Synthese von chinoiden Naturstoffen.
Ein neuer Weg zum 2’-Desalkyl-Mumbaistatin
Von der Fakultät für Naturwissenschaft
Department Chemie
der Universität Paderborn
zur Erlangung des Grades eines
Doktors der Naturwissenschaften
– Dr. rer. nat –
genehmigte Dissertation
von
Jan Diederichs
aus Paderborn
Paderborn 2005
Eingereicht am: 9. Mai 2005
Mündliche Prüfung am: 3. Juni 2005
Referent: Prof. Dr. Karsten Krohn
Korreferent: Prof. Dr. Bernhard Westermann
Die vorliegende Arbeit wurde im Zeitraum von Oktober 2000 bis April 2005 im Fach
Organische Chemie der Fakultät für Naturwissenschaften Universität Paderborn angefertigt.
Herrn Prof. Dr. K. Krohn danke ich für die interessante Themenstellung, seine stete
konstruktive Diskussionsbereitschaft und die Betreueung dieser Arbeit.
Herrn Prof. Dr. B. Westermann danke ich für die bereitwille Übernahme des Korreferates und
die Ratschläge rund um die Chemie.
Für das angenehme Arbeitsklima bedanke ich mich bei meinem „ständigen“ Laborkollegen
Ulrich Heggemann.
Mein besonderer Dank gilt Ines Kock, Dietmar Gehle, Jürgen Vitz, Andreas Winter und Ralf
Krelaus für ihre Unterstützung und Anregungen.
Weiterhin danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Departments Chemie für die
kollegiale Zusammenarbeit.
Ein besonders herzlicher Dank gilt meiner Familie, meinen Freunden und Anja, die mich
immer nach Kräften unterstützt haben.
I
Inhaltsverzeichnis
1 ALLGEMEINE EINFÜHRUNG 1
1.1 Aromatische Polyketide 1
Teil I
2 EINLEITUNG 4
2.1 Aquayamycin 4
2.2 Biologische Aktivität 4
2.3 Struktur 5
2.4 Biomimetischer Ansatz nach Krohn et al. 6
2.4.1 Syntheseplan mit Hydroxygruppe an C-8 8
3 SYNTHESEPLANUNG 10
3.1 Retrosynthese 10
3.2 Synthesepläne 11
3.2.1 Tricyclische Modellverbindung 11
3.2.2 Tetracyclus 12
4 DURCHFÜHRUNG UND DISKUSSION 14
4.1 Synthese von Modellsubstanzen zur oxidativen Dearomatisierung 14
4.2 Oxidative Dearomatisierung 15
4.2.1 Synthese weiterer Oxidationsvorläufer 18
4.3 Aufbau der Oxidationsvorläufer mit funktionalisierter Seitenkette 20
4.4 Oxidationsversuch mit funktionalisierter Seitenkette 22
4.5 Untersuchungen zum Tetracyclus 22
5 ZUSAMMENFASSUNG 26
II
Teil II
6 EINLEITUNG 28
6.1 Calphostine 28
6.2 Biologische Aktivität 28
6.3 Struktur 29
7 SYNTHESEPLAN 30
8 DURCHFÜHRUNG UND DISKUSSION 32
8.1 Herstellung des Arylalkens 32
8.2 Versuche zur doppelten Friedel-Crafts-Acylierung 32
8.3 Intramolekulare Acylierung 33
8.3.1 Synthese des Silylenolethers 33
8.3.2 Versuche zur intramolekularen Acylierung 33
Teil III
9 EINLEITUNG 36
9.1 Biologische Aktivität 36
9.2 Struktur 37
9.3 Bisheriger Syntheseansatz nach Schmalz et al. 38
10 SYNTHESEPLANUNG 39
10.1 Retrosynthese 39
10.2 Syntheseplan 39
11 DURCHFÜHRUNG UND DISKUSSION 39
11.1 Herstellung des bicyclischen Grundgerüsts 39
11.2 Einbau der „oberen“ Seitenkette 39
11.2.1 Fries-Verschiebung 39
11.3 Einbau der „unteren“ Seitenkette 39
11.4 Cyclisierung 39
11.4.1 Intramolekulare Kondensation 39
11.4.1.1 Cyclisierungsversuche mit entschützter Seitenkette 39
11.4.2 Intramolekulare Michael-artige Reaktion 39
11.5 Oxidation in Benzylstellung 39
III
11.6 Entschützen 39
12 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 39
12.1 Zusammenfassung 39
12.2 Ausblick 39
13 EXPERIMENTELLER TEIL 39
13.1 Allgemeines 39
13.1.1 Gehaltsbestimmung von Organometall-Lösungen 39
13.2 Versuchsvorschriften 39
14 LITERATURVERZEICHNIS 39
15 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 39
Teil I 1 Allgemeine Einführung
1
1 Allgemeine Einführung
Paracelsus (ca. 1493–1541) wirkte bahnbrechend für die wissenschaftliche Arzneifor-
schung. Er erklärte das Leben als chemischen Vorgang und machte die Inhaltsstoffe der
Pflanzen, die Quinta essentia, für deren heilende Wirkung verantwortlich.[1] Bis zum An-
fang des 19. Jahrhunderts waren fast alle therapeutischen Substanzen entweder Extrakte
von Pflanzen, tierische Gifte oder Mineralien, in den seltensten Fällen organische Rein-
stoffe. Das änderte sich grundlegend mit dem Aufkommen der modernen Organischen
Chemie. Die große Zeit der pflanzlichen Naturstoffe und der davon abgeleiteten reinen
Wirkstoffe begann. Später wurden auch terrestrische und marine Mikroorganismen auf
unbekannte Wirkstoffe hin untersucht.
Der Ausgangspunkt der Suche nach einem neuen Arzneimittel ist die Leitstruktur, der
Pharmakophor. Eine solche Substanz besitzt bereits eine erwünschte biologische Wirkung,
für den therapeutischen Einsatz fehlen aber noch bestimmte Eigenschaften. Daher wurden
und werden natürlich vorkommende Verbindungen chemisch weiter modifiziert, mit dem
Ziel der Optimierung ihrer erwünschten Eigenschaften und der Minimierung ihrer Neben-
wirkungen.[1] Zu diesem Zweck ist es erforderlich, biologisch aktive Substanzen syn-
thetisch herzustellen und zu derivatisieren.
1.1 Aromatische Polyketide
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich komplementär mit der Synthese von drei
verschiedenen Naturstoff-Typen (Aquayamycin, Calphostin, Mumbaistatin), denen das
chinoide Grundgerüst gemeinsam ist. Trotz ihrer großen Strukturunterschiede werden sie
gemäß ihrer biogenetischen Herkunft zur Verbindungsklasse der aromatischen Polyketide
gezählt.
Schon 1907 hat John N. Collie erkannt, dass in zahlreichen Naturstoffen Essigsäureein-
heiten enthalten sind und führte dies auf deren Biosynthese zurück.[2] Diese Ideen gerieten
in Vergessenheit, bis Arthur J. Birch 1957 unabhängig die Hypothese aufstellte, dass viele
Sekundärmetabolite Strukturen aufweisen, die aus sich wiederholenden CH2-CO Einheiten,
basierend auf Essigsäure, aufgebaut sein könnten.[3]
Die dadurch ausgelösten Untersuchungen ergaben für die Biosynthese der polycyclischen
aromatischen Polyketide (katalysiert durch den Multienzymkomplex Polyketidsynthase
Typ II) einen Mechanismus, der dem der Fettsäurebiosynthese (PKS I) ähnelt. Dabei
Teil I 1 Allgemeine Einführung
2
werden, meist ausgehend von einer Acetyl-CoenzymA (CoA) Einheit als Starter, weitere
Malonyl-CoA Einheiten im Sinne einer Claisen-Kondensation addiert. Im Gegensatz zur
Fettsäurebiosynthese werden die Carbonyleinheiten der wachsenden Kette nicht oder nur
teilweise reduziert. Auf diese Weise entstehen enzymgebundene Polyketidketten unter-
schiedlicher Länge, die (katalysiert durch die PKS II) in einer bestimmten Faltung einer
Aldolkondensation zur Ausbildung des Ringgerüstes unterworfen werden. Hierbei wird ein
schrittweiser Ablauf angenommen.[4,5] Im Falle des Cercosporin erfolgt zusätzlich eine oxi-
dative Dimerisierung.[6]
O O O
O
OO
O
O
O
OH
COOH
OH
O O O
OO
O
O
O
OH
OH
O
O
OH
OH
O O O
O
O O
SCoA
O
O
O
O
SCoAO
SCoA
O
OH O
OO
O
HO
HO
OH
OH
HO
1
Cercosporin (2)
3
3,8-Dihydroxy-1-methyl-
anthrachinon-2-carbonsäure (4)
5
Aquayamycin (6)
Schema 1: Ausgewählte Beispiele zur Biosynthese aromatischer Polyketide
Teil I 1 Allgemeine Einführung
3
Die Sekundärmetabolite entstehen durch zusätzliche Derivatisierung, unter anderem Oxy-
genierung, Decarboxylierung, Reduktion, Kondensation und Glycosidierung. Einige dieser
Reaktionen können auch nicht-enzymatisch sein.
In Schema 1 sind drei Literaturbeispiele aufgeführt, die die Biosynthese der in dieser
Arbeit behandelten Naturstoffe andeuten.
Teil I 2 Einleitung
4
Teil I
2 Einleitung
Der Bedarf an neuen, hoch wirksamen Antibiotika ist nach wie vor groß. Bedingt durch
Mutationen und begünstigt durch eine zu breite Anwendung, sind inzwischen Bakterien-
stämme aufgetreten, die gegen alle therapeutisch angewendeten Antibiotika Resistenzen
entwickelt haben. Eines der bekanntesten Beispiele sind die multiresistenten
Staphylococcus aureus (MRSA) Stämme, die vor allem in Krankenhäusern ein großes
Problem darstellen. Neben verbesserter Hygiene mit strikter Isolation betroffener
Patienten, ist die ständige Weiterentwicklung bestehender bzw. Isolierung neuer
antibakterieller Verbindungsklassen ein unerlässlicher Ansatz, um die Infektionsrate und
damit die Mortalität zu verringern
2.1 Aquayamycin
Aquayamycin ist Mitglied der mit den Tetra- und Anthracyclinen verwandten Klasse der
Angucyclin-Antibiotika, deren erste Vertreter bereits 1965 isoliert wurden.[7] Dennoch ist
das Interesse an dieser Klasse nach wie vor groß, da man durch die alleinige Suche nach
neuen Wirkstoffklassen mit der Resistenzentwicklung nicht Schritt halten kann, zumal mit
den Endiinen die Entdeckung der letzten neuen, großen Antibiotika-Familie bereits 20
Jahre zurück liegt.
2.2 Biologische Aktivität
Aquayamycin wird von Streptomyces misawanensis produziert und zeichnet sich durch ein
breites Wirkungsspektrum aus. Darunter finden sich neben antibakteriellen auch cyto-
statische, enzyminhibierende, antivirale sowie blutgerinnungshemmende Eigenschaften.[8]
Dieses Wirkungsspektrum deutet aber auch auf die Unspezifität der Verbindung hin, so
dass bei der Verabreichung dieser Substanzen erhebliche Nebenwirkungen zu erwarten
sind. Daher ist es erforderlich, neue, selektive und weniger toxische Derivate zu ent-
wickeln.
Teil I 2 Einleitung
5
2.3 Struktur
Aquayamycin wurde 1968 als erstes Angucyclin mit C-glycosidischem Rest von Sezaki et
al. aufgeklärt[9], die nach Rohr auch als Angucyclinone bezeichnet werden.[8]
OH O
OOCH3
OH
OH
HO
986
12b4a
1
3
O
HO
HO
DCB
A
Aquayamycin (6)
Abb. 1: Aquayamycin (6) als Beispiel für Angucyclin-Antibiotika
Für Antibiotika vom Aquayamycin-Typ, den in der Natur am häufigsten vorkommenden
Angucyclinonen, sind neben dem Benz[a]anthracen-Grundgerüst unter synthetischen Ge-
sichtspunkten vor allem folgende charakteristische Strukturmerkmale interessant:
- Ring B zeichnet sich durch eine chinoide Struktur aus.
- An C-3, C-4a und C-12b befinden sich drei zueinander cis-ständige Hydroxygruppen.
- An C-8 ist eine aromatische Hydroxygruppe gebunden.
- C-1 trägt eine Ketofunktion.
- Zwischen C-5 und C-6 befindet sich eine Doppelbindung.
- Ein C-glycosidisch gebundener Zuckerrest ist an C-9 lokalisiert.
Weiterhin kann angenommen werden, dass der hoch substituierte angulare Tetracyclus für
die biologische Aktivität verantwortlich ist. Daher werden die Zuckerreste zunächst ver-
nachlässigt.
Die erste, mit ca. 50 Stufen und zum Teil schlechten Ausbeuten, sehr aufwendige Total-
synthese wurde 2000 von Suzuki et al. in drei aufeinander folgenden Artikeln,[10,11,12] zeit-
gleich zu den Untersuchungen des Arbeitskreises Krohn, beschrieben (Schema 2).
Teil I 2 Einleitung
6
OH O
OOCH
3
OH
OH
HO
R
BnO O
O
O
O
BnO
BnO O
O
OBn
CHO
O
O
O
OBn
CHO
+
BnO
O
BnO
BnO
O
SO
2
Ph
O
6
78
9
Schema 2: Totalsynthese nach Suzuki et al.[12]
Hierzu wurden zwei Synthesebausteine in einer Hauser-Reaktion zwischen den Ringen B
und C verknüpft. Der Ring A wurde anschließend mittels intramolekularer Pinakol-Kupp-
lung geschlossen.
2.4 Biomimetischer Ansatz nach Krohn et al.
Bei der biomimetischen Syntheserichtung wird eine Nachahmung der Biosynthese ange-
strebt. Die Abgrenzung ist jedoch fließend, so dass auch solche Synthesen in diese
„Definition“ einbezogen werden, welche unter nicht physiologischen Bedingungen ab-
laufen.[13]
Zur Synthese von Aquayamycin wurden im Arbeitskreis Krohn nach diesen Prinzipien an
ein bicyclisches Grundgerüst 11 zwei Seitenketten angeknüpft, die formal zu einem Oligo-
ketid 15 führten (Schema 3). Aus diesem erhielt man, in Anlehnung an den Biosyn-
theseweg, durch Ringschlussreaktionen die Benz[a]anthracenstruktur 17.[14,15]
Diese Synthesestrategie unterscheidet sich somit grundlegend von der von Suzuki et al.
Teil I 2 Einleitung
7
O
O
O
O
Br
Br
O
O
Br
OO
O
10 11 12
13 14 15
1. Br
2
2. NBS OO
TMSO
1. n-BuLi
2.
O
O
2
Periodat-
spaltung
O
O
HO
O
O
O
OO
O
O
O
+
O
OO
O
O
O
O
obere Seitenkette
untere Seitenkette
Schema 3: Synthese des Cyclisierungsvorläufers nach Krohn[14,15]
Hierzu wurde das Chinon 10 zum Hydrochinon reduziert und als Methylether geschützt,
der wiederum mit elementarem Brom an C-3 substituiert wurde (Schema 3). Um das Di-
bromid 11 zu erhalten, wurde die benzylische Position mit NBS bromiert. Die „untere“
Seitenkette wurde anschließend als Silylenolether angeknüpft.
Um den angularen Sauerstoff am späteren C-12b einzuführen, wird in der „oberen“ Seiten-
kette eine Diketofunktionalität 12 benötigt. Deren direkte Einführung gelang trotz
intensiver Bemühungen, auch in geschützter Form, bisher nicht. Auch ein alternativer Weg
über eine photoinduzierte Fries-Verschiebung, den ich im Rahmen meiner Diplomarbeit
untersucht habe, war nicht erfolgreich.[16] Deshalb wurde der Aromat 12, nach dem Schutz
der noch freien Ketofunktion als TBS-Ether, lithiiert und mit Methacrylsäureanhydrid
umgesetzt. Nach saurer Spaltung der Schutzgruppe wurde das Produktgemisch aus Diketon
14 und protoniertem Naphthalin 13 einer oxidativen Olefinspaltung zum Triketon 15 unter-
zogen, wobei sich das Naphthalinderivat 13 vollständig zersetzte (Schema 3).
Teil I 2 Einleitung
8
O
OO
O
O
O
OO
O
O
O
OH
HO O
O
O
OH
HO OH
O
O
O
OH
HO O
O
O
OH
HO OHOH
und
15 16 17
Desoxy-WP 3688-2 (18) 8-Desoxy-5,6-dihydro-
Aquayamycin (19)
Pinakol-
Kupplung Aldol-
reaktion
Oxidation
Schema 4: Biomimetische Synthese von Angucyclonen nach Krohn[14,15]
Zur Komplettierung der Synthese wurde Ring B mit einer bis dato unbekannten, Sama-
rium(II)-induzierten, pinakolartigen Kupplungsreaktion geschlossen (Schema 4). Mit einer
intramolekularen Aldolreaktion wurde der Ring A erzeugt. Nach Spaltung der aroma-
tischen Methoxygruppen erhielt man die Angucyclinonderivate Desoxy-WP 3688-2 (18)
und 8-Desoxy-5,6-dihydro-Aquayamycin (ohne C-glycosidisch gebundenen Zucker) (19)
in racemischer Form.
Trotz der großen Innovation, erstmals ein hydroaromatisches Angucyclinon mit zwei angu-
laren Sauerstoffen hergestellt zu haben, weist diese Synthese, mit dem Fehlen der
Doppelbindung zwischen C-5 und C-6 und der Hydroxygruppe an C-8, entscheidende
Nachteile auf.
2.4.1 Syntheseplan mit Hydroxygruppe an C-8
Um die oben beschriebenen Nachteile zu beheben, erarbeiteten wir zunächst eine Strategie,
um die erfolgreiche Synthese auf ein Molekül mit Hydroxygruppe am späteren C-8 zu
übertragen.
Teil I 2 Einleitung
9
O
O
O
O
Br
BrOOH
Br
OH
OH
O
O
HO
O
O
O
OO
O
O
O
+
O
OO
O
O
O
O
O O O
20 21 22
23 24 25
1. Ac2O
2. NBS
3. Fentons
Reag.
4. p-TsOH
1. Na2S2O4
2. Dimethoxy-
propan
3. (CH3O)2SO2
4. NBS
vergl.
Schema 4
Schema 5: Versuch zur Übertragung auf ein System mit Hydroxygruppe an C-8[16]
Ausgehend vom 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) wurde das 2-Brom-3-methyljuglon (21) in
vier Stufen dargestellt (Schema 5).[16,17] Das Juglon 21 wurde zum Hydrochinon reduziert
und als Acetonid bzw. Methylether geschützt. Die weiteren Stufen bis zum Gemisch aus
Diketon 24 und Naphthalin 23, das ich im Rahmen meiner Diplomarbeit erhalten habe, er-
folgten in Analogie zur in Abschnitt 2.4 beschriebenen Modellverbindung.[16]
Danach erfolgten die Untersuchungen zur Olefinspaltung mit RuO4 und Natriumperiodat.
Das Olefin 24 wurde dabei, aufgrund der im Vergleich zur Modellverbindung 14 höheren
Elektronendichte im aromatischen System, vollständig zersetzt. Alternative Oxida-
tionsverfahren, wie die Umsetzung mit OsO4/NaIO4 oder die ozonolytische Spaltung, zer-
setzten bereits die Modellverbindung 14.[14]
Teil I 3 Syntheseplanung
10
3 Syntheseplanung
Wegen der oben genannten Ergebnisse und der Aussicht, eine in unserem Arbeitskreis ent-
wickelte Oxidationsreaktion[18] zu nutzen, sind neue Synthesepläne zum Aglycon 26 des
Aquayamycins entwickelt worden (Schema 26).
3.1 Retrosynthese
Die retrosynthetischen Überlegungen beschränkten sich auf das für die biologische Akti-
vität entscheidende Aglycon.
OH O
OO
OH
OH
HO
OR O
O
OH
OH
HO
OR O
OOH
O
SS
OH
OR O
O O
28 29
26 27
Aldol-
reaktion
oxidative
Dearoma-
tisierung
Claisen-Umlag.
Epoxidierung
Öffnung
Schema 6: Retrosynthese
Der Ring A des Angucyclinonderivats 26 soll durch eine regioselektive, intramolekulare
Aldolreaktion des Tricyclus 27 geschlossen und anschließend einer Swern-Oxidation[19,20]
unterzogen werden (Schema 6). Die hoch funktionalisierte Seitenkette, die bereits das
komplette Oxygenierungsmuster der Ringe A und B enthält, ist mittels der oxidativen De-
aromatisierung des Dihydroxyanthrachinons 28, dem Schlüsselschritt der Synthese, denk-
bar. Dabei oder in einem weiteren Schritt, soll das Thioketal oxidativ zum Aldehyd ge-
spalten werden. Der Aufbau der Seitenkette ist durch eine Claisen-Umlagerung eines Allyl-
ethers 29 mit anschließender Epoxidierung und Kettenverlängerung geplant.
Teil I 3 Syntheseplanung
11
Die Kontrolle der Stereochemie stellt eine große Herausforderung dar. Während bei natür-
lich vorkommenden Angucyclinen die angularen Sauerstoffe cis-konfiguriert sind, sind an
C-3 beide Diastereomere bekannt und somit für die Naturstoffsynthese von Interesse.
3.2 Synthesepläne
Die Syntheseplanung erfolgte sowohl für eine Modellverbindung 35, bei der auf den
Ring D verzichtet wurde (Schema 7), als auch für ein System mit vollständigem Benz-
[a]anthracen-Grundgerüst 26 (Schema 6). Mit der Modellverbindung 35, die mög-
licherweise auch schon gewünschte biologische Eigenschaften besitzt, soll die grund-
sätzliche Eignung der oxidativen Dearomatisierung und der Einfluss verschiedener Substi-
tuenten auf diese, geklärt werden.
3.2.1 Tricyclische Modellverbindung
OH
OH
O
OR
OH
OR
OR'
OR
O
OH
OR
OH
SS
O
OR
OH
HO
OR
HO
HO
OH
OH OH
20 30 31
32 33
34 35
oxidative
Dearoma-
tisierung
Pinakol-
Kupplung
Ether-
bildung
Claisen-
Umlag.
nucleophile
Öffnung
Epoxi-
dierung
Schema 7: Syntheseplan für die tricyclische Modellverbindung
Teil I 3 Syntheseplanung
12
Der konkrete Plan für das Aquayamycin-Analogon 35 geht vom kommerziell erhältlichen
1,5-Dihydroxynaphthalin 20 aus, an dem möglichst selektiv eine OH-Gruppe zum Methyl-
allylether 30 umgesetzt und dessen Claisen-Umlagerung zum ortho-Alkenylnaphthol 31
untersucht werden soll (Schema 7). Die Hydroxygruppen müssen spätestens vor der
Epoxidierung geschützt werden, um eine Cyclisierung zum Pyranol zu verhindern. Mit 1,3-
Dithian soll das Epoxid 31 einer nucleophilen Ringöffnung unterzogen werden. Nach dem
Entfernen der Schutzgruppe in ortho-Position zur Seitenkette, soll das Hydroxynaphthalin
33 mit Übergangsmetallkomplexen, bei gleichzeitiger Hydroxylierung der Nachbar-
position, zum Keton 34 oxidiert werden. Bei diesen Reaktionen können regiochemische
Umlagerungsprodukte, auch in Abhängigkeit von der Art der Schutzgruppen, auftreten, die
es zu kontrollieren gilt.
Die oxidative Dearomatisierung soll in Analogie zu Untersuchungen mit verkürzten Sei-
tenketten (Methyl-, Ethyl-) das Keton 34 liefern,[21] das in der abschließenden intra-
molekularen Pinakol-Kupplung den Ring A bilden soll. In Anlehnung an Suzuki et al.[12]
soll diese Reaktion nach der Pedersen-Vorschrift mit Vanadiumtrichlorid und Zink
durchgeführt werden, wobei für das Produkt cis-ständige, angulare Hydroxygruppen zu er-
warten sind. Auch die in Abschnitt 2.4 beschriebene Samarium-induzierte Kupplung bietet
sich für eine nähere Untersuchung an. Die Stereochemie der Hydroxygruppe an C-5 ist
nicht entscheidend, da sie auf dem Weg zum Naturstoff zum Keton oxidiert werden soll.
Die Vorteile dieser Synthesestrategie liegen in der relativ kurzen Synthesesequenz zum
Aufbau des angularen Systems, bei gleichzeitiger Etablierung der Doppelbindung in
Ring C.
Weiterhin können im folgenden Abschnitt 3.2.2 beschriebene Schwierigkeiten umgangen
werden, die bei dem Plan für das System mit vollständigem Benz[a]anthracen-Grundgerüst
zu bewältigen sind.
3.2.2 Tetracyclus
Bei der Übertragung der Synthesestrategie vom Tricyclus auf den Tetracyclus ist größere
Oxidationsempfindlichkeit des Ringes C zu beachten. So kann nicht ausgeschlossen
werden, dass ein potentiell entstehendes Chinon einen störenden Einfluss auf die Ring-
schlussreaktion hätte. Eher praktische Probleme sind die Lichtempfindlichkeit[22] des
Teil I 3 Syntheseplanung
13
Anthracenderivats und seine schlechte Löslichkeit. Diese Herausforderungen scheinen
jedoch beherrschbar, so dass die Untersuchungen auf diesen Ansatz ausgedehnt wurden.
O
OOH
OH
OOH
OH
OR
O
OR
36 37a
38
OHOH
OH
37b
Reduktion
Ether-
bildung
Schema 8: Syntheseplan für den Tetracyclus
So soll das käufliche 1,5-Dihydroxyanthrachinon zum Anthron 37a reduziert werden, das
mit dem Anthrol 37b im Gleichgewicht steht (Schema 8). Neben der Vermeidung der für
die spätere Pinakol-Kupplung störenden Chinonstufe, soll dies dazu dienen, die funk-
tionellen Gruppen zu differenzieren, um einen geschützten Allylether 38 erhalten zu
können. Die nicht chelierte OH-Gruppe des Anthrons 37a ist gegenüber Nucleophilen
reaktiver als die beiden übrigen, die nur aus der im Unterschuss vorliegenden tautomeren
Anthrol-Form 37b abgefangen werden können.
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
14
4 Durchführung und Diskussion
4.1 Synthese von Modellsubstanzen zur oxidativen Dearomati-
sierung
Für die in Schema 7 vorgestellte Synthesestrategie bot sich die Methylierung als Schutz für
die nicht zu oxidierende OH-Gruppe an. Der Monomethylether 40a ist stabil und aus dem
Dimethylether 39 in guten Ausbeuten erhältlich (Schema 9).
OH
OH
O
O
OH
O
O
O
OH
O
abc
d
20 39 40a
41a 42a
Schema 9: Synthese des Methoxyallylnaphthols 42a
a) (CH3O)2SO2, NaOH, EtOH, Rückfluss, 2 h, 97 %; b) NaH, Ethanthiol, DMF, 100 °C, 6 h, 88 %;
c) H2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3, Aceton, Rückfluss 6 h, 93 %; d) N,N-Dimethylanilin, 180 °C, 6 h,
94 %.
Das 1,5-Dihydroxynaphthalin 20 wurde mit Dimethylsulfat in Gegenwart von Alkali zum
Dimethoxynaphthalin 39 umgesetzt, um dann mit Natriumthioethoxid selektiv zum Mono-
methylether 40a gespalten zu werden,[23] der ohne weitere Reinigung mit 3-Brom-2-
methyl-1-en in Gegenwart von Kaliumcarbonat zum Allylether 41a umgesetzt werden
konnte. Mittels Claisen-Umlagerung erhielt man bei 180 °C das Methoxy-
methylallylnaphthol 42a[18,24]. Dieses Molekül, mit seiner im Vergleich zum Syntheseplan
verkürzten Seitenkette, konnte für erste Untersuchungen zum Oxidationsverhalten mit
Palladium/Kohle und Wasserstoff zum gesättigten Produkt 43a hydriert werden (Schema
10).
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
15
OH
O
OH
O
a
42 43a
Schema 10: Hydrierung zum Isobutylnaphthol
a) Pd/C, H2 1 bar, MeOH, Raumtemp., 1 h, 92 %.
4.2 Oxidative Dearomatisierung
Für die Untersuchungen zur oxidativen Dearomatisierung (vgl. Schema 7), eignet sich das
ungesättigte Produkt 42 nicht. Dieses lagert sich, wie in Schema 11 gezeigt, zum
thermodynamisch stabileren Produkt 48 um.[18]
OH
O
O
O
OO
Zr
L L
tBu O
O
Zr
L L
OtBu
O
O
O
Zr
O
LL
OtBu O
O
O
O
Zr
O
LL
OtBu
O
a
42 44 45
46 47 48
Schema 11: Oxidationsmechanismus nach Krohn et al. mit Umlagerung der Allylkomponente[18]
a) Zr(acac)4, TBHP, CH2Cl2, Raumtemp., 6 h, 65 %.
Zu Beginn erfolgt vermutlich ein Ligandenaustausch von Acetylacetonat durch das
Naphthol und tert-Butylhydroperoxid, wobei der Komplex 44 entsteht. Die Sauer-
stoffübertragung könnte über das Epoxid 45 zum Zwischenprodukt 46 verlaufen, welches
in einer schnellen Claisen-Umlagerung mit anschließender Oxidation zum ortho-Chinon
48 führt.
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
16
Neben der oben beschriebenen Claisen-Reaktion, trat auch eine Wanderung der Seitenkette
zur Position der Hydroxygruppe auf, die zu den thermodynamisch stabileren α,β-unge-
sättigten Ketonen 52a-e führte. Dies konnte auch bei gesättigten Seitenketten beobachtet
werden (Schema 12). Bei der Oxidation des Methylethers 43a mit Zirko-
niumacetylacetonat und tert-Butylhydroperoxid[25] erhielt man ausschließlich das um-
gelagerte Produkt 52a in 82 %iger Ausbeute. Die Umlagerung erfolgte vermutlich auf der
Stufe des Epoxids (vgl. 45) und war sehr viel schneller als die nachträgliche α-Ketol-
Umlagerung[21].
Mit dem Mimoun Molybdänoxodiperoxo-Komplex [MoO(O2)2]·py·HMPT[26] wurde nur
bei einem Teil des Edukts die Seitenkette umgelagert, und man erhielt auch die ge-
wünschten Ketone 51a-e unter sehr milden Bedingungen (vgl. Schema 12 und Tabelle 1).
OH
OR
O
OR
Mo
O
OR
Mo
O O
O
OR OR
O
+
OH
HO
O
O
OO
OO
O O
+
a
49a-e 50a-e
51a-e 52a-e
43a-f
a CH
3
b Piv
c Ms
d COCH
2
Cl
e COCHCl
2
COCCl
3
f
R
Schema 12: Oxidation der Modellverbindungen
a) [MoO(O2)2]·py·HMPT, CH2Cl2, Raumtemp.
Neben der Art des Oxidationsmittels hatte die Elektronendichte im aromatischen System
großen Einfluss auf die Umlagerungstendenz und die Geschwindigkeit des Sauer-
stofftransfers. Durch Wahl geeigneter elektronenziehender Gruppen (b-f, vgl. Schema 12)
konnte das Produktverhältnis auf bis zu 1.1:1 zu Gunsten des gewünschten Isomers ge-
steigert werden.
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
17
Tabelle 1: Produktverhältnisse nach der Oxidation mit[MoO(O2)2]·py·HMPT in Abhängigkeit
vom Rest R
Naphthol
43
Produktverhältnis
51:52
Reaktionszeit
[h]
Ausbeute
[%]
a 1:3.5 3 79
b 1:2.6 6 71
c 1:1.2 20 62
d 1:2.1 9 60
e 1.1:1 24 55
f - 48 -
Wie zu erwarten, waren die Reaktionszeiten bei elektronenreicheren Substraten kürzer als
bei elektronenärmeren. Der Methylether 43a als elektronenreichster Aromat im Vergleich
lieferte bei der kürzesten Reaktionszeit die höchste Ausbeute mit der größten Um-
lagerungsrate. Der Dichloressigester 43e lieferte das für unsere Zwecke beste Produkt-
verhältnis. Bei noch stärker elektronenziehenden Substituenten wie dem Trichloressigester
43f reichte das Redoxpotential des Mimoun-Komplexes nicht mehr aus. Alternative Oxi-
dationsversuche mit den hypervalenten Iodreagenzien Bis(trifluoracetoxy)iodbenzol
(BFIB)[27] und Diacetoxyiodbenzol (DAIB)[28] zeigten keinen Umsatz.
Die Produktgemische aus 51a-e und 52a-e waren durch Säulenchromatographie nicht zu
trennen, so dass die Produktverhältnisse aus jeweils einem 1H NMR-Spektrum anhand der
charakteristischen chemischen Verschiebung der Protonen an C-3 und C-4 bestimmt
wurden. Eine Trennung wäre aber vermutlich nach der geplanten Cyclisierung des
Moleküls mit funktionalisierter Seitenkette möglich.
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
18
4.2.1 Synthese weiterer Oxidationsvorläufer
Für die verschiedenen Reste R der Modellsubstanzen 43b-f musste die in Abschnitt 4.1
vorgestellte Synthese entsprechend variiert werden.
b Piv
c Ms
d COCH
2
Cl
e COCHCl
2
COCCl
3
f
R
OH
OH
OH
OR
OH
OR
a
20 40b-f
43b,c
O
OR
OH
OR
41b-f
42b,c
b
d
c
Schema 13: Synthese der Modellverbindungen mit Pivaloat- bzw. Mesylatresten
a) RCl, Pyridin, DMAP, CH2Cl2, Raumtemp., 12-24 h, 27–36 %; b) H2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3,
Aceton, Rückfluss, 6 h, 88–95 %; c) N,N-Dimethylanilin, 180 °C, 6 h, 76–94 %; d) Pd/C, H2 1 bar,
MeOH, Raumtemp., 1 h, 96–99 %.
Das Pivaloat 43b und das Mesylat 43c[29] wurden durch Umsetzung des 1,5-Di-
hydroxynaphthalins 20 mit einem Äquivalent des entsprechenden Chlorids in mäßigen
Ausbeuten erhalten, da die einfach und zweifach umgesetzten Produkte entstanden, die
neben nicht umgesetztem Edukt 20 vorlagen. Dieses Gemisch musste säulenchro-
matographisch getrennt werden (Schema 13). Die weiteren Schritte erfolgten analog zum
Methoxyderivat. Auf diese Weise konnte zumindest ein Verlust des relativ teuren
Methylallylbromids vermieden werden.
