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[en] (orig)
Zur Entwicklung eines Positionspapiers der Arbeitsgemeinschaft der
Universitätsbibliotheken in NRW (AGUB)
Dr. Dietmar Haubfleisch, UB Paderborn
Vortrag auf der Frühjahrssitzung der Sektion IV des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV) in Bremen, 27.03.2010
Zielsicher, ergebnisorientiert und effektiv:
Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
2 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
Inhalt
|1| Ausgangslage
|2| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Auftrag, Ziel und Vorgehensweise
|3| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Zwischenstand
|4| Die Vernetzung der Hochschulbibliotheken
|5| Schlussthesen
3 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|1| Ausgangslage: Hochschulfreiheitsgesetz
In Nordrhein-Westfalen ist seit dem 01.01.2007 das Hochschulfreiheitsgesetz in Kraft.
Mit diesem Gesetz hat Nordrhein-Westfalen als erstes und bisher einziges Bundesland
seine Universitäten und Fachhochschulen eigenständig gemacht. Das heißt:
Die zuvor staatlichen Hochschulen haben als „Körperschaften des öffentlichen Rechts in
der Trägerschaft des Landes“ echte Autonomie und Eigenverantwortung erhalten.
Sie wurden aus dem staatlichen Weisungsrecht gelöst und verfügen in einer neuen
Hochschulverfassung über weit reichende Kompetenzen sowie Verantwortung für Finanz-,
Personal- und Organisationsentscheidungen.
Zur Zeit existieren im Sinne des HFG: 14 Universitäten und 15 Fachhochschulen
4 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|1| Ausgangslage: Verbundzentrale
Das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) in Köln nimmt
gem. Satzung vom 25. September 2001 zentrale, regionale, überregionale und
kooperative Dienstleistungs- und Entwicklungsaufgaben wahr für
a) die Hochschulbibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen,
b) weitere Bibliotheken und Einrichtungen innerhalb und außerhalb von Nordrhein-
Westfalen auf der Grundlage von vertraglichen Vereinbarungen.
Das hbz untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Ministeriums für Innovation,
Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) des Landes NRW.
Das heißt: Hochschul(bibliothek)en und hbz unterstehen seit Einführung des HFG nicht
mehr gemeinsam dem staatlichen Weisungsrecht resp. dem MIWFT.
5 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|1| Ausgangslage: Hochschulbibliotheken und externe Dienstleister (1)
Hochschulbibliotheken haben die primäre Aufgabe, Forschung, Lehre und Studium an
ihren Hochschulen zu unterstützen.
Viele der von den Hochschulen erwarteten Dienstleistungen können von einer einzelnen
Bibliothek nicht oder nicht effizient erbracht werden. Sie sind daher auf externe
Unterstützung angewiesen.
6 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|1| Ausgangslage: Hochschulbibliotheken und externe Dienstleister (2)
Zu unterscheiden sind Dienstleistungen
die eine Hochschulbibliothek von Dienstleistern erbringen lassen möchte (diese
spielen in der folgenden Betrachtung keine Rolle)
die mehrere Hochschulbibliotheken, z.B. die Hochschulbibliotheken eines
Bibliotheksverbundes, von einem oder mehreren Dienstleistern erbringen
lassen möchten / müssen
hier ist zu differenzieren in Dienstleistungen, die komplett extern erbracht werden
sollen, und solchen, für die eine externe / zentrale Infrastruktur erstellt und betreut werden
soll, für die aber entscheidende Teile lokal erbracht werden sollen (z.B. Einbringen von
Content).
Schließlich sind Dienstleistungen denkbar, die von mehreren
Hochschulbibliotheken (rein) kooperativ, d.h. ohne Einbindung eines zentralen
Dienstleisters erbracht werden (diese spielen in der folgenden Betrachtung keine
Rolle).
7 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|1| Ausgangslage: Hochschulbibliotheken und externe Dienstleister (3)
Eine externe Unterstützung kann nur dann erfolgreich funktionieren, wenn die
Bibliotheken wissen, welche Dienstleistungen sie in welcher Qualität jetzt und in Zukunft
benötigen …
und wenn sie diese Dienstleistungen in Form von klar und eindeutig formulierten
Anforderungsprofilen beschreiben können.
