scieee Science in your language
[en] (orig)
Gisela
Ecker
uDie
unversiegbare
Milch":
Weiblichkeitsimagination
und
die Figur der archaischen Mutter
Eine
ganze
Reihe
von
Linien
laufen
in
diesem
Text
zusammen:
meine
Arbeit
an
den
Werken
von
Autorinnen
der
Moderne,
bei
denen
ein
narzißtisches
Weiblichkeitsideal
auftaucht,
zahlreiche
Seminare
über
Zusammenhänge
von
Weiblichkeit
und
Schritt,
die
Diskussion
von
Kristevas
"Stabat
mater
..
mit
Gruppen
von
Studie-
renden
in
verschiedenen
Ländern,
die
Lektüre
von
"Wie
weibliche
Freiheit
entsteht",
zu
der
mich
meine
Studentinnen
mit
sanfter
Gewan
zwangen
und
meine
Beunruhigung
über
die
Suche
nach
Identifikationsfiguren
und
..
Müttern·'
auch
innerhalb
der
insitutiona-
fisierten
Frauenforschung.
Ich
hätte
es
lieber,
wenn
jede
Frau
für
sich
selbst
ihre
Position
in
kritischer
Auseinandersetzung
findet,
anstatt
sich
an
Figurationen
mit
einer
gewissen
kollektiven
Sog-
wirkung
zu
heften,
doch
wird
mir
gesagt,
daß
ich
es
mir
damit
zu
leicht
mache
...
weshalb
ich
jetzt
auch
an
die
Arbeit
gehe
...
Mit
der
Frage
nach
dem
Bezug
von
Weiblichkeitsimagination
zu
~iner
archaischen
Mutterfigur
begebe
ich
mich
auf
ein
Feld
der
Uberschneidung
zwischen
Literatur-
bzw.
Kulturwissenschaft
und
Psychoanalyse.
Die
"Mutter",
von
der
hier
die
Rede
sein
wird,
ist
nicht
die
Mutter
im
biologischen
oder
soziologischen
Sinn!
son-
dern
als
Teil
der
psychischen
Konstitution
des
Selbst
eine
ima-
ginäre
Figur,
die
es
in
der
Realität
nicht
geben
kann.
Aus
der
Fülle
von
Entwürfen,
die
sich
auf
unterschiedliche
Modellvorsteilungen
menschlicher
Psyche
berufen,
kann
ich
hier
nur
einige
heraus-
greifen.
Seit
den
Untersuchungen
der
Zusammenhänge
von
63
Weiblichkeit
und
Schrift
durch
die
französischen
Theoretikerinnen
in
den
siebziger
Jahren
besitzt
die
archaische
Mutter
einen
festen
Platz
in
der
feministischen
Diskussion.
ln
der
inzwischen
geläufi-
gen
Rede
vom
Spannungsfeld
zwischen
dem
Lexikon
des
Vaters
und
dem
Körper
der
Mutter
(in
Nachfolge
und
Abwandlung
von
Freud
und
Lacan
formuliert)
repräsentiert
sie
das
Begehren
nach
Ganzheit
und
symbiotischer
Verschmelzung,
nach
einem
unge-
trübten
Zustand
-
des
primären
Narzißmus
-
noch
vor
der
Sche~
dung
in
ich/nicht
ich
und
noch
vor
der
Trennung
durch
das
väterli-
che
Gesetz.
An
dieser
Mutter
werden
im
feministischen
Diskurs
ganz
unterschiedliche
Hoffnungen
geknüpft,
deren
Spur
ich
nun
verfolgen
möchte.
An
einigen
Stellen,
wie
bei
Cixous
oder
lrigaray,
ist
diese
Spur
deutlich
erkennbar,
an
anderen
bleibt
sie
eher
ver-
steckt
und
unbewußt
aber
nicht
weniger
wirksam,
wie
zum
Bei-
spiel
bei
dem
Frauenbild,
das
gerne
von
denjenigen
konstruiert
wird,
die
eine
weibliche
Genealogie
von
Ahninnen
erstellen,
die
den
Bedürfnissen
nach
Idealität
entgegenkommt.
Diese
Spur
läßt
sich
auch
leicht
ein
Stück
zurückverfolgen,
bis
zu
den
ersten
Frauen
um
Freud,
die
sich
mit
dem
in
den
siebziger
Jahren
so
aktuell
gewordenen
Thema
von
Weiblichkeit
und
Kreativität
befaßt
haben.
I.
Sie
hat "mit
dem
kleinen Finger die
ganze
Hand"
Über
Lou
Andreas-Salomes
(
1861-1937)
Beziehungen
zu
be-
rühmten
Männern
wie
Nietzsche,
Rilke,
Ree,
Tauskund
anderen
ist
mehr
geschrieben
worden
als
über
ihre
Texte,
vor
allem,
weil
sich
ihr
Verhalten
unmißverständlich
als
provokativ
empfunden
über
die
konventionellen
Erwartungen
an
Frauen
hinwegsetzte.
Es
existieren
viele
klischeehafte
Bilder
von
ihr
als
''femme
fatale,.
ver-
schiedener
Intellektuellen-Kreise
der
Jahrhundertwende,
die
sich
zwar
auf
eine
Fülle
von
Daten
über
ihr
echt
widersprüchliches
Le-
ben
stützen
können,
jedoch
ohne
eine
Würdigung
ihrer
Leistungen
als
Verfasserin
religionsphilosophischer,
literaturkritischer,
psy-
choanalytischer
und
literarischer
Schriften
bleiben
diese
Bilder
al-
lenfalls
einseitig.
Als
Lou
Andreas-Salomä
Freud
kennenlernte,
war
sie
bereits
50
64
Jahre
alt
und
hatte
sich
schon
im
Eigenstudium
mit
der
Psycho-
analyse
befaßt.
Von
1912
an,
nachdem
sie
Zutritt
zu
Freuds
Mitt-
wochabend-Kollegs
erhalten
hatte,
wurde
die
Psychoanalyse
zu
ihrem
Hauptinteresse
und
führte
später
zu
einer
Betätigung
als
Laienanalytikerin
mit
eigener
Praxis.
tn
den
Jahren
1913
bis
1921
verfaßte
sie
eine
Reihe
psychoanalytischer
Schriften
für
"Imago
..
und
die
"Zeitschrift
für
Sexualwissenschaft".
Ihre
Schrift
"Mein
Dank
an
Freud"
und
zwei
Kapitel
ihrer
Autobiographie
"Lebensrückblick"
sind
Freud
gewidmet,
und
auch
die
aus
dem
Nachlaß
veröffentlichten
Aufzeichnungen
über
ihre
psychoanalyti-
schen
Aktivitäten
der
Jahre
191211913,
"ln
der
Schule.bei
Freud"
und
der
rege
Briefwechsel
mit
Freud
von
1912-1936
geben
ein
Bild
von
der
intensiven
und
eigenwilligen
Auseinandersetzung
mit
der
neuen
Lehre.
Im
Vergleich
zu
den
anderen,
mehr
wissenschaftlich-analytisch
ausgerichteten
Frauen
um
Freud
nahm
Salome
eine
Sonderstel-
lung
ein,
was
wohl
auch
mit
ihrem
Alter
und
ihrem
Ruf
zu
tun
hatte.
