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„Zwischen Nullbock und Höhenflug“
Eine explorative Studie zur Rekonstruktion von Themen
innerhalb gestalterischer Prozesse im Tanz
Verena Freytag
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades
doctor philosophiae (Dr. phil.)
im Fach Sportwissenschaft
eingereicht am
Department Sport und Gesundheit
Fakultät für Naturwissenschaften
Universität Paderborn
Paderborn, 11. April 2011
Erstgutachter: Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck
Zweitgutachterin: Prof. Dr. Sabiene Autsch
Foto: Julia Rahn
3
Inhalt
1 Einleitung ............................................................................................ 5
1.1 Problemstellung der Arbeit ................................................................... 7
1.2 Zielsetzung der Arbeit ........................................................................ 12
2 Von welchem Tanzverständnis ist hier die Rede? ........................ 14
2.1 Abgrenzung der Begriffe: Inszenierung, Choreographie,
Performance und Gestaltung .............................................................. 14
2.2 Exkurs: Die Sparten mischen sich! Kunst und Tanz heute ................. 18
2.3 „Gestalten, Tanzen, Darstellen Gymnastik/ Tanz“ an der
Universität Paderborn ......................................................................... 22
2.3.1 Tänzerische Gestaltungen von Sportstudierenden: Beispiele ............ 23
3 Wie wirkt Kunst? Zur Wirkungsforschung in der
kulturellen Bildung ........................................................................... 27
3.1 Forschungsansätze in der Wirkungsforschung ................................... 27
3.2 Zum Forschungsstand ........................................................................ 34
3.2.1 Fazit ................................................................................................... 44
4 Gestalten: Ein Begriff zwischen Muff und Moderne ...................... 45
4.1 Gestaltungskompetenz als Schlüsselkompetenz der Moderne .......... 47
4.2 Künstlerisches Gestalten .................................................................... 51
4.2.1 Transformieren ................................................................................... 51
4.2.2 Symbolisieren ..................................................................................... 53
4.2.3 Formen und Ordnen ........................................................................... 54
4.2.4 Körper und Bewegung als Material .................................................... 55
4.3 Zusammenfassung und Fazit ............................................................. 59
5 Zur Anlage der empirischen Untersuchung ................................... 62
5.1 Begründung eines qualitativ-empirischen Forschungsansatzes
in Anlehnung an die Strategie der „Grounded Theory“ ....................... 62
5.2 Stichprobe und Konzeption der Studie ............................................... 65
5.3 Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung ........................ 69
5.3.1 Das Tagebuch als Instrument der Datenerhebung ............................. 69
5.3.2 Datenanalyse nach der Grounded Theory.......................................... 76
5.3.3 Zur Auswertung des Bild- und Fotomaterials ...................................... 78
6 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse ............................. 80
6.1 Prozesse durchlaufen: Zwischen Nullbock und Höhenflug ................. 82
6.1.1 Einführung .......................................................................................... 82
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4
6.1.2 Interpretation ...................................................................................... 83
6.1.3 Theoretischer Exkurs: Kreativität ........................................................ 91
6.1.4 Zusammenfassung ............................................................................. 97
6.2 Gemeinsam gestalten: Zwischen Individuum und Kollektiv .............. 100
6.2.1 Einführung ........................................................................................ 100
6.2.2 Theoretischer Exkurs: Gruppendynamische Prozesse ..................... 102
6.2.3 Interpretation .................................................................................... 109
6.2.4 Zusammenfassung ........................................................................... 122
6.3 Sich darstellen: Mit etwas anderem hätte ich mich nicht
identifizieren können“ ....................................................................... 124
6.3.1 Einführung ........................................................................................ 124
6.3.2 Interpretation .................................................................................... 125
6.3.3 Zusammenfassung ........................................................................... 132
6.4 Rollen spielen: „Wie bewegt sich ein Zombie?“ ................................ 135
6.4.1 Einführung ........................................................................................ 135
6.4.2 Interpretation .................................................................................... 136
6.4.3 Theoretischer Exkurs: Mimesis als Konstruktionsvorgang ............... 139
6.4.4 Zusammenfassung ........................................................................... 141
6.5 Sich gerne zeigen sich lieber verbergen wollen: Ich als
Nichttänzer im Rampenlicht“ ............................................................ 143
6.5.1 Einführung ........................................................................................ 143
6.5.2 Interpretation .................................................................................... 145
6.5.3 Theoretischer Exkurs: „Wir alle spielen Theater“ (E. Goffman) ........ 161
6.5.4 Zusammenfassung ........................................................................... 164
7 Theoretische Überlegungen zu gestalterischen Prozessen
im Tanz ............................................................................................ 167
7.1 Gestaltungsprozesse mit dem Körper und Bewegung als
Ambivalenzerfahrungen ................................................................... 174
7.2 Methodische Konsequenzen ............................................................ 176
8 Reflexion ......................................................................................... 181
9 Literatur ........................................................................................... 193
Einleitung 5
1 Einleitung
Künstlerische oder kulturelle Bildung erfährt momentan einen starken Auf-
wärtstrend. Die Zeiten, in denen Fächer wie Musik, Kunst oder Theaterspiel
als nette Spielerei belächelt und im Vergleich mit den 'harten', naturwissen-
schaftlichen Fächern nur geduldet waren, scheinen vorbei zu sein. Die Lan-
desregierung Nordrhein-Westfalens hat es sich beispielsweise zum bil-
dungspolitischen Ziel gemacht, neben dem Wissen auch Kreativität und Re-
zeption von Ästhetik zu fördern“ (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend,
Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, o.J.). Kreativität wird hier
gesehen als Impulsgeber r kritisches Denken und ein selbst bestimmtes
Leben in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft (vgl. ebd.). Auch
der im Mai 2010 in Seoul von der UNESCO initiierte Kongress zum Thema
„Arts for Society Education for Creativity“ spiegelt diesen Trend
1
. Ein As-
pekt der Tagung war es, künstlerische Bildung, die als ein unersetzbarer Teil
von Erziehung verstanden wird und die nach dem Credo der Weltgemein-
schaft ebenso wichtig ist wie die Förderung naturwissenschaftlicher oder ma-
thematischer Kompetenzen, zu stärken. Kulturelle Bildung sei eine unver-
zichtbare Quelle für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. In
einer Art Rezension der Tagung zieht Max Fuchs, Direktor der Akademie
Remscheid und Präsident des Deutschen Kulturrates, zwei Schlussfolgerun-
gen. Zum einen so sein Eindruck habe kulturelle Bildung zurzeit einen
„privilegierten Platz“ (Fuchs, 2010). Kein anderer Bildungsbereich spiele ak-
tuell innerhalb der Bildungsdebatte in UNO und UNESCO eine solche Rolle
(selbst die PISA-Fächer fielen hier zurück). Die zweite Folgerung von Fuchs
allerdings ist die fehlende begriffliche Klarheit in den Künsten. Ob Kunst, Kul-
tur, Bildung und Forschung, es herrsche ein heilloses Durcheinander von
Konzepten und Verständnisweisen: „So sollten wenigstens wir für uns deut-
lich machen, welche Relevanz und welchen Anwendungsbereich unsere Be-
1
Vorläufer der Tagung war die 1. Weltkonferenz zur kulturellen Bildung 2006 in Lissabon.
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