Rote Listen der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere von Berlin
Rote Liste und Gesamtartenliste
der Bockkäfer
(Coleoptera: Cerambycidae)
Der Landesbeauftragte
für Naturschutz
Senatsverwaltung
für Umwelt, Verkehr
und Klimaschutz
Rote Listen Berlin Blatthornkäfer 2
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Methodik 3
3. Gesamtartenliste und Rote Liste 4
4. Auswertung 13
5. Gefährdung und Schutz 15
6. Danksagung 16
7. Literatur 17
Legende 18
Impressum 20
Zitiervorschlag:
ESSER, J. (2017): Rote Liste und Gesamtartenliste der Bockkäfer (Coleoptera: Cerambycidae) von
Berlin. In: DER LANDESBEAUFTRAGTE FÜR NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE / SENATSVERWALTUNG FÜR
UMWELT, VERKEHR UND KLIMASCHUTZ (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere von
Berlin, 20 S. doi: 10.14279/depositonce-5856
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 1
Rote Liste und Gesamtartenliste
der Bockkäfer (Coleoptera: Cerambycidae)
von Berlin
1. Fassung, Stand Februar 2016
Jens Esser
Zusammenfassung: Aus Berlin sind bis heute 95 Bockkäferarten bekannt. Davon werden
92 Arten (97 %) in die Rote Liste aufgenommen. 12 Arten wurden als bestandsgefährdet
und 8 Arten als verschollen oder ausgestorben angesehen. Von allen bewerteten Arten
sind 28 gegenüber der Vorgängerliste (BÜCHE & MÖLLER 2005) von Veränderungen
betroffen, 26 Arten positiv (v. a. methodisch bedingt), 2 Arten negativ.
Abstract: [Red List and checklist of the longhorn beetles of Berlin] To date, 95 species of
longhorn beetles are recorded from Berlin. The Red List contains 92 species (97 %). 12
species are endangered, 8 species are missing or extinct. Compared to the last version of
the Red List (BÜCHE & MÖLLER 2005), the assessment of 28 species changed. 26 species
were classified in a lower Red List category or regarded as not threatened (caused partly
by different methods of assessment), 2 species were uplisted to a higher category of
threat.
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 2
Einleitung
Die Familie Cerambycidae (Bockkäfer) bildet zusammen mit den Blattkäfern
(Chrysomelidae) die Überfamilie Chrysomeloidea, welche Bestandteil der Unterord-
nung Polyphaga ist. Hierher gehören ca. 90 % der weltweit beschriebenen Käferar-
ten. Bockkäfer sind phytophag, d. h. sie ernähren sich ausschließlich von pflanzli-
chen Substraten. In der Berliner Fauna dominieren Arten, die an Holzgewächse ge-
bunden sind. Arten, die krautige Pflanzen nutzen, spielen eine untergeordnete Rolle,
sind aber beispielsweise im Mediterraneum bedeutender. Die Nutzung der Pflanzen
in der zuvor umrissenen Weise erfolgt primär durch die Larven.
Die Imagines nutzen seltener Organe ihrer Wirtspflanzen, sondern nehmen Blüten-
produkte oder austretende Pflanzensäfte an Bäumen oder Früchten auf. Nicht selten
spielt die Ernährung der Imagines auch gar keine oder kaum eine Rolle. Die Mund-
werkzeuge der adulten Käfer sind aber wie jene der Larven immer sehr gut entwi-
ckelt und ermöglichen es den Tieren u. a., sich nach vollendeter Metamorphose ei-
nen Weg aus dem Entwicklungssubstrat ins Freie zu nagen. Im Zweifelsfalle dienen
sie auch zur Verteidigung, was blutige Bisswunden z. B. durch den Waldbock Spondy-
lis buprestoides eindrucksvoll belegen.
Die Mehrheit der Bockkäfer besitzt auffällig lange Fühler, die z. T. die Körperlänge um
ein Vielfaches überschreiten können (Acanthocinus aedilis) und der Grund für den Na-
men der Familie sind. Aber auch Arten mit kurzen Fühlern sind nicht ungewöhnlich
(z. B. Rhagium-Arten).
Innerhalb der Bockkäfer gibt es tagaktive Arten ebenso wie dämmerungs- und nachtak-
tive Arten. Stark pauschalisiert kann man sagen, dass unter den tagaktiven Arten die
Mehrzahl der blütenbesuchenden Arten zu finden ist, während bei nachtaktiven Arten
eher Baum- und Fruchtsäfte eine Rolle spielen, viele aber auch keine Nahrung aufneh-
men. Viele der tagaktiven Arten sind nur bei hohen Temperaturen und weitgehend
sonnigem Wetter aktiv.
Aus Deutschland sind aktuell ca. 210 Bockkäferarten bekannt geworden (inkl. Taxa mit
unsicherer Etablierung, aber ohne jene importierten Arten, deren Etablierung
unwahrscheinlich ist). Davon wurden 95 Arten (45 %) auch in Berlin gefunden. Die
Fauna Brandenburgs und Berlins insgesamt umfasst etwa 128 Arten (61 %) (ESSER
2009). Damit ist der Großteil (74 %) der aus der Gesamtregion Berlin/Brandenburg
nachgewiesenen Arten auch in Berlin innerhalb der aktuellen Grenzen festgestellt
worden.
Vergleiche der Bockkäferfauna zwischen städtischen Räumen mit dem Umland oder
gar einem ganzen Bundesland sind nicht bekannt. Ein Grund für den hohen Anteil
Berlins an der regionalen Fauna dürften sicher die Außenbereiche der Stadt sein, die
sich nicht von vielen Gebieten Brandenburgs unterscheiden. Andererseits ist zu
vermuten, dass aufgrund der Begrenztheit von Strukturen, die in Brandenburg eher zu
finden sind, einige Arten in Berlin nicht, nicht mehr oder noch nicht nachgewiesen
wurden.
1
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 3
Bislang ist daher auch lediglich eine Art nur aus Berlin bekannt, nämlich Brachyptero-
ma ottomanum. Von zwei weiteren Arten (Anoplophora chinensis und A. glabripennis)
sind Nachweise aus Berlin belegt, aber aus Brandenburg im Moment unsicher, wenn-
gleich Vorkommen dort sehr wahrscheinlich sind.
Mit Ausnahme von Hylotrupes bajulus, Monochamus galloprovincialis und der bei-
den Tetropium-Arten sowie der Neozoen (Anoplophora chinensis, A. glabripennis,
Brachypteroma ottomanum) sind Bockkäfer grundsätzlich gesetzlich geschützt (BArt-
SchV). Eine herausragende Rolle nimmt der Heldbock (Cerambyx cerdo) ein, denn dieser
Käfer ist nicht nur durch nationales Recht geschützt, sondern untersteht auch einem
EU-weiten Schutz (zu Gefährdung und Schutz der Art s. Kapitel 5).
