scieee Science in your language
[en] (orig)
Die Beeinflussung der Richtwirkung von
Schalltrichtern durch Impedanzbelegung der
Wandung
vorgelegt von
Magister
Rafael Piscoya
aus Lima-PERU
Von der Fakult¨
at III - Prozesswissenschaften
der Technischen Universit¨
at Berlin
zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der Ingenieurwissenschaften
- Dr.-Ing. -
genehmigte Dissertation
Promotionsausschuß:
Vorsitzender: Prof. Dr. Bj¨
orn Petersson
Berichter: Prof. Dr.-Ing. Michael M¨
oser
Berichter: Prof. Dr. Volker Mellert
Tag der wissenschaftlichen Aussprache: 05. Februar 2003
Berlin 2003
D83
Danksagung
An dieser Stelle m¨
ochte ich mich bei Herrn Prof. M¨
oser, f¨
ur die M¨
oglichkeit
am Institut f¨
ur Technische Akustik zu arbeiten, f¨
ur die Betreuung und die
Unterst¨
utzung bedanken.
Ich danke dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der
meine Aufenthalt in Deutschland diese 3 Jahre erm¨
oglicht hat.
Den akademischen und nicht-akademischen Mitarbeitern des ITA m¨
ochte
ich f¨
ur die freundliche Arbeitsatmosph¨
are meinen Dank aussprechen. Beson-
ders danke ich Berndt Zeitler f¨
ur seine dauernde Hilfe und Freundschaft.
F¨
ur die Hilfe bei der Korrektur des Textes bedanke ich mich bei Sassan
Hashemolhosseini.
Ich bedanke mich bei allen Freunden die meine Aufenthalt in Berlin an-
genehm und unvergesslich gemacht haben.
Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie f¨
ur die Liebe und Un-
terst¨
utzung.
Aber vor allem danke ich Gott f¨
ur seine Liebe.
Berlin, Januar 2003 Rafael Piscoya
II
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Das Rohr mit konstantem Querschnitt 4
2.1 Beschreibung des Schallfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.1.1 ReektiertesFeld..................... 8
2.1.2 Berechnung der Elemente Gnm .............. 10
2.1.3 Anregung ......................... 11
2.1.4 Ergebnisse......................... 13
3 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz 15
3.1 BestimmungdesSchallfeldes................... 17
3.1.1 Schallfeld an den Trenn߬
achen.............. 24
3.1.2 RichtwirkungundAbstrahlgrad............. 28
4 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung 32
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung . . . 34
4.2 BenutzungvonFlanschen .................... 44
4.3 EndlicheImpedanzen....................... 47
4.4 Helmholtz-Resonator....................... 52
5 Benutzung einer Impedanz auf der Schallwand 58
6 Der 3D-Schalltrichter 66
7 Messungen 78
7.1 Resonatoren............................ 79
7.2 Verfahren ............................. 83
7.3 AuswertungderErgebnisse.................... 84
8 Zusammenfassung 90
A Berechnung des Gleichungssystems beim 3D-Schalltrichter 93
III
IV INHALTSVERZEICHNIS
Literaturverzeichnis 101
1. Einleitung
Hornlautsprecher werden seit langen benutzt, besonders wenn eine große
akustische Leistung abgestrahlt werden muss und eine kontrollierte Richt-
charakteristik gew¨
unscht wird. Im Vergleich zu einem direkten Strahler, ist
der hohe Wirkungsgrad sein gr¨
oßter Vorteil, da ein Horn praktisch jeden
m¨
oglichen Wert des akustischen Widerstandes zum Generator darstellen kann.
Ferner kann eine beliebige Art der Richtungswirkungen durch eine geeignete
Kombination von H¨
ornern erhalten werden.
Die Anf¨
ange der Horn Geschichte liegen mehr als 100 Jahren zur¨
uck,
mit der Einf¨
uhrung des Grammophons, das ohne elektrische Verst¨
arkung die
mechanischen Schwingungen der Nadel von der Schallplatte in h¨
orbare Si-
gnale umsetzte. Aber die Gestaltung eines Hornlautsprechers war eine lange
und m¨
uhsame Aufgabe. Wichtig waren die Arbeiten von Webster, Klipsch
und Voigt, die die Gesetze der Horntechnik erforschten. Es war die Zeit der
R¨
ohrenverst¨
arker, die nur geringe Ausgangsleistung hatten. Sie brauchten
effiziente Lautsprechersysteme und das Horn war das einzige Lautsprecher-
konzept, welches die geringe Leistung wirksam in Schall umwandeln konn-
te. 1925 entwickelten Rice und Kellog den dynamischen Lautsprecher, der
auch ohne ein Horn wirksam Schall abstrahlen konnte, aber mit einem ge-
ringeren Wirkungsgrad als ein Hornlautsprecher. Als der Transistor entdeckt
wurde, war der Vorteil des Hornlautsprechers ¨
uber den dynamischen Laut-
sprecher nicht mehr wichtig. Der Transistor konnte auch elektrische Str¨
ome
und Spannungen verst¨
arken, aber er war vergleichsweise klein und einfach
zu fertigen. R¨
ohrenverst¨
arker und die aufw¨
andig gebauten Hornlautsprecher
wurden dann von Transistorverst¨
arker, mit ihren gr¨
oßeren Ausgangsleistun-
gen, und dynamischen Lautsprechern f¨
ur den massiven Gebrauch ersetzt.
Heute liegt der Schwerpunkt der Verwendung von H¨
ornern auf verschie-
denen Gebieten. Zum einen ist im Bereich der Beschallungstechnik der An-
spruch an Lautst¨
arke und Abstrahleigenschaften so gestiegen, dass man in
hochwertigen Anlagen ¨
uberwiegend H¨
orner verwendet. Eine weitere Anwen-
dung von H¨
ornern liegt in der Festinstallation im Diskothekenbereich. Zudem
werden H¨
orner auch f¨
ur zuhause f¨
ur High-End und HiFi Anwendungen kon-
1
2 Einleitung
struiert, bei denen sicherlich auch das außergew¨
ohnliche Design eine große
Rolle spielt. F¨
ur den Beschallungsbereich sind z.B. im Tieftonbereich H¨
orner
interessant, die eine tiefe, wirkungsgradstarke Basswiedergabe mit hohem
Maximalschalldruck bei akzeptabler Geh¨
ausegr¨
oße erm¨
oglichen. F¨
ur High-
End oder HiFi-Anwendungen steht der lineare Schalldruckfrequenzgang an
oberster Stelle.
Die erh¨
ohte Leistungsf¨
ahigkeit und die Bandbreite der modernen Kom-
pressionstreiber hat neue Priorit¨
aten bei der Horngestaltung ergeben. Man
ben¨
otigt nicht mehr das leistungsf¨
ahigste Horn f¨
ur Widerstandumwandlung,
jetzt kann man sich auf die Entwicklung ”Wellenleiter”konzentrieren, die die
Streuung der Wellenfront steuern. Die Idee ist, bessere polare Verteilungen
auf Kosten von etwas Leistungsf¨
ahigkeit zu erhalten. Eine gute Belastung des
Treibers muss noch vollendet werden, damit das Horn n¨
utzlich ist. Der Erfin-
der dieser Einstellung ist Earl Geddes. Unter dieser Auffassung k¨
onnte eine
gute Unterscheidung zwischen einem Horn und einem Wellenleiter so ausge-
druckt werden: ein Horn wird haupts¨
achlich mit der optimalen Last seines
Treibers betroffen, ein Wellenleiter haupts¨
achlich mit seinen Richtungseigen-
schaften. Das Segment einer kugelf¨
ormigen Ober߬
ache, das groß in Vergleich
zur Wellenl¨
ange ist und radial vibriert, strahlt uniform ¨
uber einen Raumwin-
kel ab. Das bedeutet, uniforme Schallverteilung wird erreicht, wenn die Ra-
dialluftbewegung die gleiche Phase und Amplitude ¨
uber der kugelf¨
ormigen
Ober߬
ache hat. Einfache konische H¨
orner, deren Formen durch Kegel be-
schrieben werden, stellen keine Phasen- oder Amplitudeverzerrung der Wel-
lenfront und k¨
onnen das Kugelsegment gut simulieren. Ver¨
anderungen mit
rechteckigen Querschnitten und flachen planaren W¨
anden stellen gute Kon-
trolle der Richtwirkung auf Kosten von irgendeinem Wellenfrontverzerrung.
Die Schw¨
ache dieser konischen H¨
orner liegt in den schlechten Belastungs-
eigenschaften f¨
ur den Treiber bei tiefen Frequenzen, deshalb wurden in ver-
schiedenen Arbeiten unterschiedliche Methode gestaltet um die konische Sek-
tion effizient zum Treiber zu koppeln.
Diese Arbeit folgt die Linie der Optimierung der Richtcharakteristik und
besch¨
aftigt sich nur mit der Richtungseigenschaft des Horns und nicht mit der
Belastbarkeit des Treibers. Hier wird der Einfluss von auf den W¨
anden an-
gebrachten Impedanzen auf die Richtwirkung eines konischen Hornlautspre-
chers untersucht (siehe Bild 1.1). Eine Impedanz wird gesucht, die die Zone
der konstanten Strahlbreite in Richtung tiefe Frequenzen erweitern kann. Zur
Vereinfachung des Modells und der Rechnungen wird angenommen, dass der
Trichter in einer unendlichen Wand eingebaut ist.
3
Z
Z
schallhart
schallhart
Z
Z
schallhart
schallhart
Bild 1.1: Die zwei untersuchten Anordnungen: links: Impedanz auf der Horn-
wand; rechts: Impedanz auf der Schallwand
2. Das Rohr mit konstantem
Querschnitt
In diesem Kapitel wird die Abstrahlung einer Kolbenmembran, die sich auf
dem Ende eines Rohres mit einer bestimmten L¨
ange befindet, beschrieben.
Die W¨
ande bestehen aus Materialien mit verschiedenem akustischem Ver-
halten, Masse-, Steife- oder Reibungscharakter. Ein solches Verhalten wird
durch die akustische Impedanz des Materials hergestellt. Zur Vereinfachung
wird angenommen, dass das Rohr in eine starre unendliche Wand eingebaut
ist. Die Wellengleichung wird sowohl innerhalb als auch außerhalb des Rohres
gel¨
ost, so dass die Randbedingungen erf¨
ullt werden. Der frequenzabh¨
angige
Abstrahlgrad und die Richtwirkung werden f¨
ur verschiedene Impedanzen der
Rohrw¨
ande berechnet. Diese Arbeit dient als Vorstudie des Schwerpunktes
des Forschungsthema: die Schallabstrahlung eines Schalltrichters. In diesem
Fall hat das Rohr keinen konstanten Querschnitt mehr sondern einen mit der
L¨
ange ver¨
anderlichen Querschnitt. Die errechneten Ergebnisse erm¨
oglichen
trotzdem eine qualitative Vorstellung der Beeinflussung des Schallfeldes ei-
nes Schalltrichters durch verschiedene Impedanzen. Das erzeugte Schallfeld
einer Schallquelle von endlicher Gr¨
osse, die in eine starre unendliche Wand
eingebaut ist, kann bestimmt werden, wenn ihre Schnelle-Verteilung bekannt
ist, da der Schalldruck in jedem Punkt des Raumes eine Funktion der fourier-
transformierte Schnelle ist. Wenn die Quelle, in diesem Fall eine Kolbenmem-
bran, nicht auf der Fl¨
ache der starren Wand liegt, sondern sich am Ende eines
Rohres befindet, ist die Schnelle-Verteilung, die das Schallfeld erzeugt, nicht
die von der Kolbenmembran, sondern die am Mund des Rohres. Die Form
dieser Schnelle-Verteilung ver¨
andert sich f¨
ur verschiedene Impedanzen der
Rohrw¨
ande. Es werden folgende F¨
alle untersucht: schallharte und schallwei-
che Wandung und Masse-, Steife- und Reibungsimpedanz.
4
2.1 Beschreibung des Schallfeldes 5
2.1 Beschreibung des Schallfeldes
Das von der Membran erzeugte Schallfeld wird vollst¨
andig bestimmt, wenn
der Schalldruck innerhalb des Rohres p(t)(x, y) und der Schalldruck im Au-
ßenraum p(a)(x,y) bekannt sind. Beide Funktionen sind L¨
osungen der Wel-
lengleichung und m¨
ussen die Randbedingungen erf¨
ullen. F¨
ur das Schallfeld
im Rohr nimmt man den Ansatz:
p(t)
ρcv0
(x, y)=
n=
n=1
(Anejknx+Bnejkn(x))cos(knyy) (2.1)
Die Schnelle v0ist eine Bezugsschnelle, die z.B. die Maximal-Schnelle der
Membran darstellen kann, und eingesetzt wurde, damit Anund Bndimen-
sionslose Gr¨
oßen sind. Der Ansatz enth¨
alt Wellen, die sich entlang des Roh-
res mit den Ausbreitungskonstanten knausbreiten und deren Wellenfronten
Querverteilungen (Moden) bilden. Die Summe beginnt mit n=1, so dass die
Wellenzahl k1ydie Grundmode darstellt.
kny =(n1)π
h,Z→∞
kny =(n0.5)π
h,Z=0
Die sich in positiver x-Richtung ausbreitenden Wellen besitzen die Ampli-
tuden Anund die reflektierten Wellen (in negativer x-Richtung) die Ampli-
tuden Bn. Die Schnelle der Luftteilchen l¨
aßt sich durch das Tr¨
agheitsgesetz
berechnen:
∂v(t)
∂t =1
ρp(t)(2.2)
v(t)
x
v0
(x, y)=
n=
n=1
kn
k0
(AnejknxBnejkn(x))cos(knyy) (2.3)
v(t)
y
v0
(x, y)=j
n=
n=1
kny
k0
(Anejknx+Bnejkn(x))sin(knyy) (2.4)
Wenn der Ansatz (2.1) in die Wellengleichung eingesetzt wird, ergibt sich f¨
ur
die Ausbreitungskonstante (kn) und die Querwellenzahl (kny) die Bedingung:
kn=k2
0k2
ny
6 Das Rohr mit konstantem Querschnitt
y
x
y
Z
Z
h
h
l
Kolbenmembran
p (x,y)
(t) p (x´,y)
(a)
M
v(y)
Bild 2.1: Modell des Rohres mit den Koordinatensystemen f¨
ur die Berechnung
von p(t)(x, y) und p(a)(x,y)
wobei k0die Wellenzahl in Luft darstellt. Der Ansatz muss auch die Rand-
bedingung an der Wand erf¨
ullen:
Z
ρc
v(t)
y
v0
(x, y =h)= p(t)
ρcv0
(x, y =h)
Diese f¨
uhrt zur Gleichung
n=1
(Anejknx+Bnejkn(x))jZ
ρc
kny
k0
sin(knyh)+cos(knyh)=0 (2.5)
und folglich zur Eigenwertgleichung f¨
ur die einzelnen Terme:
kny tan(knyh)= jk0
Z/ρc (2.6)
Die traszendente Gleichung (2.6) kann numerisch gel¨
ost werden [1]. Die
kny und die knsind im allgemeinen komplexe Zahlen, da sie komplexe Glei-
chungen l¨
osen. Ein komplexer Wert von knbedeutet, die Amplitude der Mo-
de klingt mit der Distanz exponentiell ab, dann handelt es sich um eine
ged¨
ampfte Welle. Diese D¨
ampfung ist durch den Imagin¨
arteil von kngege-
ben. Aufgrund des Verfalls der Moden, kann ihre Wirkung nur in der N¨
ahe
der Membran und des Rohrmundes festgestellt werden, wo die Moden, einige
viel mehr als die anderen, angeregt werden.
Im Halbraum (x>0) betrachtet man einen Feldansatz als Summe der
ebenen Wellen, die sich in allen m¨
oglichen Richtungen nach außen ausbreiten:
p(a)(x,y)= 1
2π
−∞
P(k)ejkrxejkydk (2.7)
2.1 Beschreibung des Schallfeldes 7
nach Gl. (2.2) sind die Komponenten der Luftteilchenschnelle:
v(a)
x(x,y)= 1
2πρc +
−∞
kr
k0
P(k)ejkrxejkydk (2.8)
v(a)
y(x,y)=1
2πρc +
−∞
k
k0
P(k)ejkrxejkydk (2.9)
Der Ansatz (2.7) erf¨
ullt die Wellengleichung, wenn gilt:
k2
rk2+k2
0=0.
Aus physikalischen Gr¨
unden legt man die Vorzeichen wie folgt fest:
kr=+k2
0k2,k
2
0>k
2
jk2k2
0,k
2
0<k
2(2.10)
Der erste Fall entspricht einer sich ausbreitenden Welle und der zweite einer
ged¨
ampften Welle. Die Amplituden der Wellen P(k) sind nicht direkt bere-
chenbar, aber die fourier-transformierte Schnelle an der Ebene x=0,V(k)
kann man leicht finden. Eine Beziehung zwischen beiden Gr¨
oßen wird dann
gebraucht. Man nimmt das Verh¨
altnis (2.8) und f¨
ur x=0:
va
x(x=0,y)= 1
2πρc
−∞
kr
k0
P(k)ejkydk.
F¨
uhrt man die Fourier-Transformation auf beiden Seiten aus, dann erh¨
alt
man:
V(k)= 1
2πρc
−∞
−∞
kr
k0
P(k)ejkyejkydkdy
und nach einer geigneten Umordnung:
V(k)= 1
ρc
−∞
kr
k0
P(k)1
2π
−∞
ej(kk)ydydk
Der Ausdruck in Klammern ist die Deltafunktion δ(kk), dann ergibt sich
die Beziehung:
P(k)=ρcV (k)k0
kr
(2.11)
8 Das Rohr mit konstantem Querschnitt
und der Ansatz (2.7) wird:
p(a)
ρcv0
(x,y)= 1
2π
−∞
V(k)
v0
k0
kr
ejkrxejkydk (2.12)
Zur Berechnung von V(k) benutzt man die Anpassung der Schnelle an der
Ebene x=0:
v(a)
x(x=0,y)=v(t)
x(x=0,y)|y|<h
0|y|>h
was zu:
V(k)
v0
=
−∞
v(a)
x
v0
(x=0,y)ejkydy =+h
h
v(t)
x
v0
(x=, y)ejkydy
f¨
uhrt und schließlich
V(k)
v0
=h
n=1
kn
k0
(AnejknBn)sin[(kkny)h]
(kkny)h+sin[(k+kny)h]
(k+kny)h
(2.13)
Der Schalldruck im Rohrmund ist eine Summe aus allen m¨
oglichen Mo-
den. Deshalb k¨
onnen auch die nicht ausbreitungsf¨
ahigen Moden zum Schall-
feld im Halbraum beitragen. Zur ferneren Bestimmung der noch unbekannten
Amplituden Anund Bndienen die Randbedingungen.
