Absolventenstudie 2007
des
Studiengangs Medienwissenschaft
an der Universität Paderborn
Dorothee M. Meister
Miriam Lange
Annika Lippmann
März 2007
2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung.................................................................................................................. S. 5
1. Ergebnisse der schriftlichen Online-Befragung……………………………. S. 7
1.1. Sozialstatistische Daten............................................................................... S. 7
1.2. Voraussetzungen und Zugang zum Studium............................................... S. 7
1.2.1. Wahl des Studiengangs …………………………………………… S. 9
1.3. Beurteilung des Studiengangs...................................................................... S.11
1.3.1. Struktur und Ressourcen.................................................................... S.11
1.3.2. Vermittlung von Qualifikationen........................................................ S.15
1.4. Studienverlauf und Rahmenbedingungen des Studiums............................... S.20
1.4.1. Zusatzqualifikationen.......................................................................... S.25
1.5. Übergang vom Studium in den Beruf............................................................ S.29
1.6. Aktuelles Beschäftigungsverhältnis............................................................... S.39
1.7. Allgemeine Kommentare............................................................................... S.47
2. Ergebnisse der qualitativen Interviews............................................................. S.49
2.1. Bewertung des Studiums................................................................................ S.49
2.1.1. Dreigliedrigkeit des Studiengangs....................................................... S.49
2.1.2. Studiengang allgemein......................................................................... S.51
2.1.3. Praxisbezug und Praktika..................................................................... S.53
2.2. Situation nach dem Studium........................................................................... S.55
2.2.1. Übergang vom Studium in den Beruf................................................... S.55
2.2.2. Relevanz des Studiums für den späteren Beruf..................................... S.57
2.3. Hinweise für das Institut für Medienwissenschaft Paderborn......................... S.58
Resümee........................................................................................................................ S.61
3
Abbildungsverzeichnis
Grafik 1: Tätigkeit vor Studienbeginn........................................................................ S. 8
Grafik 2: Gründe für Wahl des Studienfachs............................................................. S. 9
Grafik 3: Gründe für Wahl des Studienorts............................................................... S.10
Grafik 4: Studienschwerpunkt................................................................................... S.11
Grafik 5: Dreigliedrigkeit: Kultur, Ökonomie, Informatik........................................ S.12
Grafik 6: Platzangebot in Lehrveranstaltungen......................................................... S.14
Grafik 7: Vermittlung von zentralen Theorien........................................................... S.16
Grafik 7.1: Studienschwerpunkt / Vermitteln von wissenschaftlichem Arbeiten......... S.17
Grafik 7.2: Studienschwerpunkt / Vermitteln von kommunikativen Fähigkeiten........ S.17
Grafik 7.3: Studienschwerpunkt / Vermitteln von organisatorischen Fähigkeiten…… S.18
Grafik 8: Vermittlung von medientechnischen Fähigkeiten........................................ S.19
Grafik 9: Rahmenbedingungen: Wohnsituation in Paderborn..................................... S.20
Grafik 10: Rahmenbedingungen: Qualität der Bibliothek............................................. S.21
Grafik 11: Rahmenbedingungen: Zugang zu EDV-Diensten........................................ S.22
Grafik 12: Beurteilung der Betreuung durch das Geschäftszimmer.............................. S.23
Grafik 13: Beurteilung der Betreuung durch die Fachschaft......................................... S.24
Grafik 14: Beurteilung der Betreuung durch das Prüfungsamt..................................... S.25
Grafik 15: Zusatzqualifikationen während des Studiums............................................. S.26
Grafik 16: Ort der Praktika............................................................................................ S.27
Grafik 17: Arbeitsplatzsuchverfahren: Internet............................................................. S.29
Grafik 18: Arbeitsplatzsuchverfahren: Soziale Kontakte und Netzwerke.................... S.30
Grafik 19: Arbeitsplatzsuchverfahren: Agentur für Arbeit........................................... S.31
Grafik 20: Arbeitsplatzsuche: Angebote in interessierender Branche........................... S.32
Grafik 21: PC-Kenntnisse.............................................................................................. S.34
Grafik 22: Absolvierte Praktika..................................................................................... S.35
Grafik 23: Fremdsprachenkenntnisse............................................................................. S.36
Grafik 24: Auslandserfahrungen.................................................................................... S.37
Grafik 25: Soziale Kontakte und Netzwerke.................................................................. S.38
Grafik 26: Beschäftigungsverhältnis.............................................................................. S.39
Grafik 26.1: Erfüllung des Berufswunschs …………………………………………… S.40
4
Grafik 27.1: Studienschwerpunkt / Beschäftigung............................................................ S.42
Grafik 27.2: Studienschwerpunkt / Schwierigkeiten Berufseinstieg................................ S.42
Grafik 28: Zusatzqualifikationen während des Studiums / Beschäftigung.................... S.43
Grafik 29: Studienschwerpunkt / Bruttoverdienst.......................................................... S.46
Grafik 29.1: Soziale Kontakte und Netzwerke / Bruttoverdienst...................................... S.46
5
Einleitung
Der zum Wintersemester 1999/2000 eröffnete Diplomstudiengang Medienwissenschaft ist
noch recht jung und verfolgt eine Konzeption, die recht einzigartig in der deutschen
Hochschullandschaft ist. Im Paderborner Diplomstudiengang Medienwissenschaft werden
informationstechnische, ökonomische, sozial- und kulturwissenschaftliche Aspekte
gleichrangig berücksichtigt, so dass den Studierenden eine innovative und interdisziplinäre
Ausbildung geboten werden kann. Die Konzeption des Studienganges berücksichtigt die
verschiedenen Entwicklungen in der Medienlandschaft – d.h. sowohl die traditionellen
idealtypischen Strukturen (z.B. analoge Medien, Printmedien) als auch bereichstypische
Veränderungen (Digitalisierung, Industrialisierung). Auf dieser Grundlage ist es möglich,
Entwicklungen, Strategien und Gestaltungsinstrumente im Medienbereich nachzuvollziehen
und auf dieser Basis neue Handlungsperspektiven zu entwickeln. Das Strukturkonzept sieht es
vor, während des Grundstudiums die drei Schwerpunkte Medienkultur, Medieninformatik und
Medienökonomie gleichrangig zu studieren und im Hauptstudium einen dieser Bereiche
vertieft zu studieren. Die Grundlage für diese Ausrichtung des Studiums ist, dass
Kompetenzen auf der Schnittstelle zwischen Medienkultur, Medieninformatik und
Medienökonomie zunehmend nachgefragt sind. Die Anforderungen der Arbeitsfelder im
Mediensektor entfernen sich von den klassischen Disziplinen und erfordern die Vorbereitung
auf ein Handeln in komplexen beruflichen Umfeldern, die vielschichtige Berufsfelder
einschließen. Da der Mediensektor zudem einem schnellen Wandel unterliegt, ist das
interdisziplinäre Studium der Medienwissenschaft nicht auf partikulare Berufsprofile
ausgerichtet.
Im Rahmen der fachspezifischen Zielvereinbarungen, die auf dem Hochschulkonzept 2010
basieren, wird angestrebt, die Paderborner Medienwissenschaften in den nächsten Jahren
weiter auszubauen und zu einem der größten und attraktivsten Standorte in der
Bundesrepublik zu machen.
Nachdem die ersten Studierendengenerationen ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben
und sich fast 100 Diplomanden dem Arbeitsmarkt stellen, beschloss das Institut für
Medienwissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Dorothee M. Meister eine erste
Absolventenstudie durchzuführen. Mit dieser Studie verfolgen wir das Ziel, empirisch
fundierte Informationen über die Einschätzung des Studiengang, die Studienbedingungen und
die bisherigen beruflichen Biografien der Absolventinnen und Absolventen zu erhalten, d.h.
6
über Berufseinstieg und -verlauf sowie die Einschätzung der gegenwärtigen beruflichen
Situation; auch im Hinblick auf Transferaspekte der akademischen Ausbildung. In diesem
Zusammenhang interessiert, wie die Absolventinnen und Absolventen auf der Grundlage ihrer
Arbeitserfahrungen die Dreigliedrigkeit des Studiums und den Kompetenz- und
Qualifikationserwerb im Rahmen ihres Studiums einschätzen. Des Weiteren ist uns wichtig,
wie der Studienverlauf und die Rahmenbedingungen des Studiums rückblickend bewertet
werden, wie der Übergang in das Berufsleben verlief – samt den Wegen der Stellenfindung –
und wie sich das aktuelle Beschäftigungsverhältnis und die berufliche Zufriedenheit darstellt.
Die Erhebung der Daten fand von Oktober bis Dezember 2006 mittels eines Online-
Fragebogens statt. Da nicht alle Adressen ermittelt werden konnten, wurden 82 von insgesamt
94 Absolventinnen und Absolventen per E-Mail angeschrieben. Ergänzend zu der Online-
Umfrage wurden noch sechs mündliche Interviews im selben Zeitraum durchgeführt.
Das Institut für Medienwissenschaft erhofft sich von den Ergebnissen Hinweise darauf, wie
die Absolventinnen und Absolventen die bisherige Studienkonzeption bewerten, um damit zur
Qualitätsverbesserung des Studiums beizutragen. Gleichzeitig können so auch für die neu
einzurichtenden BA- und MA-Studiengänge empirische Daten zur Bewertung des alten
Studiengangs und für die Neukonzeption eventueller Schwerpunktverlagerungen
vorgenommen werden. Insgesamt erhofft sich das Institut Hinweise und Anregungen für eine
Verbesserung des Studiengangs, um Paderborn in Zukunft zu einem noch attraktiveren
Standort für das Studium der Medienwissenschaft zu machen.
7
1. Ergebnisse der schriftlichen Online-Befragung
Von der Einführung des Diplom-Studiengangs Medienwissenschaft an der Universität
Paderborn zum Wintersemester 1999/2000 bis zum Beginn des Wintersemesters 2006/2007
haben insgesamt 94 Studentinnen und Studenten ihren Abschluss als Diplom-
Medienwissenschaftlerinnen bzw. Diplom-Medienwissenschaftler erhalten. Mit Hilfe von
Telefon- und Adresslisten sowie durch intensive Internetrecherche konnten 82 der 94
Absolventinnen und Absolventen ausfindig gemacht werden. Diese wurden per E-Mail
angeschrieben bzw. telefonisch kontaktiert und gebeten, ihren ehemaligen Studiengang zu
bewerten. Der Befragungszeitraum des Online-Fragebogens lag zwischen November und
Dezember 2006.
Der Fragebogen umfasste insgesamt 96 standardisierte Fragen, die teilweise durch persönliche
Anmerkungen ergänzt werden konnten. 46 der angeschriebenen Absolventinnen und
Absolventen haben an der schriftlichen Befragung teilgenommen und den Online-Fragebogen
ausgefüllt – das entspricht einer Rücklaufquote von 56,1 Prozent.
1.1. Sozialstatistische Daten:
Von den diplomierten Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftlern, die an der
Befragung teilgenommen haben, sind gut 60 Prozent weiblich und knapp 40 Prozent
männlich. Dies entspricht nicht ganz dem Geschlechterverhältnis aller Absolventinnen und
Absolventen des Studiengangs: Insgesamt sind hier etwa 1/3 männlich und 2/3 weiblich. Das
Alter der Diplomandinnen und Diplomanden liegt zur Zeit der Befragung bei durchschnittlich
28 Jahren, schwankt dabei jedoch zwischen 23 und 39 Jahren. Gut die Hälfte der Ehemaligen
(53,3%) lebt zur Zeit der Erhebung in einer festen Partnerschaft; 91 Prozent der Befragten
haben zu diesem Zeitpunkt allerdings (noch) keine Kinder.
1.2. Voraussetzungen und Zugang zum Studium
Die Universität Paderborn war bis zum Jahr 2005 eine Gesamthochschule. Daher war es in
den ersten Jahrgängen des Studiengangs offiziell auch ohne Allgemeine bzw. Fachgebundene
Hochschulreife möglich, sich mit der Fachhochschulreife an der Universität zu
8
immatrikulieren. Trotzdem verfügt die Mehrheit der befragten Studierenden (73,9%) über
einen Schulabschluss mit Abitur. Von den ersten Jahrgängen erhielten jedoch auch 17,4
Prozent ihre Immatrikulation über das Fachabitur und 8,7 Prozent über einen Schulabschluss
in Kombination mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.
Der Diplom-Studiengang Medienwissenschaft war vom ersten Semester an
zulassungsbeschränkt.
Grafik 1:
Was haben Sie unmittelbar vor dem Studium der Medienwissenschaft in Paderborn gemacht?
(Mehrfachantwort möglich)
Dem Studium der Medienwissenschaft gehen vielfältige Erfahrungen voraus. Grafik 1 zeigt
die genaue Aufschlüsselung der Beschäftigungen vor dem Studium. Es wird deutlich, dass die
meisten Studierenden (39,1%) ihr Studium direkt nach Abschluss der Schule beginnen. Viele
sind vor dem Studium jedoch auch schon berufstätig (28,3%) bzw. wechseln aus einem
anderen Studiengang zur Medienwissenschaft (19,6%). Einige absolvieren vor dem
Studienbeginn zunächst eine Ausbildung (17,4%).