8 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Auftrag
Am 30.04.2009 hat die Arbeitsgemeinschaft der Universitätsbibliotheken in NRW (AGUB)
- die Direktorenkonferenz der UBs in NRW - die Einrichtung einer ad-hoc AG Struktur und
Kooperation beschlossen.
Auftrag: Erstellung eines Positionspapiers zur Verwendung auf Management-Ebene, in
dem die Zentralen Dienstleistungen quantitativ und qualitativ beschrieben und die
wesentlichen Anforderungen an externe Dienstleister aus Management-Sicht festgelegt
werden.
Kernfrage: „Welche Dienstleistungen benötigen die Universitätsbibliotheken in NRW in
welcher Qualität jetzt und in Zukunft, die sie lokal nicht oder nicht effizient erbringen
können?“ (Arbeitsbegriff „Zentrale Dienste“)
9 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Ziel 1
Das Positionspapier soll, so die Grundintention,
(a) zunächst der Selbstpositionierung der AGUB dienen und helfen, strategisch
bedeutsame Themen für die Arbeit der AGUB zu formulieren und
(b) die Hochschulen und das Land (MIWFT) bei der Formulierung der anstehenden
Ziel- und Leistungsvereinbarungen bezüglich der Fixierung einer
strategiekonformen und bedarfsgerechten Unterstützung der
Hochschulbibliotheken durch das Land resp. durch die Landeseinrichtung hbz
unterstützen.
10 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Ziel 2
Zu einem späteren Zeitpunkt sollen (c) detaillierte Ausschreibungsunterlagen für
potenzielle Auftragnehmer im Sinne eines Lastenheftes formuliert werden (mit detaillierten
Spezifikationen, technisch fundiert, von Bibliotheksexperten erstellt, geeignet für eine
Ausschreibung von Diensten …).
11 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Ad-hoc AG Struktur und Kooperation – Vorgehensweise, Methodik
Aufgrund einer Untersuchung des aktuellen Angebotsspektrums deutscher
Bibliotheksverbünde (s. nächste Folie), Anregungen aus der Veröffentlichung
‚Bibliothekssystem Sachsen. Struktur- und Entwicklungsplan für die wissenschaftliche
Literatur- und Informationsversorgung im Freistaat Sachsen‘ (2008) (s. übernächste Folie)
und eigenen gemeinsamen Überlegungen hat die ad-hoc AG eine Liste ‚Zentraler Dienste‘
zusammengestellt und kategorisiert, d.h. in sinnvoll erscheinende Teilbereiche gegliedert.
Im Sommer 2009 hat die ad-hoc AG eine Fragebogenaktion durchgeführt. Befragt wurden
die Direktorinnen und Direktoren der Universitätsbibliotheken in NRW unter Einbeziehung
der ZB Med. Eine Bibliothek nahm an der Aktion nicht teil.
12 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Aktuelles Produktportfolio der Verbundzentralen
Kooperative Katalogisierung Zentrale Verbunddatenbank
Versorgungsschnittstelle Gateway / Portal Linkverwaltungssysteme Document Management
Content Management Systeme Langzeitarchivierung Online Fernleihe Zentraler CD ROM
Server Betrieb von Lokalen Systemen ASP für Lokale Systeme Fortbildung und Schulung
Service Lehrbuchsammlungen Virtueller Auskunftsdienst Liefersystem Service Periodika Server
Dienstleistungskonzept Hochschulverlag Profildienst für Fachreferenten Online Content Sammelgebiete
Zentralverzeichnis digitalisierter Drucke Verbundkatalog Internetressourcen Identity
Management Services Nationallizenzen für e-Medien Hosting Nationallizenzen Hosting
Datenbanken Catalog Enrichment DBS Digital Peer Publishing Konsortialer Erwerb
Verwaltung Mailing Listen Suchräume Search Engines Bibliographierprogramme Retro-Server
Zeitschriftenserver Lokale Publikationsserver Hochschulschriftenserver Elektronische
Semesterapparate e-Learning Digitalisierung u.v.m.