Die Chloressigester 41d-f waren unter den Bedingungen der Claisen-Umlagerung nicht
stabil (Schema 13), weshalb zunächst der Monoallylether 53 hergestellt wurde, wobei
wieder das Edukt 20 und der Diether abgetrennt wurden (Schema 14).
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
19
OH
OH
O
OH
OH
OH
OH
OH
OH
OR
ab c
d
20 53 54
55 43d-f
d COCH
2
Cl
e COCHCl
2
COCCl
3
f
R
Schema 14: Synthese der Chloressigester
a) H2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3, Aceton, Rückfluss 6 h, 46 %; b) N,N-Dimethylanilin, 180 °C, 6 h,
92 %; c) Pd/C, H2 1 bar, MeOH, Raumtemp., 1 h, 95 %; d) RCl, Pyridin, DMAP, CH2Cl2, 0 °C, 3–
12 h, 69–78 %.
Die Umlagerung und Hydrierung waren erwartungsgemäß unproblematisch. Die Ver-
esterungen unter Steglich-Bedingungen des iso-Butyldihydroxynaphthalins 55 mit Mono-,
Di- und Trichloressigsäurechlorid verlaufen bei 0 °C sehr regioselektiv an der sterisch
weniger gehinderten Position in befriedigenden Ausbeuten.
Es war auch möglich, die Veresterung dem Hydrierungsschritt vorzuziehen, eine Ver-
besserung der Ausbeute wurde jedoch nicht erreicht.
Führte man die Esterbildung mit 2-Isobutylnaphthalin-1,5-diol (55) bei Raumtemperatur
durch, zeigte sich ein ungewöhnliches Ergebnis (Schema 15).
OH
OH
O
OH
CHCl
2
O
a
55 56
Schema 15: Veresterung an sterisch gehinderter Position
a) CHCl2COCl, Pyridin, DMAP, CH2Cl2, Raumtemp., 6 h, 65 %.
Während der Mono- und Trichloressigester wie bei tieferer Temperatur reagieren, erfolgte
die Esterbildung zum Dichlorprodukt 56 selektiv an der sterisch gehinderten Hydroxy-
gruppe an C-1. Diese Reaktion ist mehrfach reproduziert worden und wäre beim Auftreten
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
20
eines 1:1-Gemisches auf mangelnde kinetische Kontrolle aufgrund der höheren Temperatur
zu erklären gewesen. Die Ursachen für diese ungewöhnlichen Beobachtungen konnten
bisher nicht aufgeklärt werden.
Zwischenzeitlich war versucht worden, einen Trifluoressigsäureester als sehr stark elek-
tronenziehende Schutzgruppe herzustellen. Wegen seiner Instabilität ist dieses Vorhaben
auf verschiedenen Wegen gescheitert.
4.3 Aufbau der Oxidationsvorläufer mit funktionalisierter
Seitenkette
Anhand der Oxidationsergebnisse der Modellverbindungen mit verkürzter Seitenkette (vgl.
Schema 12 und Tabelle 1) fiel die Wahl für die weitere Synthese mit funktionalisierter
Seitenkette auf das Mesylat als elektronenziehende Schutzgruppe. Hierfür sprachen neben
der Stabilität auch die ökonomischere Synthese im Vergleich zu den Chloressigestern,
obwohl bei der Oxidation des Dichloressigesters ein etwas günstigeres Produktverhältnis
beobachtet wurde.
OH
O
S
O
O
O
OTBS
S
O
O
O
OTBS
S
O
O
O
O
OTBS
OH
SS
S
O
O
ab
42c 57
58 59
Schema 16: Versuch zum Aufbau der funktionalisierten Seitenkette
a) TBSCl, Et3N, CH2Cl2, Raumtemp., 24 h, 70 %; b) m-CPBA, CH2Cl2, Raumtemp., 1 h, 41 %.
Das Monomesylat 42c erhielt man durch Umsetzung des Methylallylnaphthols 54 mit
einem Äquivalent Mesylchlorid (Schema 16). Nach dem Schutz der freien OH-Gruppe als
TBS-Ether, konnte das Olefin 57 mit meta-Chlorperbenzoesäure epoxidiert werden.[30] Die
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
21
Ausbeuten beziehen sich auf isoliertes Produkt und sind nicht optimiert. Das resultierende
Mesylat 58 war jedoch gegenüber den Bedingungen zur nucleophilen Ringöffnung mit 1,3-
Dithian in Gegenwart von n-Butyllithium[31,32] nicht stabil.
OH
OH OTBS
OTBS
OTBS
OTBS
OH
SS
ab
OTBS
OTBS
Oc
OH
OH
SS
OH
OH
OH
SS
O
S
O
O
d e
54 60 61
62 63 64
Schema 17: Alternativer Weg zum Aufbau der funktionalisierten Seitenkette
a) TBSCl, Et3N, CH2Cl2, Raumtemp., 24 h, 94 %; b) m-CPBA, CH2Cl2, Raumtemp., 2 h, 63 %; c)
1,3-Dithian, n-BuLi, THF, Raumtemp., 12 h, 73 %; d) HCl/MeOH, Raumtemp. 24 h, 100 %; e)
SO2CH3Cl, Et3N, CH2Cl2, 0 °C, 24 h, 79 %.
Dieses Problem konnte umgangen werden, indem man das Dihydroxymethyl-
allylnaphthalin 54 als Di-TBS-Ether schützte und dann epoxidierte (Schema 17). Die Ring-
öffnung erfolgte unter basischen Bedingungen selektiv am weniger gehinderten Kohlen-
stoffatom. Die Silylether wurden sauer gespalten und das Dihydroxynaphthalin 63 regio-
spezifisch in das Monomesylat 64 übergeführt.
Die TBS-Schutzgruppe war unter den Bedingungen der Claisen-Umlagerung stabil, so dass
man das zweifach geschützte Produkt 60 auch erhalten konnte, indem man 1,5-Di-
hydroxynaphthalin (20) einfach als TBS-Ether schützte, die Produkte chromatographierte,
die freie OH-Gruppe zum Methylallylether umsetzte, dann die Umlagerung durchführte
und anschließend die erneut freie Hydroxygruppe ebenfalls zum TBS-Ether 60 schützte.
Die Gesamtausbeute war mit dem in Schema 17 dargestellten Weg vergleichbar und
hinsichtlich der Kosten für die eingesetzten Edukte ergaben sich keine Vorteile.
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
22
4.4 Oxidationsversuch mit funktionalisierter Seitenkette
O
OH
OH
SS
S
O
O
O
O
OH
SS
S
O
O
oder
O
O
OH
O
S
O
O
OH OH
H
64 65 66
Schema 18: Oxidationsversuch mit funktionalisierter Seitenkette
Der Oxidationsversuch des Naphthols mit funktionalisierter Seitenkette 64 zum Keton 65
oder 66 zeigte keinerlei Umsatz, was möglicherweise auf eine Komplexierung des
Thioketals mit dem verwendeten Mimoun-Reagenz zurück zu führen war (Schema 18).
4.5 Untersuchungen zum Tetracyclus
Parallel zu den Untersuchungen zum tricyclischen Modell wurden am Anthrachinon-
Grundgerüst 36 Versuche zur Wahl einer geeigneten Schutzgruppe, sowie zur Allylether-
bildung für die Synthese des Tetracyclus durchgeführt (vgl. Schema 8).
OOH
OH
OOH
OH
OOH
OHO
ab
36 37 67
Schema 19: Reduktion zum Anthron und Alkylierung
a) SnCl2, konz. HCl, AcOH, 100 °C, 2 h, 90 %; b) H2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3, Aceton, Rückfluss,
6 h, 51 %.
Nach der Reduktion des 1,5-Dihydroxyanthrachinons 36 zum 1,5-Dihydroxyanthron, er-
folgte die Etherbildung entgegen der Erwartung nicht an der nicht chelierten Hydroxy-
gruppe. Tatsächlich wurde durch Kaliumcarbonat das Proton an C-10 abstrahiert und der
Allylether unter Bildung einer C-C-Verknüpfung zum Produkt 67 elektrophil addiert
(Schema 19).
Um diese unerwünschte Reaktion zu umgehen, konnte die freie OH-Gruppe zunächst als
Silylether 68 geschützt werden (Schema 20). Wegen der starken Si-O-Bindung erfolgte die
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
23
Addition von TBSCl und TMSCl dort und nicht an C-10. Durch das Abfangen der Anthrol-
Form wurde die Acidität der Posotion 10 erheblich herabgesetzt, so dass nach dem Ent-
fernen des Silylethers die Bildung eines Allylethers möglich erschien.
OOH
OH
OOH
OTBS
OO
O
OTBS
OO
O
OH
ab
37 68
69 70
Schema 20: Alternativer Ansatz durch Schutz der nicht chelierten Hydroxygruppe
a) TBSCl, Et3N, CH2Cl2, Raumtemp.; 24 h, 60 %; b) Triphosgen, Pyridin, DMAP, CH2Cl2,
Rückfluss, 4 h, 75 %.
Als elektronenziehende Gruppe wurde zunächst Carbonat gewählt,[33,34,35] das gegenüber
dem Schutz als Bismethylether den zusätzlichen Vorteil der leichten Abspaltung, der OH-
Gruppe am späteren C-8 durch Oxidation des mittleren Ringes bot.
Das Schützen der nicht chelierten OH-Gruppe und die Bildung des Carbonats 69 mit
Triphosgen unter Keto-Enol-Tautomerie konnte auch als Eintopfreaktion ausgeführt wer-
den (Schema 21).
Es ist jedoch trotz einiger Versuche mit Tetrabutylammoniumfluorid, Flusssäure oder
Kaliumfluorid und Kronenether nicht gelungen, den TBS-Ether 69 oder TMS-Ether 71
unter Erhalt des Carbonats zum Hydroxyanthracen 70 zu spalten (vgl. Schema 20). [36]
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
24
OOH
OH
OO
O
OTMS
OO
O
O
ab
37 71 72
Schema 21: Umetherung
a) 1. TMSCl, Et3N, CH2Cl2, Raumtemp., 30 min, 2. Triphosgen, Pyridin, DMAP, Rückfluss, 1 h,
74 %; b) H2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3, 18-Krone-6, KF, Aceton, Rückfluss, 3 h, 23 %.
Wurde die Silyletherspaltung und Allyletherbildung in einem Schritt ausgeführt, ließen
sich geringe Mengen des gewünschten Carbonats 72 erhalten, die für eine mehrstufige
Synthese aber nicht ausreichend waren (Schema 21). Nachdem das Mesylat als elektro-
nenziehende Gruppe am Modell (vgl. Schema 12 und Tabelle 1) mit einigem Erfolg ge-
testet worden war, wurde diese Strategie auch auf das Anthron übertragen (Schema 22).
OMs OMs
OTMS
OMs OMs
O
OOH
OH
OMs OMs
OH
ab
c
37 73
74 75
Schema 22: Herstellung des Allylethers 75
a) 1. TMSCl, Et3N, CH2Cl2, Raumtemp., 30 min, 2. SO2CH3Cl, DMAP, 0 °C, 12 h, 85 %; b) HCl,
MeOH, CH2Cl2, Raumtemp., 20 min, 95 %; c) H
2C=C(CH3)CH2Br, K2CO3, Aceton, Rückfluss,
12 h, 8 %.
Das Mesylat 73 war ausreichend stabil um den TMS-Ether zu spalten und den Allylether
75 zu bilden. Die Ausbeute der Etherbildung war jedoch mit 8 % sehr schlecht und
nachdem sich die Oxidation am Naphthol mit funktionalisierter Seitenkette 64 als nicht
erfolgreich erwiesen hatte, wurden die Versuche an dieser Stelle eingestellt, zumal die
Teil I 4 Durchführung und Diskussion
25
Oxidationsempfindlichkeit des mittleren Ringes bei der Umsetzung mit dem Mimoun-
Komplex Probleme bereiten könnte.
Teil I 5 Zusammenfassung
26
5 Zusammenfassung
An Modellreaktionen konnte gezeigt werden, dass bei der oxidativen Dearomatisierung,
die unter sehr milden Bedingungen erfolgte, die Umlagerungstendenz vom elektronischen
Charakter der Naphthole 43a-e abhängig war und sich diese durch die Wahl unter-
schiedlicher Schutzgruppen mit unterschiedlichem Elektronenzug steuern ließ (Schema
23).
OH
OR
O
OR OR
O
+
OH
HO
43a-e 51a-e 52a-e
Schema 23: Oxidative Dearomatisierung
Die Variationsbreite reichte von einem Verhältnis von 1.1:1 zu Gunsten des nicht
umgelagerten, gewünschten Produkts 51, bis zu ausschließlich umgelagertem Produkt 52.
Die besten Ergebnisse wurden bei der Verwendung des Dichloressigesters 43e erzielt.
Weitere Optimierungsversuche misslangen, da noch elektronenärmere Systeme durch den
Mimoun-Komplex nicht mehr oxidiert werden.
Weiterhin ist der Aufbau eines selektiv geschützten Binaphthols mit hoch funktionalisierter
Seitenkette 64 als Oxidationsvorläufer gelungen (Schema 24).
OH
OH
OTBS
OTBS
O
OTBS
OTBS
OH
SS
O
OH
OH
SS
S
O
O
OH
OH
20 54 61
62 64
Schema 24: Synthese des Oxidationsvorläufers 64
Teil I 5 Zusammenfassung
27
Dazu wurde 1,5-Dihydroxynaphthol 20 in den Monomethylallylether 53 überführt, der in
einer Claisen-Umlagerung zum Methylallylnaphthalindiol 54 reagierte, welches nach dem
Schutz der Hydroxygruppen mit m-CPBA epoxidiert wurde. Zur Kettenverlängerung
wurde das Epoxid 61 mit 1,3-Dithian nucleophil geöffnet und nach der sauren Entfernung
der TBS-Ether die sterisch weniger gehinderte OH-Gruppe selektiv in das Mesylat 64
überführt.
Die anschließend geplante oxidative Dearomatisierung gelang nicht; vermutlich wegen der
Komplexierung des Oxidationsmittels ([MoO(O2)2]·py·HMPT) mit der Thioketalfunktion.
Möglicherweise lässt sich in weiteren Untersuchungen ein geeigneteres Oxidationsreagenz
finden.
Teil II 6 Einleitung
28
Teil II
6 Einleitung
Perylenchinone bilden eine relativ kleine, aber hoch interessante Naturstoffgruppe bio-
logisch aktiver Pigmente, deren Name sich von dem nur synthetisch bekannten
Perylenchinon 76 ableitet.
O
O
O
O
O O
OO
O
OO
6
43
1
12
O
8
7
2
76 I
Abb. 2: Perylenchinon 76 und Grundgerüst I, von dem sich die meisten natürlich vorkommenden
Perylenchinone ableiten
Die größte Klasse der Perylenchinone natürlichen Ursprungs leitet sich von dem in
Abbildung 2 dargestellten Grundgerüst I ab. Bei einigen Vertretern treten zusätzliche
alicyclische Ringe auf, die durch Wechselwirkungen der beiden C3-Ketten während der
Biosynthese gebildet werden.[37,38,39]
Die meisten Pigmente dieser Klasse werden von einer großen Vielfalt von Schimmelpilzen
produziert, die fast alle phytopathogen sind.[40,41,42] Der Schaden, den sie den Wirtspflanzen
zufügen, wird auf die photodynamische Wirkung ihrer Perylenchinone zurückgeführt.
6.1 Calphostine
Die Calphostine A, B, C und D sind Perylenchinone mit spezifischen biologischen Ei-
genschaften. Obwohl schon einige Synthesen[43,44] veröffentlicht sind, wird hier der Ver-
such der verkürzten Herstellung eines engen Analogons beschrieben.
6.2 Biologische Aktivität
Die Calphostine A-D sind 1989 von Tamaoki et al. aus Cladosporium cladosporioides
isoliert worden.[45,46,47] Sie sind selektive Inhibitoren[48] (Calphostin C zeigt die größte Ak-
tivität) von Proteinkinase C (PKC), einem phosphorolytischem Enzym, das eine zentrale
Teil II 6 Einleitung
29
Rolle bei der Zellteilung und Differenzierung einnimmt.[49] Seine Überstimulation steht im
Verdacht, nicht nur Krebs und Schuppenflechte auszulösen, sondern auch In-
fektionskrankheiten, Diabetes und Störungen des zentralen Nervensystems.[50] PKC besteht
aus einer Familie von elf verwandten Isozymen,[51] deren unterschiedliche Expression über
verschiedene Zelltypen zur Suche nach isozymselektiven Inhibitoren führte.[52,53] PKC
enthält zwei Domänen, eine katalytische, hoch konservative, C-terminale und eine N-
terminale, regulatorische Domäne.[51] Während die große Mehrheit der untersuchten PKC-
Inhibitoren mit der weniger spezifischen katalytische Domäne wechselwirkt, binden die
Calphostine an die regulatorische Domäne und haben daher vermutlich ein größeres
Potential als selektive Wirkstoffe.[54]
Die Calphostine sind gegen eine Reihe von Krebsarten getestet worden und zeigen aus-
gezeichnete Ergebnisse bei Blasen-,[55] Gehirn-,[56] Prostata-,[57] und Blutkrebszelllinien,[58]
bei denen die Aktivität von PKC hoch ist. Calphostin C ist unwirksam gegen kolorektale
Zelllinien in Übereinstimmung mit der geringen PKC-Aktivität dieser Zellen.[59]
Das größte Hindernis der Calphostine auf dem Weg zur Entwicklung als Medikament ist
ihre Eigenschaft, für die Aktivität Licht zu benötigen, was aber auch Chancen in der Photo-
dynamischen Therapie beinhaltet.[60]
6.3 Struktur
Die Calphostine wären auch ohne ihre biologische Aktivität, allein schon wegen ihrer
strukturellen Eigenschaften interessant.[60]
O
O
OH
OH
O
O
O
O
OR
2
OR
1
Calphostin A (77) R
1
= Bz, R
2
= Bz
Calphostin B (78) R
1
= Bz, R
2
= H
Calphostin C (79) R
1
= Bz, R
2
=
Calphostin D (80) R
1
= H, R
2
= H
CO
2
OH
Abb. 3: Strukturen der Calphostine
So ist das hoch substituierte Perylenchinonrückgrat wegen der ekliptischen Stellung der
Seitenketten an C-1 und C-12 nicht flach, sondern um 10° aus der Ebene gedreht
(Abbildung 3). Die Methoxygruppen an C-6 und C-7 sind biosynthetisch ungewöhnlich
und bei gleichen Substituenten R1 und R2 besitzt das Molekül eine C2-Symmetrieachse.[61]
Teil II 7 Syntheseplan
30
7 Syntheseplan
Die vorgestellte Idee zur schnellen und flexiblen Darstellung von Perylenchinonen, ins-
besondere von Calphostinen, beruht auf der Erwartung, die zu kuppelnden ortho-Chinone
83 durch Friedel-Crafts-artige Umsetzung eines Vinylaryls 84 mit Oxalylchlorid in einem
Schritt zu erhalten (Schema 25).
O
O
OH
OH
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OH
OH
O
O O
O
O
O
O
O
O
81 82
83 84 85
Dimeri-
sierung
Friedel-Crafts-
Acylierung Addition
Schema 25: Retrosynthese
Dideoxycalphostin D (80) kann nach Merlic et al.[44] durch Methylierung des Perylen-
chinons 82 und anschließende regioselektive Demethylierung erhalten werden. Hierzu wird
mit 9-Brom-9-borabicyclo[3.3.1]nonan (9-Br-BBN) ein bicyclisches Boranadduct über die
Sauerstoffe an C-3 und C-4 bzw. C-9 und C-10 gebildet, aus dem durch Behandeln mit
Trifluoressigsäure das Produkt 81 freigesetzt wird.
Die Dimerisierung der beiden ortho-Chinone 83 soll auf biomimetischem Weg nach Lown
et al.[62] sowie Hauser et al. erfolgen,[43] die diese ausführlich beschrieben haben. Für die
eigentliche Kupplung mit Hilfe von TFA ist demnach kein Oxidationsmittel erforderlich,
sondern nur um das als Nebenprodukt auftretende Hydrochinon zu reoxidieren.
Als innovativer Schritt soll das ortho-Naphthochinon 83, das auch für weitere Synthesen
natürlich vorkommender Perylenchinone (Hypocrellin B[60]) ein wichtiger Baustein ist,
durch eine polare Cyclisierungsreaktion eines entsprechend funktionalisierten Vinylaryls
84 mit Oxalylchlorid als spätere ortho-Diketoeinheit dargestellt werden. Dimethoxy-
Teil II 7 Syntheseplan
31
pentenylbenzol 84 ist aus der Umsetzung von Dimethoxybenzaldehyd 85 mit n-Butyl-
lithium und anschließender Dehydratisierung erhältlich.
Zunächst wird noch auf funktionalisierte Seitenketten verzichtet, die bei dieser Synthe-
sestrategie aber prinzipiell möglich sind.
Die Anregung für den ungewöhnlichen Versuch zur Umsetzung des Vinylaryls 85 mit
Oxalylchlorid lieferte die Arbeit von Pindur et al. (Schema 26).[63]
NC
7
H
15
a
N
OO
C
7
H
15
86 87
H
H
Schema 26: Schlüsselschritt zur Synthese von Carbazoquinocin (87) nach Pindur et al.[63]
a) Oxalylchlorid, AlCl3, Et2O, 0 °C, 30 min, 59 %.
Zur Synthese von Carbazoquinocin C (87) wurde das 2-Vinylindol 86 mit Oxalylchlorid
und Aluminiumtrichlorid als Katalysator cyclisiert.
Teil II 8 Durchführung und Diskussion
32
8 Durchführung und Diskussion
8.1 Herstellung des Arylalkens
O
O
O
O
O
OH
O
O
ab
85 88 84
Schema 27: Synthese des Dimethoxypentenylbenzols 84
a) n-BuLi, THF, Raumtemp., 10 min, 97 %; b) p-TsOH, Toluol, Rückfluss, 20 h, 91 %.
Der Dimethoxybenzaldehyd 85 wurde zur Kettenverlängerung mit preiswert erhältlichem
n-Butyllithium als Nucleophil umgesetzt und der entstandene sekundäre Alkohol 88 mit p-
Toluolsulfonsäure am Wasserabscheider nach Dean-Stark zum Dimethoxypentenylbenzol
84 dehydratisiert (Schema 27).[64]
8.2 Versuche zur doppelten Friedel-Crafts-Acylierung
In Anlehnung an die von Pindur et al.[63] beschriebene Cyclisierungsreaktion von 2-
Vinylindolen mit Oxalylchlorid, wurde versucht, diese Friedel-Crafts-Acylierung zur
Synthese des ortho-Chinons 83 zu nutzen (Schema 28).
O
O
O
O O
O
O
OO
a
84
83
89
Schema 28: Versuche zur Friedel-Crafts-Acylierung
a) AcCl, AlCl3, C2H4Cl2, Raumtemp., 12 h, 14 %.
Das Dimethoxypentenylbenzol 84 reagierte trotz Zusatz von Aluminiumtrichlorid nicht mit
Oxalylchlorid. Um die grundsätzliche Eignung der Friedel-Crafts-Acylierung zu Unter-
Teil II 8 Durchführung und Diskussion
33
suchen, wurde Dimethoxypentenylbenzol 84 mit Acetylchlorid und Aluminiumchlorid
umgesetzt. Die Acylierung erfolgt hierbei in geringen Ausbeuten zwischen den beiden
Methoxygruppen zum Acetylbenzol 89. Die Positionen in Nachbarschaft zur Alkenylkette
waren sterisch offenbar zu sehr gehindert, während die aliphatische Doppelbindung aus
elektronischen Gründen nicht angegriffen wurde (Schema 28).
8.3 Intramolekulare Acylierung
Um diese Probleme zu lösen, sollte versucht werden, die Acylierung auf intramolekularem
Weg durchzuführen. Hierzu sollte tert-Butyl-2-(trimethylsilyloxy)acrylat 92 an eine ge-
eignete Benzylverbindung nucleophil addiert werden. Der α-Ketoester sollte dann mit dem
aromatischen System reagieren und das ortho-Chinon bilden.
8.3.1 Synthese des Silylenolethers
O
O
OTMS
O
OH
O
O
O
O
ab
90 91 92
Schema 29: Synthese des Silylenolethers 92
a) iso-Buten, konz. H2SO4, Raumtemp., 15 h, 55 %; b) TMSCl, Et3N, Et2O, Raumtemp., 3.5 h,
83 %.
Ausgehend von Brenztraubensäure (90) wurde der tert-Butylester 91 mit Isobuten in
Gegenwart von konz. Schwefelsäure dargestellt[65] und mit Trimethylsilylchlorid unter Ver-
wendung von Triethylamin als Base zum Silylenolether 92 umgesetzt (Schema 29).[66,67]
8.3.2 Versuche zur intramolekularen Acylierung
Zuerst wurde der TMS-Ether 92 mit dem Benzaldehyd 85 umgesetzt, da sich die
entstehende OH-Gruppe nach der Cyclisierung leicht zur der im Naturstoff vorkommenden
Doppelbindung dehydratisieren ließe (vgl. Schema 30).
Teil II 8 Durchführung und Diskussion
34
O
O
O
O
O
OTMS
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OH
a
85
92
93
94
Schema 30: Anknüpfen der Seitenkette und spontane Dehydratisierung
a) BF3-Etherat, CH2Cl2, -30 °C, 3 h, 48 %.
Die Addition des TMS-Ethers 92 gelang in Gegenwart von BF3-Etherat in guten Aus-
beuten, allerdings trat die Dehydratisierung spontan auf. Das entstandene trans-Olefin 94
eignet sich aufgrund seiner Konfiguration nicht mehr zur intramolekularen Cyclisierung
(Schema 30).
Die Alkylierung des Benzylbromids 95 nach Gingras[68] mit TBAI und dem Salz n-
Tetrabutylammoniumdifluortriphenylstannat, welches den Silylenolether 92 aktiviert
indem er in das Enolat überführt wird, führte in einer SN-Reaktion zum gesättigten α-
Ketoester 96 (Schema 31).
O
O
OTMS
a
92
O
O
Br
O
O
O
O O
O
OO
O
95 96 97
Schema 31: SN-Reaktion zur Anknüpfung der Seitenkette
a) TBAI, [n-Bu4N][Ph3SnF2], THF, Raumtemp., 6 h, 79 %.
Der α-Ketoester 96 reagiert nicht mit Aluminiumtrichlorid zum ortho-Chinon 97 (Schema
31). Durch die Überführung des Esters in ein Säurechlorid könnte dieses Problem
möglicherweise gelöst werden. Doch die zunächst kurze Synthesesequenz würde
aufwendig, so dass kaum noch ein Vorteil bestünde, zumal die Doppelbindung noch durch
Teil II 8 Durchführung und Diskussion
35
Dehydrierung eingeführt werden müsste. Da bei dieser Strategie auch die Variabilität der
Seitenketten eingeschränkt ist, wurde sie nicht weiter verfolgt.
Teil III 9 Einleitung
36
Teil III
9 Einleitung
Mumbaistatin 98a (Schema 32) kann als Leitstruktur zur Entwicklung von Wirkstoffen
gegen Typ-II-Diabetes dienen. Da es sich bei dem so genannten „Alterszucker“ um eine
typische, zudem chronische Zivilisationskrankheit handelt, an der allein in der Bundes-
republik Deutschland etwa vier Millionen Menschen leiden, besteht auch ein großes
kommerzielles Interesse. Trotz zweier Ansätze[69,70] ist die Totalsynthese bisher noch nicht
beschrieben worden.
9.1 Biologische Aktivität
Die Typ-II oder insulinunabhängige Diabetes (non-insulin-dependent diabetes mellitus,
NIDDM) ist besonders in den Industriestaaten, in denen 4–5 % der Bevölkerung betroffen
sind, verbreitet. Neben einer genetischen Disposition, erhöhen Überernährung, Adipositas
und Bewegungsmangel die Prävalenz.[71]
Normalerweise wird NIDDM mit einer Diät und oral verabreichten blutzuckersenkenden
Medikamenten (Sulfonylharnstoffe) behandelt, deren Wirksamkeit aber von neueren
Studien bezweifelt wird.[72]
Pathophysiologisch ist beim klinisch manifestierten Typ-II-Diabetes-mellitus die In-
sulinstimulation der Glucoseaufnahme von Fett- und Muskelgewebe vermindert
(„Insulinresistenz“). Darüber hinaus wird die hepatische Glucoseproduktion durch Insulin
nur ungenügend gehemmt, was ein attraktives Ziel für therapeutische Ansätze bietet.[71]
Die beiden biosynthetischen Wege, auf denen die Leber Glucose produziert, sind die
Gluconeogenese und die Glycogenolyse, wobei der letzte Schritt jeweils die Spaltung von
Glucose-6-phosphat (G6P) zur Freisetzung von Glucose beinhaltet. Diese Spaltung wird
mit Glucose-6-phosphatase (G6Pase) von dem gleichen Enzym katalysiert. Ein Teil dieses
Enzymsystems ist das Transportprotein Glucose-6-phosphat Translactose (G6P-T1),
welches den Eintritt von G6P durch die Membran in das Endoplasmatische Reticulum
regelt.[73] Inhibitoren von G6P-T1 sind somit von großem Interesse als mögliche
Medikamente zur Behandlung von Typ-II-Diabetes, durch die die hepatische Glucose-
produktion reguliert wird.
Teil III 9 Einleitung
37
In den letzten Jahren sind einige Naturstoffe als selektive G6P-T1 Inhibitoren identifiziert
worden, darunter Chlorogensäure und die Kodaistatine A und C, deren IC50-Werte im 100
nM Bereich liegen.[69] Diese Verbindungen enthalten polyhydroxylierte Ringsysteme und
haben keine strukturelle Gemeinsamkeit mit Mumbaistatin 98a (IC50 = 5 nM), dem bislang
mit Abstand stärksten bekannten Inhibitor.[74]
9.2 Struktur
Die Strukturaufklärung der 1997 von Ramakrishna et al.[74] (Aventis Pharma) aus
Streptomyces sp. DSM 11641 isolierten Diketosäure 98a wurde durch die nebeneinander
im Gleichgewicht vorliegenden Formen 98a und 98b (mit Zwischenstufen) erschwert,
wobei saure Bedingungen die Spiroketal-Lacton-Form 98b begünstigen, deren biologische
Aktivität größenordnungsmäßig um den Faktor Tausend geringer ist (Schema 32).
OH
O
O
OH
O
CO2H
OH
OH
O
OH
O
1
2
3
86'
4''
OH
O
O
OH
O
O
O
HO
HO
HO
O
98a 98b
OH
Schema 32: Gleichgewicht zwischen Diketo und Spiroketal-Lacton-Form
Mittels Ionenaustauschchromatographie, anschließender Methylierung mit Diazomethan
und Reversed-Phase-Chromatographie gelang 2001 Vértesy et. al.[75] über Einkristall-
Röntgenstrukturanalyse und 2D-NMR-Spektroskopie des Trimethylderivats 99 die Auf-
klärung der Struktur. In Gegenwart von Säure und unter der Aktivierung durch Methyl-
esterbildung erfolgt eine irreversible Selbstkondensation unter Wasserabspaltung zur
Dispiroketal-Form 99 (Schema 33).
Teil III 9 Einleitung
38
OH
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
OH
O
CO
2
H
OH
OH
O
OH
O
1. Methylierung
2. Dehydrierung
98a 99
Schema 33: Methylierung zur Strukturaufklärung
Diese Neigung zur Selbstkondensation stellt auch eine große Herausforderung unter
synthetischen Gesichtspunkten dar. Weitere interessante Merkmale sind das Anthrachinon-
Grundgerüst, das benzylische Carbonyl an C-1, die Säurefunktion an C-2, Hydroxy-
gruppen an C-3, C-8, C-6’ und C-4’’, sowie die Seitenkette mit ungeklärter Stereochemie
an C-4’’. Es wird angenommen, dass die große Aktivität von Mumbaistatin (98a) mit der
offenen, aromatischen Diketocarbonsäurestruktur zusammenhängt.
Mumbaistatin (98a) kann als tetra-ortho-substituiertes Benzophenon aufgefasst werden,
einem häufigen biosynthetischen Intermediat von Xanthonen, Spirocoumarinen und
anderen aromatischen Polyketiden. Es ist aber auch denkbar, dass die Biosynthese über ein
noch unbekanntes, angucyclisches Bisanthrachinon aus einer einzigen Polyketidkette
verläuft, oder aus der Kondensation zweier Juglomycinon C-artiger C14-Polyketide
hervorgeht (vgl. Abschnitt 1.1).[69]
9.3 Bisheriger Syntheseansatz nach Schmalz et al.
Der Gruppe an der Universität Köln gelang 2002 die Synthese des Mumbaistatin-
Analogons 104 (Schema 34).[69]
Teil III 9 Einleitung
39
OTBS
OH
Br
OMe OMe
OMe
OMOM
OMOM
O
OMe OMe
OMe
OMOM
HO
OMOM
OH
TBSO
OMe O
O
OMOM
OMOM
HOOC
O
OOMe O
O
OH
OH
HOOC
O
O
100
101
102
103 104
Br-Li-
Austausch Ox.
Schema 34:Synthese des Mumbaistatin Analogons 104 nach Schmalz et al.[69]
Der Baustein 100 wurde aus einer Aldehydseitenkette und einem metallierten Aromaten
dargestellt. Der Anthracencarbaldehyd 101 wurde über den Aufbau des mittleren Ringes in
sieben Stufen mit teilweise mäßigen Ausbeuten realisiert. Die Verknüpfung der beiden
Synthesebausteine 100 und 101 erfolgte über einen Brom-Lithium-Austausch mit
anschließender Reaktion mit dem Aldehyd zum Benzhydrol 102, das mit einem Über-
schuss an Jones-Reagenz an mehreren Positionen oxidiert wurde. Die Entfernung der
MOM-Schutzgruppen lieferte das Mumbaistatin Analogon 104. Die Synthese stellt einen
flexiblen Zugang zu weiteren Analoga dar; besonders Variationen in der Seitenkette schei-
nen leicht möglich. Dennoch müssen auch einige Nachteile herausgestellt werden. Es fehlt
die Hydroxygruppe an C-4’’, das Molekül ist noch nicht komplett entschützt worden und
auf die Säurefunktion an C-2 wurde verzichtet.