Methodik
Eine erste Rote Liste der Bockkäfer Berlins (nur ehemaliger Westteil) stellen MÖLLER &
SCHNEIDER (1991) vor, darin sind 88 Arten aufgeführt. BÜCHE & MÖLLER (2005) nennen
in einer Neubearbeitung 90 etablierte Arten. Die Erforschungsgeschichte der Bockkä-
ferfauna ist bereits von MÖLLER & SCHNEIDER (1991) und BÜCHE & MÖLLER (2005) in Be-
zug auf die mit Holzbiotopen assoziierten Käferarten dargestellt worden. Ergänzun-
gen dazu finden sich bei ESSER & MÖLLER (1998) und ESSER (2009).
Aktuell (wie im Wesentlichen auch schon in der Vergangenheit) findet keine systema-
tische Erforschung der Bockkäferfauna statt. Nur in äußerst geringem Umfang wa-
ren Bockkäfer Inhalt von beauftragten Untersuchungen, meist wurde aber nur eine
Art untersucht (Cerambyx cerdo). Alle übrigen aktuelleren Daten, die seit BÜCHE &
MÖLLER (2005) angefallen sind, resultieren aus faunistischen Erhebungen, oftmals
aus Zufallsbeobachtungen. Bei Untersuchungen in den letzten rund 10 Jahren in ein-
zelnen Gebieten Berlins sind im Rahmen der insgesamt untersuchten Käferfauna
auch Bockkäfer erfasst worden (ESSER 2011, ESSER & KIELHORN 2005).
Von Nachweisen gefährdeter (seltener) Arten aus den letzten Jahrzehnten existieren
oftmals weder überprüfbare Belege noch zitierbare Literaturstellen. Nachweise eini-
ger länger verschollener Arten gehen noch auf REINECK (1919) zurück. Diese Arten
werden in der vorliegenden Roten Liste als „ausgestorben oder verschollen“ einge-
stuft. In Zukunft sollte eine systematische Untersuchung der Bockkäferfauna (Litera-
tur, v. a. historische Belege) erfolgen, um Angaben aus zurückliegender Zeit zu veri-
fizieren.
Die Datenlage ist insgesamt sehr heterogen: Für Cerambyx cerdo darf man sie viel-
leicht als gut bezeichnen (auch, aber nicht nur aufgrund mehrerer Gutachten), für
Rhagium inquisitor (stellvertretend für eine Reihe von Arten unterschiedlicher Häu-
figkeit und Gefährdung) dagegen als defizitär. Aus Brandenburg liegen viele faunisti-
sche Daten vor (speziell z. B. zu Cerambyx cerdo), die bei der Gefährdungsanalyse
der Bockkäfer Berlins eine wichtige Säule darstellen.
In Ermangelung einer systematischen Erfassung der Bockkäfer spielt die Fund(ort)-
häufigkeit bei der aktuellen Einstufung der Arten immer noch eine wichtige Rolle
(„Expertenwissen“). Dazu wurden neben der Analyse des dokumentierten Artenbe-
2
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 4
standes die Lebensweisen gründlich betrachtet. Daraus wurden Folgerungen hin-
sichtlich des Potenzials an Lebensstätten innerhalb Berlins abgeleitet, die z. T. auch
mit vorhandenen Nachweisen auf geeigneten Flächen korrelieren.
Die durch die Begrenztheit des Stadtgebiets bedingte Knappheit verschiedener Res-
sourcen muss nach Meinung des Verfassers nicht automatisch bedingen, dass einige
Arten hohe Gefährdungsgrade erhalten, sofern die ermittelten Ressourcen stabil
sind resp. nicht durch absehbar starke Abnahme bedroht sind. Da die Vorgängerlis-
ten (MÖLLER & SCHNEIDER 1991, BÜCHE & MÖLLER 2005) auch auf der Basis von
Fund(ort)häufigkeiten erstellt wurden, ist an dieser Stelle eine gewisse Vergleichbar-
keit gegeben.
Die Tatsache, dass für einige Arten nur wenige Funde in Berlin bekannt sind, führte
in den Vorgängerfassungen offenbar automatisch zu einem hohen Gefährdungs-
grad. In der vorliegenden Fassung wird dagegen viel Wert auf die Berücksichtigung
der Lebensweise und des daraus erwachsenden Potenzials gelegt. Als Beispiel möge
der Moschusbockkäfer Aromia moschata dienen: 1991 und 2005 mit „gefährdet“
(Kat. 3) bewertet, wurde er in der vorliegenden Fassung als ungefährdet eingestuft.
Der Schritt erfolgte nicht aufgrund einer Zunahme der Art oder ihrer Lebensstätten,
sondern nach eingehender Betrachtung des Vorkommens geeigneter Brutpflanzen
und selbstverständlich auch besiedelter Exemplare derselben. Dabei kam zutage,
dass der Moschusbock selbst im Innenstadtbereich eine Reihe von Vorkommen unter
stabilen Bedingungen besitzt (erst recht in den Außenbereichen des Stadtgebietes),
von denen aus die gut ausbreitungsfähige Art sicher vielfach sich neu bietende Res-
sourcen finden und besiedeln kann (z. B. von länger bekannten Brutbäumen am
Landwehrkanal zu Bäumen in Anpflanzungen am Potsdamer Platz).
Die Rote Liste der Bockkäfer des Landes Brandenburg (WEIDLICH 1992) dürfte mit ei-
ner ähnlichen methodischen Vorgehensweise wie die letzten beiden Berliner Roten
Listen erstellt worden sein.
Gesamtartenliste und Rote Liste
Aktuell wird von 95 etablierten Bockkäferarten im Berliner Stadtgebiet ausgegangen.
Die Gesamtartenliste in Tabelle 1 enthält neben Angaben zur Gefährdung im Land
Berlin (BE) die Gefährdungseinschätzungen aus den Roten Listen Brandenburgs
(WEIDLICH 1992) und Deutschlands (GEISER 1998).
Zu ausgewählten Arten (mit * markiert) folgen nach der Tabelle weitere Anmerkun-
gen. Erläuterungen der verwendeten Abkürzungen sind der Legende auf Seite 18 zu
entnehmen.
3
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 5
Tabelle 1: Rote Liste und Gesamtartenliste der Bockkäfer (Coleoptera: Cerambycidae) von Berlin (* verweist auf Anmerkung).
