticism concerning the used method] als Freitext
zu ergänzen.
Darüber hinaus sollte über mehrere Bewertungsbögen hinweg eine statistisch gemittelte Aus-
sage über die Funktionstauglichkeit der eingesetzten Methodik in den verschiedenen Arbeits-
systemen ermöglicht werden. Hierfür erfolgte in der eigentlichen Auswertung noch eine
Übertragung der in den intervalllosen Skalen markierten Bewertungsergebnisse in einen nu-
merischen Wert zwischen 0 (für „völlig falsch“) und 100 (für „völlig richtig“), um dann eine
statistische Mittelwertbildung vorzunehmen.
5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung
Eine detaillierte Darstellung aller Einzelergebnisse der fünf Teilprojekte in den USA, Israel,
Österreich, Deutschland und Japan ist den Arbeiten von Kluge (2001), Schön (1999), Berton
(2000), Sander (2000) und Marsolek (1999) zu entnehmen.
In allen fünf analysierten Arbeitssystemen wurde die „Patientenaufnahme auf die Intensivsta-
tion“ soweit visualisiert und verifiziert, dass gemeinsam mit dem darin involvierten Kranken-
hauspersonal eine Vielzahl von arbeitssystemspezifischen Stärken und Schwächen identifi-
ziert werden konnten. Für diese fand dann gemeinsam mit dem involvierten Krankenhausper-
sonal die Erarbeitung eines verbesserten Prozessflusses statt. Aus Gründen der Übersichtlich-
keit soll in dieser Arbeit die Darstellung eines exemplarischen Ausschnittes der visualisierten
Prozessfluss- Diagramme sowie der hierin identifizierten Stärken- und Schwächenprofile ge-
nügen. Auf eine Zusammenfassung der in den einzelnen Arbeitssystemen vor Ort verbesser-
ten Prozessflüsse soll an dieser Stelle gänzlich verzichtet werden, da diese noch ohne die
Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs erarbeitet wurden.
Stattdessen konzentriert sich die folgende Ergebnisdarstellung vor allem auf die Auswertung
der Bewertungsbögen für die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung, um eine möglichst
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
106
objektive Aussage über die Funktionstauglichkeit dieser Methodik für Probleme in den ver-
schiedensten klinischen Arbeitssystemen zu ermöglichen.
Die Ergebnisdarstellung der Erprobung und Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Visu-
alisierung gliedert sich daher wie folgt:
A) Wichtigste Grunddaten der fünf klinischen Projektpartner
B) Exemplarischer Ausschnitt aus den verifizierten Prozessfluss- Diagrammen
C) Exemplarischer Ausschnitt aus den identifizierten Stärken- und Schwächenprofilen
D) Bewertungsergebnis für die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
A) Wichtigste Grunddaten der fünf klinischen Projektpartner
An dieser Stelle sollen ausschließlich die in Abbildung 5.5.1.2-1 dargestellten Grunddaten der
fünf analysierten Intensivstationen genügen, um nochmals die wichtigsten Unterschiede zwi-
schen diesen Arbeitssystemen zu verdeutlichen.
Arbeitssystem: ITS in
den USA
ITS in
Israel
ITS in
Österreich
ITS in
Deutschland
ITS in
Japan
Anzahl der
Betten
der ITS:
15 8 9 14 5
Durchschnittlich
belegte Betten
der ITS:
ca. 70% ca. 85% ca. 88% ca. 90% ca. 57%
Durchschnittliche
Liegedauer der
Patienten:
3,5 Tage 4,3 Tage 7,6 Tage 6,7 Tage 4,2 Tage
Prozentualer Anteil
geplanter
Patienten:
ca. 70% ca. 25% ca. 38% ca. 60% ca. 85%
Prozentualer Anteil
ungeplanter
Patienten:
ca. 30% ca. 75% ca. 62% ca. 40% ca. 15%
Anzahl der
Ärzte
der ITS:
8 5 7 12 10
Anzahl der
Pflegekräfte
ITS:
43,9 26 43 60 21
Abb. 5.5.1.2-1: Wichtigste Grunddaten der fünf klinischen Projektpartner
Aus Abb. 5.5.1.2-1 lassen sich neben erheblichen Unterschieden in den zur Verfügung ste-
henden Betten (zwischen 5 in Japan und 15 in den USA) ebenso gravierende Unterschiede in
deren durchschnittlicher Belegung (zwischen ca. 57% in Japan und ca. 90% in Deutschland)
erkennen.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
107
Darüber hinaus sind aus Abbildung 5.5.1.2-1 auch erhebliche Unterschiede in den durch-
schnittlichen Liegedauern (zwischen ca. 3,5 Tagen in den USA und ca. 7,6 Tagen in Öster-
reich) sowie dem prozentualen Anteil der ungeplanten Patienten (zwischen ca. 15% in Japan
und ca. 75% in Israel) zu entnehmen. Diese Unterschiede erklären sich vor allem durch voll-
kommen verschiedene Spezialisierungen der einzelnen Intensivstationen, auf die an dieser
Stelle jedoch nicht weiter eingegangen werden soll.
Ebenso weisen diese fünf Arbeitssysteme auch keine einheitlichen Personalausstattungen auf.
Die Station mit den wenigsten Betten (Japan) ist dabei keinesfalls die Station mit den we-
nigsten Ärzten (Israel). Ebenso lässt sich kein einheitliches Verhältnis zwischen der Anzahl
von durchschnittlich belegten Betten sowie dem hierfür bereit gestellten Personal erkennen.
So kommen zwar in den USA und Israel auf ein belegtes Bett nahezu gleichermaßen ca. 0,76
bzw. ca. 0,74 Ärzte, in Österreich dagegen ca. 0,88 Ärzte, in Deutschland ca. 0,95 Ärzte und
in Japan sogar ca. 3,5 Ärzte. Beim pflegerischen Personal ergibt sich ein ähnliches Bild.
Diesmal sind es pro durchschnittlich belegtem Bett in den USA ca. 4,2 Pflegekräfte, in Israel
ca. 3,8 Pflegekräfte, in Österreich ca. 5,4 Pflegekräfte, in Deutschland ca. 4,8 Pflegekräfte und
in Japan ca. 7,4 Pflegekräfte.
Die fünf ausgewählten klinischen Projektpartner charakterisieren somit tatsächlich fünf voll-
kommen verschiedene Intensivstationen. Die Ursachen hierfür sind nicht nur verschiedene
Bettenkapazitäten und Spezialisierungen, sondern auch gravierende Unterschiede in der
personellen Ausstattung sowie dem Anteil von geplanten und ungeplanten Patienten. Zusätz-
lich liegen in den fünf analysierten klinischen Arbeitssystemen vollkommen verschiedene
bauliche Gegebenheiten vor, wie sie den architektonischen Skizzen der fünf Intensivstationen
aus Anhang 11 dieser Arbeit entnommen werden können.
B) Exemplarischer Ausschnitt aus den verifizierten Prozessfluss- Diagrammen
Die in diesen fünf Teilprojekten visualisierten und verifizierten Prozessfluss- Diagramme für
die „Patientenaufnahme auf die ITS“ sollen an dieser Stelle ebenfalls nicht in ihrer Gesamt-
heit wiedergegeben werden. Anstelle dessen ist in Abb. 5.5.1.2-2 nur das am Hokkaido Uni-
versity Hospital in Sapporo verifizierte Prozessfluss- Diagramm stark verkleinert dargestellt,
um die Vielzahl der hier zugrunde liegenden Prozess- Schritte und Verzweigungen zu ver-
deutlichen. Im direkten Vergleich zur Abbildung 5.5.1.2-2 basieren die verifizierten Prozess-
fluss- Diagramme aus den anderen vier Intensivstationen zum Teil aus einem Vielfachen der
hier dargestellten Prozess- Schritte. Darüber hinaus weisen sie an vielen Stellen eine weitaus
stärkere Prozessfluss- Verzweigung auf.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
scheduled admissions
- postsurgical patients -
(85%; monday - friday)
Prozeß
person:
room:
ICU pe; 30 ward pe
OR conference room
ICU admission meeting
for next week's OR
schedule on thursday
afternoon (30-60 min)
More than 4 ICU
admissions for one day?
person:
room:
ICU physician exp.
OR conference room
Yes 5%
Prozeß
person:
room:
ICU pe; invol ward pe
OR conference room
After the meeting joint search
for the "least critical to reject"
ICU patient admission(s) based
on med. inform. and non-ICU
ward staff and equip.
Decision
which patient(s)
is/are rejected!
person:
room:
ICU physician exp.
OR conference room
rejected patient(s)
admission rejection
No
95%
Patient medical
information complete?
person:
room:
ICU pe (maybe other)
ICU medical office
No 75%
Prozeß
person:
room:
ICU physician (exp.)
ICU medical office
Collect patient
medical information
via Computer
Patient medical
information complete?
person:
room:
ICU physician (exp.)
ICU medical office
Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ward p(e)
ICU med.office; ward
Phone or visit
ward physician
No
50%
room: ICU medical office
Patient Information
& Ordering System
(laboratory data)
laboratory data
Yes
25%
Patient admission
for ICU appropriate?
person:
room:
ICU pe (maybe other)
ICU medical office
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and reject patient
admission to ICU
No 5%
admission rejection
ICU Patient
Admission Form
Prozeß
person:
room:
ICU pe (maybe other)
ICU medical office
Write ICU Scheduled Ad-
mission List and assign ICU
physician based on ICU Phy-
sicians' Schedule (on friday per
computer for next week)
Yes
95% Prozeß
person:
room:
ICU pe (maybe other)
ICU:med.off/pat.room
Check bed availability
at 8:30 - 9:00 am
each morning
ICU Scheduled
Admission List
Bed available?
(also based on ICUSche-
duled Admission List)
person:
room:
ICU physician exp.
ICU:med.off/pat.room
Prozeß
Transferable
ICU patient?
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
No 75%
Prozeß
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
Search for the "least critical to
reject" ICU patient admission
based on medical information
and non- ICU ward staff
and equipment
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and discuss problem of
transfering patient
Yes
25%
Decision
which patient is rejected!
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
ICU Scheduled
Admission List
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
admitted
patients (4)
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
Transfer
patient?
person:
room:
ICU pe (+ ward pe)
ICU med.office; ward
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and reject ICU patient
admission
No
1%
Yes
75%
Yes
50%
no "check for staff
availability process"
(ICU has always staff
for 4 ICU patients)
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ICU ne
ICU: anywhere
Inform the ICU nursing
staff about the patient
admission
admission rejection
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ICU ne
ICU medical office
Assign patient to room
(just an empty room only for
infectious diseases, family care
or final status room number 5)
Yes
99%
Prozeß
person:
room:
ICU ne; ward ne
ICU med.off.;ward
Phone ward and
decide transfer time
100%
Yes 50%
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
Inform transferable ICU
patient about discharge
100%
Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System
Prozeß
person:
room:
nms-transp. (+ICU n)
ICU patient room;OR
Transport the ICU bed
to the OR
100% Prozeß
person:
room:
ICU nurse (exp.)
ICU patient room
Setup the adequate
medical equipment
No
50% Prozeß
person:
room:
ass. ICU p (ICU pe)
ICU medical office
Write ICU Discharge
Summary for
transferable ICU patient
Prozeß
person:
room:
ICU nurse (exp.)
ICU: anywhere
Change patient's status
from "ICU" to "ward" in
the Patient Information
& Ordering System
room: ICU: anywhere
Patient Information
& Ordering System
(patient information)
Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU patient room
Prepare the transferable
patient for the transfer Prozeß
person:
room:
nms-transportation
ward; ICU pat.room
Transportation bed is
brought to the ICU Prozeß
100%
Prozeß Prozeß
person:
room:
ward: pe (+ 60% n(e))
ICU pat.room; ward
Patient transport from
the ICU to the ward
using the transportation bed +
med. equipm. for transport.
Prozeß
person:
room:
ass. ICU physician
ICU patient room
Enter patient's
paramters into the
medical equipment
No
10%
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
ICU patient room
Enter personal patient information in ICU
Documentation Sheets + ICU Documentation
and Information System (pat.'s name; gender; age;
height; weight; diagnosis; OR procedure; admission date)
room: ICU patient room
ICU Documentation and
Information System
name; gender; age; height;
weight;diagnosis; OR proc-
edure; admission date
ref.: D-4.4.2
ICU Documentation Sheet
patient's name; gender; age;
height; weight;diagnosis; OR
procedure; admission date
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
Search for the "least critical to
transfer" ICU patient based on
medical information and non-
ICU ward staff and equipment
-> for scheduled admissions:
morning conference scheduled admissions: >1
unscheduled admissions: =1
(also for all following processes)
ICU Patient
Admission Form
Prozeß
person:
room:
anybody
ward; ICU med.office
ICU Patient Admission
Form is brought to the
ICU from the wardProzeß
person:
room:
ward physician exp.
ward
Fill out ICU Patient
Admission Form
Yes
70%
Bed available?
(also based on ICUSche-
duled Admission List)
person:
room:
ICU physician exp.
ward
Patient admission
for ICU appropriate?
person:
room:
ICU physician exp.
ward
No 30%
admission rejection
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ward
Check patient status
at ward
Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Phone call to
check for ICU bed
triage process:
complete
patient
information
process:
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ICU ne
(ward;) ICU med.off.
Inform the ICU nursing
staff about the patient
admission
(orally in ICU or
by phone from the ward)
unscheduled admission
- ward emergency -
(5%, any day)
No 15%
max. ICU beds: 4
(nursing staff)
ref.
:D-2.3.1-B
ICU Discharge Summary II
patient's name; physician's name; infusions; cardiovascular
drugs; antibiotics, additional drugs; inhalation; central venous
pressure; blood pressure; heart rate; ECG findings; planned
fluid manage-ment; planned respiration management; planned
pain manage-ment; additional planned therapy + Infusion List
ICU Documentation
Sheet will be soon
replaced by ICU
Documentation and
Information System
ref.: D-4.4.3
Infusion and Injection List
patient's name; ward; date;
infusion and injection
specification; times per day;
physician's name; nurse's name
ICU Discharge
Summary
Prozeß
person:
room:
ass. ICU physician
ICU medical office
Order laboratory tests
for patient arrival at ICU
(using "Manual for
Rotating ICU Physicians")
100%
Check order for
lab. tests if correct?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
No
15%
ref.: D-4.4.4
Laboratory Labels
patient's name; gender; ward;
patient number; date + time;
barcode for specification; spe-
cification of sample; volume of
sample
room: ICU medical office
Patient Information &
Ordering System
(order
laboratory tests)
Check Infusion and
Injection List if correct?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
No
50%
Yes
50%
Yes
85%
ICU Patient
Admission Form
for OR patients only:
adapt additional drugs +
transf usions to patient's
medical condition
ICU Patient
Admission Form
Operation
Documentation
and
Information
System
Prozeß
person:
room:
ICU: pe (ass.p); ne
ICU nurses' room
Hand the Infusion and Injec-tion
List to the ICU nursing staff,
inform about Laboratory Labels
being printed and add. drugs +
transfusions ordered
Laboratory Labels
for OR patients only:
adapt medical equipment
to patient's medical condition
Yes 15%
Laboratory Labels
Check if
infus., inject., lab. tests,
transf. are setup correct?
person:
room:
ICU nurse exp.
ICU patient room
No 1%
Laboratory
Labels
No
85%
Prozeß
person:
room:
ICU nurse (exp.)
ICU: anywhere
Change patient's status
from "ward" to "ICU" in
the Patient Information
& Ordering System
Infusion and
Injection List
Infusion and
Injection List
Infusion and
Injection List
room: ICU: anywhere
Patient Information &
Ordering System
(patient information)
100%
100% Prozeß
person:
room:
ICU physician (exp.)
ICU patient room
Power on the medical
equipment (10-30 min
prior to patient arrival)
Yes
99%
Prozeß
person:
room:
ICU: p(e); n(e)
ICU medical office
Check the Operation
Documentation and
Information System for
the end of the OR
for OR
patients only
100%
Check if medical
equipment runs?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
Setup/correct the
medical equipment
No 1%
Prozeß
person:
room:
OR n(e); ICU n(e)
OR; ICU med.offifce
Phone call for patient
leaving the OR
towards the ICU
ICU patient room
and ICU staff ready?
person:
room:
OR n(e)/ICU n(e)
OR; ICU med.office
No 5%
Yes
95%100%
for OR
patients
only
Prozeß
person:
room:
(ass.) ICU nurse
OR
Get the unused blood
products from the OR
Check if
medical equipment is
connected correct?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
person:
room:
ass. ICU p; (ICU pe);
ward pe; (+ward p(e))
ICU medical office
Collect patient medical
information about the surgery/
therapy and get Medical File
person:
room:
ass. ICU p; (ICU pe);
(2) anes.
ICU medical office
Collect patient medical
information about gene-
ral status + anesthesia
Yes
ref.: D-5.4.4-B
Anesthesia Record
room: OR
Operation
Documentation and
Information System
Prozeß
person:
room:
ass. ICU physician
ICU medical office
Fill out the
Summary of the Patient
Status at the Time
of ICU Admission
Check Sum-
mary of Pat. Stat. at
ICUAdmission if correct?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
Correct the
Summary of the Patient
Status at the Time
of the ICU Admission
Yes
90%
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System
ref.: D-5.4.4-A
Summary of the Patient Status During Anesthesia
patient's name; ward; postoperative diagnosis; surgical procedure;
anesthesia method and drugs; anesthesia duration; cardiopulmonary bypass
information and duration; lines (injections and measurements); time of last
anesthesia drugs; surgical duration; aorta clamp duration; fluid management;
haemody-namic status; respiration status; neurological status; additional
medical infor-mation; physician's name
ref.: D-5.4.5
Summary of the Surgery/Therapy
patient's name; ward; surgical procedure
+ visualisation; drainage visualisation +
pressure; planned patient positioning;
predicted postoperative complications;
request for specific therapy; additional
comments; physicians' names (3)
ref.: D-6.3
Summary of the Patient Status at the Time of ICU Admission
patient's name; ward; present status; vital signs; consciousness;
coma scale; blood pressure; heart rate; arrythmia; respiration; body
temperature; neurological information; respiration and circulation
information; abdominal Information; additional medical information;
laboratory findings; information about diagnostic images; summary
of patient status
for OR
patients only Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
ICU medical office
Monitor the patient
status in the OR via the
Operation Information and
Documentation System
take "triage
process"
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.off.; ward
If "triage process"
successfull phone ward
and confirm ICU bed
Prozeß
person:
room:
ICU ne; ward ne
ICU med.office; ward
Phone ward and decide
transfer time
(mainly 30-60 min later)
100%
100%
Yes
85%
ref.: D-4.1-A
ICU Scheduled Admission List
admission dates; departments/ wards;
patients' names, ages, genders,
diagnosis, operation procedures,
operation durations; assigned ICU
physicians
-------------------------------------------
medical office + nurses'room
Prozeß
person:
room:
ICU: n(e); p(e)
ICU: anywhere
Inform the other medical
staff in the ICU about
transfer time (orally)
100%
Prozeß
person:
room:
ward ne; nms-transp.
ward
Assign the transfer of
the transportation bed
to the ICU
Prozeß
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e);
ward phys. exp
ICU patient room
Transfer transferable
ICU patient from
ICU bed to
transportation bed
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e);
ward phys. exp.
ICU patient room
Connect patient to
medical equipment for
transportation
Is medical
equipm. setup correct?
person:
room:
ICU pe (+ ass. ICU p)
ICU patient room
Yes
90%
Prozeß
person:
room:
ward p(e); anes.; n(e)
OR
Keep patient for a
defined time in the OR
(10-30 min)
5%
OR
patients only
Yes
99%
person:
room:
ICU: p(e), n(e) (+ (2)
anes.+(2)ward p(e))
ICU patient room
Connect patient
to the medical
equipment in the ICU
No
Check if
medical equipment is
connected correct?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
(+ ward pe)
ICU patient room
Connect patient
to the medical
equipment in the ICU
No
Yes
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
(+ ward pe)
ICU patient room
Transfer the patient from
the transportation bed to
the ICU bed Prozeß
person:
room:
ICU n(e); ward n(e)
ICU med.office/ward
Phone the patient's
ward to inform the
patient's family patient admission
Patient medical
information complete?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
No 50%
take "complete
patient information
process"
while continuing
room: ICU medical office
Operation
Documentation and
Information System
ref.: D-1.2
ICU Patient Admission Form
1) personal patient information:
patient's name; age; gender; adress;height,
weight;family: name, adress, phone
2) medical patient information:
blood: type, allergies; diagnosis; hospitaliz-
ing physician + adress; ward; ward physi-
cian; detailed medical history; prescriptions;
past medical history; smoking; alcohol; aller-
gies; infectious diseases; planned therapy/
surgery; ICU acceptance of the patient;
blood pressure; heart rate; laboratory data
(blood gas, blood cell, biochemistry); ECG-
findings; chest- x-ray findings; coronary
angiography findings; cardiac catheter
findings + additional information
ref.: D-1.2
ICU Patient Admission Form
1) personal patient information:
patient's name; age; gender; adress;height,
weight;family: name, adress, phone
2) medical patient information:
blood: type, allergies; diagnosis; hospitaliz-
ing physician + adress; ward; ward physi-
cian; detailed medical history; prescriptions;
past medical history; smoking; alcohol; aller-
gies; infectious diseases; planned therapy/
surgery; ICU acceptance of the patient;
blood pressure; heart rate; laboratory data
(blood gas, blood cell, biochemistry); ECG-
findings; chest- x-ray findings; coronary
angiography findings; cardiac catheter
findings + additional information
Yes
50%
Patient medical
information complete?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
Prozeß
person:
room:
anybody
ward; ICU med.office
ICU Patient Admission
Form is brought to the
ICU from the ward
Prozeß
person:
room:
ward physician exp.
ward
Fill out ICU Patient
Admission Form
Bed available?
(also based onICU Sche-
duled Admission List)
person:
room:
ICU physician exp.
ICU:med.off/pat.room
Patient admission
for ICU appropriate?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
admission rejection
No 15%
Yes
95%
take "complete
patient information
process"
while continuing
No 50%
No 5%
take "triage
process"
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
If "triage process"
successfull phone ward
and confirm ICU bed
100%
100%
Yes
85% Prozeß
person:
room:
ICU pe; ICU ne
ICU: anywhere
Inform the ICU nursing
staff about the patient
admission
Yes
50%
may enter the main
process anywhere else
Needs
ICU patient room
cleaning?
person:
room:
ICU nurse exp.
ICU patient room
Yes
10%
100%
for OR
patients
only No
90%
100% 100%
No
25%
ICU Patient
Admission Form
100%
Patient is
conscious?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU patient room
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ICU ne
ICU: anywhere
Inform ICU nursing staff
about patient transfer
100%
in 40% of the cases
the ward nurse (exp.)
leaves after the
patient's transfer
40%
95% 95%
may enter the main
process anywhere else
Prozeß
person:
room:
ICU ne;nms-tr.(ICUn)
ICU: anywhere
Assign the transfer of
the ICU bed to the OR
(orally)
95% 95%
100%
Prozeß
person:
room:
(2)ward p(e);(2) anes.
OR; ICU pat.room
Patient transport from
the OR to the ICU
using the ICU bed and med.
equipment for transportation
Prozeß
person:
room:
ass. ICU physician
ICU medical office
Write Infusion and
Injection List
(using "Manual for
Rotating ICU Physicians")
Prozeß
person:
room:
ward: n(e)(p(e)); fam.
ward (; family home)
Inform patient's family
about discharge
(orally or by phone)
Prozeß
person:
room:
ICU: n(e); p(e)
ICU: anywhere
Inform the other medical
staff in the ICU about
transfer time (orally)
unscheduled admission
- emergency operation -
(10%; any day)
Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Phone call to
check for ICU bed Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Check patient status
via telephone
60%
Prozeß
person:
room:
ICU n(e);ward n(e)
ICU: corridor outside
Collect patient medical
information for nursing
in very severe emergencies the
ICU physician experienced will
have already decided a transfer
time at the ward
100%
100%
Prozeß
person:
room:
ward pe; ward n(e)
ward; ICU pat.room
Patient transport form
the ward to the ICU
using the transportation bed +
med. equipm. for transport.
in very severe emergencies
also ICU p(e); ICU n(e)
ward nurses do not
enter the ICU
ward nurses do not
enter the ICU
ref.: D-2.3.1-A
ICU Discharge Summary I
patient's name; age; gender; ward/OR
coming from; patient number; diagnosis
and date; operation procedure and
date; summary of patient status;
outcome; ward; autopsie; signature
ref.: D-4.1-B
ICU Physicians' Schedule
(for one month) date;
experienced physician's name;
unexperienced physicians'
names; schedule of abesence
No 10%
filled out before by
ward physicians exp.
filled out before by
anesthesiologist
filled out before by
ward physician exp.
filled out before by
OR nurse (exp.)
ref.: D-2.3.3-B
Summary of Patient Information for Nursing at Ward Transfer
patient's name; planned treatment; assessment; nursing objectives; patient number; patient's
name; gender; date of admission; date of discharge; date of birth; physician's name; nurse's
name; patient's adress and telephone; occupation; diagnosis; infections; allergies; present
and past medical history;nursing history and assessment; patient's and family's attitude to
the diesease; family condition; patient's normal daily life; nursing plan
ref.: D-2.3.3-A
Summary of the Nursing Record
patient's name; age; gender; blood type; date of admission; diagnosis; surgical procedure;
transfusions; blood loss; infusions; urine output; in- and out- balance; positioning and activity
restrictions; private belongings; food restrictions; patient's knowledge und understanding of
disease; preoperative information; catheter information; drug information; times of washing;
laboratory and bacterial culture findings with date
ref.: D-2.3.3-B
Summary of Patient Information for Nursing at Ward Transfer
patient's name; planned treatment; assessment; nursing objectives; patient number; patient's
name; gender; date of admission; date of discharge; date of birth; physician's name; nurse's
name; patient's adress and telephone; occupation; diagnosis; infections; allergies; present
and past medical history;nursing history and assessment; patient's and family's attitude to the
diesease; family condition; patient's normal daily life; nursing plan
filled out before by
ward nurse (exp.)
Prozeß
person:
room:
ward n(e); ICU n(e)
ICU: corridor outside
Collect patient medical
information for nursing
in the ICU
100%
ref.: D-5.4.3
Summary of Patient Information for Nursing after Surgery
ward; patient's name; age; gender; date of admission; surgical procedure; patient's po-
sitioning in the OR; anesthesia method; infusions; blood transfusions; blood loss; urine
output; drainage information; patient condition at the time leaving the OR (heart rate;
blood pressure; conscious; pain; nausea vomtting; shivering; respiration; cyanosis;
information about additional medical documents; nursing record and comments; nur-
sing objectives; add. information, problems and solutions; assessment; signature
Prozeß
person:
room:
(ass.) ICU n;OR n(e)
OR
Collect patient medical
information for nursing
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
ICU Patient
Admission Form
e
e
e
ee
e
e
e e
e
e
e
2.4.6
2.4.5
2.5.2 2.5.4
2.5.3
2.5.5 2.5.62.4.1
(7.2-A.5/7.2-B.4)
2.2.5
2.4.2
2.2.6
2.3.1 2.5.1
2.4.4
2.3.32.3.22.4.3
2.2-A.1/
2.2-B.1
2.2-A.2/
2.2-B.2
2.2.3
7.2-A.3/
7.2-B.2
7.2-A.4/
7.2-B.3
7.2-A.5/7.2-B.4
2.2.4
(7.2-A.1)
7.2-A.1
(7.2-A.2)
5.4.5
5.4-A.4/5.4-B-A.4
6.3.1
6.3.2
6.3.3
5.3-B-B.1 5.3-B-B.2
5.4-B-B.3
6.2-B-B.1
6.2-B-B.2
5.2-A.3/5.2-B-A.3 5.2-A.4/
5.2-B-A.4
5.3-A.1/5.3-B-A.1
5.2-A.5/5.2-B-A.5 4.4-A.9/4.4-B-A.9 5.4-A.3/5.4-B-A.3
6.2-A.1/
6.2-B-A.1 6.2-A.2/
6.2-B-A.2
5.4-A.1/5.4-B-A.1 5.4-A.1/5.4-B-A.1
4.4.7.2
4.4.7.3
4.4.7.4
4.4.7.1
4.4.8.1
4.4.8.2
6.4.1
6.1.1
5.4-A.2/5.4-B-A.2 6.1.3
6.1.2
5.4-A.1/5.4-B-A.1 5.4-A.1/5.4-B-A.1
4.4.1.3
4.4.3.1
4.4.4.1
4.4.4.2
4.4.3.2
4.4.5 4.4.6
5.4-A.1/5.4-B-A.1
5.2-A.1/5.2-B-A.1 5.2-A.2/5.2-B-A.2
4.3.1
4.3.2 4.3.3 4.4.1.1 4.4.1.2
4.4.2
5.4-A.1/5.4-B-A.11.2-B-B.2 1.2-B-B.3
1.2-B-B.4
4.1-A.1 2.1-A.1
2.1-A.2
4.1-A.2 4.2.1
1.1-A.1
1.1-A.2/1.2-A.1
1.3-A.1
1.3-A.2
1.2-A.2
7.2-B-B.1
2.1-B-B.2
1.3-A.3
7.2-A.2
1.2-B-A.2 1.2-B-A.3
1.2-B-A.4
4.1-B-A.1
4.1-B-B.1 5.2-B-B.1 4.1-B-B.2
1.1-B-A.1
1.1-B-A.2 1.2-B-A.1
1.3-B-A.1
7.2-B-A.1
2.1-B-A.1
2.1-B-A.2
1.1-B-B.1
1.1-B-B.2 1.2-B-B.1
1.3-B-B.1 2.1-B-B.1
Prozeß
person:
room:
ICUne;nms-c (ICU n)
ICU: anywhere
Assign the cleaning of
the ICU patient room
(orally) Prozeß
person:
room:
nms-cleaning (ICU n)
ICU patient room
Clean
ICU patient room
Prozeß
person:
room:
ICU nurse (exp.)
ICU nurses' room
Fill out the Summary of the
Nursing Record (and for long
staying patients the Summary
of Patient Information for
Nursing at Ward Transfer)
room: ICU medical office
Patient Information &
Ordering System
(order drugs or
transfusions)
Infusion and
Injection List
Add. drugs
or transf. ordered -
missing inject. or infus.?
person:
room:
ICU nurse exp.
ICU nurses' room
Prozeß
person:
room:
ICU ne
ICU: anywhere
Order the missing
injections or infusions
(only 5% of the cases from
all ICU patient admissions) Prozeß
person:
room:
nms-transp. (ICU n)
ICU anyw.;pharmacy
Get the additional drugs, trans-
fusions, injections or infusions
from the hospital pharmacy or
transfusion department
Prozeß
person:
room:
ICU nurse (exp.)
ICU:pat. + nu.room
Setup adequate
infusions, injections,
laboratory test and
transfusions
room: ICU: anywhere
Patient Information &
Ordering System
(order injections
or infusions)
Prozeß
person:
room:
ICU ne;nms-tr.(ICUn)
ICU: anywhere
After being informed by phone:
Assign nonmedical staff - for
transportation orally to get add.
drugs, transf., inject. or infus.
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
Check for + order add.
drugs or transfusions
(at night: add. phone call to the
transfusion department)
1.2-A.4
1.2-B-A.6
1.2-B-B.6
1.2-A.5
1.2-B-A.7
1.2-B-B.7
1.2-A.3
1.2-B-A.5
1.2-B-B.5
person:
room:
ward pe; ICU pe
(+ ass. ICU p)
ICU:pat.room;med.off
Collect medical information
about the transferable patient
in the ICU and
get back his Medical File
ref.: -
Transferable Patient's
Medical File
ICU Patient's
Medical File
ref.: -
Abb. 5.5.1.2-2: Schematische Darstellung des verifizierten Prozessfluss- Diagramms der „Patientenauf-
nahme auf die Intensivstation“ des Hokkaido University Hospitals Sapporo (Japan) nach Marsolek (1999)
Charakteristische Beispiele dieser fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivsta-
tion“ befinden sich darüber hinaus im Anhang 12 dieser Arbeit. Für alle fünf klinischen Pro-
jektpartner sind hier exemplarische Ausschnitte aus den vor Ort visualisierten und verifizier-
ten Prozessfluss- Diagrammen zusammengestellt. Dabei stehen drei charakteristische Prob-
lembereiche im Mittelpunkt, bei denen sich für alle fünf analysierten Prozessflüsse eine Viel-
zahl der identifizierten Stärken- und Schwächen konzentrierten:
1. Der Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die ITS
[engl.: 1. Handle requests for ICU patient admissions] -siehe Anhang 12.1
2. Die Suche nach einem ITS- Patienten, dessen Verlegung am unkritischsten ist
[engl.: 2. Search for an ICU patient least critical to transfer] - siehe Anhang 12.2
3. Die Informationsbeschaffung für die Patientenbehandlung
[engl.: 3. Gather patient information for the patient treatment] - siehe Anhang 12.3
Allen fünf Arbeitssystemen sind bereits aus diesen drei charakteristischen Problembereichen
ganz eigene Prozessfluss- Alternativen für die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ zu
entnehmen. Ebenso sind in Anhang 12 dieser Arbeit für jeden dieser drei Problembereiche die
charakteristischen Stärken und Schwächen der fünf analysierten Prozessflüsse kurz zusam-
mengefasst. Genau wie bei den zugrunde liegenden Prozessfluss- Alternativen zeigen sich
hierin bei einem direkten Vergleich zwischen den fünf Arbeitssystemen erhebliche Unter-
schiede, auf die jedoch erst im folgenden Abschnitt näher eingegangen werden soll.
C) Exemplarischer Ausschnitt aus den identifizierten Stärken- und Schwächenprofilen
108
Auch für die in den fünf Einzelprojekten identifizierten Stärken- und Schwächenprofile soll
an dieser Stelle eine Darstellung von exemplarischen Ausschnitten der in den Originalarbeiten
von Kluge (2001), Schön (1999), Berton (2000), Sander (2000) und Marsolek dokumentierten
Arbeitsergebnisse genügen. In diesem Kontext wurde bereits auf Anhang 12 dieser Arbeit
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
109
verwiesen, in dem sich für die drei oben skizzierten Problembereiche eine Kurzbeschreibung
der charakteristischen Stärken- und Schwächen der fünf analysierten Prozessflüsse befindet.
Am Beispiel des Problembereichs „1. Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die
ITS“ soll zusätzlich mit Hilfe der direkten Gegenüberstellung aus Abbildung 5.5.1.2-3 noch
einmal die Unterschiedlichkeit der in Anhang 12.1 zusammengefassten Stärken und Schwä-
chen aus den fünf analysierten Prozessflüssen verdeutlicht werden.
Problembereich „1. Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die ITS“:
Charakteristische Stärken und Schwächen der Intensivstation in den USA:
Stärken: + OP- Planung wird bereits am Vortag durchgeführt
+ gesonderte Person für die Koordination des Patiententransfers
Schwächen: evtl. Verzögerung des OP- Starts, da eine definitive Zustimmung zum OP-
Plan von der Intensivstation erst am selben Tag um ca. 6 Uhr gegeben wird
Charakteristische Stärken und Schwächen der Intensivstation in Israel:
Stärken: + klare Kompetenzen (bei der Entscheidung über die Patientenaufnahme)
+ routinemäßige Bettenvorbereitung für kardiologische OP- Patienten
Schwächen: fehlerhafter oder verlustbehafteter Informationstransfer
Patientenaufkleber können nicht auf der Intensivstation ausgedruckt werden
Charakteristische Stärken und Schwächen der Intensivstation in Österreich:
Stärken: + tägliche Besprechungen zur Patientenaufnahme durch die leitenden
Oberärzte der zwei Intensivstationen und des Aufwachraums
+ standardisierter Aufnahmeprozess von externen Patienten über die Rettungsstelle
Schwächen: keine dokumentierte Patienteninformation für die Intensivstation nach den
glichen Besprechungen zur Patientenaufnahme
kein kontinuierlicher Informationsfluss (über den Patienten)
aus der Rettungsstelle zur Intensivstation
Charakteristische Stärken und Schwächen der Intensivstation in Deutschland:
Stärken: + gemeinsame Entscheidung (Konsens) und Kooperation zwischen den
operierenden Disziplinen und der Intensivstation über Patientenaufnahmen
+ für die allgemeine Chirurgie existiert ein Bettenkoordinator
Schwächen: OP- Planung ohne Planung der intensivmedizinischen Bettenkapazität
OP- Start bevor ein intensivmedizinisches Bett zugewiesen (zugesagt) ist
unvollständiger Informationstransfer
Charakteristische Stärken und Schwächen der Intensivstation in Japan:
Stärken: + standardisierte Dokumente für den Informationstransfer bei der
Besprechung zur Patientenaufnahme für geplante Patienten
+ ein am „unkritischsten“ zu verlegender Patient wird gemeinsam
mit den (behandelnden) Ärzten der Normalstation gesucht
Schwächen: standardisierte Dokumente für den Informationstransfer für geplante
Patientenaufnahmen werden nicht vollständig/korrekt von den Ärzten
der Normalstationen ausgefüllt
Handhabung einer wachsenden Anzahl von ungeplanten Patientenaufnahmen
(aus einer in Zukunft effnenden Rettungsstelle)
ungeeignete Dokumente für neue Patientengruppen (vor allem für ungeplante
Patienten von der in Zukunft effnenden Rettungsstelle)
Abb. 5.5.1.2-3: Gegenüberstellung des charakt. Stärken- und Schwächenprofils der fünf analysierten Pro-
zessflüsse für den Problembereich „1. Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die ITS“
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
110
Ähnliche Unterschiede in den charakteristischen Stärken- und Schwächenprofilen der fünf
analysierten Prozessflüsse lassen sich nicht nur für die beiden anderen in Anhang 12.2 und
12.3 dargestellten Problembereiche finden, sondern können für die gesamte „Patientenauf-
nahme auf die Intensivstation“ aus den Originalarbeiten von Kluge (2001), Schön (1999),
Berton (2000), Sander (2000) und Marsolek (1999) entnommen werden.
Ebenso arbeitssystemspezifisch stellen sich die in den fünf Einzelprojekten vor Ort für die
gesamte „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ partizipativ erarbeiteten Prozessfluss-
Verbesserungen dar. Wie oben bereits erwähnt, soll auf eine Darstellung dieser Arbeitsergeb-
nisse hier jedoch verzichtet werden, da diese noch ohne die Hilfe des Problemspezifischen
Prozessmodul- Vergleichs erarbeitet wurden. Anstelle dessen sei für deren ausführliche Dar-
stellung auf die Originalarbeiten von Kluge (2001), Schön (1999), Berton (2000), Sander
(2000) und Marsolek (1999) verwiesen.
D) Bewertungsergebnis für die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
Eine detaillierte Darstellung der Bewertungsergebnisse, die mit Hilfe der in Anhang 9 und 10
abgebildeten Bewertungsbögen erzielt wurden, befindet sich in Anhang 13 dieser Arbeit.
Nach der ersten Vorstudie konnte hierfür auf insgesamt 53 Bewertungsbögen zurückgegriffen
werden, die von aktiv in die fünf Teilprojekte involvierten Krankenhausmitarbeitern ausge-
füllt wurden (16 in den USA, 9 in Israel, 12 in Österreich, 8 in Deutschland und 8 in Japan).
Abbildung 5.5.1.2-4 stellt das hierbei erzielte Bewertungsergebnis der Funktionstauglichkeit
der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung noch einmal graphisch dar. Hierfür ist die
durchschnittliche Zustimmung aller involvierten Mitarbeiter aus den fünf Einzelprojekten zu
den 10 Aussagen in den Bewertungsbögen auf einer Skala zwischen „völlig falsch“ (0) und
„völlig richtig“ (100) aufgetragen.
Für alle 53 involvierte Krankenhausmitarbeiter zeigt sich dabei eine durchschnittliche Zu-
stimmung zu allen 10 Aussagen, die deutlich näher bei „völlig richtig“ (100) als bei „völlig
falsch“ (0) liegt. Jede der 10 Aussagen bekam dabei eine durchschnittliche Zustimmung die
deutlich im oberen Drittel der hier verwendeten Skala liegt (sogar > 70). Mit durchschnittli-
chen Werten zwischen 72,1 und 76,7 bekamen hierbei noch die drei Aussagen über den ge-
wünschten Projektverlauf (6. bis 8.) die wenigste Zustimmung. Eine höhere Zustimmung mit
Werten zwischen 77,8 und 84,2 erhielten die fünf Aussagen über das geforderte Arbeitser-
gebnis (1. bis 5.). Die meiste Zustimmung bekamen die beiden Aussagen über die zusätzlich
erhoffte Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals (9. und 10.) mit durch-
schnittlichen Werten von 86,6 und 84,8.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
1. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der analysierte
Arbeitsprozess verständlicher/transparenter geworden.
2. Ich konnte die wesentlichen Probleme aus meinem eigenen
Arbeitsbereich in die Analyse der Arbeitsprozesse einbringen.
3. Die eingesetzte Methodik hat mir die wesentlichen Probleme
der anderen Mitarbeiter in dem analysierten Arbeitsprozess
verdeutlicht.
4. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der gemeinsam
optimierte Arbeitsprozess verständlich/transparent geworden.
5. Der durch die eingesetzte Methodik optimierte Arbeits-
prozess sollte meiner Meinung nach den momentanen Arbeits-
prozess ersetzen.
6. Der Arbeitsaufwand der eingesetzten Methodik hat sich für
mich in Grenzen gehalten.
7. Durch die eingesetzte Methodik konnte ich mit anderen
beteiligten Mitarbeitern besser über die gemeinsamen
Arbeitsprozesse diskutieren.
8. Ich konnte mich durch die eingesetzte Methodik ausreichend
in die Prozessoptimierung einbringen.
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mich dazu
angeregt, die analysierten Arbeitsprozesse auch zukünftig
kritisch zu überdenken und ggf. Verbesserungen anzuregen.
10. Die eingesetzte Methodik zur Prozess- Analyse und
-optimierung sollte auch für andere klinische Arbeitsprozesse
eingesetzt werden.
0 102030405060708090100
ITS in den USA
ITS in Israel
ITS in Österreich
ITS in Deutschland
ITS in Japan
alle fünf ITS gesamt
völlig völlig
falsch richtig
Durchschnittliche Zustimmung des
aktiv involvierten Krankenhauspersonals
Abb. 5.5.1.2-4: Graphische Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit der Parti-
zipativen Prozessfluss- Visualisierung durch 53 aktiv involvierte Krankenhausmitarbeiter
111
Durch diese Bewertung der Funktionstauglichkeit der Partizipativen Prozessfluss- Visuali-
sierung mit Hilfe der 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter lässt sich unschwer erkennen,
dass alle 10 generellen Teilziele für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung im Durch-
schnitt nahezu gleich stark erreicht werden konnten. Insgesamt zeigen sich in dieser teilpro-
jektübergreifenden Bewertung außer dem durchweg positiven Ergebnis für die Partizipative
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
112
Prozessfluss- Visualisierung tatsächlich nur geringfügige Unterschiede im Erreichen einzelner
Teilziele. Dennoch lässt sich hieraus bereits erkennen, dass die beiden Teilziele bezüglich der
erhofften Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals sogar noch stärker als die 8
Teilziele bezüglich des gewünschten Projektverlaufs bzw. des geforderten Arbeitsergebnisses
erreicht werden konnten.
Betrachtet man darüber hinaus die Bewertungsergebnisse für die fünf Teilprojekte getrennt
voneinander, so zeigen sich hier zum Teil erhebliche Unterschiede im Erreichen einzelner
Teilziele. Im folgenden Abschnitt dieser Arbeit soll für diese Unterschiede im Erreichen ein-
zelner Teilziele jedoch ganz bewusst keine projektbezogene Ursachenforschung durchgeführt
werden. Zu individuell ist hierfür die Kombination aus fünf verschiedenen Teilprojektleitern
in fünf eigentlich nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen. Stattdessen soll hiermit
der Frage nachgegangen werden, in wieweit ein Nichterreichen einzelner Teilziele bezüglich
des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Projektverlaufs eventuell das Errei-
chen der beiden Teilziele bezüglich der erhofften Sensibilisierung des involvierten Kranken-
hauspersonals negativ beeinflusst hat:
Ø Bewertung der Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in den USA:
Für das Teilprojekt in den USA zeigt sich eine durchschnittliche Zustimmung zu allen 10
Aussagen mit Werten zwischen 79,7 und 87,8. Diese liegen somit alle höher als die statistisch
gemittelten Werte aller 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter.
Þ Größere Unterschiede im Erreichen einzelner Teilziele lassen sich hieraus nicht erkennen.
Ø Bewertung der Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in Israel:
Für das Teilprojekt in Israel zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Nur zeigen hier drei Aussa-
gen (1.,2. und 10.) eine etwas geringere durchschnittliche Zustimmung als die statistisch ge-
mittelten Werte aller 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter.
Þ Größere Unterschiede im Erreichen einzelner Teilziele lassen sich hieraus nicht erkennen.
Ø Bewertung der Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in Österreich:
Erst für das Teilprojekt in Österreich zeigt sich eine deutliche Abweichung der durchschnittli-
chen Zustimmung zu der Aussage „6. Der Arbeitsaufwand der eingesetzten Methodik hat sich
für mich in Grenzen gehalten.“. Diese ist mit einem Wert von 63,7 deutlich kleiner als die
statistisch gemittelte Zustimmung aller 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter mit einem
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
113
Wert von 76,0. Ansonsten zeigt sich jedoch auch hier eine durchschnittliche Zustimmung zu
allen anderen 9 Aussagen, die entweder nahe bei oder teilweise sogar über den statistisch ge-
mittelten Werten aller 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter liegt.
Þ In diesem Einzelprojekt wurde somit ausschließlich das Teilziel „6. Der zusätzliche Ar-
beitsaufwand sollte sich für die Mitarbeiter in Grenzen halten.“ weniger stark erreicht als alle
anderen Teilziele. Die beiden Teilziele in Hinblick auf die erhoffte Sensibilisierung des Kran-
kenhauspersonals (9. und 10.) sind dagegen sogar noch ein wenig stärker erreicht worden als
in den anderen Teilprojekten.
Ø Bewertung der Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in Deutschland:
Für das Teilprojekt in Deutschland zeigt dagegen die durchschnittliche Zustimmung zu allen
10 Aussagen, dass diese mit Werten zwischen 51,0 und 78,3 deutlich unter den statistischen
Mittelwerten der Zustimmung aller 53 involvierten Krankenhausmitarbeiter liegen. Ganz be-
sonders wenig Zustimmung erhielt mit einem Wert von 55,0 die Aussage „4. Durch die einge-
setzte Methodik ist mir der gemeinsam optimierte Arbeitsprozess verständlich/transparent
geworden.“. Noch weniger Zustimmung erhielt mit einem Wert von 51,0 nur die Aussage „5.
Der durch die eingesetzte Methodik optimierte Arbeitsprozess sollte meiner Meinung nach
den momentanen Arbeitsprozess ersetzen.“. Dennoch fällt auf, dass auch in diesem Teilpro-
jekt mit Werten von 77,3 und 76,3 wieder die beiden Aussagen über die zusätzlich erhoffte
Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals (9. und 10.) noch mit die meiste Zu-
stimmung erhielten.
