scieee Science in your language
[en] (orig)
MySpace als Karrieremotor und Radioersatz?
Eine explorative Studie zum Einfluss von Musik-Communities im Internet
auf die Verbreitung und Rezeption von Musik am Beispiel MySpace
_________________________________
Masterarbeit
zur Erlangung des Grades Master of Arts
an der Fakultät für Kulturwissenschaften
der Universität Paderborn
Erstgutachter: Prof. Dr. Heiner Gembris
Zweitgutachter: Dr. Martin Pfleiderer
Eingereicht von: Meike kleine Brörmann
Studiengang: Populäre Musik und Medien, Master of Arts
Vorgelegt am: 20.08.2008
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Abgrenzung der Thematik 3
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter 6
2.1 Alte und neue Wertschöpfungsketten 7
2.2 (Selbst-)Vermarktung der Künstler 10
3. Musikrezeption 13
3.1 Medien und Nutzungskontexte im Wandel 13
3.2 Musik im Internet - Neue Rezeptionsformen 15
4. Web 2.0 17
4.1 Nutzungsformen und Partizipation 18
4.2 (Musik-)Online-Communities und Social-Networking-Websites 20
4.2.1 Definition und Funktionen 20
4.2.2 MySpace 23
5. Branchensichtweisen und Positionen 27
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User 30
6.1 Forschungsfragestellungen und Untersuchungsziele 30
6.2 Methode und Aufbau des Fragebogens 31
6.3 Durchführung 33
7. Ergebnisse der Studie 36
7.1 Deskriptive Darstellung 36
7.2 Zusammenhänge 47
7.3 Nutzertypologie 49
Inhaltsverzeichnis
8. Diskussion 54
8.1 Interpretation der Ergebnisse 54
8.1.1 Interpretation der deskriptiven Darstellung 54
8.1.2 Interpretation der Zusammenhänge 61
8.1.3 Interpretation der Nutzertypologie 62
8.2 Diskussion mit Blick auf Branchensichtweisen und Literatur 64
8.2.1 Musikrezeption und -entdeckung 64
8.2.2 Web 2.0- und MySpace-Nutzung 66
8.2.3 Chancen und Vorteile der Musiker 68
8.2.4 Musikwertschöpfung 69
8.2.5 Chancen von MySpace als kommerzielles Downloadportal 71
9. Schlussbetrachtung 73
9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 73
9.2 Ausblick 75
Literaturverzeichnis 77
Anhang 83
Advertisement
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1: Auswirkungen des Internets auf die Musikwertschöpfungskette
(Neef & Blömer) 8
Abb. 2: Nutzung verschiedener Quellen zur Information über Musik
(Frage Nr. 4) 38
Abb. 3:
Gründe für die Nutzung von MySpace (Frage Nr. 9) 40
Abb. 4: Erwartungen der Musiker an MySpace (Frage Nr. 18) im Vergleich
zu den erfüllten Erwartungen (Frage Nr. 19) 44
Abb. 5: Verteilung der Probanden auf die fünf Nutzertypen 52
Abb. 6: MySpace-Aktivität der verschiedenen Nutzertypen 53
1. Einleitung
1
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Verfolgt man die Berichterstattung der Medien, ist das Internet aus vielen Musi-
kerkarrieren gar nicht mehr wegzudenken: Die Band My Chemical Romance
verbreitete Songs ihres zweiten Albums bereits 2004 kostenlos im Internet, u.a.
auf ihrer MySpace-Seite, und konnte so allein über Mundpropaganda unter den
Fans große Erfolge erzielen (Anderson, 2007, S. 123f.). Die Arctic Monkeys
stellten ihre Songs 2005 kostenlos ins Netz, ein Fan veröffentlichte sie in sei-
nem Blog und lange bevor die Band überhaupt ein erstes Album herausge-
bracht hatte, spielte sie ausverkaufte Konzerte (Spließ, 2006). 2007 wurde die
Sängerin Colbie Caillat durch ihre MySpace-Seite bekannt und stieg u.a. in den
USA, Großbritannien und Deutschland hoch in die Charts ein (Fauser, 2007).
Auch das Verhalten der Rezipienten ändert sich: Längst ist das Internet als
wichtiges Medium in den Alltag der Menschen eingezogen und bietet zahlreiche
Umgangsformen mit Musik, vom Online-Musikmagazin über das Internetradio
bis hin zu legalen oder illegalen Downloadplattformen. Dies alles zeigt: Musik
findet heute zunehmend online statt. Die Verbreitung und Rezeption, aber auch
die Vermarktung und Distribution von Musik verlagert sich immer mehr von her-
kömmlichen Kanälen wie Plattenfirmen oder Radio in das Internet.
Eine große Rolle spielen dabei Musik-Communities, also Online-Communities
1
mit dem Schwerpunkt Musik. Diese bieten eine Plattform im Internet, auf der
Künstler ihre Musik veröffentlichen und Musikfans neue Musik entdecken kön-
nen. Beide Seiten nnen über ein Netzwerk in direkten Kontakt miteinander
treten und sich austauschen. Besonders die Social-Networking-Website
myspace.com - im Folgenden als MySpace bezeichnet - hat sich in den ver-
gangenen Jahren als die vielleicht wichtigste, mit Sicherheit aber als die größte
Community dieser Art herausgestellt. Millionen Musiker und Musikfans sind ü-
ber MySpace weltweit miteinander vernetzt.
Die tatsächliche Wirkung von MySpace oder anderer Communities und das
Verhalten der Nutzer sind jedoch noch nicht erforscht. Es liegen auf wissen-
1
zur genauen Definition der Begriffe Online-Community und Social-Networking-Website siehe Kapitel
4.2
Advertisement
1. Einleitung
2
schaftlicher Basis keine Kenntnisse darüber vor, ob und inwiefern sie die Re-
zeption und Verbreitung von Musik beeinflussen. Deshalb sind die folgenden
Fragestellungen interessant:
- Welche Relevanz haben das Internet und Musik-Communities im Beson-
deren tatsächlich, wenn es darum geht, wie Menschen heute Musik
wahrnehmen, kennen lernen, suchen und entdecken?
- Welche Vorteile bieten die Communities den Musikern? Welche
Chancen haben Künstler, wenn sie sich über Plattformen wie MySpace
selbst vermarkten?
Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, ist es notwendig, etwas darüber
zu erfahren, auf welche Art und Weise Musik-Communities von Rezipienten und
Künstlern genutzt werden und welche Nutzungsmotive, Ziele und Erwartungen
sie selbst bezüglich dieser Internetseiten haben. Eine wichtige Rolle spielen
auch die „Internet-Karrieren“ bekannter Künstler wie z.B. der Arctic Monkeys,
die in diesem Kontext bewertet werden müssen.
Dies näher zu untersuchen, ist das Ziel dieser Arbeit. Da es zu dem Thema
noch so gut wie keine wissenschaftliche Literatur gibt, wurde eine eigene Da-
tenerhebung durchgeführt. Mithilfe eines Online-Fragebogens wurden in explo-
rativer Form Meinungen, Erfahrungen und Verhaltensweisen von MySpace-
Nutzern
2
erhoben, um mehr über den Einfluss der Internetseite auf die Musik-
verbreitung und -rezeption zu erfahren. MySpace wurde dabei als Fallbeispiel
für Musik-Communities gewählt, da es sich um die größte und am weitesten
verbreitete Seite dieser Art handelt.
Die Ergebnisse der Studie stellen Tendenzen in der Nutzungsweise dar und
können dazu dienen, Hypothesen zu formulieren und weitere Forschungen an-
zuschließen.
2
Der Gebrauch der maskulinen Form („MySpace-Nutzer“, „Musiker“, „Proband“ etc.) dient der besseren
Lesbarkeit und ist, sofern nichts anderes erwähnt wird, nicht geschlechtsspezifisch gemeint.
1. Einleitung
3
1.2 Abgrenzung der Thematik
Mittelpunkt der Arbeit sind die oben definierten Musik-Communities. Dazu gehö-
ren in erster Linie nicht-kommerzielle Interessengemeinschaften und Netzwerke
im Internet, die es sich zum Ziel gemacht haben, Musik zur Verfügung zu stel-
len sowie den Austausch über Musik und das Knüpfen von Kontakten zu er-
möglichen. In den meisten Fällen bieten Künstler ihre Musik auf einer von ihnen
selbst eingerichteten Profilseite kostenlos zum Download oder als Stream
3
an.
Beispiele für Communities dieser Art außer MySpace sind Portale wie mp3.de,
jamendo.com oder last.fm. Nicht gemeint sind rein kommerzielle Online-Portale
bzw. Downloadshops wie z.B. iTunes. Zwar ist auch MySpace oder mp3.de ein
kommerzieller Anteil nicht abzusprechen. Wichtiger ist aber die Möglichkeit sich
als labelfreier Künstler kostenlos im Internet präsentieren, bzw. als Musikfan
kostenlos neue Musik von diesen Künstlern anhören zu können sowie der Aus-
tausch untereinander im Netzwerk.
P2P-Tauschbörsen
4
fallen somit nicht unter die Definition Musik-Community,
auch wenn es sich dabei ebenfalls um eine Art „Interessengemeinschaft“ im
Internet handelt. Dennoch fehlt ihnen der „Community“-Charakter im Sinne ei-
nes Netzwerks, in dem sich Musiker und Musikfans untereinander austauschen,
zumal nicht die Musiker selbst sich und ihre Musik präsentieren, sondern allein
die Rezipienten Musikdateien austauschen.
MySpace selbst ist als Musik-Community in gewisser Weise ein Sonderfall. Ur-
sprünglich als soziales Netzwerk gedacht, erfüllt es diese Hauptfunktion auch
heute noch, während der musikalische Schwerpunkt mit der Zeit hinzukam. Ge-
nau genommen ist es damit keine reine Musik-Community. Dennoch ist
MySpace heute das maßgebliche Internetportal, über das sich Musiker
manchmal sogar als einzige Internetpräsenz überhaupt darstellen. Deshalb
wird MySpace hier auch als Musik-Community definiert.
Der MySpace-Nutzer ist in der Definition dieser Arbeit eine Person, die die In-
ternetseite aufruft und sie zur Information, zur Unterhaltung oder aus sonstigen
Gründen rezipiert und somit deren Inhalte nutzt. Eine Registrierung und ein ei-
3
Als Stream bezeichnet man die Datenübertragung von Audio- oder Videodateien über das Internet bei
gleichzeitiger Wiedergabe derselben, ohne Speicherung der Inhalte auf dem Rechner des Empfängers.
4
Der Begriff P2P („Peer-to-Peer“) bezeichnet Filesharing-Plattformen im Internet wie z.B. Kazaa oder
eDonkey, die die Übertragung von Dateien direkt von einem Nutzer zum anderen innerhalb eines Netz-
werks ermöglichen.
Advertisement
1. Einleitung
4
genes Profil sowie damit verbundene Netzwerk- und Kommunikationsaktivitäten
sind möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Dies entspricht auch den Mög-
lichkeiten, die die Seite bietet.
Der Umgang der Musikindustrie mit dem Internet sowie das Download-
Musikgeschäft sollen in dieser Arbeit nicht diskutiert werden, da dies zu weit
vom Thema wegführen würde. Auch wenn der Musikerwerb über das Internet
thematisiert wird, ist der Blick dabei speziell auf MySpace und dessen Zukunft
gerichtet.
Außerdem soll sich die explorative Studie zum Verhalten der MySpace-Nutzer
aufgrund der Übersichtlichkeit auf den deutschen Raum beschränken.
1.3 Aufbau der Arbeit
Den theoretischen Rahmen bilden die Kapitel 2 bis 4. Eine Diskussion soll in
diesem Teil noch nicht stattfinden, vielmehr werden verschiedene Ansätze zu
den Themen Musikverbreitung und -rezeption im Internetkontext dargestellt. In
Kapitel 2 soll es zunächst darum gehen, die Veränderungen in der Musikwert-
schöpfung im digitalen Zeitalter nachzuvollziehen. Dies ist deshalb wichtig, weil
die Vermarktung und Verbreitung von Musik über das Internet durch die techni-
schen Entwicklungen der letzten Jahre ständig zugenommen hat. Die Möglich-
keit, Musik in Datenform legal oder illegal über das Internet zu verbreiten, stellt
die herkömmliche Wertschöpfungsketten des Tonträgervertriebs in Frage. Auch
MySpace bietet eine Plattform, mit der Musik auf neue Art vom Künstler zum
Rezipienten gelangen kann. Die Thematik beinhaltet außerdem die Frage, wel-
che Aufgaben Plattenfirmen in der heutigen Zeit haben und ob Musiker sie noch
brauchen. Nachdem in 2.1 die alten und neuen Wertschöpfungsstrukturen ver-
glichen wurden, geht es also in 2.2 um die mögliche Selbstvermarktung der
Künstler über das Internet und welche Rolle MySpace und andere Plattformen
dabei spielen können.
In Kapitel 3 geht es weniger um die Musiker und Produzenten als vielmehr um
die Rezipienten. Hier ist interessant, wie sich die Musikrezeption durch das In-
ternet verändert hat und welche neuen Rezeptionsweisen entstanden sind. Wie
stark sind die traditionellen Massenmedien in den Hintergrund getreten und wie
1. Einleitung
5
aktiv sind die Rezipienten heute bei der Suche nach neuer Musik? Während die
Veränderungen in 3.1 dargestellt werden, geht es in 3.2 um neue Rezeptions-
formen, die speziell durch das Internet entstanden sind.
Kapitel 4 behandelt die neuen Dynamiken des Internet in Form des Web 2.0.
Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Produzent und Rezipient, der mo-
derne Internetnutzer produziert selbst Inhalte und beteiligt sich auf diese Weise
am Geschehen im Internet. In 4.1 geht es im die verschiedenen Nutzungsfor-
men und Arten der Partizipation und wie diese zur Verbreitung von Musik bei-
tragen. 4.2 thematisiert speziell Communities und Social-Networking-Websites,
deren Funktionen und Nutzungsformen sowie die Seite MySpace im Besonde-
ren.
Nach der theoretischen Einführung sollen in Kapitel 5 verschiedene Stellung-
nahmen und Sichtweisen von Medienvertretern und anderen Aktiven aus der
Musikbranche dargestellt werden, um den aktuellen Stand der Diskussion über
den Einfluss und die Wirkung von MySpace zu erfassen. Dies ist wichtig, um
die anschließende Studie bewerten und einige Aussagen mit Blick auf deren
Ergebnisse später diskutieren zu können.
In Kapitel 6 wird dann die eigene Datenerhebung ausführlich vorgestellt. Die
Ergebnisse der Studie sind in Kapitel 7 zu finden. In Kapitel 8.1 werden diese
interpretiert, im Untersuchungskontext begründet und mit anderen Studien ver-
glichen. In 8.2 soll sich eine Diskussion anschließen, die die zuvor dargestellten
Theorien und Stellungnahmen mit einbezieht. Dabei soll sich herausstellen,
welche Einschätzungen richtig sind und welche Relevanz MySpace tatsächlich
haben kann. In der Schlussbetrachtung soll schließlich neben der Zusammen-
fassung der Erkenntnisse ein Blick auf die mögliche Zukunft der
Musikverbreitung geworfen werden.
Advertisement
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
6
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
„Die Geschichte der Musikwirtschaft zeigt, dass neue Kommunikationstechno-
logien zwar zunächst als Bedrohung erscheinen und die bestehenden Schutz-
und Kontrollmechanismen für die Angebotsstruktur und den Vertrieb untergra-
ben, letztlich aber doch dem Status quo dienen nnen.“ (Martin, 2007, S.
324f.). Ähnlich wie zu Zeiten der Erfindung des Radios Anfang des 20. Jahr-
hunderts oder der Musikkassette in den 1960ern befinden wir uns auch heute in
einer Phase, in der eine neue Technologie die Struktur des Musikmarktes ver-
ändert und Wege gefunden werden müssen, sich an die neuen Gegebenheiten
anzupassen. Die Erfindung des MP3-Audioformats und die zunehmende
Verbreitung schneller Internetverbindungen haben es möglich gemacht, Musik-
dateien in Sekundenschnelle zu übertragen. Die herkömmlichen Wege der Mu-
sikdistribution scheinen überholt, Tonträger werden zunehmend nur noch von
Musikliebhabern gekauft und Künstler vermarkten sich selbst. Das Internet hat
also in vielerlei Hinsicht die Musikdistribution und -vermarktung verändert - und
der Prozess der Veränderungen ist noch längst nicht abgeschlossen. Heute
werden diese Veränderungen von der Musikindustrie als Bedrohung der beste-
henden Strukturen gesehen - das betrifft vor allem die unkontrollierte Verbrei-
tung von Musikdateien über das Internet. Für die Künstler dagegen sind die
Entwicklungen nicht selten von Vorteil.
Um die Auswirkungen dieser Veränderungen systematisch nachzuvollziehen,
soll in 2.1 dargestellt werden, in welcher Art und Weise sich im Zuge der Digita-
lisierung die Musikwertschöpfung verändert hat. In diesem Zusammenhang
geht es auch um die Rolle der Plattenfirmen in der Wertschöpfungskette, da
sich deren Aufgabenfelder durch das Internet im Wandel befinden.
In 2.2 geht es dagegen um die Perspektive der Künstler. Diesen bietet das In-
ternet eine vorher nie dagewesene Plattform, auf der sie sich und ihre Musik
präsentieren können. Dabei können sie verschiedene Vorteile r sich nutzen,
die sie von den Plattenfirmen immer unabhängiger werden lassen, so z.B. die
direkte Kommunikation mit den Fans sowie die gezielte Nutzung von Nischen.
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
7
2.1 Alte und neue Wertschöpfungsketten
Durch die Möglichkeiten, die das Internet bietet, erfolgt eine stufenweise Verän-
derung der traditionellen Wertschöpfungskette.
Oepkemeier (2007, S. 36) unterscheidet im digitalen Zeitalter drei verschiedene
Wertschöpfungsketten: Neben der traditionellen Kette, die „auf physischen Wa-
ren in der Erstellung von Tonträgern und der Vermarktung durch Vertrieb und
Abgabe im Verkauf“ basiert, existiert die „hybride Verkettung in der Distribution
mit physischen Informationsgütern“ bei „Präsentation und Abwicklung der Kauf-
transaktion […] über das Internet“, ein Beispiel hierfür wäre der Online-Händler
Amazon. Die dritte Kette ist schließlich die digitale Distribution in der auch „die
Auslieferung der Produkte als digitales Informationsgut“ geschieht, so z.B. bei
iTunes (ebd.). Dabei ist keine Reduktion der Arbeitsschritte zu beobachten,
denn auch wenn mit dem physischen Vertrieb Vervielfältigung und Logistik weg-
fallen, tritt an deren Stelle der digitale Vertrieb und damit z.B. die Datenverar-
beitung der digitalen Inhalte durch Service-Provider (Oepkemeier, 2007, S. 41).
Im Prinzip hat sich also nicht viel verändert, das „grundsätzliche Modell Label-
Vertrieb-Handel [ist] erstaunlich intakt geblieben.“ (Lazimbat, 2007, S. 145).
In der Darstellung von Neef und Blömer (2003, S. 105, siehe Abb. 1) ist an die-
ser Stelle die Substitution verschiedener Stationen der Wertschöpfungskette
noch lange nicht abgeschlossen. Stattdessen werden weitere Schritte darge-
stellt, die die zunehmende Unabhängigkeit der Künstler mit sich bringen. Zwar
stammt die Darstellung aus dem Jahr 2003 und somit sind Dienste, die zu die-
ser Zeit oder erst später ins Leben gerufen wurden, noch nicht in die Überle-
gungen mit einbezogen worden, z.B. MySpace. Dennoch lassen sich die ein-
zelnen Stufen der Substitution sehr gut auf heutige Modelle beziehen und ha-
ben somit nichts an Aktualität eingebüßt.
Die Darstellung beginnt ähnlich wie die Oepkemeiers: Zunächst können Online-
Händler den traditionellen Einzelhandel ersetzen, indem die physischen Tonträ-
ger direkt über das Internet bestellt werden - dies entspricht der „hybriden Ver-
kettung“. Die nächste Stufe ist die digitale Distribution: der Ersatz der Tonträger
durch Musikdateien. Der Kunde kann sich die Musikdateien nach dem Kauf di-
rekt auf den Rechner herunterladen.
Related document tools
Tools for careful academic writing
Plag can make similarity review part of the writing workflow. Identific can support academic and institutional document processes. They help keep academic document workflows clearer.
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
8
Der darauf folgende Schritt geht bereits über Oepkemeiers Modell hinaus: Hier
werden auch Marketing- und Promotion-Maßnahmen über das Internet ausge-
führt. Ein solches Modell findet man z.B. bei Netlabels,
5
die ihre Künstler aus-
schließlich online vermarkten. In den meisten Fällen gibt es hier bereits das An-
gebot kostenloser Downloads, entweder vollständig oder als Download einzel-
ner Titel zu Promotionzwecken (Redenz, 2005; Kleinhenz, 2006). Zu den Künst-
ler-Websites oder „speziellen A&R-Websites“, wie sie bei Neef und Blömer im
nächsten Schritt genannt werden, können heutige Musikportale und -
communities gezählt werden, auf denen die Künstler ihre Musik selbst anbieten
können. Hier ist auch MySpace einzuordnen. Die herkömmliche Wertschöp-
fungskette ist an dieser Stelle schon vollständig durchbrochen, da es möglich ist,
als Künstler alles in Eigenregie zu machen, von der Promotion bis zum Handel.
Auf manchen Seiten - z.B. mp3.de - ist es auch möglich, Musik direkt zu ver-
kaufen. Als letzter Schritt folgt nun nur noch die Verbreitung der Musik über
Tauschbörsen. Diese kann selbst der Musiker nicht mehr beeinflussen, jegliche
Wertschöpfungsketten sind außerdem hinfällig, da es beim illegalen kostenlo-
sen Download nicht zu einer Wertschöpfung kommt.
Abb.1: Auswirkungen des Internets auf die Musikwertschöpfungskette
(Quelle: Neef & Blömer, 2003, S. 105)
5
Ein Netlabel ist eine unabhängige Online-Plattform, die Musik zum Download anbietet, häufig kosten-
los und GEMA-frei. Netlabels werden meist als Do-It-Yourself-Projekt von Musikern oder Musikfans
betrieben.
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
9
Die beiden verschiedenen Darstellungen einer Veränderung der Wertschöp-
fungskette zeigen auch zwei verschiedene Herangehensweisen an die Verän-
derungen im Musikmarkt, die durch das Internet verursacht werden. Während
Oepkemeier der Meinung ist, dass „die Funktion der Musikunternehmen als
Entdecker und Vermarkter der Musik“ erhalten bleibt, räumen Neef und Blömer
bereits 2003 der Selbstvermarktung der Künstler größere Chancen ein.
Welche Chancen haben Künstler nun, sämtliche Schritte von der Promotion bis
sogar zum Verkauf der eigenen Musik selbst zu übernehmen - und welche Rol-
le würden die Plattenfirmen dann noch spielen? Nach Gebesmair (2008, S. 123,
Grafik 4.2) sind die Kernaufgaben der Labels „Artist & Repertoire“ sowie „Mar-
keting & Vertrieb“. Diese ssen „weiterhin erfüllt werden, auch wenn sie g-
licherweise von anderen Akteuren übernommen werden“ (ebd., S. 173). Dabei
ist jedoch zu beachten, dass ein Label schon finanziell mehr Möglichkeiten und
eine größere Reichweite hat als ein Künstler allein: „Grundsätzlich ließen sich
alle Stufen auch ohne Unterstützung einer Schallplattenfirma durchlaufen. [...]
Wer allerdings auf ein größeres Publikum (und ökonomischen Erfolg) abzielt,
wird sich um einen Vertrag mit einem Label bemühen.“ (Gebesmair, 2008, S.
122ff.). Dennoch kommen „neue Akteure“ ins Spiel, denn die alten Vertrags-
und Vergütungsstrukturen sind nach Kusek und Leonhard (2006, S. 125ff.) ü-
berholt. Künstler könnten Vertriebsverträge auch direkt mit den Distributoren
abschließen und sich selbst um Marketing- und Promotionkosten kümmern, z.B.
in Zusammenarbeit mit entsprechenden Service-Agenturen. Es ändert sich vie-
les für die Platten- bzw. Musikfirmen der Zukunft. Diese müssen sich an die
neuen Gegebenheiten anpassen und neben der Tonträgerproduktion und
Künstlervermarktung neue Geschäftsfelder erschließen, z.B. Tourneen, Kon-
zertbuchungen, Musikverlage und Fanartikel (Kusek & Leonhard, 2006, S.
113f.).
Advertisement
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
10
2.2 (Selbst-)Vermarktung der Künstler
Wie sehen nun die Möglichkeiten der Künstler aus, die ihre Musik über das In-
ternet selbst veröffentlichen und vermarkten wollen? Welche Wirksamkeit ha-
ben diese im Gegensatz zu klassischen Marketing-Methoden?
Neben den eigenen Künstler-Homepages sind verschiedene Anwendungen des
so genannten Web 2.0
6
von Vorteil für die Musiker. In Weblogs, auf Musikporta-
len oder Community-Seiten wie MySpace oder YouTube nnen sie kostenlos
eigene Inhalte hochladen und den anderen Nutzern präsentieren. Auf diese Art
und Weise ist eine direkte Kommunikation mit den Rezipienten möglich, denn
diese können die Inhalte bewerten oder auch Kontakt mit den Musikern auf-
nehmen. Die Verbreitung geschieht häufig über Mundpropaganda (Anderson,
2007, S. 117). Diese Möglichkeiten sind in erster Linie technisch einfach und
auch für Künstler mit kleinerem Budget zu bewerkstelligen, die vor dem digita-
len Zeitalter keine Möglichkeit hatten, sich selbst und ihre Musik der Öffentlich-
keit zu präsentieren.
Auch können die Künstler ein Prinzip für sich nutzen, das Chris Anderson in
seinem gleichnamigen Buch als „Long Tail“ beschreibt: „In einer Zeit ohne öko-
nomische Beschränkungen wie Regalfläche und andere logistische Engpässe
können Güter und Dienstleistungen r eine stark begrenzte Zielgruppe wirt-
schaftlich so attraktiv sein wie die Produkte für den Massenmarkt.“ (Anderson,
2007, S. 61) Das heißt: In der Zeit vor der Digitalisierung waren Produkte, die
nur ein kleines Publikum ansprechen, einfach nicht rentabel. Heute dagegen
können Online-Händler eine unbegrenzte Auswahl von Dateien unabhängig von
der Nachfrage anbieten. Dies ist nicht nur für die ndler, sondern gerade auch
für die Künstler selbst von großem Vorteil, die Musik für ein spezielles Publikum
und eine relativ kleine Szene produzieren.
Die technischen Möglichkeiten erlauben es ihnen, mit ihrer Musik gezielt Ni-
schen zu bedienen. Diese Möglichkeiten sind nach Anderson (2007, S. 61ff.)
die Demokratisierung der Produktionsmittel - d.h. die Musiker können ohne
größeren Aufwand oder Kosten ihre Musik selbst produzieren -, die Demokrati-
sierung der Vertriebsmittel - hiermit sind eben solche Internet-Portale und -
6
zur Erläuterung des Begriff Web 2.0 und seiner Anwendungen siehe Kapitel 4
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
11
Communities gemeint, die es jedem erlauben, seine Inhalte online zu stellen -,
und schließlich die Verbindung von Angebot und Nachfrage durch Filter.
Eben diese Filter sind in der technischen Umsetzung heute noch das größte
Problem. „Mit der richtigen Hilfe (guten Suchmaschinen, Empfehlungen oder
anderen Filtern) sind die Chancen, genau das Passende zu finden, im Long Tail
sogar größer [als auf dem Massenmarkt]. Bestseller sprechen zumindest ober-
flächlich einen sehr breiten Geschmack an. Nischenprodukte sollen gezielt ei-
nen bestimmten Geschmack ansprechen. Deswegen sind Filtertechniken so
wichtig“, meint Anderson (2007, S.138ff.). Mit gezielten Filtern wäre also ein
vollständiges Umdenken bei der Wertschöpfung möglich, nicht nur vom physi-
schen zum digitalen Produkt, sondern auch vom Massenmarketing zum Ni-
schenmarketing, was gerade unbekanntere Künstler fördern und ihnen über-
haupt einen Markt bieten könnte.
Doch noch ist es sehr schwierig, als Künstler im übermäßigen Angebot gefun-
den zu werden und sich hervorzuheben. Ein Blick auf MySpace genügt, um ei-
nen Eindruck von der Masse und Vielfalt an Musikschaffenden zu bekommen,
die dort ihr Publikum suchen. Die meisten Musiker ohne Vertrag stehen deshalb
bei der Internetvermarktung vor dem Problem, dass sie einer unter vielen mit
dem Versuch sind, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, denn: „Es
dreht sich alles nur um Entdeckung und Präsenz.“ (Kusek & Leonhard, 2006, S.
171). Diese Präsenz zu erlangen, kann sehr schwierig sein. Je größer diese ist,
desto einfacher ist es r einen Künstler dann auch, vollständig auf eigene
Faust seine Musik zu vermarkten und zu promoten. Jüngstes Beispiel hierfür ist
die Band Radiohead, die ihr Album zum Download im Internet anbot, verbunden
mit einer Bezahlung in vom Nutzer frei wählbarer Höhe. Groß beschreibt dies
wie folgt: „Nur wo schon Interesse ist, entsteht weiteres Interesse; wo keines
vorliegt, muss es erst erspielt, ertourt oder sonst wie erworben werden. Der Fall
Radiohead ist die Probe aufs Exempel, dass Musik, die außerhalb des Netzes
erfolgreich ist, auch im Netz ihre Kundschaft zieht. […] Für Bands mit solider
Fan−Basis ist die Selbstvermarktung eine Option. Für den Rest beginnen hier
erst die Mühen der Ebene.“ (Groß, 2008).
Ist also doch der Plattenvertrag immer noch das Ziel einer Künstlerkarriere und
die einzige Möglichkeit ein größeres Publikum auf sich aufmerksam zu machen?
Auch heute noch ist die Selbstpräsentation über das Internet in vielen Fällen
Advertisement
2. Musikwertschöpfung im digitalen Zeitalter
12
noch nicht mehr als ein Karriereanschub, der den Künstlern dazu dient, eine
Plattenfirma für sich zu gewinnen.
Der Weg der völligen Selbständigkeit ist in jedem Fall mit großen Risiken ver-
bunden. Wenn auch viele traditionelle Aufgaben der Plattenfirmen heute nicht
mehr notwendig sind, bieten sie doch finanziellen Rückhalt für größer angelegte
Werbemaßnahmen auch im Internet sowie die entsprechenden Kontakte. Aus
Künstlersicht ist daher eine Umstrukturierung der Musikfirmen wie oben be-
schrieben bzw. das Hinzukommen von unabhängigen Service-Agenturen eben-
falls von Vorteil, da diese einen Mittelweg zwischen den alten Vertragsstruktu-
ren und der vollständigen Selbstvermarktung darstellen.
3. Musikrezeption
13
3. Musikrezeption
Das Internet hat nicht nur aus der Sicht der Musikschaffenden und der Musik-
wirtschaft für viele Veränderungen gesorgt. Auch die Rezeption von Musik hat
sich durch die neuen Möglichkeiten gewandelt. Anstatt über das Radio von
neuer Musik zu erfahren, suchen Rezipienten diese heute oft über das Internet
und nutzen dafür Musikportale oder Empfehlungssysteme.
In 3.1 geht es deshalb zunächst darum, nachzuvollziehen, welche Rolle das
Internet heute bei der Musik- und Medienrezeption spielt. Welche Nutzungsge-
wohnheiten haben sich etabliert und wie stark substituiert das Internet die klas-
sischen Massenmedien Radio und Fernsehen? Dabei sollen auch Ergebnisse
der ARD/ZDF-Onlinestudien und der JIM-Studien herangezogen werden.
Mit den neuen Rezeptionsformen, die durch spezielle Internetanwendungen
entstanden sind, beschäftigt sich anschließend 3.2.
3.1 Medien und Nutzungskontexte im Wandel
Obwohl das Internet in der Selbsteinschätzung der Menschen in den letzten
Jahren einen immer größeren Stellenwert im Vergleich zu den traditionellen
Massenmedien Radio und Fernsehen bekommen hat, nnen die tatsächlichen
Zahlen dies nur bedingt bestätigen. Nach der aktuellen ARD-/ZDF-Onlinestudie
(van Eimeren & Frees, 2007, S. 376f.) hat die Internetnutzung zwar zugenom-
men, die Nutzung von Radio und Fernsehen aber derweil nicht abgenommen.
Diese Medien sind immer noch dominant und fest im Alltag der meisten Men-
schen verwurzelt.
Auch nach Haas et al. (2007, S. 222) wird die Nutzung klassischer Medien
durch das Internet und speziell durch Web 2.0-Angebote quantitativ kaum be-
einflusst. Was sich ändert, sind dagegen möglicherweise deren Funktionen: „Es
zeichnet sich ab, dass klassische Medien zum Teil […] in differenzierten Rol-
lenverständnissen ihren Platz behalten werden.“ (ebd.). Eine wichtige Rolle
spielt dabei die Auswahl des Mediums im Nutzungskontext. Während so z.B.
die Internet-Nutzung als permanent aktiv empfunden wird, ist die Fernseh-
Nutzung eher passiv und entspannt (ebd.).
Advertisement
3. Musikrezeption
14
In der Altersgruppe der 14-19-jährigen ist zu beobachten, dass die Nutzung des
Internets zu Ungunsten der anderen Medien stark angestiegen ist (van Eimeren
& Frees, 2007, S. 378). Die JIM-Studie 2007 belegt, dass Computer und Inter-
net im Leben der Jugendlichen die Medien sind, auf die sie am wenigsten ver-
zichten wollen (MPFS, 2007, S. 16f.). Diese Entwicklung lässt das Heranwach-
sen einer so genannten „Internet-Generation“ vermuten: „Das Internet und die
digitale Medientechnologie wurden zu einer neuen Lebensart für Kinder und
Teenager in den Industrieländern, und die Massenmedien verloren an Bedeu-
tung. […] Online zu sein und digital mit anderen zu networken gehört heute zum
Standard vieler Jugendlicher.“ (Kusek & Leonhard, 2006, S. 98). Entsprechend
wird dieses Medium auch bei der Suche nach Musik bevorzugt: „[…] Mittlerwei-
le ist das Internet an die Stelle des Radios getreten, dort wird heute neue Musik
entdeckt.“ (Anderson, 2007, S. 42).