Wissenschaftlicher Name BE Bestand Trend
lang
Trend
kurz
RF BB D GS GfU Deutscher Name
Acanthocinus aedilis (LINNÉ,1758)*‘ * mh = = =
§
Zimmermannsbockkäfer
Acanthocinus griseus (FABRICIUS, 1792)* * s = = = 4 3 §
Acmaeops marginatus (FABRICIUS, 1781)* D ? = = = 2 2 §
Agapanthia villosoviridescens (DEGEER, 1775) * sh = = =
§
Distelbockkäfer
Alosterna tabacicolor (DEGEER, 1775) * sh = = =
§
Anaesthetis testacea (FABRICIUS, 1781)* * mh = q = 2 3 §
Anaglyptus mysticus (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Anastrangalia sanguinolenta (LINNÉ, 1760)* D ? ? ? = 3
§
Anoplophora chinensis (FORSTER, 1777)* ♦ nb ? ? =
Chinesischer
Laubholzbockkäfer
Anoplophora glabripennis (MOTSCHULSKY, 1854)* ♦ nb ? ? =
Asiatischer
Laubholzbockkäfer
Arhopalus ferus (MULSANT, 1839) D ? ? ? =
§
Arhopalus rusticus (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Aromia moschata (LINNÉ, 1758) * mh = = = 4
§
Asemum striatum (LINNÉ, 1758) * mh = = = 4
§
Axinopalpus gracilis (KRYNICKI, 1832)* * ss = = = 1 1 §
Brachypteroma ottomanum HEYDEN, 1863* ♦ nb ? ? =
Callidium aeneum (DEGEER, 1775)* 0 ex
2
§
Callidium violaceum (FABRICIUS, 1775)* * mh = = = 4
§
Blauer Scheibenbock
Cerambyx cerdo LINNÉ, 1758* 1 s <<< = - 1 1 §§, II, IV 2a, 14a Heldbockkäfer, Großer
Eichenbockkäfer
Cerambyx scopolii FÜESSLY, 1775* 0 ex
1 3 § 2a, 14a Kleiner Eichenbockkäfer
Chlorophorus varius (O. F. MÜLLER, 1766)* 0 ex
1 § 2a, 14a
Clytus arietis (LINNÉ, 1758) * sh = = =
§
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 6
Wissenschaftlicher Name BE Bestand Trend
lang
Trend
kurz
RF BB D GS GfU Deutscher Name
Clytus tropicus PANZER, 1795* D ? ? ? = 1 2 §
Cortodera femorata (FABRICIUS, 1787) * mh = = = 2 3 §
Cortodera humeralis (SCHALLER, 1783) * mh = = = 4 3 §
Corymbia rubra (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Dinoptera collaris (LINNÉ, 1758) * mh = = =
§
Ergates faber (LINNÉ, 1760) 3 s < (r) =
2 § 14a Mulmbockkäfer
Exocentrus lusitanus (LINNÉ, 1767) * h = = = 2 3 §
Exocentrus punctipennis MULSANT & GUILLEBEAU, 1856* D ? ? ? = 1 2 §
Glaphyra umbellatarum (SCHREBER, 1759)* D ? ? ? = 1
§
Grammoptera abdominalis (STEPHENS, 1831) * s = = = 1
§
Grammoptera ruficornis (FABRICIUS, 1781) * h = = =
§
Grammoptera ustulata (SCHALLER, 1783) * s = = = 2
§
Hylotrupes bajulus (LINNÉ, 1758) * mh = = = 4
Hausbockkäfer
Lamia textor (LINNÉ, 1758)* 0 ex
1 2 § 5a, 5b, 14a Weberbockkäfer
Leiopus linnei WALLIN, NYLANDER & KVAMME, 2009* * sh = = =
§
Leiopus nebulosus (LINNÉ, 1758)* * s = = =
§
Leiopus punctulatus (PAYKULL, 1800)* 0 ex
0 1 § 2a, 14a
Leptura aethiops (PODA VON NEUHAUS, 1761)* D ? ? ? = 2
§
Leptura maculata (PODA VON NEUHAUS, 1761) * mh = = =
§
Leptura quadrifasciata (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Menesia bipunctata (ZUBKOV, 1829) * s = = = 1 3 §
Mesosa curculionoides (LINNÉ, 1760)* D s ? ? = 3 2 §
Mesosa nebulosa (FABRICIUS, 1781) * mh = = = 2 3 §
Molorchus minor (LINNÉ, 1758) * h = = = 4
§
Monochamus galloprovincialis (A. G. OLIVIER, 1795) 3 s < (r) = 3 3
14a Bäckerbockkäfer
Necydalis major (LINNÉ, 1758)* D ? = = = 2 1 §§
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 7
Wissenschaftlicher Name BE Bestand Trend
lang
Trend
kurz
RF BB D GS GfU Deutscher Name
Necydalis ulmi CHEVROLAT, 1838* 0 ex
1 1 §§ 2a, 14a
Oberea erythrocephala (SCHRANK, 1776)* 2 s << rr - 2 2 § 2a, 7a, 8a
Oberea linearis (LINNÉ, 1760)* * mh = = = 1
§
Oberea oculata (LINNÉ, 1758) * mh = = = 3
§
Obrium brunneum (FABRICIUS, 1792) * mh = = = 2
§
Obrium cantharinum (LINNÉ, 1767)* * s = = = 1 2 §
Pedostrangalia revestita (LINNÉ, 1767) * s = = = 1 2 §
Phymatodes alni (LINNÉ, 1767) * mh = = = 3
§
Phymatodes glabratus (CHARPENTIER, 1825)* 0 ex
1 3 § 2a, 14a
Phymatodes pusillus (FABRICIUS, 1787)* 2 s (<) (r) - 1 2 § 2a, 14a
Phymatodes testaceus (LINNÉ, 1758) * sh > q =
§
Phytoecia coerulescens (SCOPOLI, 1763)* V mh < (r) - 3
§ 2a, 7a, 8a
Phytoecia molybdaena (DALMAN, 1817)* 0 ex
0 1 §§ 2a, 7a, 8a
Phytoecia pustulata (SCHRANK, 1776)* 2 s << rr - 2 2 § 2a, 7a, 8a
Phytoecia virgula (CHARPENTIER, 1825)* 2 s << rr - 2 1 §§ 2a, 7a, 8a
Plagionotus arcuatus (LINNÉ, 1758)* * h < (r) -
§
Plagionotus detritus (LINNÉ, 1758)* V mh < (r) - 3 2 §
Pogonocherus decoratus FAIRMAIRE, 1855 * mh = = = 2
§
Pogonocherus fasciculatus (DEGEER, 1775)* D ? = = = 4
§
Pogonocherus hispidulus (PILLER & MITTERPACHER, 1783) * h = = = 4
§
Pogonocherus hispidus (LINNÉ, 1758) * sh = = =
§
Prionus coriarius (LINNÉ, 1758) * mh = = = 3
§
Sägebockkäfer
Pseudovadonia livida (FABRICIUS, 1777) * sh = = =
§
Pyrrhidium sanguineum (LINNÉ, 1758)* V h (<) = - 3
§ 2a, 14a Blutbockkäfer
Rhagium inquisitor (LINNÉ, 1758) * sh = = =
§
Spion
Rhagium mordax (DEGEER, 1775) * h = = =
§
Kleiner Zangenbockkäfer
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 8
Wissenschaftlicher Name BE Bestand Trend
lang
Trend
kurz
RF BB D GS GfU Deutscher Name
Rhagium sycophanta (SCHRANK, 1781)* 3 s < (r) - 3 3 § 2a, 14a Großer Zangenbockkäfer
Rhamnusium bicolor (SCHRANK, 1781)* 3 s < (r) - 1 2 § 2a, 14a Beulenkopfbockkäfer
Ropalopus femoratus (LINNÉ, 1758)* D ? = = = 1 3 §
Saperda cacharias (LINNÉ, 1758)* * mh = = =
§
Großer Pappelbockkäfer
Saperda perforata (PALLAS, 1773)* * s = = = 2 2 §
Saperda populnea (LINNÉ, 1758) * s = = =
§
Kleiner Pappelbockkäfer
Saperda punctata (LINNÉ, 1767)* D ? = = = 1 1 §
Saperda scalaris (LINNÉ, 1758) * mh = = = 4
§
Leiterbockkäfer
Spondylis buprestoides (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Waldbockkäfer
Stenocorus quercus (GÖTZ, 1783)* D ? = = =
2 §
Stenostola dubia (LAICHARTING, 1784) * mh = = = 3
§
Stenostola ferrea (SCHRANK, 1776)* 3 s < (r) -
3 § 2a, 14a
Stenurella bifasciata (O. F. MÜLLER, 1776)* * h = = =
§
Stenurella melanura (LINNÉ, 1758) * sh = = =
§
Stenurella nigra (LINNÉ, 1758) * h = = =
§
Tetropium castaneum (LINNÉ, 1758) * mh = = =
Tetropium gabrieli J. WEISE, 1905 * s = = = 2
Tetrops praeustus (LINNÉ, 1758) * sh = = =
§
Pflaumenbockkäfer
Xylotrechus antilope (SCHÖNHERR, 1817)* 3 mh (<) (r) - 4
§ 2a, 14a
Xylotrechus arvicola (A. G. OLIVIER, 1795)* * h = = = 2 2 §
Xylotrechus rusticus (LINNÉ, 1758)* G mh (<) = - 1 2 § 2a, 14a
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 9
Anmerkungen
Acanthocinus aedilis (LINNÉ,1758): Wiederholt nachgewiesen oder beobachtet. Bevor-
zugte Habitatstrukturen (Pinus) lassen keine Gefährdung erkennen.