Freud,
der
sie
"Versteherin
par
excellence''
(Freud
1966
S.
311)
nannte,
begegnete
ihr
mit
einer
Mischung
aus
väterlicher
Nachsicht
und
gentlemanhafter
Galanterie.
Für
sie
blieb
er
der
Herr
Professor,
für
ihn
war
sie
erst
die
gnädige
Frau,
dann
die
"Liebst
Frau
Lou",
der
er
ketzerische
Äußerungen
{die
bekannter-
maßen
bei
ihm
zum
Ausschluß
führen
konnten)
mit
liebenswürdi-
ger
Geste
durchgehen
ließ.
Zwar
betont
sie
explizit
immer
wieder)
sie
bewege
sich
völlig
auf
dem
Boden
von
Freuds
Lehre~
blicke
lediglich
frauentypisch
eher
auf
das
Ganze
und
nicht
auf
das
ana-
lytische
Detail,
jedoch
nimmt
sie
dabei
wesentliche
Akzentver-
Schiebungen
vor,
allem
voran
in
ihren
Anschauungen
zum
Nar-
zißmus.
Dem
Fraudsehen
Ansatz
gemäß
hat
das
reife
Individuum
die
Selbstliebe
zugunsten
der
Objektliebe
aufzugeben,
die
eine
Li-
bidoform
in
die
andere
umzuwandeln
(Freud
1914).
Salome
dage-
gen
findet
in
vielen
Lebensäußerungen
der/des
Erwachsenen
den
Ausdruck
von
ursprünglicher
Selbstliebe,
so
in
der
Liebe,
im
künstlerischen
Werk
und
im
weiblichen
Geschlecht.
Sie
wertet
den
primären
Narzißmus
grundsätzlich
auf
und
setzt
sich
wortreich
65
dafür
ein.
ln
unserem
Zusammenhang
interessieren
vor
allem
ihre
Weiblichkeitsbestimmungen.
Zwar
folgt
sie
Freuds
Ansichten
insofern,
als
sie
eine
"geringere
Differenziertheit"
{1914
S.
7)
im
weiblichen
Geschlecht
annimmt,
jedoch
mit
der
üblichen
pejorati-
ven
Bewertung
will
sie
sich
nicht
zufriedengeben,
sondern
erkennt
darin
eine
"Wiederherstellung
von
Ehemaligem
auf
höherem
Ni-
veau"
(ebd.).
"Das
Weibliche
ist
zu
definieren
als
das,
was
mit
dem
kleinen
Finger
allein
die
ganze
Hand
bereits
hat..
(
1914
S.
10);
das
Weib,
wie
sie
es
nennt,
sei
"ins
Urnarzißtische
zurückge-
rundet'·
(1921
S.
370),
ihr
Erleben
von
liebe
bewahre
"jene
uran-
fängliche
Verschmelzung
mit
dem
Ganzen,
darin
wir
ruhten,
ehe
wir
selber
uns
gegeben
waren."
(1914
S.
11).
Die
Begriffe,
die
sie
für
ihre
Aufwertung
des
weiblichen
Narzi
ßmus
findet,
wie
"Rückbeziehung
auf
Konjugierendes,
Verschmelzendes"
(1921
S.
362),
"Wiederverschmelzung
mit
allem
als
positive(s)
Grundziel
der
Libido'•
(S.
363t
"Wollustt
sich
selber
zu
überrennen,
sich
nicht
als
Ich
im
Wege
zu
stehen
beim
beseeligenden
Wiedererleben
noch
ichfremden
Urzustandes"
(S.
369),
zeigen
deutlich,
daß
es
sich
um
einen
Zustand
der
Einheit
mit
der
archaischen
Mutter
handelt,
obwohl
sie
in
diesem
Zusammenhang
selten
den
Begriff
der
Mutter
verwendet1).
Bereits
vor
der
Begegnung
mit
Freud
hatte
sie
von
der
"glückseligen
Einheitlichkeit"
(1899
S.
292)
des
Weibes
gespro-
chen;
indem
diese
··selbst
ein
Ganzes,
heimkehrt
zum
Ganzen,
ist
es
ähnlich,
als
durchlebe
sie
einen
uratten
Traum
(
...
)
aus
ur-
grauen
Zeiten,
in
denen
sie
noch
Alles
in
Allem,
-
in
denen
sie
noch
Alles
mit
Allem
war."
(1988
S.
306)
Mit
der
Psychoanalyse
bediente
sie
sich
dann
eines
Beschreibungssystems,
mit
dem
sie
ihre
Ansichten
über
Weiblichkeit
argumentativ
zu
begründen
ver-
suchte,
mit
dem
grundlegenden
Unterschied
jedoch,
daß
sie
aus
dem
sogenannten
weiblichen
Defizit
eine
Qualität
machte,
aus
dem
Mangel
eine
Fülle,
die
sich
dadurch
einstellt,
daß
in
der
nar-
zißtischen
Rückwendung
ein
sonst
nicht
verfügbares
psychisches
Reservoir
zugänglich
gemacht
wir.
Das
weibliche
Geschlecht
ist
demnach
für
Saloll'lE!
das
genußfähigere,
harmonischere,
mit
IIder
ganzen
Breite
des
Ubidobesitzes"
(1917
S.
177)
ausgestattete
66
und
zudem
durch
die
Gebärtähigkeit
"mit
einem
Ineinanderspiel
der
verschiedenen
gerichteten
menschlichen
Tendenzen
be-
schenkt,
das
der
Mann
sich
erst
vom
Geist
aus
erarbeiten
muß'."
(S.
180)2)
Es
ist
eine
Menge
Übersetzungsarbeit
nötig,
um
durch
ihren
mit
Kompositabildungen
überfrachteten
Stil
hindurch
das
Vorauswei-
sende
mancher
ihrer
Ideen
zu
erkennen,
das
vor
allem
in
ihrem
Beharren
auf
der
Differenz
der
Geschlechter,
der
Aufwertung
des
primären
NarzißmusSJ
und
in
ihrer
Behandlung
des
Präödipalen
liegt.
Vieles
davon
kehrt
in
der
zeitgenössischen
Diskussion
wie-
der,
zwar
mit
anderem
Vokabular,
jedoch
nicht
weniger
betörend.
Die
Parallelen
zur
heutigen
Debatte
hören
allerdings
an
der
Stelle
auf,
wo
es
um
weibliches
Künstlerturn
geht.
Denn
für
Salome
ist
dieses
in
ihrer
Weiblichkeit
ruhende
Wesen
selbst
einem
künstle-
rischen
Akt
vergleichbar,
während
es
die
Aufgabe
des
männlichen
Künstlers
sei,
daß
er
"in
Werken
schafft,
was
das
Weib
von
sei-
nem
Wesen
aus
ist."
(1914
S.
13)
Ihre
einzig
mögliche
Kulturtat
sei
das
Kind:
"Damit
ist
dem
Weiblichen
ein
Kulturwert
von
sich
aus
und
unabhängig
gegeben,
daß
es
analog
(
...
)
dem
Sinn
des
Geistesschöpferischen
wirken
kann."
(ebd.)