Þ In diesem Teilprojekt wurden somit alle 10 Teilziele weitaus weniger stark erreicht als in
den anderen Teilprojekten. Darüber hinaus wurden vor allem die beiden Teilziele „4. Auch
die optimierten Arbeitsprozesse sollten den Mitarbeitern verständlicher werden.“ Sowie „5.
Ein optimierter Arbeitsprozess sollte aufgezeigt werden, der nach Meinung der Mitarbeiter
den momentanen ersetzen sollte.“ weniger stark erreicht als alle anderen Teilziele. Dennoch
wurden anscheinend auch hier wieder die beiden Teilziele in Hinblick auf die erhoffte Sensi-
bilisierung des involvierten Krankenhauspersonals (9. und 10.) mit am stärksten erreicht.
Ø Bewertung der Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in Japan:
Für das Teilprojekt in Japan erhielten die beiden Aussagen „7. Durch die eingesetzte Metho-
dik konnte ich mit anderen beteiligten Mitarbeitern besser über die gemeinsamen Arbeitspro-
zesse diskutieren.“ mit einem Wert von 39,7 sowie die Aussage „8. Ich konnte mich durch die
eingesetzte Methodik ausreichend in die Prozessoptimierung einbringen.“ mit einem Wert
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
114
von 49,7 die für alle 10 Aussagen und Einzelprojekte insgesamt geringste Zustimmung. Dem-
gegenüber zeigen jedoch auch hier die beiden Aussagen über die zusätzlich erhoffte Sensibili-
sierung des involvierten Krankenhauspersonals (9. und 10.) mit Werten von 86,0 und 89,8
eine ähnlich hohe Zustimmung wie die statistisch gemittelten Werte aller 53 involvierten
Krankenhausmitarbeiter.
Þ In diesem Teilprojekt wurden somit ausschließlich die beiden Teilziele „7. Den Mitarbei-
tern sollte die Diskussion über gemeinsame Arbeitsprozesse untereinander erleichtert wer-
den.“ und „8. Es sollte den Mitarbeitern auch eine als ausreichend empfundene Möglichkeit
geboten werden, sich selbst in die Prozessoptimierung einzubringen.“ weitaus weniger stark
erreicht als anderen Teilziele. Dennoch wurden auch hier die beiden Teilziele in Hinblick auf
die erhoffte Sensibilisierung des Krankenhauspersonals (9. und 10.) ähnlich stark erreicht wie
in allen anderen Teilprojekten.
Im Teilprojekt in Deutschland hat sich somit ein Nichterreichen einzelner Teilziele bezüglich
des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Projektverlaufs nur geringfügig auf
eine Erreichen der beiden Teilziele bezüglich der erhofften Sensibilisierung des involvierten
Krankenhauspersonals ausgewirkt. In den beiden Teilprojekten in Österreich und Japan ist
sogar überhaupt keine Auswirkung dieser Art festzustellen. Es konnten somit in allen fünf
Teilprojekten nahezu unabhängig von einem Nichterreichen einzelner Teilziele bezüglich des
geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Projektverlaufs die beiden Teilziele
bezüglich der erhofften Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals im Durch-
schnitt nahezu gleich stark erreicht werden.
Die wichtigsten Konsequenzen aus dieser ersten Vorstudie zur Verbesserung der TOPICS-
Methodik sind Kapitel 5.5.3 dieser Arbeit zu entnehmen – eine ausführliche Diskussion dieser
Ergebnisse befindet sich in Kapitel 6.1.1.
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
115
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.5.1 Vorstudie zur Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Analyse und Optimierung der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation (ITS)“ in fünf ver-
schiedenen klinischen Arbeitssystemen mit Hilfe von fünf Teilprojektleitern vor Ort:
- Intensivstation des Palo Alto VA Health Care Systems Stanford (USA)
- Intensivstation des Kaplan Medical Centers Rehovot (Israel)
- Intensivstation des Universitätsklinikums Innsbruck (Österreich)
- Intensivstation des Charité Campus Virchow Klinikums Berlin (Deutschland)
- Intensivstation des Hokkaido University Hospitals Sapporo (Japan)
Ø 5.5.1.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 102):
A) Vorbereitung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung:
- Schulung der Teilprojektleiter und Ausarbeitung von einheitlichen Dokumentationsunterla-
gen für die Grunddaten der Krankenhäuser und Intensivstationen sowie der Process Mo-
dule Characterizing Consequences
B) Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung:
- fünf zeitgleiche, sechswöchige Teilprojekte vor Ort
- Prozess-Verbesserungen noch ohne den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich
C) Bewertung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung:
- Bewertungsbögen für eine anonyme Beurteilung der Funktionstauglichkeit der eingesetz-
ten Methodik durch alle aktiv involvierten Krankenhausmitarbeiter bezüglich des Erreichens
der einzelnen Teilziele aus dem generellen Anforderungskatalog für die Prozessfluss-
Analyse und Optimierung
Ø 5.5.1.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 105):
A) Wichtigste Grunddaten der fünf klinischen Projektpartner:
- Unterschiede in der Bettenkapazität, Liegedauer und dem prozentualen Verhältnis von
geplanten zu ungeplanten Patienten (verschiedenen ITS- Spezialisierungen)
- Unterschiede in Personalausstattung, Personalschlüssel und baulichen Gegebenheiten
B) Exemplarischer Ausschnitt aus den verifizierten Prozessfluss- Diagrammen:
- Vielzahl an Prozessschritten und -entscheidungen
- erhebliche Unterschiede in den Prozessflüssen der fünf analysierten Arbeitssysteme
C) Exemplarischer Ausschnitt aus den identifizierten Stärken- u. Schwächenprofilen:
- erhebliche Unterschiede im Stärken- und Schwächenprofil der fünf Arbeitssysteme
- drei charakteristische Problembereiche:
1. Der Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die Intensivstation
2. Die Suche nach einem ITS- Patienten, dessen Verlegung am unkritischsten ist
3. Die Informationsbeschaffung für die Patientenbehandlung
- arbeitssystemspezifische Prozessfluss- Verbesserungen
D) Bewertungsergebnis für die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung:
- durchweg positives Bewertungsergebnis der Funktionstauglichkeit der Partizipativen
Prozessfluss- Visualisierung bezüglich des Erreichens der einzelnen Teilziele aus dem ge-
nerellen Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung durch 53 ak-
tiv in die fünf Teilprojekte involvierte Krankenhausmitarbeiter
- selbst wenn in einzelnen Teilprojekten spezifische Teilziele bezüglich des geforderten
Arbeitsergebnisses bzw. gewünschten Projektverlaufs nicht erreicht werden konnten, zeigt
sich ein Erreichen der beiden Teilziele bezüglich einer erhofften Sensibilisierung der Kran-
kenhausmitarbeiter davon nahezu unbeeinflusst
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
116
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Erprobung und Bewertung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs:
Ø 5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 116)
Ø 5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 120)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.2 befindet sich auf S. 125.
Der folgende Abschnitt dieser Arbeit beschreibt zunächst die Durchführung und dann die Er-
gebnisse der zweiten Vorstudie zur Erprobung und Bewertung des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs. Aufgrund der Neuartigkeit dieses Lösungsansatzes fand dessen Er-
probung jedoch nicht wie die Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung sofort
im klinischen Alltag statt. Stattdessen wurde hierfür ein Workshop am Lehrstuhl für Arbeits-
wissenschaft der Technischen Universität Berlin durchgeführt. An diesem wurde zunächst die
Funktionsweise des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (siehe Kapitel 5.4.2 und
5.4.3.2) ausgewählten Vertretern der fünf klinischen Projektpartner aus der ersten Vorstudie
dieser Arbeit vorgestellt. Im Anschluss erfolgte die exemplarische Erprobung des Problem-
spezifischen Prozessmodul- Vergleichs anhand der bereits vorliegenden Analyseergebnisse
der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation (ITS)“ aus diesen fünf Arbeitssystemen. Auf
Basis der hierbei erzielten Arbeitsergebnisse bewerteten dann alle aktiv in diesen Workshop
involvierten klinischen Vertreter die Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Prozess-
modul- Vergleichs in Hinblick auf ein Erreichen der verschiedenen Teilziele aus dem spe-
ziellen Anforderungskatalog für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen.
5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung
Für diese zweite Vorstudie zur Erprobung und Bewertung des Problemspezifischen Prozess-
modul- Vergleichs gliederte sich die praktische Projektumsetzung wie folgt:
A) Vorbereitung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
B) Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
C) Bewertung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Im folgenden Abschnitt werden diese drei Projektphasen noch einmal ausführlich erläutert:
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
117
A) Vorbereitung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Um den Arbeitsaufwand für die fünf Vertreter aus den kooperierenden Intensivstationen so
gering wie möglich zu halten, wurden die in der ersten Vorstudie dieser Arbeit arbeitssystem-
spezifisch analysierten Prozessflüsse wie folgt aufbereitet:
Zunächst wurde die Suche nach Prozessmodul- Alternativen für alle fünf teilnehmenden klini-
schen Projektpartner auf gleiche Prozess- Abschnitte beschränkt, um eine gemeinsame Dis-
kussion und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Mit Hilfe der in den fünf Einzelprojekten
visualisierten Prozessfluss- Diagramme und der dazugehörigen Process Module Characte-
rizing Consequences (PMCCs) wurden hierfür die drei oben bereits erwähnten charakteristi-
schen Problembereiche für die fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“
ausgewählt:
1. Der Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die ITS
[engl.: 1. Handle requests for ICU patient admissions] - siehe Anhang 12.1
2. Die Suche nach einem ITS- Patienten, dessen Verlegung am unkritischsten ist
[engl.: 2. Search for an ICU patient least critical to transfer] - siehe Anhang 12.2
3. Die Informationsbeschaffung für die Patientenbehandlung
[engl.: 3. Gather patient information for the patient treatment] - siehe Anhang 12.3
Die charakteristischen Prozess- Defizite des ersten dieser drei Problembereiche (siehe Anhang
12.1) lassen sich dabei vor allem dem 1. Prozessmodul [1. receive patient admission request
process] der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur aus Anhang 7 dieser Arbeit zu-
ordnen. Die charakteristischen Prozess- Defizite des zweiten Problembereichs (siehe Anhang
12.2) konzentrieren sich dagegen ausschließlich innerhalb des 2. Prozessmoduls [2. organize
bed process]. Einzig und allein die charakteristischen Prozess- Defizite des dritten Problembe-
reichs (siehe Anhang 12.3) verteilen sich innerhalb dieser Prozessfluss- Struktur auf mehrere
Prozessmodule [4. prepare patient arrival process, 5. transport patient process und 6. admit
patient process].
Im Sinne der Projektphase 1 des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs wurden dann
für all diese charakteristischen Prozess- Defizite der fünf klinischen Projektpartner so weit
wie möglich Prozessmodul- Alternativen aus den anderen vier bereits in der ersten Vorstudie
dieser Arbeit analysierten Arbeitssystemen identifiziert. Als Hilfsmittel kamen hierfür sowohl
die verschiedenen Process Module Characterizing Consequences (PMCCs) als auch die fünf
visualisierten Prozessfluss- Diagramme selbst zum Einsatz. Für jeden der fünf klinischen
Projektpartner fand im Anschluss eine arbeitssystemspezifische Zusammenstellung der identi-
fizierten Prozessmodul- Alternativen bezüglich der einzelnen Prozess- Defizite aus den drei
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
118
charakteristischen Problembereichen statt. Zusätzlich wurden für jeden dieser drei Problembe-
reiche ggf. auch hilfreich erscheinende Prozess- Stärken aus den anderen vier Arbeitssyste-
men zugeordnet. Obwohl diese zwar keinen direkten Bezug zu den identifizierten Prozess-
Defiziten besitzen, sollten sie als zusätzliche Anregung für eine weitere Prozessfluss- Ver-
besserung nicht vernachlässigt werden.
Noch einmal sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass zu diesem Zeitpunkt zur Identifizie-
rung der Prozessmodul- Alternativen neben den Freitextbeschreibungen der verschiedenen
Stärken und Schwächen in den arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Diagrammen nur fol-
gende Kategorien der PMCCs zur Verfügung standen (siehe auch Anhang 8): Prozess- Stär-
ken [engl.: Process Strengths], Prozess- Schwächen [engl. Process Deficits], stabile Prozesse
[engl. Stable Processes], instabile Prozesse [engl.: Unstable Processes], nutzlose Prozesse
[engl. : Useless Processes] und redundante Prozesse [engl.: Redundant Processes]. Eine wei-
tere Kategorisierung bzw. Standardisierung der PMCCs war zu diesem Zeitpunkt noch nicht
vorgesehen.
Aufgrund der kleinen Anzahl von Prozessfluss- Alternativen fand an dieser Stelle keine Re-
duzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen statt, wie sie mit Hilfe der Projekt-
phase 2 des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs bei Bedarf durchzuführen ist.
B) Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Für die eigentliche Analyse der somit identifizierten Prozessmodul- Alternativen fand im No-
vember 1999 ein zweitägiger Workshop am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft der Techni-
schen Universität Berlin statt. Von den fünf klinischen Projektpartnern trafen hierfür folgende
Vertreter mit den fünf Teilprojektleitern aus der ersten Vorstudie dieser Arbeit zusammen:
· Palo Alto VA Health Care Center Stanford (USA): Prof. MS MD E. Geller
· Kaplan Medical Center Rehovot (Israel): E. Bar Ratson anstelle von MD S. Konichezky
· Universitätsklinikum Innsbruck (Österreich): Ass.-Prof. Dr. med. W. Koller
· Charité Campus Virchow Klinikum Berlin (Deutschland): PD Dr. med. U. Kaisers
· Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan): Ass.-Prof. MD PhD A. Okamura
Auftakt dieses Workshops in englischer Sprache bildeten die Vorstellung der gesamten
TOPICS- Methodik sowie die Präsentation ausgewählter Arbeitsergebnisse aus den fünf Teil-
projekten der ersten Vorstudie. Im eigentlichen Mittelpunkt dieses Workshops stand jedoch
die Analyse der identifizierten Prozessmodul- Alternativen im Sinne der Projektphase 3 des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs. Der gesamte Workshop gliederte sich daher
wie folgt:
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
119
1. Vorstellung der in dieser Arbeit entwickelten TOPICS- Methodik
Ø Vorstellung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (siehe Kap. 5.4.3.1)
Ø Vorstellung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (siehe Kap. 5.4.3.2)
2. Gegenüberstellung der fünf analysierten Intensivstationen
Ø Gegenüberstellung der wichtigsten Grunddaten (siehe Abbildung 5.5.1.2-1)
Ø Gegenüberstellung der baulichen Gegebenheiten (siehe Anhang 11)
3. Ergebnispräsentation der drei charakteristischen Problembereiche
Ø Gegenüberstellung der arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Ausschnitte sowie der
hierin identifizierten Stärken und Schwächen für die drei charakteristischen Problem-
bereiche der fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“ (siehe
Anhang 12)
4. Analyse der Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen
Ø Aushang der gesamten Prozessfluss- Diagramme aller klinischen Projektpartner
Ø Erläuterung der arbeitssystemspezifischen Zusammenstellung aller in der Vorberei-
tung identifizierten Prozessmodul- Alternativen für die drei charakteristischen Prob-
lembereiche der fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“
Ø Analyse der Prozessmodul- Alternativen durch die fünf klinischen Vertreter mit Hilfe
der fünf Teilprojektleiter und der entsprechenden Prozessfluss- Diagramme
Ganz bewusst wurde an diesem Workshop keine Erarbeitung von verbesserten Prozessflüssen
auf Basis der in den anderen klinischen Arbeitssystemen identifizierten Prozessmodul- Alter-
nativen vorgenommen. Somit sollte gezielt verhindert werden, dass die in Projektphase 4 des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs vorgesehene Auswahl und Anpassung der
identifizierten Prozessmodul- Alternativen ohne die Partizipation der direkt in diese Prozess-
Abschnitte involvierten Krankenhausmitarbeiter erfolgte. Denn nur durch eine gezielte Parti-
zipation dieser Krankenhausmitarbeiter kann für alle identifizierten Prozessmodul- Alternati-
ven auch eine hinreichende Überprüfung der Systemtauglichkeit bzw. Anpassung an vorhan-
dene Randbedingungen sicher gestellt werden.
C) Bewertung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Auch ohne die Erarbeitung von verbesserten Prozessflüssen sollte am Ende dieses Workshops
nicht auf eine Bewertung der prinzipiellen Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen
Prozessmodul- Vergleichs in Hinblick auf ein Lernen von anderen Prozessfluss- Alternativen
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
120
verzichtet werden. Allen an diesem Workshop teilnehmenden Vertretern der fünf analysierten
Intensivstationen wurde daher die Möglichkeit gegeben, die eingesetzte Methodik bezüglich
des Erreichens der oben beschriebenen Teilziele aus dem speziellen Anforderungskatalog für
ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen zu beurteilen.
Hierfür wurde wiederum jedes einzelne dieser 10 Teilziele zunächst in eine entsprechende
„Aussage“ [engl.: statement] bezüglich der Funktionstauglichkeit der eingesetzten Methodik
umformuliert. Diese 10 Aussagen wurden daraufhin sowohl in einem deutschen als auch eng-
lischen Bewertungsbogen für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich zusammen-
gefasst (siehe auch Anhang 14 und 15). Jede dieser Aussagen sollte nach Ende des
Workshops von allen teilnehmenden Vertretern der fünf analysierten Intensivstationen auf
einer intervalllosen Skala zwischen „völlig falsch“ [engl.: totally wrong] und „völlig richtig
[engl. totally correct] eingeschätzt werden. Davon ausgenommen wurden die beiden Teilziele
5. und 8., da im Zuge des oben dargestellten Workshops noch kein verbesserter Prozessfluss
mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs erarbeitet wurde. Zusätzlich be-
stand auch hier die Möglichkeit, „weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten Methodik“
[engl.: further suggestions and criticism concerning the used method] als Freitext zu ergänzen.
Trotz der geringen Anzahl an Workshopteilnehmern sollte auch hier eine statistisch gemittelte
Aussage über die Funktionstauglichkeit der vorgestellten Methodik ermöglicht werden, die
sich auf die Bewertungen aller klinischen Vertreter der fünf verschiedenen Arbeitssysteme
stützt. Daher erfolgte auch hier in der Auswertung noch eine Übertragung der in den inter-
valllosen Skalen markierten Bewertungsergebnisse in einen numerischen Wert zwischen 0
(für „völlig falsch“) und 100 (für „völlig richtig“).
5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung
Da wie bereits oben dargestellt auf diesem Workshop noch keine Erarbeitung von verbesser-
ten Prozessflüssen mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs durchgeführt
wurde, sollen im weiteren Verlauf dieser Arbeit ausschließlich die folgenden Arbeitsergeb-
nisse aus dieser zweiten Vorstudie näher erläutert werden:
A) Zusammenstellung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen
B) Bewertungsergebnis für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
121
A) Zusammenstellung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen
Eine exemplarische Darstellung der arbeitssystemspezifischen Zusammenstellung der in der
Vorbereitung identifizierten Prozessmodul- Alternativen befindet sich für das Hokkaido Uni-
versity Hospital Sapporo in Abbildung 5.5.2.2-1. Prozessmodul- Alternativen bezogen auf
einzelne Prozess- Defizite sind hierbei durch ein „-“ gekennzeichnet, ergänzende Prozess-
Stärken für einzelne Problembereiche dagegen durch ein „+“. Ganz bewusst wurde die Zu-
sammenfassung der verschiedenen Prozessmodul- Alternativen an dieser Stelle sehr kurz ge-
fasst, da für ein tiefergehendes Verständnis der einzelnen Stärken und Schwächen eine detail-
lierte Analyse der jeweils zugrunde liegenden Prozessfluss- Diagramme ohnehin unvermeid-
bar ist (vgl. auch Projektphase 3 des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs).
Für alle fünf klinischen Projektpartner befindet sich eine arbeitssystemspezifische Zusam-
menstellung der in der Vorbereitung identifizierten Prozessmodul- Alternativen in Anhang 16
dieser Arbeit.
1. Umgang mit Anfragen zur Patientenaufnahme auf die ITS
Prozess- Defizit: Handhabung einer wachsenden Anzahl von ungeplanten Patientenaufnahmen
(aus einer in Zukunft effnenden Rettungsstelle)
Alternativen: - USA (gesonderte Person für die Koordination der Patientenaufnahme und des -transfers)
- Israel (routinemäßige Bettenvorbereitung für kardiologische OP- Patienten)
- Österreich (standard. Aufnahmeprozess von externen Patienten über die Rettungsstelle)
- Deutschland (Bettenkoordinator)
2. Suche nach einem ITS- Patienten, dessen Verlegung am unkritischsten ist
Prozess- Defizit: Suche nach einem ITS- Patienten, dessen Verlegung am unkritischsten ist
(bei einer wachsenden Anzahl von ITS- Patienten)
Alternativen: - USA (gesonderte Person für die Koordination der Patientenaufnahme und des -transfers)
- Israel (flexible Erweiterung der ITS, med. Unterstützung für Normalstationen)
- Österreich (Suche nach den am unkritischsten zu verlegenden Patienten vier mal pro Tag)
- Deutschland (Joker- Patienten - die am unkritischsten zu verlegenden Patienten sind bekannt)
Prozess- Defizit: Suche nach einer Aufnahmeanfrage, die am unkritischsten zurückzuweisen ist
Alternativen: - USA (gesonderte Person für die Koordination der Patientenaufnahme und des -tansfers)
3. Informationsbeschaffung für die Patientenbehandlung
Prozess- Defizit: Keine standard. Informationsübergaben bzw. -vergleiche zwischen Ärzten und Pflege
Alternativen: - Israel (Informationsaustausch zwischen allen Hierarchieebenen)
- Österreich (detaillierter Informationsaustausch zwischen Ärzten und Pflegekräften der ITS)
+ Israel (gezielter Informationsaustausch mit der Patientenfamilie)
Abb. 5.5.2.2-1: Exemplarische Darstellung der Zusammenstellung aller für das Hokkaido University Hos-
pital Sapporo (Japan) identifizierten Prozessmodul- Alternativen
Stellt man nun die in Anhang 16 aufgelisteten Prozessmodul- Alternativen allen in Anhang 12
dargestellten charakteristischen Prozess- Defiziten und Stärken gegenüber, so zeigt sich fol-
gendes Bild:
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
122
Für die insgesamt 30 charakteristischen Prozess- Defizite aus allen fünf analysierten „Patien-
tenaufnahmen auf die Intensivstation“ (siehe Anhang 12) konnten in insgesamt 25 Fällen hilf-
reich erscheinende Prozessmodul- Alternativen aus den anderen vier Arbeitssystemen
identifiziert werden (siehe Anhang 16). Dies entspricht einem Anteil von über 83%.
Aus allen fünf analysierten Prozessflüssen konnten hierbei für insgesamt zwei Prozess- Defi-
zite jeweils vier Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen herausgearbeitet
werden, für weitere drei Prozess- Defizite zumindest drei Prozessmodul- Alternativen, für
sieben Prozess- Defizite nur zwei Prozessmodul- Alternativen und für 13 Prozess- Defizite
tatsächlich nur eine Prozessmodul- Alternative. Nur für fünf Prozess- Defizite wurde keine
einzige Prozessmodul- Alternative identifiziert. Für die 30 charakteristischen Prozess- Defi-
zite aus allen analysierten Arbeitssystemen konnten somit insgesamt 44 Prozessmodul- Alter-
nativen gefunden werden.
Darüber hinaus ist Anhang 16 dieser Arbeit zu entnehmen, dass nur für zwei der drei charak-
teristischen Problembereiche in Japan keine ergänzenden Prozess- Stärken aus den anderen
Arbeitssystemen zugeordnet werden konnten, sowie für einen der drei charakteristischen
Problembereiche in den USA. Für die drei charakteristischen Problembereiche aller fünf ana-
lysierten Arbeitssysteme zusammen konnten dagegen insgesamt 28 ergänzende Prozess- Stär-
ken gefunden werden. Dies entspricht einer Anzahl von nahezu zwei ergänzenden Prozess-
Stärken pro Problembereich und Arbeitssystem.
Eine Aussage über die Gebrauchstauglichkeit dieser Prozessmodul- Alternativen ist jedoch an
dieser Stelle noch nicht möglich. In Hinblick auf eine Systemtauglichkeit bzw. Anpassbarkeit
der hier identifizierten Prozessmodul- Alternativen kann diese nur von den direkt in die zu
verbessernden Prozessflüsse involvierten Krankenhausmitarbeitern selbst getroffen werden.
B) Bewertungsergebnis für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich
Eine detaillierte Darstellung der Bewertungsergebnisse, die mit Hilfe der in Anhang 14 und
15 abgebildeten Bewertungsbögen erzielt wurden, befindet sich in Anhang 17 dieser Arbeit.
Nach dem oben skizzierten Workshop konnte hierfür auf fünf Bewertungsbögen zurückge-
griffen werden, die jeweils von einem Vertreter der fünf klinischen Projektpartner in den
USA, Israel, Österreich, Deutschland und Japan ausgefüllt wurden. Abbildung 5.5.2.2-2 stellt
das hierbei erzielte Bewertungsergebnis der Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen
Prozessmodul- Vergleichs noch einmal graphisch dar. Hierfür sind die einzelnen und die
durchschnittliche Zustimmung aller klinischen Vertreter aus den fünf Teilprojekten zu den
verschiedenen Aussagen in den Bewertungsbögen auf einer Skala zwischen „völlig falsch
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
(0) und „völlig richtig“ (100) aufgetragen. Eine Bewertung der beiden Aussagen 5. und 8.
wurde in dieser zweiten Vorstudie bewusst vermieden, da an dem zuvor durchgeführten
Workshop noch keine optimierten Prozessflüsse erarbeitet wurden.
Für alle 5 Vertreter der teilnehmenden Intensivstationen zeigt sich in Abbildung 5.5.2.2-2 und
Anhang 17 dieser Arbeit eine durchschnittliche Zustimmung zu den übrigen 8 Aussagen, die
deutlich näher bei „völlig richtig“ (100) als bei „völlig falsch“ (0) liegt. Jede der 8 Aussagen
bekam dabei eine durchschnittliche Zustimmung, die deutlich im oberen Fünftel der hier ver-
wendeten Skala liegt (sogar > 85).
1. Durch die eingesetzte Methodik sind mir die Arbeitsprozesse
in den anderen Arbeitssystemen verständlicher/transparenter
geworden.
2. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mit signifikante
Unterschiede in den analysierten Arbeitsprozessen.
3. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die Prozess-
Stärken und Schwächen in den analysierten Arbeitssystemen
zu verstehen.
4. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mir hilfreiche
Prozessfluss- Alternativen für die Prozess- Optimierung.
6. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die analysierten
Arbeitsprozesse mit anderen Teilnehmern des Workshops zu
diskutieren.
7. Der Arbeitsaufwand des Prozessfluss- Vergleichs hat sich
r mich in Grenzen gehalten.
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mir das
Potential für zukünftige Vergleiche von klinischen
Arbeitsprozessen gezeigt.
10. Die eingesetzte Methodik für die Prozessfluss- Analyse und
den Vergleich sollte auch für andere klinische Arbeitsprozesse
eingesetzt werden.
0 102030405060708090100
ITS in den USA
ITS in Israel
ITS in Österreich
ITS in Deutschland
ITS in Japan
alle fünf ITS gesamt
völlig völlig
falsch richtig
(Durchschnittliche) Zustimmung
der fünf klinischen Vertreter
123
Abb. 5.5.2.2-2: Graphische Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit des Prob-
lemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs durch die fünf klinischen Vertreter
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
124
Mit durchschnittlichen Werten zwischen 86,0 und 91,2 bekamen hierbei noch die vier Aussa-
gen über das geforderte Arbeitsergebnis (1. bis 4.) im Mittel die wenigste Zustimmung. Eine
höhere Zustimmung mit Werten von 89,2 und 91,2 erhielten dagegen im Mittel die beiden
Aussagen über den gewünschten Projektverlauf (6. und 7.). Die meiste Zustimmung bekamen
auch hier im Mittel die beiden Aussagen über die zusätzlich erhoffte Sensibilisierung des in-
volvierten Krankenhauspersonals (9. und 10.) mit durchschnittlichen Werten von 93,2 und
90,4.
An dieser Stelle sei nochmals angemerkt, dass in dieser zweiten Vorstudie noch keine Erar-
beitung eines verbesserten Prozessflusses mit Hilfe der in den anderen Arbeitssystemen iden-
tifizierten Prozessmodul- Alternativen erfolgte. Dennoch lässt sich durch die in Abbildung
5.5.2.2-2 dargestellte Bewertung der Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Prozess-
modul- Vergleichs unschwer erkennen, dass alle anderen 8 zu bewertenden Teilziele für das
Lernen aus Prozessfluss- Alternativen für die fünf klinischen Vertreter im Durchschnitt na-
hezu gleich stark erreicht werden konnten. Auch aus dieser durchschnittlichen Bewertung
lassen sich jedoch außer dem durchweg positiven Ergebnis für den Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleich darüber hinausgehende Unterschiede im Erreichen einzelner Teilziele
kaum erkennen.
Betrachtet man dagegen in Abbildung 5.5.2.2-2 die Bewertungsergebnisse von jedem klini-
schen Vertreter getrennt voneinander, so lassen sich auch hieraus zum Teil erhebliche Unter-
schiede im Erreichen einzelner Teilziele ablesen. Ohne an dieser Stelle auf einzelne dieser
Unterschiede näher einzugehen, zeigt sich auch in dieser Vorstudie, dass ein Nichterreichen
einzelner Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Pro-
jektverlaufs ein Erreichen der beiden Teilziele bezüglich der erhofften Sensibilisierung des
involvierten Krankenhauspersonals kaum zu beeinflussen scheint. Nahezu gleich stark be-
werteten alle fünf klinischen Vertreter nach diesem Workshop das Potential für zukünftige
Prozessfluss- Vergleiche sowie etwas geringfügiger auch den Wunsch nach einem weiteren
Einsatz der hier entwickelten Methodik für andere klinische Prozessflüsse.
Die wichtigsten Konsequenzen aus dieser zweiten Vorstudie zur Verbesserung der TOPICS-
Methodik sind Kapitel 5.5.3 dieser Arbeit zu entnehmen – eine ausführliche Diskussion dieser
Ergebnisse befindet sich in Kapitel 6.1.2.
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
125
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.5.2 Vorstudie zur Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Workshop am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft der TU Berlin mit allen Teilprojektleitern sowie
fünf Vertretern der klinischen Projektpartner aus der ersten Vorstudie; Vorstellung und Erpro-
bung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung anhand der fünf bereits analysierten „Pati-
entenaufnahmen auf die Intensivstation“:
Ø 5.5.2.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 116):
A) Vorbereitung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs:
- Beschränkung der Suche nach Prozessmodul- Alternativen auf die drei charakteristischen
Problembereiche aus der Erprobung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
- arbeitssystemspezifische Zusammenstellung der Prozessmodul- Alternativen mit Hilfe von
sechs Kategorien zur Beschreibung der Process Module Characterizing Consequences
(Prozess- Stärken, Prozess- Schwächen, stabile Prozesse, instabile Prozesse, nutzlose
Prozesse und redundante Prozesse) sowie der visualisierten Prozessfluss- Diagramme
B) Erprobung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs:
- Workshop am Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft der TU Berlin:
1. Vorstellung der in dieser Arbeit entwickelten TOPICS- Methodik
2. Gegenüberstellung der Grunddaten/baulichen Gegebenheiten der fünf analysierten ITS
3. Ergebnispräsentation der drei charakteristischen Problembereiche
4. Analyse der Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen mit Hilfe der ar-
beitssystemspezifischen Zusammenstellungen
- Keine Erarbeitung von Prozess- Verbesserungen ohne die Partizipation der Mitarbeiter -
C) Bewertung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs:
- Bewertungsbögen für eine Beurteilung der Funktionstauglichkeit der eingesetzten Methodik
durch die fünf klinischen Vertreter bezüglich des Erreichens der einzelnen Teilziele aus
dem speziellen Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Ø 5.5.2.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 120):
A) Zusammenstellung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen:
- für 30 Prozess- Defizite aus den fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivsta-
tion“ konnten in insgesamt 25 Fällen hilfreich erscheinende Prozessmodul- Alternativen
aus den anderen vier Arbeitssystemen identifiziert werden (über 83%)
- für die drei charakteristischen Problembereiche aller fünf Arbeitssysteme zusammen konn-
ten insgesamt 28 ergänzende Prozess- Stärken gefunden werden (durchschnittlich nahezu
zwei ergänzende Prozess- Stärken pro Problembereich und Arbeitssystem)
- eine Aussage über die Funktionstauglichkeit dieser Prozessmodul- Alternativen ist jedoch
noch nicht möglich, da deren Systemtauglichkeit bzw. Anpassbarkeit nur mit den direkt in
die entsprechenden Prozessmodule involvierten Mitarbeitern geprüft werden kann
B) Bewertungsergebnis für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich:
- durchweg positives Bewertungsergebnis der Funktionstauglichkeit des Problemspezifi-
schen Prozessmodul- Vergleichs bezüglich des Erreichens der einzelnen Teilziele aus dem
speziellen Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch die
fünf klinischen Vertreter
- selbst wenn für einzelne der fünf klinischen Vertreter spezifische Teilziele bezüglich des
geforderten Arbeitsergebnisses bzw. gewünschten Projektverlaufs nicht erreicht werden
konnten, zeigt sich auch hier ein Erreichen der beiden Teilziele bezüglich einer erhofften
Sensibilisierung der Krankenhausmitarbeiter davon nahezu unbeeinflusst
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
126
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Darstellung der Konsequenzen aus den beiden Vorstudien zur Verbesserung der in dieser Arbeit
entwickelten Methodik:
Ø Darstellung der wichtigsten Konsequenzen aus den beiden Vorstudien
Ø Darstellung der wichtigsten Verbesserungen der TOPICS- Methodik
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.3 befindet sich auf S. 128.
Konsequenzen aus den zwei Vorstudien:
Bereits aus den ersten beiden Vorstudien zur getrennten Erprobung der beiden grundlegenden
Lösungsansätze der TOPICS- Methodik lässt sich deutlich deren Funktionstauglichkeit im
klinischen Alltag erkennen – auch wenn mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul-
Vergleichs noch keinerlei Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet wurden.
Insbesondere in der zweiten Vorstudie dieser Arbeit war jedoch ein enorm hoher Arbeitsauf-
wand für die Vorbereitung bzw. Durchführung des Problemspezifischen Prozessmodul- Ver-
gleichs notwendig (der keineswegs mit dem Arbeitsaufwand für die Vertreter der fünf klini-
schen Projektpartner zu verwechseln ist). Vor der Erprobung der gesamten TOPICS- Metho-
dik in Form einer Hauptstudie wurde als Konsequenz aus den beiden Vorstudien daher fol-
gende Verbesserung der in dieser Arbeit entwickelten Methodik vorgenommen.
Verbesserung der TOPICS- Methodik:
Um vor allem den Arbeitsaufwand bei der Suche nach Prozessmodul- Alternativen mit einem
spezifischen Stärken und- Schwächenprofil so gering wie möglich zu gestalten, bedurfte es
einer weiteren Kategorisierung bzw. Standardisierung der gesamten Prozessfluss- Dokumen-
tation. Gleichzeitig sollte eine weitere Kategorisierung bzw. Standardisierung keinesfalls die
in der ersten Vorstudie dieser Arbeit so erfolgreich eingesetzte Partizipative Prozessfluss- Vi-
sualisierung mit Hilfe von arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Diagrammen ablösen oder
behindern.
Aus diesem Grund wurde für die Visualisierung der einzelnen Prozessfluss- Diagramme eine
spezielle Funktion des eingesetzten Softwareprogramms VISIO genutzt. Diese ermöglicht es,
für jedes der verwendeten Symbole (siehe Anhang 4 dieser Arbeit) ein tabellarisches Daten-
feld zu definieren. In diesem können zusätzliche Informationen gespeichert werden, die nicht
im eigentlichen Prozessfluss- Diagramm abgebildet werden sollen. Über eine weitere Funk-
tion des Softwareprogramms VISIO können die Datenfelder aller in einem Prozessfluss- Dia-
gramm eingesetzten Symbole in Tabellenform ausgelesen werden.
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
127
In Anlehnung an den ersten Tabellenentwurf zur Dokumentation der PMCPs (siehe Anhang
8) wurden mit Hilfe dieser Funktion nun für die Symbole „Prozess“, „Entscheidung“ und
„Verzweigung“ die in Anhang 18 dargestellten Datenfelder zur Dokumentation der PMCPs
definiert. Hieraus ist eine sehr ähnliche Kategorisierung bzw. Standardisierung der Process
Module Characterizing Influences (PMCIs) im Vergleich zum ersten Tabellenentwurf zur
Dokumentation der PMCPs aus Anhang 8 zu entnehmen. Zusätzlich wurde für die in Anhang
18 dargestellten Datenfelder zum ersten Mal eine weitere Kategorisierung der Process Module
Characterizing Consequences (PMCCs) in Analogie zu den 7 M’s des Ishikawa- Diagramms
vorgenommen (vgl. auch Projektphase 6 de3 Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung in
Kapitel 5.4.3.1).
Gleichzeitig fand eine weitere Untergliederung der so entstandenen PMCCs anhand der in der
ersten Vorstudie dieser Arbeit identifizierten Stärken und Schwächen statt. Insgesamt konnten
somit 234 standardisierte Beschreibungsmöglichkeiten zur Dokumentation der PMCCs ge-
funden werden, die sich als Auswahlmöglichkeiten in den Datenfeldern Process characte-
ristics A, B and C“ zur Dokumentation der PMCCs im Anhang 18 wiederfinden:
Ø 75 standardisierte Beschreibungen für Prozess- Defizite [PD Process Deficits]
Ø 75 standardisierte Beschreibungen für Prozess- Stärken [PS Process Strengths]
Ø 41 standardisierte Beschreibungen für instabile Prozesse [UP Unstable Processes]
Ø 41 standardisierte Beschreibungen für stabile Prozesse [SP Stable Processes]
Ø 1 standardisierte Beschreibung für redundante Prozesse [RP Redundant Processes]
Ø 1 standardisierte Beschreibung für nutzlose Prozesse [ULP Useless Processes]
Mit Hilfe dieser 234 standardisierten Beschreibungsmöglichkeiten der PMCCs wird eine ge-
zielte Suche nach Prozessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen erleichtert, die
ein spezifisches Stärken- und Schwächenprofil aufweisen (vgl. auch Projektphase 1 des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs in Kapitel 5.4.3.2). Hierdurch wird der Ar-
beitsaufwand für die Vorbereitung und Durchführung des Problemspezifischen Prozessmo-
dul- Vergleichs erheblich verringert, ohne bei der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
auf die erfolgreich eingesetzten arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Diagramme verzich-
ten zu müssen.
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
128
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.5.3 Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der Methodik
Wichtigste Konsequenzen aus den zwei Vorstudien zur Verbesserung der TOPICS- Methodik:
Ø Wichtigste Konsequenzen aus den beiden Vorstudien:
- erkennbare Funktionstauglichkeit der beiden Lösungsansätze im klinischen Alltag
- hoher Arbeitsaufwand für die Vorbereitung bzw. Durchführung des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs erfordert eine Verbesserung der Methodik vor der Hauptstudie
Ø Darstellung der wichtigsten Verbesserungen der TOPICS- Methodik
weitere Kategorisierung bzw. Standardisierung der Prozessfluss- Dokumentation ohne eine
Veränderung der in der ersten Vorstudie erfolgreich eingesetzten Partizipativen Prozessfluss-
Visualisierung mit Hilfe von arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Diagrammen:
- Definition von tabellarischen Datenfeldern für eine zusätzlich standardisierte Beschreibung
von Prozess- Schritten, Entscheidungen und Verzweigungen, die mit Hilfe des Software-
programms VISIO im Prozessfluss- Diagramm selbst nicht dargestellt aber in spezielle Ta-
bellen bzw. eine Datenbank ausgelesen werden
- Definition von 234 standardisierten Beschreibungen (Process Module Characterizing
ConsequencesPMCCs) für das charakteristische Stärken- und Schwächenprofil von kli-
nischen Prozessflüssen (abgeleitet aus den 7 M’s des Ishikawa- Diagramms sowie den
analysierten Prozessflüssen aus der ersten Vorstudie dieser Arbeit)
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
129
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Erprobung und Bewertung der gesamten TOPICS- Methodik im klinischen Alltag:
Ø 5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 129)
Ø 5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 132)
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels 5.5.4 befindet sich auf S. 140.
Der folgende Abschnitt beschreibt zunächst die Durchführung und dann die Ergebnisse der
eigentlichen Hauptstudie zur Erprobung und Bewertung der gesamten TOPICS- Methodik im
klinischen Alltag. In deren Mittelpunkt stand erneut die Analyse und Optimierung der „Pati-
entenaufnahme auf die Intensivstation (ITS)“. Um eine mögliche Beeinflussung dieser Haupt-
studie aufgrund der in den beiden Vorstudien bereits erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserun-
gen von vornherein zu vermeiden, wurde diese nicht bei einem der bereits bekannten Projekt-
partner, sondern in einem sechsten klinischen Arbeitssystem durchgeführt – der Intensivsta-
tion des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami (USA).
Im Mittelpunkt dieser Hauptstudie stand als erstes die Identifikation entsprechend defizitärer
Prozessmodule mit Hilfe der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (siehe Kapitel
5.4.3.1). Im direkten Anschluss wurden mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul-
Vergleichs (siehe Kapitel 5.4.3.2) entsprechend erfolgreich erscheinende Prozessmodul- Al-
ternativen aus den bereits in der ersten Vorstudie dieser Arbeit analysierten fünf Arbeitssys-
temen identifiziert. Aus diesen Prozessmodul- Alternativen erfolgte danach die Erarbeitung
von arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Verbesserungen gemeinsam mit den in die zu
verbessernden Prozessflüsse direkt involvierten Krankenhausmitarbeitern, um diesen eine
ausreichende Möglichkeit zu bieten, sich selbst in die Prozessoptimierung einzubringen. Zum
Abschluss dieser Hauptstudie bewertete das direkt in die zu verbessernden Prozessmodule
involvierte Klinikpersonal die mit Hilfe der gesamten TOPICS- Methodik erarbeiteten Pro-
zessfluss- Verbesserungen bezüglich ihrer Funktionstauglichkeit im klinischen Alltag.
5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung
Für die eigentliche Hauptstudie zur Erprobung und Bewertung der gesamten TOPICS- Me-
thodik gliederte sich die praktische Projektumsetzung wie folgt:
A) Vorbereitung des Einsatzes der gesamten TOPICS- Methodik
B) Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
C) Bewertung der erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
130
A) Vorbereitung des Einsatzes der gesamten TOPICS- Methodik
Als Konsequenz aus den beiden Vorstudien (siehe Kapitel 5.5.3) wurden in einem ersten
Vorbereitungsschritt zunächst für alle „Prozesse“, „Entscheidungen“ und „Verzweigungen“
der fünf bereits analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“ die in Anhang 18
dieser Arbeit dargestellten Datenfelder dokumentiert. Hierfür wurde ausschließlich auf die
bereits erhobenen Daten aus den Originalarbeiten von Kluge (2001), Schön (1999), Berton
(2000), Sander (2000) und Marsolek (1999) zurückgegriffen.
Gleichzeitig erfolgte durch eine entsprechende Bezeichnung der „Process Module IDs“ inner-
halb dieser Datenfelder eine erneute Zuordnung der einzelnen Aktivitäten zu den übergeord-
neten Prozessmodulen einer für diese Hauptstudie leicht überarbeiteten, allgemein anwendba-
ren Prozessfluss- Struktur der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation (ITS)“ (siehe An-
hang 19). Aufgrund von Schwierigkeiten in der Zuordnung einzelner Prozessschritte wurden
hierbei verschiedene Tätigkeiten innerhalb eines „Informationstransfers“ (z.B. Informations-
beschaffung, -übergabe, -empfang, -kontrolle) in ein und demselben übergeordneten Prozess-
modul zusammen gefasst. Zusätzlich wurde mit Hilfe einer dritten Hierarchieebene eine hie-
rarchische Gliederung der „Patientenverlegung von der Intensivstation“ ergänzt, die analog
zur „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ aufgebaut ist.
Im Anschluss an diese Arbeitsschritte war es nun mit Hilfe der entsprechenden VISIO- Funk-
tion möglich, alle Datenfelder der fünf bereits analysierten „Patientenaufnahmen auf die In-
tensivstation“ in eine gleich aufgebaute, jedoch arbeitssystemspezifisch ausgefüllte Tabelle
auszulesen. Mit Hilfe einer eigens dafür entwickelten Softwareroutine wurden die einzelnen
Datenfelder aus diesen arbeitssystemspezifisch ausgefüllten Tabellen anhand ihrer „Process
Module IDs“ zu den übergeordneten Prozessmodulen der allgemein anwendbaren Prozess-
fluss- Struktur aus Anhang 19 zusammengefasst. Vor allem mit Hilfe der erweiterten Katego-
risierung bzw. standardisierten Beschreibung der PMCCs sollte somit die Suche nach Pro-
zessmodul- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen deutlich erleichtert werden.
B) Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
Unter der Leitung des Autors dieser Arbeit fand im Frühjahr 2002 die Erprobung der gesam-
ten TOPICS- Methodik am Jackson Memorial Hospital der University of Miami in Form ei-
nes weiteren sechswöchigen Teilprojekts zur Analyse und Optimierung der „Patientenauf-
nahme auf die Intensivstation“ statt.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
131
Mit Hilfe der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung wurden hierfür zunächst entspre-
chend defizitäre Prozessmodule innerhalb dieses Prozessflusses identifiziert. Die verifizierten
Prozessfluss- Diagramme sowie die hierin identifizierten Stärken und Schwächen wurden
danach mit Hilfe der entsprechenden VISIO- Funktionen bzw. der eigens hierfür entwickelten
Softwareroutine ebenso wie die Analyseergebnisse der anderen fünf klinischen Projektpartner
aufbereitet (siehe oben).
Im weiteren Verlauf der Hauptstudie erfolgte mit Hilfe der standardisierten Beschreibungen
der PMCCs die eigentliche Suche bzw. Auswahl von Prozessmodul- Alternativen aus anderen
Krankenhäusern. Aufgrund der geringen Anzahl an Prozessfluss- Alternativen fand auch in
der Hauptstudie dieser Arbeit keine Reduzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternati-
ven statt. Stattdessen wurden alle identifizierten Prozessmodul- Alternativen gemeinsam mit
den in die zu verbessernden Prozessflüsse involvierten Krankenhausmitarbeitern direkt zu
arbeitssystemspezifischen Prozessfluss- Verbesserungen weiterentwickelt.