9
1.2.1. Wahl des Studiengangs
Die Gründe für die Wahl des Studiengangs Medienwissenschaft sind vielfältig (vgl. Grafik 2).
Für die Wahl dieses speziellen Studienfachs ist bei den meisten jedoch ein spezifisches
Fachinteresse entscheidend: 97,8 Prozent stufen diesen Punkt als dominierend ein, davon 54,4
Prozent als sehr wichtig und 43,4 Prozent als wichtig.
Grafik 2:
Welche Gründe führten zur Wahl des Studiengangs Medienwissenschaft?
Neben dem Fachinteresse sind auch die eigenen Fähigkeiten (89,1%), ein bestimmter
Berufswunsch (69,6%) und die Aussicht auf gute Arbeitsplatzchancen (67,4%) für die Wahl
des Studienfaches Medienwissenschaft relevant.
Interessant ist, dass immerhin fast 70 Prozent mit dem Studium der Medienwissenschaft ein
bestimmtes Berufsziel anstreben und sich in diesem Bereich auch gute Arbeitsplatzchancen
ausrechnen.
Gründe für Wahl des
Studienfachs
97,8
89,1
69,6
67,4
Gute Arbeitsplatzchancen
Bestimmter Berufswunsch
Eigene Fähigkeiten
Spezielles Fachinteresse
%
%
%
%
10
Grafik 3:
Welche Gründe führten zum Studium an der Universität Paderborn?
(Mehrfachantwort möglich)
Bei der Wahl des Studienstandorts Paderborn fällt auf, dass insbesondere die Dreigliedrigkeit
der Paderborner Medienwissenschaft, d.h. die Einbeziehung von Veranstaltungen aus den
Bereichen Wirtschaft, Informatik und Kultur in den Studienverlaufsplan, einen hohen Anreiz
für Studentinnen und Studenten bietet: 60,9 Prozent der Diplomandinnen und Diplomanden
geben die spezielle Struktur des Studiengangs Medienwissenschaft in Paderborn als
Hauptgrund für die Wahl des Studienorts an.
11
1.3. Beurteilung des Studiengangs
1.3.1. Struktur und Ressourcen
Das Studium der Medienwissenschaft an der Universität Paderborn mit seiner Differenzierung
in die drei Bereiche Medienkultur, Medienökonomie und Medieninformatik ist recht
einzigartig in Deutschland. Es ist daher besonders wichtig, die Vor- und Nachteile eines derart
gegliederten Lehr- und Lerninhalts zu eruieren und aufzuzeigen.
Insgesamt ergab die Erhebung, dass die ehemaligen Studierenden ein optimistisches bzw.
positives Bild von der Medienwissenschaft in Paderborn haben. Als gut werden dabei vor
allem die dreigliedrige Struktur des Studiengangs und die daraus resultierende unfassende
Ausbildung sowie die professionelle Vermittlung von fachlichem Wissen bewertet.
(Ausführlich dazu siehe 2: Ergebnisse des qualitativen Interviews) Im Folgenden soll die
Bewertung des Studiengangs an einigen ausgewählten Kriterien festgemacht werden.
Grafik 4:
Welchen Schwerpunkt haben Sie während des medienwissenschaftlichen Studiums an der
Universität Paderborn gewählt?
Medienkultur
Medieninformati
k
Medienökonomie
12
Auffällig ist, dass bei der Wahl des Studienschwerpunkts eindeutig der Bereich der
Medienkultur im Vordergrund steht: 54,4 Prozent der Absolventen wählen im Hauptstudium
diese Säule. Das ist auch in der Hinsicht interessant, als die meisten Absolventen letztendlich
eher in einem ökonomischen, denn in einem kulturellen Umfeld arbeiten (siehe 1.6.: Aktuelles
Beschäftigungsverhältnis). Trotzdem liegt die Medienökonomie bei den Befragten mit 37
Prozent lediglich auf dem zweiten Platz. Die wenigsten Studierenden, lediglich 8,7 Prozent
wählen den Schwerpunkt Medieninformatik (vgl. Grafik 4). Somit haben von den 46
Befragten 25 den Studienschwerpunkt Medienkultur gewählt, 17 der befragten Ehemaligen
studierten Medienökonomie als Schwerpunkt und 4 befragte Ehemalige gaben an, im
Hauptstudium den Schwerpunkt Medienökonomie gewählt zu haben.
Obwohl diese Dreigliedrigkeit des Studiengangs bislang in Deutschland kaum an anderen
Universitäten praktiziert wird und so möglicherweise Vergleichswerte fehlen, fällt die
Beurteilung dieser Struktur eindeutig positiv aus (vgl. Grafik 5).
Grafik 5:
Wie beurteilen Sie die Struktur des Studiengangs Medienwissenschaft an der Universität
Paderborn?
13
Die Absolventenbefragung ergibt, dass eine eindeutige Mehrheit (89,1%) der Ehemaligen den
Aufbau und die Struktur des Studiengangs mit den drei Säulen positiv bewertet: 67,4 Prozent
halten die Aufteilung für gut, 21,7 Prozent sogar für sehr gut.
Auch mit der Möglichkeit, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit zu beenden, zeigen
sich die meisten Diplomanden zufrieden: 73,3 Prozent bewerten diesen Punkt als gut (40%)
bzw. sehr gut (33,3%). Die Regelstudienzeit für die Diplom-Medienwissenschaft in
Paderborn beträgt neun Semester. Dieser Zeitraum wird auch in etwa eingehalten: Die
durchschnittliche Studiendauer beträgt 10 Semester, wobei die genaue Dauer zwischen 7 und
14 Semestern schwankt.
Ähnlich positiv sieht es mit der Beurteilung der technischen Ausstattung des Studiengangs
aus: Rund die Hälfte der Befragten, nämlich 56,5 Prozent bewerten diese mit gut; 30,4
Prozent sogar mit sehr gut.
Bei der Beurteilung der Vielfältigkeit des Lehrangebots lässt sich auf der Grundlage der
Befragung kein eindeutiger Trend erkennen: 41,3 Prozent bewerten das Lehrangebot mit gut,
43,5 Prozent mit weniger gut. Diese Differenz ergibt sich höchstwahrscheinlich daraus, dass
mit der Befragung Studierende der verschiedensten Jahrgänge erreicht wurden. Diejenigen,
die zum ersten Studienjahrgang der Medienwissenschaft in Paderborn gehören, hatten durch
den Umstand, dass der Studiengang sich noch im Aufbau befand, entsprechend weniger
Wahlmöglichkeiten als diejenigen, die drei Jahre später mit dem Studium begonnen haben.
Inzwischen ist die Vielfältigkeit des medienwissenschaftlichen Studiums in Paderborn auf
jeden Fall um einiges besser ausgebaut. Folgende Zitate aus dem Kommentarfeld der
Befragung belegen diese Deutung:
Befragter Nr. 11: „Leider kannte uns ‚Allererstsemester‘ zu Beginn kein Lehrender der
Säulen Medieninformatik und Medienökonomie und nur wenige waren zu Anfang bereit, sich
mit uns ‚Neulingen‘ auseinander zu setzen. Aus diesem Grund waren die Lehrinhalte in
diesen Bereichen zu wenig auf unsere Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten.“
Befragter Nr. 23: „Da der Studiengang 1999/2000 erstmalig überhaupt als
Diplomstudiengang angeboten wurde, war die Struktur der Lehrangebote zunächst sehr
pionierhaft. [...] Hier gibt es nun zum Glück einige Verbesserungen.“
14
Auch die Kommunikation mit den Lehrenden wird unterschiedlich bewertet: 47,8 Prozent
halten sie insgesamt für gut, während 32,6 Prozent weniger zufrieden sind. Diese Uneinigkeit
ergibt sich möglicherweise daraus, dass jeder Studierende, je nach Studienschwerpunkt und
persönlichen Interessen ganz unterschiedliche Lehrveranstaltungen besucht und insofern mit
den verschiedensten Lehrenden konfrontiert ist.
Durch die Befragung wird außerdem klar, dass in vielen Seminaren noch immer nicht
genügend Plätze für alle Interessenten angeboten werden können (vgl. Grafik 6). 84,8 Prozent
beantworten die Frage nach einer ausreichenden Anzahl an Plätzen in den
Lehrveranstaltungen negativ (davon halten 34,8% die Lage für weniger gut, deutliche 50%
sogar für schlecht).
Grafik 6:
Wie beurteilen Sie den Studiengang Medienwissenschaft an der Universität Paderborn in
folgendem Bereich?
Auch zu den Gründen für diese eher negative Bewertung, die insbesondere die ersten Jahre
des Studiengangs kennzeichneten, äußern sich einige Absolventen:
15
Befragter Nr. 2: „Sehr schlecht fand ich den Zugang zu interessanten Seminaren, da es per
Losverfahren gemacht wurde – leider hat mich das Los selten bis nie getroffen.“
Auch der Praxisbezug der Lehre wird mit 82,6 Prozent mehrheitlich negativ (45,7% weniger
gut und 37% schlecht) beurteilt. Dies zeigt sich zusätzlich in der Bewertung der Vermittlung
von Praktika: Hier ist die Mehrheit (90,7%) ebenfalls enttäuscht.
Bei der Auswertung der zusätzlichen Kommentare zur allgemeinen Beurteilung des
Studiengangs zeigt sich eine deutliche Tendenz, den Bereich der Medienökonomie in seiner
Qualität von den beiden anderen Säulen abzugrenzen. Während die Zweige Medienkultur und
Medieninformatik meist positiv bewertet werden (bis auf die Veranstaltung
„Softwareentwicklung“, die anfangs Grundstudiumspflicht war), wird die Medienökonomie
kritisch beschrieben. Zwar finden viele diese Säule vom Ansatz her ansprechend und
interessant, es habe aber – laut Aussage der Studierenden – kaum die Möglichkeit gegeben,
den Schwerpunkt Ökonomie im Hauptstudium adäquat umzusetzen. Beachtet werden muss
hierbei jedoch auch, dass diese Säule die größten Anlaufschwierigkeiten hatte. War eine
entsprechende Professur lange Zeit unbesetzt, so gab es danach Fluktuationen, während
gegenwärtig eine Wiederbesetzung ansteht.
Im Folgenden einige ausgewählte Kommentare hierzu:
Befragter Nr. 31: „Die Lehre im Bereich Medienökonomie war während meines gesamten
Studiums bis auf wenige Ausnahmen eher mangelhaft (Professur nicht besetzt, keine
Ansprechpartner, kein zielgruppendefiniertes Studienangebot).“
Befragter Nr. 37: „Das 3-Säulen-Modell ist als Idee sehr gut und für die Bereiche Informatik
und Kultur funktioniert es – nur der Bereich Medienökonomie sollte sich in seiner jetzigen
und damaligen Form nicht so nennen dürfen! Hier muss nachgebessert werden.“
1.3.2. Vermittlung von Qualifikationen
Die Vermittlung von Qualifikationen durch das Studium der Medienwissenschaft in
Paderborn wird zum größten Teil positiv beurteilt. Besonders gut ausgebildet fühlen sich die
16
Absolventen in den Bereichen Fachwissen (84,8% bewerten hier mit gut bzw. sehr gut) und
zentrale Theorien: 91,3% mit gut bzw. sehr gut (vgl. Grafik 7). Auch den Bereich des
selbstständigen Lernens und Arbeitens scheint das Studium der Medienwissenschaft zu
befördern: 84,8 Prozent bewerten diesen Aspekt positiv (davon 50% gut und 34,8% sehr gut).
Grafik 7:
Wie beurteilen Sie die Vermittlung folgenden Aspekts durch das medienwissenschaftliche
Studium an der Universität Paderborn?
Es gibt allerdings auch Qualifikationen, die nach Ansicht der Befragten während des
Studiums weniger gut vermittelt wurden. Während die Vermittlung von Methoden zum
wissenschaftlichen Arbeiten noch relativ gut beurteilt wird (73,3% bewerteten hier mit gut
bzw. sehr gut), sind die Meinungen über die Vermittlung von kommunikativen Fähigkeiten
(45,7% für gut und 34,8% für weniger gut) eher geteilt.
Diese Differenzen findet man auch bei der Bewertung der Vermittlung von organisatorischen
Fähigkeiten (41,3% für gut und 41,3% für weniger gut). Gleiches gilt für die Möglichkeiten
zum Erlernen von Präsentationstechniken: Diese werden von 41,3 Prozent als gut, aber auch
von 39,1 Prozent als weniger gut empfunden.
17
Die folgenden Kreuztabellen stellen eine detaillierte Aufschlüsselung einiger Qualifikationen
in Beziehung zum Studienschwerpunkt dar.
Bei der Betrachtung der Qualifikationsvermittlung fallen in der Bewertung Unterschiede je
nach Schwerpunktwahl auf. In der folgenden Auswertung werden die Ergebnisse der
Medieninformatik außen vor gelassen, da sie auf Grund der geringen Anzahl an Personen, die
diesen Schwerpunkt gewählt haben, nicht aussagekräftig sind.