Acanthocinus griseus (FABRICIUS, 1792): Nachweise in den letzten Jahren lassen Vor-
teile durch die vermehrte Brennholznutzung (Lagerung von Nadelholz im Freien)
vermuten.
Acmaeops marginatus (FABRICIUS, 1781): Vorkommen in Berlin unbekannt. Die Art
wird überregional aufgrund ihrer Kurzlebigkeit und Lebensweise selten nachgewie-
sen. Letztere lässt keine Gefährdung erkennen.
Anaesthetis testacea (FABRICIUS, 1781): Wiederholt nachgewiesen oder beobachtet.
Bevorzugte Habitatstrukturen (Quercus) lassen keine Gefährdung erkennen.
Anastrangalia sanguinolenta (LINNÉ, 1760): Im unmittelbaren Umland Berlins nach-
gewiesen und in Brandenburg allgemein verbreitet und mäßig häufig. Lebensweise
lässt keine Gefährdung erkennen. Nachsuche erforderlich.
Anoplophora chinensis (FORSTER, 1777), Anoplophora glabripennis (MOTSCHULSKY,
1854): Wenigstens jeweils ein Reproduktionsnachweis, Ausmaß der Vorkommen un-
klar.
Axinopalpus gracilis (KRYNICKI, 1832): Der Wiederfund der Art zeigt, dass der besiedel-
te Strukturtyp (rindenlose Partien an lebenden Bäumen wie Acer, Aesculus) eher auf
eine seltene denn eine gefährdete Art hindeutet.
Brachypteroma ottomanum HEYDEN, 1863: Konnte 2014 erstmalig in Berlin und zu-
gleich in Deutschland festgestellt werden. Die Fundumstände weisen auf eine erfolg-
reiche Etablierung hin (ESSER 2014).
Callidium aeneum (DEGEER, 1775): Nachsuche erschwert durch sehr unstetes Auftre-
ten der Art (auch in Brandenburg). Letzter bekannt gewordener Fund in Brandenburg
wurde an Hybridpappel getätigt.
Callidium violaceum (FABRICIUS, 1775): Regelmäßige Nachweise in den letzten Jahren.
Profitiert wohl von der vermehrten Brennholznutzung (Lagerung von Nadelholz im
Freien).
Cerambyx cerdo LINNÉ, 1758: Trotz eines kurzfristig positiven Trends in einer Popula-
tion ist in allen anderen ein Rückgang festzustellen.
Cerambyx scopolii FUESSLY, 1775: In der Strukturwahl einigermaßen flexibel. Auch in
Brandenburg nur lokal, dort aber regelmäßig. Brennholzgewinnung, Pflege- und Si-
cherungsmaßnahmen führen zu hohen Risikofaktoren. Besiedelt Starkholz, gern
Quercus und Rosaceae. Gezielte Nachsuche besonders in den Randbereichen des
Stadtgebietes könnten zum Wiederfund führen. Besonders westlich Berlins gibt es
mehrere zuverlässige Vorkommen. Waldränder, Hecken o. ä. sind besonders geeig-
net, die Anwesenheit von blühenden Gehölzen (z. B. Crataegus) oder Doldengewäch-
sen wie Anthriscus sehr hilfreich. Flugzeit ab Anfang Mai und dann wenige Wochen.
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 10
Chlorophorus varius (O. F. MÜLLER, 1766): Die letzten Meldungen liegen für Berlin und
Brandenburg weit zurück (REINECK 1919) und wurden auch immer wieder in Bezug
auf die Bodenständigkeit der Art diskutiert. In Ästen verschiedener Laubhölzer, be-
sucht auch Blüten. Vielleicht ein Phänomen oszillierender Arealgrenze.
Clytus tropicus PANZER, 1795: Aktuelles Vorkommen unbekannt. Vornehmlich im Wip-
felbereich (Quercus) und daher schwer nachweisbar.
Exocentrus punctipennis MULSANT & GUILLEBEAU, 1856: Aktuelles Vorkommen unbe-
kannt, aktuelle Funde liegen aber aus der unmittelbaren Umgebung Berlins vor.
Glaphyra umbellatarum (SCHREBER, 1759): Aktuelles Vorkommen unbekannt, wird
aber im brandenburgischen Umland gelegentlich nachgewiesen.
Lamia textor (LINNÉ, 1758): Konkrete Funde aus jüngerer Zeit sind weder für Berlin
noch für Brandenburg bekannt. Passende Lebensraumtypen (z. B. entlang des Tege-
ler Fließes) sind vorhanden. Gezielte Nachsuche ist nach derzeitigem Stand nicht
oder lange nicht erfolgt.
Leiopus linnei WALLIN, NYLANDER & KVAMME, 2009: Die Art wurde 2009 von L. nebulosus
abgetrennt und ist in Berlin und Brandenburg die deutlich häufigere Art. Besiedelt
eine Vielzahl von Laubhölzern, die Strukturen (Äste) sind regelmäßig vorhanden.
Leiopus nebulosus (LINNÉ, 1758): Nach Material der letzten 20 Jahre die seltenere Art.
Gründe sind eher in klimatischen Ansprüchen zu suchen. Besiedelbare Strukturen
sind regelmäßig vorhanden, in der Wirtsbaumwahl ebenso flexibel wie die vorherige
Art.
