scieee Science in your language
[en] (orig)
„Untersuchung zu
Radioprogrammen mit klassischer Musik:
Darstellung, Nutzung, Vergleich und Akzeptanz
Inaugural-Dissertation
zur Erlangung des Doktorgrades
des Fachbereichs Kunst, Musik, Gestaltung
der Universität Paderborn
vorgelegt von
Martina Bergler
Abgabe der Dissertation: 2. Juli 2001
Erstgutachter: Prof. Dr. Gerhard Allroggen
Universität Paderborn / Musikwissenschaftliches Seminar Detmold
(Musikwissenschaft)
Zweitgutachter: Prof. Dr. Arno Klönne
Universität Paderborn (Soziologie)
Tag der mündlichen Prüfung: 8. Februar 2002
Inhaltsübersicht
1. Einleitung und Problemstellung 1
2. Hörfunklandschaft in Deutschland -
Duales Rundfunksystem 11
2.1 Entwicklungen
11
2.1.1 Aufbau der Sender nach 1945 12
2.1.2 Von Sendern der Militärregierungen zu öffentlich-
rechtlichen Landesrundfunkanstalten 14
2.1.3 Gründung der ARD 16
2.1.4 Privater Hörfunk - Weg zum dualen Rundfunksystem 18
2.2 Aktuelle Situation der öffentlich-rechtlichen
Landesrundfunkanstalten
20
2.2.1 Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender 21
2.2.2 Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender 23
2.2.2.1 Rundfunkgebühr 24
2.2.2.2 Werbung 27
2.2.3 Kurze Darstellung der Radioprogramme der
öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten 29
2.2.3.1 Bayerischer Rundfunk (BR), München 31
2.2.3.2 Hessischer Rundfunk (hr), Frankfurt am Main 32
2.2.3.3 Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Leipzig 33
2.2.3.4 Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg 35
2.2.3.5 Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB),
Potsdam 36
2.2.3.6 Radio Bremen (RB), Bremen 37
2.2.3.7 Saarländischer Rundfunk (SR), Saarbrücken 38
2.2.3.8 Sender Freies Berlin (SFB), Berlin 39
2.2.3.9 Südwestrundfunk (SWR), Stuttgart 40
2.2.3.10 Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln 41
2.2.3.11 Deutsche Welle, Köln/Berlin 43
2.2.3.12 DeutschlandRadio, Berlin 43
2.3 Aktuelle Situation des privaten Hörfunks 45
2.3.1 Landesmedienanstalten 49
2.3.2 Privater Hörfunk in den Ländern 51
2.4 Hörerforschung und Hörfunknutzung 56
2.4.1 Allgemeines zur Hörerforschung 56
2.4.2 Media-Analyse 60
2.4.3 Allgemeine Radionutzungsdaten 65
3. Analyse der Klassik-Programme 74
3.1 Allgemeines zur Programmgestaltung 77
3.2 Hörertypen von Klassik-Programmen 81
3.3 Forschungsstudien zu Klassik-Programmen
als Beispiele 88
3.4 Klassik-Programme im Einzelnen 96
3.4.1 Bayern 4 Klassik 96
3.4.1.1 Selbstdarstellung 96
3.4.1.2 Programmleistung 98
3.4.1.3 Programmschema 99
3.4.1.4 Nutzung 100
3.4.2 hr 2 111
3.4.2.1 Selbstdarstellung 111
3.4.2.2 Programmleistung 111
3.4.2.3 Programmschema 112
3.4.2.4 Nutzung 113
3.4.3 MDR Kultur 121
3.4.3.1 Selbstdarstellung 121
3.4.3.2 Programmleistung 121
3.4.3.3 Programmschema 122
3.4.3.4 Nutzung 123
3.4.4 Radio 3 130
3.4.4.1 Selbstdarstellung 130
3.4.4.2 Programmleistung 131
3.4.4.3 Programmschema 132
3.4.4.4 Nutzung 132
3.4.5 Radio Bremen 2 138
3.4.5.1 Selbstdarstellung 138
3.4.5.2 Programmleistung 139
3.4.5.3 Programmschema 140
3.4.5.4 Nutzung 140
3.4.6 *radio kultur 147
3.4.6.1 Selbstdarstellung 147
3.4.6.2 Programmleistung 147
3.4.6.3 Programmschema 148
3.4.6.4 Nutzung 149
3.4.7 SR 2 KulturRadio 154
3.4.7.1 Selbstdarstellung 154
3.4.7.2 Programmleistung 155
3.4.7.3 Programmschema 156
3.4.7.4 Nutzung 156
3.4.8 SWR 2 162
3.4.8.1 Selbstdarstellung 162
3.4.8.2 Programmleistung 163
3.4.8.3 Programmschema 164
3.4.8.4 Nutzung 165
3.4.9 WDR 3 171
3.4.9.1 Selbstdarstellung 171
3.4.9.2 Programmleistung 171
3.4.9.3 Programmschema 172
3.4.9.4 Nutzung 173
3.4.10 DeutschlandRadio Berlin 179
3.4.10.1 Selbstdarstellung 179
3.4.10.2 Programmleistung 179
3.4.10.3 Programmschema 180
3.4.10.4 Nutzung 181
3.4.11 Deutschlandfunk 187
3.4.11.1 Selbstdarstellung 187
3.4.11.2 Programmleistung 187
3.4.11.3 Programmschema 188
3.4.11.4 Nutzung 188
3.4.12 Klassik Radio 195
3.4.12.1 Selbstdarstellung 195
3.4.12.2 Programmschema 198
3.4.12.3 Nutzung 198
3.5 Kritische Bemerkungen und Vergleich der
Klassik-Programme 205
3.5.1 Kultur-Programme mit klassischer Musik
(SR 2 KulturRadio, Radio 3, WDR 3, hr 2) 205
3.5.2 Klassik-Programme mit hohem Wortanteil
(SWR 2, *radio kultur) 213
3.5.3 Programme mit Musik verschiedener Genre
(Radio Bremen 2, MDR Kultur) 216
3.5.4 Programme mit ausschließlich klassischer Musik
(Klassik Radio, Bayern 4 Klassik) 220
3.5.5 Kulturorientierte Wortprogramme
(Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Berlin) 223
4. Untersuchung zur Akzeptanz von
Klassikprogrammen 225
4.1 Fragestellungen 225
4.1.1 Zu den Fragen im Detail 227
4.1.2 Zielgruppen 236
4.2 Brahms-Gesellschaft 239
4.2.1 Daten zur Befragung 239
4.2.2 Auswertung 240
4.2.3 Fazit 267
4.3 Weber-Gesellschaft 269
4.3.1 Daten zur Befragung 269
4.3.2 Auswertung 270
4.3.3 Fazit 294
4.4 Beethoven-Haus Bonn 297
4.4.1 Daten zur Befragung 297
4.4.2 Auswertung 298
4.4.3 Fazit 320
4.5 Golf-Spieler 322
4.5.1 Daten zur Befragung 322
4.5.2 Auswertung 323
4.5.3 Fazit 343
5. Schlusszusammenfassung 347
5.1 Allgemeines 347
5.2 Aussagen aus der eigenen Untersuchung 353
5.3 Probleme der Klassik-Programme 360
5.4 Kernproblem und Lösungsvorschläge aus Sicht
der Autorin 364
Literaturverzeichnis 370
Anhang A 1
Programmschemata A 2
Anschreiben Brahms-Gesellschaft A 36
Fragebogen Brahms-Gesellschaft A 37
Muster Briefumschlag A 39
Anschreiben Internationale Carl-Maria-von Weber-Gesellschaft A 40
Fragebogen Internationale Carl-Maria-von Weber-Gesellschaft A 41
Anschreiben Beethoven-Haus A 43
Fragebogen Beethoven-Haus A 45
Anschreiben Golf-Spieler A 47
Fragebogen Golf-Spieler (per Post) A 48
Fragebogen Golf-Spieler (vor Ort) A 50
Eigene Untersuchung, Ergebnisse der Fragen 1 bis 12 A 52
1
1. Einleitung und Problemstellung
In dem in Deutschland bestehenden dualen Rundfunksystem mit öf-
fentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten und privaten Sendern
bietet sich dem Radiohörer eine Vielzahl an Programmen. Etwa 50
öffentlich-rechtliche und 250 private Programme werden in Deutsch-
land angeboten. In den einzelnen Bundesländern kann ein Hörer meist
10 Programme über die terrestrischen UKW- oder Mittelwellen-
Frequenzen empfangen. Verfügt er zudem über Kabel- oder Satelliten-
Anschluss, vergrößert sich die Anzahl der möglichen Radioprogramme
um ein Vielfaches. Hinzu kommen außerdem aus dem Ausland ein-
strahlende Programme und Projekte aus den Bereichen Internet und
Digital Audio Broadcasting (DAB).
Der Radiohörer hat die Qual der Wahl, könnte vermutet werden, aber
in der Regel macht er es sich recht einfach. Nur 1,3 Programme schal-
tet der Hörer an einem beliebigen Wochentag im Durchschnitt ein1, er
ist damit sehr programmtreu. In der Regel hat der Hörer einen Stan-
dardsender, nur selten schaltet er um.
Radio dient in erster Linie als Begleitmedium. Der Radiohörer will Mu-
sik und Informationen empfangen, während er andere Tätigkeiten des
Tages verrichtet, zum Beispiel Autofahren oder Hausarbeit.2 Radio ist
ein Klangteppich, eine akustische Kulisse, ein Entspannungsmedium,
ein Stimmungsmanager, ein Träger von kurzen Informationen über das
Tagesgeschehen.3 Radio liefert Informationen, Bildung und Unterhal-
tung.
Nach dem Musikgeschmack richtet sich die Auswahl des Programms:
Ob Hip-hop für die Jugendlichen, oder Pop und Rock für die jungen
Erwachsenen, Schlager und Oldies für die mittlere und ältere Genera-
tion:
„Musik ist das wichtigste und für den Erfolg eines Hörfunksen-
ders primäre Programmelement (außer Wortformaten). Stimmt
1 Vgl. Keller, Michael und Walter Klingler: „Hörfunk behauptet sich im Wett-
bewerb“, in: Media Perspektiven, 11/95, S. 525.
2 Vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Rundfunkpolitik in der Bundesrepublik. Der
Kampf um die Macht über Hörfunk und Fernsehen, Opladen 1982, S. 41.
3 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: „Zuwendungsbarrieren zum Kulturradio. Ist
anspruchvolles Radio ein verschwindendes Medium?“, in: Media Perspek-
tiven, 11/95, S. 547.