Die JIM-Studie 2005 hat dies in einer Erhebung über die Themenkompetenz
der unterschiedlichen Medien bereits herausgefunden (MPFS, 2005, S.23): Das
Internet ist für die befragten Jugendlichen das wichtigste Informationsmedium
für den Themenbereich Musik. Auch die weit verbreitete Ausstattung mit MP3-
Playern und einer großen Menge von Musikdateien spricht dafür, dass die Mu-
sikrezeption über den Computer zugenommen hat (MPFS, 2007, S. 19f.).
Eine Frage, deren Diskussion sich lohnt, ist die, ob sich aus dieser Entwicklung
schließen lässt, dass das Internet die Massenmedien zukünftig zumindest im
Bereich der Musikentdeckung weit gehend ersetzen wird. Jennings ist der Mei-
nung, dass die neuen Möglichkeiten, über das Internet Musik zu entdecken, die
alten Kanäle nicht ersetzen, sondern ergänzen werden. Die Menschen werden
in Zukunft online und offline gleichermaßen Musik entdecken und digitale Res-
sourcen werden mit traditionellen Medienkanälen kombiniert (Jennings, 2007, S.
21f.). Das Offline-Entdecken bezieht sich dabei nicht ausschließlich auf die
Massenmedien, sondern auch auf Konzerte, Diskotheken oder Tipps von
Freunden.
3. Musikrezeption
15
3.2 Musik im Internet - Neue Rezeptionsformen
Das Internet ist in den vergangenen Jahren r die Musik- und Mediennutzung
nicht nur immer wichtiger geworden, sondern es haben sich auch neue Formen
der Rezeption entwickelt, die allein durch das Internet möglich sind.
In Bezug auf die Suche nach und das Entdecken von Musik rdert das Internet
ein aktiveres Verhalten. Kusek und Leonhard (2006, S. 163) bezeichnen dies
als eine Verlagerung der Medien von „push“ zu pull“, d.h. die Konsumenten
werden immer weniger das Programm der Medien hinnehmen, sondern sich ihr
Programm zunehmend selbst aussuchen.
Auf Internetseiten wie MySpace können Musikfans gezielt nach neuen Künst-
lern suchen, deren Musik ihnen gefallen könnte. Bei Empfehlungssystemen wie
last.fm können sie sich auf Grundlage der Musik, die sie mögen, neue Künstler
vorschlagen lassen. All dies verlangt vom Rezipienten mehr Einsatz, als wenn
er nur das Radio einschalten sste - aber auch mehr Selbstbestimmung: „The
internet and blog culture have brought some of the excitement and rewards of
self-directed discovery within the reach of anyone.“ (Jennings, 2007, S. 11f.).
Diese „selbstgeleitete Entdeckung“ basiert laut Jennings auf dem Prinzip „TLC“:
„The spread of always-on broadband access to the internet has brought with it
three primary elements that are ideally suited to supporting discovery:
... Trying out, or auditioning, material by hearing a sample, viewing a trailer, or
downloading a limited version.
... Links.
... Community.“ (Jennings, 2007, S.14).
Durch das bestehende Netzwerk kann der Rezipient mittels Ausprobieren viel
Neues entdecken. Er lässt sich weiterhin von Links auf neue Seiten hren und
von anderen Internet-Nutzern neue Musik empfehlen. Dabei bekommt er Musik
geboten, die auf seinen Geschmack zugeschnitten ist. Das Internet fördert da-
mit nicht nur die Befriedigung individueller Bedürfnisse, sondern auch - so An-
derson - das Interesse an Nischen und unbekannten Künstlern. (Anderson 2007,
S. 158ff.).
Eine wichtige Rolle spielen dabei Musikportale, die den Rezipienten bei ihrer
Suche helfen und Filtertechniken anbieten, damit sie das passende finden. Dies
wussten schon Neef und Blömer im Jahr 2003: „Spezielle Musikportale und
Advertisement
3. Musikrezeption
16
B2C-Portale,
7
die für Konsumenten ein zentraler Zugangspunkt zu Musikinhal-
ten in digitalen Kanälen werden, spielen zukünftig eine wichtige Rolle in der
Musikverwertung und der Konsumentenansprache." (Neef & Blömer, 2003, S.
109).
Die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Musik sind mit dem Internet viel-
fältiger geworden. Auf Fanseiten, Blogs und Foren können sich Fans aus aller
Welt austauschen. Doch nicht nur Informationen, auch Musik kann - wenn auch
illegal - über Filesharing-Netzwerke wie eMule getauscht und weitergegeben
werden (Münch, 2007, S. 387). Musik ist damit heute wesentlich schneller und
besser verfügbar als früher - dies bezieht sich insbesondere auf die genannten
Nischenprodukte und sonstige Raritäten (Dax & Brion, S. 59).
Nicht zuletzt hat Musik auch als Mittel zur Identitätsbildung und Selbstdarstel-
lung an Bedeutung gewonnen: „Hierbei ren Menschen meist in der Weise
Musik, dass andere Menschen dies registrieren bzw. die betreffende Person mit
der zu hörenden Musik in Verbindung bringen können. Ziel ist es dabei, der
Umwelt einen Eindruck der eigenen Person zu vermitteln bzw. Eindruck zu
schinden.“ (Schramm, 2008, S. 259). Auf MySpace oder last.fm ist es z.B. mög-
lich, dem eigenen Profil Musik hinzuzufügen, sodass die anderen Nutzer mittels
des Musikgeschmacks Informationen über die eigene Person erhalten. Durch
neue Internet-Applikationen haben Musikfans heute noch viel mehr Möglichkei-
ten als früher, sich selbst mit einem bestimmten Musikstil in Verbindung zu
bringen.
7
B2C = Business-to-Consumer
4. Web 2.0
17
4. Web 2.0
Für die neuen Möglichkeiten im Internet verantwortlich ist in erster Linie die
Entwicklung des Web 2.0. Dieses wird bei Haas et al. folgendermaßen definiert:
„Der Begriff beschreibt alle Internetapplikationen, die hohe Gestaltungs- und
Kommunikationsmöglichkeiten r den User bereitstellen. Damit unterscheidet
sich das Web 2.0 vom Web 1.0 durch ein anderes ‚Selbstverständnis’ des In-
ternets, durch die intensive Einbindung des Nutzers in die Gestaltung der Inhal-
te und durch die Dialoge." (Haas et al., 2007, S. 215). Während also das Web
1.0 durch Internet-Angebote geprägt war, die den Nutzer eher in der passiven
Rolle hielten - z.B. klassische Websites -, beteiligt sich im Web 2.0 der Nutzer
selbst und präsentiert eigene Inhalte - z.B. in Weblogs, Wikis oder Online-
Communities.
8
Hierbei beinhaltet der Begriff des Web 2.0 mehrere Dimensio-
nen und Verständnisansätze. Gehrke zufolge ist einer davon der technische
und marketingorientierte Ansatz, nach dem Web 2.0 ein „Sammelbegriff für eine
bestimmte Anzahl neuer Anwendungen zur Publikation, Kommunikation und
zum Community-Building im WWW - gekennzeichnet durch bestimmte Struk-
turmerkmale im Design oder im dahinter liegenden Geschäftsmodell“ (Gehrke,
2007, S. 11f.) ist. Der sozialpsychologische Ansatz lege den Schwerpunkt viel-
mehr auf den Menschen als User, und die Veränderungen im Umgang mit dem
Internet. Schließlich gibt es noch die Ansicht von Tim Berners-Lee (Laningham,
2006), demzufolge das Internet von Anfang an auf interaktive Applikationen
ausgelegt gewesen sei und Web 2.0-Anwendungen keine wirklichen Neuent-
wicklungen seien. Berners-Lee stimmen auch jene zu, die der Meinung sind,
Web 2.0 sei nur ein Modebegriff, ein Schlagwort, das heute zu Marketingzwe-
cken eingesetzt wird. Auch wenn dies in vielen Fällen zutrifft, ist es doch nicht
zu leugnen, dass sich das Internetnutzungsverhalten der Menschen in den letz-
ten Jahren verändert hat, es immer mehr Angebote zur Beteiligung am Netz
gibt, und diese auch genutzt werden.
In 4.1 sollen diese Angebote näher dargestellt werden. Anschließend geht es,
mit Blick auf die MySpace-Studie, in 4.2 speziell um Online-Communities und
Social-Networking-Websites. Diese sollen in 4.2.1 definiert und in ihrer Funktion
8
Erläuterung der Begriffe folgt in Kapitel 4.1
Advertisement
4. Web 2.0
18
erklärt werden, bevor 4.2.2 schließlich den Hauptgegenstand der vorliegenden
Arbeit, MySpace, näher beleuchtet.
4.1 Nutzungsformen und Partizipation
Grundlage von Web 2.0 ist die so genannte Social Software, die die Vernetzung
und Partizipation der Nutzer erlaubt (Renz, 2007, S. 47ff.). Dazu zählen z.B.
Weblogs, Wikis, Foto- und Videocommunities, Podcasts und Social Networking
Websites.
9
Dabei sind nach Haas et al. (2007, S. 216) Videocommunities und Wiki-
Websites die meistgenutzten Web 2.0-Anwendungen - erstere zur Unterhaltung,
letztere zur Informationssuche. Darauf folgen Weblogs, Social Networking-Sites,
Fotocommunitys und zuletzt Podcasts. 12 Prozent der Bevölkerung sind
regelmäßige Web 2.0-Nutzer, darunter überdurchschnittlich viele Männer und
14-29-Jährige mit hohem Bildungsniveau (ebd., S. 215f.). Für diese Internetnut-
zer stellt das Medium einen wichtigen Teil des sozialen Lebens dar und dient
der Kommunikation, Bindung, Information und Unterhaltung (ebd., S. 218).
Es fällt auf, dass es gegenüber einer relativ kleinen Zahl aktiv partizipierender
Nutzer sehr viele passive Nutzer gibt (ebd., S. 217). Haas et al. haben in einer
Nutzertypologie der Web 2.0-User verschiedene Nutzungsweisen herausge-
stellt, die für die folgende Betrachtung der Web 2.0-Phänomene und r die
MySpace-Studie sehr interessant sind. Gemessen an den Dimensionen Gestal-
tungsgrad, Kommunikationsgrad und aktive und passive Partizipation wurden
acht Grundtypen von Web 2.0-Nutzern gebildet (ebd., S. 219ff.): Die „Unterhal-
tungssucher“ und „Infosucher“ nutzen die Mitgestaltungsmöglichkeiten eher
wenig und rezipieren die Web 2.0-Angebote in passiver Form - diese beiden
Nutzergruppen machen zusammen über 60% der Web 2.0-Nutzer aus. Bei den
9
Begriffsklärungen:
Weblog (kurz: Blog): Ein Tagebuch oder Journal, welches als Website geführt wird. Leser können Bei-
träge kommentieren und, z.B. im eigenen Blog, verlinken. Das dadurch entstehende Netzwerk wird „Blo-
gosphäre“ genannt.
Wiki: Eine Sammlung von Websites, deren Inhalt von den Nutzern gelesen und bearbeitet werden kann,
z.B. Wikipedia.
Foto- bzw. Videocommunity: Online-Community, in der die Nutzer eigene Fotos bzw. Videos hochladen
können, welche von anderen Nutzern angesehen und bewertet werden können, z.B. FlickR, YouTube
Podcast: Audio- oder Videobeitrag, ähnlich einer Radio- oder TV-Sendung, welcher eigens für das Inter-
net produziert wird und dort herunter geladen werden kann.
4. Web 2.0
19
aktiven Nutzern herrschen verschiedene Interessen vor: „Kommunikatoren“ und
„Netzwerkern“ geht es in erster Linie um den sozialen Aspekt und die Kommu-
nikation mit anderen. „Spezifisch Interessierte“ nutzen Web 2.0-Angebote im
Kontext eines bestimmten Interesses oder Hobbys. Den „Produzenten“ dage-
gen ist am meisten daran gelegen, eigene Inhalte über das Internet zu veröf-
fentlichen. „Selbstdarsteller“ haben ein ähnliches Ziel, doch geht es dabei in
erster Linie um die Darstellung der eigenen Person. „Profilierte“ schließlich nut-
zen sämtliche Web 2.0-Möglichkeiten gleichermaßen.
Auch wenn die Gruppe der aktiven Web 2.0-Nutzer nicht sehr groß ist, hat sie
doch einen großen Einfluss, da sie über die Inhalte entscheidet, die eine große
Zahl passiver Nutzer rezipiert. Jennings (2007, S. 46) unterscheidet drei Nut-
zergruppen: „Originators“ - diejenigen, die eigene Beiträge veröffentlichen -,
„Synthesizers“ - diejenigen, die keine eigenen Beiträge veröffentlichen, aber die
Beiträge anderer kommentieren oder sich an Diskussionen beteiligen - und
„Lurkers“, die passiven Beobachter. Nach dem Pyramidenprinzip kommen da-
bei auf einen „Originator“ 10 „Synthesizers“ und 100 „Lurkers“.
Da nun theoretisch jeder ein „Originator“ - oder auch „Key User“ (Winter, 2007,
S. 81) - werden kann, haben die Konsumenten und Fans durch Web 2.0 eine
ganz neue Rolle erhalten. Sie beeinflussen und bestimmen die Wahrnehmung
medialer Produkte in der Öffentlichkeit (Jennings, 2007, S. 48ff.). Die „neue
Macht der Amateure“ ist als Beschreibung des Phänomens deshalb wahr-
scheinlich nicht zu hoch gegriffen. Die Grenze zwischen Produzent und Kon-
sument, zwischen Sender und Empfänger verschwimmt immer mehr: „Mit Web
2.0 ändert sich das Sender-Empfänger-Verhältnis wieder bzw. wird durch eine
weiter entwickelte Technik schrittweise aufgelöst. Es ist einfacher und günstiger
geworden, Texte, Bilder, Videos und ne im Internet zu veröffentlichen. An-
ders formuliert: Aus den ‚Empfängern’ werden (immer häufiger auch) ‚Sen-
der’.“ (Gehrke, 2007, S. 14). Doch gibt es auch Probleme, die mit den neu er-
öffneten Möglichkeiten einhergehen: Was eine authentische Quelle darstellt
und was nicht, kann aus Sicht der Medienkonsument(inn)en nur noch mit gro-
ßem Aufwand eingeschätzt werden. […] Realität und Virtualität durchdringen
einander auf neuartige und oftmals verwirrende Weise.“ (Gehrke, 2007, S. 22f.).
Man kann sich als Rezipient selten sicher sein, dass ein vorliegendes Angebot
tatsächlich das ist, was es zu sein scheint. Auch zerfließt die Grenze zwischen
Advertisement
4. Web 2.0
20
Inhalten und Werbung und die allgemeine Transparenz nimmt ab (Gehrke,
2007, S. 26f.). Zahlreiche Unternehmen haben bereits versucht, mit Web 2.0-
Angeboten Kunden zu locken. Im so genannten „Crowdsourcing“ wird aus
Community-Effekten Profit erzielt, indem beispielsweise neue Produkte per vira-
lem Marketing, d.h. Mundpropaganda über das Internet beworben werden. Wei-
tere Sorgen der Web 2.0-Nutzer sind neben der kommerziellen Ausnutzung die
Gefährdung der Privatsphäre und des Datenschutzes. Dies ist meist eher ein
Problem des Nutzerverhaltens selbst, da z.B. in Profilen innerhalb sozialer
Netzwerke oder auch in Blogs freiwillig viel von der eigenen Person preisgege-
ben wird. Ein Problem ist auch das Überangebot an Informationen und dass der
Rezipient es schwer hat, sich in der Masse an Angeboten zurechtzufinden (Ku-
sek & Leonhard, 2006, S. 171).
4.2 (Musik-)Online-Communities und Social-Networking-Websites
4.2.1 Definition und Funktionen
Online-Communities bzw. Social-Networking-Websites sind eine Unterkategorie
von Web 2.0-Angeboten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die beiden
Begriffe „Online-Community“ und „Social-Networking-Websitesind dabei nahe-
zu analog zu gebrauchen, einige Unterschiede gibt es jedoch. Nach Leitner ist
die Definition einer Online-Community wie folgt: „Eine Online-Community ist
eine Gemeinschaft von Menschen, die online (über ein entsprechendes Inter-
net-Kommunikationssystem) in Kontakt kommen und zur Erreichung bestimmter
Ziele kooperieren.“ (Leitner, 2003, S. 17). Social-Networking-Websites dagegen
sind nach Bornefeld-Ettmann ein „quasi öffentlicher Raum, in dem Internetnut-
zer sich und ihre Interessen unter dem Motto ‚Sehen und gesehen werden' dar-
stellen, neue Kontakte knüpfen, sich austauschen oder einfach ‚abhän-
gen'.“ (Bornefeld-Ettmann, 2007, S. 170). Während also bei der Online-
Community die Kooperation und das gemeinsame Ziel eine große Rolle spielen,
steht bei Social-Networking-Websites eher der Selbstzweck, also das Netzwerk
als solches, im Vordergrund. Im Sprachgebrauch sind die beiden Begriffe je-
doch wie gesagt nahezu identisch.
4. Web 2.0
21
Auch wenn es also im Folgenden in erster Linie um Social-Networking-
Websites geht, sollen einige Charakteristika von Online-Communities mit in die
Erläuterungen einbezogen werden.
Nach Preece besteht eine Online-Community aus drei essentiellen Elementen:
„People“ - die Mitglieder, „Purpose“ - der Zweck - und „Policies“ - die Regeln für
die Nutzung (Preece, 2000, S. 10). Diese Elemente sind im Prinzip in jeder vir-
tuellen Gemeinschaft zu finden, da sie ohne diese nicht funktionieren kann.
Unter den Social-Networking-Websites gibt es unterschiedliche Ausprägungen,
abhängig von der Motivation (Winter, 2007, S. 83ff.): In persönlichkeits-
getriebenen Netzwerken, z.B. StudiVZ, dreht sich alles um die Darstellung der
eigenen Person. Die Pflege der Kontakte und des Profils stehen im Vorder-
grund. In themen-getriebenen Netzwerken, z.B. YouTube, stehen weniger die
Personen selbst im Mittelpunkt als vielmehr deren produzierte Inhalte bzw. ein
gemeinsames Interesse oder Thema, wie etwa Videos. Eine dritte Ausprägung
ist schließlich die Kombination aus persönlichkeits- und themen-getriebenen
Netzwerken, z.B. MySpace. Hier spielt die Selbstdarstellung eine ebenso große
Rolle wie das gemeinsame Interesse, in diesem Fall Musik.
Den Erfolg der Social-Networking-Websites erklären Haas et al. (2007, S. 217f.)
damit, dass sie kommunikative Motive bedienen, die in den klassischen Medien
keine Entsprechung haben. Die Möglichkeit, sich selbst zu beteiligen, sich dar-
zustellen, sich mit anderen auszutauschen, ist in den Massenmedien nicht ge-
geben. Der Aufwand ist dabei relativ gering, die Registrierung ist meist einfach
und ein Nutzerprofil ist in kurzer Zeit erstellt. Der Nutzen kann dabei groß sein,
abhängig von der Größe des eigenen Freundesnetzwerks und der individuellen
Kontakte bei persönlichkeits-getriebenen Netzwerken, oder vom eigenen Inte-
resse an der Thematik bei themen-getriebenen Netzwerken. Verschiedene
eingebaute Applikationen wie Gruppen, Foren, Spiele, das Hochladen von
Fotos, Videos oder Musik erlauben die Interaktion mit anderen Usern, das
Finden von Gleichgesinnten, den Austausch über gemeinsame Themen oder
einfach die Befriedigung der eigenen Neugier sowie Unterhaltung und
Zeitvertreib. Dies trifft in erster Linie auf freundschaftlich-orientierte Netzwerke
zu. Bei business-orientierten Netzwerken tritt an die Stelle des Spaßfaktors der
berufliche Vorteil durch entsprechende Kontakte, so z.B. bei XING (Renz, 2007,
S. 52). Weiterhin ermöglichen sie die globale Kommunikation über alle Grenzen
hinweg - Leitner spricht sogar von der „soziale[n] Erschließung - oder sollten wir
Advertisement
4. Web 2.0
22
spricht sogar von der „soziale[n] Erschließung - oder sollten wir sagen: Rücker-
oberung? - des Internet“ durch Online-Communities (Leitner, 2003, S. 50).
Ob die Netzwerke in privater oder beruflicher Hinsicht tatsächlich so viele Vor-
teile bringen, darüber ist leider noch wenig bekannt, da es kaum entsprechende
Studien gibt. Dies war mit ein Grund, den Einfluss einer Social-Networking-
Website zum Thema der vorliegenden Arbeit zu machen.
Wie bei anderen Web 2.0-Applikationen auch haben diverse Firmen bereits
versucht, soziale Netzwerke bzw. Online-Communities für ihre Zwecke zu nut-
zen. Doch die Kommerzialisierung ist meistens zum Scheitern verurteilt, da der
Erfolg der Netzwerke auf Authentizität und Vertrauen basiert: „Die meisten On-
line-Communities sind dann erfolgreich, wenn sie nicht von einer Marketingab-
teilung gesteuert werden, sondern von den Mitgliedern der Gemeinschaft wei-
terentwickelt werden, denn dadurch entstehen Authentizität und Verbindlichkeit.
Es ist daher naheliegend, dass man als 'echtes' Mitglied einer Community auch
erfolgreich bei anderen Mitgliedern ‚Werbung in eigener Sache' machen kann
[...]“ (Rodriguez, 2007, S. 262). Sobald die Mitglieder um den kommerziellen
Hintergrund wissen oder diesen vermuten, werden sie Empfehlungen weniger
Vertrauen schenken, was den Community-Effekt zerstören kann.
Insbesondere Musiker haben durch soziale Netzwerke große Chancen, ein
Publikum zu finden und zu vergrößern. In vielen Communities ist es möglich,
eigene Musik, Videos und Texte hochzuladen. Musik-Communities sind sogar
speziell hierauf ausgerichtet und bieten Künstlern die Möglichkeit, einen Musi-
ker-Account anzulegen, der entsprechende Funktionen anbietet wie z.B. die
Darstellung von Bandinfos, Tourdaten und Musik- oder Videostream bzw. -
download. Außer bei MySpace gibt es diese Möglichkeiten noch z.B. bei
mp3.de oder jamendo.com. Eine zentrale Rolle in diesen Musik-Communities
spielen „die Identifikation über Musik und Künstler, die Zugehörigkeit zu einer
Fangemeinde und in besonderem Maße auch der Wunsch, mit Künstlern in
Kontakt treten zu können“ (Bornefeld-Ettmann, 2007, S. 170). Mit geschicktem
Direktmarketing - in erster Linie die direkte Kontaktaufnahme von Seiten der
Musiker mit potentiellen Fans - lässt sich dieser Wunsch nach Identifikation ü-
ber Musik nutzen. Musikfans, die sich in Communities dieser Art registrieren,
sind in der Regel eher offen für neue Musik und wollen das Portal auch nutzen,
um neue Entdeckungen zu machen.
4. Web 2.0
23
Auf all diesen Vorteilen und auf der Tatsache, dass Musik-Communities immer
beliebter werden, basiert die Annahme, dass diese bei der Musikverbreitung
heute eine große Rolle spielen - insbesondere bei jungen Künstlern, die versu-
chen das Internet als Karrieresprungbrett zu nutzen, aber auch bei etablierten
Musikern, die hierüber Promotion und Direktmarketing betreiben.
4.2.2 MySpace
MySpace gilt aktuell als die größte und einflussreichste Community in diesem
Bereich. Fast jeder bekannte oder unbekannte Künstler im Popsektor hat eine
MySpace-Seite. Oft dienen diese als erste Anlaufstelle zur Information und
werden entsprechend überall angegeben und beworben. Allein aufgrund der
Präsenz von MySpace in anderen Medien ist anzunehmen, dass die Plattform
inzwischen weiten Teilen der Bevölkerung bekannt ist und deshalb neben der
eigenen Homepage für viele Künstler, aber auch Privatpersonen, die wichtigste
Webpräsenz darstellt.
Aus diesem Grund wurde MySpace als Gegenstand der vorliegenden Studie
ausgewählt, auch wenn es inzwischen andere Dienste gibt, die möglicherweise
in ihrer Funktionsweise wesentlich besser und fortschrittlicher sein mögen.
Im Jahr 2003 wurde MySpace von Tom Anderson und Chris deWolfe in den
USA unter der Internetadresse www.myspace.com gegründet. Die dahinter ste-
hende Idee war die, ein soziales Netzwerk zu schaffen, das die Funktionen an-
derer Dienste - des Freundschaftsnetzwerks „Friendster“, des Weblog-
Anbieters „Blogger“, und des Musikportals „MP3.com“ - miteinander kombinie-
ren sollte (Baker, 2006, S. 8). Musik entwickelte sich dabei schnell zum Haupt-
interesse der User, so deWolfe in einem Interview mit Scott G.: We believe that
most people hear and sample new music based on recommendations from
friends. The network affect of our site (friends telling friends), allows new trends
and music to spread very quickly. At the same time, bands began flocking to
MySpace as a mechanism to promote themselves, find new fans, book shows,
and even secure label deals.” (G., 2005).
Innerhalb kürzester Zeit stieg die Popularität der Seite enorm an und sie entwi-
ckelte sich zur größten Social-Networking-Website überhaupt. Inzwischen zählt
MySpace weltweit über 100 Millionen Besucher pro Monat (Comscore, 2008).
Laut dem Internetdienst Alexa belegt MySpace unter den am meisten frequen-
Advertisement
4. Web 2.0
24
tierten Seiten in Deutschland Platz 13 (Alexa, 2008c), im weltweiten Vergleich
Platz 6 (Alexa, 2008b), was auf eine große Popularität schließen lässt.
Die deutsche Version startete Ende 2006, wobei weite Teile wie insbesondere
Nutzerprofile noch immer in englischer Sprache gehalten sind, was den interna-
tionalen Charakter der Seite erhält. Ebenfalls 2006 wurde das unabhängige La-
bel „MySpace Records“ gegründet, das viel versprechende Künstler auf
MySpace unter Vertrag nimmt.
10
Die Möglichkeiten und Funktionen auf MySpace sind der Grundidee von Ander-
son zufolge sehr vielfältig: Privatpersonen können sich Profile anlegen, auf de-
nen sie neben der Angabe von Informationen zur Person auch einen eigenen
Blog führen und Musik oder Videos in die Profilseite integrieren bzw. „ad-
den“ können. Musiker bzw. Bands, die sich als solche registrieren, können zu-
sätzlich eigene Musik oder Videos hochladen und als Download oder Stream
anbieten, sowie Tourdaten und andere Infos eintragen. Das wichtigste ist je-
doch das Netzwerk: MySpace-User, die sich gegenseitig als „Freunde“ bestäti-
gen, sind fortan miteinander vernetzt, d.h. deren Profil wird jeweils in der
Freundesliste des anderen angezeigt und kann von dort aus aufgerufen werden.
Weiterhin gibt es die glichkeit, Kommentare auf den Seiten anderer Nutzer
zu hinterlassen sowie Bulletins, also Massennachrichten, an alle Freunde
gleichzeitig zu verschicken. In Gruppen zu verschiedenen Themen und den da-
zugehörigen Foren können sich Gleichgesinnte finden und austauschen.
Chris Anderson zufolge ist das MySpace-Erfolgsmodell auf einer „sehr effekti-
ven Verbindung von Inhalten und Nutzergemeinschaft“ begründet: „Die starken
sozialen Bande zwischen den Dutzenden von Millionen Fans, die MySpace nut-
zen, können diese zu bisher noch völlig unbekannten Musiktiteln führen, die sie
sonst überhaupt nicht gefunden hätten, während der Content für sie ein Grund
ist, diesen Dienst immer wieder aufzusuchen.“ (Anderson, 2007, S. 175f.).
Eine große Rolle spielt dabei auch die Verbindung von Mainstream und New-
comern. Inzwischen hat nahezu jeder etablierte Künstler eine MySpace-Seite,
die meist von den Plattenfirmen oder vom Management betreut wird. Diese Sei-
ten können Anlaufstellen für Fans sein, die dann über die Freundesliste des
Künstlers weitere neue Musik entdecken, von Künstlern, die sie bis dahin noch
nicht kannten.
10
mehr über MySpace Records unter http://www.myspace.com/myspacerecords
4. Web 2.0
25
Mindestens ebenso wichtig r den Erfolg der Seite ist das Prinzip des kosten-
losen Bereitstellens von Informationen und Musik. Die glichkeit, neue Songs
probezuhören oder sogar Gratis-Songs downzuloaden, lockt viele Musikfans
auf MySpace. Das Anschauen von Profilseiten inklusive dem Hören und Down-
load von Musik ist auch ohne ein eigenes Profil möglich, was möglicherweise
auch zur Breitenwirksamkeit von MySpace beiträgt.
Eine große Chance stellt die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen
Musikern und Fans dar - die „band-to-fan-dynamic“ (G., 2005) -, wobei die re-
gelmäßige Pflege und das Aktualisieren des Profils eine große Rolle spielen:
„Direkte Kommunikation und Ansprechbarkeit sind also wesentliche Faktoren
für den Erfolg einer eigenen MySpace-Seite [...]. Wer seine Kontakte pflegt und
den Interessen seines Publikums entsprechende Aufmerksamkeit entgegen-
bringt, wird meist auch vom Publikum mit entsprechender Aufmerksamkeit und
Unterstützung belohnt.“ (Bornefeld-Ettmann, 2007, S. 170).
Künstler nnen durch das permanente Aufrechterhalten des Informationsflus-
ses eine enge Bindung zu ihren Fans aufbauen (Baker, 2006, S. 24f.). Das rich-
tige Maß ist hier wichtig: Die Fans ssen das Gefühl haben, immer up-to-date
zu sein, ohne sich von zu vielen Nachrichten belästigt und von Spam überhäuft
zu fühlen. Auch neue Fans können durch direktes Ansprechen gewonnen wer-
den (ebd., 2006, S. 33).
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist schließlich der Einsatz von Musik zur
Selbstdarstellung, der zuvor schon einmal erwähnt wurde. Über die eigene Mu-
sikauswahl identifizieren sich Menschen und setzen sie gezielt ein, um in
bestimmter Weise auf andere zu wirken. Oft stellen private MySpace-Nutzer
Musik von Künstlern, die ihnen gefallen oder mit denen sie sich identifizieren
wollen, auf ihr Profil, was natürlich für die entsprechenden Künstler eine gute
Promotion ist.
Bei all diesen Erfolgsfaktoren und Chancen birgt MySpace aber auch einige
Probleme. „Vorwürfe wegen Zensur, Rechtsverletzungen und Sicherheitslücken,
[...] gefälschten Profil-Seiten von Prominenten, kommerziellem Spamming,
Stalking/sexueller Bestigung, Verbreitung von Drohungen und Rassismus, [...]
Spam-Freundschaftsanfragen zu Werbezwecken(Rodriguez, 2007, S. 259f.) -
dies sind nur einige Beispiele. Die Freiheit in der Gestaltung der Profilseiten
kann ebenfalls zum Problem werden: Viele davon sind überladen mit Multime-
Advertisement
4. Web 2.0
26
dia-Inhalten und benötigen sehr lange Ladezeiten, und auch das Experimentie-
ren mit Schriftarten und Farben trägt nicht zur Übersichtlichkeit bei (Baker, 2006,
S. 10). Auch Probleme mit der Navigation und dem Suchwerkzeug lassen den
Nutzungskomfort der Seite sinken.
Ferner wird die zunehmende Kommerzialisierung von MySpace kritisiert und
problematisiert. Im Jahr 2005 kaufte Rupert Murdoch MySpace mit seiner Firma
News Corp. für 580 Mio. Dollar (BBC, 2005). Inzwischen haben sich Gerüchte
bestätigt, dass MySpace zu einem kommerziellen Musikdienst umgewandelt
werden soll, der kostenpflichtige Musik-Downloads anbietet (Musikwoche.de,
2008a). Entsprechende Verträge mit den Majorlabels sind bereits geschlossen
worden. „The goal is to be one of the biggest digital music stores out there”,
meint MySpace-Mitgründer Chris DeWolfe (Bornefeld-Ettmann, 2007, S. 162).
Die Bereitschaft der MySpace-User, dieses Angebot zu nutzen, ist allerdings
fraglich. Hinzu kommt die Gefahr der Kommerzialisierung, die wie oben erwähnt
eine funktionierende Community zerstören kann. Zwar gibt es auch jetzt schon
zahlreiche kommerzielle Angebote auf MySpace, doch ist es leicht sich diesen
zu entziehen und sich nur in der eigenen Szene innerhalb von MySpace zu be-
wegen, wodurch die Community autark bleibt. Die Umstrukturierung zur Musik-
plattform könnte viele Mitglieder abschrecken, je nachdem, wie sehr diese in die
persönliche Nutzung eingreift.
Es wird deutlich, dass es in Bezug auf MySpace viel Diskussionsbedarf gibt und
die Meinungen der Nutzer selbst erfragt werden ssen, um herauszufinden
welche Chancen, aber auch Probleme MySpace jetzt und in Zukunft für die Mu-
sikverbreitung birgt. Die vorliegende Studie dient dazu, dies zu thematisieren.