Grafik 7.1:
Studienschwerpunkt / Vermitteln von wissenschaftlichem Arbeiten
Medienkultur Medienökonomie
Sehr gut 15,6 % 4,4 %
Gut 24,4 % 22,2 %
Weniger gut 8,9 % 11,1 %
Schlecht 4,4 % 0,0 %
Vergleicht man die beiden größten Studienrichtungen Medienkultur und Medienökonomie
erkennt man, dass beim Schwerpunkt Medienkultur der Anteil der mit der Vermittlung von
wissenschaftlichem Arbeiten sehr Zufriedenen deutlich am größten ist (40 Prozent gut bzw.
sehr gut). 4,3 Prozent der Ehemaligen aus diesem Bereich beurteilen die Vermittlung als
schlecht. In der Medienökonomie empfinden immerhin noch 26,6 Prozent die Vermittlung
von wissenschaftlichem Arbeiten als zufriedenstellend – keiner hat diesen Punkt mit schlecht
bewertet (vgl. Grafik 7.1).
Grafik 7.2:
Studienschwerpunkt / Vermitteln von kommunikativen Fähigkeiten
Medienkultur Medienökonomie
Sehr gut 8,7 % 4,3 %
Gut 32,6 % 10,9 %
Weniger gut 10,9 % 19,6 %
Schlecht 2,2 % 2,2 %
Die Vermittlung von kommunikativen Fähigkeiten bewerten Studierende der beiden am
meisten vertretenen Schwerpunkte Medienkultur und Medienökonomie schon differenzierter:
In der Medienkultur sind 41,3 Prozent zufrieden – das entspricht etwa 4/5 derjenigen, die
diesen Schwerpunkt gewählt haben (vgl. Grafik 7.2). In der Medienökonomie bewertet
18
hingegen nur knapp die Hälfte diesen Punkt als positiv. Dieses Ergebnis unterstreicht im
Zusammenhang mit denen der anderen Kreuztabellen die Tendenz, die Medienökonomie in
Abgrenzung zu den beiden anderen Säulen immer eher negativ zu bewerten.
Bei der Betrachtung der Grafik zur Vermittlung von organisatorischen Fähigkeiten je
Studienschwerpunkt lassen sich ebenfalls Unterschiede in der Bewertung feststellen. Es fällt
wieder auf, dass Studierende der Medienkultur die Vermittlung von organisatorischen
Fähigkeiten wesentlich positiver sehen. Insgesamt schwanken die Bewertungen jedoch
zwischen gut und weniger gut (vgl. Grafik 7.3).
Grafik 7.3:
Studienschwerpunkt / Vermitteln von organisatorischen Fähigkeiten
Medienkultur Medienökonomie
Sehr gut 6,5 % 4,3 %
Gut 28,3 % 8,7 %
Weniger gut 17,4 % 19,6 %
Schlecht 2,2 % 4,3 %
Wie Grafik 8 veranschaulicht, gibt es lediglich einen Bereich, der bei der Beurteilung von
Qualifikationen wirklich negativ abschneidet: Die Frage nach der Vermittlung von
medientechnischen Fähigkeiten wird von 63 Prozent negativ bewertet, davon hielten 47,8
Prozent der Studierenden die Vermittlung für weniger gut und 15,2 Prozent für schlecht.
Die eher negative Beurteilung dieses Punktes korrespondiert mit der Bemängelung der
geringen praktischen Ausbildung des Studiengangs. Obwohl man natürlich immer bedenken
muss, dass ein Studium eine vornehmlich theoretische Ausbildung ist, erwarten die
Studierenden offensichtlich auch die Möglichkeit, sich im Feld der Medienproduktion
praktisch weiter zu bilden.
Dieses Defizit ist inzwischen in der Studienorganisation abgemildert worden, seit im Jahr
2004 das Medienzentrum IMT (Zentrum für Informations- und Medientechnologien)
ausgebaut wurde und Thomas Strauch die Leitung des audiovisuellen Bereichs am IMT
übernommen hat. Es bietet den Studierenden der Medienwissenschaften in seinen Seminaren
die Möglichkeit zum praktischen Arbeiten in den Bereichen Foto, Film und Audio.
19
Grafik 8:
Wie beurteilen Sie die Vermittlung folgenden Aspekts durch das medienwissenschaftliche
Studium an der Universität Paderborn?
20
1.4. Studienverlauf und Rahmenbedingungen des Studiums
Wichtig für ein erfolgreiches und schnelles Studium sind auch die Rahmenbedingungen der
Universität und der Stadt. Dazu zählen vor allem die Versorgung durch die Mensa und
Cafeteria, jedoch auch das Angebt der Bibliothek, die Lernunterstützung durch EDV-Dienste,
die Betreuung der Studierenden und auch die Lebensqualität der Stadt. Die
Rahmenbedingungen des Studiums an der Universität Paderborn werden von den Befragten
im Großen und Ganzen recht positiv beurteilt.
Grafik 9:
Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen Ihres Studiums der Medienwissenschaften an der
Universität Paderborn?
Wie Grafik 9 zeigt, sind 97,8 Prozent der Befragten sind mit der Wohnsituation in Paderborn
zufrieden (73,9% beurteilten sie mit gut, 23,9% mit sehr gut). Demgegenüber fehlt gut der
Hälfte der Studierenden ein ausreichendes kulturelles Angebot in der Stadt: 54,4 Prozent
bewerten diesen Punkt mit weniger gut bzw. schlecht.
21
Sehr zufrieden sind die Ehemaligen mit dem Angebot von Mensa, Cafeteria etc. 95,7 Prozent
empfinden die Versorgung als gut bzw. sehr gut.
Grafik 10:
Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen Ihres Studiums der Medienwissenschaften an der
Universität Paderborn?
Auch die Qualität der Bibliothek lässt laut den Befragungsergebnissen kaum eine Klage zu.
Sie wurde von 91,3 Prozent der Absolventinnen und Absolventen positiv bewertet (vgl.
Grafik 10).
22
Grafik 11:
Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen Ihres Studiums der Medienwissenschaften an der
Universität Paderborn?
Auch der Zugang zu EDV-Diensten (Internet, PCs etc.) ist an der Universität Paderborn sehr
gut ausgebaut. Neben der Möglichkeit zur Einbindung in das W-LAN-Netz der Universität
gibt es ausreichend Gelegenheiten, Computer und Software in öffentlichen Poolräumen bzw.
in der Bibliothek zu nutzen. Der Diplom-Studiengang besitzt zusätzlich einen eigens für
Medienwissenschaftsstudenten ausgerichteten Arbeitsplatz – das Medienlabor – das eine
erweiterte Möglichkeit der EDV-Nutzung bietet. Das ist wahrscheinlich auch einer der
Gründe, warum 95,7 Prozent die Frage nach dem Zugang zu derartigen Diensten positiv
beantworten.
23
Grafik 12:
Wie beurteilen Sie die Betreuung des medienwissenschaftlichen Studiengangs an der
Universität Paderborn in folgendem Bereich?
Den Studierenden der Medienwissenschaften steht neben der üblichen Betreuung durch
Lehrende und andere studentische und verwaltungstechnische Organisationen eine ganz
besondere Möglichkeit der Betreuung zur Verfügung. Das Geschäftszimmer ist eine zentrale
Anlaufstelle, bei der Studierende studentische Ansprechpartner sowie eine/n
wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in finden, die sie in organisatorischen Fragen des Studiums
unterstützen. Diese sind dem Institut für Medienwissenschaft zugeordnet und stehen im
ständigen Kontakt mit Lehrenden und Prüfungsamt, was sie zu verlässlichen und immer mit
den aktuellsten Informationen ausgestatteten Ansprechpartnern macht. Außerdem pflegen sie
den Mail-Verteiler der Medienwissenschaft und halten die Studierenden so immer über die
neusten Entwicklungen des Studiums und der Medienlandschaft auf dem Laufenden.
Bei der Betreuung der Studierenden wurde das Geschäftszimmer eindeutig als
Hauptansprechpartner ermittelt: 97,8 Prozent bewerten es positiv (vgl. Grafik 12).
24
Grafik 13:
Wie beurteilen Sie die Betreuung des medienwissenschaftlichen Studiengangs an der
Universität Paderborn in folgendem Bereich?
Auch die Fachschaft gilt bei den Studierenden als kompetenter Ansprechpartner: 64,5 Prozent
sind mit der Betreuung zufrieden (vgl. Grafik 13). Im Gegensatz zum Geschäftszimmer
besteht die Fachschaft aus Studierenden, die sich neben ihrem Studium ehrenamtlich um die
Belange ihrer Kommilitonen kümmern. Auch sie sind immer für alle Fragen offen, bieten aber
zusätzlich auch besondere Betreuung beispielsweise für ausländische Studierende an.
Außerdem setzen sie sich für eine Verbesserung der Lehre (vor allem im ökonomischen
Bereich) und die Verhinderung von Studiengebühren ein. Weitere Betätigungsfelder stellen
die von der Fachschaft speziell für den Studiengang Medienwissenschaft gestaltete
Internetseite und die von ihr organisierten Partys dar.
Indes geben 22,2 Prozent der Absolventinnen und Absolventen an, die Hilfe der Fachschaft
nicht in Anspruch genommen zu haben. Dieser relativ hohe Wert ergibt sich wahrscheinlich
aus dem Umstand, dass sich die Fachschaft erst zum Wintersemester 2003/2004 etablierte, so
dass die ersten Jahrgänge sie gar nicht konsultieren konnten.
25
Grafik 14:
Wie beurteilen Sie die Betreuung des medienwissenschaftlichen Studiengangs an der
Universität Paderborn in folgendem Bereich?
Bei der Betreuung durch das Prüfungsamt sind die Meinungen der Ehemaligen eher geteilt:
40 Prozent halten die Betreuung für gut, 31,1 Prozent für weniger gut (vgl. Grafik 14).
Bei diesem Ergebnis spielt sicher der Wechsel des zuständigen Ansprechpartners für
Medienwissenschaften im Prüfungssekretariat eine große Rolle.
Ähnliches gilt für die Studienberatung: 35,6 Prozent machen hier gute Erfahrungen, 20
Prozent weniger gute. Insgesamt gilt die Studienberatung aber nicht als
Hauptansprechpartner: 37,8 Prozent nehmen ihre Hilfe gar nicht in Anspruch.
1.4.1. Zusatzqualifikationen
Studierenden der Medienwissenschaft wird trotz ihrer interdisziplinären Ausbildung immer
empfohlen, neben ihrem Studium Zusatzqualifikationen aus den verschiedensten Bereichen zu
26
erwerben, um so ihre Berufschancen zu erhöhen. In der Befragung interessierte deshalb auch,
wie aktiv die Studierenden in diesem Bereich sind.
Wie man in Grafik 15 sieht, bilden sich die Absolventinnen und Absolventen der
Medienwissenschaft während ihres Studiums noch in anderen Bereichen weiter. 71,4 Prozent
belegen nebenbei jeweils noch einen Fremdsprachen- und/oder PC-Kurs an der Uni.
Grafik 15:
Welche Qualifikationsangebote haben Sie während Ihres Studiums der Medienwissenschaften
an der Universität Paderborn genutzt?
Eine weitere Zusatzqualifikation stellen Auslandsaufenthalte und Praktika während des
Studiums dar. So gingen 39,1 Prozent der befragten Ehemaligen aus studienrelevanten
Gründen ins Ausland. Dieser Aufenthalt dauert bei den meisten Studierenden durchschnittlich
ein halbes Jahr. Gut die Hälfte der Befragten absolviert in dieser Zeit ein Auslandssemester,
der Rest geht hauptsächlich für ein Praktikum oder einen Sprachkurs ins Ausland.
Während ihres Studiums absolvieren die Diplomandinnen und Diplomanden im Schnitt drei
Praktika, deren Länge in den meisten Fällen insgesamt sieben Monate beträgt.
27
Grafik 16:
In welchen Bereichen haben Sie Ihre Praktika absolviert?
(Mehrfachantwort möglich)
Die Frage nach der Art der Praktika ergibt einige interessante Ergebnisse: Die Mehrheit der
Studierenden orientiert sich schon während der Studiums eher auf die Privatwirtschaft – vor
allem auf die Bereiche Marketing (48,8%), sowie Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit
(41,9%). Demgegenüber absolvieren nur relativ wenige Studentinnen und Studenten ihre
Praktika im traditionellen Medienbereichen (32,6% beim Fernsehen, 30,2% bei den
Printmedien, 23,3% beim Radio und 18,6% beim Film). Dieses Bild von den
Beschäftigungsvorlieben entspricht der tatsächlichen späteren Berufswahl der Absolventinnen
und Absolventen (siehe 1.6.: Aktuelles Beschäftigungsverhältnis).
Praktikumsstellen, die in der Befragung nicht berücksichtigt waren sind z. B. Stellen in den
Gebieten Musik(produktion), Fotografie, Theater, Museum und Wissenschaft/Forschung.