2
die Musik nicht, so wird auch die Akzeptanz des Senders nicht
den Erwartungen entsprechen. Unterhaltende und informative
Elemente bieten einen Zusatznutzen, sind aber nur sekundär
für den Erfolg eines Radiosenders ausschlaggebend.“4
Eine Image- und Akzeptanzstudie ergab, dass bei 88 Prozent aller Hö-
rer die Musik das ausschlaggebende Kriterium zur Nutzung des Medi-
ums Hörfunk ist, für 74 Prozent ist es die Unterhaltung und für 59 Pro-
zent sind es Informationen, ebenfalls 59 Prozent mögen regionale Be-
richte.5
Gehört werden in erster Linie Unterhaltungsprogramme6 mit Musik
verschiedener Richtungen. Dabei ist die Tendenz zu nur kurzen Wort-
beiträgen festzustellen:
„Wir erleben innerhalb des Radiomarkts eine Entwicklung, die
man mit dem schrecklichen Begriff der ´Entwortung´ zu fassen
versucht. Das heißt, daß die Beiträge immer kürzer werden
und sich in immer größeren Musikteppichen verlieren.“7
4 Michael H. Haas, Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Management. Ein
Handbuch für Radio-Journalisten, München 1991, S. 297.
5 Vgl. Linder, Iris: „Wie Radios Profil gewinnen wollen. Werbung für Hör-
funkprogramme: eine aktuelle Skizze“, in: Mast, Claudia (Hg.): Rivalen im
Äther: Radioprofile und Hörerwünsche in Baden-Württemberg, Konstanz
1990, S. 122. Laut einer Image- und Akzeptanzstudie zur Messung von
Einstellungen und Meinungen der Hörer zum privaten und öffentlich-
rechtlichen Hörfunk, Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Me-
dien, durchgeführt vom Roland Berger Forschungsinstitut 1989.
6 Unter der Bezeichnung Unterhaltungsprogramme werden in erster Linie
Programme mit Popmusik und Schlagern zusammengefasst: „Unterhal-
tung im Rundfunk lässt sich weder definieren noch mit Erfolgsrezepten
beschreiben. Fest steht, dass Unterhaltung zuallererst ein Gefühl des
Wohlbehagens beim Publikum darstellt. Diese allgemeine Beschreibung
bedeutet zugleich, dass Unterhaltung von ganz unterschiedlichen Stim-
mungen, Bedürfnissen und sozialen Situationen des Publikums geprägt
ist. Zwar kann unterhaltende Musik, sogenannte U-Musik, als das zentrale
Erkennungsmerkmal der Radiounterhaltung betrachtet werden. Aber
schon die Grenzen solcher U-Musik sind so differenziert wie das Publikum
selbst. Darüber, dass Rock- und Pop-Musik oder auch Volksmusik heute
unterhaltend sind, dürfte schnell Einigkeit bestehen. Wie aber sieht es mit
anderen Musikformen aus? Sind Jazz, Blues, aber auch Oper, Klassik für
jene, die sich davon besonders angesprochen fühlen, weniger unterhal-
tend als die Rock- und Pop- Musik für Ihre Fans? Umgekehrt könnten ge-
rade die Freunde klassischer Musik, z.B. die Pop-Musik als extrem lang-
weilig empfinden.“ ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): ARD + ZDF
Medienbox, Nr. 2, Dr. Wolfgang Neumann-Bechstein: Die Programme. Die
Sendungen, Stuttgart 1996, S. 55.
7 Dr. Günter Müchler, Programmdirektor des Deutschlandfunks, in:
DeutschlandRadio (Hg.): DeutschlandRadio. Einblicke, Köln 1999 (Bro-
schüre), S. 13.
3
Radio ist nicht irgendein Medium, sondern es nimmt einen großen
Stellenwert innerhalb des Medienangebots ein. 179 Minuten pro Tag
wird durchschnittlich Radio gehört. Im Vergleich dazu liegt die Dauer
der Fernsehnutzung bei 182 Minuten pro Tag. Daneben stehen noch
andere Medien, wie Zeitung und Zeitschrift, Kassette und CD, Video-
text und Internet zur Verfügung. Der Radiokonsum, der nach Aufkom-
men des Fernsehens in den 50er Jahren stark sank, hat in den letzten
Jahren wieder ein recht hohes Niveau erreicht. Der Trend zum Radio
ist eindeutig. So hat das Radio über die Jahrzehnte seines Bestehens
seit 1923 nicht an Attraktivität verloren:
„Nach 75 Jahren ist das Medium noch immer nicht pensioniert
[...] Im Kern ist das Radio ganz im Sinne seiner Erfinder
´Vergnügungs- und Unterhaltungsfunk´ geblieben. Den einen
vergnügt es mit Hörspielen und Konzerten, andere mit Jazz,
Techno oder Ratespielen.“8
Es haben sich eben nur die Hörgewohnheiten verschoben. Radio wird
in erster Linie morgens, mittags und spätnachmittags genutzt, Fernse-
hen abends. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich das Radio vom
Freizeit- zum Tagesbegleitmedium, vom Familien- zum Individualmedi-
um, das Gemeinschaftserlebnis des Radiohörens ist verdrängt worden,
denn jedes Familienmitglied hört heute sein eigenes Programm. Insge-
samt ist das Angebot an Programmen größer geworden.9
Die Konkurrenz zwischen Radio, Fernsehen und auch Print-Medien ist
weniger bedeutend, alle Medien haben sich ihren Platz erarbeitet. Was
gravierender geworden ist, ist die Konkurrenz der Radioprogramme
untereinander. Der Hörer vergleicht ein Radioprogramm mit anderen
Radioprogrammen.10
Dieses führt dazu, dass es für die Radiosender nicht nur wichtig ist, ein
gutes, ansprechendes Programm anzubieten, sondern dass sie sich
durch diverse on-air-Aktivitäten (im Programm) und off-air-Aktivitäten
(außerhalb des Programms) um Hörergewinnung und Hörerbindung
bemühen müssen. Es wird am Inhalt und am Image eines Programms
gearbeitet. Treue Hörer, das heißt also eine starke Hörerbindung, sind
8 Ernst Elitz, Intendant vom DeutschlandRadio, in: www.radioszene.de,
06.09.1999.
9 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 547.
10 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Management,
S. 58.
4
für Radioprogramme eine wichtige Voraussetzung, um eine stabile
Position im Wettbewerb zu erlangen.11
„Wettbewerb“ ist das Schlüsselwort, um das sich fast alles in der Me-
dienbranche dreht: Ist das Programm oder der Sender nicht mehr at-
traktiv genug, bleiben die Hörer aus. Demgemäß sinkt der Marktanteil,
was den Verlust von Werbekunden zur Folge hat. Für private Radio-
programme, die sich einzig und allein aus Werbegeldern finanzieren,
würde dies das Ende ihrer Geschäftstätigkeit bedeuten. Für öffentlich-
rechtliche Programme ist diese Schlussfolgerung nicht so drastisch,
aber auch hier kann dieser Aspekt nicht vernachlässigt werden: Der
Hauptteil ihrer Kosten wird zwar durch die Rundfunkgebühren gedeckt,
doch auch Werbung trägt - wenn auch nur zu einem geringen Teil - zur
Finanzierung bei. Es gibt einen Wettbewerb um Einschaltquoten und
Programmimages, um Werbeaufträge und um die Zuteilung terrestri-
scher Sendefrequenzen, Satelliten- und Kabelkanäle:12
„Durch neue nationale, regionale und lokale Programme sowie
durch internationale Satellitenprogramme ergibt sich bei hohem
Konkurrenzdruck und gleichbleibender Nutzung des Mediums
eine Verringerung der Marktanteile.“13
11 Vgl. Mast, Claudia: „Radio - erfolgreiches Medium mit Handicap. Zum
Thema dieses Buches“, in: Mast, Claudia (Hg.): Rivalen im Äther: Radio-
profile und Hörerwünsche in Baden-Württemberg, Konstanz 1990, S. 14.
12 Vgl. Garber, Heinz: „Auswirkungen der privaten Anbieter auf das Marke-
ting der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt“, in: Eichhorn, Peter und
Hans Raffée: Management und Marketing von Rundfunkanstalten, Baden-
Baden 1990, S. 45.
13 Florian H. Fleck: „Gegensätzliche Prinzipien der Programmwirtschaft und
Auswirkungen auf das Rundfunksystem“, in: Eichhorn, Peter und Hans
Raffée: Management und Marketing von Rundfunkanstalten, Baden-
Baden 1990, S. 42.
5
Wie sieht diese Situation bei Klassik-Programmen14 aus? Ein
Wettbewerb unter den einzelnen öffentlich-rechtlichen Programmen
existiert kaum, denn auf terrestrischem Weg kann meistens nur das
Programm des jeweiligen Bundeslandes empfangen werden und die
Satelliten-Hörer gehören der Minderheit an. Auch können die Klassik-
Programme untereinander nicht gleichgesetzt werden, da sie sich
inhaltlich sehr unterscheiden. Dennoch beobachten die
Verantwortlichen der jeweiligen Programme, was die anderen
Klassiksender leisten. Ein gewisser Wettbewerb besteht zwischen dem
jeweiligen öffentlich-rechtlichen Programm und dem einzigen privaten
Sender. Da letzterer bundesweit jedoch fast nur über Satellit oder
Kabel zu empfangen ist und die terrestrischen Frequenzen (noch)
gering sind, kann von einer direkten Konkurrenz nicht die Rede sein.
Aber wie sieht es aus mit der Hörerzahl an sich? Klassik-Programme
haben im Vergleich zu Unterhaltungsprogrammen sehr geringe Hörer-
zahlen. Dies ist für ein Nischen- oder Spartenprogramm nichts Unge-
wöhnliches. Als Spartenprogramme im Angebot jeder öffentlich-
rechtlichen Rundfunkanstalt haben die Programme mit klassischer
Musik ihren festen Platz. In ihrem Programm finden sich zum Beispiel
kulturelle und politische Informationen, Features15, Hörspiele, Lesun-
14 Im folgenden wird der Begriff Klassik-Programm gleichbedeutend und in
gleicher Wertung mit den Begriffen Kultur-Programm und Radioprogramm
mit klassischer Musik verwendet. Darunter sind die Programme zu verste-
hen, deren Musikauswahl sich auf „Ernste Musik“ oder anders ausge-
drückt auf „Klassische Musik“ beschränkt. Dabei reicht die Bandbreite der
ausgewählten Werke über alle Epochen der Musikgeschichte, wie Mittelal-
ter, Barock, Klassik, Romantik, Moderne, ebenso finden sich in diesen
Programmen Neue Musik und Jazz. Die Werke umfassen alle Gattungen,
u.a. Sinfonien, Sonaten, Opern, auch Operetten oder Musicals. In einigen
Programmen werden darüber hinaus kulturelle oder auch politische und
wirtschaftliche Themen behandelt. Ebenso können Hörspiele Bestandteil
des Programms sein. Der Begriff Kultur kann viele unterschiedliche Be-
deutungen haben, je nachdem ob er nach einer anthropologisch-
soziologischen, philosophischen oder literarischen Meinung ausgelegt ist.
Im Rahmen dieser Arbeit bezieht sich der Begriff Kultur in Kombination mit
Radioprogramm auf ´alles, was mit Theater, Varieté, Veranstaltungen,
Musik, Kunst, Museum, fremden Kulturen (= Lebensgewohnheiten im wei-
testen Sinne im Ausland), etc. zu tun hat´, wobei zu bedenken ist, dass für
die einzelnen Sender der Kulturbegriff wieder unterschiedlich weit gefasst
ist und auch die Vorgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Informa-
tion, Bildung und Unterhaltung - eine Rolle spielen. Der Begriff Kulturpro-
gramm kann im weitesten Sinne auch auf wortorientierte Programme an-
gewandt werden.