Durch diese gezielt partizipative Vorgehensweise bestand auch hier wieder für alle klinischen
Mitarbeiter jederzeit die Möglichkeit, sich selbst in die Prozessoptimierung einzubringen. Mit
den Erfahrungen aus der ersten Vorstudie dieser Arbeit konnte somit davon ausgegangen wer-
den, dass durch diese partizipative Anpassung bzw. Weiterentwicklung der einzelnen Pro-
zessmodul- Alternativen auch das 8. Teilziel für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
ausreichend erfüllt wird, ohne dies noch einmal explizit zu überprüfen: „Es sollte den Mitar-
beitern eine als ausreichend empfundene Möglichkeit gegeben werden, sich selbst in die Pro-
zessoptimierung einzubringen (trotz der Nutzung der Prozess- Alternativen.)
C) Bewertung der erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
Anstelle einer erneuten Funktionstauglichkeitsüberprüfung der beiden eingesetzten Lösungs-
ansätze sollten in dieser Hauptstudie möglichst viele der direkt in die zu verbessenden Pro-
zessmodule involvierten Krankenhausmitarbeiter nun die Funktionstauglichkeit der einzelnen
Prozessfluss- Verbesserungen selbst bewerten. Es galt somit zu überprüfen, ob auch das 5.
Teilziel für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch die hier entwickelte Methodik im
klinischen Alltag erreicht werden kann: „Durch die Auseinandersetzung mit Prozess- Alter-
nativen sollte die Gestaltung eines optimierten Arbeitsprozesses ermöglicht werden, der nach
Meinung der Mitarbeiter den momentanen ersetzen sollte.“
Die eigentliche Bewertung erfolgte hierfür nach der Erarbeitung und Vorstellung entspre-
chend erfolgreich erscheinender Prozessfluss- Verbesserungen in Form von Einzel- und Grup-
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
132
pengesprächen. Möglichst vielen in die zu verbessernden Prozessmodule direkt involvierten
Krankenhausmitarbeitern wurde hierfür die Gelegenheit gegeben, die Funktionstauglichkeit
der einzelnen Prozessfluss- Verbesserungen mittels einer Punktvergabe zwischen 1 und 5 zu
bewerten. Ein Punkt bedeutete hierbei die Aussage „Diese Prozessfluss- Verbesserung sollte
keinesfalls umgesetzt werden.“, fünf Punkte dagegen die Aussage „Diese Prozessfluss- Ver-
besserung sollte unbedingt umgesetzt werden.“. Getrennt für ärztliches und pflegerisches Per-
sonal wurden dann die statistischen Mittelwerte für jede einzelne der in dieser Hauptstudie
mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs erarbeiteten Prozessfluss- Ver-
besserungen ermittelt.
5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung
Für die Ergebnisdarstellung der Erprobung und Bewertung des kombinierten Einsatzes aus
Partizipativer Prozessfluss- Visualisierung und Problemspezifischem Prozessmodul- Ver-
gleich wird im folgenden Abschnitt dieser Arbeit auf folgende vier Arbeitsergebnisse einge-
gangen:
A) Charakteristische Defizite im analysierten Prozessfluss der ITS in Miami
B) Gegenüberstellung der PMCCs aller sechs analysierter Prozessflüsse
C) Darstellung der aus den Prozessmodul- Alternativen erarbeiteten Verbesserungen
D) Bewertungsergebnis für die erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
A) Charakteristische Defizite im analysierten Prozessfluss der ITS in Miami
Insgesamt wurden in der Hauptstudie dieser Arbeit gemeinsam mit den klinischen Mitarbei-
tern 12 charakteristische Defizite in der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ des Jack-
son Memorial Hospitals der University of Miami identifiziert.
Eine Kurzdarstellung dieser Defizite befindet sich in Abbildung 5.5.4.2-1 in deutscher Spra-
che sowie in Anhang 20 in englischer Sprache.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
133
Defizit 1: ITS- Ärzte werden in einzelnen Fällen entweder gar nicht oder zu spät über einen
möglichen ITS- Patienten informiert
Defizit 2: keine standardisierten Dokumente für die Übergabe von medizinischen
Patienteninformationen vor der eigentlichen Patientenaufnahme auf die ITS
Defizit 3: eine standardisierte Checkliste mit ITS- Aufnahmekriterien wird nicht
genutzt/kommuniziert/existiert nicht
Defizit 4: die Verlegungsdokumente von ITS- Patienten werden nicht rechtzeitig ausgestellt; die
Patientenverlegung wird erst nach der eigentlichen ITS- Visite geplant; die Organisation
einer späteren Ausstellung der Verlegungsdokumente ist eine zeitaufwendige Arbeit
Defizit 5: es treten Informationsverluste bei der Übergabe von medizinischen Patienteninformationen
von den ITS- Pflegekräften zu den Pflegekräften der aufnehmenden Normalstationen auf
Defizit 6: die Patientenfamilie wird nicht immer über die Verlegung des Patienten von der ITS auf eine
Normalstation informiert; die persönlichen Gegenstände des Patienten werden nicht mitverlegt
Defizit 7: bei der Verlegung eines ITS- Patienten auf eine Normalstation wird dieser nicht immer
sofort abgenommen; der Transportservice kommt oftmals zu spät
Defizit 8: oftmals wird nach einer Patientenverlegung das entsprechende Zimmer nicht pünktlich
sauber gemacht (insbesondere zwischen 15 und 7 Uhr)
Defizit 9: es fehlen Patienteninformationen für einen Vorbereitung der benötigten medizintechnischen
Geräte vor der Ankunft des Patienten auf der ITS
Defizit 10: die ITS- Nachtapotheke hat nur eine sehr eingeschränkte Auswahl von Medikamenten;
nachts gibt es keine Belieferung der ITS mit Medikamenten aus der Zentralapotheke
Defizit 11: 50% fehlende oder unvollständig ausgefüllte Verlegungsdokumente nach der Ankunft der
Patienten auf der ITS; nicht immer begleiten die Chirurgen nach der OP den Patienten auf die
ITS, um weitere medizinische Informationen aus der OP zu übergeben; es fehlen standardisier-
te Dokumente für die Chirurgen zum Informationstransfer; ITS- Ärzte sind nicht immer bei der
Ankunft des Patienten auf der ITS dabei, um zusätzliche Informationen zu erfragen
Defizit 12: oftmals ist zur Patientenverlegung kein Bett für ITS- Patienten auf den Normalstationen zu
bekommen; es existiert keine Stepdown-Unit zur Verlegung weniger kritischer ITS- Patienten;
Probleme in der Kommunikation zwischen ITS, Normalstationen und Krankenhausverwaltung
über freie bzw. saubere Betten
Abb. 5.5.4.2-1: Kurzdarstellung der charakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme auf die Intensiv-
station“ des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami
B) Gegenüberstellung der PMCCs aller sechs analysierter Prozessflüsse
In Abbildung 5.5.4.2-2 ist die Zuordnung der zwölf charakteristischen Defizite aus Abbildung
5.5.4.2-1 zu den übergeordneten Prozessmodulen der allgemein anwendbaren Prozessfluss-
Struktur aus Anhang 19 dargestellt.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
134
Defizit 1 Þ 1.1 collect/transfer/receive/check the information about the medical background
Defizit 2 Þ 1.1 collect/transfer/receive/check the information about the medical background
Defizit 3 Þ 1.1 collect/transfer/receive/check the information about the medical background
Defizit 4 Þ 2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
Defizit 5 Þ 2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
Defizit 6 Þ 2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
Defizit 7 Þ 2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
Defizit 8 Þ 4.3 clean the ICU room for the ICU patient arrival
Defizit 9 Þ 4.4 set up the ICU room and medical equipment for the ICU patient arrival
Defizit 10 Þ 4.4 set up the ICU room and medical equipment for the ICU patient arrival
Defizit 11 Þ 5.2 collect/transfer/receive/check the medical information about the arriving ICU patient
Defizit 12 Þ 6.2 reject the ICU patient admission request based on the ICU bed availability
Abb. 5.5.4.2-2: Zuordnung der charakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme auf die ITS" des Jack-
son Memorial Hospitals der University of Miami zu den übergeordneten Prozessmodulen der allgemein
anwendbaren Prozessfluss- Struktur (aus Anhang 19)
Die aufgrund dieser zwölf charakteristischen Defizite in der „Patientenaufnahme auf die ITS“
für das Jackson Memorial Hospital der University of Miami ermittelten Process Module Cha-
racterizing Consequences (PMCCs) für die übergeordneten Prozessmodule der allgemein an-
wendbaren Prozessfluss- Struktur sind in Anhang 21 dargestellt. In Form einer Tabelle wer-
den diese dort gleichzeitig den PMCCs der fünf bereits analysierten „Patientenaufnahmen auf
die Intensivstation“ gegenüber gestellt.
Hieraus lassen sich für die Suche nach Prozessmodul- Alternativen zur Elimination der cha-
rakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme auf die ITS“ des Jackson Memorial Hospitals
der University of Miami folgende Konsequenzen ableiten:
Þ Für die charakteristischen Defizite 1, 2, und 3 innerhalb des Prozessmoduls
„1.1 collect/transfer/receive/check the information about the medical background”:
Aus Anhang 21 ist deutlich zu erkennen, dass in diesem Prozessmodul die bereits analy-
sierten Prozessfluss- Alternativen aus Japan, Israel und den USA durch vollkommen ver-
schiedene PMCCs gekennzeichnet sind und somit allesamt für eine Suche nach Prozess-
modul- Alternativen als geeignet erscheinen. Dahingegen weisen sowohl der Prozessfluss
aus Deutschland als auch der Prozessfluss aus Österreich an dieser Stelle einige sehr ähn-
liche PMCCs auf. Eigentlich erscheinen beide daher zur Suche nach Prozessmodul- Al-
ternativen als ungeeignet. Da jedoch gerade der Prozessfluss aus Österreich an dieser
Stelle einige konträr erscheinende Prozess- Stärken zu den Prozess- Defiziten des Jackson
Memorial Hospitals der University of Miami aufweist, sollte auch dieser für die Suche
nach Prozessmodul- Alternativen weiter genutzt werden.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
135
Þ Für die charakteristischen Defizite 4, 5, 6 und 7 innerhalb des Prozessmoduls
„2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request”:
Aus Anhang 21 lässt sich für dieses Prozessmodul ein sehr ähnliches Bild entnehmen wie
für die charakteristischen Defizite 1, 2, und 3, weshalb für eine Suche nach Prozessmo-
dul- Alternativen auch hier ausschließlich die Prozessflüsse aus Japan, Israel, den USA
und Österreich als geeignet erscheinen.
Þ Für das charakteristische Defizit 8 innerhalb des Prozessmoduls
„4.3 clean the ICU room for the ICU patient arrival”:
Aus Anhang 21 ist für dieses Prozessmodul deutlich zu erkennen, dass keine der fünf
Prozessfluss- Alternativen aus Deutschland, Japan, Israel, den USA und Österreich hier
ähnliche PMCCs zeigen und daher allesamt für die Suche nach Prozessmodul- Alternati-
ven als geeignet erscheinen.
Þ Für die charakteristischen Defizite 9 und 10 innerhalb des Prozessmoduls
„4.4 set up the ICU room and medical equipment for the ICU patient arrival”:
Aus Anhang 21 sind für dieses Prozessmodul wiederum einige sehr ähnliche PMCCs in
dem bereits analysierten Prozessfluss aus Deutschland zu erkennen, so dass an dieser
Stelle nur eine Suche nach Prozessmodul- Alternativen in den Prozessflüssen von Japan,
Israel, den USA und Österreich als sinnvoll erscheint.
Þ Für das charakteristische Defizit 11 innerhalb des Prozessmoduls
„5.2 collect/transfer/receive/check the medical info. about the arriving ICU patient”:
Aus Anhang 21 sind für dieses Prozessmodul einige sehr ähnliche PMCCs in den beiden
Prozessflüssen aus Deutschland und Österreich zu erkennen, so dass an dieser Stelle nur
eine Suche nach Prozessmodul- Alternativen in den Prozessflüssen von Japan, Israel und
den USA als sinnvoll erscheint.
Þ Für das charakteristische Defizit 12 innerhalb des Prozessmoduls
„6.2 reject the ICU patient admission request based on the ICU bed availability”:
Aus Anhang 21 ist für dieses Prozessmodul deutlich zu erkennen, dass alle fünf Prozess-
fluss- Alternativen aus Deutschland, Japan, Israel, den USA und Österreich keinerlei
PMCCs zeigen und daher allesamt für die Suche nach Prozessmodul- Alternativen als ge-
eignet erscheinen.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
136
C) Darstellung der aus den Prozessmodul- Alternativen erarbeiteten Verbesserungen
Gemeinsam mit den direkt in diese defizitären Prozessmodule involvierten Krankenhausmit-
arbeitern konnten dann unter Zuhilfenahme der gesamten Prozessfluss- Diagramme sowie der
dazugehörigen PMCPs eine Reihe von tatsächlich als lösungsrelevant erscheinenden Prozess-
fluss- Verbesserungen erarbeitet werden. Für alle 12 Defizite befindet sich in Anhang 22 die-
ser Arbeit eine ausführliche Darstellung der hierfür erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
sowie eine Kennzeichnung der hierbei zugrundliegenden Prozessmodul- Alternativen aus den
fünf bereits analysierten Prozessflüssen. Eine vereinfachte Darstellung, für welche der 12 De-
fizite aus diesen fünf bereits analysierten Prozessflüssen tatsächlich lösungsrelevant erschei-
nende Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet werden konnten, enthält Abbildung 5.5.4.2-3.
Insgesamt 49 identifizierte
Prozessmodul- Alternativen aus (X):
Insgesamt 21 tatsächlich lösungsrelevante
Prozessfluss- Verbesserungen aus (X):
Defizite
der ITS in
Miami: Deutschl. Japan Israel USA Österr. Deutschl. Japan Israel USA Österr.
1 - X X X X - X X - X
2 - X X X X - X - - -
3 - X X X X - - - X -
4 - X X X X - X X X -
5 - X X X X - X - X X
6 - X X X X - - - - -
7 - X X X X - X - X X
8 X X X X X X X X - -
9 - X X X X - X - - -
10 - X X X X - - - - -
11 - X X X - - X X X -
12 X X X X X - - - - -
Abb. 5.5.4.2-3: Vereinfachte Gegenüberstellung aller identifizierter Prozessmodul- Alternativen aus den
fünf bereits analysierten „Patientenaufnahmen auf die ITS“ zu den daraus tatsächlich erarbeiteten Pro-
zessfluss- Verbesserung für die ITS in Miami
Abbildung 5.5.4.2-3 und Anhang 22 kann dabei entnommen werden, dass für insgesamt 9 der
12 charakteristischen Prozess- Defizite der ITS in Miami tatsächlich lösungsrelevant erschei-
nende Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet werden konnten, die auf Prozessmodul- Alter-
nativen der fünf bereits analysierten Prozessflüsse basieren. Dies entspricht einem Anteil von
genau 75%. Nur für die Prozess- Defizite 6, 10 und 12 erwies sich keine der Prozessmodul-
Alternativen aus den bereits analysierten Krankenhäusern als tatsächlich lösungsrelevant.
Aus Abbildung 5.5.4.2-3 und Anhang 22 wird darüber hinaus ersichtlich, dass hierfür Pro-
zessmodul- Alternativen aus allen fünf bereits analysierten Prozessflüssen zum Einsatz ka-
men. Aus den oben insgesamt 49 identifizierten Prozessmodul- Alternativen konnten insge-
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
137
samt 21 als Ausgangsbasis für die Erarbeitung von tatsächlich lösungsrelevant erscheinenden
Prozessfluss- Verbesserungen genutzt werden. Dies entspricht einem Anteil von über 42%.
Aus Anhang 22 lässt sich zusätzlich entnehmen, dass aus allen fünf bereits analysierten Pro-
zessflüssen für insgesamt zwei Defizite der ITS in Miami vier lösungsrelevant erscheinende
Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet werden konnten, für drei Defizite immerhin drei lö-
sungsrelevant erscheinende Prozessfluss- Verbesserungen, für ein Defizit nur zwei lösungs-
relevant erscheinende Prozessfluss- Verbesserungen und für drei Defizite zumindest eine lö-
sungsrelevant erscheinende Prozessfluss- Verbesserung. Nur für drei Defizite konnte für die
Prozessfluss- Verbesserung auf keine einzige Prozessmodul- Alternative der bereits analy-
sierten Prozessflüsse zurückgegriffen werden. Für die 12 charakteristischen Prozess- Defizite
des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami konnten somit insgesamt 22 tat-
sächlich als lösungsrelevant erscheinende Prozessfluss- Verbesserungen aus den Prozessflüs-
sen der fünf bereits analysierten Arbeitssysteme weiterentwickelt werden. Hierbei wurden
zum Teil sowohl aus einzelnen Prozessfluss- Alternativen mehrere Prozessfluss- Verbesse-
rungen erarbeitet (siehe z.B. Defizit 2), aber auch mehrere Prozessfluss- Alternativen zu einer
Prozessfluss- Verbesserung zusammengeführt (siehe z.B. Defizit 1).
Eine Aussage über die Funktionstauglichkeit dieser Prozessfluss- Verbesserungen ist jedoch
an dieser Stelle noch nicht möglich. In Hinblick auf eine Systemtauglichkeit der hier erarbei-
teten Prozessfluss- Verbesserungen kann diese nur von den direkt in die zu verbessernden
Prozessflüsse involvierten Krankenhausmitarbeitern selbst getroffen werden, so wie im fol-
genden Abschnitt dieser Arbeit dargestellt.
D) Bewertungsergebnis für die erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
Für alle in diesem Kontext erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen befindet sich eine voll-
ständige Darstellung der Bewertung durch insgesamt 34 klinische Mitarbeiter des Jackson
Memorial Hospitals der University of Miami in Anhang 23 dieser Arbeit.
Dagegen zeigt Abb. 5.5.4.2-4 nur eine schematische Darstellung dieses Arbeitsergebnisses.
Hierfür wurden alle Prozessfluss- Verbesserungen, deren Umsetzung eine durchschnittliche
Bewertung ...
· von 4 oder mehr Punkten erhalten haben, als überwiegend „erwünscht“
· von weniger als 4 aber immer noch mehr als 3 Punkten erhalten haben, als „indifferent“
· von 3 oder weniger Punkten erhalten haben, bereits als „unerwünscht“ eingestuft.
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
138
Erwünschtheit der Umsetzung aller gemeinsam
erarbeiten Prozessfluss- Verbesserungen:
gesamtes
Personal
n = 34
pflegerisch.
Personal
n = 30
ärztliches
Personal
n = 4
Defizit 1:
Prozessfluss- Verbesserung 1-A: (1) (2) (3) erwünscht erwünscht erwünscht
Defizit 2:
Prozessfluss- Verbesserung 2-A: (1) erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 2-B: (1) indifferent indifferent indifferent
Defizit 3:
Prozessfluss- Verbesserung 3-A: (5) erwünscht erwünscht indifferent
Defizit 4:
Prozessfluss- Verbesserung 4-A: (1) (2) erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 4-B: (1) indifferent erwünscht indifferent
Prozessfluss- Verbesserung 4-C: (5) indifferent indifferent erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 4-D: (5) indifferent indifferent indifferent
Defizit 5:
Prozessfluss- Verbesserung 5-A: (1) (3) erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 5-B: (1) unerwünscht unerwünscht unerwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 5-C: (5) indifferent indifferent erwünscht
Defizit 6:
Prozessfluss- Verbesserung 6-A: erwünscht erwünscht erwünscht
Defizit 7:
Prozessfluss- Verbesserung 7-A: (1) (3) (5) indifferent erwünscht indifferent
Prozessfluss- Verbesserung 7-B: (1) unerwünscht unerwünscht unerwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 7-C: (5) indifferent indifferent erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 7-D: (3) unerwünscht unerwünscht unerwünscht
Defizit 8:
Prozessfluss- Verbesserung 8-A: (1) unerwünscht unerwünscht unerwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 8-B: (4) unerwünscht unerwünscht unerwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 8-C: (2) erwünscht erwünscht erwünscht
Defizit 9:
Prozessfluss- Verbesserung 9-A: (1) erwünscht erwünscht erwünscht
Defizit 10:
Prozessfluss- Verbesserung 10-A: erwünscht erwünscht erwünscht
Defizit 11:
Prozessfluss- Verbesserung 11-A: (1) erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 11-B: (1) (2) (5) erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 11-C: (5) indifferent indifferent indifferent
Defizit 12:
Prozessfluss- Verbesserung 12-A: erwünscht erwünscht erwünscht
Prozessfluss- Verbesserung 12-B: erwünscht erwünscht erwünscht
(1) basierend auf einer Prozessmodul- Alternative aus dem Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) basierend auf einer Prozessmodul- Alternative aus dem Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) basierend auf einer Prozessmodul- Alternative aus dem Universitätsklinikum Innsbruck (Österreich)
(4) basierend auf einer Prozessmodul- Alternative aus dem Charité Campus Virchow Klinikum Berlin (Deutschl.)
(5) basierend auf einer Prozessmodul- Alternative aus dem Palo Alto VA Health Care System Stanford (USA)
Abb. 5.5.4.2-4: Darstellung der Bewertungsergebnisse der Funktionstauglichkeit aller Prozessfluss- Ver-
besserungen für die „Patientenaufnahme auf die ITS“ aus Miami
Deutlich zeigt sich hieraus, dass für 10 der 12 identifizierten Defizite (mit Ausnahme von
Defizit 3 und 7) tatsächlich einzelne Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet werden konnten,
deren Umsetzungen sowohl vom ärztlichen als auch pflegerischen Personal als überwiegend
erwünscht eingestuft wurden (1-A, 2-A, 4-A, 5-A, 6-A, 8-C, 9-A, 10-A, 11-A, 11-B, 12-A,
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
139
12-B). Auch die Prozessfluss- Verbesserungen für die drei Prozess- Defizite, für die sich
keine der Prozessmodul- Alternativen der fünf bereits analysierten Prozessflüsse als hilfreich
erwies, sind darunter zu finden. Für die sieben anderen Prozess- Defizite basieren dagegen die
entsprechend wünschenswert eingestuften Prozessfluss- Verbesserungen auf insgesamt vier
der fünf hierfür verwendeten Prozessflüsse.
Nur für die beiden Defizite 3 und 7 konnte an dieser Stelle keine einzige Prozessfluss- Ver-
besserung erarbeitet werden, die sowohl vom ärztlichen als auch pflegerischen Personal als
gleichermaßen erwünscht eingestuft wurde. Dennoch ist auch hier zu erkennen, dass für beide
Prozess- Defizite jeweils zumindest eine bzw. zwei Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet
werden konnten, deren Umsetzung nicht von einer der beiden Berufsgruppen gänzlich abge-
lehnt, sondern eher indifferent gesehen wurde (siehe 3-A, 7-A und 7-C).
Eine grundlegende Ablehnung lässt sich aus Abbildung 5.5.4.2-4 ohnehin nur für fünf der hier
erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen erkennen (siehe 5-B, 7-B, 7-D, 8-A und 8-B). Aus
Abbildung 5.5.4.2-4 und Anhang 23 lässt sich jedoch ebenso entnehmen, dass für die drei
hiervon betroffenen Prozess- Defizite (5, 7 und 8) dann zumeist andere Prozessfluss- Verbes-
serungen als weitaus wünschenswerter eingestuft wurden (siehe vor allem 5-A und 8-C aber
auch in geringerem Maße 7-A und 7-C).
Gleiches gilt für die überwiegende Mehrheit der Prozess- Defizite, bei denen von einer oder
beiden Berufsgruppen eine Umsetzung einzelner der hierfür erarbeiteten Prozessfluss-
Verbesserungen zwar nicht gänzlich abgelehnt aber doch eher indifferent gesehen wurde (2-
B, 3-A, 4-B, 4-C, 4-D, 5-C, 7-A , 7C und 11-C). Auch hier lässt sich aus Abb. 5.5.4.2-4 ent-
nehmen, dass für die fünf hiervon betroffenen Prozess- Defizite dann zumeist andere Prozess-
Verbesserungen von beiden Berufsgruppen als weitaus wünschenswerter eingestuft wurden
(siehe 2-A, 4-A, 5-A, 11-A und 11-B). Eine Ausnahme bilden nur die Prozess- Defizite 3 und
7 für die überhaupt keine Prozess- Verbesserung erarbeitet werden konnte, die sowohl vom
ärztlichen als auch pflegerischen Personal als besonders wünschenswert eingestuft wurde.
Ein weiterer wichtiger Aspekt zeigt sich bei einer Betrachtung der Probleme in der Patienten-
verlegung auf die Normalstation (Defizit 12), für die vor Ort keine als lösungsrelevant er-
scheinenden Prozessfluss- Verbesserungen aus den bereits analysierten Krankenhäusern erar-
beitet werden konnten. Aus Anhang 23 ist dabei zu entnehmen, dass der hierfür erarbeitete
Verbesserungsvorschlag bezüglich einer weiterführenden Analyse und Verbesserung der
nachfolgenden Arbeitsprozesse (12-A) noch weitaus stärker erwünscht wird als die ebenso
vorgeschlagene Diskussion bzw. Forderung nach mehr ITS- Betten und Personal (12-B).
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
140
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
5.5.4 Hauptstudie zur Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik
Analyse und Optimierung der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ des Jackson Memo-
rial Hospitals der University of Miami (USA) mit Hilfe der gesamten TOPICS- Methodik (Partizi-
pative Prozessfluss- Visualisierung und Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich):
Ø 5.5.4.1 Durchführung der Erprobung und Bewertung (S. 129):
A) Vorbereitung des Einsatzes der gesamten TOPICS- Methodik:
- verbesserte standardisierte Beschreibung der fünf bereits in der ersten Vorstudie dieser Ar-
beit analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“ mit Hilfe von zusätzlichen
tabellarischen Datenfeldern des Softwareprogramms VISIO
- erweiterte standardisierte Beschreibung der charakteristischen Stärken- und Schwächen-
profile der bereits analysierten Prozessflüsse mit Hilfe von 234 Process Module Characte-
rizing Consequences (PMCCs)
- Zuordnung aller Prozessschritte und -entscheidungen der bereits analysierten Prozess-
flüsse zu einer leicht überarbeiteten, allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur
- Auslesen der Datenfelder und Zusammenfassung zu entsprechend übergeordneten
Prozessmodulen der allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur
B) Erprobung der gesamten TOPICS- Methodik:
- sechswöchige Projektumsetzung der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung und des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs zur Analyse und Optimierung der „Patien-
tenaufnahme auf die Intensivstation“ des Jackson Memorial Hospitals (Miami, USA)
C) Bewertung der erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen:
- Bewertung der Funktionstauglichkeit der erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen durch
die direkt in die zu verbessernden Prozessmodule involvierten Krankenhausmitarbeiter
zwischen „sollte keinesfalls umgesetzt werden“ und „sollte unbedingt umgesetzt werden“
Ø 5.5.4.2 Ergebnisse der Erprobung und Bewertung (S. 132):
A) Charakteristische Defizite im analysierten Prozessfluss der ITS in Miami:
- 12 charakteristische Defizite in der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“
B) Gegenüberstellung der PMCCs aller sechs analysierter Prozessflüsse:
- Identifikation einer Vielzahl von Prozessmodul- Alternativen aus den fünf bereits analysier-
ten Prozessflüssen, die zur Erarbeitung von Prozessfluss- Verbesserungen hilfreich er-
scheinen, da sie grundlegende Unterschiede in ihrem Stärken- und Schwächenprofil (den
Process Module Characterizing Consequences – PMCCs) aufweisen
C) Darstellung der aus den Prozessmodul- Alternativen erarbeiteten Verbesserungen:
- für insgesamt 9 der 12 Defizite konnten aus den Prozessmodul- Alternativen der fünf be-
reits analysierten Arbeitssysteme tatsächlich lösungsrelevant erscheinende Prozessfluss-
Verbesserungen erarbeitet werden (75%)
D) Bewertungsergebnis für die erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen:
- für insgesamt 10 der 12 Defizite konnten Prozessfluss- Verbesserungen erarbeitet werden,
deren Umsetzung sowohl vom ärztlichen als auch pflegerischen Personal als erwünscht
eingestuft wurde – 7 davon basieren auf Prozessmodul- Alternativen der fünf anderen klini-
schen Arbeitssysteme
- für Probleme bei der Patientenverlegung auf die Normalstation wird eine weiterführende
Analyse und Verbesserung der nachfolgenden Arbeitsprozesse einer ebenso vorgeschla-
genen Diskussion bzw. Forderung nach mehr ITS- Betten und Personal vorgezogen
Þ erfolgreiche Sensibilisierung der Krankenhausmitarbeiter
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
141
6 Diskussion
Ø Inhalt und Aufbau des Kapitels:
Diskussion der TOPICS- Methodik sowie des methodischen Vorgehens zu dessen Entwicklung:
Ø 6.1 Diskussion der TOPICS- Methodik (S. 141)
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung (S. 141)
Eine Zusammenfassung der Diskussion des Kapitels 6.1.1 befindet sich auf S. 147.
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs (S. 148)
Eine Zusammenfassung der Diskussion des Kapitels 6.1.2 befindet sich auf S. 152.
Ø 6.2 Diskussion des method. Vorgehens zur Entwicklung d. TOPICS- Methodik (S. 153)
Im Mittelpunkt der Diskussion des folgenden Abschnitts stehen als wichtigste Ergebnisse
dieser Arbeit die hier entwickelte TOPICS- Methodik (siehe Kapitel 5.4) anhand deren Erpro-
bung und Bewertung im klinischen Alltag (siehe Kapitel 5.5). In einem gesonderten Abschnitt
wird aber auch auf das methodische Vorgehen für die Entwicklung dieser Methodik (siehe
Kapitel 4) angelehnt an das allgemeingültige Problemlösungsmodell aus dem Systems-Engi-
neering- Ansatz nach Haberfellner et al (1992, S. 47 ff.) noch einmal näher eingegangen.
6.1 Diskussion der TOPICS- Methodik
In Analogie zu den Ergebnissen der Entwicklung und Erprobung der TOPICS- Methodik
gliedert sich der folgende Abschnitt dieser Arbeit in zwei Teile: die Diskussion der Partizipa-
tiven Prozessfluss- Visualisierung sowie die Diskussion des Problemspezifischen Prozessmo-
dul- Vergleichs. Für die Diskussion der Funktionstauglichkeit dieser beiden Lösungsansätze
wird dabei vor allem auf die Ergebnisse aus deren Erprobung und Bewertung im klinischen
Alltag aus Kapitel 5.5 dieser Arbeit zurückgegriffen.
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Die grundlegende Funktionstauglichkeit der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung als
Methodik zur Analyse und Optimierung von komplexen Prozessflüssen in den verschiedens-
ten klinischen Arbeitssystemen lässt sich bereits aus den Ergebnissen aus der ersten Vorstudie
dieser Arbeit erkennen (siehe Kapitel 5.5.1).
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
142
Deutlich zeigt sich aus der Bewertung der Funktionstauglichkeit dieses Lösungsansatzes mit
Hilfe der 53 aktiv in die fünf Teilprojekte involvierten Krankenhausmitarbeiter, dass alle 10
generellen Teilziele für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung im Durchschnitt nahezu
gleich stark erreicht werden konnten. Aus dieser teilprojektübergreifenden Bewertung lassen
sich außer dem durchweg positiven Ergebnis für die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung
nur geringfügige Unterschiede im Erreichen einzelner Teilziele ablesen. Bereits hieraus lässt
sich jedoch erkennen, dass stärker noch als die 8 Teilziele bezüglich des gewünschten
Projektverlaufs bzw. des geforderten Arbeitsergebnisses die beiden Teilziele bezüglich der
erhofften Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals erreicht werden konnten.
Betrachtet man die Bewertungsergebnisse für die fünf Teilprojekte getrennt voneinander, so
zeigen sich hier zum Teil erhebliche Unterschiede im Erreichen einzelner Teilziele. Vor allem
die fünf Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. die drei Teilziele bezüg-
lich des geforderten Projektverlaufs konnten dabei nicht in allen fünf Teilprojekten dieser
ersten Vorstudie gleich stark erreicht werden. Ein Einsatz der Partizipativen Prozessfluss-
Visualisierung allein garantiert also noch keinen erfolgreichen Projektverlauf. Als mutmaßli-
che Ursachen kommen hierfür sowohl eine ungeeignete Auswahl bzw. Abgrenzung des zu
verbessernden Prozessflusses, ein nicht ausreichend auf das Arbeitssystem abgestimmtes
Projektvorgehen aber auch eine fehlende Bereitschaft bzw. Möglichkeit zur Prozessfluss-
Optimierung von Seiten des Arbeitssystems selbst in Frage.
Ohne auf diese mutmaßlichen Ursachen näher einzugehen, zeigt sich jedoch gerade im Nicht-
erreichen einzelner Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des ge-
wünschten Projektverlaufs, dass hiervon ein Erreichen der beiden Teilziele bezüglich der er-
hofften Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals nahezu unbeeinflusst bleibt.
Für die in dieser Arbeit bewusst zukunftsorientiert angelegte Methodik ist dieses Ergebnis
besonders wichtig. Bereits durch einen einmaligen Einsatz der Partizipativen Prozessfluss-
Visualisierung kann eine große Mehrheit der involvierten Krankenhausmitarbeiter für ähnli-
che Probleme bzw. Projekte dieser Art sensibilisiert werden. Dies gilt selbst dann, wenn in
einer ersten Projektumsetzung nicht alle Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnis-
ses bzw. des gewünschten Projektverlaufs erreicht werden konnten. Es besteht somit nur ein
geringes Risiko, die Bereitschaft für zukünftige Projekte dieser Art durch ein Nichterreichen
einzelner Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Pro-
jektverlaufs zu gefährden.
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
143
Aufbauend auf den Erfahrungen bereits in der Praxis erprobter Lösungsansätze wurde die in
dieser Arbeit entwickelte Partizipative Prozessfluss- Visualisierung ganz bewusst auf fol-
gende vier Lösungskonzepte aufgebaut (siehe Kapitel 5.4.1): eine gezielte Partizipation der
Mitarbeiter, eine systematische Visualisierung der klinischen Prozessflüsse, eine darauf auf-
bauende Identifizierung und Eliminierung der Schwachstellen sowie die Anregung eines kon-
tinuierlichen Verbesserungsprozesses.
Somit stellen diese vier prinzipiellen Lösungskonzepte auch die Grundlage für die Funkti-
onstauglichkeit der in dieser Arbeit entwickelten Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
dar. Zusätzlich zeigen sich aber für deren erfolgreiche Projektumsetzung im klinischen Alltag
noch folgende Aspekte als ausschlaggebend:
Als wichtigstes der in dieser Arbeit zugrunde gelegten Lösungskonzepte zeigt sich für eine
erfolgreiche Projektumsetzung im Arbeitssystem Krankenhaus eine gezielte Partizipation
der Mitarbeiter, wie sie vor dem Hintergrund eines modernen Managementverständnisses in
klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen bereits seit Jahren praktiziert wird
(vgl. hierzu auch Füermann & Dammasch, 1997, S. 39 ff.; Gebert, 1995, S. 483 ff.; Kamiske
& Brauer, 1999, S. 152 ff.; Kißler, 1997, S. 763 ff.; Scholz & Vrohlings, 1994d, S. 29 ff.;
Schüpbach, 1995, S. 184 f.; Ulich, 1998, S. 247).
Die Rolle des externen Moderators ist dabei nur im Sinne eines Change Agents zu verstehen,
der wie in der Literatur empfohlen vor allem das entsprechende Methodenwissen in die Pro-
zessfluss- Analyse und Optimierung mit einbringt (vgl. u.a. Emmerich, 1997, S. 110 ff.; Ge-
bert, 1995, S. 483; Senge, 1990). Für die eigentliche Analyse und Optimierung der zu verbes-
sernden Prozessflüsse ist dagegen die gezielte Mitarbeit des in die zu verbessernden Prozess-
flüsse involvierten Krankenhauspersonals unerlässlich.
Gerade für die Analyse und Optimierung besonders komplexer klinischer Prozessflüsse ist
ohne die aktive Partizipation der einzelnen Krankenhausmitarbeiter weder eine realistische
Identifizierung der in diesen Arbeitsabläufen verborgenen Schwachstellen noch deren erfolg-
versprechende Eliminierung möglich. Wichtigste Aufgabe des externen Moderators ist es da-
gegen, die insbesondere zu Projektbeginn zum Teil sehr zeitaufwendige Analyse und Opti-
mierung der klinischen Prozessflüsse kontinuierlich zu unterstützen und am Laufen zu halten.
Um den klinischen Alltag hiervon so wenig wie möglich zu beeinflussen, ist der für eine er-
folgreiche Projektumsetzung benötigte Arbeitsaufwand (so gut wie möglich) auf die restliche
Arbeitsbelastung des involvierten Krankenhauspersonals abzustimmen.
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
144
Gleichzeitig ist an dieser Stelle das Krankenhausmanagement gefordert, dem in entsprechende
Analyse- und Optimierungsprojekte involvierten Krankenhausmitarbeitern die benötigten
Freiräume für eine aktive Partizipation einzuräumen. Hierfür bedarf es daher auch im Arbeits-
system Krankenhaus eines zunehmend modernen Managementverständnisses, bei dem wie
von Bullinger (1995, S. 33) beschrieben vor allem eine gezielte Mitarbeiter- und Prozessori-
entierung im Mittelpunkt steht. Auch von Seiten der Krankenhausleitung gilt es die einzelnen
Mitarbeiter für die Notwendigkeit einer systematischen Analyse und Optimierung ihrer klini-
schen Prozessflüsse zu sensibilisieren. Ebenso wird die Schaffung einer Vertrauensbasis zwi-
schen Krankenhausmanagement und klinischen Mitarbeitern benötigt. Durch diese gilt es vor
allem sicher zu stellen, dass die erarbeiteten Projektergebnisse nicht nach Projektende gegen
einzelne Abteilungen oder Mitarbeiter verwendet werden (z.B. in Form von Personal- oder
Budgetkürzungen).
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, zeigen die Ergebnisse der ersten Vorstudie dieser Arbeit
sehr deutlich, dass auch für besonders komplexe klinische Prozessflüsse durch eine gezielte
Partizipation der Mitarbeiter eine ganze Reihe von Verbesserungen erarbeitet werden können,
deren Umsetzung vom klinischen Personal nicht nur akzeptiert, sondern sogar erwünscht
wird. Mindestens ebenso wichtig ist es, den verschiedenen Krankenhausmitarbeitern auch ein
Verständnis für den gesamten Prozessfluss sowie die darin enthaltenen Probleme von anderen
Mitarbeitern zu vermitteln. Die zu Projektbeginn als Prozessmodul- Spezialisten“ anzuse-
henden Krankenhausmitarbeiter, die fast ausschließlich nur ihre eigenen Prozess- Abschnitte
kennen, gilt es zu „Prozess- Experten“ zu schulen, die bereits einen Überblick über den ge-
samten Prozessfluss besitzen. Darüber hinaus sind vor allem an den Schnittstellen einer be-
reichsübergreifenden klinischen Patientenversorgung langfristig gesehen sogenannte „Pro-
zess- Partner“ gefordert, die gemeinsam an einer kontinuierlichen Verbesserung ihrer Prozess-
flüsse arbeiten.
Das Lösungskonzept der Visualisierung der Prozessflüsse, das in der Praxis unter anderem
von Füermann & Dammasch (1999, S. 47), Greulich & Thiele (1997, S. 20 ff.), Hammer
(1997, S. 19 f.), Krämer (1999, S. 121), Scholz & Vrohlings (1994, S. 39) sowie Scholz-Rei-
ter et al (1999, S. 100 ff.) empfohlen wird, ist dagegen nur als ein Hilfsinstrument für diese
gezielte Partizipation der Mitarbeiter zu verstehen.
Im Sinne einer gemeinsamen Prozess- Sprache wird hiermit die Analyse und Optimierung der
zu verbessernden Prozessflüsse unterstützt. Wichtig ist dafür eine möglichst einfache Symbo-
lik, mit deren Hilfe die verschiedensten Krankenhausmitarbeiter möglichst schnell in die
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
145
Projektarbeit eingebunden werden. Gerade für besonders komplexe Prozessflüsse im Arbeits-
system Krankenhaus ist das wichtigste Ziel die systematische Schaffung von Prozess- Trans-
parenz, die als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Prozessfluss- Optimierung anzuse-
hen ist.
In diesem Kontext ist es nicht weiter verwunderlich, dass in der ersten Vorstudie dieser Arbeit
ausschließlich für das Teilprojekt, bei dem diese dringend benötigte Schaffung von Prozess-
Transparenz nicht gelang, auch kein optimierter Prozessfluss erarbeitet werden konnte, dessen
Umsetzung vom klinischen Personal als erwünscht eingestuft wurde (siehe die Bewertung der
Funktionstauglichkeit durch das Teilprojekt in Deutschland – Kapitel 5.5.1.2).
Für das Lösungskonzept einer möglichst systematischen Identifizierung und Eliminierung
der Schwachstellen in den analysierten Prozessflüssen wird im Rahmen der Partizipativen
Prozessfluss- Visualisierung zunächst nur auf das Erfahrungs- und Ideenpotential der invol-
vierten Krankenhausmitarbeiter gesetzt. Die Ergebnisse der ersten Projektphase dieser Arbeit
zeigen jedoch deutlich, dass sich auch hierdurch bereits optimierte Prozessflüsse erarbeiten
lassen, deren Umsetzung vom klinischen Personal tatsächlich erwünscht wird. Dennoch steht
an dieser Stelle immer noch der Wunsch nach einer weiterführenden Methodik, die aufbauend
auf den Analyseergebnissen der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung ein zusätzliches
Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern ermöglicht.
Als bewusst zukunftsorientiertes Lösungskonzept wird durch die Partizipative Prozessfluss-
Visualisierung die Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses angestrebt,
wie er in der Literatur u.a. von Füermann & Dammasch (1997, S. 17 ff.), Kamiske & Brauer
(1999, S. 149 ff.) sowie Scholz & Vrohlings (1994d, S. 115 ff.) beschrieben wird.
Gerade hierfür wird aber neben einer gezielten Partizipation der Mitarbeiter auch eine kon-
sequente Unterstützung durch das Krankenhausmanagement benötigt. Auch für diesen konti-
nuierlichen Verbesserungsprozess müssen den einzelnen Krankenhausmitarbeitern entspre-
chende Freiräume im klinischen Alltag eingeräumt werden. Ebenso wird eine gezielte Sensi-
bilisierung des gesamten klinischen Personals für die Notwendigkeit der Einführung und An-
wendung dieser neuen Denkweise benötigt. Auch an dieser Stelle bedarf es somit eines ent-
sprechend modernen Managementverständnisses auf Krankenhausleitungsebene, bei dem
sowohl eine gezielte Mitarbeiter- als auch Prozessorientierung im Mittelpunkt stehen (vgl.
u.a. Bullinger, 1995, S. 33).
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
146
Langfristig gesehen muss dieser Verbesserungsprozess vom Krankenhauspersonal selbst ge-
tragen werden, um tatsächlich eine kontinuierliche Systemoptimierung zu gewährleisten. Dies
beginnt idealer Weise bereits bei der Umsetzung der durch die Prozessfluss- Analyse und
Optimierung erarbeiteten Verbesserungsvorschläge. Die Entscheidung, in wieweit hierfür
noch eine zusätzliche Unterstützung durch einen externen Moderator benötigt wird, muss je-
doch für jedes Arbeitssystem individuell getroffen werden. Für die Etablierung eines konti-
nuierlichen Verbesserungsprozesses ist es dennoch unerlässlich, dass sich der externe Mode-
rator zu einem gegebenen Zeitpunkt aus jedem Arbeitssystem zurückzieht. Der Prozess einer
kontinuierlichen Verbesserung muss ab diesem Zeitpunkt allein vom Krankenhauspersonal
sowie einer entsprechenden Managementunterstützung getragen werden.
In letzter Konsequenz werden hierfür innerhalb des Personals eines jeden Arbeitssystems
nicht nur „Prozess- Experten“ und „Prozess- Partner“ benötigt, sondern zusätzlich auch „Pro-
zess- Verantwortliche“. Diese müssen sowohl über das benötigte Methodenwissen zur Ana-
lyse- und Optimierung von Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus verfügen, als sich
auch der hohen Komplexität der ihnen anvertrauten Arbeitsprozesse bewusst sein. Für eine
entsprechende Schulung von prozessverantwortlichen Krankenhausmitarbeitern reicht ein
einmaliger Einsatz der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung mit Sicherheit nicht aus.
Stattdessen wird hierfür eine parallele Mitarbeiterqualifizierung für die Analyse und Optimie-
rung von klinischen Prozessflüssen benötigt. Im Idealfall ist daher auch für das Arbeitssystem
Krankenhaus eine zusätzliche „Prozessverantwortungslaufbahn“ anzustreben, wie sie im
Rahmen eines modernen Managementverständnisses als Ergänzung zu den bereits bestehen-
den Führungs- und Fachlaufbahnen gefordert wird (vgl. u.a. Bullinger, 1995, S. 27). Zeigen in
diesem Kontext einzelne Krankenhausmitarbeiter nach einem ersten Analyse- und Optimie-
rungsprojekt bereits eine Sensibilisierung für ähnliche Probleme bzw. Projekte dieser Art,
stellt dies mit Sicherheit einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar.
Parallel gilt es im Arbeitssystems Krankenhaus möglichst umgehend all diejenigen Prozess-
flüsse zu identifizieren, die sich durch eine geringe Komplexität auszeichnen. Für eine Viel-
zahl von sekundären und tertiären Arbeitsprozessen würde hierdurch mit Sicherheit eine kon-
tinuierliche Verbesserung mit Hilfe von Kennzahlensystemen ermöglicht werden, wie sie be-
reits heute in Dienstleistungs- und Industrieunternehmen weit verbreitet sind (vgl. u.a. Fü-
ermann & Dammasch, 1997, S. 17 ff.; Kamiske & Brauer, 1999, S. 149 ff.). Grundvorausset-
zung hierfür ist jedoch zunächst die Schaffung von Prozess- Transparenz, so wie durch den
Einsatz der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung angestrebt.