Leiopus punctulatus (PAYKULL, 1800): Vor dem Hintergrund der bekannten Biologie
und Ökologie der Art ist es eher anzunehmen, dass hier eine seltene Art vorliegt, die
schwer nachweisbar ist. In Brandenburg zwischenzeitlich wiedergefunden. Eine ge-
zielte Nachsuche an Standorten mit vielen Pappeln, gerade auch an naturfernen Or-
ten könnte Erfolg bringen. Der aktuelle Nachweis in Brandenburg gelang auf einem
ehemaligen Kasernengelände.
Leptura aethiops (PODA VON NEUHAUS, 1761): Aktuelles Vorkommen unbekannt, auch
in Brandenburg nur wenige, Jahrzehnte zurückliegende Funde.
Mesosa curculionoides (LINNÉ, 1760): Aktuelles Vorkommen unbekannt. Möglicher-
weise nur lange nicht nachgewiesen aufgrund fehlender Nachsuche. Eine Abnahme
geeigneter Habitatstrukturen ist wie bei den Plagionotus-Arten und Xylotrechus an-
tilope anzunehmen.
Necydalis major (LINNÉ, 1758): Aktuelles Vorkommen unbekannt. Bevorzugte Struktu-
ren fallen häufig frühzeitig Pflege- und Sicherungsmaßnahmen zum Opfer, sind aber
grundsätzlich in Berlin vorstellbar. Art ist nach Stand der Kenntnis recht ausbrei-
tungsfreudig.
Necydalis ulmi CHEVROLAT, 1838: Bevorzugte Strukturen fallen häufig frühzeitig Pfle-
ge- und Sicherungsmaßnahmen zum Opfer, sind aber grundsätzlich in Berlin vor-
stellbar. Die Art ist nach Stand der Kenntnis recht ausbreitungsfreudig.
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 11
Oberea erythrocephala (SCHRANK, 1776): Einer der beiden aktuellen Standorte ist
komplett zerstört. Bebauung von größeren Brachen dürfte zum Verlust weiterer Po-
pulationen führen (z. T. unbekannt).
Oberea linearis (LINNÉ, 1760): Die in der Vorgängerfassung (BÜCHE & MÖLLER 2005)
angenommene Gefährdung lässt sich mit Blick auf die besiedelten Strukturen nicht
begründen. Außer an Corylus auch regelmäßiger an Ulmus oder gelegentlich an Jug-
lans.
Obrium cantharinum (LINNÉ, 1767): Schwer nachweisbare Art. Wohl auch aufgrund
von Kurzlebigkeit selten nachgewiesen. Bevorzugte Strukturen lassen keine Gefähr-
dung erkennen (Betula, Populus – weitere?).
Phymatodes glabratus (CHARPENTIER, 1825): Entwicklung in Juniperus, Charakterart
von Wacholdertriften u. ä. Biotopen, die auch in Brandenburg lange nicht gefunden
wurde. Eine Erschließung kultivierter Juniperus-Arten als Entwicklungspflanze ist
bislang offenbar nicht erfolgt, ebenso wenig wie die anderer Gattungen (z. B. Thuja).
Phymatodes pusillus (FABRICIUS, 1787): Bevorzugte Habitatstrukturen ähneln denen
von Phymatodes alni (aber dickere Zweige) oder Mesosa curculionoides (eher dünne-
re Äste) und tritt mit beiden gemeinsam auf (Kronenbrüche u. ä., bislang nur Quer-
cus). Ähnlich verhält sich Xylotrechus antilope, der aber sonnige Standorte präferiert.
Phytoecia coerulescens (SCOPOLI, 1763): Die scheinbare Verbesserung gegenüber der
letzten Roten Liste Berlins ist vor allem der veränderten Methodik und einem besse-
ren Kenntnisstand geschuldet. Dadurch wurde auch der anhaltende Verlust an Bio-
topen deutlich. Es wirken dieselben Faktoren (Zerstörung von Brachen) wie bei den
anderen Phytoecia-Arten. Da aber die Hauptwirtspflanze Echium vulgare als zweijäh-
rige Pflanze ein anderes Ausbreitungsverhalten besitzt, besitzt die Art noch mehr
Vorkommen als P. pustulata oder P. virgula. Zudem könnte auch der Käfer ausbrei-
tungsfreudiger sein als andere Phytoecia-Arten.
Phytoecia molybdaena (DALMAN, 1817): Das Vorkommen in Berlin (und Brandenburg)
wurde viel diskutiert. Als Hauptentwicklungspflanze gilt Papaver, genannt werden
auch immer wieder Boraginaceae, besonders Cerinthe.
Phytoecia pustulata (SCHRANK, 1776), Phytoecia virgula (CHARPENTIER, 1825): Die
scheinbare Verbesserung gegenüber der Vorgängerliste ist vor allem der veränderten
Methodik und einem besseren Kenntnisstand geschuldet. Durch die neueren Er-
kenntnisse hinsichtlich der Wirtspflanzen- und Biotopwahl wurden auch weitere,
bislang unbekannte Vorkommen entdeckt. Das anhaltende Verschwinden von Brach-
flächen v. a. durch Bebauung bringt aber andererseits ein hohes Gefährdungspoten-
zial mit sich.
Plagionotus arcuatus (LINNÉ, 1758), Plagionotus detritus (LINNÉ, 1758): Größe der Po-
pulationen unbekannt. Die Ressource "Kronenbrüche am Boden" (v. a. Quercus) wird
zunehmend durch Brennholzentnahme eingeschränkt sowie weiterhin durch Pflege-
und Sicherungsmaßnahmen.
Pogonocherus fasciculatus (DEGEER, 1775): Aktuelles Vorkommen unbekannt. In der
Vorgängerliste (BÜCHE & MÖLLER 2005) als ungefährdet eingeschätzt, die Lebensweise
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 12
lässt auch weiterhin keinen anderen Schluss zu. Während aus dem Umland verein-
zelt aktuelle Funde bekannt sind, fehlen diese aus Berlin nach Stand der Kenntnis.
Pyrrhidium sanguineum (LINNÉ, 1758): Größe der Population unbekannt. Die Res-
source „Kronenbrüche am Boden“ (v. a. Quercus) wird zunehmend durch Brennhol-
zentnahme eingeschränkt sowie weiterhin durch Pflege- und Sicherungsmaßnah-
men. Recht kurzlebig und wohl schlecht untersucht.
Rhagium sycophanta (SCHRANK, 1781): Siehe vorherige Art.
Rhamnusium bicolor (SCHRANK, 1781): Gefährdungspotenzial zunehmend, besonders
bei besiedelten Straßenbäumen erscheint die Abnahme höher zu sein als der Zugang
an neubesiedelten Bäumen (besonders Acer, Aesculus, Tilia, Ulmus).
Ropalopus femoratus (LINNÉ, 1758): BÜCHE & MÖLLER (2005) schätzten die Art als ge-
fährdet ein, was den Schluss zulässt, dass den Autoren Funde aus jüngerer Vergan-
genheit bekannt wurden. Soweit bekannt, sind aktuelle Funde nach längerem Fehlen
solcher nur aus dem Odertal bekannt, nicht aber aus Berlin. Allerdings lässt die an-
zunehmende Entwicklung in feinerem Geäst (v. a. Eiche) nicht gerade ein Gefähr-
dungspotenzial erkennen. Möglicherweise ist eine Kurzlebigkeit der Imagines für die
geringe Zahl der Nachweise verantwortlich.