Freuds
These
von
der
Unfähigkeit
des
Weiblichen
zur
Kultur
wird
damit
nachvollzogen
und
gleichzeitig
entschärft.
(Salome
selbst
hat
mehrfach
beteuert,
ihre
Romane
nur
zum
Gelderwerb
veröffentlicht
zu
haben
und
ihre
künstlerische
Tätigkeit
gegenüber
ihrem
übrigen
Schrifttum
abge-
wertet.)
Ihre
Auffassung,
daß
das
männliche
Künstlerturn
seine
Energien
aus
der
Rückwendung
zum
Präödipalen
bezieht~
läßt
allerdings
bereits
eine
Spur
zu
Kristevas
Behandlung
männlicher
Avantgardekünstler
aufscheinen.
Lou
Andreas-Salome
füJJt
eine
Leerstelle
in
der
frühen
Psycho-
analyse,
indem
sie
das,
was
in
den
dortigen
Weiblichkeitsbestim-
mungen
als
geringere
Differenziertheit,
als
mangelhafte
Ablösung
von
der
Mutter,
auch
als
bisexuelle
Rätselhaftigkeit,
kurz
ange-
deutet
und
ex
negativo,
als
Abweichung
vom
normgebenden
männlichen
Geschlecht,
definiert
ist,
mit
fnhaften
füllt,
einen
weib-
lichen
Narzißmus
mit
vielen
schOnen
Worten
verKlärt
und
das
theoretische
Konstrukt
aus
seiner
pejorativen
Behandlung
heraus-
67
zuführen
versucht.
Ihre
Beschwörung
einer
vollkommenen
Weib-
lichkeit
geschieht
jedoch
ohne
Bewußtsein
von
den
Komplikatio-
nen,
die
sich
in
der
Realität
daraus
ergeben,
ohne
Anerkennung
des
Wunschcharakters
einer
solchen
Konstruktion.
Diese
Kon-
struktion
befindet
sich
außerdem
in
größter
Nähe
zu
einem
Frau-
entypus,
der
in
der
KuRur
der
Zeit
als
Männerphantasie
vielfach
auftaucht,
sei
es
in
der
Form
der
mit
einer
Raubkatze,
einem
Kind
oder
einem
Dieb
verglichenen
Ausprägung
des
"reinsten
und
echtasten
Typus
des
Weibes"
(Freud
1914
S.
55)
in
Freuds
Nar-
zißmusaufsatz,
sei
es
in
Wadekinds
Dramenfigur
der
Lulu
oder
in
Nietzsches
"gefährlichste(m)
Spielzeug".
Sie
ist
selbstgenügsam,
passiv,
triumphierend
unantastbar,
kulturlos
und
von
großer
Ver-
führungskraft
aus
männlicher
Sicht,
aber
sie
bietet
wohl
kaum
eine
lebbare
Alternative
für
Frauen.
11.
"Her
teet
are
the dellcate pulse of
the
narcissus
bud"
Hilda
Doolittle
(1886-1961),
seit
ihrer
Namensgebung
durch
Ezra
Pound
H.D.
genannt,
die
amerikanische
Dichterin,
die
in
der
Lite-
raturgeschichtsschreibung
hauptsächlich
durch
ihre
frühe
Lyrik
bekannt
ist.
machte
bei
Freud
eine
Analyse,
als
sie
bereits
be-
stens
mit
seiner
Lehre
vertraut
war:
80
Stunden
vom
1.
März
bis
zum
15.
Juni
1933
und
25
Stunden
von
Oktober
bis
Dezember
1934.
Diese
Erfahrung
prägte
entscheidend
ihr
umfangreiches
Spätwerk,
das
bisher
erst
von
der
feministischen
Literaturkritik
zur
Kenntnis
genommen
worden
ist.
1944,
während
der
Blitz-Angriffe
auf
London,
schrieb
sie
"Writing
on
the
Wall"
(erstmalig
veröffent-
licht
1945-46),
einen
vielschichtigen
Text
über
die
Sitzungen
bei
Freud.
1956
wurde
dieser
Text
dann
zusammen
mit
ihrem
F
reud-
Tagebuch
von
1933,
"Advent",
unter
dem
Titei"Tribute
to
Freud"
veröffentlicht.
H.D.s
Freud
ist
ein
ganz
anderer
als
derjenige,
der
uns
bei
Lau
Andreas-Salome
begegnet.
ln
der
ihr
eigenen
Art
verwandelte
sie
ihn
in
eine
Figur
von
mythischen
Dimensionen,
zu
einem
Kreu-
zungspunkt
von
Strömungen,
die
er
nicht
alle
selbst
in
der
Hand
hatte.
ln
ihren
Umschreibungen
wird
er
zu
einem,
der
auf
Goldmi-
nen
stößt,
einem
Retter
der
Menschheit,
zum
"blameless
physi-
68
cian"
Asklepios
{H.D.
1956
S.
101
),
zu
Faust,
zu
Theseus,
zum
Hüter
der
Schwelle
zwischen
Unbewußtem
und
Bewußtem,
zu
ei-
ner
"midwife
of
the
soul"
(116).
Innerhalb
ihrer
kosmisch-esoteri-
schen
Weltsicht
und
der
verschiedenen
Übertragungen
in
der
analytischen
Situation
bekam
Freud
einen
Platz
zugewiesen,
den
er
in
keiner
anderen
Darstellung
einnehmen
sollte:
The
point
was
that
for
all
his
amazing
originality,
he
was
drawing
from
a
source
so
deep
in
human
consiciousness
that
the
outer
rock
or
shale,
the
accumulation
of
hundreds
or
thou-
sands
of
years
of
casual,
slack
or
even
wrong
or
evil
thinking
had
all
but
sealed
up
the
original
spring
or
well-head.
He
called
it
striking
oil,
but
others,
-long ago-
had
dipped
into
that
same
spring.
(S.
82)
Gleichzeitg
gelingt
es
ihr,
ihn
als
verletzlichen
kranken
Mann
und
als
von
den
Nazis
bedrohten
Juden
zu
zeichnen.
Auf
dieser
vielschichtigen
Grundlage
des
Respekts,
der
Vereh-
rung,
der
menschlichen
Ernpathie
kann
sie
dann
sagen,
"the
Pro-
fessor
was
not
always
righf'
(S.
98).
"I
was
rather
annoyed
with
the
Professor
in
one
of
his
volumes.
He
said
(as
I
remember)
that
warnen
did
not
creatively
amount
to
anything
or
amount
to
much,
unless
they
had
a
male
counterpart
or
a
male
companion
from
whom
they
draw
their
inspiration."
(S.
149)
Damit
ist
sowohl
der
Beweggrund
für
H.D.s
Analyse
genannt,
nämlich
ihre
Rolle
als
Künstlerin
neu
zu
findenf
als
auch
der
Kernpunkt
ihrer
Auseinan-
dersetzung
umschrieben,
an
dem
sie
nicht
locker
ließ.
H.D.s
Weg
zu
einem
neuen
Verständnis
von
sich
als
Künstlerin
führt
über
die
Instanz
der
Mutter,
zu
der
Freud
in
der
Übertragung
auch
gemacht
wird.
"And
I
must
tell
you
(
...
),
I do
not
like
tobe
the
mother
in
transference-
it
always
surprises
and
shocks
me
a
little.