15 Seit 1945 auch in (West-)Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für
bereits Ende der 20er Jahre entwickelte journalistisch-künstlerische Ra-
diosendungen zumeist dokumentarischer Natur unter Verwendung akusti-
6
gen, Magazinsendungen, Konzerte und Opernaufführungen in Auf-
zeichnungen oder Live-Übertragungen. Diese Programme sind im
Rahmen des Programmauftrags Bestandteil jeder öffentlich-rechtlichen
Landesrundfunkanstalt. Von den neun öffentlich-rechtlichen Program-
men sowie dem Deutschlandfunk und dem DeutschlandRadio Berlin
strahlt nur ein Programm, Bayern 4 Klassik, zu einem geringen Teil
Werbung aus. Die Marktanteile sind demnach für diese Spartenpro-
gramme nicht so entscheidend. Anders sieht es im privaten Hörfunk
aus: Das einzige private Klassik-Programm finanziert sich durch die
Ausstrahlung von Werbung.
Wenn nun der Konkurrenzdruck um Marktanteile und Hörerzahlen
nicht unbedingt für Radioprogramme mit klassischer Musik gegeben
ist, wäre es nicht dennoch interessant, das Hörerpotential voll auszu-
schöpfen? Gibt es eventuell Hörer, die der klassischen Musik sehr zu-
getan sind, beispielsweise Konzert- oder Opernbesucher oder Käufer
von Klassik-CDs, die aber dennoch keine Radioprogramme mit klassi-
scher Musik hören oder diese nur selten einschalten? Was ist der
Grund dafür?
Weniger als Begleitmedium, sondern eher als ein Medium zum aktiven
Zuhören sehen sich ausdrücklich einige der Kultur- und Klassiksender.
hr 2 zum Beispiel erwartet von den Hörern Neugier und Bereitschaft
zum Zuhören. Die Zukunft dieser Programme sieht gut aus: Denn
wenn bei den Unterhaltungsprogrammen der Trend zu weniger Wort
zu erkennen ist, so gibt es auch eine Tendenz in eine andere Rich-
tung:
„Das Radio entwickelt sich laut Forschungsanalysen wieder
vom Begleit- zum Hörmedium. Mit der neuen Lust auf Wort
entsteht wieder eine neue Lust auf Literatur. [...] Die Leute sind
dankbar, am Samstagabend zwei Stunden Literaturlesung zu
hören.“16
Wenn das Interesse an derartigen Angeboten besteht, das Interesse
zum Zuhören, macht sich das bei den Kultur-Programmen an steigen-
den Hörerzahlen bemerkbar? Oder: Können vielleicht die potentiellen
Hörer ihre Bedürfnisse nicht befriedigen, weil sie nicht wissen, wann
gerade was gesendet wird? Wenn mehr Informationen über das Ra-
scher Illustrationen, auch Musik und Original-Töne; vgl. ARD (Hg.): Abc
der ARD, Baden-Baden 1994, S. 40.
16 Hajo Steinert, Redakteur DeutschlandRadio, in: DeutschlandRadio (Hg.):
DeutschlandRadio. Einblicke, Köln 1999 (Broschüre), S. 64.
7
dioprogramm die an klassischer Musik Interessierten erreichen würde,
wäre dann das Interesse an Programmen mit klassischer Musik grö-
ßer? Das sind sehr viele Fragen, nach deren Antworten auch Pro-
grammverantwortliche immer wieder suchen.
Die Sekundärliteratur zum Thema Radio ist umfassend, ebenso um-
fassend wie die unterschiedlichen Aspekte, die behandelt werden. Da
geht es zum Beispiel um die Historie, die Entwicklung des Mediums
Hörfunk oder um die Entstehung des dualen Rundfunksystems und
wie die private Konkurrenz den Hörfunkmarkt verändert hat. Ein The-
ma ist etwa der Beitrag der privaten Lokalradios zur Verbreitung von
lokalen Themen und zur Befriedigung von Hörerwünschen zu lokaler
Information. Ein weiteres Thema ist die Angebotsvielfalt an Program-
men und die zusätzlichen Auswahl-Möglichkeiten über Digitales Radio
und Internet. Außerdem wird über das Angebot für jugendliche Hörer
geschrieben, die Bildung von Jugendsendern oder die Organisations-
struktur von öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten. Auch dem
Formatradio17, das speziell für private Sender gilt, werden umfangrei-
che Beiträge gewidmet. Ebenso dem Radio mit seiner Funktion als
schnellstem Informationsmedium, mit seinen aktuellen Nachrichten
und der Möglichkeit zur umgehenden Reaktion auf aktuelle Themen.
Das Suchergebnis nach Literatur zu den Radioprogrammen mit klassi-
scher Musik fällt jedoch sehr spärlich aus. Hinzu kommt, dass auf-
grund der veränderten Hörfunklandschaft mit dem dualen Rundfunksy-
stem nur Beiträge ab Mitte der 80er Jahre interessant sind. Wenn man
die wenigen Titel an Sekundärliteratur zu Klassik-Programmen be-
trachtet, so beziehen sie sich meist nur auf einen oder eine geringe
Auswahl an Sendern. Quantitative Hörfunknutzungsdaten gibt es aller-
dings wie zu allen anderen Programmen auch. Aufgrund der geringen
Erhebungsquote - bezogen auf Klassik-Programme - sind die Daten
jedoch nicht unbedingt interpretationsstark und lassen Aussagen zu
einzelnen Fragestellungen nur eingeschränkt zu. Viele Studien der
Sender, die Klassikprogramme miteinbeziehen, sind aus Wettbe-
werbsgründen nicht veröffentlicht.
Als Erklärungsversuch für diese wenigen Darstellungen der Klassik-
programme könnte angenommen werden, dass diese Programme bis-
17 Näheres zu Formatradio siehe unter 2.3.
8
her nicht im Mittelpunkt der Medienwelt und damit des öffentlichen In-
teresses standen, da sie nur einen kleinen Hörerkreis und damit eine
Minderheit ansprechen. Zudem ist kein harter Vormarsch privater An-
bieter zu erkennen. Die Kulturprogramme sind zunächst weitgehend
Hoheit der öffentlich-rechtlichen Sender.
Eine allgemeine Darstellung der Klassik-Sender ist in der Sekundärlite-
ratur nicht vorhanden. In einzelnen Monographien oder Aufsätzen las-
sen sich nur wenige Informationen finden, die sich zudem noch unter-
schiedlichen Schwerpunkten widmen. Welche Programme gibt es
überhaupt? Was senden diese Programme? Wie sieht das Programm-
schema aus? Wie oft und von wem werden diese Programme genutzt?
Diese Fragen sollen im Rahmen der Arbeit beantwortet werden.
Bei der Recherche nach Informationen zu den einzelnen Programmen
und Sendern zeigte sich, dass die Sender über diverses hörerorien-
tiertes Informationsmaterial verfügen, dass sie auf Wunsch gerne ver-
schicken. Allgemeine Daten zu den Landesrundfunkanstalten gehören
ebenso dazu wie Veranstaltungstipps und komplette Inhaltsangaben
der einzelnen Klassik-Programme mit Werken, Interpreten, Hinweisen,
Rezensionen und Vorschauen. Dieses zum Teil recht umfassende In-
formationsmaterial dient zur besseren Orientierung im Programm.
Doch wie viele der bestehenden und potentiellen Hörer machen sich
die Mühe und schreiben den Sender an? Hört ein informierter Hörer
öfter Radio? Betrachtet man speziell die Hörfunknutzung der Klassik-
Programme, so ergeben sich weitere Fragen: Gibt es viele Klassik-
Interessierte, die noch keinen Zugang zu einem Radioprogramm mit
klassischer Musik gefunden haben? Würden potentielle Hörer ein
Klassik-Programm hören oder hören bestehende Hörer es öfter und
länger, wenn sie wissen, was wann gespielt wird? Warum schalten die
Hörer ein, und was hören sie am liebsten?
Die Hörfunklandschaft im allgemeinen, die Vielfalt der Programme, die
Nutzungsgewohnheiten des Mediums Radio, die Darstellung der Klas-
sik-Programme und deren Nutzung sowie eine eigene Studie zur Ak-
zeptanz von Klassik-Programmen sind Inhalt dieser Arbeit.
Nach dieser Einführung geht es in Kapitel zwei zunächst um die Hör-
funklandschaft in Deutschland. Ein kurzer Überblick zeigt die Entwick-
lung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach dem Zweiten Weltkrieg
9
und die Veränderung zum dualen Rundfunksystem mit privatem und
öffentlich-rechtlichem Rundfunk in den 80er Jahren. Die Arbeit be-
trachtet nur den Hörfunk, das Fernsehen wird nicht berücksichtigt. Ein
besonderer Schwerpunkt liegt bei der aktuellen Situation der öffentlich-
rechtlichen Landesrundfunkanstalten mit den Themen Rundfunkauf-
trag und Finanzierung sowie der Darstellung der Radioprogramme der
einzelnen Landesrundfunkanstalten. In einem weiteren Punkt wird die
aktuelle Situation des privaten Hörfunks mit einer skizzenhaften Be-
schreibung der Struktur in den einzelnen Bundesländern aufgeführt.
Letzter Schwerpunkt in Kapitel zwei ist die Darstellung der Radionut-
zung allgemein. Es wird ein Einblick in die Hörerforschung gegeben
sowie die Nutzung des Hörfunks in den letzten Jahren und im Ver-
gleich zu anderen Medien aufgezeigt.
Kapitel drei enthält eine Darstellung der in Deutschland bestehenden
insgesamt zwölf Klassik-Programme und beschäftigt sich mit verschie-
denen Aspekten dieser Programme. Zunächst wird eine Selbstdarstel-
lung der einzelnen Programme aufgeführt. Des weiteren wird die Pro-
grammleistung, das Wort-Musik-Verhältnis, gezeigt und erläutert. Dar-
an schließt sich das Programmschema an. Ausgewählte Nutzungsda-
ten der Studie Media-Analyse18, wie „Hörer gestern“, „Weitester Hörer-
kreis“ und „Verweildauer“, unterteilt nach soziodemografischen Kriteri-
en mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Alter - auch grafisch aufbe-
reitet - vervollständigen die Darstellung der jeweiligen Sender. Zum
Schluss dieses Kapitels erfolgt eine Beschreibung und ein Vergleich
der einzelnen Programme aufgrund des Höreindrucks eines beliebig
ausgewählten Wochentages von 6.00 bis 18.00 Uhr.
Das vierte Kapitel besteht aus einer eigenen Studie zum Thema Radio
und klassische Musik. Es soll zwei Hypothesen nachgegangen wer-
den, zum einen ob Personen, die Freude an klassischer Musik haben,
öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik einschalten würden,
wenn sie wüßten, was wann gespielt wird, und zum anderen ob sich
ein Hörer über das Programm informiert, wenn er öfter ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik hört. Über welche Medien informiert er
sich? Des weiteren werden verschiedene Sachverhalte untersucht,
z.B. welche Motive zum Einschalten bewegen, welcher Programmin-
halt von den Hörern besonders bevorzugt wird, etwa Kammermusik,
18 Näheres zur Media-Analyse (MA) allgemein siehe unter 2.4.2.
10
Sinfonische Musik, Wortsendungen oder Hörspiel, oder ob das Klas-
sik-Programm als Begleitmedium genutzt wird.