5. Branchensichtweisen und Positionen
27
5. Branchensichtweisen und Positionen
Um ergänzend zur bereits zitierten Literatur eine Diskussionsgrundlage r die
Fragestellungen der vorliegenden Arbeit und für die Ergebnisse der Studie zu
schaffen, sollen im Folgenden Positionen und Meinungen zu MySpace darge-
stellt werden. Diese stammen überwiegend von Vertretern der Musikbranche,
Musikern oder Journalisten und wurden in der Presse oder in populären Publi-
kationen veröffentlicht. Damit soll ein Überblick über die aktuelle Diskussion
bezüglich der Wirkung von MySpace gegeben werden.
Oftmals wird der Einfluss von MySpace und Social-Networking-Websites auf
den Musikmarkt als sehr hoch eingeschätzt, so z.B. von Scott G.: „Today's mu-
sic fan interacts with a ‚community’ that is far larger than anyone ever dreamed
possible before the widespread personal use of the Internet. This social net-
working is changing the way people market and sell music and it's doing so on
a global scale.” (G., 2005). Tobias Röger, ehemaliges Mitglied der Band
Wohlstandskinder, ist sogar der Meinung, dass das Internet den Markt nicht nur
verändern, sondern auch alte Vertriebswege völlig ersetzen wird: „In ein paar
Jahren sind Plattenlabels endgültig unerheblich geworden. Der komplette Markt
wird sich verschieben. Der Erzeuger kann direkt mit dem Verbraucher in
Kontakt treten.“ (Bosse et al., 2007, S. 40). Auch Will.I.Am, der mit seiner Band
Black Eyed Peas Konzertmitschnitte, Klingeltöne und Songs über die eigene
Internetseite zum Download anbietet, ist der Ansicht: „Plattenfirmen braucht
man, um Superstars zu machen - ansonsten sind sie heute überflüssig.“ Das
Modell des direkten Kontakts und Musikverkaufs vom Künstler zum Fan ist je-
doch umstritten, da es wie zuvor erwähnt schwierig ist, als einer von unzähligen
Künstlern, die sich über das Internet vermarkten wollen, das Publikum auf sich
aufmerksam zu machen. „Alles wird […] beliebig, alles steht nebeneinander,
alles scheint gleich wichtig. Aber es ist mitnichten alles gleich wichtig. Daher
brauchen wir heute umso dringender Personen, die einen an die Hand nehmen
und hren. […] Das können gute Plattenfirmen sein, Konzertveranstalter, Jour-
nalisten.“, so Konzertveranstalter Berthold Seliger über das MySpace-
Phänomen in der SPEX (Brion & Dax, 2007, S. 58). So genannte „opinion lea-
der“, die das Publikum in der großen Masse des Angebots auf die bemerkens-
werten Künstler stoßen, seien trotz Plattformen wie MySpace also nach wie vor
Advertisement
5. Branchensichtweisen und Positionen
28
notwendig, auch wenn diese in Zukunft nicht mehr unbedingt die Plattenfirmen
sein müssen.
Aber kann MySpace, wenn es denn die Vermarktung nicht ersetzen kann, un-
bekannten Künstlern als Karrieresprungbrett und Weg zum Plattenvertrag die-
nen? Zahlreiche Internet-Karrieren scheinen dies zu bestätigen. Die Berichter-
stattung der Medien ist hier jedoch zum Teil widersprüchlich. Während die ei-
nen die Möglichkeiten von MySpace loben und Künstlerkarrieren wie die von
Colbie Caillat allein auf die Internetpräsenz zurückführen (Fauser, 2007), ent-
larven wiederum andere diese Karrieren als Inszenierungen. So gab die Sänge-
rin Lily Allen in einem Interview zu, dass sie zu dem Zeitpunkt, als sie ihre ers-
ten Songs auf MySpace veröffentlichte, bereits einen Plattenvertrag mit der EMI
unterzeichnet hatte (Borcholte 2006). Dies bestätigt die Forderung „Don’t belie-
ve the hype“ von Andrew Dubber, der in seinem Buch „New Music Strate-
gies“ die Internet-Karrieren zahlreicher Künstler als Inszenierung der Plattenfir-
men darstellt (Dubber, 2007, S. 10-13). Auch rund um die Arctic Monkeys ran-
ken sich diesbezüglich zahlreiche Gerüchte (Buhr, 2007). Doch auch wenn es
stimmt, und die Band es schaffte, allein über das Internet an die Öffentlichkeit
zu kommen, schafften dies Millionen andere nicht (Bosse et al., 2007, S. 33),
ein weiterer Grund, warum diese Art von Erfolgsstories zu relativieren sei. Dies
bestätigen die Erfahrungen von „mehreren Dutzend Bands“ (ebd., S.39), die
von der Zeitschrift VISIONS befragt wurden. Diese meinen: „Noch nie war es so
leicht und bezahlbar, Musik zu machen, allerdings ist es nicht möglich, in ab-
sehbarer Zeit davon zu lebenund „ernsthafte, lukrative Angebote von Platten-
firmen hat es über MySpace noch nicht gegeben“. Letzteres geben 90% der
befragten Bands zu (ebd., S. 39f.). Zwar wird MySpace als die neue Form des
Demo-Tapes eingesetzt, doch muss dafür zunächst ein Kontakt zur Plattenfirma
hergestellt werden, denn: „Niemand, scheint es, wühlt sich durch die Millionen
von Bandseiten auf der Suche nach Trüffeln.“ (Bosse et.al., 2007, S. 40). Sind
diese Connections jedoch hergestellt, und sei es durch befreundete Künstler,
die der Plattenfirma den Tipp geben, ist eine gute MySpace-Seite aufgrund der
Präsentationsmöglichkeiten besser als ein Demo-Tape. „Oft ist es dadurch
schon zu Verträgen gekommen“, meint Siegfried Schuller, A&R-Manager bei
Universal (Fauser, 2007).
5. Branchensichtweisen und Positionen
29
Eine der wenigen Studien, die sich mit dem Einfluss von MySpace oder ande-
ren Web 2.0-Applikationen auf die Karriere von Künstlern beschäftigen, ist
„Does Chatter Matter? von Dhar und Chang (2007). Konkret untersuchten die
Autoren den Zusammenhang zwischen der Präsenz eines Künstlers in Form
von Beiträgen in einem Blog sowie der Größe seines Freundesnetzwerks auf
MySpace und seinen CD-Verkaufszahlen. Das Ergebnis fassen sie wie folgt
zusammen: „(a) the volume of blog posts about an album is positively correlated
with future sales, (b) greater increases in an artist's MySpace friends week over
week have a weaker correlation to higher future sales, (c) traditional factors are
still relevant - albums released by major labels and albums with a number of
reviews from mainstream sources like Rolling Stone also tended to have higher
future sales.” (Dhar & Chang, 2007, S. 2). Auch hier hat sich MySpace also - im
Gegensatz zu Blogs und Zeitschriften-Reviews - als eher geringer Erfolgsfaktor
erwiesen. Hierbei muss jedoch angemerkt werden, dass es sich bei den Ver-
kaufszahlen um ein sehr beschränktes Kriterium handelt, welches zum einen
nicht immer unmittelbar für Erfolg stehen muss und zum anderen Bands ohne
Plattenvertrag gänzlich ausschließt. Auch sst sich allein von der Anzahl der
Freunde bei MySpace nicht auf die Aktivität des Profils schließen, da viele User
einen Künstler einfach „adden“, ohne dann aber weiteres zu unternehmen. Die
Anzahl der Seitenaufrufe und der abgespielten Songs wäre vermutlich ein sinn-
volleres Kriterium gewesen, doch ist auch hier eine Manipulation nicht ausge-
schlossen.
In Bezug auf die Musikrezeption vertritt Seliger schließlich die Ansicht, dass
MySpace die Musikentdeckung fördert, indem es die Idee der Mundpropaganda
im Internet fortführt: „Die Entdeckerfreude, mit der man sich in MySpace treiben
lassen kann, ist manchmal vergleichbar mit dem Erleben neuer Bands auf Kon-
zerten. Letzten Endes ist MySpace eine andere Form von Mundpropaganda,
wie wir sie beim sorgsamen Aufbau von Bands durch Konzerte und Tourneen
ebenfalls erleben.“ (Brion & Dax, 2007, S.58).
Advertisement
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
30
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
6.1 Forschungsfragestellungen und Untersuchungsziele
Ziel der Arbeit ist herauszufinden, welchen Einfluss Musik-Communities wie
MySpace auf die Musikverbreitung und -rezeption haben. Aufgrund der zuvor
erwähnten Relevanz von MySpace konzentriert sich die Erhebung auf diese
spezielle Seite.
Die Anforderung an die Datenerhebung ist, mehr über das Nutzungsverhalten
der MySpace-User zu erfahren. Hierbei ist sowohl die Sichtweise der Rezipien-
ten als auch die der Musiker interessant, wobei es natürlich Überschneidungen
gibt, da die meisten Musiker auch gleichzeitig Rezipienten sind. Der relevante
Personenkreis beinhaltet somit sämtliche Personen, die MySpace nutzen, ob
Musiker oder reiner Rezipient, mit eigenem Profil oder ohne. Da es möglich ist,
viele Funktionen von MySpace auch ohne Profil zu nutzen, so z.B. das An-
schauen der Profilseiten und das Musikhören, sind auch die Verhaltensweisen
und Meinungen der Nutzer ohne Profil wichtig. Die Untersuchung ist jedoch
aufgrund des Umfangs und der Übersichtlichkeit auf den deutschen Raum be-
schränkt.
Die Studie soll Aufschluss darüber geben, wer MySpace nutzt, wie und aus
welchen Gründen es genutzt wird und wie die Nutzer sich über neue Musik in-
formieren. Weiterhin interessant ist, ob MySpace bei der Information über Musik
eine maßgebliche Rolle spielt, bzw. ob Musiker ihrerseits MySpace als Karrie-
rehilfe empfinden. Schließlich soll der Frage nachgegangen werden, wie die
Nutzer zur „herkömmlichen“ Musikverbreitung über CDs, Radio etc. stehen.
Auch ihre Meinung zum Thema Musik im Internet und Chancen von MySpace
ist gefragt.
Dabei liegen der Untersuchung einige Annahmen und Erwartungen zugrunde.
Diese beruhen auf eigenen Erfahrungen und Beobachtungen sowie auf Ge-
sprächen mit MySpace-Nutzern. Anzunehmen ist, dass MySpace-Nutzer viel
Zeit im Internet verbringen und sich auch aktiv daran beteiligen, so z.B. Web
2.0-Angebote nutzen, in anderen sozialen Netzwerken aktiv sind, oder auch
eigene Musik, Filme, Bilder und Texte online stellen. Wahrscheinlich ist in die-
sem Zusammenhang auch, dass das Internet verstärkt genutzt wird, um Infor-
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
31
mationen und Zugang zu Musik zu bekommen, wobei sich natürlich MySpace
als Plattform, um Musik zu entdecken, anbietet. Weiterhin wird die gezielte Su-
che nach neuer Musik häufig als eher unkomfortabel empfunden und das Ent-
decken geschieht oft per Zufall. Es besteht seitens der MySpace-Nutzer ein
Interesse, die Seite verstärkt zur Musiksuche nutzen, allerdings hindern be-
stimmte technische oder strukturelle Mängel sie daran. Weitere Störfaktoren
sind die Angst vor Datenmissbrauch und Spam-Belästigung. Um MySpace wirk-
lich sinnvoll zu nutzen, muss man besonders als Musiker viel Zeit investieren.
Schließlich ist anzunehmen, dass MySpace Musikern Vorteile bringt und ihre
Karriere rdert - allein die Tatsache, dass so viele Musiker auf MySpace zu
finden sind, spricht dafür.
Weiterhin gibt es einige offene Fragestellungen, die sich zum Teil aus den ak-
tuellen Entwicklungen und der geplanten Umstrukturierung von MySpace zur
kommerziellen Download-Plattform ergeben. Würden MySpace-Nutzer eine
kommerzielle Nutzung, d.h. Musikkauf oder -verkauf über MySpace befürworten?
Wie stehen die Nutzer selbst zu MySpace als „Karrieremotor und Radioersatz“?
Überwiegt bei der Teilnahme am Netzwerk das kommerzielle oder das soziale
Interesse der Musiker?
6.2 Methode und Aufbau des Fragebogens
Die Studie verfolgt einen explorativen Ansatz, da zu der vorliegenden Thematik
noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen. Es geht weniger darum,
repräsentative Aussagen über eine Grundgesamtheit zu machen, als vielmehr
Tendenzen in den Nutzungsweisen der untersuchten Probanden zu beobachten.
Es handelt sich somit um eine hypothesenerkundende Untersuchung (Bortz &
Döring, 2006, S. 30f. und S. 50), der sich weitere Forschung anschließen kann
und soll.
Um ein möglichst breites Bild der Nutzungsweisen von MySpace zu bekommen,
wurde die Erhebung mithilfe eines quantitativen Verfahrens durchgeführt. Dies
war auch deswegen möglich, weil durch Literatur (Baker, 2006; Buckley, 2006)
und offene Befragung von Kommilitonen im Vorfeld Funktionen, Erfahrungen
sowie einige Meinungen in Bezug auf MySpace bekannt waren. Damit die ver-
Advertisement
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
32
schiedenen Sachverhalte zur MySpace-Nutzung schließlich in einem standardi-
sierten Fragebogen operationalisiert werden konnten, wurde außerdem ein Pre-
test durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 15 Personen, darunter sowohl Mu-
siker als auch reine Rezipienten mit und ohne Profil, ein vorläufiger Fragebogen
als Papierversion bzw. als Word-Dokument per E-Mail vorgelegt.
Der endgültige Fragebogen, welcher für die Studie verwendet wurde, ist in fünf
Teile untergliedert:
11
Der erste Teil „Allgemeine Fragen“ enthält mit Angabe von
Geschlecht und Alter die tigen demographischen Angaben. Der zweite Teil
„Fragen zur Internet- und Musiknutzung“ dient dazu, die allgemeinen Nutzungs-
gewohnheiten der Teilnehmer in Bezug auf Musik und Internet zu erfassen. Er-
fragt werden Musikgeschmack, Mediennutzung in Bezug auf Musik betreffende
Informationen, Musikkauf oder -download, tägliche Nutzungsdauer und Aktivitä-
ten im Internet. Im dritten Teil „Fragen zur MySpace-Nutzung“ steht der direkte
Umgang mit der Internetseite und deren Funktionen im Mittelpunkt. Die Fragen
beinhalten Gründe für die Nutzung, wichtigste Funktionen in der Einschätzung
der Probanden, Meinungen und Kritik an MySpace, Nutzungsdauer und -
frequenz, Formen der Entdeckung neuer Musik über MySpace und Bereitschaft
zum kostenpflichtigen Musikdownload über MySpace. Weiterhin wird gefragt,
ob die Probanden ein eigenes Profil unterhalten und ob sie selbst Musiker sind.
Der vierte Teil befragt ausschließlich die Musiker zu ihren Erwartungen und tat-
sächlichen Erfahrungen mit MySpace, zur Dauer des Band-Bestehens bzw. des
Musikschaffens, Vertragssituation, Angebot von Musik auf MySpace, Bereit-
schaft zum Verkauf eigener Musik über MySpace, Nutzung anderer Communi-
ties und Unterhalt einer eigenen Homepage. Im fünften Teil werden schließlich
noch einmal alle Probanden zu ihrer Meinung betreffend einer Reihe State-
ments zum Thema MySpace und Musik im Internet befragt, um nicht nur ihr
Verhalten, sondern auch ihre Einstellung zu erfahren. Abschließend erhielten
sie die Möglichkeit, eigene Ideen zu ergänzen.
Bei den Items handelt es sich vorwiegend um geschlossene Fragen, bei denen
die Probanden sich für eine, bei manchen Fragen für mehrere Antwortmöglich-
keiten entscheiden sollten. Die Option „Sonstiges“ erlaubte dennoch an vielen
11
Der vollständige Fragebogen befindet sich im Anhang, S. 84ff.
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
33
Stellen das Eingeben einer eigenen Antwort, um eine Vollständigkeit der
Antwortmöglichkeiten zu erreichen. Bei zwei Fragen (Nr. 16, 24) gab es ein
offenes Kommentarfeld. Es handelte sich dabei um die Fragen nach der Kauf-
bzw- Verkaufsbereitschaft von Musik über MySpace. Hier lagen noch nicht
ausreichend Informationen vor, um geschlossene Antwortvorgaben in
vollständiger Form vorzugeben, sodass die Teilnehmer eigene Bedingungen r
ihre Entscheidung eintragen konnten.
Bei bestimmten Fragen wurde den Probanden eine Rating-Skala vorgegeben,
auf der sie ihr eigenes Verhalten bzw. ihre Meinung einschätzen sollten. Dies
war der Fall bei den Fragen zur Information über Musik und zur Musikbeschaf-
fung (Nr. 4, 5). Hier konnten die Probanden ihre Nutzungshäufigkeit auf einer
fünfstufigen Skala von „selten“ bis „sehr oft“ einschätzen, die sich an der Stan-
dard-Skala für Häufigkeit mit gefühlt äquidistanten Abständen orientiert (Bortz &
Döring, 2006, S. 177). Bei Fragen zur Meinung oder zu Vorlieben (Nr. 9, 10, 11,
18, 27) wurde dagegen eine vierstufige Skala angewendet, um das Ausweichen
zur neutralen Mittelkategorie zu vermeiden (Bortz & Döring, 2006, S. 180; Bro-
sius & Koschel, 2005, S. 96f.). Hier konnten die Probanden ihre Vorlieben auf
der Skala von „trifft gar nicht zu“ bis „trifft voll zu“, „unwichtig“ bis „sehr wich-
tig“ bzw. „stimme gar nicht zu“ bis „stimme voll zu“ mitteilen. Weiterhin gab es
bei Bedarf die Antwortmöglichkeit „keine Erfahrung“, so z.B. bei Fragen nach
den verschiedenen MySpace-Funktionen. Da sich die Umfrage auch an Nutzer
ohne eigenes Profil richtete, waren diesen einige Funktionen zwangsläufig nicht
bekannt.
6.3 Durchführung
Der Fragebogen wurde mithilfe des Programms LimeSurvey
12
als Online-
Formular erstellt. Die Methode des Online-Fragebogens wurde gewählt, da zu
erwarten ist, dass MySpace-Nutzer auch regelmäßige Internetnutzer und somit
online am besten zu erreichen sind. Bevor der Fragebogen online gestellt wur-
de, wurde der oben erwähnte Pretest durchgeführt.
12
http://www.limesurvey.org/
Advertisement
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
34
Der endgültige Fragebogen war vom 15. April bis zum 18. Mai unter dem Link
http://cmbh.de/masterarbeit/Umfragen/limesurvey/index.php?sid=29225&lang=d
e-informal zu erreichen. Zur Verbreitung des Links wurden verschiedene Kanäle
genutzt. Eine Pressemeldung im Newsbereich der Homepage der Universität
Paderborn sowie auf der Website des Studiengangs Populäre Musik und Me-
dien wiesen auf die Studie hin, weiterhin wurde auf dem Internetportal tonspi-
on.de zur Teilnahme aufgerufen. Weitere Streuung wurde durch die Veröffentli-
chung des Links in den Diskussionsforen verschiedener Online-Magazine er-
reicht, so z.B. laut.de, last.fm und musikexpress.de. Zudem wurde der Link auf
Social-Networking-Websites, z.B. MySpace selbst, studiVZ und Xing verbreitet
sowie per E-Mail verschickt.
Um fehlende Werte zu vermeiden, wurden die meisten Fragen in LimeSurvey
als Pflichtangabe definiert, sodass die Probanden bei unausgefüllten Feldern
eine entsprechende Meldung erhielten. Diejenigen Fragen, die sich speziell an
Musiker richteten, wurden auch nur von diesen ausgefüllt, da eine zuvor einge-
richtete Bedingung die Nicht-Musiker diese Fragen überspringen ließ.
Die Teilnahme an der Umfrage war selbstverständlich freiwillig und durch die
Art und Weise der Befragung anonym. Darauf wurden die Teilnehmer in einem
kurzen Begrüßungstext hingewiesen. Am Ende der Umfrage hatten die Proban-
den die Möglichkeit, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen, um von den Ergebnis-
sen der Studie zu erfahren. Dies sollte als Anreiz dienen, an der Studie teilzu-
nehmen, aber auch als Dank für die Teilnahme. Die Adressen wurden beim Ex-
port der Daten vom restlichen Datensatz getrennt gespeichert, sodass die Ano-
nymität gewährleistet war.
Die Auswertung der Ergebnisse wurde mithilfe der Programme SPSS und Excel
durchgeführt und beinhaltet die Auszählung der absoluten und relativen Häufig-
keiten sowie die Erstellung von Kreuztabellen und den Versuch einer Typisie-
rung mit Hilfe einer Clusteranalyse.
Dadurch, dass die Teilnehmer selbst auf einem der unterschiedlichen genann-
ten Wege auf den Fragebogen gestoßen sind und aus eigener Motivation her-
aus teilgenommen haben, ergibt sich eine passive, nicht-zufallsgesteuerte
Auswahl (Döring, 2003, S. 213ff.), wodurch die Repräsentativität nur einge-
schränkt gewährleistet ist. Weiterhin liegt keine Kenntnis über die Grundge-
samtheit der MySpace-Nutzer in Deutschland vor, sodass keine Zufallsstich-
6. Studie zum Nutzungsverhalten der MySpace-User
35
probe gezogen werden konnte. Die Studie erhebt allerdings im Zuge ihres
explorativen Charakters, wie zuvor erwähnt, keinen Anspruch auf Repräsentati-
vität, sondern soll Tendenzen anzeigen und als Grundlage für weiterführende
Studien dienen.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
36
7. Ergebnisse der Studie
Die Online-Umfrage ergab im Untersuchungszeitraum insgesamt 402 vollstän-
dig ausgefüllte Fragebögen. Im Folgenden werden die Ergebnisse zusammen-
fassend dargestellt.
13
7.1 Deskriptive Darstellung
Der Abschnitt „Allgemeine Fragen“ diente dazu, demografische Angaben über
die Probanden zu erheben. Um diese möglichst kurz zu halten, beschränkten
sich die Fragen auf Geschlecht und Alter. Mit einem Verhältnis von etwa zwei
Dritteln zu einem Drittel haben deutlich mehr Männer als Frauen an der Studie
teilgenommen. Das Durchschnittsalter beträgt 24,35 Jahre bei einer Alters-
spanne von 14 bis 53 Jahren. Der Übersicht wegen und um die Weiterverarbei-
tung der Daten zu erleichtern, wurden die Probanden in sechs Altersgruppen
eingeteilt. Die größte Gruppe stellen die 20-24-jährigen mit über 40%, es folgen
die 25-29-jährigen mit 21,1% und die 14-19-jährigen mit 20,1%.
Im Fragenblock „Internet- und Musiknutzung“ ging es um die Nutzungsgewohn-
heiten und Rezeptionsweisen der Probanden in Bezug auf Internet und Musik.
Frage 3 sollte die Musikpräferenzen der Probanden erfassen. Diese konnten in
einer Mehrfachauswahl einen oder mehrere Musikstile wählen. Mit 90,7% ist
„Rock (Alternative/Indie, Punk, Hard Rock, Metal)“ der mit Abstand beliebteste
Musikstil. Weiterhin gaben 29,3% „Pop“ als bevorzugten Musikstil an, 24,2%
wählten „Elektronische Musik (Techno, House, Trance)“, 17,2% „Black Music
(Soul, R’n’B, HipHop, Funk, Reggae)”, 15,2% „Jazz“, 13,1% „Klassik“ und 9,6%
World Music (Ethno, Folk, Latin, Country)“. Dass die Antwortvorgaben vielen
Probanden nicht vollständig und differenziert genug waren, zeigen zahlreiche
Angaben in der Kategorie „Sonstiges“. Insgesamt 60 Probanden nutzten die
Möglichkeit, eigene Angaben zu machen, was einem Anteil von ca. 15% ent-
spricht. Mit 10 Nennungen am häufigsten vertreten war „Metal“, bzw. weitere
Spielarten wie „Black Metal“ oder „Doom Metal“. Mehrfach angegeben wurden
13
Tabellen mit den vollständigen Werten befinden sich im Anhang, S. 91ff.
7. Ergebnisse der Studie
37
außerdem „Gothic“, „Hardcore“, „Singer/Songwriter“, „Drum’n’Bass“, „Sound-
tracks“ bzw. „Instrumental“, „Trip Hop“, „Industrial“, „Swing“ und „Ska“.
Frage 4 beschäftigte sich mit der Art und Weise, wie die Probanden sich über
Musik informieren und welche Medien dabei genutzt werden. Generell ist zu
beobachten, dass das Internet im Gegensatz zu den traditionellen Massenme-
dien unter den Probanden ein beliebteres Medium zur Information über Musik
ist. Über 70% nutzen das Internet „sehr oft“, um sich über Musik zu informieren,
und knapp ein Viertel immer noch oft“. Die Antwortmöglichkeit „nie“ wurde gar
nicht ausgewählt. Bei der Radionutzung dagegen tendiert das Ergebnis eindeu-
tig in die negative Richtung: Über die Hälfte der Probanden nutzen das Radio
„nie“ oder „selten zur Information über Musik. Ähnlich verhält es sich beim
Fernsehen. Hier geben sogar über 60% der Probanden an, das Medium
„nie“ oder „selten“ zur Musikinformation zu nutzen. Bei der Nutzung von Zeit-
schriften verteilen sich die Antworten vorwiegend im mittleren Bereich. Mit fast
30% nutzen die meisten Probanden Zeitschriften „manchmal“, um sich über
Musik zu informieren. „Tipps von Freunden und Bekannten“ werden vorwiegend
„oft“ genutzt, und auch „Live-Konzerte“ tendieren zum Positiven: über 60 % der
Probanden entschieden sich für „manchmal“ oder „oft“. Die Möglichkeit „Kauf-
haus/Plattenladen“ wird dagegen von jeweils knapp einem Drittel „selten“ oder
„manchmal“ genutzt. Weiterhin informieren sich die Probanden überwiegend
„selten“ oder „nie“ in „Discotheken/Clubs“.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
38
0 10 20 30 40 50 60 70 80
Live-Konzerte
Discotheken/ Clubs
Kaufhaus/ Plattenladen
Tipps von Freunden und
Bekannten
Internet
Fernsehen
Radio
Zeitschriften
Prozent (%)
sehr oft
oft
manchmal
selten
nie
Abb.2: Nutzung verschiedener Quellen zur Information über Musik (Frage Nr. 4)
Quelle: eigene Darstellung
In Frage 5 interessierte die Art und Weise, wie die Probanden neue Musik er-
werben. Über 60% gaben an, „sehr oft“ oder „oft“ durch den „Kauf von
CDs/Tonträgern“ neue Musik zu bekommen. Die Antworten bei „CDs oder
MP3s von Freunden brennen/kopieren“ verteilten sich eher auf die Mittelkatego-
rien. Mit gut 30% nutzen die meisten Probanden diese Möglichkeit „manchmal“.
„P2P-Tauschbörsen“ werden von den Probanden anscheinend so gut wie gar
nicht genutzt; über ein Drittel gab hier „nie“ als Antwort an. Ebenso wenig ist der
„Kauf bei Downloadshops im Internet“ unter den Probanden verbreitet. Der „le-
gale Download kostenloser Musik“ lässt keine eindeutige Tendenz erkennen,
hier sind die Antworten gleichmäßig verteilt mit dem geringsten Wert für „sehr
oft“ mit 15,4% und dem höchsten für „manchmal“ mit 23,4%. Kaum genutzt
werden „Sharehoster“:
14
Über 60% gaben hier „nie“ an.
Frage 6 beschäftigte sich mit der durchschnittlichen Zeit, die die Probanden
täglich im Internet verbringen. 46% gaben an, täglich „3-5 Stunden“ im Internet
zu verbringen, es folgen 29,4% mit „1-2 Stunden“ und 13,2% mit „5-8 Stunden“.
14
Sharehoster sind Webspeicheranbieter, die dem Anwender das Hochladen von Daten ermöglichen. Der
Link zum eigenen Webspeicher kann weitergegeben werden, um die Daten mit Anderen zu teilen.
7. Ergebnisse der Studie
39
Die Randkategorien waren „unter 1 Stunde“ mit 6% und „mehr als 8 Stun-
den“ mit 5,5%.
Frage 7 sollte schließlich in einer Mehrfachauswahl die Internetaktivitäten der
Probanden erfassen. Hiermit waren insbesondere Aktivitäten im Bereich Web
2.0
15
gemeint. Am weitesten verbreitet sind hierbei das „Profil in Sozialen Netz-
werken“ (76%) und die „Diskussion in Foren“ (66%). 31,7% der Probanden ha-
ben eine eigene Homepage. Die klassischen Web 2.0-Applikation werden nur
von wenigen genutzt, so z.B. eigene Bilder online stellen“ oder Blog schrei-
ben“. Am seltensten vertreten ist „Wiki-Artikel schreiben“ und „Podcasts produ-
zieren“. Ferner wurde auch hier die Antwortoption „Sonstiges“ genutzt: 43 Pro-
banden nutzten die Möglichkeit eine eigene Antwort einzutragen. Am häufigsten
vertreten waren „Instant Messaging“ bzw. „ICQ“ mit 12 Nennungen, weiterhin
„Recherche oder „Informationen“, „berufliche Nutzung“/„Job“, „Online-
Gaming“ und „E-Mail“.
Im Fragenblock „MySpace-Nutzung“ waren die Probanden aufgerufen, ihr Nut-
zungsverhalten und ihre Meinungen speziell zur Seite MySpace mitzuteilen.
Zuerst wurden die Probanden gefragt, ob sie ein eigenes Profil auf MySpace
besitzen. Auf diese Weise sollten die Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt
werden, weil davon auszugehen ist, dass MySpace von Nutzern mit eigenem
Profil anders rezipiert wird als von Nutzern ohne Profil, da viele Funktionen oh-
ne eigenes Profil nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können. Es stell-
te sich heraus, dass die meisten Probanden ein eigenes Profil besitzen, der
Anteil beträgt 72,9%.
Bei den folgenden Frage-Items werden die Antworten der beiden Gruppen ge-
trennt voneinander dargestellt und verglichen, da sich dies in der Auswertung
als sinnvoll herausgestellt hat. Bei einigen Fragen wird die Gruppe der Nutzer
ohne Profil nicht erwähnt, da sie irrelevant ist.
16
Frage 9 sollte die Gründe für die MySpace-Nutzung erheben. „Neue Musik ent-
decken“ ist ein eindeutiger Grund für beide Gruppen, MySpace zu nutzen. Die
Hälfte der Nutzer mit und 44% der Nutzer ohne Profil gaben hier „trifft voll
zu“ an, ein gutes Drittel gab jeweils „trifft eher zu“ an. „Immer das Neueste von
meinen Lieblingsbands/-künstlern erfahren“ ist ebenfalls für beide Gruppen ein
15
siehe Kapitel 4
16
zur Erklärung siehe Kapitel 8.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
40
häufig als zutreffend angegebener Grund für die Nutzung von MySpace. So hat
in beiden Gruppen jeweils über ein Drittel „trifft eher zu“ ausgewählt. Auch beim
Item „zum Zeitvertreib/Unterhaltung“ haben sowohl die meisten User mit Profil
als auch ohne Profil „trifft eher zu“ ausgewählt.
Bei den Probanden mit Profil verteilt sich für die Items „um neue Leu-
te/Gleichgesinnte kennen zu lernen“ und „um mit Freunden in Kontakt zu blei-
ben“ die Mehrheit mit über 60% mittig auf die Antworten „trifft eher zu“ und „trifft
eher nicht zu“, es ist keine eindeutige Tendenz zur Zustimmung oder Ableh-
nung zu erkennen. Sehr ausgewogen ist das Verhältnis auch bei dem Item „um
eigene Inhalte kostenfrei online zu stellen“, wobei mit 30% eine leichte Mehrheit
bei „trifft gar nicht zu“ zu beobachten ist. Eine „eigene Homepage“ auf MySpace
als Nutzungsgrund trifft für mehr als ein Drittel der Probanden mit Profil „gar
nicht zu“. Auch „hilfreiche Kontakte knüpfen“ und „mit anderen über interessan-
te Themen austauschen“ sind tendenziell eher keine Gründe, MySpace zu nut-
zen. Über die Hälfte wählten „trifft gar nicht zu“ oder „trifft eher nicht zu“.
neue Leute/Gleichgesinnte
kennen lernen
mit Freunden in Kontakt
bleiben
neue Musik entdecken
das Neueste von
Lieblingsbands erfahren
Zeitvertreib/Unterhaltung
eigene Homepage
eigene Inhalte online
stellen
hilfreiche Kontakte
knüpfen
über interessante Themen
austauschen
eigenes Profil kein eigenes Profil
trifft voll zutrifft eher zutrifft eher nicht zutrifft gar nicht zu
Abb.3: Gründe für die Nutzung von MySpace (Frage Nr. 9). Die Balken zeigen die Durch-
schnittswerte der gegebenen Antworten an.
Quelle: eigene Darstellung
Bei Frage 10 sollten die Probanden angeben, wie wichtig ihnen genannte Funk-
tionen auf MySpace sind. Für drei Viertel der Nutzer mit Profil ist der „Mu-
sikstream auf Bandseiten“ „sehr wichtig“. Nicht ganz so wichtig ist der „Vide-
7. Ergebnisse der Studie
41
ostream auf Bandseiten“, hier beträgt der Anteil an der Antwort „sehr wich-
tig“ nur etwa ein Viertel. Über 30% finden die Funktion aber immer noch „wich-
tig“. Das „Freundesnetzwerk“ ist überwiegend „sehr wichtig“ oder wichtig“. Dies
gilt auch für private Nachrichten. Die „Kommentarfunktion“ ist für über ein Vier-
tel der Nutzer mit Profil „sehr wichtig“ und für 38,2% „wichtig“. Ähnlich sind die
Zahlen für die Funktion „Fotos“. Beim Item „Musik und Videos adden“ verteilen
sie sich relativ gleichmäßig auf „nicht so wichtig“, „wichtig“ und „sehr wichtig“.