Saperda cacharias (LINNÉ, 1758): Wiederholt nachgewiesen oder beobachtet. Bevor-
zugte Habitatstrukturen (Populus) lassen keine Gefährdung erkennen.
Saperda perforata (PALLAS, 1773): Biologie und Ökologie lassen keine Gefährdung
erkennen (besonders an Populus tremula). Seltene Art, die schlecht untersuchte
Strukturen besiedelt.
Saperda punctata (LINNÉ, 1767): Größe der Population im Kronenbereich (Ulmus) un-
bekannt. Keine aktuellen Funde.
Stenocorus quercus (GÖTZ, 1783): Genaue Kenntnisse über das historische Vorkom-
men fehlen. Auch in Brandenburg verschollen.
Stenostola ferrea (SCHRANK, 1776): Ausmaß der Population im Kronenbereich (Tilia)
unbekannt. Grundlage der Kategorieänderung: Häufigkeit der Brutbäume und der
benötigten Strukturen an diesen v. a. im Außenbereich der Stadt.
Stenurella bifasciata (O. F. MÜLLER, 1776): Regelmäßige Nachweise und keine er-
kennbare Gefährdung durch Biotopveränderung oder Habitatzerstörung.
Xylotrechus antilope (SCHÖNHERR, 1817): Größe der Population im Kronenbereich un-
bekannt. Die Ressource „Kronenbrüche am Boden“ (Fagus und besonders Quercus)
wird zunehmend durch Brennholzentnahme eingeschränkt sowie weiterhin durch
Pflege- und Sicherungsmaßnahmen.
Xylotrechus arvicola (A. G. OLIVIER, 1795): Besiedelt regelmäßig Rosaceae der Gattun-
gen Crataegus, Malus, Prunus, Pyrus, Sorbus im gesamten Stadtgebiet, daneben
(eingeschränkt) auch Alnus, Carpinus und Fagus in Wäldern und Forsten.
Xylotrechus rusticus (LINNÉ, 1758): Außer im Innenstadtbereich wiederholt an Aescu-
lus, Betula, Populus und Salix beobachtet (stehendes und liegendes Starkholz).
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 13
Auswertung
Bewertet wurden 92 der 95 nachgewiesenen Arten (Tabelle 2), die drei unberücksich-
tigten Arten sind Neobiota (Brachypteroma ottomanum und die beiden Anoplophora-
Arten). Generell ergab die Auswertung der Bestandstrends, dass die Mehrheit der
Arten keinen signifikanten Veränderungen zu unterliegen scheint (unter dem Vorbe-
halt nicht identischer Vorgehensweise gegenüber den Vorgängerlisten, s. Kapitel 2).
Der langfristige Bestandstrend ist für 60 Arten (65,2 % der bewerteten Arten) gleich-
bleibend, der kurzfristige Bestandstrend für 62 Arten (67,4 %). Doch sind anderer-
seits 10 Arten (10,9 %) kurzfristig von einer mäßigen oder unbekannt starken Ab-
nahme betroffen, langfristig sogar 12 Arten (13 %). Ein starker Rückgang trifft lang-
wie kurzfristig auf 3 Arten (3,3 %) zu. Langfristig ist eine Art (1,1 %) sogar sehr stark
zurückgegangen. Acht Arten (8,7 %) sind bereits als verschollen oder ausgestorben
zu betrachten.
Insgesamt gab es gegenüber der Fassung von 2005 bei 51 Arten (55,4 %) keine Ver-
änderung in den Gefährdungskategorien. Demgegenüber stehen 28 Arten (30,4 %)
mit Veränderungen der Kategorie, bei 26 Arten (28,3 %) positiv, bei 2 Arten (2,2 %)
negativ. Die hohe Zahl der positiven Veränderung dürfte v. a. methodisch bedingt
sein.
Tabelle 2: Bilanz der aktuellen Einstufung in die Rote-Liste-Kategorien.
Bilanzierung der Anzahl etablierter Arten absolut prozentual
Gesamtzahl etablierter Arten 95 100,0 %
Neobiota 3 3,2 %
Indigene und Archaeobiota 92 96,8 %
bewertet 92 96,8 %
nicht bewertet (♦) 3 3,2 %
Bilanzierung der Rote-Liste-Kategorien absolut prozentual
Bewertete Arten 92 100,0 %
0 Ausgestorben oder verschollen 8 8,7 %
1 Vom Aussterben bedroht 1 1,1 %
2 Stark gefährdet 4 4,3 %
3 Gefährdet 6 6,5 %
G Gefährdung unbekannten Ausmaßes 1 1,1 %
R Extrem selten 0 0,0 %
Rote Liste insgesamt 20 21,7 %
V Vorwarnliste 3 3,3 %
* Ungefährdet 56 60,9 %
D Daten unzureichend 13 14,1 %
4
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 14
Derzeit werden 56 Arten (60,9 %) als ungefährdet betrachtet, 3 Arten (3,3 %) stehen
in der Vorwarnliste. Von 13 Arten (14,1 %) ist die Datenlage als nicht ausreichend für
eine Einstufung erachtet worden. Keine Art wurde als extrem selten eingestuft (Ka-
tegorie R). Neben den 8 verschollenen oder bereits ausgestorbenen Arten sind 12
Arten (13 %) bestandsgefährdet: Kategorie 1 umfasst eine Art (1,1 %), Kategorie 2
umfasst 4 Arten, Kategorie 3 umfasst 6 Arten. Eine weitere Art ist in unbekanntem
Ausmaß gefährdet (Kategorie G).
Innerhalb der gefährdeten Arten fällt der hohe Anteil von Bewohnern krautiger
Pflanzen auf. Sechs Arten der Berliner Fauna leben in derartigen Gewächsen, nur
eine ist ungefährdet, eine weitere steht auf der Vorwarnliste, drei sind stark gefähr-
det und eine Art ist bereits ausgestorben oder verschollen. Die gefährdeten fünf Ar-
ten sind allesamt an Pflanzen offener, sandiger Lebensräume gebunden und vermut-
lich wärmeliebend.
Der positive Trend, der für viele Arten aus der Liste ersichtlich ist, rührt durchgängig
von anderen Maßstäben her, die angesetzt wurden (s. Kapitel 2). Positive Katego-
rieänderungen wie bei Axinopalpis gracilis oder Obrium cantharinum sind daher al-
lein dem Kenntniszuwachs (Lebensweise) geschuldet. Interessant ist das Verschwin-
den einiger vermutlich deutlich anspruchsvollerer holzbewohnender Arten, die auch
in Brandenburg teils nur selten oder schon lange nicht mehr gefunden wurden: Calli-
dium aeneum, Cerambyx scopolii, Chlorophorus varius, Lamia textor, Leiopus punc-
tulatus, Necydalis ulmi, Phymatodes glabratus.