I
feel
so
very
masculine"
{S.
146),
sagt
er
dazu.
Mit
den
Mutter-
Kind-Rollen
wird
dann
auch
gespielt:
Why
had
I
come
to
Vienna?
The
Professor
had
said
in
the
very
beginning
that
I
had
come
to
Vienna
hoping
to
find
my
mother.
Mother?
Mamma.
But
my
rnother
was
dead.
I
was
dead;
that
is,
the
child
in
me
that
had
called
her
mamma
was
dead.
Anyhow,
he
was
a
terribly
frightening
old
man,
too
old
and
too
69
detached,
too
wise
and
too
farnaus
altogether,
to
beat
the
way
with
his
fist
like
a
child
hammering
a
porridge-spoon
on
the
table.
(S.
17)
Die
Mutter,
die
in
der
Analyse
belebt
wird,
ist
gleichzeitig
die
erin-
nerte
biographische
Mutter
und
auch
eine
imaginäre:
"lt
is
she
who
matters
for
she
is
laughing,
not
so
much
at
us
as
with
or
over
us
and
araund
us.
She
has
bound
music
folios
and
loose
sheets
on
the
top
of
our
piano.
About
her,
there
is
no
question.n
(S.
33)
Und
in
einem
Traum
von
einem
Spiegel,
dessen
Rahmen
ihre
Mutter
mit
Goldrauten
bemalt
hatte,
werden
die
Blumen
zu
Nar-
zissen,
worauf
sie
in
der
Traumanalyse
folgert:
"Pherhaps
the
books
I
last
wrote
of
were
too
seif-eentered
or
'narcissistic'
to
sa-
tisfy
my
heart.
I
want
a
fusion
or
a
transfusion
of
my
mother's
art.''
(S.
151)
Deutlich
grenzt
sie
somit
den
sekundären
vom
primären
Narzißmus
ab
und
versteht
letzteren
als
förderlich
für
ihre
eigene
Kunst.
tn
ihrem
autobiographischen
Gedicht
''The
Master''4)
von
1933,
das
sie
zu
Lebzeiten
auf
keinen
Fall
veröffentlichen
wollte,
spricht
eine
lyrischepersonaüber
den
Meister,
der
als
alter,
weiser,
auto-
ritätsgebietender
Mann
dargestellt
wird
und
unschwer
als
Freund
identifizierbar
ist.
Das
Problem,
das
die
lyrische
persona
ihm
zu
Füßen
legt,
ist
ihre
bisexuelle
Orientierung,
ihre
Gespaltenheil
in
der
Liebe:
"I
had
two
loves
separate"
...
"I
did
not
know
how
to
differentiate/
between
volcanic
desire,/
anemonies
like
embers/
and
purple
fire/
of
violets/like
red
heat,/
and
the
cold/
silver/
of
her
feet".
Ihre
Haltung
schwankt
zwichen
Verehrung,
Dankbarkeit
und
Auflehnung:
"He
was
very
beautiful,
the
old
man,
and
1
knewwisdom,
I
found
measureless
truth"
aber:
"I
was
angry
at
the
old
man,
Iwanted
an
answer,
a
neat
answer,
70
-
I
was
angry
with
the
old
man
with
his
talk
of
the
man-strength,
I
was
angry
with
his
mystery,
his
mysteries,
I
argued
till
day-break"
Die
Sprecherin,
die
zu
diesem
Zweck
weit
gereist
ist
("I
have
tra-
velled
far
to
Miletus"),
erhält
eine
für
sie
entscheidende
Antwort:
"'we
won't
argue
about
that'/
(he
said)/
'you
are
a
poet"'.
Die
an-
dere
Antwort
muß
sie
selbst
in
Auseinandersetzung
mit
ihm
fin-
den.
Sie
lautet
"woman
is
pertectlt
und
wird
im
Gedicht
in
ein
poe-
tisches
Bild
von
einer
Tänzerin
umgesetzt:
"She
is
a
woman,
yet
beyond
woman,
yet
in
woman,
her
feet
are
the
delicate
pulse
of
the
narcissus
bud,
pushing
from
earth,
where
is
your
man-strength?)
she
conjures
the
hills;
"rhododendrons
awake,"
her
feet
pulse,
the
rhododendrons
wake
there
is
purple
flower
between
her
marble,
her
birch-tree
white
thighs,
for
she
needs
no
man,
herseit
isthat
dart
and
pulse
of
the
male,
hands,
feet.
thighs,
herseit
perfed."
Mit
dieser
Textstelle
wird
eine
Episode
in
Tribute
in
Verbindung
71
gebracht,
als
nämlich
Freud
zusammen
mit
H.D.
eine
kleine
Sta-
tue
der
griechischen
Göttin
Nike
anschaut
und
sagt
"She
ist
per-
fect
(
...
)
only
she
has
lost
her
spear"
(H.D.
1956
S.
69),
eine
be-
reits
in
seinem
Mund
vieldeutige
Aussage,
die
das
Gedicht
noch
weiter
verkompliziert.
Auch
die
Rede
von
der
"man-strength"
im
Gedicht
läßt
erkennen,
daß
diese
Figur
der
llperfect
woman"
gegen
gen
die
Theorie
des
weiblichen
Mangels
(des
Phallus}
gerichtet
ist.
Das
poetische
Bild
eines
ungeteilten
Zustandes
ruft
demge-
genüber
narzißtische
Allmachtsphantasien
auf
und
imaginiert
eine
zweigeschlechtliche
Selbstgenügsamkeit.
Das
Lachen,
das
sich
aus
dieser
Fülle
ergibt
("Now
can
I
bear
even
God,/
for
woman's
laughter/
prophesies/
happiness")
erinnert
an
das
mütterliche
La-
chen
der
in
der
Analyse
belebten
Kindheitserinnerung.s)
Doch
es
hadelt
sich
nicht
um
einen
konkret
ausformulierten
Zustand
utopi-
scher
Weiblichkeit
als
der
dieses
Bild
häufig
gewertet
wird,
denn
es
ist
ein
Bild,
das
erst
noch
gelesen,
sorgfältig
entziffert
werden
muß:
"how
could
he
have
known/
how
each
gesture
of
his
dancer/
would
be
hieratic?/
words
were
scrawled
on
papyrus,/
words
were
written
most
carefully
,/
each
ward/
. . . 1
and
the
whole
made
a
rhythm/
in
the
air".
Seide
Autorinnen,
Salome
und
H.D.,
insistieren
auf
einer
grundle-
genden
Verschiedenheit
der
Geschlechter
(weichen
damit
vom
vorherrschenden
Gleichheitsdiskurs
der
Frauenbewegungen
ihrer
Zeit
ab),
und
beide
setzen
den
Theorien
des
weiblichen
Mangels
(in
bezug
auf
die
psychosoziale
Entwicklung,
auf
die
Teilhabe
an
der
Kultur,
und
ausgedrückt
durch
die
Formel
des
Penisneids)
ein
imaginäres
ganzheitliches
Idealbild
entgegen,
das
einem
präödipal
ungeteilten
Zustand
nahesteht
Was
sie
ebenfalls
verbindet,
ist
die
Tatsache,
daß
sie
gerade
durch
die
Psychoanalyse
zu
diesen
Po-
sitionen
angeregt
wurden
und
daß
die
persönliche
Begegnung
mit
Freud
dabei
eine
Rolle
spiette.