Zu diesem Zweck wurde ein Fragebogen entwickelt, der sich einerseits
an Personen richtet, die einen Bezug zu oder Interesse an klassischer
Musik haben; der gleiche Fragebogen wurde andererseits einer Grup-
pe vorgelegt, die zwar aufgrund ihres sozialen Status den Zugang zu
einem Kulturprogramm suchen könnten, bei denen jedoch nicht von
vorn herein Interesse an klassischer Musik vorausgesetzt werden
kann. Beide Gruppen wurden nach ihren Gewohnheiten und Meinun-
gen zu Radioprogrammen mit klassischer Musik befragt. Mit dieser
nicht-repräsentativen Umfrage soll (basierend auf einem eng gesteck-
ten Interessensschwerpunkt) ein Beitrag zur quantitativen Hörfunkfor-
schung aus dem Bereich der angewandten Musiksoziologie geleistet
werden.
Das abschließende Kapitel fünf ist eine Zusammenfassung der Ergeb-
nisse aus den vorangegangenen Kapiteln und insbesondere ein Re-
sümee der Ergebnisse der eigenen Studie. In diesem Kapitel werden
mögliche Schlussfolgerungen aufgezeigt und richtungsweisende
Erläuterungen gegeben.
11
2. Hörfunklandschaft in Deutschland -
Duales Rundfunksystem
In Deutschland existieren zehn öffentlich-rechtliche Landesrundfunk-
anstalten mit insgesamt etwa 50 Programmen sowie die Anstalt des
Bundesrechts Deutsche Welle und der Sender DeutschlandRadio. Die
Anzahl der privaten Sender liegt bei etwa 250, darunter landesweite,
regionale und diverse nichtkommerzielle Programme. Hinzu kommen
von den Alliierten eingerichtete fremdsprachige Sender, einstrahlende
Sender aus dem Ausland, neue Radioprojekte mittels digitalem Ver-
fahren Digital Audio Broadcasting (DAB)19 und weltweit per Internet zu
empfangene Programme.20
Um die Radioprogramme mit klassischer Musik in ihrer Einbettung zu
anderen Programmen zu sehen, ist in diesem Kapitel ein fragmentari-
scher Abriss der Geschichte des Rundfunks nach 1945, die aktuelle
Programmsituation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die aktuelle
Programmsituation des privaten Hörfunks in den einzelnen Bundes-
ländern sowie die Nutzung des Mediums Radio allgemein dargestellt.
2.1 Entwicklungen
Am 29. Oktober 1923 begann für Deutschland die Geschichte des
Rundfunks als Informations- und Unterhaltungsmedium. Mit „Achtung,
Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Vox-Haus auf Welle 400
Meter“ begann von Berlin aus die regelmäßige Ausstrahlung des er-
19 Digital Audio Broadcasting (DAB) ist ein in Europa seit Mitte der 80 Jahre
entwickeltes Verfahren zur terrestrischen Ausstrahlung von digitalen Hör-
funkprogrammen in CD-Qualität, Pilotprojekte laufen in Deutschland seit
1995. DAB liefert einen hervorragenden Mobilempfang und die Zusatz-
übertragung von Daten und Bildern. DAB-Programme können jedoch nur
mit speziellen Endgeräten empfangen werden. Langfristig soll DAB den
UKW-Hörfunk ablösen. Näheres siehe bei Hürst, Daniel: Marktchancen
und Finanzierung von Digital Audio Broadcasting (DAB), München 1997
(= BLM-Schriftenreihe, Band 43).
20 Diese Radioprogramme wie DAB-Projekte, Nichtkommerzielle Radios,
Bürgerfunk, Campus Radio und Internet-Radios sind in der vorliegenden
Arbeit nicht weiter berücksichtigt, weil sie bei der Betrachtung von Radio-
programmen mit klassischer Musik nicht relevant sind.
12
sten Unterhaltungsprogramms.21 In der Zeit der Weimarer Republik
entstand ein privatwirtschaftlicher, aber unter staatlicher Aufsicht und
Kontrolle stehender Rundfunk, unter der nationalsozialistischen Herr-
schaft ein gleichgeschalteter, totalitärer und propagandistischer
Staatsrundfunk.22
Nach 1945 entwickelte sich mit den Bestimmungen durch die Alliierten
der Aufbau eines Rundfunksystems, das auch heute noch Bestand
hat. Zu dem zu diesen Zeiten entstandenen öffentlich-rechtlichen
Rundfunk hat ab Mitte der 80er Jahre der private Rundfunk seinen
Platz gefunden. Aus dem ehemaligen Monopolsystem ist eine Wett-
bewerbssituation mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen
geworden: mit den öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten, die
sich überwiegend aus Gebühren finanzieren und eine Grundversor-
gung gewährleisten sollen, und den privaten Sendern, die von Werbe-
einnahmen leben und in erster Linie ein massenattraktives Programm
gestalten.
2.1.1 Aufbau der Sender nach 1945
Am 4. Mai 1945 begann Radio Hamburg, als Nachrichtensender der
britischen Militärregierung, aus dem Funkhaus an der Rothenbaum-
chaussee in Hamburg als erster Sender nach Ende des Zweiten Welt-
kriegs wieder zu senden. Radio Hamburg wurde am 22. September
1945 in Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR) umbenannt.23
21 Zu den ersten Ausstrahlungen an dem historischen Tag gehörten u.a.
Konzertsätze von Tschaikowsky, Mozart, Werke von Schumann und
Beethoven. Vereinzelte Sendungen oder Musikstücke waren auch schon
vor dieser Zeit zu hören gewesen. - Zu der Geschichte des Rundfunks An-
fang des Jahrhunderts siehe umfassend Lerg, Winfried Bernhard: Die
Entstehung des Rundfunks in Deutschland: Herkunft und Entwicklung ei-
nes publizistischen Mittels, Frankfurt am Main 1965 (= Beiträge zur Ge-
schichte des deutschen Rundfunks, Band 1), zur Zeit der Weimarer Re-
publik und NS-Zeit siehe Kleinsteuber, Hans J.: Rundfunkpolitik in der
Bundesrepublik, S. 16 ff., Fischer, E. Kurt: Dokumente zur Geschichte des
deutschen Rundfunks und Fernsehens, Göttingen 1957, S. 8 ff und Lerg,
Winfried Bernhard: Rundfunkpolitik in der Weimarer Republik, München
1980.
22 Vgl. ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): ARD + ZDF Medienbox, Nr.
1, Peter Christian Hall: Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland.
Dualer Rundfunk: Ein neues System – und die Folgen, Stuttgart 1996, S.
47ff.
23 Vgl. NDR (Hg.): NDR - Das Beste am Norden, Hamburg 1998 (Broschü-
re), o.S.
13
Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete in Deutschland die britische,
amerikanische, französische und sowjetische Militärregierung zu-
nächst Militärsender, aus denen sich später die öffentlich-rechtlichen
Landesrundfunkanstalten entwickeln sollten. Es entstanden zunächst:
- als Sender der britischen Militärregierung: Radio Hamburg (mit
Funkhäusern in Hamburg und Köln ab 1945, ab 1946 auch in Ber-
lin)
- als Sender der amerikanischen Militärregierung: Radio München
(München) seit Mai 1945, Radio Frankfurt (Frankfurt am Main) seit
Juni 1945, Radio Bremen (Bremen) und Radio Stuttgart (Stuttgart)
sowie Rundfunk im amerikanischen Sektor RIAS (Berlin)24
- als Sender der französischen Militärregierung: Südwestfunk (Ba-
den-Baden) und Radio Saarbrücken (Saarbrücken).
Die Strukturen der Sender der Militärregierungen waren unterschied-
lich: Der NWDR wurde als zentralistische Rundfunkanstalt konzipiert,
die für die britische Besatzungszone, das Gebiet der heutigen Bundes-
länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-
Westfalen und den britischen Sektor Berlins sendete. Auch die Fran-
zosen organisierten den Rundfunk zentral, im Gegensatz dazu ent-
standen in der amerikanischen Besatzungszone dezentralistisch ge-
führte Sender.25
Der Einfluss der Besatzungsmächte prägte die Entwicklung des Rund-
funks nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit der Wiederaufnahme des
Rundfunks wollten die westlichen Alliierten die deutsche Zivilbevölke-
rung und die Kriegsgefangenen in Deutschland informieren, zudem
sollte der Rundfunk als Erziehungs- und Unterhaltungsinstrument zur
Umerziehung zur Demokratie beitragen.
In der sowjetisch besetzten Zone entwickelte sich ein zentralistisches
Rundfunksystem mit Schwerpunkt in Berlin. Eine erste Sendung gab
es bereits am 13. Mai 1945 in Berlin. Es entstanden im sowjetischen
Sektor Berlins der Berliner Rundfunk (Radio Berlin) sowie die Sender
Potsdam und Schwerin, diese bildeten später das Norddeutsche Sen-
24 Unter dem Namen RIAS seit 4. September 1946, davor ab 7. Februar
1946 unter dem Namen DIAS Drahtfunk im amerikanischen Sektor; vgl.
Fischer, E. Kurt: Dokumente zur Geschichte des deutschen Rundfunks
und Fernsehens, Göttingen 1957, S. 38.
25 Vgl. Riedel, Heide: 60 Jahre Radio - Von der Rarität zum Massenmedium,
Berlin 1983, S. 76 und Dahl, Peter: Radio. Sozialgeschichte des Rund-
funks für Sender und Empfänger, Reinbek 1983, S. 208.
14
desystem. In Leipzig, Dresden und Weimar entstand der Mitteldeut-
sche Rundfunk. Alle Sender gehörten ab 1952 zum „Staatlichen Rund-
funkkomitee“, ein Organ des Ministerrats26, das unter anderem die
Programmplanung, Programmgestaltung sowie die Außenvertretung
des Rundfunks der DDR zur Aufgabe hatte.27
2.1.2 Von Sendern der Militärregierungen zu öffentlich-
rechtlichen Landesrundfunkanstalten
Für die Übergabe der westlichen Rundfunksender in deutsche Verwal-
tung, die ab 1948 erfolgte, war gefordert, dass der Rundfunk weder
vom Staat noch von privaten Trägern übernommen werde.28 Man
wählte als Organisationsform Anstalten des öffentlichen Rechts. Die
Organisationsstruktur der Rundfunkanstalten wurde von den Alliierten
zusammen mit deutschen Politikern erarbeitet: Die Post verlor den
technischen und wirtschaftlichen Einfluss, denn die Sendeanlagen soll-
ten zukünftig den Anstalten gehören. In den Kontrollgremien der An-
stalten sollten die Interessen der Bevölkerung Berücksichtigung finden,
daher wurden neben Politikern auch Vertreter von gesellschaftlichen
Gruppen Mitglieder.29
Ab 1948 gaben die westlichen Besatzungsmächte die Rundfunk-
anstalten als Sender öffentlichen Rechts in deutsche Hände.30 Als er-
ste Rundfunkanstalt erhielt der NWDR am 1. Januar 1948 von der bri-
tischen Besatzungsmacht die Unabhängigkeit.31 Es folgten 1948 der
Bayerische Rundfunk (BR) in München, der Hessische Rundfunk (HR)
26 Vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Rundfunkpolitik in der Bundesrepublik, S. 19,
und Brack, Hans: Organisation und wirtschaftliche Grundlagen des Hör-
funks und des Fernsehens in Deutschland, München 1968 (= Schriftenrei-
he des Instituts für Rundfunkrecht an der Universität zu Köln, Band 2), S.