2.1.1 Reflektiertes Feld
Die inneren und ¨
außeren Schallfelder m¨
ussen f¨
ur die Betrachtung der Ebene
am Rohrmund aneinander anpassen werden. Die Anpassung der Schnelle
wurde bei der Bestimmung der Gl. (2.11) benutzt, also bleibt die Anpassung
des Druckes zu berechnen:
p(t)
x(x=, y)=p(a)
x(x=0,y)
Daraus ergibt sich mit den Feldans¨
atzen (2.1) und (2.12):
m=
m=1
(Amejkm+Bm)cos(kmyy)= 1
2π+
−∞
V(k)
v0
k0
kr
ejkydk (2.14)
Es wird ausgenutzt, daß die Funktionen des Modenansatzes ein Orthogonal-
system bilden:
Nnm =1
2h+h
h
cos(knyy)cos(kmyy)dy =1
2(1 + sinc(2knyh)) n=m
0n=m
(2.15)
2.1 Beschreibung des Schallfeldes 9
wobei sinc(x)=sin(x)/x. Wenn die Gl. (2.14) mit cos(knyy) multipliziert
und ¨
uber das Intervall ] h, +h[ integriert wird, erh¨
alt man:
(Anejkn+Bn)Nnn =1
2π+
−∞
V(k)
v0
k0
kr1
2h+h
h
cos(knyy)ejkydydk
(2.16)
Setzt man Gl. (2.13) in Gl. (2.16) ein und f¨
uhrt man die Integration in Klam-
mern aus, dann entstehen Beziehungen f¨
ur die Amplituden der reflektierten
Wellen:
m
km
k0
ejkmGnmAmAnejknBn
m
km
k0
GnmBm=0 ,n=1,2,3...
(2.17)
wobei f¨
ur Gnm gilt:
Gnm =h/λ0
2Nnn
−∞
k0
kr
Tnk
k0Tmk
k0dk
k0
(2.18)
λ0gibt die Wellenl¨
ange in der Luft an. Zur Abk¨
urzung wurde Tndefiniert
als:
Tn(z)=sinc[(zkny
k0
)k0h]+sinc[(z+kny
k0
)k0h] (2.19)
Gl. (2.17) stellt ein unendliches Gleichungssystems mit unendlichen Unbe-
kannten dar. F¨
ur eine praktische Anwendung muss die Summe von Gl. (2.1)
nach einer gewissen Anzahl von Termen (Moden) abgebrochen werden. Logi-
scherweise soll die Anzahl von Moden (N), groß genug sein, damit der Fehler
m¨
oglichst klein bleibt. Die angen¨
aherte L¨
osung wird
p(t)(x, y)
ρcv0
=
n=N
n=1
(Anejknx+Bnejkn(x))cos(knyy) (2.20)
w¨
ahrend Gl. (2.1) der exakten L¨
osung entspricht.
Jetzt kann das System aus Gl. (2.17) in Matrizenform dargestellt werden:
M
1A+M
2B=0(2.21)
M
1=
(k1
k0G11 1)ejk1k2
k0G12ejk2··· kN
k0G1NejkN
k1
k0G21ejk1(k2
k0G22 1)ejk2··· kN
k0G2NejkN
.
.
..
.
.....
.
.
k1
k0GN1ejk1k2
k0GN2ejk2··· (kN
k0GNN 1)ejkN
(2.22)
10 Das Rohr mit konstantem Querschnitt
M
2=
(k1
k0G11 +1) k2
k0G12 ··· kN
k0G1N
k1
k0G21 (k2
k0G22 +1) ··· kN
k0G2N
.
.
..
.
.....
.
.
k1
k0GN1k2
k0GN2··· (kN
k0GNN +1)
(2.23)
2.1.2 Berechnung der Elemente Gnm
Gem¨
ihrer Definitionen sind krund Tnsymmetrisch in k
Tn(k
k0)=Tn(k
k0); kr(k)=kr(k)
dann wird Gnm:
Gnm =h/λ0
Nnn
0
k0
kr
Tn(k
k0
)Tm(k
k0
)dk
k0
und nach Einsatz von Gl. (2.10):
Gnm =h/λ0
Nnn k0
0
Tn(k
k0
)Tm(k
k0
)k0
k2
0k2
dk
k0
+j
k0
Tn(k
k0
)Tm(k
k0
)k0
k2k2
0
dk
k0
Ein geeigneter Variablenwechsel f¨
uhrt zu
Gnm =h/λ0
Nnn 1
0
Tn(u)Tm(u)du
1u2+j1
0
Tn1
uTm1
udu
u1u2
(2.24)
Beide Integrale in (2.24) haben eine integrierbare Singularit¨
at an der Stelle
u=1.F
¨
ur u0 liefert die Gleichung:
Tn1
uTm1
u1
uu
Dann ist das zweite Integral auch an der Stelle u= 0 integrierbar. Zur
numerischen Berechnung der Gl. (2.24) wird die Gauss-Formel benutzt:
b
a
f(y)dy =ba
2
i=K
i=1
wif(yi)+RK(2.25)
wobei gilt:
yi=b+a
2+ba
2xi,w
i=2
(1 xi)2[P
K(xi)]2
2.1 Beschreibung des Schallfeldes 11
RK=22K+1(K!)4
(2K+ 1)[(2K)!]3f(2K)(ξ),1<1
PK(x) sind die Legendre Polynome (P1(x) = 1) und xidie i-te Nullstelle von
PK(x)
0 0.2 0.4 0.6 0.8
1
0
0.4
0.8
u
I1
0 0.2 0.4 0.6 0.8
1
−0.05
0
0.05
u
I2
Bild 2.2: Integranden I1(oben) und I2(unten) f¨
ur kn/k0=0.47 , km/k0=
0.67 und h/λ0=1.9
Wenn man die Integranden von (2.24) analysiert
I1=Tn(u)Tm(u)1
1u2;I2=Tn1
uTm1
udu
u1u2
findet man heraus, dass die Funktion I1sich langsam ¨
andert, w¨
ahrend die
Funktion I2mit einer stark steigenden Periodizit¨
at schwingt (bis zur Null in
der N¨
ahe von u= 0), deshalb braucht man in der Regel viel mehr Termen
in der Summe (2.25) f¨
ur I2als f¨
ur I1,(siehe Bild 2.2).
2.1.3 Anregung
Als Anregungsmechanismus wird eine Membran betrachtet, f¨
ur die die Schnelle-
Verteilung vM(y)aufihrergesamtenFl
¨
ache f¨
ur jede Frequenz bestimmt wer-
12 Das Rohr mit konstantem Querschnitt
den kann. Die Randbedingung an der Membran ist dann:
v(t)
x
v0
(x=0,y)=vM
v0
(y)
m=N
m=1
km
k0
(AmBmejkm)cos(kmyy)=vM
v0
(y) (2.26)
Wie beim vorigen Fall wird Gl. (2.26) mit cos(knyy) multipliziert und ¨
uber
das Intervall ]-h,+h[ integriert. Das f¨
uhrt zu:
kn
k0
(AnBnejkn)=Rn(2.27)
Dabei ist Rn:
Rn=1
2hNnn +h
h
vM
v0
(y)cos(knyy)dy
In Matrizenform schreibt man Gl. (2.27) als:
M1A+M2B=R(2.28)
M1=
k1
k00··· 0
0k2
k0··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· kN
k0
(2.29)
M2=
k1
k0ejk10··· 0
0k2
k0ejk2··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· kN
k0ejkN
(2.30)
Bei einer konstanten, frequenzunabh¨
angigen Schnelleanregung vM(y)=v0
findet man f¨
ur Rndie Werte:
Rn=1
2Nnn
sinc(knyh)
2.1 Beschreibung des Schallfeldes 13
2.1.4 Ergebnisse
Das Problem der L¨
osung der differentiellen Wellengleichung im Rohr und im
Halbraum wurde in die L¨
osung eines linearen Gleichungssystems mit N Un-
bekannten umgewandelt. Wie man in Bild 2.3 sehen kann, ist die Anpassung
des Druckes am Rohrmund besser, wenn mehr Moden betrachtet werden.
F¨
ur h/λ0=0.52 sind nur die Grundmode und die erste h¨
ohere Mode aus-
breitungsf¨
ahig.
0 0.2 0.4
−1
−0.5
0
0.5
1
y/λ0
p/ρcv0
0 0.2 0.4
−1
−0.5
0
0.5
1
y/λ0
p/ρcv0
2 Moden 5 Moden
Realteile
Imaginärteile
Realteile
Imaginärteile
Bild 2.3: Anpassung des Druckes am Rohrmund f¨
ur eine Impedanz Z=,
und h/λ0=0.52; gestrichelte Linie=p(t)(); durchgehende Linie=p(a)(0)
Die Erf¨
ullung der Randbedingung der Schnelle an der Membran ist vom
Wert der Impedanz des Rohres (Z)abh
¨
angig, da die Form der Moden durch
die Funktionen cos(knyy) beschrieben ist und die Querwellenzahlen kny sich
nach Gl. (2.6) berechnen lassen. F¨
ur den Fall eines schallharten Rohres regt
die Kolbenmembran haupts¨
achlich die Grundmode an, weil diese Mode ei-
ne konstante Querverteilung zeigt, die mit der konstanten Schnelleverteilung
der Membran ¨
ubereinstimmt. F¨
ur dem Fall Z= 0 werden alle Moden durch
die Bewegung der Membran angeregt, da keine Mode eine konstante Quer-
verteilung hat (siehe Bild 2.4).
14 Das Rohr mit konstantem Querschnitt
0 0.2 0.4
0.6
0.8
1
1.2
5 Moden
v/v0
0 0.2 0.4
0.6
0.8
1
1.2
9 Moden
y/λ0
v/v0
y/λ0
Bild 2.4: Randbedingung an der Membran f¨
ur eine Impedanz Z= 0, und
h/λ0=0.52; gestrichelte Linie=vM; durchgehende Linie=v(t)(0)
3. Der 2D-Schalltrichter mit
ortsabh¨
angiger Impedanz
F¨
ur die Berechnung vom Schallfeld eines 2D-Schalltrichters deren Wandung
keine konstante Impedanz hat, machen wir eine Verallgemeinerung der im
vorigen Kapitel beschriebenen Methode. Das Rohr mit dem ver¨
anderlichen
Querschnitt wird in kleine St¨
ucke gespalten. Jedes St¨
uck hat eine konstan-
te Breite, die jedoch kleiner ist als die vom nachfolgenden St¨
uck und eine
Wandimpedanz besitzt, die sich von St¨
uck zu St¨
uck ¨
andern kann. Der Vor-
teil dieser Methode liegt darin, dass man nur die ¨
ubliche Wellengleichung im
Freien (nicht die Webster’sche Gleichung) zu l¨
osen braucht. Aber der Nachteil
ist, dass heftige Querschnitts¨
anderungen auftreten. Das heißt, es gibt keine
kontinuierliche Vergr¨
oßerung der Querfl¨
ache, was zu einer optimalen Kopp-
lung der Impedanz f¨
uhrt. Man kann aber annehmen, dass die Effekte der
Diskontinuit¨
aten klein bleiben, wenn die L¨
ange der St¨
ucke kleiner gew¨
ahlt
wird als die Wellenl¨
ange.
Bild 3.1 zeigt wie ein Trichter in St¨
ucke gespalten wird. Das i-te Teilst¨
uck
hat eine L¨
ange (i)und eine Breite 2h(i). Aus der Teilung des Trichters in
R¨
ohren mit konstanten Querschnitten ergeben sich f¨
ur jedes Teilst¨
uck eine
parallele und eine senkrechte zur Trichterachse Wand mit entsprechenden
Impedanzen Z(i)
wund Z(i)
R.Mank
¨
onnte zur Vereinfachung Z(i)
R=anneh-
men, wenn die Quer߬
ache des Trichters langsam zunimmt. Aber f¨
ur einen
allgemeinen Fall wird Z(i)
R=Z(i)
wbetrachtet.
15
16 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
h(i+1)
p(i+1)
vx
(i+1)
vx
(i)
p(i)
h(i)
Z(i)
w
ZR
(i+1)
Z(i+1)
w
l(i) l(i+1)
Bild 3.1: Spaltung des Schalltrichters in kleine Teilst¨
ucke
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 17
3.1 Bestimmung des Schallfeldes
In jedem Teilst¨
uck werden ¨
ahnliche Ans¨
atze wie in Gl. (2.20) eingesetzt. Wie
im vorigen Kapitel, kann das Schallfeld im Halbraum bestimmt werden, wenn
das Feld im letzten Teilst¨
uck bekannt ist. F¨
ur das i-te Teilst¨
uck schreibt man:
p(i)
ρcv0
(x, y)=
n=N
n=1
(A(i)
nejk(i)
nx+B(i)
nejk(i)
n((i)x))cos(k(i)
nyy) (3.1)
v(i)
x
v0
(x, y)=
n=N
n=1
k(i)
n
k0
(A(i)
nejk(i)
nxB(i)
nejk(i)
n((i)x))cos(k(i)
nyy) (3.2)
v(i)
y
v0
(x, y)=j
n=N
n=1
k(i)
ny
k0
(A(i)
nejk(i)
nx+B(i)
nejk(i)
n((i)x))sin(k(i)
nyy) (3.3)
Damit sind die Wellenzahlen wie in Kapitel 1 bestimmt:
k(i)
n=k2
0(k(i)
ny)2
k(i)
ny tan(k(i)
nyh(i))= jk0
Z(i)
w/ρc
Wenn der Schalltrichter in MTeilst¨
ucke geteilt wird, hat man 2·N·M
Koeffizienten, die bestimmt werden m¨
ussen. Zur Berechnung der Koeffizi-
enten m¨
ussen Randbedingungen erf¨
ullt werden. Die Randbedingung an der
schwingenden Membran ergibt N Gleichungen
k(1)
n
k0A(1)
nB(1)
nejk(1)
n=Rnn=1,2..., N (3.4)
die sich von den Gleichungen in (2.27) durch den hochgestellten Index (erstes
St¨
uck) unterscheiden:
T(0)
1A(1)+T(0)
2B(1)=R,
wobei T(0)
1und T(0)
2N×N Matrizen sind:
T(0)
1=
k(1)
1
k00··· 0
0k(1)
2
k0··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· k(1)
N
k0
(3.5)
18 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
T(0)
2=
k(1)
1
k0ejk(1)
1(1) 0··· 0
0k(1)
2
k0ejk(1)
2(1) ··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· k(1)
N
k0ejk(1)
N(1)
(3.6)
Rist ein Vektor mit folgenden N Elemente:
Rn=1
2N(1)
nn
sinc(k(1)
ny h(1))
Der Schalldruck im Halbraum wird wie in Gl. (2.12) geschrieben, wo V(k)der
fourier-transformierten Schnelle des letzten St¨
uckes entspricht. Man schreibt
sie wie in Gl. (2.13):
V(k)
v0
=h(M)
n=1
k(M)
n
k0
(A(M)
nejk(M)
nB(M)
n)
sinc[(kk(M)
ny )h(M)]+sinc[(k+k(M)
ny )h(M)](3.7)
Die Anpassung des Druckes am Rohrmund (im letzten St¨
uck) ergibt N Glei-
chungen wie in Gl. (2.17):
m
(k(M)
m
k0
Gnm δnm)ejk(M)
m(M)A(M)
m
m
(k(M)
m
k0
Gnm +δnm)B(M)
m=0 (3.8)
Wie in Gl. (2.21) in Matrizenform gebracht ergibt das:
T(M)
1A(M)+T(M)
2B(M)=0
mit den N×N Matrizen:
T(M)
1=
(k(M)
1
k0G11 1)ejk(M)
1(M)k(M)
2
k0G12ejk(M)
2(M)···
···k(M)
N
k0G1Nejk(M)
N(M)
k(M)
1
k0G21ejk(M)
1(M)(k(M)
2
k0G22 1)ejk(M)
2(M)···
···k(M)
N
k0G2Nejk(M)
N(M)
.
.
..
.
.....
.
.
k(M)
1
k0GN1ejk(M)
1(M)k(M)
2
k0GN2ejk(M)
2(M)···
···(k(M)
N
k0GNN 1)ejk(M)
N(M)
(3.9)
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 19
T(M)
2=
(k(M)
1
k0G11 +1) k(M)
2
k0G12 ··· k(M)
N
k0G1N
k(M)
1
k0G21 (k(M)
2
k0G22 +1) ··· k(M)
N
k0G2N
.
.
..
.
.....
.
.
k(M)
1
k0GN1k(M)
2
k0GN2··· (k(M)
N
k0GNN +1)
(3.10)
In jedem Querschnittsprung treten 2 Arten von Randbedingungen auf.