Teil III 9 Einleitung
40
OTBS
O
M
MOMO OMe
OMe
OMOM
OMOM
OMOMO OMe
OMe
OMOM
HO
O
OMOM
O
R
Li
OMOM
PMBO
M = Li, CuCN, CeCl
2
105
106
107 108
Schema 35: Gescheiterter Syntheseversuch mit aromatischer Säurefunktion nach Schmalz et al.[70]
In einer weiteren Veröffentlichung (Schema 35) beschrieben Schmalz et al. die Synthese
eines sehr licht- und luftempfindlichen Anthracencarbaldehyds 105 mit einem oxidierbaren
Methylester an C-2 und einem leichter zu entfernenden MOM-Ether an 8-OH unter
weiterer Erhöhung der Stufenzahl.[70] Die Verknüpfung dieses Bausteins mit einem
metallierten Aromaten 106 ist jedoch trotz intensiver Bemühungen bis jetzt nicht gelungen,
was durch einen im Vergleich zum Analogon 104 erhöhten sterischen Anspruch bedingt
sein könnte. Während die Cer- und Kupfernucleophile keinen Umsatz zeigten, reagierten
die Lithiumverbindungen zu nicht identifizierten Kupplungsprodukten, die noch instabiler
als der eingesetzte Aldehyd 105 waren.
Teil III 10 Syntheseplanung
41
10 Syntheseplanung
Das Ziel ist die biomimetische Synthese von Mumbaistatin-Analoga. Die größte Her-
ausforderung stellt dabei der Einbau der aromatischen Carbonsäure dar, der bisher noch
nicht gelungen ist.
10.1 Retrosynthese
Die retrosynthetischen Überlegungen beruhen, wie auch die Synthese der Aquayamycin-
Analoga 18 und 19 (vgl. Abschnitt 2.4), auf biomimetischen Prinzipien und realisieren die
hochsubstituierte, sterisch anspruchsvolle Benzophenoneinheit in einer intramolekularen
Reaktion (Schema 36).
OH
O
O
OH
O
CO
2
H
OH
OH
O
OH
O
OR
O
O
OR
O
CO
2
R
OR
Br
OR
O
OBr
OR
O
HO
ORO
OR
O
OBr
OR
O
OR
OR
O
OBr
OR
OR
OR
OH
98a 109
110 111
112 113
Pd-kat.
Kupplung Aldolkon-
densation
Michael-
Addition
Fries-Ver-
schiebung
Ester-
bildung
obere Seitenkette
untere Seitenkette
Seitenkette
Schema 36: Retrosyntheseschema zur Darstellung vom Mumbaistatin
Teil III 10 Syntheseplanung
42
Die Seitenkette des Mumbaistatins (98a) soll am Ende der Synthese an den funk-
tionalisierten Aromaten 109 angeknüpft werden. Einer der Schlüsselschritte der Synthese
ist die Cyclisierung des Ketids 110 mit einer Aldolkondensation, hierbei ist die Kon-
kurrenzreaktion einer Michael-artigen Cyclisierung zu kontrollieren. Die benzylische
Carbonylgruppe soll durch Oxidation eingeführt werden oder schon vor der Cyclisierung
als Diketofunktionalität in der „oberen“ Seitenkette vorhanden sein. Zum Ausgangsprodukt
110 für die Cyclisierungsversuche gelangt man über die Michael-artige Addition eines
nucleophilen Diens als „untere“ Seitenkette an das Chinon 111, welches durch eine Fries-
Verschiebung, der über eine Veresterung am Hydroxynaphthalin 113 eingeführten,
„oberen“ Seitenkette zugänglich sein sollte.
10.2 Syntheseplan
Für die Untersuchungen zur Anbindung der „oberen“ Seitenkette soll 4,8-Di-
methoxynaphthol (114) als bicyclischer Grundkörper verwendet werden, da er sich nach
der Fries-Verschiebung leicht zum Chinon oxidieren lässt, die Methoxygruppe an der spä-
teren Position 8 bereits enthält und zudem leicht aus dem preiswerten 1,5-Di-
hydroxynaphthalin (20) zugänglich ist (Schema 37).
OHO
O
HO
O
X
O
O
OOO
O
O
R
;
114
115 116
117
Schema 37: Esterbildung mit Modellverbindungen
Bei den für die Veresterung verwendeten Säuren bzw. Säurechloriden 115 und 116 soll
zunächst auf kommerziell erhältliche Modellverbindungen zurückgegriffen werden, mit
denen der Einbau der Seitenkette noch nicht möglich ist (Schema 37). Die Synthese von
2-(2-Brom-6-methoxyphenyl)essigsäure 168 ist zwar beschrieben aber aufwändig (vgl.
Abschnitt 12.2).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
43
11 Durchführung und Diskussion
11.1 Herstellung des bicyclischen Grundgerüsts
Die Synthese des 4,8-Dimethoxynaphthols 114 erfolgte ausgehend von 1,5-Dihydroxy-
naphthalin (20) (Schema 38).[76]
OH
OH
O
O
O
O
OO
O
OH
abc
20 39 118 114
Schema 38: Synthese des bicyclischen Grundgerüsts
a) (CH3O)2SO2, NaOH, EtOH, Rückfluss, 2 h, 97 %, b) POCl3, DMF, Toluol, Rückfluss, 2 h, 79 %,
c) m-CPBA, CH2Cl2, 0 °C, 4 h, 74 %.
Zunächst wurde mit Dimethylsulfat in Gegenwart von Alkali methyliert. Das entstandene
1,5-Dimethoxynaphthalin 39 wurde nach Vilsmeier mit DMF/POCl3 in Toluol zum
entsprechenden Aldehyd 118 umgesetzt. Mit Hilfe einer Baeyer-Villiger-Reaktion[77] wurde
der Aldehyd 118 mit m-Chlorperbenzoesäure zum Formiat oxidiert und sofort zum
Naphthol 114 verseift.
11.2 Einbau der „oberen“ Seitenkette
Die Esterbildung zum Einbau der „oberen“ Seitenkette erwies sich als überraschend große
Herausforderung (Schema 39). Die Versuche wurden von Dr. Riaz durchgeführt,[78] wobei
die Reaktion unter „neat“-Bedingungen zum Methoxyphenylester 120 nachträglich
optimiert wurde.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
44
O
O
O O
O
O
OO
O
HO
O
DCC, DMAP
neat, 1 min,
50 %
O
HO
O
DCC, DMAP,
CH2Cl2, Rückfluß
O
Cl
O
DMAP, Pyridin
O
HO
O
AlCl3, NaH
Ac2O, Pyridin
90 %
O
HO
O
DEAD, PPh3
O
O
O
O
kein gew.
Produkt
kein gew.
Produkt
kein gew.
Produkt
kein gew.
Produkt
H
114
119
120122
121119 119 119
Schema 39: Veresterungsversuche des Dimethoxynaphthols 114
Wegen der geringen Nucleophilie des Dimethoxynaphthols 114 war die Veresterung mit
den üblichen Verfahren wie Mukaiyama- und Steglich-Bedingungen, sowie die Umsetzung
mit AlCl3, jeweils in Dichlormethan nicht erfolgreich. In keinem der genannten Fälle war
ein Umsatz zu beobachten. Die Reaktion zum Essigester 122 zeigte jedoch, dass eine
Veresterung prinzipiell möglich war. So erfolgte die Esterbildung unter „neat“-Beding-
ungen[79] (höhere Temperatur, maximale Konzentration) trotz der im Vergleich zum Essig-
säureanhydrid geringeren Elektrophilie des Carbonyl-Kohlenstoffs der Säure 119.
Die optimierten Reaktionsbedingungen zur Darstellung des Methoxyphenylesters 120
sollen hier ausführlicher diskutiert werden. Das Naphthol 114, die Säure 119, DCC und
DMAP wurden jeweils im Mörser zu einer Korngröße von etwa 1 mm zerstoßen, ver-
mischt und in einen Rundkolben unter Rühren bei ca. 120 °C geschmolzen. Eine Minute
nachdem das Reaktionsgemisch vollständig geschmolzen war, wurde die Heizquelle
entfernt. Kürzere und insbesondere längere Reaktionszeiten verschlechterten die Aus-
beuten. An kälteren Zonen war dann ein Auskristallisieren der Säure 119 zu beobachten.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
45
11.2.1 Fries-Verschiebung
Mittels einer Fries-Verschiebung,[80,81] die ebenfalls ohne Lösungsmittel in guten Aus-
beuten erfolgte, wurde die „obere“ Seitenkette in ihre endgültige Position gebracht und
gleichzeitig eine freie Hydroxygruppe erzeugt.
O
O
O
OO
O
O
OH OOO
O
O O O
ab
120 123 124
Schema 40: Fries-Verschiebung mit anschließender Oxidation zum Chinon
a) BF3-Etherat, neat, 140 °C, 3 min, 87 %; b) CAN, CH3CN, Raumtemp., 15 min, 95 %.
Das entstandene Dimethoxynaphthol 123 wurde mit Cerammoniumnitrat zum Chinon[82]
124 oxidiert (Schema 40).
Wegen anfänglicher Schwierigkeiten bei der Oxidation der benzylischen Position der
Anthrachinone 135 und 136, wurde die Variante in Betracht gezogen, die
Ketofunktionalität schon mit der „oberen“ Seitenkette einzuführen. Dies hätte den zu-
sätzlichen Vorteil gehabt, dass bei der späteren Cyclisierung keine Michael-artige Reaktion
auftreten kann und die Elektrophilie des Carbonyl-Kohlenstoffs noch erhöht worden wäre
(vgl. Abschnitte 11.4.1 und 11.4.2).
O
O
O
O
O
O
OH O
O
O
O
O
OH
O
HO
O
114
115
125 126
Schema 41: Esterbildung mit Phenylglyoxylsäure (115)
a) BF3-Etherat, neat, 140 °C, 3 min, 48 %.
Der Ketoester 125 ließ sich anolog zum Benzylester 120, wenn auch in schlechterer
Ausbeute darstellen, war aber instabil und die Fries-Verschiebung gelang nicht (Schema
41). Weiterhin waren Schwierigkeiten bei der Anknüpfung der „unteren“ Seitenkette zu
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
46
erwarten, die dann nach einem 1,2-Mechanismus an einer der Carbonylgruppen hätte
addieren können, so dass dieser Weg nicht weiter untersucht wurde (vgl. Abschnitt 11.3).
11.3 Einbau der „unteren“ Seitenkette
Für den Einbau der „unteren“ Seitenkette wurde das transoid fixierte Dien 128
eingesetzt,[83,84] das aus dem käuflichen Dioxin 127 durch Deprotonierung mit LDA/HMPA
und Abfangen des Enolats mit TMSCl hergestellt wurde (Schema 42). Es war im Ge-
frierschrank einige Wochen lagerbar.
OO OO
OOTMS
a
127 128
Schema 42: Synthese des transoid fixierten Diens
a) 1. LDA/HMPA, THF, –78 °C, 10 min, 2. TMSCl, –78 °C auf Raumtemp., 50 min, 55 %.
Zur Anknüpfung des Diens wurden die stark ausgeprägten Eigenschaften des Chinons
sowohl als Dienophil, als auch als Michael-Akzeptor ausgenutzt, so dass trotz der un-
günstigen sterischen Situation aufgrund der langen „oberen“ Kette, eine Addition erfolgte
(Schema 43). Hierbei wurden die besten Ausbeuten mit dem äquimolaren Zusatz von
Cu(II)triflat als Lewis-Säure erzielt.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
47
O
O
O O O
O
O
OTMS
O
OH
OH OO
O
O
O
O
O O O
O
O
O O
OH O
O
O
O
O
OO
a
+
O
O
O O O
O
OO
SiMe
3
b
124
128
129
130 131 132
Schema 43:
a) Cu(II)-triflat, CH2Cl2, Raumtemp., 6 h; b) CAN, CH3CN, Raumtemp., 15 min, 42 % über 2
Stufen.
Das Primärprodukt 129 wurde nicht isoliert; es ergab sich aber in Analogie zu Uno et al.[85]
und Krohn et al.,[86] die das Dien 128 an ein Chinonderivat mit Acylrest addiert haben. Der
Silylenolether 129 spaltete sich vermutlich unter leicht sauren Bedingungen auf der
Kieselgelsäule, unter Rearomatisierung ab. Das entstandene Hydrochinon 130 konnte mit
einem Michael-artigen intramolekularen Angriff der nicht chelierten Hydroxygruppe auf
die elektronenarme Doppelbindung der „unteren“ Seitenkette zur Spiro-Verbindung 131
weiterreagieren.[86] Diese beiden Produkte sind unter sauren Bedingungen ineinander
überführbar und ließen sich nur schwer trennen. Die Spiro-Verbindung 131 ist nicht isoliert
worden, ihr Auftreten ist aber wahrscheinlich. Krohn et al.[86] erhielten an einem Analogon
je nach Reaktionsbedingungen und Aufarbeitung ein Gemisch oder die jeweils reine Kom-
ponente. Im Fall der Addition an das Chinon 124 war die Ausbeute nach der Umsetzung
mit Cerammoniumnitrat, bei der beide Produkte zum Chinon 132 oxidiert wurden, größer
als bei der säulenchromatographischen Isolierung des Hydrochinons an Kieselgel. Unter
den Bedingungen von Krohn et al.[87] mit Zinntetrachlorid als Lewissäure war jedoch kein
Umsatz zu beobachten.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
48
11.4 Cyclisierung
Das Chinon 132 verfügt über zwei acide Protonen, wobei die Abstraktion des einen oder
anderen unterschiedliche Cyclisierungsschritte nach sich zieht (vgl. Abschnitte 11.4.1 und
11.4.2). Die Differenzierung der beiden Positionen war bezüglich der Säurestärke und des
sterischen Anspruchs schwierig. So erhielten Uno et al.[85] in einem vergleichbaren Beispiel
mit 2-Butyryl als „oberer“ Seitenkette ein Gemisch beider möglichen Produkte, während
mit einer Acetyl-Seitenkette und einer schwachen Base, die Cyclisierung selektiv in der in
Abschnitt 11.4.1 beschriebenen Weise ablief.
11.4.1 Intramolekulare Kondensation
O
O
OO O
OO
O
O
O
OO O
OO
O M
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
HO
O
B
132
133 134
135
H
M
H
Schema 44: Cyclisierung bei Deprotonierung der „unteren“ Seitenkette
a) Ca(OAc)2, K2CO3, MeOH, Raumtemp., 24 h, 37 %.
Die intramolekulare Kondensation zwischen der Carbonyl- und der verkappten ß-Keto-
esterfunktion bildete mit einer Keto-Enol-Tautomerie das Anthrachinonderivat (Schema
44).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
49
Auch wenn ausschließlich die intramolekulare Kondensation erfolgte, waren die genauen
Reaktionsbedingungen von großer Bedeutung für das Auftreten verschiedener Produkte
(Schema 45).
O
O
OO O
OO
O
O
O
O
O
O
O
O
HO
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
O
+
a
b oder c
132
135
136
137
Schema 45: Erhalt der Acetonid-Schutzgruppe durch den Zusatz von Calciumacetat
a) K2CO3, MeOH, Raumtemp., 24 h, 10 %; b) Ca(OAc)2, K2CO3, MeOH, Raumtemp., 24 h, 37 %
135 + 5 % 137; c) Ca(OAc)2, K2CO3, CH3CN, Raumtemp., 24 h, 52 % 137.
Führte man die Reaktion in Methanol mit Kaliumcarbonat aus, erhielt man in geringen
Ausbeuten den Methylester 136. An ähnlichen Systemen ist eine Cyclisierung mit
Calciumacetat bekannt,[88] die hier jedoch keinen Umsatz zeigte. Ein Gemisch aus Kalium-
carbonat und Calciumacetat pufferte die methanolische Lösung offenbar so, dass das
Acetonid im Produkt 135 erhalten blieb. Als Nebenprodukt trat der Benzylalkohol 137 auf;
verwendete man Acetonitril als Lösungsmittel, sogar als Hauptprodukt, was auf Spuren
von Wasser im Reaktionsgemisch zurück zu führen sein könnte, die nach der Cyclisierung
unter Lichteinfluss als OH radikalisch addierten.
Das hydroxylierte Produkt 137 wurde mit 2D NMR- und massenspektroskopischen
Methoden aufgeklärt. Im Vergleich der DEPT 135-Experimente der Verbindungen 135 und
137 war bei letzterer kein Signal für eine CH2-Gruppe vorhanden. Statt dessen zeigte sich
ein zusätzliches Signal für ein tertiäres Kohlenstoffatom, dessen Proton im HMBC-
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
50
Experiment charakteristische Kopplungen zu den C-Atomen der benachbarten Ringe
zeigte.
Das Hydroxyphenyl 137 ist potentiell sehr wertvoll, da es sich relativ leicht zum Benzoyl
156 oxidieren lassen sollte. Die Versuche mit PDC bzw. PCC zeigten jedoch, vermutlich
aus sterischen Gründen, keinen Umsatz. Das sehr reaktive Jones-Reagenz ist im Hinblick
auf die Acetonidgruppe zu sauer.
Die von Uno et al.[85] in sehr guter Ausbeute durchgeführte Cyclisierung des Acetochinons
138 mit Triethylamin in THF zum Acetonid 139 zeigte für Verbindung 132 keinerlei Um-
satz (Schema 46).
O
O
OO
OO
O
O
O
O
O
O
O
a
138 139
Schema 46: Cyclisierung nach Uno et al.[85]
a) Et3N, THF, Raumtemp., 12 h, 94 %.
Die offenbar komplexe Abhängigkeit der Cyclisierung von den Reaktionsbedingungen
spiegelt sich auch in der Literatur wieder. So beobachteten Krohn et al.[87,86] beim
Cyclisierungsversuch des sehr ähnlichen Systems 140 mit der sehr viel stärkeren Base
Natriumhydrid keine Veränderung des Ausgangsmaterials (Schema 47).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
51
O
O
O
OO
O
O O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
a
a
140
141
142
Schema 47: Cyclisierung nach Krohn et al.[87,86]
a) NaH, O2, THF, Raumtemp., 3 h, 73 %.
Die Cyclisierung ausgehend vom Hydrochinon 141 gelang dagegen in guter Ausbeute und
führte zu der Vermutung, dass die Oxidation erst nach der Cyclisierung erfolgen kann,[87]
die so nicht zutreffen kann.
11.4.1.1 Cyclisierungsversuche mit entschützter Seitenkette
Um die Acidität des Protons an C-1’ und damit die Ausbeute an gewünschtem
Cyclisierungsprodukt zu erhöhen, wurde die „untere“ Seitenkette entschützt (Schema 48).
O
OH
OH OO
HO
OO
O
O
O O O
O
OO
a
132 143
Schema 48: Das Chinon wird von Methanol unter sauren Bedingungen reduziert
a) HCl/MeOH, Raumtemp., 1 h, 94 %.
Bei der Behandlung des Chinons 132 mit methanolischer HCl wurde neben der Spaltung
des Acetonids und Überführung der entstandenen Säure in den Methylester auch die
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
52
Chinonfunktion von Methanol zum Hydrochinon 143 reduziert. Dieses konnte mit CAN
leicht reoxidiert werden (Schema 49).
O
OH
OH OO
HO
O
O
O
O O O
HO
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
O
a
b
b
143
144
136
Schema 49: Cyclisierungsversuche mit entschützter „unterer“ Seitenkette
a) CAN, CH3CN, Raumtemp., 15 min, 91 %; b) K2CO3, MeOH, Raumtemp., 24 h, < 10 %.
Die Ausbeuten lagen bei dieser Vorgehensweise, sowohl ausgehend vom Chinon 144 als
auch vom Hydrochinon 143, etwas niedriger als bei der Cyclisierung des geschützten
Chinons 132 zum Methylester 136.
Das Acetonid 135 besitzt wegen seiner geringeren Polarität vermutlich Vorteile bei der
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln und bei der geplanten Spaltung der Schutz-
gruppe, die im Falle des Methylesters 136 am Beispiel von Uno et al.[85] problematisch ist.
11.4.2 Intramolekulare Michael-artige Reaktion
Erfolgt die Deprotonierung an der „oberen“ Seitenkette, folgt eine Michael-artige
Cyclisierung. Unter β-Eliminierung des Acetonids und anschließender und Aromatisierung
erhält man die Säure 147 (Schema 50).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
53
O
O
OO OO
O
O
O
O
O
B
O
O
O
COOH
OHO
O
O
OO O
O
O
O
MO
O
O
O
M
O
132
145 146
147
Schema 50: Cyclisierung bei Deprotonierung der „oberen“ Seitenkette
Dieses Produkt 147 ist zwar nicht isoliert worden, ist aber in Analogie zu den Versuchen
von Uno et al.[85] und Krohn et al.[86] plausibel und möglicherweise mitverantwortlich für
die mäßigen Ausbeuten des gewünschtem Anthrachinons und das unübersichtliche Pro-
duktgemisch.
11.5 Oxidation in Benzylstellung
Die Oxidation in Benzylstellung war einer der wichtigsten Schritte der Synthese und hatte
wesentlichen Anteil an ihrem innovativen Charakter, da so die Carbonylfunktion auf einer
späten Stufe eingeführt werden konnte. Auf diese Weise können unerwünschte
Cyclisierungsreaktionen vermieden werden.
Die in unserem Arbeitskreis entdeckte, sehr milde Photooxidation von benzylischen Po-
sitionen in Nachbarschaft zum Carbonyl-Sauerstoff des Anthrachinons[22,89] zeigte beim
Methylester 136 keine Veränderung des Ausgangsmaterials (Schema 51).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
54
136 148
O
O
O
OH
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
O
O
Schema 51: Versuch der Photooxidation in Benzylstellung
Die weiteren Versuche erfolgten mit dem leichter zugänglichen Acetonid 135 und zeigten
in CH2Cl2 nach 12 h Bestrahlung mit Sonnenlicht auf dem DC ein einheitliches, polareres
Produkt 152 (Schema 52). Mit 2D NMR- und massenspektroskopischen Untersuchungen
ließen sich die Ringsysteme des Lactons 152 zweifelsfrei bestätigen. Das im Vergleich zum
DEPT 135-Experiment von Verbindung 135 zusätzliche Signal für ein tertiäres Kohlen-
stoffatom wurde im Ausschlussverfahren zugeordnet.
O
O
O
O
O
O
O
O O
O
OR
O
O
O
a
O
O
O
O
O
O
OH
H
O
O
O
O
O
O
OH
H
O
O
O
O
O
O
O
H
OOH
H
H
135
149 150
152: R = H
153: R = CH
3
151
b
Schema 52: Lactonisierung des Acetonids unter radikalischen Bedingungen
a) hν, O2, CH2Cl2, 30 °C, 12 h, 94 %; b) CH2N2, CH2Cl2, Raumtemp., 1 h, 95 %.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
55
Zur Absicherung, dass es sich nicht um eine durch Abspaltung der Acetonidfunktion
entstandene Hydroxysäure handelte, wurde das Produkt 152 mit einem Überschuss
Diazomethan umgesetzt. Das Produkt 153 enthielt nur drei Methoxygruppen (Schema 52).
Die Arbeitshypothese zur Oxidation wurde auf das Acetonid 135 erweitert. Demnach wird
eine photoinduzierte γ-Abstraktion eines der benzylischen Wasserstoffatome durch die
benachbarte Carbonylgruppe unter Bildung eines Biradikals als Startreaktion ange-
nommen.
Das Radikal in der benzylischen Position könnte auf den benachbarten Carbonyl-
kohlenstoff der Acetonidfunktion unter Bildung eines Fünfringes 150 übertragen worden
sein (Schema 52). Dieser könnte mit Triplett- Sauerstoff aus der Luft reagiert und das
Peroxid 152 oder das entsprechende diradikale Peroxid gebildet haben. Beide
hypothetischen Peroxide könnten unter Abspaltung von Aceton zum Lacton 153 reagiert
haben.
Diese Hypothese bietet auch eine Erklärung für die ausbleibende Reaktion des
Methylesters 136 an. Die Carbonylfunktion ist in diesem Fall nicht in direkter Nach-
barschaft fixiert, sondern frei drehbar.
Nachdem die Photooxidation und Oxidationsversuche mit CrO3/t-BuOOH[77] bzw.
Permanganat[90] erfolglos waren, sollte der Weg über eine radikalische Bromierung mit an-
schließender Hydroxylierung und Oxidation führen (Schema 53).
O
O
O
OH
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
O
Br O
O
O
OH
O
O
O
HO
ab
136 154 155
Schema 53: Funktionalisierung der Benzylposition
a) Br2, hν, CCl4, Rückfluss, 1 h, 52 %; b) KOH, H2O, CH3CN, Raumtemp., 72 h, 92 %.
Beim Methylester 136 erfolgte die Bromierung mit elementarem Brom und Bestrahlung
mit einer Wolframdrahtlampe wie zu erwarten an der benzylischen Position. Die SN-
Reaktion zur Umwandlung zum Hydroxybenzyl 155 erfolgte mit einer Reaktionszeit von
etwa 72 h sehr langsam (Schema 53).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
56
Beim Versuch der Bromierung des Acetonids 135, unter den gleichen Bedingungen wie
beim Methylester, fielen blassgelbe Kristalle an. Die Präzisionsmasse von 472.11420
schloss das bromierte Produkt aus. Das DEPT 135-Experiment zeigte keinen Peak für eine
CH2-Gruppe, so dass die benzylische Position reagiert haben muss. Ein gegenüber dem
Benzylanthrachinon 135 zusätzliches Signal im 13C-Spektrum bei 191.6 ppm deutet auf
eine zusätzliche Carbonylfunktion Q hin (Tabelle 2).
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
57
Tabelle 2: NMR-Daten des Ketons 156
Atom-Bez. 13C-NMR
δ (ppm), M
1H-NMR
δ (ppm), M
H,H-
COSY
HMBC-
Kopplungen
A 107.0, s - - X, Y
B 158.2, s - - -
C 115.0, s - - -
D 138.6, s - - O
E 134.9, s - - -
F 180.2, s - - I
G 134.2, s - - I, J
H 160.7, s - - I, J, K
I 118.9, d 7.41, dd J, K K
J 135.3, d 7.78, dd I, K I, K
K 119.5, d 7.95, dd I, J I, J
L 135.4, s - - J, K
M 182.2, s - - O, K
N 128.0, s - - O
O 114.6, d 7.87, s - -
P 159.0, s* - - O
Q 191.6, s - - T
R 126.6, s - - T, V
S 159.1, s* - - U, T,
T 111.9, d 6.94, d U, V V
U 134.0, d 7.59, ddd T, V, W V
V 121.0, d 7.24, ddd T, U, W T
W 129.8, d 8.30, d U, V U
X 25.5, q** 1.80, s** - -
Y 25.6, q** 1.82, s** - -
Z 56.4, q 3.97, s - -
Aa 55.6, q 3.45, s - -
Signale mit * und mit ** konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
58
Die Zuordnung der Signale anhand der 2D-Experimente und besonders die Kopplung
zwischen Q und T bewiesen die Struktur des Ketons 156 (Schema 54).
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OBr
O
135
156
157
A
B
C
F
MP
Q
R
SV
Y
X
Z
J
Aa
D
T
a
b
Schema 54: Oxidation und Bromierung in Abhängigkeit vom Wassergehalt des Lösungsmittels
a) Br2, hν, CCl4 mit H2O gesättigt, Rückfluss, 1 h, 79 %; b) Br2, hν, CCl4 mit Spuren H2O,
Rückfluss, 1 h, 82 %.
Möglicherweise bildete sich über Brom als Radikalstarter ein benzylisches Radikal, das
mit OH aus Spuren von Wasser abgesättigt wurde, welches mit Brom zum Keton 156
oxidiert und so dem radikalischen Gleichgewicht entzogen wurde (Schema 54).
Bei der Reproduktion dieser Reaktion zeigte sich, dass die Gefahr der Bromierung des
benzoylischen Ringes in Position 5’ stark vom Wassergehalt des Lösungsmittels Tetra-
chlorkohlenstoff abhängig war. Wurde das Lösungsmittel mit Wasser gesättigt, war die Ge-
fahr der Bildung des unerwünschten Nebenprodukts 157 geringer, als mit einfach
destilliertem, technischem CCl4. Eine mögliche Erklärung hierfür wäre, dass die elektro-
phile Substitution erfolgte, bevor das aromatische System durch die Carbonylgruppe de-
aktiviert worden war.
Als Grund für die unterschiedlichen Reaktionsweisen des Acetonids 135 und des
Methylesters 136 ist der größere sterische Anspruch aufgrund der freien Drehbarkeit des
Methylesters denkbar. Dies könnte die Absättigung des benzylischen Radikals mit Wasser
erschweren.
Teil III 11 Durchführung und Diskussion
59
11.6 Entschützen
Die beiden Methylether der Verbindung 156 wurden mit Bortribromid gespalten, wobei das
Acetonid erhalten blieb (Schema 55). Das Acetonid hat gegenüber einer bereits
entschützten Hydroxysäure den Vorteil der besseren Löslichkeit in organischen Lösungs-
mitteln beim Abspalten der Methylgruppen.
O
O
O
O
O
O
O
OO
O
O
O
O
O
HO
O
O
O
OH
O
O
O
HO
OO
O
OH
OH
OH
O
HO
O
156 158
159 160
ab
Schema 55: Entschützen
a) BBr3, CH2Cl2, Raumtemp., 3 h, 95 %; b) BBr3 Überschuss, CH2Cl2, Raumtemp., 24 h, 20 %.
Die Methylgruppe am Salicylrest ließ sich sehr leicht abspalten, während die Methyl-
gruppe am Anthrachinon sich nur mit einem Überschuss an BBr3, sowie unter der Gefahr
der Zersetzung und Ring-Bromierung in bisher mäßigen Ausbeuten entfernen ließ.
Die Acetonid-Schutzgruppe sollte sich sauer spalten lassen, wobei eine mögliche
Cyclisierungsreaktion reversibel wäre.
Teil III 12 Zusammenfassung und Ausblick
60
12 Zusammenfassung und Ausblick
Im Zuge der vorliegenden Arbeit gelang erstmals die Synthese von 2’-Desalkyl-
Mumbaistatin. Entscheidend für den biomimetischen Aufbau ist die basenkatalysierte
Cyclisierung, die fast das komplette Substitutionsmuster, inklusive der Säurefunktionalität
an der sterisch gehinderten Position 2 in einem Schritt liefert. Eine weitere Schlüssel-
reaktion ist die radikalisch induzierte Oxidation in Benzylstellung.
12.1 Zusammenfassung
Ausgehend von 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) wird das Dimethoxynaphthol 114 in drei
Stufen dargestellt (Schema 56). Der Benzylester 120 kann unter drastischen „neat“-
Bedingungen in ausreichenden Ausbeuten erhalten werden.
OH
OH
O
O
OH O
O
O
OO
O
O
O O OO
O
OO O
OO
O
O
O
O
O
O
O
O
O
O
OH
O
O
O
HO
O
20 114 120
124 132
135 159
Schema 56: Zusammenfassung
Teil III 12 Zusammenfassung und Ausblick
61
Eine Fries-Verschiebung, die ebenfalls unter „neat“-Bedingungen durchgeführt wird und
die anschließende Oxidation liefert das Chinon 124. An dieses wird die „untere“ Seiten-
kette als Dien mit einer Cu(II) katalysierten Michael-artigen Reaktion addiert. Nach
erneuter Oxidation zum Chinon 132 wird die Cyclisierung mit einem Gemisch aus Kalium-
carbonat und Calciumacetat durchgeführt.
Die radikalisch induzierte Oxidation der sterisch gehinderten Benzylposition erfolgt mit
Brom und Spuren von Wasser in CCl4.
Mit BBr3 können beide Methylether gespalten werden.
12.2 Ausblick
Die für die Totalsynthese noch fehlende Seitenkette könnte an einen funktionalisierten
Aromaten addiert werden (vgl. Abschnitt 10.2). Dieser könnte durch die Verwendung einer
bromierten Säure 168 möglich sein, deren Synthese literaturbekannt ist (Schema
57).[91,92,93]
NO
2
O
2
N
O
O
2
N
NO
H
2
N
H
2
N
O
O
Br
HO
O O
Br
HO
O
Br
Cl
O
Br
N
O
Br
HO
O
abc
def
g
161 162 163
164 165 166
167 168
Schema 57: Synthese der funktionalisierten Säure 168
a) KCN, MeOH;[91] b) Zn;[92] c) 1. NaOH, 2. HBr;[92] d) BH3;[93] e) SOCl2;[93] f) KCN;[93] g)
Ethylenglykol, KOH.[93]
Teil III 12 Zusammenfassung und Ausblick
62
Mit der funktionalisierten Säure 168 sollte das funktionalisierte Acetonid 171 in Analogie
zur bisherigen Synthese erhältlich sein (Schema 58, vgl. Abschnitte 10.1 und 12.1). Die
Gefahr der Bromierung im Zuge der radikalisch induzierten Oxidation sollte sogar geringer
werden.
Für den Einbau der Seitenkette scheidet ein Brom-Metall-Austausch, wie ihn Schmalz et
al. durchführten (vgl. Schema 34), wegen der Carbonylgruppen aus. Weiterhin ist es
sinnvoll, die Oxidation in Benzylstellung und die Spaltung der Acetonid-Schutzgruppe auf
einer späten Stufe der Synthese durchzuführen, um die Bildung einer Spiroketalform zu
vermeiden.
Br
O
HO
O
O
O
O
OBr
O
O
O
O
O
O
O
Br
OO
O
O
O
O
O
Br
O
O
O
O
O
O
OOH
O
O
OH
O
CO
2
H
OH
OH
O
O
O
O
OH
O
OOH
O
O
O
OH
+ CO
OH
OH
O
OH
114
168
169
170 171
172
173 98a
Suzuki-Kupplung
Entschützen
Schema 58: Plan zum Einbau der Seitenkette mit Hilfe einer Suzuki-Kupplung
Teil III 12 Zusammenfassung und Ausblick
63
Aufgrund dieser Überlegungen erscheint der Einbau der Seitenkette über eine carbo-
nylierende Suzuki-Kupplung denkbar.[94,95] Da die enantiomerenreine Synthese sowohl der
(R)[96] als auch der (S)-Hydroxypentensäure 172[97] beschrieben ist, könnten so beide
Enantiomere des Mumbaistatin 98a erstmalig gezielt hergestellt werden und damit auch die
absolute Konfiguration des Naturstoffs bestimmt werden.