13 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Positionspapier des Landes Sachsens
Quelle: http://www.qucosa.de//documents/1233064882461-0127/1233064882461-0127.pdf
14 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Kategorisierung der Zentralen Dienste (1)
A Recherchieren
A1 Lokaler Suchraum
A2 Gateways und Portale
B Ausleihen und Benutzen
B1 Identity Management Systeme
B2 Virtuelle Auskunftsdienste
B3 Fernleihsteuerung
B4 Fernleihlogistik
B5 Dokumentlieferdienste
C Erwerbung
C1 Konsortiale Erwerbung
C2 Profildienste
D Erschließung und Katalogisierung
D1 Katalogisierungsdatenbank
einschl. Schnittstellen zu Lokalsystemen, Fremd- und
Normdaten
D2 Sacherschließung
D3 Automatische Sacherschließung
D4 Catalog Enrichment
D5 Linkresolver
D6 Retrospektive Katalogisierung
15 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Kategorisierung der Zentralen Dienste (2)
E Content Management
E1 Infrastruktur und Workflow für Dokument-
und Content Management
einschl. Dokumentenserver,
Hochschulschriftenserver, …
E2 Hosting von Datenbanken
E3 Digitalisierung
einschl. Workflow und Digitalisierungszentrum
E4 Langzeitarchivierung
F Publishing
F1 Workflow für Publishing
F2 Hochschulbibliographie
F3 Bibliometrische Dienste
G e-Learning
G1 Workflow für e-Semester-/Seminarapparate
G2 Hosting von e-Learning Plattformen
G3 Informationskompetenz
einschl. Schulungskonzeptionen und
Tutorials
H Administration und Support
H1 ASP für Lokale Systeme
H2 Hosting von Lokalen Systemen
H3 Statistische Dienste (DBS, …)
16 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Kategorisierung der Zentralen Dienste (3)
J Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
J1 Gemeinsames Portal der Hochschulbibliotheken
J2 Gemeinsame Marketingprogramme
J3 Gemeinsame PR-Initiativen
K Fort- und Weiterbildung
K1 Veranstaltungen für Bibliotheksmitarbeiter
17 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Fragebogen (1)
Mantelbogen
Erfassung der Daten des Befragten.
Erfassung der Gesamtsituation.
18 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Fragebogen (2)
Beiblatt
Verwendung eines Beiblattes pro Zentralem Dienst.
(D.h. das Beiblatt war mehrfach - einmal pro Zentralem Dienst - auszufüllen).
Erfassung des Anforderungsprofils (IST und SOLL).
19 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Priorität heute: Die Top 10
C1 Konsortiale Erwerbung
D1 Katalogisierung
K1 Veranstaltungen für Bibliotheksmitarbeiter
B3 Fernleihsteuerung
B4 Fernleihlogistik
A2 Gateways und Portale
D4 Catalog Enrichment
D2 Sacherschließung
D5 Linkresolver
B1 Identity Management Systeme
Der Punktwert ergibt sich aus den vergebenen Prioritäten A, B, C.
41
40
40
38
37
36
34
33
33
32
20 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Priorität in Zukunft: Die Top 10
A2 Gateways und Portale (+5)
C1 Konsortiale Erwerbung (-1)
K1 Veranstaltungen für Bibliotheksmitarbeiter
D1 Katalogisierung (-2)
B1 Identity Management Systeme (+5)
B3 Fernleihsteuerung (-2)
B4 Fernleihlogistik (-2)
A1 Lokaler Suchraum (+7)
D4 Catalog Enrichment (-2)
D2 Sacherschließung (-2)
Der Punktwert ergibt sich aus den vergebenen Prioritäten A, B, C.