Die erste verlangt die ¨
Ubereinstimmung der Feldimpedanz an der Trenn-
¨
ache in der Richtung der Wandnormalen mit der Wandimpedanz der Wand
(h(i)<|y|<h
(i+1)) und bei der zweiten m¨
ussen die Schalldr¨
ucke und die
wandnormalen Schallschnellen zu beiden Seiten der Trenn߬
achen miteinan-
der ¨
ubereinstimmen (|y|<h
(i)). Diese Grenzbedingungen schreibt man als:
p(i)
ρcv0
((i),y)=p(i+1)
ρcv0
(0,y)|y|<h
(i)(3.11)
v(i+1)
x
v0
(0,y)=
v(i)
x
v0((i),y)|y|<h
(i)
ρc
Z(i+1)
R
p(i+1)
ρcv0(0,y)h(i)<|y|<h
(i+1)
(3.12)
Setzt man Gl. (3.1) in Gl. (3.11) ein, multipliziert beide Seiten mit cos(k(i)
nyy)
und integriert man ¨
uber das Intervall ] h(i),h
(i)[, dann erh¨
alt man N neue
Gleichungen:
A(i)
nejk(i)
nl(i)+B(i)
n=
m=N
m=1
E(i)
nm[A(i+1)
m+B(i+1)
mejk(i+1)
ml(i+1) ] (3.13)
wobei
E(i)
nm =1
2N(i)
nnh(i)+h(i)
h(i)
cos(k(i)
nyy)cos(k(i+1)
my y)dy , n =1,2, ..., N (3.14)
und
N(i)
nm =1
2h(i)+h(i)
h(i)
cos(k(i)
nyy)cos(k(i)
myy)dy (3.15)
20 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
Gl. (3.13) schreibt man in Form von Matrizen:
T(i)
1A(i)+T(i)
2B(i)+T(i)
3A(i+1)+T(i)
4B(i+1)=0
F¨
ur die zweite Randbedingung in (3.12) multipliziert man mit cos(k(i+1)
ny y)
und integriert ¨
uber das Intervall ] h(i+1),h
(i+1)[. Dann ergeben sich N Glei-
chungen:
k(i+1)
n
k0
(A(i+1)
nB(i+1)
nejk(i+1)
nl(i+1) )+
+ρc
Z(i+1)
R
m=N
m=1
F(i)
nm(A(i+1)
m+B(i+1)
mejk(i+1)
ml(i+1) )
=
m=N
m=1
k(i)
n
k0
H(i)
nm(A(i)
mejk(i)
ml(i)B(i)
m)n=1,2, ...N (3.16)
wobei
F(i)
nm =1
N(i+1)
nn h(i+1) h(i+1)
h(i)
cos(k(i+1)
ny y)cos(k(i+1)
my y)dy (3.17)
und
H(i)
nm =1
2N(i+1)
nn h(i+1) +h(i)
h(i)
cos(k(i+1)
ny y)cos(k(i)
myy)dy (3.18)
Diese neue Gruppe von N Gleichungen wird als Matrizen geschrieben:
T(i)
5A(i)+T(i)
6B(i)+T(i)
7A(i+1)+T(i)
8B(i+1)=0
Die Teilmatrizen T(i)sind:
T(i)
1=
ejk(i)
1(i)0··· 0
0ejk(i)
2(i)··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· ejk(i)
N(i)
T(i)
2=
10··· 0
01··· 0
.
.
..
.
.....
.
.
00··· 1
T(i)
3=
G(i)
11 G(i)
12 ··· G(i)
1N
G(i)
21 G(i)
22 ··· G(i)
2N
.
.
..
.
.....
.
.
G(i)
N1G(i)
N2··· G(i)
NN
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 21
T(i)
4=
G(i)
11 ejk(i+1)
1l(i+1) G(i)
12 ejk(i+1)
2l(i+1) ··· G(i)
1Nejk(i+1)
Nl(i+1)
G(i)
21 ejk(i+1)
1l(i+1) G(i)
22 ejk(i+1)
2l(i+1) ··· G(i)
2Nejk(i+1)
Nl(i+1)
.
.
..
.
.....
.
.
G(i)
N1ejk(i+1)
1l(i+1) G(i)
N2ejk(i+1)
2l(i+1) ··· G(i)
NNejk(i+1)
Nl(i+1)
T(i)
5=
k(i)
1
k0H(i)
11 ejk(i)
1l(i)k(i)
2
k0H(i)
12 ejk(i)
2l(i)··· k(i)
N
k0H(i)
1Nejk(i)
Nl(i)
k(i)
1
k0H(i)
21 ejk(i)
1l(i)k(i)
2
k0H(i)
22 ejk(i)
2l(i)··· k(i)
N
k0H(i)
2Nejk(i)
Nl(i)
.
.
..
.
.....
.
.
k(i)
1
k0H(i)
N1ejk(i)
1l(i)k(i)
2
k0H(i)
N2ejk(i)
2l(i)··· k(i)
N
k0H(i)
NNejk(i)
Nl(i)
T(i)
6=
k(i)
1
k0H(i)
11
k(i)
2
k0H(i)
12 ··· k(i)
N
k0H(i)
1N
k(i)
1
k0H(i)
21
k(i)
2
k0H(i)
22 ··· k(i)
N
k0H(i)
2N
.
.
..
.
.....
.
.
k(i)
1
k0H(i)
N1
k(i)
2
k0H(i)
N2··· k(i)
N
k0H(i)
NN
T(i)
7=
ρc
Zi+1
R
F(i)
11 +k(i+1)
1
k0
ρc
Zi+1
R
F(i)
12 ··· ρc
Zi+1
R
F(i)
1N
ρc
Zi+1
R
F(i)
21
ρc
Zi+1
R
F(i)
22 +k(i+1)
2
k0··· ρc
Zi+1
R
F(i)
2N
.
.
..
.
.....
.
.
ρc
Zi+1
R
F(i)
N1
ρc
Zi+1
R
F(i)
N2··· ρc
Zi+1
R
F(i)
NN +k(i+1)
N
k0
22 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
T(i)
8=
(ρc
Zi+1
R
F(i)
11 k(i+1)
1
k0)ejk(i+1)
1(i+1) ρc
Zi+1
R
F(i)
12 ejk(i+1)
2(i+1) ···
··· ρc
Zi+1
R
F(i)
1Nejk(i+1)
N(i+1)
ρc
Zi+1
R
F(i)
21 ejk(i+1)
1(i+1) (ρc
Zi+1
R
F(i)
22 k(i+1)
2
k0)ejk(i+1)
2(i+1) ···
··· ρc
Zi+1
R
F(i)
2Nejk(i+1)
N(i+1)
.
.
..
.
..
.
.
ρc
Zi+1
R
F(i)
N1ejk(i+1)
1(i+1) ρc
Zi+1
R
F(i)
N2ejk(i+1)
2(i+1) ···
···(ρc
Zi+1
R
F(i)
NN k(i+1)
N
k0)ejk(i+1)
N(i+1)
Wenn man die vorigen Operationen in allen (M-1) Querschnittsspr¨
ungen
ausf¨
uhrt, dann hat man schließlich die 2·N·Mn
¨
otigen Gleichungen. Das Pro-
blem wurde erneut in ein lineares Gleichungssystem umgeschrieben:
TgX=V(3.19)
An den Gleichungen (3.13) und (3.16) kann man sehen, dass sich in je-
dem Querschnittssprung 2N Gleichungen ergeben, die nur die Koeffizienten
(A(i),B(i)) mit den Koeffizienten (A(i+1),B(i+1)) verbinden. Deshalb hat die
Matrix Tgdie Form einer Bandmatrix, d.h. alle Elemente außer diejenigen
in der Hauptdiagonale und einiger Nebendiagonalen sind gleich Null. Das ist
g¨
unstig, da es f¨
ur diese Art von Matrizen optimierte L¨
osungsmethoden gibt.
Ein großes Gleichungssystem kann schneller gel¨
ost werden, wenn die Matrix
eine Bandmatrix ist. Im Bild 3.2 sieht man wie die gesamte Matrix aus den
Matrizen (T(i)
k) gebildet ist.
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 23
...
...0
0
T(i)
1T(i)
2T(i)
3T(i)
4
T(i)
5T(i)
6T(i)
7T(i)
8
=
Tg
T(M-1)
1T(M-1)
2T(M-1)
3T(M-1)
4
T(M-1)
5T(M-1)
6T(M-1)
7T(M-1)
8
T(M)
1T(M)
2
T(0)
1T(0)
2
T(1)
1T(1)
2T(1)
3T(1)
4
T(1)
5T(1)
6T(1)
7T(1)
8
Bild 3.2: Die gesamte Matrix Tgbesteht aus 2M (N×N) Matrizen (T(i)
k)
24 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
Der Vektor der Koeffizienten Xund der Vektor Vin Gl. (3.19) sind:
X= V=
0
0
A(1)
1
A(1)
N
B(1)
1
B(1)
N
A(M)
1
A(M)
N
B(M)
1
B(M)
N
R1
RN
Bild 3.3: Vektoren Xund V
3.1.1 Schallfeld an den Trennfl¨
achen
Wie im vorigen Kapitel, dient die Erf¨
ullung der Randbedingungen als Maß-
stab der Genauigkeit der Methode. Es ist logisch zu erwarten, dass genauere
Ergebnisse erreicht werden, wenn man viele Termen (Moden) betrachtet. F¨
ur
die Untersuchung der Anpassung der Schallfelder an den Trenn߬
achen nimmt
man ein Trichter mit 4 verschiedenen Impedanzen (Bild 3.4). Bei der Fre-
quenz h/λ =0.3 reicht es den Trichter in 4 St¨
ucke zu spalten. Es gibt in den
ersten 2 Teilst¨
ucken nur eine ausbreitungsf¨
ahige Mode (die ebene Welle), in
den letzten 2 St¨
ucken breitet sich auch die erste h¨
ohereModeaus.Wennman
nur 3 Moden f¨
ur das Schallfeld nimmt, findet man, dass der Druck an beiden
Seiten des Querschnittssprungs gut ¨
ubereinstimmt (Bild 3.5), aber der Un-
terschied zwischen den Schnellen und den Feldimpedanzen ist noch auff¨
allig
groß. Mit 9 Moden, erreicht man eine bessere Anpassung der Schnelle, aber
die Feldimpedanz stimmt noch nicht gut mit der Wandimpedanz ¨
uberein
(Bild 3.6). Ein ¨
ahnliches Verhalten sieht man in allen Querschnittspr¨
ungen
(Bilder 3.7 und 3.8).
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 25
2h 5h
2h
=10
Z2
=0.1-10j
Z3
=0.1+10j
Z4
Z =
1
8
Z1
Z2
Z3
Z4
Z2
Z3
Z4
Z1
Bild 3.4: Ein Trichter mit 4 Impedanzen an der Wand
26 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
y/λ0
Druck
y/λ0
Druck
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Impedanz
Impedanz
a
)
b
)
c
)
Realteil Imaginärteil
y/λ0
Bild 3.5: Schallfelder auf dem ersten Querschnittsprung (3 Moden); durch-
gehende Linie=(a) p(1)(), (b) v(1)
x(), (c) Z(2)
R; gestrichelte Linie=(a) p(2)(0),
(b) v(2)
x(0), (c) p(2)(0)/v(2)
x(0)
y/λ0
Druck
y/λ0
Druck
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
a
)
b
)
c
)
Realteil Imaginärteil
Bild 3.6: Schallfeld auf dem ersten Querschnittsprung (9 Moden); durchge-
hende Linie=(a) p(1)(), (b) v(1)
x(), (c) Z(2)
R; gestrichelte Linie=(a) p(2)(0),
(b) v(2)
x(0), (c) p(2)(0)/v(2)
x(0)
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 27
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
y/λ0
Schnelle
a
)
b
)
c
)
Realteil Imaginärteil
Bild 3.7: Schnelle an den Querschnittsspr¨
ungen (9 Moden); durchgehende
Linie=v(i)
x(); gestrichelte Linie=v(i+1)
x(0); (a) i=1, (b) i=2, (c) i=3
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
y/λ0
Impedanz
Realteil Imaginärteil
a)
b)
c)
Bild 3.8: Impedanz an den senkrechten Trennw¨
anden (9 Moden); durchge-
hende Linie=Z(i)
R; gestrichelte Linie=p(i+1)(0)/v(i+1)
x(0); (a) i=1, (b) i=2,
(c) i=3
28 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
Nicht nur die Anzahl der Moden ist wichtig f¨
ur die Erlangung genauer
Ergebnisse, auch die Anzahl der Teilst¨
ucke muss ber¨
ucksichtigt werden. Es
wird angenommen, dass der Fehler, der durch die Teilung des Trichters ent-
steht, klein ist, wenn jedes Teilst¨
uck klein ist im Vergleich zur Wellenl¨
ange.
Hierbei wird (i)/6 benutzt.
3.1.2 Richtwirkung und Abstrahlgrad
Die Abstrahlung des Schalltrichters l¨
aßt sich durch:
die ¨
ortliche Verteilung der Leistung (Richtwirkung) und
die abgestrahlte Leistung im Frequenzbereich (Abstrahlgrad)
beschreiben. Beide Gr¨
oßen sind f¨
ur eine große Entfernung berechnet, wo das
Nahfeld nicht mehr anwesend ist. Wenn R der Abstand zum Messpunkt und
H=h(M)die Breite des Trichtersmundes sind, handelt es um ein Fernfeld,
wenn die Bedingungen
R>>H;R>;R/H >> H/λ
erf¨
ullt sind. Unter diesen Bedingungen vereinfacht sich das Schallfeld im
Halbraum (Gl. 2.12) und wird geschrieben als:
p(F)
ρcv0
(R, θ)=k0
2πRejπ/4ejk0RV(k0sinθ)
v0(3.20)
Die Schnelle ist in Phase mit dem Druck:
v(F)
r
v0
(R, θ)= p(F)
ρcv0
(R, θ) (3.21)
Aus den Gln. (3.20) und (3.21) ergibt sich der mittlere Wert der Intensit¨
at
I(F)
r,m =1
2Re(p(F)[v(F)
r])=ρcv2
0
2
p(F)
ρcv0
2
(3.22)
oder auch:
I(F)
r,m =J(θ)
R;J(θ)=ρcv2
0
4πk0
V(k0sinθ)
v0
2
(3.23)
Die Definition f¨
ur die Richtwirkung lautet dann:
D(θ)=10logJ(θ)
Jmax (3.24)
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 29
Die abgestrahlte Leistung wird durch den Abstrahlgrad (σ)dargestellt,
der als einen Leistungsverh¨
altnis definiert wird:
σ=abgestrahlte Leistung(Pr)
P0
P0=1
2ρcv2
QL(3.25)
P0entspricht der (pro L¨
angeneinheit der y-Richtung) abgestrahlten Leistung
eines Strahlers mit der L¨
ange L=2h (h=h(1)), der groß im Vergleich zur
Wellenl¨
ange ist und sich als Ganzes mit dem gleichen mittleren Schnelle-
Quadrat vQbewegt:
vQ
v02
=1
2hh
h
v(1)
v0
(0,y)
2
dy (3.26)
Wenn man das Integral ausf¨
uhrt und das Ergebnis in (3.25) einsetzt, erh¨
alt
man:
P0=ρcv2
0h
2
n=N
n=1
m=N
m=1
k(1)
n
k0
(A(1)
nB(1)
nejk(1)
nl(1) )×
×k(1)
m
k0
(A(1)
mB(1)
mejk(1)
ml(1) )×(3.27)
×sinc[(k(1)
nk(1)
m)h]+sinc[(k(1)
n+k(1)
m)h]
Zur Berechnung der mittleren Leistung integriert man die Intensit¨
at ¨
uber
einen Halbkreis vom Radius R:
Pr=π/2
π/2
I(F)
r,m Rdθ =π/2
π/2
J(θ) (3.28)
Das f¨
uhrt zu:
Pr=ρcv2
0[h(M)]2
2λ
n=N
n=1
m=N
m=1
k(M)
n
k0
(A(M)
nejk(M)
n(M)B(M)
n)×
×k(M)
m
k0
(A(M)
mejk(M)
m(M)B(M)
m)π/2
π/2
Un(θ)Um(θ) (3.29)
wobei die benutzte Abk¨
urzung Un(θ) bedeutet
Un(θ) = sinc[(sin θk(M)
n
k0
)k0H] + sinc[(sin θ+k(M)
n
k0
)k0H]
30 Der 2D-Schalltrichter mit ortsabh¨
angiger Impedanz
Das Integral in (3.29) kann numerisch gel¨
ost werden, ¨
ahnlich wie die Integrale
der Elemente Gnm.
Es sollte ersichtlich sein wie die beiden Gr¨
oßen sich ¨
andern, wenn ver-
schiedene Anzahl von Moden genommen werden. Die Bilder 3.9a-3.9c zeigen
die Richtwirkungen des Trichters von Bild 3.4 f¨
ur verschiedene Modenanzahl
bei 3 Frequenzen und Bild 3.9d zeigt die ¨
Anderung im Abstrahlgrad in den 3
F¨
allen. F¨
ur alle Frequenzen wird beobachtet, dass jedes St¨
uck kleiner als λ0/6
ist. Die Ergebnisse von Bild 3.9 zeigen dass die Richtwirkung und der Ab-
strahlgrad sich wenig ¨
andern, wenn man mehr als 3 nicht ausbreitungsf¨
ahige
Moden betrachtet.
3.1 Bestimmung des Schallfeldes 31
0 30 60 90
0
−12
−24
θ
D (dB)
0 30 60 9
0
−24
−12
0
θ
D (dB)
0 30 60 90
0
−12
−24
θ
D (dB)
3 6 9 12
0
0.2
0.4
Moden
10log(σ)
3,4,...,9 4,5,...,10
7,8,...,13
(a) (b)
(c) (d)
(a)
(b)
(c)
Bild 3.9: (a)-(c) Einfluß der Modenanzahl auf die Richtwirkungen (h/λ0=
0.3, h/λ0=0.65 und h/λ0=1.3); (d) Einfluß der Modenanzahl auf den
Abstrahlgrad f¨
ur die F¨
alle (a) bis (c)
4. Einfluss der Impedanzen auf
die Richtwirkung
Die Richtwirkung zeigt die ¨
ortliche Verteilung des abgestrahlten Schalls f¨
ur
eine feste Frequenz. Eine volle Beschreibung der Abstrahlung soll Informa-
tion f¨
ur einen ganzen Frequenzbereich liefern. Deshalb wird ein Parameter
eingef¨
uhrt, der die Richtwirkung in der Frequenz charakterisiert: die SStrahl-
breite”. Die Strahlbreite ist der Winkel zwischen den -6 dB Punkten der
−24
−18
−12
−6
0
30
210
60
240
90
270
120
300
150
330
180 0
θ
−6 dB Punkt
−6 dB Punkt
Bild 4.1: Definition der Strahlbreite (θ)
Richtwirkung, dessen Werte in Bezug auf die Achse nur gr¨
oßer werden. F¨
ur
die Winkel außerhalb der Strahlbreite bleiben die Werte der Richtwirkung
immer kleiner als -6 dB. Diese Definition hat keinen Sinn wenn die Richtwir-
kung eine Nullstelle auf der Achse besitzt. Ein Bild kann die Definition besser
erkl¨
aren (Bild 4.1). Wenn man f¨
ur jede Frequenz diesen Winkel bestimmt,
32
33
kann man die 6 dB Kurve”bilden.