Die „Blog“-Funktion ist für die User mit Profil überwiegend „nicht so wich-
tig“ (44%). Ähnliches gilt für die Funktion „Bulletin“. „Gruppen“ sind überwiegend
„unwichtig“ oder „nicht so wichtig“. „Private Infos im Profil“ sind schließlich ü-
berwiegend „nicht so wichtig“. Für die Nutzer ohne Profil ist ebenfalls der „Mu-
sikstream am wichtigsten, zwei Drittel wählten hier „sehr wichtig“. Beim „Video-
streamliegt der Anteil noch bei einem Viertel, gut 30% finden die Funktion
„wichtig“. Für die restlichen Funktionen haben die Nutzer ohne Profil sich über-
wiegend für die Antworten „unwichtig“ oder keine Erfahrung“ entschieden. Her-
vorzuheben sind noch die Funktionen „Blog“ und „Fotos“, bei denen die Nutzer
ohne Profil die Kategorien „wichtig“ und „sehr wichtig“ jeweils zu knapp einem
Viertel ausgewählt haben.
Bei Frage 11 ging es darum, mehr darüber zu erfahren, welche Meinungen die
Nutzer über MySpace haben, was sie kritisieren und was ihnen gefällt. Sehr
stark ist die Zustimmung zu der Aussage „Ich würde gerne mehr Songs down-
loaden, statt sie nur als Stream zu hören“. Sowohl Nutzer mit als auch Nutzer
ohne Profil gaben hier mehrheitlich „stimme voll zu“ an, nur sehr wenige „stim-
me gar nicht zu“. Fast ebenso eindeutig ist das Ergebnis r die Aussage „Viele
MySpace-Seiten sind überfrachtet und brauchen zu lange zum Laden“; hier ist
der Anteil der Antworten „stimme voll zu“ nur wenig geringer. Bei den übrigen
Aussagen ist das Ergebnis weniger deutlich und zum Teil sehr gemischt. „Ich
komme mit dem Suchwerkzeug auf MySpace gut zurecht“ ist tendenziell eher
zutreffend, wobei über ein Drittel der Nutzer ohne Profil hier „keine Erfah-
rung“ hat. „Ich verliere auf MySpace leicht die Übersicht“ wurde überwiegend
mit „stimme eher nicht zu“ bewertet, wobei die Antwort „stimme eher zu“ mit
jeweils über 20% auch nicht selten gewählt wurde. Die Antworten zu „Ich würde
mir ein Musik-Empfehlungssystem wünschen“ sind sehr ausgewogen, mit einer
leichten Mehrheit bei der Antwort „stimme eher zu“. Über MySpace ist ein seri-
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
42
öser Internetauftritt möglich“ trifft eher r diejenigen zu, die ein eigenes Profil
besitzen. 38,6% geben hier „stimme eher zu“ an. Bei der Aussage „Die Wer-
bung ist dem Inhalt angemessen“ sind die Meinungen innerhalb beider Gruppen
geteilt. Sowohl „trifft eher nicht zu“ als auch „trifft eher zu“ erzielen hohe Werte.
Über ein Viertel der Nutzer ohne Profil gibt an, hier „keine Erfahrung“ zu haben.
Dieser Anteil ist bei den letzten beiden Items noch her. Der Aussage „Man
bekommt zuviel Spam“ stimmen mit 37,5% die Mehrheit der Nutzer mit Profil
„eher nicht zu“. Auch bei „Ich habe Angst, dass meine Daten für andere Zwecke
missbraucht werden“ überwiegt diese Antwort, diesmal mit über 40%.
Fragen 12 und 13 beschäftigten sich mit der Nutzungshäufigkeit und -dauer.
Hier ist festzustellen, dass MySpace von Nutzern mit Profil wesentlich häufiger
genutzt wird als von Nutzern ohne Profil. Die Ersteren nutzen MySpace mit
38,5% überwiegend „mehrmals täglich“, ein fast ebensolcher Anteil und damit
die Mehrheit derer ohne Profil nutzt MySpace nur „mehrmals wöchentlich“. Mit
der Nutzungsdauer verhält es sich ähnlich, wenn hier auch die Unterschiede
nicht so grsind. Der überwiegende Teil der Nutzer mit Profil nutzt MySpace
täglich im Durchschnitt „10 bis 30 Minuten“, die Nutzer ohne Profil verteilen sich
mehrheitlich auf die Antworten „unter 10 Minuten“ und „10 bis 30 Minuten“.
In Frage 14 sollten die Probanden angeben, ob sie schon einmal über MySpace
auf neue Musik aufmerksam geworden sind. Über 90% der Nutzer mit und über
80% der Nutzer ohne Profil beantworteten dies mit „ja“. In Frage 15 haben 72%
der Nutzer mit Profil und 63,1% der Nutzer ohne Profil angegeben, „per Zu-
fall“ auf Musik aufmerksam geworden zu sein - dabei sind nur diejenigen be-
rücksichtigt, welche die vorhergehende Frage bejaht hatten. In beiden Nutzer-
gruppen haben weiterhin je über 60% „gezielt danach gesucht“. Eine „Empfeh-
lung von einem Freund“ erhielten knapp 60% der Nutzer mit Profil sowie knapp
die Hälfte der Nutzer ohne. Die Antwort „Ich wurde von einer Band/einem
Künstler kontaktiert“ wählten schließlich über die Hälfte der Nutzer mit Profil,
aber weniger als 10% der Nutzer ohne Profil. Weiterhin gab es bei dieser Frage
die Option „Sonstiges“. Am häufigsten, nämlich insgesamt 16mal, wurde hier
angegeben, dass von anderen Seiten auf MySpace verlinkt wurde. Als solche
Seiten wurden unter anderem „Online-Fanzines“, „Musikforen“, „Bandhomepa-
ges“, „Blogs“ oder „Onlinemusikmagazine“ genannt, z.T. mit namentlicher Er-
wähnung bestimmter Seiten.
7. Ergebnisse der Studie
43
Frage 16 sollte vor dem aktuellen Hintergrund der geplanten Umstrukturierung
von MySpace zum Musikdienst die Bereitschaft der Nutzer zum Kauf von Musik
über MySpace feststellen. Mit über 50% - in der Nutzergruppe ohne Profil sogar
über 60% - beantwortete die Mehrheit die Frage, ob sie über MySpace Musik
kaufen würden, mit „nein“. Jeweils weitere 20% wählten die Bedingung „Ja,
wenn Preis und Qualität stimmen“. „Ja, aber ich würde nur Musik von weniger
bekannten Künstlern kaufen, die ich sonst nicht bekomme“ erhielt von den Nut-
zern mit Profil ebenfalls über 20% der Antworten, bei dem Rest jedoch nur
knapp 12%. Jeweils etwa 5% entschieden sich dafür, eine eigene Bedingung
anzugeben. Die wichtigsten Aspekte, die hierbei genannt wurden, waren der
Verzicht auf Kopierschutz bzw. DRM
17
bei den angebotenen Dateien, eine volle
oder zumindest angemessene Auszahlung des Erlöses an die Künstler, die
Möglichkeit, Musik in Form von Tonträgern bzw. CDs zu bestellen, die Sicher-
heit der Daten, die Möglichkeit des Probehörens und die rderung neuer
Künstler mithilfe eines Charts-Systems. Da es sich um ein offenes Kommentar-
feld handelte, wurde die Kommentarfunktion außerdem von Probanden genutzt,
die eine andere Antwort als „Ja, unter der Bedingung, dass…“ gewählt hatten.
Einige derjenigen, die die Frage mit „nein“ beantwortet hatten, begründeten im
Kommentarfeld ihre Entscheidung (insgesamt 17 Probanden). Der hervorste-
chende Aspekt war hier der Wunsch nach materiellen Tonträgern und die Ab-
neigung gegenüber kostenpflichtigen Musikdownloads.
Die letzte Frage in diesem Block sollte die Probanden in zwei Gruppen untertei-
len: Diejenigen Nutzer, die selbst als Musiker aktiv sind und ein entsprechendes
Band-/Künstlerprofil auf MySpace haben, und diejenigen, auf die das nicht zu-
trifft. Das Verhältnis beträgt 27,1% Musiker gegenüber 72,9% Nicht-Musikern
für alle Nutzer insgesamt. Bei den Nutzern ohne Profil beträgt der Musikeranteil
gut 7%.
Im folgenden Themenblock des Fragebogens ging es um Fragen, die aus-
schließlich Musiker betreffen, die auf MySpace aktiv sind. Deshalb wurden, un-
ter Zuhilfenahme einer Filterfunktion bei LimeSurvey, auch nur diejenigen Pro-
banden gefragt, auf die dies zutraf, da sie die vorangegangene Frage mit
„ja“ beantwortet hatten.
17
Digital Rights Management (DRM) bezeichnet ein Verfahren, das eine Kontrolle der Rechteinhaber
über die Nutzung und Verbreitung digitaler Medieninhalte ermöglicht.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
44
Frage 18 sollte die Erwartungen der Musiker an MySpace erfassen. Als am
wichtigsten stellten sich dabei der „Austausch mit anderen Bands“, „mehr Fans“,
„Business-Kontakte“, mehr Auftritte“ und „Feedback“ heraus. Bei diesen Items
gab der größte Teil der Musiker „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ an. Auch
„Angebote/Aufträge erhalten“ ist noch überwiegend „wichtig“, allerdings ist dort
auch der Anteil für „nicht so wichtig“ mit knapp 25% relativ hoch. Bei der Ant-
wort „mehr CD-Verkäufe“ teilt sich die Mehrheit zwischen „nicht so wichtig“ und
„wichtig“ auf, als überwiegend „nicht so wichtigwird der „Plattenvertrag“ gese-
hen.
Frage 19 sollte erheben, welche der in Frage 18 genannten Erwartungen sich
für die Bands tatsächlich schon erfüllt haben. Am häufigsten wurden mit jeweils
über 70% „Austausch mit anderen Bands“, „mehr Fans“ und „Feedback“ ange-
geben. Zu den übrigen Items gibt es einen großen Abstand, als nächstes folgt
„mehr Auftritte“ mit 31,2%, die restlichen Items wurden seltener ausgewählt.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
Austausch mit anderen Bands
mehr Fans
mehr Auftritte
Business-Kontakte
mehr CD-Verkäufe
Plattenvertrag
Feedback
Angebote/Aufträge erhalten
"wichtig" und "sehr wichtig" erfüllt
Abb. 4: Erwartungen der Musiker an MySpace (Frage Nr. 18) im Vergleich zu den erfüllten Er-
wartungen (Frage Nr. 19). Die Balken fassen die Prozentwerte der Antworten „wichtig“ und
„sehr wichtig“ zusammen.
Quelle: Eigene Darstellung
7. Ergebnisse der Studie
45
Als chstes folgten einige Fragen, die Aufschluss über den Status der Profes-
sionalität der Musiker geben sollten. Frage 20 behandelte die Vertragssituation
der Musiker. Es ergab sich, dass 11% der Musiker angaben, unter Vertrag zu
stehen. Diese wurden in Frage 21 nach ihrem Label gefragt. Bis auf eine Aus-
nahme gaben alle unter Vertrag stehenden Musiker an dieser Stelle ein Inde-
pendent Label an.
Knapp 30% der Musiker machen seit „1 bis 3 Jahren“ Musik, ebenfalls oft ver-
treten sind „3 bis 5 Jahre“ mit 23,9% und „länger als 10 Jahre“ mit 17,4%.
Als chstes ging es um die Darbietungsform der über MySpace angebotenen
Musik. 57,8% bieten auf MySpace ihre Musik als „Stream“ an, 35,8% als
„Download“. Nur 6,4% bieten keine Musik auf MySpace an. Frage 24
behandelte thematisch dasselbe wie Frage 16, nämlich den Musikverkauf über
MySpace, diesmal jedoch aus der Sicht der Musiker. Über die lfte beantwor-
tete die Frage Würdest du deine Musik über MySpace verkaufen?“ mit „ja“,
weitere 32,1% mit „nein“. Der Rest wählte die auch in dieser Frage mögliche
Angabe einer Bedingung. Die wichtigsten angegebenen Bedingungen sind der
Erhalt des vollen Gewinns aus den Verkäufen bzw. eine angemessene Beteili-
gung und die Selbstbestimmung über die Preisgestaltung und andere Konditio-
nen wie z.B. Qualität der Dateien.
Außerhalb von MySpace nutzen die Musiker wenige andere Dienste, nur 14,7%
wählten bei dieser Frage eine der vorgegebenen Möglichkeiten aus. Diese ga-
ben zu über 90% „last.fm“ an, 16,9% wählten mp3.de“ und 3,4% „jamen-
do.com“. 18,3% der Musiker nutzten die Möglichkeit, in der Option „Sonsti-
ges“ weitere Dienste anzugeben. Die Liste ist sehr gemischt und es ergab sich
außer last.fm keine weitere besonders hervorstechende Plattform.
Die letzte Frage an die Musiker erkundigte sich nach einer eigenen Homepage
außerhalb von MySpace. Mit 62,4% gab die Mehrheit an, eine solche zu unter-
halten.
Frage 27 beschäftigte sich mit den Meinungen der Nutzer über MySpace und
Musik im Internet, nachdem über ihre Verhaltensweisen nun ausreichend In-
formationen gesammelt wurden. Diese Frage wurde nach Beendigung des Mu-
siker-Blocks wieder an alle Probanden gestellt.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
46
Das erste Statement lautete „Musiker können sich heute selbst über das Inter-
net vermarkten und brauchen dazu keine Plattenfirma mehr“. Hier zeigten sich
die Probanden uneinig: eine leichte Mehrheit ist mit 43,8% bei der Antwort
„stimme eher nicht zu“ zu beobachten, während „stimme eher zu“ immer noch
38,6% angaben. Der Aussage „MySpace ist zu unübersichtlich und die Wahr-
scheinlichkeit, gefunden zu werden, ist nicht sehr hoch“ stimmten über die lf-
te „eher zu“. Ebenfalls fast die lfte wählte bei der Aussage „Ohne MySpace
wären einige Künstler nicht dort, wo sie heute sind“ die Antwort „stimme eher
zu“, die Antworten „stimme voll zu“ und „stimme eher nicht zu“ wählten jeweils
knapp ein Viertel. „Internet-Karrieren“ sehen fast die Hälfte der Probanden eher
nicht von den Plattenfirmen inszeniert, fast 40% gaben stimme eher zu“ an.
Schließlich gaben beim letzten Statement insgesamt fast 80% stimme voll
zu“ oder „stimme eher zu“ an und sind damit eher der Ansicht, neue Musik und
Künstler seien „über das Internet einfach zu finden“.
Am Ende des Fragebogens konnten die Probanden eigene Ergänzungen zum
Fragebogen selbst oder zu MySpace vornehmen. 88 Probanden nutzten diese
Möglichkeit. An dieser Stelle können die verschiedenen Stellungnahmen nur
stark zusammengefasst dargestellt werden. In der folgenden Interpretation und
Diskussion der Ergebnisse werden diese jedoch noch einige Male aufgegriffen.
Insgesamt ist die Tendenz zu einer kritischen Betrachtung von MySpace zu be-
obachten, während auf der anderen Seite viele Vorteile der Seite hervorgeho-
ben werden. So gibt es häufig ähnliche Kommentare wie „MySpace gibt jedem
Künstler eine Möglichkeit, sich zu präsentieren und untereinander auszutau-
schen. Für Underground Musiker ist es eine gute Chance ihre Musik zu veröf-
fentlichen und Fans zu finden.“ (Proband Nr. 145, weiblich, 25, Cluster Nr. 3
18
).
Kritik wird an der Seite selbst und an ihrem Einfluss geäußert: „Die Seite an
sich ist vollkommen unstrukturiert, überladen, zu voll mit Werbung und einfach
nur noch unzeitgemäß.“ (Proband Nr. 10, männlich, 21, Cluster Nr. 2) oder
„MySpace (und auch andere Internetplattformen) haben das Verständnis r
Musik geändert, vor allem bei der jüngeren Generation, die nur noch über sol-
che Internetseiten Musik ren. Aufgrund der Technik braucht man sich keine
ganzen CDs mehr kaufen, sondern wählt nach Belieben einige Songs aus. Die-
18
Die Nummerierung der Cluster entspricht der Nummerierung der Nutzertypen, siehe Kapitel 7.3.
7. Ergebnisse der Studie
47
se Entwicklung finde ich schädlich für echte Musiker, da ein Album nicht so
auseinander gerissen werden sollte. So geht doch der Sinn verloren.“ (Proband
Nr. 69, weiblich, 21, Cluster Nr. 3).
Oft wird MySpace als überbewertet angesehen und relativiert: Letztendlich
kommt es doch nur auf die Qualität der Musik an, wenn eine Newcomerband
richtig gute Musik macht, werden Plattenfirmen auch ohne Internet darauf auf-
merksam werden.“ (Proband Nr. 59, männlich, 17, Cluster Nr. 2). Weiterhin he-
ben viele hervor, dass MySpace unterstützende Wirkung hat und das Zusam-
menwirken von Online- und klassischer Promotion am sinnvollsten sei.
Weitere interessante Aspekte sind die Nutzung von MySpace als Informations-
quelle und Plattform zum „Probehören“ von Musik sowie die sprichwörtliche Su-
che nach der „Nadel im Heuhaufen“, die von vielen Probanden beanstandet
wird.
7.2 Zusammenhänge
Nach der Auszählung der Häufigkeiten ist auch eine Untersuchung der ver-
schiedenen Merkmale auf gliche Zusammenhänge interessant. Im Folgen-
den sollen diejenigen Kreuztabellen dargestellt werden, in denen sich Zusam-
menhänge ergeben haben, die besonders auffällig und für die Studie und deren
Ziel am relevantesten sind. Hierbei wird auf Signifikanztests verzichtet, da, wie
zuvor erwähnt, die Studie keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt.
Einige Zusammenhänge zwischen dem Merkmal „Eigenes Profil“ und verschie-
denen Merkmalen zum MySpace-Nutzungsverhalten wurden im oberen Teil
bereits vorweggenommen, da dies aufgrund der Unterschiedlichkeit der beiden
Gruppen in diesem Bereich sinnvoll war.
Interessant ist zunächst der Bezug der Merkmale, insbesondere der Teilungs-
merkmale „Eigenes Profil“ und „Selbst Musiker“, auf die Alters- und Ge-
schlechtsstruktur. Es fällt sofort auf, dass der Frauenanteil unter denjenigen, die
bei Frage 17 angegeben haben, selbst Musiker zu sein, sehr gering ist. Beträgt
er in der gesamten Stichprobe nur etwa ein Drittel, sind es in der Gruppe der
Musiker nur 4,6%. Dies bedeutet, dass insgesamt nur 6 Musikerinnen über-
haupt an der Studie teilgenommen haben. Beim Merkmal „Eigenes Profil“ ist
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
48
das Verhältnis ausgewogener. Eine leichte Überzahl gibt es hier prozentual ge-
sehen bei den Frauen: 76,3% haben ein eigenes Profil gegenüber 71,2% der
Männer.
Innerhalb der Altersgruppen ist der Anteil der Musiker in der Gruppe der über
40-jährigen mit 36,4% am höchsten, es folgen die 24-29-jährigen mit gut 34%.
Das eigene Profil ist dagegen unter den bis 19-jährigen sowie unter den 36-40-
jährigen mit jeweils über 80% am weitesten verbreitet.
Weiterhin wurde festgestellt, dass diejenigen Nutzer, die bei MySpace ein eige-
nes Profil haben, auch sonst im Internet aktiver sind. Besonders die Aktivitäten
„Blog schreiben“, „Profil in sozialen Netzwerken“, „eigene Bilder/Filme/Musik
online stellenund „eigene Homepage“ wurden von Nutzern mit MySpace-Profil
wesentlich ufiger als zutreffend angegeben. Nur „Diskussion in Foren“ und
Wiki-Artikel schreiben“ wird von Nutzern ohne Profil ufiger betrieben. Die
Nutzer mit Profil verbringen dabei jedoch nur unwesentlich mehr Zeit im Internet.
Bezüglich der Nutzungsgründe von MySpace gibt es nicht nur Unterschiede
zwischen Nutzern mit und ohne Profil, sondern teilweise auch zwischen Musi-
kern und Nicht-Musikern. Dies ist insbesondere bei den Items „um eine eigene
Homepage zu haben“, „um Inhalte kostenfrei online zu stellen“ und „um hilfrei-
che Kontakte zu knüpfen“ der Fall. Hier haben die Musiker eine wesentlich grö-
ßere Zustimmung geäußert.
19
Auch bei Frage 10 lässt sich beobachten, dass
für Musiker hilfreiche Funktionen diesen auch etwas wichtiger sind als andere,
z.B. „Musikstream“, „Bulletin“ und „Blog“. Bei den Aussagen über MySpace in
Frage 11 ist dagegen kein wesentlicher Unterschied zwischen Musikern und
Nicht-Musikern zu bemerken.
Innerhalb der Gruppe der Musiker ist es von Interesse, ob professionelle Musi-
ker andere Interessen und Erwartungen an MySpace haben als Amateurmusi-
ker. Um diese beiden Untergruppen voneinander trennen zu können, wurden in
Frage 20 bis 22 Vertragssituation und Dauer des Bestehens erfragt. Es stellte
sich heraus, dass die Erwartungen an MySpace sich bei Künstlern mit und ohne
Vertrag in einigen Punkten voneinander unterscheiden. Diese sind „Business-
Kontakteund „mehr CD-Verkäufesowie „Angebote/Aufträge erhalten“ - unter
Vertrag stehende Musiker haben hier wesentlich häufiger angegeben, dass ih-
nen diese Dinge „wichtig“ oder „sehr wichtig“ seien. Bei den erfüllten Erwartun-
19
Nutzer ohne Profil wurden hierbei ausgeklammert, um das Ergebnis des Vergleichs nicht zu verfäl-
schen.
7. Ergebnisse der Studie
49
gen in Frage 19 lassen sich in nahezu denselben Kategorien ähnliche Tenden-
zen beobachten. Wesentlich mehr Musiker unter Vertrag gaben hier an, die Er-
wartungen „Business-Kontakte“, „mehr CD-Verkäufe“, „Plattenvertrag“ und „An-
gebote/Aufträge erhalten“ tten sich erfüllt. Auch die Erwartungen „mehr Auf-
tritte“ und „Austausch mit anderen Bands“ wurden etwas häufiger als erfüllt an-
gegeben als von den Künstlern ohne Vertrag.
Es lassen sich dagegen keine deutlichen Unterschiede zwischen den Erwartun-
gen und erfüllten Erwartungen länger und kürzer bestehender Bands ausma-
chen. Hier sind sich die Angaben entweder in allen Gruppen sehr ähnlich, oder
aber so unterschiedlich, dass keine Tendenz zu erkennen ist.
In Bezug auf die in Frage 27 erhobenen Meinungsbilder zu den Themen Inter-
net-Karrieren, Chancen von Musikern und Musikentdeckung über das Internet
gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Musikern und Nicht-
Musikern.
7.3 Nutzertypologie
Um die verschiedenen Formen der MySpace-Nutzung konkreter zu formulieren
und bestimmte Verhaltensmuster zu entdecken, wurde am Ende der Auswer-
tung eine Nutzertypologie erstellt. Diese orientiert sich an bereits bestehenden
Typologien im Bereich der Medienforschung.
Die bekannteste ist die MedienNutzerTypologie (MNT) von Ekkehardt Oehmi-
chen, die anhand verschiedener Kriterien wie Freizeitaktivitäten, Interessenpro-
file und Mediennutzung die Lebensstile der Probanden verschiedenen Katego-
rien zuordnet (Oehmichen, 2003). Diese dienen u.a. als Werkzeug von Rund-
funk- und Fernsehanstalten zur näheren Bestimmung von Zielgruppen. Behne
konzentriert sich in seinem Aufsatz „Mediennutzung und Musikgeschmack“ auf
die Nutzungsdauer von Hörfunk und Fernsehen durch die Probanden. Die dar-
aus resultierenden Nutzertypen werden mit dem Musikgeschmack in Zusam-
menhang gebracht (Behne, 2002). „Musik, Medien und Entwicklung im Jugend-
alter“ von Münch (2002) hat die Nutzung sämtlicher Medien zum Gegenstand,
von Tonträgern über Printmedien bis hin zu Radio, Fernsehen und Internet.
Seine Kriterien sind neben der Nutzungsdauer auch die Bedeutsamkeit bzw.
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
50
Wertschätzung der Medien durch die jugendlichen Probanden sowie deren
Funktion im Alltag.
Die Typologie, die rein thematisch die meisten Parallelen zur vorliegenden Stu-
die hat, ist die Web 2.0-Nutzertypologie von Haas et al. (2007), die in Kapitel
4.1 bereits beschrieben wurde. Die Selbstdarsteller“, „Produzenten“ oder
„Kommunikatoren“ sind bei MySpace sicherlich wiederzufinden. Kriterien waren
hier der Gestaltungs- und Kommunikationsgrad sowie die aktive oder passive
Nutzung.
20
Die eigene Typologie soll nun die MySpace-Nutzung der Probanden zum Ge-
genstand haben. Ausgeklammert wurden die allgemeine Musik- und Internet-
nutzung sowie die Meinungsbilder (Frage 27), da dort keine eindeutige Cluster-
bildung erkennbar war. Aus demselben Grund wurde auch auf eine Musikerty-
pologie verzichtet.
Die Kriterien der Typologie sind demnach die in den Fragen 9 bis 17 erfragten
Merkmale sowie die demographischen Daten Alter und Geschlecht. Letztere
waren jedoch für die Typisierung nicht ausschlaggebend, da sich diesbezüglich
zwischen den einzelnen Typen kaum Unterschiede ergeben haben.
21
Es haben sich insgesamt nf verschiedene Nutzertypen ergeben.
22
Diese sind
im Folgenden aufsteigend nach ihrer Nutzungsintensität geordnet.
Bei Typ 1 und 2 handelt es sich um passive Nutzer ohne ein eigenes Profil bei
MySpace.
Typ 1, der „Passive Seltennutzer“ besucht die Seite seltener als einmal monat-
lich und jeweils unter 10 Minuten. Die Nutzungsgründe in Frage 9 sind nicht
oder eher nicht zutreffend, und auch die Funktionen bewertet er mit „unwich-
tig“ oder „keine Erfahrung“. Einzig der „Musikstreamerreichte die Bewertung
„nicht so wichtig“. Die Aussagen über MySpace werden durchgehend ableh-
nend oder mit „keine Erfahrung“ bewertet. Er hat noch keine Musik über
MySpace entdeckt und auch einem Musikkauf über MySpace stimmt dieser
Nutzertyp nicht zu. Mit insgesamt 27 Probanden ist diese Gruppe die kleinste.
20
zu den Parallelen zwischen der Typologie nach Haas und der eigenen siehe Kapitel 8.2
21
zur Erklärung siehe Kapitel 8.1
22
Das Ergebnis der Clusteranalyse befindet sich im Anhang, S. 124f.
7. Ergebnisse der Studie
51
Typ 2, der „Beobachtende Musikfan“, besucht MySpace mehrmals wöchentlich
bei einer Verweildauer von 10 bis 30 Minuten. Sein Hauptinteresse ist dabei
Musik: Als eher zutreffend bewertete Nutzungsgründe sind „neue Musik entde-
cken“ und „immer das Neueste von meinen Lieblingsbands/-künstlern erfahren“,
bevorzugte Funktionen sind „Musikstream“ und „Videostream“ mit den Bewer-
tungen „sehr wichtig“ und „wichtig“. Er würde gerne mehr Songs downloaden,
verliert auf MySpace leicht die Übersicht und findet viele Profilseiten überladen.
Er ist bereits durch gezielte Suche oder per Zufall über MySpace auf Musik
aufmerksam geworden und würde über MySpace auch Musik kaufen. Auf ins-
gesamt 93 Probanden trifft diese Typisierung zu.
Typ 3, der „Musik-Netzwerker“, verfügt über ein eigenes Profil bei MySpace.
Ansonsten ist er Typ 2 sehr ähnlich: Nutzungshäufigkeit und -dauer der beiden
Typen sowie Nutzungsgründe stimmen weit gehend überein, doch sind die be-
vorzugten Funktionen des „Musik-Netzwerkers“ umfangreicher: Neben dem
„Musikstream“, der ihm „sehr wichtig“ ist, bewertet er auch das Freundesnetz-
werk“, den „Videostream“, „private Nachrichtenund „Fotos“ als „wichtig“. Er
stimmt denselben Aussagen zu wie Typ 2, zusätzlich wünscht er sich ein Emp-
fehlungssystem, ist der Ansicht zuviel Spam zu bekommen und hat Angst vor
Datenmissbrauch. Er wurde durch gezielte Suche, per Zufall oder in Folge einer
Empfehlung durch einen Freund über MySpace auf neue Musik aufmerksam
und würde über MySpace Musik kaufen. Insgesamt 108 Probanden können
diesem Nutzertyp zugeordnet werden.
Typ 4, der „Darstellungsorientierte Nutzer“ ist selbst Musiker. Er besucht
MySpace täglich jeweils 10 bis 30 Minuten. Dabei gibt er viele Nutzungsgründe
als „eher zutreffendan: „Neue Musik entdecken“, „immer das Neueste von
meinen Lieblingsbands/-künstlern erfahren“, „Zeitvertreib/Unterhaltung“, sowie -
anders als die vorhergehenden Typen - „neue Leute/Gleichgesinnte kennen
lernen“, „mit Freunden in Kontakt bleiben“ und „eigene Inhalte kostenfrei online
stellen“. Wichtige Funktionen sind „Freundesnetzwerk“, „Kommentarfunktion“,
„Musikstream“, und „private Nachrichten“. Er kommt gut mit dem Suchwerkzeug
zurecht und ist der Meinung, dass über MySpace ein seriöser Internetauftritt
möglich ist. Eine absolute Ablehnung oder die Angabe „keine Erfahrung“ kommt
bei keiner Aussage vor. Er wurde bereits von anderen Musikern auf MySpace
kontaktiert und hat so Musik entdeckt, weiterhin hat er gezielt nach Musik ge-
Advertisement
7. Ergebnisse der Studie
52
sucht oder ist per Zufall darauf gestoßen. Er wäre bereit, über MySpace auch
Musik zu kaufen. Auf insgesamt 32 Probanden trifft die Typisierung zu.
Am meisten setzt sich Typ 5, der „Allround-Intensivnutzer“, mit MySpace aus-
einander. Er ist selbst kein Musiker, hat aber ein sehr aktives Profil. Er besucht
die Seite glich und verweilt dort jeweils 30 Minuten bis 1 Stunde. Sämtliche
vorgegebenen Nutzungsgründe treffen auf ihn zu, „neue Musik entdecken“ so-
gar voll. „Musikstreamund „private Nachrichtensind „sehr wichtig“, alle ande-
ren Funktionen mit Ausnahme der „Gruppen“ und des „Blogs“ sind „wichtig“.
Ablehnung oder „keine Erfahrung“ kommen, ebenso wie bei Typ 4, auch bei der
Beurteilung der Aussagen nicht vor. Der Allround-Intensivnutzer“ kommt mit
dem Suchwerkzeug gut zurecht, würde gerne mehr Songs downloaden,
wünscht sich ein Empfehlungssystem, hält einen seriösen Auftritt über MySpa-
ce für möglich und empfindet viele Profilseiten als überladen. Er hat über
MySpace Musik entdeckt und dabei alle vier angegebenen Möglichkeiten erlebt,
außerdem würde er über MySpace Musik kaufen. Mit 139 Probanden ist diese
Typisierungsgruppe die größte.
Abb.5: Verteilung der Probanden auf die fünf Nutzertypen
Quelle: Eigene Darstellung
7. Ergebnisse der Studie
53
0 2 4 6 8 10 12 14 16
Passiver Seltennutzer
Beobachtender
Musikfan
Musik-Netzwerker
Darstellungsorientierter
Nutzer
Allround-Intensivnutzer
Nutzungsdauer 12223
Nutzungshäufigkeit 14455
bevorzugte Funktionen
(Durchschnittswert) 2,1 2,5 3,5 3,3 4
Nutzungsgründe (Durchschnittswert) 1,1 1,6 2,3 2,7 3,1
Passiver
Seltennutzer Beobachtender
Musikfan Musik-
Netzwerker Darstellungsori
entierter Nutzer Allround-
Intensivnutzer
Abb. 6: MySpace-Aktivität der verschiedenen Nutzertypen. Hohe Werte spiegeln eine hohe
Aktivität.
23
Quelle: Eigene Darstellung
23
Erläuterung der Werte: Bei den Merkmalen Nutzungsdauer und -häufigkeit entsprechen die Werte den
Antwortmöglichkeiten (z.B. 1 = „< 10 Min“, 5 = „> 2 Std.“). Bei den Merkmalen Nutzungsgründe und
bevorzugte Funktionen entsprechen die Werte jeweils dem Durchschnitt aus den Bewertungen sämtlicher
erfragter Gründe bzw. Funktionen (Gründe: 1 = „trifft gar nicht zu“, 4 = „trifft voll zu“; Funktionen: 1 =
„keine Erfahrung“, 5 = „sehr wichtig“)
Advertisement
8. Diskussion
54
8. Diskussion
8.1 Interpretation der Ergebnisse
Im folgenden Kapitel sollen die vorliegenden Ergebnisse der Erhebung genauer
betrachtet und interpretiert werden. Dabei geht es darum, die Werte mit den
zuvor formulierten Erwartungen sowie mit bereits vorliegenden Daten aus ande-
ren Studien, z.B. den ARD/ZDF-Onlinestudien und den JIM-Studien, zu verglei-
chen. Besonders auffällige oder von den Erwartungen abweichende Werte sol-
len begründet und mit dem Untersuchungskontext in Verbindung gebracht wer-
den. Ferner werden mögliche Schwachstellen des Fragebogens thematisiert.