Dass Studierende zum Gelderwerb neben dem Studium arbeiten, wird zu einem immer
häufigeren Phänomen. Fast alle Absolventinnen und Absolventen haben während ihres
28
Studiums gearbeitet: 91,3 Prozent von ihnen auch während des Semesters (6,5% nur während
der Semesterferien und lediglich 2,2% gar nicht). Die Nebenjobs sind vielfältig: Ein Großteil
der Studierenden arbeitet während des Studiums in fremden Hilfstätigkeiten. Nebenjobs in der
Gastronomie, im Verkauf oder als Hilfsarbeiter in größeren Betrieben sind hier an der
Tagesordnung. Etwa ein Viertel der Studentinnen und Studenten ist zwischenzeitlich als
Studentische Hilfskraft an der Universität beschäftigt. Ebenfalls etwa ein Viertel der
Studierenden finden im traditionellen Medienbereich (Mitarbeit bei einer Zeitung bzw. beim
Radio oder Fernsehen; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Werbung) eine Nebenbeschäftigung.
Die meisten Absolventinnen und Absolventen haben in Marketing, Public Relations und
Personalwesen gearbeitet. Diese Quote weist schon darauf hin, in welche Richtung sich die
Ehemaligen nach Beenden ihres Studiums hauptsächlich bewerben (siehe 1.6.: Aktuelles
Beschäftigungsverhältnis).
Ein Großteil der Ehemaligen (63%) gibt an, dass ihr Studium nicht durch die Arbeit
beeinträchtigt wird. Im Gegenteil: Sie bewerten die Arbeit während des Studiums sogar als
hilfreich bei der späteren Stellensuche. Das gilt vor allem für diejenigen, die schon während
des Studiums in ihrem späteren Berufsfeld arbeiten.
Die befragten Studierenden der Medienwissenschaft in Paderborn haben ihr Studium
durchschnittlich mit einer guten Diplom-Note von 1,7 abgeschlossen.
29
1.5. Übergang vom Studium in den Beruf
Nach Abschluss des Studiums absolvieren alle Ehemaligen einen mehr oder weniger langen
Bewerbungsprozess (siehe 1.6.: Aktuelles Beschäftigungsverhältnis). Dabei wird auf
verschiedenste Weisen nach einem geeigneten Arbeitsplatz gesucht.
Uns interessierte in diesem Zusammenhang, welche Möglichkeiten der Arbeitsplatzsuche
genutzt werden und für wie erfolgreich diese Strategien der Suche eingeschätzt werden. Eine
relativ neue Möglichkeit der Jobsuche stellt dabei die Suche über das Internet dar. Insgesamt
wird diese neue Suchstrategie als am Erfolg versprechendsten eingeschätzt (vgl. Grafik 17).
Grafik 17:
Wie hilfreich war nach Ihren Erfahrungen folgendes Arbeitsplatzsuchverfahren?
Obwohl die Arbeitssuche über das Internet noch relativ neu ist, wird sie von den
Absolventinnen und Absolventen rege genutzt. Die Jobsuche im Internet ist für die
Studierenden am Erfolg versprechendsten: 68,9 Prozent stufen sie als sehr hilfreich, 28,9
Prozent als hilfreich ein (vgl. Grafik 17).
30
Ähnlich positiv wie die Jobsuche über das Internet schneidet die Arbeitsplatzsuche mit Hilfe
persönlicher Beziehungen ab: 73,9 Prozent der Absolventinnen und Absolventen halten
soziale Kontakte und Netzwerke für hilfreich bzw. sehr hilfreich (vgl. Grafik 18).
Auch diese Zahlen verweisen wieder auf die Bedeutung von Praktika, bei denen man nicht
nur das theoretische Wissen anwenden, sondern auch Menschen aus der jeweils interessanten
Branche kennen lernen und Kontakte aufbauen kann und eine Einbindung in soziale
Netzwerke erfährt.
Grafik 18:
Wie hilfreich war nach Ihren Erfahrungen folgendes Arbeitsplatzsuchverfahren?
Von den Möglichkeiten zur Arbeitsplatzsuche in den klassischen Medien wie Zeitungen und
Radio sind lediglich 48,9 Prozent überzeugt; 51,1 Prozent der Ehemaligen halten diese
Jobbörsen für wenig bzw. gar nicht hilfreich.
31
Auch spezielle Absolventenmessen helfen den wenigstens Studentinnen und Studenten bei
der Jobfindung weiter: 79,6 Prozent schätzen diese Alternative als wenig erfolgreich ein auf
Grund der relativen Unbekanntheit des Studiengang.
Am schlechtesten schneidet die Arbeitssuche über die Agentur für Arbeit ab: 24,4 Prozent der
Befragten bewerten diese Maßnahme als wenig hilfreich, 68,9 Prozent sogar als gar nicht
hilfreich (vgl. Grafik 19). Dies kann daran liegen, dass die Absolventinnen und Absolventen
ihre Suche vorrangig über das Internet begonnen haben, und somit de Agentur für Arbeit
eventuell nicht mehr in Anspruch nehmen mussten.
Grafik 19:
Wie hilfreich war nach Ihren Erfahrungen folgendes Arbeitsplatzsuchverfahren?
Ein Vergleich des Erfolgs von Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen und
Initiativbewerbungen brachte keine wirklich eindeutigen Ergebnisse hervor. Zwar wird der
Erfolg von Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen deutlich höher (71,7% der Befragten
sind hier erfolgreich bis sehr erfolgreich) angesetzt als der von Initiativbewerbungen
(lediglich 40,9% sind hier erfolgreich bis sehr erfolgreich), dennoch erreichen die
32
Initiativbewerbungen mit rund 40 Prozent immer noch eine gute Quote. Dies lässt sich auch
durch folgende Ergebnisse begründen: Die Studierenden bemängeln, dass viele Arbeitgeber
gar nicht wissen, dass sie einen Medienwissenschaftler suchen. Aus diesem Grund bieten sich
Initiativbewerbungen an, um auf sich aufmerksam zu machen.
Insgesamt geben 60 Prozent der Ehemaligen an, Schwierigkeiten beim Start ins Berufsleben
zu haben. Diese Schwierigkeiten beziehen sich vor allem auf die schwierige Lage des
Arbeitsmarktes, sowie auf den Umstand, dass es für Diplom-Medienwissenschaftler keine
adäquaten Stellenausschreibungen gibt.
Grafik 20:
Inwieweit bereitete Ihnen folgender Grund Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche?
Die Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche der Befragten beziehen sich vor allem auf ein
mangelndes Stellenangebot. 65,6 Prozent der Absolventinnen und Absolventen bemängeln,
dass es keine Angebote in der für sie interessanten Branche gibt (vgl. Grafik 20).
Dies liegt ihrer Meinung nach vor allem daran, dass die wenigsten Arbeitgeber das Studium
der Medienwissenschaft kennen bzw. wissen, was es beinhaltet. Demzufolge suchen sie in
33
ihren Stellenausschreibungen auch so gut wie nie explizit nach Personen mit
medienwissenschaftlicher Ausbildung.
Folgende Kommentare zeigen das Ausmaß der Problematik auf:
Befragter Nr. 6: „Der Studiengang Medienwissenschaften ist nicht allgemein bekannt. Daher
werden Absolventen nicht gesucht bzw. die Vorzüge eines interdisziplinären Studiums werden
nicht erkannt!“
Befragter Nr. 7: „Der Studiengang Medienwissenschaften ist nicht ausreichend bekannt. Die
potenziellen Arbeitgeber konnten mit dem Begriff und den sich dahinter verbergenden
Qualitäten und Fähigkeiten nichts anfangen. Wer einen Medienwissenschaftler sucht, weiß es
nicht. Die Arbeitgeber denken, Medienwissenschaftler arbeiten nur beim Fernsehen und beim
Radio.“
Einige Studentinnen und Studenten führen diese Probleme auf ein schlechtes
Hochschulmarketing zurück und wünschen sich vom Institut für Medienwissenschaft, dass es
sich noch stärker bemüht, seinen Studiengang und dessen Besonderheiten sowie die speziellen
Potentiale bekannter zu machen, sodass das Ansehen der Diplom-Medienwissenschaftler auf
dem Arbeitsmarkt steigt.
Ein anderer Aspekt, der ebenfalls Probleme bei der Arbeitsplatzsuche bereitet, sind fehlende
Berufserfahrung (58,1% bereitet dieser Punkt einige bzw. große Schwierigkeiten) und
mangelnde Qualifikationen (43,3% mit einigen Schwierigkeiten).
Demgegenüber sind die Studentinnen und Studenten der Medienwissenschaft in vielen
anderen Punkten sehr flexibel: weder die Entfernung vom Wohnort (83,9% keine bzw. wenig
Schwierigkeiten), noch die Arbeitszeit (87,1% keine bzw. wenig Schwierigkeiten) oder
unterschiedliche Gehaltsvorstellungen (71,9% keine bzw. wenig Schwierigkeiten) bereiten
den Arbeitssuchenden ernsthafte Probleme.
Natürlich bleiben auch die Absolventinnen und Absolventen der Medienwissenschaft nicht
von den üblichen Ärgernissen der „Generation Praktikum“ verschont, die den Einstieg ins
Berufsleben zusätzlich erschweren:
34
Befragter Nr. 22: „Für Medienwissenschaftler gibt es fast ausschließlich
Praktikumsausschreibungen.“
Wenn die Ehemaligen schließlich eingestellt werden, so ist ihrer Meinung nach vor allem das
persönliche Auftreten dafür verantwortlich: 89,1 Prozent bewerten es als sehr wichtig, die
restlichen 10,9 Prozent als wichtig.
Grafik 21:
Wie wichtig war Ihrer Einschätzung nach folgender Faktor für Ihre letzte Einstellung?
Eine weitere Qualifikation wird für die Jobsuche jedoch auch als äußerst relevant angegeben.
89,1 Prozent der Studierenden stufen ihre PC-Kenntnisse als wichtig bzw. sehr wichtig für die
Jobfindung ein (vgl. Grafik 21).
Demzufolge sind auch die vom Notebookcafé doIT an der Universität Paderborn angebotenen
Computerkurse in den verschiedensten Softwarebereichen ein wichtiger Bestandteil der
positiven universitären Rahmenbedingungen.
35
Grafik 22:
Wie wichtig war Ihrer Einschätzung nach folgender Faktor für Ihre letzte Einstellung?
Auch die zusätzlich zum Studium absolvierten Praktika haben großen Einfluss auf eine
spätere Einstellung: 79,9 Prozent der Studierenden halten ihre praktischen Erfahrungen im
späteren Berufsleben für sehr wichtig bzw. wichtig.
Dabei geht es nicht nur darum, neben dem theoretischen Studium auch praktisches Wissen zu
erlangen. Nach Meinung der Studierenden sind die Praktika auch wichtig, um sich auf dem
Arbeitsmarkt zu orientieren und herauszufinden, welches Berufsfeld für einen selbst das
passende ist.
Demgegenüber sind die Meinungen zur Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen und
Auslandsaufenthalten eher geteilt. So müssen nach Meinung der Ehemaligen nicht unbedingt
Auslandserfahrungen gesammelt werden, um später auch einen guten Arbeitsplatz zu
bekommen.
36
Grafik 23:
Wie wichtig war Ihrer Einschätzung nach folgender Faktor für Ihre letzte Einstellung?
Fremdsprachenkenntnisse werden immerhin noch von 69,6 Prozent als wichtig oder sehr
wichtig beurteilt. Trotzdem bleiben so noch gut 30 Prozent, die ihrer Meinung nach auch ohne
die Kenntnis anderer Sprachen Erfolg bei der Arbeitsplatzsuche haben (vgl. Grafik 23).
Obwohl den Studierenden im Profil des Studiengangs Medienwissenschaft empfohlen wird,
ein Auslandssemester an einer der Partner-Universitäten in Frankreich, Norwegen, Spanien
und Tschechien oder mit einem Erasmus-Programm über das AAA (Akademische
Auslandsamt) in einem anderen Land zu verbringen, halten lediglich 41,3 Prozent der
Absolventinnen und Absolventen auf Grund ihrer gegenwärtigen Berufserfahrung solche
Auslandsaufenthalte für relevant (vgl. Grafik 24).
37
Grafik 24:
Wie wichtig war Ihrer Einschätzung nach folgender Faktor für Ihre letzte Einstellung?
Für die Bedeutung der Diplomabschlussnote kann durch die Befragung kein eindeutiges
Ergebnis festgestellt werden: 50 Prozent halten sie für relevant, die andere Hälfte bewertet sie
als irrelevant.
Ebenfalls unbedeutend für eine Einstellung scheint das Thema der Diplomarbeit zu sein: 73,9
Prozent der Ehemaligen halten es für weniger wichtig bzw. unwichtig.
Ein politisches oder soziales Engagement während oder nach dem Studium scheint für die
befragten Ehemaligen nicht von zentraler Bedeutung für die Einstellung zu sein: 62,7 Prozent
der Befragten geben an, dass derlei Aktivitäten ihrer Meinung nach keinerlei Einfluss auf eine
Einstellung haben.
Den Studiengang Medienwissenschaft am Universitätsstandort Paderborn absolviert zu haben,
ist laut Befragung nicht Ausschlag gebend für eine Einstellung: 60,8 Prozent halten diesen
Punkt für weniger wichtig, 23,9 Prozent sogar für völlig unwichtig.
38
Grafik 25:
Wie wichtig war Ihrer Einschätzung nach folgender Faktor für Ihre letzte Einstellung?