Ein ideales kegelf¨
ormiges Horn hat eine konstante Strahlbreite (etwa den
¨
Offnungswinkel des Kegels) bei Frequenzen, deren Wellenl¨
ange kleiner oder
vergleichbar mit der Gr¨
oße des Hornmundes ist (Zone II). Bei tieferen Fre-
quenzen nimmt die Strahlbreite mit der abnehmenden Frequenz monoton zu
(Zone I) (Bild 4.2). Eine empirische Formel f¨
ur f0ist:
f0=K
θcX
wobei K=2.54 ·104, X=Hornmundbreite und θc=¨
Offnungswinkel.
log q
log f
qc
qc
qc
2
(monot. Verminderung)
f /
02
f /
04f
02f04f0
Zone I Zone II
(konstant)
X
Bild 4.2: Strahlbreite eines idealen 2D-Hornes
34 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
In dieser Studie will man bestimmen, wie sich die Strahlbreite eines Trich-
ters ¨
andert, wenn Impedanzen auf die Wandung angebracht werden. Die Im-
pedanzen werden nicht die ganze Wand bedecken, sondern nur das letzte
Drittel der L¨
ange des Trichters, weil sonst die Absorption zu groß werden
w¨
urde. Die Berechnungen werden prim¨
ar ber¨
ucksichtigen, dass die Impedanz
unabh¨
angig von der Frequenz bleibt. Das erm¨
oglicht die Untersuchung des
Einflusses von den 3 Arten von Impedanzen: Masse-, Federungs- und Rei-
bungscharakter. Zudem wird untersucht ob die Benutzung eines Flansches
eine Verbesserung der Richtcharakteristik im Sinne dieser Forschung erlangt.
Als zweiter Schritt wird die Abh¨
angigkeit von der Frequenz in Betracht ge-
zogen. Zuletzt bringt man einen Helmholtz-Resonator an, dessen Impedanz
die 3 Impedanzcharaktere enth¨
alt und von der Frequenz abh¨
angt.
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schall-
weicher Wandung
Wie im vorigen Kapitel beschrieben wurde, ist die Richtwirkung von der
fourier-transformierte Schnelle (Spektrum) am Hornmund abh¨
angig (Gl. 3.23
und 3.24). Die Schnelle am Hornmund ist eine Summe aller zugelassenen Mo-
den mit frequenzabh¨
angigen Amplituden, deshalb ist ihr Schnelle-Spektrum
eine Summe der Spektra der Moden. Da f¨
ur die beiden Grenzf¨
alle die Quer-
schnittmoden unmittelbar berechnet werden k¨
onnen, kann man einen Blick
auf das Schnelle-Spektrum der n-ten Mode werfen. Bei schallharter Wandung
hat es die Form:
SSn(u)
sinc 2π(u(n1)
2)+sinc2π(u+(n1)
2)
2
(4.1)
wenn man h/λ durch uersetzt. In Bild 4.3 werden die Spektra verschiedener
Moden dargestellt. Wenn nur die n-te Mode vorhanden ist, kann man die
Richtwirkung D(θ)f
¨
ur eine bestimmte Frequenz direkt aus Bild 4.3 erkennen.
D(θ)=SSn((h/λ0)sinθ)
Sie ist der Teil der Kurve im Intervall ]h/λ0,h/λ
0[. Die Strahlbreite der
Grundmode (hier n=1) verkleinert sich allm¨
ahlich, und kann sehr kleine
Werte bei hohen Frequenzen erreichen. Da konische H¨
orner eine konstan-
te Strahlbreite bei hohen Frequenzen haben, spielen die h¨
oheren Moden eine
wichtige Rolle.
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung 35
Das Schnelle-Spektrum der n-ten Moden bei schallweicher Wandung hat
die Form:
SSn(u)
sinc 2π(u(n1/2)
2)+sinc2π(u+(n1/2)
2)
2
(4.2)
In Bild 4.4 werden die Spektra verschiedenen Moden dargestellt. Die Grund-
mode hat in diesem Fall eine breitere Hauptkeule als die bei schallharter
Wandung. Die Nebenkeule sind kleiner, d.h. die Strahlbreite ist gr¨
oßer als
die bei schallharter Wandung (siehe Bild 4.5). Wenn eine Verengung der
Strahlbreite durch die Einstellung einer schallweichen Impedanz zu erreichen
ist, m¨
ussen die Amplituden der h¨
oheren Moden die richtigen Werte haben.
36 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
0 0.5 1 1.5 2 2.5 3
−40
−30
−20
−10
0
u
SS(u)/SSmax
n=1
n=2
n=3
n=4
Bild 4.3: Spektra der ersten 4 Moden bei schallharter Wandung
0 0.5 1 1.5 2 2.5 3
−40
−30
−20
−10
0
u
SS(u)/SSmax
n=1
n=2
n=3
n=4
Bild 4.4: Spektra der ersten 4 Moden bei schallweicher Wandung
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung 37
0.5 1 2
0
60
120
180
h/λ0
θ
schallhart
schallweich
Bild 4.5: Vergleich der Strahlbreiten der Grundmoden bei schallharter und
schallweicher Wandung
38 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
Die Strahlbreiten der beiden Wandungsarten werden in 6 H¨
ornern von
verschiedenen L¨
angen aber gleicher Mundbreite berechnet, um die Abh¨
angigkeit
vom Winkel zu bestimmen. Die Kurven in Bild 4.6 zeigen, dass eine gew¨
unschte
Verengung der Strahlbreite in der Zone I bei schallweicher Wandung nur f¨
ur
ein 120Horn vorliegt. F¨
ur die anderen H¨
orner befindet sie sich in der Zone
II.
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
a) b)
c) d)
e) f)
Bild 4.6: Strahlbreiten von H¨
ornern mit verschiedenen L¨
angen und gleichen
Mundbreiten; gestrichelte Linie = schallharter Wandung; durchgehende Linie
= schallweicher Wandung. Die ¨
Offnungswinkel sind a) 40b) 60c) 80d)
90e) 100f) 120
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung 39
Da alle H¨
orner dieselbe Mundbreite haben, liegen die Unterschiede der
Strahlbreiten in den Amplituden der Moden. Wenn man die Strahlbreiten
der H¨
orner mit der von den Grundmoden allein vergleicht (Bild 4.7), sieht
man einen Unterschied zwischen den F¨
allen schallharter und schallweicher
Wandung. Im ersten Fall werden die Strahlbreiten mit steigendem Winkel
gr¨
oßer. Dieses Verhalten zeigt, dass die Grundmode die ¨
uberwiegende Mo-
de bei kleinen Winkeln ist. Aber f¨
ur gr¨
oßere Winkel gewinnen die h¨
oheren
Moden Bedeutung. Im zweiten Fall, gibt es keinen Einfluss der Winkel im
Bereich der tiefen Frequenzen. Hierbei kommt es zu einer Verengung der
Strahlbreite im Vergleich zur Strahlbreite der Grundmode. Bei h¨
oheren Fre-
quenzen taucht der Einfluss der Winkel auf. Dieser Unterschied in Verhalten
best¨
atigt sich, wenn man die Betr¨
age der Amplituden der Moden (in Bezug
zur Grundmode) vom 40-Horn mit denen vom 120-Horn vergleicht. Beim
Fall schallharter Wandung (Bild 4.8) erkennt man, dass beim 40-Horn die
Amplituden der h¨
oheren Moden kleiner sind als die Amplitude der Grund-
mode. Das gilt fast im ganzen untersuchten Frequenzintervall. Nur die erste
h¨
ohereModeistgr
¨
oßer, aber bei h¨
oheren Frequenzen. Beim 120-Horn dage-
gen erreichen die ersten vier Moden gr¨
oßere Amplituden als die Grundmode,
die erste schon bei tiefen Frequenzen. Beim Fall schallweicher Wandung (Bild
4.9) sieht man, dass in der ersten H¨
alfte des Frequenzintervals, die Amplitu-
den der h¨
oheren Moden kleiner sind als die Grundmode. Ihre Werte sind bei
beiden H¨
ornern ¨
ahnlich, deshalb gibt es keine Unterschiede der Strahlbreiten
f¨
ur diese Frequenzen. In der zweiten H¨
alfte des Intervals sind die Amplituden
anders in beiden H¨
ornern und die Strahlbreiten variieren von Horn zu Horn.
Nach diesen Ergebnissen, stellt sich die Belegung der W¨
ande eines simplen
Horns mit einer Impedanz als nutzlos heraus.
Im Bild 4.6(a) erscheint ein Peak in der Strahlbreite. Eine Analyse der
Amplituden der Moden zeigen eine Erh¨
ohung des Wertes der zweiten Mo-
den, das f¨
uhrt zu einer Verbreitung der Hauptkeule und der Strahlbreite bei
dieser Frequenz. Diese große Amplitude ist darauf zur¨
uckzuf¨
uhren, dass ei-
ne Resonanz innerhalb des Hornes erzeugt wird (Bild 4.10). Die ¨
Anderung
der Impedanzen an den Hornw¨
anden bringt zus¨
atzliche Reflektionen, die bei
schallharter Wandung nicht vorhanden sind.
40 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
0.05 0.1 0.2
0
60
120
180
h/λ0
θ
Grundmode
θ = 40, 60,...,120
0.05 0.1 0.2
0
60
120
180
h/λ0
θ
Grundmode
θ = 40, 60, ..., 120
Bild 4.7: Strahlbreiten der 6 H¨
orner in Vergleich zu der Strahlbreite der
Grundmode bei oben: schallharter Wandung; unten: schallweicher Wandung
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung 41
0.02 0.05 0.1 0.2
0.01
0.05
0.25
1
4
h/λ0
|An/A1|
n=2
n=3
n=4
n=5
0.02 0.05 0.1 0.2
0.01
0.05
0.25
1
4
h/λ0
|An/A1|
n=2
n=3
n=4
n=5
Bild 4.8: Amplituden der h¨
oheren Moden im Vergleich zu der von der Grund-
mode f¨
ur den Fall schallharte Wandung; oben: 40-Horn; unten: 120-Horn
42 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
0.02 0.05 0.1 0.2
0.01
0.05
0.25
1
4
h/λ0
|An/A1|
Bild 4.9: Amplituden der h¨
oheren Moden im Vergleich zu der von der Grund-
mode, f¨
ur den Fall schallweiche Wandung; oben: 40-Horn; unten: 120-Horn
4.1 Strahlbreite bei schallharter und schallweicher Wandung 43
0
0.
2
0.
4
0.
6
0.
8
1
Z=0
Z=0
Bild 4.10: Schalldruck innerhalb des Hornes. Eine Resonanz wird durch das
reflektierte Feld erzeugt
44 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
4.2 Benutzung von Flanschen
Im Bild 4.2 wird der ideale Verlauf der Strahlbreite eines 2D-Hornes darge-
stellt. Aber die Kurven von reellen H¨
ornern zeigen, dass bevor der konstante
Winkel erreicht wird, sich eine Verengung der Strahlbreite ereignet, die bis
zum Anteil von ein Drittel des gestalteten Winkels gelangt (Bild 4.11-links).
Keele[8] l¨
oste das Problem durch den Einsatz eines Flansches. Laut seiner
Studie resultiert eine effektive Korrektur, wenn der Flansch das letzte Drittel
des Hornes einnimmt und der gesamte Winkel des Flansches doppelt so groß
wie der ¨
Offnungswinkel ist (Bild 4.11-rechts). Dieser zweite Abschnitt beein-
flusst die Richtcharakteristik bei der mittleren Frequenzen, w¨
ahrend der erste
Abschnitt die Richtwirkung in dem Rest des Frequenzbereichs bestimmt. Der
θc2H
θc
θc
fI
2
3
fI=2.54x104
2Hθc
θc2hf2H
θc
θc
fI
θf
ff
ff= 2.5x104
2hfθc
2
3
θf
2L/3 L/3
log
f
log θ
Bild 4.11: links: Verengung der Strahlbreite bei mittleren Frequenzen; rechts:
die Benutzung der Flanken vermeiden die Verengung der Strahlbreite
Flansch bietet einen großen Winkel an und gem¨
der Ergebnisse der vor-
herigen Berechnungen kann man diese Fl¨
ache ausnutzen um eine Impedanz
anzubringen und die Strahlbreite eines Hornes mit kleinen ¨
Offnungswinkeln
zu beeinflussen. Ein Flansch von 120, dessen L¨
ange ein Drittel der gesam-
ten Hornl¨
ange ist, wird in vier H¨
orner mit verschiedenen ¨
Offnungswinkeln
gestellt. Die H¨
orner werden in Bild 4.12 dargestellt und die Strahlbreite bei
beiden Wandungsarten in Bild 4.13 gezeigt.
4.2 Benutzung von Flanschen 45
40° 60°
80° 90°
Z
Z
Z
Z
Z
Z
Z
Z
Bild 4.12: Vier H¨
orner verschiedener ¨
Offnungswinkel mit einem 120Flansch
aber gleicher Mundbreite
46 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
0.05 0.1 0.2
0
40
120
180
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
60
120
180
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
80
120
180
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
90
120
180
h/λ0
θ
Z=
Z=0
Z=
Z=0
Z=
Z=0
Z=
Z=0
a) b)
c) d)
Bild 4.13: Strahlbreiten H¨
orner mit einem 120Flansch aber gleicher Mund-
breite. geschnittene Linie: schallharte Wandung; volle Linie: schallweiche
Wandung. Die ¨
Offnungswinkel sind a) 40b) 60c) 80und d) 90
4.3 Endliche Impedanzen 47
Wie erwartet erzeugt die Impedanz auf dem Flansch eine Verengung der
Strahlbreite in allen F¨
allen. Es ist dann m¨
oglich mit einer Impedanz (Z=0),
die Strahlbreite enger zu machen, wenn sie auf einen Flansch angebracht
wird. Aufgrund dieser Ergebnisse wird f¨
ur die Untersuchung des Einflusses
von endlichen Impedanzen, ein Horn mit einem Flansch benutzt.
4.3 Endliche Impedanzen
Zur Sch¨
atzung des Einflusses endlicher Impedanzen untersucht man die Be-
wegung der Luftteilchen in der N¨
ahe der W¨
ande. Eine d¨
unne Luftschicht an
der Wand kann als eine Masse betrachtet werden, die sich gegen den Wider-
stand der Wand bewegen muss. Wenn die Wand eine unendliche Impedanz
hat, ist der Widerstand unendlich groß und die mitschwingende Masse kann
nicht verschoben werden. Entgegengesetzt, wenn die Wand eine Impedanz
gleich Null hat, gibt es kein Hindernis f¨
ur die Bewegung der Masse und sie
wird mit einer gewissen Schnelle verschoben. In Wirklichkeit findet man Im-
pedanzen mit endlichen Werten, die nach ihrem Verhalten in drei Gruppen
eingeordnet werden k¨
onnen: Masse- Reibungs- oder Steifecharakter.
Wenn die Impedanz der Wand Massecharakter (Z=j|Z|) oder Reibungs-
charakter (Z=|Z|) besitzt, kann sich die mitbewegende Masse nicht mehr
frei bewegen und dieser Widerstand nimmt mit einem Zuwachs in |Z|zu. Des-
wegenwerdeninbeidenF
¨
allen allm¨
ahliche ¨
Uberg¨
ange zwischen den Grenzen
Z= 0 und Z=erwartet.
Wenn die Impedanz der Wand sich wie eine Feder verh¨
alt, ergibt sich
ein simples Resonator-System mit einer Resonanzfrequenz. Wenn eine fre-
quenzunabh¨
angige Impedanz betrachtet wird, ist die Resonanzfrequenz gleich
ωres =|Z|/m”. Man kann die pro Fl¨
ache mitschwingender Masse zu
mρλ
2π
absch¨
atzen[13]. Dann ergibt sich f¨
ur die Resonanzfrequenz
fres |Z|
ρc f
So befindet sich das System f¨
ur |Z|/ρc < 1 oberhalb und f¨
ur |Z|/ρc > 1unter-
halb der Resonanzfrequenz. Man kann dann erwarten, dass der Einfluss einer
kleinen Steifeimpedanz auf die Strahlbreite anders ist, als der einer großen
Steifeimpedanz. Unterhalb der Resonanzfrequenz ist das Schallfeld auf der
Wand gr¨
oßer als das Feld beim Fall schallharter Wand, deshalb scheint eine
48 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
Verengung der Strahlbreite nicht m¨
oglich. Oberhalb der Resonanzfrequenz
ist das Schallfeld kleiner und ein positiver Einfluss w¨
are m¨
oglich.
Die unterschiedlichen Strahlbreiten bei den verschieden Impedanzarten
werden in einem 60-Horn mit einem 120Flansch untersucht. Bild 4.14 und
Bild 4.15 zeigen wie die Kurven bei Masse- und Reibungsimpedanz zwischen
den Grenzf¨
allen variieren. Bild 4.16 enth¨
alt die Kurven f¨
ur Steifeimpedan-
zen,obensinddieF
¨
alle Z/ρc < 1 und unten die F¨
alle Z/ρc > 1 dargestellt.
Mit den kleinen Impedanzen kann eine Verengung der Strahlbreite in der
Zone I erreicht werden. Aber es gibt auch starken Einfluss auf die Richtwir-
kung bei tiefen Frequenzen (wie im Fall Z/ρc=-j0.2). Die Oberfl¨
achenwelle
ist die einzige ausbreitungsf¨
ahige Mode und wenn der reellen Teil der Im-
pedanz Null ist, kann sich die Strahlbreite von Frequenz zu Frequenz viel
¨
andern. Eine kleine D¨
ampfung kann diese starken ¨
Anderungen vermindern.
F¨
ur gr¨
oßere Steifeimpedanzen (schon |Z|/ρc > 0.8) ergibt sich, wie gedacht,
keine Verengung der Strahlbreite. Die Peaks in der Zone II bedeuten Re-
sonanzen innerhalb des Hornes. F¨
ur solche Werte der Impedanzen k¨
onnen
D¨
ampfungen die Peaks nicht vermindern.