11.
27 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten. Materialien zum Verständnis eines Mediums, Berlin 1997,
S. 420.
28 Vgl. Flottau, Heiko: Hörfunk und Fernsehen heute, München 1978, S. 26.
29 Vgl. Kapust, Wolfgang: „Entwicklung des Rundfunks nach 1945“, in: Au-
fermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.): Fernsehen und Hör-
funk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in der Bundes-
republik Deutschland, Opladen 1979, S. 36.
30 Vgl. Fischer: Dokumente, S. 40ff.
31 Vgl. NDR (Hg.): NDR - Das Beste am Norden, Hamburg 1998 (Broschü-
re), o. S.
15
in Frankfurt, der Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden, dann 1949 Ra-
dio Bremen (RB) und der Süddeutsche Rundfunk (SDR) in Stuttgart.32
Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) wurde später in den Nord-
deutschen Rundfunk (NDR, Hamburg) und Westdeutschen Rundfunk
(WDR, Köln) sowie den Sender Freies Berlin (SFB, Berlin) geteilt: Zum
1. Juni 1954 schied der SFB aus dem NWDR aus, zum 1. Januar 1956
begannen der NDR und der WDR mit eigenen Hörfunksendungen.33
1952 wurde der Saarländische Rundfunk gegründet, der seit dem 1.
Januar 1957 eine Anstalt des öffentlichen Rechts ist.34
Die Rundfunkanstalten sind auch noch heute unabhängige und selbst-
ständige Anstalten, deren Träger formal die Länder sind. Anstalten des
öffentlichen Rechts stellen keine allgemeine Rechtsform dar, jede An-
stalt ist durch Gesetz oder Staatsvertrag errichtet worden, um eine
spezielle öffentliche Aufgabe außerhalb der unmittelbaren Staatsver-
waltung zu erfüllen.35 Als gemeinnützige Organisationen sind sie der
Allgemeinheit verpflichtet und somit unabhängig von Staat und priva-
ten Interessengruppen. Die Rundfunkanstalten organisieren sich durch
Rundfunkrat, Verwaltungsrat und Intendant: Der Rundfunkrat trifft
Grundsatzentscheidungen über die Arbeit der Anstalt sowie über die
personelle Spitze, in ihm sind Abgesandte der wichtigsten gesell-
schaftlichen Gruppen vertreten. Der Verwaltungsrat ist ein internes
Organ, das die wirtschaftliche Führung kontrolliert, der Intendant ist für
das Programm verantwortlich.36
32 Vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.) Portrait Bayerischer Rundfunk, München
1997 (Broschüre), S. 45, Hessischer Rundfunk (Hg.): Chronik. Rundfunk
in Hessen, Frankfurt/Main 1998 (Broschüre), o.S., Fischer: Dokumente, S.
40 und S. 265. Die genauen Daten der Übergabe widersprechen sich in
der Literatur vielfach. Ursache sind wahrscheinlich die unterschiedlichen
Ansätze der Autoren, wie z.B. Unterzeichnung der Gesetze, Inkrafttreten
der Gesetze, erste Sendungen unter deutscher Verwaltung etc.
33 Vgl. Westdeutscher Rundfunk (Hg.): Unternehmen WDR, Radio, Fernse-
hen und was dahintersteckt, Köln 1999 (Broschüre), S. 30 und ARD (Hg.):
Abc der ARD, Baden-Baden 1994, S. 84.
34 Vgl. Saarländischer Rundfunk (Hg.): Saarländischer Rundfunk. Zahlen,
Daten, Fakten, o.O. o.J. (Broschüre), o.S.
35 Vgl. Herbers, Heinz-Hermann, „Wirtschaftliche Grundlagen und Proble-
me“, in: Aufermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.): Fernse-
hen und Hörfunk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in
der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1979, S. 63.
36 Nur Radio Bremen hat anstatt eines Intendanten ein Direktorium. Die Or-
ganisationsstruktur ist in der Literatur vielfach dargestellt worden und soll
an dieser Stelle nicht näher erläutert werden. Details u.a. bei Kleinsteuber,
Hans J.: Rundfunkpolitik in der Bundesrepublik, S. 31ff. und ARD/ZDF-
16
2.1.3 Gründung der ARD
Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten schlossen sich
1950 zur „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkan-
stalten der Bundesrepublik Deutschland“ (ARD) zusammen.37 Zu den
Gründungsmitgliedern der ARD gehörten der Bayerische Rundfunk,
der Hessische Rundfunk, Radio Bremen, der Nordwestdeutsche Rund-
funk, der Süddeutsche Rundfunk und der Südwestfunk. Später ge-
gründete Landesrundfunkanstalten traten der ARD in den folgenden
Jahren bei.38
Allein wegen der unterschiedlichen Größe und Finanzkraft der Anstal-
ten erschien eine Zusammenarbeit wichtig. Ziele waren und sind heute
noch zum Beispiel eine Interessenvertretung gegenüber in- und aus-
ländischen Rundfunkorganisationen zu schaffen, Programme auszu-
tauschen und im Bereich der Technik zusammenzuarbeiten. Eine Auf-
gabe war und ist es, ein gemeinsames Fernsehprogramm auszustrah-
len.39
Im Laufe der Jahrzehnte vergrößerte sich das Angebot der Landes-
rundfunkanstalten. War zunächst nur die Ausstrahlung eines Pro-
gramms pro Rundfunkanstalt möglich, so änderte sich die Situation mit
Einführung der UKW-Technik Anfang der 50er Jahre40, nun konnten
mehrere Programme gesendet werden.41 Diese haben sich ständig
weiterentwickelt und verändert. Der sich wandelnde Zeitgeist spielt
dabei eine Rolle, die sich ändernden Zuhörerwünsche, die Auffassung
Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk wissen sollten, S.
76ff.
37 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Management,
S. 48; Gründung am 10. Juni 1950; vgl. www.gez.de, 21.09.1999.
38 Vgl. Bausch, Hans: Rundfunk in Deutschland, Bd. 1, 2, 3, München 1980
(Rundfunkpolitik nach 1945. Erster Teil: 1945-1962), S. 261. Der RIAS
Berlin hatte nur eine beratende Stimme.
39 Vgl. Kapust, Wolfgang: „Entwicklung des Rundfunks nach 1945“, in: Au-
fermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.): Fernsehen und Hör-
funk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in der Bundes-
republik Deutschland, Opladen 1979, S. 40.
40 UKW: Ultrakurzwelle, Radio-Frequenzbereich von 87,5 MHz bis 108,0
MHz für lokale/regionale Radio-Ausstrahlungen in Stereoqualität, guter
Empfang nur bei Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger; vgl.
www.mediendaten.de, 19.01.2000.
41 Vgl. Buggert, Christoph: „Kulturprogramme“, in: Arnold, Bernd-Peter und
Siegfried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjour-
nalismus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main
1991, S. 205.
17
vom Journalismus, aber auch die technischen Möglichkeiten. Redak-
tionelle Inhalte wie das literaturkritische Gespräch, das Autorenge-
spräch, die Kritik, die Glosse, die O-Ton-Reportage haben sich erst
nach und nach entwickelt.42 Beliebte Radiosendungen waren zum Bei-
spiel der „Internationale Frühschoppen“ seit 1951 beim NWDR und
Unterhaltungssendungen in den 50er Jahren, wie die „Funklotterie“,
später „Ja oder Nein“ aus Hamburg, das Quiz beim RIAS „Wer fragt -
gewinnt“ und „Spaß muß sein“.43 Auch Nachrichten aus aller Welt fan-
den immer mehr Berücksichtigung. 1953 errichtete die ARD das erste
Auslandskorrespondentenbüro in den USA.44
In den 50er Jahren war die Unterhaltungsmusik im Radio meist die
Musik der hauseigenen Klangkörper, die Verbreitung der anglo-
amerikanischen Pop-Musik entstand erst durch die Sender der alliier-
ten Streitkräfte.45
Weiterhin beeinflussten die neu aufkommenden Medien die Stellung
des Hörfunks. Das Fernsehen begann mit der Ausstrahlung46, die Zei-
tungs- und Zeitschriftenlandschaft wurde umfangreicher. Auch das
Angebot an Unterhaltungsmöglichkeiten, wie Kino, Theater, Musical,
Varieté, Museum, Konzert, erweiterte sich, was sich auf die Nutzung
von Radio und Hörfunk auswirkte. Zudem hatte die Verbreitung von
tragbaren Radiogeräten, die wachsende Zahl von Autoradios und die
Ausdehnung der Freizeit Einfluss auf das Medium Radio, es wandelte
sich vom Familienmedium zu einem Nebenbeimedium mit unterschied-
lichen Hörergruppen.47
42 Vgl. Hajo Steinert, Redakteur Deutschlandfunk, in: DeutschlandRadio
(Hg.): DeutschlandRadio. Einblicke, Köln 1999 (Broschüre), S. 64.
43 Vgl. Riedel, Heide: 60 Jahre Radio, S. 88ff.
44 Ebd., S. 91.
45 Vgl. Sommer, Heinz: „Musik im Radio“, in: Arnold, Bernd-Peter und Sieg-
fried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjournalis-
mus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991, S.
164.
46 Premiere am 25. Dezember 1952; vgl. Riedel, Heide: 60 Jahre Radio, S.
88; bundesweite Ausstrahlung ab 1. November 1954; vgl. www.gez.de,
21.09.1999.
47 Vgl. Geserick, Rolf: „Vom NWDR zum NDR. Der Hörfunk und seine Pro-
gramme 1948-1980“, in: Köhler, Wolfram (Hg.): Der NDR. Zwischen Pro-
gramm und Politik. Beiträge zu seiner Geschichte, Hannover 1991, S.
203.
18
2.1.4 Privater Hörfunk - Weg zum dualen Rundfunksystem
Von privater Seite aus gab es nach dem Zweiten Weltkrieg immer wie-
der Versuche, sich am Rundfunk zu beteiligen. Die Projekte scheiter-
ten zum Teil an technischen Bedingungen, d.h. Frequenzmangel, und
an medienpolitischen Differenzen.