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
147
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
6.1.1 Diskussion der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung
Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung besonders komplexer
Prozessflüsse im Arbeitssystem Krankenhaus:
- bereits die erste Vorstudie (siehe Kapitel 5.5.1) lässt die grundlegende Funktionstauglichkeit
dieses Lösungsansatzes zur Analyse und Optimierung von komplexen Prozessflüssen in den
verschiedensten klinischen Arbeitssystemen erkennen
- selbst wenn in Einzelprojekten spezifische Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergeb-
nisses bzw. gewünschten Projektverlaufs nicht erreicht werden konnten, zeigte sich eine ge-
zielt zukunftsorientierte Sensibilisierung der Krankenhausmitarbeiter für ähnliche Probleme
bzw. Projekte dieser Art
- wichtigste Grundlage für diese Funktionstauglichkeit sind die vier bereits in der Praxis bewähr-
ten prinzipiellen Lösungskonzepte, für deren erfolgreiche Umsetzung im klinischen Alltag je-
doch folgende Aspekte ausschlaggebend sind:
1. Umsetzung der „Partizipation der Mitarbeiter“:
- externer Moderator als Change Agent
- Schaffung von zeitlichen Freiräumen für die Partizipation der Mitarbeiter
- Vorhandensein eines modernen Managementverständnisses (Mitarbeiter- und Prozess-
orientierung)
- Vorhandensein einer Vertrauensbasis zwischen Krankenhausmanagement u. -personal
- Mitarbeiterqualifizierung von „Prozess- Spezialisten“ zu „Prozess- Experten“ bis hin zu
„Prozess- Partnern
2. Umsetzung der „Visualisierung der Prozessflüsse“:
- Visualisierung als Hilfsinstrument für die Partizipation der Mitarbeiter
- Visualisierung zur Schaffung von Prozess- Transparenz (Komplexitätsreduzierung)
- Notwendigkeit einer gemeinsamen Prozess- Sprache
- Einsatz einer möglichst einfachen Symbolik
3. Umsetzung der „Identifizierung und Eliminierung der Schwachstellen“:
- gezielte Nutzung des vorhandenen Erfahrungs- und Ideenpotentials der Mitarbeiter
- Möglichkeit für ein Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen
4. Umsetzung der „Anregung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses“:
- gezielte Partizipation und Sensibilisierung der Mitarbeiter
- Vorhandensein von zeitlichen Freiräumen u. einem modernen Managementverständnis
- Mitarbeiterqualifizierung bis hin zu „Prozess- Verantwortlichen“
- Einführung von Prozessverantwortungs- zusätzlich zu Führungs- und Fachlaufbahnen
- zusätzliche Komplexitätsreduzierung der klinischen Prozessflüsse, um so weit wie mög-
lich auch hier eine kontinuierliche Verbesserung mit Hilfe von Kennzahlensystemen zu
ermöglichen
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
148
Die grundlegende Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
als Lösungsansatz, der ein Lernen aus bereits analysierten Prozessflüssen von anderen Kran-
kenhäusern ermöglicht, lässt sich vor allem aus den Ergebnissen der zweiten Vorstudie sowie
der eigentlichen Hauptstudie dieser Arbeit erkennen (siehe Kapitel 5.5.2 und 5.5.4).
Deutlich zeigt die Bewertung der Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Prozessmo-
dul- Vergleichs durch die fünf klinischen Workshopteilnehmer aus der zweiten Vorstudie,
dass alle 8 der hier zu bewertenden Teilziele für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen im
Durchschnitt nahezu gleich stark erreicht werden konnten. Aus dieser durchschnittlichen Be-
wertung lassen sich jedoch außer dem durchweg positiven Ergebnis für den Problemspezifi-
schen Prozessmodul- Vergleich kaum darüber hinausgehende Unterschiede im Erreichen ein-
zelner Teilziele ablesen.
Betrachtet man dagegen die Bewertungsergebnisse von jedem klinischen Vertreter nochmals
getrennt voneinander, so zeigen sich hier doch zum Teil erhebliche Unterschiede im Erreichen
einzelner Teilziele. Eine Beeinflussung des Erreichens der beiden Teilziele bezüglich der er-
hofften Sensibilisierung des involvierten Krankenhauspersonals durch ein Nichterreichen ein-
zelner Teilziele bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Projekt-
verlaufs lässt sich jedoch nicht erkennen. Nahezu gleich stark bewerteten alle fünf klinischen
Vertreter nach diesem Workshop das Potential für zukünftige Prozessfluss- Vergleiche sowie
den Wunsch nach einem weiteren Einsatz der hier entwickelten Methodik.
Noch weitaus wichtiger sind die Ergebnisse aus der Hauptstudie, in deren Mittelpunkt eine
komplette Erprobung und Bewertung der in dieser Arbeit entwickelten TOPICS- Methodik
stand. Deutlich lässt sich hieraus erkennen, dass mit Hilfe des Problemspezifischen Prozess-
modul- Vergleichs für die überwiegende Mehrheit der mit Hilfe der Partizipativen Prozess-
fluss- Visualisierung identifizierten Defizite tatsächlich Prozessfluss- Verbesserungen aus
Prozessfluss- Alternativen von eigentlich nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen
entwickelt werden konnten. Zusätzlich wird mit Hilfe einer Bewertung dieser Prozessfluss-
Verbesserungen durch das in diese Prozess- Abschnitte involvierte klinische Personal deut-
lich, dass sich mit dieser Methodik tatsächlich auch Prozessfluss- Verbesserungen erarbeiten
lassen, deren Umsetzung für den klinischen Alltag erwünscht wird. Gleichzeitig zeigt sich das
involvierte klinische Personal nach Projektende für die Notwendigkeit von weiteren Analyse-
und Optimierungsprojekten sensibilisiert.
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
149
Im Gegensatz zu bereits in der Praxis erprobten Lösungsansätzen wurde der in dieser Arbeit
entwickelte Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich ganz bewusst auf ein bisher noch
nicht verwendetes Lösungskonzept aufgebaut (siehe Kapitel 5.4.2): Basierend auf einem Ler-
nen durch Analyse und Verständnis dienen hierbei die Prozessfluss- Alternativen sowohl aus
vergleichbaren als auch eigentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen als Ausgangsbasis
für eine Prozessfluss- Verbesserung. Für die eigentliche Gegenüberstellung dieser Prozess-
fluss- Alternativen werden dabei sowohl freie Prozessbeschreibungen als auch qualitative
Prozessgrößen genutzt. Gerade für besonders komplexe Prozessflüsse im Arbeitssystem
Krankenhaus wird somit auf eine kennzahlengestützte Identifizierung einer einzigen Best
Practice gezielt verzichtet. Stattdessen wird die Modellierung von arbeitssystemspezifischen
Best Practices forciert.
Auch für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich bestimmt vor allem dieses Lö-
sungskonzept basierend auf einem Lernen durch Analyse und Verständnis die Funktionstaug-
lichkeit zur Optimierung von komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus. Ge-
rade im Vergleich zum klassischen Benchmarking- Ansatz nach Camp (1989 und 1995), bei
dem primär ein Lernen durch Imitation bzw. Nachahmung im Vordergrund steht, zeigen sich
hierfür folgende drei charakteristische Unterschiede als erfolgsentscheidend:
Ø Berücksichtigung von krankenhausspezifischen Randbedingungen
Für das klassische Prozess- Benchmarking werden als Grundvoraussetzung tatsächlich mit-
einander vergleichbare klinische Arbeitssysteme benötigt. Nur so kann letztendlich eine Best
Practice identifiziert werden, die sich auch in die anderen Arbeitssysteme durch Imitation
bzw. Nachahmung übertragen lässt. Die hohe Komplexität in der klinischen Patientenversor-
gung erschwert jedoch die Suche nach tatsächlich miteinander vergleichbaren Arbeitssyste-
men. Für Krankenhäuser mit unterschiedlichen Randbedingungen ist aber die Identifikation
einer einzigen Best Practice nicht mehr möglich.
Beim Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich wird dagegen auch auf eine Verwen-
dung von eigentlich nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen gesetzt. Diese dienen
für ein Lernen durch Analyse und Verständnis, bei dem die einzelnen Prozessfluss- Alternati-
ven nur als Denkanstöße zur Optimierung genutzt werden. Prozessfluss- Alternativen gilt es
nicht möglichst unverändert nachzuahmen, sondern gemeinsam mit den in diese Prozess- Ab-
schnitte involvierten Krankenhausmitarbeitern zunächst zu analysieren und zu verstehen. Erst
dann werden hieraus krankenhausspezifische Best Practices weiterentwickelt. Somit lassen
sich diese auf krankenhausspezifische Randbedingungen gezielt partizipativ anpassen.
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
150
Ø Gezielte Verbesserung ausschließlich defizitärer Prozess- Abschnitt
Ziel bei der Identifizierung einer Best Practice im Rahmen des klassischen Prozess- Bench-
markings ist deren möglichst komplette Imitation bzw. Nachahmung in allen anderen Arbeits-
systemen. Vorhandene Stärken in denjenigen Prozessflüssen, die keine Best Practices sind,
gehen hierdurch jedoch gänzlich verloren.
Beim Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich wird stattdessen auf eine gezielte Ver-
besserung ausschließlich von defizitären Prozess- Abschnitten gesetzt. Dies geschieht durch
die Zuordnung des charakteristischen Stärken- und Schwächenprofils eines jeden Arbeitssys-
tems zu den übergeordneten Prozessmodulen einer für alle analysierten Prozessflüsse allge-
mein anwendbaren Prozessfluss- Struktur. Somit kann sich die Suche nach Prozessmodul-
Alternativen mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs ausschließlich auf
diejenigen Prozessmodule beschränken, für die in der Partizipativen Prozessfluss- Visualisie-
rung tatsächlich auch Schwächen aufgedeckt wurden. Wie in der Hauptstudie dieser Arbeit
ausgeführt, werden hiervon bewusst diejenigen Prozessmodule eines Arbeitssystems ausge-
nommen, in denen ohnehin keine Prozess- Schwächen bzw. ausschließlich Prozess- Stärken
identifiziert werden konnten.
Ø Berücksichtigung eines größeren Lösungsraums (mehr Denkanstöße)
Wie bereits oben angedeutet, bleibt beim klassischen Benchmarking der Lösungsraum für
Prozessfluss- Alternativen immer auf miteinander vergleichbare Arbeitssysteme beschränkt.
Nur so kann auch eine Best Practice identifiziert werden, die sich später in alle anderen Ar-
beitssysteme durch eine reine Nachahmung übertragen lässt. Hierdurch wird jedoch der Such-
raum nach Prozessfluss- Alternativen erheblich eingeschränkt.
Gezielt setzt dagegen der Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich auf ein Lernen durch
Analyse und Verständnis, so dass sich hierfür auch Prozessfluss- Alternativen aus eigentlich
nicht miteinander vergleichbaren Krankenhäusern verwenden lassen. Für die eigentliche Pro-
zessfluss- Verbesserung kann somit auf einen weitaus größeren Lösungsraum mit mehr Pro-
zessfluss- Alternativen zurückgegriffen werden als bei einem reinen Lernen durch Imitation
bzw. Nachahmung. Zusätzlich sind in diesem erweiterten Lösungsraum auch weitaus innova-
tivere Denkanstöße zur Prozessfluss- Verbesserung zu erwarten als bei ausschließlich mitein-
ander vergleichbaren Arbeitssystemen. Dass diese im klinischen Alltag tatsächlich zu funkti-
onstauglichen Lösungsalternativen für defizitäre Prozess- Abschnitte weiterentwickelt werden
können, deren Umsetzung vom klinischen Personal erwünscht wird, zeigt vor allem das Er-
gebnis der Hauptstudie dieser Arbeit.
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
151
Der Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich hat sich somit insbesondere in der Haupt-
studie dieser Arbeit als hilfreiche Ergänzung zum klassischen Benchmarking- Ansatz nach
Camp (1989 und 1995) gezeigt, wenn sich dieser für besonders komplexe klinische Prozess-
flüsse nicht mehr sinnvoll einsetzen lässt.
Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass der Arbeitssaufwand für den Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleich durch die Suche nach krankenhausspezifischen Best Practices wesent-
lich größer als beim klassischen Benchmarking ist, bei dem es nur eine einzige Best Practice
zu identifizieren gilt. Eine wichtige Unterstützung ist in diesem Kontext mit Sicherheit die für
die Hauptstudie dieser Arbeit verwendete Datenbankstruktur, die es in Zukunft nicht nur in-
haltlich um weitere Prozessfluss- Alternativen zu ergänzen, sondern auch in ihrem struktu-
rellen Aufbau kontinuierlich zu optimieren gilt. Bei einer wachsenden Anzahl an abgespei-
cherten Prozessfluss- Alternativen wird der Funktion zur „Reduzierung der identifizierten
Prozessmodul- Alternativen“ dabei eine entscheidende Rolle zukommen, um den zeitlichen
Aufwand bei der Suche nach erfolgversprechenden Lösungen möglichst gering zu halten.
Des weiteren kann die Verwendung des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs kei-
nesfalls als eine Garantie für die Erarbeitung von tatsächlich erfolgreichen und vom klini-
schen Personal erwünschten Prozessfluss- Verbesserungen angesehen werden. So können die
hierfür zur Verfügung stehenden Prozessmodul- Alternativen natürlich immer nur so hilfreich
sein, wie die bereits analysierten und in der Datenbankstruktur abgespeicherten Prozessfluss-
Alternativen. Zusätzlich wird die Erarbeitung einer krankenhausspezifischen Best Practice aus
diesen Prozessmodul- Alternativen sehr stark durch die in den verschiedenen Arbeitssystemen
zugrunde liegenden Randbedingungen beeinflusst. Am meisten wird jedoch die Funktions-
tauglichkeit der erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen durch die Erfahrung des hierfür
eingesetzten Teilnehmerkreises beeinflusst.
Wird aber im Rahmen entsprechender Analyse- und Optimierungsprojekte vor allem die An-
regung bzw. Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses angestrebt, gilt es
gerade diese Erfahrung dem klinischen Personal gezielt zu vermitteln. Langfristig gesehen
dürfte hierfür ein Lernen durch Analyse und Verständnis weitaus hilfreicher sein als eine
reine Nachahmung von vorgegebenen Best Practices. Denn nur so kann in Zukunft der er-
wünschte kontinuierliche Verbesserungsprozess tatsächlich durch die Krankenhausmitarbeiter
selbst getragen werden.
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
152
Ø Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Kapitels:
6.1.2 Diskussion des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs
Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen aus
bereits analysierten Krankenhäusern:
- sowohl die erste Vorstudie (siehe Kapitel 5.5.2) als auch die Hauptstudie (siehe Kapitel 5.5.4)
zeigen die grundlegende Funktionstauglichkeit dieses Lösungsansatzes, um ein Lernen aus
bereits analysierten Prozessflüssen von anderen Krankenhäusern zu ermöglichen
- selbst wenn in der ersten Vorstudie für einzelne klinische Vertreter spezifische Teilziele
bezüglich des geforderten Arbeitsergebnisses bzw. des gewünschten Projektverlaufs nicht er-
reicht werden konnten, zeigt sich ein Erreichen der beiden Teilziele bezüglich der erhofften
Sensibilisierung für ähnliche Probleme bzw. Projekte davon unbeeinflusst
- mit Hilfe der Hauptstudie dieser Arbeit lässt sich erkennen, dass durch einen Einsatz der
TOPICS- Methodik tatsächlich Prozessfluss- Verbesserungen aus Prozessfluss- Alternativen
von eigentlich nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen entwickelt werden können,
deren Umsetzung für den klinischen Alltag vom Krankenhauspersonal auch erwünscht wird
- wichtigste Grundlage für die Funktionstauglichkeit dieser Methodik im klinischen Alltag ist das
zugrunde gelegte Lösungskonzept „Lernen durch Analyse und Verständnis“; im Vergleich zum
klassischen Benchmarking- Ansatz (dem „Lernen durch Imitation bzw. Nachahmung“) zeigen
sich hierfür folgende drei charakteristische Unterschiede als erfolgsentscheidend:
1. Berücksichtigung von krankenhausspezifischen Randbedingungen:
- anstelle der Identifikation und Nachahmung einer einzigen Best Practice steht beim Ler-
nen durch Analyse und Verständnis die Modellierung von krankenhausspezifischen Best
Practices im Vordergrund
2. Gezielte Verbesserung ausschließlich defizitärer Prozess- Abschnitte:
- anstelle der Nachahmung eines Prozessflusses in seiner Gesamtheit ist beim Lernen
durch Analyse und Verständnis die krankenhausspezifische Neugestaltung ausschließlich
defizitärer Prozessmodule möglich
3. Berücksichtigung eines größeren Lösungsraums (mehr Denkanstöße):
- anstelle der Gegenüberstellung von Prozessflüssen von ausschließlich miteinander ver-
gleichbaren Arbeitssystemen können beim Lernen durch Analyse und Verständnis gezielt
auch eigentlich nicht miteinander vergleichbare Arbeitssysteme genutzt werden
- der Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich ist eine hilfreiche Ergänzung zum klassi-
schen Benchmarking- Ansatz, wenn sich dieser für besonders komplexe klinische Prozess-
flüsse nicht mehr einsetzen lässt
- der hohe Arbeitsaufwand beim Problemspezifischem Prozessmodul- Vergleich bedarf des Ein-
satzes einer Datenbank, die in Zukunft nicht nur inhaltlich um Prozessfluss- Alternativen zu
ergänzen, sondern auch in ihrem strukturellem Aufbau kontinuierlich zu optimieren ist
- der Einsatz der TOPICS- Methodik kann kein Garant für einen erfolgreichen Projektverlauf
sein – dieser ist nicht nur von den bereits zur Verfügung stehen Prozessmodul- Alternativen
und dem zu optimierenden Prozessfluss, sondern auch von der Erfahrung des eingesetzten
Teilnehmerkreises abhängig
- langfristig gesehen dürfte jedoch dem klinischen Personal diese Erfahrung besser mit Hilfe ei-
nes Lernens durch Analyse und Verständnis als durch eine reine Nachahmung von vorgege-
benen Best Practices zu vermitteln sein
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
153
Um die Entwicklung einer entsprechend der Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit
geeigneten Methodik so systematisch wie möglich zu gestalten, wurde diese an dem allge-
meingültigen Problemlösungsmodell aus dem Systems-Engineering- Ansatz nach Haberfell-
ner et al (1992, S. 47 ff.) orientiert. Zu Beginn dieser Arbeit fand daher ausgehend von der
Problemstellung im Arbeitssystem Krankenhaus (vgl. Kapitel 2) noch eine zusätzliche Situa-
tionsanalyse aus insgesamt vier verschiedenen Betrachtungsweisen statt. Obwohl vor allem
durch die system-, ursachen- und zukunftsorientierten Betrachtungsweisen dieser Situations-
analyse noch keine Lösungsansätze für die eigentliche Problemstellung dieser Arbeit gefun-
den werden konnten, waren deren Arbeitsergebnisse für die spätere Entwicklung der
TOPICS- Methodik von entscheidender Bedeutung.
Insbesondere zu Beginn dieser Situationsanalyse war dabei die Verwendung einer bewusst
systemorientierten Betrachtungsweise unerlässlich, um die Besonderheiten des Arbeitssys-
tems Krankenhaus mit dem Arbeitsgegenstand Patient (vgl. Kapitel 5.1.1) sowie der hier
zugrunde liegenden Aufbau- und Ablauforganisation (vgl. Kapitel 5.1.2 und 5.1.3) im Ver-
gleich zu klassischen Dienstleistungs- und Industriebetrieben herauszuarbeiten. Gleichzeitig
dienten diese Arbeitsergebnisse als wichtigste Ausgangsbasis für eine zusätzlich ursachenori-
entierte Betrachtungsweise, in der als charakteristische arbeitsorganisatorische Problemberei-
che im Krankenhaus sowohl die hohe Komplexität als auch die zahlreichen Schnittstellen in
den klinischen Prozessflüssen herausgearbeitet werden konnten (vgl. Kapitel 5.1.4). Deutlich
zeigte sich mit Hilfe dieser system- und ursachenorientierten Situationsanalyse, dass die ver-
schiedenen in einer zusätzlich lösungsorientierten Betrachtungsweise herausgearbeiteten Lö-
sungsansätze für klassische Dienstleistungs- und Industriebetriebe nicht ohne weiteres für die
im Krankenhaus charakteristische Problemstellung genutzt werden können (vgl. Kapitel 5.2).
Stattdessen wurde für die Entwicklung einer arbeitswissenschaftlichen Methodik zur Analyse
und Optimierung von komplexen klinischen Prozessflüssen eine ganz eigene Zielformulie-
rung bzw. ein eigener Anforderungskatalog benötigt (vgl. Kapitel 5.3). Aufbauend auf der
Abgrenzung des Einsatzgebietes Arbeitssystem Krankenhaus sowie dessen zukünftiger Ent-
wicklung (vgl. Kapitel 5.1.5) galt es dabei gleichzeitig die vor dem Hintergrund eines moder-
nen Managementverständnisses erkennbare übergeordnete Zielsetzung bereits bestehender
Lösungsansätze für immer komplexer werdende Dienstleistungs- und Industrieunternehmen
zu integrieren (vgl. Kapitel 5.2). Kombiniert mit der Zielsetzung dieser Arbeit (vgl. Kapitel 3)
ergaben sich daraus zwei grundsätzlich verschiedene Anforderungskataloge für die zu ent-
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
154
wickelnde Methodik. Ein eher genereller Anforderungskatalog für die Prozessfluss- Analyse
und Optimierung im Arbeitssystem Krankenhaus (vgl. Kapitel 5.3.1) sowie ein zusätzlich
spezieller Anforderungskatalog für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen von bereits
analysierten Krankenhäusern (vgl. Kapitel 5.3.2).
Die durch den Systems-Engineering- Ansatz angeregte Durchführung einer zusätzlich system-
, ursachen- und zukunftsorientierten Situationsanalyse zeigt sich somit als unverzichtbare
Ausgangsbasis, um an dieser Stelle eine Lösungsentwicklung zu ermöglichen, die tatsächlich
auf die besondere Problemstellung im Arbeitssystem Krankenhaus abgestimmt ist.
Die eigentliche Entwicklung der TOPICS- Methodik (vgl. Kapitel 5.4) wurde dann ganz be-
wusst nicht nur auf diese beiden Anforderungskataloge, sondern auch auf die Analyseergeb-
nisse bereits bestehender Lösungsansätze für immer komplexer werdende Arbeitsprozesse in
klassischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen gestützt (vgl. Kapitel 5.2). Gerade für
die Lösungsentwicklung dieser Arbeit erwies sich dabei eine bewusst zyklisch angelegte Lö-
sungssuche als besonders hilfreich, bei der immer wieder auch ein Rückgriff bzw. eine Ver-
besserung von früheren Entwicklungsstufen vorgesehen war.
Insbesondere für das in der Zielsetzung dieser Arbeit (vgl. Kapitel 3) geforderte Lernen aus
Prozessfluss- Alternativen konnte somit eine vollkommen neuartige Lösungskonzeption für
besonders komplexe klinische Prozessflüsse erarbeitet werden (vgl. Kapitel 5.4.2). Ausge-
hend von einem bereits existierenden Lösungsansatz war dabei eine mehrstufig-optimierende
Suchstrategie der Garant für einen möglichst hohen Innovationsgrad. Die hierbei befürchtete
Variantenexplosion (siehe Anhang 1.3) wurde dagegen durch eine frühzeitige Einschränkung
der Variantenentwicklung auf nur drei Lösungsstufen sowie die Anwendung einer systemati-
schen Lösungsanalyse weitestgehend vermieden.
Durch die Zusammenführung der hieraus entstandenen Lösungskonzeption mit den vier
wichtigsten prinzipiellen Lösungskonzepten für immer komplexer werdende Arbeitsprozesse
in Dienstleistungs- und Industrieunternehmen entstand letztendlich die in dieser Arbeit entwi-
ckelte TOPICS- Methodik, die auf folgenden zwei Lösungsbausteinen basiert: Die Partizipa-
tive Prozessfluss- Visualisierung als Lösungsansatz zur Analyse und Optimierung von beson-
ders komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus (vgl. Kapitel 5.4.3.1) – der
Problemspezifische Prozessmodul- Vergleich als Lösungsansatz, um auch ein Lernen aus
Prozessfluss- Alternativen von bereits analysierten Krankenhäusern zu ermöglichen (vgl. Ka-
pitel 5.4.3.2).
6.2 Diskussion des methodischen Vorgehens zur Entwicklung der TOPICS- Methodik
155
Die grundlegende Funktionstauglichkeit dieser beiden Lösungsansätze im klinischen Alltag
wurde in dieser Arbeit bewusst frühzeitig in Form von zwei getrennten Vorstudien in jeweils
fünf klinischen Arbeitssystemen überprüft, um auch eine Aussage über die Einsetzbarkeit der
entwickelten Methodik für Probleme in den verschiedensten Krankenhäusern zu erhalten (vgl.
Kapitel 5.5.1 und 5.5.2). Gleichzeitig sollte als Konsequenz aus diesen beiden Vorstudien
noch eine Verbesserung der Methodik selbst möglich sein, deren Notwendigkeit ohne die Er-
fahrungen aus der vorherigen Erprobung der beiden Lösungsansätze nicht abzusehen war
(vgl. Kapitel 5.5.3). Dass sich durch einen kombinierten Einsatz beider Lösungsbausteine
tatsächlich Prozessfluss- Verbesserungen erarbeiten lassen, deren Umsetzung auch für den
klinischen Alltag erwünscht wird, konnte dagegen erst durch die eigentliche Hauptstudie die-
ser Arbeit aufgezeigt werden (vgl. Kapitel 5.5.4).
Für die gewünscht zyklische Lösungsverbesserung der in dieser Arbeit entwickelten TOPICS-
Methodik erweist sich somit im Nachhinein dieses dreistufige Studiendesign – bestehend aus
zwei Vor- und einer Hauptstudie als unerlässlich. Ebenso wird hieraus ersichtlich, dass auch
in Zukunft nach jeder Projektumsetzung immer wieder zu überprüfen sein wird, in wieweit
nicht eine weitere zyklische Verbesserung der TOPICS- Methodik möglich ist.
7 Ausblick
7 Ausblick
156
Gerade in Hinblick auf den Prozessfluss der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ bie-
tet es sich an dieser Stelle natürlich an, die bereits vorhandenen Prozessfluss- Alternativen der
sechs klinischen Projektpartner auch in Zukunft als Ausgangsbasis für weitere Prozessfluss-
Verbesserungen in anderen klinischen Arbeitssystemen zu nutzen. Darüber hinaus kann die in
dieser Arbeit entwickelte TOPICS- Methodik selbstverständlich auch für die Analyse und
Optimierung einer ganzen Reihe weiterer, komplexer klinischer Prozessflüsse eingesetzt wer-
den (vgl. Kapitel 8). Soll dabei gleichzeitig auf ein Lernen aus bereits analysierten Prozess-
fluss- Alternativen mit Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs gesetzt wer-
den, ist die Identifikation bzw. Definition von weiteren, allgemein anwendbaren Prozessfluss-
Strukturen im Arbeitssystem Krankenhaus unverzichtbar.
Mit jedem neuen Projekt ist nicht nur die Kategorisierung der verschiedenen Datenfelder der
in dieser Arbeit entwickelten Datenbankstruktur kritisch zu überprüfen und ggf. zu erweitern,
sondern auch über eine kontinuierliche Verbesserung der Datenbankstruktur selbst nachzu-
denken. Zeitgleich dürfte mit einer wachsenden Anzahl an bereits abgespeicherten Prozess-
fluss- Alternativen für den Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleich die Notwendigkeit
einer gezielten „Reduzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen“ immer mehr an
Bedeutung gewinnen. Für die genutzte Datenbankstruktur zur Speicherung der verschiedenen
Prozessfluss- Alternativen gilt es somit zu überprüfen, in wieweit sich nicht auch für die „Re-
duzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen“ eine softwaretechnische Routine
einsetzen lässt.
Basierend auf einer ausreichend großen Menge dermaßen analysierter und abgespeicherter
Prozessfluss- Alternativen wird zusätzlich die Frage zu beantworten sein, ob sich nicht mit
Hilfe des Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs einzelne Prozessfluss- Alternativen
für spezifische Randbedingungen als besonders defizitfrei erweisen. Somit könnte zumindest
für diejenigen Arbeitssysteme, in denen dieselben bzw. sehr ähnliche Randbedingungen vor-
liegen, die Suche nach Prozessmodul- Alternativen zu aller erst auf diese Prozessfluss- Alter-
nativen konzentriert werden. Erst wenn sich hierdurch keine Prozessfluss- Optimierung er-
zielen lässt, würde eine Suchraumerweiterung stattfinden. In Anlehnung an die Bemühungen
um eine „Evidence Based Medicine“ (vgl. u.a. Greengold & Wingarten, 1996, S. 391 ff.)
könnte dies bis hin zu einem parallelen Streben nach „Evidence Based Processes“ führen, bei
denen sich die Funktionstauglichkeit verschiedener Prozessmodul- Alternativen bereits auf-
7 Ausblick
157
grund von arbeitssystemspezifischen Randbedingungen für einzelne Krankenhäuser im voraus
prognostizieren lässt.
Parallel gilt es für jeden in diesem Kontext analysierten Prozessfluss zu überprüfen, in wie-
weit nicht aufgrund der Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung allein bereits eine derma-
ßen drastische Komplexitätsreduzierung möglich ist, dass langfristig gesehen ein kennzahlen-
gestützter Verbesserungsprozess eingesetzt werden kann (vgl. auch Kapitel 8). Gleichzeitig
sollte für diese Prozess- Abschnitte dann auch der Einsatz eines klassischen Prozess- Bench-
markings in Betracht gezogen werden. Für die in dieser Arbeit genutzte Datenbankstruktur
muss daher über eine entsprechende Erweiterung nachgedacht werden, so dass für ausge-
wählte Prozessmodule auch ein Vergleich über spezifische Kennzahlen ermöglicht wird. Das
in dieser Arbeit angestrebte Lernen durch Analyse und Verständnis sollte aber keinesfalls
durch ein einfaches Nachahmen von einzelnen Best Practices verdrängt werden – insbeson-
dere in Hinblick auf den Wunsch nach einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess bis hin
zur lernenden Organisation.
Mit diesem Ziel vor Augen wird immer mehr eine systematische Qualifizierung der Kranken-
hausmitarbeiter benötigt, die sich zur Zeit im klinischen Alltag leider nur sehr selten beo-
bachten lässt. Aus diesem Grund dürfte es wohl zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden
Jahre zählen, entsprechend auf die Komplexität des Arbeitssystems Krankenhaus abge-
stimmte Schulungskonzepte zur Etablierung eines kontinuierlichen Prozess- Managements zu
entwickeln. Mit deren Hilfe gilt es möglichst umgehend aus den momentanen „Prozessmodul-
Spezialisten“ des Arbeitssystems Krankenhaus nicht nur „Prozess- Experten“ und „Prozess-
Partner“ zu machen, sondern langfristig gesehen „Prozess- Verantwortliche“ zu etablieren.
8 Weiterer Einsatz der TOPICS- Methodik
8 Weiterer Einsatz der TOPICS- Methodik
158
Neben der in dieser Arbeit dargestellten Erprobung der TOPICS- Methodik wurden sowohl
die Partizipative Prozessfluss- Visualisierung als auch der Problemspezifische Prozessmodul-
Vergleich bereits für eine Vielzahl von weiteren Projekten im klinischen Alltag eingesetzt, in
deren Mittelpunkt unter anderem folgende Prozessflüsse standen:
Röntgen und CT- Diagnostik für die Intensivstation am Universitätsklinikum Innsbruck
und Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung der Prozessflüsse
Ø Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zur Evaluation von Prozessoptimierungen
aufgrund der Einführung eines Picture Archiving and Communication Systems (PACS) für
die Radiologie; parallele Identifikation von quantitativen Kennzahlen
Zeitrahmen: Februar 2000 – Oktober 2000
Transplantationspatienten des Charité Campus Virchow Klinikums Berlin
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung des Prozessflusses
Zeitrahmen: September 2000 – Dezember 2000
Ambulante und langfristige Terminplanung, Arztbrief- und Befundschreibung sowie
klinische Informationsbeschaffung in der Abteilung für Allgemeine Chirurgie und der
Abteilung für Allgemeine Pädiatrie des Universitätsklinikums Innsbruck
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung der Prozessflüsse
Ø Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zur Evaluation von Prozessoptimierungen
aufgrund der Einführung eines Klinischen- Informations- Systems (KIS); parallele Identi-
fikation von quantitativen Kennzahlen
Zeitrahmen: Oktober 2000 – Dezember 2000
Anforderung von diagnostischen und therapeutischen Leistungen sowie von Medika-
menten in der Universitätsklinik für Neurologie und der Abteilung für allgemeine In-
nere Medizin des Universitätsklinikums Innsbruck
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung der Prozessflüsse
Ø Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zur Evaluation von Prozessoptimierungen
aufgrund der Einführung eines Klinischen- Informations- Systems (KIS); parallele Identi-
fikation von quantitativen Kennzahlen
Zeitrahmen: Februar 2001 – April 2001
8 Weiterer Einsatz der TOPICS- Methodik
159
Anästhesievorbereitung und Narkoseeinleitung im Kyushu University Hospital Fukuoka
(Japan)
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung der Prozessflüsse
Ø Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zur Evaluation von Prozessoptimierungen
aufgrund der Einführung eines peri-operativen Informationssystems; parallele Identifika-
tion von quantitativen Kennzahlen
Zeitrahmen: September 2001
Patientenversorgung in der Rettungsstelle der DRK Kliniken Westend (Berlin)
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung des Prozessflusses
Zeitrahmen: September 2001 – Januar 2002
Patientenversorgung in der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hä-
matologie des Charité Campus Virchow Klinikums Berlin
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung des Prozessflusses
Zeitrahmen: September 2001 – September 2002
Patientenversorgung in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Innsbruck
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung des Prozessflusses
Zeitrahmen: Mai 2002
Patientenentlassung in der Abteilung für Neurologie und Abteilung für Unfallchirurgie
des Universitätsklinikums Innsbruck
Ø Partizipative Prozessfluss- Visualisierung zur Analyse und Optimierung der Prozessflüsse
Ø Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zur Identifikation von quantitativen Kenn-
zahlen für die Messung von Veränderungen bzw. Unterschieden in der Prozessqualität
Zeitrahmen: Mai 2002 – Juni 2002
Für die nahe Zukunft sind nicht nur weitere Einsätze der in dieser Arbeit entwickelten
TOPICS- Methodik geplant. Aufbauend auf den Erfahrungen aus jeder einzelnen dieser Pro-
jektumsetzungen wird bereits heute an der Weiterentwicklung der TOPICS- Methodik bis hin
zu einem kontinuierlichen Prozess- Management für besonders komplexe klinische Prozess-
flüsse gearbeitet. Gleichzeitig werden entsprechend praxisorientierte Schulungskonzepte ent-
wickelt, um diesen kontinuierlichen Optimierungsansatz möglichst reibungsfrei im klinischen
Alltag zu etablieren.
9 Danksagung
9 Danksagung
160
An dieser Stelle geht mein besonderer Dank für die Unterstützung des Zustandekommens
dieser Arbeit an folgende Personen und Institutionen:
Herrn Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Friesdorf, dem Leiter des Lehrstuhls für Arbeitswissen-
schaft der Technischen Universität Berlin, für seine begeisterte Initiierung und geduldige
Betreuung dieser Arbeit.
Herrn Dipl.-Kfm. Wolfgang Wiegandt für seine ständige Bereitschaft, diese Arbeit mit seiner
umfangreichen Beratungserfahrung aus leitenden Funktionen bei Gruber, Tietze & Partner
sowie Gemini Consulting zu unterstützen.
Unseren internationalen Projektpartnern Herrn Prof. MS MD Eran Geller von der Stanford
University School of Medicine (USA), Herrn Ass.-Prof. Dr. med. Wolfgang Koller vom Uni-
versitätsklinikum Innsbruck (Österreich), Herrn Ass.-Prof. Dr. med. Atsushi Okamura vom
Hokkaido University Hospital in Sapporo (Japan), Herrn PD Dr. med. Udo Kaisers vom Uni-
versitätsklinikum Charité Berlin (Deutschland), Herrn MD Sergio Konichezky vom Kaplan
Medical Center Rehovot (Israel), Herrn MD Erik Barquist vom Jackson Memorial Hospital
der University of Miami (USA) sowie all ihren klinischen Mitarbeitern. Erst durch ihre aktive
Projektmitarbeit wurde diese Arbeit ermöglicht.
Dem Deutschen Akademischen Auslands Dienst (DAAD), dessen finanzielle Unterstützung
die Voraussetzung für die Projektarbeit am Hokkaido University Hospital in Sapporo war.
Über den fachlichen Kontext hinaus wurde mir somit ein faszinierender Einblick in die japa-
nische Kultur ermöglicht, aus dem inzwischen eine dauerhafte Verbindung zu unserem
japanischen Projektpartner geworden ist.
Allen Mitarbeitern unseres Lehrstuhls sowie wissenschaftlichen Diskussionspartnern auf nati-
onalen und internationalen Kongressen, die sich mit mir in vielen Einzelgesprächen aktiv über
diese Arbeit auseinandergesetzt haben. Ich verdanke ihnen eine Vielzahl von richtungs-
weisenden Denkanstößen.
Meinen vier studentischen Projektleitern Bettina Kluge, Carsten Schön, René Berton und vor
allem Heike Sander, ohne deren Enthusiasmus die Erprobung und Bewertung der TOPICS-
Methodik auf internationaler Ebene nicht möglich gewesen wäre.
Pamela, Marita und Julia, die nicht nur durch Ihre redaktionelle Unterstützung, sondern vor
allem durch Ihre Motivation einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass diese Ar-
beit in Ihrer heutigen Form vorliegt.
Berlin, den 18.12.2002, Dipl.-Ing. Ingo Marsolek
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11 Glossar
11 Glossar
173
Während der Entwicklung der TOPICS- Methodik zeigte sich als dringende Notwendigkeit
für einen möglichst reibungslosen Erfahrungsaustausch mit Wissenschaftlern aus den ver-
schiedensten Fachgebieten die Verwendung einer möglichst einheitlichen und einfachen Ter-
minologie. Aus dieser Erfahrung entstand im Laufe dieser Arbeit ein eigenes Glossar, dessen
Begriffsbestimmungen sich zwar im Wesentlichen am Wörterbuch der Arbeitswissenschaft
von Hammer (1997) orientieren, aber auch das Begriffsverständnis einer Vielzahl von ande-
ren Fachgebieten zu berücksichtigen versuchen.
Die Wiedergabe dieses Glossars soll an dieser Stelle vor allem zu einem besseren Verständnis
der in dieser Arbeit entwickelten TOPICS- Methodik dienen. Es erhebt keinesfalls einen An-
spruch auf Vollständigkeit oder gar Abgeschlossenheit, sondern soll viel mehr als ein erster
Anstoß zur iterativen Verbesserung und kontinuierlichen Erweiterung der in dieser Arbeit
verwendeten und geprägten Begrifflichkeiten verstanden werden.
Ablauforganisation Regelung der räumlichen und zeitlichen Abfolge des Zusammenwir-
kens von Arbeitspersonen, Arbeitsgegenständen und Arbeitsmitteln zur Erfüllung der Ar-
beitsaufgaben eines Arbeitssystems
Allgemein anwendbare Prozessfluss- Struktur – hierarchische Gliederung eines Arbeits-
prozesses zu übergeordneten Arbeitsaufgaben (Prozessmodulen), die sich dann auch in Pro-
zess(fluss)- Alternativen aus anderen Arbeitssystemen wiederfinden lassen
Arbeitsablauf – wird in dieser Arbeit als Synonym für Arbeitsprozess verwendet
Arbeitsprozess ein Satz von in Wechselbeziehung oder Wechselwirkung stehender Tätig-
keiten (Aktivitäten), bei dem in einem Arbeitssystem Eingaben (Inputs) in Ergebnisse (Out-
puts) umgewandelt werden; dies kann sowohl den Fluss als auch die Transformation von
Materialien, Menschen, Informationen, Operationen und Entscheidungen beinhalten; von ei-
nem einmaligen Projekt unterscheidet sich ein Arbeitsprozess durch seine oftmaligen Wieder-
holungen
Arbeitssystem – Zusammenwirken von Arbeitspersonen, Arbeitsgegenständen und Arbeits-
mitteln in einer bestimmten Arbeitsumgebung, bei dem in einzelnen Arbeitsprozessen eine
Aufgabenstellung mit dem Ziel einer möglichst vollständigen Aufgabenerfüllung bearbeitet
wird; unter einem Arbeitssystem lassen sich sowohl ganze Unternehmen als auch einzelne
Arbeitsplätze mit nur einer einzigen Arbeitsperson verstehen; im Arbeitssystem Krankenhaus
ist der Arbeitsgegenstand der Patient
Aufbauorganisation – Regelung zur Aufteilung einzelner Arbeitsaufgaben auf verschiedene
Organisationseinheiten bzw. Stellen eines Arbeitssystems sowie deren Beziehungen zueinan-
der
Continuous Improvement Process (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für die kon-
tinuierliche Verbesserung von Prozess(flüss)en verwendet
11 Glossar
174
Effizienz eines Arbeitsprozesses – erzielte Qualität eines Arbeitsprozesses im Verhältnis zu
dem dafür notwendigen Ressourceneinsatz aus Arbeitspersonen, Arbeitsmitteln und Arbeits-
umgebung (unabhängig von der Systemebene eines Arbeitssystems)
Elimination von vorhandenen Prozess- Defiziten – Prozess(fluss)- Optimierung, bei der die
identifizierten Prozess- Defizite (Prozess- Schwächen) durch die Erarbeitung eines verbes-
serten Arbeitsprozesses vermieden werden und gleichzeitig die vorhandenen Prozess- Stärken
bewusst beizubehalten bzw. sogar auszubauen sind
Hierarchische Gliederung von Arbeitsprozessen – inhaltlich logische Zusammenfassung
und Abgrenzung von einzelnen Tätigkeiten (Aktivitäten) eines Arbeitsprozesses zu überge-
ordneten Arbeitsaufgaben (Prozessmodulen) einer Betrachtungsebene mit niedrigerem De-
taillierungsgrad in der Prozess(fluss)- Beschreibung
Instabile Prozesse – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die für eine Veränderung ihrer
äußeren Rahmenbedingungen besonders anfällig sind und bei denen es somit leicht durch eine
äußere Veränderung zu einer unerwünschten bzw. ungenügenden Aufgabenerfüllung kommen
kann; für eine systematische Prozess(fluss)- Optimierung gilt es diese Prozessabschnitte lang-
fristig gesehen zu stabilisieren; Gegenteil: stabile Prozesse
Kaizen (japanisch) – wird in dieser Arbeit als Synonym für die kontinuierliche Verbesserung
von Prozess(flüss)en verwendet
Key Process Concentration (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für die Konzentra-
tion auf die wesentlichen Schlüsselprozesse verwendet
Komplexität von Arbeitsprozessen – siehe Komplexität von Arbeitssystemen
Komplexität von Arbeitssystemen – Kennzeichen von Arbeitssystemen, die nicht nur aus
einer Vielzahl von systembestimmenden Einzelfaktoren bestehen, sondern vor allem aufgrund
der hochdynamischen Wirkbeziehungen der einzelnen Systemelemente untereinander eine
große Anzahl verschiedener Systemzustände über die Zeit annehmen können; eine vollstän-
dige Analyse und Voraussage einzelner Systemzustände für bestimmte Zeitpunkte ist somit
nicht möglich; die subjektiv wahrgenommene Komplexität eines Arbeitssystems verringert
sich jedoch mit steigendem Wissensgrad über die Systembestandteile und deren Wirkstruktu-
ren, wenn sich dadurch die Vorhersagefähigkeit über zu erwartende Systemzustände erhöht;
gleiches gilt für die Komplexität von Arbeitsprozessen
Kontinuierliche Verbesserung von Prozess(flüss)en Prozess(fluss)- Redesign nach dem
Demingschen Prinzip einer ständigen evolutionären Verbesserung, die oftmals auch mit dem
englischen bzw. japanischen Synonym als Continuous Improvement Process (engl.) oder Kai-
zen (japanisch) bezeichnet wird; Gegenteil: Prozess(fluss)- Reengineering; fließender Über-
gang zum Prozess(fluss)- Management
Konzentration auf die wesentlichen Schlüsselprozesse Prozess(fluss)- Optimierung, bei
der alle unnötigen Prozesse und unbewusst redundanten Prozesse in Hinblick auf ihre überge-
ordneten Prozessmodule (Arbeitsaufgaben) des zu verbessernden Arbeitsprozesses vermieden
werden
Kundenorientierung – Managementverständnis, bei dem alle Tätigkeiten eines Arbeitssys-
tems auf die Wünsche, Anforderungen und Erwartungen der externen und internen Kunden
ausgerichtet werden
Mitarbeiterorientierung – Managementverständnis, bei dem jeder Mitarbeiter eines Arbeits-
systems als Problemlösungs- und Kreativitätspotential verstanden wird, dessen Fähigkeiten
nicht nur im Sinne einer Motivations- und Persönlichkeitsförderung zu entwickeln, sondern
auch für eine ständige Unternehmensverbesserung einzusetzen sind
11 Glossar
175
Partizipation von Mitarbeitern – Einbeziehung (möglichst) aller Mitarbeiter eines Arbeits-
systems in die sie betreffenden Entscheidungen mit der Möglichkeit die verschiedenen Phasen
des Entscheidungsprozesses wirksam und dauerhaft zu beeinflussen
Partizipative Prozessfluss- Visualisierung – erster Baustein der in dieser Arbeit entwickel-
ten TOPICS- Methodik basierend auf sieben Projektphasen: 1. Prozessfluss- Abgrenzung und
Projektvorbereitung – 2. Visualisierung des Prozessflusses als Prozessfluss- Diagramm – 3.
Verifizierung des Prozessfluss- Diagramms – 4. Hierarchische Gliederung des Prozessfluss-
Diagramms – 5. Quantifizierung des Prozessfluss- Diagramms – 6. Identifizierung des cha-
rakteristischen Stärken- und Schwächenprofils – 7. Erarbeitung eines optimierten Prozessflus-
ses
Patientenorientierung – Managementverständnis, bei dem in Analogie zur Kundenorientie-
rung eine Ausrichtung aller Tätigkeiten eines medizinischen Arbeitssystems auf die Wünsche,
Anforderungen und Erwartungen der Patienten (Kunden) erfolgt
PD (engl.: Process Deficit) - wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozess(fluss)- Schwäche
(Prozess(fluss)- Defizit) verwendet
PMCCs (engl.: Process Module Characterizing Consequences) – wird in dieser Arbeit als
Synonym für Prozessmodul charakterisierende Konsequenzen verwendet
PMCIs (engl.: Process Module Characterizing Influences) – wird in dieser Arbeit als Syn-
onym für Prozessmodul charakterisierende Einflussgrößen verwendet
PMCPs (engl.: Process Module Characterizing Profiles) – wird in dieser Arbeit als Synonym
für Prozessmodul charakterisierende Profile verwendet
Primäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus – alle direkt die Patientenbehandlung betreffen-
den Arbeitsprozesse im Krankenhaus (z.B. chirurgische Eingriffe, intensivmedizinische Pati-
entenversorgung etc.)
Problemspezifischer Prozessmodul- Vergleich zweiter Baustein der in dieser Arbeit ent-
wickelten TOPICS- Methodik basierend auf vier Projektphasen: 1. Identifizierung von Pro-
zessmodul- Alternativen – 2. Reduzierung der identifizierten Prozessmodul- Alternativen – 3.