4.3 Endliche Impedanzen 49
0.05 0.1 0.2 0.4
0
60
120
180
Impedanz mit Massecharakter
h/λ
θ
|Z|/ρc= 0.1, 0.2, 0.4, ..., 12.8
Z=
Z=0
Bild 4.14: Strahlbreite bei Masseimpedanz; gestrichelte Linien=Grenzf¨
alle;
durchgehende Linien=Masseimpedanz
0.05 0.1 0.2 0.4
0
60
120
180
Impedanz mit Reibungscharakter
h/λ
θ
|Z|/ρc= 0.1, 0.2, 0.4, ..., 12.8
Z=0
Z=
Bild 4.15: Strahlbreite bei Reibungsimpedanz; gestrichelte Lini-
en=Grenzf¨
alle; durchgehende Linien=Reibungsimpedanz
50 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
0.05 0.1 0.2 0.4
0
60
120
180
h/λ0
θ
u=0.1
u=0.2
u=0.4
u=0.8
u=Z/ρc
Z=
Z=0
0.05 0.1 0.2 0.4
0
60
120
180
h/λ0
θ
u= 1.6
u= 3.2
u= 6.4
u=12.8
u=Z/ρc
Z=0
Z=
Bild 4.16: Strahlbreiten beim Fall Steifeimpedanz, oben: |Z|/ρc < 1; unten:
|Z|/ρc > 1
4.3 Endliche Impedanzen 51
Bild 4.17: Schalldruckverteilung im Fall Z/ρc =j0.2, bei h/λ0=0.025. Es
kommt zu einer Resonanz der Ober߬
achenwelle.
52 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
Die Kurven zeigen keine bessere Wirkung als die vom Fall schallweicher
Wandung. F¨
ur kleine Werte von |Z|/ρc jedoch, besonders bei einer Massen-
impedanz, ist die Strahlbreite enger in der Zone I.
Bis jetzt wurde eine frequenzunabh¨
angige Impedanz betrachtet um eine
quantitative Idee des Einflusses auf die Richtcharakteristik zu bekommen.
Eine Massenimpedanz h¨
angt jedoch von der Frequenz ab, Z=jmω,d.h.der
Betrag |Z|/ρc nimmt auch mit der wachsenden Frequenz zu. Dieses Verhalten
zeigt sich n¨
utzlich, da man daran interessiert ist, die Strahlbreite nur in der
Zone I zu beeinflussen.
4.4 Helmholtz-Resonator
Impedanzen mit kleinen Werten schafft man durch die Benutzung von Reso-
natoren. Ein einfacher Resonator besteht aus einem Masse-Feder System, mit
einer Resonanzfrequenz ωres =s/m (s=Steifheit; m=Masse pro Fl¨
acheeinheit).
Bei ωres hat die Impedanz einen Minimalwert und ist rein reell. F¨
ur f<f
res
ist Im(Z)<0 (Steifecharakter), f¨
ur f>f
res ist Im(Z)>0 (Massecharak-
ter). Wenn man die Wellenausbreitung im Absorber ber¨
ucksichtigt, lautet
der Ausdruck der Impedanz des Resonators von Bild 4.18:
Z
ρc =jmω
ρc +ZL
ρc +(kak0)2(ZL/ρc)2
Za/ρc +ZL/ρc (4.3)
mit
ZL
ρc =jcot(k0a)
Za
ρc =jka
σk0
cot(kad) (4.4)
ka
k0
=κjΞσ
ρck0
In den Formeln der Impedanz sind: Ξ, der l¨
angspezifische Str¨
omungswiderstand;
σ,diePor
¨
osit¨
at; κ, der Strukturfaktor der por¨
osen Schicht und kadie komple-
xe Wellenzahl im Absorber. Bei genug tiefen Frequenzen, wo die Resonatoren
normalerweise in Einsatz sind, und |kad|<< 1; k0d<<1 und, unter der An-
nahme, dass die por¨
ose Schicht d¨
unn ist (d/a << 1), und σκ1 gilt,
schreibt man (4.3) als:
Z
ρc =Ξd
ρc +j(mω
ρc cot(k0a)) (4.5)
4.4 Helmholtz-Resonator 53
was man in allen Textb¨
uchern findet. Gem¨
der vorherigen Ergebnisse, soll
man einen Resonator suchen, der seine Resonanzfrequenz in der Zone I hat,
denn oberhalb dieser Frequenz hat die Impedanz einen Massecharakter. Die
Strahlbreite eines 60-Hornes mit einem 120Flansch wurde f¨
ur verschiede
Werte von mitschwingender Masse und Luftpolster berechnet. Die Por¨
ose
Schicht wurde aus Schaumstoff gew¨
ahlt,weilihreΞineinerfr
¨
uheren Arbeit
gemessen wurde. Nach mehreren Versuchen wurden folgende Werte der Para-
meter f¨
ur eine g¨
unstige Wirkung festgestellt: m/ρh =1.833, Ξh/ρc =0.28,
a/h = 2, und d/h =0.2. Die Resonanzfrequenz liegt bei h/λres =0.066
54 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
Absorber
Luftvolumen
Schwingungsmassen
(m)
Abdeckplatte
X, k, s
a
d
Bild 4.18: Helmholtz-Resonator, der aus einer Box mit einer gelochten Ab-
deckplatte besteht. Unter der Platte befindet sich eine por¨
ose Schicht
4.4 Helmholtz-Resonator 55
0.05 0.1 0.2 0.4
0
0.25
0.5 Impedanz
h/λ
Re(Z/ρc)
0.05 0.1 0.2 0.4
−10
0
10
h/λ
Im(Z/ρc)
h/λres=0.066
m"/ρh=1.833
Ξh/ρc=0.28
a/h=2 d/h=0.2
0.05 0.1 0.2 0.4
40
60
80
100
180
Strahlbreite
h/λ
θ
schallhart
mit Resonator
m"/ρh=1.833
Ξh/ρc=0.28
a/h=2
d/h=0.2
Bild 4.19: Impedanz des gew¨
ahlten Resonators und die erzeugte Strahlbreite
56 Einfluss der Impedanzen auf die Richtwirkung
−24
−18
−12
−6
0
30
210
60
240
90
270
120
300
150
330
1
80
0
schallhart
mit Resonator
h/λ=0.12
Bild 4.20: Richtwirkung des Hornes mit dem Resonator f¨
ur einen Wert h/λ =
0.12
Der Einsatz eines Resonators ergibt eine Verengung der Strahlbreite bei
etwa 30in fast 2 Oktaven in der Zone I. Den konstanten Wert kann man
aber nicht erreichen. Bild 4.20 zeigt den Unterschied in der Richtwirkung
bei einer festen Frequenz. Auch wird eine ¨
Anderung im Abstrahlgrad durch
den Gebrauch des Resonators eingesetzt. Unterhalb der Resonanzfrequenz
hat die Wandimpedanz einen Steifecharakter mit einem kleinen reellen Teil.
Die D¨
ampfung bleibt ungef¨
ahr konstant aber die Imagin¨
arteil w¨
achst mit
abnehmenden Frequenzen. Die Ober߬
achenwellen spielen noch eine Rolle, da
sie die einzigen ausbreitungsf¨
ahigen Moden sind. Sie sollen das Minimum
4.4 Helmholtz-Resonator 57
unterhalb der Resonanz erzeugen, nicht durch Energieverlust sondern durch
ein reflektiertes Schallfeld. F¨
ur f>f
res hat die Wandimpedanz einen Mas-
sencharakter, und ihre Werte steigen mit der Frequenz zu. Deswegen verh¨
alt
sich der Abstrahlgrad ¨
ahnlich wie beim Fall schallharter Wand.
0.05 0.1 0.2 0.4
−10
−5
0
5
h/λ
10log(σ)
schallhart
mit Resonator
1. Resonanz
2. Resonanz
Bild 4.21: Abstrahlgrad des Hornes mit dem Resonator
5. Benutzung einer Impedanz
auf der Schallwand
Die Ergebnisse des vorherigen Kapitels zeigen einen wesentlichen Einfluss der
Impedanzen auf die Richtwirkung, wenn sie auf einer sehr geneigten Wand
angebracht werden (große ¨
Offnungswinkel oder Benutzung eines Flansches).
Man kann sich dann fragen, was passiert wenn man eine Impedanz auf der
Schallwand anbringt.
Z
Z
2H
a
schallhart
2h
a
schallhart
Bild 5.1: Schallwand mit einer Impedanz der L¨
ange ¨
a”
58
59
Zur Bestimmung des Schallfeldes im Halbraum braucht man erneut die
Schnelle an der Ebene x=0. F¨
ur die Schnelle der Luftteilchen vor der Impe-
danz macht man den Ansatz:
vp(y)
v0
=
N
s=0
Rscos[bs(|y|−H)] ,H<|y|<a+H(5.1)
mit den Wellenzahlen:
bn=(n0.5)π
an=1,2, ... (5.2)
Alle Cosinus-Funktionen von Gl. (5.1) haben eine Nullstelle f¨
ur |y|=a+H,
das passt gut mit der Bedingung der normalen Schnelle vor einer schallharten
Wand zusammen. Es tritt dann eine neue Randbedingung auf, die erf¨
ullt
werden muss:
p(a)(0)
ρcv0
+Z
ρc
v(a)
x(0)
v0
=0 ,H<|y|<a+H(5.3)
Diese neue Bedingung f¨
uhrt zu zus¨
atzlichen Gleichungen, mit denen es m¨
oglich
ist, die Koeffizienten Rsßu finden. Die Fourier-Transformierte-Schnelle V(k)
hat jetzt andere Termen als in Gl. (2.13)
V(k)
v0
=V(k)
v0
+k0a
N
s=0
RsWs(k
k0
) (5.4)
wobei zur Abk¨
urzung Wseingesetzt wurde
Wsk
k0=sin( k
k0(k0a)+bsa+k
k0(k0H)) sin( k
k0(k0H))
k
k0(k0a)+bsa
+sin( k
k0(k0a)bsa+k
k0(k0H)) sin( k
k0(k0H))
k
k0(k0a)bsa(5.5)
Die Anpassung des Schalldruckes am Hornmund ergibt N Gleichungen, wie
in (2.17):
m
k(M)
m
k0
(A(M)
mejk(M)
mB(M)
m)Gnm A(M)
nejk(M)
nB(M)
n+a/λ
N(M)
nn
s
RsYns =0
(5.6)
Die Termen Yns werden definiert als:
Yns =1
2+
−∞
k0
kr
Tnk
k0Wsk
k0dk
k0
(5.7)
60 Benutzung einer Impedanz auf der Schallwand
Die Erf¨
ullung der Randbedingung (5.3) ergibt, wie gesagt, N neue Gleichun-
gen:
Z
ρc
Rt
2+H
λ
m
k(M)
m
k0
(A(M)
mejk(M)
mB(M)
m)Ymt +a
λ
s
RsXts =0 (5.8)
wobei die Elemente Xts sind:
Xts =1
2+
−∞
k0
kr
Wtk
k0Wsk
k0dk
k0
(5.9)
Wenn keine Impedanz auf die Schallwand betrachtet wird, hat man 2·N·M
Gleichungen, unter Ber¨
ucksichtigung einer Impedanz gibt es 2·N·M+N Glei-
chungen mit gleicher Anzahl von Koeffizienten. Bild 5.2 zeigt dass ein An-
0.7 0.8 0.9 1 1.
1
1
0
1
2
3Impedanz auf die Schallwand
y/λ
Z/ρ c
p/ρcvx
Realteil
Imaginärteil
Bild 5.2: Anpassung der Impedanz auf der Schallwand
satz f¨
ur die Schnelle wie Gl. (5.1) eine ziemlich gut ann¨
ahernde Darstellung
61
der Impedanz liefert. Im vorherigen Kapitel wurde der Einfluss einer Impe-
danz Z= 0, die auf der Hornwand angebracht wurde, auf ihre Richtwirkung
untersucht. Die Strahlbreiten von sechs H¨
ornern mit denselben Mundbrei-
ten aber verschiedenen ¨
Offnungswinkel wurden berechnet. Derselbe Vergleich
wird hier gemacht aber mit der Impedanz auf die Schallwand. Die berechne-
ten Kurven sieht man in Bild 5.3. Im Unterschied zu Bild 4.6, tritt schon f¨
ur
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
0.05 0.1 0.2
0
50
100
150
200
h/λ0
θ
Bild 5.3: Strahlbreite von 6 verschiedenen H¨
ornern wenn es eine Impedanz
Z= 0 auf der Schallwand gibt. a) 40,b)60
,c)80
,d)90
, e)100und e)
120
das Horn mit kleinen ¨
Offnungswinkel eine Verengung der Strahlbreiten ein.
Wenn man Impedanzen mit endlichem Wert auf der Schallwand anbringt,
gehen die Kurven allm¨
ahlich vom Fall Z=0zuZ=mit wachsen-
den |Z|¨
uber. Das beste Ergebnis kommt bei der schallweichen Wandung
vor. Wie im letzten Fall wird ein Helmholtz-Resonator gesucht, der die be-
ste Strahlbreite-Kurve erzeugt. Ein Helmholtz-Resonator (wie in Bild 4.18)
wirkt in den meisten F¨
allen nur in einer schmalen Bandbreite. Wenn es n¨
otig
62 Benutzung einer Impedanz auf der Schallwand
sein sollte, einen breiten Band abzudecken, kann man Resonatoren mit unter-
schiedlichen Resonanzfrequenzen verwenden. Im Frequenzbereich k0a<<1
kann die Impedanz des Resonators als
Z=r+jmωjρc2
(5.10)
geschrieben werden. In der Resonanz ist der Imagin¨
arteil gleich Null, so findet
erh¨
alt f¨
ur die Resonanzwellenl¨
ange λres
h
λres
=1
2πρh2
m¨a=1
2π
1
(m/ρh)(a/h)(5.11)
Wenn das Produkt (m/ρh)(a/h) abnimmt, steigt die Resonanzfrequenz. F¨
ur
das 60-Horn wurden unterschiedliche Resonatoren untersucht, deren gemein-
same Wirkung einen gr¨
oßeren Frequenzbereich abdeckte. Eine Verschiebung
der Resonanzfrequenz war nicht genug, alle Parameter (m”, Ξ, d und a) wur-
den ver¨
andert, damit die Strahlbreite um die 60blieb. Die Parameter der 3
Resonatoren in Bild 5.4 sind:
m/ρh Ξh/ρc d/h a/h h/λres
1.833 0.28 0.20 2.0 0.08
1.833 3.50 0.25 0.3 0.15
0.500 0.50 0.25 0.3 0.26
Tabelle 5.1: Parameter der 3 Resonatoren
Das Programm kann die 3 verschiedenen Impedanzen nicht gleichzeitig
betrachten, ein dazwischenliegendes Ergebnis wurde erwartet.
63
0.05 0.1 0.2 0.4
60
120
180
h/λ
θ
ohne Resonator
mit HR1
mit HR2
mit HR3
0.05 0.1 0.2 0.4
−8
−6
−4
−2
0
2
h/λ
10log(σ)
ohne Resonator
mit HR1
mit HR2
mit HR3
Bild 5.4: oben: Strahlbreiten eines 60-Hornes f¨
ur 3 verschiedene Helmholtz-
Resonatoren ”HR”; unten: die entsprechenden Abstrahlgrade
64 Benutzung einer Impedanz auf der Schallwand
0.05 0.1 0.2 0.4
0.02
0.2
2
h/λ
Re(Z/ρc)
0.05 0.1 0.2 0.4
−10
0
10
h/λ
Im(Z/ρc)
R1 R2 R3
R1
R2
R3
f1 f2
f3
Bild 5.5: Impedanz der 3 Resonatoren, f1,f2und f3sind die Resonanzfre-
quenzen
Der Einfluss der Resonatoren, die auf den Hornw¨
anden und auf der Schall-
wand angebracht werden, ab hier RW¨
und RS”genannt, kann dann gemein-
sam dargestellt werden. F¨
ur den RS werden die Parameter der 1. Zeile in
Tabelle (5.1) genommen, da man einen m¨
oglichst großen Bandbreite beein-
flussen will. In Bild 5.6 werden die Ergebnisse aller Anordnungen gezeigt. Die
Verengung der Strahlbreite, die mit der Aufstellung der Impedanz auf den
Hornw¨
anden erreicht werden, konnte mit dem zus¨
atzlichen Resonator auf der
Schallwand verbessert werden.
65
0.05 0.1 0.2 0.4
40
60
80
100
180
Strahlbreite
h/λ
θ
schallhart
RW
RS
RW+RS
0.05 0.1 0.2 0.4
−8
−6
−4
−2
0
2
Abstrahlgrad
h/λ
10log(σ)
schallhart
RW
RS
RW+RS
fRW
fRS
Bild 5.6: oben: Strahlbreiten eines 60-Hornes ohne und mit Helmholtz-
Resonatoren; unten: die entsprechenden Abstrahlgrade
6. Der 3D-Schalltrichter
Es ist wichtig zu wissen, wie sich die im vorherigen Kapitel berechnete Schall-
abstrahlung durch den Einsatz der dritten Dimension ¨
andert. Der ¨
Ubergang
vom 2D-Modell zum 3D-Modell ist unmittelbar. Jetzt betrachtet man die
senkrechte Breite des Schalltrichters. Alle Gr¨
oßen h¨
angen auch von der drit-
ten Koordinate ab. Das macht alle Berechnungen komplizierter und zeitauf-
wendiger, da Doppelintegralen und Doppelsummen ben¨
otigt werden. Es gibt
jetzt auch in der z-Richtung Moden. Die Menge der Wellenzahlen in der Aus-
breitungsrichtung wird viel gr¨
oßer. Zum Beispiel ergeben 5 Moden in y- und
5 in z-Richtung 25 Moden. Als Startpunkt versieht man alle St¨
ucke des Horns
erneut mit Feldans¨
atzen. F¨
ur das i-te St¨
uck gilt:
p(i)
ρcv0
(x, y, z)=
n,m
(A(i)
nmejk(i)
nmx+B(i)
nmejk(i)
nm((i)x))cos(k(i)
nyy)cos(k(i)
mzz)
(6.1)
was wieder eine Summe von hin- und r¨
ucklaufenden Wellen in x-Richtung
darstellt, deren Amplituden in y- und z-Richtung variieren. Diese Quer-
schnittsverteilungen (Moden) werden durch die Wellenzahlen kny und kmz,
die mit den Impedanzen auf den W¨
anden Zwyund Zwzbestimmt werden
m¨
ussen, dargestellt:
k(i)
ny tan(k(i)
nyh(i))= jk0
Z(i)
wy/ρc
k(i)
mz tan(k(i)
mzd(i))= jk0
Z(i)
wz/ρc
Die Wellenzahlen in der Ausbreitungsrichtung haben die Werte:
k(i)
nm =k2
0(k(i)
ny)2(k(i)
mz)2,Im(k(i)
nm)<0
F¨
ur die numerische L¨
osung des Problems ist es n¨
utzlicher keine Doppelsumme
zu haben, sondern nur eine Einzelsumme. Dieses wird durch die Sortierung
66
67
allen knm mit wachsendem, negativem Imagin¨
arteil bewirkt. Die neue Liste
von Wellenzahlen wird als (kµ) dargestellt, so dass man f¨
ur den Schalldruck
im i-ten St¨
uck schreibt:
p(i)
ρcv0
(x, y, z)=
µ=N
µ=1
(A(i)
µejk(i)
µx+B(i)
µejk(i)
µ((i)x))φ(i)
µ(y,z) (6.2)
mit der Funktion φ(i)
µ(y,z):
φ(i)
µ(y,z)=cos(k(i)
µyy)cos(k(i)
µz z)
Der neue Index µenth¨
alt die Indexe (n,m), die den Wert von kµbestimmen.