Für die meisten Arten, deren Datenlage als ungenügend eingeschätzt wurde, ist ein
Verschwinden aus der Berliner Fauna wahrscheinlich: Arhopalus ferus, Clytus tropi-
cus, Exocentrus punctipennis, Glaphyra umbellatarum, Leptura aethiops, Mesosa
curculionoides, Necydalis major, Rhopalopus femoratus, Saperda punctata, Ste-
nocorus quercus. Was genau bei diesen Arten zum Verschwinden geführt haben
könnte, ist im Einzelfall sehr unterschiedlich (s. Kapitel 5).
Mit wenigen Ausnahmen werden diese Arten auch in Brandenburg kaum mehr ge-
funden. So ist Phymatodes glabratus im Wesentlichen an Gemeinen Wacholder ge-
bunden und konnte offenbar bislang nur wildwachsende Exemplare besiedeln (ster-
bende und frisch tote Stämmchen), verwandte Arten nur in Ausnahmefällen (BRING-
MANN 1993). Kultivierte Exemplare in den Gärten Berlins mögen grundsätzlich als
Entwicklungspflanzen geeignet sein, aber das Strukturangebot ist offenbar (pflege-
bedingt) nicht ausreichend kontinuierlich, was für eine Reihe von Bockkäferarten ein
Problem darstellt (s. Kapitel 5).
Der Berliner Raum stellte in der Vergangenheit eines der umfangreichsten Vorkom-
men von Phymatodes glabratus dar (BRINGMANN 1993), doch selbst aus Brandenburg
ist nach 1979 kein Fund mehr bekannt geworden, der letzte Berliner Fund datiert vor
1919 (Tegel, REINECK 1919). Im Gegensatz dazu besitzt der Borkenkäfer Phloeosinus
thujae (PERRIS, 1855), der mit P. glabratus häufig vergesellschaftet ist, nur eine ein-
jährige Generationsfolge und ist somit eher in der Lage, die Entwicklung abzuschlie-
ßen, bevor die Brutstrukturen ggf. entfernt und vernichtet werden.
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 15
Gefährdung und Schutz
Detaillierte Angaben zu Gefährdung und Schutz sind für einzelne Arten wie
Cerambyx cerdo oder Rhamnusium bicolor gut möglich. Vielfach können aber nur
allgemein gehaltene Aussagen getroffen werden. In vielen Fällen ist es sicher das
fehlende Angebot von stärker dimensioniertem Totholz in exponierter Lage, wie frei
stehende Stämme oder Stämme geschädigter oder toter Bäume in Saumsituationen,
starkes Totholz in den Kronen, Kronenbrüche usw. In Betracht zu ziehen sind dabei
Parkanlagen, Wälder und Forsten ebenso wie Straßenbäume u. ä. Viele dieser Struk-
turen fallen Pflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen zum Opfer.
So ist für sehr viele Bockkäfer ein ausreichendes Angebot an passenden Strukturen
an Gehölzen essentiell, da trotz der Mobilität vieler Arten ein gelegentlich zur Verfü-
gung stehendes Strukturangebot in großer Entfernung zur nächsten Population u. U.
nicht erreicht und genutzt werden kann (fehlende Trittsteinbiotope resp. fehlender
Biotopverbund, vgl. auch die Ausführungen zu Phymatodes glabratus im vorigen
Kapitel).
Innerhalb der Arten, die ohnehin kaum noch anzutreffende Strukturen benötigen,
sind diejenigen besonders benachteiligt, die mit einer zwei- oder mehrjährigen Gene-
rationsfolge vergleichsweise lange für ihre Entwicklung brauchen und deshalb eher
Gefahr laufen, zusammen mit den entfernten Gehölzteilen vernichtet zu werden.
Besonders gut dokumentiert ist dieses Problem für Cerambyx cerdo, der immer wie-
der den Verlust ganzer Brutbäume infolge von Verkehrssicherungs- und Pflegemaß-
nahmen hinnehmen muss. Obwohl die Art nationalen und EU-weiten Schutz genießt,
ist nicht an allen der derzeit vier Fundorten in Berlin zu bemerken, dass die aus dem
Schutzstatus erwachsenden Pflichten auch ernst- oder überhaupt wahrgenommen
werden.
Vielmehr ist bei dem Vorkommen in Berlin-Pankow (Schlosspark Schönhausen) zu be-
fürchten, dass die Art Opfer nicht funktionierender Absprachen und fehlendem oder
ausgebremstem Engagements wird. Einerseits wird bezirksseitig die Verkehrssiche-
rungspflicht großzügig umgesetzt (z. T. an bekannten Brutbäumen trotz nicht erfolgter
artenschutzrechtlicher Ausnahmegenehmigung), anderseits wird nahezu alles unter-
lassen, was die Alteichen im Park unterstützt und vor Konkurrenz schützt. Auch drin-
gend notwendige Nachpflanzungen fanden bislang nur in geringem, keinesfalls ausrei-
chendem Maße statt.
Doch es gibt auch gelungene Bemühungen: Gleich neben der bezirksverwalteten Fläche
wird ein kleiner Bereich mit nur wenigen Brut- und Potenzialbäumen mit Augenmaß
gärtnerisch bewirtschaftet. Das gleiche gilt für die ebenfalls der Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten unterstehende Pfaueninsel. Vorbildlich sind trotz bedrängender
Bebauung auch die Bemühungen des Bezirks Lichtenberg in Karlshorst um den Erhalt
des dortigen Heldbock-Vorkommens.
Auch offene Lebensräume beherbergen Bockkäfer, die krautige Pflanzen bewohnen,
hierunter auch einige gefährdete Arten. Fehlende Dynamik in derartigen Biotopen
führt entweder schnell zum Verschwinden der Brutpflanzen oder lässt deren Vor-
5
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 16
kommen nur noch unter Bedingungen zu, die den als wärmeliebend einzuschätzen-
den Bockkäferarten nicht mehr ausreicht. Lediglich Agapanthia villosoviridescens ist
als Bewohner von sogenannten Unkrautfluren noch häufig (Entwicklung in Großer
Brennnessel und einigen Distelarten, v. a. Acker-Kratzdistel). Der Erhalt dieser zu-
nehmend schwindenden Flächen (Bahn- und Industriebrachen ebenso wie naturnahe
Trockenrasen, Ackerrandstreifen etc.) muss ein Schutzziel für den Erhalt der Bockkä-
ferfauna Berlins sein.
Gleichzeitig bedarf es der Unterlassung nachteiliger Veränderungen und ggf. zeit-
gleich eine die Diversität fördernde Pflege. So wirkt sich eine intensive Beweidung
eher negativ aus, v. a. wenn die Schaffung neuer Initialstadien für die Vegetation
durch Bodenaufschlüsse fehlt. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf Pflanzen
wie Achillea millefolium, Artemisia campestris, Echium vulgare, Euphorbia cyparissi-
as und Papaver-Arten zu richten. Diese Arten sind unter passenden Bedingungen die
Hauptwirtspflanzen von Oberea erythrocephala und den Phytoecia-Arten.