Was
die
beiden
voneinander
un-
terscheidet,
sind
ihre
Ansichten
von
einem
weiblichen
Kunst~
schaffen.
Außerdem
ist
sich
H.D.
sehr
viel
mehr
als
Salome
be-
wußt,
daß
die
beschriebenen
alternativen
Vorstellungen
eher
den
Charakter
von
Wunschphantasien
tragen.
Sie
selbst
sieht
sich
-
72
das
drückt
sie
sowohl
in
ihren
poetischen
Texten
afs
auch
in
ihrem
Freud-Buch
aus
-
in
einem
Spannungsfeld
zwischen
der
Kunst
der
Mutter
und
der
Wissenschaft
des
Vaters
(das
ist
sowohl
biogra-
phisch
als
auch
im
übertragenen
Sinn
zu
verstehen),
das
sie
im-
mer
wieder
durchschreitet,
ohne
bei
einer
einzigen
"Lösung"
ste-
hen
zu
bleiben.
Die
heutige
Rezeption
geht
demgegenüber
wieder
einen
Schritt
zurück,
wenn
sie
H.D.s
Bild
der
"perfect
womanlf
als
Durchbruch
der
Autorin
zu
einem
genuin
"weiblichen
Schreiben"
wertet,
6>
sie
als
eine
der
literarischen
Mütter
in
eine
weibliche
Schreibgenealogie
hineindefiniert
und
sich
dabei
narzißtischer
ge·
bärdet
als
die
Autorin
selbst.
Alicia
Ostriker
zum
Beispiel
stellt
die
Frage,
"What
{
...
)
do
we
want
in
our
poetic
ancestresses?
My
be·
liefisthat
we
want
strong
mothers",
und
zählt
H.O.
zu
diesen.
Der
dritte
Wunsch
-wie
im
Märchen
-
an
diese
Mütter,
nach
den
Wün~
sehen
nach
Qualität
und
Subversivität,
lautet:
"the
promise
ot al·
ternative
vision:
acts
of
imagination
whereby
we
might
conceive,
as
it
were,
the
vafleys
being
exalted,
the
crooked
made
straight,
and
the
rough
places
plain
...
(Ostriker
1976
S.
479)
Die
archaische
Mutter
soll
also
alle
Schwierigkeiten
aus
dem
Weg
räumen,
die
Töchter
vor
dem
bewahren,
was
an
unbequemen
Einsichten
beim
Eintritt
in
eine
Kultur,
die
das
Weibliche
nur
ungenügend
symboli-
siert,
dringend
nötig
ist.
111.
"Sie schreibt mit
weißer
Tinte"
Damit
waren
wir
bei
der
heutigen
Frauenbewegung,
innerhalb
de-
rer
sich
die
von
mir
gezeichnete
Spur
des
symbiotischen
Einheits~
verlangans
keineswegs
verläuft.
Das
Zitat
in
der
Überschrift
mei-
nes
Vortrags
stammt
aus
einem
Text
von
Helime
Cixous,
der
stellvertretend
für
viele
weitere
angeführt
werden
kann:
Jede
Frau
trägt
in
sich,
mehr
oder
weniger
stark,
etwas
von
der
'Mutter',
die
heilt
und
nährt,
die
der
Trennung
widersteht,
eine
Kraft,
unbeschneidbar,
Gesetze
außer
Atem
bringend(
...
)
Text,
mein
Körper:
von
singenden
Strömen
durchzogent
höre
mich,
es
ist
keine
erdrückende,
dich
fesselnde
tMutter';
die
T
ag~und
Nacht-Stimme
rührt
dich
an,
dich
bewegend,
läßt
vom
Schoß
73
zur
Sprache
dich
kommen,
schleudert
deine
Kraft;
Rhythmus
treibt
dich;
geheimer
Grund,
der
alle
Metaphern
möglich
und
mächtig
macht,
Körper
(der?
die?)
so
wenig
beschreibbar
wie
Gott,
die
Seele,
der
Andere;
raumschaffender
Teil
von
dir,
der
dich
drängt,
der
Sprache
deinen
Stil,
den
Stil
der
Frauen
ein-
zuprägen.
Stimme:
unversiegbare
Milch.
Wiedergefunden.
Verlorene
Mutter.
Ewigkeit:
Stimme
vermischt
mit
Milch.
(Cixous
1976
S.
144)
"Mutter"
steht
bezeichnenderweise
in
Anführungszeichen,
um
der
Tatsache
Rechnung
zu
tragen,
daß
sie
als
intrapsychische
Di-
mension
begriffen
wird,
als
"außerhalb
jeder
Rolle"
(S.
144).
Sie
wird
in
das
Konzept
einer
weiblichen
Schrift
hineingenommen,
"schreibt
mit
weißer
Tinte"
(ebd.).
Auch
das
Bild
von
der
"unversiegbaren
Milch
..
verweist
darauf,
daß
es
sich
um
ein
ima-
ginäres
grundsätzlich
unerfüllbares
Begehren
handelt.
Sowohl
die
Konnotation
zum
Märchen
(Schlaraffenland)
als
auch
die
biblische
Anspielung
legen
uns
eine
stark
polarisierte
Sicht
nahe,
nach
der
ein
unschuldiger,
paradiesartiger
früherer
Zustand
der
Einheit
ge-
stört
wird7).
Ganz
im
Gegensatz
zu
Cixous
warnt
Julia
Kristeva
vor
einer
sol-
chen
Idealisierung
der
Dyade
und
geht
von
einem
psychischen
Modell
aus,
in
dem
das
Dritte
konstituierend
istSl.
ln
der
Figur
der
Triade
ist
als
Drittes
der
Vater,
das
Gesetz,
die
Kultur
(je
nach
Modell)
anwesend.
Die
"Rückkehr
zur
archaischen
absoluten
Mutter
(ohne
das
Andere,
ohne
Vater)"
steht
für
sie
einer
"Wendung
in
die
Regression
bis
hin
zum
Wahnsinn"
nahe.
(Kristeva
1976
S.
169)
Dabei
ist
es
ihr
ausgesprochen
wichtig,
"dem
Verhältnis
zwischen
dem
sprechenden
Subjekt
und
der
Mutter"
(
ebd.
S.
170)
Ausdruck
zu
verleihen.
ln
ihrer
Theorie
der
avantgardistischen
Kunstproduktion,
die
ich
hier
nicht
ausführli-
cher
vorstellen
kann,
bezieht
die
Kunst
der
Moderne
ihr
innovati-
ves
sprachliches
Potential
gerade
aus
dem
verdrängten
Vorsym-
bolischen:
'"Kunst'
ist
'Inzest'
in
der
Sprache:
Abhängigkeit
vom
KOrper
der
Mutter,
die
Verbindung
zur
präödipalen
Phase."
(ebd.
74
S.
171)
Die
entsprechenden
sprachlichen
Elemente
(die
sie
"semiotische"
Elemente
nennt),
tauchen
als
Rhythmen,
als
"Anomalien",
als
Aufregungen
der
Sprache,
als
Brüche
und
zwi-
schen
den
Zeilen
erkennbare
Strukturen
auf
und
sind
auf
die
symbolischen
Elemente
als
Träger
angewiesen.