Analyse der identifizierten Prozessmodul- Alternativen – 4. Auswahl und Anpassung der
identifizierten Prozessmodul- Alternativen
Process (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozess verwendet
Process Deficit (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozess(fluss)- Schwäche
(Prozess(fluss)- Defizit) verwendet
Process Deficit Elimination (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für die Elimination
von vorhandenen Prozess- Defiziten verwendet
Process Flow (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozessfluss verwendet
Process Module Characterizing Consequences (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym
für Prozessmodul charakterisierende Konsequenzen verwendet
Process Module Characterizing Influences (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für
Prozessmodul charakterisierende Einflussgrößen verwendet
Process Module Characterizing Profiles (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für
Prozessmodul charakterisierende Profile verwendet
Process Stabilisation (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für die Stabilisierung von
Prozess(flüss)en verwendet
11 Glossar
176
Process Strength (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozess(fluss)- Stärke ver-
wendet
Prozess – wird in dieser Arbeit als Synonym für Arbeitsprozess verwendet
Prozess(fluss)- Analyse – (ggf. abteilungsübergreifende) Erfassung, Strukturierung und Dar-
stellung von bestehenden Arbeitsprozessen mit dem Ziel der Identifikation bzw. Detaillierung
von vorhandenen Prozess(fluss)- Stärken und Prozess(fluss)- Schwächen
Prozess(fluss)- Benchmarking – gezielter Vergleich von Arbeitsprozessen aus verschiede-
nen Arbeitssystemen mit Hilfe von spezifischen Kennzahlen (z.B. Prozesszeiten, Prozesskos-
ten aber auch ausgewählten Qualitätsdaten) zur Identifikation einer besten Arbeitsprozess-
Alternative [engl.: best practice]; Übertragung dieser Best Practice in alle anderen Arbeits-
systeme entweder durch Imitation (bzw. Nachahmung) oder ggf. Anpassung an arbeitssys-
temspezifische Randbedingungen
Prozess(fluss)- Controlling – kontinuierliche Kontrolle von analysierten und verbesserten
Arbeitsprozessen mit dem Ziel einer frühzeitigen Identifikation von neu auftretenden Pro-
zess(fluss)- Schwächen, unnötigen Prozessen, redundanten Prozessen oder instabilen Prozes-
sen
Prozess(fluss)- Defizit – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozess(fluss)- Schwäche
verwendet
Prozess(fluss)- Experten – alle Mitarbeiter eines Arbeitssystems, die im Gegenteil zu Pro-
zess(fluss)- Spezialisten bereits einen Überblick über den gesamten Prozess(fluss) in ihrem
Arbeitssystem besitzen
Prozess(fluss)- Management – kontinuierliche Regelung bzw. Steuerung von Arbeitsprozes-
sen mit dem Ziel einer systematischen Prozess(fluss)- Optimierung bestehend aus den drei
Phasen Prozess(fluss)- Analyse, Prozess(fluss)- Redesign und Prozess(fluss)- Controlling
Prozess(fluss)- Optimierung – systematische Veränderung von bestehenden Arbeitsprozes-
sen mit dem Ziel einer Steigerung der Effizienz von Arbeitsprozessen, Qualität von Arbeits-
prozessen, Kundenorientierung oder Mitarbeiterorientierung bzw. einer systematischen Redu-
zierung der Komplexität von Arbeitsprozessen durch Konzentration auf die wesentlichen
Schlüsselprozesse, Elimination von vorhandenen Prozess- Defiziten oder Stabilisierung von
Prozess(flüss)en
Prozess(fluss)- Partner – alle Mitarbeiter eines Arbeitssystems, die mehr noch als Pro-
zess(fluss)- Experten an einer gemeinsamen kontinuierlichen Verbesserung von Pro-
zess(flüss)en und insbesondere der ihnen anvertrauten Schnittstellen in den Prozess(flüss)en
arbeiten
Prozess(fluss)- Redesign – Eliminierung der in der Prozess(fluss)- Analyse identifizierten
Prozess(fluss)- Schwächen, redundanten Prozesse, unnötigen Prozesse oder instabilen Pro-
zesse mit dem Ziel einer systematischen Prozess(fluss)- Optimierung; sprunghafte Verände-
rungen durch revolutionäres Prozess(fluss)- Reengineering, schrittweise Veränderungen durch
eine evolutionäre kontinuierliche Verbesserung von Prozess(flüss)en
Prozess(fluss)- Reengineering Prozess(fluss)- Redesign nach dem Prinzip der revolutionä-
ren Veränderung, das vor allem durch Hammer & Champy (1994) geprägt wurde; grundsätz-
liches Überdenken und ggf. radikale Neugestaltung von Unternehmensprozessen sowie der
entsprechenden Aufbauorganisation; Gegenteil: kontinuierliche Verbesserung von Pro-
zess(flüss)en
11 Glossar
177
Prozess(fluss)- Schwäche – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die einer hohen Qualität
von Arbeitsprozessen oder aber einer hohen Effizienz von Arbeitsprozessen entgegen stehen
und die es daher bei einer systematischen Prozess(fluss)- Optimierung unbedingt zu verbes-
sern gilt; Gegenteil: Prozess(fluss)- Stärke
Prozess(fluss)- Spezialistenalle Mitarbeiter eines Arbeitssystems, die nur ein Verständnis
für ihre eigenen Prozess(flüss)e bzw. Arbeitsaufgaben (Prozessmodule) besitzen
Prozess(fluss)- Stärke – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die für eine besonders hohe
Qualität von Arbeitsprozessen oder aber Effizienz von Arbeitsprozessen verantwortlich sind
und die es daher bei einer systematischen Prozess(fluss)- Optimierung unbedingt beizubehal-
ten bzw. auszubauen gilt; Gegenteil: Prozess(fluss)- Schwäche
Prozess(fluss)- Verantwortliche – alle Mitarbeiter eines Arbeitssystems, die nach einer sys-
tematischen Qualifizierung in Eigenverantwortung für ein kontinuierliches Prozess(fluss)-
Management sorgen
Prozessfluss – gar nicht oder nur schwer beherrschbare Arbeitsprozesse, die sich in ihrer
zeitlichen Abfolge nie oder nur sehr schwer vollkommen vorausbestimmen lassen; Prozess-
flüsse lassen sich durch eine Vielzahl von unvorhersehbaren Zwischenfällen entweder gar
nicht oder nur sehr begrenzt steuern bzw. regeln; Prozessflüsse sind im Arbeitssystem Kran-
kenhaus vor allem bei primären Arbeitsprozessen (der direkten Patientenbehandlung) charak-
teristisch; Gegenteil: Prozessketten, die vor allem für klassische Dienstleistungs- und Indust-
riebetriebe charakteristisch sind
Prozesskette – beherrschter Arbeitsprozess, der anhand entsprechender Kennzahlen statis-
tisch steuer- bzw. regelbar ist; Prozessketten lassen sich vor allem in klassischen
Dienstleistungs- und Industriebetrieben identifizieren; Gegenteil: Prozess(flüss)e, die für die
primären Arbeitsprozesse im Krankenhaus charakteristisch sind
Prozessmodul – inhaltlich logische Zusammenfassung von einzelnen Tätigkeiten (Aktivitä-
ten) eines Arbeitsprozesses aus einer Betrachtungsebene mit höherem Detaillierungsgrad in
der Prozess(fluss)- Beschreibung zu einer übergeordneten Arbeitsaufgabe (Prozessmodul) aus
einer Betrachtungsebene mit niedrigerem Detaillierungsgrad; Prozessmodule lassen sich auf
jeder Betrachtungsebene eines Arbeitsprozesses definieren; auf jeder Betrachtungsebene eines
Arbeitsprozesses lassen sich daher einzelne Prozessmodule sowohl zu übergeordneten Pro-
zessmodulen (Arbeitsaufgaben) zusammenfassen als auch in untergeordnete Prozessmodule
(Tätigkeiten bzw. Aktivitäten) untergliedern
Prozessmodul charakterisierende Einflussgrößen – alle Einflussgrößen (Ressourcen) aus
den für ein Arbeitssystem zugrundeliegenden Arbeitsprozessen, die für die Aufgabenerfüllung
eines übergeordneten Prozessmoduls benötigt werden; weitere Kategorisierung der Prozess-
modul charakterisierenden Einflussgrößen nach den 7Ms des Ishikawa- Diagramms: Men-
schen, Management, Maschinen, Methoden, Materialien, Messungen und Mitwelt
Prozessmodul charakterisierende Konsequenzen – alle Konsequenzen aus den für ein Ar-
beitssystem zugrundeliegenden Arbeitsprozessen, die für die Aufgabenerfüllung eines über-
geordneten Prozessmoduls charakteristisch sind; weitere Kategorisierung der Prozessmodul
charakterisierenden Konsequenzen nach Prozess(fluss)- Stärken, Prozess(fluss)- Schwächen,
stabilen Prozessen, instabilen Prozessen, redundanten Prozessen und unnötigen Prozessen
Prozessmodul charakterisierende Profile – Kombination aus Prozessmodul charakterisie-
renden Einflussgrößen und Prozessmodul charakterisierenden Konsequenzen, die für den
Vergleich von Prozessmodul- Alternativen aus verschiedenen Arbeitssystemen mithilfe des in
dieser Arbeit entwickelten Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs benötigt werden
11 Glossar
178
Prozessorientierung – Managementverständnis, bei dem das gesamte betriebliche Handeln in
einem Arbeitssystem als eine Kombination von Prozessen verstanden wird, die es ständig zu
verbessern gilt
PS (engl.: Process Strength) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Prozessfluss- Stärke
verwendet
Qualität eines Arbeitsprozesses – Grad der Aufgabenerfüllung eines Arbeitsprozesses im
Verhältnis zu der zu erfüllenden Aufgabenstellung (unabhängig von der Systemebene eines
Arbeitssystems)
Redundant Processes (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für redundante Prozesse
verwendet
Redundante Prozesse (unbewusst ablaufend) – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die in
einem Arbeitssystem unbewusst mehrfach ausgeführt werden und deren mehrfach erstellte
Aufgabenerfüllung nicht zu einer Wertsteigerung führt bzw. einer Qualitätssicherung dient;
für eine systematische Prozess(fluss)- Optimierung gilt es diese Prozessabschnitte unbedingt
zu vermeiden
RP (engl.: Redundant Processes) – wird in dieser Arbeit als Synonym für redundante Pro-
zesse verwendet
Schnittstellen in Arbeitsprozessen – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die durch einen
Transfer von Arbeitsgegenständen, Arbeitspersonen, Arbeitsumgebung oder aber Arbeitsmit-
teln (also auch Informationen) gekennzeichnet sind; im Regelfall sind Schnittstellen in Ar-
beitsprozessen als für Reibungsverluste besonders anfällig anzusehen
Sekundäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus – alle direkte die Patientenbehandlung im
Krankenhaus unterstützenden Arbeitsprozesse (z.B.: OP- Management, Laboratoriumsdia-
gnostik etc.)
SP (engl.: Stable Processes) – wird in dieser Arbeit als Synonym für stabile Prozesse verwen-
det
Stabile Prozesse – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die für eine Veränderung ihrer
äußeren Rahmenbedingungen besonders unanfällig sind und deren erwünschte Aufgabener-
füllung daher von äußeren Veränderungen kaum beeinflusst wird; für eine systematische Pro-
zess(fluss)- Optimierung gilt es diese Prozessabschnitte langfristig gesehen beizubehalten
bzw. auszubauen; Gegenteil: instabile Prozesse
Stabilisierung von Prozess(flüss)en – Prozess(fluss)- Optimierung, bei der stabile Prozesse
gezielt ausgebaut sowie instabile Prozesse vorausschauend stabilisiert werden.
Stable Processes (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für Stabile Prozesse verwendet
Tertiäre Arbeitsprozesse im Krankenhaus – alle nur indirekt die Patientenbehandlung im
Krankenhaus unterstützenden Arbeitsprozesse (z.B.: Sterilisation, Reinigung etc.)
TOPICS (engl.: Together Optimizing Processes In Clinical Systems) – Bezeichnung für die
in dieser Arbeit entwickelte arbeitswissenschaftliche Methodik zur Analyse und Optimierung
von komplexen Prozessflüssen im Arbeitssystem Krankenhaus basierend auf Partizipativer
Prozessfluss- Visualisierung und Problemspezifischem Prozessmodul- Vergleich
ULP (engl.: UseLess Processes) – wird in dieser Arbeit als Synonym für unnötige Prozesse
verwendet
11 Glossar
179
Unnötige Prozesse – alle Abschnitte eines Arbeitsprozesses, die in einem Arbeitssystem zu
keiner Wertsteigerung führen oder keine Unterstützungsfunktion haben; für eine systemati-
sche Prozess(fluss)- Optimierung gilt es diese Prozessabschnitte unbedingt zu vermeiden
Unstable Processes (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für instabile Prozesse ver-
wendet
UP (engl.: Unstable Processes) – wird in dieser Arbeit als Synonym für instabile Prozesse
verwendet
Useless Processes (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für unnötige Prozesse verwen-
det
Useless Processes (engl.) – wird in dieser Arbeit als Synonym für unnötige Prozesse verwen-
det
Visualisierung von Prozess(flüss)en – graphische Darstellung von Prozess(flüss)en als Pro-
zessfluss- Diagramm auf großflächigen Papiercharts zur systematischen Reduzierung der
Komplexität von Arbeitsprozessen
12 Anhang
12 Anhang
180
Anhang 1: Kurzbeschreibung des allgemeingültigen Vorgehensmodells zur Problemlö-
sung aus dem Systems-Engineering- Ansatz nach Haberfellner et al (1992)
Anhang 1.1: Situationsanalyse
Anhang 1.2: Zielformulierung
Anhang 1.3: Lösungssynthese und -analyse
Anhang 1.4: Lösungsbewertung
Anhang 2: Kurzbeschreibung der wichtigsten modernen Managementkonzepte
Anhang 2.1: Die Lean Production
Anhang 2.2: Das Business (Process) Management
Anhang 2.3: Das Total Quality Management
Anhang 2.4: Das Fraktale Unternehmen
Anhang 3: Lösungssynthese und -analyse der prinzipiellen Lösungskonzeptionierung für
ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Anhang 4: Schematische Darstellung der grundlegenden Prozess- Symbole
Anhang 5: Erläuterung zur Abgrenzung und Komplexität des Prozessflusses
„Patientenaufnahme auf die ITS“
Anhang 6: Tabelle zur Dokumentation der wesentlichen Grunddaten des Krankenhauses
und der Intensivstation (in englischer Sprache)
Anhang 7: Erster Entwurf einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur für die
„Patientenaufnahme auf die ITS“ (in englischer Sprache)
Anhang 8: Schematische Darstellung des ersten Tabellenentwurfs zur Dokumentation der
Process Module Characterizing Profiles (PMCPs) (in englischer Sprache)
Anhang 9: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit der Partizipativen Prozess-
fluss- Visualisierung anhand der generellen Teilziele für die Prozessfluss-
Analyse und Optimierung (in deutscher Sprache)
Anhang 10: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit der Partizipativen Prozess-
fluss- Visualisierung anhand der generellen Teilziele für die Prozessfluss-
Analyse und Optimierung (in englischer Sprache)
Anhang 11: Architektonische Skizzen der fünf Intensivstationen (in englischer Sprache)
Anhang 12: Darstellung der drei charakteristischen Problembereiche in den fünf analysier-
ten „Patientenaufnahmen auf die ITS“ (in englischer Sprache)
Anhang 12.1: Handle requests for ICU patient admissions
Anhang 12.2: Search for the ICU patient least critical to transfer
Anhang 12.3: Gather patient information for the patient treatment
12 Anhang
181
Anhang 13: Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit der
Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung anhand der generellen Teilziele für
die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
Anhang 14: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs anhand der speziellen Teilziele für das Lernen aus Pro-
zessfluss- Alternativen (in deutscher Sprache)
Anhang 15: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs anhand der speziellen Teilziele für das Lernen aus Pro-
zessfluss- Alternativen (in englischer Sprache)
Anhang 16: Zusammenstellung der Prozessmodul- Alternativen für die drei charakteristi-
schen Problembereiche der fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die ITS“
(in englischer Sprache)
Anhang 17: Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs anhand der speziellen Teilziele
für das Lernen aus Prozessmodul- Alternativen
Anhang 18: Datenfelder zur Dokumentation der Process Module Characterizing Profiles
(PMCPs) für die Symbole „Prozess“, „Verzweigung“ und „Entscheidung“ (in
englischer Sprache)
Anhang 19: Überarbeiteter Entwurf einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur für
die „Patientenaufnahme auf die ITS“ (in englischer Sprache)
Anhang 20: Kurzdarstellung aller charakteristischer Defizite aus der „Patientenaufnahme
auf die ITS” des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami (in eng-
lischer Sprache)
Anhang 21: Gegenüberstellung der Process Module Characterizing Consequences
(PMCCs) aller sechs analysierter „Patientenaufnahmen auf die ITS“ (in engli-
scher Sprache)
Anhang 22: Darstellung aller für die charakteristischen Defizite der „Patientenaufnahme
auf die ITS“ des Jackson Memorial Hospitals der University of Miami erarbei-
teten Prozessfluss- Verbesserungen (in englischer Sprache)
Anhang 23: Darstellung der Bewertungsergebnisse der Funktionstauglichkeit aller für die
„Patientenaufnahme auf die ITS“ des Jackson Memorial Hospitals der Univer-
sity of Miami erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen (in engl. Sprache)
Anhang 1
182
Anhang 1: Kurzbeschreibung des allgemeingültigen Vorgehensmodells zur Problem-
lösung aus dem Systems-Engineering- Ansatz nach Haberfellner et al
(1992)
Um die Entwicklung der TOPICS- Methodik in dieser Arbeit möglichst zielgerichtet und
systematisch zu gestalten, wurde diese an einem bewusst praxisorientierten Handlungsleitfa-
den zur Problemlösung orientiert. Als methodisches Vorgehen wurde dafür das von Haber-
fellner et al (1992, S. 47 ff.) im Systems-Engineering- Ansatz beschriebene allgemeingültige
Vorgehensmodell zur Problemlösung ausgewählt. Wie in Abbildung A.1-1 schematisch ver-
deutlicht, basiert dieses Vorgehensmodell des Systems-Engineerings ausgehend vom eigentli-
chen Anstoß auf folgenden vier Entwicklungsschritten: Situationsanalyse (siehe Anhang 1.1),
Zielformulierung (siehe Anhang 1.2), Lösungssynthese und -analyse (siehe Anhang 1.3) so-
wie Lösungsbewertung (siehe Anhang 1.4).
Situationsanalyse
Anstoss
Zielformulierung
Lösungssynthese und -analyse
Lösungsbewertung
Ergebnis
Situationskenntnis
(primär wirkungsbezogene,
zielorientierte Betrachtung)
Situationskenntnis
(primär strukturbezogene,
lösungsorientierte Betrachtung)
Ziele
Bewertungskriterien
ZielsucheLösungssucheAuswahl
Abb. A.1-1: Schematische Darstellung des allgemeingültigen Vorgehensmodells zur Problemlösung aus
dem Systems-Engineering- Ansatz nach Haberfellner et al (1992, S. 110)
Anhang 1.1
183
Anhang 1.1: Situationsanalyse
Nach Haberfellner et al (1992, S. 109 ff.) ist es Zweck der Situationsanalyse, sich zunächst
mit der zugrunde liegenden Ausgangssituation und der daraus resultierenden Aufgabenstel-
lung vertraut zu machen. Somit soll eine grundlegende Basis für die Formulierung konkreter
Ziele geschaffen werden. Eine entsprechend detaillierte Informationsbeschaffung und -aufbe-
reitung sollte daher nicht nur zu einem besseren Problemverständnis aller Beteiligten führen.
Gleichzeitig sollte sie auch der späteren Zielfindung bzw. -formulierung sowie einer systema-
tischen Vorbereitung der darauffolgenden Lösungserarbeitung dienen.
Charakteristisch für eine systematische Situationsanalyse ist dabei vor allem die Verwendung
von vier verschiedenen Betrachtungsweisen:
Ø In einer systemorientierten Betrachtungsweise werden zunächst System und Umgebung
grundlegend herausgearbeitet und voneinander sowie von nicht relevanten Bereichen abge-
grenzt. Dies darf jedoch keinesfalls als Selbstzweck missverstanden werden, sondern sollte
vor allem als gezielte Vorbereitungs- bzw. Unterstützungsmaßnahme für die ursachenori-
entierte Systembetrachtung im nächsten Schritt aufgefasst werden.
Ø In einer ursachenorientierten Betrachtungsweise werden dann die offensichtlich ge-
wordenen Ursachen für die unbefriedigende Situation und ihre Vernetzungen untereinan-
der identifiziert und beschrieben. Hierbei sind vor allem diejenigen Ursachen interessant,
die erste Möglichkeiten zum Handeln aufzeigen.
Ø In einer zukunftsorientierten Betrachtungsweise geht es im Anschluss um die Vermei-
dung der Erarbeitung von Lösungen, die primär nur eine Sanierung der Vergangenheit er-
möglichen. Stattdessen sollte eine gezielte Gestaltung der Zukunft erfolgen. Zusätzlich zu
der system- und ursachenorientierten Betrachtung, die ausschließlich vom gegenwärtigen
Systemzustand ausgeht, sollte dabei eine entwicklungsorientierte Betrachtung von Proble-
men und Umfeld überlagert werden.
Ø In einer lösungsorientierten Betrachtungsweise muss dann der Blick auf Eingriffs- und
Gestaltungsmöglichkeiten und deren Abgrenzung gerichtet werden. Diese lösungsorien-
tierte Betrachtung sollte in der Situationsanalyse nicht unnötig ausufern, um die eigentliche
Lösungssuche bewusst auf die spätere Synthese- und Analyse- Phase zu begrenzen.
Anhang 1.2
184
Anhang 1.2: Zielformulierung:
Nach Haberfellner et al (1992, S. 135 ff.) ist Zweck der Zielformulierung die Steuerung der
Lösungssuche. Gleichzeitig dient sie der Aufdeckung und Bereinigung von Lösungskonflik-
ten. Entsprechende Zielvorstellungen ergeben sich dabei meist schon im Zusammenhang mit
dem Anstoß bzw. aus der Problemstellung und sind deshalb schon grob und global vorhan-
den. Diese werden jedoch erst durch die Situationsanalyse systematisch untersucht oder aber
auch durch eine lösungsorientierte Betrachtungsweise um weitere Zielinhalte ergänzt, die sich
aus Vorbildern bzw. dem Stand der Forschung ableiten lassen.
Bei der eigentlichen Zielformulierung sollte vor allem auf folgende Aspekte geachtet werden:
Ø Die Zielformulierung sollte möglichst operational erfolgen, in dem sich eine entsprechende
Zielformulierung vor allem auf folgende Komponenten stützt:
ü Zielobjekt - Woran ist das Ziel gebunden?
ü Zielinhalt - Was soll erreicht werden?
ü Zielausmaß - Wie viel soll erreicht werden?
ü Zeitbezug - Wann soll es erreicht werden?
ü Ort der Wirkung - Wo soll es wirksam sein?
Ø Die Zielformulierung selbst sollte sowohl erwünschte als auch ausdrücklich unerwünschte
Wirkungen beinhalten.
Ø Bei der Zielsammlung muss darüber hinaus zwischen Zielen unterschieden werden, welche
die Lösung selbst und ihre Eigenschaften betreffen (Systemziele), und solche, welche das
eigentliche Vorgehen beschreiben (Vorgehens- und Projektablaufziele).
Ø Eine gute Zielformulierung sollte ferner möglichst wertorientiert, lösungsneutral, vollstän-
dig, feststellbar, mit Prioritäten versehen, widerspruchsfrei sowie überblick- und bewältig-
bar sein.
Ø Falls erforderlich sollten entsprechende Zielformulierungen auch in einem Zielkatalog ge-
sammelt und ihre Zusammenhänge durch Anwendung des Ziel-Mittel-Denkens in einer
ggf. mehrstufigen hierarchischen Struktur in übergeordnete Ziele und untergeordnete Teil-
ziele (Mittel) eingeordnet werden.
Anhang 1.3
185
Anhang 1.3: Lösungssynthese und -analyse:
Nach Haberfellner et al (1992, S. 135 ff.) ist Zweck der Lösungssynthese und -analyse die
Entwicklung von Lösungsvarianten, deren prinzipielle Tauglichkeit bereits geprüft ist und
über deren Vorzugswürdigkeit in einem nächsten Schritt entschieden werden kann. Im we-
sentlichen baut somit diese Projektphase auf derjenigen Situationskenntnis auf, die durch Si-
tuationsanalyse und Zielformulierung erworben wurde. Die eigentliche Lösungssuche besteht
dabei aus der (Konzept- bzw. Lösungs-) Synthese, der konstruktiv, kreativen Lösungsfindung
bzw. -gestaltung, sowie der (Konzept- bzw. Lösungs-) Analyse, als kritischer und systemati-
scher Lösungsüberprüfung oder ggf. -verbesserung.
Die Lösungssynthese hat dabei die Aufgaben, das Lösungskonzept als Ganzes zu erahnen,
dazu erforderliche Lösungselemente zu erkennen bzw. zu finden und diese dann gedanklich
und modellhaft zu einem tauglichen Ganzen wieder zusammenzufügen und zu verbinden. Das
Vorhandensein einer entsprechenden Sachkenntnis in Problem- und Lösungsfeld muss dabei
als Grundvoraussetzung angesehen werden. Darüber hinaus kann es aber ggf. notwendig wer-
den, auch eine gezielte Förderung von Kreativität und Modellbildung vorzunehmen, wozu
sich dann die Anwendung entsprechender Kreativitätstechniken (z.B. Analogiebildung,
Brainstorming, Methode 635, Attribute Listing etc.) bzw. Modellierungs- und Darstellungs-
techniken (z.B. Wirknetz, Ablaufdiagramm, Blockschaltbild etc.) anbietet.
Die Absuchvorgänge des Lösungsfeldes bestehen dabei immer wieder aus einer schrittweisen
(iterativen) Synthese und Analyse von Lösungen. Diese werden entweder linear oder zyklisch
durchlaufen. Bei einer linearen Lösungssynthese handelt es sich in diesem Kontext um ein
sequentielles Vorgehen ohne Möglichkeit und Notwendigkeit einer Rückkehr auf frühere Ent-
scheidungsstufen. Als charakteristische Suchstrategien für die lineare Lösungssynthese wer-
den vor allem folgende Hauptformen unterschieden:
Ø Routinevorgehen: Bei der Lösungssuche folgt ein Vorgehensschritt routinemäßig auf den
anderen. Es wird davon ausgegangen, dass entsprechende Einzellösungen leicht zu finden
sind. Auswahlprobleme treten gar nicht erst auf bzw. sind sie bedeutungslos. (siehe Abbil-
dung A.1.3-1)
Routinevorhaben:
Abb. A.1.3-1: Schematische Darstellung von Routinevorhaben nach Haberfellner et al (1992, S. 169)
Anhang 1.3
186
Ø Nicht-optimierende Suchstrategien: Die Lösungen der einzelnen Teilschritte sind nicht
offensichtlich, sondern müssen erst gesucht werden. Sobald jedoch eine entsprechend
funktionstüchtige Lösung gefunden wird, wird auch die Lösungssuche abgebrochen und
die nächste Konkretisierungsstufe angegangen. (siehe Abbildung A.1.3-2)
Nicht-optimierende Suchstrategie:
nicht funktions-
chtige Lösung
funktionstüchtige
Lösung
Abb. A.1.3-2: Schematische Darstellung von nicht-optimierenden Suchstrategien nach Haberfellner et
al (1992, S. 169)
Ø Einstufig-optimierende Suchstrategien: Diese sind durch eine konsequente Variantenbil-
dung auf allen Stufen gekennzeichnet. Aufgrund festzulegender Kriterien wird jeweils die
Variante mit den größten Erfolgschancen weiterverarbeitet. (siehe Abbildung A.1.3-3)
Einstufig-optimierende Suchstrategie
funktionstüchtige
Lösung
optimale
Lösung
nicht funktions-
tüchtige Lösung
Abb. A.1.3-3: Schematische Darstellung von einstufig-optimierenden Suchstrategien nach Haberfellner
et al (1992, S. 170)
Ø Mehrstufig-optimierende Suchstrategien: Hierbei wird die Variantenvielfalt nicht
stufenweise eingeengt, sondern immer über eine oder mehrere Entwicklungsstufen weiter
aufgefächert. Erst nachdem man genügend Gewissheit bezüglich der Eignung einer be-
stimmten Idee erreicht hat, wird dann eine Entscheidung getroffen. Schnell kann es jedoch
hierbei zu einer Variantenexplosion mit hohem Aufwand kommen. (siehe Abb. A.1.3-4)
Anhang 1.3
187
Mehrstufig-optimierende Suchstrategie:
Abb. A.1.3-4: Schematische Darstellung von mehrstufig-optimierenden Suchstrategien nach Haber-
fellner et al (1992, S. 171)
Im Gegensatz zu diesen verschiedenen Möglichkeiten für eine lineare Lösungssuche spricht
man von einer zyklischen Lösungssuche, wenn ganz bewusst die Möglichkeit bzw. Notwen-
digkeit eines Rückgriffs auf frühere Entscheidungsstufen forciert wird.
Für die Praxis kann keiner der oben dargestellten Ansätze als grundlegend besser geeignet
angesehen werden. Stattdessen empfiehlt sich in den meisten Fällen eine entsprechende Kom-
bination der einzelnen Ansätze. Je grundsätzlicher dabei die Entscheidungen sind, die im
Rahmen einer Lösungssuche getroffen werden müssen, desto eher sind zyklische und einstu-
fig-optimierende (oder teilweise auch mehrstufig-optimierende) Suchstrategien empfehlens-
wert. Mit abnehmendem Innovationsgrad in einer Planung rücken dagegen die nicht-optimie-
renden Suchstrategien bzw. das Routinevorgehen immer mehr in den Vordergrund.
Die Lösungsanalyse hat wie oben bereits angedeutet die Aufgabe, die erarbeiteten Lösungs-
alternativen auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen, um diese ggf. zu verbessern oder zu
verwerfen. Die eigentliche Lösungsanalyse besteht dabei grundsätzlich aus einem intuitiven,
spontanen und daher ungeplanten Überdenken bzw. Verwerfen von Lösungen innerhalb der
eigentlichen Lösungssynthese. Sie sollte jedoch ebenso auch eine formale und daher systema-
tische Überprüfung der erzeugten Lösungsalternativen umfassen.
Insbesondere bei einer formalen bzw. systematischen Lösungsanalyse gilt es hierbei, die ein-
zelnen Lösungsansätze nicht nur bezüglich formaler Aspekten (wie ihrer Beurteilbarkeit und
Mussziel- Erfüllung) zu überprüfen. Darüber hinaus sollten diese auch in Hinblick auf ihre In-
tegrierbarkeit in das Gesamtsystem (Blick nach außen), ihre Funktionen und Abläufe (Blick
nach innen), ihre Betriebstüchtigkeit und ggf. dafür notwendige Voraussetzungen bzw. sich
aus einem Einsatz ergebende Konsequenzen untersucht werden.
Anhang 1.4
188
Anhang 1.4: Lösungsbewertung:
Nach Haberfellner et al (1992, S. 190 ff.) ist Zweck der Lösungsbewertung eine systematische
Vorbereitung der Entscheidung, welche der übrig gebliebenen Lösungsalternativen aus der
Lösungssynthese und -analyse letztendlich angewandt werden soll.
Hierzu müssen zunächst entsprechende Bewertungskriterien aus den operativ formulierten
Zielgrößen abgeleitet werden. Die endgültige Festlegung des Kriterienplans sollte sich vor
allem auf die ursprüngliche Zielformulierung stützen. Ggf. können an dieser Stelle aber auch
neue Ziele hinzugefügt werden, wenn sich diese erst im Rahmen der eigentlichen Lösungssu-
che ergeben haben. Dieser Kriterienplan ist dann die Grundvoraussetzung für eine ggf. not-
wendige Gewichtung der darin enthaltenen Einzelziele. Dies ist jedoch nur notwendig, falls es
Unterschiede in der Wichtigkeit beim Erreichen einzelner Teilziele geben sollte. Auf Basis
der Ermittlung des Erfüllungsausmaßes jedes Einzelziels kann dann bei Bedarf auch eine
rechnerische Ermittlung der gewichteten Teilzielerfüllungen bzw. des Gesamtziels erfolgen.
Zur Beurteilung der einzelnen Teilzielerfüllungen bedarf es dann jedoch gewisser Vorausset-
zungen. Neben einer entsprechenden Situationskenntnis wird vor allem ein tiefergehendes
Verständnis der geplanten Wirkweisen der entsprechenden Lösungsalternativen sowie der
speziellen Eigenschaften und Einsatzbedingungen des gesamten Problemfeldes benötigt.
Ganz allgemein muss daher bei jeglicher Bewertung von Lösungsalternativen immer auf ei-
nen geeigneten Teilnehmerkreis mit einem entsprechenden Verständnis für die zu bewerten-
den Lösungsalternativen sowie das gesamte Problemfeld geachtet werden.
Als bereits bewährte Methoden zur Bewertung von Lösungsalternativen kommen in der Pra-
xis neben der einfachen Argumentenbilanz vor allem die Nutzwert- Analyse (vgl. u.a. Zan-
gemeister, 1970) sowie verschiedene Formen der Kosten- Nutzen bzw. Wirksamkeits- Ana-
lyse (vgl. u.a. Lembke, 1984) zum Einsatz. Die beiden letztgenannten Verfahren basieren da-
bei gleichermaßen auf einer Bewertungsmatrix. Mit Hilfe dieser Bewertungsmatrix wird die
Erfüllung von Zielkriterien mit unterschiedlicher Wichtigkeit durch eine entsprechende Ge-
wichtung der einzelnen Teilziele auf eine einzige Kennziffer zusammen aggregiert.
Auch für die Lösungsbewertung kann keine Vorgehensweise als grundlegend besser angese-
hen werden. Stattdessen kommen auch hier die verschiedensten Elemente der einzelnen Ver-
fahren situativ und je nach Bedarf zum Einsatz. Um vor der eigentlichen praktischen Anwen-
dung entsprechend erfolgreich bewerteter Lösungsansätze für noch mehr Sicherheit zu sorgen,
wird darüber hinaus von Haberfellner et al (1992, S. 190 ff.) eine zusätzliche Analyse der
damit verbundenen Risiken bzw. potentieller Probleme empfohlen.
Anhang 2 und 2.1
Anhang 2: Kurzbeschreibung der wichtigsten Managementkonzepte
Zu den bekanntesten Vertretern moderner Managementkonzepte werden neben der „Lean
Production“, das „Business (Process) Reengineering“, das „Total Quality Management“ so-
wie das „Fraktale Unternehmen“ gezählt. Deren charakteristische Merkmale und Forderungen
stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Anhang 2.1: Die Lean Production
Die Lean Production mit dem Ziel der Schlanken Produktion“, wurde vor allem durch eine
vergleichende Studie von Womack et al (1994) am Massachusetts Institute of Technology
(MIT) über die Automobilindustrie in den USA, Europa und Japan geprägt. Aufgrund des
schlechten Abschneidens gegenüber der japanischen Konkurrenz werden hierbei insbesondere
folgende Konsequenzen gefordert:
• Abkehr von der Massenproduktion ohne Varianten
• Vermeidung der hohen Kapitalbindung im Anlage- und Umlaufvermögen
• Abflachung der betrieblichen Hierarchien
• Steigerung der Handlungsspielräume der unteren Mitarbeiterebenen
• Aufbau von internen qualitätsbezogenen Kunden-Lieferanten-Beziehungen
• Etablierung einer Null-Fehler-Strategie
• Konzentration der Produktion auf die Wertschöpfungskette
• Reduzierung von nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten
189
Anhang 2.2 und 2.3
Anhang 2.2: Das Business (Process) Reengineering
Das Business (Process) Reengineering oder auch die „Geschäftsprozessreorganisation“
(Hammer & Champy 1995) fokussiert vor allem eine optimale Auslegung der Unternehmens-
prozesse. Dabei wird eine gezielte Schnittstellendefinition sowie eine Verbesserung der vor-
handenen Informationsflüsse unter besonderer Beachtung der Geschäftsziele angestrebt. Fol-
gende Merkmale kennzeichnen dabei die prozessorientierte Organisationsgestaltung:
Schaffung von Prozess- Transparenz
Überdenken und ggf. radikales Redesign der wichtigsten Unternehmensprozesse
konsequente Umsetzung eines internen Kunden-Lieferanten-Prinzips
Prozess- Teams anstelle von Fachabteilungen (Aufgabenerweiterung)
Selbststeuerung und Entscheidungsdezentralisierung ersetzen die Kontrolle
Konzentration auf messbaren Leistungsgrößen
Ergebnis- anstelle von Tätigkeitsvergütung
Beförderungen aufgrund von Fähigkeiten anstelle von Leistungen
flache Hierarchien sowie eine systematische Prozessbeteilung
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen anstelle von Anlernprozessen
Anhang 2.3: Das Total Quality Management
Das Total Quality Management (TQM) oder auch „Umfassendes bzw. Ganzheitliches Qua-
litätsmanagement“ (Imai, 1986; Kamiske & Brauer, 1999, S. 310 ff.) stellt eine unterneh-
mensweite einheitliche Qualitätspolitik in den Mittelpunkt. Mit dem originären Ziel der Kun-
denzufriedenheit umfasst diese Qualitätspolitik dabei alle Aktivitäten und Mitarbeiter des
Unternehmens. Qualität wird somit zum obersten Ziel eines Unternehmens und daher zur
Führungsaufgabe, um den Unternehmenserfolg langfristig abzusichern. Folgende Merkmale
kennzeichnen dabei das Total Quality Management:
• Integration aller Mitarbeiter
Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
Abbau von Hierarchien
Aufbau von internen Kunden-Lieferanten-Beziehungen
Etablierung eines Null-Fehler-Prinzips
Aufbauorganisation, die sich an einer optimalen Ablauforganisation orientiert
• systematische Qualifikation aller Mitarbeiter
funktionsübergreifende Teamarbeit
190
Anhang 2.4
Anhang 2.4: Das Fraktale Unternehmen
Das Fraktale Unternehmen (Warnecke, 1992) leitet sich aus der Theorie der fraktalen Geo-
metrie (Mandelbrot, 1987) ab und dient als ganzheitlicher Lösungsrahmen zur Beherrschung
immer komplexer werdender Unternehmen. Als zentrale Elemente sind hierbei alle Organisa-
tionseinheiten im Sinne von Fraktalen durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Selbstähnlichkeit (jedes Fraktal leistet Dienste)
Selbstorganisation (Fraktale erkennen ihre Ziele selbst, bilden sich um, entstehen neu
und lösen sich auf)
Selbstoptimierung (Fraktale organisieren ihr Abläufe selbst optimal)
Zielorientierung (Zielsysteme der Fraktale bilden die Unternehmensziele ab)
Dynamik (Fraktale sind über leistungsfähige Informations- und Kommunikations-
systeme vernetzt und ihre Leistung wird ständig gemessen und bewertet)
Das Fraktale Unternehmen besteht somit aus einer Vielzahl von selbständig agierenden Un-
ternehmenseinheiten, die sich im Sinne einer selbständigen Zielausrichtung anhand der Un-
ternehmensziele eigenständig organisieren und optimieren. Eine wesentliche Forderung an die
Produktionsstrukturen ist dabei die Fähigkeit zum unternehmerischen Denken und Handeln
aller Bereiche bis hin zum einzelnen Mitarbeiter. Jeder Arbeitsplatz soll somit eine bestimmte
Leistung komplett erbringen und seine Aufgaben ebenso eigenständig lösen wie das gesamte
Unternehmen.
191
Anhang 3
Anhang 3: Lösungssynthese und -analyse der prinzipiellen Lösungskonzeptionierung
r das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Lösungssynthese:
Für einen möglichst hohen Innovationsgrad wird eine mehrstufig-optimierende Suchstrategie
mit folgenden drei aufeinander aufbauenden Lösungsstufen angewandt:
Lösungsstufe I:
Prinzipielle Lösungskonzepte für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
Vor allem im Kontext der Forderung nach einer lernenden Organisation erscheint es sinnvoll,
bei der Suche nach einem prinzipiellen Lösungskonzept für ein „Lernen aus Prozessfluss-
Alternativen aus anderen Arbeitssystemen“ zunächst einmal die Analogie zum bereits aus-
führlich systematisierten „(An)lernen einer Arbeitsperson“ zu suchen. In beiden Fällen soll
durch das „Lernen“ ein neuer bzw. besserer Arbeitsablauf erzielt werden. So gibt es aus ar-
beitswissenschaftlicher Sicht auf der Ebene von einzelnen Arbeitspersonen neben einer Reihe
von Mischformen vor allem folgende drei Grundformen des Lernens (vgl. auch Luczak, 1998,
S. 264):
1. Das aktive Üben bzw. Lernen, bei dem die Arbeitsabläufe einer zu lernenden Arbeitsauf-
gabe durch die anzulernenden Arbeitspersonen einfach eigenständig ausprobiert werden.
2. Das observative Üben bzw. Lernen, bei dem die Arbeitsabläufe einer zu lernenden Ar-
beitsaufgabe durch die anzulernenden Arbeitspersonen zunächst bei einer geübten bzw.
besseren Arbeitsperson beobachtet und dann imitiert werden.
3. Das mentale Üben bzw. Lernen, bei dem die Arbeitsabläufe einer zu lernenden Ar-
beitsaufgabe durch die anzulernenden Arbeitspersonen bewusst im Geiste durchlaufen
werden und somit ein Begreifen anstelle des Ergreifens bzw. Beobachtens rückt.
In Hinblick auf eine lernende Organisation lassen sich daraus auf Arbeitssystem- Ebene in
Form einer Analogiebildung ebenso drei prinzipielle Lösungskonzepte für ein Lernen aus
Prozessfluss- Alternativen von anderen Arbeitssystemen ableiten. Deren Formulierung soll im
folgenden Abschnitt im Sinne von Grundformen ganz bewusst polarisierend wirken:
I-1: Aus dem aktiven Üben bzw. Lernen lässt sich am ehesten ein Lernen aus Prozessfluss-
Alternativen durch Versuch und Irrtum ableiten. In verschiedenen Arbeitssystemen wer-
den für defizitäre Arbeitsabläufe einfach Prozessfluss- Alternativen aus anderen Arbeitssys-
temen ausprobiert.
192
Anhang 3
I-2: Aus dem observativen Üben bzw. Lernen lässt sich am ehesten ein Lernen aus Prozess-
fluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung ableiten. Aus verschiedenen Ar-
beitssystemen wird zunächst die beste Prozessfluss- Alternative identifiziert. Deren Arbeits-
abläufe werden dann analysiert, um sie in allen anderen Arbeitssystemen zu imitieren bzw.
falls nötig noch an entsprechende Randbedingungen anzupassen (vergleichbar also mit dem
klassischen Benchmarking- Ansatz).
I-3: Aus dem mentalen Üben bzw. Lernen lässt sich am ehesten ein Lernen aus Prozessfluss-
Alternativen durch Analyse und Verständnis ableiten. Verschiedene Prozessfluss- Alter-
nativen von anderen Arbeitssystemen werden zunächst analysiert, begriffen und im bzw. für
das eigene Arbeitssystem durchdacht, bevor dann eine entsprechende Verbesserung vorge-
nommen wird.
Lösungsstufe II:
Prinzipielle Lösungskonzepte für die Suche nach Prozessfluss- Alternativen
Gerade die ersten beiden prinzipiellen Lösungskonzepte für das Lernen aus Prozessfluss- Al-
ternativen (I-1 und I-2) haben für die eigentliche Suche nach Prozessfluss- Alternativen eine
ganz besonders gegensätzliche Position. Zum Zwecke einer möglichst großen Suchraumer-
weiterung sollen diese hier wieder bewusst polarisierend formuliert werden:
II-1: Für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung (I-2)
werden ganz gezielt tatsächlich miteinander vergleichbare Arbeitssysteme mit möglichst
ähnlichen Randbedingungen benötigt, sollen die identifizierten Best Practices nicht nur als
Denkanstöße dienen. Nur durch eine Suche nach Prozessfluss- Alternativen in tatsächlich
miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen kann daher eine Best Practice identifiziert wer-
den, die in den anderen Arbeitssystemen auch ohne viel Veränderungen imitiert werden kann.
193
II-2: Im Gegensatz dazu impliziert das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Versuch
und Irrtum (I-1) viel eher, dass hierbei immer wieder Prozessfluss- Alternativen zum Einsatz
kommen, die auch aus eigentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen mit vollkommen
unterschiedlichen Randbedingungen stammen. Beim Lernen aus Prozessfluss- Alternativen
durch Versuch und Irrtum würde somit ein ständiges Ausprobieren der verschiedensten Pro-
zessfluss- Alternativen (egal ob aus eigentlich miteinander vergleichbaren oder nicht ver-
gleichbaren Arbeitssystemen) erfolgen. Aufgrund einer fehlenden Vorauswahl lässt sich so
jedoch eine vollkommen ungeeignete Prozessfluss- Alternative erst nach dem Ausprobieren
als Irrtum erkennen.
Anhang 3
Nur das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis (I-3) stellt im
Hinblick auf die Suche nach geeigneten Prozessfluss- Alternativen eigentlich keine speziellen
Anforderungen an die zu verwendenden Arbeitssysteme. Ein Lernen durch Analyse und Ver-
ständnis von anderen Prozessfluss- Alternativen ist sowohl aus vergleichbaren als auch ei-
gentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen denkbar, wenn man sich dabei der zugrunde
liegenden Unterschiede bewusst ist.
Es erscheint sogar eher nachteilig, sich ausschließlich auf die Analyse und das Verständnis
von ohnehin ähnlichen Prozessfluss- Alternativen zu konzentrieren. Viel eher dürfte eine ge-
zielte Suchraumerweiterung auch auf bewusst unterschiedliche Prozessfluss- Alternativen
neue und interessante Ideen zur Prozessfluss- Verbesserung liefern.
Auch für das klassische Benchmarking lässt sich in diesem Sinne bereits eine entsprechende
Weiterentwicklung in der Praxis beobachten. Die Suche nach der besten Prozess- Alternative
wird dabei nicht mehr nur auf die eigene Branche beschränkt, sondern gezielt auch auf bran-
chenfremde Arbeitssysteme ausgeweitet. Offensichtlich erhöht sich hierdurch jedoch die
Wahrscheinlichkeit, dass entsprechend identifizierte „Best Practices“ nun nicht mehr nur ein-
fach imitiert werden können. Stattdessen bedarf es einer gezielten Analyse und systemati-
schen Anpassung der einzelnen „Best Practices“ an die eigenen branchen- und arbeitssystem-
spezifischen Randbedingungen.
Im Sinne einer mehrstufig-optimierenden Suchstrategie sind die drei Lösungskonzepte für das
Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (I-1 Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Ver-
such und Irrtum; I-2 Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachah-
mung; I-3 Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis) nun mit
diesen beiden Lösungskonzepten für die Suche nach Prozessfluss- Alternativen (II-1 mittels
vergleichbarer Arbeitssysteme; II-2 mittels nicht vergleichbarer Arbeitssysteme) zu kombinie-
ren. Insgesamt ergeben sich aus dieser Kombination somit bereits sechs prinzipielle Lö-
sungsmöglichkeiten.
Lösungsstufe III:
Prinzipielle Lösungskonzepte für den Vergleich von Prozessfluss- Alternativen
194
Versucht man an dieser Stelle wiederum die prinzipiellen Lösungskonzepte für ein Lernen aus
Prozessfluss- Alternativen als Ausgangsbasis für die Entwicklung von Lösungskonzepten für
den eigentlichen Vergleich von Prozessfluss- Alternativen zu nutzen, ergibt sich folgendes
Bild:
Anhang 3
Das Lernen durch Versuch und Irrtum (I-1) liefert keinerlei Ansatzpunkt, da hierbei keine
vergleichende Gegenüberstellung der einzelnen Prozessfluss- Alternativen erfolgt. Dagegen
ergeben sich aus den beiden anderen prinzipiellen Lösungskonzepten (I-2 und I-3) folgende
drei Möglichkeiten:
III-1: Für das Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung (I-2)
werden als prinzipielles Lösungskonzept für den Prozessfluss- Vergleich insbesondere quan-
titative Prozessgrößen genutzt. Z.B. werden beim klassischen Benchmarking verschiedene
Prozessfluss- Alternativen zur Identifikation einer Best Practice“ mit Hilfe von einzelnen
Prozesszeiten, Prozesskosten oder aber ausgewählten Daten zur Prozessqualität miteinander
verglichen.