Das Schallfeld im Halbraum wird durch die Fourier-Transformierte-Schnelle
auf der Ebene x=0 bestimmt.
p(a)
ρcv0
(x, y, z)= 1
(2π)2
−∞
−∞
V(ky,k
z)
v0
k0
kr
ejkrxejkyyejkzzdkydkz(6.3)
Hierbei ist das Schnelle-Spektrum
V(ky,k
z)
v0
=
−∞
−∞
v(M)
x
v0
(0,y,z)ejkyyejkzzdydz
und die Wellenzahl (kr)
kr=
+k2
0k2
yk2
z,k
2
0>k
2
y+k2
z
jk2
y+k2
zk2
0,k
2
0<k
2
y+k2
z
(6.4)
Nur die Koeffizienten Aµund Bµsind unbekannt, und werden durch die
L¨
osung eines linearen Gleichungssystems, das durch die Erf¨
ullung der Rand-
bedingungen entsteht, ermittelt.
F¨
ur die Schnelle an der Membran gilt die Randbedingung:
v(1)
x
v0
(0,y,z)=vM
v0
(y,z,f)|y|<h
(1) ∪|z|<d
(1) (6.5)
f¨
ur den i-ten Querschnittsprung:
p(i)
ρcv0
((i),y,z)=p(i+1)
ρcv0
(0,y,z)|y|<h
(i)∪|z|<d
(i)(6.6)
68 Der 3D-Schalltrichter
Da es angenommen wird, dass auf den W¨
anden zwei verschiedene Impedan-
zen angebracht werden k¨
onnen, die Einfluss auf die waagerechte und senk-
rechte Ebene aus¨
uben k¨
onnen, schreibt man f¨
ur die Schnelle:
v(i+1)
x
v0
(0,y,z)=
v(i)
x
v0((i),y,z)|y|<h
(i)∪|z|<d
(i)
ρc
Z(i+1)
Ry
p(i+1)
ρcv0(0,y,z)S(i+1)
1S(i+1)
2
ρc
Z(i+1)
Rz
p(i+1)
ρcv0(0,y,z)S(i+1)
3S(i+1)
4
(6.7)
Die vier Fl¨
achen S(i+1)
1, ..., S(i+1)
4sieht man in Bild 6.1. F¨
ur den Schalldruck
im letzten St¨
uck gilt:
p(M)
ρcv0
((M),y,z)= p(a)
ρcv0
(0,y,z),|y|<h
(M)∪|z|<d
(M)(6.8)
Durch die Benutzung der Orthogonalit¨
atsrelationen kann man das lineare
Gleichungssystem bilden. Genau wie beim 2D-Modell werden ¨
ahnliche Ma-
trizen gefunden. Das Verfahren, um das Gleichungssystem zu bestimmen,
ist dasselbe als f¨
ur den Fall in zwei Dimensionen, nur muss man die beide
Seiten der Randwerterelationen mit φ(i)
µ(y,z)oderφ(i+1)
µ(y,z) multiplizieren
und ¨
uber das geeignete Intervall integrieren. Die Randbedingung auf der
schwingenden Membran liefert ¨
ahnliche Gleichungen wie (2.27) und (3.4)
k(1)
µ
k0A(1)
µB(1)
µejk(1)
µ(1)
µµ=1,2..., N (6.9)
Die Randbedingungen auf dem Querschnittsprung ergeben ¨
ahnliche Glei-
chungen wie (3.13) und (3.16):
A(i)
µejk(i)
µl(i)+B(i)
µ=
ν=N
ν=1
(i)
µν[A(i+1)
ν+B(i+1)
νejk(i+1)
νl(i+1) ] (6.10)
k(i+1)
µ
k0A(i+1)
µB(i+1)
µejk(i+1)
µl(i+1) +
+
ν=N
ν=1
Γ(i)
µν(A(i+1)
ν+B(i+1)
νejk(i+1)
νl(i+1) )
=
ν=N
ν=1
k(i)
ν
k0
Υ(i)
µν(A(i)
νejk(i)
νl(i)B(i)
ν)µ=1,2, ...N (6.11)
69
In den Konstanten Γ(i)
µν sind die Impedanzen ZRy und ZRz eingeschlossen. Die
letzte Randbedingung, n¨
amlich die Anpassung des Druckes im letzten St¨
uck
mit dem Druck im Halbraum, ergibt eine andere Gruppe von Gleichungen.
Wenn keine Impedanz auf der Schallwand angebracht wird, entstehen die
folgenden N Gleichungen, wie in (2.17) und (3.8):
ν
(k(M)
ν
k0
Gµν δµν)ejk(M)
ν(M)A(M)
ν
ν
(k(M)
ν
k0
Gµν +δµν)B(M)
ν= 0 (6.12)
Wenn auch auf die Schallwand Impedanzen angebracht werden (Bild 6.2),
braucht man einen zus¨
atzlichen Feldansatz f¨
ur die Schnelle in der Region wo
die Impedanzen sich befinden (wie in Gl. (5.1) der vorherigen Kapitel).
Der Ansatz f¨
ur die Schnelle ist:
vW(y,z)
v0
=
s,t Cstηs,t(y,z)S1S2
p,q Dpqϕp,q(y,z)S3S4
(6.13)
wobei die Querverteilungen ηst sind:
ηs,t(y,z)=cos[b(1)
sy (|y|−h(M))] cos(g(1)
tz z)
mit
b(1)
sy =(s0.5)π
ay
g(1)
tz =(t0.5)π
d(M)s, t =1,2, ...
und die Querverteilungen ϕpq sind:
ϕpq(y,z)=cos(b(2)
py y)cos[g(2)
qz (|z|−d(M))]
mit
b(2)
py =(p0.5)π
h(M)g(2)
qz =(q0.5)π
az
p, q =1,2, ...
Von der Doppelsumme geht man ¨
uber zur Einzelsumme mit der Sortierung
des Betrags |b2+g2|. Dann schreibt man Gl. (6.13) als:
vW(y,z)
v0
=
αCαcos[b(1)
αy (|y|−h(M))] cos(g(1)
αz z)S1S2
βDβcos(b(2)
βy y)cos[g(2)
βz (|z|−d(M))] S3S4
(6.14)
70 Der 3D-Schalltrichter
Die Anpassung des Druckes ergibt jetzt mehr Termen als in Gl. (6.12):
νk(M)
ν
k0
Gµν δµνejk(M)
ν(M)A(M)
ν
νk(M)
ν
k0
Gµν +δµνB(M)
ν+
1
N(M)
µay
λd(M)
λ
α
CαWµ
αy +az
λh(M)
λ
β
DβWµ
βz=0
(6.15)
Außerdem verlangt man, dass das Verh¨
altnis p/v auf der Schallwand gleich
den Impedanzen Zyund Zzsein soll. Diese Bedingungen liefern die letzte 2N
Gleichungen:
1
Zy(h(M)
λ)(d(M)
λ)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)B(M)
ν)Wα
νy+
+(
ay
λ)(d(M)
λ)
δ
CδUαy
δy +(az
λ)(h(M)
λ)
β
DβUαy
βz +
+1
4
δ
Cδ(Ly)δα =0 α=1, ..., N (6.16)
und
1
Zz(h(M)
λ)(d(M)
λ)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)B(M)
ν)Wβ
νz+
+(
ay
λ)(d(M)
λ)
α
CαUβz
αy +(az
λ)(h(M)
λ)
γ
DγUβz
γz +
+1
4
γ
Dγ(Lz)γβ =0 β=1, ..., N (6.17)
Eine ausf¨
uhrlichere Herleitung der Konstanten Wµ
αy,Wµ
βz,Uαy
δy , ... etc. befin-
den sich in Anhang A.
Wenn man erst einmal die Koeffizienten berechnet hat, dann kann man
die Schallabstrahlung charakterisieren. Die ¨
ortliche Schallabstrahlung des 3-
dimensionalen Schalltrichters wird jetzt durch zwei Richtcharakteristiken be-
schrieben, in waagerechter und in senkrechter Richtung. Zur Bestimmung des
Einflusses der dritten Dimension auf der Richtcharakteristik, variiert man die
Mundbreite in der senkrechten Richtung unter Festsetzung der anderen Brei-
te. Es ergibt sich, dass die waagerechte Strahlbreite nur kleine Unterschiede
71
hat. Das zeigt dass die Strahlbreiten beider Achsen unabh¨
angig voneinander
sind. Zus¨
atzlich findet man kleine Unterschiede zwischen den Strahlbreiten
eines 3D-Schalltrichters mit den Strahlbreiten von zwei 2D-Schalltrichtern
derselben Abmessungen, wenn sie keinen Flansch haben (Bild 6.3). Mit Flan-
schen sieht man aber Unterschiede. Der Abstrahlgrad ist dagegen anders, be-
sonders bei tiefen Frequenzen, wo das 3D-Horn wenig leistungsf¨
ahig ist (siehe
Bild 6.4). Wenn man den Abstrahlgrad einer 2D-Kolbenmembran der L¨
ange
mit einer 3D-Kolbenmembran der Fl¨
ache 2bei tiefer Frequenz vergleicht,
findet man dass der Abstrahlgrad des 2D-Strahlers mit -3dB/Oktave bei ab-
nehmenden Frequenzen f¨
allt, w¨
ahrend die Verminderung beim 3D-Strahler
-6dB/Oktave erreicht.
Der Effekt der Impedanzen auf die Richtwirkung wird jetzt in konkreten
2D und 3D F¨
allen vergleichen. Beim 2D Fall hat man die Kurven der Kapi-
teln 3 und 4 (Bild 4.19 und 5.6). Beim 3D Fall wird ein 60x40-Horn mit
120und 80Flanschen genommen (Bild 6.5), aber nur auf der vertikalen
Wand bringt man eine Impedanz an, so dass der Effekt in die waagerech-
ten Richtung ausge¨
ubt wird. Die Kurven in beiden F¨
allen (Bild 6.6) sehen
sich sehr ¨
ahnlich. Sie zeigen dieselbe Tendenz, aber beim 2D-Trichter ist die
Verbesserung gr¨
oßer. In Bild 6.7 kann man sehen, dass es einen Fall des Ab-
strahlgrades in der Region der Resonanz gibt, wenn der Resonator auf der
Wandung (RW) angebracht ist. Er beeinflusst nicht nur die Richtcharakte-
ristik, sondern auch die abgestrahlte Leistung. Die Breite des Lochs in der
Abstrahlgrad-Kurve h¨
angt von der Werte des imagin¨
aren Teils der Impedanz.
Der Resonator auf der Schallwand (RS) hingegen hat haupts¨
achlich einen
Einfluss auf die Richtwirkung, da er eine Ausbreitung parallel zur Schallwand
verhindert. In der Praxis kann man dieses Problem durch einen geeigneten
Ausgleich des Eingang-Signals ausbessern.
72 Der 3D-Schalltrichter
y
z
2h(i)
2h(i+1)
(i)
2d
2d(i+1)
S1
(i+1) S2
(i+1)
S3
(i+1)
S4
(i+1)
ZRz
(i+1)
ZRz
(i+1)
ZRy
(i+1)
ZRy
(i+1)
Bild 6.1: F¨
ur die Anpassung der Schnelle an der Querschnittssprung hat man
vier Fl¨
achen, S(i+1)
1und S(i+1)
2mit Impedanz Z(i+1)
Ry und S(i+1)
3und S(i+1)
4mit
Impedanz Z(i+1)
Rz
73
Zz
ZyZy
Zz
S1S2
S3
S4
y
z
2h(M)
(M)
2d
2(h(M)+a )
y
2(d(M)
+a )
z
Bild 6.2: Auf der Schallwand, k¨
onnen zwei verschiedenen Impedanzen be-
trachtet werden Zyund Zz. Sie beeinflussen die Richtwirkung in die waage-
rechte bzw. senkrechte Richtung.
74 Der 3D-Schalltrichter
1
6
8.66 8.66 1
4.15
Bild 6.3: Abmessungen eines 60x40Schalltrichters
0.05 0.1 0.2 0.4
−15
−10
−5
0
5
h/λ
10log(σ)
60° 2D−Horn
40° 2D−Horn
60°x40° 3D−Horn
Bild 6.4: Abstrahlgrade von zwei 2D-Schalltrichtern und einem 3D-
Schalltrichter
75
3
6
1
1
3.46
1.73
3.46
1.73
2.26 3.71
Bild 6.5: Abmessungen des 3D-Schalltrichters
76 Der 3D-Schalltrichter
0.05 0.1 0.2 0.4
40
60
80
100
180
Strahlbreite
h/λ
θ
schallhart
RW
RS
RW+RS
0.05 0.1 0.2 0.4
40
60
80
100
180
Strahlbreite (3D)
h/λ
θ
schallhart
RW
RS
RW+RS
Bild 6.6: Strahlbreiten eines 60-Hornes ohne und mit Helmholtz-
Resonatoren (oben) und Strahlbreite in waagerechter Richtung eines 60x40-
Hornes ohne und mit Helmholtz-Resonatoren (unten)
77
0.05 0.1 0.2 0.4
−40
−30
−20
−10
0
10
h/λ0
10 log(σ)
schallhart
RW
RS
RW+RS
Resonanzfrequenz
des RW
Bild 6.7: Abstrahlgrad des 3D-Schalltrichters ohne und mit Helmholtz-
Resonatoren
7. Messungen
Zur ¨
Uberpr¨
ufung der vorgestellten theoretischen Ergebnisse wurden Messun-
gen durchgef¨
uhrt. Der 60x40konische Schalltrichter von Kapitel 5, mit
Flanschen auf beiden Seiten, wurde aufgestellt und in einem Holzbrett einge-
schraubt (siehe Bilder 7.1 und 7.2). Der Trichter war auch aus 9 mm dickem
60°
60°
60°
Resonator
Resonator
10cm
17,3cm 8,7cm
30cm
60cm
40°
40°
40°
10cm
17,3cm 8,7cm
22,6cm
37,1cm
Bild 7.1: waagerechter Ansicht (oben) und senkrechter Ansicht (unten) des
Trichters
Holz. Das Brett mit dem Trichter wurde in einen kleinen reflexionsarmen
Raum (Camara Silenta) gestellt, da der große Raum zu dieser Zeit renoviert
wurde. Das Signal wurde mit einem kleinen Lautsprecher (10 cm Durchmes-
ser) erzeugt. Mit einem 1/2Mikrophon wurde der Schalldruck in waagerechter
Richtung, 1.65 m vom Hornmund entfernt, jede 5 Grad zwischen 0und 90
gemessen. Bez¨
uglich der Breite des Mundes in y-Richtung soll die entspre-
78
7.1 Resonatoren 79
chende Strahlbreite bei Frequenzen tiefer als 1.3 kHz ihren konstanten Wert
allm¨
ahlich verlieren, deshalb wurde den Schalldruck von 300 bis 3300 Hz ge-
messen. Der Abstand zwischen Mikrophon und Hornmund sollte gr¨
oßer sein,
aber wegen der Gr¨
oße der Camara Silenta konnte nur bei diesem Abstand
bis 90gemessen werden.
7.1 Resonatoren
Zwei unterschiedlichen Resonatoren wurden benutzt. Einer wurde auf der
Wand des Trichters angebracht und der andere auf der Schallwand. Wie im
vorherigen Kapitel, werden sie zur Abk¨
urzung als RW¨
und RS”bezeichnet.
Die Resonatoren bestehen aus einer Box aus Holz, bedeckt mit einer 12 mm
dicken Platte mit Kreisbohrungen von 10 mm Durchmesser. Der Abstand
zwischen den Bohrungen ist 20 mm, und die Tiefen der Hohlr¨
aume betragen
85 mm und 110 mm. Eine 10 mm dicke, por¨
osen Schicht aus Schaumstoff
wurde hinter die Platte gesetzt. Wie erw¨
ahnt, wurden sie nur auf der waa-
gerechten Ebene angebracht, um auf die Richtwirkung in dieser Ebene Ein-
fluss zu nehmen. In den vorherigen Kapiteln wurden die wichtigen Parameter
der Resonatoren bestimmt. Bez¨
uglich der Form des Resonators gilt f¨
ur die
Fl¨
achenmasse folgende Formel:
m
ρh =1
σb
(b
h+1.6r
h) (7.1)
wobei σbdie Por¨
osit¨
at der Platte, r den Radius der Bohrungen und b die
Dicke der Platte darstellen. Die Breite des RS”wurde H/2gew
¨
ahlt. Die
Frequenzg¨
ange der Resonatoren wurden gemessen und mit den theoretischen
Kurven verglichen (Bild 7.4). Die gemessene erste Resonanzfrequenz von bei-
den Resonatoren stimmen sehr gut mit der Theorie ¨
uberein, der RS zeigt die
2. und 3. Resonanzen, aber der RW hat sie abgeschw¨
acht, m¨
oglicherweise,
weil die Box keine rechteckige sondern trapezoide Form hat, und sich ein mehr
diffuses Schallfeld bildet. Diese erste Resonanzfrequenz interessiert Einen be-
sonders, da sie in der Region I liegen muss, damit die Richtwirkung beeinflusst
werden kann.