8.1.1 Interpretation der deskriptiven Darstellung
Die demographische Struktur, im vorliegenden Fall repräsentiert durch Alter und
Geschlecht, unterscheidet sich stark von den Ergebnissen anderer Studien in
einem ähnlichen thematischen Umfeld. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 (van
Eimeren & Frees, 2007) hat als repräsentative Studie eine in etwa der Gesamt-
bevölkerung entsprechende Geschlechts- und Altersverteilung. Hier sei ange-
merkt, dass aufgrund des explorativen Charakters der vorliegenden MySpace-
Studie Vergleiche mit der ARD-/ZDF-Onlinestudie nur der Orientierung dienen
können. Dies gilt natürlich auch r Vergleiche mit den JIM-Studien, da diese
ausschließlich Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren untersuchen.
Die Teilnehmer der MySpace-Studie sind tendenziell eher männlich und mit
einem Altersdurchschnitt von etwa 24 Jahren relativ jung. Es ist sehr wahr-
scheinlich, dass dies etwas mit der Seite MySpace selbst zu tun hat, deren Nut-
zerstruktur demographisch anders aufgebaut ist als die Gesamtbevölkerung.
Dafür spricht die von Haas et al. durchgeführte Studie über Web 2.0-Nutzer, die
mit überdurchschnittlich vielen männlichen Teilnehmern zwischen 14 und 29
Jahren eine ähnliche Alters- und Geschlechtsverteilung aufweist. (Haas et al.,
2007, S. 215f.). Auch MySpace-Manager Travis Katz spricht von einem Durch-
schnittsalter von 24 Jahren (Schmidt, 2007), was genau dem Ergebnis der
Studie entspricht. Die von ihm dargestellte exakt gleiche Verteilung von
männlichen und weiblichen Nutzern trifft allerdings für die vorliegende
Stichprobe nicht zu.
8. Diskussion
55
Dass die Musikpräferenzen der Probanden sich so stark auf Rock als bevorzug-
ten Stil konzentrieren, war nicht zu erwarten. Möglicherweise ist dieses Ergeb-
nis mit der Verbreitung der Studie zu erklären, welche unter anderem auf spe-
ziellen Musikseiten und -portalen geschah. Auch wenn darauf geachtet wurde,
möglichst vielfältige Kanäle zu nutzen sind doch z.B. Musikforen von Zeitschrif-
ten wie VISIONS oder Musikexpress aufgrund deren Inhalts eher rock-orientiert.
Die Nutzerstruktur dieser Seiten hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nachhaltigen
Einfluss auf die vorliegende Studie, was sich auch an anderen Stellen zeigen
wird.
Dass das Internet das von den Probanden bevorzugte Medium ist, um sich über
Musik zu informieren, entspricht weit gehend den Erwartungen. Auch ist eine
Übereinstimmung mit der JIM-Studie 2005 zu beobachten, nach der dem Inter-
net im Bereich Musik von den Jugendlichen die höchste Themenkompetenz
zugeschrieben wurde (siehe dazu auch Kapitel 3.1). Das Ergebnis kann damit
begründet werden, dass MySpace-Nutzer vermutlich Internet-affin sind und mit
diesem Medium mehr Zeit verbringen als mit den traditionellen Massenmedien
Radio und Fernsehen. Ein möglicher Grund ist auch die Unzufriedenheit mit
dem Radioprogramm. Ein Proband meint: „Im Radio läuft viel zu wenig Ab-
wechslung. Da bietet sich MySpace wirklich positiv an, da man jede nur erdenk-
liche Musikrichtung hat, zig Länder, aus denen die Künstler kommen können
etc.“ (Proband Nr. 394, männlich, 22, Cluster Nr. 5). Dass im Gegensatz dazu
von den Probanden kaum Musik über das Internet gekauft oder illegal herunter-
geladen wird, ist ein interessantes Phänomen. An anderen Stellen des Frage-
bogens äußern die Teilnehmer wiederholt ihre Vorliebe für materielle Tonträger
und bestätigen damit das Ergebnis dieser Frage. Ein Proband äußert sich bei
Frage 16 wie folgt: „Ich kaufe keine MP3s. Ich will einen physischen Tonträger
mit Booklet und Artwork als Gesamtkunstwerk […]“ (Proband Nr. 89, männlich,
20, Cluster Nr. 5) - nur ein Beispiel von vielen. Die Ursache r diesen Wunsch
nach der haptischen und ganzheitlichen Erfahrung könnte sein, dass es sich bei
den Probanden überwiegend um ein Musik liebendes Publikum handelt, das
dieser im Sinne von Kunst auch einen entsprechenden Wert zukommen sst -
dies ist zu vermuten, da die oben erwähnten Musikportale und -foren sowie die
E-Mail-Verteiler der Studiengänge Populäre Musik und Medien und
Medienwissenschaften zur Verbreitung der Umfrage genutzt wurden. Der hohe
Wert bei der Antwortmöglichkeit nie“ für „P2P“ könnte außerdem damit
Advertisement
8. Diskussion
56
der Antwortmöglichkeit „nie“ für „P2P“ könnte außerdem damit zusammenhän-
gen, dass die Probanden aus Angst vor rechtlicher Verfolgung die Nutzung ver-
schwiegen haben, selbst wenn die Anonymität der Umfrage gewährleistet war.
Web 2.0-Aktivitäten sind entgegen den Erwartungen eher wenig verbreitet. Dies
entspricht den Ergebnissen der Web 2.0-Studie von Haas et al. (2007, S. 217),
derzufolge die Angebote zwar passiv sehr stark genutzt werden - z.B. durch das
Lesen von Wiki-Artikeln - aktiv jedoch wesentlich seltener. Die Annahme, dass
MySpace-Nutzer auch sonst aktiver im Internet sind, bestätigt sich hiermit nur
zum Teil. Nachvollziehbar ist, dass Nutzer mit Profil etwas aktiver sind, da das
Erstellen eines eigenen Profils darauf schließen lässt, dass sie im Gegensatz
zu den „passiven Beobachtern“ ohne Profil dazu neigen, sich selbst am Internet
zu beteiligen und eigene Inhalte preiszugeben. Umgekehrt gesehen ist es
wahrscheinlicher, dass sich im Internet Aktive ein eigenes Profil anlegen als
diejenigen, die sich dort eher passiv verhalten. Hier ist allerdings anzumerken,
dass es auch beim eigenen Profil Abstufungen in der Aktivität der Nutzung gibt.
Auf diese Problematik wird in der Diskussion (siehe Kapitel 8.2) noch näher
eingegangen. Aus den „Sonstiges“-Angaben, in denen Antworten wie „E-
Mail“ oder „Recherche“ angegeben wurden, lässt sich schließen, dass viele
Nutzer die Frage auf ihre allgemeine Internetnutzung bezogen haben und nicht
nur, wie von der Frage intendiert, auf produktive, inhalte-generierende Aktivitä-
ten aus dem Web 2.0-Umfeld.
Die Studie hat mehr MySpace-Nutzer mit als ohne eigenes Profil angezogen,
was möglicherweise dadurch begründet ist, dass viele Nutzer ohne Profil nur
gelegentlich die Seite besuchen und meinten, sich nicht ausreichend mit der
Seite auszukennen, um an einer Umfrage teilzunehmen. Aus diesem Grund
könnten sich Nutzer mit Profil eher angesprochen gefühlt haben, was deren
hohen Anteil erklären würde. Vorstellbar ist auch, dass im Allgemeinen die
meisten MySpace-Nutzer ein eigenes Profil haben, weil die Nutzung der Seite
ohne Profil auf die Dauer aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten unbe-
friedigend ist.
Bei den Nutzungsgründen liegt „Musik entdecken“ deutlich vorne. Dies hängt,
ähnlich wie bei Frage 5, wahrscheinlich damit zusammen, dass die Teilnehmer
überwiegend musikaffin sind. Folglich ist der musikalische Aspekt den Proban-
8. Diskussion
57
den sehr wichtig, was das Ergebnis erklären würde. Ähnliches trifft bei den Fra-
gen 10 und 11 zu. Auch hier erhalten die Musikthematiken jeweils hohe Wer-
tungen, z.B. der Musikstream oder der Wunsch nach mehr Musikdownloads.
Entgegen den Erwartungen ist die Zustimmung zur Aussage „MySpace ist zu
unübersichtlich“ bzw. die Ablehnung der Aussage Ich komme mit dem Such-
werkzeug gut zurechtnicht übermäßig hoch. Auch die Meinungen zur Spam-
Belästigung sowie zur Angst vor Datenmissbrauch entsprechen nicht unbedingt
den Erwartungen, da diese Probleme offenbar geringer sind als erwartet.
Weiterhin wurden Nutzer mit und ohne Profil im Fragenblock „MySpace-
Nutzung“ schon in der Auswertung voneinander getrennt beobachtet. Dies ge-
schah, weil viele Funktionen auf MySpace von Nutzern ohne Profil nicht ver-
wendet werden können und damit zusammenhängende Nutzungsgründe r
diese rein technisch nicht zutreffend sein können. So ist es z.B. ohne Profil
nicht glich, eigene Inhalte online zu stellen oder ein Freundesnetzwerk auf-
zubauen. Die damit zusammenhängenden Fragen bzw. Items wurden den Nut-
zern ohne Profil aber dennoch gestellt, einerseits weil die Trennung der ver-
schiedenen Funktionen in der Darstellung zu unübersichtlich geworden wäre,
zum anderen um das Ergebnis nicht zu beeinflussen. Schließlich können man-
che Funktionen, auch wenn sie von Nutzern ohne Profil nicht direkt genutzt
werden können, für sie dennoch wichtig sein (z.B. das Freundesnetzwerk da-
durch, dass die Freunde einer bekannten Person oder Band angezeigt werden
und die Profile angesehen werden können). Es ist allerdings wichtig für die Be-
trachtung der gegebenen Antworten, dass sich manche Probanden ohne Profil
daran gestört haben, diese Fragen beantworten zu müssen. Dies war einigen
Anmerkungen am Schluss des Fragebogens zu entnehmen. Eine Möglichkeit,
die entsprechenden Fragen zu überspringen, hätte dieses Problem vielleicht
verhindern können.
Die geringen Werte für einige Nutzungsgründe in Frage 9 für Nutzer ohne Profil
ergeben sich also aus der Tatsache, dass diese aus rein technischen Gründen
nicht zutreffen können. Warum einzelne Probanden dennoch andere Antworten
gegeben haben, bleibt ungeklärt. Ebenso verhält es sich mit der Frage nach
den Funktionen. Auch hier können einige von Nutzern ohne Profil nicht oder nur
indirekt genutzt werden, folglich wurden sie von diesen auch nur selten als
wichtig ausgewählt. Dass dennoch einzelne Nutzer anders gewählt haben, bes-
Advertisement
8. Diskussion
58
tätigt die Annahme, dass auch indirekt genutzte Funktionen wichtig sein können.
Anzunehmen ist weiterhin, dass einige Probanden ohne Profil bei diesen Fra-
gen durchgehend ausweichend geantwortet haben, da nur dadurch der hohe
Anteil der Antwort „keine Erfahrung“ auch bei Themen wie Werbung auf der
Seite oder Suchwerkzeug zu erklären ist, mit denen die meisten Besucher auf
MySpace schon Erfahrungen gemacht haben dürften.
Bei der Erhebung von Nutzungshäufigkeit und -dauer stellte sich heraus, dass
MySpace-Nutzer mit Profil sehr viel ufiger auf der Seite sind. Der Grund hier-
für wird die gliche oder auch mehrmals tägliche Überprüfung des eigenen
Profils sein, wobei nach neuen Nachrichten oder sonstigen Neuigkeiten ge-
schaut wird. Die Verweildauer ist hierbei eher kurz, da die Mehrheit eine Nut-
zungsdauer von unter 30 Minuten täglich angegeben hat. Obwohl die Nutzer mit
Profil MySpace deutlich ufiger nutzen, nutzen sie es nur wenig länger, was
ebenfalls für das Nutzungsverhalten des Profil-Überprüfens spricht.
Über MySpace auf Musik aufmerksam zu werden ist etwas, das fast alle Pro-
banden schon einmal erlebt haben. Dabei liegen die Probanden mit Profil ver-
mutlich aus dem Grund etwas vorne, weil sie eine Möglichkeit mehr haben als
die Probanden ohne Profil, nämlich von Bands oder Künstlern persönlich kon-
taktiert zu werden. Der Anteil derjenigen, die „gezielt danach gesucht“ haben,
ist verglichen mit den Erwartungen relativ hoch und der Anteil derjenigen, die
„per Zufall darauf gestoßen“ sind nur unwesentlich höher, und das auch nur bei
Nutzern mit Profil. Offenbar ist MySpace aus der Sicht vieler Probanden besser
für die Musiksuche geeignet als angenommen. Mehrere Probanden führten in
der Rubrik „Sonstiges“ die Verlinkung von anderen Seiten als Möglichkeit der
Entdeckung auf. Dieser Weg ist allerdings nur bedingt als Musikentdeckung
über MySpace zu werten, da die eigentliche Entdeckung auf der Seite geschah,
welche zu MySpace verlinkte.
Bei Frage 16 ist wenig Interpretation notwendig, da viele Probanden ihre Ant-
wort selbst kommentiert und erläutert haben. Der Grund, warum Musik über
MySpace von über der Hälfte der Probanden nicht gekauft würde, liegt haupt-
sächlich in der Abneigung der Nutzer gegenüber Musikdownloads im Allgemei-
nen und damit verbundenen Nachteilen wie z.B. Kopierschutz, Erwerb von Ein-
zelsongs ohne das zuvor erwähnte „Gesamtkunstwerk“ eines Albums oder
Misstrauen, dass Künstler ordnungsgemäß entlohnt werden. Bei den angege-
8. Diskussion
59
benen Bedingungen sind dieselben Themen vorherrschend. Die Bevorzugung
materieller Tonträger sticht hier besonders hervor und bestätigt die Angaben
der Nutzer in Frage 5. Auch hier wird der Grund dafür derselbe sein, nämlich,
dass unter den Probanden sehr viele Musikliebhaber sind, die die Musik gerne
haptisch auf einem Tonträger besitzen möchten. Es ist nicht unbedingt zu er-
warten, dass diese Einstellung auf MySpace-Nutzer im Allgemeinen zutrifft.
Der Anteil der Musiker von knapp 30% dagegen ist wahrscheinlich auf die Nut-
zerstruktur bei MySpace zurückzuführen, wo ein Großteil der Nutzer aus Rezi-
pienten besteht. Möglicherweise hat aber auch die durchgeführte Studie nur
wenige Musiker erreicht. Dass es außerdem einen, wenn auch sehr geringen,
Anteil an Musikern gibt, die angeben, kein eigenes Profil zu haben, kann so er-
klärt werden, dass die entsprechenden Musiker z.B. Mitglieder einer Band sind,
die auf MySpace vertreten ist, aber keine eigene Profilseite in dem Sinne haben.
Bei den Fragen nach den Erwartungen der Musiker an MySpace und nach den
Erwartungen, die sich erfüllt haben, fallen sofort die Parallelen zwischen den
Antworten auf. So haben die Musiker im Allgemeinen diejenigen Erwartungen
als wichtig angegeben, die sich auch erfüllt haben, dies trifft insbesondere auf
„Austausch“, „Feedback“ und „mehr Fans“ zu. Anzunehmen ist, dass die Musi-
ker aus Erfahrung mit realistischen Erwartungen an MySpace herangehen, d.h.
dass sie etwas, das sie schon erlebt haben - z.B. Feedback bekommen - auch
eher r die Zukunft erwarten. Generell ist aus den Antworten auf die Frage zu
schließen, dass MySpace den Musikern Vorteile bringt, da sich einige Erwar-
tungen erfüllt haben. Direkte finanzielle Vorteile oder „Karriereschübelassen
sich jedoch eher nicht aus den Ergebnissen herauslesen. Eine gliche
Schwäche in der Fragestellung wurde von einem Probanden in den Anmerkun-
gen genannt: Die Wichtigkeit, repräsentiert durch die Antwortmöglichkeiten
„unwichtig“ bis „wichtig“, ist nicht immer gleichbedeutend mit den erfragten Er-
wartungen - d.h. man kann es wichtig finden einen Plattenvertrag zu bekommen,
ohne dass man dies speziell von MySpace erwartet. Die beschriebene Vertei-
lung der Antworten zeigt jedoch, dass die meisten Musiker die Frage so ver-
standen haben müssen, wie sie gemeint war.
Dass an der Umfrage überwiegend Amateur- oder semiprofessionelle Musiker
teilgenommen haben, lassen die Ergebnisse der folgenden Fragen vermuten.
Advertisement
8. Diskussion
60
Nur zwölf Musiker stehen unter Vertrag, weiterhin sind viele mit 1 bis 3 Jahren
noch nicht sehr lange aktiv. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es sich bei
vielen um Studenten- oder Hobbybands handelt, was erneut mit der Verbreitung
des Fragebogens zu tun hat. Hinzu kommt, dass professionelle Bands ihre
MySpace-Seiten häufig vom Management oder von der Plattenfirma betreuen
lassen, sodass die eigentlichen Musiker dahinter durch die Umfrage nicht er-
reicht werden konnten.
Die meisten Musiker bieten auf MySpace ihre Musik als Stream an. Grund dafür
ist, dass die anderen User auf diese Weise die Musik zwar vollständig anhören,
aber nicht herunterladen und kopieren können. Das Interesse der meisten Mu-
siker ist es ja schließlich, ihre Musik zu verkaufen. In Anbetracht dessen ist der
Anteil derjenigen, die ihre Musik zum Download anbieten, noch recht hoch.
Hierbei kann es sich jedoch auch um einzelne Stücke handeln, die umsonst
veröffentlicht werden, während das dazugehörige Album oder Demo verkauft
wird. Hier waren die Antwortmöglichkeiten möglicherweise nicht differenziert
genug.
MySpace als Musikplattform mit kostenpflichtigen Downloads scheint aus der
Sicht der Musiker wesentlich willkommener als aus der Sicht der Rezipienten,
was logisch scheint, wenn man bedenkt, dass dies vielen der Musiker - die
größtenteils ohne Vertrag sind - eine glichkeit bieten würde, die eigene Mu-
sik einem größeren Publikum zu verkaufen.
Das „Monopol“, das MySpace immer noch zu haben scheint, wird in Frage 25
deutlich, wo sich kaum ein anderer Dienst als Alternative herauskristallisiert -
auch wenn zahlreiche genannt werden. Einzige Ausnahme ist das offensichtlich
sehr beliebte last.fm. Somit ist MySpace immer noch die größte Plattform mit
der höchsten Reichweite. Offensichtlich trauen viele Musiker MySpace sogar
soviel zu, dass sie keine eigene Homepage mehr zusätzlich unterhalten - bei
einem Drittel der Musiker ist dies der Fall. Denkbar ist auch, dass es sich bei
den 30 Prozent um relativ neue Bands und Künstler handelt, die MySpace zu-
nächst als Weg nutzen um sich überhaupt erst einmal im Internet zu präsentie-
ren. Zwar wirkt eine eigene Homepage professioneller und bietet mehr Frei-
raum in der Gestaltung. Gleichzeitig ist sie aber finanziell und in ihrer Betreuung
aufwendig und erfordert einiges Know-How. Ein MySpace-Profil ist dagegen
wesentlich schneller und einfacher zu erstellen.
8. Diskussion
61
Die geteilten Meinungen bei der letzten Frage weisen darauf hin, dass trotz der
überwiegend positiven medialen Berichterstattung über MySpace bzw. über mit
der Seite zusammenhängende Künstlerkarrieren keine eindeutigen Meinungs-
bilder entstanden sind. Viele Probanden sind hier sehr kritisch, was in den frei-
en Kommentaren noch deutlicher wird. Insbesondere bei den Aussagen „Musi-
ker nnen sich heute selbst über das Internet vermarkten und brauchen dazu
keine Plattenfirma mehr“ und „‚Internet-Karrieren’ wie z.B. der Arctic Monkeys
oder Lily Allen sind auch nur von den Plattenfirmen inszeniert“ äußert sich je-
weils die Hälfte zustimmend und die Hälfte ablehnend. Die einigermaßen deutli-
che Tendenz zur Zustimmung bei der Aussage „Neue Musik und Künstler sind
über das Internet einfach zu finden“ passt zu den zuvor angegebenen Verhal-
tensweisen, sich über das Internet über Musik zu informieren und MySpace zu
nutzen um Musik zu entdecken.
8.1.2 Interpretation der Zusammenhänge
Der geringe Anteil an Musikerinnen wirkt im ersten Moment überraschend, doch
ist es auch außerhalb von MySpace der Fall, dass unter praktizierenden Musi-
kern - zumindest im Rockbereich, der hier sehr stark vertreten ist - der Männer-
anteil höher ist. Aktiv auf MySpace im Sinne vom Besitz eines eigenen Profils
sind schließlich Frauen ebenso wie Männer.
Altersspezifische Nutzungsweisen lassen sich aus den Ergebnissen kaum he-
rauslesen. Dies liegt daran, dass der Großteil der Nutzer zwischen 20 und 29
Jahren alt ist und andere Altersgruppen zahlenmäßig nur gering vertreten sind.
Bestimmte Zusammenhänge, z.B. der hohe Anteil an Nutzern mit eigenem Pro-
fil bei gleichzeitig geringem Musikeranteil in der Gruppe der 36-40-jährigen, sind
daher wahrscheinlich zufallsbedingt. Der geringe Anteil an Musikern bei den bis
19-jährigen ist darauf zurückzuführen, dass in dem jungen Alter die Musiker-
laufbahn noch nicht sehr weit fortgeschritten sein kann. In diesem Alter wird
MySpace vermutlich vorwiegend aus der Sicht des Musikfans benutzt und um
online Freunde zu kontaktieren.
Bei der Angabe der Nutzungsgründe haben sich Musiker anders geäußert als
die reinen Rezipienten, was darauf schließen lässt, dass diese die Rezipienten-
Fragen auch aus der Musikerperspektive gesehen und beantwortet haben. So
ist anzunehmen, dass beispielsweise die Funktion „Musikstream“ von den Mu-
Advertisement
8. Diskussion
62
sikern auch insofern als Nutzungsgrund bewertet wurde, dass sie ihre eigene
Musik zum Stream anbieten und nicht nur - was bei dieser Frage in erster Linie
gefordert war - selbst Musik ren. Auch Funktionen wie „Bulletin“ und
„Blog“ sind für die Musiker wichtiger als für normale Rezipienten, da sie diese
zum Kontakt mit den Fans nutzen können. Das Problem der „Musikerperspekti-
ve“ tte sich möglicherweise bei einer konkreteren Fragestellung speziell nach
dem Rezeptionsverhalten umgehen lassen.
Unter den Musikern scheinen sich die Interessen zu verlagern, je nachdem wel-
chen Status die musikalische Karriere hat. Musikern mit Vertrag sind Themen
wie CD-Verkäufe oder Business-Kontakte wichtiger, glicherweise da diese
die „nächste Stufe“ darstellen, nachdem man den Plattenvertrag, die Fans und
die Auftritte erreicht hat. Hier scheint das kommerzielle Interesse größer zu sein
als bei Bands ohne Vertrag, die mit „Austausch mit anderen Bands oder
„Feedback“ eher soziale Interessen in den Vordergrund rücken. Leider ist bei
dieser Einschätzung zu beachten, dass sie sich auf die Aussagen von nur 12
Musikern mit Vertrag stützt, weshalb auch hier das Ergebnis zufallsbedingt sein
kann.
8.1.3 Interpretation der Nutzertypologie
Durch die Typologie und die Darstellung von fünf verschiedenen Verhaltens-
weisen wurde deutlich gemacht, wie unterschiedlich MySpace von den Proban-
den wahrgenommen und persönlich genutzt werden kann. In Bezug auf Ge-
schlecht und Alter sind die Nutzertypen jedoch sehr homogen, nämlich männ-
lich und zwischen 20 und 29 Jahren alt. Dies liegt vermutlich daran, dass diese
demographischen Eigenschaften im Untersuchungskollektiv am dominantesten
sind und sich dies auch auf die Nutzertypen überträgt. Da es offensichtlich kein
spezifisches Verhalten gibt, das vom Alter oder vom Geschlecht abhängig wäre,
sind Frauen und Altersgruppen außerhalb der Zwanziger immer in der Unter-
zahl. Dies bedeutet natürlich nicht, dass diese Probanden nicht in den Nutzer-
typen vertreten wären. Die Beschreibungen der einzelnen Nutzertypen stellen
nur Durchschnittwerte dar - ein Proband kann also weiblich sein und trotzdem
aufgrund seiner Verhaltensweisen zu einem bestimmten Cluster gehören. E-
benso sind nicht alle Musiker in Nutzertyp 4 zu finden.
8. Diskussion
63
Bei den „Passiven Seltennutzern“ handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit
um diejenigen Probanden, die MySpace zwar kennen und der Seite beim Sur-
fen auch schon das ein oder andere Mal begegnet sind, sie aber zu selten be-
suchen, um sich näher mit den Funktionalitäten auszukennen. Die geäußerten
Meinungen sind aus diesem Grund tendenziell negativ oder indifferent. Den-
noch haben die Aussagen einen Wert, da auch sie ein bestimmtes Nutzungs-
verhalten spiegeln. Der „Beobachtende Musikfan“ dagegen besucht MySpace
gezielt, um sich Informationen über Bands und Künstler zu holen, Musik zu hö-
ren und sich Videos anzuschauen, oder auch um neue Musik zu suchen und zu
entdecken - alles Funktionen, für die kein Profil notwendig ist. Ein solches anzu-
legen, ist für diesen Nutzertyp also eher überflüssig. Gleichzeitig hat das Fehlen
eines eigenen Profils zur Folge, dass er sich auf den Profilseiten nicht so gut
zurecht findet. Der „Musik-Netzwerker“ ist dem „Beobachtenden Musikfan“ nicht
unähnlich - obwohl er ein eigenes Profil hat, ist sein Verhalten vorwiegend pas-
siv. Sein Profil nutzt er, um ein Netzwerk zu pflegen, was sich an seiner Priorität
für die Funktionen Freundesnetzwerk, Kommentarfunktion und private Nach-
richten ablesen lässt. Dass dieses Netzwerk eher musikorientiert ist, ist daran
zu erkennen, dass Leute kennen lernen und mit Freunden Kontakt halten keine
vorrangigen Nutzungsgründe für ihn sind. In der Gruppe der „Darstellungsorien-
tierten Nutzer“ sind die meisten Musiker vertreten, was anhand der gegebenen
Antworten teilweise deutlich wird. So nutzen die Probanden dieses Nutzertyps
MySpace, um neue Leute kennen zu lernen und mit Freunden in Kontakt zu
bleiben - der gezielte Aufbau des Netzwerks ist für Musiker unerlässlich. Auch
das Online-Stellen von eigenen Inhalten als Nutzungsgrund ist nachvollziehbar,
ebenso wie die bevorzugten Musik- und Netzwerk-Funktionen. Die Zustimmung,
dass MySpace einen seriösen Internetauftritt ermöglicht, ist von Musikern, die
sich selbst dort präsentieren, ebenfalls zu erwarten. Zu beobachten ist also,
dass - wie zuvor erwähnt - die Musiker die Fragen nicht nur aus der Rezipien-
tensicht, sondern auch speziell in ihrem Interesse als Musiker gesehen haben.
Der „Allround-Intensivnutzer“ ist schließlich der aktivste Nutzertyp, und gleich-
zeitig derjenige, der am häufigsten vorkommt. Die Erklärung dafür könnte sein,
dass aktive MySpace-Nutzer sich stärker für die Studie interessieren und des-
halb eher zur Teilnahme neigten. Generell sind die Verteilung der Nutzertypen
sowie die herausgestellten Verhaltensmerkmale stark abhängig von der
Advertisement
8. Diskussion
64
Verbreitung der Umfrage. So ist z.B. die eindeutige Musik-Affinität, wie in Kapi-
tel 8.1.1 erwähnt, auf die Nutzerstruktur der Musikportale und Foren sowie auf
die große Anzahl Musik- und Medienstudierender zurückzuführen. In einem an-
deren Untersuchungskollektiv würden sich möglicherweise Nutzertypen heraus-
kristallisieren, für die Musik eine weniger übergeordnete Rolle spielt als für die
Probanden der vorliegenden Studie. Allein deshalb wäre die Wiederholung der
Umfrage in einem größeren Rahmen wünschenswert.
8.2 Diskussion mit Blick auf Branchensichtweisen und Literatur
Nachdem die Ergebnisse des Fragebogens interpretiert wurden, sollen diese
nun dazu dienen, die Chancen und Möglichkeiten sowie die Probleme von
MySpace und Musik-Communities im Allgemeinen zu diskutieren. Dabei soll auf
die beschriebenen Positionen und die zitierte Literatur sowie auf die grundle-
genden Fragestellungen der vorliegenden Studie Bezug genommen werden. Es
gilt allerdings der Hinweis, dass die Ergebnisse der Diskussion aufgrund des
nicht-repräsentativen Charakters der Studie nicht verallgemeinert werden kön-
nen.
8.2.1 Musikrezeption und -entdeckung
Zunächst ist ein Blick auf die Medienrezeption und speziell die Musikrezeption
und -entdeckung interessant. Der MySpace-Studie ist eindeutig zu entnehmen,
dass zumindest in Bezug auf Musikinformation - und das ist im zu diskutieren-
den Zusammenhang wichtig - das Internet den Massenmedien Radio und Fern-
sehen den Rang abgelaufen hat. Damit gibt das Ergebnis eindeutig Chris An-
derson recht, nach dessen Meinung die Zeit des Radios als Instrument zur Mu-
sikentdeckung vorbei sei (Anderson, 2007, S. 42; siehe Kapitel 3.1). Die „Offli-
ne-Methoden“ der Musikentdeckung, d.h. insbesondere Konzert- oder Disco-
Besuch oder Empfehlungen von Freunden schneiden entgegen der Erwartun-
gen verhältnismäßig schlecht ab und widersprechen damit Jennings’ Ansicht,
dass das Internet die traditionellen Kanäle nicht substituieren, sondern ergän-
zen würde (Jennings, 2007, S. 21f.). Natürlich kann diese Vermutung mit Blick
auf die Gesamtbevölkerung zutreffen, doch unter den MySpace-Nutzern, die an
8. Diskussion
65
der vorliegenden Studie teilgenommen haben, hat das Internet eindeutig die
anderen Informationskanäle substituiert. Entsprechend haben die meisten Teil-
nehmer bei der Aussage „Neue Musik und Künstler sind über das Internet ein-
fach zu finden“ in Frage 27 „stimme eher zu“ oder „stimme voll zu“ ausgewählt.
Der Musikentdeckung über das Internet muss also zunehmende Relevanz zu-
gesprochen werden. Umso wichtiger ist es für Musikschaffende, aber auch r
die Rezeptionsforschung, die Methoden und Verhaltensweisen in diesem Be-
reich zu kennen.
Treffen die aktive Haltung bei der Musiksuche über das Internet sowie das
„TLC“-Prinzip nach Jennings (Jennings, 2007, S.14) nun auch auf die befragten
MySpace-Nutzer zu? Offensichtlich nutzen viele Teilnehmer MySpace gezielt
um Musik zu suchen und zu entdecken. Nicht nur wird es als Nutzungsgrund
angegeben, sondern auch aus den Fragen zum „Aufmerksam-Werden auf Mu-
sik“ über MySpace lässt sich herauslesen, dass dies der Fall ist. Eine aktive
Haltung ist zu vermuten, weil viele Nutzer angeben, schon einmal über MySpa-
ce gezielt nach Musik gesucht zu haben. „Trying Out“ - also Ausprobieren, z.B.
durch das Stöbern in verschiedenen Profilen - spielt dabei eine wichtige Rolle.
Auch Community-Effekte werden wirksam, denn das Entdecken per Zufall,
durch Empfehlungen oder durch das Kontaktiert-Werden erhielt ebenfalls hohe
Werte. Schließlich sind die „Links“ bedeutsam in der Weise, dass von vielen
Seiten aus auf MySpace verlinkt wird - dies beweisen die Angaben im Bereich
„Sonstiges“ -, und von MySpace wiederum auf andere Seiten. Von den ver-
schiedenen Gesichtspunkten ist der Aspekt „Community“ auf MySpace aber
erwartungsgemäß am stärksten vertreten. Hierbei spielt auch die von Anderson
bedeutsam eingeschätzte Mundpropaganda eine besondere Rolle (Anderson,
2007, S. 117), da innerhalb der Community Neues ohne Marketing-Maßnahmen
von außen schnell weitergetragen wird. Die Nutzer werden also vielmehr durch
das Netzwerk auf neue Musik aufmerksam als durch Werbung. Somit ist
MySpace wie im Sinne von Seliger (Brion & Dax, 2007, S.58; siehe Kapitel 5)
die Fortführung einer Form von Mundpropaganda, ähnlich wie durch Konzerte,
allerdings in verstärkter Weise, weil die Musiker und Fans stärker miteinander
vernetzt sind.
Advertisement
8. Diskussion
66
8.2.2 Web 2.0- und MySpace-Nutzung
Auch wenn Web 2.0-Angebote wie z.B. Blogs oder Wikis aktiv nur von sehr we-
nigen genutzt bzw. produziert werden, belegen jedoch die Zahlen aus der Um-
frage gleichzeitig den aktuellen Trend, an sozialen Netzwerken teilzuhaben. Ein
Profil bei MySpace oder auch bei StudiVZ, XING und anderen Communities
wird immer selbstverständlicher. Bei genauerer Betrachtung ist dies allein je-
doch nicht sehr produktiv, geht es doch in erster Linie darum, die eigene Person
möglichst positiv darzustellen. Das optionale Produzieren und Hochladen eige-
ner Inhalte wird ngst nicht von allen genutzt. Trotz der sozialen Vernetzung ist
also immer noch die Situation vorherrschend, die u.a. von Jennings (2007, S.
46; siehe Kapitel 4.1) beschrieben wurde: Wenige „Originator“ generieren Inhal-
te und haben damit einen großen Einfluss auf die vielen, die „nur“ rezipieren.
Ein Unterschied zu den Massenmedien ist jedoch der, dass, auch wenn die
meisten Rezipienten keine eigenen Inhalte generieren, diese doch bewertet und
kommentiert werden können und somit eine größere Interaktion und Teil- sowie
Einflussnahme vorhanden ist. Dies ist auch daran zu sehen, dass fast alle Teil-
nehmer der Studie schon einmal einen Kommentar in einem Diskussionsforum
gepostet haben.