Ein großer Teil der Zeitungsverleger in Deutschland versuchte seit den
50er Jahren die Einführung des lokalen Rundfunks zu verhindern, da
sie befürchteten, dass sie durch einen werbefinanzierten Lokalrund-
funk Einbußen an Werbegeldern haben würden, dass der private
Rundfunk ihnen Werbekunden wegnehmen würde. Im Gegensatz da-
zu forcierten einige größere Verlagshäuser Anstrengungen für die Ein-
führung eines Lokalrundfunks, sie wollten damit selbst in branchen-
verwandte Wirtschaftsbereiche investieren.48
Als Beginn des Privatrundfunks und damit als Beginn des dualen
Rundfunksystems in Deutschland wird der Start der Kabelpilotprojekte
für Fernsehen und Hörfunk 1984 angesehen.49
In diesen Projekten wurde getestet, ob Zuschauer und Zuhörer neue
Programme neben den bestehenden öffentlich-rechtlichen akzeptie-
ren, zudem sollten praktische Erfahrungen mit neuartigen Programm-
angeboten und Organisationsformen gemacht werden.50 Außerdem
wurde 1984 auf einer Funkverwaltungskonferenz in Genf ein neuer
Frequenzplan für den UKW-Bereich verabschiedet, der zu einer
Erweiterung des UKW-Bereiches führte und somit Sendemöglichkeiten
für private Programme schuf.51
Am 1. Januar 1984 startete das Kabelpilotprojekt Ludwigshafen, die
terrestrische Verbreitung erfolgte ab dem 29. Mai 1985. Das Kabelpi-
lotprojekt München begann am 1. April 1984 und war ab dem 30. April
48 Vgl. Prodoehl, Hans Gerd: „Organisationsprobleme des lokalen Rund-
funks. Das ´Zwei-Säulen-Modell´ im nordrhein-westfälischen Landesrund-
funkgesetz“, in: Media Perspektiven, 4/87, S. 229ff.
49 Kabelrundfunk ist die Verbreitung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen
über Breitbandkabelanlagen der Deutschen Bundespost Telekom.
50 Vgl. www.gez.de, 21.09.1999.
51 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 290.
19
1986 auf Sendung.52 Am 1. Juni 1985 folgte ein Projekt in Dortmund
und am 28. August 1995 eines in Berlin.
Noch bevor alle vier Kabelpilotprojekte den Betrieb aufnahmen, hat als
erstes Bundesland Niedersachsen im Mai 1984 ein Landesrundfunk-
gesetz verabschiedet, das privatwirtschaftlichen Rundfunk zuließ. Die
weiteren Bundesländer folgten.53 Am 3. April 1987 wurde der Staats-
vertrag zur Neuordnung des Rundfunkwesens abgeschlossen. Damit
war das Rundfunkmonopol der öffentlich-rechtlichen Anstalten beendet
und das duale Rundfunksystem geschaffen. Die öffentlich-rechtlichen
Anstalten erhielten eine Bestandsgarantie, es gab aber nun die Mög-
lichkeit für private Anbieter, ein über Werbeeinnahmen finanziertes
Rundfunkprogramm anzubieten.54
Der „Staatsvertrag für den Rundfunk im vereinten Deutschland“ von
1991 schuf die Voraussetzungen für die Einführung des privaten Hör-
funks in den neuen Bundesländern. Er wurde von Vertretern aller 16
Bundesländer unterzeichnet und trat am 1. Januar 1992 in Kraft. Diese
bundesweit geltende Rahmenordnung für das duale Rundfunksystem
in Deutschland enthält die Grundsatzregelungen für den öffentlich-
rechtlichen und den privaten Rundfunk. In den folgenden Jahren gab
es Änderungen zu diesem Gesetz, die letzte vom 26. August 1996 bis
11. September 1996.
Am 1. Juli 1986 startete mit Radio Schleswig-Holstein (RSH) das erste
private Rundfunkprogramm. In den jeweiligen Bundesländern wurden
Landesmedienanstalten zur Wahrnehmung der gesetzlichen Aufgaben
für die Zulassung und Kontrolle des privaten Rundfunks errichtet. Die
ersten privaten Hörfunkprogramme in den neuen Bundesländern gin-
gen 1992 auf Sendung.55 Die Einführung des dualen Rundfunksy-
52 Vgl. Bauer, Helmut G.: „Struktur des privaten Hörfunks in Deutschland“, in:
Ory, Stephan und Helmut G. Bauer: Hörfunk-Jahrbuch ´94, Berlin 1994, S.
12.
53 Vgl. www.gez.de, 21.09.1999.
54 Vgl. Schubert, Klaus und Nils Bandelow: „Das Landesrundfunkgesetz
Nordrhein-Westfalen und die Ruhrwelle Bochum“, in: Schäfer, Gudrun
(Hg.): Radio-Aktivität. Theorie und Praxis der Lokalradios in Nordrhein-
Westfalen, Münster 1997, S. 23f.
55 Vgl. Bauer, Helmut G.: „Struktur des privaten Hörfunks in Deutschland“, in:
Ory, Stephan und Helmut G. Bauer: Hörfunk-Jahrbuch ´94, Berlin 1994, S.
15.
20
stems hat zu einem größeren Angebot an Programmen geführt und
damit auch zu einem starken Wettbewerb um Hörer.56
2.2 Aktuelle Situation der öffentlich-rechtlichen Landes-
rundfunkanstalten
Heute existieren zehn öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalten.
Sie alle sind Mitglieder der ARD:
Bayerischer Rundfunk (BR), München
Radio Bremen (RB), Bremen
Hessischer Rundfunk (hr), Frankfurt am Main
Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg57
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Leipzig58
Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB), Potsdam59
Saarländischer Rundfunk (SR), Saarbrücken
Sender Freies Berlin (SFB), Berlin60
Südwestrundfunk (SWR), Stuttgart61
Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln
sowie die Anstalt des Bundesrechts:
Deutsche Welle, Köln/Berlin
und der von ARD und ZDF getragene Sender, als Körperschaft des
öffentlichen Rechts:
DeutschlandRadio, Berlin62.
56 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 18ff.
57 1991 trat Mecklenburg-Vorpommern dem NDR bei, am 17./18. Dezember
1991 wurde der neue Staatsvertrag über den NDR als Vier-Länder-
Anstalt, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-
Vorpommern unterzeichnet, er trat am 1. Januar 1992 in Kraft; vgl.
www.gez.de, 21.09.1999.
58 Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schlossen im August
1991 einen Vertrag zur Gründung des Mitteldeutschen Rundfunks; vgl.
www.gez.de, 21.09.1999.
59 Gegründet 1991; vgl. www.gez.de, 21.09.1999.
60 Der SFB wurde ab 1991 für ganz Berlin zuständig; vgl. www.gez.de, 21.
09.1999.
61 Der Südwestrundfunk entstand 1998 aus dem Zusammenschluss von
Südwestfunk (Baden-Baden) und Süddeutscher Rundfunk (Stuttgart).
21
2.2.1 Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender
Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender erreichen nahezu die
gesamte Bevölkerung.63 Ihre Aufgabe ist es, die Grundversorgung zu
gewährleisten. In einem Informationsblatt des Saarländischen Rund-
funks steht zum Begriff Grundversorgung:
„Der vom Bundesverfassungsgericht geprägte Begriff der
Grundversorgung beschreibt dabei weder eine Mindest- noch
eine Restversorgung. Grundversorgung wahrzunehmen bedeu-
tet, die Bevölkerung in der vollen Breite des klassischen Rund-
funkauftrags mit Informationen, Kultur, Bildung, Beratung und
Unterhaltung zu bedienen.“64
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll zur Meinungs- und politischen
Willensbildung beitragen, Unterhaltung und Informationen liefern und
seine kulturelle Verantwortung wahrnehmen. Laut Gesetz hat er einen
am Gemeinwohl orientierten gesamtgesellschaftlichen Programmauf-
trag. Im Gegensatz dazu ist das Ziel der privaten Programme, Gewin-
ne zu machen.
Was unter Rundfunk zu verstehen ist, steht im Rundfunkstaatsvertrag
vom 31. August 1991, in dem Regelungen für den öffentlich-
rechtlichen Rundfunk, aber auch für den privaten Rundfunk festgehal-
ten sind. In § 2 heißt es:
„Rundfunk ist die für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung
und Verbreitung von Darbietungen aller Art in Wort, in Ton und
in Bild unter Benutzung elektromagnetischer Schwingungen oh-
ne Verbindungsleitung oder längs oder mittels eines Leiters. Der
Begriff schließt Darbietungen ein, die verschlüsselt verbreitet
werden oder gegen besonderes Entgelt empfangbar sind.“65
In den einzelnen Ländern regeln die jeweiligen Landesrundfunkgeset-
ze die Rechte und Pflichten über Programmauftrag, Programmgrund-
62 DeutschlandRadio entstand aus dem Deutschlandfunk, dem RIAS und
dem Deutschlandsender Kultur. Näheres siehe unter 2.2.3.12.
63 Aus technischen Gründen gibt es wenige Gebiete, in kleinen Tälern oder
in den neuen Bundesländern, die durch ihre ungünstige Lage nicht oder
noch nicht terrestrisch erreicht werden; vgl. ARD (Hg.): Abc der ARD, Ba-
den-Baden 1994, S. 97.
64 Saarländischer Rundfunk (Hg.): Saarländischer Rundfunk. Zahlen, Daten,
Fakten, o.O. o.J. (Broschüre), o.S.
65 Rundfunkstaatsvertrag (RStV) vom 31. August 1991, in der Fassung des
Dritten Rundfunkänderungsstaatsvertrages vom 26. August 1996 bis 11.
September 1996, § 2 Begriffsbestimmungen.
22
sätze und Programmgestaltung.66 Sie sind auf das jeweilige Land be-
zogen, ähneln im Sinn den Inhalten des Rundfunkstaatsvertrages, so
zum Beispiel beim Hessischen Rundfunk:
„Aufgabe des Hessischen Rundfunks ist die Verbreitung von
Nachrichten und Darbietungen bildender, unterrichtender und
unterhaltender Art.“67
Ein anderes Beispiel: Im Staatsvertrag über den NDR unter § 5 Pro-
grammauftrag (1) steht:
„Der NDR hat den Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilneh-
merinnen einen objektiven und umfassenden Überblick über
das internationale, nationale und länderbezogene Geschehen in
allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“68
Im Bayerischen Rundfunkgesetz heißt es beispielsweise zum Pro-
grammauftrag:
„Die Sendungen des Bayerischen Rundfunks dienen der Bil-
dung, Unterrichtung und Unterhaltung. Sie sollen von demokra-
tischer Gesinnung, kulturellem Verantwortungsbewußtsein,
Menschlichkeit und Objektivität getragen sein und der Eigenart
Bayerns gerecht werden.“69
66 Die Landesrundfunkanstalten, die für mehrere Bundesländer senden, - der
NDR, MDR und SWR - verfügen über einen Staatsvertrag.
67 Gesetz über den Hessischen Rundfunk vom 2. Oktober 1948, Verände-
rungen des Gesetzes in 1962, 1980, 1988, 1991, 1993, II. Aufgaben § 2.
68 Staatsvertrag des NDR von 1991, § 5 (1). Der Staatsvertrag trat am 1.
März 1992 in Kraft.
69 Zitiert nach: Bayerischer Rundfunk (Hg.): Portrait Bayerischer Rundfunk,
München 1997 (Broschüre), S. 5.