80 Messungen
18.4 cm
30 cm
60 cm
3
7.1 cm 22.6 cm 20 cm
11.3 cm
10 cm
17.3 cm
Resonatoren
Lautsprecher
Bild 7.2: oben: Abwicklung des Trichters; unten: Vorderansicht des Trichters
mit dem RW
7.1 Resonatoren 81
14 cm
20.7 cm
3
2.3 cm 37.1 cm
15 cm
Bild 7.3: Abmessungen der Resonatoren RW”(links) und RS”(rechts). Der
RW ist 110 mm tief und der RS 85 mm. Die Bohrungen haben einen Radius
von r=5 mm und sind 20 mm voneinander getrennt
82 Messungen
340 680 1360 2720
−30
−20
−10
0
10
20 Frequenzgang
f (Hz)
Pegeldifferenz (dB)
RW
RS
340 680 1360 2720
−30
−20
−10
0
10
20 Frequenzgang
f (Hz)
Pegeldifferenz (dB)
RW
RS
Bild 7.4: Frequenzg¨
ange der Resonatoren; oben: theoretische Kurven; unten:
gemessene Kurven
7.2 Verfahren 83
7.2 Verfahren
Mit einem FFT-Analysator wurde der Schalldruck im Frequenzbereich von
300 Hz bis 3300Hz, mit einer Au߬
osung von 7.5 Hz, gemessen. Da es nicht
n¨
otig war, eine absolute Messung durchzuf¨
uhren, wurde das Mikrophon nicht
kalibriert. Zur Berechnung der Strahlbreite braucht man nur die Differenz der
Schalldruckpegel im Vergleich zum Pegel auf der Achse. Die vier m¨
oglichen
Verstärker
FFT
Analysator
Rechner
f
q
Mikrophon
Strahlbreite
RW
RS
RW
RS
Bild 7.5: Meßaufbau zur Berechnung der Strahlbreite
Anordnungen wurden untersucht:
ohne Resonatoren (schallharte Wandung),
nur mit dem Resonator auf der Hornwand,
nur mit dem Resonator auf der Schallwand,
mit beiden Resonatoren.
Jeder Fall brauchte 17 Messungen, die in Dateien gespeichert wurden, eine f¨
ur
jeden Winkel zwischen 0und 90. Zur Bestimmung der Strahlbreite wurde
84 Messungen
die Information der Dateien verarbeitet. Zuerst wurde die Richtcharakteri-
stik f¨
ur jede Frequenz berechnet und von dieser Kurve wurde die Strahlbreite
abgeleitet. Zur Messung der Frequenzg¨
ange wurden 2 Mikrophone benutzt,
eins war innerhalb des Boxes und das andere vor einer Bohrung. Bei der Mes-
sung waren die Resonatoren auf den Hornw¨
anden, bzw. auf der Schallwand
angebracht.
7.3 Auswertung der Ergebnisse
In den Bildern 7.6 bis 7.9 werden die gemessenen und berechneten Strahl-
breiten f¨
ur jede Anordnung verglichen. Trotz der N¨
ahe des Mikrophons, sieht
man im Allgemeinen eine gute ¨
Ubereinstimmung der Kurven. Die gr¨
oßten
Unterschiede erscheinen in der Oktave von 680 Hz bis 1360 Hz. In diesem
Frequenzbereich hat der Flansch den gr¨
oßten Einfluss. Der Flansch wirkt der
Verengung der Strahlbreite entgegen, die sich erzeugt wird, wenn die Wel-
lenl¨
ange vergleichbar mit der Breite des Hornmundes ist. Die gemessenen
Strahlbreiten, wenn es keinen Resonator auf dem Flansch gibt (Bilder 7.6
und 7.8), zeigen einen gr¨
oßeren Einfluss des Flansches, als in der Simulation.
Es muss ber¨
ucksichtigt werden, dass es im simulierten Modell, keine stetige
Querschnitts¨
anderung gibt sondern kleine St¨
ucke, die zu Querschnittspr¨
unge
f¨
uhren.
Die von den Messungen resultierten Strahlbreiten-Kurven haben Spr¨
unge,
weil der Schalldruck nur alle 5bestimmt wurde. Und da eine symmetrische
Richtwirkung angenommen wurde, ¨
andern sich die Kurven in 10-Spr¨
unge
(in der Simulation haben die Strahlbreiten 1Au߬
osung).
Der Einfluss des Resonators auf der Hornwand ist nicht so ausgepr¨
agt wie
in der Theorie (Bild 7.7). Ein Grund daf¨
ur kann in seiner Form liegen (tra-
pezoid), die der Frequenzgang des Resonators beeinflusst hat. Aber auch,
reflektiert sich ein Teil des Schalls auf der Platte. In der Simulation wird
die ganze Fl¨
ache mit der Impedanz des Resonators betrachtet. In demsel-
ben Bild erscheinen in der berechneten Strahlbreite ein Minimum und einen
Peak, die in der Messung nicht zu sehen sind. Das Minimum soll von ei-
ner Ober߬
achenwelle erzeugt werden, da unterhalb der Resonanzfrequenz ei-
nes Resonators, die Impedanz eine Federungscharakter hat. In der Messung
ist wahrscheinlich der Realteil der Impedanz gr¨
oßer, und die Wirkung der
Oberflachenwelle l¨
asst sich nicht bemerkbar machen. Der Peak entspricht der
zweiten Resonanzfrequenz, die in dem gemessenen Frequenzgang geschw¨
acht
erscheint.
7.3 Auswertung der Ergebnisse 85
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f (Hz)
θ
berechnet
gemessen
Bild 7.6: Berechnete und gemessene Strahlbreiten f¨
ur den Fall schallharter
Wandung
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f (Hz)
θ
berechnet
gemessen
Bild 7.7: Berechnete und gemessene Strahlbreiten mit dem Resonator auf der
Hornwand
86 Messungen
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f (Hz)
θ
berechnet
gemessen
Bild 7.8: Berechnete und gemessene Strahlbreiten mit dem Resonator auf
dem Flansch
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f (Hz)
θ
berechnet
gemessen
Bild 7.9: Berechnete und gemessene Strahlbreiten mit beiden Resonatoren
7.3 Auswertung der Ergebnisse 87
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f (Hz)
θ
schallhart
RW
RS
RW+RS
Bild 7.10: Vergleich der theoretischen Strahlbreiten
340 680 1360 2720
0
60
120
180
f(Hz)
θ
schallhart
RW
RS
RW+RS
Bild 7.11: Vergleich der gemessenen Strahlbreiten
88 Messungen
340 680 1360 2720
−15
−10
−5
0
5
f (Hz)
Pegeldifferenz (dB)
schallhart
RW
RS
RW+RS
Bild 7.12: Schalldr¨
ucke auf der Achse des Schalltrichters f¨
ur die vier Anord-
nungen
In Bild 7.8 sieht man, dass die Bandbreite, in der der Resonator auf der
Schallwand wirkt, enger in der Messung ist, als in der Theorie. Das zeigt, dass
die in der Simulation betrachtete Luftmasse der Bohrungen, kleiner ist, als
in der Wirklichkeit. Je kleiner die Masse, desto breiter ist das Frequenzband,
wo der Resonator wirkungsvoll ist.
Wenn die Kurven der vier Anordnungen zusammen dargestellt sind, und
die theoretischen und gemessenen Ergebnisse verglichen werden (Bilder 7.10
und 7.11), erkennt man, dass die ¨
Anderungen der Strahlbreiten dasselbe Mu-
ster haben.
Wie erwartet ist eine Abnahme des Frequenzganges in der N¨
ahe der Re-
sonanzfrequenz des Resonators auf der Hornwand zu erkennen, das sieht man
in Bild 7.12, wo der Schalldruck auf der Achse des Schalltrichters dargestellt
wird. Wenn der Resonator allein auf der Schallwand angebracht wird, sieht
man eine kleine Abnahme des Pegels. Auf der Hornwand ¨
andert der Reso-
nator das Schallfeld innerhalb des Hornes und nah zur Resonanzfrequenz
wird wenig abgestrahlt. Auf der Schallwand l¨
asst der Resonator nicht den
Schall parallel zur Schallwand ausbreiten. Dieses Minimum des Frequenz-
ganges muss ber¨
ucksichtigt werden und durch eine geeignete Einstellung des
Verst¨
arkers verbessert werden. Ab etwa 2.5 kHz sieht man eine Abnahme des
Schallpegels. Die Membran wird sich ab dieser Frequenz nicht mehr uniform
bewegen, verschiedene Zonen der Membran werden verschiedene Schnellen
7.3 Auswertung der Ergebnisse 89
haben.
Andere Faktoren k¨
onnen bei den Unterschieden zwischen Messungen und
Theorie mitwirken. Die Verluste durch die W¨
ande wurde nicht betrachtet,
theoretisch sollten sie eine unendliche Impedanz haben, was sicherlich nicht
gegeben ist. Die Schallwand war nat¨
urlich nicht unendlich. Wegen der Große
der Camara Silenta konnte das Horn nicht in die Mitte der Schallwand einge-
baut werden, was zu einer nicht symmetrischen Abstrahlung f¨
uhren konnte.
Man k¨
onnteeinegr
¨
oßere ¨
Ubereinstimmung erreichen, wenn man die Impe-
danz der Resonatoren misst und die Werte als Parameter in das Program
einsetzt.
Wenn man, unter Ber¨
ucksichtigung der Meßbedingungen, auf die Ten-
denz der Kurven achtet, wird man die Best¨
atigung der Rechenmethode fest-
stellen. In anderen Arbeiten ¨
uber H¨
orner, auch die sich mit Wellenleitern
besch¨
aftigen, werden nur eindimensionalen Wellen (Grundmode) in H¨
orner
mit harten W¨
anden betrachtet. Die h¨
oheren Moden werden nicht ber¨
ucksichtigt.
In diesem Fall k¨
onnen die Richtwirkung und die Strahlbreite f¨
ur alle Fre-
quenzen aus einem einzigen Schnelle-Spektrum abgeleitet werden, wenn eine
Schallwand vorhanden ist. Das Modell, das in dieser Arbeit benutzt wur-
de, beachtet die h¨
oheren Moden und W¨
ande mit Impedanzen mit endlichen
Werten und zeigt ihrer Einfluss auf die Richtwirkung. Da die Wellenzahlen
der h¨
oheren Moden sich mit der Frequenz ¨
andern, gibt es ein unterschied-
liches Schnelle-Spektrum f¨
ur jede Frequenz und die Richtwirkung muss f¨
ur
jede Frequenz berechnet werden. Das behindert eine direkte Vorhersage des
Frequenzganges der Strahlbreiten. Gefunden wurde, dass ein positiver Ein-
fluss der h¨
oheren Moden auf die Richtwirkung durch die Belegung der Wan-
dung mit Impedanzen m¨
oglich ist. Das f¨
uhrt zu einer Verengung der Strahl-
breite, obwohl nicht in dem gew¨
unschten Maße und nicht in allen F¨
allen.
Dar¨
uberhinaus, muss die Absorption, die eine endliche Impedanz einsetzt,
beachtet werden. Die Benutzung eines Resonators auf der Schallwand bringt
eine zus¨
atzliche Verbesserung, ohne großen Einfluss auf die abgestrahlte Lei-
stung. Das bringt eine Vergr¨
oßerung der gesamten Mundfl¨
ache, was in Prinzip
zu vermeiden war.
8. Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss von auf den W¨
anden ange-
brachten Impedanzen auf die Richtwirkung eines konischen Schalltrichters
untersucht. Zur Vereinfachung des Modells und der Rechnungen wurde an-
genommen, dass der Schalltrichter in einer unendlichen Wand eingebaut war.
Ein solches Modell hat den großen Vorteil, dass das Schallfeld im Halbraum
direkt von der Fourier-Transformierte-Schnelle auf dem Mund des Trichters
berechnet werden kann. Nun blieb als Hauptaufgabe, die Bestimmung der
Schallschnelle auf der Mund des Trichters, wenn der Schall durch einen Kol-
benmembran erzeugt wird. Daf¨
ur wurde den Schalltrichter nicht als ein gan-
zer Wellenleiter mit kontinuierlicher Querschnitt-Vergr¨
oßerung betrachtet,
sondern eine Diskretisierung der Querschnitts¨
anderung wurde verwendet,
d.h. der Schalltrichter wurde in kleine rechteckige Teilst¨
ucken zerlegt. Die
Feldans¨
atze in jedem St¨
uck enthalten Hin- und R¨
ucklaufenden Wellen mit
unterschiedlichen Amplituden, die durch die Erf¨
ullung der Randbedingungen
bestimmt werden. Dieses Verfahren erm¨
oglicht, dass jedes St¨
uck eine eigene
Impedanz haben kann, obwohl in der Studie nur eine gemeinsame Impedanz
genommen wurde. Analysiert wurde sowohl ein 2D-Schalltrichter als auch ein
3D-Schalltrichter, so dass die Genauigkeit eines 2D-Modells gepr¨
uft werden
konnte.
Das 1. Kapitel betrachtet den einfachsten Fall, ein einzelnes Kanalst¨
uck.
Auf einer Seite des Kanals befindet sich die schwingende Membrane, die den
Schall erzeugt, auf der anderen Seite die ¨
Offnung zum Halbraum, und auf den
W¨
anden ist eine lokal wirksame Impedanz. Die Anpassung des Schalldrucks
am Rohrmund und der Schallschnelle auf der Membran ergeben das Glei-
chungssystem, das die unbekannten Amplituden der Moden bestimmt. Wenn
N Moden betrachtet werden, bekommt man eine NxN Matrix, die invertiert
werden muss. Bei der Berechnungen wurden zahlreiche Moden genommen
und die Matrix blieb gut konditioniert. Die Ergebnisse der Rechnungen zei-
gen, nat¨
urlich, dass eine gr¨
oßere Anzahl von Moden bessere ¨
Ubereinstimmung
der Schnelle auf der Membran und Anpassung des Druckes auf der Mund er-
gibt.
90
91
Im 2. Kapitel wurde die Abstrahlung des 2D-Schalltrichters berechnet.
Er wird in M St¨
ucke zerlegt, so dass die L¨
ange jedes St¨
ucks immer kleiner als
ein Sechstel der Wellenl¨
ange ist. Unter dieser Kondition sind die Ergebnisse
vertrauensw¨
urdig. Die Randbedingungen am ersten und letzten St¨
uck sind
dieselben wie in Kapitel 1. Jetzt braucht man die Anpassung des Druckes
und Schnelle in jedem Querschnittsprung zu erf¨
ullen. Man bekommt dann
eine große 2NMx2NM Bandmatrix. Je gr¨
oßer die Matrix, desto gr¨
oßer ist die
Chance, dass die Matrix schlecht konditioniert wird, deshalb kann man nicht
so viele Moden nehmen, wie beim einzelnen Kanal. Die Ergebnisse zeigen
wieder eine Abh¨
angigkeit mit der Anzahl von Moden. Die ¨
Ubereinstimmung
des Druckes auf der Trennungs߬
ache ist besser als die der Schnelle und man
braucht wenige Moden. Die Richtwirkung und Abstrahlgrad, hier definiert,
¨
andern sich mit der Anzahl von Moden, aber der Abstrahlgrad ist weniger
empfindlich als die Richtwirkung. In der Regel reicht es wenn man 2 oder 3
nicht ausbreitungsf¨
ahige Moden nimmt.
In den ersten 2 Kapiteln wurde das L¨
osungsverfahren beschrieben und die
Ergebnisse ausgewertet, im 3. Kapitel wurde untersucht, wie die verschiede-
nen Arten von Impedanzen die Richtwirkungen beeinflussen. Daf¨
ur war es
notwendig, den Begriff Strahlbreite einzuf¨
uhren, da sie als einen Maßstab der
Richtcharakteristik in der Frequenzdom¨
ane dient. Die zwei Grenzwerte der
Impedanzen (0 und ) wurden zuerst berechnet, da der Einfluss der Impe-
danzen mit endlichen Werten dazwischen liegen sollte, besonders bei Masse-
und Reibungscharakter. Die Strahlbreite eines idealen kegelf¨
ormigen Schall-
trichters (schallharter Wandung) wurde in 2 Regionen geteilt, in Region I
verkleinert sie sich monotonisch bis etwa den ¨
Offnungswinkel, in Region II
bleibt sie konstant. Die gew¨
unschte Verengung der Strahlbreite in der Regi-
on I wegen der Einstellung der schallweichen Impedanz findet nur bei einem
großen ¨
Offnungswinkel statt. Die Erkl¨
arung liegt darin, dass die Grundmo-
de bei kleineren ¨
Offnungswinkeln dominiert, w¨
ahrend bei gr¨
oßeren Winkeln
die h¨
oheren Moden an Bedeutung gewinnen. Die Benutzung eines Flansches
zeigt einen Einfluss auf den Amplituden der h¨
oheren Moden, deshalb wurde
eine Verengung der Strahlbreite erreicht, als die Impedanz auf dem Flansch
gestellt wurde. Eine Impedanz gleich Null findet man in der Wirklichkeit
nicht, aber kleine Impedanzen ergeben ¨
ahnliche Kurven. Die ¨
Anderung an
der Strahlbreite braucht man nur in Region I, d.h. der Betrag der Impedanz
in Region II soll nicht mehr klein sein. Eine Masseimpedanz w¨
achst mit der
Frequenz (Z=jmω) und erf¨
ullt diese Bedingung. Ein Helmholtz-Resonator
hat auch eine Massenimpedanz gleich nach der Resonanzfrequenz und eine
Steifeimpedanz kurz vor ihr, deshalb wurde ein Resonator gesucht, der eine
bessere Strahlbreite erzeugt. Die beste Kurve wurde gefunden, als die Re-
sonanzfrequenz am Anfang der Region I lag. Die erreichte Verengung der
92 Zusammenfassung
Strahlbreite hat Werte zwischen 30und 60in etwa 1.5 Oktaven.