Danksagung
Mein Dank gilt allen Entomologen, die sich um die Erforschung der Bockkäfer Berlins
bemüht haben oder die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen ha-
ben. Besonders hervorheben möchte ich Karl-Hinrich Kielhorn, Georg Möller, Chris-
toph Saure und Manfred Schneider. Ekkehard Wachmann danke ich für die Überlas-
sung der Käferfotos.
6
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 17
Literatur
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(Phymatodes glabratus) in Deutschland (Col., Cerambycidae). Entomologische
Nachrichten und Berichte 37/1: 21–24.
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Käfer (Coleoptera) von Berlin mit Angaben zu weiteren Arten. In: DER LANDES-
BEAUFTRAGTE FÜR NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE / SENATSVERWALTUNG FÜR
STADTENTWICKLUNG (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von
Berlin. CD-ROM.
ESSER, J. (2009): Verzeichnis der Käfer (Coleoptera) Brandenburgs und Berlins. Märki-
sche Entomologische Nachrichten, Sonderheft 5: 1–146.
ESSER, J. (2011): Ergebnisse der Untersuchungen zur Entomofauna im Berliner Teil
des Tegeler Fließtales – Käfer (Coleoptera). Märkische Entomologische Nach-
richten, Sonderheft 6: 53–102.
ESSER, J. (2014): Ein Fund von Brachypteroma ottomanum HEYDEN, 1863 (Coleoptera,
Cerambycidae) in Berlin. Entomologische Nachrichten und Berichte 58/3:
141–142.
ESSER, J. & KIELHORN, K.-H. (2005): Ergebnisse der Untersuchung zur Insektenfauna auf
der Berliner Bahnbrache Biesenhorster Sand – Käfer (Coleoptera). Märkische
Entomologische Nachrichten, Sonderheft 3: 29–76.
ESSER, J. & MÖLLER, G. (1998): Teilverzeichnis Brandenburg. In: KÖHLER, F. & KLAUSNITZER,
B. (Hrsg.): Verzeichnis der Käfer Deutschlands. Entomologische Nachrichten
und Berichte, Beiheft 4.
GEISER, R. (1998): Rote Liste der Käfer (Coleoptera) (Bearbeitungsstand: 1997). In:
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands.
Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 55: 168–230.
MÖLLER, G. & SCHNEIDER, M. (1991): Kommentierte Liste ausgewählter Familien über-
wiegend holzbewohnender Käfer von Berlin-West mit Ausweisung der gefähr-
deten Arten (Rote Liste). In: AUHAGEN, A., PLATEN, R. & SUKOPP, H. (Hrsg.): Rote
Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere in Berlin – Schwerpunkt Berlin
(West). Landschaftsentwicklung und Umweltforschung, Sonderheft 6: 373–
420.
REINECK, G. (1919): Die Insekten der Mark Brandenburg. 2 Cerambycidae. Beiheft der
Deutschen Entomologischen Gesellschaft, 1–92.
WEIDLICH, M. (1992): Bockkäfer (Cerambycidae). In: MINISTERIUM FÜR UMWELT, NATUR-
SCHUTZ UND RAUMORDNUNG IM LAND BRANDENBURG (Hrsg.): Rote Liste – Gefährdete
Tiere im Land Brandenburg, 185–189, 247. Potsdam (Unze-Verlag).
7
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 18
Legende
Rote-Liste-Kategorien Aktuelle Bestandssituation (Bestand)
0 ausgestorben oder verschollen ex ausgestorben oder verschollen
1 vom Aussterben bedroht es extrem selten
2 stark gefährdet ss sehr selten
3 gefährdet s selten
G Gefährdung unbekannten Ausmaßes mh mäßig häufig
R extrem selten h häufig
V Vorwarnliste sh sehr häufig
D Daten unzureichend ? unbekannt
ungefährdet nb nicht bewertet
nicht bewertet kN kein Nachweis
− kein Nachweis oder nicht etabliert
Langfristiger Bestandstrend (Trend lang) Kurzfristiger Bestandstrend (Trend kurz)
<<< sehr starker Rückgang sehr starke Abnahme
<< starker Rückgang starke Abnahme
< mäßiger Rückgang () Abnahme mäßig oder im Ausmaß unbekannt
(<) Rückgang, Ausmaß unbekannt = gleich bleibend
= gleich bleibend deutliche Zunahme
> deutliche Zunahme ? Daten ungenügend
? Daten ungenügend
Risikofaktoren (RF) Gesetzlicher Schutz (GS)
− negativ wirksam § besonders geschützt
= nicht feststellbar §§ streng geschützt
II, IV FFH-Arten Anhang II, Anhang IV
Gefährdungsursachen (GfU)
2a Zerstörung von Saumbiotopen und kleinräumigen Sonderstandorten, z. B. im Rahmen einer Nutzungs-
oder Pflegeintensivierung (Zerstörung von Wegrändern, Feldrainen, Hecken, Feldgehölzen, Allee- und
Parkbäumen, Ruderalstellen, Böschungen, Natursteinmauern, alten Holzzäunen u. a.)
5a Regulierung von größeren Flüssen (Kanalisierung, Begradigung, Eindeichung, Staustufenbau, Uferbe-
festigung, Grundräumung)
5b Begradigung und Verbauung kleinerer Fließgewässer und von Stillgewässern (Quellfassung, Verroh-
rung, Umlegen von Bächen in ein künstliches Bett, Beseitigung von Ufergehölzen)
7a Verbuschung von Magerrasen (infolge Aufgabe von Mahd oder Beweidung)
8a Aufforstung von Magerrasen
14a Enge ökologische Bindung an gefährdete oder seltene Lebensräume oder Lebensraumstrukturen
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 19
Abbildung 1: Mesosa curculionoides (LINNÉ, 1760), eine eher seltene Bockkäferart, deren
Bestandssituation in Berlin derzeit nicht geklärt ist. Sie entwickelt sich in stärkeren Laub-
holzästen, vornehmlich in Eiche (Foto: Ekkehard Wachmann).
Abbildung 2: Phytoecia virgula (CHARPENTIER, 1825) eine von mehreren in Berlin gefährdeten
oder verschollenen Offenlandarten mit krautigen Pflanzen als Entwicklungssubstrat (hier
Feldbeifuß) (Foto: Ekkehard Wachmann).
Rote Listen Berlin Bockkäfer (Cerambycidae) 20
Impressum
Herausgeber
Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin
Prof. Dr. Ingo Kowarik, Bernd Machatzi
im Hause der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Am Köllnischen Park 3
10179 Berlin
https://www.berlin.de/sen/uvk/
Autor
Jens Esser
Fagottstraße 6
13127 Berlin
Redaktion
Büro für tierökologische Studien
Dr. Christoph Saure
Dr. Karl-Hinrich Kielhorn
Am Heidehof 44
14163 Berlin
saure-tieroe[email protected]
Universitätsverlag der TU Berlin, 2017
http://verlag.tu-berlin.de
Fasanenstraße 88
10623 Berlin
Tel.: +49 (0)30 314 76131 / Fax: -76133
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http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Online veröffentlicht auf dem institutionellen Repositorium der Technischen Universität Berlin:
DOI 10.14279/depositonce-5856
http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-5856