Für
sie
gilt,
daß
im
kreativen
Akt
beides
miteinander
verbunden
wird:
"Neues
her-
vorbringen
setzt
voraus,
daß
das
Subjekt,
das
könnte
die
Frau
sein,
ihre
ganze
(unbewußte)
libidinös-archaische
Struktur
auf
sich
nimmt
und
diese
Struktur
in
den
Akt
der
Symbolisierung
ein-
bringt."
(S.
170-71)
Die
Frage,
von
welcher
geschlechtsspezifischen
Position
aus
eine
solche
Kunstpraxis
betrieben
sind,
erscheint
mir
besonders
wich-
tig.
Was
Kristeva
häufig
zum
Vorwurf
gemacht
wird,
nämlich
daß
sie
ihre
Theorie
vorwiegend
am
Beispiel
männlicher
Autoren
ex-
amplifiziert,
ist
im
Licht
ihrer
Theorie
nur
konsequent.
Diese
sind
ja
weitaus
sicherer
im
Symbolischen
verankert,
vollziehen
eine
"glattere"
Trennung
von
der
archaischen
Mutter
und
können
von
dieser
abgesicherten
Position
aus
das
Wagnis
einer
vorüberge-
henden
präödipalen
Verschmelzung
eher
eingehen9).
Auf
eine
vergleichbare
Schreibpraxis
von
Frauen
befragt,
spricht
sie
mit
Nachdruck
von
den
Gefahren
und
Risiken
(z.B.
Kirsteva
1976;
1979).
1
0)
Wie
auch
immer
man
zu
Kristevas
Theorien
steht,
in
je-
dem
Fall
kann
aufgrund
der
von
ihr
eingeführten
Konzepte
eine
ganze
Reihe
von
Fragen
bezüglich
Weiblichkeit
und
Kunstproduk-
tion
sehr
viel
genauer
gestellt
werden11).
Nach
Luce
lrigarays
Meinung
unterliegen
die
Wertungen
der
ar-
chaischen
Beziehung
zum
Körper
der
Mutter,
welche
die
herr-
schende
Psychoanalyse
vornimmt,
bereits
einem
"postödipalen
Phantasma"
(lrigary
1987
S.
102),
vor
allem
wenn
gesagt
werde,
"es
bestünde
da
die
Gefahr
der
Fusion"
(S.
103).
Damn
werde
le-
diglich
reproduziert,
was
in
der
Gesellschaft
ohnehin
an
Bewer-
tungen
vorhanden
sei,
die
das
Mütterfiche
aJs
"verschlingendes
Monstrum"
phantasieren
und
deren
Sprache
für
Gebärmutter
und
weibfiche
Sexualorgane
nur
negative
Benennungen
bereithielte.
Sie
beschreibt
de
kollektive
"Angst,
in
einen
Abgrund
zu
stürzen,
in
einem
Dunkel
zu
versinken"
(S.
49):
"Das
erinnert
sicher
an
die
75
Regression
'in
utero',
aber
vor
allem
auch
daran,
daß
man
hier
an
einen
tief
versunkenen
Bereich
des
Sozialen
rührt,
dem
die
Spra-
che
und
die
Symbolisierung
fehlt."
(S.
49)
Es
ist
ihr
deshalb
wich-
tig,
die
Mutter.
die
zu
Anfang
unserer
Ku"ur
geopfert
worden
ist,
nicht
noch
einmal
zu
töten.
(
...
)
Wir
müssen
auch
Worte
finden,
sie
wiederfinden,
erfinden,
entdecken,
diese
zugleich
archai-
sche
und
aktuelle
Beziehung
zum
Körper
der
Mutter,
zu
unse-
rem
Körper
ausdrücken
(
...
)
eine
Sprache,
die
sich
nicht
an
die
Stelle
dieses
Körper-an-Körper-Seins
setzt,
wie
es
die
Sprache
des
Vaters
tut,
sondern
eine
Sprache,
die
es
begleitet,
Worte,
die
das
Körperliche
nicht
ausstreichen,
sondern
die
"körperlich"
sprechen.
(S.
110-111)
Gleichzeitig
macht
sie
wie
Kristeva
darauf
aufmerksam,
daß
wir
über
das
Imaginäre
selbst
nur
mit
Hilfe
der
symbolischen
Sprach-
fügungen
reden
können
und
daß
es
auch
darauf
ankommt,
diese
selbst
zu
verändern.
Die
Frauen
um
die
Mailänder
Libreria
delle
donne
versuchen.
durch
eine
veränderte
politische
Praxis
auf
die
symbolischen
Re-
präsentationen
des
Weiblichen
Einfluß
zu
nehmen.
Sie
beziehen
sich
auf
lrigarays
Klage
darüber,
daß
es
keine
befriedigenden
Figurationen
innerhalb
des
Symbolischen
gibt
und
fordern
daher
eine
..
Revolution
des
Symbolischen
-
die
Revolution
der
Reprä-
sentation
des
eigenen
Selbst
und
des
eigenen
Geschlechts."
(libreria
S.
123)
Es
geht
darum,
"symbolische
Figuren
zu
entwer-
fen
(
...
)
Die
erste
dieser
Figuren
wurde
symbolische
Mutter
ge-
nannt:•
(S.
125)
Dabei
interessiert
sie
weniger
die
sprachliche
als
eine
konkret
handlungsbezogene
Praxis,
die
modellhaft
in
Bezie-
hungen
des
affldamento
gestattet
wird,
der
selbstgewählten
Be-
ziehung
einer
Frau
zu
einer
anderen,
die
für
sie
ein
Vorbild,
eine
"autonome"
Mutter
darstellen
kann.
Da
die
reale
Mutter
häufig
eine
patriarchalische
Mutter
ist,
muß
eine
andere
Figur
für
die
Syrrbolisierung
gefunden
werden.
1
2)
Oie
Verbindung
durch
affi-
damento
ist
"in
einem
tieferen
Sinn
die
Wiederherstellung
der
Größe
der
Mutter
durch
die
Frauen
und
die
Gründung
einer
ge-
76
seilschaftliehen
Autorität
der
Frauen."
(S.
180}
Die
Theorie
Jrigarays
erscheint
hier,
wie
Marianne
Schuller
kritisch
anmerkt,
um
wesentliche
Dimensionen
verkürzt,
denn
der
ima-
ginäre
Mutterbezug
bleibt
unerwähnt.
Zwar
ist
es
offensichtlich,
daß
die
symbolische
Repräsentanz
des
Weiblichen
und
Mütterli-
chen
verändert
werden
muß,
doch
kann
dies
kaum
gelingen,
wenn
-
von
der
Warte
der
Frauen
aus
-
das
entsprechende
an
diese
Figur
geheftete
Begehren
nicht
beachtet
wird.
Es
handelt
sich
ja-
und
das
wird
im
Text
explizit
betont
-
um
eine
modellhafte
Beziehung,
die
eine
Reihe
von
Bedürfnissen
befriedigen
soll
und
nicht
um
eine
bJoße
Revision
der
gesellschaftlichen
Weiblichkeits-
rollen.