In Kapitel 4 wurde untersucht, was passiert wenn die Schallwand nicht
ganz schallhart ist, sondern wenn es neben dem Trichtermund eine Impedanz
der L¨
ange ¨
a”gibt. In diesem Fall wurde f¨
ur die Schnelle normal zur Wand
entlang der Impedanz ein Ansatz gemacht und verlangt, dass das Verh¨
altnis
p/v gleich der Wandimpedanz sein muss. Die Strahlbreiten aller untersuch-
ten H¨
orner zeigen eine Verengung, wenn die Wandimpedanz Null ist. Hier
wurde auch einen Resonator gesucht, der die beste Kurve liefert. Die Reso-
nanzfrequenz in diesem Fall ergibt sich f¨
ur denselben Schalltrichter h¨
oher als
die f¨
ur den Resonator auf der Wand, aber sie liegt auch in der Region I. Die
Strahlbreite, wenn beide Resonatoren benutzt werden, zeigt eine Kurve, die
zwischen beiden F¨
allen liegt.
Der 3D-Schalltrichter wurde in Kapitel 5 betrachtet. Der Einsatz der drit-
ten Dimension braucht keine neue prinzipiellen Erkenntnisse. Die Ergebnisse
zeigen, dass die Strahlbreiten in beiden Ebenen etwa unabh¨
angig voneinander
sind, da ¨
Anderungen in der Mundbreite in einer Dimension kleine Variationen
der Strahlbreite in der anderen Dimension mit sich bringen. Außerdem wurde
festgestellt, dass das 2D-Modell eine gute Ann¨
aherung f¨
ur die Strahlbreite in
einer Ebene liefert. Der Abstrahlgrad ist bei tiefen Frequenzen anders.
Die theoretischen Ergebnisse wurden Messungen gegen¨
ubergestellt und
im letzten Kapitel dargestellt. Obwohl die Messungen in einem kleinen re-
flexionsarmen Raum und auf einer kurzen Distanz zu dem Schalltrichter
durchgef¨
uhrt wurden, zeigen die Strahlbreiten dasselbe Verhalten wie von der
Theorie vorhergesagt, anders gesagt, der theoretische Einfluss der Impedan-
zen wurde best¨
atigt. Bessere ¨
Ubereinstimmung der Werte der Strahlbreiten
ist zu erwartet, wenn das Mikrophon weiter entfernt vom Horn aufgestellt
wird. Mit der Aufstellung eines Resonators auf der Wand des Schalltrichters
konnte seine Strahlbreite in etwa 1.5 Oktaven bei tiefen Frequenzen von 20
bis 40verengt werden, mit der Aufstellung eines zus¨
atzliches Resonators auf
der Schallwand konnte eine gr¨
oßere Verengung bis 60in einigen Frequenzen
in demselben Frequenzbereich erreicht werden.
In dieser Arbeit wurden beiden Hornw¨
anden mit der gleichen Impedanz
belegt. Es wurde nicht untersucht, wie die Richtwirkungen sich ¨
andern, wenn
verschiedene Impedanz benutzt werden. Daf¨
ur sollte man auch die unsym-
metrischen Moden ber¨
ucksichtigen. Man k¨
onnte auch eine gewisse Richtcha-
rakteristik mit einer geeigneten Auswahl der Impedanzen erzeugen. Dasselbe
gilt f¨
ur die Impedanzen auf der Schallwand. Mit diesen Fragen k¨
onnte man
sich in einer weiteren Arbeit besch¨
aftigen.
A. Berechnung des
Gleichungssystems beim
3D-Schalltrichter
Der Schallfeldansatz f¨
ur das i-te St¨
uck lautet:
p(i)
ρcv0
(x, y, z)=
µ=N
µ=1
(A(i)
µejk(i)
µx+B(i)
µejk(i)
µ((i)x))φ(i)
µ(y,z)(A.1)
v(i)
x
v0
(x, y, z)=
µ=N
µ=1
k(i)
µ
k0
(A(i)
µejk(i)
µxB(i)
µejk(i)
µ((i)x))φ(i)
µ(y,z)(A.2)
φ(i)
µ(y,z)=cos(k(i)
µyy)cos(k(i)
µz z)
Die Orthogonalit¨
at der Funktionen φ(i)
µ(y,z)erm
¨
oglicht, dass man durch die
Randbedingung f¨
ur die Schnelle an der Membran (Gl. (6.5)) N Gleichungen
erh¨
alt:
1
S(1) S(1)
φ(1)
µ(y,z)v(1)
x
v0
(0,y,z)dydz =1
S(1) S(1)
φ(1)
µ(y,z)vM
v0
(y,z)dydz
k(1)
µ
k0A(1)
µB(1)
µejk(1)
µ(1)
µµ=1,2..., N (A.3)
Angenommen, dass die Membran sich mit einer konstanten Schnelle bewegt,
dann ergibt sich f¨
ur die Termen auf der rechten Seite:
Ψµ=1
N(1)
µ
sinc(k(1)
µy h(1))sinc(k(1)
µz d(1))(A.4)
93
94 Berechnung des Gleichungssystems beim 3D-Schalltrichter
wobei N(1)
µaus diesen Formeln entsteht:
N(i)
µ=1
S(i)S(i)
[φ(1)
µ(y,z)]2dydz =1
4[1 + sinc(2k(i)
µyh(i))][1 + sinc(2k(i)
µz d(i))]
Aus der Randbedingung f¨
ur den Schalldruck auf dem i-ten Querschnittsprung
(Gl. (6.6)) erh¨
alt man N Gleichungen:
1
S(i)S(i)
φ(i)
µ(y,z)p(i)
ρcv0
((i),y,z)dydz =1
S(i)S(i)
φ(i)
µ(y,z)p(i+1)
ρcv0
(0,y,z)dydz
A(i)
µejk(i)
µ(i)+B(i)
µ=
ν=N
ν=1
(i)
µν[A(i+1)
ν+B(i+1)
νejk(i+1)
ν(i+1) ]=1, ..., N
(A.5)
dabei ist (i)
µν
(i)
µν =1
4N(i)
µ
1
S(i)S(i)
φ(i)
µ(y,z)φ(i+1)
ν(y,z)dydz
=1
4N(i)
µ
(sinc[(k(i)
µy +k(i+1)
νy )h(i)]+sinc[(k(i)
µy k(i+1)
νy )h(i)])
(sinc[(k(i)
µz +k(i+1)
νz )d(i)]+sinc[(k(i)
µz k(i+1)
νz )d(i)]) (A.6)
Aus der Randbedingung f¨
ur die Schallschnelle auf dem i-ten Querschnitt-
sprung (Gl. (6.7)) erh¨
alt man auch N Gleichungen:
1
S(i+1) S(i+1)
φ(i+1)
µ(y,z)v(i+1)
x
v0
(0,y,z)dydz +
1
S(i+1) S(i+1)
1+...S(i+1)
4
φ(i+1)
µ(y,z)1
Z(i+1)
R/ρc
p(i+1)
ρcv0
(0,y,z)dydz
=1
S(i+1) S(i)
φ(i+1)
µ(y,z)v(i)
x
v0
((i),y,z)dydz
k(i+1)
µ
k0A(i+1)
µB(i+1)
µejk(i+1)
µl(i+1) +
+
ν=N
ν=1
Γ(i)
µν(A(i+1)
ν+B(i+1)
νejk(i+1)
νl(i+1) )
=
ν=N
ν=1
k(i)
ν
k0
Υ(i)
µν(A(i)
νejk(i)
νl(i)B(i)
ν)µ=1,2, ...N (A.7)
95
Die Elemente Γ(i)
µν werden definiert:
Γ(i)
µν =1
4N(i+1)
µS(i+1) S(i+1)
1+...S(i+1)
4
φ(i+1)
µ(y,z)1
Z(i+1)
R/ρcφ(i+1)
ν(y,z)dydz
=1
4N(i+1)
µS(i+1)Z(i+1)
Ry /ρc S(i+1)
1+S(i+1)
2
φ(i+1)
µ(y,z)φ(i+1)
ν(y,z)dydz +
1
4N(i+1)
µS(i+1)Z(i+1)
Rz /ρc S(i+1)
3+S(i+1)
4
φ(i+1)
µ(y,z)φ(i+1)
ν(y,z)dydz
Γ(i)
µν =1
4N(i+1)
µ (1 h(i)/h(i+1))
Z(i+1)
Ry /ρc (E+
µν +E
µν)+
(1 d(i)/d(i+1))
Z(i+1)
Rz /ρc (F+
µν +F
µν)!
96 Berechnung des Gleichungssystems beim 3D-Schalltrichter
mit
E±
µν =1/2
(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i+1) "
cos[(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )h(i)+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i)]
(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
cos[(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )h(i+1) +(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i+1)]
(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
+cos[(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )h(i+1) (k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i+1)]
(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
cos[(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )h(i)(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i)]
(k(i+1)
µy +k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
+cos[(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )h(i)+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i)]
(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
cos[(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )h(i+1) +(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i+1)]
(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))+(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
+cos[(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )h(i+1) (k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i+1)]
(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))
cos[(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )h(i)(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )d(i)]
(k(i+1)
µy k(i+1)
νy )(h(i+1) h(i))(k(i+1)
µz ±k(i+1)
νz )(d(i+1) d(i))!
Die Elemente F±
µν sind ¨
ahnlich wie die E±
µν, man muss nur die tiefgestellte
Indizes y”durch z¨
und die Breiten ”h”durch ”d¨ersetzen und umgekehrt. Die
Termen Υ(i)
µν sind definiert als:
Υ(i)
µν =1
4N(i+1)
µS(i+1) S(i)
φ(i+1)
µ(y,z)φ(i)
ν(y,z)dydz
Υ(i)
µν =1
4N(i+1)
µ
h(i)
h(i+1) {[sinc[(k(i+1)
µy +k(i)
νy)h(i)]+sinc[(k(i+1)
µy k(i)
νy)h(i)]}
d(i)
d(i+1) {[sinc[(k(i+1)
µz +k(i)
νz )d(i)]+sinc[(k(i+1)
µz k(i)
νz )d(i)]}
97
Der Schallfeldansatz im Halbraum lautet:
p(a)
ρcv0
(x, y, z)= 1
(2π)2
−∞
−∞ k2
0
V(ky,k
z)
v0k0
kr
ejkrxejkyyejkzzdky
k0
dkz
k0
(A.8)
Von der Anpassung des Drucks am letzten St¨
uck (Gl. (6.8)) bekommt man
andere Gleichungen:
1
S(M)S(M)
φ(M)
µ(y,z)p(M)
ρcv0
((M),y,z)dydz =1
S(M)S(M)
φ(M)
µ(y,z)p(a)
ρcv0
(0,y,z)dydz
A(M)
µejk(M)
µ(M)+B(M)
µ=
1/(2π)2
4N(M)
µ
−∞
−∞
k0
krk2
0
V
v0
(ky
k0
,kz
k0
)R(M)
µ(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
(A.9)
wobei R(i)
µ(ky
k0,kz
k0) ist:
R(i)
µ(ky
k0
,kz
k0
)=(sinc[(
ky
k0
+k(i)
µy
k0
)k0h(i)]+sinc[(ky
k0k(i)
µy
k0
)k0h(i)])
(sinc[(kz
k0
+k(i)
νz
k0
)k0d(i)]+sinc[(kz
k0k(i)
νz
k0
)k0d(i)]) (A.10)
Wenn es keine Impedanz auf der Schallwand gibt, V(ky,k
z) hat die Formel:
k2
0
V
v0
(ky
k0
,kz
k0
)=k2
0h(M)d(M)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)+B(M)
ν)R(M)
ν(ky
k0
,kz
k0
)
und wenn man sie in Gl. (A.9) einsetzt ergibt sich Gl. (6.12):
ν
(k(M)
ν
k0
Gµν δµν)ejk(M)
ν(M)A(M)
ν
ν
(k(M)
ν
k0
Gµν +δµν)B(M)
ν=0 µ=1, ..., N
(A.11)
mit Gµν
Gµν =h(M)
λ0
d(M)
λ0
1
4N(M)
µ
−∞
k0
kr
R(M)
µ(ky
k0
,kz
k0
)R(M)
ν(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
98 Berechnung des Gleichungssystems beim 3D-Schalltrichter
Aber wenn die Schallwand auch eine Impedanz besitzt, schreibt man die
fourier-transformierte Schnelle:
k2
0
V
v0
(ky
k0
,kz
k0
)=k2
0h(M)d(M)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)+B(M)
ν)R(M)
ν(ky
k0
,kz
k0
)
+k2
0ayd(M)
α
CαTαy(ky
k0
,kz
k0
)+k2
0azh(M)
β
DβTβz(ky
k0
,kz
k0
)
(A.12)
wo 2 andere Summen erscheinen deren Elemente Tαy(ky
k0,kz
k0) und Tβz(ky
k0,kz
k0)
sind:
Tαy(ky,k
z)= 1
S(1) S(1)+S(2)
ηα(y,z)ejkyyejkzzdydz
Tαy(ky
k0
,kz
k0
)=
sin[(ky
k0+b(1)
αy
k0)k0ay+ky
k0(k0h(M))] sin[ky
k0(k0h(M))]
(ky
k0+b(1)
αy
k0)k0ay
+
sin[(ky
k0b(1)
αy
k0)k0ay+ky
k0(k0h(M))] sin[ky
k0(k0h(M))]
(ky
k0b(1)
αy
k0)k0ay
sinc[(kz
k0
+g(1)
αz
k0
)k0d(M)]+sinc[(kz
k0g(1)
αz
k0
)k0d(M)](A.13)
Tβz(ky,k
z)= 1
S(3) S(3)+S(4)
ϕβ(y,z)ejkyyejkzzdydz
Tβz(ky
k0
,kz
k0
)=
sin[(kz
k0+g(2)
βz
k0)k0az+kz
k0(k0d(M))] sin[kz
k0(k0d(M))]
(kz
k0+g(2)
βz
k0)k0az
+
sin[(kz
k0g(2)
βz
k0)k0az+kz
k0(k0d(M))] sin[kz
k0(k0d(M))]
(kz
k0g(2)
βz
k0)k0az
sinc[(ky
k0
+b(2)
βy
k0
)k0h(M)]+sinc[(ky
k0b(2)
βz
k0
)k0h(M)](A.14)
99
und wenn man Gl. (A.12) in Gl. (A.9) einsetzt ergibt sich Gl. (6.15)
νk(M)
ν
k0
Gµν δµνejk(M)
ν(M)A(M)
ν
νk(M)
ν
k0
Gµν +δµνB(M)
ν+
1
N(M)
µay
λd(M)
λ
α
CαWµ
αy +az
λh(M)
λ
β
DβWµ
βz=0
µ=1, ..., N (A.15)
mit
Wµ
αy =1
4
−∞
−∞
k0
kr
Tαy(ky
k0
,kz
k0
)R(M)
µ(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
Wµ
βz =1
4
−∞
−∞
k0
kr
Tβz(ky
k0
,kz
k0
)R(M)
µ(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
Es fehlt jetzt nur die Ber¨
ucksichtigung der Forderung, dass das Verh¨
altnis
p/v auf der Schallwand gleich der Impedanzen Zyund Zzsein soll. F¨
ur die
Schnelle auf der Schallwand wird den Feldansatz von Gl. (6.14) betrachtet.
1
S(1) S(1)+S(2) 1
(Zy/ρc)
p(a)
ρcv0
(0,y,z)+v(y,z)
v0ηα(y,z)dydz = 0 (A.16)
1
S(3) S(3)+S(4) 1
(Zz/ρc)
p(a)
ρcv0
(0,y,z)+v(y,z)
v0ϕβ(y,z)dydz = 0 (A.17)
Setzt man Gl. (A.8) und Gl. (6.14) in Gl. (A.16) ein und f¨
uhrt man das
Integral auf den Fl¨
achen S(1) und S(2) durch, dann ergibt sich:
1/(2π)2
(Zy/ρc)
−∞
−∞
k0
krk2
0
V
v0
(ky
k0
,kz
k0
)Tαy(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
+
δ
Cδ(Ly)δα =0
(A.18)
1
Zy(h(M)
λ)(d(M)
λ)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)B(M)
ν)Wα
νy+
+(
ay
λ)(d(M)
λ)
δ
CδUαy
δy +(az
λ)(h(M)
λ)
β
DβUαy
βz +
+1
4
δ
Cδ(Ly)δα =0 α=1, ..., N (A.19)
100 Berechnung des Gleichungssystems beim 3D-Schalltrichter
mit
Uαy
δy =1
4
−∞
−∞
k0
kr
Tαy(ky
k0
,kz
k0
)Tδy(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
Uαy
βz =1
4
−∞
−∞
k0
kr
Tαy(ky
k0
,kz
k0
)Tβz(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
(Ly)δα =sinc[(b(1)
δy
k0
+b(1)
αy
k0
)k0ay]+sinc[(b(1)
δy
k0
+b(1)
αy
k0
)k0ay]
sinc[(g(1)
δz
k0
+g(1)
αz
k0
)k0d(M)]+sinc[(g(1)
δz
k0g(1)
αz
k0
)k0d(M)](A.20)
Dasselbe macht man f¨
ur Gl. (A.17) und gelangt zu den letzten N Gleichungen:
1
Zz(h(M)
λ)(d(M)
λ)
ν
k(M)
ν
k0
(A(M)
νejk(M)
ν(M)B(M)
ν)Wβ
νz+
+(
ay
λ)(d(M)
λ)
α
CαUβz
αy +(az
λ)(h(M)
λ)
γ
DγUβz
γz +
+1
4
γ
Dγ(Lz)γβ =0 β=1, ..., N (A.21)
mit
Uβz
γz =1
4
−∞
−∞
k0
kr
Tγz(ky
k0
,kz
k0
)Tβz(ky
k0
,kz
k0
)dky
k0
dkz
k0
(Lz)γβ =sinc[(g(2)
βz
k0
+g(2)
γz
k0
)k0az]+sinc[(g(2)
βz
k0
+g(2)
γz
k0
)k0az]
sinc[(b(2)
βz
k0
+b(2)
γz
k0
)k0h(M)]+sinc[(b(2)
βz
k0b(2)
γz
k0
)k0h(M)](A.22)
Mit den Gleichungen (A.3, A.5, A.7 und A.11 oder A.15, A.19, A.21) erstellt
man die gesamte Matrix, mit der alle unbekannten Koeffizienten ermittelt
werden k¨
onnen.
Literaturverzeichnis
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