Insgesamt spiegelt sich die Web 2.0-Nutzertypologie, die von Haas et al. (2007)
entworfen wurde und hier als Orientierung diente, in vielen Punkten in der ei-
genen MySpace-Typologie.
Rein mengenmäßig gibt es in Bezug auf die aktive und passive Nutzung jedoch
Unterschiede. Die beiden passiven Nutzertypen ohne eigenes Profil sind nicht
derart in der Überzahl wie die beiden von Haas et al. herausgestellten passiven
Nutzertypen. Erst wenn man die „Musiknetzwerker“ noch hinzuzählt, deren Ver-
halten trotz des eigenen Profils eher passiv zu sein scheint, ist der Anteil der
Passivnutzer größer. Dies ist möglicherweise auch auf die speziellen Eigen-
schaften des Untersuchungskollektivs zurückzuführen, die in 8.1.1 dargestellt
wurden. Problematisch ist außerdem, dass man im Kontext von MySpace
schwer zwischen aktiver und passiver Nutzung unterscheiden kann, und dass
keine ausreichenden Kenntnisse darüber vorliegen, wie sich die Probanden auf
MySpace verhalten. Dies kann nur aus den Antworten der Probanden heraus
interpretiert werden.
8. Diskussion
67
Die Verhaltensweisen in Bezug auf Gestaltungs- und Kommunikationsgrad von
Haas et al. sind zum Teil in abgewandelter Form auch auf MySpace wiederzu-
finden. So sind die „Produzenten“ in der eigenen Typologie die „Darstellungs-
orientierten Nutzer“, die sich durch die zweckgebundene Nutzung von MySpace
auszeichnen. Allerdings ist ihnen in kommunikatorischer Hinsicht ein höheres
Interesse zu unterstellen. Generell sind kommunikatorische und gestalterische
Beweggründe bei der MySpace-Nutzertypologie schwer voneinander zu tren-
nen. Die Intensivnutzer vereinen beides in sich und ähneln damit am ehesten
den „Profilierten“ nach Haas et al.. Die „Musiknetzwerker“ sind den „Netzwer-
kern“ sehr ähnlich, jedoch mit Musik als gleichzeitigem Hauptinteresse. Die
passiven Typen „Infosucher“ und „Unterhaltungssucher“ sind hier vereint in der
Gruppe der „Beobachtenden Musikfans“, die MySpace als Außenstehende auf-
suchen, um dort Musik zu hören und etwas über Künstler und Bands zu erfah-
ren.
Die „Selbstdarsteller“ sind in der spezifischen Form wie bei Haas et al. nicht zu
klassifizieren. Dies könnte mit dem starken Musikinteresse der Probanden zu-
sammenhängen, welches die anderen Nutzungsmotive dominiert. Auf der ande-
ren Seite ist die Selbstdarstellung auf MySpace mit dem Musikinteresse ver-
bunden, da Musik als Teil der eigenen Identität und als Mittel der Darstellung
gegenüber anderen Personen eine wichtige Rolle spielt (Schramm, 2008, S.
259) - insbesondere bei MySpace, wo der eigene Musikgeschmack anhand der
Freunde und der dem Profil hinzugefügten Musik so exponiert dargestellt wird.
Zudem handelt es sich bei Haas et al. um eine wesentlich allgemeiner gehalte-
ne Typologisierung, die zahlreiche Web 2.0-Applikationen mit einbezieht, wäh-
rend die eigene Typologie auf MySpace als soziales Netzwerk spezialisiert ist.
Was den weiteren Umgang mit MySpace betrifft, sind interessanterweise As-
pekte wie die Unübersichtlichkeit der Seite oder auch ein unkomfortables
Suchwerkzeug weniger wichtig bzw. werden als geringere Beeinträchtigung
empfunden als angenommen. Einzig die „überfrachteten Profilseiten“ scheinen
ein Problem darzustellen, so wie von Baker (2006, S.10) richtig eingeschätzt.
Eine Verbesserung in diesem Bereich könnte dazu beitragen, dass die Seite
noch mehr Nutzer anspricht, oder sich weniger Passivnutzer aus Ungeduld
wieder abwenden. Die Thematik Datenschutz und Privatsphäre bereitet - im
Gegensatz zu Kusek und Leonhard (2006, S. 171f.) - den meisten MySpace-
Advertisement
8. Diskussion
68
Nutzern keine Sorgen. Der viel beobachtete Widerspruch zwischen der Veröf-
fentlichung privater Informationen und der Angst vor Datenmissbrauch liegt hier
also nicht vor.
8.2.3 Chancen und Vorteile der Musiker
Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass das Potenzial von MySpace, jungen
Musikern zu einer Karriere zu verhelfen, oftmals überschätzt wird. Tatsächlich
erlebte Vorteile beschränken sich in der Regel auf den Austausch mit anderen
Künstlern und Feedback, sowie in manchenllen mehr Fans und mehr Auftrit-
te in Folge von Kontakten über MySpace. Es sind also in erster Linie soziale
und weniger kommerzielle Vorteile, die MySpace bietet. Dies bestätigt die in
Kapitel 5 zitierte Umfrage der VISIONS: auch wenn es heute einfach ist, Musik
aufzunehmen und zu veröffentlichen - Angebote von Plattenfirmen sind eher
selten und Geld sst sich mit der Internetvermarktung kaum verdienen (Bosse
et al., 2007, S. 39f.).
Doch auf der anderen Seite erwarten die Musiker dies auch gar nicht. Da sie in
erster Linie diejenigen Erwartungen als wichtig angegeben haben, die nachher
auch als erfüllt hohe Wertungen erhielten, scheinen sie mit realistischen Erwar-
tungen an MySpace heranzugehen und dort nicht „die große Karriere“ zu erwar-
ten. Auf den ersten Blick überraschend scheint dabei, dass die Zustimmung zu
der Aussage „Internet-Karrieren sind auch nur von den Plattenfirmen
inszeniert“ eher gering ausgefallen ist. Somit scheinen sich zum einen die
Internet-Mythen um Stars wie die Arctic Monkeys und Lily Allen trotz zum Teil
gegenteiliger Berichterstattung hartnäckig zu halten. Zum anderen schließen
die geringen eigenen Erwartungen an MySpace - die oft der eigenen Erfahrung
entsprechen - nicht aus, dass man generell eine durch das Internet gestützte
Karriere für glich hält. Dies bestätigt auch die überwiegende Zustimmung zur
Aussage „Ohne MySpace wären viel Künstler nicht dort, wo sie heute sind“. Bei
der Frage, ob Künstler sich heute vollständig selbst und ohne die Hilfe einer
Plattenfirma über das Internet vermarkten können, sind die Probanden - sowohl
Musiker als auch Nicht-Musiker - allerdings völlig geteilter Meinung (Frage 27).
Doch es ist ja auch wie erwähnt ein großer Unterschied, ob man als Künstler
nur über das Internet auf sich aufmerksam macht und so den Plattendeal er-
reicht oder ob man sich vollständig selbst vermarkten will.
8. Diskussion
69
Egal, welchen Weg man wählt, braucht es aber aus der Sicht einiger Proban-
den mehr als nur eine MySpace-Seite. Insbesondere Kontakte auch außerhalb
des Internet sind wichtig: „Hat man keine realen ‚Freunde’ bei MySpace, fällt es
einem schwer, sein Netzwerk zu erweitern. Mich nervt es z.B. Anfragen von
unbekannten Leuten zu bekommen. Das kommt mir immer wie Spam vor. Das
fühlt sich nicht persönlich genug an... Ohne ‚reales Lebenbzw. ‚echte Auftritte’
auch keine MySpace-Karriere.“ (Proband Nr. 380, männlich, 22, Cluster Nr. 5).
Ein anderer Proband hält „Synergieeffekte aus Auftritten und Online-
Promo(Proband Nr. 211, männlich, 25, Cluster Nr. 5) für die wirksamste Me-
thode.
In Bezug auf die Aufmerksamkeit sind die meisten Probanden der Ansicht, dass
die Chancen, als Musiker gefunden zu werden, nicht unbedingt hoch sind (Fra-
ge 27). Ein Proband stellt dabei fest, dass es einfacher sei, die Übersicht zu
behalten, wenn man sich in einer bestimmten Szene innerhalb von MySpace
orientiere: „Auf MySpace ist es wichtiger gezielt ein Freundesnetzwerk aufzu-
bauen und gezielt Freunde innerhalb einer Musikszene zu haben, da sonst der
Space und die Kontakte zu weitläufig und unübersichtlich werden.“ (Proband Nr.
374, nnlich, 28, Cluster Nr. 5). So kann MySpace als Abbild realer Musik-
szenen gesehen werden, innerhalb derer man sich als Künstler profilieren muss.
Gleichzeitig sind diese Szenen Nischen, die die Nachfrage kleiner Nutzergrup-
pen befriedigen. Gerade für bestimmte Szenen sei das von Vorteil, wie ein Teil-
nehmer anmerkt: „Ich höre hauptsächlich Metal und Metalcore. In dem Bereich
ist MySpace wohl zurzeit das einzige Medium, über das Bands sich angemes-
sen präsentieren können.“ (Proband Nr. 90, männlich, 23, Cluster Nr. 2).
MySpace bietet den Künstlern somit ein Mittel, innerhalb einer Szene oder Ni-
sche im Sinne des „Long Tail“ mit Fans in Kontakt zu treten, die sonst nicht auf
sie aufmerksam geworden wären.
8.2.4 Musikwertschöpfung
Ein interessantes Ergebnis ist die Vorliebe der Teilnehmer r materielle Ton-
träger. Trotz der Internet-Affinität ist keine Tendenz zum Umstieg auf das Mu-
sikhören über das Internet oder auf Musikdateien zu erkennen. Auch wenn die-
se Neigung sich aus den genannten Gründen nicht auf sämtliche MySpace-
Nutzer übertragen lässt, zeigt sie doch, dass es auch im Internet-affinen, jungen
Advertisement
8. Diskussion
70
Publikum eine nicht zu vernachlässigende Anzahl von Personen gibt, die noch
gerne Tonträger kaufen, wenn sie sich für Musik begeistern. Die CD, oder auch
die Vinyl, ist also noch lange nicht „tot“, sondern muss nur im richtigen Rahmen
angeboten werden. So wäre MySpace hierfür eine geeignete Plattform, wie von
einigen Teilnehmern gewünscht. Gegenüber anderen Online-Händlern wie z.B.
Amazon hätte MySpace den Vorteil, dass der Konsument durch die Künstlerin-
formationen auf den Profilseiten einen Mehrwert erfahren würde. Weniger be-
kannte Künstler hätten die Möglichkeit, ihre CDs direkt an die Musikfans zu ver-
kaufen. Dieses Modell könnte gekoppelt werden mit dem Angebot von kosten-
losen und kostenpflichtigen Musikdateien - zur Promotion oder r diejenigen,
die die virtuelle Form bevorzugen oder nur einen einzelnen Song haben ch-
ten. Die kostenpflichtigen Downloads müssten dabei auf DRM verzichten und
zu einem vertretbaren Preis angeboten werden. Aus Künstlersicht müsste eine
angemessene Vergütung und Mitbestimmung über die Präsentation der Musik
vorhanden sein. Das beschriebene Modell orientiert sich an den Wünschen der
Probanden und würde von den in der Studie abgebildeten MySpace-Nutzern
viele anziehen und zum Musikkauf bzw. -verkauf veranlassen. Über 20 Prozent
der Probanden fanden auch Gefallen daran, Musik von unbekannten nstlern
zu kaufen, die man sonst nicht oder nur schwer bekommt. Eine Hinwendung zu
Nischen ist also erkennbar und kann durch MySpace gefördert werden.
Ein Musikverkauf über MySpace würde somit vier verschiedene Möglichkeiten
der Musikwertschöpfung beinhalten: Die erste Möglichkeit käme dem Modell
von Amazon sehr nahe, d.h. ein Künstler veröffentlicht über eine Plattenfirma
einen Tonträger, den der Konsument über die Internetplattform bestellen kann.
Im Gegensatz zu Amazon wären bei MySpace aber mehr Gestaltungsmöglich-
keiten der Künstler und der Plattenfirmen denkbar. Bei der zweiten glichkeit
wäre der Tonträger durch Musikdateien ersetzt, ähnlich wie bei iTunes. Die drit-
te Möglichkeit wäre der Direktverkauf von Tonträgern durch die Künstler selbst,
ohne eine dazwischen geschaltete Plattenfirma. Schließlich bestünde die vierte
Möglichkeit im Direktverkauf von Musikdateien durch Künstler selbst, die diese
auf MySpace hochladen. In der Darstellung von Neef und Blömer (2003, S. 105;
siehe Kapitel 1) sind diese Ketten so oder ähnlich wiederzufinden, es fehlt je-
doch der Tonträger-Verkauf vom Künstler direkt an den Fan.
8. Diskussion
71
Dies ist zunächst eine theoretische Einschätzung. Die praktische Abwicklung,
insbesondere beim Tonträger-Verkauf, wäre hierfür natürlich noch näher auszu-
führen.
8.2.5 Chancen von MySpace als kommerzielles Downloadportal
Momentan ist für MySpace jedoch nur der Verkauf von Musikdateien vorgese-
hen. Unabhängig davon, wie sich die Plattform letztlich gestalten wird, gibt es
aber zwischen der Kommerzialisierung von MySpace und der grundsätzlichen
Funktionsweise sozialer Netzwerke einen Widerspruch. Nach Rodriguez sind
Online-Communities, wie beschrieben, gerade dann erfolgreich, wenn sie „von
den Mitgliedern der Gemeinschaft weiterentwickelt werden“ (Rodriguez, 2007, S.
262). Auch bei Eigner & Nausner (2003, S.60) wird die „Logik der Gabe“, d.h.
die Idee des Schenkens als essentielle Eigenschaft von Online-Communities
genannt. Tatsächlich haben mehr als die Hälfte der Probanden bei der Frage
nach ihrer Bereitschaft, über MySpace Musik zu kaufen, „nein“ angegeben.
Auch wenn diese Bedingung oft mit der Vorliebe für haptische Tonträger be-
gründet wurde, gab es immer noch sehr viele unbegründete Ablehnungen - so
wie es im Fragebogen auch vorgesehen war. Bei Frage 24, in der Musiker nach
ihrer Bereitschaft gefragt wurden, über MySpace Musik zu verkaufen, erklärte
außerdem ein Proband seine Ablehnung wie folgt: „Ich glaube nicht, dass sich
MySpace als kommerzielle Downloadplattform durchsetzen wird. Freunde wol-
len Geschenke! Und auf MySpace regiert nun einmal der Freundschaftsgedan-
ke. […]“ (Proband Nr. 272, männlich, 52, Cluster Nr. 4) - eine Argumentation im
Sinne von Leitner. Oder eine andere, praktisch orientierte Meinung: „Haupt-
sächlich nutze ich MySpace zum Hören (Streamen) von Musik, die man nir-
gendwo kaufen oder bestellen kann.“ (Proband Nr. 288, weiblich, 23, Cluster Nr.
2).
Der Aspekt des kostenlosen Musikhörens kann also für den Erfolg von MySpa-
ce als enorm wichtig angesehen werden. Da ist es auch weniger relevant, dass
es auf MySpace seit langem schon viele kommerzielle Profilseiten gibt - meist
von Labels r ihre Künstler gestaltet, aber auch von Festivalveranstaltern oder
Firmen, die mehr oder weniger mit Musik oder Lifestyle zu tun haben - und dass
der Schritt zur kommerziellen Download-Plattform nicht mehr weit scheint. Zu
vermuten ist deshalb, dass die essentiellen kostenlosen Funktionen wie Musik-
Advertisement
8. Diskussion
72
und Videostream bestehen bleiben müssen, um die User, und insbesondere die
Gelegenheitsnutzer, zu halten.
9. Schlussbetrachtung
73
9. Schlussbetrachtung
9.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
Wie ist nun, nach der näheren Betrachtung der Ergebnisse der Studie und der
Bezugnahme auf die Literatur, tatsächlich der Einfluss von MySpace auf die
Musikverbreitung und -rezeption einzuschätzen? Inwiefern können die Verhal-
tensweisen und Meinungen der Probanden hierüber Auskunft geben?
Zur Beantwortung dieser Fragen sollen zunächst noch einmal die wichtigsten
Erkenntnisse der Studie zusammengefasst werden:
- Zur Musikentdeckung und -information ist das Medium Internet für die
Probanden die erste Wahl.
- Die Probanden nutzen das Internet dagegen kaum zur Musikbeschaffung,
da sie Tonträger den (kostenpflichtigen) Musikdateien vorziehen.
- MySpace wird gezielt zur Musikentdeckung genutzt.
- Die Musikentdeckung und das Interesse an unbekannten Künstlern wer-
den durch MySpace gefördert.
- Technische oder strukturelle ngel beeinträchtigen die Seite aus der
Nutzersicht nur wenig.
- Zum Musikkauf über MySpace wären die Probanden nur bedingt bereit.
- Musiker haben keine hohen Erwartungen an MySpace. Diese entspre-
chen im Wesentlichen den tatsächlichen Erfahrungen und sind
vorwiegend sozialer Natur.
- Ein Drittel der Musiker hat keine eigene Homepage außerhalb von
MySpace.
- Die Probanden sind geteilter Meinung in Bezug auf die Wirkung von
MySpace
Weiterhin geben die ermittelten Nutzertypen Auskunft über die verschiedenen
Arten und Intensitäten der MySpace-Nutzung, wobei sich Musik als hauptsäch-
liches Nutzungsmotiv durch fast alle Typen zieht, auch dort, wo der Aktivitäts-
grad eher gering ist. Ein hohes Mitteilungsbedürfnis der Probanden zeigte sich
in den freien Antwortfeldern und bezog sich insbesondere auf die Chancen von
Advertisement
9. Schlussbetrachtung
74
MySpace für Musiker und den Musikerwerb über das Internet. Es lässt sich
hieraus schließen, dass bei dieser Thematik viel Diskussionsbedarf besteht.
Insgesamt ist festzuhalten, dass MySpace sowohl im Bereich der Musikverbrei-
tung als auch der Musikrezeption die Verhaltensweisen der Probanden beein-
flusst. Dabei ist die Relevanz für die Rezeption offensichtlich besonders groß,
da die Nutzung der Seite zur Musikentdeckung sehr deutlich hervorkommt.
Demgegenüber sind die Chancen der Musiker, zumindest in kommerzieller und
Karriere-orientierter Hinsicht, relativ gering. Generell ist hier jedoch die Ein-
schätzung schwer, da auch andere Dinge als der Internetauftritt wesentlich zum
Erfolg eines Künstlers beitragen oder ihm entgegenwirken.
Auf der einen Seite - in Bezug auf das Voranbringen von Künstlerkarrieren -
wird der Erfolg von MySpace also überschätzt, auf der anderen Seite - in Bezug
auf das Entdecken von Musik - kann er kaum überschätzt werden. Dies mag
auf den ersten Blick paradox erscheinen, da sich Musikverbreitung und -
rezeption schließlich gegenseitig beeinflussen. Allerdings ist der kommerzielle
Erfolg allein kein Kriterium dafür, dass Musik Menschen erreicht. Mit Sicherheit
trägt MySpace dazu bei, dass Musiker ein Publikum und Musikfans neue Musik
finden. Auch wenn der große Massenerfolg ausbleibt, hat innerhalb der ver-
schiedenen Szenen und Nischen MySpace einen großen Einfluss auf die
Verbreitung von Musik.
Natürlich sind die Ergebnisse dieser Studie aufgrund der speziellen Eigenschaf-
ten des Untersuchungskollektivs keine allgemeingültigen Antworten auf die
Fragestellungen dieser Arbeit. Das Ergebnis ist durch die überdurchschnittliche
Anzahl musikaffiner Personen leicht verzerrt, außerdem kann der große Anteil
von Amateur-Musikern nicht von großen Erfolgen berichten.
Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse auf andere Communitites au-
ßer MySpace übertragbar sind. Natürlich beinhaltet MySpace bestimmte Funk-
tionsweisen, die auf anderen Seiten nicht zu finden sind - und umgekehrt. Wei-
terhin ist wie erwähnt MySpace heute immer noch die Musik-Community mit der
größten Reichweite und Relevanz. Deshalb ist eine direkte Übertragbarkeit
nicht gegeben. Trotzdem sind die grundsätzlichen Verhaltensweisen des Mu-
sikentdeckens über das Internet sicherlich auch in anderen Communitites ver-
treten. Dies gilt zumindest, wenn sie ähnlich aufgebaut sind wie MySpace: als
9. Schlussbetrachtung
75
Plattformen, auf denen Künstler ohne Vertrag sich präsentieren und mit Fans in
Kontakt treten nnen, also Musik-Communitites, wie sie in dieser Arbeit defi-
niert wurden. Daher ist aufgrund der Relevanz von MySpace auch eine Rele-
vanz von Musik-Communitites im Allgemeinen zu vermuten.
9.2 Ausblick
Zwar scheint MySpace aktuell die wichtigste Musikplattform zu sein, jedoch
wächst das Angebot an viel versprechenden Communities, die MySpace in Zu-
kunft ablösen könnten. Am deutlichsten stach in der Studie der Dienst last.fm
hervor. Das Musikempfehlungssystem benutzt im Unterschied zu MySpace eine
Filtertechnologie, mit der Nutzer gezielter neue Musik entdecken können, die
ihrem Geschmack entspricht. Dazu wird deren bevorzugte Musik als Grundlage
für neue Empfehlungen genommen. Auf diese Weise findet der Nutzer sehr
schnell seine „Nische“. Gerade die Empfehlungen und der Wunsch der Musik-
fans, sich durch diese besser zu orientieren, machen den Erfolg von last.fm aus.
Dafür sind die Möglichkeiten der Darstellung und Selbstpräsentation für Künst-
ler bei MySpace besser. Eine Art Kombination aus beidem wäre eine interes-
sante neue Plattform.
In der Zukunft wird die Musikentdeckung über das Internet also vielleicht nicht
mehr über MySpace passieren - oder aber MySpace entwickelt sich weiter, in-
tegriert Empfehlungssysteme o.ä.. Die Pläne zur Umstrukturierung des Netz-
werks zur kostenpflichtigen Musikdownload-Plattform sind umstritten. Es wird
sich jedoch erst bei der tatsächlichen Umsetzung zeigen - die zum Zeitpunkt
dieser Arbeit noch hinausgeschoben wird (Musikwoche, 2008b) -, ob das neue
Modell funktionieren wird. Je nach Umsetzung sind die Chancen mehr oder we-
niger groß. Die Antworten der Probanden zeigen eine erste Tendenz: diese
verspricht eher Ablehnung bzw. die Forderung bestimmter Bedingungen, z.B.
CD-Verkauf über MySpace, Selbstbestimmung der Künstler und DRM-Verzicht.
Da sich die meisten Plattenfirmen von DRM verabschiedet haben, wird zumin-
dest dieses wahrscheinlich keine Hürde mehr sein. Die Erfüllung der anderen
Bedingungen ist jedoch ungewiss. Weiterhin geplant sind derweil kostenlose
Streams, welche dann werbefinanziert sein werden (Musikwoche, 2008a). Was
Advertisement
9. Schlussbetrachtung
76
allerdings aus dem riesigen Netz labelfreier Amateurmusiker wird, kann zurzeit
noch nicht gesagt werden.
Zum Schluss der Arbeit bleibt noch zu erwähnen, dass das angeschnittene
Thema der Musikverbreitung und -rezeption über das Internet dringend weiterer
Forschung bedarf. Im Anschluss an die vorliegende Studie wäre es wün-
schenswert, diese in größerem Rahmen zu wiederholen, um repräsentative
Aussagen machen zu können und die Ergebnisse dieser Arbeit zu überprüfen.
Weiterhin könnte man in einer größer angelegten Studie weitere Communities
oder auch andere Web 2.0.-Applikationen wie z.B. Weblogs mit einbeziehen
und diese vergleichen. Auch die Wirkung von Communities, die wie last.fm auf
einem Empfehlungssystemen basieren, zu untersuchen, wäre interessant.
Schließlich wäre eine Studie denkbar, die den Fokus speziell auf die Musiker
und das Internet als Erfolgsfaktor legt und dabei auch die Chancen von Platten-
bzw. Musikfirmen der Zukunft mit einbezieht.
Die Art und Weise, wie Menschen speziell über das Medium Internet Musik re-
zipieren und wie Musiker die Verbreitung über das Internet nutzen können, sind
vielfältig und bleiben - gerade in Bezug auf die zunehmende Bedeutung von
Social-Networking-Websites - sicher noch längere Zeit ein interessantes For-
schungsgebiet.
Literatur- und Quellenverzeichnis
77
Literatur- und Quellenverzeichnis
Alby, T. (2008). Web 2.0 (3., überarb. Aufl.). München: Hanser.
Alexa - The Web Information Company. (2008a). MySpace. Zugriff am
06.08.2008 unter http://www.alexa.com/data/details/traffic_details/myspace.com.
Alexa - The Web Information Company. (2008b). Top Sites (Global Top 500).
Zugriff am 06.08.2008 unter
http://www.alexa.com/site/ds/top_sites?ts_mode=global&lang=none.
Alexa - The Web Information Company. (2008c). Top Sites Germany. Zugriff
am 06.08.2008 unter
http://www.alexa.com/site/ds/top_sites?cc=DE&ts_mode=country&lang=none.
Anderson, C. (2007). The Long Tail. Der lange Schwanz. Nischenprodukte statt
Massenmarkt. Das Geschäft der Zukunft. nchen: Hanser.
Auf dem Hövel, J. (2006). Lass das doch die Community machen. Zugriff am
01.05.2008 unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22832/1.html.
Baker, B. (2006). Myspace Music Marketing: How to Promote & Sell Your Music
on the Worlds Biggest Networking Web Site. St. Louis: Spotlight.
Behne, K.-E. (2002). Mediennutzung und Musikgeschmack. In R. Müller, P.
Glogner, S. Rhein, & J. Heim (Hrsg.), Wozu Jugendliche Musik und Medien
gebrauchen. Jugendliche Identität und musikalische und mediale Geschmacks-
bildung (S. 27–41). Weinheim und München: Juventa Verlag.
BBC (2005). News Corp in $580m internet buy. Zugriff am 07.08.2008 unter
http://news.bbc.co.uk/2/hi/business/4695495.stm.
Bornefeld-Ettmann, C. (2007). Von MySpace zu MyStore - digitaler Eigenver-
trieb. In T. Rodriguez (Hrsg.), www.musikverkaufen.de. Die digitale Musikwirt-
schaft (S. 160–178). nchen: Musikmarkt Verlag.
Bortz, J. (2005). Statistik: Für Human- und Sozialwissenschaftler (6., vollst. übe-
rarb. u. akt. Aufl.). Berlin, Heidelberg: Springer Medizin Verlag Heidelberg.
Bortz, J., & Döring, N. (2006). Forschungsmethoden und Evaluation: r Hu-
man- und Sozialwissenschaftler (4., überarb. Aufl.). Berlin, Heidelberg: Springer
Medizin Verlag Heidelberg.
Bosse, A., Plauk, D., Schumacher, C., & Uschmann, O. (2007). Kulturkampf
Musik. VISIONS, (09/07), S. 30–41.
Brosius, H.-B., & Koschel, F. (2005). Methoden der empirischen Kommunikati-
onsforschung: Eine Einführung (3. Aufl.). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwis-
senschaften.
Advertisement
Literatur- und Quellenverzeichnis
78
Buckley, P. (2006). The rough guide to Myspace [and online communities: From
Bebo and Friendster to MySpace Music]. London: Rough Guides Ltd.
Buhr, E. (2007). Deserteure der Mitte. Zugriff am 04.08.2008 unter
http://www.zeit.de/2007/07/Popstars.
Castringius, L. (2007). Clap Your Hands! - Die Erfolgsgeschichten im Internet.
In T. Rodriguez (Hrsg.), www.musikverkaufen.de. Die digitale Musikwirtschaft
(S. 11–15). München: Musikmarkt Verlag.
ComScore. (2007). Social Networking Goes Global. Zugriff am 06.08.2008 un-
ter http://www.comscore.com/press/release.asp?press=1555.
ComScore. (2008). comScore “Digital World: State Of The Internet” Report
Highlights Growth in Emerging Internet Markets. Zugriff am 06.08.2008 unter
http://www.comscore.com/press/release.asp?press=2115.
Dan. (2005). Preece. Zugriff am 29.04.2008 unter
http://communitypreece.blogspot.com/2005/12/preece.html.
Dax, M., & Brion, L. (2007). Digitale Evolution: Berthold Seliger. SPEX, (9/2007),
S. 58–60.
Dhar, V., & Chang, E. (2007). Does Chatter Matter? The Impact of User-
Generated Content on Music Sales. New York: New York University. Leonard N.
Stern School of Business.
Döring, N. (2003). Sozialpsychologie des Internet: Die Bedeutung des Internet
für Kommunikationsprozesse Identitäten soziale Beziehungen und Gruppen (2.,
vollst. überarb. u. erw. Aufl.). Internet und Psychologie, 2. Göttingen [u.a.]:
Hogrefe Verlag für Psychologie.
Dubber, A. (2007). New Music Strategies: The 20 Things You Must Know About
Music Online. Zugriff am 19.03.2008 unter
http://newmusicstrategies.com/download/NMS.pdf.
Eigner, C., & Nausner, P. (2003). Willkommen, "Social Learning"! In C. Eigner,
H. Leitner, P. Nausner, & U. Schneider (Hrsg.), Fastbook: Vol. 2. Online-
Communities, Weblogs und die soziale ckeroberung des Netzes (S. 52–94).
Graz: Nausner & Nausner.
Fauser, H. (2007). Talentscouts auf Webtour. Zugriff am 04.08.2008 unter
http://www.stern.de/unterhaltung/musik/603222.html.
Felsenberg, A. (2007). DANKE Tim O'Reilly - Die Bedeutung des Web 2.0 für
die Digitale Wirtschaft. In G. Gehrke (Hrsg.), Schriftenreihe Medienkompetenz
des Landes Nordrhein-Westfalen: Vol. 6. Web 2.0 - Schlagwort oder Megatrend?
Fakten Analysen Prognosen (S. 91–108). Düsseldorf, München: Kopaed.
Literatur- und Quellenverzeichnis
79
G, S. Social Networking and Music: MySpace Pits It All Together in a Virtual
Community. Zugriff am 29.04.2008 unter
http://ezinearticles.com/?Social-Networking-and-Music:-MySpace-Puts-It-All-
Together-in-a-Virtual-Community&id=18424.
Gebesmair, A. (2008). Die Fabrikation globaler Vielfalt: Struktur und Logik der
transnationalen Popmusikindustrie. Texte zur populären Musik, 5. Bielefeld:
transcript.
Gehrke, G., & Gräßer, L. (2007). Neues Web, neue Kompetenz? In G. Gehrke
(Hrsg.), Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes Nordrhein-Westfalen: Vol.
6. Web 2.0 - Schlagwort oder Megatrend? Fakten Analysen Prognosen (S. 11–
36). Düsseldorf, München: Kopaed.
Groß, T. (2008). Wenn die Kasse leiser klingelt. Zugriff am 29.04.2008 unter
http://www.zeit.de/2008/05/Pop-Geschaeft.
Gscheidle, C., & Fisch, M. (2007). Onliner 2007: Das "Mitmach-Netz" im Breit-
bandzeitalter: PC-Ausstattung und Formen aktiver Internetnutzung: Ergebnisse
der ARD/ZDF-Online-Studie 2007. Media Perspektiven, (08/2007), S. 393–405.
Zugriff am 11.08.2008 unter http://www.media-
perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/08-2007_Gscheidle_Fisch.pdf.
Haas, S., Trump, T., Gerhards, M., & Klingler, W. (2007). Web 2.0: Nutzung und
Nutzertypen: Eine Analyse auf der Basis quantitativer und qualitativer Untersu-
chungen. Media Perspektiven, (4/2007), S. 215–222. Zugriff am 11.08.08 unter
http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/04-
2007_Haas.pdf.
Jennings, D. (2007). Net, Blogs and RocknRoll: How Digital Discovery Works
and What it Means for Consumers, Creators and Culture. London, Boston:
Nicholas Brealey Publishing.
Kleinhenz, J. (2006). Andere Zeiten, andere Labels. testcard, (15: The Medium
is the Mess), S. 60–66.
Kusek, D., & Leonhard, G. (2006). Die Zukunft der Musik: Warum die digitale
Revolution die Musikindustrie retten wird. nchen: Musikmarkt-Verlag.
Laningham, S. (2006). developerWorks Interviews: Tim Berners-Lee. Zugriff am
06.08.2008 unter
http://www-128.ibm.com/developerworks/podcast/dwi/cm-int082206txt.html.
Lazimbat, S. (2007). Digitalvertriebe, Aggregatoren & Co. - die Dienstleister für
die digitale Welt. In T. Rodriguez (Hrsg.), www.musikverkaufen.de. Die digitale
Musikwirtschaft (S. 145–159). nchen: Musikmarkt Verlag.
Advertisement
Literatur- und Quellenverzeichnis
80
Leitner, H. (2003). Online-Community, "Hands On"!: Ein Streifzug durch die
Welt der Online-Communities. Warum das WikiWeb eine besondere Rolle spielt.
Über Mittel und Wege der sozialen Rückeroberung des Netzes. In C. Eigner, H.
Leitner, P. Nausner, & U. Schneider (Hrsg.), Fastbook: Vol. 2. Online-
Communities, Weblogs und die soziale ckeroberung des Netzes (S. 11–51).
Graz: Nausner & Nausner.
Mahlmann, C. (2003). Struktur des deutschen Tonträgermarktes. In R. Moser
(Hrsg.), Handbuch der Musikwirtschaft (6., vollst. überarb. Aufl.). Starnberg
[u.a.]: Keller.