Als Alternative bietet sich die C-C-Verknüpfung mittels einer Heck-Reaktion an, wobei die
Seitenkette 174 in geschützter Form eingeführt wird (Schema 59). Auch hier sind beide
Enantiomere der Säure beschrieben.[98] Das entstandene Alken 175 könnte mit einer
Hydroborierung in den Alkohol 176 überführt werden, der anschließend zum Keton 177
oxidiert werden soll.
O
O
O
O
O
O
Br
OO
O
OH
O
O
O
OH
O
O
OH
CO
2
H
OH
OH
O
O
O
OH
OR
O
OR
OR
O
O
O
O
O
O
OO
OR
O
OH
O
O
O
O
O
OO
OR
O
O
OH
O
O
OH
CO
2
H
OH
OH
O
O
OH O
OR
OR OR
170
174
175
176 177
178 98a
Heck-Kupplung
Hydro-
borierung
Ox.
Ent-
schützen
Ox.
Schema 59: Alternativer Plan zum Einbau der Seitenkette mit Hilfe einer Heck-Kupplung
Teil III 12 Zusammenfassung und Ausblick
64
In Schema 59 ist die Oxidation in Benzylstellung erst nach dem Entschützen dargestellt,
diese Option bietet sich auch für die Synthese mit Hilfe der Suzuki-Kupplung an (vgl.
Schema 58). So können Schutzgruppen gewählt werden, die sich sauer abspalten lassen,
ohne dass die Gefahr der Bildung der Spiroketalform 98b besteht.
13 Experimenteller Teil
65
13 Experimenteller Teil
13.1 Allgemeines
Analytische Dünnschichtchromatographie:
Die analytische Dünnschichtchromatographie wurde mit Kieselgel-Fertigfolien (Kieselgel
60 F254) der Firma E. MERCK AG, Darmstadt durchgeführt. Die Detektion der Substanzen
wurde durch UV-Licht (λ = 254 nm und 366 nm), durch Erhitzen der Dünnschichtfolie
und/oder durch Anwendung von Sprühreagenz [Cer(IV)molybdato-phosphorsäure: 10 g
Cer(IV)-Sulfat, 25 g Molybdatophosphorsäure in 60 mL konz. H2SO4 und 940 mL H2O]
vorgenommen.
Säulenchromatographie:
Als stationäre Phase diente Kieselgel 60 (230−400 mesh, 0.040−0.063 mm und 0.063–0.2
mm) der Firma E. MERCK AG, Darmstadt. Das Laufmittelgemisch wird in den jeweiligen
Vorschriften angegeben.
Schmelzpunkte:
Als Schmelzpunktbestimmungsapparatur diente "GALLENKAMP MELTING POINT
APPARATUS". Die Schmelzpunkte wurden in offenen Kapillaren gemessen und sind nicht
korrigiert.
Trocknung und Reinigung der Lösungsmittel:
Die Reinigung der verwendeten Lösungsmittel wurde nach Standardmethoden
vorgenommen[99,100]. THF wurde grundsätzlich vor der Verwendung frisch über Natrium
abdestilliert.
13 Experimenteller Teil
66
Instrumentelle Analytik:
IR-Spektroskopie: FT-IR Spektrometer NICOLET 510 P
UV-Spektroskopie: SHIMADZU UV-VIS Spektrophotometer UV − 2101 PC
Elementaranalysen: PERKIN-ELMER Elemental Analyzer 2400
Massenspektrometrie: FINNIGAN MAT 8430
GC-MS: Fisons Instrument MD 800 LAB-BASE
NMR-Spektroskopie: BRUKER ARX 200
BRUKER Avance 500
Für die Zuordnung der NMR-Signale wurde die Bezifferung der IUPAC-Nomenklatur
verwendet. Die Verschiebungen in den NMR-Spektren beziehen sich auf TMS (δ = 0.0
ppm) als internen Standard.
Die Multiplizitäten der Kohlenstoffatome wurden den entsprechenden DEPT-Spektren
entnommen. Es bedeuten:
s Singulett bzw. quatäres Kohlenstoffatom
br s breites Singulett
d Dublett bzw. tertiäres Kohlenstoffatom
t Triplett bzw. sekundäres Kohlenstoffatom
q Quartett bzw. primäres Kohlenstoffatom
m Multiplett
dd Dublett vom Dublett
ddd Dublett vom Doppeldublett
Mein besonderer Dank für die Durchführung der instrumentellen Analytik gilt Herrn PD
Dr. H. Egold, Herrn Dr. D. Gehle, Frau K. Stolte (Universität Paderborn, NMR-Spek-
troskopie, Bruker Avance 500), Frau M. Zukowski (Universität Paderborn, GC-MS) und
Frau M. Busse (Univesität Paderborn, Elementaranlyse).
13.1.1 Gehaltsbestimmung von Organometall-Lösungen
Die tatsächlichen Konzentrationen von Organometall-Lösungen (wie z. B. n-BuLi in
Hexan) wurden nach einer Methode von Chong und Nielsen bestimmt.[101]
13 Experimenteller Teil
67
13.2 Versuchsvorschriften
5-Methoxynaphthalin-1-ol (40a)
O
OH
Methode A: Zu einer Lösung von 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) (3.00 g, 18.7 mmol) in
Aceton (abs.) (80 mL) gibt man feingepulvertes, trockenes Kaliumcarbonat (3.00 g, 21.71
mmol) und Methyljodid (1.17 mL, 18.7 mmol). Die Suspension wird 4 h unter Rückfluss
erhitzt und anschließend vorsichtig mit 1 M HCl (80 mL) versetzt. Die wässrige Phase
wird mit CH2Cl2 (3 × 80 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über
Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Die Rei-
nigung, bzw. Abtrennung des dimethylierten Produkts und des nicht umgesetzten Edukts,
erfolgt säulenchromatographisch (Laufmittel: CH2Cl2). Man erhält den Monomethylether
40a (1.20 g, 37 %, Schmp.: 141 °C, Lit.[23]: 140–142 °C) als weiße Kristalle.
Methode B:[23] Natriumhydrid (550 mg, 11.5 mmol, 50 % Dispersion in Öl) wird mit
Hexan (20 mL) gewaschen, in DMF (20 mL) aufgeschlämmt und mit Ethanthiol (0.83 mL,
11.0 mmol) in DMF (10 mL) versetzt. Die Suspension wird für 10 min gerührt, mit
weiterem DMF (20 mL) und 1,5-Dimethoxynaphthalin (39) (1.88 g, 10.0 mmol) versetzt.
Das Reaktionsgemisch wird 6 h auf 100 °C erhitzt, auf Raumtemperatur abgekühlt, mit
5 %iger HCl (50 mL) angesäuert und in Wasser (500 mL) gegossen. Extraktion mit CH2Cl2
(2 × 150 mL), waschen mit Wasser (100 mL), trocknen über Na2SO4 und entfernen des
Lösungsmittels unter vermindertem Druck liefert den Monomethylether 40a (1.69 g, 88 %,
Schmp.: 140 °C, Lit.[23]: 140–142 °C) als weiße Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.99 (s, 3 H, OCH3), 6.84 (d, 3J = 7.5 Hz, 2 H, 2-H, 6-H),
7.29 (dd, 3J = 8.6 Hz, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 3-H), 7.39 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 7-H),
7.74 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 8-H), 7.84 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 4-H).–
13 Experimenteller Teil
68
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 56.0 (q, OCH3), 104.9 (d, C-6), 109.9 (d, C-2), 114.1 (d,
C-4), 115.2 (d, C-8), 125.6/125.7 (2 × d, C-3, C-7), 127.4 (s, C-4a, C-8a), 151.6 (s, C-1),
155.8 (s, C-5).–
AAV I: Veretherung von Hydroxynaphthalenen mit Methylallylbromid[18]
Eine Suspension aus Hydroxynaphthalin (10 mmol), 3-Brom-2-methylprop-1-en (11
mmol) und feingepulvertem, trockenem Kaliumcarbonat (11 mmol) in wasserfreiem
Aceton (30 mL) wird 6 h gerührt und unter Rückfluss erhitzt. Das Volumen der
Reaktionsmischung wird unter vermindertem Druck auf etwa 5 mL reduziert und in Wasser
(15 mL) aufgenommen, um das Kaliumcarbonat zu lösen. Die Lösung wird mit CH2Cl2
(3 × 30 mL) extrahiert, die vereinigten organischen Phasen mit 2 M NaOH (20 mL) und
Wasser (20 mL) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet, filtriert und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Das Rohprodukt wird mit dem angegebenen Laufmittel über
Kieselgel säulenchromatographisch gereinigt.
1-Methoxy-5-(2-methylallyloxy)naphthalin (41a)
O
O
Nach der AAV I wird das Methoxynaphthol 40a (500 mg, 2.88 mmol) mit dem Allylbromid
(0.29 ml, 2.88 mmol) umgesetzt. Nach chromatographischer Reinigung (Laufmittel:
CH2Cl2) erhält man den Allylether 41a (610 mg, 93 %, Schmp.: 66 °C, Lit.[18]: 67 °C) als
weißen Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.97 (s, 3 H, 2’-CH3), 4.04 (s, 3 H, OCH3), 4.65 (s, 2 H,
1’-H), 5.09 (s, 1 H, 3’-H), 5.26 (s, 1 H, 3’-H), 6.89 (d, 3J = 7.8 Hz, 2 H, 2-H, 6-H), 7.40
(dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 7-H), 7.43 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J =7.8 Hz, 1 H, 3-H), 7.89
(d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 4-H), 7.95 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 8-H).–
13 Experimenteller Teil
69
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 20.0 (q, 2’-CH3), 56.0 (q, OCH3), 72.3 (t, C-1’), 104.9 (d,
C-2), 106.2 (d, C-6), 112.9 (t, C-3’), 114.7/114.8 (2 × d, C-4, C-8), 125.6 (d, C-3, C-7),
127.1/127.2 (2 × s, C-4a, C-8a), 141.4 (s, C-2’), 154.7 (s, C-5), 155.7 (s, C-1).–
AAV II: Claisen-Umlagerung[18]
Eine Lösung des Allylethers (10 mmol) in N,N-Dimethylanilin (5 mL) wird unter
Schutzgas 6 h auf 180 °C erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird die
Lösung in eiskalte 1 M HCl (25 mL) gegossen. Die wässrige Phase wird mit CH2Cl2 (3 ×
10 mL) extrahiert und die vereinigten organischen Phasen mit 1 M HCl (40 mL) und
Wasser (20 mL) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet, filtriert und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Das Rohprodukt wird über eine Flash-Säule (Kieselgel)
gereinigt.
5-Methoxy-2-(2-methyallyl)-naphthalin-1-ol (42a)
O
OH
Nach der AAV II wird der Allylether 41a (300 mg, 1.31 mmol) umgesetzt. Nach flash-
chromatographischer Reinigung (Laufmittel: PE/EE 10:1) erhält man das Allylnaphthol
42a (282 mg, 94 %, Schmp.: 73 °C, Lit.[18]: 75 °C) als weiße Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.80 (s, 3 H, 2’-CH3), 3.58 (s, 2 H, 1’-H), 4.04 (s, 3 H,
OCH3), 5.02 (s, 2 H, 3’-H), 5.77 (s, 1 H, OH), 6.85 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 6-H), 7.24 (d, 3J =
8.3 Hz, 1 H, 3-H), 7.42 (dd, 3J = 7.8 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H 7-H), 7.79 (d, 3J = 7.7 Hz, 1 H,
8-H), 7.83 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 22.4 (q, 2’-CH3), 41.0 (t, C-1’), 55.9 (q, OCH3), 104.3 (d,
C-6), 113.2 (t, C-3’), 114.2 (d, C-8), 114.7 (d, C-4), 118.9 (s, C-2), 125.7 (d, C-7), 126.4 (s,
C-4a, C-8a), 128.6 (d, C-3), 145.1 (s, C-2’), 150.3 (s, C-1), 155.8 (s, C-5).–
13 Experimenteller Teil
70
AAV III: heterogenkatalysierte Hydrierung[99]
Eine Suspension des Alkens (10 mmol) und Pd/C (10 %) (0.5 mmol) in Methanol (50 mL)
wird in einem Kolben, versehen mit einem H2-Ballon, 1 h lang gerührt. Man filtriert über
Celite und entfernt das Lösungsmittel unter vermindertem Druck.
2-Isobutyl-5-methoxynaphthalin-1-ol (43a)
O
OH
Nach der AAV III wird das Alken 42a (166 mg, 0.73 mmol) mit Wasserstoff und Pd/C
(39 mg) in Methanol (10 mL) umgesetzt. Man erhält das gesättigte Produkt 43a (154 mg,
92 %, Schmp.: 81 °C, Lit.[102]: 81 °C) als weißen Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.03 (d, 3J = 6.6 Hz, 6 H, 2 × 2’-CH3), 2.05 (m, 1 H,
2’-H), 2.67 (d, 3J = 7.2 Hz, 2 H, 1’-H), 4.04 (s, 3 H, OCH3), 5.18 (s, 1 H, OH), 6.84 (d,
3J = 7.8 Hz, 1 H, 6-H), 7.25 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 3-H), 7.43 (dd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.8 Hz,
1 H, 7-H), 7.74 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 8-H), 7.84 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 22.9 (q, 2 × 2’-CH3), 27.9 (d, C-2’), 38.7 (t, C-1’), 56.9 (q,
OCH3), 104.0 (d, C-6), 113.7 (d, C-8), 114.4 (d, C-4), 120.3 (s, C-2), 125.9 (s, C-4a, C-8a),
125.6 (d, C-7), 128.7 (d, C-3), 148.8 (s, C-1), 155.9 (s, C-5).–
AAV IV: Oxidation mit Mimoun-Komplex[25]
Eine Lösung des Naphthols (1 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 wird innerhalb 1 h zu einer
Lösung von [MoO(O2)2]·py·HMPT (2 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 (40 mL) mit 100 mg
Molekularsieb (3 Å) getropft. Die Reaktion wird per DC verfolgt und nach den in den
Einzelvorschriften angegebenen Zeiten mit 10 %iger Schwefelsäure (2 mL) gequenched.
Die Mischung wird 30 min gerührt, anschließend mit Na2SO4 (10 g) versetzt und weitere
30 min gerührt. Die Lösung wird filtriert und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck
entfernt. Die Reinigung des Rohprodukts erfolgt säulenchromatographisch (Kieselgel) mit
dem jeweils angegebenen Laufmittel. Das Verhältnis der Oxidationsprodukte wurde
13 Experimenteller Teil
71
anhand des Mittelwerts der Integration der gut unterscheidbaren Signalpaare von 7-H und
8-H im 1H NMR-Spektrum bestimmt. Die chemischen Verschiebungen sind jeweils einem
Spektrum entnommen.
2-Hydroxy-2-isobutyl-5-methoxynaphthalin-1(2H)-on (51a) und 1-Hydroxy-1-
isobutyl-5-methoxy-1H-naphthalin-2-on (52a)
O O
O
OH
HO O
51a 52a
Methode A: Nach der AAV IV wird das Naphthol 43a (115 mg, 0.50 mmol) mit
[MoO(O2)2]·py·HMPT (434 mg, 1.00 mmol) oxidiert. Nach insgesamt 3 h wird der Ansatz
aufgearbeitet und mit PE/EE 4:1 als Laufmittel säulenchromatographisch gereinigt. Man
erhält 97 mg (79 %) eines 1:3.5 Gemisches der Ketone 51a und 52a.
Methode B: Eine Lösung des Naphthols 43a (115 mg, 0.50 mmol) und Zr(acac)2 (49 mg,
0.10 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 (15 ml) wird bei Raumtemperatur innerhalb 1 h zu
einer Lösung aus 1.00 mmol TBHP (8.70 M in 10 ml wasserfreiem CH2Cl2) mit 100 mg
Molekularsieb (3 Å) getropft. Die Reaktion wird per DC verfolgt und nach 48 h analog zur
AAV IV aufgearbeitet. Man erhält nach chromatographischer Reinigung (Laufmittel: PE/EE
4:1) ausschließlich das Umlagerungsprodukt 52a (101 mg, 82 %) als orangeroten Feststoff.
Daten für 2-Hydroxy-2-isobutyl-5-methoxynaphthalin-1(2H)-on (51a):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.89 (d, 3J = 6.2 Hz, 3 H, 2’-CH3), 0.91 (d, 3J = 6.2 Hz,
3 H, 2’-CH3), 1.42-1.56 (m, 3 H, 1’-H, 2’-H), 3.91 (s, 3 H, OCH3), 6.33 (d, 3J = 10.2 Hz,
1 H, 3-H), 6.92 (d, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 4-H), 7.12 (dd, 3J = 8.2 Hz, 4J = 0.9 Hz, 1 H, 6-H),
7.30 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 7-H), 7.54 (d, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.7 (q, 2 × 2’-CH3), 25.1 (d, C-2’), 50.7 (t, C-1’), 56.3
(q, OCH3), 78.9 (s, C-2), 117.0 (d, C-6), 118.8 (d, C-4, C-8), 119.2 (d, C-4, C-8), 127.4
(s, C-4a, C-8a), 129.2 (d, C-3), 130.0 (s, C-4a, C-8a), 136.1 (d, C-7), 155.2 (s, C-5), 205.8
(s, C-1).–
13 Experimenteller Teil
72
Daten für 1-Hydroxy-1-isobutyl-5-methoxy-1H-naphthalin-2-on (52a):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.82 (d, 3J = 6.3 Hz, 3 H, 2’-CH3), 0.83 (d, 3J = 6.3 Hz,
3 H, 2’-CH3), 1.61-1.83 (m, 3 H, 1’-H, 2’-H), 3.91 (s, 3 H, OCH3), 6.16 (d, 3J = 10.2 Hz,
1 H, 3’-H), 6.84 (dd, 3J = 8.1 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 6-H), 7.27–7.44 (m, 2 H, 7-H, 8-H),
7.95 (d, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.3 (q, 2 × 2’-CH3), 24.9 (d, C-2’), 54.8 (t, C-1’), 56.1
(q, OCH3), 81.1 (s, C-1), 110.0 (d, C-6), 118.3/118.4 (2 × s, C-4a, C-8a), 118.6 (d, C-8),
121.6 (d, C-3), 131.9 (d, C-7), 139.7 (d, C-4),157.1 (s, C-5), 206.1 (s, C-2).–
2,2-Dimethylpropionsäure-5-hydroxynaphthalin-1-ylester (40b)
O
OH
O
Eine Lösung aus Pivalinsäurechlorid (5.09 ml, 41.5 mmol) in CH2Cl2 (abs.) (50 mL) wird
zu einer gerührten Lösung aus 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) (6.64 g, 41.5 mmol), DMAP
(0.51 g, 4.1 mmol) und Pyridin (abs.) (6.56 mL, 83.0 mmol) in CH2Cl2 (abs.) (150 mL)
getropft. Die Reaktionslösung wird 24 h bei Raumtemperatur gerührt, mit Eiswasser
(100 mL) versetzt, die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 80 mL) extrahiert. Die vereinigten
organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Man trennt den Diester und das nicht umgesetzte Binaphthol
20 säulenchromatographisch (Laufmittel: CH2Cl2/Et2O 19:1) ab und erhält den Monoester
40b (3.59 g, 36 %, Schmp.: 179 °C) als hellbraunen Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.54 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 5.56 (s, 1 H, OH), 6.76 (d, 3J =
7.2 Hz, 1 H, 6’-H), 7.22–7.34 (m, 2 H, 2’-H, 7’-H), 7.41–7.51 (m, 2 H, 3’-H, 8’-H), 8.05
(d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 4’-H).–
13 Experimenteller Teil
73
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 27.8 (q, 3 × 2-CH3), 36.9 (s, (C-2), 109.6 (d, C-6’), 113.8
(d, C-8’), 118.9 (d, C-2’), 120.3 (d, C-4’), 124.9 (d, C-3’), 126.3 (s, C-4a’), 126.9 (d, C-7’),
128.7 (s, C-8a’), 147.1 (s, C-1’), 152.1 (s, C-5’), 178.0 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 298 nm (3.73), 311 (3.64), 324 (3.48).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 244 (33) [M+], 160 (100) [M++H-COC(CH3)3], 131 (39),
[M++H-COC(CH3)3-CHO], 85 (19), [COC(CH3)3+], 57 (76) [C3H5O+], 28 (20) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3454 (OH), 3059 (CH), 2974 (CH), 2931 (CH), 2873 (CH3), 1728
(C=O), 1601 (C=C), 1577 (C=C), 1406, 1273, 1149, 928, 912, 775.–
Präzisionsmasse für C15H16O3: (ber.) 244.10994
(gef.) 244.10989
Elementaranalyse C15H16O3: (ber.) C 73.75 H 6.60
(gef.) C 73.52 H 6.53
2,2-Dimethylpropionsäure-5-(2-methylallyloxynaphthalin)-1-ylester (41b)
O
O
O
Nach der AAV I wird das Naphthol 40b (1.50 g, 6.2 mmol) mit Allylbromid (0.62 ml, 6.2
mmol) und K2CO3 umgesetzt. Man erhält den Allylether 41b (1.62 g, 88 %) als rotbraunes
Öl.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.54 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 1.96 (s, 3 H, 2’’-CH3), 4.66
(s, 2 H, 1’’-H), 5.10 (d, 4J = 0.7 Hz, 1 H, 3’’-H), 5.25 (d, 4J = 0.7 Hz, 1 H, 3’’-H), 6.88 (dd,
3J = 6.7 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 6’-H), 7.26 (dd, 3J = 7.4 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 2’-H), 7.46
(dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.4 Hz, 1 H, 3’-H), 7.54–7.61 (m, 2 H, 7’-H, 8’-H), 8.26 (d, 3J = 8.4
Hz, 1 H, 4’-H).–
13 Experimenteller Teil
74
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 20.0 (q, 2’-CH3), 27.9 (q, 3 × 2-CH3), 39.3 (s, C-2), 72.4
(t, C-1’’), 106.1 (d, C-6’), 113.2 (t, C-3’’), 113.8 (d, C-8’), 119.1 (d, C-4’), 120.6 (d, C-2’),
125.1 (d, C-3’), 127.0 (d, C-7’), 127.7 (s, C-4a’), 128.7 (s, C-8a’), 141.2 (s, C-2’’), 147.3
(s, C-5’), 155.0 (s, C-1’), 177.4 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 295 nm (3.94), 307 (3.76), 322 (3.48).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 298 (38) [M+], 214 (50) [M++H-COC(CH3)3], 159 (61) [M++H-
COC(CH3)3-C4H7], 57 (100) [C3H5O+], 41 ( 28) [C3H5+], 28 (16) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3080 (C=C), 2974 (CH), 2935 (CH), 2873 (CH3), 1755 (C=O), 1599
(C=C), 1508 (C=C), 1408, 1396, 1259, 1120, 1020, 904, 775.–
Präzisionsmasse für C19H22O3: (ber.) 298.15689
(gef.) 298.15686
Elementaranalyse C19H22O3: (ber.) C 76.48 H 7.43
(gef.) C 76.23 H 7.07
5-Hydroxy-6-(2-methylallyl)naphthalin-1-ylpivalat (42b)
O
OH
O
Nach der AAV II wird der Allylether 41b (1.20 g, 4.02 mmol) umgelagert. Nach säulen-
chromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) erhält man das Naphthol 42b
(0.91 g, 76 %, Schmp.: 71 °C) als gelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.54 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 1.79 (s, 3 H, 2’’-CH3), 3.57
(s, 2 H, 1’’-H), 5.03 (br s, 2 H, 3’’-H), 5.91 (s, 1 H, OH), 7.21 (dd, 3J = 7.6 Hz, 4J = 0.9 Hz,
1 H, 2’-H), 7.27 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 7’-H), 7.45 (dd, 3J = 8.5 Hz, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 3’-H),
7.49 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 8’-H), 8.12 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 4’-H).–
13 Experimenteller Teil
75
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 22.4 (q, C-3’’), 27.8 (q, 3 × 2-CH3), 39.9 (s, C-2), 40.9
(t, C-1’’), 113.3 (t, C-3’’), 113.6 (d, C-8’), 118.3 (d, C-2’), 118.7 (s, C-6’), 120.0 (d, C-4’),
125.1 (d, C-3’), 126.8 (s, C-4a’), 127.8 (s, C-8a’), 129.9 (d, C-7’), 144.9 (s, C-2’’), 147.1
(s, C-1’), 150.8 (s, C-5’), 177.6 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 298 nm (3.66), 311 (3.56), 326 (3.43).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 298 (37) [M+], 214 (89) [M++H-COC(CH3)3], 199 (26) [M++H-
COC(CH3)3-CH3], 169 (27), 114 (42), 70 (51), 57 (100) [C3H5O+], 41 ( 28) [C3H5+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3464 (OH), 3080 (C=C), 2979 (CH), 2933 (CH), 2873 (CH3), 1755
(C=O), 1728, 1603 (C=C), 1510 (C=C), 1406, 1259, 1140, 901, 787, 764.–
Präzisionsmasse für C19H22O3: (ber.) 298.15689
(gef.) 298.15673
Elementaranalyse C19H22O3: (ber.) C 76.48 H 7.43
(gef.) C 76.37 H 7.42
2,2-Dimethylpropionsäure-5-hydroxy-6-isobutylnaphthalin-1-ylester (43b)
O
OH
O
Nach der AAV III wird das Alken 42b (149 mg, 0.50 mmol) hydriert. Man erhält das
gesättigte Produkt 43b (150 mg, 99 %) als rotbraunes Harz.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.99 (d, 3J = 6.6 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 1.01 (d, 3J = 6.6 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.54 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 1.94–2.05 (m, 1 H, 2’’-H), 2.62 (d, 3J = 7.2 Hz,
2 H, 1’’-H), 5.38 (s, 1 H, OH), 7.18 (dd, 3J = 7.5 Hz, 4J = 0.9 Hz, 1 H, 2’-H), 7.25 (d, 3J =
8.6 Hz, 1 H, 7’-H), 7.41 (dd, 3J = 8.5 Hz, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 3’-H), 7.45 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H,
8’-H), 8.01 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 4’-H).–
13 Experimenteller Teil
76
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.0 (q, 2 × 2’’-CH3), 27.8 (q, 3 × 2-CH3), 29.8 (d, C-2’’),
39.7 (t, C-1’’), 39.9 (s, C-2), 113.4 (d, C-8’), 118.0 (d, C-2’), 119.7 (d, C-4’), 121.5 (s,
C-6’), 125.0 (d, C-3’), 126.4/127.3 (2 × s, C-4a’, C-8a’), 130.0 (d, C-7’), 147.2 (s, C-1’),
149.2 (s, C-5’), 177.6 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (3.95).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 300 (11) [M+], 230 (44) [M+-C4H8-OH], 216 (24) [M+-C4H9O2],
173 (15) [M+-C4H9O2-C3H7], 85 (11), 57 (100) [C3H5O+], 41 ( 32) [C3H5+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3460 (OH), 3076 (CH), 2960 (CH), 2933 (CH), 2870 (CH3), 1757
(C=O), 1664, 1595 (C=C), 1464, 1259, 1238, 1107, 777.–
Präzisionsmasse für C19H24O3: (ber.) 300.17254
(gef.) 300.17229
Elementaranalyse C19H24O3: (ber.) C 75.97 H 8.05
(gef.) C 75.28 H 7.63
2,2-Dimethylpropionsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-
ylester (51b) und 2,2-Dimethylpropionsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-
dihydronaphthalin-1-ylester (52b)
O
O
O
O
O
OH
HO O
51b 52b
Nach der AAV IV wird das Isobutylnaphthol 43b (150 mg. 0.50 mmol) mit
[MoO(O2)2]·py·HMPT (217 mg, 1.00 mmol) innerhalb von 6 h oxidiert. Man erhält die
Oxidationsprodukte (112 mg, 71 %) als 1:2.6 Gemisch der Ketone 51b und 52b.
Daten für 2,2-Dimethylpropionsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-
ylester (51b):
13 Experimenteller Teil
77
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.90 (d, 3J = 6.4 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.92 (d, 3J = 6.4 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.44 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 1.49–1.57 (m, 3 H, 1’’-H, 2’’-H), 3.50 (s, 1 H,
OH), 6.39 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 7’-H), 6.53 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 8’-H), 7.29–7.39 (m,
2 H, 2’-H, 3’-H), 7.83 (dd, 3J = 7.1 Hz, 4J = 1.7 Hz, 1 H, 5’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.6 (q, 2 × 2’’-CH3), 24.9 (q, 3 × 2-CH3), 25.1 (d, C-2’’),
39.8 (s, C-2), 50.4 (t, C-1’’),78.8 (s, C-6’), 117.8 (d, C-8’), 124.0 (s, C-8a’), 124.9 (d,
C-4’), 129.0 (d, C-2’), 129.2 (d, C-7’), 131.0 (s, C-4a’), 138.3 (d, C-3’), 146.9 (s, C-1’),
177.0 (s, C-1), 204.4 (s, C-5’).–
Daten für 2,2-Dimethylpropionsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-
ylester (52b):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.82 (d, 3J = 6.1 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.84 (d, 3J = 6.2 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.44 (s, 9 H, 3 × 2-CH3), 1.63–1.86 (m, 3 H, 1’’-H, 2’’-H), 3.86 (s, 1 H,
OH), 6.23 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 7’-H), 7.02 (dd, 3J = 8.1 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 2’-H), 7.42–
7.50 (m, 2 H, 3’-H, 4’-H), 7.58 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 8’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.2 (d, C-2’’), 24.4 (q, 2 × 2’’-CH3), 27.6 (q, 3 × 2-CH3),
39.8 (s, C-2), 54.6 (t, C-1’’), 81.1 (s, C-5’), 121.7 (d, C-2’), 121.9 (s, C-4a’), 123.7/123.7
(2 × d, C-4’, C-7’), 130.5 (s, C-8a’), 131.3 (d, C-3’), 137.9 (d, C-8’), 147.0 (s, C-1’), 177.0
(s, Piv-CO), 205.4 (s, C-6’).–
5-Hydroxynaphthalin-1-ylmethansulfonat (40c)[103]
O
OH
S
O
O
1
5
Zu einer Lösung aus 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) (16.50 g, 103.1 mmol) und Et3N
(15.77 mL, 113.4 mmol) in CH2Cl2 (200 mL) wird unter Eiskühlung Methansufonylchlorid
(7.98 mL, 103.1 mmol) zugegeben. Nach 12 h Rühren bei Raumtemperatur wäscht man
mit 1 M HCl (50 mL) und extrahiert die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 50 ml). Die
13 Experimenteller Teil
78
vereinigten organischen Phasen werden mit Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck entfernt. Nach säulenchromatographischer Abtrennung des Di-
mesylats und des nicht umgesetzten Edukts 20 erhält man das Monomesylat 40c (6.70 g,
27 %, Schmp.: 118 °C) als weiße Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.25 (s, 3 H, CH3), 6.90 (d, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 6-H), 7.43
(dd, 3J = 8.5 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 3-H), 7.52 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 2-H), 7.61 (dd, 3J =
8.1 Hz, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 7-H), 7.73 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 4-H), 8.21 (d, 3J = 8.1 Hz, 1 H,
8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 38.4 (q, SO2CH3), 110.1 (d, C-6), 114.3 (d, C-2), 119.5 (d,
C-4), 121.9 (d, C-8), 125.0 (d, C-3), 126.4 (s, C-8a), 127.8 (d, C-7), 128.8 (s, C-4a), 145.6
(s, C-1), 152.1 (s, C-5).–
5-(2-Methylallyloxy)naphthalin-1-ylmethansulfonat (41c)
O
O
S
O
O
Nach der AAV I wird das Hydroxynaphthalinsulfonat 40c (2.20 g, 9.2 mmol) mit dem
Allylbromid (1.12 ml, 11.1 mmol) und K2CO3 (1.53 g, 11.1 mmol) umgesetzt. Man erhält
den Allylether 41c (2.56 g, 95 %, Schmp.: 59 °C) als weiße Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.95 (s, 3 H, 2’-CH3), 3.28 (s, 3 H, SO2CH3), 4.65 (s, 2 H,
1’-H), 5.10 (s, 1 H, 3’-H), 5.24 (s, 1 H, 3’-H), 6.91 (d, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 6-H), 7.39–7.62
(m, 3 H, 2-H, 3-H, 7-H), 7.73 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 8-H), 8.34 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 20.0 (2’-CH3), 38.3 (q, SO2CH3), 72.4 (t, C-1’), 106.5 (d,
C-6), 113.7 (t, C-3’), 113.9 (d, C-4), 119.5 (d, C-2), 122.2 (d, C-8), 125.0 (d, C-3), 127.8
(s, C-8a), 128.0 (d, C-7), 128.6 (s, C-4a), 141.0 (s, C-1), 145.6 (s, C-2’), 154.9 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 286 nm (3.63), 296 (3.62).–
13 Experimenteller Teil
79
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 292 (21) [M+], 213 (42) [M+-CH3O2S], 159 (55) [M+-CH3O2S-
C4H7+H], 136 (35), 55 (100) [C4H7+], 43 (75) [C3H7+], 28 (53) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3076 (C=C), 3020 (CH), 2976 (CH), 2937 (CH), 2877 (CH3), 1601
(C=C), 1506 (C=C), 1406, 1369, 1348 (S=O), 1176, 922, 800, 783.–
Präzisionsmasse für C15H16O4S: (ber.) 292.07693
(gef.) 292.07793
5-Hydroxy-6-(2-methylallyl)naphthalin-1-ylmethansulfonat (42c)
O
OH
S
O
O
Nach der AAV II wird der Allylether 41c (480 mg, 1.64 mmol) 5 h auf 170 °C erhitzt. Man
erhält das Naphthol 42c (451 mg, 94 %, Schmp.: 76 °C) als rotbraunen Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.80 (s, 3 H, 2’-CH3), 3.25 (s, 3 H, SO2CH3), 3.56 (s, 2 H;
1’-H), 5.02 (d, 3J = 8.6 Hz, 2 H, 3’-H), 6.08 (s, 1 H, OH), 7.35 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 2-H),
7.41–7.56 (m, 2 H, 3-H, 7-H), 7.71 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 8-H), 8.22 (dd, 3J = 8.1 Hz, 4J =
0.8 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 22.4 (q, 2’-CH3), 38.3 (q, SO2CH3), 40.9 (t, C-1’), 113.6
(t, C-3’), 114.0 (d, C-2), 118.7 (d, C-8), 119.4 (s, C-6), 121.5 (d, C-4), 125.0 (d, C-7),
127.0 (s, C-8a), 127.7 (s, C-4a), 130.8 (d, C-3), 144.7 (s, C-2’), 145.6 (s, C-1), 150.8 (s,
C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 300 nm (3.71), 311 (3.65), 326 (3.53).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 292 (16) [M+], 244 (24), 213 (69) [M+-CH3O2S], 160 (100)
[C10H8O2], 131 (18), 57 (28) [C3H5O+].–
13 Experimenteller Teil
80
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3513 (OH), 3080 (C=C), 3032 (CH), 2978 (CH), 2935 (CH), 2850
(CH3), 1651, 1604 (C=C), 1572 (C=C), 1508 (C=C), 1400, 1360, 1352 (S=O), 1252, 1178,
1151, 970, 924, 899, 806.–
Präzisionsmasse für C15H18O4S: (ber.) 292.07693
(gef.) 292.07568
Elementaranalyse C15H18O4S: (ber.) 61.62 H 5.52
(gef.) 61.25 H 5.44
5-Hydroxy-6-isobutylnaphthalin-1-ylmethansulfonat (43c)
O
OH
S
O
O
Nach der AAV III wird das Allylnaphthol 42c (310 mg, 1.06 mmol) hydriert. Man erhält
das iso-Butylnaphthol 43c (305 mg, 96 %, Schmp.: 87 °C) als blassgelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.00 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.03 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.91-2.11 (m,
1 H, 2’-H), 2.64 (d, 3J = 7.2 Hz, 2 H, 1’-H2), 3.24 (s, 3 H, SO2CH3), 5.51 (s, 1 H, OH),
7.34 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 2-H), 7.41–7.54 (m, 2 H, 3-H, 7-H), 7.69 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H,
8-H), 8.16 (d, 3J = 8.0 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.0 (q, 2 × 2’-CH3), 29.8 (d, C-2’), 38.3 (q, SO2CH3),
39.6 (t, C-1’), 113.7 (d, C-2), 118.5 (d, C-8), 121.6 (d, C-4), 122.0 (s, C-6), 125.0 (d, C-7),
126.7 (s, C-8a), 127.3 (s, C-4a), 130.9 (d, C-3), 145.7 (s, C-1), 149.2 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 302 nm (3.69), 310 (3.64), 326 (3.53).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 294 (17) [M+], 251 (9) [M+-C3H7], 215 (72) [M+-CH3O2S], 187
(7), [M+-CH3O2S-CO], 144 (17) [M+-CH3O2S-CO-C3H7], 115 (17), 84 (47), 49 (43), 43
(29) [C3H7+], 28 (100) [CO+].–
13 Experimenteller Teil
81
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3076 (CH), 3030 (CH), 2954 (CH), 2870 (CH3), 1604 (C=C), 1572
(C=C), 1508 (C=C), 1471, 1360 (S=O), 1248, 1174, 1140, 970, 897, 806.–
Präzisionsmasse für C15H18O4S: (ber.) 294.09258
(gef.) 294.09262
Elementaranalyse C15H18O4S: (ber.) C 61.20 H 6.16
(gef.) C 61.02 H 6.04
6-Hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylmethansulfonat (51c) und 5-
Hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylmethansulfonat (52c)
O
SO
O
OH
HO O
O
O
S
O
O
51c 52c
Nach der AAV IV wird das Hydroxynaphthalinsulfonat 43c (100 mg, 0.34 mmol) innerhalb
von 20 h oxidiert. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH
99:1) erhält man die Oxidationsprodukte 51c und 52c (65 mg, 62 %) als orange-rotes Öl im
Verhältnis 1:1.2.