Die Frage, ob soziale Kontakte und Netzwerke eine Auswirkung auf eine Einstellung bei
einem Arbeitgeber haben, ergibt eine zweigipflige Ausprägung. Die Meinungen gehen hier
offenbar deutlich auseinander: 39,1 Prozent halten persönliche Beziehungen für sehr wichtig,
23,9 Prozent erklären diese für unwichtig (vgl. Grafik 25).
39
1.6. Aktuelles Beschäftigungsverhältnis
Die meisten der befragten Ehemaligen haben den Einstieg in das Berufsleben nach dem
Studium gemeistert. Trotz widriger Beschäftigungslage in Deutschland ist der Anteil der
Berufstätigen unter den befragten Absolventinnen und Absolventen sehr hoch. Insgesamt
haben 88,6 Prozent nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz gefunden.
Insgesamt gehen 72,7 Prozent einer Vollzeitbeschäftigung nach. 15,9 Prozent der Ehemaligen
sind teilzeitbeschäftigt. Arbeit suchend sind 9,1 Prozent, während nur 2,3 Prozent im Haushalt
tätig sind (vgl. Grafik 26).
Grafik 26:
Insgesamt gesehen ist ein großer Teil der Beschäftigten mit der derzeitigen Tätigkeit
zufrieden. Gut die Hälfte der Befragten hat sich bis heute ihren Berufswunsch erfüllen
können: 52,2 Prozent sind sich sicher, ihren Traumjob gefunden zu haben – 47,8 Prozent
geben an, dass es sich bei ihrer aktuellen Beschäftigung nicht um ihren Wunschberuf handelt
(vgl. Grafik 26.1).
40
Grafik 26.1:
Entspricht Ihre derzeitige Tätigkeit Ihrem Berufswunsch?
Bei diesem Ergebnis ist zu beachten, dass einige Absolventinnen und Absolventen sich
während und auch nach ihrem Studium noch nicht ganz sicher sind, in welchem Beruf sie
später arbeiten möchten. Außerdem haben viele der Befragten erst vor relativ kurzer Zeit
ihren Abschluss gemacht und arbeiten demnach häufig noch in Einstiegspositionen. Dennoch
liegt der Anteil derer, bei denen sich der Berufswunsch erfüllt hat, bei über 50 Prozent.
Um die Zufriedenheit der Befragten mit ihrer derzeitigen Tätigkeit näher aufzuschlüsseln,
wird die Beurteilung im Folgenden nach einigen wichtigen Kriterien aufgeschlüsselt:
Befragt nach den Möglichkeiten, ihre Kompetenzen im jetzigen Beruf einzubringen,
antworten 63,4 Prozent der Beschäftigten, sie könnten ihre fachlichen Qualitäten
zufriedenstellend anwenden (22% sind sehr zufrieden, 41,5% zufrieden).
Ähnlich positiv sieht es bei der Zufriedenheit mit dem persönlichen Handlungsspielraum im
gegenwärtigen Beruf aus. 46,3 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden, 34,2 Prozent
immerhin zufrieden.
41
Das Arbeitsklima ist bei den meisten Befragten gut bis sehr gut. Die große Mehrheit von 90,3
Prozent ist zufrieden (36,6%) bis sehr zufrieden (53,7%). Weniger zufrieden sind nur 2,4
Prozent und unzufrieden 7,3 Prozent.
Während die meisten Ehemaligen mit den Arbeitszeiten einverstanden sind (68,3%), ist die
Mehrheit (ebenfalls 68,3%) mit dem Gehalt unzufrieden. Dieser Wert teilt sich in 43,9
Prozent weniger Zufriedener und 24,4 Prozent Unzufriedener.
Lediglich 14,6 Prozent sind sehr zufrieden mit ihrem Gehalt und 17,1 Prozent sind zufrieden.
Bei den Aufstiegsmöglichkeiten gibt es keine eindeutige Tendenz. 14,6 Prozent rechnen sich
sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten aus. 31,7 Prozent sind zufrieden mit ihren
Aufstiegschancen.
Die Frage nach der Kinderfreundlichkeit des sie beschäftigenden Unternehmens betrifft nur
knapp die Hälfte der Befragten (46,5%). Die Betroffenen sind hier eher geteilter Meinung. 45
Prozent von ihnen geben an, in ihrer derzeitigen Beschäftigung mit der Kinderfreundlichkeit
zufrieden (35% sehr zufrieden, 10% zufrieden) zu sein; 55 Prozent wünschen sich hier eine
bessere Betreuung (25% weniger zufrieden und 30% unzufrieden).
Die Mehrzahl der Absolventinnen und Absolventen aller Schwerpunkte haben eine
Beschäftigung gefunden. Fragt man danach, ob sich die Berufschancen bei den Absolventen
je nach Studienschwerpunkt differenzieren lassen, muss eine solche Beurteilung zunächst vor
dem Hintergrund der unterschiedlichen Quoten der einzelnen Studienrichtungen erfolgen.
Diese Auswertung wird in den folgenden Kreuztabellen dargestellt.
Die wenigen Befragten, die den Schwerpunkt Medieninformatik gewählt haben, haben alle
eine Arbeitsstelle im Voll- oder Teilzeitbereich. Die Zahl der Medieninformatiker ist in der
Befragung allerdings so gering, dass diese Werte nicht aussagekräftig sind – deswegen
werden sie in den Darstellungen außen vor gelassen.
Vergleicht man allerdings die beiden größten Gruppen – die Säulen Medienkultur und
Medienökonomie – miteinander, fällt auf, dass beim Schwerpunkt Medienökonomie der
Prozentsatz der Teilzeitbeschäftigten mit 5,9 Prozent wesentlich geringer ist als in dem
Bereich Medienkultur (21,7%). Im Bereich Medienökonomie sind 88,2 Prozent
vollzeitbeschäftigt – in der Kultur knapp 70 Prozent. Beim Schwerpunkt Medienkultur gibt es
mit 13 Prozent den größten Anteil an Arbeitssuchenden und nur in diesem Bereich gibt es
Absolventen (4,3%), die als Hausfrau / Hausmann tätig sind (vgl. Grafik 27.1).
42
Über die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen (54,4%) haben den Schwerpunkt
Medienkultur gewählt, die absolute Zahl der Ehemaligen ist in diesem Bereich also auch mit
Abstand am größten.
Grafik 27.1:
Studienschwerpunkt / Beschäftigung
Medienkultur Medienökonomie
Vollzeitbeschäftigt 60,9 % 88,2 %
Teilzeitbeschäftigt 21,7 % 5,9 %
Arbeitssuchend 13,0 % 5,9 %
Hausfrau/Hausmann 4,3 % 0,0 %
In der Grafik 27.1 sieht man, dass der Anteil der Vollzeitbeschäftigten im Bereich
Medienökonomie am größten ist. Analysiert man nun zusätzlich Grafik 27.2, sieht man, dass
es in diesem Bereich eindeutig die geringsten Probleme beim Berufseinstieg gibt (35,3
Prozent im Gegensatz zu 72 Prozent in der Medienkultur).
Grafik 27.2:
Studienschwerpunkt / Schwierigkeiten Berufseinstieg
Medienkultur Medienökonomie
Nein 28,0 % 64,7 %
Ja 72,0 % 35,3 %
Im Bereich Medienökonomie gibt es die wenigsten Schwierigkeiten beim Übergang in den
Beruf und auch relativ sicher eine Beschäftigung. Allerdings wird der Schwerpunkt
Medienökonomie von Seiten der Befragten trotzdem am meisten und stärksten kritisiert. Man
kann also davon ausgehend, dass der hohe Beschäftigungsgrad der Medienökonomen sich
nicht bzw. auf jeden Fall nicht allein auf die Qualität des Studiums zurückführen lässt.
Die Grafik 28 zeigt in absoluten Zahlen, dass die Befragten, die später eine
Vollzeitbeschäftigung haben, während des Studiums durchschnittlich auch die meisten
zusätzliche Kurse besuchen. Insgesamt werden die Zusatzkurse zu 75 Prozent von später
Vollzeitbeschäftigten besucht; die Teilzeitbeschäftigten machen dagegen nur einen Anteil von
43
knapp 13 Prozent aus. Alle Beschäftigten belegen vorrangig PC-Kurse und
Fremdsprachenkurse.
Grafik 28:
Zusatzqualifikationen während des Studiums / Beschäftigung
Fremd-
sprachen-
kurs
PC-Kurs Rhetorik-
kurs Kurs zur
besseren
Selbst-
darstellung
Sonstiges
Vollzeitbe-
schäftigt
(n=32)
17
19
3
1
7
Teilzeitbe-
schäftigt
(n=7)
3
2
1
1
1
Arbeitssu-
chend
(n=4)
2
1
1
1
0
Hausfrau/
Hausmann
(n=1)
1
1
0
0
0
Den Großteil der Beschäftigten stellen die Angestellten mit 55,6 Prozent dar. 11,1 Prozent
der Befragten haben eine Beschäftigung als Trainee oder Volontär/in gefunden. 13,3 Prozent
arbeiten freiberuflich, selbstständig oder als Honorarkraft. Als Beamte arbeiten 2,2 Prozent.
Ebenfalls 2,2 Prozent der Ehemaligen arbeiten in einer Praktikantenstelle.
Im Anschluss an die Diplomarbeit gehen viele Absolventinnen und Absolventen den Weg in
den Beruf über ein Volontariat, Praktikum oder Traineeprogramm:
Befragter Nr. 6: „Ein Jahr Trainee im Bereich Konzeption für digitale Medien/B2B
Kommunikation (Film, Multimedia, Schulungsmedien).
Danach Jahresvertrag für Konzeption in der gleichen Agentur....“
Befragter Nr. 21: „6-monatiges Praktikum in einer internationalen Marketing- und
Produktionsfirma fürs Fernsehen mit anschließender Übernahme (seit fast einem Jahr fest
angestellt)“
44
Während der Übergang in den Beruf bei manchen Befragten fließend vonstatten gegangen ist,
warten andere noch auf den Einstieg. Dies gilt auch für Ehemalige, die eine Stelle gefunden
haben, allerdings noch nicht im gewünschten Bereich. Im Folgenden einige
Situationsbeschreibungen:
Befragter Nr. 9: „Weiter Honorarkraft und Bewerbungsschreiberling“
Befragter Nr. 12: „Seit 10 Monaten arbeitslos“
Befragter Nr. 24: „Direkt nach dem Studium eine Trainee-Stelle im Bereich
Projektmanagement im Bereich Finanzwesen, fließender Übergang ohne jegliche Wartezeit,
Abgabe Diplomarbeit: Mitte Mai 2006. Beginn der Tätigkeit: Juni 2006“
Die aktuellen Tätigkeiten zeigt ein breites Spektrum an Möglichkeiten, in denen die
Absolventinnen und Absolventen der Medienwissenschaften einen Beruf ergreifen können
oder zumindest versuchen, Fuß zu fassen.
Die Stellen, in denen die Ehemaligen arbeiten, lassen sich grob in vier Bereiche einteilen.
Größter Arbeitgeber ist die Privatwirtschaft. Die meisten Diplomandinnen und Diplomanden
arbeiten im Marketing, in der Unternehmenskommunikation, in der Marktforschung, im
Management und im PR-Bereich.
In den traditionellen Medienberufen (journalistische Tätigkeiten bei Radio, Zeitung sowie
Film und Fernsehen) arbeitet demgegenüber nur eine relativ kleine Anzahl von Ehemalige.
Das lässt sich unter anderem auch damit erklären, dass der Mediensektor in den vergangenen
Jahren und auch heute noch Stellen abbaut. Häufig sind vor allem Schnittstellenpositionen der
Medienberufe mit dem ökonomischen Bereich.
Befragte/r Nr. 11: „Filmeinkauf, Filmlizenzhandel, Organisation der gesamten
Produktionsabwicklung in den Bereichen Kino und Home Entertainment (Synchronisation,
Untertitelung, Herstellung Menüdesigns DVD, Freigabe der Plakate, Cover und sonstigem
POS-Material, Produktion der 35mm-Kopien für den Kinostart etc.), Material Servicing,
Presse und PR/Marketing.“
Befragte/r Nr. 23: „Verantwortliches Projektmanagement für ein Kundenbindungsinstrument.
45
Tätigkeiten: Konzeption, redaktionelle Arbeit und Realisation eines monatlichen Leser- und
Eventmagazins; verantwortlich für Werbe- und Marketingmaßnahmen, Gestaltung von
Werbemitteln etc.“
Befragte/r Nr. 30: „Projekt-Management: Projekte im Bereich Cross-Media Publishing und
Content Syndication“
Nur sehr wenige der Absolventinnen und Absolventen der Medienwissenschaft arbeiten in
den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Lehre – wenn, dann sind sie an der Universität
beschäftigt und bereiten sich meist zusätzlich auf ihre Promotion vor. Ein verschwindend
geringer Anteil der Ehemaligen ist in einem ganz anderen Berufsfeld (Promotion, IT-
Betreuung, Verwaltung, Sekretariatsaufgaben) beschäftigt.
Die große Mehrheit der Befragten – insgesamt 79,6 Prozent – verdient brutto monatlich unter
3.000 €; bei 40,9 Prozent von ihnen liegt der Bruttoverdienst monatlich sogar unter 1.500 €.