III-2: Unter dem Lernen aus Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis (I-3)
könnte man sich dagegen als prinzipielles Lösungskonzept für den eigentlichen Prozessfluss-
Vergleich ein systematisches Analysieren bereits existierender oder noch zu erstellender Pro-
zessbeschreibungen vorstellen. Z.B. könnten hierfür die Ergebnisse von in jedem Arbeits-
system individuell angefertigten Prozessfluss- Analysen dienen.
III-3: Als eine Ergänzung zu den oben erwähnten quantitativen Prozessgrößen und einer ent-
sprechenden Prozessbeschreibung soll an dieser Stelle als gänzlich neues Lösungskonzept
auch eine Verwendung von qualitativen Prozessgrößen eingeführt werden. Z.B. könnte dies
durch eine weitreichende Standardisierung der oben skizzierten freien Prozessbeschreibungen
mit Hilfe einer einheitlichen Prozess- Sprache und somit arbeitssystemübergreifenden Be-
grifflichkeiten erfolgen.
Durch die mehrstufig-optimierende Suchstrategie müssen die drei Lösungskonzepte für das
Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (I-1, I-2 und I-3) nun nicht mehr nur mit den beiden
Lösungskonzepten für die Suche nach Prozessfluss- Alternativen (I-1 und II-2), sondern auch
mit den drei Lösungskonzepten für den Vergleich von Prozessfluss- Alternativen (III-1, III-2
und III-3) kombiniert werden. Aus dieser Kombination ergeben sich daher insgesamt bereits
18 prinzipielle Lösungsmöglichkeiten.
Auf eine weitere Suche nach prinzipiellen Lösungskonzepten soll an dieser Stelle ganz be-
wusst verzichtet werden, um eine weitere Variantenexplosion zu vermeiden. Anstelle dessen
soll eine entsprechend systematische Lösungsanalyse im folgenden Abschnitt alle untaugli-
chen Lösungsansätze frühzeitig eliminieren helfen.
195
Anhang 3
Lösungsanalyse:
· Lösungsansätze basierend auf einem Lernen durch Versuch und Irrtum:
Keiner der sechs Lösungsansätze, die sich auf das prinzipielle Lösungskonzept des Lernens
aus Prozessfluss- Analysen durch Versuch und Irrtum (I-1) stützen, kann an dieser Stelle als
tatsächlich zielführend angesehen werden. Da ein Lernen durch Versuch und Irrtum die wohl
unbestritten am wenigsten effiziente Alternative zur Verbesserung ist, kann im Hinblick auf
die Integrierbarkeit aller sechs Lösungsansätze keinem Arbeitssystem zugemutet werden,
ständig auch nicht funktionierende Prozessfluss- Alternativen auszuprobieren. Somit sollen
für eine weitere Lösungsentwicklung diese sechs prinzipiellen Lösungsansätze (I-1 mit II-1
und III-1; I-1 mit II-1 und III-2; I-1 mit II-1 und III-3; I-1 mit II-2 und III-1; I-1 mit II-2 und
III-2; I-1 mit II-2 und III-3) nicht mehr berücksichtigt werden.
· Lösungsansätze basierend auf einem Lernen durch Imitation bzw. Nachahmung:
Auch für die sechs Lösungsansätze, die sich allesamt auf das prinzipielle Lösungskonzept des
Lernens aus Prozessfluss- Alternativen durch Imitation bzw. Nachahmung stützen (I-2), ergibt
sich durch eine systematische Lösungsanalyse eine drastische Reduktion.
Bereits die Kombination mit dem prinzipiellen Lösungskonzept, dass auch auf einer Verwen-
dung von eigentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen basiert (II-2), muss als grundsätz-
lich nicht zielführend und daher auch nicht systemtauglich angesehen werden. Die Identifika-
tion eines besseren Prozessflusses, der später möglichst ohne eine weitere Anpassung imitiert
werden soll, ist ausschließlich für tatsächlich miteinander vergleichbare Arbeitssysteme sinn-
voll. Ansonsten erhält man sehr schnell Best Practices, die in anderen Arbeitssystemen auf-
grund zu großer Unterschiede in den Randbedingungen ohne zusätzliche Anpassungen über-
haupt nicht erfolgreich implementiert werden können. Kalkuliert man diese zusätzlichen An-
passungen jedoch bereits bei der Auswahl der zu vergleichenden Arbeitssysteme mit ein (wie
z.B. bei der oben beschriebenen Weiterentwicklung des Benchmarking- Ansatzes durch eine
Ausdehnung auch auf branchenfremde Arbeitssysteme), stützt sich das prinzipielle Lösungs-
konzept für ein Lernen aus Prozessfluss- Alternativen nicht mehr auf eine (reine) Imitation
bzw. Nachahmung (I-2). Stattdessen wird nun viel eher ein Lernen aus Prozessfluss- Alterna-
tiven durch Analyse und Verständnis (I-3) forciert, weshalb jedoch die hieraus entwickelbaren
Lösungsansätze erst an späterer Stelle näher analysiert werden sollen.
Somit können aus der Kombination des prinzipiellen Lösungskonzeptes, das sich auf ein Ler-
nen aus Prozessfluss- Alternativen durch (reine) Imitation bzw. Nachahmung stützt (I-2), mit
196
Anhang 3
dem Lösungskonzept, dass auch auf einer Verwendung von eigentlich nicht vergleichbaren
Arbeitssystemen basiert (II-2), mit allen drei Lösungskonzepten für den Vergleich von Pro-
zessfluss- Alternativen (III) keine erfolgversprechendensungsmöglichkeiten weiterentwi-
ckelt werden. Es werden daher für eine weitere Lösungsentwicklung die hieraus resultieren-
den drei prinzipiellen Lösungsansätze (I-2 mit II-2 und III-1; I-2 mit II-2 und III-2; I-2 mit II-
2 und III-3) ebenso nicht weiter berücksichtigt.
Demgegenüber zeigt eine systematische Lösungsanalyse für die Kombination des prinzipiel-
len Lösungskonzeptes, dass sich auf ein Lernen aus Prozessfluss- Analysen durch Imitation
bzw. Nachahmung stützt (I-2), mit dem prinzipiellen Lösungskonzept, das auf einer Verwen-
dung von ausschließlich vergleichbaren Arbeitssystemen basiert (II-1), bereits gleich zu Be-
ginn einen erfolgversprechenden Lösungsansatz. Denn gerade die Kombination mit dem prin-
zipiellen Lösungskonzept, das sich auf eine Verwendung von quantitativen Prozessgrößen
stützt (I-2 mit II-1 und III-1), muss als prinzipiell funktionstauglich angesehen werden. So
wurde bereits in der lösungsorientierten Situationsanalyse dieser Arbeit eine entsprechend
erfolgreiche Lösungsumsetzung vor allem für Arbeitssysteme aus dem Dienstleistungs- und
Industriesektor in Form des klassischen Benchmarking- Ansatzes aufgezeigt.
Sowohl eine Kombination mit dem prinzipiellen Lösungskonzept, das sich auf eine Verwen-
dung von freien Prozessbeschreibungen stützt (III-2), als auch mit dem prinzipiellen Lö-
sungskonzept, das sich auf eine Verwendung von qualitativen Prozessgrößen stützt (III-3),
benötigen dagegen eine tiefergehende Lösungsanalyse. Für beide hieraus ableitbaren Lö-
sungsansätze kann erst ein Blick nach innen (auf die zu erwartenden Funktionen und Abläufe)
aber auch ein Blick nach außen (auf die zu erwartende Akzeptanz im Gesamtsystem) Auf-
schluss über eine mögliche Funktionstauglichkeit geben. So dürften sich für entsprechende
Lösungsansätze nicht nur die Abläufe für die Identifikation eines besten Prozessflusses, der
dann in anderen Arbeitssystemen imitiert werden soll, ohne das Vorhandensein eines messba-
ren Vergleichskriteriums stark verkomplizieren. Ebenso dürfte auch die Akzeptanz entspre-
chender Lösungsansätze stark darunter leiden, dass ohne das Vorhandensein eines messbaren
Vergleichskriteriums die eigentliche Identifikation einer Best Practice nicht mehr eindeutig
nachzuweisen ist. Beide Lösungsansätze (I-2 mit II-1 und III-2; I-2 mit II-1 und III-3) werden
aus diesen Gründen an dieser Stelle deshalb nicht weiter entwickelt.
197
Anhang 3
· Lösungsansätze basierend auf einem Lernen durch Analyse und Verständnis:
Gerade bei der Kombination des prinzipiellen Lösungskonzeptes, das sich auf ein Lernen aus
Prozessfluss- Alternativen durch Analyse und Verständnis stützt (I-3), mit dem prinzipiellen
Lösungskonzept, das sich auf eine Verwendung von ausschließlich vergleichbaren Arbeits-
systemen stützt (II-1), sowie dem prinzipiellen Lösungskonzept, das sich auf eine Verwen-
dung von quantitativen Kennzahlen stützt (III-1), lässt sich als Konsequenz einer Einführung
bereits jetzt der Wunsch nach Identifikation einer Best Practice absehen. Diese ungewollte
Nähe bzw. Ähnlichkeit mit dem bereits zur Zeit existierenden Lösungsansatz des klassischen
Benchmarkings (I-2 mit II-1 und III-1) erscheint an dieser Stelle jedoch zu groß, als dass eine
eigene Weiterverfolgung dieses Lösungsansatzes (I-3 mit II-1 und III-1) zu einer wirklich
innovativen Gesamtlösung führen könnte.
Demgegenüber führt der Einsatz des prinzipiellen Lösungsprinzips, das auch auf einer Ver-
wendung von eigentlich nicht vergleichbaren Arbeitssystemen basiert (II-2), zu einem Lö-
sungsansatz, der bereits weiter oben im Sinne einer Weiterführung des klassischen Bench-
marking- Ansatzes skizziert wurde. Hierbei wird die Suche nach besseren Prozessfluss- Al-
ternativen nicht nur auf die eigene Branche beschränkt, sondern bewusst auch auf branchen-
fremde Arbeitssysteme ausgedehnt. Gerade jedoch durch die Verwendung von quantitativen
Prozessgrößen würde sich wohl auch hier die eigentliche Suche nach Prozessfluss- Alternati-
ven vor allem auf die Identifikation einer insgesamt besten Prozessfluss- Alternative konzent-
rieren. Diese würde dann in allen anderen Arbeitssystemen entweder imitiert oder aber durch
eine entsprechende Analyse und Verständnis ganz bewusst an spezielle arbeitssystem- und
branchenspezifische Randbedingungen angepasst. Für eine ganz bewusste Ausdehnung der
Suche nach besseren Prozessfluss- Alternativen auch auf eigentlich nicht miteinander ver-
gleichbare Arbeitssysteme ist jedoch das Vorhandensein einer einzigen Best Practice eher
unwahrscheinlich. Es dürfte sich daher gerade die Verwendung von rein quantitativen Pro-
zessgrößen, die in einem Prozessfluss- Vergleich vor allem die Identifikation einer besten
Prozessfluss- Alternative forcieren, für diesen prinzipiellen Lösungsansatz als eher ungeeignet
zeigen. Aus diesem Grund soll auch dieser Lösungsansatz (I-3 mit II-2 und III-1) hier nicht
weiter verfolgt werden.
Stattdessen muss für ein Lernen durch Analyse und Verständnis auch von Prozessfluss- Al-
ternativen aus eigentlich nicht miteinander vergleichbare Arbeitssystemen ganz bewusst auf
andere Möglichkeiten des Prozessfluss- Vergleichs gesetzt werden. In diesem Kontext liefert
gerade die Verwendung der prinzipiellen Lösungskonzepte, die sich entweder auf eine freie
198
Anhang 3
Prozessbeschreibung (III-2) oder aber qualitative Prozessgrößen (III-3) stützen, sowohl für
die Suche nach Prozessfluss- Alternativen in tatsächlich vergleichbaren aber auch eigentlich
nicht miteinander vergleichbaren Arbeitssystemen (II-1 und II-2) einen weitaus interessante-
ren und innovativeren Lösungsansatz. Engt man nämlich an dieser Stelle den vorhandenen
Lösungsraum nicht frühzeitig ein, lässt sich hieraus ein sehr erfolgversprechend erscheinender
Lösungsansatz ableiten. Basierend auf einem Lernen durch Analyse und Verständnis integ-
riert dieser gleichzeitig mehrere prinzipielle Lösungskonzepte für die Suche und den Ver-
gleich von Prozessfluss- Alternativen. Denn soll sich dieser Lösungsansatz ganz bewusst
nicht nur für vergleichbare, sondern auch für eigentlich nicht miteinander vergleichbare Ar-
beitssysteme eignen, scheiden zwar für den Prozessfluss- Vergleich quantitative Prozessgrö-
ßen aus. Stattdessen bieten sich jedoch sowohl eine freie Prozessbeschreibung als auch quali-
tative Prozessgrößen an (I-3 mit II-1/2 und III-2/3). Aufgrund der bewussten Ausdehnung des
Prozessfluss- Vergleichs auch auf eigentlich nicht miteinander vergleichbare Arbeitssysteme
kommt nun eine bewusste Identifikation von einer einzigen Best Practice für alle zu verglei-
chenden Arbeitssysteme nicht mehr in Frage. Stattdessen soll dieser Ansatz durch eine syste-
matische Analyse und das Verstehen von Prozessfluss- Alternativen aus anderen Arbeitssys-
temen daher auch eine Modellierung von arbeitssystemspezifischen Best Practices forcieren.
199
Anhang 4
Anhang 4: Schematische Darstellung der grundlegenden Prozess- Symbole
Für die Prozessfluss- Visualisierung wird eine gezielt einfache Symbolik in Anlehnung an die
DIN 66001 als gemeinsame Prozess- Sprache verwendet. Zusätzliche Textfelder sollen jedoch
eine möglichst vollständige und eindeutige Prozessfluss- Beschreibung forcieren. Die spe-
zielle Visualisierung von klinischen Prozessflüssen wird durch die beiden zusätzlichen Sym-
bole „ethischer Kontext“ und „Patient“ unterstützt:
Raum
Personal
Prozess
Das Symbol „Prozess“ [engl.: process] kennzeichnet die einzelnen Akti-
vitäten (was, wie und womit), die im Prozessfluss ausgeführt werden, so-
wie das hieran beteiligte Personal (wer) und die genutzten Räumlichkeiten
(wo). Durch ein möglichst systematisches Ausfüllen der drei Textfelder
(Prozess, Personal und Raum) sowie eine entsprechende Anordnung der
Einzelsymbole im Prozessfluss sollten hiermit auch die restlichen Fragen
der klassischen Arbeitsanalyse (wann, wie lange und wie oft werden diese
Aktivitäten ausgeführt) so weit wie möglich beantwortet werden. Gleich-
zeitig ist darauf zu achten, dass der gesamte Prozessfluss nicht durch zu
große Textfelder an Übersichtlichkeit verliert.
Entscheidung
Raum
Personal
Das Symbol „Entscheidung“ [engl.: decision] kennzeichnet diejenigen
Aktivitäten (was, wie und womit), an denen sich der Prozessfluss auf-
grund von Entscheidungen verzweigt, sowie das beteiligte Personal (wer)
und die genutzten Räumlichkeiten (wo). Alle Entscheidungen selbst soll-
ten dabei möglichst auf ja/nein- Fragen reduziert werden. Auch hier soll-
ten durch ein möglichst systematisches Ausfüllen der drei Textfelder
(Entscheidung, Personal und Raum) sowie eine entsprechende Anordnung
der Einzelsymbole im Prozessfluss bereits die restlichen Fragen der
klassischen Arbeitsanalyse (wann, wie lange und wie oft werden diese
Entscheidungen getätigt) so weit wie möglich beantwortet werden.
Gleichzeitig ist auch hier darauf zu achten, dass der gesamte Prozessfluss
nicht durch zu große Textfelder an Übersichtlichkeit verliert. Die pro-
zentuale Verteilung der Prozesszweige „ja“ [engl.: yes] und „nein“ [engl.:
no] müssen nach jeder Prozessentscheidung insgesamt genau 100% erge-
ben. Sie sollten an den nachfolgenden Pfeilen mitsamt einer entsprechen-
den Bezeichnung der Prozesszweige vermerkt werden.
200
Anhang 4
Das Symbol „Pfeil[engl.: arrow] gibt die Leserichtung zwischen den
einzelnen Prozessen und Entscheidungen an. Von Prozessen dürfen dabei
immer nur ein Pfeil und von Entscheidungen zwei Pfeile abgehen. Hier-
durch sollten vor allem die „wann“- und „wie oft“- Fragen der klassischen
Arbeitsanalyse für alle Prozesse und Entscheidungen in einem Prozess-
fluss beantwortet werden. In diesem Kontext sollte ganz bewusst auf eine
Darstellung von iterativ durchlaufenden Prozessen (z.B. bei Entscheidun-
gen) verzichtet werden. D.h. Prozesse und Entscheidungen dürfen pro
Patient immer nur einmal durchlaufen werden, da ansonsten eine gleich-
zeitige Kennzeichnung von prozentualen Verzweigungen im Prozessfluss
nicht mehr möglich ist. Sollten bestimmte Prozess- Abschnitte evtl. meh-
rere Male durchlaufen werden, so sind diese auch im Prozessfluss- Dia-
gramm entsprechend mehrmals darzustellen.
Das Symbol „Verzweigung“ [engl.: distribution] ermöglicht auch eine
Aufteilung des Prozessflusses ohne vorherige Entscheidung. Es dient da-
her z.B. der Darstellung einer Aufteilung des Prozessflusses nach ver-
schiedenen Patientengruppen vor allem zur Verzweigung von parallel
(also gleichzeitig) ablaufenden Prozessflüssen. Die prozentuale Verzwei-
gung aller Prozesszweige nach einer Verzweigungen dürfen somit insge-
samt auch mehr als 100% ergeben. Die einzelnen prozentualen Anteile
sollten aber ebenso an den entsprechenden Pfeilen mitsamt einer Bezeich-
nung dieser Prozesszweige vermerkt werden. Pro Verzweigung sollten
aus Gründen der Übersichtlichkeit nie mehr als fünf Prozesszweige abge-
hen.
Das Symbol „Vereinigung“ [engl.: junction] ist der Gegensatz zur Ver-
zweigung. Hierdurch können verschiedene Prozesszweige (aus früherem
Entscheidungen oder Verzweigungen) wieder zusammengeführt werden.
Dieses Symbol kann je nach Platzbedarf auch entfallen, indem einfach
mehrere Pfeile in einem Prozess oder einer Entscheidung münden bzw.
direkt (ohne Vereinigung) auf andere Pfeile weisen.
201
Anhang 4
Ref
Dokument
Das Symbol „Dokument“ [engl.: document] kennzeichnet die Verwen-
dung von Dokumenten (auch in elektronischer Form) sowie ggf. deren
Referenznummer, mit der sie bei der Analyse erfasst werden. Diese Sym-
bole sollten unbedingt den Namen der verwendeten Dokumente beinhal-
ten und werden mit Hilfe von gestrichelten schwarzen Linien denjenigen
Prozessen oder Entscheidungen zugeordnet, bei denen entsprechende Do-
kumente zum Einsatz kommt.
Raum
Daten-
Verabeitungs-
System
Das Symbol „Daten- Verarbeitungs- System [engl.: data management
system] kennzeichnet die Verwendung eines entsprechenden Computer-
systems sowie den Raum, von dem aus dieses System im Prozessfluss
genutzt wird. Diese Symbole sollten den Namen des verwendeten Com-
putersystems beinhalten und ebenso mit Hilfe von gestrichelten schwar-
zen Linien denjenigen Prozessen und Entscheidungen zugeordnet werden,
bei denen entsprechende Computersysteme zum Einsatz kommt.
e
Das Symbol „Ethischer Kontext“ [engl.: ethical context] kennzeichnet
diejenigen Stellen im Prozessfluss, bei denen im Kontext der späteren
Prozessfluss- Optimierung insbesondere auch auf ethische und moralische
Aspekte zu achten ist. Dieses Symbol wird jeweils nur in die Nähe derje-
nigen Prozesse oder Entscheidungen gesetzt, auf die es sich bezieht.
Das Symbol „Patientenanwesenheit“ [engl.: patient presence] kenn-
zeichnet diejenigen Stellen im Prozessfluss, an denen direkt am Patienten
gearbeitet wird und die somit für eine Beibehaltung bzw. Steigerung der
Patientenorientierung wichtig sind. Auch dieses Symbol wird jeweils nur
in die Nähe derjenigen Prozesse oder Entscheidungen gesetzt, auf die es
sich bezieht.
202
Anhang 4
203
Die Symbole „Prozess- Defizit“ [engl.: process deficit] und Prozess-
Stärke“ [engl.: process strength] kennzeichnen darüber hinaus alle ge-
meinsam mit den Krankenhausmitarbeitern identifizierten Stärken und
Schwächen im Prozessfluss. Sie stellen somit die Ausgangsbasis für eine
systematische Prozessfluss- Verbesserung dar. Ihre Textfelder sollten
möglichst so formuliert werden, dass Stärken und Schwächen nicht nur
allen beteiligten Mitarbeitern sofort verständlich werden, sondern auch
von Außenstehenden noch jederzeit nachvollziehbar sind. Wie bei den
Bezeichnungen der Prozesse und Entscheidungen sollte daher auch hier
auf eine entsprechend systematische Erläuterung der einzelnen Stärken
und Schwächen sowie eine eindeutige Anordnung im Prozessfluss- Dia-
gramm geachtet werden. Gleichzeitig sollte der gesamte Prozessfluss ins-
besondere durch zu große Textfelder nicht zu unübersichtlich werden. Die
Symbole selbst werden mit Hilfe von roten oder grünen, durchgezogenen
Linien jeweils mit denjenigen Prozessen oder Entscheidungen verbunden,
auf die sie sich beziehen.
Prozess-
Defizit
Prozess-
Stärke
Anhang 5
Anhang 5: Erläuterung zur Abgrenzung und Komplexität des Prozessflusses
„Patientenaufnahme auf die ITS“
Ø Abgrenzung des Prozessflusses „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“:
In dieser Arbeit wird im Sinne einer Abgrenzung unter dem Beginn des Prozessflusses „Pati-
entenaufnahme auf die Intensivstation“ bereits die erste Aufnahmeanfrage verstanden. Das
Prozessfluss- Ende wird dagegen entweder durch eine vollständig abgeschlossene Patienten-
und Informationsübergabe oder aber durch die endgültige Ablehnung der Aufnahmeanfrage
definiert. Außerdem werden zu diesem Prozessfluss auch die ggf. notwendigen Patientenver-
legungen von der Intensivstation aufgrund eines fehlenden intensivmedizinischen Behand-
lungsplatzes gezählt.
Ø Komplexität des Prozessflusses „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“:
Die dem Prozessfluss „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ zugrunde liegende Kom-
plexität resultiert vor allem aus der besonderen Stellung der Intensivstation in der klinischen
Patientenversorgung. So kommt eine „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ erst dann in
Betracht, wenn ein Patient auf einer anderen Normalstation nicht mehr ausreichend medizi-
nisch überwacht oder versorgt werden kann. Somit handelt es sich bei den hier aufzunehmen-
den Patienten vor allem um besonders schwere bzw. lebensbedrohliche Krankheitsbilder (vgl.
auch McD Fisher, 1997, S. 235 ff.).
Die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ stellt daher eine Schnittstelle zu einer Viel-
zahl von anderen Abteilungen im Arbeitssystem Krankenhaus dar (vgl. u.a. Friesdorf et al,
1994, S. 105 ff.). Diese Schnittstelle ist insbesondere durch eine sehr eingeschränkte Planbar-
keit und somit hohe Komplexität gekennzeichnet. Zwar resultiert für nahezu jede Intensivsta-
tion ein gewisser Anteil aller Patienten auch aus elektiven OP- Eingriffen (z.B. am offenen
Herzen, nach Organtransplantationen, etc.) und ist daher in gewissen Grenzen planbar, im
Gegensatz zu diesen „geplanten“ Patienten werden auf die Intensivstation jedoch oftmals auch
vollkommen „ungeplante“ Patienten eingeliefert. Diese können jederzeit (vollkommen unge-
plant) entweder über die Rettungsstelle (z.B. nach einem Verkehrsunfall), von anderen Nor-
malstationen oder Krankenhäusern (z.B. aufgrund einer erheblichen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes) oder aber aus dem OP selbst (z.B. nach unvorhersehbaren Komplika-
tionen) kommen.
204
Anhang 5
Neben dem OP stellt die Intensivstation den wohl technik-, personal und somit auch kosten-
intensivsten Arbeitsbereich im Krankenhaus dar (vgl. u.a. Barbara, 1994, S. 65 ff.; Chalfin et
al, 1995, S. 952 ff.) . Die intensivmedizinische Bettenkapazität nahezu aller Krankenhäuser ist
hierdurch stark limitiert. Oftmals sind deshalb bei der Anfrage nach einer Patientenaufnahme
– insbesondere von ungeplanten Patienten – bereits alle Betten der Intensivstation belegt (vgl.
auch Dick, 1994, S. 673 ff.). Deshalb muss zunächst nicht nur ein verlegbarer Patient, sondern
auch ein freies Bett für diesen verlegbaren Patienten auf einer Normalstation gefunden wer-
den. Erst dann kann nach einer entsprechenden Reinigung und Vorbereitung des intensivme-
dizinischen Behandlungsplatzes eine erneute Patientenaufnahme erfolgen. Kommt es daher
bei der „Patientenverlegung von der Intensivstation“ bereits zu unerwarteten Problemen, wird
die Komplexität der „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ sogar noch zusätzlich er-
höht.
205
Anhang 6
Anhang 6: Tabelle zur Dokumentation der wesentlichen Grunddaten des
Krankenhauses und der Intensivstation (in englischer Sprache)
basic hospital information:
hospital owner (community or public/charity/private): text
number of hospital beds: 0
average number of occupied hospital beds in percent: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average length of stay per stationary hospital patient in days: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average number of stationary hospital patients per year: 0,0
average costs per stationary hospital patient in US$: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average nursing costs per hospital patient and day in US$: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
number of clinical divisions: 0
clinical divisions: text
main patients' diagnosis (with ICD and percentage if available): text
number of hospital physicians: 0
number of hospital nurses: 0
number of hospital technicians: 0
number of nonmedical hospital staff - for cleaning: 0
number of nonmedical hospital staff - for transportation: 0
number of nonmedical hospital staff - for administration: 0
number of other hospital staff: 0
other hospital staff: text
basic ICU information:
number of ICU beds: 0
average number of occupied ICU beds in percent: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average length of stay per ICU patient in days: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average number of ICU patients per year: 0,0
average costs per ICU patient in US$: 0,0
standard deviation of above (if available): 0,0
average nursing costs per ICU patient and day in US$: 0,0
standard deviation of above (if available):
ICU specialisation: text
main patients' diagnosis (with ICD and percentage if available): text
average percentage of mortality:
average percentage of returning patients: 0,0
number of ICU physicians: 0
number of ICU nurses: 0
number of ICU technicians: 0
0
number of nonmedical ICU staff - for transportation: 0
number of nonmedical ICU staff - for administration: 0
number of other ICU staff: 0
other ICU staff: text
0,0
0,0
number of nonmedical ICU staff - for cleaning:
206
Anhang 7
Anhang 7: Erster Entwurf einer allgemein anwendbaren Prozessfluss- Struktur für
die „Patientenaufnahme auf die ITS“ (in englischer Sprache)
Erste Hierarchieebene „patient admission process to the ICU“:
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „1. receive patient admission request process“:
1. receive patient
admission request
process
1. receive patient
admission request
process 2. organize
bed process
2. organize
bed process
7. reject patient
admission process
7. reject patient
admission process
3. organize
staff process
3. organize
staff process 4. prepare patient
arr iv al p roc ess
4. prepare patient
arr iv al p roc ess 5. transport patient
process
5. transport patient
process 6. admit
patient process
6. admit
patient process
Yes Yes Yes
No
No
No
probably simultaneously
1. receive patient admission request process
1. receive patient admission request process
1.1-A
receive scheduled
admission request
1.1-B
receive unscheduled
admission request
1.2-A
gather patient
information for
scheduled admission
1.2-B
gather patient
information for
unscheduled admission
1.3-A
check and confirm
scheduled admission
request
1.3-B
check and confirm
unscheduled admission
request
YesNo
Yes
No
2. organize bed process
2. organize bed process
2.3
administration for
patient transfer
2.1
check bed
availability
2.2
find and confirm
transferable patient
Yes
2.4
organize
patient transfer
2.5
transfer
transferable patient
No
Yes
Yes
No
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „2. organize bed process“:
207
Anhang 7
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „3. organize staff process“:
3. organize staff process
3. organize staff process
3.2
obtain and confirm
additional staff
from ICU staff
3.1
check
staff availability
Yes
3.3
obtain and confirm
additional staff
from non ICU staff
Yes YesNo
No
No
4. prepare patient arrival process
4. prepare patient arrival process
4.1
assign staff
4.2
assign bed
4.3
clean room
4.4
setup room and
medical equipment
5. transport patient process
5. transport patient process
5.3
transport patient
5.4
gather
patient information
5.1
administration
for patient transport
5.2
organize
patient transport
6. admit patient process
6. admit patient process
6.1
check
room and medical
equipmenent
6.2
connect patient
6.3
complete
patient information
6.4
complete administration
for patient admission
7. reject patient admission process
7. reject patient admission process
7.2
reject
patient admission
7.1
administration for
rejection of patient
admission
No
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „4. prepare patient arrival process“:
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „5. transport patient process“:
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „6. admit patient process“:
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls: „7. reject patient admission process“:
208
Anhang 8
Anhang 8: Schematische Darstellung des ersten Tabellenentwurfs zur Dokumentation
der Process Module Characterizing Profiles (PMCPs) (in engl. Sprache)
Process Module 1. Process Module 2.
Process Module Characterizing Profiles (PMCPs) 1.1 1.2 2.1 2.2
patient presence
ICU assigned admission coordinator
ICU physician - superior
ICU physician - experienced
ICU physician - unexperienced
ICU nurse - superior
ICU nurse - experienced
ICU nurse - unexperienced
ICU technician
non ICU physician
non ICU nurse
non ICU technician
nonmedical staff - for transportation
nonmedical staff - for cleaning
nonmedical staff - for administration
patient's family
variable (please indicate staff)
Mensch
other: ...
ICU - patient room
ICU - corridor
ICU - administrative office
ICU - medical office
ICU - nurses' room
outside ICU - in hospital - patient room
outside ICU - in hospital - corridor
outside ICU - in hospital - administrative office
outside ICU - in hospital - medical office
outside ICU - in hospital - OR area
outside hospital
variable (please indicate room)
Mitwelt
other: ...
admission staff - especially assigned
admission staff - especially trained
team work - especially assigned
team work - especially trained
Management
other: ...
procedure - standardized
procedure - documented standard
estimated duration in minutes
estimated time of the day in hours and minutes
estimated percentage of patients
Process Module Characterizing Influences (PMCIs)
Methode
other: ...
209
Anhang 8
Process Module 1. Process Module 2.
Process Module Characterizing Profiles (PMCPs) 1.1 1.2 2.1 2.2
computer - hospital network
computer - ICU network
computer - no network
telephone
fax
postal service (in hospital)
document - standardized
document - non standardized
blackboard
no communication equipment
bed - hospital standard
bed - special ICU standard
bed - especially for transportation
bed reseating machine
medical devices - hospital standard
medical devices - special ICU standard
medical devices - especially for transportation
variable (please indicate machinery)
Maschinen + Material
other: ...
admission patient - personal information
admission patient - medical information
ICU admissions
ICU transfers
ICU open beds
ICU physicians' schedule
ICU nurses' schedule
non ICU staff's schedule
OR - schedule
hospital directory and phone numbers
Process Module Characterizing Influences (PMCIs)
Messungen (Information)
other: ...
PS Process Strength (+ explanation)
PD Process Deficit (+ explanation)
SP Stable Process (+ explanation)
UP Unstable Process (+ explanation)
ULP Useless Process (+ explanation)
PMCCs
RP Redundant Process (+ explanation)
ethical context
further information
PMCIs Process Module Characterizing Influences
PMCCs Process Module Characterizing Consequences
PMCPs Process Module Characterizing Profiles
210
Anhang 9
Anhang 9: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit der Partizipativen
Prozessfluss- Visualisierung anhand der generellen Teilziele für
die Prozessfluss- Analyse und Optimierung (in deutscher Sprache)
Persönliche Angaben:
Krankenhaus:
Abteilung:
Position:
Arbeitserfahrung in der
Abteilung in Jahren:
völlig völlig
Folgende Aussagen sind für mich ...
falsch .......................................... richtig
1. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der analysierte
Arbeitsprozess verständlicher/transparenter geworden.
| |
2. Ich konnte die wesentlichen Probleme aus meinem eigenen
Arbeitsbereich in die Analyse der Arbeitsprozesse einbringen.
| |
3. Die eingesetzte Methodik hat mir die wesentlichen Probleme
der anderen Mitarbeiter in dem analysierten Arbeitsprozess
verdeutlicht.
| |
4. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der gemeinsam opti-
mierte Arbeitsprozess verständlich/transparent geworden.
| |
5. Der durch die eingesetzte Methodik optimierte Arbeitsprozess
sollte meiner Meinung nach den momentanen Arbeitsprozess
ersetzen.
| |
6. Der Arbeitsaufwand der eingesetzten Methodik hat sich für
mich in Grenzen gehalten.
| |
7. Durch die eingesetzte Methodik konnte ich mit anderen betei-
ligten Mitarbeitern besser über die gemeinsamen Arbeits-
prozesse diskutieren.
| |
8. Ich konnte mich durch die eingesetzte Methodik ausreichend
in die Prozessoptimierung einbringen.
| |
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mich dazu
angeregt, die analysierten Arbeitsprozesse auch zukünftig
kritisch zu überdenken und ggf. Verbesserungen anzuregen.
| |
10. Die eingesetzte Methodik zur Prozess- Analyse und -
optimierung sollte auch für andere klinische Arbeitsprozesse
eingesetzt werden.
| |
Weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten Methodik:
211
Anhang 10
Anhang 10: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit der Partizipativen
Prozessfluss- Visualisierung anhand der generellen Teilziele für
die Prozessfluss- Analyse und Optimierung (in englischer Sprache)
Personal Data:
Hospital:
Department:
Position:
Years of work experience
within the department:
totally totally
The following statements are ...
wrong ....................................... correct
1. The used method gave me a better understanding (more
transparency) of the analyzed work process.
| |
2. I was able to bring the essential problems of my work field
into the analysis of the work processes.
| |
3. The used method illustrated me the essential problems of
other co- workers within the analyzed work process.
| |
4. The used method gave me a better understanding (more
transparency) of the jointly optimized work process.
| |
5. In my opinion should the work process, that has been
optimized by this method, replace the momentarily existing
work process.
| |
6. The work load, that was linked with the usage of this
method, was acceptable for me.
| |
7. Based on the used method I was able to discuss the linked
work processes together with other involved co- workers in
a better way.
| |
| |
| |
| |
Further suggestions and criticism concerning the used method:
8. By using this method I was able to participate in an adequate
way within the process optimization.
9. The results of the used method encouraged me for the future
to think critically over the analyzed work processes and if
necessary to initiate their improvement.
10. The used method for the process analysis and optimization
should also be realized for other clinical work processes.
212
Anhang 11
Anhang 11: Architektonische Skizzen der fünf Intensivstationen (in engl. Sprache)
Intensive Care Unit - Ground Plan
Palo Alto VA Health Care System Stanford
213
Intensive Care Unit - Ground Plan
Kaplan Medical Center Rehovot
main entrance
central
corridor
kitchen
storage
room
storage
depot
rear exit
office
dressing
room
physicians‘
room
conference
room
physician
superior
room
physician
superior
room
nurse
superior
room
central
ICU
room
Anhang 11
Intensive Care Unit - Ground Plan
Universitätsklinikum Innsbruck
nurse
desk 1
nurse
base 2
nurse
desk
pharmacy &
storage storage
used
nurses´
head
quarter
clean
medical
devices
nurses´
room
phys.
room
waiting
area
stairs
to the
office
used
ICU patients
ICU patients
Intensive Care Unit - Ground Plan
Charité Campus Virchow Klinikum Berlin
sink
sink
sink
sink
laboratory
social
room
nurses
social
room
phys.
storage
room
medical
equipment
entrance
locker
room
locker
room
storage
room
storage
room
kitchen
central
monitoring physicians'
PC
nurses'
PC
medical office
patients'
entrance
214
Anhang 11
Intensive Care Unit - Ground Plan
Hokkaido University Hospital Sapporo
conference
room
physician’s
room
physician’s
room
physician’s
room
chief nurse’s
room
patient
room/bed 1
storage
ICU
laboratory
bath
rooms
cleaning
room
storage
medical
office
nurses’
room
dressing
rooms
ward
patients
curtains
window
patient
room/bed 2
patient
room/bed 3
patient
room/bed 4
patient
room/bed 5
storage
OR
patients
215
Anhang 12
Anhang 12: Darstellung der drei charakteristischen Problembereiche in den fünf
analysierten „Patientenaufnahmen auf die ITS“ (in englischer Sprache)
In folgendem Anhang befinden sich für die drei charakteristischen Problembereiche der fünf
analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“ jeweils exemplarische Ausschnitte
aus den fünf verifizierten Prozessfluss- Diagrammen sowie eine Kurzzusammenfassung der
hierin charakteristischen Stärken und Schwächen.
Sowohl die Prozessfluss- Diagramme als auch die Kurzzusammenfassung der charakteristi-
schen Stärken und Schwächen sind in englischer Sprache. Die in den Prozessfluss- Diagram-
men eingesetzten Symbole „Prozess“ und „Entscheidung“ weichen leicht in der Beschriftung
bzw. Darstellung der Felder room“ und person“ von der in Anhang 4 dargestellten Symbo-
lik ab.
216
Anhang 12.1
Anhang 12.1: Handle requests for ICU patient admissions
PALO ALTO VA HEALTH CARE SYSTEM STANFORD (USA):
1. Handle requests for scheduled ICU admissions
No
Yes
scheduled request
Prozeß
person:
room:
charge nurse
MSICU central nurse
station
print out OR-schedule
(issued at 11am the day
before the admission)
room: MSICU central nurse
station
DHCP
print OR-schedule Prozeß
person:
room:
MSICU attending
+ charge nurse
MSICU central nurse
station
return to remaining work
any
patient for MSICU?
person:
room:
MSICU attending
+ charge nurse
MSICU central nurse
station
ref.: D-1
OR-schedule
Prozeß
person:
room:
MSICU attending
+ charge nurse
MSICU central nurse
station
check OR- schedule
1. Handle requests for unscheduled ICU admissions
No
Yes
Prozeß
person:
room:
outside to transfer
coordinator
transfer coordinator
office
unscheduled request
from outside hospital
Prozeß
person:
room:
charge nurse
MSICU central nurse
station
call or page MSICU
attending and inform
him
Prozeß
person:
room:
transfer coordinator
to MSICU attending
or/+ charge nurse
MSICU office or/+
MSICU central nurse
station
obtain medical
information about the
patient
may be decided by
telephone information or
examination of the patient
Prozeß
person:
room:
MSICU Dr.s or
MSICU attending
ER or ward
check patient against
admission criteria
MSICU admission
appropriate?
person:
room:
MSICU Dr.s or
MSICU attending
MSICU central nurse
station
Prozeß
person:
room:
MSICU Dr.s or
MSICU attending
MSICU central nurse
station
inform sending unit or
facility
Prozeß
person:
room:
MSICU Dr.s or
MSICU attending
MSICU central nurse
station
inform charge nurse
Prozeß
person:
room:
responsible Dr.s or
charge nurse or
nurse to MSICU
attending or charge
nurse
ER or ward
unscheduled request
from inside hospital Prozeß
person:
room:
rsp. Dr.s or charge
nurse or nurse or
MSICU charge nurse
to MSICU attending
MSICU attending
office or entire
MSICU
obtain information about
patient
217
Anhang 12.1
process
strength
process
deficit
1. Handle requests for ICU patient admissions
OR schedule one day in advance
Transfer coordinator as an extra person
OR course may start with delay, because the definite
agreement concerning the OR schedule from the
MSICU is given at the same morning about 6 a.m.
strength
deficit
218
Anhang 12.1
KAPLAN MEDICAL CENTER REHOVOT (ISRAEL):
1. Handle requests for scheduled ICU admissions
Prozeß
person:
room:
ICU secretary
ICU secretariate
secretary of OR
department brings list of
planned operations Prozeß
person:
room:
ICU secretary
central ICU room
list hanging at the
information panel
ref.: Do-1-2-A
list of planned
operations
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
prepare bed for
cardiac patient
(routine in the morning) Prozeß
person: escort
bring bed to the OR
(routine in the morning)
Prozeß
person:
room:
ICU physician sup.
physician room
telefon-call from surgical
physician: high risk
surgery is planned
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
request for sticker to the
administration
ICU patient?
(medical decision)
person:
room:
ICU physician sup.
ICU physician room
Prozeß
person:
room:
department physician
ward
treat patient in the
department
Yes
No
1. Handle requests for unscheduled ICU admissions
person:
room:
I
CU physician sup.
central ICU room
telefon-call
from physician
(all departments)
person:
room:
ICU physician exp.
central ICU room
telefon-call
from physician
(all departments)
person:
room:
ICU physician exp.
ICU physician room
conversation with ICU
physician superior
person:
room:
ICU nurse sup.
central ICU room
conversation with ICU
physician about
available beds/ nurses
ref.: Do 2.1.B
scrap of paper
ICU
patient admission?
person:
room:
ICU physician sup.
ICU
[...]
Yes
78%
No 22%
admission rejection
219
Anhang 12.1
process
strength
process
deficit
1. Handle requests for ICU patient admissions
Clear competence (concerning the patient admission)
Prepare beds for cardiac OR patients as a routine
Incorrect or missing information transfer
Patient sticker can not be printed at ICU
strength
deficit
220
Anhang 12.1
UNIVERSITÄTSKLINIKUM INNSBRUCK (ÖSTERREICH):
1. Handle requests for scheduled ICU admissions
scheduled admissions
- postsurgical patients - Prozeß
person:
room:
SICU,RR & TICU-
head physician
SICU
Daily admission meeting
from Monday - Friday for
the actual OR schedule
at 7:30 am.
daily OR schedule
Is it neces--
sary to admit one
postsurgical patient?
person:
room:
SICU & TICU-head
physician
SICU
Is it possible to
admit the patient?
person:
room:
TICU-head physician
SICU
Prozeß
person:
room:
TICU-HP:SICU-HP
SICU
TICU-head physician
rejects the patient
admission. (orally)
admission rejection
FINISH
Prozeß
person:
room:
TICU-HP:SICU-HP
SICU
TICU-head physician
confirms the patient
admission. (orally)
No
Yes Yes
No
e
1. Handle requests for unscheduled ICU admissions
unscheduled admission
person:
room:
rescue-team
anywhere:
emergemcy room
Transfer the patient to
the emergency room.
Enough
information?
person:
room:
TICU-HP
TICU
person:
room:
TICU-(H)P
emergency room
A TICU-(H)P visits the
patient in the
emergency room.
Will the TICU
admit the patient ?
person:
room:
TICU-HP
TICU
Will the TICU
admit the patient ?
person:
room:
TICU-HP
TICU
person:
room:
TICU-P:TICU-HP
emergency room:
TICU
Request from the
TICU-P to the
TICU-HP.
person:
room:
TICU-HP:ER-P
TICU:emergency
room
The TICU-HP confirms
the patient admission.
person:
room:
TICU-(H)P
ward
A TICU-(H)P visits
patient at ward.
person:
room:
TICU-P:TICU-HP
ward:TICU
Request from the
TICU-P to the
TICU-HP.
Will the TICU
admit the patient ?
person:
room:
TICU-HP
TICU person:
room:
TICU-HP:ER-P
TICU:ward
The TICU-HP confirms
the patient admission.
outside the hospital
10%
No
Yes
No
Yes
Yes
No
Yes
inside the hospital
90%
Yes
60%
No
40%
admission rejection
e
e
e
person:
room:
ER-P:TICU-HP
ER:TICU
The ER-P phones the
TICU-HP for an
exchange of information
about the patient.
[...]
No
admission rejection
In the
emergency room?
Where
is the patient
(phone call) ?
person:
room:
TICU-HP: requesting
person
TICU:anywhere
221
Anhang 12.1
process
strength
process
deficit
1. Handle requests for ICU patient admissions
Daily admission meeting from the TICU-, SICU- and
recovery room head physicians
Standardized admission process of outside patients
through the emergency room
No documented patient information for the TICU
after the daily admission meeting
No continuous information flow from the emergency
room to the TICU
strength
deficit
222
Anhang 12.1
CHARITÉ CAMPUS VIRCHOW KLINIKUM BERLIN (DEUTSCHLAND):
1. Handle requests for scheduled ICU admissions
OR-schedule for
the following day
(patient's name and age ,
patients's diagnosis,
planned operation, special
treatment)
person:
room:
surgical physicians
surgical clinics
write OR-schedules for
- general surgery
- traumatology
- facial surgery
person:
room:
ICU physicians
(superior)
ICU patient rooms
anesthesiological
morning round
7:15 - 8:00 am
person:
room:
surgical physicians
(superior)
ICU patient rooms
morning rounds
of the 3 surgical clinics
8:00 - 9:00 am
person:
room:
ICU physicians
(superior)
ICU corridor
identify transferable
ICU patient from
anesthesiological point
of view
person:
room:
surgical physicians
(superior)
ICU corridor
identify transferable
ICU patient from
surgical point of view
joint
decision about
transferable patients
person:
room:
ICU+surg. physicians
ICU corridor
joint
decision about ICU
patient admissions
person:
room:
ICU+surg. physicians
ICU corridor
Prozeß
person:
room:
ICU physicians
ICU office
Search for a bed in
another ICU
by phone
No 10%
Yes
90%
bed by bed
for general surgery:
also bed coordinator
e
e
e
1. Handle requests for unscheduled ICU admissions
e
person:
room:
ER physician
emergency room
search for a bed to
transfer "joker or
exchangeable patient"
person:
room:
ER physician to
ICU physician
ICU office
receive telephone call
for admission request
from emergency room
person:
room:
ICU physician
ICU office
gather patient
information by phone admission
decision
person:
room:
ICU physician
ICU office
person:
room:
ICU physician(s)
ICU office
identify "exchangeable
patient"
person:
room:
ICU physician(s)
ICU office
take "joker patient"
person:
room:
ICU physician
ICU office
bed is available
Yes
No
1 %
99 %
5 %
30 %
65 %
Personal
Round Protocol
admission rejection
at this ICU
"joker patient" is
decided by surgical
/anesthesiological
morning round
e
223
Anhang 12.1
process
strength
process
deficit
1. Handle requests for ICU patient admissions
Joint decision (consensus) and cooperation
between operating disciplines and ICU about
ICU admissions
For general surgical clinic: bed coordinator
OR schedule without ICU planning
OR starts before an ICU bed is assigned
Information transfer is incomplete
strength
deficit
224
Anhang 12.1
HOKKAIDO UNIVERSITY HOSPITAL SAPPORO (JAPAN):
scheduled admissions
- postsurgical patients - Prozeß
person:
room:
ICU pe; 30 ward pe
OR conference room
ICU admission meeting
for next week's OR
schedule on thursday
afternoon (30-60 min)
Yes 5%
Prozeß
person:
room:
ICU pe; invol ward pe
OR conference room
After the meeting joint
search for the "least
critical to reject" ICU
patient admission(s)
Decision
which patient(s)
is/are rejected!
person:
room:
ICU physician exp.