Daten für 6-Hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylmethansulfonat (51c):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.89 (d, 3J = 4.5 Hz, 3 H, 2’-CH3), 0.91 (d, 3J = 4.5 Hz,
3 H, 2’-CH3), 1.50–1.85 (m, 3 H, 1’-H, 2’-H), 3.27 (s, 3 H, SO2CH3), 6.49 (d, 3J = 10.2 Hz,
1 H, 8-H), 6.72 (d, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 7-H), 7.38–7.51 (m, 1 H, 3-H), 7.63 (dd, 3J = 9.6 Hz,
4J = 1.3 Hz, 1 H, 2-H), 7.68 (d, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.2/24.4 (2 × q, 2 × 2’-CH3), 24.6 (d, C-2’), 38.6 (q,
SO2CH3), 54.6 (t, C-2’), 81.0 (s, C-6), 117.9 (d, C-8), 126.4 (d, C-4), 129.3 (d, C-2), 129.5
(d, C-7), 131.0 (s, C-8a), 131.4 (s, C-4a), 137.9 (d, C-3), 147.8 (s, C-1), 205.0 (s, C-5).–
13 Experimenteller Teil
82
Daten für 5-Hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylmethansulfonat (52c):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.81 (d, 3J = 4.7 Hz, 3 H, 2’-CH3), 084 (d, 3J = 5.1 Hz,
3 H, 2’-CH3), 1.50–1.85 (m, 3 H, 1’-H, 2’-H), 3.27 (s, 3 H, SO2CH3), 6.32 (d, 3J = 10.2 Hz,
1 H, 8-H), 7.31 (dd, 3J = 8.2 Hz, 4J =1.3 Hz, 1 H, 2-H), 7.38–7.51 (m, 1 H, 3-H), 7.92 (d
3J = 7.6 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.6 (d, C-2’), 24.8/25.1 (2 × q, 2 × 2’-CH3), 38.6 (q,
SO2CH3), 50.6 (t, C-2’), 78.7 (s, C-5), 121.7 (d, C-2), 123.1 (s, C-8a), 125.3 (d, C-4), 124.5
(d, C-7), 131.6 (d, C-3), 139.3 (d, C-8), 144.7 (s, C-4a), 146.4 (s, C-1), 203.9 (s, C-6).–
AAV V: Schützen eines Naphthols als TBS-Ether[82]
Eine Lösung des Naphthols (3.00 mmol) in CH2Cl2 (abs.) (40 ml) wird unter Eiskühlung
mit Triethylamin (3.60 mmol) und portionsweise mit TBSCl (3.60 mmol) versetzt. Man
lässt die Lösung auf Raumtemperatur erwärmen, rührt 24 h (DC-Kontrolle) unter
Schutzgasatmosphäre und bricht die Reaktion durch Zugabe von ges. NaHCO3-Lösung
(40 mL) ab. Die Phasen werden getrennt und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 20 mL)
ausgeschüttelt. Die vereinigten organischen Phasen werden mit Wasser (30 mL) und ges.
NaCl-Lösung 30 mL) gewaschen, getrocknet (Na2SO4) und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Triethylamin wird im Hochvakuum entfernt. Der Rückstand
wird säulenchromatographisch (Kieselgel) mit dem in den Einzelvorschriften angegebenen
Laufmittel gereinigt.
5-(tert-Butyldimethylsilyloxy)-6-(2-methylallyl)naphthalin-1-ylmethansulfonat (57)
O
OTBS
S
O
O
1
1'
5
Nach der AAV V wird das Naphthol 42c (876 mg, 3.00 mmol) umgesetzt. Man erhält den
Silylenolether 57 (850 mg, 70 %, Schmp.: 85 °C) nach säulenchromatographischer
Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/PE 1:1) als blassrote Nadeln.
13 Experimenteller Teil
83
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.25 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.20 [s, 9 H, SiC(CH3)3], 1.73 (s,
3 H, 2’-CH3), 3.25 (s, 3 H, SO2CH3), 3.56 (s, 2 H; 1’-H), 4.79 (s, 1 H, 3’-H), 4.92 (s, 1 H,
3’-H), 7.45–7.56 (m, 3 H, 2-H, 3-H, 7-H), 7.80 (d, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 8-H), 8.24 (d, 3J =
8.1 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –2.7 [q, Si(CH3)2], 19.2 [s, SiC(CH3)3], 22.8 (q, CCH3),
26.5 [q, SiC(CH3)3], 38.4 (q, SO2CH3), 38.9 (t, C-1’), 112.9 (t, C-3’), 115.2 (d, C-2), 118.3
(d, C-8), 119.3 (s, C-6), 123.1 (d, C-4), 124.6 (d, C-7), 126.3 (s, C-8a), 127.3 (s, C-4a),
130.3 (d, C-3), 144.8 (s, C-2’), 145.8 (s, C-1), 149.2 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 289 nm (3.84), 297 (3.88), 325 (3.35).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 406 (47) [M+], 352 (41), 307 (58), 273 (40), 230 (56), 214 (66),
159 (100), 131 (40), 73 (64), 57 (96), 28 (45) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3033 (CH), 2954 CH), 2931 (CH), 2856 (CH3), 1383, 1360 (S=O),
1263, 1180, 968, 931, 827, 808.–
Präzisionsmasse für C21H30O4SSi: (ber.) 406.16341
(gef.) 406.16348
Elementaranalyse C21H30O4SSi: (ber.) C 62.03 H 7.44
(gef.) C 61.49 H7.13
5-(tert-Butyldimethylsilyloxy)-6-[(2-methyloxiran-2-yl)methyl]naphthalin-1-
ylmethansulfonat (58)[30]
O
OTBS
S
O
O
O
Eine Lösung des geschützten Allylnaphthols 57 (768 mg, 1.82 mmol) in CH2Cl2 (50 mL)
wird mit meta-Chlorperbenzoesäure (314 mg, 1.82 mmol) versetzt, 1 h bei Raum-
temperatur und 3 h bei –20 °C gerührt. Die entstandene meta-Chlorbenzoesäure wird
13 Experimenteller Teil
84
abfiltriert und die Lösung mit verd. wässriger NaHCO3-Lösung (50 mL) gewaschen. Die
wässrige Phase wird mit CH2Cl2 (2 × 30 mL) extrahiert, die vereinigten organischen
Phasen über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt.
Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) erhält man das Epoxid
58 (315 mg, 41 %, Schmp.: 115 °C) als blassgelben Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.20 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.17 [s, 9 H, SiC(CH3)3], 1.29 (s,
3 H, 2’’-CH3), 2.65 (d, 2J = 4.8 Hz, 1 H, 3’’-H), 2.71 (d, 2J = 4.8 Hz, 1 H, 3’’-H), 2.97 (d,
3J = 12.2 Hz, 1 H, 1’-H), 3.19 (d, 3J = 12.2 Hz, 1 H, 1’-H), 3.25 (s, 3 H, SO2CH3), 7.45–
7.63 (m, 2 H, 2-H, 3-H), 7.77 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 7-H), 8.00–8.11 (m, 2 H, 4-H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –2.7 [q, Si(CH3)2], 19.1 [s, SiC(CH3)3], 21.5 (q, 2’’-CH3),
26.5 [q, SiC(CH3)3], 37.2 (t, C-1’), 38.4 (q, SO2CH3), 53.7 (t, C-3’’), 57.9 (s, C-2’’), 115.2
(d, C-2), 118.6 (d, C-8), 123.1 (d, C-4), 124.4 (s, C-6), 124.6 (d, C-7), 128.7 (s, C-8a),
130.2 (s, C-4a), 130.3 (d, C-3), 145.7 (s, C-1), 149.5 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 286 nm (3.42), 295 (3.39), 312 (3.15), 325 (2.91).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 422 (9) [M+], 365 (36), 352 (49), 295 (41), 273 (44), 215 (41),
156 (96), 139 (87), 111 (45), 75 (100).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2956 (CH), 2931 (CH), 2858 (CH3), 1772, 1701, 1597, 1576, 1414,
1373, 1261, 1180, 935, 829, 798, 750.–
Präzisionsmasse für C21H30O5SSi: (ber.) 422.15832
(gef.) 422.15827
5-(2-Methylallyloxy)-naphthalin-1-ol (53)
OH
O
Nach der AAV I wird das Dihydroxynaphthalin 20 (10.00 g, 62.5 mmol) mit dem
Allylbromid (2.80 ml, 27.8 mmol) und K2CO3 (9.05 g, 125.0 mmol) in Aceton (200 mL)
13 Experimenteller Teil
85
umgesetzt. Vor der Aufarbeitung wird der gesamte Ansatz vorsichtig mit 1 M HCl
(280 mL) versetzt. Man erhält nach säulenchromatographischer Trennung der Reaktions-
produkte den Monoether 53 (2.49 g, 46 %, Schmp.: 110 °C) als blassgelbe Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.97 (s, 3 H, 2’-CH3), 4.65 (s, 2 H, 1’-H), 5.10 (s, 1 H,
3’-H), 5.26 (s, 1 H, 3’-H), 6.85–6.92 (m, 2 H, 6-H, 2-H), 7.29–7.48 (m, 2 H, 3-H, 7-H),
7.79 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 8-H), 7.94 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 4-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 20.0 (q, 2’-CH3), 72.3 (t, C-1’), 106.2 (d, C-6), 109.9 (d,
C-2), 113.0 (t, C-3’), 114.2 (d, C-8), 115.3 (d, C-4), 125.6 (d, C-3), 125.7 (d, C-7), 125.9
(s, C-8a), 127.6 (s, C-4a), 141.4 (s, C-2’), 151.6 (s, C-1), 154.8 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 285 nm (4.24), 314 (3.95), 328 (3.87).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 214 (33) [M+], 171 (46) [M+-CH3CO], 159 (26) [M+-C4H7], 144
(100) [M+-C4H7-CH3], 115 (95), 57 (75) [C3H5O+], 43 (68) [CH3CO+], 28 (36) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3327 (OH), 3078 (CH), 2976 (CH), 2916 (CH), 2856 (CH3), 1599
(CH), 1522, 1412, 1392, 1375, 1269, 1024, 771.–
Präzisionsmasse für C14H14O2: (ber.) 214.09938
(gef.) 214.10045
Elementaranalyse C14H14O2: (ber.) C 78.48 H 6.59
(gef.) C 78.36 H 6.62
2-(2-Methylallyl)-naphthalin-1,5-diol (54)[104]
OH
OH
Nach der AAV II wird der Allylether 53 (2.00 g, 9.3 mmol) 6 h auf 180 °C erhitzt. Man
erhält das Naphthol 54 (1.84 g, 92 %, Schmp.: 107 °C) als gelblichen Feststoff.
13 Experimenteller Teil
86
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.81 (s, 3 H,2’-CH3), 3.59 (s, 2 H, 1’-H), 5.03 (s, 2 H,
3’-H), 5.44 (s, 1 H, OH), 5.83 (s, 1 H, OH), 6.84 (d, 3J = 7.3 Hz, 1 H, 6-H), 7.24–7.37 (m,
2 H, 3-H, 7-H), 7.75 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 4-H), 7.81 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ= 22.4 (q, 2’-CH3), 41.1 (t, C-1’), 109.2 (d, C-6), 113.3 (t,
C-3’), 114.2/114.7 (2 × d, C-4, C-8), 118.8 (s, C-2), 125.4 (s, C-4a), 125.7 (d, C-3), 126.1
(s, C-8a), 128.8 (d, C-7), 145.1 (s, C-2’), 150.1 (s, C-1), 151.7 (s, C-5).–
1,5-Bis-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-2-(2-methylallyl)-naphthalin (60)
O
T
BS
O
T
BS
Nach der AAV V wird das Binaphthol 54 (1.216 g, 5.68 mmol) mit TBSCl (2.225 g, 14.76
mmol) umgesetzt. Man erhält den Silylether 60 (2.360g, 94 %) als gelbes Öl.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.23 [s, 6 H, Si(CH3)2], 0.34 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.15 [s,
9 H, SiC(CH3)3], 1.17 [s, 9 H, SiC(CH3)3], 1.72 (s, 3 H, 2’-CH3), 3.54 (s, 2 H, 1’-H), 4.79
(s, 1 H, 3’-H), 4.88 (s, 1 H, 3’-H), 6.85 (dd, 3J = 7.4 Hz, 4J = 0.6 Hz, 1 H, 6-H), 7.27–7.35
(m, 2 H, 3-H, 7-H), 7.74 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 4-H), 7.86 (d, 3J = 8,7 Hz, 1 H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –3.8/-2.7 [2 × q, 2 × Si(CH3)2], 18.9/19.2 [2 × s, 2 x
SiC(CH3)3], 22.7 (q, 2’-CH3), 26.3/26.6 [2 × q, 2 × SiC(CH3)3], 39.0 (t, C-1’), 112.8 (t,
C-3’), 112.5 (d, C-6), 116.5/116.7 (2 × d, C-4, C-8), 125.0 (d, C-7), 125.2 (s, C-2), 127.8
(d, C-3), 128.7 (s, C-4a), 130.3 (s, C-8a), 145.4 (s, C-2’), 148.9 (s, C-1), 151.9 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 295 nm (3.78), 314 (3.59), 328 (3.47).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 442 (11) [M+], 281 (12), 258 (65), 201 (100), 185 (64), 147
(25), 73 (38) [Si(CH3)3+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3053 (CH), 2985 (CH), 2359, 2306, 1620, 1421, 1265, 1030, 895,
739, 706.–
13 Experimenteller Teil
87
Präzisionsmasse für C26H42O2Si2: (ber.) 442.27233
(gef.) 442.27253
2-[1,5-Bis-(tert-butyldimethylsilanyloxy)naphthalin-2-ylmethyl]-2-methyloxiran (61)
O
T
BS
O
T
BS
O
Eine Lösung des geschützten Allylnaphthols 60 (3.160 g, 7.15 mmol) in CH2Cl2 (80 mL)
wird mit meta-Chlorperbenzoesäure (1.470 g, 8.52 mmol) versetzt, 2 h bei Raum-
temperatur und 3 h bei –20 °C gerührt. Die entstandene meta-Chlorbenzoesäure wird
abfiltriert und die Lösung mit verd. wässriger NaHCO3-Lösung (80 mL) gewaschen. Die
wässrige Phase wird mit CH2Cl2 (2 × 30 mL) extrahiert, die vereinigten organischen
Phasen über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt.
Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/Hexan 2:1) erhält man
das Epoxid 61 (2.061 g, 63 %, Schmp.: 74 °C) als blassgelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.21 [s, 6 H, Si(CH3)2], 0.34 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.14 [s,
9 H, SiC(CH3)3], 1.17 [s, 9 H, SiC(CH3)3], 1.30 (s, 3 H, 2-CH3), 2.64 (d, 2J = 4.8 Hz, 1 H,
3-H), 2.75 (d, 2J = 4.8 Hz, 1 H, 3-H), 2.98 (d, 2J = 14.1 Hz, 1 H, 1’-H), 3.21 (d, 2J =
14.1 Hz, 1 H, 1’-H), 6.86 (d, 3J = 7.5 Hz, 1 H, 6’’-H), 7.29 (dd, 3J = 8.6 Hz, 3J = 7.5 Hz,
1 H, 7’’-H), 7.40 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 3’’-H), 7.71 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 4’’-H), 7.86 (d, 3J =
8.6 Hz, 1 H, 8’’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –3.8/–2.6 [2 × q, 2 × Si(CH3)2], 18.9/19.1 [2 × s, 2 x
SiC(CH3)3], 21.5 (q, 2-CH3), 26.3/26.6 [2 × q, 2 × SiC(CH3)3], 37.4 (t, C-1’), 53.8 (s, C-2),
58.0 (t, C-3), 112.6 (d, C-6’’), 116.6/116.7 (2 × d, C-4’’/C-8’’), 123.4 (s, C-2), 125.1 (d,
C-3’’), 128.3 (d, C-7’’), 128.9 (s, C-4a’’), 130.1 (s, C-8a’’), 149.1 (s, C-1’’), 152.0 (s,
C-5’’).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 286 nm (3.79), 295 (3.85), 314 (3.65), 329 (3.56).–
13 Experimenteller Teil
88
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 458 (21) [M+], 401 (29) [M+-C(CH3)3], 355 (23), 281 (63), 207
(59), 149 (58), 75 (100) [Si(CH3)2OH+], 73 (91) [Si(CH3)3+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2929 (CH), 2858 (CH3), 1595 (CH), 1504 (CH), 1473, 1385, 1263,
1072, 1030, 953, 841, 779.–
Präzisionsmasse für C26H42O3Si2: (ber.) 458.26725
(gef.) 458.26722
Elementaranalyse C26H42O3Si2: (ber.) C 68.07 H 9.23
(gef.) C 67.63 H 8.98
1-[1,5-Bis(tert-butyldimethylsilanyloxy)-naphthalin-2-yl]-3-[1,3]dithian-2-yl-2-
methylpropan-2-ol (62)[31]
OTBS
OTBS
OH
SS
1'
2'
12
5''
Eine 1.6 M Lösung von n-Butyllithium in Hexan (4.00 mL, 6.40 mmol) wird unter Ar-
Atmosphäre zu einer gerührten und auf –18 °C gekühlte Lösung aus 1,3-Dithian (720 mg,
6.00 mmol) in wasserfreiem THF (10 mL) getropft. Nach 2 h Rühren wird die Lösung des
Epoxids 61 (916 mg, 2.00 mmol) in wasserfreiem THF bei gleicher Temperatur
tropfenweise zugegeben. Man lässt über Nacht auf Raumtemperatur erwärmen, gießt das
Reaktionsgemisch in gesättigte NH4Cl-Lösung (10 mL) und extrahiert mit Et2O (2 ×
10 mL). Man trocknet über Na2SO4 und entfernt das Lösungsmittel unter vermindertem
Druck. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/Hexan 1:1) erhält
man das Thioketal 62 (844 mg, 73 %) als bräunliches Harz.
13 Experimenteller Teil
89
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.19 [s, 6 H, Si(CH3)2], 0.21 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.14 [s,
18 H, 2 × SiC(CH3)3], 1.26 (s, 3 H, 2-CH3), 1.80-2.11 (m, 2 H, 5’’-H), 2.01 (d, 3J = 6.0 Hz,
2 H, 3-H), 2.84–3.18 (m, 6 H, 1-H, 4’’-H, 6’’-H), 4.30 (t, 3J = 6.0 Hz, 1 H, 2’’-H), 6.82 (d,
3J = 7.3 Hz, 1 H, 6’-H), 7.24 (dd, 3J = 8.6 Hz, 3J =7.6 Hz, 1 H, 7’-H), 7.35 (d, 3J = 8.6 Hz,
1 H, 3’-H), 7.63 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 4’-H), 7.87 (d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 8’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –2.6/–2.5 [2 × q, 2 × Si(CH3)2], 18.9/19.1 [2 × s, 2 ×
SiC(CH3)3], 25.7 (t, C-5’’), 26.1 (q, 2-CH3), 26.4/26.7 [2 × q, 2 × SiC(CH3)3], 30.9 (t,
C-4’’, C-6’’), 42.7 (d, C-2’’), 43.5 (t, C-1), 48.0 (t, C-3), 64.5 (s, C-2), 108.9 (d, C-6’),
116.0 (d, C-4’, C-8’), 123.6 (s, C-2’), 125.3 (d, C-3’), 125.8 (s, C-4a’), 129.7 (d, C-7’),
129.9 (s, C-8a’), 149.6 (s, C-1’), 152.4 (s, C-5’).–
2-(3-[1,3]Dithian-2-yl-2-hydroxy-2-methylpropyl)-naphthalin-1,5-diol (63)
1
2
1' 2'
5''
OH
OH
OH
SS
Der TBS-Ether 62 (70 mg, 0.12 mmol), wird in 1.5 M HCl-Lösung in Methanol (5 mL)
24 h bei Raumtemperatur gerührt. Man entfernt das Lösungsmittel unter vermindertem
Druck und erhält das Naphthol 63 (42 mg, 100 %, Schmp.: 71 °C) als goldgelbe Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.40 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.88-2.09 (m, 3 H, 3’-H, 5’’-H),
2.33 (dd, 2J = 14.9 Hz, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 3’-H), 2.81–2.98 (m, 5 H, 1’-H, 4’’-H, 6’’-H),
3.09 (d, 2J = 14.5 Hz, 1 H, 1’-H), 4.23 (2 × d, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 2’’-H), 6.84 (d, 3J =
7.5 Hz, 1 H, 6-H), 7.13 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 3-H), 7.31 (dd, 3J = 7.5 Hz, 3J = 8.4 Hz, 1 H,
7-H), 7.68 (d, 3J = 8.5 Hz, 1H, 4-H), 7.95 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.6 (t, C-5’’), 26.9 (q, 2’-CH3), 29.0/29.4 (2 × t, C-4’’,
C-6’’), 42.0 (d, C-2’’), 46.0 (t, C-1’), 46.3 (t, C-3’), 109.2 (d, C-8), 113.3 (d, C-6), 115.3 (d,
C-4), 118.1 (s, C-2), 125.4 (d, C-7), 125.5 (s, C-4a), 127.8 (s, C-8a), 130.3 (d, C-3), 151.6
(s, C-5), 151.9 (s, C-1).–
13 Experimenteller Teil
90
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 301 nm (3.73), 317 (3.72), 332 (3.73).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 350 (15) [M+], 332 (6) [M+-H2O], 294 (13), 215 (53), 198 (23),
173 (22), 119 (100), 106 (44), 75 (54), 41 (66), 28 (22) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3413 (OH), 2902 (CH), 1635, 1601 (CH), 1516 (CH), 1387, 1273,
1203, 1159, 1003, 908, 808, 764.–
Präzisionsmasse für C18H22O3S2: (ber.) 350.10104
(gef.) 350.09929
Elementaranalyse C18H22O3S2: (ber.) C 61.68 H 6.33
(gef.) C 61.37 H 6.01
Methansulfonsäure-6-(3-[1,3]dithian-2-yl-2-hydroxy-2-methylpropyl)-5-
hydroxynaphthalin-1-yl ester (64)
O
OH
OH
SS
S
O
O
Zu einer Lösung des Triols 63 (425 mg, 1.21 mmol) und Et3N (200 µL, 1.44 mmol) in
CH2Cl2 (5 mL) wird unter Eiskühlung Methansulfonylchlorid (94 µL, 1.21 mmol)
zugegeben. Nach 24 h Rühren bei 0 °C wäscht man mit 1 M HCl (5 mL) und extrahiert die
wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 5 mL). Die vereinigten organischen Phasen werden mit
Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach
säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das
Mesylat 64 (410 mg, 79 %) als weißes Harz.
13 Experimenteller Teil
91
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.41 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.87–2.05 (m, 3 H, 3’-H, 5’’-H),
2.31 (dd, 2J = 15.0 Hz, 3J = 10.2 Hz, 1 H, 3’-H), 2.84–2.93 (m, 5 H, 1’-H, 4’’-H, 6’’-H),
3.02 (d, 2J = 12.4 Hz, 1 H, 1’-H), 3.22 (s, 3 H, SO2CH3), 4.26 (2 × d, 3J = 10.2 Hz, 1 H,
3’-H), 7.23 (dd, 3J = 8.6 Hz, 3J = 10.0 Hz, 1 H, 3-H), 7.40–7.55 (m, 2 H, 2-H, 7-H), 7.62
(d, 3J = 8.6 Hz, 1 H, 4-H), 8.33 (d, 3J = 7.4 Hz, 1 H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.2 (t, C-5’’), 26.4 (q, 2’-CH3), 28.7/29.1 (2 × t, C-4’’,
C-6’’), 37.9 (q, SO2CH3), 41.7 (d, C-2’’), 45.5 (t, C-1’), 46.1 (t, C-3’), 66.2 (s, C-2’), 112.5
(d, C-4), 118.1 (s, C-8a), 118.3 (d, C-2), 122.3 (d, C-8), 124.2 (d, C-3), 127.6/127.7 (2 × s,
C-1, C-6), 132.0 (d, C-7), 145.2 (s, C-4a), 152.0 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 295 nm (3.64), 314 (3.44), 328 (3.32).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 428 (17) [M+], 410 (6) [M+-H2O], 335 (12) [M+-SO3CH3], 294
(15), 252 (13), 215 (18), 173 (10), 119 (46), 44 (100) [CO2+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3487 (OH), 3186 (OH), 2966 (CH), 2929 (CH), 2904 (CH3), 1603
(CH), 1570 (CH), 1508 (CH), 1406, 1367 (S=O), 1178, 970, 910, 798, 768.–
Präzisionsmasse für C19H24O5S3: (ber.) 428.07859
(gef.) 428.07933
Elementaranalyse C19H24O5S3: (ber.) C 53.25 H 5.64
(gef.) C 52.69 H 5.34
2-Isobutylnaphthalin-1,5-diol (55)
OH
OH
Nach der AAV III wird das Allylnaphthol 54 (970 mg, 4.53 mmol) hydriert. Man erhält das
gesättigte Produkt 55 (930 mg, 95 %, Schmp.: 127 °C) als weiße Kristalle.
13 Experimenteller Teil
92
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.00 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.03 (s, 3 H, 2’-CH3), 1.94–2.13
(m, 1 H, 2’-H), 2.66 (d, 3J = 7.2 Hz, 2 H, 1’-H), 6.85 (d, 3J = 7.3 Hz, 1 H, 6-H), 7.23–7.37
(m, 2 H, 3-H, 7-H), 7.71–7.75 (m, 2 H, 4-H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.0 (q, 2 × 2’-CH3), 29.9 (d, C-2’), 39.8 (t, C-1’), 108.9
(d, C-6), 113.9/114.1 (2 × d, C-4, C-8), 121.5 (s, C-4a), 124.6 (s, C-8a), 125.7 (d, C-3),
126.3 (s, C-2), 128.8 (d, C-7), 148.8 (s, C-1), 151.9 (s, C-5).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 300 nm (3.80), 317 (3.74), 332 (3.75).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 230 (28) [M+CH2+], 216 (84) [M+], 173 (100), 145 (26), 84
(23), 43 (14) [CH3CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3307 (OH), 3294 (OH), 2952 (CH), 2927 (CH), 2866 (CH3), 1606
(CH), 1520, 1387, 1329, 1248, 995. 901, 789, 748.–
Präzisionsmasse für C14H16O2: (ber.) 216.11503
(gef.) 216.11497
Elementaranalyse C14H16O2: (ber.) C 77.75 H 7.46
(gef.) C77.75 H 7.23
AAV VI: regioselektive Veresterung von 2-Isobutylnaphthalin-1,5-diol (55) zu diversen
Chloressigestern
Eine Lösung des Säurechlorids (10 mmol) in CH2Cl2 (abs.) (20 mL) wird zu einer
gerührten Lösung aus 2-Isobutylnaphthalin-1,5-diol (55) (2.16 g, 10.0 mmol), DMAP
(50 mg, 0.4 mmol) und Pyridin (abs.) (0.80 mL, 10.0 mmol) in CH2Cl2 (abs.) (50 mL) bei
0 °C getropft. Die Reaktionslösung wird 12 h bei dieser Temperatur gerührt, mit Eiswasser
(50 mL) versetzt und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 30 mL) extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck entfernt.