Symbiosesehnsüchte
und
ein
gewaltiger
Erwartungsdruck
auf
die
"autonomen
Mütter"
scheinen
im
Text
vielfach
auf
und
bleiben
unbewußf.13J
Jn
einem
der
beschriebenen
Gruppenpro~
zesse
werden
die
Lieblingsautorinnen
zu
Müttern
(S.
128),
doch
es
wird
bald
klar,
daß
sich
die
Brontäs,
Gertrude
Stein,
Silvia
Plath,
lngeborg
Bachmann
und
Virginia
Wootf
nicht
wirklich
dazu
eignen.
Beim
Ruf
nach
den
starken
Müttern
geht
es
mehr
als
um
das
kognitive
Ziel
einer
Verankerung
im
symbolischen
System)
und
es
wäre
wichtig,
bewußt
damit
umzugehen.
*
Die
Spur,
die
ich
versucht
habe,
zu
verfolgen,
führt
hin
zu
einer
Reihe
von
Vorstellungen,
die
nicht
alle
in
ein
einziges
psychoana-
lytisches
Modell
passen
und
die
auf
sehr
unterschiedliche
Weise
versprachlicht
sind.
Insgesamt
zeigt
sich
gerade
im
Überblick
über
mehrere
Entwürfe,
wie
wichtig
der
Fragekomplex
um
den
weibli-
chen
Bezug
zu
einer
archaischen
Mutterfigur
ist.
Der
historische
Distanz
wahrende
Blick
auf
die
Autorinnen
der
Moderne,
denen
zum
ersten
Mal
das
Vokabular
gegeben
war,
ein
entsprechendes
weibliches
Begehren
zu
artikulieren,
wirkt
sich,
wie
ich
meine,
er-
hellend
auf
die
Analyse
der
gegenwärtigen
Debatte
aus.
Die
von
mir
verfolgte
Fragestellung
führt
uns
auf
die
Ebene
häufig
unbewußter
Wünsche
nach
imaginärer
Ganzheit
nach
Teilhabe
an
der
Macht
der
archaischen
Mutter,
nach
Symbiose
im
Begeh-
n
ren
von
Frauen.
Gerade
wenn
sie
unbewu
ßt
bleiben,
haben
sie
oft
eine
kompensatorische
Funktion
zu
erfüllen,
müssen
für
Ange-
botsdefizite
der
gegenwärtigen
Kultur
aufkommen;
diesen
Aspekt
finde
ich
beunruhigend.
Ich
glaube,
es
ist
auch
deutlich
geworden,
daß
es
sich
bei
der
la-
chenden,
der
nährenden,
der
verschlingenden,
der
vorbildlichen,
der
verbotenen!
der
schützenden,
der
mächtigen
Mutter
kaum
je
um
die
Mutter
als
Subjekt
handett,
sondern
um
eine
intrapsychi-
sche
Dimension,
um
ein
verlorenes,
meist
als
paradiesisch
phan-
tasiertes
Reich.
Oft
müßte
deshalb
nicht
eigentlich
von
der
Mutter
gesprochen
werden,
und
es
geht
nicht
einmal
um
eine
weibliche
Figur,
sondern
nur
um
einen
Zustand
des
Ungeteittseins,
dessen
Repräsentationsfigur
die
Mutter
ist.
1
4l
ln
die
bildhaften
Umset-
zungen
dieses
Zustands
jedoch
ist
sexuelle
Differenz
fast
aus-
nahmslos
eingeschrieben.
Ein
ganzes
Spektrum
von
alternativen
Konzepten
bezieht
sich,
wie
wir
gesehen
haben,
auf
die
bestehende
Asymmetrie
in
der
Bewertung
der
{notwendigen)
Lösung
aus
der
Symbiose
in
der
Subjektgenese
15
l,
also
darauf,
daß
das
männliche
Paradigma
der
Ablösung
von
der
mütterlichen
Instanz
als
normatives
Modell
po-
sitiv
und
das
weibliche
Paradigma
einer
weniger
drastischen
Trennung
negativ
gewertet
wird.
Es
gilt
als
"normal",
die
archai-
sche
Mutter
als
das
gänzlich
..
Andere"
zu
imaginieren.
Daß
diese
Imaginationen
von
weiblicher
Position
aus
anders
aussehen
müs-
sen,
vor
allem
wenn
sie
aus
der
pejorativen
Wertung
entlassen
sind,
is1
eigentlich
klar.
Sie
schwanken
gegenwärtig
zwischen
ldealisierungen
der
Dyade
einerseits
und
der
Zensur
solcher
Idea-
lisierung
andererseits,
doch
beides
ist
noch
zu
sehr
am
normati-
ven
Modell
der
Subjektgenese
verhaftet.
Im
Grunde
geht
es
wohl
auch
nicht
um
die
Konstruktion
eines
alternativen
Modells,
son-
dern
um
eine
Vielfalt
von
neuen
Imaginationen
aus
weiblicher
Perspektive.
Um
es
noch
einmal
klarzustellen:
Wir
haben
einen
Mangel
an
Bildern
von
dieser
mütterlichen
Figur,
doch
diese
sind
aus
männlicher
Perspektive
gestattet.
Wenn
Roland
Barthes
schreibt:
"Der
Schriftsteller
ist
jemand,
der
mit
dem
Körper
seiner
Mutter
spiett
(
...
) :
um
ihn
zu
glorifizieren,
zu
verschönern
oder
um
78
ihn
zu
zerstückeln,
ihn
bis
zur
Grenze
dessen
zu
bringen,
was
vom
Körper
erkannt
werden
kann."
(Barthes
(1974
S.
56),
so
scheint
in
dieser
Aussage
eine
Vorstellung
von
sexueller
Differenz
auf,
die
aus
männlicher
Position
definiert
ist.
Differenz
und
Gleich-
heit
in
Relation
zur
archaischen
Mutter
werden
aus
weiblicher
Po-
sition
anders
bestimmf.16)
Von
der
Literatur
und
der
weiteren
Dis-
kussion
der
psychoanalytischen
Kreativitätskonzepte,
die
sich
im
Zusammenhang
von
Weiblichkeit
und
Schrift
mit
der
Hinwendung
zum
ttverlorenen
Kontinent"
des
archaisch
Mütterlichen
befassen,
sind
sicherlich
solche
Imagination
zu
erwarten.
Anmerkungen:
1)
vgl.
dazu
ihren
Aufsatz
"Psychosexualitär:
"Die
frühesten
Äußerungsweisungen
des
Kin-
des
entsprechen
einem
Liebeszustand,
für
den
noch
das
ln-allem-umfangen-sein
selber
steht:
es
lebt
die
Mutter,
ehe
es
die
Mutter
'liebr."
((1917
S.
155)
2)
Zur
Vollendung
des
Weiblichen
durch
die
Mutterschah
hat
Salome
viel
geschrieben:
vgl.
u.a.
die
Aufsätze
in
"Die
Erotik".
3)
ln
den
siebziger
Jahren
wurde
beispielsweise
in
den
Wer1<en
von
Heinz
Kohut
eine
Auf-
wertung
des
primären
Narzißmus
vorgenommen.
4}
ln:
H.D.,
Collected
Poems.