Martin, P. J. (2007). Die Musikwirtschaft in der kapitalistischen Gesellschaft. In
H. de La Motte-Haber, & H. Neuhoff (Hrsg.), Handbuch der systematischen Mu-
sikwissenschaft. Bd. 4. Musiksoziologie (S. 301–326). Laaber: Laaber-Verlag.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (MFPS) (2005). JIM 2005:
Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-
Jähriger in Deutschland. Zugriff am 06.08.2008 unter
http://www.mpfs.de/fileadmin/Studien/JIM2005.pdf.
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (MFPS) (2007). JIM 2007:
Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-
Jähriger in Deutschland. Zugriff am 06.08.2008 unter
http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf07/JIM-Studie2007.pdf.
Moosbrugger, H., & Kelava, A. (2007). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion.
Berlin, Heidelberg: Springer Medizin Verlag Heidelberg.
Muders, F. (2007). Das Online Musik Label. In T. Rodriguez (Hrsg.),
www.musikverkaufen.de. Die digitale Musikwirtschaft (S. 136–144). nchen:
Musikmarkt Verlag.
Münch, T. (2002). Musik, Medien und Entwicklung im Jugendalter. In R. Müller,
P. Glogner, S. Rhein, & J. Heim (Hrsg.), Wozu Jugendliche Musik und Medien
gebrauchen. Jugendliche Identität und musikalische und mediale Geschmacks-
bildung (S. 70–83). Weinheim und München: Juventa Verlag.
Münch, T. (2007). Musik im Radio, Fernsehen, und Internet: Inhalte, Nutzung
und Funktionen. In H. de La Motte-Haber, & H. Neuhoff (Hrsg.), Handbuch der
systematischen Musikwissenschaft. Bd. 4. Musiksoziologie (S. 369–388). Laa-
ber: Laaber-Verlag.
Münch, T. (2008). Musik in den Medien. In H. Bruhn (Hrsg.), Musikpsychologie.
Das neue Handbuch. (S. 266–289). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-
Taschenbuch-Verlag.
Nagele, C. (2005). Social Networks Research Report. Zugriff am 05.05.2008
unter http://www.wildbit.com/wildbit-sn-report.pdf.
Literatur- und Quellenverzeichnis
81
Musikwoche (2008a). MySpace will zum Handelspartner der Musikbranche auf-
steigen. Zugriff am 07.08.2008 unter
http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=252133&Biz=musicbiz&Premium=J&
Navi=00000000.
Musikwoche (2008b). MySpace Music kommt mit Verspätung. Zugriff am
07.08.2008 unter
http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=258317&Biz=musicbiz&Premium=N&
Navi=00000000.
Neef, P., & Blömer, H. (2003). Konvergenztechnologie und Musikverwertung. In
R. Moser (Hrsg.), Handbuch der Musikwirtschaft (6., vollst. überarb. Aufl.) (S.
101–111). Starnberg [u.a.]: Keller.
Oehmichen, E. (2003). Zur Charakteristik der einzelnen MedienNutzerTypen. In
E. Oehmichen, & C.-M. Ridder (Hrsg.), Die MedienNutzerTypologie. Ein neuer
Ansatz der Publikumsanalyse (S. 32–42). Baden-Baden: Nomos Verlagsgesell-
schaft.
Oepkemeier, F. (2007). Digitale Musikdistribution: Grundlagen, Potenziale, Stra-
tegien. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller.
Preece, J. (2000). Online communities: Designing usability supporting sociabili-
ty. Chichester: Wiley.
Redenz, S. (2005). Das Netlabel als alternativer Ansatz der Musikdistribution. In
B. Lutterbeck, R. A. Gehring, & M. Bärwolff (Hrsg.), Open Source Jahrbuch
2005. Zwischen Softwareentwicklung und Gesellschaftsmodell (S. 381-392).
Zugriff am 11.08.2008 unter
http://www.opensourcejahrbuch.de/download/jb2005/OpenSourceJahrbuch200
5_online.pdf.
Renz, F. (2007). Praktiken des Social Networking: Eine kommunikationssozio-
logische Studie zum online-basierten Netzwerken am Beispiel von openBC
(XING). Boizenburg: vwh.
Rodriguez, T. (2007). Das Internet wird persönlich - Musikempfehlungssysteme
und ihre Anwendung. In T. Rodriguez (Hrsg.), www.musikverkaufen.de. Die di-
gitale Musikwirtschaft (S. 192–209). München: Musikmarkt Verlag.
Rodriguez, T., & Hofmann, E. (2007). Eigenwerbung im Internet - Believe the
Hype! In T. Rodriguez (Hrsg.), www.musikverkaufen.de. Die digitale Musikwirt-
schaft (S. 258–272). nchen: Musikmarkt Verlag.
Schimunek, F.-P. (2001). Methoden der empirischen Sozialforschung: Eine Ein-
hrung. Materialien r Lehre, Aus- und Weiterbildung, 23. Landau: Verl. Empi-
rische dagogik.
Advertisement
Literatur- und Quellenverzeichnis
82
Schmidt, H. (2007). MySpace-Manager Travis Katz: "In zwei Jahren wird
MySpace die größte Internetseite Deutschlands sein". Zugriff am 06.08.2008
unter
http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E3A
51F84C2EF44D7C95196D47FBD9A8EB~ATpl~Ecommon~Scontent.html.
Schramm, H., & Kopiez, R. (2008). Die alltägliche Nutzung von Musik. In H.
Bruhn (Hrsg.), Musikpsychologie. Das neue Handbuch (S. 253–265). Reinbek
bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag.
Schulte-Güstenberg, E. (2007). Das Phänomen der "Online-Communities" -
Eine empirische Analyse der Nutzung dieser Communities durch Studenten.
Oldenburg: Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg (Diplomarbeit).
Spließ, C. (2006). Die Blog-Band: Die Arctic Monkeys als Prototyp der neuen
Art, Musik zu machen. Zugriff am 04.08.2008 unter
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22200/1.html.
van Eimeren, B., & Frees, B. (2007). Internetnutzung zwischen Pragmatismus
und YouTube-Euphorie: ARD/ZDF-Online-Studie 2007. Media Perspektiven,
(8/2007), S. 362–378. Zugriff am 11.08.2008 unter http://www.media-
perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/08-2007_Eimeren_Frees.pdf.
Weigert, M. (2007). MySpace: ein Drittel der Nutzer inaktiv? Zugriff am
06.08.2008 unter http://netzwertig.com/2007/07/26/zn-myspace-ein-drittel-der-
nutzer-inaktiv/.
Weikert, S. (2007). Alte Plattenfirmen, neue Formate. In T. Rodriguez (Hrsg.),
www.musikverkaufen.de. Die digitale Musikwirtschaft (S. 16–24). nchen:
Musikmarkt Verlag.
Winter, J. (2007). Neue Anwendungen und Geschäftsfelder im Web 2.0. In G.
Gehrke (Hrsg.), Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes Nordrhein-
Westfalen: Vol. 6. Web 2.0 - Schlagwort oder Megatrend? Fakten Analysen
Prognosen (S. 75–90). Düsseldorf, München: Kopaed.
Anhang
83
Anhang
Seite
I. Fragebogen 84
II. Auswertung 91
Allgemeine Fragen 91
Fragen zur Internet- und Musiknutzung 92
Fragen zur MySpace-Nutzung 97
Fragen an Musiker 110
Meinungen 115
III. Kreuztabellen 117
IV. Clusteranalyse 124
Advertisement
Anhang
84
I. Fragebogen
Liebe MySpace-User,
diese Umfrage findet im Rahmen meiner Masterarbeit an der Universität Paderborn im
Studiengang Populäre Musik und Medien statt. Ich möchte untersuchen, wie und aus welchen
Gründen MySpace von Musikern und Musikfans genutzt wird.
Bitte nehmt euch einen Augenblick Zeit für die Beantwortung der Fragen. Diese dauert ca. 15
Minuten.
Selbstverständlich bleiben eure Daten anonym und werden nicht an Dritte weitergegeben.
Bei Interesse an den Ergebnissen der Studie habt ihr die Möglichkeit, am Ende des
Fragebogens eure Emailadresse zu hinterlassen, welche getrennt von den restlichen Daten
gespeichert wird.
Vielen Dank!
Meike kleine Brörmann
Allgemeine Fragen:
1) Bitte gib dein Geschlecht an:
männlich
weiblich
2) Bitte gib dein Alter an:
_____ Jahre
Fragen zur Internet- und Musiknutzung:
3) Welche Musikstile bevorzugst du? (Mehrfachnennungen möglich)
Pop
Rock (Alternative/Indie, Punk, Hard Rock, Metal)
Black Music (Soul, R’n’B, HipHop, Funk, Reggae)
Elektronische Musik (Techno, House, Trance)
World Music (Ethno, Folk, Latin, Country)
Klassik
Jazz
Weitere: _______________________
Anhang
85
4) Wie informierst du dich über Musik? Bitte gib an, wie oft du die folgenden
Möglichkeiten nutzt.
nie
selten manchmal oft sehr oft
Zeitschriften
Radio
Fernsehen
Internet
Tipps von Freunden und Bekannten
Kaufhaus/Plattenladen
Discotheken/Clubs
Live-Konzerte
5) Woher bekommst du neue Musik?
nie
selten manchmal oft sehr oft
Kauf von CDs/Tonträgern
CDs oder MP3s von Freunden
brennen/kopieren
P2P-Tauschbörsen (z.B. eMule)
Kauf bei Downloadshops im Internet
(z.B. iTunes)
Legaler Download kostenloser
Musik aus dem Internet z.B. von
unbekannten Bands
Sharehoster (z.B. Rapidshare)
6) Wieviel Zeit verbringst du im Durchschnitt täglich im Internet?
< 1 Stunde
1-2 Stunden
3-5 Stunden
5-8 Stunden
> 8 Stunden
7) Welche der folgenden Möglichkeiten nutzt du, um aktiv am Internet teilzunehmen?
(Mehrfachnennungen möglich)
Blog schreiben
Diskussion in Foren
Rezensionen verfassen
Wiki-Artikel schreiben
Podcasts produzieren
Profil in Sozialen Netzwerken (z.B. StudiVZ, Xing)
eigene Filme online stellen (zB. auf YouTube)
eigene Bilder online stellen (z.B. auf Flickr)
eigene Musik online stellen (z.B. auf MySpace)
eigene Homepage
sonstiges: _________________________
Advertisement
Anhang
86
Fragen zur MySpace-Nutzung:
8) Besitzt du ein eigenes Profil bei MySpace?
ja
nein
9) Warum nutzt du MySpace?
trifft gar
nicht zu
trifft eher
nicht zu trifft eher zu trifft voll
zu
um neue Leute/Gleichgesinnte
kennen zu lernen
um mit Freunden in Kontakt zu
bleiben
um neue Musik zu entdecken
um immer das neueste von meinen
Lieblingsbands/-künstlern zu
erfahren
zum Zeitvertreib/Unterhaltung
um eine eigene Homepage zu haben
um eigene Inhalte kostenfrei online
zu stellen (Musik, Videos, Bilder)
um hilfreiche Kontakte zu knüpfen
(z.B. Jobs, kreative Kooperationen)
um mich mit anderen über
interessante Themen auszutauschen
10) Welche Funktionen sind dir besonders wichtig?
unwichtig nicht so
wichtig
wichtig sehr
wichtig keine
Erfahrung
Freundesnetzwerk
Kommentarfunktion auf der
Profilseite
Musikstream auf
Bandseiten
Videostream auf
Bandseiten
Musik/Videos adden auf
Profilseiten
Blog
Bulletin
private Nachrichten
Gruppen
Fotos
private Infos im Profil
Anhang
87
11) Welchen der folgenden Aussagen stimmst du zu?
stimme gar
nicht zu stimme
eher nicht
zu
stimme
eher zu stimme
voll zu keine
Erfahrung
Ich komme mit dem
Suchwerkzeug auf
MySpace gut zurecht.
Ich würde gerne mehr
Songs downloaden, statt
sie nur als Stream zu
hören.
Ich verliere auf MySpace
leicht die Übersicht.
Ich würde mir ein Musik-
Empfehlungssystem
wünschen.
Über MySpace ist ein
seriöser Internetauftritt
möglich.
Viele Profilseiten sind
überfrachtet und brauchen
zu lange zum Laden.
Die Werbung ist dem Inhalt
angemessen.
Man bekommt zuviel Spam
(z.B. Bulletins).
Ich habe Angst, dass meine
Daten für andere Zwecke
missbraucht werden.
12) Wie oft nutzt du MySpace durchschnittlich?
mehrmals täglich
einmal täglich
mehrmals wöchentlich
einmal wöchentlich
einmal monatlich
seltener
13) Wieviel Zeit verbringst du im Durchschnitt bei einem Besuch der Seite?
< 10 min
10 - 30 min
30 min – 1 Std.
1 – 2 Std.
> 2 Std.
14) Bist du schon einmal über MySpace auf neue Musik aufmerksam geworden?
ja
nein
Advertisement
Anhang
88
15) Wie genau bist du über MySpace auf neue Musik aufmerksam geworden?
Ich wurde von einer Band/ einem Künstler kontaktiert
Ich habe gezielt danach gesucht (z.B. über das Suchwerkzeug oder durch Stöbern in der
Freundesliste mir bekannter Künstler)
Ich bin per Zufall darauf gestoßen (z.B. durch lesen der Kommentare auf der Seite eines
Freundes)
Empfehlung von einem Freund
Sonstiges: ____________________
16) Angenommen, es wäre möglich über MySpace Musik zu kaufen. Würdest du dieses
Angebot nutzen?
Ja, wenn Preis und Qualität stimmen, würde ich über MySpace Musik kaufen.
Ja, aber ich würde nur Musik von weniger bekannten Künstlern kaufen, die ich sonst nicht
bekomme.
Ja, unter der Bedingung, dass _____________________
Nein, dieses Angebot würde ich nicht nutzen
17) Bist du Musiker und hast auf MySpace ein Band- bzw. Künstlerprofil?
ja
nein
Fragen an Musiker:
18) Welche Erwartungen hast du als Musiker an MySpace?
unwichtig nicht so
wichtig
wichtig sehr wichtig
Austausch mit anderen Bands
mehr Fans
mehr Auftritte
Business-Kontakte (z.B.
Medien, Veranstalter)
mehr CD-Verkäufe
Plattenvertrag
Feedback
Angebote/Aufträge erhalten
(z.B. Filmmusik)
Anhang
89
19) Welche davon haben sich schon erfüllt?
Austausch mit anderen Bands
mehr Fans
mehr Auftritte
Business-Kontakte (z.B. Medien, Veranstalter)
mehr CD-Verkäufe
Plattenvertrag
Feedback
Angebote/Aufträge erhalten (z.B. Filmmusik)
20) Bist du/deine Band unter Vertrag?
ja
nein
21) Bei welchem Label bist du bzw. deine Band unter Vertrag?
Universal
Warner
EMI
Sony BMG
Sonstiges: ____________________________
22) Wie lange gibt es deine Band schon bzw. wie lange machst du schon Musik
(Instrumentalunterricht ausgenommen)?
weniger als 1 Jahr
1-3 Jahre
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8- 10 Jahre
länger als 10 Jahre
23) Bietest du auf MySpace deine Musik an?
ja, aber nur als Stream
ja, auch als Download
nein
24) Würdest du deine Musik über MySpace verkaufen?
nein
ja
ja, aber nur unter der Bedingung, dass _____________________
Advertisement
Anhang
90
25) Welche anderen (vergleichbaren) Dienste außer MySpace nutzt du noch?
(Mehrfachnennungen möglich)
mp3.de
last.fm
jamendo.com
Sonstiges: ___________________
26) Hast du/deine Band eine eigene Homepage außerhalb von MySpace?
ja
nein
Meinungen:
27) Bitte gib an, ob du den folgenden Aussagen zustimmst.
stimme gar
nicht zu stimme
eher nicht
zu
stimme
eher zu stimme voll
zu
Musiker können sich heute selbst über das
Internet vermarkten und brauchen dazu
keine Plattenfirma mehr.
MySpace ist zu unübersichtlich und die
Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden,
ist nicht sehr hoch.
Ohne MySpace wären einige Künstler nicht
dort, wo sie heute sind.
„Internet-Karrieren“ wie z.B. der Arctic
Monkeys oder Lily Allen sind auch nur von
den Plattenfirmen inszeniert.
Neue Musik und Künstler sind über das
Internet einfach zu finden.
28) Hast du noch Ergänzungen oder Anmerkungen zum Fragebogen oder zu MySpace?
Dann kannst du diese hier loswerden.
____________________________________
29) Hier hast du die Möglichkeit, deine Email-Adresse zu hinterlassen, wenn du über die
Ergebnisse der Umfrage informiert werden willst. Deine Adresse wird ausschließlich zu
diesem Zweck verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.
____________________________________
Anhang
91
II. Auswertung
Anzahl der Teilnehmer: n=402
Allgemeine Fragen
1) Bitte gib dein Geschlecht an.
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
Weiblich 131 32,6 32,6 32,6
Männlich
271 67,4 67,4 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
2) Bitte gib dein Alter an.
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
14 4 1,0 1,0 1,0
15 7 1,7 1,8 2,8
16 6 1,5 1,5 4,3
17 15 3,7 3,8 8,0
18 29 7,2 7,3 15,3
19 19 4,7 4,8 20,1
20 35 8,7 8,8 28,8
21 36 9,0 9,0 37,8
22 34 8,5 8,5 46,4
23 36 9,0 9,0 55,4
24 23 5,7 5,8 61,2
25 26 6,5 6,5 67,7
26 18 4,5 4,5 72,2
27 14 3,5 3,5 75,7
28 20 5,0 5,0 80,7
29 7 1,7 1,8 82,5
30 10 2,5 2,5 85,0
31 5 1,2 1,3 86,2
32 11 2,7 2,8 89,0
33 6 1,5 1,5 90,5
34 5 1,2 1,3 91,7
35 6 1,5 1,5 93,2
36 4 1,0 1,0 94,2
37 7 1,7 1,8 96,0
38 3 ,7 ,8 96,7
39 2 ,5 ,5 97,2
40 2 ,5 ,5 97,7
41 1 ,2 ,3 98,0
Gültig
42 2 ,5 ,5 98,5
Advertisement
Anhang
92
46 1 ,2 ,3 98,7
47 1 ,2 ,3 99,0
48 1 ,2 ,3 99,2
49 1 ,2 ,3 99,5
51 1 ,2 ,3 99,7
52 1 ,2 ,3 100,0
Gesamt 399 99,3 100,0
99 2 ,5
244 1 ,2
Fehlend
Gesamt 3 ,7
Gesamt 402 100,0
Altersgruppen
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
bis 19 Jahre 80 19,9 20,1 20,1
20 bis 24 Jahre 164 40,8 41,1 61,2
25 bis 29 Jahre 85 21,1 21,3 82,5
30 bis 35 Jahre 37 9,2 9,3 91,7
36 bis 40 Jahre 22 5,5 5,5 97,2
über 40 Jahre 11 2,7 2,8 100,0
Gültig
Gesamt 399 99,3 100,0
Fehlend System 3 ,7
Gesamt 402 100,0
Fragen zur Internet- und Musiknutzung
3) Welche Musikstile bevorzugst du? (Mehrfachnennungen möglich)
Fallzusammenfassung
Fälle
Gültig Fehlend Gesamt
N Prozent N Prozent N Prozent
Musikstile
(a) 396 98,5% 6 1,5% 402 100,0%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Anhang
93
Häufigkeiten
Antworten
N Prozent Prozent
der Fälle
Pop 116 14,7% 29,3%
Rock (Alternative/Indie,
Punk, Hard Rock, Metal) 359 45,5% 90,7%
Black Music (Soul, R’n’B,
HipHop, Funk, Reggae) 68 8,6% 17,2%
Elektronische Musik
(Techno, House, Trance) 96 12,2% 24,2%
World Music (Ethno, Folk,
Latin, Country) 38 4,8% 9,6%
Klassik 52 6,6% 13,1%
Musikstile
(a)
Jazz 60 7,6% 15,2%
Gesamt 789 100,0% 199,2%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
4) Wie informierst du dich über Musik? Bitte gib an, wie oft du die folgenden
Möglichkeiten nutzt.
Zeitschriften
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 46 11,4 11,4 11,4
selten 111 27,6 27,6 39,1
manchmal 119 29,6 29,6 68,7
oft 74 18,4 18,4 87,1
sehr oft 52 12,9 12,9 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Radio
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 115 28,6 28,6 28,6
selten 108 26,9 26,9 55,5
manchmal 83 20,6 20,6 76,1
oft 60 14,9 14,9 91,0
sehr oft 36 9,0 9,0 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Advertisement
Anhang
94
Fernsehen
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 115 28,6 28,6 28,6
selten 129 32,1 32,1 60,7
manchmal 82 20,4 20,4 81,1
oft 59 14,7 14,7 95,8
sehr oft 17 4,2 4,2 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Internet
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
selten 1 ,2 ,2 ,2
manchmal 18 4,5 4,5 4,7
oft 100 24,9 24,9 29,6
sehr oft 283 70,4 70,4 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Tipps von Freunden und Bekannten
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 5 1,2 1,2 1,2
selten 32 8,0 8,0 9,2
manchmal 94 23,4 23,4 32,6
oft 176 43,8 43,8 76,4
sehr oft 95 23,6 23,6 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Kaufhaus/ Plattenladen
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 67 16,7 16,7 16,7
selten 126 31,3 31,3 48,0
manchmal 129 32,1 32,1 80,1
oft 62 15,4 15,4 95,5
sehr oft 18 4,5 4,5 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Discotheken/ Clubs
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 120 29,9 29,9 29,9
selten 140 34,8 34,8 64,7
manchmal 83 20,6 20,6 85,3
oft 48 11,9 11,9 97,3
sehr oft 11 2,7 2,7 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Anhang
95
Live-Konzerte
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 32 8,0 8,0 8,0
selten 61 15,2 15,2 23,1
manchmal 137 34,1 34,1 57,2
oft 122 30,3 30,3 87,6
sehr oft 50 12,4 12,4 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
5) Woher bekommst du neue Musik?
Kauf von CDs/ Tonträgern
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 26 6,5 6,5 6,5
selten 45 11,2 11,2 17,7
manchmal 81 20,1 20,1 37,8
oft 127 31,6 31,6 69,4
sehr oft 123 30,6 30,6 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
CDs oder MP3s von Freunden brennen
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 44 10,9 10,9 10,9
selten 88 21,9 21,9 32,8
manchmal 121 30,1 30,1 62,9
oft 107 26,6 26,6 89,6
sehr oft 42 10,4 10,4 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
P2P-Tauschbörsen
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 270 67,2 67,2 67,2
selten 60 14,9 14,9 82,1
manchmal 36 9,0 9,0 91,0
oft 17 4,2 4,2 95,3
sehr oft 19 4,7 4,7 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Advertisement
Anhang
96
Kauf bei Downloadshops im Internet
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 268 66,7 66,7 66,7
selten 50 12,4 12,4 79,1
manchmal 33 8,2 8,2 87,3
oft 22 5,5 5,5 92,8
sehr oft 29 7,2 7,2 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Legaler kostenloser Download aus dem Internet
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 83 20,6 20,6 20,6
selten 75 18,7 18,7 39,3
manchmal 94 23,4 23,4 62,7
oft 88 21,9 21,9 84,6
sehr oft 62 15,4 15,4 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Sharehoster
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nie 242 60,2 60,2 60,2
selten 67 16,7 16,7 76,9
manchmal 39 9,7 9,7 86,6
oft 26 6,5 6,5 93,0
sehr oft 28 7,0 7,0 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
6) Wie viel Zeit verbringst du im Durchschnitt täglich im Internet?
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unter 1 24 6,0 6,0 6,0
1 bis 2 118 29,4 29,4 35,3
3 bis 5 185 46,0 46,0 81,3
5 bis 8 53 13,2 13,2 94,5
über 8 22 5,5 5,5 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Anhang
97
7) Welche der folgenden Möglichkeiten nutzt du, um aktiv am Internet teilzunehmen?
(Mehrfachnennungen möglich)
Fallzusammenfassung
Fälle
Gültig Fehlend Gesamt
N Prozent N Prozent N Prozent
Aktivitäten
(a) 391 97,3% 11 2,7% 402 100,0%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Häufigkeiten
Antworten
N Prozent Prozent
der Fälle
Blog schreiben 103 8,8% 26,3%
Diskussion in Foren 256 22,0% 65,5%
Rezensionen verfassen 81 6,9% 20,7%
Wiki-Artikel schreiben 19 1,6% 4,9%
Podcasts produzieren 5 ,4% 1,3%
Profil in sozialen
Netzwerken (z.B. StudiVZ,
Xing) 297 25,5% 76,0%
eigene Bilder online stellen
(z.B. auf Flickr) 112 9,6% 28,6%
eigene Filme online stellen
(z.B. auf YouTube) 66 5,7% 16,9%
eigene Musik online stellen
(z.B. auf MySpace) 103 8,8% 26,3%
Aktivitäten
im Internet
(a)
eigene Homepage 124 10,6% 31,7%
Gesamt 1166 100,0% 298,2%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Fragen zur MySpace-Nutzung
8) Besitzt du ein eigenes Profil bei MySpace?
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
Nein 109 27,1 27,1 27,1
Ja 293 72,9 72,9 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Advertisement
Anhang
98
9) Warum nutzt du MySpace?
um neue Leute/Gleichgesinnte kennen zu lernen
Eigenes Profil Gesamt
Nein Ja Nein
Leute kennen
lernen trifft gar nicht zu Anzahl 93 41 134
% von Eigenes Profil 85,3% 14,0% 33,3%
trifft eher nicht zu Anzahl 9 96 105
% von Eigenes Profil 8,3% 32,8% 26,1%
trifft eher zu Anzahl 6 111 117
% von Eigenes Profil 5,5% 37,9% 29,1%
trifft voll zu Anzahl 1 45 46
% von Eigenes Profil ,9% 15,4% 11,4%
Gesamt Anzahl 109 293 402
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
um mit Freunden in Kontakt zu bleiben
Eigenes Profil Gesamt
Nein Ja Nein
mit Freunden in
Kontakt bleiben trifft gar nicht zu Anzahl 97 64 161
% von Eigenes Profil 89,0% 21,8% 40,0%
trifft eher nicht zu Anzahl 8 71 79
% von Eigenes Profil 7,3% 24,2% 19,7%
trifft eher zu Anzahl 3 106 109
% von Eigenes Profil 2,8% 36,2% 27,1%
trifft voll zu Anzahl 1 52 53
% von Eigenes Profil ,9% 17,7% 13,2%
Gesamt Anzahl 109 293 402
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
um neue Musik zu entdecken
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 15 10 25
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 13,8% 3,4% 6,2%
Anzahl 5 29 34
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 4,6% 9,9% 8,5%
Anzahl 41 109 150
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 37,6% 37,2% 37,3%
Anzahl 48 145 193
neue Musik
entdecken
trifft voll zu
% von Eigenes Profil 44,0% 49,5% 48,0%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
99
um immer das Neueste von meinen Lieblingsbands/-künstlern zu erfahren
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 26 26 52
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 23,9% 8,9% 12,9%
Anzahl 20 63 83
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 18,3% 21,5% 20,6%
Anzahl 42 108 150
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 38,5% 36,9% 37,3%
Anzahl 21 96 117
Neues von
Lieblingsbands/-
künstlern
erfahren
trifft voll zu
% von Eigenes Profil 19,3% 32,8% 29,1%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
zum Zeitvertreib/zur Unterhaltung
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 32 30 62
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 29,4% 10,2% 15,4%
Anzahl 22 53 75
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 20,2% 18,1% 18,7%
Anzahl 44 138 182
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 40,4% 47,1% 45,3%
Anzahl 11 72 83
Zeitvertreib/
Unterhaltung
trifft voll zu
% von Eigenes Profil 10,1% 24,6% 20,6%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
um eine eigene Homepage zu haben
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 102 102 204
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 93,6% 34,8% 50,7%
Anzahl 4 79 83
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 3,7% 27,0% 20,6%
Anzahl 2 77 79
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 1,8% 26,3% 19,7%
Anzahl 1 35 36
eine eigene
Homepage
haben
trifft voll zu
% von Eigenes Profil ,9% 11,9% 9,0%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
100
um eigene Inhalte kostenfrei online zu stellen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 100 90 190
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 91,7% 30,7% 47,3%
Anzahl 3 65 68
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 2,8% 22,2% 16,9%
Anzahl 4 71 75
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 3,7% 24,2% 18,7%
Anzahl 2 67 69
eigene Inhalte
kostenfrei online
stellen
trifft voll zu
% von Eigenes Profil 1,8% 22,9% 17,2%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
um hilfreiche Kontakte zu knüpfen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 99 94 193
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 90,8% 32,1% 48,0%
Anzahl 4 83 87
trifft eher nicht zu
% von Eigenes Profil 3,7% 28,3% 21,6%
Anzahl 5 68 73
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 4,6% 23,2% 18,2%
Anzahl 1 48 49
hilfreiche
Kontakte
knüpfen
trifft voll zu
% von Eigenes Profil ,9% 16,4% 12,2%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
um mich mit anderen über interessante Themen auszutauschen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 93 80 173
trifft gar nicht zu
% von Eigenes Profil 85,3% 27,3% 43,0%
Anzahl 9 117 126
trifft eher nicht
zu % von Eigenes Profil 8,3% 39,9% 31,3%
Anzahl 6 75 81
trifft eher zu
% von Eigenes Profil 5,5% 25,6% 20,1%
Anzahl 1 21 22
mit anderen über
interessante Themen
austauschen
trifft voll zu
% von Eigenes Profil ,9% 7,2% 5,5%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
101
10) Welche Funktionen sind dir besonders wichtig?
Freundesnetzwerk
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 30 5 35
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 27,5% 1,7% 8,7%
Anzahl 47 24 71
unwichtig
% von Eigenes Profil 43,1% 8,2% 17,7%
Anzahl 17 52 69
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 15,6% 17,7% 17,2%
Anzahl 11 112 123
wichtig
% von Eigenes Profil 10,1% 38,2% 30,6%
Anzahl 4 100 104
Freundesnetzwerk
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 3,7% 34,1% 25,9%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Kommentarfunktion
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 28 3 31
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 25,7% 1,0% 7,7%
Anzahl 40 36 76
unwichtig
% von Eigenes Profil 36,7% 12,3% 18,9%
Anzahl 25 66 91
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 22,9% 22,5% 22,6%
Anzahl 11 112 123
wichtig
% von Eigenes Profil 10,1% 38,2% 30,6%
Anzahl 5 76 81
Kommentarfunktion
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 4,6% 25,9% 20,1%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Musikstream auf Bandseiten
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 14 15 29
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 12,8% 5,1% 7,2%
Anzahl 6 3 9
unwichtig
% von Eigenes Profil 5,5% 1,0% 2,2%
Anzahl 5 5 10
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 4,6% 1,7% 2,5%
Anzahl 11 49 60
wichtig
% von Eigenes Profil 10,1% 16,7% 14,9%
Anzahl 73 221 294
Musikstream
(Bandseiten)
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 67,0% 75,4% 73,1%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
102
Videostream auf Bandseiten
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 11 14 25
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 10,1% 4,8% 6,2%
Anzahl 9 22 31
unwichtig
% von Eigenes Profil 8,3% 7,5% 7,7%
Anzahl 28 91 119
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 25,7% 31,1% 29,6%
Anzahl 33 94 127
wichtig
% von Eigenes Profil 30,3% 32,1% 31,6%
Anzahl 28 72 100
Videostream
(Bandseiten)
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 25,7% 24,6% 24,9%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Musik/Videos adden auf Profilseiten
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 34 12 46
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 31,2% 4,1% 11,4%
Anzahl 38 41 79
unwichtig
% von Eigenes Profil 34,9% 14,0% 19,7%
Anzahl 21 79 100
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 19,3% 27,0% 24,9%
Anzahl 11 85 96
wichtig
% von Eigenes Profil 10,1% 29,0% 23,9%
Anzahl 5 76 81
Musik/ Videos
adden
(Profilseiten)
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 4,6% 25,9% 20,1%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Blog
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 25 14 39
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 22,9% 4,8% 9,7%
Anzahl 37 56 93
unwichtig
% von Eigenes Profil 33,9% 19,1% 23,1%
Anzahl 22 129 151
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 20,2% 44,0% 37,6%
Anzahl 21 73 94
wichtig
% von Eigenes Profil 19,3% 24,9% 23,4%
Anzahl 4 21 25
Blog
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 3,7% 7,2% 6,2%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
103
Bulletin
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 42 27 69
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 38,5% 9,2% 17,2%
Anzahl 44 62 106
unwichtig
% von Eigenes Profil 40,4% 21,2% 26,4%
Anzahl 16 95 111
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 14,7% 32,4% 27,6%
Anzahl 5 72 77
wichtig
% von Eigenes Profil 4,6% 24,6% 19,2%
Anzahl 2 37 39
Bulletin
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 1,8% 12,6% 9,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
private Nachrichten
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 36 6 42
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 33,0% 2,0% 10,4%
Anzahl 44 25 69
unwichtig
% von Eigenes Profil 40,4% 8,5% 17,2%
Anzahl 17 35 52
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 15,6% 11,9% 12,9%
Anzahl 8 105 113
wichtig
% von Eigenes Profil 7,3% 35,8% 28,1%
Anzahl 4 122 126
private
Nachrichten
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 3,7% 41,6% 31,3%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Gruppen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 40 35 75
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 36,7% 11,9% 18,7%
Anzahl 42 127 169
unwichtig
% von Eigenes Profil 38,5% 43,3% 42,0%
Anzahl 18 86 104
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 16,5% 29,4% 25,9%
Anzahl 9 38 47
wichtig
% von Eigenes Profil 8,3% 13,0% 11,7%
Anzahl 0 7 7
Gruppen
sehr wichtig
% von Eigenes Profil ,0% 2,4% 1,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
104
Fotos
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 22 6 28
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 20,2% 2,0% 7,0%
Anzahl 34 29 63
unwichtig
% von Eigenes Profil 31,2% 9,9% 15,7%
Anzahl 26 57 83
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 23,9% 19,5% 20,6%
Anzahl 19 126 145
wichtig
% von Eigenes Profil 17,4% 43,0% 36,1%
Anzahl 8 75 83
Fotos
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 7,3% 25,6% 20,6%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
private Infos im Profil
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 23 4 27
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 21,1% 1,4% 6,7%
Anzahl 51 55 106
unwichtig
% von Eigenes Profil 46,8% 18,8% 26,4%
Anzahl 24 116 140
nicht so wichtig
% von Eigenes Profil 22,0% 39,6% 34,8%
Anzahl 9 83 92
wichtig
% von Eigenes Profil 8,3% 28,3% 22,9%
Anzahl 2 35 37
private Infos
im Profil
sehr wichtig
% von Eigenes Profil 1,8% 11,9% 9,2%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
105
11) Welchen der folgenden Aussagen stimmst du zu?