13 Experimenteller Teil
93
Chloressigsäure-5-hydroxy-6-isobutylnaphthalin-1-ylester (43d)
O
OH
Cl
O
Nach der AAV VI wird das Diol 55 (324 mg, 1.50 mmol) mit Chloracetylchlorid (180 µL,
2.25 mmol) umgesetzt. Man erhält den Monoester 43d (341 mg, 78 %, Schmp.: 67 °C) als
graue Kristalle.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.00 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.02 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.98–2.06
(m, 1 H, 2’’-H), 2.65 (d, 3J = 7.3 Hz, 2 H, 1’’-H), 4.47 (s, 2 H, 2-H), 5.20 (br s, 1 H, OH),
7.28–7.29 (m, 2 H, 2’-H, 7’-H), 7.44–7.50 (m, 2 H, 3’-H, 4’-H), 8.11 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H,
8’-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 22.6 (q, 2 × 2’’-CH3), 29.4 (d, C-2’’), 39.3 (t, C-1’’), 40.8
(t, C-2), 112.9 (d, C-8’), 117.5 (d, C-4’), 120.1 (d, C-2’), 121.1 (s, C-6’), 124.6 (d, C-3’),
126.0/126.3 (2 × s, C-4a’, C-8a’), 129.9 (d, C-7’), 146.1 (s, C-1’), 148.7 (s, C-5’), 165.9 (s,
C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (3.08), 276 (3.10), 331 (3.12).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 294 (31) [M+ (37Cl)], 292 (76) [M+ (35Cl)], 251 (14), 249 (41),
230 (90), 216 (100), 188 (64), 173 (99), 149 (48), 57 (45) 43 (44) [C3H7+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) =3471 (OH), 3055 (CH), 2985 (CH), 2962 (CH), 2927, 1778 (C=O),
1660, 1620, 1421, 1265, 1140, 1032, 897, 739, 704.–
Präzisionsmasse für C16H17ClO3: (ber.) 292.08662 (35Cl)
(gef.) 292.08796 (35Cl)
Elementaranalyse C16H17ClO3: (ber.) C 65.64 H 5.85
(gef.) C 65.01 H5.45
13 Experimenteller Teil
94
Dichloressigsäure-5-hydroxy-6-isobutylnaphthalin-1-ylester (43e)
O
OH
Cl
O
Cl
Nach der AAV VI wird das Diol 55 (500 mg, 2.31 mmol) mit Dichloracetylchlorid (682 mg,
4.63 mmol) 3 h umgesetzt. Man erhält den Monoester 43e (567 mg, 75 %, Schmp.: 81 °C)
als gelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.00 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.04 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.92–2.08
(m, 1 H, 2’’-H), 2.65 (d, 3J = 7.3 Hz, 2 H, 1’’-H), 5.33 (br s, 1 H, OH), 6.36 (s, 1 H, 2-H),
7.32 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 7’-H), 7.33 (d, 3J = 7.4 Hz, 1 H, 2’-H), 7.46–7.55 (m, 2 H, 3’-H,
4’-H), 8.15 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 8’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.0 (q, 2 × 2’’-CH3), 29.9 (d, C-2’’), 39.7 (t, C-1’’), 64.8
(d, C-2), 113.0 (d, C-8’), 117.6 (d, C-4’), 121.1 (d, C-2’), 121.7 (s, C-6’), 124.9 (d, C-3’),
126.4/126.5 (2 × s, C-4a’, C-8a’), 130.7 (d, C-7’), 146.1 (s, C-1’), 149.2 (s, C-5’), 163.5 (s,
C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 271 nm (3.85), 332 (3.69).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 328 (25) [M+ (37Cl)], 326 (40) [M+ (35Cl)], 285 (49), 283 (78),
216 (44), 173 (100), 115 (25), 57 (28), 28 (59) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3471 (OH), 3055 (CH), 2987 (CH), 2922, 2306, 1620, 1423, 1265,
1032, 897, 739, 706.–
Präzisionsmasse für C16H16Cl2O3: (ber.) 326.04765 (35Cl)
(gef.) 326.04736 (35Cl)
Elementaranalyse C16H16Cl2O3: (ber.) C 58.73 H 4.93
(gef.) C 58.83 H 4.58
13 Experimenteller Teil
95
Dichloressigsäure-5-hydroxy-2-isobutylnapthalin-1-ylester (56)
OH
OCHCl
2
O
Bis auf die Reaktionstemperatur von 20 °C wird das Diol 55 (324 mg, 1.50 mmol) analog
zur AAV VI mit Dichloracetylchlorid (0.29 ml, 3.00 mmol) 6 h umgesetzt. Man erhält nach
säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) ausschließlich das in ortho-
Position acylierte Produkt 56 (319 mg, 65 %, Schmp.: 95 °C) als hellgrüne Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.98 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.02 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.95–2.15
(m, 1 H, 2’’-H), 2.62 (d, 3J = 7.3 Hz, 2 H, 1’’-H), 5.82 (br s, 1 H, OH), 6.38 (s, 1 H, 2-H),
6.69 (dd, 3J = 6.8 Hz, 4J = 1.6 Hz, 1’ H, 6’-H), 7.27–7.38 (m, 3 H, 3’-H, 7’-H, 8’-H), 8.08
(d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 4’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 22.9 (q, 2 × 2’’-CH3), 29.8 (d, C-2’’), 39.8 (t, C-1’’), 64.7
(d, C-2), 109.3 (d, C-8’), 113.1 (d, C-6’), 121.2 (d, C-4’), 124.8 (s, C-4a’), 127.7 (d, C-7’),
128.1 (d, C-3’), 128.1 (s, C-2’), 131.2 (s, C-8a’), 143.6 (s, C-1’), 152.2 (s, C-5’), 163.7 (s,
C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 300 nm (3.72), 312 (3.66), 326 (3.54).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 328 (73) [M+ (37Cl)], 326 (83) [M+ (35Cl)], 285 (17), 283 (24),
216 (95), 214 (100), 199 (88), 173 (99), 171 (82), 160 (72), 115 (58).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3471 (OH), 3055 (CH), 2985 (CH), 2925 (CH), 1774 (C=O), 1759,
1620, 1421, 1385, 1265, 1144, 1032, 897, 739, 706.–
Präzisionsmasse für C16H16Cl2O3: (ber.) 326.04765 (35Cl)
(gef.) 326.04703 (35Cl)
Elementaranalyse C16H16Cl2O3: (ber.) C 58.73 H 4.93
(gef.) C 58.58 H 4.78
13 Experimenteller Teil
96
Trichloressigsäure-5-hydroxy-6-isobutylnaphthalin-1-ylester (43f)
O
OH
Cl
O
Cl
Cl
Nach der AAV VI wird das Diol 55 (324 mg, 1.50 mmol) mit Trichloracetylchlorid (169 µl,
1.50 mmol) 12 h umgesetzt. Man erhält den Monoester 43f (520 mg, 69 %, Schmp.: 94 °C)
als grünliche Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.01 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.04 (s, 3 H, 2’’-CH3), 1.92–2.12
(m, 1 H, 2’’-H), 2.64 (d, 3J = 7.2 Hz, 2 H, 1’’-H), 7.34 (d, 3J = 8.5 Hz, 1H, 7’-H), 7.39–
7.55 (m, 2 H, 2’-H, 3’-H), 7.60 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 8’-H), 8.17 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H,
4’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.0 (q, 2 × 2’’-CH3), 29.8 (d, C-2’’), 39.7 (t, C-1’’), 90.3
(s, CCl3), 113.0 (d, C-8’), 117.2 (d, C-2’), 121.4 (d, C-4’), 121.9 (s, C-6’), 124.9 (d, C-3’),
126.3/126.5 (2 × s, C-4a’, C-8a’), 130.9 (d, C-7’), 146.6 (s, C-1’), 149.2 (s, C-5’), 161.1 (s,
C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (4.00), 300 (3.89), 326 (3.78).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 328 (35) [M+ (37Cl)], 326 (56) [M+ (35Cl)], 292 (63), 216 (98),
173 (100), 127 (45), 115 (40).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3432 (OH), 2956 (CH), 2927 (CH), 2868, 1763 (C=O), 1603, 1385,
1240, 1140, 795.–
Elementaranalyse C16H15Cl3O3: (ber.) C 53.14 H 4.18
(gef.) C 52.76 H 3.97
13 Experimenteller Teil
97
Chloressigsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester (51d)
und Chloressigsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(52d)
O
O
Cl O
O
Cl
O
OH
HO O
51d 52d
Nach der AAV IV wird der Chloressigester 43d (100 mg, 0.34 mmol) innerhalb von 9 h
oxidiert. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) erhält man die
Oxidationsprodukte 51d und 52d (63 mg, 60 %) als gelben Feststoff im Verhältnis 1:2.1.
Daten für Chloressigsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(51d):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.91 (d, 3J = 4.3 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.94 (d, 3J = 4.3 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.47–1.61 (m, 3 H, 1’’-H, 2’’-H), 4.40 (s, 2 H, 2-H), 6.45 (d, 3J = 10.1 Hz,
1 H, 7’-H), 6.60 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 8’-H), 7.28 (d, 3J = 6.7 Hz, 1 H, 2’-H), 7.42–7.52
(m, 1 H, 3’-H), 7.88 (d, 3J = 6.4 Hz, 1 H, 4’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.7 (d, C-2’’), 24.9/25.1 (2 × q, 2 × 2’’-CH3), 41.0 (t,
C-2), 50.5 (t, C-1’’), 78.9 (s, C-6’), 117.5 (d, C-8’), 125.7 (d, C-4’), 128.7 (d, C-2’), 129.2
(d, C-3’), 130.7 (s, C-8a’), 137.4 (d, C-7’), 139.2 (s, C-4a’), 147.8 (s, C-1’), 165.9 (s, C-1),
204.4 (s, C-5’).–
Daten für Chloressigsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(52d):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.83 (d, 3J = 5.2 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.86 (d, 3J = 5.2 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.68–1.90 (m, 3 H, 1’’-H, 2’’-H), 4.40 (s, 2 H, 2-H), 6.28 (d, 3J = 10.1 Hz,
1 H, 7’-H), 7.15 (d, 3J = 8.1 Hz, 1 H, 2’-H), 7.42–7.52 (m, 1 H, 3’-H), 7.57 (d, 3J =
10.1 Hz, 1 H, 8’-H), 7.64 (d, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 4’-H).–
13 Experimenteller Teil
98
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 24.2/24.4 (2 × q, 2 × 2’’-CH3), 24.7 (d, C-2’’), 41.0 (t,
C-2), 54.6 (t, C-1’’), 81.1 (s, C-5’), 121.3 (d, C-2’), 124.1 (d, C-7’), 124.5 (d, C-4’), 130.3
(s, C-8a’), 131.4 (d, C-3’), 138.9 (d, C-8’), 146.2 (s, C-4a’), 147.3 (s, C-1’), 165.9 (s, C-1),
205.2 (s, C-6’).–
Dichloressigsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester (51e)
und Dichloressigsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(52e)
O
O
Cl O
O
Cl
O
OH
HO O
Cl Cl
51e 52e
Nach der AAV IV wird der Dichloressigester 43e (100 mg, 0.31 mmol) innerhalb von 24 h
oxidiert. Nach säulenchromatographischer Reinigung (CH2Cl2) erhält man die Oxi-
dationsprodukte 51e und 52e (58 mg, 55 %) als gelben Feststoff im Verhältnis 1.1:1.
Daten für Dichloressigsäure-6-hydroxy-6-isobutyl-5-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(51e):
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.91 (d, 3J = 5.2 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.94 (d, 3J = 5.2 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.48–1.86 (m, 1 H, 2’’-H), 6.35 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 7’-H), 6.69-6.77 (m,
1 H, 3’-H), 6.88 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 8’-H), 7.25–7.30 (m, überlagert, 1 H, 2’-H), 7.27 (s,
1 H, 2-H), 7.56 (d, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 4’-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 24.1/24.3 (2 × q, 2 × 2’’-CH3), 24.7 (d, C-2’’), 50.3 (t,
C-1’’), 70.4 (d, C-2), 78.5 (s, C-6’), 117.9 (d, C-8’), 119.7 (d, C-4’), 121.7 (d, C-2’), 128.7
(d, C-3’), 129.3 (s, C-8a’), 130.1 (s, C-4a’), 135.7 (d, C-7’), 147.1 (s, C-1’), 151.1 (s, C-1),
205.0 (s, C-5’).–
Daten für Dichloressigsäure-5-hydroxy-5-isobutyl-6-oxo-5,6-dihydronaphthalin-1-ylester
(52e):
13 Experimenteller Teil
99
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.83 (d, 3J = 2.2 Hz, 3 H, 2’’-CH3), 0.86 (d, 3J = 2.4 Hz,
3 H, 2’’-CH3), 1.48–1.86 (m, 1 H, 2’’-H), 6.19 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 7’-H), 6.69–6.77 (m,
1 H, 3’-H), 7.05 (dd, 3J = 8.0 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 2’-H), 7.22 (d, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 4’-H),
7.27 (s, 1 H, 2-H), 7.93 (d, 3J = 10.1 Hz, 1 H, 8’-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 23.9/23.9 (2 × q, 2 × 2’’-CH3), 24.5 (d, C-2’’), 54.4 (t,
C-1’’), 77.2 (d, C-2), 80.8 (s, C-6’), 114, 5 (d, C-2’), 116.7 (s, C-8a’), 118.7 (d, C-7’),
121.2 (d, C-4’), 125.0 (s, C-4a’), 131.3 (d, C-3’), 139.0 (d, C-8’), 147.1 (s, C-1’), 153.1 (s,
C-1), 205.7 (s, C-6’).–
1,5-Dihydroxy-10H-anthracen-9-on (37)[105]
OOH
OH
Eine Lösung aus 1,5-Dihydroxyanthrachinon (36) (10.00 g, 41.6 mmol) in Essigsäure
(300 mL) wird bei 100 °C mit einer Lösung von SnCl2 (50.00 g, 263.7 mmol) in konz. HCl
(250 mL) versetzt. Nach 2 h filtriert man ein grünes Rohprodukt ab, das aus Essigsäure
umkristallisiert wird. Man erhält das Anthron 37 (8.50 g, 90 %, Schmp.: 228 °C; Lit.:[105]
226–234 °C) als goldbraune Plättchen.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 4.13 (s, 2 H, 10-H), 6.78 (d, 3J = 8.1 Hz, 1 H, 6-H), 6.90
(d, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 2-H), 7.00 (d, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 4-H), 7.21 (dd, 3J = 7.9 Hz, 3J =
7.7 Hz, 1 H, 3-H), 7.39 (dd, 3J = 8.1 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 7-H), 7.73 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H,
8-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 27.4 (t, C-10), 114.4 (d, C-2), 116.4 (s, C-10a), 117.8 (s,
C-8a), 118.8 (d, C-8), 119.2 (d, C-6), 127.2 (d, C-4), 128.3 (s, C-9a), 131.9 (s, C-4a), 135.4
(s, C-7), 142.3 (d, C-3), 154.2 (s, C-5), 162.5 (s, C-1), 190.2 (s, C-9).–
13 Experimenteller Teil
100
1,5-Dihydroxy-10-(2-methylallyl)anthracen-9(10H)-on (67)
OOH
OH
Nach der AAV II wird das Anthron 37 (2.00 g, 8.9 mmol) mit dem Allylbromid (0.98 mL,
9.7 mmol) umgesetzt. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2)
erhält man das 10-Alkylanthron 67 (1.25 g, 51 %, Schmp.: 165 °C) als gelbe Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.48 (s, 3 H, 2’-CH3), 2.59 (dd, 2J = 12.8 Hz, 3J = 7.0 Hz,
3J = 4.4 Hz, 2 H, 1’-H), 4.10 (s, 1 H, 9-H), 4.64–4.70 (m, 2 H, 3’-H), 6.92 (d, 3J = 7.8 Hz,
1 H, 4-H), 6.93 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 6-H), 7.08 (dd, 3J = 7.9 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 2-H),
7.35 (dd, 3J = 7.9 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 3-H), 7.49 (dd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 7-H),
7.92 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 8-H), 12.85 (s, 1 H, 1-OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 23.4 (q, 2’-CH3), 37.8 (d, C-10), 48.2 (t, C-1’), 115.5 (t,
C-3’), 115.7 (d, C-2), 116.7 (s, C-10a), 119.5 (d, C-6), 119.7 (d, C-8), 120.1 (d, C-4), 128.0
(d, C-7), 132.9 (s, C-8a), 133.2 (s, C-9a), 135.8 (d, C-3), 136.3 (s, C-4a), 141.9 (s, C-2’),
146.4 (s, C-5), 152.7 (s, C-1), 163.1 (s, C-9).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 289 nm (3.73), 339 (3.54), 361 (3.45).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 280 (79) [M+], 225 (100) [M+-C3H7], 197 (78) [M+-C3H7-CO],
152 (39), 141 (38), 115 (31).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3074 (CH), 2933 (CH), 2866 (CH3), 2679, 1633, 1603, 1581, 1458,
1350, 1279, 1255, 1061, 889, 798, 721.–
Präzisionsmasse für C18H16O3: (ber.) 280.10994
(gef.) 280.10933
13 Experimenteller Teil
101
1-(tert-Butyldimethylsilyloxy)-5-hydroxyanthracen-10(9H)-on (68)
OOH
OTBS
Eine Lösung des Dihydroxyanthrons 37 (1.00 g, 4.4 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2
(40 mL) wird mit Triethylamin (1.23 mL, 8.8 mmol) und TBSCl (730 mg, 4.9 mmol)
versetzt. Man rührt 1 h unter Schutzgasatmosphäre und bricht die Reaktion durch Zugabe
von ges. NaHCO3-Lösung (40 mL) ab. Die Phasen werden getrennt und die wässrige
Phase mit CH2Cl2 (2 × 20 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden mit
Wasser (30 mL) und ges. NaCl-Lösung (30 mL) gewaschen, getrocknet (Na2SO4) und das
Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Triethylamin wird im Hochvakuum
entfernt. Man erhält den TBS-Ether 68 (0.90 g, 60 %, Schmp.: 105 °C) als grün-gelbe
Nadeln.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 0.34 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.12 [s, 9 H, 2 × SiC(CH3)3], 4.23
(s, 2 H, 9-H), 6.94 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 6-H), 7.00 (dd, 3J = 7.8 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 8-H),
7.12 (dd, 3J = 8.0 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 2-H), 7.38 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 3-H),
7.51 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 7-H), 8.00 (dd, 3J = 7.9 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 4-H),
13.05 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = -4.1 [q, Si(CH3)2], 18.4 [s, SiC(CH3)3], 25.8 [q,
SiC(CH3)3], 28.3 (t, C-9), 115.0 (d, C-6), 116.5 (s, C-10a), 119.0 (d, C-8), 119.8 (d, C-4),
122.3 (d, C-2), 127.3 (d, C-3), 132.1 (s, C-4a), 135.5 (d, C-7), 136.8 (s, C-9a), 141.8 (s,
C-8a), 153.0 (s, C-1), 163.2 (s, C-5), 189.9 (s, C-10).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 281 nm (4.36), 326 (4.05).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 340 (43) [M+], 283 (100) [M+-C(CH3)3], 240 (53), 224 (51),
147 (47), 95 (41), 57 (25) [C(CH3)3+], 43 (35).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2956 (CH), 2927 (CH), 2856, 1633, 1581, 1458, 1279, 1257, 1061,
918, 829, 785.–
13 Experimenteller Teil
102
Präzisionsmasse für C20H24O3Si: (ber.) 340.14947
(gef.) 340.15118
Elementaranalyse C20H24O3Si: (ber.) C 70.55 H 7.10
(gef.) C 69.96 H6.75
8-(tert-Butyldimethylsilyloxy)anthra[9,1-de][1,3]dioxin-2-on (69)[33, 34, 35]
O O
O
OTBS
Eine Lösung des geschützten Anthrons 68 (200 mg, 0.59 mmol) in CH2Cl2 (5 mL) mit
Pyridin (0.50 mL, 6.21 mmol) und DMAP (50 mg, 0.41 mmol) wird mit Bis-
(trichlormethyl)-carbonat (Triphosgen) (236 mg, 0.88 mmol) versetzt und 4 h unter
Rückfluss erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird die Reaktionsmischung
mit eiskalter 0.1 M HCl (50 mL) versetzt und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 20 mL)
extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter vermindertem druck entfernt. Man erhält das Carbonat 69 (151 mg,
75 %, Schmp.: 182 °C) als grün-gelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.38 [s, 6 H, Si(CH3)2], 1.18 [s, 9 H, 2 × SiC(CH3)3],
6.90–6.97 (m, 2 H, 4-H, 9-H), 7.35–7.47 (m, 2 H, 5-H, 10-H), 7.71 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H,
6-H), 7.86 (d, 3J = 8.8 Hz, 1 H, 11-H), 8.46 (s, 1 H, 7-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = –3.8 [q, Si(CH3)2], 19.0 [s, SiC(CH3)3], 26.3 [q,
SiC(CH3)3], 106.9 (d, C-9), 107.9 (s, C-11c), 112.7 (d, C-4), 113.5 (d, C-6), 116.4 (d,
C-11), 119.2 (s, C-11a), 123.8 (d, C-10), 126.7 (d, C-5), 127.1 (s, C-7a), 129.6 (s, C-6a),
130.0 (d, C-7), 142.1 (s, C-11b), 143.3 (s, C-2), 147.1 (s, C-8), 151.7 (s, C-3a).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 268 nm (3.98), 368 (3.62), 386 (3.59).–
13 Experimenteller Teil
103
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 366 (17) [M+], 297 (47), 240 (95), 224 (47) [M+-CO-C6H14Si],
160 (91), 132 (34), 79 (36), 75 (100) [Si(CH3)2OH+], 59 (33).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2962 (CH), 2927 (CH), 2856, 1792 (C=O), 1630, 1541, 1468, 1365,
1281, 1261, 1101, 858, 835, 777.–
Präzisionsmasse für C21H22O4Si: (ber.) 366.12874
(gef.) 366.12719
8-(Trimethylsilyloxy)anthra[9,1-de][1,3]dioxin-2-on (71)
O O
O
OTMS
Eine Lösung des Dihydroxyanthrons 37 (1.00 g, 4.4 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2
(40 mL) wird mit Triethylamin (1.23 ml, 8.8 mmol) und TMSCl (0.67 ml, 5.3 mmol)
versetzt. Man rührt 30 min (DC-Kontrolle) unter Schutzgasatmosphäre, gibt Pyridin (0.60
ml, 7.5 mmol), DMAP (50 mg, 0.41 mmol) und Bis-(trichlormethyl)-carbonat
(Triphosgen) (1.97 g, 6.6 mmol) hinzu und erhitzt 1 h unter Rückfluss. Nach dem
Abkühlen auf Raumtemperatur wird die Reaktionsmischung mit eiskalter 0.1 M HCl
(50 mL) versetzt und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 20 mL) extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck entfernt. Man erhält das Carbonat 71 (1.05 g, 74 %, Schmp.:
102 °C) als rotbraune Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.45 [s, 9 H, Si(CH3)3], 6.88–6.93 (m, 2 H, 4-H, 9-H),
7.30–7.44 (m, 2 H, 5-H, 10 H), 7.67 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H, 6-H), 7.79 (d, 3J = 8.7 Hz, 1 H,
11-H), 8.40 (s, 1 H, 7-H).–
13 Experimenteller Teil
104
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 0.8 [q, Si(CH3)3], 106.9 (d, C-9), 107.9 (s, C-11c), 112.7
(d, C-4), 113.5 (d, C-6), 116.3 (d, C-11), 119.0 (s, C-11a), 123.7 (d, C-10), 126.7 (d, C-5),
127.1 (s, C-7a), 129.5 (s, C-6a), 129.9 (d, C-7), 141.9 (s, C-11b), 143.3 (s, C-2), 147.0 (s,
C-8), 151.7 (s, C-3a).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 267 nm (3.80).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 324 (9) [M+], 294 (22) [M+-CH3-CH3], 256 (72), 240 (98), 226
(80), 212 (72), 184 (76), 147 (100), 123 (55), 92 (74), 73 (75) [Si(CH3)3+], 44 (81)
[CO2+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3072 (CH), 2956 (CH), 2929 (CH), 2854, 1792 (C=O), 1633, 1604,
1454, 1367, 1257, 1209, 1097, 785, 710.–
Präzisionsmasse für C18H16O4Si: (ber.) 324.08179
(gef.) 324.08259
Elementaranalyse C18H16O4Si: (ber.) C 66:64 H 4.97
(gef.) C 66.31 H4.78
8-(2-Methyallyloxy)-1,3-dioxabenzo[de]anthracen-2-on (72)
O O
O
O
Eine Lösung des TMS-geschützten Dioxabenzoanthracens 71 (100 mg, 0.31 mmol) in
wasserfreiem THF (2 mL) wird nacheinander mit 3-Brom-2-methylprop-1-en (0.037 ml,
0.37 mmol), getrocknetem Kaliumcarbonat (51 mg, 0.37 mmol), 18-Krone-6 (164 mg, 0.62
mmol) und Kaliumfluorid (72 mg, 1.24 mmol) versetzt und 3 h unter Rückfluss erhitzt.
Nach der, zur AAV I analogen Aufarbeitung erhält man den Allylether 72 (22 mg, 23 %,
Schmp.: 109 °C) als rotbraune Kristalle.
13 Experimenteller Teil
105
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.97 (s, 3 H, 2’-CH3), 4.70 (s, 2 H, 1’-H), 5.14 (s, 1 H,
3’-H), 5.39 (s, 1 H, 3’-H), 6.92 (dd, 3J = 8.2 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H, 9-H), 7.05 (dd, 3J =
7.8 Hz, 4J = 1.3 Hz, 1 H, 4-H), 7.56–7.74 (m, 3 H, 5-H, 6-H, 10-H), 8.02 (dd, 3J = 7.7 Hz,
4J = 1.0 Hz, 1 H, 11-H), 8.11 (s, 1 H, 7-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 19.8 (q, 2’-CH3), 73.2 (t, C-1’), 106.9 (d, C-9), 107.9 (s,
C-11c), 112.7 (d, C-4), 113.5 (d, C-6), 113.8 (t, C-3’), 116.4 (d, C-11), 119.2 (s, C-11a),
123.8 (d, C-10), 126.7 (d, C-5), 127.1 (s, C-7a), 129.6 (s, C-6a), 130.0 (d, C-7), 142.1 (s,
C-11b), 143.4 (s, C-2), 147.1 (s, C-8), 151.6 (s, C-3a).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (3.87), 389 (3.59).–
MS (EI, 80 eV): m/z (%) = 279 (100) [M+-C2H3], 263 (77), 237 (44), 225 (43), 156 (26), 55
(42).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3076 (CH), 2968 (CH), 2922 (CH), 2852 (CH3), 1672 (C=O), 1633,
1583, 1454, 1369, 1261, 777, 710.–
Elementaranalyse C19H14O4: (ber.) C 74.50 H 4.61
(gef.) C 73.41 H 4.29
(5,10-Dimesylanthracen-1-yloxy)trimethylsilan (73)
OMs OMs
OTMS
Eine Lösung des Dihydroxyanthrons 37 (1.00 g, 4.4 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2
(40 mL) wird mit Triethylamin (1.23 mL, 8.8 mmol) und TMSCl (0.67 mL, 5.3 mmol)
versetzt. Man rührt 30 min (DC-Kontrolle) unter Schutzgasatmosphäre und kühlt das
Reaktionsgemisch auf 0 °C ab. Nach Zugabe von weiterem Triethylamin (1.85 mL, 13.3
mmol) und DMAP (2.16 g, 17.7 mmol), tropft man Methansulfonylchlorid (1.03 mL, 13.3
mmol) zu. Nach 12 h Rühren bei Raumtemperatur wäscht man mit 1 M HCl (50 mL) und
extrahiert die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 50 mL) Die vereinigten organischen Phasen
13 Experimenteller Teil
106
werden mit Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt.
Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man
das dreifach geschützte Anthron 73 (1.70 g, 85 %, Schmp.: 145 °C Zers.) als goldbraunen
Feststoff.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 0.01 [s, 9 H, Si(CH3)3], 3.35 (s, 3 H, SO2CH3), 3.43 (s,
3 H, SO2CH3), 6.83 (d, 3J = 7.2 Hz, 1 H, 2-H), 7.38–7.57 (m, 2 H, 3-H, 6-H), 7.71 (d, 3J =
8.2 Hz, 1 H, 8-H), 7.80–8.07 (m, 2 H, 4-H, 7-H), 8.87 (s, 1 H, 9-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 1.7 [q, Si(CH3)3], 37.2 (q, SO2CH3), 38.7 (q, SO2CH3),
106.8 (d, C-2), 113.7 (d, C-6), 118.4 (d, C-8), 119.9 (s, C-10a), 121.6 (d, C-4), 124.0 (d,
C-3), 126.5 (s, C-4a), 128.3 (s, C-9a), 128.4 (d, C-7), 129.8 (d, C-9), 133.8 (s, C-5), 138.5
(s, C-8a), 146.7 (s, C-10), 153.0 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 268 nm (4.29), 375 (3.59), 395 (3.61).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 454 (5) [M+], 396 (14), 375 (48) [M+-SO2CH3], 326 (36), 303
(34) [M+-SO2CH3-Si(CH3)3+H], 283 (65), 240 (48) [C14H8O4+], 225 (25), 173 (47), 147
(100), 73 (35) [Si(CH3)3+], 66 (32).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3035 (CH), 2939 (CH), 1678, 1630, 1589, 1365 (S=O), 1342, 1178,
1026, 964, 822, 796.–
Präzisionsmasse für C19H22O7S2Si: (ber.) 454.05762
(gef.) 454.05703
5,10-Dimesyl-1-(2-methylallyloxy)anthracen (75)
OMs OMs
O
Eine Lösung des TMS-geschützten Mesylanthrons 73 (1.00 g, 2.2 mmol) in Methanol
(25 mL) und CH2Cl2 (3 mL) wird mit 1 M HCl (0.5 mL) versetzt und 20 min bei
13 Experimenteller Teil
107
Raumtemperatur gerührt. Nach dem Entfernen des Lösungsmittels unter vermindertem
Druck erhält man das Hydroxymesylanthron 74 (0.80 g, 2.09 mmol, 95 %), welches nach
der AAV I mit Allylbromid (0.27 mL, 2.64 mmol) umgesetzt wird. Nach 3.5 h werden noch
mal die gleichen Mengen an Allylbromid und Kaliumcarbonat zugegeben. Nach
chromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) erhält man den Allylether 75 (80 mg,
8 %, Schmp.: 176 °C) als dunkelgrüne Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.99 (s, 3 H, 2’-CH3), 3.21 (s, 3 H, SO2CH3), 3.46 (s, 3 H,
SO2CH3), 4.73 (s, 2 H, 1’-H), 5.15 (s, 1 H, 3’-H), 5.28 (s, 1 H, 3’-H), 6.85 (d, 3J = 7.5 Hz,
1 H, 2-H), 7.46–7.58 (m, 2 H, 3-H, 6-H), 7.65 (dd, 3J = 7.5 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 8-H),
7.97–8.14 (m, 2 H, 4-H, 7-H), 8.98 (s, 1 H, 9-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 20.1 (q, 2’-CH3), 37.8 (q, SO2CH3), 39.3 (q, SO2CH3),
72.6 (t, C-1’), 104.6 (d, C-2), 113.7 (t, C-3’), 115.5 (d, C-6), 119.9 (s, C-10a), 122.4 (d,
C-8), 122.7 (d, C-4), 124.9 (d, C-3), 126.6 (s, C-4a), 128.4 (d, C-7), 128.7 (s, C-9a), 129.8
(d, C-9), 133.3 (s, C-5), 138.2 (s, C-8a), 140.8 (s, C-2’), 142.8 (s, C-10), 154.4 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 268 nm (4.32), 374 (3.66), 395 (3.68).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 436 (3) [M+], 396 (67) [M+-C3H4], 381 (58) [M+-C4H7], 318
(86) [M+-C3H4-SO2CH2], 303 (90) [M+-C4H7-SO2CH2], 240 (90) [C14H8O4+], 225 (81),
168 (30), 139 (30), 80 (83), 65 (100), 63 (56) [CH3SO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3041 (CH), 3022 (CH), 2935 (CH), 1676, 1630, 1589, 1346 (S=O),
1180, 1026, 960, 825, 800, 725.–
Präzisionsmasse für C20H20O7S2: (ber.) 436.06504
(gef.) 436.06355
Elementaranalyse C20H20O7S2: (ber.) C 55.03 H 4.62
(gef.) C54.39 H 4.29
13 Experimenteller Teil
108
1-(3,5-dimethoxyphenyl)pentan-1-ol (88)[106]
O
O
OH
Zu einer Lösung des Aldehyds 85 (1.00 g, 6.0 mmol) in wasserfreiem THF (20 mL) tropft
man innerhalb von 5 min bei Raumtemperatur eine Lösung von n-Butyllithium in Hexan
(1.6 M, 4.00 ml, 6.4 mmol). Nach weiteren 5 min versetzt man die Reaktionslösung mit
ges. NH4Cl-Lösung (20 mL), extrahiert die wässrige Phase mit Et2O (2 × 20 mL) und
trocknet die vereinigten organischen Phasen über Na2SO4. Nach dem Entfernen des
Lösungsmittels unter vermindertem Druck erhält man das Pentanol 88 (1.31 g, 97 %) als
farbloses Öl.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.91 (t, 3J = 6.8 Hz, 3 H, 5-H), 1.25–1.44 (m, 4 H, 3-H,
4-H), 1.66–1.80 (m, 2 H, 2-H), 2.60 (s, 1 H, OH), 3.79 (s, 6 H, 2 × OCH3), 4.56 (t, 3J =
6.6 Hz, 1 H, 1-H), 6.37 (t, 4J = 2.3 Hz, 1 H, 4’-H), 6.51 (s, 2 H, 2’-H, 6’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 14.4 (q, C-5), 23.0 (t, C-4), 28.4 (t, C-3), 39.1 (t, C-2),
55.7 (q, 2 × OCH3), 75.0 (d, C-1), 99.6 (d, C-4’), 104.2 (d, C-2’, C-6’), 148.1 (s, C-1’),
161.2 (s, C-3’, C-5’).–
(E)-1,3-dimethoxy-5-(pent-1-enyl)benzol (84)[64]
O
O
Eine Lösung aus dem sekundären Alkohol 88 (1.000 g, 4.46 mmol) und p-
Toluolsulfonsäure (50 mg, 0.26 mmol) in Toluol (50 mL) wird in einer Apparatur mit
Dean-Stark-Wasserabscheider 20 h unter Rückfluss erhitzt. Die abgekühlte Reaktions-
mischung wird nacheinander mit ges. NaHCO3-Lösung (20 mL), Wasser (20 mL) und ges.
NaCl-Lösung (20 mL) gewaschen. Die organische Phase wird mit Na2SO4 getrocknet und
das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Man erhält das Alken 84 (0.80 g,
87 %, Lit.:[64] 91 %) als farbloses Öl.
13 Experimenteller Teil
109
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.02 (t, 3J = 7.2 Hz, 3 H, 5’-H), 1.50–1.61 (m, 2 H, 4’-H),
2.19–2.31 (m, 2 H, 3’-H), 3.85 (s, 6 H, 2 × OCH3), 6.26–6.35 (m, 2 H, 1’-H, 2’-H), 6.40 (t,
4J = 2.3 Hz, 1 H, 4-H), 6.57 (s, 2 H, 2-H, 6-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 14.2 (q, C-5’), 22.9 (q, C-4’), 35.5 (q, C-3’), 55.7 (q, 2 ×
OCH3), 99.6 (d, C-4), 104.3 (d, C-2, C-6), 130.3 (d, C-1’), 132.0 (d, C-2’), 140.5 (s, C-1),
161.3 (s, C-3, C-5).–
(E)-1-(2,6-dimethoxy-4-(pent-1-enyl)phenyl)ethanon (89)[99]
O
OO
1,2-Dichlorethan (5 mL) wird mit fein gepulvertem AlCl3 (160 mg, 1.20 mmol) versetzt
und Essigsäurechlorid (80 μL, 0.52 mmol) bei 0 °C zugetropft. Anschließend gibt man das
Pentenylbenzol 84 (216 mg, 1.00 mmol) hinzu und lässt über Nacht bei Raumtemperatur
stehen. Die Reaktionslösung wird auf Wasser (5 mL) gegossen, die organische Phase
abgetrennt und die wässrige Phase mit Dichlorethan (2 × 10 mL) extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet, und das Lösungsmittel
wird unter vermindertem Druck entfernt. Nach säulenchromatographischer Reinigung
(Laufmittel: CH2Cl2) erhält man neben dem Edukt (90 mg, 42 %) das Keton 89 (35 mg,
14 %) als harziges Hauptprodukt.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.00 (t, 3J = 7.3 Hz, 3 H, 5’’-H), 1.55 (q, 3J = 7.3 Hz, 2 H,
4’’-H), 2.23–2,29 (m, 2 H, 3’’-H), 2.50 (s, 1 H, 2-H), 3.85 (s, 6 H, 2 × OCH3), 6.29–6.35
(m, 2 H, 1’’-H, 2’’-H), 6.57 (s, 2 H, 3’-H, 5’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 14.9 (q, C-5’’), 22.8 (t, C-4’’), 32.8 (q, C-2), 35.5 (t,
C-3’’), 56.2 (q, 2 × OCH3), 102.1 (d, C-3’, C-5’), 119.5 (s, C-1’), 130.1 (d, C-1’’), 133.0
(d, C-2’’), 141.2 (s, C-4’), 157.4 (s, C-2’, C-6’), 202.9 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 275 nm (3.93).–
13 Experimenteller Teil
110
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 248 (69) [M+], 233 (98) [M+-CH3], 191 (37) [M+-CH3-C2H2O],
86 (85), 84 (97), 49 (100).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2958 (CH), 2933 (CH), 2871 (CH), 1701 (C=O), 1603, 1572, 1462,
1412, 1236, 1130, 966, 843.–
Präzisionsmasse für C15H20O3: (ber.) 248.14124
(gef.) 248.14126
Elementaranalyse C15H20O3: (ber.) C 72.55 H 8.12
(gef.) C 72.07 H 7.98
tert-Butyl-2-oxopropanoat (91)[65]
O
O
O
In einer druckdichten Glasflasche wird Isobuten (ca. 30 mL) einkondensiert und mit
Brenztraubensäure (90) (10.0 mL, 144 mmol) und konz. H2SO4 (0.4 mL, 7 mmol) versetzt.