(In Klammern: Veränderung des Rankings um x Plätze)
42
41
40
39
37
37
37
36
36
35
21 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Einsatz aktuell: Die Top 10
B3 Fernleihsteuerung
B4 Fernleihlogistik
C1 Konsortiale Erwerbung
D1 Katalogisierung
K1 Veranstaltungen für Bibliotheksmitarbeiter
D4 Catalog Enrichment
E2 Hosting von Datenbanken
H3 Statistische Dienste (einschl. DBS)
A2 Gateways und Portale
B5 Dokumentlieferdienste
Anzahl der Antworten mit „ja“. Alle Übrigen: 9 oder weniger Nennungen mit „ja“.
14
14
14
14
14
12
12
12
11
11
22 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Klassifizierung der Zentralen Dienste (Modell)
Entwicklungsfelder „Butter & Brot“
„Fragezeichen“
Einsatz aktuell
Einsatz geplant
23 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Klassifizierung der Zentralen Dienste
Anzahl der Antworten mit „ja“.
Die Größe des Kreises gibt die zukünftige Priorität an.
24 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| „Butter- und Brot“
25 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| Entwicklungsfelder
26 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|2| „Fragezeichen“
27 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Zwischenstand (1)
Die Ad-hoc AG steckt mitten in ihrer Arbeit.
Obgleich das avisierte Positionspapier noch nicht vorliegt, ist die Intention, die
konzeptionell-inhaltliche Arbeit der AGUB zu befruchten, schon jetzt erreicht.
In allen Sitzungen der AGUB seit dem 30.04.2009 sind Teilergebnisse der ad-hoc AG
vorgestellt und diskutiert worden, haben Anregungen aus der ad-hoc die Diskussion
bereichert.
Sitzung am 31.07.2009: ‚Lokale Suchräume‘ (Vorstellung und Diskussion von Arbeiten /
Vorhaben einzelner UBs in NRW).
Sitzung am 04.05.2010: ‚Erschließung und Katalogisierung‘von der
Verbundkatalogisierung, der klassischen Sacherschließung bis hin zu ‚open data‘
diskutiert wurde.
28 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Zwischenstand (2)
Sitzungen am 02.11.2009 und 04.05.2010: Positionsfindung zum Thema ‚Fernleihlogistik
(anlässlich der Entscheidung des MIWFT, die Sortierzentrale aus dem hbz auszugliedern
und an die Uni Köln abzugeben).
Sitzungen am 04.02.und 04.05.2010: Positionsfindung zum Thema ‚Kataloganreicherung‘,
anlässlich der Entscheidung des hbz, das 2005 begonnene erfolgreiche Projekt in der
bisherigen Form zu beenden und in stark veränderter Weise weiterzuführen.
Sitzung am 04.05.2010: Hervorhebung der Bedeutung der ‚Vermittlung von
Informationskompetenz‘; bei gleichzeitiger Formulierung des strategischen Ziels, die
Rechercheinstrumente deutlich zu verbessern (umfassende Suchräume, intuitive
Benutzerführung, linguistische Unterstützung, situationsbezogene Hilfestellung, …), um
damit eine Ursache für den aktuell hohen Bedarf an Schulungen zu beseitigen.
29 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Zwischenstand (3): Digitalisierungsstrategie NRW
Eingeflossen sind Überlegungen der Ad-hoc
AG auch in die Diskussionen der AGUB zum
Thema Digitalisierung, die mit
Abschlussdiskussion in der Sitzung der AGUB
am 30.09.2009 zur Veröffentlichung des
Positionspapiers „Digitalisierungsstrategie der
Universitätsbibliotheken Nordrhein-Westfalens“
geführt hat.
30 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Strategisches Management (Arbeitshypothese, Vorschlag, …) (1.1)
„Butter und Brot“:
Heute und in Zukunft benötigte wichtige Zentrale
Dienste, i.d.R. vergeben an die bekannten „großen“
Dienstleister (zumeist Verbundzentralen).
Strategieansatz (Arbeitshypothese):
Weitere Inanspruchnahme der Dienstleistungen durch
die bisherigen Dienstleister,
Beseitigung bisheriger Schwachpunkte und Einwirken
auf eine zeitgemäße Weiterentwicklung der Dienste?