OR conference room
No
95%
Patient
admission for
ICU appropriate?
person:
room:
ICU pe (maybe other)
ICU medical office
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and reject patient
admission to ICU
No 5%
ICU Patient
Admission
Form
ICU Patient
Admission Form
admitted
patients (4)
max. ICU beds: 4
(nursing staff)
filled out before by
ward physicians exp.
e
e
ICU Patient
Admission Form
Yes
95%
admission rejection
More than
4 ICU patients
for one day?
person:
room:
ICU physician exp.
OR conference room
1. Handle requests for scheduled ICU admissions
Yes
70%
Patient
admission for
ICU appropriate?
person:
room:
ICU physician exp.
ward
No 30%
admission rejection
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
ward
Check patient status
at ward
Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Phone call to
check for ICU bed
unscheduled admission
- ward emergency -
Patient
admission for
ICU appropriate?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU medical office
admission rejection
Yes
95%
No 5%
unscheduled admission
- emergency operation - Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Phone call to
check for ICU bed Prozeß
person:
room:
ward pe; ICU pe
ward; ICU med.office
Check patient status
via telephone
e
e
1. Handle requests for unscheduled ICU admissions
225
Anhang 12.1
process
strength
process
deficit
Standardized documents for the information transfer
at the ICU admission meeting for scheduled ICU
admissions
Search for the “least critical to reject” scheduled ICU
patient admissions together with ward physicians
Standardized documents for scheduled ICU patient
admissions are not filled out completely/correctly by
ward physicians
Handle an increasing number of unscheduled ICU
admission requests (from the ER opening soon)
Documents for new patient groups - e.g. unscheduled
ICU patients (from the ER opening soon)
1. Handle requests for ICU patient admissions
strength
deficit
226
Anhang 12.2
Anhang 12.2: Search for the ICU patient least critical to transfer
PALO ALTO VA HEALTH CARE SYSTEM STANFORD (USA):
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Yes
No
`
person:
room:
responsible Dr.s
MSICU patient room
responsible Dr.s come
and write transfer order
Yes
No Yes
No No
Yes
Yes
No
Prozeß
person:
room:
triage attending
MSICU central nurse
station
ask MSICU Dr.s (or
charge nurse) for
possible transferable
patient
any patient
who meets transfer
criteria?
person:
room:
triage attending
MSICU central nurse
station
have to get
familiar with the
patient first?
person:
room:
responsible Dr.s
OR or ward or
MSICU patient room
Prozeß
person:
room:
Dr.s from ward (Dr.s
on call)
MSICU patient
room+MSICU desk
get familiar with the
patient
agree with
transferability?
person:
room:
responsible Dr.s
MSICU patient room
+ MSICU desk
agree with
transferability?
person:
room:
responsible Dr.s
MSICU patient room
+ MSICU desk
are responsible
Dr.s free to write
order yet?
person:
room:
responsible Dr.s to
triage attending
Or or ward
take responsibility until
new order is written
Prozeß
person:
room:
triage attending
entire MSICU or
MSICU desk
ask MSICU Dr.s to write
transfer order
Prozeß
person:
room:
triage attending
ward or OR or
MSICU central nurse
station
triage attending calls or
pages or talks to
responsible Dr.s
concerning patients`
transfer
Prozeß
person:
room:
triage attending +
responsible dr.s
MSICU patient
room+/or MSICU
corridor
discussion concerning
patients` condition
process
strength
process
deficit
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Defined physician for the search of a transferable
patient (triage attending)
ICU patients can not be transferred without transfer
order from ward physician
Most of the time the transfer order is not written
in time (ward physicians have to be physically
present)
strength
deficit
227
Anhang 12.2
KAPLAN MEDICAL CENTER REHOVOT (ISRAEL):
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Receive patient
immediatly?
person:
room:
ICU physician exp.
central ICU room
discharge a patient?
person:
room:
ICU phys. exp./ nurse
central ICU room
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
additional patient bed
person:
room:
ward physician
ward
keep patient at ward
with requested advice
from ICU physician sup.
No
80%
Yes 20%
Yes
30%
No
70%
Prozeß
person: ICU nurse, ICU
physician, escort
transfer a patient to a
ward
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
central ICU room
telefon-call with the
department physician
process
strength
process
deficit
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Medical advice and support from ICU physicians for
critical patient treatment at wards
Flexible extension of the number of ICU beds
Time delay for transferring the patient to a ward
(organize non medical staff for transportation)
strength
deficit
228
Anhang 12.2
UNIVERSITÄTSKLINIKUM INNSBRUCK (ÖSTERREICH):
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Prozeß
person:
room:
TICU-HP,TICU-P
TICU
Choose the patient
"least critical to transfer"
out of the group of
transferable patients. Prozeß
person:
room:
TICU-P:ward-P
TICU:ward
Phone the receiving
ward to check the
transfer.
[...]
Prozeß
person:
room:
TICU-P,TICU-nurse
TICU
Administration for
patient transfer
room: TICU-physician room
4 D-Client
person:
room:
TICU-nurse:
ward-nurse
TICU:ward
Phone the receiving
ward to check the
transfer time.
[...]
Prozeß
person:
room:
TICU-nurse,
nurseassist
TICU:ward
Transfer the patient to
the receiving ward.
medical report, copied
documents for the
receiving ward
If it isa transfer to
another ICU a TICU-
physician has to be
present.
Four times a day the
TICU-HP searches for
the "least critical to
transfer" ICU patient
e
process
strength
process
deficit
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
ICU head physician searches for the “least critical to
transfer patients four times a day
The ICU patient leaves the ICU always with the
medical report
ICU nurse has to wait with the transfer until the ICU
physician has finished the medical report
ICU nurses don´t know exactly which patient
documents have to be copied for receiving wards
strength
deficit
229
Anhang 12.2
CHARITÉ CAMPUS VIRCHOW KLINIKUM BERLIN (DEUTSCHLAND):
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
e
person:
room:
ER physician
emergency room
search for a bed to
transfer "joker or
exchangeable patient"
person:
room:
ER physician to
ICU physician
ICU office
receive telephone call
for admission request
from emergency room
person:
room:
ICU physician
ICU office
gather patient
information by phone admission
decision
person:
room:
ICU physician
ICU office
person:
room:
ICU physician(s)
ICU office
identify "exchangeable
patient"
person:
room:
ICU physician(s)
ICU office
take "joker patient"
person:
room:
ICU physician
ICU office
bed is available
Yes
No
1 %
99 %
5 %
30 %
65 %
Personal
Round Protocol
admission rejection
at this ICU
"joker patient" is
decided by surgical
/anesthesiological
morning round
e
process
strength
process
deficit
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Joint decision between operating disciplines and
ICU about transferable patients
Transferable patients are already identified at morning
round (“joker patients”)
Transferable patients are kept longer than necessary
at the ICU (“joker patients”)
ER physicians organize beds for “exchange and joker
patients” (unscheduled ICU admissions)
strength
deficit
230
Anhang 12.2
HOKKAIDO UNIVERSITY HOSPITAL SAPPORO (JAPAN):
Bed available?
person:
room:
ICU physician exp.
ICU:med.off/pat.room
Prozeß
Transferable
ICU patient?
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
No 75%
Prozeß
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
Search for the
"least critical to reject"
ICU patient admission
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and discuss problem of
transferring patient
Yes
25%
Decision
which patient is
rejected!
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
Transfer
patient?
person:
room:
ICU pe (+ ward pe)
ICU med.office; ward
Prozeß
person:
room:
ICU pe; ward pe
ICU med.office; ward
Phone ward physician
and reject ICU patient
admission
No
1%
Yes
75%
admission rejection
Yes
99%
person:
room:
ICU pe (>/=1)
ICU medical office
Search for the
"least critical to transfer"
ICU patient
-> for scheduled admissions:
morning conference
scheduled admissions: >1
unscheduled admissions: =1
(also for all following processes)
No
25%
e
ee
[ ... ]
ICU Patient
Admission Form
ICU Scheduled
Admission List
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
process
strength
process
deficit
Search for the “least critical to transfer” ICU
patient together with all present ICU physicians
Standardized documents for the search for the
“least critical to reject” ICU admission request
Search for the “least critical to transfer ICU patient
for an increasing number of ICU patients
Search for the “least critical to reject” ICU admission
request for an increasing number of ICU patient
admission requests
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
strength
deficit
231
Anhang 12.3
Anhang 12.3: Gather patient information for the patient treatment
PALO ALTO VA HEALTH CARE SYSTEM STANFORD (USA):
3. Gather patient information for the patient treatment
room: MSICU patient room
EMTEK
room: MSICU patient room
Marquette Monitor
(heart rate, blood
pressure, etc)
Yes
No
room: MSICU patient room
EMTEK
ref.: D-3
PRN and one-time
medication record
doctors's orders
IV's/drips
routine medications
PRN medications
restraint order
cardiac surgery post-
operative orders for
SICU
Prozeß
person:
room:
ward clerk
MSICU central nurse
station
make chart, transcribe
orders, ask for tests,
labs, etc.
Prozeß
person:
room:
patient assigned
nurse
MSICU patient room
enter patient data in
EMTEK
Prozeß
person:
room:
patient assigned
nurse
MSICU patient room
enter patient data in
Marquette Monitor
Prozeß
person:
room:
patient assigned
nurse
MSICU patient room
enter unit admit note
into EMTEK
Prozeß
person:
room:
patient assigned
nurse
MSICU patient room
complete additional
charting
is patient data
already entered in
monitors?
person:
room:
patient assigned
nurse
MSICU patient room
Prozeß
person:
room:
extern (+MSICU
patient assigned
nurse + nurse assist.)
ER or OR or ward
transport patient
to MSICU
Prozeß
person:
room:
responsible Dr.s +
patient assigned
nurse
MSICU patient room
receive report from
transfering Dr.s +/or
nurses
process
strength
process
deficit
3. Gather patient information for the patient treatment
OR- and anesthesia- team bring the patient to the
ICU and give patient information to the MSICU Dr.s
and the patient assigned nurse
For scheduled patients the patient data is already
available through the EMTEK program before the
patient comes to the ICU
For unscheduled patients the main part of the patient
information is given when the patient arrives at the ICU
strength
deficit
232
Anhang 12.3
KAPLAN MEDICAL CENTER REHOVOT (ISRAEL):
3. Gather patient information for the patient treatment
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
register patient in the
patient book
ref.: Do 6.4-2
patient book
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
ICU entrance
conversation with the
family: allergy, epileptic,
status of senses,
language, telefon number
Prozeß
person:
room:
ICU phys. exp./ nurse
central ICU room
register patient in the
computer
room: central ICU room
administrative
admission modul
ref.: do 6.4-1
ref.: Do 6.3-3
information paper
ref.: Do 6.4-2
print:
administrative admission
Prozeß
person:
room:
physician/ nurse,
escort
ICU entrance
patient arrives in the
ICU Prozeß
person:
room:
physician, nurse,
escort
central ICU room
shift the patient from
bed to bed/ shift the bed
to the right ICU Place
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
conversation
department nurse to
ICU nurse
Prozeß
person:
room:
ICU physician exp.
central ICU room
conversation ICU
physician with
department physician
ref.: Do 6.3-1
patient file
Prozeß
person:
room:
ICU nurse
central ICU room
conversation ICU nurse
to department physician
[...]
process
strength
process
deficit
3. Gather patient information for the patient treatment
Information transfer by visit on principle, telephone
call, conversation and patient file
Conversation across all hierarchical levels
Conversation with the ICU patient’s family
(ICU physician and ICU nurse)
Redundant data in the computer and the handwritten
records
Only few information at the beginning of the ICU
patient admission process
strength
deficit
233
Anhang 12.3
UNIVERSITÄTSKLINIKUM INNSBRUCK (ÖSTERREICH):
3. Gather patient information for the patient treatment
Prozeß
person:
room:
TICU-nurse
TICU bed
Connect patient to
medical equipment.
Prozeß
person:
room:
ER-P or ANA-P:
TICU-P
TICU bed
Exchange information
between transfer
physician and
TICU-physician.
documents from the OR
or/and the emergency
room
Prozeß
person:
room:
TICU-P:TICU-nurse
TICU bed
Exchange information
between TICU-physician
and TICU-nurse.
Prozeß
person:
room:
TICU-nurse
TICU bed
Intensive care treatment
Prozeß
person:
room:
TICU-physician
TICU-physician room
Enter the new patient to
4 D-Client and complete
documents.
Prozeß
person:
room:
TICU-nurse
TICU bed
Complete nursing
documents.
Prozeß
person:
room:
TICU-P:TICU-nurse
TICU bed
Exchange information
about the whole medical
history of the patient.
filled out before by ER-
physician and ER-nurse or
anaesthesiologist from OR
medical history
documents from the OR
or/and the emergency
room
nursing documents
process
strength
process
deficit
3. Gather patient information for the patient treatment
Detailed information exchange between ICU physician
and ICU nurse
Picture Archiving and Communication System (PACS)
Responsible ER/OR physicians do not always transfer
the patient to the ICU (missing information)
Missing/unreadable information in documents
Missing information about the patient status in the
ER/OR for the ICU staff
strength
deficit
234
Anhang 12.3
CHARITÉ CAMPUS VIRCHOW KLINIKUM BERLIN (DEUTSCHLAND):
3. Gather patient information for the patient treatment
patient from OR?
person:
room:
ICU nurse
ICU office
anaethesia nurse from
OR visits the ICU at the
end of the operation to
collect transport
equipment
person:
room:
anesthesia nurse
OR/ICU office
Yes 80%
No 20%
get additional patient
information by phone
person:
room:
ward to ICU nurse
ward/ICU office
transport patient from
OR to ICU
person:
room:
anesthesiologist and
anaethesia nurse
corridor OR to ICU
transport patient from
another place to ICU
(unit, other hospital)
person:
room:
variable
variable to ICU
connect and
examine patient
person:
room:
ICU physician +
ICU room nurse
ICU patient room
individualize standard
room preparation
for the patient
person:
room:
room nurse
patient room/
storaget rooms
collect patient
documents
person:
room:
ICU physician+
ICU room nurse from
anesthesilogist or
ward physician
ICU patient room
rear side of daily
patient data form
ICU patient's
medical file
collect ICU patient
information from
anesthesia nurse
person:
room:
anesth. to ICU nurse
ICU office
get oral medical
information/take notes
person:
room:
ICU physician+
ICU room nurse from
anesthesilogist or
ward physician
ICU patient room
process
strength
process
deficit
3. Gather patient information for the patient treatment
Individualize standard room preparation before patient
arrival
Standardized documents for ARDS patients eases
information transfer
Information transfer for room assignment as well as
room and medical equipment preparation is too late
or incomplete
Lack of information between OR and ICU
(information flow not standardized)
strength
deficit
235
Anhang 12.3
HOKKAIDO UNIVERSITY HOSPITAL SAPPORO (JAPAN):
3. Gather patient information for the patient treatment
100%
person:
room:
ass. ICU p; (ICU pe);
ward pe; (+ward p(e))
ICU medical office
Collect patient
medical information
about the surgery
person:
room:
ass. ICU p; (ICU pe);
(2) anes.
ICU medical office
Collect patient medical
information about gene-
ral status + anesthesia
room: OR
Operation
Documentation and
Information System
person:
room:
ICU: p(e), n(e) (+ (2)
anes.+(2)ward p(e))
ICU patient room
Connect patient
to the medical
equipment in the ICU
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
(+ ward pe)
ICU patient room
Connect patient
to the medical
equipment in the ICU
person:
room:
ICU p(e); ICU n(e)
(+ ward pe)
ICU patient room
Transfer the patient from
the transportation bed to
the ICU bed
100%
Prozeß
person:
room:
(2)ward p(e);(2) anes.
OR; ICU pat.room
Patient transport from
the OR to the ICU
using the ICU bed and med.
equipment for transportation
Prozeß
person:
room:
ICU n(e);ward n(e)
ICU: corridor outside
Collect patient medical
information for nursing
100%
100%
Prozeß
person:
room:
ward pe; ward n(e)
ward; ICU pat.room
Patient transport form
the ward to the ICU
using the transportation bed +
med. equipm. for transport.
ward nurses do not
enter the ICU
filled out before by
anesthesiologist
filled out before by
ward physician exp.
filled out before by
OR nurse (exp.)
filled out before by
ward nurse (exp.)
Prozeß
person:
room:
(ass.) ICU n;OR n(e)
OR
Collect patient medical
information for nursing Anesthesia Record
Summary of the
Patient Status
During Anesthesia
Summary of the
Surgery/Therapy
ICU Patient's
Medical File
Summary of Patient
Information for Nursing
at Ward Transfer
Summary of Patient
Information for Nursing
after Surgery
OR
Patients:
Ward
Patients:
Prozeß
person:
room:
(ass.) ICU nurse
OR
Get the unused blood
products from the OR
process
strength
process
deficit
First information from ICU Patient Admission Forms
Continuous information about the patient status in
the OR via an electronic OR record keeping and
information system (HODMS)
Standardized documents and additional face to face
information transfer
Redundant information transfer between ward
physicians and ICU physicians as well as ward
nurses and ICU nurses
No standardized information transfer/comparison
between physicians and nurses
3. Gather patient information for the patient treatment
strength
deficit
236
Anhang 13
Anhang 13: Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit der
Partizipativen Prozessfluss- Visualisierung anhand der generellen
Teilziele für die Prozessfluss- Analyse und Optimierung
Um an dieser Stelle auch eine tabellarische Gegenüberstellung der einzelnen Bewertungser-
gebnisse zu ermöglichen, wurde hierfür wie folgt vorgegangen:
Zunächst fand eine Transformation der auf den intervalllosen Skalen der Bewertungsbögen
(siehe auch Anhang 8 und 9) anonym vermerkten Bewertungsergebnisse in entsprechend nu-
merische Werte zwischen 0 für „völlig falsch“ und 100 für „völlig richtig“ statt. Aus den ein-
zelnen numerischen Bewertungen wurden dann für jede der 10 „Aussagen“ aus diesen Bewer-
tungsbögen statistische Mittelwerte für jedes der fünf Teilprojekte einzeln aber auch für alle
fünf Intensivstation gemeinsam berechnet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die
somit statistisch gemittelten Bewertungsergebnisse vor der Darstellung in folgender Tabelle
nach der ersten Nachkommastelle gerundet:
ITS in
den USA
ITS in
Israel
ITS in
Österreich
ITS in
Deutschland
ITS in
Japan
alle fünf ITS
gesamt
16 9 12 8 8 53
1. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der analysierte
Arbeitsprozess verständlicher/transparenter geworden. 86,9 77,8 91,3 70,3 89,0 84,2
2. Ich konnte die wesentlichen Probleme aus meinem eigenen
Arbeitsbereich in die Analyse der Arbeitsprozesse einbringen. 84,9 82,0 86,0 78,3 79,1 82,9
3. Die eingesetzte Methodik hat mir die wesentlichen Probleme
der anderen Mitarbeiter in dem analysierten Arbeitsprozess
verdeutlicht.
79,9 80,0 81,8 66,3 84,0 78,9
4. Durch die eingesetzte Methodik ist mir der gemeinsam
optimierte Arbeitsprozess verständlich/transparent geworden. 85,0 83,1 81,3 55,0 79,8 78,5
5. Der durch die eingesetzte Methodik optimierte
Arbeitsprozess sollte meiner Meinung nach den momentanen
Arbeitsprozess ersetzen.
83,5 88,7 76,8 51,0
86,3 76,0
7. Durch die eingesetzte Methodik konnte ich mit anderen
beteiligten Mitarbeitern besser über die gemeinsamen
Arbeitsprozesse diskutieren.
84,4 80,0 76,0 59,4 39,7 72,1
8. Ich konnte mich durch die eingesetzte Methodik ausreichend
in die Prozessoptimierung einbringen. 85,4 80,0 80,3 73,4 49,7
87,8 90,7 88,5 77,3 86,0 86,6
10. Die eingesetzte Methodik zur Prozess- Analyse und -
optimierung sollte auch für andere klinische Arbeitsprozesse
eingesetzt werden.
85,6 83,6 87,0 76,3 89,8 84,8
Anzahl der aktiv involvierten Krankenhausmitarbeiter:
76,3 77,8
6. Der Arbeitsaufwand der eingesetzten Methodik hat sich für
mich in Grenzen gehalten. 82,3 81,6 63,7 66,6
76,7
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mich dazu
angeregt, die analysierten Arbeitsprozesse auch zukünftig
kritisch zu überdenken und ggf. Verbesserungen anzuregen.
237
Anhang 13
An dieser Stelle sei angemerkt, dass nur die Aussagen 1.,3.,4.,9. und 10. tatsächlich von allen
aktiv involvierten Krankenhausmitarbeitern bewertet wurden.
Die Aussage 2. wurde dagegen insgesamt nur von 50 der 53 aktiv involvierten Mitarbeiter
bewertet (15/16 in den USA; jeweils 7/8 in Deutschland und Japan).
Die Aussage 5. wurde ebenso nur von 50 der 53 aktiv involvierten Mitarbeiter bewertet
(15/16 in den USA; 6/8 in Deutschland).
Auch die Aussage 6. wurde nur von 50 der 53 aktiv involvierten Mitarbeiter bewertet (15/16
in den USA; jeweils 7/8 in Deutschland und Japan).
Demgegenüber wurden die Aussagen 7. und 8. von 51 der 53 aktiv involvierten Mitarbeiter
bewertet (jeweils 7/8 in Deutschland und Japan).
Beim Teilprojekt in den USA konnten darüber hinaus von den insgesamt 16 aktiv beteiligten
Mitarbeitern 6 dem ärztlichen Bereich und 10 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden.
15 Aussagen über die persönliche Arbeitserfahrung der einzelnen Mitarbeiter in dieser Ab-
teilung ergaben einen durchschnittlichen Wert von ungefähr 7,4 Jahren.
Beim Teilprojekt in Israel konnten dagegen von den insgesamt 9 aktiv beteiligten Mitarbei-
tern 3 dem ärztlichen Bereich und 5 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden. Bei einem
ausgefüllten Bewertungsbogen fehlte diese Angabe. 9 Aussagen über die persönliche Arbeits-
erfahrung der einzelnen Mitarbeiter in dieser Abteilung ergaben einen durchschnittlichen
Wert von ungefähr 10,2 Jahren.
Beim Teilprojekt in Österreich konnten von den insgesamt 12 aktiv beteiligten Mitarbeitern
1 dem ärztlichen Bereich und 8 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden. Bei 3 ausge-
füllten Bewertungsbögen fehlte diese Angabe. 10 Aussagen über die persönliche Arbeitser-
fahrung der einzelnen Mitarbeiter in dieser Abteilung ergaben einen durchschnittlichen Wert
von ungefähr 6,9 Jahren.
Beim Teilprojekt in Deutschland konnten von den insgesamt 8 aktiv beteiligten Mitarbei-
tern 1 dem ärztlichen Bereich und 1 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden. Bei 6
ausgefüllten Bewertungsbögen fehlte diese Angabe. 3 Aussagen über die persönliche Arbeits-
erfahrung der einzelnen Mitarbeiter in dieser Abteilung ergaben einen durchschnittlichen
Wert von ungefähr 6,2 Jahren.
Beim Teilprojekt in Japan konnten von den insgesamt 8 aktiv beteiligten Mitarbeitern 5
dem ärztlichen Bereich und 3 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden. 8 Aussagen über
die persönliche Arbeitserfahrung der einzelnen Mitarbeiter in dieser Abteilung ergaben einen
durchschnittlichen Wert von ungefähr 3,6 Jahren.
238
Anhang 13
Insgesamt konnten somit von den 53 aktiv beteiligten Mitarbeitern aus allen Teilprojekten 16
dem ärztlichen Bereich und 27 dem pflegerischen Bereich zugeordnet werden. Bei 10 ausge-
füllten Bewertungsbögen fehlte diese Angabe. 45 Aussagen über die persönliche Arbeitser-
fahrung der einzelnen Mitarbeiter in diesen Abteilungen ergaben einen durchschnittlichen
Wert von ungefähr 7,1 Jahren.
Das Freitextfeld „Weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten Methodik“ der in Anhang
8 und 9 befindlichen Bewertungsbögen wurde dagegen insgesamt nur von drei Personen für
folgende Bemerkungen genutzt:
Kommentar eines ärztlichen Mitarbeiters aus der Intensivstation des Hokkaido University
Hospitals Sapporo (Japan) mit 5 Jahren Arbeitserfahrung in dieser Abteilung:
“There are always "exceptions" in [the] medical area. It seems to be difficult to make
[a] "complete" flow chart.”
Kommentar eines pflegerischen Mitarbeiters aus der Intensivstation des Palo Alto VA Health
Care Systems Stanford (USA) mit 6 Jahren Arbeitserfahrung in dieser Abteilung:
“The process is informative, but really requires a "dedicated" person to do the key
work and "put it all together".”
Kommentar eines ärztlichen Mitarbeiters aus der Intensivstation des Palo Alto VA Health
Care Systems Stanford (USA) mit 4 Jahren Arbeitserfahrung in dieser Abteilung:
“Very good method to delineate the issues, and thus areas for improvement. Also
demonstrated inter- connectivity of various components of the system.”
239
Anhang 14
Anhang 14: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen
Prozessmodul- Vergleichs anhand der speziellen Teilziele für das
Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (in deutscher Sprache)
Persönliche Angaben:
Krankenhaus:
Abteilung:
Position:
Arbeitserfahrung in der
Abteilung in Jahren:
völlig
Folgende Aussagen sind für mich ...
falsch .......................................... richtig
| |
| |
| |
| |
| |
6. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die analysierten
Arbeitsprozesse mit anderen Teilnehmern des Workshops zu
diskutieren.
| |
7. Der Arbeitsaufwand des Prozessfluss- Vergleichs hat sich
für mich in Grenzen gehalten.
| |
|
| |
10. Die eingesetzte Methodik für die Prozessfluss- Analyse und
den Vergleich sollte auch für andere klinische
Arbeitsprozesse eingesetzt werden.
| |
Weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten Methodik:
völlig
1. Durch die eingesetzte Methodik sind mir die Arbeitsprozesse
in den anderen Arbeitssystemen verständlicher/transparenter
geworden.
2. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mit signifikante
Unterschiede in den analysierten Arbeitsprozessen.
3. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die Prozess-
Stärken und Schwächen in den analysierten Arbeitssystemen
zu verstehen.
4. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mir hilfreiche
Prozessfluss- Alternativen für die Prozess- Optimierung.
5. Meiner Meinung nach sollte der durch den Prozessfluss-
Vergleich optimierte Arbeitsprozess den momentanen
Arbeitsprozess ersetzten.
|
8. Ich konnte mich durch die eingesetzte Methodik ausreichend
in die Prozessfluss- Optimierung am Workshop einbringen.
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mir das
Potential für zukünftige Vergleiche von klinischen
Arbeitsprozessen gezeigt.
240
Anhang 15
Anhang 15: Bewertungsbogen für die Funktionstauglichkeit des Problemspezifischen
Prozessmodul- Vergleichs anhand der speziellen Teilziele für das
Lernen aus Prozessfluss- Alternativen (in englischer Sprache)
Personal Data:
Department:
Position:
Years of work experience
within the department:
totally totally
The following statements are ...
wrong ....................................... correct
| |
| |
3. The used method helped me to understand the process
strengths and deficits within the analyzed work systems.
| |
| |
| |
6. The used method helped me to discuss the analyzed work
processes together with other participants of the work shop.
| |
7. The work load that was linked with the process comparison
was acceptable for me.
| |
8. By using this method I was able to participate in an adequate
way within the process optimization at the workshop.
| |
9. The results of the process comparison showed me the
potential for further comparisons of clinical work processes.
| |
10. The used method for the process analysis and comparison
should also be realized for other clinical work processes.
| |
Further suggestions and criticism concerning the used method:
Hospital:
1. The used method gave me a detailed understanding (more
transparency) of the analyzed work processes within the
different work systems.
2. The process comparison illustrated me significant
differences within the analyzed work processes.
4. The process comparison showed me helpful process
alternatives for the process optimization.
5. In my opinion should the work process that has been
optimized by the process comparison replace the
momentarily existing work process.
241
Anhang 16
Anhang 16: Zusammenstellung der Prozessmodul- Alternativen für die drei
charakteristischen Problembereiche der fünf analysierten
„Patientenaufnahmen auf die ITS“ (in englischer Sprache)
In diesem Anhang befindet sich für jeden klinischen Projektpartner eine individuelle Zusam-
menstellung der Prozessfluss- Alternativen für die drei charakteristischen Problembereiche
der fünf analysierten „Patientenaufnahmen auf die Intensivstation“.
Hierfür wurden für jeden der fünf klinischen Projektpartner zunächst die in Anhang 11 darge-
stellten charakteristischen Prozess- Defizite dieser drei Problembereiche zusammengestellt,
um dann so weit wie möglich entsprechende Prozessfluss- Alternativen aus den anderen vier
Arbeitssystemen zu ergänzen. Darüber hinaus fand für jeden dieser drei Problembereiche ggf.
auch eine Zuordnung hilfreich erscheinender Prozess- Stärken aus den anderen vier Arbeits-
systemen statt. Diese besitzen zwar keinen direkten Bezug zu den identifizierten Prozess-
Defiziten, sollten aber als zusätzliche Anregungen für eine weitere Prozessfluss- Verbesse-
rung der einzelnen Problembereiche nicht vernachlässigt werden. Prozessfluss- Alternativen
bezogen auf einzelne Prozess- Defizite sind hierbei durch ein „-“ gekennzeichnet, ergänzende
Prozess- Stärken für einzelne Problembereiche dagegen durch ein „+“.
Ganz bewusst wurde die Zusammenfassung der verschiedenen Prozessfluss- Alternativen an
dieser Stelle sehr kurz gefasst, da für ein tiefergehendes Verständnis der einzelnen Stärken
und Schwächen eine detaillierte Analyse der jeweils zugrunde liegenden Prozessfluss- Dia-
gramme ohnehin unvermeidbar ist (vgl. auch Projektphase 4 des Problemspezifischen Pro-
zessmodul- Vergleichs).
242
Palo Alto VA Health Care System Stanford
1. Handle requests for ICU patient admissions
Process Deficit: OR course may start with delay
- Germany (OR starts without additional ICU confirmation)
- Japan (OR starts without additional ICU confirmation)
- Israel (OR starts without additional ICU confirmation)
+ Austria (daily admission meeting from TICU-, SICU- and recovery room head physicians)
+ Japan (ICU Admission Meeting + ICU Patient Admission Forms)
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Process Deficit: ICU patients can not be transferred without transfer order from ward physicians
- Germany (no transfer orders needed)
- Austria (no transfer orders needed)
- Japan (transfer decision by ICU physicians)
+ Germany, Austria (no organize/assign staff process)
+ Austria (search for the patient least critical to transfer four times a day)
+ Israel (flexible extension of ICU beds)
+ Japan (standardized documents for the search for the ”least critical to reject” ICU admission request)
3. Gather patient information for the patient treatment
Process Deficit: For unscheduled patients the main part of the patient information is given when the
patient arrives at the ICU
- Japan (ICU Patient Admission Forms + HODMS)
Anhang 16
Kaplan Medical Center Rehovot
1. Handle requests for ICU patient admissions
Process Deficit: Incorrect or missing information transfer
- Japan (ICU Patient Admission Forms)
Process Deficit: Patient sticker can not be printed at ICU
- Austria, Germany, Japan (patient sticker are printed at ICU)
+ USA (transfer coordinator)
+ Austria (TICU, SICU recovery room physicians daily meeting)
+ Germany (bed coordinator)
+ Japan (ICU Admission Meeting)
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Process Deficit: Time delay for transferring the patient to a ward
- Austria (defined staff for transportation)
- Germany, Japan (patient is transferred by receiving ward)
+ USA (defined position of the triage attending)
+ Japan (standardized documents for the search for the ”least critical to reject” ICU admission request)
+ Austria (patient transfer always/only with medical report)
+ Japan (ICU Discharge Summary + Summary of the Nursing Record)
3. Gather patient information for the patient treatment
Process Deficit: Redundant data in the computer and the hand written records
- Japan (HODMS)
Process Deficit: Only few information at the beginning of the ICU patient admission process
- Japan (ICU Patient Admission Forms + Summary of the ... + HODMS)
- USA (EMTEK for scheduled patient admissions)
+ Austria (PACS)
Universitätsklinikum Innsbruck
1. Handle requests for ICU patient admissions
Process Deficit: No documented patient information for the TICU after the daily admission meeting
- Japan (ICU Admission Meeting, ICU Patient Admission Forms)
Process Deficit: No continuous information flow from the emergency room to the TICU
- Japan (HODMS)
+ Germany (bed coordinator)
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Process Deficit: ICU nurse has to wait with transfer until ICU physician has finished medical report
- Japan (ICU Discharge Summary + face to face information transfer)
Process Deficit: ICU nurses do not know exactly which documents to copy for receiving wards
- Japan (ICU Discharge Summary + Summary of the Nursing Record)
+ USA (defined position of the triage attending)
+ Japan (standardized documents for the search for the ”least critical to reject” ICU admission request)
3. Gather patient information for the patient treatment
Process Deficit: Responsible ER/OR physicians do not always transfer the patient to the ICU
(missing information)
- USA, Japan (responsible ER/OR physicians and nurses transfer the patient to the ICU)
- Israel (conversation across all hierarchical levels)
Process Deficit: Missing information in documents
- Japan (information transfer by standardized documents and face to face)
+ USA (EMTEK for scheduled patient admissions)
+ Japan (HODMS)
243
Anhang 16
Charité Campus Virchow Klinikum Berlin
1. Handle requests for ICU patient admissions
Process Deficit: OR schedule without ICU planning
- Japan (ICU Admission Meeting)
- USA (ICU notice in OR plan)
Process Deficit: OR starts before ICU bed is assigned
- USA (ICU approval for OR start)
- Japan (ICU Admission Meeting)
- Israel (prepare bed for cardiac patients as a routine)
Process Deficit: Information transfer is incomplete
- Japan (ICU Patient Admission Forms)
+ USA (transfer coordinator)
+ Austria (standardized admissions for outside patients through the ER – especially other hospitals)
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Process Deficit: Transferable patients are kept longer than necessary at the ICU (”joker patients”)
- Japan, Austria (transfer decision by ICU physicians)
- USA (defined position of the triage attending)
Process Deficit: ER physicians organize beds for ”exchangeable and joker patients”
- USA (defined position of the hospital coordinator)
+ Japan (standardized documents for the search for the ”least critical to rejectICU admission request)
3. Gather patient information for the patient treatment
Process Deficit: Information for room assignment and equipment preparation is too late/incomplete
- Japan (ICU Patient Admission Forms + HODMS)
- USA (EMTEK for scheduled admissions)
Process Deficit: Lack of information between OR and ICU (information flow not standardized)
- Japan (ICU Patient Admission Forms + HODMS + Summary of the ... + face to face
information transfer)
+ Israel (conversation between all hierarchical levels)
+ Austria (detailed information exchange between ICU physician and ICU nurse)
+ Japan (standardized documents and face to face information transfer)
+ USA, Japan (responsible ER/OR physicians and nurses transfer the patient to the ICU)
244
Hokkaido University Hospital Sapporo
1. Handle requests for ICU patient admissions
Process Deficit: Handle an increasing number of ICU admission requests
- USA (transfer coordinator + defined position for ICU admission decision MSICU
attending)
- Austria (standardized admissions for outside patients through the emergency room)
- Germany (bed coordinator)
- Israel (prepare bed for cardiac patients as a routine)
2. Search for the ICU patient least critical to transfer
Process Deficit: Search for the ”least critical to transfer” ICU patient for an increasing number of
ICU patients
- USA (defined position of the triage attending)
- Austria (search for the ICU patient least critical to transfer four times a day)
- Germany (”joker patients”)
- Israel (flexible extension of ICU beds, medical advice and support for normal wards)
Process Deficit: Search for the ”least critical to reject” ICU admission request for an increasing
number of ICU patient admission requests
- USA (defined position of the MSICU attending)
3. Gather patient information for the patient treatment
Process Deficit: No standardized information transfer/comparison between physicians and nurses
- Israel (conversation across all hierarchical levels)
- Austria (detailed information exchange between ICU physician and ICU nurse)
+ Israel (conversation with the ICU patient’s family)
Anhang 17
Anhang 17: Darstellung des Bewertungsergebnisses der Funktionstauglichkeit des
Problemspezifischen Prozessmodul- Vergleichs anhand der speziellen
Teilziele für das Lernen aus Prozessmodul- Alternativen
Um an dieser Stelle auch eine tabellarische Gegenüberstellung der einzelnen Bewertungser-
gebnisse zu ermöglichen, wurde hierfür wie folgt vorgegangen:
Zunächst fand eine Transformation der auf den intervalllosen Skalen der Bewertungsbögen
(siehe auch Anhang 13 und 14) vermerkten Bewertungsergebnisse in entsprechend numeri-
sche Werte zwischen 0 für „völlig falsch“ und 100 für „völlig richtig“ statt. Aus den einzelnen
numerischen Bewertungen der fünf klinischen Vertreter wurden dann für jede der 8 „Aus-
sagen“ aus diesen Bewertungsbögen auch statistische Mittelwerte für alle fünf Intensivstatio-
nen gemeinsam berechnet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die somit statistisch
gemittelten Bewertungsergebnisse vor der Darstellung in folgender Tabelle nach der ersten
Nachkommastelle gerundet:
ITS in
den USA
ITS in
Israel
ITS in
Österreich
ITS in
Deutschland
ITS in
Japan
alle fünf ITS
gesamt
Anzahl der klinischen Vertreter: 1 1 1 1 1 5
1. Durch die eingesetzte Methodik sind mir die Arbeitsprozesse
in den anderen Arbeitssystemen verständlicher/transparenter
geworden.
86 96 80 88 92 88,4
2. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mit signifikante
Unterschiede in den analysierten Arbeitsprozessen. 84 98 80 88 92 88,4
3. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die Prozess-
Stärken und Schwächen in den analysierten Arbeitssystemen
zu verstehen.
82 98 94 90 92 91,2
4. Der Prozessfluss- Vergleich zeigte mir hilfreiche
Prozessfluss- Alternativen für die Prozess- Optimierung. 76 88 90 92 84 86,0
6. Die eingesetzte Methodik hat mir geholfen, die analysierten
Arbeitsprozesse mit anderen Teilnehmern des Workshops zu
diskutieren.
92 100 92 90 72 89,2
7. Der Arbeitsaufwand des Prozessfluss- Vergleichs hat sich
r mich in Grenzen gehalten. 80 98 88 100 90 91,2
9. Die Ergebnisse der eingesetzten Methodik haben mir das
Potential für zukünftige Vergleiche von klinischen
Arbeitsprozessen gezeigt.
90 96 88 98 94 93,2
10. Die eingesetzte Methodik für die Prozessfluss- Analyse und
den Vergleich sollte auch für andere klinische Arbeitsprozesse
eingesetzt werden.
86 94 90 90 92 90,4
Ausgefüllt wurden die Bewertungsbögen durch folgende fünf Vertreter der klinischen Pro-
jektpartner aus der ersten Vorstudie:
245
Anhang 17
· Für die ITS in den USA: Prof. MS MD E. Geller
Position: Direktor der Intensivstation des Palo Alto VA Health Care Systems Stanford
Arbeitserfahrung in dieser Abteilung: ca. 7 Jahre
· Für die ITS in Israel: E. Bar Ratson
Position: Quality Manager des Kaplan Medical Centers Rehovot
Arbeitserfahrung in dieser Abteilung: keine Angabe
· Für die ITS in Österreich: Ass.-Prof. Dr. med. W. Koller
Position: Direktor der Intensivstation des Universitätsklinikums Innsbruck
Arbeitserfahrung in dieser Abteilung: ca. 10 Jahre
· Für die ITS in Deutschland: PD Dr. med. U. Kaisers
Position: Direktor der Intensivstation des Charité Campus Virchow Klinikums Berlin
Arbeitserfahrung in dieser Abteilung: ca. 7 Jahre
· Für die ITS in Japan: Ass.-Prof. MD PhD A. Okamura
Position: Direktor der Intensivstation des Hokkaido University Hospitals Sapporo
Arbeitserfahrung in dieser Abteilung: ca. 5 Jahre
Das Freitextfeld „Weitere Anregungen und Kritik zur eingesetzten Methodik“ der in Anhang
13 und 14 befindlichen Bewertungsbögen wurde an dieser Stelle für keinerlei zusätzliche
Bemerkungen genutzt.
246
Anhang 18
Anhang 18: Datenfelder zur Dokumentation der Process Module Characterizing
Profiles (PMCPs) für die Symbole „Prozess“, „Verzweigung“ und
„Entscheidung“ (in englischer Sprache)
Für die in diesem Anhang aufgelisteten Datenfelder sowie die darin enthaltenen Auswahl-
möglichkeiten für eine möglichst standardisierte Beschreibung der PMCIs und PMCCs wird
keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Stattdessen ist in jedem Projekt von neuem
die hierbei zugrunde liegende Datenbankstruktur ganz bewusst in Hinblick auf eine Erweite-
rung der einzelnen Datenfelder bzw. eine Ergänzung zusätzlicher Auswahlmöglichkeiten in
Form von standardisierten Beschreibungen kritisch zu überprüfen.
Somit sollte nach jedem Projekt nicht nur der Datenbankinhalt selbst wachsen, sondern auch
die zugrunde liegende Datenbankstruktur in Hinblick auf eine Erweiterung von Datenfeldern
bzw. eine Ergänzung von zusätzlichen Auswahlmöglichkeiten in Form von standardisierten
Beschreibungen kontinuierlich verbessert werden.