Das Reaktionsgemisch wird 15 h bei Raumtemperatur gerührt und in Ether (100 mL)
aufgenommen. Die organische Phase wird mit Wasser (2 × 50 mL) und ges. Natrium-
hydrogencarbonatlösung (50 mL) gewaschen. Das Lösungsmittel wird unter vermindertem
Druck entfernt. Nach Vakuumdestillation (25 °C, 1.0 mbar, Lit.:[65] 42 °C, 1.2 mbar) erhält
man den Butylester 91 (4.8 g, 23 %, Lit.:[65] 55 %) als klare, farblose Flüssigkeit.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.53 [s, 9 H, C(CH3)3], 2.39 (s, 3 H, 3-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.8 (q, C-3), 28.1 [q, C(CH3)3], 84.2 [s, C(CH3)3], 160.6
(s, C-1), 193.5 (s, C-2).–
tert-Butyl-2-(trimethylsilyloxy)acrylat (92)[66, 67]
O
O
OTMS
13 Experimenteller Teil
111
Zu einer Lösung des Ketoesters 91 (4.50 g, 30.8 mmol) und TMSCl (4.69 mL, 37.1 mmol)
in Diethylether (50 mL) wird bei Raumtemperatur Triethylamin (6.21 mL, 44.66 mmol)
getropft. Nach 3.5 h gibt man zu der weißen Suspension CH2Cl2 (50 mL) und filtriert. Das
Filtrat wird mit kaltem Wasser (50 ml) und ges. NaCl-Lösung (50 mL) gewaschen und
über Na2SO4 getrocknet. Nach dem Entfernen des Lösungsmittels unter vermindertem
Druck erhält man den Silylenolether 92 (5.51 g, 83 %) als gelbe Flüssigkeit.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.25 [s, 9 H, Si(CH3)3], 1.52 [s, 9 H, C(CH3)3], 4.84 (s,
1 H, 3-H), 5.49 (s, 1 H, 3-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 0.4 [q, Si(CH3)3], 28.4 [q, C(CH3)3], 81.7 [s, C(CH3)3],
103.6 (t, C-3), 148.5 (s, C-2), 163.9 (s, C-1).–
(E)-tert-Butyl-4-(3,5-dimethoxyphenyl)-2-oxobut-3-enoat (94)[66]
O
O
O
O
O
1
2
4'
Zu der Lösung des Benzaldehyds 85 (1.54 g, 9.3 mmol) in CH2Cl2 (20 mL) wird bei
–78 °C BF3-Etherat (1.28 mL, 10.2 mmol) gegeben und 20 min gerührt. Der Silylenolether
(2.00 g, 9.3 mmol) wird tropfenweise zugegeben und noch 3 h bei –30 °C gerührt. Die
Reaktionsmischung wird mit Wasser (20 mL) versetzt und die wässrige Phase mit CH2Cl2
(2 × 20 mL) gewaschen. Die vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4
getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach
säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: PE/EE 4:1) erhält man die ungesättigte
Carbonylverbindung 94 (1.30 g, 48 %, Schmp.: 41 °C) als rotbraune Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.58 [s, 9 H, C(CH3)3], 3.79 (s, 6 H, 2 × OCH3), 6.51 (s,
1 H, 4’-H), 6.71 (d, 4J = 5.1 Hz, 2 H, 2’-H, 6’-H), 7.21 (d, 3J = 16.1 Hz, 1 H, 3-H), 7.65
(dd, 3J = 16.1 Hz, 4J = 5.1 Hz, 1 H, 4-H).–
13 Experimenteller Teil
112
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 28.2 [q, C(CH3)3], 55.8 (q, 2 × OCH3) 84.4 [s, C(CH3)3],
104.1 (d, C-4’), 107.0 (d, C-2’, C-6’), 121.5 (d, C-3), 136.3 (s, C-1’), 148.2 (d, C-4), 161.4
(s, C-3’, C-5’), 162.1 (s, C-1), 184.3 (s, C-2).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 271 nm (3.65), 325 (3.32).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 292 (1) [M+], 166 (100), 137 (85) [M+-C8H11O3], 135 (88), 107
(83) [C7H7O+], 77 (73) [C6H5+], 63 (72), 51 (48) [C4H3+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3062 (CH), 2965 (CH), 2941 (CH), 2843 (CH), 1697 (C=O), 1593,
1469, 1431, 1348, 1300, 1207, 1159, 1065, 874, 823, 731.–
Präzisionsmasse für C16H20O5: (ber.) 292.13107
(gef.) 292.13128
Elementaranalyse C16H20O5: (ber.) C 65.74 H 6.90
(gef.) C 65.38 H 6.57
tert-Butyl-4-(3,5-dimethoxyphenyl)-2-oxobutanoat (96)
O
O
O
O
O
Zu einer Lösung aus Benzylbromid 95 (1.00 g, 4.3 mmol) und TBAI (0.48 g, 1.3 mmol) in
THF (30 mL) wird bei –78 °C unter Ar-Atmosphäre der Silylenolether (1.85 g, 8.7 mmol)
und anschließend [n-Bu4N][Ph3SnF2] (3.28 g, 5.2 mmol) in einer Portion hinzugegeben.
Nach 15 min wird das Kältebad entfernt. Das Salz löst sich erst bei höherer Temperatur
vollständig. Die Reaktionslösung wird 6 h bei Raumtemperatur gerührt und anschließend
über Kieselgel (5 g, CH2Cl2 als Eluent) filtriert. Nach dem Entfernen des Lösungsmittels
unter vermindertem Druck erhält man das gesättigte Produkt 96 (1.01 g, 79 %) als klares,
blassgelbes Öl.
13 Experimenteller Teil
113
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.56 [s, 9 H, C(CH3)3], 2.90 (t, 3J = 7.6 Hz, 2 H, 4-H),
3.12 (t, 3J = 7.6 Hz, 2 H, 3-H), 3.80 (s, 6 H, 2 × OCH3), 6.34 (t, 4J = 2.2 Hz, 1 H, 4’-H),
6.38 (d, 4J = 2.2 Hz, 2 H, 2’-H, 6’-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 27.8 [q, C(CH3)3], 29.4 (t, C-4), 40.6 (t, C-3), 55.3 (q,
2 × OCH3) 84.0 [s, C(CH3)3], 98.3 (d, C-4’), 106.5 (d, C-2’, C-6’), 142.7 (s, C-1’), 160.4
(s, C-1), 160.9 (s, C-3’, C-5’), 194.6 (s, C-2).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 294 (9) [M+], 193 (10) [M+-CO2C(CH3)3], 151 (8), 86 (85), 84
(92), 49 (100).–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2979 (CH), 2937 (CH), 2839, 1722 (C=O), 1597, 1464, 1369, 1257,
1205, 1157, 1066, 837.–
Präzisionsmasse für C16H20O5: (ber.) 294.14672
(gef.) 294.14640
Elementaranalyse C16H20O5: (ber.) C 65.29 H 7.53
(gef.) C 64.98 H 7.02
1,5-Dimethoxynaphthalin (39)
O
O
Eine Lösung aus 1,5-Dihydroxynaphthalin (20) (80.00 g, 0.50 mol) in heißem Ethanol
(600 mL, 75 °C), wird mit NaOH (50.00 g, 1.25 mol) in Wasser (80 mL) versetzt.
Innerhalb von 2 h tropft man bei 40 °C Dimethylsulfat (157.70 g, 1.25 mol) zu und
erwärmt 2 h unter Rückfluss. Durch erneute Zugabe von NaOH (15.00 g, 0.63 mol) in
Wasser (175 mL) wird das überschüssige Dimethylsulfat zerstört. Nach Abziehen des
Lösungsmittels unter vermindertem Druck fällt man das Rohprodukt mit Wasser aus.
Umkristallisation aus Aceton liefert 1,5-Dimethoxynaphthalin (39) (91.71 g, 97 %,
Schmp.: 178 °C, Lit.[76] 178–180 °C) als weiße Nadeln.
13 Experimenteller Teil
114
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 4.05 (s, 6 H, 2 × OCH3), 6.90 (d, 3J = 7.7 Hz, 2 H, 2-H,
6-H), 7.44 (dd, 3J = 8.7 Hz, 3J = 7.7 Hz, 2 H, 3-H, 7-H), 7.91 (d, 3J = 8.7 Hz, 2 H, 4-H,
8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 56.0 (q, 2 × OCH3), 105.0 (d, C-2, C-6), 114.6 (d, C-4,
C-8), 125.6 (d, C-3, C-7), 127.0 (s, C-4a, C-8a), 155.7 (s, C-1, C-5).–
1,5-Dimethoxy-4-formylnaphthalin (118)
O
OO
Eine Mischung aus 1,5-Dimethoxynaphthalin (39) (50.00 g, 0.28 mol) in wasserfreiem
Toluol (50 mL), wasserfreiem Dimethylformamid (49 mL, 0.64 mol) und Phosphoryl-
chlorid (32 mL, 0.35 mol) wird 2 h unter Rückfluss erhitzt. Die entstandene rote Lösung
wird in 10 %ige Natronlauge (220 mL) gegossen und 30 min gerührt. Nach Extrahieren
mit Toluol (3 × 200 mL) werden die vereinigten organischen Phasen mit 10 %iger HCl
(2 × 100 mL) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck abgezogen. Nach Umkristallisation aus Ethanol erhält man den
Aldehyd 118 (45.67 g, 79 %, Schmp.: 124 °C, Lit.[76] 126 °C) als weiße Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 4.05 (s, 3 H, OCH3), 4.09 (s, 3 H, OCH3), 6.94 (d, 3J =
8.3 Hz, 1 H, 2-H), 7.07 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 6-H), 7.48 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H,
7-H), 8.00 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 8-H), 8.11 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 3-H), 11.09 (s, 1 H, CHO).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 56.0/56.3 (2 × q, 2 × OCH3), 104.4 (d, C-2), 108.2 (d,
C-6), 115.8 (d, C-8), 125.2 (s, C-4), 126.2 (d, C-7), 127.5/128.2 (2 × s, C-4a, C-8a), 129.8
(d, C-3), 156.8 (s, C-5), 159.9 (s, C-1), 195.0 (d, CHO).–
13 Experimenteller Teil
115
4,8-Dimethoxynaphthol (114)
O
OOH
Eine Lösung des Aldehyds 118 (43.21 g, 0.20 mol) in CH2Cl2 (50 mL) wird bei 0 °C mit
einer Lösung von getrockneter m-CPBA in CH2Cl2 (200 mL) versetzt und 4 h bei 0 °C ge-
rührt. Die ausgefallene Chlorbenzoesäure wird abgesaugt und der Filterkuchen mit kaltem
CH2Cl2 (50 mL) gewaschen. Das Filtrat wird mit 25 %iger Natriumthiosulfatlösung
(100 mL) gewaschen und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (3 × 100 mL) extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen werden mit Wasser (100 mL) und gesättigter NaCl-Lösung
(150 mL) gewaschen, über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem
Druck entfernt. Die Reinigung des Rohprodukts erfolgt durch Umkristallisation aus
Ethanol. Man erhält das Naphthol 114 (29.57 g, 74 %, Schmp.: 149 °C, Lit.[76] 155–
156 °C) als rotbraune Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.98 (s, 3 H, OCH3), 4.10 (s, 3 H, OCH3), 6.82 (br s, 2 H,
2-H, 3-H), 6.88 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 7-H), 7.37 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 6-H),
7.90 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 5-H), 8.98 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 56.0/56.1 (2 × q, OCH3), 105.0 (d, C-3), 106.3 (d, C-7),
109.1 (d, C-2), 115.6 (s, C-8a), 116.0 (d, C-5), 125.2 (d, C-6), 127.9 (s, C-4a), 148.0 (s,
C-1), 148.2 (s, C-4), 156.0 (s, C-8).–
4,8-Dimethoxynaphthalin-1-ylacetat (122)
O
O
O
O
Eine Lösung von Acetanhydrid (0.50 g, 4.9 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 (10 mL) wird
zu einer gerührten Lösung aus 4,8-Dimethoxynaphthol (114) (1.00 g, 4.9 mmol), DMAP
13 Experimenteller Teil
116
(100 mg, 0.8 mmol) und Pyridin (abs.) (0.47 ml, 5.9 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2
(20 mL) getropft. Die Reaktionslösung wird 4 h bei Raumtemperatur gerührt, mit
Eiswasser (20 ml) versetzt und die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 × 20 mL) extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel im
Vakuum entfernt. Man erhält den Ester 122 (1.08 g, 90 %, Schmp.: 118 °C, Lit.[107]: 119–
120 °C) als weiße Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 2.40 (s, 3 H, 2-H), 3.96 (s, 3 H, 4’-OCH3), 4.02 (s, 3 H,
8’-OCH3), 6.81 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 2’-H), 6.93 (d, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 7’-H), 7.02 (d, 3J =
8.3 Hz, 1 H, 3’-H), 7.43 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 6’-H), 7.93 (dd, 3J = 8.4 Hz,
4J = 0.9 Hz, 1 H, 5’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 21.4 (q, C-2), 56.2 (q, 4’-OCH3), 56.5 (q, 8’-OCH3), 104.2
(d, C-3’), 107.4 (d, C-2’), 115.5 (2 × d, C-5’, C-7’), 119.0 (s, C-8a’), 126.3 (d, C-6’), 128.8
(s, C-4a’), 140.1 (s, C-1’), 153.8 (s, C-4’), 155.4 (s, C-8’), 171.2 (s, C-1).–
(2-Methoxyphenyl)-essigsäure-4,8-dimethoxynaphthalin-1-ylester (120)
O
O O
O
O
122'
1''
4''
Eine Mischung aus grob zerkleinertem 4,8-Dimethoxynaphthol (114) (8.07 g, 39.6 mmol),
2-Methoxyphenylessigsäure (9.85 g, 59.3 mmol), DCC (12.24 g, 59.3 mmol) und DMAP
(7.26 g, 59.3 mmol) wird bei ca. 120 °C Badtemperatur erhitzt. 1 min nachdem die
Reaktionsmischung vollständig geschmolzen ist, wird die Heizquelle entfernt. Nach dem
Abkühlen auf Raumtemperatur löst man das Gemisch in CH2Cl2 (800 mL) und lässt über
Nacht im Gefrierschrank (–20 °C) stehen. Das ausgefallene Harnstoffderivat wird
abgesaugt, das Filtrat unter vermindertem Druck eingeengt und säulenchromatographisch
(Gradient CH2Cl2, CH2Cl2/MeOH 98:2) gereinigt. Man erhält den Ester 120 (6.71 g, 50 %,
Schmp.: 109 °C) als weiße Nadeln.
13 Experimenteller Teil
117
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.94 (s, 3 H, OCH3), 3.95 (s, 3 H, OCH3), 4.01 (s, 3 H,
OCH3), 4.03 (s, 2 H, 2-H), 6.80 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 3’-H), 6.90–7.05 (m, 4 H, 4’-H, 5’-H,
6’-H, 7’’-H), 7.34–7.45 (m, 3 H, 2’’-H, 3’’-H, 6’’-H), 7.91 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 5’’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 35.9 (d, C-2), 56.0/56.2/56.4 (3 × s, 3 × OCH3), 104.2 (d,
C-3’’), 107.2 (d, C-7’’), 111.1 (d, C-5’’), 115.2 (d, C-3’), 119.1 (d, C-2’’), 120.1 (s, C-8a’’),
121.0 (d, C-5’), 123.3 (s, C-1’), 126.2 (d, C-6’’), 128.7 (s, C-4a’’), 129.0 (d, C-4’), 131.5
(d, C-6’), 140.4 (s, C-1’’), 153.6 (s, C-8’’), 155.6 (s, C-4’’), 158.1 (s, C-2’), 171.6 (s,
C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (4.78), 331 (4.01), 344 (3.92).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 352 (12) [M+], 204 (100) [C10H5(OCH3)2OH+], 189 (44)
[C10H5(OCH3)2OH+-CH3], 121 (19) [C7H6OCH3+], 91 (28) [C7H7+], 57 (57) [C3H5O+], 28
(75) [CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3001 (CH), 2956 (CH), 2937 (CH), 2837 (OCH3), 1761 (C=O), 1601
(CH), 1514 (CH), 1412, 1271, 1250, 1228, 1147, 1068, 764.–
Präzisionsmasse für C21H20O5: (ber.) 352.13107
(gef.) 352.13101
Elementaranalyse C21H20O5: (ber.) C 71.58 H 5.72
(gef.) C 71.40 H5.60
Oxophenylessigsäure-4,8-dimethoxynaphthalin-1-ylester (125)
O
O O
O
O
4,8-Dimethoxynaphthol (114) (3.00 g, 14.7 mmol) wird nach der Vorschrift für den
Methoxyphenylessigsäureester 120 (s. o.) mit Phenylglyoxylsäure (3.31 g, 22.1 mmol)
13 Experimenteller Teil
118
umgesetzt. Man erhält den Ester 125 (2.37 g, 48 %, Schmp.: 150 °C Zers.) als rotbraunen
Feststoff.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.74 (s, 3 H, 4’’-OCH3), 4.08 (s, 3 H, 8’’-OCH3), 6.90 (d,
3J = 7.4 Hz, 1 H, 2’’-H), 7.36–7.45 (m, 5 H, 3’-H, 5’-H, 3’’-H, 6’’-H, 7’’-H), 7.60–7.68 (m,
3 H, 2’-H, 4’-H, 6’-H), 7.85 (dd, 3J = 8.5 Hz, 4J = 0.9 Hz, 1 H, 5’’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 55.7 (q, 4’’-OCH3), 56.2 (q, 8’’-OCH3), 105.6 (d, C-2’’),
109.0 (d, C-3’’), 115.2 (d, C-7’’), 115.8 (d, C-5’’), 116.0 (s, C-8a’’), 126.4 (d, C-6’’), 126.6
(s, C-4a’’), 128.2 (d, C-3’, C-5’), 128.6 (d, C-2’, C-6’), 138.1 (d, C-4’), 143.5 (s, C-1’),
147.3 (s, C-1’’), 148.1 (s, C-8’’), 156.4 (s, C-1), 174.4 (C-2).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 333 nm (3.15), 348 (3.23).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 334 (9) [M+-H], 307 (8), 279 (18), 205 (20), 167 (46), 149 (89)
[C7H5O3+], 105 (89), 57 (99), 44 (100) [CO2+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2935 (CH), 2852 (OCH3), 1759 (C=O), 1705 (C=O), 1608, 1448,
1408, 1377, 1068, 739.–
Elementaranalyse C20H16O5: (ber.) C 71.42 H 4.79
(gef.) C 70.98 H 4.31
1-(1-Hydroxy-4,8-dimethoxynaphthalin-2-yl)-2-(2-methoxyphenyl)-ethanon (123)[80]
1'
2'
O
OOH
O
O
122''
Zu einer Schmelze des Esters 120 (8.84 g, 25.1 mmol) wird unter Schutzgas rasch mit BF3-
Etherat (3.76 mL, 29.9 mmol) versetzt. Die Reaktion setzt unmittelbar ein und ist nach
3 min mit der Bildung eines Feststoffs abgeschlossen. Nach dem Erkalten wird das Produkt
in CH2Cl2 (200 mL) aufgenommen und mit Wasser (200 mL) gewaschen. Die wässrige
Phase wird mit CH2Cl2 (100 mL) extrahiert und die vereinigten organischen Phasen über
13 Experimenteller Teil
119
Na2SO4 getrocknet. Nach dem Abziehen des Lösungsmittels und säulenchromatischer
Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2) erhält man das Naphthol 123 (7.69 g, 87 %, Schmp.:
139 °C) als leuchtend gelbe Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.86 (s, 3 H, OCH3), 3.94 (s, 3 H, OCH3), 4.07 (s, 3 H,
OCH3), 4.40 (s, 2 H, 2-H), 6.93–7.02 (m, 3 H, 3’’-H, 5’’-H, 7’-H), 7.15 (s, 1 H, 3’-H),
7.27–7.30 (m, 2 H, 4’’-H, 6’’-H), 7.56 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J = 8.0 Hz, 1 H, 6’-H), 7.84 (dd,
3J = 8.3 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 5’-H), 13.91 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 41.6 (t, C-2), 55.9/56.1/56.8 (3 × q, 3 × OCH3), 103.2 (d,
C-3’), 107.7 (d, C-7’), 111.1 (d, C-5’), 113.0 (s, C-2’), 115.0 (d, C-3’’), 117.2 (s, C-8a’),
121.2 (d, C-5’’), 124.3 (s, C-1’’), 128.9 (d, C-6’), 130.4 (d, C-4’’), 131.3 (d, C-6’’), 132.9
(s, C-4a’), 147.1 (s, C-1’), 157.4 (s, C-4’), 159.1 (s, C-8’), 159.8 (s, C-2’’), 203.0 (s, C-1).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (4.76), 395 (3.91).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 352 (27) [M+], 231 (100) [M+-C7H7OCH3], 204 (41)
[C10H5(OCH3)2OH+], 189 (54) [C10H5(OCH3)2OH+-CH3], 174 (12) [C10H5(OCH3)2OH+-2
× CH3], 121 (20) [C7H6OCH3+], 91 (13) [C7H7+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3097 (OH), 2947 (CH), 2929 (CH), 2831 (OCH3), 1626 (C=O),
1574, 1379, 1273, 1242, 1072, 891, 754.–
Präzisionsmasse für C21H20O5: (ber.) 352.13107
(gef.) 352.13101
Elementaranalyse C21H20O5: (ber.) C 71.58 H 5.72
(gef.) C 71.20 H 5.53
8-Methoxy-2-[2-(2-methoxyphenyl)-acetyl]-[1,4]naphthochinon (124)
21' 2' 2''
O
O
O
OO
1
13 Experimenteller Teil
120
Eine Lösung des Hydrochinonderivats 123 (7.42 g, 21.0 mmol) in Acetonitril (150 mL)
wird mit einer 1 M wässrigen CAN-Lösung (42.00 mL, 42.0 mmol) versetzt und 15 min
gerührt. Das Reaktionsgemisch wird mit Wasser (300 mL) versetzt und mit CH2Cl2 (3 ×
200 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4 getrocknet
und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck abdestilliert. Man erhält das reine
Chinon 124 (6.68 g, 95 %, Schmp.: 118 °C) durch Umkristallisation aus EtOAc/Petrolether
(50–70 °C) als rotbraune Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.77 (s, 3 H, 2’’-OCH3), 4.07 (s, 3 H, 8-OCH3), 4.17 (s,
2 H, 2’-H), 6.83 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 3’’-H), 6.87 (s, 1 H, 3-H), 6.89–6.97 (m, 2 H, 5’’-H,
6’’-H), 7.24 (d, 3J = 7.2 Hz, 1 H, 7-H), 7.37 (dd, 3J1 = 3J2 = 4.8 Hz, 1 H, 4’’-H), 7.72-7.78
(m, 2 H, 5-H, 6-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 45.8 (t, C-2’), 55.6/57.0 (2 × s, 2 × OCH3), 110.8 (d,
C-3’’), 118.8 (d, C-5), 119.4 (d, C-7), 120.7 (s, C-8a), 121.2 (d, C-5’’), 122.8 (s, C-1’’),
129.3 (d, C-4’’), 132.2 (d, C-6’’), 133.8 (d, C-3), 134.3 (s, C-4a), 135.8 (d, C-6), 149.6 (s,
C-2), 157.7 (s, C-8), 160.3 (s, C-2’’), 185.4/185.5 (2 × s, C-1, C-4), 200.0 (s, C-1’).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (4.78), 399 (3.62).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 336 (13) [M+], 308 (3) [M+-CO], 121 (100) [C7H6OCH3+], 91
(62) [C7H7+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3039 (CH), 3006 (CH), 2943 (CH), 2841 (OCH3), 1716 (C=O), 1651
(C=O), 1585, 1495, 1469, 1296, 1250, 1047, 758.–
Präzisionsmasse für C20H16O5: (ber.) 336.09977
(gef.) 336.09958
Elementaranalyse C20H16O5: (ber.) C 71.42 H 4.79
(gef.) C 71.09 H4.68
13 Experimenteller Teil
121
(2,2-Dimethyl-6-methylen-6H-[1,3]dioxin-4-yloxy)-trimethylsilan (128)
OO
O
T
M
S
Zu einer 2 M LDA Lösung (40.00 mL, 80.0 mmol) in Hexan wird bei –78 °C unter
Schutzgas langsam eine Lösung von 2,2,6-Trimethyl-4H-1,3dioxin-4-on (127) (9.50 mL,
72.0 mmol) in THF (30 ml) gegeben. Nach 10 min Rühren wird TMSCl (10.10 mL, 72.0
mmol) in THF (10 mL) zugetropft und die Lösung auf Raumtemperatur erwärmt. Man
rührt 50 min und entfernt das Lösungsmittel unter vermindertem Druck. Durch
Vakuumdestillation (41 °C/0.15 mbar, Lit.: 30–38 °C/0.15 mbar) erhält man den
Silylenolether 128 (8.49 g, 55 %) als klare, gelbliche Flüssigkeit.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 0.30 [s, 9 H, Si(CH3)3], 1.58 (s, 6 H, 2-CH3), 3.91 (s, 1 H,
6-CH2), 4.10 (s, 1 H, 6-CH2), 4.68 (s, 1 H, 5-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 1.2 [q, Si(CH3)3], 24.9 (q, 2-CH3), 77.0 (d, C-5), 85.4 (t,
6-CH2), 102.9 (s, C-2), 152.1 (s, C-6), 153.7 (s, C-4).–
6-{1,4-Dihydroxy-5-methoxy-3-[2-(2-methoxyphenyl)-acetyl]naphthalin-2-ylmethyl}-
2,2-dimethyl-[1,3]dioxin-4-on (130)
OH
OH
OO O
O
O
O
1'
4'
1
3
1'' 2''
2'''
Eine Lösung des Diens 128 (100 mg, 0.45 mmol) in wasserfreiem THF (5 mL) wird bei
–20 °C mit Cu(II)-triflat (20 mg, 0.06 mmol) versetzt und 20 min unter Schutzgas gerührt.
Man kühlt das Reaktionsgemisch auf –60 °C ab und gibt das Chinon 124 (50 mg, 0.15
mmol) in einer Portion zu. Man lässt den Ansatz auf –20 °C erwärmen und bricht die
Reaktion nach 6 h durch Zugabe von 2 N HCl (5 mL) ab. Die Phasen werden getrennt und
die wässrige mit CH2Cl2 (2 × 10 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen
13 Experimenteller Teil
122
werden über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck
entfernt. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 98:2)
erhält man ein oranges Öl (30 mg), die das Hydrochinon 130 enthält.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.63 (s, 6 H, 2 × CH3), 3.30 (s, 2 H, 6-CH2), 3.78 (s, 3 H,
2’’-OCH3), 4.02 (s, 3 H, 5’-OCH3), 4.08 (s, 2 H, 2’’-H), 5.34 (s, 1 H, 5-H), 6.87–6.89 (m,
1 H, 3’’’-H), 6.93 (d, 3J = 8.1 Hz, 1 H, 6’-H), 6.97–7.32 (m, 3 H, 4’’’-H, 5’’’-H, 6’’’-H),
7.58 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J = 8.1 Hz, 1 H, 7’-H), 7.81 (dd, 3J = 8.2 Hz, 4J = 0.9 Hz, 1 H,
8’-H), 13.23 (s, 1 H, 4’-OH).–
2-(2,2-Dimethyl-6-oxo-6H-[1,3]dioxin-4-ylmethyl)5-methoxy-3-[2-(2-methoxyphenyl)-
acetyl]-[1,4]naphthochinon (132)[83]
1
4
3'
1'
1'' 2''
2'''
O
O
OO O
O
O
O
Eine Lösung des Diens 128 (3.892 g, 17.84 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 (20 mL) wird
bei –20 °C mit Cu(II)-triflat (2.156 g, 5.95 mmol) versetzt und 20 min unter Schutzgas
gerührt. Man kühlt das Reaktionsgemisch auf –60 °C ab und gibt das Chinon 124 (2.000 g,
5.95 mmol) in einer Portion zu. Man lässt den Ansatz auf –20 °C erwärmen und bricht die
Reaktion nach 6 h durch Zugabe von 2 N HCl (30 mL) ab. Die Phasen werden getrennt
und die wässrige mit CH2Cl2 (2 × 30 mL) extrahiert. Das Lösungsmittel der vereinigten
organischen Phasen wird unter vermindertem Druck entfernt. Das Rohprodukt wird ohne
weitere Aufarbeitung in Acetonitril (40 mL) gelöst und mit einer Lösung aus CAN
(6.527 g, 11.90 mmol) in Wasser (10 mL) versetzt und 15 min gerührt. Das Gemisch wird
in CH2Cl2 (150 mL) und Wasser (150 mL) aufgenommen und die wässrige Phase mit
CH2Cl2 (2 × 100 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Na2SO4
getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach
säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das
alkylierte Naphthochinon 132 (1.170 g, 42 %, Schmp.: 57 °C) als orange Nadeln.