1912-1944,
Manchester
1984,
S.
451-461.
5}
Zur
lachenden
Mutter
in
Avantgardetexten
vgl.
Susan
R.
Suleiman,
"Mothers
and
the
Avant-garde"
(1990)
6)
vgl.
dazu
die
Texte
von
OuPiessis
und
Friedmann,
die
sich
zweifellos
sehr
um
die
Wie-
derentdeckung
des
Werks
von
H.D.
verdient
gemacht
haben.
7)
Zur
Kritik
an
dieser
Polarisierung,
"the
polar
opposition
between
the
golden
pre-Oedipal
and
the
fallen
Oedipal"vgl.
Jane
Gallop,
"Reading
the
Mether
Tongue"
(1987)
8}
vgl.
dazu
Sigrid
Weigel,
Topographien
der
Geschlechter
(1990)
S.
26ft.
9)
Es
ist
erstaunlich,
wie
sich
bezOglieh
der
Relation
von
Weiblichkelt
und
Kreativität
die
unterschiedlichsten
psychoanalytisdlen
Ansätze
ähneln;
vgl.
zu
den
beschriebenen
Freudianischen
und
Lacanianischen
Modellen
das
Jungsehe
etwa
von
Erich
Neumann,
Zur
Psychologie
des
Weiblichen
(1952}
10)
Trotz
dieser
Warnungen
wird
eifrig
im
Namen
Kirstevas
nach
den
Körpern
der
Mütter
in
der
Sprache
von
Autorinnen
geforscht,
nach
deren
"sprachlichem
lnzesr;
vgL
Deborah
Kloepfer
(
1989)
11)
vgl.
dazu
Jaqueline
Rose,
Julia
Kristeva
-
Take
T
wo"
(
1986)
12)
vgt.
dazu
Gallop
(1987)
S.
322
13)
Ähnliches
spielt
sich
nach
meiner
Beobachtung
in
der
enthusiastischen
Rezeption
des
aftidarnen~Modells
ab,
die
mir
begegnet ist
14)
vgl.
dazu
Julia
KrlsteYas
einleitende
Bemerkungen
zu
"Stabat
Mater"
in:
Geschichten
von
79
der
Liebe
(
1989)
15)
Die
Diskussion
im
agioamerikanischen
Bereich
wurde
vor
allem
durch
Nancy
Chodorovs
The
Reproduction
of
Mothering,
Berkeley
1978,
beeinflußt.
16)
Den
Begriff
der
Positionalität
finde
ich
in
diesem
Zusammenhang
wichtig,
weil
er
es
er-
möglicht,
'Weiblichkeir
und
"Frau"
zusammenzubringen.
Literatur:
Andreas-Salome,
lou (1899)-
"Die
in
sich
ruhende
Frau",
in:
Zur
Psychologie
der
Frau,
Hrsg.
Gisela
Brinker-Gabler,
FrankfurVMain
1978,
S.
285-311
dies.
(1914}-
"Zum
Typus
Weib",
in:
Imago
3,
S.
1-14
dies.
{1917)
·
"Psychosexualitär,
in:
Oie
Erotik,
Frankfurt,
Berlin
1986,
S.
149-183
dies.
(1921)-
"Narzißmus
als
Doppelrichtung",
in:
Imago
7,
S.
361-386
dies.
{1931)
·Mein
Dank
an
Freud,
Wien
dies.
(1951)
-lebensrückblick,
Hrsg.
Ernst
Pfeiffer,
Frankfurt'Main
dies.
(1983}-
ln
der
Schule
bei
Freud.
Tagebuch
eines
Jahres
1912/1913,
Frankfurt,
Berlin
Barthes,
Roland
(1974)-
Die
Lust
am
Text,
FrankfurVMain
Cixous,
Helene
(1976)-
"Schreiben,
Feminität,
Veränderung",
in:
Alternative
108/109,
S.
134-
147
Doolinle,
Hilda
(1974)-
Tribute
to
Freud,
Boston
dies.
(1984)-
Goileeted
Poems
1912-1944,
Manchester
DuPiessis,
Rachel
Blau
(1986)
·
H.D.:
The
Career
ofthat
Struggle,
Brighton,
Ecker,
Gisela
(1990)-
'"Die
glückselige
Einheitlichkeitdes
Weibes
und
'woman
is
perfect'-
Lou
Andreas·
Sa!ome
und
H.D.
'ln
der
Schule
bei
Freud"',
in:
AvantGarde
4,
S.
11-25
Freud,
Sigmund
(1914)-
"Zur
Einführung
des
Narzißmus,
in
Studienausgabe
Bd.
111,
Frankfurt
1975,
S.
37-68
ders.
(1966)
·Briefwechsel
mit
Lou
Andreas-Salome,
Frankfurt!Main
Friedmann,
Susan
(1981)-
Psyche
Reborn.
The
Emergence
of
H.D.,
Bloomington
Gallop,
Jane
(1987)-
"Reading
the
Mother
Tongue:
Psychoanalytic
Feminist
Crlticism~,
in:
Cri·
ticallnquiry
13,
S.
314-329
lrigaray,
luce (1987)-
"Der
dunkle
Kontinent
der
Frauen",
in:
Zur
Geschlechterdifferenz.
Wien
1987,
S.
47-61
dies.
-"Körper-an-Körper
mit
der
Mutter",
ebd.
S.
95-115
Kloepfer,
Deborah-
The
unspeakable
Mother.
Forbidden
Discourse
in
Jean
Rhys
and
H.D.
Kohut,
Heinz
(1973)-
Narzißmus,
FrankfurttMain
Kristeva,
Julia
(1976}-
"Produktivität
der
Frau",
in:
Alternative
108/109,
S.
166-181
dies.
(1978)
-
Die
Revolution
der
poetischen
Sprache,
Frankfurt!Main
dies.
(1979)-
"Kein
weibliches
Schreiben?
Fragen
an
Julia
Kristeva",
in:
Freibeuter
2,
S.
79-84
dies.
(1989}-
Geschichten
von
der
Liebe,
Frankfurt/Main
Libreria
deHe
donne
die
Milano
(1988)-
Wie
weiblche
Freiheit
entsteht,
Berlin
Neumann,
Erich
(1952)
·Zur
Psychologie
des
Weiblichen,
Frankfurt/Main
1983
80
Ostriker,
Alicia
{1986)-
"What
Do
Women
(Poets)
Want?
H.D.
and
Marianne
Moore
as
Poetic
Ancestresses·,
in
Contemporary
Literature
27,
S.
475-492
Rose,
Jacqueline
(1986)-
•Julia
Kristeva-
Take
Two",
in:
Sexuality
in
the
Field
of
Vision,
Lon-
don
Schuller,
Marianne
(1990)-
"Wie
entstehtweibliche
Freiheit?
Zur
'neuen
Politik'
des
Affida-
mento,
in:
Im
Unterschied,
FrankfurVMain,
S.
211-218
Suleiman,
Susan
Rubin
(1990)-
"Mothers
and
the
Avant-garde:
a
Case
of
Mistaken
ldentity?",
in:
AvantGarde
4,
S.
135-146
Weigel,
Sigrid
(1990)-
Topographien
der
Geschlechter,
Reinbek
1990
81