Zwischen 3.000 € und 4.500 € verdienen 15,9 Prozent und lediglich 4,6 Prozent erreichen
monatlich ein Bruttoeinkommen von mehr als 4.500 €.
Auch dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass viele Absolventinnen und Absolventen sich in
einer Übergangsphase befinden bzw. entsprechend ihrer Stelle lediglich ein Einstiegsgehalt
verdienen.
Wie man Grafik 29 entnehmen kann, verdient die Mehrheit der Befragten in allen drei
Bereichen unter 3.000 € brutto im Monat. Dabei fällt auf, dass davon in den Bereichen
Medienkultur und Medieninformatik die Mehrheit sogar unter 1.500 € verdient, während im
Bereich Medienökonomie die Mehrheit zwischen 1.500 € und 3.000 € verdient
46
Grafik 29:
Studienschwerpunkt / Bruttoverdienst
Medienkultur Medienökonomie
Bis 1.500 Euro
43,5 % 35,3 %
Zwischen 1.500 und
3.000 Euro
34,8 % 47,1 %
Zwischen 3.000 und
4.500 Euro
13,0 % 17,7 %
Über 4.500 Euro
8,7 % 0,0 %
Besonders bei einem Bruttoverdienst bis 1.500 € und zwischen 1.500 € und 3.000 € scheinen
soziale Kontakte und Netzwerke für die Ehemaligen eine Rolle zu spielen. Ab einem
Verdienst von 4.500 € werden Beziehungen von Befragten jedoch als unwichtig beurteilt (vgl.
Grafik 29.1).
Grafik 29.1
47
1.7. Allgemeine Kommentare
Zum Abschluss des Fragebogens gab es für alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ganz
generell zum Studium der Medienwissenschaft in Paderborn zu äußern. Die Ehemaligen
machten von dieser Option regen Gebrauch. Dass hier vor allem die Gelegenheit
wahrgenommen wird, kritische Punkte zu diskutieren, ist selbstverständlich.
Im Folgenden eine Auswahl an Beispielen aus den Kommentaren:
Befragter Nr. 14: „Dieser Studiengang hat mich nur in sehr geringer Weise auf das
Berufsleben vorbereitet. Die Voraussetzungen bzgl. Qualifikationen und Fachkompetenz für
meinen jetzigen Job habe ich alleine durch Nebenjobs, Praktika und außeruniversitäres
Engagement bei Studenteninitiativen erworben. Die Universität hat mir allenfalls
selbstständiges und wissenschaftliches Arbeiten gelehrt, wobei die Selbstständigkeit meistens
darin lag, Informationen und Quellen zu besorgen, die nicht in Universitätsbibliothek
vorhanden sind (Semesterapparat vergriffen, Bücher nicht vorhanden), vor Professoren –
Sprechstunden stundenlang ergebnislos warten, einen Platz in den überfüllten Seminaren zu
bekommen und als Medienwissenschaftler eine Diplomarbeitsbetreuung vom
Wirtschaftslehrstuhl zu bekommen.
Gäbe es mehrere Seminare […] mit Praxisbezug und im Kulturbereich mehr Bezug zu
Wirtschaftsthemen, würde das den Studiengang aus meiner Sicht deutlich aufwerten. Dass
Theorie auch mit Praxis verbunden werden kann zeigt der Informatikteil des Studiengangs
perfekt. Warum geht das nicht im Kultur- und Wirtschaftsbereich? Von der Theorie sind die
drei Säulen auf hohem Niveau, aber für den späteren Job benötigt man die Theorie nur in den
wenigsten Fällen.“
Befragter Nr. 15: „Eine Sache muss ich unbedingt noch loswerden: Obwohl ich sagen muss,
dass mir das Studium persönlich viel gebracht hat, ich dadurch meinen Horizont erweitert
habe und ich selbstbewusster auftreten kann, würde ich es heute nicht noch einmal machen.
Meine damalige Intention war, nach der Kindererziehungszeit die Möglichkeit zu bekommen,
noch eine anspruchsvolle Tätigkeit auszuüben. Dass also anerkannt wird, dass ich mich trotz
zeitlicher Einschränkung und Belastung durch die Kinder noch weiter qualifiziert habe. Doch
genau das ist jetzt der Nachteil bei der Arbeitsplatzsuche.“
48
Befragter Nr. 37: „Jobsuche ist weniger ein Problem der Stellenangebote und eigenen
Qualifikationen denn der eigenen Vorstellung, was man überhaupt machen möchte. Insofern
war Tool Time eine sehr gute Reihe, die es leider nicht mehr gibt, oder so selten, dass sie ihr
eigentliches Ziel nicht mehr erreichen kann.“
Befragter Nr. 43: „Ich kann nur eins sagen, was die ganzen Jahre im Bereich
Medienökonomie gelaufen ist, war ein schlechter Witz und ist es vielleicht immer noch [...].
Vielleicht sollte man endlich mal so ehrlich sein und sich davon trennen (falls nicht eh bereits
im Zuge der Bachelor-Umstellung geschehen), denn schließlich haben die Studierenden mit
Einführung der Studiengebühren mehr denn je ein Recht auf qualitativ hochwertige
Lehrveranstaltungen und nicht nur Vertröstungen. Persönlich fände ich es zwar schade, denn
eigentlich bin ich immer noch der Meinung, dass gerade im Bereich der Medienökonomie für
eine Universität noch große Profilierungsmöglichkeiten bestehen, aber in Paderborn
konzentriert man sich lieber auf Bereiche der Betriebswirtschaft, in denen man es eh nie mit
den Großen wird aufnehmen können.“
Befragte/r Nr. 38: „Diese Evaluation ist eine gute Sache! Sie wird den Studenten und den
Dozenten mittelfristig die eigene Zielfindung und die Bewältigung des Uni-Alltags
erleichtern. Für mich als Ehemaligen, der nicht mehr ganz so nah dran ist am Geschehen, ist
dies auch ein Zeichen, dass an der Verbesserung der Lehre gearbeitet wird und die Steine, die
uns im Wege lagen, einer nach dem anderen weggeräumt werden. Ich finde diesen Einsatz für
eine Verbesserung der Lehre deshalb sehr lobenswert.“
49
2. Ergebnisse der qualitativen Interviews
Um die im Fragebogen gewonnenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen, wurden im Rahmen der
Absolventenstudie zusätzlich sechs qualitative Interviews durchgeführt. Es handelt sich
hierbei um leitfadengestützte Interviews, von denen jeweils drei mit Absolventen, die noch
immer im Raum Paderborn leben und jeweils drei telefonisch durchgeführt wurden – mit
Absolventen, die inzwischen in anderen Teilen Deutschlands arbeiten.1 Die Interviews
dauerten in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten.
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Befragung nach thematischen Gesichtspunkten
geordnet dargestellt. Die Themen beziehen sich auf die Bewertung des Studiums, auf die
Situation nach dem Studium und auf Hinweise, die dem Institut von den Absolventinnen und
Absolventen gegeben werden.
2.1. Bewertung des Studiums
2.1.1. Dreigliedrigkeit des Studiengangs
Für die Befragten ist die Medienwissenschaft besonders interessant, da dieser Studiengang
noch immer etwas Neues und vor allem etwas Medienorientiertes ist, das man in dieser Form
sonst nicht findet. Die Tendenz aus dem Fragebogen, den dreigliedrigen Aufbau der
Medienwissenschaft grundsätzlich positiv zu bewerten, findet sich auch in den persönlichen
Gesprächen wieder. Prinzipiell sind alle Interviewten der Meinung, dass die deutschlandweit
seltene und besondere Struktur der Medienwissenschaft in Paderborn aufrechterhalten werden
sollte.
Durch die Dreigliedrigkeit wird auf der einen Seite eine allgemeine Grundausbildung in den
wichtigsten Bereichen garantiert und auf der anderen Seite jedem die Chance auf eine
individuell wählbare Schwerpunktbildung gegeben. So ist gewährleistet, dass alle
Studierenden sich das gleiche Grundlagenwissen aneignen.
1 Jedes Interview wurde aufgezeichnet und vollständig transkribiert. Anschließend wurden die Interviews
thematisch geordnet und einer vergleichenden Analyse unterzogen. Die Interviewpartner wurden zufällig
ausgewählt. Es handelt sich um drei männliche und drei weibliche Personen zwischen 25 und 33 Jahren. Sie
repräsentieren die verschiedenen Beschäftigungsarten nach dem Studium der Medienwissenschaft. Eine der
befragten Personen absolviert ein weiteres Studium, eine promoviert, eine ist im Wissenschaftsbereich
beschäftigt, eine arbeitet in der Medienplanung, eine hat sich im Bereich Mediendesign selbstständig gemacht
und eine ist in der Unternehmenskommunikation tätig.
50
Außerdem können die Veranstaltungen im Grundstudium dazu dienen, sich über die eigenen
Fähigkeiten klar zu werden und zu entscheiden, ob und wenn ja mit welchem Schwerpunkt
man Medienwissenschaft weiter studieren möchte. Dadurch, dass die Studierenden sich nicht
schon zu Beginn ihres Studiums für einen Schwerpunkt entscheiden müssen, können sie
zunächst Erfahrungen und Wissen in den verschiedensten Bereichen sammeln, sich
unterschiedliche Sichtweisen aneignen und erst dann entscheiden, welcher Studienrichtung sie
sich im Hauptstudium widmen möchten.
Viele Studierende versprechen sich durch das Lernen in drei statt einem Hauptbereich eine
umfassende Ausbildung, die einen späteren Einsatz in vielen Arbeitsgebieten – vor allem auch
in Schlüssel- und Mittlerpositionen – ermöglicht. Dadurch rechnen sich die Studierenden
mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aus.
Die Befragten betonen jedoch auch, wie wichtig für sie die Möglichkeit einer Spezialisierung
im Hauptstudium ist, denn nur so kann sichergestellt werden, dass jeder sich seinen eigenen
Interessen entsprechend weiterbilden kann.
Person A2: „Also ich würde schon sagen, dass diese Aufteilung in diese drei Säulen auf jeden
Fall sehr gut ist. Auch, dass man im Grundstudium wirklich alles gleichwertig studieren muss
[...]. Einfach, dass man eine Basis hat und vielleicht auch da dann schon erkennt, ob man es
jetzt weitermachen sollte oder nicht. [...] Und diese Spezialisierung hinterher – da denke ich
schon, dass da jeder so die Möglichkeit hat, sich seinen Schwerpunkt gut zu suchen. Also wo
man jetzt wirklich am besten klar kommt und auch die besten Chancen hinterher sieht.“
Person F2: „Ich fand so von der Systematik her das Dreigliedrige sehr gut; dass es die drei
Säulen gibt auf die man aufbauen kann nachher. [...] Weil wir haben ja im Endeffekt drei
wunderbare Perspektiven auf einen Gegenstand [...] und ich denke mal, das hilft uns immens,
weil wir einfach die Möglichkeit haben, von oben auf so was draufzuschauen, von links von
rechts und geradeaus und uns passiert es einfach weniger, so große Dinge zu übersehen. Also
wir sind keine Fachidioten ganz einfach.“
Vor dem Hintergrund dieser positiven Grundhaltung zur Medienwissenschaft und dem damit
verbundenen hohen Anspruch werden allerdings auch einige negative Aspekte und
Verbesserungsmöglichkeiten des Studiengangs deutlich. Kritisiert wird vor allem, dass die
einzelnen Säulen nicht genügend organisiert und ausgebaut sind, so dass die eigentlich hinter
dieser Struktur steckenden Potentiale nicht optimal genutzt werden können. So wird eine
51
bessere Verzahnung der Säulen miteinender und eine Zusammenarbeit sowohl von
Studierenden, wie auch von Dozenten der verschiedenen Fachrichtungen miteinander
gefordert.
Zusätzlich wird bemängelt, dass die Medienkultur als einzige der drei Säulen wirklich auf
Medien spezialisiert sei. Medieninformatik und Medienökonomie hingegen seien nur wenig
auf den medienwissenschaftlichen Studiengang abgestimmt und daher von
Geisteswissenschaftlern oft nur schwer zu bewältigen. Das ist besonders bedauerlich, da die
Veranstaltungen aus diesen Bereichen prinzipiell als sehr wichtig eingestuft werden:
Person A2: „Also bei uns war es damals so, dass wir in die ganz normalen BWL-
Veranstaltungen, reingehen mussten. Einfach, weil das Angebot noch nicht ausgebaut war.
Und dass wir auch die ganz normalen Informatikveranstaltungen hatten, die die Informatiker
auch besucht hatten. Also das war halt wie gesagt noch nicht auf Medien spezialisiert und von
daher war das ehrlich gesagt auch einfach nicht so attraktiv. Also die Medienkultur war die
Säule, die am besten ausgebaut war.“
2.1.2. Studiengang allgemein
Grundsätzlich wird das Studium von allen Befragten positiv beurteilt. Sie geben an, dass sie
den Studiengang Medienwissenschaft – mit einigen kleineren Veränderungen – erneut wählen
würden, wenn sie sich noch einmal entscheiden müssten. Wie auch im Fragebogen sind die
Ehemaligen mit der Vermittlung von Fachkenntnissen und der Betreuung durch die
Lehrenden durchweg zufrieden.