13 Experimenteller Teil
123
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.64 (s, 6 H, 2 × CH3), 3.32 (s, 2 H, 3-CH2), 3.71 (s, 3 H,
2’’’-OCH3), 4.05 (s, 3 H, 5-OCH3), 4.11 (s, 2 H, 2’’-CH), 5.11 (s, 1 H, 5’-H), 6.84 (d, 3J =
8.2 Hz, 1 H, 3’’’-H), 6.91–6.94 (m, 1 H, 5’’’-H), 7.21 (d, 3J = 7.2 Hz, 1 H, 6’’’-H), 7.24–
7.29 (m, 1 H, 4’’’-H), 7.37 (dd, 3J = 6.9 Hz, 4J = 2.3 Hz, 1 H, 6-H), 7.70–7.74 (m, 2 H,
7-H, 8-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.3 (q, 2’-CH3), 31.2 (t, 3-CH2), 46.5 (t, C-2’’), 55.6/57.1
(2 × q, 2 × OCH3), 94.6 (d, C-5’), 107.4 (s, C-2’), 110.9 (d, C-3’’’), 118.9 (d, C-6), 119.5
(s, C-1’’’), 119.9 (d, C-5’’’), 121.4 (d, C-8), 121.5 (s, C-4a), 129.7 (d, C-4’’’), 132.2 (d,
C-6’’’), 133.8 (s, C-8a), 136.1 (d, C-7), 137.3 (s, C-3), 149.6 (s, C-2), 157.7 (s, C-2’’’),
160.3 (s, C-5), 161.2 (s, C-6’), 168.0 (s, C-4’), 182.8/184.4 (2 × s, C-1, C-4), 200.6 (s,
C-1’’).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (4.88), 400 (3.62).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 376 (20) [M+-C4H6O3+2H], 255 (100) [M+-C4H6O3-
C7H6OCH3+2H], 240 (19) [M+-C4H6O3-C7H6OCH3-CH3+2H], 121 (12) [C7H6OCH3+], 91
(23) [C7H7+], 44 (10) [CO2+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2997 (CH), 2925 (CH), 2844 (OCH3), 1732 (C=O), 1662 (C=O),
1635, 1392, 1263, 1203, 1014, 756.–
Elementaranalyse C27H24O8: (ber.) C 68.06 H 5.08
(gef.) C 67.64 H 5.02
7-Methoxy-5-(2-methoxybenzyl)-2,2-dimethyl-1,3-dioxanaphthacen-4,6,11-trion (135)
O
O
O
O
O
O
O
1
2
3
2'
Eine Lösung des Naphthochinons 132 (1.000 g, 2.10 mmol) in Methanol (20 mL) wird mit
Calciumacetat (1.000 g, 6.33 mmol) und anschließend mit Kaliumcarbonat (145 mg, 1.05
13 Experimenteller Teil
124
mmol) versetzt (jeweils im Vakuum getrocknet) und 24 h bei Raumtemperatur gerührt. Das
Reaktionsgemisch wird mit 1 M HCl (20 mL) versetzt, mit CH2Cl2 (2 × 30 mL) extrahiert,
die vereinigten organischen Phasen über Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt. Nach säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel:
CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das Cyclisierungsprodukt 135 (352 mg, 37 %, Schmp.:
177 °C) als orange Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 1.70 (s, 6 H, 2 × 2-CH3), 3.83 (s, 3 H, 2’-OCH3), 3.98 (s,
3 H, 7-OCH3), 5.27 (s, 2 H, CH2), 6.70–6.78 (m, 2 H, 5’-H, 6’-H), 6.83 (d, 3J = 8.6 Hz,
1 H, 3’-H), 7.07–7.16 (m, 1 H, 4’-H), 7.32 (dd, 3J = 8.3 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 8-H), 7.68
(dd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 9-H), 7.74 (s, 1 H, 12-H), 7.81 (dd, 3J = 7.7 Hz, 4J =
1.1 Hz, 1 H, 10-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.4/26.0 (2 × q, 2 × 2-CH3), 30.2 (t, 5-CH2), 55.9 (q,
2’-OCH3), 57.0 (q, 7-OCH3), 106.1 (s, C-2), 110.7 (d, C-12), 114.6 (d, C-8), 118.9 (d,
C-10), 119.4 (d, C-3’), 120.5 (d, C-4’), 125.5 (s, C-6a), 127.3 (d, C-5’), 129.1 (d, C-9),
130.6 (s, C-5a), 132.5 (s, C-1’), 134.4 (d, C-6’), 135.0 (s, C-10a), 139.1 (s, C-4a), 150.2 (s,
C-11a), 158.0 (s, C-5), 158.9 (s, C-12a), 159.6 (s, C-2’), 169.1 (s, C-4), 183.4 (s, C-11),
184.6 (s, C-6).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (5.02), 375 (3.80).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 458 (38) [M+], 400 (100) [M+-C3H6O], 385 (76) [M+-C3H6O-
CH3], 279 (16) [M+-C3H6O-C7H6OCH3], 121 (34) [C7H6OCH3+], 91 (24) [C7H7+], 28 (49)
[CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3072 (CH), 3001 (CH), 2925 (CH), 2839 (OCH3), 1741 (C=O), 1672
(C=O), 1595, 1323, 1275, 1248, 1014, 750.–
Präzisionsmasse für C27H22O7: (ber.) 458.13655
(gef.) 458.13623
Elementaranalyse C27H22O7: (ber.) C 70.73 H 4.84
(gef.) C 70.51 H 4.49
13 Experimenteller Teil
125
5-(Hydroxy(2-methoxyphenyl)methyl)-7-methoxy-2,2-dimethyl-4H-anthra[2,3-
d][1,3]dioxin-4,6,11-trion (137)
O
O
O
O
O
O
O
HO
Analog zur Vorschrift für das Benzyl 135 wird das Naphthochinon 132 (200 mg, 0.42
mmol) mit Calciumacetat (200 mg, 1.26 mmol) und Kaliumcarbonat (65 mg, 0.47 mmol)
umgesetzt. Als Lösungsmittel dient Acetonitril (5 mL). Man erhält das Hydroxybenzyl 137
(105 mg, 52 %, Schmp.: 104 °C) als rotbraune Kristalle.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.72 (s, 3 H, 2-CH3), 1.76 (s, 3 H, 2-CH3), 3.80 (s, 3 H,
2’-OCH3), 4.07 (s, 3 H, 7-OCH3), 5.64 (s, 1 H, 5-CH), 6.73–6.74 (m, 3 H, 12-H, 5’-H,
6’-H), 6.83 (d, 3J = 8.1 Hz, 1 H, 3’-H), 7.14–7.19 (m, 1 H, 4’-H), 7.37 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H,
8-H), 7.70 (dd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 9-H), 7.85 (d, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 10-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 22.9/27.3 (2 × q, 2 × 2-CH3), 44.1 (d, 5-CH), 55.4 (q,
2’-OCH3), 56.8 (q, 7-OCH3), 104.5 (s, C-4a), 106.3 (s, C-2), 108.6 (s, C-5), 111.0 (d,
C-3’), 118.6 (d, C-8), 120.0 (d, C-10), 120.1 (d, C-4’), 121.1 (s, C-6a), 121.4 (d, C-12),
123.0 (s, C-1’), 126.2 (s, C-5a), 126.5 (d, C-5’), 128.7 (d, C-6’), 134.9 (s, C-10a), 135.3 (d,
C-9), 137.6 (s, C-11a), 156.9 (s, C-2’), 158.0 (s, C-12a), 161.0 (s, C-7), 161.5 (s, C-4),
182.3 (s, C-6), 184.3 (s, C-11).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 271 nm (4.23), 454 (3.65).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 474 (18) [M+], 416 (48) [M+-C3H6O], 401 (11) [M+-C3H6O-
CH3], 373 (56) [M+-C3H6O-CH3-H2O], 357 (24) [M+-C3H6O-CH3-H2O-O], 270 (39), 58
(79) [C3H6O+], 43 (100) [CH3CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3292 (OH), 2999 (CH), 2941 (CH), 2839 (OCH3), 1724 (C=O),
1674 (C=O), 1614, 1356, 1294, 1269, 1248, 1203, 1024, 750.–
13 Experimenteller Teil
126
Präzisionsmasse für C27H22O8: (ber.) 474.131.47
(gef.) 474.13159
4-{1,4-Dihydroxy-5-methoxy-3-[2-(2-methoxyphenyl)-acetyl]-naphthalin-2-yl}-3-
hydroxybut-2-ensäuremethylester (143)
OH
OH
OO O
OH
O O
1
4
1'
4'
1'' 2''
2'''
Das Naphthochinon 132 (40 mg, 0.08 mmol) wird 1 h in 1.5 M HCl-Lösung in Methanol
(3 mL) bei Raumtemperatur gerührt und anschließend das Lösungsmittel unter vermin-
dertem Druck entfernt. Man erhält das methylierte Hydrochinon 143 (36 mg, 94 %) als
rotbraunes Öl.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.80 (br s, 6 H, 1-OCH3, 2’’’OCH3), 3.94 (s, 2 H, 4-H),
4.12 (s, 3 H, 5’-OCH3), 4.50 (s, 2 H, 2’’-H), 6.89–6.99 (m, 3 H, 6’-H, 3’’’-H, 5’’’-H), 7.14
(s, 1 H, 2-H), 7.22–7.36 (m, 2 H, 4’’’-H, 6’’’-H), 7.59 (dd, 3J = 8.1 Hz, 3J = 8.0 Hz, 1 H,
7’-H), 7.84 (dd, 3J = 8.1 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H, 8’-H), 12.99 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 35.0 (t, C-4), 45.5 (t, C-2’’), 52.9 (q, 1-OCH3), 55.8/56.8
(2 × q, 5’-OCH3, 2’’’-OCH3), 106.1 (d, C-2), 108.1 (d, C-6’), 110.8 (d, C-8’), 111.1 (s,
C-2’), 113.5 (s, C-4a’), 113.7 (d, C-3’’’), 121.0 (d, C-5’’’), 123.0 (s, C-3’), 124.7 (s, C-1’’’),
126.8 (s, C-8a’), 128.7 (d, C-4’’’), 130.7 (d, C-7’), 131.6 (d, C-6’’’), 144.6 (s, C-4’), 151.0
(s, C-1’), 158.0 (s, C-5’), 159.4 (s, C-2’’’), 159.7 (s, C-1), 169.7 (s, C-3), 201.7 (s, CO).–
13 Experimenteller Teil
127
3-Hydroxy-4-{5-methoxy-3-[2-(2-methoxyphenyl)-acetyl]-1,4-dioxo-1,4-
dihydronaphthalin-2-yl}-but-2-ensäuremethylester (144)
O
O
OO O
OH
O O
Das Hydrochinon 143 (60 mg, 0.13 mmol) in Acetonitril (3 mL) wird mit einer Lösung
von CAN (145 mg, 0.27 mmol) in Wasser (1 mL) versetzt und 15 min gerührt. Das Ge-
misch wird in CH2Cl2 (25 mL) und Wasser (25 mL) aufgenommen und die wässrige Phase
mit CH2Cl2 (2 × 25 mL) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über
Na2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach
säulenchromatographischer Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das
Naphthochinon 144 (54 mg, 91 %) als orange Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.53 (s, 3 H, 1-OCH3), 3.72 (s, 2’’’OCH3), 3.79–3.90 (m,
4 H, 4-H, 2’’-H), 3.97 (s, 5’-OCH3), 4.62 (s, 1 H, 2-H), 6.76–6.86 (m, 2 H, 3’’’-H, 5’’’-H),
7.13–7.40 (m, 3 H, 6’’-H, 7’’-H, 8’’-H), 7.69 (dd, 3J = 8.1 Hz, 3J = 7.9 Hz, 1 H, 4’’’-H),
7.93 (d, 3J = 6.6 Hz, 1 H, 6’’’-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 32.7 (t, C-4), 46.0 (t, C-2’’), 52.3 (q, 1-OCH3), 56.0/56.1
(2 × q, 5’-OCH3, 2’’’-OCH3), 102.1 (d, C-2), 113.8 (d, C-3’’’), 119.6 (s, C-1’’’), 120.1 (d,
C-5’’’), 121.4 (d, C-8’), 121.7 (d C-4a’), 129.6 (d, C-4’’’), 132.2 (d, C-6’’’), 134.0 (s,
C-8a’), 136.0 (d, C-7’), 137.6 (s, C-2’), 148.7 (s, C-3’), 150.4 (s, C-1), 170.4 (s, C-3),
183.2/184.3 (2 × s, C-1’, C-4’), 200.3 (s, C-1’’).–
13 Experimenteller Teil
128
3-Hydroxy-8-methoxy-1-(2-methoxybenzyl)-9,10-dioxo-9,10-dihydroanthracen-2-
carboxylsäuremethylester (136)
O O
O
O
OH
CO
2
CH
3
1
2
2'
Eine Lösung des Naphthochinons 132 (200 mg, 0.42 mmol) in Methanol (3 mL) wird mit
wasserfreiem Kaliumcarbonat (70 mg, 0.51 mmol) versetzt und 24 h bei Raumtemperatur
gerührt. Das Reaktionsgemisch wird mit 0.1 M HCl (10 mL) versetzt, mit CH2Cl2 (2 ×
10 mL) extrahiert, die vereinigten organischen Phasen über Na2SO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach säulenchromatographischer
Reinigung (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das Cyclisierungsprodukt 136
(18 mg, 10 %, Schmp: 198 °C) als orange-rote Nadeln.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.57 (d, 4J = 1.9 Hz, 2 H, 1-CH2), 3.64 (s, 3 H, 2’-OCH3),
3.78 (s, 3 H, CO2CH3), 4.10 (s, 3 H, 8-OCH3), 7.07 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 3’-H), 7.13 (d,
3J = 7.4 Hz, 1 H, 5’-H), 7.22 (dd, 3J = 7.4 Hz, 4J = 1.9 Hz, 1 H, 6’-H), 7.39–7.47 (m, 2 H,
7-H, 4’-H), 7.79 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 6-H), 7.84 (s, 1 H, 4-H), 8.03 (dd, 3J =
7.7 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 5-H).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 39.8 (t, 1-CH2), 52.5 (q, CO2CH3), 56.0 (q, 2’-OCH3),
57.1 (q, 8-OCH3), 111.6 (d, C-4), 116.2 (s, C-8a), 118.6 (d, C-3’), 120.5 (d, C-7), 120.8 (d,
C-5), 121.1 (d, C-5’), 121.4 (s, C-9a), 123.4 (s, C-2), 130.5 (d, C-6), 131.7 (s, C-10a),
131.9 (s, C-1), 135.3 (s, C-1’), 136.1 (s, C-6’), 136.1 (s, C-4a), 142.4 (s, C-8), 157.0 (s,
C-3), 161.3 (s, C-2’), 171.2 (s, CO2CH3), 183.0 (s, C-10), 189.1 (s, C-9).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 269 nm (5.00), 420 (4.08).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 432 (59) [M+], 401 (100) [M+-OCH3], 359 (42) [M+-C3H5O2],
327 (17) [M+-OCH3-C3H6O2], 296 (19), 186 (20), 149 (20), 57 (66) [C3H5O+], 43 (54)
[CH3CO+].–
13 Experimenteller Teil
129
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3002 (CH), 2952 (CH), 2918 (CH), 2848 (OCH3), 1741 (C=O), 1670
(C=O), 1631, 1583, 1282, 1242, 1173, 1020, 754.–
Präzisionsmasse für C25H20O7: (ber.) 432.12090
(gef.) 432.12209
Methyl 1-(brom(2-methoxyphenyl)methyl)-3-hydroxy-8-methoxy-9,10-dioxo-9,10-
dihydroanthracen-2-carboxylat (154)
O O
O
O
OH
CO2CH3
Br
Das Benzylanthrachinon 136 (20 mg, 0.05 mmol) wird in CCl4 (10 mL) gelöst, mit Brom
(30 mg, 0.19 mmol) versetzt und 1 h mit einer 100 W Wolframdrahtlampe bestrahlt. Man
wäscht mit gesättigter NaHCO3-Lösung und Wasser. Nach Entfernen des Lösungsmittels
unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung erhält man das
Brombenzylanthrachinon 154 (12 mg, 52 %) als blassgelbe Kristalle.
1H NMR (200 MHz, CDCl3) δ = 3.72 (s, 3 H, CO2CH3), 3.82 (s, 3 H, 2’-OCH3), 4.07 (s,
3 H, 8-OCH3), 5.17 (s, 1 H, 1-CH), 7.09–7.19 (m, 2 H, 4’-H, 6’-H), 7.34 (dd, 3J = 7.5 Hz,
4J = 1.7 Hz, 1 H, 3’-H), 7.44 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 7-H), 7.51–7.55 (m, 1 H, 5’-H), 7.83 (dd,
3J = 8.5 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 6-H), 8.01 (dd, 3J = 7.7 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 5-H), 8.26 (s,
1 H, 4-H), 13.45 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 42.5 (d, 1-CH), 53.4 (q, CO2CH3), 55.3 (q, 2’-OCH3), 56.6
(q, 8-OCH3), 111.0 (d, C-4), 116.3 (s, C-10a), 116.5 (d, C-3’), 118.4 (d, C-7), 119.9 (d,
C-5), 120.8 (d, C-5’), 121.5 (s, C-2), 130.6 (d, C-4’), 131.9 (s, C-9a), 131.4 (d, C-6’),
135.7 (s, C-1), 136.1 (d, C-6), 142.5/142.6 (2 × s, C-4a, C-1’), 156.7/156.9 (2 × s, C-3,
C-8), 161.2 (s, C-2’), 168.0 (s, CO2CH3), 181.9 (d, C-9), 188.4 (s, C-10).–
13 Experimenteller Teil
130
Methyl-3-hydroxy-1-(hydroxy(2-methoxyphenyl)methyl)-8-methoxy-9,10-dioxo-9,10-
dihydroanthracen-2-carboxylat (155)
O O
O
O
OH
CO2CH3
HO
Das bromierte Anthrachinon 154 (10 mg, 0.02 mmol) wird in Acetonitril (5 mL) gelöst und
mit 1 M KOH (1 mL) versetzt. Nach 72 h trennt man das Reaktionsgemisch zwischen
Wasser (20 mL) und CH2Cl2 (20 mL), extrahiert die wässrige Phase mit CH2Cl2 (2 ×
20 mL) und trocknet die vereinigten organischen Phasen über Na2SO4. Nach dem Ent-
fernen des Lösungsmittels unter vermindertem Druck erhält man das hydroxylierte Produkt
155 (8 mg, 92 %, Schmp.: 197 °C) als orangen Feststoff.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 3.72 (s, 3 H, CO2CH3), 3.80 (s, 3 H, 2’-OCH3), 4.09 (s,
3 H, 8-OCH3), 5.07 (s, 1 H, 1-CH), 7.07 (dd, 3J = 8.3 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 6’-H), 7.12
(ddd, 3J1 = 3J2 = 7.5 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 4’-H), 7.32 (dd, 3J = 7.5 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H 3’-
H), 7.39 (dd, 3J = 8.5 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 7-H), 7.47 (ddd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.5 Hz, 4J =
0.8 Hz 1 H, 5’-H), 7.78 (dd, 3J = 8.5 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H, 6-H), 7.91 (s, 1 H, 4-H), 8.02
(dd, 3J = 7.7 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 5-H), 13.32 (s, 1 H, 3-OH).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 53.0 (q, CO2CH3), 55.8 (q, 2’-OCH3), 56.7 (q, 8-OCH3),
70.5 (d, 1-CH), 111.5 (d, C-4), 116.4 (s, C-10a), 116.9 (d, C-3’), 118.2 (d, C-7), 120.2 (d,
C-5), 120.6 (d, C-5’), 122.5 (s, C-2), 130.2 (s, C-9a), 130.2 (d, C-4’), 132.2 (d, C-6’),
134.4 (s, C-1), 135.8 (d, C-6), 144.9 (s, C-4a), 145.3 (s, C-1’), 156.6 (s, C-8), 157.6 (s,
C-3), 161.0 (s, C-2’), 173.0 (s, CO2CH3), 182.2 (d, C-9), 188.6 (s, C-10).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (4.05), 419 (3.77).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 448 (22) [M+], 389 (26) [M+-CO2CH3], 359 (19) [M+-CO2CH3-
CH3-CH3], 236 (41), 113 (77), 83 (100), 57 (99) [C3H5O+], 43 (88) [CH3CO+].–
13 Experimenteller Teil
131
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2952 (CH), 2924 (CH), 2852 (OCH3), 1749 (C=O), 1664, 1630,
1583, 1466, 1284, 1263, 1236, 1011, 752.–
Präzisionsmasse für C25H20O8: (ber.) 448.11582
(gef.) 448.11699
Elementaranalyse C25H20O8: (ber.) C 66.96 H 4.50
(gef.) C 66.42 H 4.27
7-Methoxy-5-(2-methoxybenzoyl)-2,2-dimethyl-4H-anthra[2,3-d][1,3]dioxin-4,6,11-
trion (156)
O
O
O
O
O
O
O
O
Das Benzylanthrachinon 135 (20.0 mg, 0.044 mmol) wird in CCl4 (1 mL) gelöst, mit Brom
(6.7 µL 0.132 mmol) und einem Tropfen Wasser versetzt und 1 h mit einer 100 W
Wolframdrahtlampe bestrahlt. Man nimmt das Reaktionsgemisch in CH2Cl2 (10 ml) auf
und wäscht mit gesättigter NaHCO3-Lösung (10 mL) und Wasser (10 mL). Nach Entfernen
des Lösungsmittels unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
(Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 99:1) erhält man das Benzoylanthrachinon 156 (18 mg, 88 %,
Schmp.: 249 °C) als blassgelbe Kristalle.
1H NMR (500 MHz, CD2Cl2) δ = 1.80 (s, 3 H, 2-CH3), 1.82 (s, 3 H, 2-CH3), 3.45 (s, 3 H,
2’-OCH3), 3.97 (s, 3 H, 7-OCH3), 6.94 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 3’-H), 7.24 (ddd, 3J1 = 3J2 =
7.5 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H, 5’-H), 7.41 (dd, 3J = 8.4 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H, 8-H), 7.59 (ddd,
3J = 8.2 Hz, 3J = 7.5 Hz, 4J = 1.8 Hz, 1 H, 4’-H), 7.78 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.9 Hz, 1 H,
9-H), 7.87 (s, 1 H, 12-H), 7.95 (dd, 3J = 7.9 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 10-H), 8.30 (d, 3J =
7.5 Hz, 1 H, 6’-H).–
13 Experimenteller Teil
132
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.5/25.6 (2 × q, 2 × 2-CH3), 55.6 (q, 2’-OCH3), 56.4 (q,
7-OCH3), 107.0 (s, C-2), 111.9 (d, C-3’), 114.6 (d, C-12), 115.0 (s, C-4a), 118.9 (d, C-8),
119.5 (d, C-10), 121.0 (d, C-5’), 126.6 (s, C-1’), 128.0 (s, C-11a), 129.8 (d, C-6’), 134.0 (d,
C-4’), 134.2 (s, C-6a), 134.9 (s, C-5a), 135.3 (d, C-9), 135.4 (s, C-10a), 138.6 (s, C-5),
158.2 (s, C-4), 158.9/159.0 (2 × s, C-12a, C-2’), 160.7 (s, C-7), 180.1 (s, C-6), 182.2 (s,
C-11), 191.6 (s, 5-CO).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (4.54), 391 (3.95).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 472 (16) [M+], 414 (13) [M+-C3H6O], 383 (100) [M+-C3H6O-
OCH3], 352 (12) [M+-C3H6O-OCH3-OCH3], 294 (12), 279 (6) [M+-C3H6O-C8H7O2],
149(16), 135 (16) [C8H7O2+], 57 (11) [C3H5O+], 43 (7) [CH3CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3093 (CH), 3001 (CH), 2927 (CH), 2841 (OCH3), 1743 (C=O), 1670
(C=O), 1595, 1446, 1344, 1282, 1232, 1016, 962, 856, 752.–
Präzisionsmasse für C27H20O8: (ber.) 472.11582
(gef.) 472.11420
Elementaranalyse C27H20O8: (ber.) C 68.64 H 4.27
(gef.) C 68.14 H 4.17
5-(5-Brom-2-methoxybenzoyl)-7-methoxy-2,2-dimethyl-4H-anthra[2,3d][1,3]dioxin-
4,6,11-trion (157)
O
O
O
O
O
O
OBr
O
Das Benzylanthrachinon 135 (55 mg, 0.12 mmol) wird analog zur Vorschrift zum
Oxidationsprodukt 156 mit Brom (56 mg, 0.35 mmol) umgesetzt das Lösungsmittel jedoch
nicht mit Wasser gesättigt. Man erhält das bromierte Produkt 157 (55 mg, 86 %, Schmp.:
241 °C) als gelben Feststoff.
13 Experimenteller Teil
133
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.79 (s, 6 H, 2 × 2-CH3), 3.41 (s, 3 H, 2’-OCH3), 3.93 (s,
3 H, 7-OCH3), 6.73 (d, 3J = 8.8 Hz, 1 H, 3’-H), 7.35 (dd, 3J = 8.5 Hz, 4J = 0.8 Hz, 1 H,
8-H), 7.55 (dd, 3J = 8.8 Hz, 4J = 2.6 Hz, 1 H, 4’-H), 7.73 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.7 Hz, 1 H,
9-H), 7.85 (s, 1 H, 12-H), 7.92 (dd, 3J = 7.7 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 10-H), 8.47 (br s, 1 H,
6’-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 25.6/25.9 (2 × q, 2 × 2-CH3), 56.0 (q, 2’-OCH3), 56.7 (q,
7-OCH3), 107.0 (s, C-2), 113.9 (d, C-3’), 114.9 (d, C-12), 115.1 (s, C-4a), 118.9 (d, C-8),
119.8 (d, C-10), 121.1 (s, C-5’), 128.1 (s, C-1’), 128.3 (s, C-11a), 132.9 (d, C-9), 134.8 (s,
C-6a), 135.3 (d, C-6’), 136.4 (d, C-4’), 136.5 (s, C-10a), 138.5 (s, C-5a), 149.8 (s, C-5),
157.9 (s, C-4), 158.2 (s, C-12a), 158.9 (s, C-2’), 160.7 (s, C-7), 180.2 (s, C-6), 182.3 (s,
C-11), 190.9 (s, 5-CO)–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 272 nm (4.51), 389 (3.92).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 552 (12) [M+ (81Br)], 550 [M+ (79Br)], 463 (70) [M+ (81Br)-
C3H6O-OCH3], 461 (68) [M+ (79Br)-C3H6O-OCH3], 401 (31), 352 (27), 326 (30), 283 (57),
173 (43), 157 (41), 135 (24) [C8H7O2+], 111 (100), 57 (35) [C3H5O+], 43 (65) [CH3CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 2999 (CH), 2937 (CH), 2843 (OCH3), 1743 (C=O), 1668 (C=O),
1593, 1481, 1448, 1340, 1282, 1271, 1230, 1030 (C-Br), 964.–
Präzisionsmasse für C27H19BrO8: (ber.) 550.02633 (79Br)
(gef.) 550.02655 (79Br)
Elementaranalyse C27H19BrO8:: (ber.) C 58.82 H 3.47
(gef.) C 58.91 H 3.39
13 Experimenteller Teil
134
5-(2-Hydroxybenzoyl)-7-methoxy-2,2-dimethyl-4H-anthra[2,3-d][1,3]dioxin-4,6,11-
trion (158)
O
O
O
O
O
O
HO
O
Das Dimethoxyanthrachinon 156 (18 mg, 0.04 mmol) wird in wasserfreiem CH2Cl2 (3 mL)
gelöst und mit Bortribromidlösung (1.0 M in CH2Cl2, 114µl, 0.12 mmol) versetzt. Nach
3 h schüttelt man mit 1 M HCl (5 mL) aus, extrahiert mit CH2Cl2 (2 × 10 mL), trocknet die
vereinigten organischen Phasen über Na2SO4 und entfernt das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck. Man erhält das Monomethoxyanthrachinon 158 (16 mg, 95 %) als
gelben Feststoff.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.81 (s, 6 H, 2 × 2-CH3), 3.95 (s, 3 H, 7-OCH3), 6.70
(ddd, 3J = 7.9 Hz, 3J = 7.7 Hz, 4J = 0.6 Hz, 1 H, 5’-H), 6.98 (dd, 3J = 7.9 Hz, 4J = 1.6 Hz,
1 H, 6’-H), 7.12 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 8-H), 7.37 (d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 3’-H), 7.42 (ddd, 3J =
8.4 Hz, 3J = 7.7 Hz, 4J = 1.6 Hz, 1 H, 4’-H), 7.76 (dd, 3J = 8.3 Hz, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 9-H),
7.96 (d, 3J = 7.8 Hz, 1 H, 10-H), 8.00 (s, 1 H, 12-H), 11.61 (s, 1 H, OH).–
13C NMR (50 MHz, CDCl3) δ = 25.8/26.1 (2 × q, 2 × 2-CH3), 56.7 (q, 7-OCH3), 107.2 (s,
C-2), 116.2(s, C-1’), 116.9 (d, C-12), 118.4 (d, C-8), 118.8 (d, C-10), 119.0 (d, C-3’), 119.9
(d, C-5’), 121.0 (s, C-4a), 121.3 (s, C-6a), 128.8 (s, C-10a), 129.6 (d, C-4’), 134.7 (s,
C-11a), 135.2 (d, C-9), 135.6 (d, C-6’), 138.9 (s, C-5a), 143.7 (s, C-5), 157.3 (s, C-7),
159.4 (s, C-4), 160.9 (s, C-12a), 161.5 (s, C-2’), 179.4 (s, C-6), 181.8 (s, C-11), 199.9 (s,
5-CO).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 458 (100) [M+], 400 (78) [M+-C3H6O], 383 (52) [M+-C3H6O-
OH], 372 (81) [M+-C3H6O-CO], 355 (55) [M+-C3H6O-CO-OH], 121 (49) [C7H6OCH3+],
57 (38) [C3H5O+], 43 (37) [CH3CO+].–
Präzisionsmasse für C26H18O8: (ber.) 458.10017
(gef.) 458.10015
13 Experimenteller Teil
135
7-Hydroxy-5-(2-hydroxybenzoyl)-2,2-dimethyl-4H-anthra[2,3-d][1,3]dioxin-4,6,11-
trion (159)
O
O
OH
O
O
O
HO
O
Zu einer Lösung des Monomethoxyanthrachinon 158 (16 mg, 0.035 mmol) wird
portionsweise bis zu 5 Äquivalente Bortribromid gegeben und die Reaktion ständig per DC
verfolgt. Noch bevor das gesamte Edukt umgesetzt ist, schüttelt man mit 1 M HCl (5 mL)
aus, extrahiert mit CH2Cl2 (2 × 10 mL), trocknet die vereinigten organischen Phasen über
Na2SO4 und entfernt das Lösungsmittel unter vermindertem Druck. Nach der Reinigung
des Rohprodukts mittels präperativer HPLC (Pumpe: Merck Hitachi L 6200, Detektor:
Merck Hitachi Photo Diode-Array-Detector, Säule: Macherey-Nagel CC/125/4 Nucleosil
100-5 C 18, Eluent: Acetonitril), erhält man das das Dihydroxyanthrachinon 159 (3 mg,
20 %, Schmp.: 94 °C) als orange-roten Feststoff.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 1.84 (s, 6 H, 2 × 2-CH3), 6.73 (dd, 3J = 8.0 Hz, 3J =
7.6 Hz, 1 H, 5’-H), 6.97 (d, 3J = 8.0 Hz, 1 H, 6’-H), 7.15 (d, 3J = 8.5 Hz, 1 H, 8-H), 7.34
(d, 3J = 8.4 Hz, 1 H, 3’-H), 7.48 (dd, 3J = 8.4 Hz, 3J = 7.6 Hz, 1 H, 4’-H), 7.75 (d, 3J =
8.5 Hz, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 9-H), 8.01 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H, 10-H), 8.08 (s, 1 H, 12-H), 11.94
(s, 1 H, 2’-OH), 12.61 (s, 1 H, 7-OH).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 444 (14) [M+], 386 (9) [M+-C3H6O], 358 (19) [M+-C3H6O-CO],
330 (7) [M+-C3H6O-CO-CO], 257 (8), 236 (8), 149 (17), 97 (41), 69 (58), 57 (84)
[C3H5O+], 43 (100) [CH3CO+].–
Präzisionsmasse für C25H16O8: (ber.) 444.08452
(gef.) 444.08427
13 Experimenteller Teil
136
4-Hydroxy-10-methoxy-1-(2-methoxyphenyl)anthra[1,2-c]furan-3,6,11(1H)-trion
(152)
O O
O
OH
O
O
O
12
3
4
2'
Das Benzoylanthrachinon 135 (20 mg, 0.04 mmol) wird auf 10 NMR-Röhrchen aufgeteilt,
mit CH2Cl2 (insgesamt ca. 25 mL) aufgefüllt und für einen Tag der Sommersonne
ausgesetzt. Nachdem man das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt hat, erhält
man das Lacton 152 (17 mg, 94 %, Schmp.: 238 °C) als gelbe Nadeln.
1H NMR (500 MHz, CD2Cl2) δ = 3.91 (s, 3 H, 2’-OCH3), 3.94 (s, 3 H, 10-OCH3), 6.88
(dd, 3J = 7.4 Hz, 3J = 7.0 Hz, 1 H, 5’-H), 6.96 (br s, 1 H, 6’-H), 7.03 (d, 3J = 8.2 Hz, 1 H,
3’-H), 7.37–7.42 (m, 3 H, 1-H, 9-H, 4’-H), 7.76 (dd, 3J = 7.8 Hz, 3J =7.3 Hz, 1 H, 8-H),
7.86 (s, 1 H, 5-H), 7.96 (dd, 3J = 7.8 Hz, 4J = 1.1 Hz, 1 H, 7-H), 8.69 (br s, 1 H, OH).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 55.8 (q, 2’-OCH3), 56.5 (q, 10-OCH3), 83.2 (d, C-1),
111.4 (d, C-6’), 114.2 (d, C-5), 117.7 (s, C-3a), 118.8 (d, C-9), 119.9 (d, C-7), 120.9 (s,
C-10a), 123.6 (s, C-11a), 123.7 (s, C-1’), 128.7 (d, C-3’), 130.7 (d, C-4’), 135.1 (d, C-8),
135.3 (s, C-6a), 139.8 (s, C-5a), 151.3 (s, C-11b), 158.1 (s, C-2’), 159.2 (s, C-4), 160.5 (s,
C-10), 171.0 (s, C-3), 179.7 (s, C-11), 182.5 (s, C-6).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 270 nm (4.79), 358 (4.02).–
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 416 (100) [M+], 385 (12) [M+-OCH3], 372 (37) [M+-CO2], 357
(33) [M+-CO2-CH3], 327 (11) [M+-CO2-CH3-CH2O], 91 (29) [C7H7+], 57 (33) [C3H5O+],
41 (29) [C3H5+], 29 (13) [CHO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3086 (CH), 2951 (CH), 2922 (CH), 2850 (OCH3), 1745 (C=O), 1653
(C=O), 1585, 1331, 1261, 1014, 756.–
13 Experimenteller Teil
137
Präzisionsmasse für C24H16O7: (ber.) 416.08960
(gef.) 416.08960
Elementaranalyse C24H16O7: (ber.) C 69.23 H 3.87
(gef.) C 69.34 H 4.30
4,10-Dimethoxy-1-(2-methoxyphenyl)anthra[2,1-c]furan-3,6,11(1H)-trion (153)
O O
O
O
O
O
O
Zu einer auf 0 °C gekühlten Lösung des Lactons 152 (9 mg, 0.02 mmol) in Et2O (2 mL)
wird eine Diazomethanlösung (0.4 M, 0.15 ml) getropft und auf Raumtemperatur erwärmt.
Nach 12 h wird das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach Dickschicht-
Chromatographie (Laufmittel: CH2Cl2/MeOH 98:2) erhält man das Trimethoxy-Produkt
153 (6 mg, 65 %, Schmp.: 244 °C) als gelbe Nadeln.
1H NMR (500 MHz, CDCl3) δ = 3.84 (s, 3 H, 2’-OCH3), 3.90 (s, 3 H, 10-OCH3), 4.23 (s,
3 H, 4’-OCH3), 6.70–6.73 (m, 2 H, 5’-H, 6’-H), 6.90 (d, 3J = 8.3 Hz, 1 H, 3’-H), 7.18 (s,
1 H, 1-H), 7.22–7.26 (m, 2 H, 9-H, 4’-H), 7.62 (dd, 3J = 8.2 Hz, 3J =7.9 Hz, 1 H, 8-H),
7.77 (s, 1 H, 5-H), 7.82 (dd, 3J = 7.6 Hz, 4J = 1.0 Hz, 1 H, 7-H).–
13C NMR (125 MHz, CDCl3) δ = 55.8 (q, 2’-OCH3), 56.7 (q, 10-OCH3), 57.0 (q, 4-OCH3),
80.5 (d, C-1), 108.9 (d, C-5), 111.4 (d, C-3’), 119.0 (d, C-9), 120.0 (d, C-7), 120.3 (d,
C-5’), 120.6 (s, C-3a), 121.3 (s, C-10a), 123.3 (s, C-11a), 124.2 (s, C-1’), 129.0 (d, C-6’),
130.3 (d, C-4’), 134.9 (d, C-8), 135.0 (s, C-6a), 139.0 (s, C-5a), 154.0 (s, C-11b), 158.2 (s,
C-2’), 160.4 (s, C-4), 161.0 (s, C-10), 167.0 (s, C-3), 180.0 (s, C-11), 183.0 (s, C-6).–
UV (Methanol): λmax (lg ε) = 271 nm (3.77).–
13 Experimenteller Teil
138
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 430 (67) [M+], 371 (20) [M+-CO2-CH3], 366 (16) [M+-CO2-
CH3-CH3], 326 (15), 279 (14), 233 (18), 160 (42), 149 (42), 135 (67), 57 (70) [C3H5O+], 44
(73) [CO2+] 43 (100) [CH3CO+].–
IR (KBr):
~
ν
(cm-1) = 3086 (CH), 3012 (CH), 2937 (CH), 2837 (OCH3), 1763 (C=O), 1674
(C=O), 1603, 1468, 1335, 1254, 1207, 1074, 1011, 968, 754.–
Präzisionsmasse für C25H18O7: (ber.) 430.10525
(gef.) 430.10520
Elementaranalyse C25H18O7: (ber.) C 69.76 H 4.22
(gef.) C 69.87 H 4.01
14 Literaturverzeichnis
139
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15 Abkürzungsverzeichnis
145
15 Abkürzungsverzeichnis
AAV Allgemeine Arbeitsvorschrift
Abb. Abbildung
abs. absolut
Ac Acetyl
Ar Aryl
ber. berechnet
BuLi Butyllithium
CAN Cer (IV)-ammoniumnitrat
DC Dünnschichtchromatographie
DCC N,N’-Dicyclohexylcarbodiimid
DMAP 4-Dimethylaminopyridin
EE Essigsäureethylester
Et2O Diethylether
gef. gefunden
ges. gesättigt
h Stunde(n)
HMPA Hexamethylphosphorsäuretriamid
IR Infrarot
J Kopplungskonstante
konz. konzentriert
LDA Lithiumdiisopropylamid
Lit. Literatur
NMR Nuclear Magnetic Resonance
MeOH Methanol
min Minute(n)
MS Massenspektroskopie
NBS N-Bromsuccinimid
PCC Pyridiniumchlorochromat
PDC Pyridiniumdichromat
PE Petrolether
Schmp. Schmelzpunkt
15 Abkürzungsverzeichnis
146
TBS tert-Butyldimethylsilyl-
TFA Trifluoressigsäure
THF Tetrahydrofuran
TMS Trimethylsilyl-
UV Ultraviolett
Zers. Zersetzung