Ich komme mit dem Suchwerkzeug auf MySpace gut zurecht
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 37 11 48
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 33,9% 3,8% 11,9%
Anzahl 13 17 30
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 11,9% 5,8% 7,5%
Anzahl 18 87 105
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 16,5% 29,7% 26,1%
Anzahl 28 112 140
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 25,7% 38,2% 34,8%
Anzahl 13 66 79
Ich komme mit dem
Suchwerkzeug auf
MySpace gut zurecht
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 11,9% 22,5% 19,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Ich würde gerne mehr Songs downloaden, statt sie nur als Stream zu hören
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 10 5 15
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 9,2% 1,7% 3,7%
Anzahl 14 18 32
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 12,8% 6,1% 8,0%
Anzahl 20 45 65
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 18,3% 15,4% 16,2%
Anzahl 25 90 115
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 22,9% 30,7% 28,6%
Anzahl 40 135 175
Ich würde gerne mehr
Songs downloaden, statt
sie nur als Stream zu
hören
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 36,7% 46,1% 43,5%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Ich verliere auf MySpace leicht die Übersicht
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 13 3 16
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 11,9% 1,0% 4,0%
Anzahl 12 67 79
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 11,0% 22,9% 19,7%
Anzahl 37 128 165
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 33,9% 43,7% 41,0%
Anzahl 29 62 91
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 26,6% 21,2% 22,6%
Anzahl 18 33 51
Ich verliere auf
MySpace leicht die
Übersicht
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 16,5% 11,3% 12,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
106
Ich würde mir ein Musik-Empfehlungssystem wünschen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 19 5 24
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 17,4% 1,7% 6,0%
Anzahl 17 65 82
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 15,6% 22,2% 20,4%
Anzahl 26 71 97
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 23,9% 24,2% 24,1%
Anzahl 30 87 117
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 27,5% 29,7% 29,1%
Anzahl 17 65 82
Ich würde mir ein
Musik-
Empfehlungssystem
wünschen
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 15,6% 22,2% 20,4%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Über MySpace ist ein seriöser Internetauftritt möglich
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 15 10 25
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 13,8% 3,4% 6,2%
Anzahl 22 25 47
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 20,2% 8,5% 11,7%
Anzahl 29 91 120
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 26,6% 31,1% 29,9%
Anzahl 29 113 142
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 26,6% 38,6% 35,3%
Anzahl 14 54 68
Über MySpace ist
ein seriöser
Internetauftritt
möglich
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 12,8% 18,4% 16,9%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Viele Profilseiten sind überfrachtet und brauchen zu lange zum Laden
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 15 7 22
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 13,8% 2,4% 5,5%
Anzahl 5 12 17
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 4,6% 4,1% 4,2%
Anzahl 12 49 61
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 11,0% 16,7% 15,2%
Anzahl 35 106 141
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 32,1% 36,2% 35,1%
Anzahl 42 119 161
Viele Profilseiten sind
überfrachtet und
brauchen zu lange
zum Laden
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 38,5% 40,6% 40,0%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
107
Die Werbung ist dem Inhalt angemessen
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 30 34 64
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 27,5% 11,6% 15,9%
Anzahl 13 36 49
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 11,9% 12,3% 12,2%
Anzahl 32 98 130
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 29,4% 33,4% 32,3%
Anzahl 31 109 140
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 28,4% 37,2% 34,8%
Anzahl 3 16 19
Die Werbung ist
dem Inhalt
angemessen
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 2,8% 5,5% 4,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Man bekommt zuviel Spam
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 65 23 88
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 59,6% 7,8% 21,9%
Anzahl 6 20 26
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 5,5% 6,8% 6,5%
Anzahl 14 110 124
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 12,8% 37,5% 30,8%
Anzahl 12 84 96
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 11,0% 28,7% 23,9%
Anzahl 12 56 68
Man bekommt
zuviel Spam
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 11,0% 19,1% 16,9%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Ich habe Angst, dass meine Daten für andere Zwecke missbraucht werden
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 54 11 65
keine Erfahrung
% von Eigenes Profil 49,5% 3,8% 16,2%
Anzahl 10 46 56
stimme gar nicht zu
% von Eigenes Profil 9,2% 15,7% 13,9%
Anzahl 18 118 136
stimme eher nicht zu
% von Eigenes Profil 16,5% 40,3% 33,8%
Anzahl 16 75 91
stimme eher zu
% von Eigenes Profil 14,7% 25,6% 22,6%
Anzahl 11 43 54
Ich habe Angst, dass
meine Daten für
andere Zwecke
missbraucht werden
stimme voll zu
% von Eigenes Profil 10,1% 14,7% 13,4%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
108
12) Wie oft nutzt du MySpace durchschnittlich?
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 24 7 31
seltener als einmal
monatlich % von Eigenes Profil 22,0% 2,4% 7,7%
Anzahl 8 13 21
einmal monatlich
% von Eigenes Profil 7,3% 4,4% 5,2%
Anzahl 25 44 69
einmal wöchentlich
% von Eigenes Profil 22,9% 15,0% 17,2%
Anzahl 41 66 107
mehrmals wöchentlich
% von Eigenes Profil 37,6% 22,5% 26,6%
Anzahl 4 56 60
einmal täglich
% von Eigenes Profil 3,7% 19,1% 14,9%
Anzahl 7 107 114
Häufigkeit der
Nutzung von
MySpace
mehrmals täglich
% von Eigenes Profil 6,4% 36,5% 28,4%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
13) Wie viel Zeit verbringst du im Durchschnitt bei einem Besuch der Seite?
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 46 75 121
unter 10 Minuten
% von Eigenes Profil 42,2% 25,6% 30,1%
Anzahl 45 146 191
10 bis 30 Minuten
% von Eigenes Profil 41,3% 49,8% 47,5%
Anzahl 15 43 58
30 Minuten bis 1 Stunde
% von Eigenes Profil 13,8% 14,7% 14,4%
Anzahl 2 16 18
1 bis 2 Stunden
% von Eigenes Profil 1,8% 5,5% 4,5%
Anzahl 1 13 14
Nutzungsdauer
über 2 Stunden
% von Eigenes Profil ,9% 4,4% 3,5%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
14) Bist du schon einmal über MySpace auf neue Musik aufmerksam geworden?
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 19 21 40
Nein
% von Eigenes Profil 17,4% 7,2% 10,0%
Anzahl 90 272 362
Über MySpace auf
Musik aufmerksam
geworden Ja
% von Eigenes Profil 82,6% 92,8% 90,0%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
109
15) Wie genau bist du über MySpace auf neue Musik aufmerksam geworden?
Fallzusammenfassung
Fälle
Gültig Fehlend Gesamt
N Prozent N Prozent N Prozent
wie auf Musik
aufmerksam
geworden (a) 355 88,3% 47 11,7% 402 100,0%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 6 153 159
Innerhalb Profil% 7,1% 56,5%
Ich wurde von einer Band/
einem Künstler kontaktiert
% vom Gesamtwert 1,7% 43,1% 44,8%
Anzahl 55 182 237
Innerhalb Profil% 65,5% 67,2%
Ich habe gezielt danach
gesucht (z.B. über das
Suchwerkzeug oder durch
Stöbern in der
Freundesliste mir
bekannter Künstler)
% vom Gesamtwert 15,5% 51,3% 66,8%
Anzahl 53 195 248
Innerhalb Profil% 63,1% 72,0%
Ich bin per Zufall darauf
gestoßen (z.B. durch
Lesen der Kommentare
auf der Seite eines
Freundes)
% vom Gesamtwert 14,9% 54,9% 69,9%
Anzahl 40 157 197
Innerhalb Profil% 47,6% 57,9%
wie auf Musik
aufmerksam
geworden (a)
Empfehlung von einem
Freund
% vom Gesamtwert 11,3% 44,2% 55,5%
Anzahl 84 271 355
Gesamt
% vom Gesamtwert 23,7% 76,3% 100,0%
Prozentsätze und Gesamtwerte beruhen auf den Befragten.
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Advertisement
Anhang
110
16) Angenommen, es wäre möglich über MySpace Musik zu kaufen. Würdest du dieses
Angebot nutzen?
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 68 148 216
nein
% von Eigenes Profil 62,4% 50,5% 53,7%
Anzahl 22 62 84
Preis
% von Eigenes Profil 20,2% 21,2% 20,9%
Anzahl 13 70 83
Unbek. Künstler
% von Eigenes Profil 11,9% 23,9% 20,6%
Anzahl 6 13 19
Musikkauf über
MySpace
Mit Bedingung
% von Eigenes Profil 5,5% 4,4% 4,7%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
17) Bist du Musiker und hast auf MySpace ein Band- bzw. Künstlerprofil?
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 101 192 293
Nein
% von Eigenes Profil 92,7% 65,5% 72,9%
Anzahl 8 101 109
Selbst
Musiker
Ja
% von Eigenes Profil 7,3% 34,5% 27,1%
Anzahl 109 293 402
Gesamt
% von Eigenes Profil 100,0% 100,0% 100,0%
Fragen an Musiker
18) Welche Erwartungen hast du als Musiker an MySpace?
Austausch mit anderen Bands
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 3 ,7 2,8 2,8
nicht so
wichtig 15 3,7 13,8 16,5
wichtig 59 14,7 54,1 70,6
sehr wichtig 32 8,0 29,4 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Anhang
111
mehr Fans
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 3 ,7 2,8 2,8
nicht so
wichtig 7 1,7 6,4 9,2
wichtig 46 11,4 42,2 51,4
sehr wichtig 53 13,2 48,6 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
mehr Auftritte
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 9 2,2 8,3 8,3
nicht so
wichtig 11 2,7 10,1 18,3
wichtig 42 10,4 38,5 56,9
sehr wichtig 47 11,7 43,1 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Business-Kontakte
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 8 2,0 7,3 7,3
nicht so
wichtig 22 5,5 20,2 27,5
wichtig 43 10,7 39,4 67,0
sehr wichtig 36 9,0 33,0 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
mehr CD-Verkäufe
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 23 5,7 21,1 21,1
nicht so
wichtig 32 8,0 29,4 50,5
wichtig 30 7,5 27,5 78,0
sehr wichtig 24 6,0 22,0 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Advertisement
Anhang
112
Plattenvertrag
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 31 7,7 28,4 28,4
nicht so
wichtig 35 8,7 32,1 60,6
wichtig 27 6,7 24,8 85,3
sehr wichtig 16 4,0 14,7 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Feedback
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 1 ,2 ,9 ,9
nicht so
wichtig 4 1,0 3,7 4,6
wichtig 29 7,2 26,6 31,2
sehr wichtig 75 18,7 68,8 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Angebote/Aufträge erhalten
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
unwichtig 17 4,2 15,6 15,6
nicht so
wichtig 26 6,5 23,9 39,4
wichtig 35 8,7 32,1 71,6
sehr wichtig 31 7,7 28,4 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
19) Welche davon haben sich schon erfüllt?
Fallzusammenfassung
Fälle
Gültig Fehlend Gesamt
N Prozent N Prozent N Prozent
Erwartungen
erfüllt (a) 109 27,1% 293 72,9% 402 100,0%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Anhang
113
Häufigkeiten
Antworten
N Prozent Prozent
der Fälle
Austausch mit anderen
Bands 95 26,9% 87,2%
mehr Fans 88 24,9% 80,7%
mehr Auftritte 34 9,6% 31,2%
Business-Kontakte (z.B.
Medien, Veranstalter) 21 5,9% 19,3%
mehr CD-Verkäufe 15 4,2% 13,8%
Plattenvertrag 6 1,7% 5,5%
Feedback 80 22,7% 73,4%
Erwartungen
erfüllt (a)
Angebote/Aufträge erhalten
(z.B. Filmmusik) 14 4,0% 12,8%
Gesamt 353 100,0% 323,9%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
20) Bist du/deine Band unter Vertrag?
Häufigkeit Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
Kein Vertrag 97 24,1 89,0 89,0
Vertrag 12 3,0 11,0 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
21) Bei welchem Label bist du bzw. deine Band unter Vertrag?
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
SonyBMG 1 ,2 8,3 8,3
Andere
Labels 11 2,7 91,7 100,0
Gültig
Gesamt 12 3,0 100,0
Fehlend System 390 97,0
Gesamt 402 100,0
Advertisement
Anhang
114
22) Wie lange gibt es deine Band schon bzw. wie lange machst du schon Musik
(Instrumentalunterricht ausgenommen)?
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
weniger 1 Jahr 6 1,5 5,5 5,5
1 bis 3 Jahre 32 8,0 29,4 34,9
3 bis 5 Jahre 26 6,5 23,9 58,7
5 bis 8 Jahre 16 4,0 14,7 73,4
8 bis 10 Jahre 10 2,5 9,2 82,6
länger als 10
Jahre 19 4,7 17,4 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
23) Bietest du auf MySpace deine Musik an?
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
nein 7 1,7 6,4 6,4
Stream 63 15,7 57,8 64,2
Download 39 9,7 35,8 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
24) Würdest du deine Musik über MySpace verkaufen?
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
Nein 35 8,7 32,1 32,1
Ja 56 13,9 51,4 83,5
Bedingung 18 4,5 16,5 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Anhang
115
25) Welche anderen (vergleichbaren) Dienste außer MySpace nutzt du noch?
(Mehrfachnennungen möglich)
Fallzusammenfassung
Fälle
Gültig Fehlend Gesamt
N Prozent N Prozent N Prozent
Weitere
Dienste
(a) 59 14,7% 343 85,3% 402 100,0%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Häufigkeiten
Antworten
N Prozent Prozent
der Fälle
mp3.de 10 15,2% 16,9%
last.fm 54 81,8% 91,5%
Weitere
Dienste
(a) jamendo.com 2 3,0% 3,4%
Gesamt 66 100,0% 111,9%
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
26) Hast du/deine Band eine eigene Homepage außerhalb von MySpace?
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
Nein 41 10,2 37,6 37,6
Ja 68 16,9 62,4 100,0
Gültig
Gesamt 109 27,1 100,0
Fehlend System 293 72,9
Gesamt 402 100,0
Meinungen
27) Bitte gib an, ob du den folgenden Aussagen zustimmst.
Musiker können sich heute selbst über das Internet vermarkten und brauchen dazu keine
Plattenfirma mehr.
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
stimme gar nicht zu 27 6,7 6,7 6,7
stimme eher nicht
zu 176 43,8 43,8 50,5
stimme eher zu 155 38,6 38,6 89,1
stimme voll zu 44 10,9 10,9 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Advertisement
Anhang
116
MySpace ist zu unübersichtlich und die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden, nicht
sehr hoch.
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
stimme gar nicht zu 13 3,2 3,2 3,2
stimme eher nicht
zu 111 27,6 27,6 30,8
stimme eher zu 213 53,0 53,0 83,8
stimme voll zu 65 16,2 16,2 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Ohne MySpace wären einige Künstler nicht dort, wo sie heute sind
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
stimme gar nicht zu 20 5,0 5,0 5,0
stimme eher nicht
zu 103 25,6 25,6 30,6
stimme eher zu 186 46,3 46,3 76,9
stimme voll zu 93 23,1 23,1 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
"Internet-Karrieren" wie z.B. der Arctic Monkeys sind auch nur von den Plattenfirmen
inszeniert
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
stimme gar nicht zu 22 5,5 5,5 5,5
stimme eher nicht
zu 193 48,0 48,0 53,5
stimme eher zu 156 38,8 38,8 92,3
stimme voll zu 31 7,7 7,7 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Neue Musik und Künstler sind über das Internet einfach zu finden
Häufigkeit
Prozent Gültige
Prozente Kumulierte
Prozente
stimme gar nicht zu 13 3,2 3,2 3,2
stimme eher nicht
zu 69 17,2 17,2 20,4
stimme eher zu 183 45,5 45,5 65,9
stimme voll zu 137 34,1 34,1 100,0
Gültig
Gesamt 402 100,0 100,0
Anhang
117
III. Kreuztabellen
Geschlecht - Selbst Musiker
Selbst Musiker
Nein Ja Gesamt
Anzahl 125 6 131
Erwartete Anzahl 95,5 35,5 131,0
Weiblich
% von Geschlecht 95,4% 4,6% 100,0%
Anzahl 168 103 271
Erwartete Anzahl 197,5 73,5 271,0
Geschlecht
Männlich
% von Geschlecht 62,0% 38,0% 100,0%
Anzahl 293 109 402
Erwartete Anzahl 293,0 109,0 402,0
Gesamt
% von Geschlecht 72,9% 27,1% 100,0%
Geschlecht - Eigenes Profil
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 31 100 131
Erwartete Anzahl 35,5 95,5 131,0
Weiblich
% von Geschlecht 23,7% 76,3% 100,0%
Anzahl 78 193 271
Erwartete Anzahl 73,5 197,5 271,0
Geschlecht
Männlich
% von Geschlecht 28,8% 71,2% 100,0%
Anzahl 109 293 402
Erwartete Anzahl 109,0 293,0 402,0
Gesamt
% von Geschlecht 27,1% 72,9% 100,0%
Advertisement
Anhang
118
Altersgruppe - Selbst Musiker
Selbst Musiker
Nein Ja Gesamt
Anzahl 63 17 80
bis 19 Jahre
% von Altersgruppe 78,8% 21,3% 100,0%
Anzahl 123 41 164
20 bis 24 Jahre
% von Altersgruppe 75,0% 25,0% 100,0%
Anzahl 56 29 85
25 bis 29 Jahre
% von Altersgruppe 65,9% 34,1% 100,0%
Anzahl 25 12 37
30 bis 35 Jahre
% von Altersgruppe 67,6% 32,4% 100,0%
Anzahl 17 5 22
36 bis 40 Jahre
% von Altersgruppe 77,3% 22,7% 100,0%
Anzahl 7 4 11
Altersgruppe
über 40 Jahre
% von Altersgruppe 63,6% 36,4% 100,0%
Anzahl 291 108 399
Gesamt
% von Altersgruppe 72,9% 27,1% 100,0%
Altersgruppe - Eigenes Profil
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 15 65 80
bis 19 Jahre
% von Altersgruppe 18,8% 81,3% 100,0%
Anzahl 53 111 164
20 bis 24 Jahre
% von Altersgruppe 32,3% 67,7% 100,0%
Anzahl 23 62 85
25 bis 29 Jahre
% von Altersgruppe 27,1% 72,9% 100,0%
Anzahl 10 27 37
30 bis 35 Jahre
% von Altersgruppe 27,0% 73,0% 100,0%
Anzahl 3 19 22
36 bis 40 Jahre
% von Altersgruppe 13,6% 86,4% 100,0%
Anzahl 5 6 11
Altersgruppe
über 40 Jahre
% von Altersgruppe 45,5% 54,5% 100,0%
Anzahl 109 290 399
Gesamt
% von Altersgruppe 27,3% 72,7% 100,0%
Anhang
119
Internetaktivitäten - Eigenes Profil
Eigenes Profil
Nein Ja Gesamt
Anzahl 15 88 103
Blog schreiben
Innerhalb Profil% 14,4% 30,7%
Anzahl 78 178 256
Diskussion in Foren
Innerhalb Profil% 75,0% 62,0%
Anzahl 18 63 81
Rezensionen verfassen
Innerhalb Profil% 17,3% 22,0%
Anzahl 8 11 19
Wiki-Artikel schreiben
Innerhalb Profil% 7,7% 3,8%
Anzahl 1 4 5
Podcasts produzieren
Innerhalb Profil% 1,0% 1,4%
Anzahl 63 234 297
Profil in sozialen
Netzwerken (z.B. StudiVZ,
Xing) Innerhalb Profil% 60,6% 81,5%
Anzahl 12 100 112
eigene Bilder online stellen
(z.B. auf Flickr) Innerhalb Profil% 11,5% 34,8%
Anzahl 7 59 66
eigene Filme online stellen
(z.B. auf YouTube) Innerhalb Profil% 6,7% 20,6%
Anzahl 6 97 103
eigene Musik online stellen
(z.B. auf MySpace) Innerhalb Profil% 5,8% 33,8%
Anzahl 21 103 124
Aktivitäten
im Internet
(a)
eigene Homepage
Innerhalb Profil% 20,2% 35,9%
Gesamt Anzahl 104 287 391
Prozentsätze und Gesamtwerte beruhen auf den Befragten.
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Musiker - Nutzungsgründe
Musiker - Nutzungsgründe: um eine eigene Homepage zu haben (Nutzer ohne Profil
ausgeklammert)
eigene Homepage
trifft gar
nicht zu trifft eher
nicht zu trifft eher zu trifft voll
zu Gesamt
Anzahl 77 56 43 16 192
% von Selbst Musiker 40,1% 29,2% 22,4% 8,3% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 26,3% 19,1% 14,7% 5,5% 65,5%
Anzahl 25 23 34 19 101
% von Selbst Musiker 24,8% 22,8% 33,7% 18,8% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 8,5% 7,8% 11,6% 6,5% 34,5%
Anzahl 102 79 77 35 293
% von Selbst Musiker 34,8% 27,0% 26,3% 11,9% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 34,8% 27,0% 26,3% 11,9% 100,0%
Advertisement
Anhang
120
Musiker - Nutzungsgründe: um eigene Inhalte kostenfrei online zu stellen (Nutzer ohne Profil
ausgeklammert)
eigene Inhalte kostenfrei online stellen
trifft gar
nicht zu trifft eher
nicht zu trifft eher zu trifft voll
zu Gesamt
Anzahl 82 54 43 13 192
% von Selbst Musiker 42,7% 28,1% 22,4% 6,8% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 28,0% 18,4% 14,7% 4,4% 65,5%
Anzahl 8 11 28 54 101
% von Selbst Musiker 7,9% 10,9% 27,7% 53,5% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 2,7% 3,8% 9,6% 18,4% 34,5%
Anzahl 90 65 71 67 293
% von Selbst Musiker 30,7% 22,2% 24,2% 22,9% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 30,7% 22,2% 24,2% 22,9% 100,0%
Musiker - Nutzungsgründe: um hilfreiche Kontakte zu knüpfen (Nutzer ohne Profil ausgeklammert)
hilfreiche Kontakte
trifft gar
nicht zu trifft eher
nicht zu trifft eher zu trifft voll
zu Gesamt
Anzahl 79 58 40 15 192
% von Selbst Musiker 41,1% 30,2% 20,8% 7,8% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 27,0% 19,8% 13,7% 5,1% 65,5%
Anzahl 15 25 28 33 101
% von Selbst Musiker 14,9% 24,8% 27,7% 32,7% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 5,1% 8,5% 9,6% 11,3% 34,5%
Anzahl 94 83 68 48 293
% von Selbst Musiker 32,1% 28,3% 23,2% 16,4% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 32,1% 28,3% 23,2% 16,4% 100,0%
Musiker - Funktionen
Musiker - Funktionen: Musikstream (Bandseiten) (Nutzer ohne Profil ausgeklammert)
Musikstream (Bandseiten)
keine
Erfahrung unwichtig nicht so
wichtig wichtig sehr
wichtig Gesamt
Anzahl 10 3 2 41 136 192
% von Selbst Musiker 5,2% 1,6% 1,0% 21,4% 70,8% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 3,4% 1,0% ,7% 14,0% 46,4% 65,5%
Anzahl 5 0 3 8 85 101
% von Selbst Musiker 5,0% ,0% 3,0% 7,9% 84,2% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 1,7% ,0% 1,0% 2,7% 29,0% 34,5%
Anzahl 15 3 5 49 221 293
% von Selbst Musiker 5,1% 1,0% 1,7% 16,7% 75,4% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 5,1% 1,0% 1,7% 16,7% 75,4% 100,0%
Anhang
121
Musiker - Funktionen: Blog (Nutzer ohne Profil ausgeklammert)
Blog
keine
Erfahrung unwichtig nicht so
wichtig wichtig sehr
wichtig Gesamt
Anzahl 7 44 85 44 12 192
% von Selbst Musiker 3,6% 22,9% 44,3% 22,9% 6,3% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 2,4% 15,0% 29,0% 15,0% 4,1% 65,5%
Anzahl 7 12 44 29 9 101
% von Selbst Musiker 6,9% 11,9% 43,6% 28,7% 8,9% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 2,4% 4,1% 15,0% 9,9% 3,1% 34,5%
Anzahl 14 56 129 73 21 293
% von Selbst Musiker 4,8% 19,1% 44,0% 24,9% 7,2% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 4,8% 19,1% 44,0% 24,9% 7,2% 100,0%
Musiker - Funktionen: Bulletin (Nutzer ohne Profil ausgeklammert)
Bulletin
keine
Erfahrung unwichtig nicht so
wichtig wichtig sehr
wichtig Gesamt
Anzahl 16 50 63 42 21 192
% von Selbst Musiker 8,3% 26,0% 32,8% 21,9% 10,9% 100,0%
Nein
% der Gesamtzahl 5,5% 17,1% 21,5% 14,3% 7,2% 65,5%
Anzahl 11 12 32 30 16 101
% von Selbst Musiker 10,9% 11,9% 31,7% 29,7% 15,8% 100,0%
Selbst
Musiker
Ja
% der Gesamtzahl 3,8% 4,1% 10,9% 10,2% 5,5% 34,5%
Anzahl 27 62 95 72 37 293
% von Selbst Musiker 9,2% 21,2% 32,4% 24,6% 12,6% 100,0%
Gesamt
% der Gesamtzahl 9,2% 21,2% 32,4% 24,6% 12,6% 100,0%
Vertragssituation - Erwartungen
Unter Vertrag - Business-Kontakte
Unter Vertrag
Kein Vertrag Vertrag Gesamt
Anzahl 8 0 8
unwichtig
% von Unter Vertrag 8,2% ,0% 7,3%
Anzahl 21 1 22
nicht so wichtig
% von Unter Vertrag 21,6% 8,3% 20,2%
Anzahl 37 6 43
wichtig
% von Unter Vertrag 38,1% 50,0% 39,4%
Anzahl 31 5 36
Business-Kontakte
sehr wichtig
% von Unter Vertrag 32,0% 41,7% 33,0%
Anzahl 97 12 109
Gesamt
% von Unter Vertrag 100,0% 100,0% 100,0%
Advertisement
Anhang
122
Unter Vertrag - CD-Verkäufe
Unter Vertrag
Kein Vertrag Vertrag Gesamt
Anzahl 22 1 23
unwichtig
% von Unter Vertrag 22,7% 8,3% 21,1%
Anzahl 30 2 32
nicht so wichtig
% von Unter Vertrag 30,9% 16,7% 29,4%
Anzahl 27 3 30
wichtig
% von Unter Vertrag 27,8% 25,0% 27,5%
Anzahl 18 6 24
mehr CD-
Verkäufe
sehr wichtig
% von Unter Vertrag 18,6% 50,0% 22,0%
Anzahl 97 12 109
Gesamt
% von Unter Vertrag 100,0% 100,0% 100,0%
Unter Vertrag - Angebote/Aufträge erhalten
Unter Vertrag
Kein Vertrag Vertrag Gesamt
Anzahl 17 0 17
unwichtig
% von Unter Vertrag 17,5% ,0% 15,6%
Anzahl 25 1 26
nicht so wichtig
% von Unter Vertrag 25,8% 8,3% 23,9%
Anzahl 29 6 35
wichtig
% von Unter Vertrag 29,9% 50,0% 32,1%
Anzahl 26 5 31
Angebote/Aufträge
erhalten
sehr wichtig
% von Unter Vertrag 26,8% 41,7% 28,4%
Anzahl 97 12 109
Gesamt
% von Unter Vertrag 100,0% 100,0% 100,0%
Anhang
123
Vertragssituation - erfüllte Erwartungen
Unter Vertrag
Kein Vertrag Vertrag Gesamt
Anzahl 84 11 95
Austausch mit anderen
Bands Innerhalb Vertrag% 86,6% 91,7%
Anzahl 78 10 88
mehr Fans
Innerhalb Vertrag% 80,4% 83,3%
Anzahl 29 5 34
mehr Auftritte
Innerhalb Vertrag% 29,9% 41,7%
Anzahl 16 5 21
Business-Kontakte (z.B.
Medien, Veranstalter) Innerhalb Vertrag% 16,5% 41,7%
Anzahl 9 6 15
mehr CD-Verkäufe
Innerhalb Vertrag% 9,3% 50,0%
Anzahl 1 5 6
Plattenvertrag
Innerhalb Vertrag% 1,0% 41,7%
Anzahl 71 9 80
Feedback
Innerhalb Vertrag% 73,2% 75,0%
Anzahl 10 4 14
erfüllte
Erwartungen
(a)
Angebote/Aufträge erhalten
(z.B. Filmmusik) Innerhalb Vertrag% 10,3% 33,3%
Gesamt Anzahl 97 12 109
Prozentsätze und Gesamtwerte beruhen auf den Befragten.
a Dichotomie-Gruppe tabellarisch dargestellt bei Wert 1.
Advertisement
Anhang
124
IV. Clusteranalyse
Clusterzentren der endgültigen Lösung
Cluster
1 2 3 4 5
1 Geschlecht 2 2 2 2 2
2 Altersgruppe 2 3 3 3 2
8 Eigenes Profil 1 1 2 2 2
9 um neue
Leute/Gleichgesinnte
kennen zu lernen 1 1 2 3 3
9 um mit Freunden in zu
Kontakt bleiben 1 1 2 3 3
9 um neue Musik zu
entdecken 2 3 3 3 4
9 um immer das Neueste
von meinen
Lieblingsbands/-künstlern
zu erfahren
1 3 3 3 3
9 zum
Zeitvertreib/Unterhaltung 1 2 3 3 3
9 um eine eigene
Homepage zu haben 1 1 2 2 3
9 um eigene Inhalte
kostenfrei online zu stellen 1 1 2 3 3
9 um hilfreiche Kontakte zu
knüpfen 1 1 2 2 3
9 um mich mit anderen
über interessante Themen
auszutauschen 1 1 2 2 3
10 Freundesnetzwerk 2 2 4 4 4
10 Kommentarfunktion 2 2 3 4 4
10 Musikstream
(Bandseiten) 3 5 5 4 5
10 Videostream
(Bandseiten) 2 4 4 3 4
10 Musik und Videos
adden 2 2 3 3 4
10 Blog 2 2 3 3 3
10 Bulletin 2 2 3 3 4
10 private Nachrichten 2 2 4 4 5
10 Gruppen 2 2 3 2 3
10 Fotos 2 3 4 3 4
10 private Infos im Profil 2 2 3 3 4
11 Ich komme mit dem
Suchwerkzeug auf
MySpace gut zurecht 1 3 3 4 4
11 Ich würde gerne mehr
Songs downloaden, statt
sie nur als Stream zu hören
2 4 4 3 4
11 Ich verliere auf
MySpace leicht die
Übersicht 2 4 4 3 3
11 Ich würde mir ein Musik-
Empfehlungssystem
wünschen 1 3 4 3 4
Anhang
125
11 Über MySpace ist ein
seriöser Internetauftritt
möglich 2 3 3 4 4
11 Viele Profilseiten sind
überfrachtet und brauchen
zu lange zum Laden 2 4 4 3 4
11 Die Werbung ist dem
Inhalt angemessen 2 3 3 3 3
11 Man bekommt zuviel
Spam 1 2 4 3 3
11 [ch habe Angst, dass
meine Daten für andere
Zwecke missbraucht
werden 1 3 4 3 3
12 Häufigkeit der Nutzung
von MySpace 1 4 4 5 5
13 Nutzungsdauer 1 2 2 2 3
14 Über MySpace auf
Musik aufmerksam
geworden 1 2 2 2 2
15 Ich wurde von einer
Band/ einem Künstler
kontaktiert 0 0 0 1 1
15 Ich habe gezielt danach
gesucht (z.B. über das
Suchwerkzeug oder durch
Stöbern in der
Freundesliste mir
bekannter Künstler)
0 1 1 1 1
15 Ich bin per Zufall darauf
gestoßen (z.B. durch Lesen
der Kommentare auf der
Seite eines Freundes)
0 1 1 1 1
15 Empfehlung von einem
Freund 0 0 1 0 1
16 Musikkauf über
MySpace 1 2 2 2 2
17 Selbst Musiker 1 1 1 2 1
Anzahl der Fälle in jedem Cluster
1 27,000
2 93,000
3 108,000
4 32,000
Cluster
5 139,000
Gültig 399,000
Fehlend 3,000
Advertisement
Danksagung
Mein besonderer Dank gilt Michael Ahlers, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der
Universität Paderborn, der mit seiner fachlich kompetenten Beratung wesentlich zum
Entstehen der vorliegenden Arbeit beigetragen hat und bei inhaltlichen sowie
formellen Fragen stets zur Verfügung stand.
Weiterhin danke ich den 402 freiwilligen Teilnehmern, die den Fragebogen ausgefüllt
und mir ihre Meinung zur Thematik auf zum Teil sehr ausführliche Weise mitgeteilt
haben. Dadurch konnte eine interessante und aufschlussreiche Diskussion entstehen.
Eidesstattliche Erklärung
„Ich, Meike kleine Brörmann, versichere, dass ich meine Master-Arbeit ohne Hilfe
Dritter und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittel
angefertigt habe und die Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommener Stellen als
solche kenntlich gemacht habe. Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form
noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.“
Paderborn, den 18.08.2008
_________________________________
Meike kleine Brörmann
Advertisement