31 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Strategisches Management (Arbeitshypothese, Vorschlag, …) (1.2)
Aktuelle Einschätzung der o.g. anfänglichern Arbeitshypothese: ‚In Ordnung‘
Es handelt sich bei den ‚Butter und Brot‘-Diensten im Kern um Dienstleistungen, die in
den 70er Jahren die Verbundarbeit (mit) konstituiert haben, die von den Verbundzentralen
erbracht werden – und die weiter von den Verbundzentralen erbracht und innovativ,
dynamisch weiterentwickelt werden sollen.
Stichworte: Vom Katalog zur Suchmaschine, Unterstützung bei der Bereitstellung und
Verwaltung von Metadaten, inkl. Fremddatentausch, Metadatenerweiterung u.a. durch
Kataloganreicherung, Social Tagging, …
32 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Exkurs: Die Verbundarbeit konstituierenden Dienste … (1)
33 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Exkurs: Die Verbundarbeit konstituierenden Dienste … (2)
34 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Strategisches Management (Arbeitshypothese, Vorschlag, …) (2)
„Fragezeichen“:
Weder heute noch in Zukunft weit verbreitet eingesetzte Zentrale
Dienste.
Strategieansatz (Arbeitshypothese):
Aufgrund der Heterogenität teilweise individuelle
Vorgehensweise jeder einzelnen Bibliothek bzw. teilweises
Festlegen gemeinsamer Positionen und Realisierung zwischen
einzelnen Bibliotheken / kleineren Gruppen von Bibliotheken?
Aktuelle Einschätzung dieser anfänglichen Arbeitshypothese:
‚In Ordnung‘
35 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|3| Strategisches Management (Arbeitshypothese, Vorschlag, …) (3)
Entwicklungsfelder:
Heute noch eher wenig, künftig jedoch verstärkt benötigte
Zentrale Dienste.
Meist Themenfelder mit hoher Innovation: Knowhow-Aufbau
erforderlich.
Strategieansatz (Arbeitshypothese):
Gemeinsame Positionen der Bibliotheken und strategische
Partnerschaften ausbauen?
Aktuelle Einschätzung dieser anfänglichen Arbeitshypothese:
‚In Ordnung‘, aber angesichts der Charakteristik der Dienste zu
differenzieren!
36 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|4| Die Vernetzung der Hochschulbibliotheken (1)
Die Erbringung von Dienstleistungen für Forschung, Lehre und Studium war die primäre
Aufgabe der Hochschulbibliotheken.
Dies ist auch gegenwärtig der Fall und wird es auch in Zukunft sein. Gleichwohl ist hier
eine erhebliche Veränderung festzustellen:
Bislang waren Hochschulbibliotheken eher weniger innerhalb ihrer Hochschule als mit der
bibliothekarischen Community, ihrer Verbundzentrale, dem für sie zuständigen
Ministerium ‚verknüpft’.
Seit geraumer Zeit jedoch erfolgt eine deutlich verstärkte Einbindung in die
Gesamtstruktur der Hochschulen.
37 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|4| Die Vernetzung der Hochschulbibliotheken (2)
Vernetzung zu Hochschulleitung
Vernetzung zu Hochschulverwaltung und Rechenzentren
z.B. Haushaltssysteme / Finanz- und Haushaltsmanagement-Software
(Schnittstellen integrierte Bibliothekssoftwaresysteme zu SAP, MACH, HIS, …)
z.B. Verwaltungssysteme, Single Sign on, Identity Management
z.B. Web-Server, E-Mail-Server, Datensicherung, …
Vernetzung zu Forschung und Lehre
z.B. eSeminarapparate, eLearning, Vermittlung von Informationskompetenz
z.B. Hochschulschriften/Open Access/Publishing, Forschungsdaten,
Hochschulbibliographie, …
Vernetzung mit Lieferanten
z.B. Bezugsverträge mit umfangreichem Portfolio an Zusatzdienstleistungen mit Lieferanten,
EDIFACT, approval plans, Lieferung von Metadaten, …
38 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|4| Die Vernetzung der Hochschulbibliotheken (3)
Die Dienstleistungen, die Hochschulbibliotheken im Kontext dieser ‚neuen‘ Vernetzungen
zu erbringen sind, entsprechen weitgehend den in den ‚Entwicklungsfeldern‘
angesiedelten Dienstleistungen.