Datenfelder für das Symbol „Prozess“:
Datenfeld: Eingabemöglichkeit:
Process Module ID: Freitext
Process Module Name: Freitext
Staff A (specification): Freitext
Staff A (profession): Auswahl aus: head physician; physician; physician trainee; head nurse; nurse; nurse
trainee; nurse assistant; administration; administration assistant; technician;
technican assistant; nonmedical staff for cleaning; nonmedical staff for
transportation; nonhospital staff
Staff A (quantity): ganze Zahl
Staff B (specification): siehe Datenfeld: Staff A (specification)
Staff B (profession): siehe Datenfeld: Staff A (profession)
Staff B (quantity): siehe Datenfeld: Staff A (quantity)
Staff C (specification): siehe Datenfeld: Staff A (specification)
Staff C (profession): siehe Datenfeld: Staff A (profession)
Staff C (quantity): siehe Datenfeld: Staff A (quantity)
Staff D (specification): siehe Datenfeld: Staff A (specification)
Staff D (profession): siehe Datenfeld: Staff A (profession)
Staff D (quantity): siehe Datenfeld: Staff A (quantity)
Staff E (specification): siehe Datenfeld: Staff A (specification)
Staff E (profession): siehe Datenfeld: Staff A (profession)
Staff E (quantity): siehe Datenfeld: Staff A (quantity)
Location A: Auswahl aus: ER theatre; ER floor; ER administrative office; ER medical office;
ER physicians' room; ER nurses' room; ER storage room; ER changing room; ER
waiting area; OR theatre; OR induction room; OR extubation room; OR floor; OR
administrative office; OR medical office; OR physicians' room; OR nurses' room;
OR storage room; OR changing room; ICU patient room; ICU floor; ICU
administrative office; ICU medical office; ICU physicians' room; ICU nurses'
room; ICU storage room; ICU changing room; ICU waiting area; ward patient
room; ward floor; ward administrative office; ward medical office; ward physicians'
room; ward nurses' room; ward storage room; ward changing room; ward waiting
area; radiology department room; laboratory department room; administration
department room; pharmacy department room; hospital floor; hospital storage
room; nonhospital location
Location B: siehe Datenfeld: Location A
247
Anhang 18
Patient presence: Auswahl aus: yes; no
Patient’s family presence: Auswahl aus: yes; no
Duration in minutes: Zahl
Patient bed: Auswahl aus: hospital standard; ICU standard; especially for transportation
Freitext
Information equipment A: Auswahl aus: computer with hospital network; computer with ward network;
computer with no network; telephone; fax; post service; non standardized
document; standardized document; blackboard; person to person
Information content A: Auswahl aus: patient's personal information; patient's medical information; ward
admissions; ward transfers; ward open beds; other wards' admissions; other wards'
transfers; other wards' open beds; physicians' schedule; nurses' schedule; OR
schedule; hospital directory and phone numbers
Information equipment A: siehe Datenfeld: Information equipment A
siehe Datenfeld: Information content A
Information equipment B: siehe Datenfeld: Information equipment A
siehe Datenfeld: Information content A
Information equipment C: siehe Datenfeld: Information equipment A
Information content C: siehe Datenfeld: Information content A
Management : Auswahl aus: no special assignment, training or team work; especially assigned
staff; especially trained staff; especially assigned team work; especially trained
team work; patient orientation; family orientation; costumer orientation; flexibility
Method: Auswahl aus: non standardized; standardized; documented standard
Ethical context : Auswahl aus: yes; no
Process characteristic A: Auswahl aus:
PD Process Deficit;
PD1 concerning men;
PD1.1 concerning the staff;
PD1.1.1 staff is missing;
PD1.1.2 staff is not prepared;
PD1.1.3 staff is waiting;
PD1.1.4 too much staff;
PD1.2 concerning the patient;
PD1.2.1 patient is missing;
PD1.2.2 patient is not prepared;
PD1.2.3 patient is waiting;
PD1.2.4 too many patients;
PD1.3 concerning the patient’s family;
PD1.3.1 patient’s family is missing;
PD1.3.2 patient’s family is not prepared;
PD1.3.3 patient’s family is waiting;
PD1.3.4 too much patient’s family;
PD2 concerning the location (milieu);
PD2.1 location is occupied;
PD2.2 location is not prepared;
PD2.3 location is unused;
PD2.4 arrangement is a handicap;
PD3 concerning the machinery;
PD3.1 concerning the patient bed;
PD3.1.1 patient bed is missing;
PD3.1.2 patient bed is not prepared;
PD3.2 concerning the info equipment;
PD3.2.1 info equipment is missing;
PD3.2.2 info equipment is not prepared;
PD3.2.3 info equipment is not working;
PD3.2.4 usability problems (info equip.);
PD3.3 concerning the medical devices;
PD3.3.1 medical devices are missing;
PD3.3.2 med. devices are not prepared;
Medical devices:
Information content A:
Information content B:
248
Anhang 18
249
PD3.3.3 med. devices are not working;
PD3.3.4 usability problems (med. dev.);
PD3.3.5 medical devices are unused;
PD4 concerning the material;
PD4.1 concerning the medical material;
PD4.1.1 medical material is missing;
PD4.1.2 med. material is not prepared;
PD4.1.3 medical material is not working;
PD4.1.4 medical material is unused;
PD4.2 concerning other material;
PD4.2.1 other material is missing;
PD4.2.2 other material is not prepared;
PD4.2.3 other material is not working;
PD4.2.4 other material is unused;
PD5 concerning the management;
PD5.1 lack of planning;
PD5.2 lack of assignment;
PD5.3 lack of training;
PD5.4 lack of teamwork;
PD5.5 lack of trained teamwork;
PD5.6 lack of patient orientation;
PD5.7 lack of family orientation;
PD5.8 lack of costumer orientation;
PD5.9 lack of flexibility;
PD6 concerning the method;
PD6.1 lack of standardization;
PD6.2 lack of documented standards;
PD6.3 standardization is a handicap;
PD6.4 lack of quality feedback;
PD7 concerning the information flow;
PD7.1 missing information;
PD7.2 delayed information;
PD7.3 lack of info standardization;
PD7.4 standardization is a handicap;
PD7.5 incomplete information;
PD7.6 incorrect information;
PD7.7 unnecessary information;
PD7.8 no consideration of all info;
PD7.9 no stand. info transferability;
PD7.10 no stand. conformity control;
PD7.11 no simult. multi-user info access;
PS Process Strength;
PS1 concerning men;
PS1.1 concerning the staff;
PS1.1.1 staff is never missing;
PS1.1.2 staff is always prepared;
PS1.1.3 staff is never waiting;
PS1.1.4 never too much staff;
PS1.2 concerning the patient;
PS1.2.1 patient is never missing;
PS1.2.2 patient is always prepared;
PS1.2.3 patient is never waiting;
PS1.2.4 never too many patients;
PS1.3 concerning the patient’s family;
PS1.3.1 patient’s family is never missing;
PS1.3.2 pat.’s family is always prepared;
PS1.3.3 patient’s family is never waiting;
PS1.3.4 never too much patient’s family;
Anhang 18
PS2 concerning the location (milieu);
PS2.1 location is never occupied;
PS2.2 location is always prepared;
PS2.3 location is never unused;
PS2.4 arrangement is supportive;
PS3 concerning the machinery;
PS3.1 concerning the patient bed;
PS3.1.1 patient bed is never missing;
PS3.1.2 patient bed is always prepared;
PS3.2 concerning the info equipment;
PS3.2.1 info equipment is never missing;
PS3.2.2 info equip. is always prepared;
PS3.2.3 info equip. is always working;
PS3.2.4 high usability (info equipment);
PS3.3 concerning the medical devices;
PS3.3.1 med. devices are never missing;
PS3.3.2 med. dev. are always prepared;
PS3.3.3 med. dev. are always working;
PS3.3.4 high usability (medical devices);
PS3.3.5 med. devices are never unused;
PS4 concerning the material;
PS4.1 concerning the medical material;
PS4.1.1 med. material is never missing;
PS4.1.2 med. mat. is always prepared;
PS4.1.3 med. material is always working;
PS4.1.4 med. material is never unused;
PS4.2 concerning other material;
PS4.2.1 other material is never missing;
PS4.2.2 other mat. is always prepared;
PS4.2.3 other material is always working;
PS4.2.4 other material is never unused;
PS5 concerning the management;
PS5.1 specific planning;
PS5.2 specific assignment;
PS5.3 specific training;
PS5.4 specific teamwork;
PS5.5 specific trained teamwork;
PS5.6 specific patient orientation;
PS5.7 specific family orientation;
PS5.8 specific costumer orientation;
PS5.9 flexibility;
PS6 concerning the method;
PS6.1 specific standardization;
PS6.2 specific documented standards;
PS6.3 standardization is supportive;
PS6.4 specific quality feedback;
PS7 concerning the information flow;
PS7.1 no missing information;
PS7.2 on-time information (no delay);
PS7.3 information standardization;
PS7.4 standardization is supportive;
PS7.5 always complete information;
PS7.6 always correct information;
PS7.7 no unnecessary information;
PS7.8 consideration of all information;
PS7.9 standardized info transferability;
PS7.10 standardized conformity control;
PS7.11 simult. multi-user info access;
250
Anhang 18
UP Unstable Process;
UP1 concerning men;
UP1.1 concerning the staff;
UP1.1.1 increasing number of staff;
UP1.1.2 decreasing number of staff;
UP1.1.3 staff fluctuation;
UP1.1.4 no substitution for missing staff;
UP1.2 concerning the patient;
UP1.2.1 increasing number of patients;
UP1.2.2 decreasing number of patients;
UP1.2.3 new patient groups;
UP1.3 concerning the patient’s family;
UP2 concerning the location (milieu);
UP2.1 no standardized location;
UP2.2 no substitution for the location;
UP3 concerning the machinery;
UP3.1 concerning the patient bed;
UP3.1.1 no substitution for missing beds;
UP3.2 concerning the info equipment;
UP3.2.1 no substitution for info equip.;
UP3.2.2 no training for new info equip.;
UP3.3 concerning the medical devices;
UP3.3.1 no substitution for med. devices;
UP3.3.2 no training for new med. devices;
UP4 concerning the material;
UP4.1 concerning the medical material;
UP4.1.1 no substitution for med. material;
UP4.2 concerning other material;
UP4.2.1 no substitution for other material;
UP5 concerning the management;
UP5.1 no planning;
UP5.2 no assignments;
UP5.3 no training;
UP5.4 no flexibility;
UP6 concerning the method;
UP6.1 lack of standardization;
UP6.2 lack of documented standards;
UP6.3 lack of quality feedback;
UP7 concerning the information flow;
UP7.1 no standardized information flow;
UP7.2 no flexible information flow;
SP Stable Process;
SP1 concerning men;
SP1.1 concerning the staff;
SP1.1.1 no increasing number of staff;
SP1.1.2 no decreasing number of staff;
SP1.1.3 no staff fluctuation;
SP1.1.4 substitution for missing staff;
SP1.2 concerning the patient;
SP1.2.1 no increasing number of pat.;
SP1.2.2 no decreasing number of pat.;
SP1.2.3 no new patient groups;
SP1.3 concerning the patient’s family;
SP2 concerning the location (milieu);
SP2.1 standardized location;
SP2.2 substitution for the location;
251
Anhang 18
SP3 concerning the machinery;
SP3.1 concerning the patient bed;
SP3.1.1 substitution for missing beds;
SP3.2 concerning the info equipment;
SP3.2.1 substitution for info equipment;
SP3.2.2 training for new info equipment;
SP3.3 concerning the medical devices;
SP3.3.1 substitution for med. devices;
SP3.3.2 training for new med. devices;
SP4 concerning the material;
SP4.1 concerning the medical material;
SP4.1.1 substitution for med. material;
SP4.2 concerning other material;
SP4.2.1 substitution for other material;
SP5 concerning the management;
SP5.1 specific planning;
SP5.2 specific assignments;
SP5.3 specific training;
SP5.4 flexibility;
SP6 concerning the method;
SP6.1 specific standardization;
SP6.2 specific documented standards;
SP6.3 specific quality feedback;
SP7 concerning the information flow;
SP7.1 standardized information flow;
SP7.2 flexible information flow;
RP Redundant Process;
ULP Useless Process
Process characteristic B: siehe Datenfeld: Process characteristic A
Process characteristic C: siehe Datenfeld: Process characteristic A
Comments: Freitext
Datenfelder für das Symbol „Verzweigung“:
Datenfeld: Eingabemöglichkeit:
Process Module ID: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process Module ID
Process Module Name: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process Module Name
Specification of “A”: Freitext
Percentage of “A”: Zahl
Specification of “B”: Freitext
Percentage of “B”: Zahl
Specification of “C”: Freitext
Percentage of “C”: Zahl
Specification of “D”: Freitext
Percentage of “D”: Zahl
Specification of “E”: Freitext
Percentage of “E”: Zahl
Ethical context : siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Ethical context
Process characteristic A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic A
Process characteristic B: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic B
siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic C
Comments:
Process characteristic C:
siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Comments
252
Anhang 18
Datenfelder für das Symbol „Entscheidung“:
Datenfeld: Eingabemöglichkeit:
Process Module ID: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process Module ID
Process Module Name: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process Module Name
Percentage of “yes”: Zahl
Percentage of “no”: Zahl
Staff A (specification): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff A (specification)
Staff A (profession): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff A (profession)
siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff A (quantity)
Staff B (specification): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff B (specification)
Staff B (profession): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff B (profession)
Staff B (quantity): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff B (quantity)
Staff C (specification): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff C (specification)
Staff C (profession): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff C (profession)
Staff C (quantity): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff C (quantity)
Staff D (specification): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff D (specification)
Staff D (profession): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff D (profession)
Staff D (quantity): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff D (quantity)
Staff E (specification): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff E (specification)
Staff E (profession): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff E (profession)
Staff E (quantity): siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Staff E (quantity)
Location A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Location A
Location B: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Location B
Patient presence: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Patient presence
Patient’s family presence: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Patient’s family presence
siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Duration in minutes
Patient bed: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Patient bed
Medical devices: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Medical devices
siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information equipment A
Information content A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information content A
Information equipment A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information equipment A
Information content A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information content A
Information equipment B: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information equipment B
Information content B: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information content B
Information equipment C: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information equipment C
Information content C: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Information content C
Management : siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Management
Method: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Method
Ethical context : siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Ethical context
Process characteristic A: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic A
Process characteristic B: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic B
Process characteristic C: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Process characteristic C
Comments: siehe Datenfeld des Symbols “Prozess”: Comments
Staff A (quantity):
Duration in minutes:
Information equipment A:
253
Anhang 19
Anhang 19: Überarbeiteter Entwurf einer allgemein anwendbaren Prozessfluss-
Struktur für die „Patientenaufnahme auf die ITS“ (in englischer Sprache)
Erste Hierarchieebene „patient admission process to the ICU“:
1.
request
the ICU patient
admission
2.
organize an ICU bed
for the ICU patient
admission request
6.
reject
the ICU patient
admission request
3.
organize ICU staff
for the ICU patient
admission request
4.
prepare the ICU
for the
ICU patient arrival
5.
transfer the arriving
ICU patient
to the ICU
probably simultaneously
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „1. request the ICU patient admission“:
1. request the ICU patient admission
1.1
collect/transfer/receive/
check the information
about the
medical background
1.2
confirm the ICU patient
admission request
based on the
medical background
Zweite (und dritte) Hierarchieebene des Prozessmoduls „2. organize an ICU bed for the ICU
patient admission request“:
2. organize an ICU bed for the ICU patient admission request
2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
2.3
collect/transfer/receive/
check the information
about the transfer of
another ICU patient
2.1
collect/transfer/receive/
check the information
about the
ICU bed availability
2.2
confirm the ICU patient
admission request
based on the
ICU bed availability
2.4
confirm the transfer of
another ICU patient
2.5.2
collect/transfer/receive/
check the medical
information about the
transferable ICU patient
2.5.1
organize the transfer
of the transferable
ICU patient
2.5.3
disconnect/transport/
connect the
transferable
ICU patient
2.6
reject the transfer of
another ICU patient
254
Anhang 19
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „3. organize ICU staff for the ICU patient
admission request“:
3. organize ICU staff for the ICU patient admission request
3.1
collect/transfer/receive/
check the information
about the
ICU staff availability
3.3
collect/transfer/receive/
check the information
about the order of
additional ICU staff
3.2
confirm the ICU patient
admission request
based on the
ICU staff availability
3.4
confirm the order of
additional ICU staff
3.5
reject the order of
additional ICU staff
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „4. prepare the ICU for the ICU patient arrival“:
4. prepare the ICU for the ICU patient arrival
4.1
assign ICU staff
for the ICU patient
arrival
4.2
assign an ICU bed
for the ICU patient
arrival
4.3
clean the ICU room
for the ICU patient
arrival
4.4
setup the ICU room
and medical equipment
for the ICU patient
arrival
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „5. transfer the arriving ICU patient to the ICU“:
5. transfer the arriving ICU patient to the ICU
5.2
collect/transfer/receive/
check the medical
information about the
arriving ICU patient
5.3
disconnect/transport/
connect the
arriving
ICU patient
5.1
organize the transfer
of the arriving
ICU patient
Zweite Hierarchieebene des Prozessmoduls „6. reject the ICU patient admission request“:
255
6. reject the ICU patient admission request
6.3
reject the ICU patient
admission request
based on the
ICU staff availability
6.2
reject the ICU patient
admission request
based on the
ICU bed availability
6.1
reject the ICU patient
admission request
based on the
medical background
Anhang 20
Anhang 20: Kurzdarstellung aller charakteristischer Defizite aus der
„Patientenaufnahme auf die ITS” des Jackson Memorial Hospitals
Deficit 1: TICU fellow is sometimes not informed or informed too late about a possible
new TICU patient
Deficit 2: No standardized documents for the transfer of medical patient information
prior to the patient arrival
Deficit 11: 50% of missing or incomplete Transfer Orders after patient arrival; surgeons do
not accompany the patient to the TICU for transferring medical information in
every case; missing standardized documents from surgeons; TICU resident
(and fellow) do not always attend the patient arrival
der University of Miami (in englischer Sprache)
Deficit 3: Standardized checklist with TICU admission criteria is not
used/communicated/existent
Deficit 4: Transfer Order is not written in time; patient discharge is planned after ward
rounds; surgeon is not available for writing the Transfer Order; time consuming
work to organize the writing of the Transfer Order
Deficit 5: Loss of information during the transfer of medical patient information from the
TICU staff nurse to the normal ward
Deficit 6: The patient family is not always informed about the patient’s TICU discharge;
the patient’s personal items are forgotten
Deficit 7: No reception of the transferred TICU patient at the normal ward; transport
service is too slow
Deficit 8: Often the TICU bedside is not cleaned up in time (especially 3pm - 7am)
Deficit 9: Missing medical patient information for the setup of adequate medical
equipment prior to the TICU patient arrival
Deficit 10: TICU night cart has only a limited choice of drugs;
No delivery from the Central Pharmacy
Deficit 12: No bed available at a normal ward; no TICU-Step-Down-Unit; mis-
communication between TICU, ward and Administrator about open/clean beds
256
Anhang 21
Anhang 21: Gegenüberstellung der Process Module Characterizing Consequences
(PMCCs) aller sechs analysierter „Patientenaufnahmen auf die ITS“ (in
englischer Sprache)
Im folgenden Anhang dieser Arbeit befindet sich die Gegenüberstellung der Process Module
Characterizing Consequences (PMCCs) aller sechs analysierter „Patientenaufnahmen auf die
Intensivstation“ für folgende übergeordnete Prozessmodule:
1. request the ICU patient admission
1.1 collect/transfer/receive/check the information about the medical background
1.2 confirm the ICU patient admission request based on the medical background
2. organize an ICU bed for the ICU patient admission request
2.6 reject the transfer of another ICU patient
3.1 collect/transfer/receive/check the information about the ICU staff availability
4.1 assign ICU staff for the ICU patient arrival
5.3 disconnect/transport/connect the arriving ICU patient
2.1 collect/transfer/receive/check the information about the ICU bed availability
2.2 confirm the ICU patient admission request based on the ICU bed availability
2.3 collect/transfer/receive/check the information about the transfer of another ICU patient
2.4 confirm the transfer of another ICU patient
2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient admission request
2.5.1 organize the transfer of the transferable ICU patient
2.5.2 collect/transfer/receive/check the medical information about the transferable ICU patient
2.5.3 disconnect/transport/connect the transferable ICU patient
3. organize ICU staff for the ICU patient admission request
3.2 confirm the ICU patient admission request based on the ICU staff availability
3.3 collect/transfer/receive/check the information about the order of additional ICU staff
3.4 confirm the order of additional ICU staff
3.5 reject the order of additional ICU staff
4. prepare the ICU for the ICU patient arrival
4.2 assign an ICU bed for the ICU patient arrival
4.3 clean the ICU room for the ICU patient arrival
4.4 setup the ICU room and medical equipment for the ICU patient arrival
5. transfer the arriving ICU patient to the ICU
5.1 organize the transfer of the arriving ICU patient
5.2 collect/transfer/receive/check the medical information about the arriving ICU patient
6. reject the ICU patient admission request
6.1 reject the ICU patient admission request based on the medical background
6.2 reject the ICU patient admission request based on the ICU bed availability
6.3 reject the ICU patient admission request based on the ICU staff availability
257
Anhang 21
258
Charité Campus Virchow Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Klinikum Berlin (Deutschland)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
PD5.2 lack of assignment
PD6.1 lack of standardization
PD6.2 lack of documented standards
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization (3)
PD7.9 no stand. info transferability
--------------------------------------------------
UP7.1 no standardized information
flow (2)
PD6 concerning the method (2)
PD7.5 incomplete information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
ULP Useless Process (9)
------------------------------------------------
RP Redundant Process (4)
------------------------------------------------
UP1.2.3 new patient groups (9)
------------------------------------------------
PS5 concerning the management
PD5 concerning the Management
------------------------------------------------
PS6.1 specific standardization
------------------------------------------------
PD6 concerning the method
(3)
PD7.9 no stand. info transferability
------------------------------------------------
UP3.2 concerning the info equipment
PS7.4 standardization is supportive
--------------------------------------------------
-------------------------------------------------
UP6.2 lack of documented
standards
-------------------------------------------------
PS5.1 specific planning
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD5.1 lack of planning
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.1 concerning the staff
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
PS1.2.4 never too many patients
PS6 concerning the method
------------------------------------------------
PD7.5 incomplete information (10)
PS7.4 standardization is supportive
-------------------------------------------------
PS5.1 specific planning (2)
PS7.3 information standardization (2)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(2)
PD7.11 no simult. multi-user info
access (2)
PD7.6 incorrect information (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
SP5 concerning the management
PD5 concerning the management
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS6 concerning the method
SP6 concerning the method
PD3.2.4 usability problems (info
equip.) (3)
PD7.1 missing information (3)
PD7.3 lack of info standardization
PD7.4 standardization is a handicap
PD7.5 incomplete information;
------------------------------------------------
ULP Useless Process
------------------------------------------------
SP5.1 specific planning
------------------------------------------------
PS3.3.2 med. dev. are always
prepared
PS7.5 always complete information
------------------------------------------------
1. request the ICU patient admission
------------------------------------------------
SP5 concerning the management
Anhang 21
259
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan) (Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
PD6.1 lack of standardization
PD6.2 lack of documented standards
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization (3)
-------------------------------------------------
--------------------------------------------------
UP7.1 no standardized information
flow (2)
UP6.2 lack of documented
standards
PS5.1 specific planning
PS7.4 standardization is supportive
-------------------------------------------------
PS6 concerning the method PS7.3 information standardization (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
1.1 collect/transfer/receive/check the information about the
medical background
PD1.2.3 patient is waiting
PD5.1 lack of planning
PD6 concerning the method (2)
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
Charité Campus Virchow Kaplan Medical Center Rehovot University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD5.2 lack of assignment
PD7.1 missing information
PD7.9 no stand. info transferability
-------------------------------------------------
-------------------------------------------------
PD1.2.4 too many patients
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
PS1.2.4 never too many patients
------------------------------------------------
PD7.5 incomplete information (10)
------------------------------------------------
ULP Useless Process (9)
------------------------------------------------
RP Redundant Process (4)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5 concerning the management
PS5.1 specific planning (2)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(2)
PD5 concerning the management
PD7.11 no simult. multi-user info
access (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS6.1 specific standardization
SP5.1 specific planning
PD5 concerning the management
PD7.3 lack of info standardization (2)
PD7.5 incomplete information
SP5 concerning the management
------------------------------------------------ ------------------------------------------------
UP1.1 concerning the staff
UP1.2.3 new patient groups (9)
PD7.6 incorrect information (2)
PD7.4 standardization is a handicap
UP3.2 concerning the info equipment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS6 concerning the method
------------------------------------------------
SP6 concerning the method
PD3.2.4 usability problems (info
equip.) (3)
PD6 concerning the method
PD7.1 missing information (3)
PD7.9 no stand. info transferability
------------------------------------------------
ULP Useless Process
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS3.3.2 med. dev. are always
prepared
PS7.4 standardization is supportive
PS7.5 always complete information
--------------------------------------------------
PD7.5 incomplete information
------------------------------------------------ ------------------------------------------------
SP5 concerning the management
------------------------------------------------
PD7.3 lack of info standardization
1.2 confirm the ICU patient
admission request based on the
medical background
Anhang 21
260
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.1.1 staff is missing (4)
PD1.1.2 staff is not prepared (2)
PD1.1.3 staff is waiting
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD1.3.2 patient's family is not
prepared
PD5.4 lack of teamwork (5)
PD5.7 lack of family orientation
PD5.8 lack of costumer orientation
(2)
PD6.1 lack of standardization
PD6.2 lack of documented standards
PD7.1 missing information (2)
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization (1)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
-------------------------------------------------
PS5.1 specific planning
PS7.4 standardization is supportive
PS5.1 specific planning
PS7.4 standardization is supportive
-------------------------------------------------
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients (3)
PD3.1.1 patient bed is missing
PD5 concerning the management
PD5.1 lack of planning (3)
PD5.4 lack of teamwork
PD6 concerning the method (5)
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
PS5.4 specific teamwork (2)
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing (3)
------------------------------------------------
RP Redundant Process (11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.1 increasing number of
patients (3)
UP1.2.3 new patient (3)
UP1.2.3 new patient groups
------------------------------------------------
PS7.3 information standardization
(11)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP6 concerning the method
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing
PD7 concerning the information flow
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP3.1 concerning the patient bed
UP5 concerning the management (3)
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (3)
PS5.2 specific assignment (3)
PS5.4 specific teamwork
------------------------------------------------
SP1.1 concerning the staff
PD5 concerning the management
PD5.1 lack of planning
PD7.11 no simult. multi-user info
access
PD7.7 unnecessary information
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
ULP Useless Process
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.4 specific teamwork
PS6 concerning the method
PS6.2 specific documented standards
------------------------------------------------
PS7.1 no missing information
2. organize an ICU bed for the ICU patient admission request
------------------------------------------------- ------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
PS5.9 flexibility
------------------------------------------------
Anhang 21
261
Charité Campus Virchow
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.1 specific planning
PS7.4 standardization is supportive
PD1.2.4 too many patients
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.3 new patient groups
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.2 specific assignment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
2.1 collect/transfer/receive/
check the information about
the ICU bed availability
-------------------------------------------------
-------------------------------------------------
PD3.1.1 patient bed is missing
PD5.1 lack of planning
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.9 flexibility
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
2.2 confirm the ICU patient
admission request based
on the ICU bed availability
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.1 specific planning
PS7.4 standardization is supportive
PD1.2.4 too many patients
PD5.1 lack of planning (2)
PD6 concerning the method (5)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.3 new patient (3)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD7 concerning the information flow
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.4 specific teamwork
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS6 concerning the method
2.3 collect/transfer/receive/
check the information about the
transfer of another ICU patient
PD1.3.2 patient's family is not
prepared
PD5.7 lack of family orientation
PD6.2 lack of documented standards
PD1.1.1 staff is missing
2.4 confirm the
transfer of another
ICU patient
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.1.1 staff is missing (4)
PD1.1.2 staff is not prepared (2)
PD1.1.3 staff is waiting
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD5.4 lack of teamwork (5)
PD5.8 lack of costumer orientation
(2)
PD6.1 lack of standardization
PD7.1 missing information (2)
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD5 concerning the management
PD5.4 lack of teamwork
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
PS5.4 specific teamwork (2)
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing (3)
------------------------------------------------
RP Redundant Process (11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.1 increasing number of
patients (3)
------------------------------------------------
PS7.3 information standardization
(11)
-----------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP6 concerning the method
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP3.1 concerning the patient bed
UP5 concerning the management (3)
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (3)
PS5.2 specific assignment (2)
------------------------------------------------
SP1.1 concerning the staff
PD5 concerning the management
PD5.1 lack of planning
PD7.7 unnecessary information
PD7.11 no simult. multi-user info
access
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
ULP Useless Process
------------------------------------------------
PS5.4 specific teamwork
PS6.2 specific documented standards
PS7.1 no missing information
------------------------------------------------
2.5 transfer the transferable ICU patient for the ICU patient
admission request
------------------------------------------------
262
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.1.1 staff is missing (2)
PD1.1.2 staff is not prepared (2)
PD1.2.4 too many patients
PD5.8 lack of costumer orientation
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD5 concerning the management
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PS5.4 specific teamwork (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.1 increasing number of
patients (3)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP3.1 concerning the patient bed
UP5 concerning the management
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
PS5.2 specific assignment (2)
------------------------------------------------
SP1.1 concerning the staff
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.4 specific teamwork
------------------------------------------------
2.5.1 organize the transfer of the
transferable ICU patient
PD5.8 lack of costumer orientation
PD7.1 missing information
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD5.4 lack of teamwork
PD7.1 missing information
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
RP Redundant Process (11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS7.3 information standardization
(11)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(11)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD5 concerning the management
PD7.11 no simult. multi-user info
access
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
ULP Useless Process
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS7.1 no missing information
------------------------------------------------
2.5.2 collect/transfer/receive/check the
medical information about the
transferable ICU patient
PD1.1.1 staff is missing (2)
PD1.1.3 staff is waiting
PD1.2.3 patient is waiting
PD5.4 lack of teamwork
PD6.1 lack of standardization
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PD1.1.1 staff is missing (3)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP5 concerning the management (2)
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PD5.1 lack of planning
PD7.7 unnecessary information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS6.2 specific documented standards
2.5.3 disconnect/transfer/
connect the transferable
ICU patient
PD5.4 lack of teamwork (4)
263
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.1 concerning the staff (2)
UP1.1.4 no substitution for missing
staff
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing (2)
PD5.2 lack of assignment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PS5.2 specific assignment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.1.4 no substitution for missing
staff
3. organize ICU staff
for the ICU patient
admission request
264
Anhang 21
265
Klin d)
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
ikum Berlin (Deutschlan
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing
------------------------------------------------
------------------------------------------------
3.1 collect/transfer/receive/
check the information about
the ICU staff availability
3.2 confirm the ICU patient
admission request based
on the ICU staff availability
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.1 concerning the staff (2)
UP1.1.4 no substitution for missing
staff
------------------------------------------------
PD1.1.1 staff is missing
PD5.2 lack of assignment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PS5.2 specific assignment
------------------------------------------------
------------------------------------------------
3.3 collect/transfer/receive/
check the information about the
order of additional ICU staff
UP1.1.4 no substitution for missing
staff
------------------------------------------------
------------------------------------------------
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.1.1 staff is missing
PD1.1.3 staff is waiting
PD1.2.3 patient is waiting
PD2.4 arrangement is a handicap
PD3.2.3 info equipment is not
working (2)
PD4.1.1 medical material is missing
(4)
PD4.2.1 other material is missing (2)
PD7.1 missing information (2)
------------------------------------------------
-------------------------------------------------
PS2.4 arrangement is supportive
------------------------------------------------
PD3.3.1 medical devices are missing
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
PS2.2 location is always prepared
PS3.3.2 med. dev. are always
prepared
------------------------------------------------
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.1 increasing number of
patients
------------------------------------------------
PS3.2.4 high usability (info
equipment) (3)
------------------------------------------------
PD1.2.4 too many patients
PD3.3.4 usability problems (med.
dev.)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD2 concerning the location (milieu)
PD3.3.4 usability problems (med.
dev.)
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
UP3.1 concerning the patient bed
------------------------------------------------
PS4.1.1 med. material is never
missing
------------------------------------------------
SP3.1.1 substitution for missing beds
4. prepare the ICU for the ICU patient arrival
266
--------------------------------------------------
PD1.3 concerning the patient's family
PS2.4 arrangement is supportive
PS4.1.1 med. material is never
missing
------------------------------------------------ ------------------------------------------------ ------------------------------------------------
PS2.4 arrangement is supportive
PS6.2 specific documented standards
(8)
------------------------------------------------
SP3.1 concerning the patient bed
Anhang 21
267
Jackson Memorial Hospital Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
--------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP1.2.1 increasing number of
patients
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD7.3 lack of info standardization
4.1 assign ICU
staff for the ICU
patient arrival
------------------------------------------------
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
PD1.3 concerning the patient's family
------------------------------------------------
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
-----------------------------------------------
SP3.1 concerning the patient bed
SP3.1.1 substitution for missing beds
4.2 assign an ICU
bed for the ICU
patient arrival
PD1.1.1 staff is missing
PD1.1.3 staff is waiting
PD1.2.3 patient is waiting
--------------------------------------------------
--------------------------------------------------
PS2.4 arrangement is supportive
--------------------------------------------------
--------------------------------------------------
--------------------------------------------------
--------------------------------------------------
4.3 clean the ICU
room for the ICU
patient arrival
PD2.4 arrangement is a handicap
PD3.2.3 info equipment is not
working (2)
PD4.1.1 medical material is missing
(4)
PD4.2.1 other material is missing (2)
--------------------------------------------------
-------------------------------------------------
PS2.4 arrangement is supportive
PS4.1.1 med. material is never
missing
PS2.4 arrangement is supportive
PD3.3.1 medical devices are missing
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
-----------------------------------------------
PS2.2 location is always prepared
PS3.3.2 med. dev. are always
prepared
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS3.2.4 high usability (info
equipment) (3)
PS6.2 specific documented standards
(8)
PD1.2.4 too many patients
PD3.3.4 usability problems (med.
dev.)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD2 concerning the location (milieu)
PD3.3.4 usability problems (med.
dev.)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS4.1.1 med. material is never
missing
4.4 setup the ICU room and
medical equipment for the ICU
patient arrival
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP3.1 concerning the patient bed
PD7.1 missing information (2)
PD7.1 missing information
Anhang 21
268
Charité Campus Virchow
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.1.1 staff is missing (2)
PD5.4 lack of teamwork (2)
PD6.1 lack of standardization
PD7.2 delayed information
PD7.1 missing information
PD7.3 lack of info standardization (2)
PD7.6 incorrect information
PD7.9 no stand. info transferability (2)
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7.1 no standardized information
flow (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD2.2 location is not prepared
PD3.1.2 patient bed is not prepared
PD3.2 concerning the info equipment
PD5.1 lack of planning
PD6 concerning the method
PD6.1 lack of standardization
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
PD7.5 incomplete information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
RP Redundant Process (5)
------------------------------------------------
PS3.2.4 high usability (info
equipment) (7)
PS7.3 information standardization (5)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(3)
PD1.2.1 patient is missing
PD1.2.4 too many patients
PD2 concerning the location (milieu)
PD3.1 concerning the patient bed
PD5 concerning the management;
PD5.1 lack of planning
PD6 concerning the method
PD7.1 missing information
PD7.8 no consideration of all info
------------------------------------------------
RP Redundant Process (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
SP3.2 concerning the info equipment
(2)
SP5 concerning the management
------------------------------------------------
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS5.4 specific teamwork (2)
PS7.2 on-time information (no delay)
------------------------------------------------
PD1.1 concerning the staff
PD3.2.4 usability problems (info
equip.) (2)
PD6 concerning the method
PD6.1 lack of standardization (2)
PD6.2 lack of documented standards
PD7.11 no simult. multi-user info
access
PD7.3 lack of info standardization
PD7.4 standardization is a handicap
PD7.5 incomplete information
PD7.8 no consideration of all info
------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP6.3 lack of quality feedback
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
PS7.1 no missing information
------------------------------------------------
SP5.2 specific assignments
SP6.1 specific standardization
5. transfer the arriving ICU patient to the ICU
PD7.5 incomplete information
PD5.4 lack of teamwork
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
UP1.2.3 new patient groups (2)
------------------------------------------------
RP Redundant Process (2)
PS1.1 concerning the staff (2)
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD2.2 location is not prepared
PD3.1.2 patient bed is not prepared
PD5.4 lack of teamwork
PD6 concerning the method
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
UP7 concerning the information flow
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS3.2.4 high usability (info
equipment)
------------------------------------------------
PD1.2.4 too many patients
PD5 concerning the management;
PD5.1 lack of planning
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
SP5 concerning the management
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD6.1 lack of standardization
------------------------------------------------
UP6.3 lack of quality feedback
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff
------------------------------------------------
SP5.2 specific assignments
SP6.1 specific standardization
5.1 organize the transfer of
the arriving ICU patient
PD1.1.1 staff is missing (2)
PD5.4 lack of teamwork (2)
PD6.1 lack of standardization
PD7.2 delayed information
PD7.1 missing information
PD7.3 lack of info standardization (2)
PD7.5 incomplete information
PD7.6 incorrect information
PD7.9 no stand. info transferability (2)
-------------------------------------------------
------------------------------------------------
UP7.1 no standardized information
flow (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD3.2 concerning the info equipment
PD5.1 lack of planning
PD6.1 lack of standardization
PD7.1 missing information
PD7.2 delayed information
PD7.5 incomplete information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
RP Redundant Process (4)
------------------------------------------------
UP1.2.3 new patient groups (2)
------------------------------------------------
PS3.2.4 high usability (info
equipment) (6)
PS7.3 information standardization (4)
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
(2)
PD2 concerning the location (milieu)
PD3.1 concerning the patient bed
PD6 concerning the method
PD7.8 no consideration of all info
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD7.2 delayed information
------------------------------------------------
PS7.2 on-time information (no delay)
------------------------------------------------
PD6 concerning the method
PD7.11 no simult. multi-user info
access
PD7.5 incomplete information
RP Redundant Process (2)
5.2 collect/transfer/receive/check the medical information
about the arriving ICU patient
RP Redundant Process (2)
PD1.1 concerning the staff
PD7.3 lack of info standardization
------------------------------------------------
SP3.2 concerning the info equipment
(2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PD3.2.4 usability problems (info
equip.) (2)
PD6.1 lack of standardization
PD6.2 lack of documented standards
PD7.4 standardization is a handicap
PD7.8 no consideration of all info
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS7.1 no missing information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
RP Redundant Process
------------------------------------------------
PS7.3 information standardization
------------------------------------------------
SP7.1 standardized information flow
PD1.2.1 patient is missing
PD7.1 missing information
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
PS1.1 concerning the staff (2)
PS5.4 specific teamwork (2)
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
------------------------------------------------
5.3 disconnect/transport/
connect the arriving ICU
patient
269
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD2.1 location is occupied
6. reject the ICU
patient admission
request
270
Anhang 21
Jackson Memorial Hospital
University of Miami (USA)
Charité Campus Virchow
Klinikum Berlin (Deutschland)
Hokkaido University Hospital
Sapporo (Japan)
Kaplan Medical Center Rehovot
(Israel)
Palo Alto VA Health Care System
Stanford (USA)
University Hospital of Innsbruck
(Österreich)
6.1 reject the ICU patient
admission request based on
the medical background
PD1.2.3 patient is waiting
PD1.2.4 too many patients
PD2.1 location is occupied
6.2 reject the ICU patient
admission request based on
the ICU bed availability
6.3 reject the ICU patient
admission request based
on the ICU staff availability
271
Anhang 22
272
Anhang 22
273
Anhang 22: Darstellung aller für die charakteristischen Defizite der „Patienten-
aufnahme auf die ITS“ des Jackson Memorial Hospitals der University of
Miami erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen (in englischer Sprache)
Deficit 1: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem: TICU fellow is sometimes not informed or informed too late
about a possible new TICU patient
Jackson Memorial Hospital – University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
1-A: Enforcement of a strict ICU policy: no patient is admitted
without the evaluation of an ICU physician (1) (2) (3)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Deficit 2: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital – University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
2-A: Standardized documents for the ICU patient admission
request (filled out and transferred as early as possible) (1)
2-B: Collect missing medical patient information via the
Hospital Information System (1)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
No standardized documents for the transfer of medical patient
information prior to the patient arrival
Anhang 22
274
Deficit 3: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
3-A: Standardized ICU admission criteria (5)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Standardized checklist with TICU admission criteria is not
used/communicated/existent
Deficit 4: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
4-A: ICU physicians decide about transferable patients first
before discussing/confirming with ward physicians (1) (2)
4-B: ICU physicians write the ICU discharge order (1)
4-C: “in-case Transfer Orders are written for all transferable
patients and only activated if necessary (5)
4-D: If ward physicians have no time but agree to the patient
discharge, ICU physicians write the Transfer Order (5)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Transfer Order is not written in time; patient discharge is
planned after ward rounds; surgeon is not available for writing
the Transfer Order; time consuming work to organize the
writing of the Transfer Order
Anhang 22
275
Deficit 5: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
5-A: Standardized documents (summaries) for the transfer of
medical patient information for physicians and nurses (1) (3)
5-B: Ward physicians and ward nurses pick up the trans-
ferable patient and collect additional medical information (1)
5-C: Oral report to receiving patient assigned ward nurse
(person to person) after the patient assigned ICU staff nurse
has transferred the ICU patient to the normal ward (5)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Loss of information during the transfer of medical patient
information from the TICU staff nurse to the normal ward
Deficit 6: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
6-A: Standardized checklist for the patient discharge and
transfer to a normal ward
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
The patient family is not always informed about the patient’s
TICU discharge; the patient’s personal items are forgotten
Anhang 22
276
Deficit 7: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
7-A: Defining the transfer time by phone first in consensus (1) (3) (5)
7-B: ICU patient is picked up by the ward physician and ward
nurse (1)
7-C: Patient assigned ICU staff nurse always transfers the patient
to the normal ward (5)
7-D: ICU staff nurse (and a physician) always transfers the patient
to the normal ward (3)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
No reception of the transferred TICU patient at the normal
ward; transport service is too slow
Deficit 8: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
8-A: If the non medical staff for cleaning is not available
(during night time), the ICU nurses clean the ICU bed and
bedside for emergencies by themselves (1)
8-B: If the non medical staff for cleaning is not available in
emergencies immediately (< 5%), the ICU nurses clean the
ICU bed and bedside by themselves (4)
8-C: Continuous cleaning process (2)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Often the TICU bedside is not cleaned up in time (especially
between 3pm and 7am)
Anhang 22
277
Deficit 9: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
9-A: Preparation of the ICU medical equipment is done prior
to the patient arrival based on the medical patient information
that is transferred to the ICU as soon as documented (1)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
Missing medical patient information for the setup of adequate
medical equipment prior to the TICU patient arrival
Deficit 10: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
10-A: Find out the missing drugs and add to the TICU night cart
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
TICU night cart has only a limited choice of drugs;
No delivery from the Central Pharmacy
Anhang 22
278
Deficit 11: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternatives from other ICUs:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
11-A: Standardized documents (summaries) for the transfer of
medical patient information for ER/OR/ward physicians,
anaesthesiologists and ER/OR/ward nurses (1)
11-B: ER/OR/ward physicians, anaesthesiologists and
ER/OR/ward nurses transport the patient to the ICU and transfer
additional medical information (at a defined arrival time) (1) (2) (5)
11-C: For the transfer from wards, the assigned ICU staff nurse
offers to help with the patient transport (5)
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
50% of missing or incomplete Transfer Orders after patient
arrival; surgeons do not accompany the patient to the TICU
for transferring medical information in every case; missing
standardized documents from surgeons; TICU resident (and
fellow) do not always attend the patient arrival
Deficit 12: Patient Admission Process to the TICU
Prozess-
Defizite
Problem:
Jackson Memorial Hospital University of Miami:
Process Flow Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
12-A: Analyse and improve the patient admission and
discharge processes for normal hospital wards
12-B: Collect the necessary data to initiate a discussion
about more hospital beds and staff
Alternative:
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)
No bed available at a normal ward; no TICU-Step-Down-Unit;
miscommunication between TICU, ward and Administrator
about open/clean beds
Anhang 23
279
Anhang 23: Darstellung der Bewertungsergebnisse der Funktionstauglichkeit aller für
die „Patientenaufnahme auf die ITS“ des Jackson Memorial Hospitals der
University of Miami erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen (in
englischer Sprache)
Im folgenden Anhang dieser Arbeit befindet sich die Darstellung der Bewertungsergebnisse
der Funktionstauglichkeit aller für die „Patientenaufnahme auf die Intensivstation“ des Jack-
son Memorial Hospitals der University of Miami erarbeiteten Prozessfluss- Verbesserungen
durch 34 klinische Mitarbeiter.
Hierfür wurde von jedem dieser klinischen Mitarbeiter die Funktionstauglichkeit der einzel-
nen Prozessfluss- Verbesserungen mittels einer Punktvergabe zwischen 1 und 5 bewertet. Ein
Punkt bedeutete hierbei die Aussage „Diese Prozessfluss- Verbesserung sollte keineswegs
umgesetzt werden.“ [engl.: This process optimization should definitely not be realized.], fünf
Punkte dagegen die Aussage Diese Prozessfluss- Verbesserung sollte unbedingt umgesetzt
werden.“ [engl.: This process optimization should definitely be realized.]. Getrennt für ärztli-
ches und pflegerisches Personal sowie für alle klinischen Mitarbeiter gemeinsam wurden dann
die statistischen Mittelwerte für jede einzelne dieser Prozessfluss- Verbesserungen ermittelt.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden diese Mittelwerte nach der zweiten Nachkomma-
stelle gerundet.
Anhang 23
280
Average assessment between 1 (should definitely not be realized) and 5 (should definitely be realized) for the possible
Process Flow Improvements, that were elaborated for an elimination of the existing
Deficits within the “Patient Admission Process to the ICU” of the Jackson Memorial Hospital, Miami (USA):
Average
assessment
(entire staff)
n = 34
Average
assessment
(nurses)
n = 30
Average
assessment
(physicians)
n = 4
Deficit 1: TICU fellow is sometimes not informed or informed too late
about a possible new TICU patient
1-A: Enforcement of a strict ICU policy: no patient is admitted without the evaluation of an ICU physician (1) (2) (3) 4,71 4,77 4,25
Deficit 2: No standardized documents for the transfer of
medical patient information prior to the patient arrival
2-A: Standardized documents for the ICU patient admission request (filled out and transferred as early as possible) (1) 4,15 4,13 4,25
2-B: Collect missing medical patient information via the Hospital Information System (1) 3,29 3,27 3,50
Deficit 3: Standardized checklist with TICU admission criteria
is not used/communicated/existent
3-A: Standardized ICU admission criteria (5) 4,26 4,43 3,00
Deficit 4: Transfer Order is not written in time; patient discharge is planned after ward rounds; surgeon is not
available for writing the Transfer Order; time consuming work to organize the writing of the Transfer Order
4-A: ICU physicians decide about transferable patients first before discussing/confirming with ward physicians (1) (2) 4,18 4,20 4,00
4-B: ICU physicians write the ICU discharge order (1) 3,94 4,00 3,50
4-C: “in-case” Transfer Orders are written for all transferable patients and only activated if necessary (5) 3,50 3,43 4,00
4-D: If ward physicians have no time but agree to the patient discharge, ICU physicians write the Transfer Order (5) 3,85 3,97 3,00
Deficit 5: Loss of information during the transfer of medical patient information
from the TICU staff nurse to the normal ward
5-A: Standardized documents (summaries) for the transfer of medical patient information for physicians and nurses (1) (3) 4,21 4,17 4,50
5-B: Ward physicians and ward nurses pick up the transferable patient and collect additional medical information (1) 2,50 2,53 2,25
5-C: Oral report to receiving patient assigned ward nurse (person to person) after the patient assigned ICU staff nurse
has transferred the ICU patient to the normal ward (5) 3,65 3,53 4,50
Deficit 6: The patient family is not always informed about the patient’s TICU discharge;
the patient’s personal items are forgotten
6-A: Standardized checklist for the patient discharge and transfer to a normal ward 4,26 4,23 4,50
Deficit 7: No reception of the transferred TICU patient at the normal ward;
transport service is too slow
7-A: Defining the transfer time by phone first in consensus (1) (3) (5) 3,94 4,00 3,50
7-B: ICU patient is picked up by the ward physician and ward nurse (1) 1,97 2,10 1,00
7-C: Patient assigned ICU staff nurse always transfers the patient to the normal ward (5) 3,82 3,77 4,25
7-D: ICU staff nurse (and a physician) always transfers the patient to the normal ward (3) 2,47 2,40 3,00
Anhang 23
281
Average assessment between 1 (should definitely not be realized) and 5 (should definitely be realized) for the possible
Process Flow Improvements, that were elaborated for an elimination of the existing
Deficits within the “Patient Admission Process to the ICU” of the Jackson Memorial Hospital, Miami (USA):
Average
assessment
(entire staff)
n = 34
Average
assessment
(nurses)
n = 30
Average
assessment
(physicians)
n = 4
Deficit 8: Often the TICU bedside is not cleaned up in time
(especially between 3pm and 7am)
8-A: If the non medical staff for cleaning is not available (during night time), the ICU nurses clean the ICU bed and
bedside for emergencies by themselves (1) 2,03 1,97 2,50
8-B: If the non medical staff for cleaning is not available in emergencies immediately (< 5%), the ICU nurses clean the
ICU bed and bedside by themselves (4) 2,12 2,13 2,00
8-C: Continuous cleaning process (2) 4,82 4,83 4,75
Deficit 9: Missing medical patient information for the setup
of adequate medical equipment prior to the TICU patient arrival
9-A: Preparation of the ICU medical equipment is done prior to the patient arrival based on the medical patient
information that is transferred to the ICU as soon as documented (1) 4,41 4,40 4,50
Deficit 10: TICU night cart has only a limited choice of drugs;
No delivery from the Central Pharmacy
10-A: Find out the missing drugs and add to the TICU night cart 4,44 4,43 4,50
Deficit 11: 50% of missing or incomplete Transfer Orders after patient arrival; surgeons do not accompany the patient
to the TICU for transferring medical information in every case; missing standardized documents from
surgeons; TICU resident (and fellow) do not always attend the patient arrival
11-A: Standardized documents (summaries) for the transfer of medical patient information for ER/OR/ward physicians,
anaesthesiologists and ER/OR/ward nurses (1) 4,32 4,33 4,25
11-B: ER/OR/ward physicians, anaesthesiologists and ER/OR/ward nurses transport the patient to the ICU and transfer
additional medical information (at a defined arrival time) (1) (2) (5) 4,35 4,30 4,75
11-C: For the transfer from wards, the assigned ICU staff nurse offers to help with the patient transport (5) 3,06 3,03 3,25
Deficit 12: No bed available at a normal ward; no TICU-Step-Down-Unit;
miscommunication between TICU, ward and Administrator about open/clean beds
12-A: Analyse and improve the patient admission and discharge processes for normal hospital wards 4,79 4,77 5,00
12-B: Collect the necessary data to initiate a discussion about more hospital beds and staff 4,29 4,20 5,00
(1) Hokkaido University Hospital Sapporo (Japan)
(2) Kaplan Medical Center Rehovot (Israel)
(3) University Hospital of Innsbruck (Austria)
(4) Charité University Hospital Berlin (Germany)
(5) Palo Alto VA Health Care System (USA)