23
2.2.2 Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender
Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten finanzieren sich in
erster Linie über Rundfunkgebühren, hinzu kommen Einnahmen durch
die Ausstrahlung von Rundfunkwerbung, die durch gesetzliche Rege-
lungen begrenzt ist, und sonstige Einnahmen. Der Sender Deutsch-
landRadio finanziert sich allein aus den Rundfunkgebühren, er strahlt
keine Werbesendungen aus, die Deutsche Welle wird aus Etatmitteln
des Bundes finanziert.70
Die Finanzierung für die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunk-
anstalten ist im Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten
Deutschland geregelt. Dort heißt es:
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich durch Rund-
funkgebühren, Einnahmen aus Rundfunkwerbung und sonsti-
gen Einnahmen; vorrangige Finanzierungsquelle ist die
Rundfunkgebühr.“71
Neben den öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten, die alle der
ARD angehören, finanziert sich auch das ZDF zu Teilen aus den
Rundfunkgebühren. Außerdem erhalten das DeutschlandRadio, die
Landesmedienanstalten, die Kommission zur Ermittlung des Finanz-
bedarfs (KEF) und der europäische Fernseh-Kulturkanal ARTE Anteile
aus den Rundfunkgebühren.72 Ein Teil der Rundfunkgebühren ist be-
stimmt für das werbefreie Fernsehprogramm Kinderkanal von
ARD/ZDF, für den Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix von
ARD/ZDF und für DAB (Digital Audio Broadcasting).
70 Vgl. ARD (Hg.): ARD Radio & TV 98/99, Frankfurt/Main 1998 (Broschüre),
o.S.
71 Rundfunkstaatsvertrag vom 31. August 1991, in der Fassung des Dritten
Rundfunkänderungsstaatsvertrages vom 26. August 1996 bis 11. Sep-
tember 1996, § 12 Finanzierung. Im Rundfunkstaatsvertrag stehen eben-
falls die Grundsätze des Finanzausgleiches. Demnach erhalten der Saar-
ländische Rundfunk, Radio Bremen und der Sender Freies Berlin Finanz-
ausgleiche von den größeren Anstalten, da die Einzugsbereiche der Lan-
desanstalten unterschiedlich groß sind; vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Rund-
funkpolitik in der Bundesrepublik, S. 36. Der Umfang der Finanzaus-
gleichsmasse und ihre Anpassung an die Rundfunkgebühr bestimmen
sich nach dem Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag; vgl. www.gez.de,
21.09.1999 und WDR (Hg.): WDR. Fernsehen und das liebe Geld, Köln,
1999 (Broschüre), S. 8.
72 Vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.): Für nur einen Pfennig... Fakten zur
Rundfunkfinanzierung, München 1997 (Broschüre), S. 7.
24
In 1997 erfolgte die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Landes-
rundfunkanstalten zu 83 Prozent aus Gebühren, zu 3,2 Prozent aus
Werbeeinnahmen und zu 13,8 Prozent aus sonstigen Einnahmen, zum
Beispiel Koproduktionen, Kofinanzierungen, Programmverwertungen,
Zinsen, Mieten, Pachten.73 In 1998 lagen die Einnahmen durch Rund-
funkgebühren bei 82 Prozent, 4,1 Prozent stammten aus der Werbung,
13,9 Prozent kamen von sonstigen Einnahmen.74
2.2.2.1 Rundfunkgebühr
Rundfunkgebühren gab es bereits seit den Anfängen des Radios ab
1923. Sie waren schon immer die Haupteinnahmequelle der Radio-
sender. Die Gebühren lagen von 1924 bis Ende 1969 bei 2,00 DM pro
Monat. Mit Beginn des Fernsehens wurde 1953 eine zusätzliche Ge-
bühr von 5,00 DM festgesetzt.75 Während der 50er und 60er Jahre
hatten die Anstalten kaum Finanzprobleme, weil die Zahl der Neuan-
meldungen immer zunahm. Erst mit weniger Zuwachs an Teilnehmern,
ansteigenden Programmzeiten und höherer Inflation wurden ab 1970
mehrere Gebührenerhöhungen erforderlich.76 Am 1. Januar 1970 war
die erste Gebührenerhöhung seit 1924: Für den Hörfunk von 2,00 DM
auf 2,50 DM und für das Fernsehen von 5,00 DM auf 6,00 DM.77
Für den Einzug der Gebühren war früher die Deutsche Bundespost
zuständig, seit dem 1. Januar 1976 übernimmt dieses die von ARD
und ZDF gegründete Gebühreneinzugszentrale (GEZ) mit Sitz in Köln.
Von 1970 an kam es durchschnittlich alle vier Jahre zu Erhöhungen
der Rundfunkgebühren. Gebühren für Radio und Fernsehen gab es
auch in der ehemaligen DDR, zuletzt betrugen sie 10,05 DDR-Mark im
Monat. Nach der Vereinigung wurde die Rundfunkgebühr in den neuen
Bundesländern allmählich auf das Niveau der alten Bundesländer an-
gehoben.78
73 Vgl. ARD (Hg.): ARD Radio & TV 98/99, Frankfurt/Main1998 (Broschüre),
o.S.
74 Vgl. ARD (Hg.): ARD Radio & TV 1999/2000, Frankfurt/Main 1999 (Bro-
schüre), o.S.
75 Vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Rundfunkpolitik in der Bundesrepublik, S. 35.
76 Ebd., S. 35f.
77 Vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.): Portrait Bayerischer Rundfunk, München
1997 (Broschüre), S. 46.
78 Vgl. WDR (Hg.): WDR. Radio, Fernsehen und das liebe Geld, Köln 1999
(Broschüre), S. 6.
25
Rundfunkgebühren muss jemand zahlen, wenn er ein Rundfunkem-
pfangsgerät bereithält, unabhängig von der Art, dem Umfang oder der
Anzahl der empfangbaren Programme.79 Im Jahre 1998 waren insge-
samt 38.227.546 Hörfunkgeräte und 34.048.433 Fernsehgeräte ange-
meldet, was Einnahmen in Höhe von 11.123.927.000 DM entspricht.80
Die Höhe der Rundfunkgebühren wird von den Ministerpräsidenten der
Länder im Staatsvertrag festgelegt, der dann von allen 16 Landtagen
ratifiziert werden muss. Vorher prüft die Kommission zur Ermittlung
des Finanzbedarfs (KEF) den Finanzbedarf der Rundfunkanstalten
und legt eine Gebührenempfehlung vor.81
Die Rundfunkgebühr besteht aus einer Grundgebühr und einer Fern-
sehgebühr. Seit dem 1. Januar 2001 beläuft sich die Grundgebühr auf
monatlich 10,40 DM, die bei der Anmeldung eines Radios zu entrich-
ten ist. Die Fernsehgebühr beträgt monatlich 31,58 DM. Bei der An-
meldung eines Fernsehers und eines Radios sind 31,58 DM zu zah-
len.82
Die Rundfunkgebühren lieferten und liefern immer wieder Grund zur
Diskussion. In der Presse wird den Rundfunkanstalten oft eine unse-
riöse Finanzverwaltung vorgeworfen. Die Landespolitiker übernehmen
öffentlich nur ungern die Verantwortung für Gebührenerhöhungen. Zu-
79 Vgl. Rundfunkgebührenstaatsvertrag vom 31. August 1991, in der Fas-
sung des Dritten Rundfunkänderungsstaatsvertrages vom 26. August
1996 bis 11. September 1996; § 1 Rundfunkempfangsgeräte, Rundfunk-
teilnehmer.
80 Vgl. GEZ (Hg.): GEZ Geschäftsbericht 1998, Köln 1999, S. 24ff. Die An-
zahl der angemeldeten Geräte schließt auf die Rundfunkteilnehmer im ju-
ristischen Sinne, sie ist nicht identisch mit der Anzahl der Hörer im sozio-
logischen Sinne, da pro Haushalt mehrere Hörer vorhanden sein können;
vgl. Lenz, Friedrich: Einführung in die Soziologie des Rundfunks, Emsdet-
ten 1952, S. 16.
81 Die KEF wurde 1975 gegründet. Sie überprüft regelmäßig den Finanzbe-
darf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ihre Aufgabe ist im Rundfunk-
staatsvertrag geregelt.
82 Familien, Ehepaare oder Alleinlebende müssen nur für ein Radio- und ein
Fernsehgerät Gebühren bezahlen, auch wenn im Haushalt mehrere Gerä-
te bereitstehen. Allerdings müssen Angehörige, die im selben Haushalt
wohnen und über ein eigenes Einkommen verfügen, ebenfalls Gebühren
zahlen. Außerdem müssen Rundfunkgeräte in Zweit- oder Ferienwohnun-
gen oder Wochenendhäusern und Wohnwagen extra bezahlt werden,
Ausnahme sind tragbare Rundfunkgeräte, die nur gelegentlich mitge-
nommen werden; vgl. WDR (Hg.): WDR: Radio, Fernsehen und das liebe
Geld, Köln 1999 (Broschüre), o.S. Dort auch weitere Bestimmungen zu
besonderen Fällen, wie Arbeitsplatz, Wohngemeinschaft, Autoradio, Ge-
bührenbefreiung; vgl. www.gez.de, 04.04.2001.
26
dem ist das Gebührenverfahren sehr kompliziert. Die Anstalten können
nur dann mit mehr Geld rechnen, wenn sie Verluste erwirtschaften.
Diese liefern jedoch wieder Grund zur Kritik. Regelmäßige Preiserhö-
hungen sind für die Landesrundfunkanstalten nur mit großem öffentli-
chen Aufwand durchzusetzen, wenngleich die Kosten privatwirtschaft-
licher Medienleistungen ohne Aufsehen erhöht werden.
27
2.2.2.2 Werbung
Erste Werbesendungen gab es bereits 192483, sie wurden zu Zeiten
der Nationalsozialisten ab 1936 verboten. Hörfunkwerbung wurde
nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ab 1948 ausgestrahlt. In der
Mehrzahl der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme wird derzeit Wer-
bung gesendet. Der Anteil der Werbung an der Sendezeit beträgt etwa
ein Prozent.84
Die Werbeinhalte und die Kennzeichnung von Werbung sind im Rund-
funkstaatsvertrag und zugeschnitten auf die einzelnen Länder in den
Landesrundfunkgesetzen festgelegt. So darf etwa Werbung nicht irre-
führen oder den Interessen der Verbraucher besonders Kindern und
Jugendlichen schaden, sie darf inhaltlich und redaktionell das Pro-
gramm nicht beeinflussen, sie muss klar als Werbung erkennbar sein.
Die sogenannte Schleichwerbung ist ebenso unzulässig wie Werbung
politischer, weltanschaulicher und religiöser Art.85
Mit Werbe-Spots soll das Interesse am Produkt eines Unternehmens
oder an einer Dienstleistung geweckt werden, der Produktnutzen und
das Alleinstellungsmerkmal eines Produkts (auch als USP bezeichnet,
unique selling proposition) dargestellt sowie Kaufanreize geschaffen
werden.86
Eine andere Form der Werbung im Radio ist das Sponsoring. Es wird
separat im Rundfunkstaatsvertrag behandelt:
„Sponsoring ist der Beitrag einer natürlichen oder juristischen
Person oder einer Personenvereinigung, die an Rundfunktätig-
keiten oder an der Produktion audiovisueller Werke nicht betei-
ligt ist, zur direkten oder indirekten Finanzierung einer Sendung,
um den Namen, die Marke, das Erscheinungsbild der Person,
ihre Tätigkeit oder ihre Leistungen zu fördern.“87
83 Vgl. Riedel, Heide: 60 Jahre Radio, S. 35.
84 Vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.): Für nur einen Pfennig... Fakten zur
Rundfunkfinanzierung, München 1997 (Broschüre), S. 9.