Sie werden zumeist nicht von den bisherigen Dienstleistern erbracht und liegen i.d.R.
außerhalb des bisherigen Aufgabenspektrums der Verbundzentralen.
Angesichts der Spezifika der Dienste, die nicht auf die klassische Bibliothekswelt bezogen
sind, ist nicht damit zu rechnen, dass sie zukünftig von den bisherigen Dienstleistern
erbracht werden könnten.
39 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|5| Schlussthesen (1)
Die Bedeutung resp. die Wahrnehmung der Hochschulbibliotheken innerhalb ihrer
Hochschulen wächst – nicht nur was die Bibliotheken als ‚Lern- und Arbeitsräume‘
anbelangt.
Zunehmend werden Dienste geschaffen, die einen direkten/unmittelbaren Kontakt mit
einzelnen Hochschulangehörigen oder Einrichtungen der Hochschule verlangen und/oder
sehr lokal-/projektspezifisch sind.
Der verstärkte Wettbewerb der Hochschulen untereinander befördert die ‚Betonung des
Lokalen‘ und die Entwicklung von Vielfalt.
Beispiel:
Bei der Suche nach strategischen Partnern von Hochschulbibliotheken kann z.B. die
Frage, welche Hochschule dasselbe Lokalsystem (z.B. Aleph) und
Haushaltsverwaltungssystem (z.B. MACH) einsetzt, eine deutlich größere Rolle spielen,
als die Zugehörigkeit einer Hochschulbibliothek zu einem Bibliotheksverbund.
40 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|5| Schlussthesen (2)
Gleichzeitig entstehen im Bereich von Forschung und Wissenschaft wie auch im Bereich des
Informationsmedienmanagements zunehmend regional unabhängige Strukturen.
Die bisherigen regionalen, zumeist auf Bundesländer fixierte Strukturen dagegen könnten
deutlich an Bedeutung verlieren, da diese mit Blick auf die allgemeinen Entwicklungen im IT-
Bereich einerseits und der Entwicklungen in der Forschungslandschaft andererseits
zunehmend paradoxer werden.
Das gilt insbesondere dort, wo, wie in NRW vor dem Hintergrund der Hochschulautonomie
und des Wettbewerbs der Hochschulen untereinander zur Zeit kaum landeseinheitliche
Infrastrukturentscheidungen getroffen werden, wo keine gezielte Landespolitik für die
Förderung einer umfassenden wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturversorgung existiert.
Bereits jetzt deutet sich an, dass hier zumindest mittelfristig ganz neue Partnerschaften und
Kooperationen entstehen und vermehrt neue externe Dienstleister ins Spiel kommen werden.
41 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
|5| Schlussthesen (3)
Die Universitätsbibliotheken in NRW vertreten mit ihrem hier vorgestellten Ansatz die
Auffassung, dass sie wohl beraten sind, selbst klar und deutlich zu formulieren, wo sie
ihre zukünftigen Aufgaben sehen und welche Bedarfe nach externer Unterstützung
daraus resultieren – die in konkreten Anforderungsprofile, in Verträge, in Service-Level-
Agreements mit den externen Dienstleistern münden müssen.
Im Sinne der o.g. Schlussthesen sind die UBs in NRW sehr an einem Erfahrungs- und
Gedankenaustausch mit Hochschulbibliotheken außerhalb NRWs interessiert!
42 - Dr. Dietmar Haubfleisch – Zentrale Dienste für die Hochschulbibliotheken in NRW
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Dr. Dietmar Haubfleisch
Universitätsbibliothek Paderborn
Warburger Straße 100, 33098 Paderborn
Tel. 05251 / 60-2048 - d.haub[email protected]
www.ub.uni-paderborn.de