Besonderen Eindruck hat die Offenheit des Studiengangs bei den Ehemaligen hinterlassen.
Sie schätzen die Möglichkeiten, die sich dadurch individuell für jeden ergeben.
Person B2: „Gut war für mich die Fächerbreite, dass ich wirklich für mich auch aussuchen
konnte, was macht mir Spaß, welche Schwerpunkte möchte ich wählen. [...] Das hat mir
gerade im fortlaufenden Studium sehr gut gefallen, dass man wirklich so seinen eigenen Weg
zwischen den ganzen Seminaren her sich suchen konnte.“
Person F2: „[...] also es war viel Ausprobiererei dabei, viele schöne Sachen, auch ein paar
negative halt; es geht nicht alles gut, man hat dann auch ein paar Sachen doppelt gemacht,
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weil man es halt nicht besser wusste aber ich denke mal es war so gesehen definitiv eine
Chance. [...] Weil man halt sehr frei studieren konnte; man konnte sich alles selber aussuchen
und es gab halt auch die Möglichkeit, ein bisschen zu gestalten für sich selbst – das fand ich
sehr gut.“
Als besonders gut ist den Befragten das Angebot von Blockseminaren in Erinnerung
geblieben, da man durch diese die Möglichkeit bekommt, sich einen bestimmten
Themenkomplex in komprimierter Form anzueignen. Außerdem werden diese Seminare
häufig nicht von Professorinnen und Professoren, sondern von Leuten aus der Praxis (Juristen,
Manager etc.) abgehalten, so dass man durch sie einen guten Einblick in die tatsächliche
Arbeitswelt erhält. Mit in diese Kategorie fallen auch die in unregelmäßigen Abständen
durchgeführte Tool Time, in denen Leute aus den Praxis, die in später möglichen
Arbeitsfeldern arbeiten, von ihren Aufgaben und Erfahrungen berichten und so den
Studierenden einen realitätsnahes Bild vom Arbeitsleben aufzeigen.
Nach eigenen Angaben haben die Ehemaligen während ihres Studiums neben einem breiten
Fachwissen vor allem auch viele Soft Skills (z.B. Präsentationstechniken, wissenschaftliches
Arbeiten und Selbstorganisation) angeeignet. Das ist wichtig, weil genau das dann auch die
Fähigkeiten sind, die im späteren (Berufs-)Leben immer wieder gefordert werden.
Obwohl die Befragten von der Freiheit in der Belegung vieler Seminare und der dadurch
gegebenen Möglichkeit, breit und umfassend zu studieren, sehr angetan sind, wurden in den
persönlichen Interviews auch einige Probleme angesprochen. Die Absolventinnen und
Absolventen geben zu bedenken, dass die globale Wissensaneignung teilweise beim späteren
Bewerben auch Schwierigkeiten bereiten kann, da einem vorgeworfen wird, dass die
Kenntnisse in keinem Bereich wirklich in die Tiefe gehen und man so immer nur eine Art
Halbwissen vorweisen kann. Dann sei es wichtig, umfassende Schnittstellenkompetenzen zu
beweisen und die positiven Aspekte der dreigliedrigen Ausbildung hervor zu heben.
Viele andere Schwierigkeiten traten vor allem anfangs auf, als der Studiengang noch ganz neu
war. Die Studierenden fühlten sich damals teilweise überfordert und allein gelassen. Es gab
nicht genügend fachspezifische Seminare und die Studienordnung hatte noch keine endgültige
Fassung, was viele Ehemalige während ihres Studiums verunsicherte. Diese Kritikpunkte sind
inzwischen nicht mehr aktuell.
Veränderungen wünschen sie sich vor allem in den Bereichen der praktischen Ausbildung
(siehe auch nächster Punkt: 2.1.3.: Praxisbezug und Praktika) und der Organisation des
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Studiums. Noch immer werden die hohen Studierendenzahlen oft als problematisch
empfunden, da sie häufig zu einer Überbelegung der Seminare führen.
Person A2: „Was natürlich immer anstrengend war, sind solche Sachen wie Losverfahren und
so was gewesen. Dass man da wirklich in manche Sachen auch einfach nicht reinkam. Ich
denke mal, da hat sich auch bis heute nicht so wahnsinnig viel dran geändert. [...] Weil es
einfach immer so was von voll war und man zum Teil vielleicht auch ein bisschen
eingeschränkt war, wenn man jetzt ein bisschen schneller fertig werden wollte oder vielleicht
auch musste. Da musste man halt das nehmen, was zu kriegen war und [...] auf persönliche
Interessen war dann da nicht so viel Rücksicht zu nehmen.“
Außerdem machen die befragten Personen auf die schlechte Präsentation des Studiengangs
Medienwissenschaft in der Öffentlichkeit aufmerksam. Der Studienabschluss der Diplom-
Medienwissenschaft ist auf dem Arbeitsmarkt weitgehend unbekannt. Daher gibt es kaum
explizit für Medienwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ausgeschriebene Arbeitsstellen.
Aus diesem Grund muss man, wenn man sich irgendwo bewirbt, häufig erst ausführlich
erklären, was man studiert hat und für welche Aufgaben man somit qualifiziert ist.
Person C2: „Wovon ich so enttäuscht war: Es ist super unbekannt gewesen. Das wusste keiner
in der Wirtschaft oder so.“
2.1.3. Praxisbezug und Praktika
In der schriftlichen Befragung werden vor allem der Praxisbezug und die Betreuung von
Praktika kritisch reflektiert. Daher werden diese Punkte hier noch einmal gesondert
aufgegriffen. Besonders im Hinblick auf die Hilfe bei der Praktikasuche und bei der
beruflichen Orientierung bemängeln die Studierenden häufig die fehlende Unterstützung von
Seiten der Universität.
Person B2: „[...] die Betreuung bei den Praktika, das fand ich nicht so gut [...] ich hab mich
da schon ziemlich einsam gefühlt, auf der Suche nach Praktikumsplätzen. [...] Und auch die
Vorbereitung auf den Beruf später ist einfach schwierig, weil es gibt ja zig verschiedenen
Berufe, die man ergreifen kann, nach dem Medienwissenschaftsstudium.“
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Da aber laut der Erfahrungen der Interviewpartner/Innen vor allem die während des Studiums
gewonnenen praktischen Erfahrungen dabei helfen, nach Abschluss des Studiums auch eine
Arbeit zu finden, ist dieser Teil der Ausbildung so besonders wichtig.
In den Anfangsjahren des Studiengangs gab es nur recht begrenzte Möglichkeiten, sich
praktisch neben dem Studium auszuprobieren. Diese Möglichkeiten wurden im Laufe der
Jahre jedoch erheblich erweitert und verbessert. So lässt sich zunächst feststellen, dass man
im medienwissenschaftlichen Studium durchaus die Möglichkeit hat, sich auch praktisch
weiter zu bilden. Durch die Nutzung der Angebote des IMT (Zentrum für Informations- und
Medientechnologien) kann man durchaus eine gute praktische Basis schaffen. Dafür ist es
natürlich unerlässlich, dass die – zum Teil auf freiwilliger Basis – angebotenen Praxiskurse
von den Studentinnen und Studenten auch angenommen werden. In diesem Zusammenhang
wurde auch vorgeschlagen, mehr praktische Zusatzveranstaltungen als Pflichtprogramm in die
Studienordnung aufzunehmen. Das würde dazu führen, dass das Studium, das ja nun einmal
vorrangig eine akademische, theoretische Ausbildung ist, praxisnäher und so noch
interessanter würde.
Trotzdem genügt die praktische Zusatzausbildung an der Universität nicht, um im späteren
Beruf wirklich gut vorbereitet zu sein. Es zeigt sich, dass Praktika von den meisten Befragten
als eine der wichtigsten, wenn nicht gar als die wichtigste Komponente des Studiums
betrachtet wird. Sie haben, wie man auch in der schriftlichen Befragung sieht, eine hohe
Relevanz für den Berufseinstieg.
Mehr Unterstützung haben die Absolventinnen und Absolventen sich vor allem bei der
Praktikumsplatzsuche und der Betreuung von Praktika im Allgemeinen erhofft. Gut wäre,
vom Institut aus eine Praktikumsbörse zum Suchen und Finden von Praktikumsstellen
einzurichten – besonders auch Praktikumsstellen in der näheren Umgebung von Paderborn.
Die befragten Personen halten es daher für besonders wichtig, während des Studiums
zusätzliche Praktika zu absolvieren. Das ist so bedeutend, damit man wirklich realitätsnahe
praktische Erfahrungen sammeln kann. Außerdem kann man nur auf diesem Wege wichtige
Kontakte knüpfen und Referenzen erhalten, die einem beim späteren Berufseinstieg nützlich
sein können.
Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass man sich selbst und die verschiedenen möglichen
Berufsfelder auszuprobieren müsse, um den eigenen Berufswunsch und persönliche
Präferenzen zu konkretisieren.
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Durch die Praktika kann man herausfinden und dann auch zeigen, wofür man sich interessiert
und qualifiziert hat, denn allein ein Diplom im Studiengang Medienwissenschaft reiche oft
nicht aus, um das zu belegen. Da der Studiengang und damit auch seine Inhalte nicht
besonders bekannt sind, dienen insbesondere die Praktika möglichen Arbeitgebern oft als
Entscheidungshilfe.
Person A2: „Was ich auch wirklich jedem empfehlen würde: Also Praktikum machen noch
und nöcher, so viel wies geht. Wenn man halt festgestellt hat, dass es irgendwie das Richtige
ist, also sich die Leute auch warm halten und den Kontakt dann auch pflegen, sag ich mal.
[…] Diese Sache mit dem Praktikum, das ist einfach wahnsinnig wichtig. […] Das Studium
macht das ganze mehr theoretisch, würde ich jetzt mal sagen und man braucht diesen
praktischen Hintergrund aber schon noch. Also es reicht nicht alleine, jetzt zu studieren, auch
wenn jetzt die Medienwissenschaft in Paderborn schon einige praktische Aspekte hat, sondern
man braucht eben auch noch den praktischen Einstieg in das Berufsleben […]“
2.2. Situation nach dem Studium
2.2.1. Übergang vom Studium in den Beruf
Zentraler Gegenstand der Studie ist der Übergang vom Studium in den Beruf. Interessant war
insbesondere, ob das Studium konkret auf das Berufsleben vorbereitet und ob die
Absolventinnen und Absolventen den Übergang problemlos meistern können.
Auffallend ist, dass die Erfahrungen der Befragten dabei sehr unterschiedlich sind, ähnlich
den Ergebnissen, die auch beim Fragebogen erzielt wurden.
Der Horizont der Antworten bewegt sich dabei zwischen zwei Extremen: Einigen der
Absolventinnen und Absolventen bereitete der Einstieg ins Berufsleben überhaupt keine
Schwierigkeiten. Andere haben auch Jahre nach dem Abschluss noch keine für sie passende
Anstellung gefunden.
So gelang Person C keine direkte Einmündung vom Studium in den Beruf, da keine
passenden Stellenangebote gefunden wurden. Zur Überbrückung und Erhöhung der
Berufschancen schreibt sie jetzt ihre Doktorarbeit:
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„Dann dachte ich natürlich, alle Firmen reißen sich um mich, weil ich ja neu bin und weil
das so ein super Studium ist. Ja und dann fährt man natürlich von einem
Bewerbungsgespräch zum andern. Wird dann sehr schnell desillusioniert und dann hab ich
halt mir überlegt, dass es das nicht ist, also dann wollt ich halt noch einen drauf setzen und
den Doktor halt machen. Weil ich einfach denk: Ok das ist es dann.“
Auch Person A hat sehr viele Bewerbungen geschrieben, woraus sich durchaus auch einige
Vorstellungsgespräche und Jobangebote ergaben. Letztendlich fand sie die aktuelle
Beschäftigung jedoch durch die Aktivierung früherer Praktikumskontakte:
„Eigentlich als nicht so schwierig, wenn ich das jetzt mal mit ein bisschen Abstand betrachte.
[...] Ich bin 2004 fertig geworden. Im September hatte ich die Diplomarbeit abgegeben und
[...] hab dann 'n halbes Jahr noch mal Praktikum gemacht. […] Und dann habe ich mich
auch parallel immer beworben, auch während der Diplomarbeit schon. […] Das war dann
ein halbes Jahr vielleicht, ein Jahr, bis dass ich quasi dann so den ersten Job hatte. Das hat
sich dann wie gesagt als nicht das Richtige herausgestellt und dann bin ich im Juli 2005
wieder nach Paderborn gekommen und hab dann einfach die Kontakte aktiviert, die ich durch
die Praktika vorher hatte. Ja und dann hab ich, eben über diese Kontakte, noch mal ein
Praktikum angefangen und daraus hat sich dann ein befristeter Vertrag entwickelt. Der läuft
jetzt dieses Jahr aus und ab nächstes Jahr ist es dann eine feste unbefristete Stelle.“
Bei einigen der Absolventinnen und Absolventen setzte nach dem Studium eine große
Enttäuschung und Desillusionierung ein. Andere mussten viele Bewerbungen schreiben, um
eine Beschäftigung zu erhalten. Sie sehen als Grund für ihre Einstiegsschwierigkeiten
insbesondere die Unbekanntheit des Studiengangs und dessen Inhalte bei eventuellen
Arbeitgebern. Dadurch würden gar nicht erst Stellenanzeigen explizit für
Medienwissenschaftler ausgeschrieben. So müssten Absolventinnen und Absolventen
schauen, inwiefern die im Studium erworbenen Qualifikationen jeweils auf verschiedene
Stellenangebote passen könnten. In einem eventuellen Vorstellungsgespräch müssten dann
teilweise erst noch Inhalte und Ausrichtung des Studiengangs erklärt und dargestellt werden.
Es gab jedoch auch Befragte, bei denen sich der Übergang in das Berufsleben automatisch
und fließend gestaltete. Person E hatte insbesondere durch einen während des Studiums in der
gleichen Branche absolvierten Nebenjob keine Probleme beim Berufeinstieg.
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„Als ich mich entschieden hatte, war es damals so, dass der Markt relativ offen war, und ich
hab drei Bewerbungen geschrieben, wovon ich zwei Jobangebote hatte und da musste ich
mich für einen entscheiden, also von daher war es relativ gut.“
2.2.2. Relevanz des Studiums für den späteren Beruf
Interessant ist besonders, welche Kenntnisse und Eigenschaften aus dem Studium sich direkt
im Beruf auszahlen, d.h., inwieweit das medienwissenschaftliche Studium für etwaige spätere
Berufsfelder qualifiziert.
In der schriftlichen Online-Befragung wurde insbesondere die Vermittlung fachspezifischen
Kenntnisse positiv bewertet. Demgegenüber zeigt sich beim Einstieg in den Beruf, dass
nicht/weniger medientheoretisches Basiswissen, sondern vor allem Soft Skills wie
Selbstorganisation und -motivation, Präsentationsfähigkeiten und wissenschaftliches
Schreiben zur Anwendung kommen. Auch die interviewten Absolventinnen und Absolventen
hoben eher die während des Studiums erworbenen Basisqualifikationen als für einen spätere
Einstellung bedeutsam hervor, als das im Studium vermittelte fachliche Wissen. Wichtig ist
somit die Weiterentwicklung der Persönlichkeit des Einzelnen, die durch das Studium
vorangetrieben wird.
Person D2: „Also was ich auf jeden Fall sagen kann, was ich während des Studiums gelernt
habe, was bestimmt hilfreich ist, sich selbst zu organisieren, strukturiert zu arbeiten,
wissenschaftlich zu arbeiten, schreiben zu können, vielleicht noch präsentieren zu können und
vor allen Dingen mehr Mut zu haben. Also als ich hier angefangen habe war es so, ich hab
mir nicht vorstellen können mich vor so eine große Gruppe zu stellen und irgendwie was zu
sagen, das fiel mir am Anfang auch wirklich wahnsinnig schwer, das sind so Sachen, die sind
natürlich im Beruf auch viel gefordert, man muss präsentieren, man muss reden können, man
muss jedem sicher gegenübertreten können und ich denke solche Sachen […] lernt man und
Basiswissen.“
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2.3. Hinweise für das Institut für Medienwissenschaft
Insgesamt ergaben sich in der persönlichen Befragung viele positive Aspekte, allerdings auch
Einiges, was verbessert werden könnte. Zum Schluss der mündlichen Interviews konnten die
Befragten Vorschläge machen und Empfehlungen abgeben, was das Institut für
Medienwissenschaft ihrer Meinung nach ändern könnte und sollte. Im Vordergrund standen
dabei die Umsetzung der Struktur des Studiengangs, die Betreuung und Organisation der
Studenten sowie der Bekanntheitsgrad des Studiengangs.
So wird beispielsweise empfohlen, dass die drei Säulen Medienkultur, Medieninformatik und
Medienökonomie enger zusammenarbeiten und besser verzahnt werden müssten.
Auf der anderen Seite wird aber auch gefordert, dass die drei Säulen klarer definiert und
exakter auf den jeweiligen Medienschwerpunkt ausgerichtet sein müssten. Für jeden
einzelnen Bereich sind dann auch dementsprechend spezifische Veranstaltungen wichtig –
vor allem im Bezug auf die Medienökonomie.
Person A2: „Also ich denke mal, da sollte das Angebot auf jeden Fall noch ein bisschen
besser auf die Medienwissenschaft abgestimmt werden. Also ich halte diese Standartsachen
im Grundstudium nach wie vor für sinnvoll, dass ich jetzt zum Beispiel [...] BWL A oder BWL
B schreiben muss, um zu gucken, dass ich mit den Grundsachen klarkomme. Und dann aber
halt auch die Möglichkeit hab, wirklich Vorlesungen zu besuchen, die sich dann wirklich auch
auf Medien beziehen. [...] Also dass das halt abgestimmt ist und nicht einfach nach dem
Motto: Ach die Standardsachen für die BWLer haben wir ja und für die Informatiker – dann
sollen sich die Mewis3 halt da mit reinsetzen.“
Person B2: „Was ich ein bisschen finde, ist dass diese drei Säulen nicht so richtig miteinander
arbeiten, sondern manchmal ein bisschen gegeneinander. [...] ich fände es irgendwie
schöner, wenn man versuchen würde, sich um alle Bereiche ein bisschen zu kümmern. Zum
Beispiel auch bei den Informatikkursen war es ganz oft so, dass die Medienwissenschaftler so
am Rande erwähnt wurden: Ach ja, ein paar Medienwissenschaftler haben wir ja auch hier –
so getreu dem Motto: Die müssen wir ja mitnehmen; die Kulturleute müssen ja auch
irgendwie ihre Informatikscheine kriegen. Und dass man dann schon immer dachte: Hey, wir
3 Abkürzung für Medienwissenschaftler/innen
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sind doch ein Studiengang und nicht unbedingt so gegeneinander, sondern wir sollten eher
ein bisschen das Ganze miteinander machen.“
Außerdem wünschen die Studierenden sich, intensiver betreut und auf ein späteres
Berufsleben vorbereitet zu werden. Dazu zählt nicht nur die berufsorientierte Betreuung,
sondern auch eine intensive Beratung im Hinblick auf das Studium an sich.
Person E2: „Es gab so viele Möglichkeiten. Das ist eine tolle Sache auf der anderen Seite hat
man natürlich dann auch das andere Problem, dass es halt zu viele Möglichkeiten gibt. Also
ich hätte mir gewünscht, ein bisschen mehr Führung, ein bisschen mehr Leitplanken. Nicht
indem man vorgeschrieben bekommt, was man zu machen und nicht zu machen hat, sondern
mehr im Beratungsbereich. [...] Dass man einen Ansprechpartner hat, einen
wissenschaftlichen Mitarbeiter oder einen Doktor oder einen Professor, mit dem man sich
dann alle zwei Semester mal zusammensetzt und guckt: Was ist passiert, wo geht es hin, passt
das alles so wie ich mir das vorstelle. Weil es ist ja ganz klar, dass die eine wesentlich
breitere Sicht auf die ganze Sache haben, als halt der Student in der Situation. So
rückblickend hätte es mir glaube ich sehr gut helfen können, so ein paar Klippen zu
umschiffen.“
Hinzu kommt, dass es laut der Ehemaligen einfach zu große Studentenmassen gibt, die in
Vorlesungen und Seminaren teilweise nicht optimal betreut werden können. Es gibt zu wenig
Lehrende und zu wenig Raum- und Veranstaltungskapazitäten, was das Studium behindern
und einschränken könne. Deswegen müssten die großen Studierendenzahlen insgesamt anders
verwaltet und organisiert werden.
Person A2: „Die können nicht immer so viele Leute annehmen für den Studiengang und haben
die Kapazität überhaupt nicht, um da allen gerecht zu werden.“
Wichtig ist den Absolventinnen und Absolventen auch eine stärkere Unterstützung bei der
Praktikavermittlung, ein größerer Praxisbezug in der Lehre und die Förderung und
Unterstützung bei Diplomarbeiten.
Person E2: „Sie müssen halt mehr Praxisbezug herstellen – dass man nicht nur weiß, wer
Adorno und Horkheimer sind, sondern vielleicht auch mal sagt: Mit eurer Profession könnt
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ihr das und das machen und ja einfach einen Praxisbezug herstellen. […] Ich hab damals mit
einem Unternehmen zusammen meine Diplomarbeit geschrieben, was mir sehr viel gebracht
hat, ich weiß nicht, ob das heute gefördert wird. Damals war es ein ziemlicher Akt das
durchzukriegen, das ist sicherlich ein Ansatzpunkt.“
Vielfach wurde auch gefordert, dass der Studiengang von Seiten der Universität stärker ins
Bewusstsein von Gesellschaft und möglichen späteren Arbeitgebern gerückt werden müsse.
Der Studiengang Medienwissenschaft sollte nicht nur ein positives Image haben, sondern vor
allem auch bekannter werden, um damit den Studierenden höhere Chancen auf dem
Arbeitsmarkt zu verschaffen und einen leichteren Berufseinstieg zu ermöglichen.
Person C2: „Ja erst einmal muss es bekannter werden.“
Person F2: „Das Marketing müsste noch verbessert werden.“
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Resümee
Abschließend gilt es, die vorliegenden Ergebnisse der schriftlichen Online-Befragung und der
qualitativen Interviews vor dem Hintergrund der eingangs beschriebenen Ziele zu reflektieren
und Überlegungen zur Weiterentwicklung des Studiengangs Medienwissenschaft an der
Universität Paderborn anzustellen. Zur generellen Bestätigung des Studiengangs tragen die
folgenden Ergebnisse der Studie bei:
• Ein zentrales Ergebnis der Studie ist es, dass die Dreigliedrigkeit des Studiengangs
hoch akzeptiert ist. Von allen, die damit Erfahrungen gemacht haben, wird er
grundsätzlich positiv beurteilt. Hinzu kommt, dass diese Struktur in der Landschaft
der Medienstudienfächer relativ einzigartig ist und in ihrer Besonderheit dazu
beitragen kann, auch in Zukunft Studierende nach Paderborn zu ziehen.
• Deutlich wird auch, dass das medienwissenschaftliche Studium in Paderborn generell
positiv beurteilt wird und unter den Studierenden eine hohe Zufriedenheit herrscht. Es
werden zentrale Qualifikationen und Kompetenzen vermittelt, auch wenn diese in
einzelnen Bereichen noch verbesserungsfähig sind.
• Die Rahmenbedingungen des Studiums werden von Absolventinnen und Absolventen
positiv bewertet, angefangen bei der Wohnungssituation über die Bibliothek bis hin
zum Zugang zu den EDV-Diensten.
• Bei den Studierenden herrscht eine hohe Bereitschaft vor, selbst initiiert
Zusatzqualifikationen zu erwerben, die sich für den Berufseinstieg zudem als wichtig
erweisen.
• Der Übergang in das Berufsleben verläuft zwar nicht reibungslos, allerdings zeigt sich
eine insgesamt hohe Einmündungsquote mit einer zudem hohen Möglichkeit zur
Umsetzung fachlicher Qualitäten im Berufsleben.
• Die Einmündung in berufliche Felder konzentriert sich bei den Absolventinnen und
Absolventen der Medienwissenschaft auf ökonomische Handlungsfelder, wobei neben
den grundlegenden Medienkenntnissen IT-Kenntnisse oftmals eine wichtige
Voraussetzung für die Beschäftigung bilden.
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So positiv diese Ergebnisse sind, bleiben doch zahlreiche Gebiete, in denen die
Studienbedingungen und Einmündungsproblematiken verbessert werden können. In einigen
Bereichen gilt es deshalb, die Anstrengungen beizubehalten oder noch zu vertiefen. Zu den
Bereichen, in denen sich das Institut besonders herausgefordert sieht, zählen die folgenden
Punkte:
• Die Verzahnung der drei Säulen Medienkultur, Medienökonomie und
Medieninformatik sollten noch verbessert werden und auch die Friktionen im Bereich
Medienökonomie gilt es offensiv anzugehen.
• Die technischen Rahmenbedingungen im Institut und im IMT sollten auf hohem und
aktuellem Niveau gehalten werden, was permanente Technikverbesserungen
einschließt.
• Im Bereich des Praktikums bedarf es vermehrter Anstrengungen, um Angebote
strukturiert anbieten zu können, Beratungen anzubieten und die Verbindung von
Theorie und Praxis wissenschaftlich begleiten zu können.
• Die Studienbedingungen sollten in manchen Bereichen verbessert werden wie im
Prüfungswesen oder auch indem das Seminarangebot erweitert wird.
• Sinnvoll erscheint es, ein Alumni-Netzwerk zu fördern, um Einmündungsprobleme in
den Arbeitsmarkt abzumildern.
• Über eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts sollte nachgedacht
werden genauso wie über Bemühungen, das Institut in der Region besser zu vernetzen.
Die Absolventenstudie 2007 erweist sich aufgrund der ermittelten Daten als eine wichtige
Möglichkeit, den Kontakt mit den Studierenden und Absolventinnen und Absolventen
aufrecht zu erhalten und zur Qualitätsverbesserung des Studiums beizutragen. Wir wünschen
uns, dass wir diese Befragung als ein kontinuierliches Instrument regelmäßig nutzen können.