85 Vgl. Rundfunkstaatsvertrag vom 31. August 1991, in der Fassung des
Dritten Rundfunkänderungsstaatsvertrages vom 26. August 1996 bis 11.
September 1996, § 7.
86 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Management,
S. 129.
87 Rundfunkstaatsvertrag vom 31. August 1991, in der Fassung des Dritten
Rundfunkänderungsstaatsvertrages vom 26. August 1996 bis 11. Sep-
tember 1996, § 8. Zum Beispiel muss bei Sendungen, die teilweise oder
ganz gesponsert werden, zu Beginn und am Ende auf die Finanzierung
durch den Sponsor in vertretbarer Kürze deutlich hingewiesen werden. In-
28
Programmsponsoring ist eine Kommunikationsform, die es den Wer-
bekunden gestattet, eine spezielle Sendung zu präsentieren88. Dieses
garantiert hohe Aufmerksamkeit und ermöglicht dem Sponsor, einen
positiven Transfer zwischen der Sendung und der eigenen Marke her-
zustellen. Ziel des Sponsors ist es meist, eine höhere Bekanntheit zu
erreichen und das Image zu stärken bzw. zu verbessern.
Zur Durchführung von Werbesendungen haben die Anstalten der ARD
eigene selbstständige Werbegesellschaften als GmbHs gegründet, die
zu 100 Prozent der jeweiligen Anstalt gehören. Sie betreuen das Wer-
berahmenprogramm sowie die technische und kaufmännische Abwick-
lung der damit verbundenen Aufgaben. Die erworbenen Gewinne wer-
den an die Landesanstalten abgeführt. Die Landesanstalten selbst dür-
fen keine Gewinne erzielen.89 Schon 1954 entstand auf Grundlage des
ARD-Vertrages ein Zusammenschluss der Werbegesellschaften zur
„Arbeitsgemeinschaft Rundfunkwerbung“, der heutige Name lautet
„Arbeitsgemeinschaft der ARD-Werbegesellschaften“.90 Aufgabe die-
ser Arbeitsgemeinschaft ist es unter anderem, sich gegenseitig zu be-
raten und Erfahrungen auszutauschen.91
halt und Programmplatz einer gesponserten Sendung dürfen vom Spon-
sor nicht beeinflusst werden, Nachrichtensendungen und Sendungen zum
politischen Zeitgeschehen dürfen nicht gesponsert werden.
88 Beispiel: „Der Wetterbericht wird Ihnen präsentiert von ...“
89 Vgl. Kleinsteuber, Hans J.: Rundfunkpolitik in der Bundesrepublik, S. 37.
90 Vgl. Schulte Döinghaus, Uli: „50 Jahre Radiowerbung. Es war pure Geld-
not“, in: w & v, 49/99, S. 191.
91 Vgl. Herbers, Heinz-Hermann: „Wirtschaftliche Grundlagen und Proble-
me“, in: Aufermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.): Fernse-
hen und Hörfunk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in
der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1979, S. 77.
29
2.2.3 Kurze Darstellung der Radioprogramme der öffent-
lich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten
Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten betreiben in der
Regel jeweils vier bis fünf Hörfunkprogramme. Bei der Ausweisung der
Landesprogramme als einzelne Programme kommen einige sogar auf
sieben bis acht Hörfunkprogramme, die terrestrisch über UKW-
Frequenz zum Teil auch zusätzlich über Mittelwelle92 ausgestrahlt
werden. Sie sind zum Teil auch über Kabel oder über Satellit zu emp-
fangen. Hinzu kommen einzelne Programmprojekte über Satellit und
digitale Radio-Projekte. Insgesamt liefern die Landesrundfunkanstalten
etwa 50 Programme. Mit diesem Angebot soll die Bevölkerung mög-
lichst umfassend angesprochen werden. Die Programme unterschei-
den sich durch die Musikfarbe93, wie etwa Rock- und Popmusik, volk-
stümliche Musik, Schlager oder E-Musik, durch den Umfang an Infor-
mationen und Serviceangeboten sowie durch den Anteil von Wort und
Musik.
Die meisten Programme sind sogenannte Unterhaltungsprogramme,
die einen hohen Musikanteil unterschiedlichen Genres haben. Unter
Unterhaltungsprogramm ist in erster Linie ein Programm zu verstehen,
das die Hörer bei ihrem Tagesablauf begleitet, es lebt hauptsächlich
von der Musikauswahl. Der Wortanteil besteht meist aus Nachrichten
und kurzen Berichten. In diese Kategorie fallen zum Beispiel die Ju-
gendprogramme, mit Musik von Rock, Hip-hop, new beat bis Techno,
die auf ständige Interaktivität setzen, d.h. das ständige Auffordern zum
Anrufen, Meinung schreiben oder e-mailen, oder die Programme mit
Schlagern und volkstümlicher Musik.
Bei einigen Anstalten gibt es reine Informationsprogramme mit einem
überwiegenden oder ausschließlichen Wortanteil. Ein Informationspro-
gramm oder sogenanntes Wort-Programm liefert dem Hörer umfas-
sende Berichte, Reportagen und Nachrichten.
92 Frequenzbereich von 526,5 kHz bis 1606,6 kHz für nationale oder
regionale Radio-Ausstrahlungen in Mono-Qualität, störungsbehaftet; vgl.
www.mediendaten.de, 20.01.2000.
93 Der Begriff Musikfarbe steht für eine bestimmte musikalische Richtung,
die in dem jeweiligen Radioprogramm überwiegend vertreten ist. So gibt
es Programme, die nur Popmusik senden, nur volkstümliche Musik und
Schlager oder nur klassische Musik. Oft werden Radioprogramme vom
Hörer nach der Musikfarbe ausgewählt.
30
Darüber hinaus existieren auch Mischformen zwischen Unterhaltungs-
und Informationsprogramm, zum Beispiel Programme mit mehreren
Magazinsendungen und einem hohen Serviceanteil, sie liefern viele
Informationen, sind jedoch überwiegend von der Musik geprägt. Hier
ist die Musikfarbe meist unaufdringlich und einem Mehrheitsge-
schmack angepasst. Diese Programme liefern viel Unterhaltung, Ser-
vicesendungen, politische Berichte, Kommentare und Magazin-
Sendungen. Es sind Programme im Stil von „Pop, Service und Infor-
mation“, die an ein jüngeres oder junggebliebenes Publikum gerichtet
sind und kurze Berichte und Kommentare, Tipps und Informationen,
Pop-Musik, stündliche Nachrichten und Verkehrsmeldungen enthalten,
oder es sind regionale Programme, die viele Informationen speziell
aus der Region liefern.
Zudem gibt es Klassik-Programme oder Kultur-Programme. Die Musik-
farbe dieser Programme ist durch klassische Musik gekennzeichnet.
Diese Programme sind für Hörergruppen mit speziellen Interessen ge-
dacht, so werden zum Beispiel je nach Programm Hörspiele, Features
speziell aus dem kulturellen Bereich, Lesungen, Berichte zu Literatur,
Wissenschaft und Politik ausgestrahlt. Der Musikstil reicht von Sinfoni-
en, Kammermusik, Opern, Operetten bis Jazz. Diese Programme
wenden sich mit ihren intellektuell oft anspruchsvollen Wort- und Mu-
siksendungen an ein Publikum, das „prozentual zwar eine relativ kleine
Minderheit darstellt, aber auch einen Anspruch - im Sinne der Grund-
versorgung - hat, bedient zu werden“94.
Zwischen den Landesrundfunkanstalten gibt es verschiedene Arten
der Kooperation. Aufgrund dieser Zusammenarbeit entstehen zum Bei-
spiel die im Wechsel produzierten Nachtprogramme „ARD Pop-Nacht“,
„ARD Nachtkonzert“ und „ARD Nachtexpress“, die von fast allen
Sendern nachts ausgestrahlt werden.95
94 Dr. Wolfgang Neumann-Bechstein, in: ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing
(Hg.): ARD + ZDF Medienbox, Nr. 2, Dr. Wolfgang Neumann-Bechstein:
Die Programme. Die Sendungen, Stuttgart 1996, S. 12.
95 Vgl. ARD (Hg.): ARD Radio & TV 98/99, Franfurt/Main 1998 (Broschüre),
o.S.
31
2.2.3.1 Bayerischer Rundfunk (BR), München
Der Bayerische Rundfunk (BR) strahlt täglich fünf Radioprogramme
aus und versorgt damit 11 Millionen Einwohner in seinem Sendege-
biet. Sitz des BR ist München, darüber hinaus verfügt der Sender über
ein Studio in Franken, Regionalstudios in Mainfranken und Ostbayern,
ein Büro in Berlin sowie zahlreiche Korrespondentenbüros in Bayern.96
Bayern 1:
Melodiebetontes Begleitradio; Informationen aus Bayern, der Welt und
der Region; deutsche Schlager, internationale Oldies und Evergreens,
Instrumentalhits.
Bayern 2 Radio:
Informations-, Kultur- und Bildungsprogramm, Themen aus Kultur, Po-
litik, Wirtschaft und Soziales sowie modernes Leben; Programm zum
bewussten Zuhören, Hörspiele, Kinder- und Jugendsendungen, Schul-
funk.
Bayern 3:
Pop-Musik- und Informationsprogramm, mit Wettervorhersage und
Verkehrsservice; Unterhaltung und Spaß, aktuelle Musiktitel, HOT-AC-
Format97.
Bayern 4 Klassik:
Klassische Musik, Live-Übertragungen von Festivals, aus Opernhäu-
sern und Konzertsälen der ganzen Welt, Spartenprogramm.
B5 aktuell:
Informationsradio, aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte aus Poli-
tik, Wirtschaft, Börse, Sport und Kultur; Wetter, Verkehrshinweise.
96 Alle Informationen zum Bayerischen Rundfunk in diesem Unterpunkt aus
Broschüren des Bayerischen Rundfunks, u.a. BR (Hg.): Portrait Bayeri-
scher Rundfunk, München 1997 (Broschüre), Media-Daten des Bayeri-
schen Rundfunks 1999 und 2000, ARD (Hg.): ARD Radio & TV 98/99,
Frankfurt/Main 1998 (Broschüre), www.br-online.de, 30.04.1999, ARD
(Hg.): Abc der ARD, Baden-Baden 1994 sowie ARD (Hg.): ARD-Jahrbuch
´99, Hamburg 1999. Die Charakterisierung der einzelnen Programme für
den Bayerischen Rundfunk sowie für die Programme aller anderen Lan-
desrundfunkanstalten ist aus der Sicht der Sender dargestellt und be-
schreibt den Stand September bzw. Oktober 2000.
97 Zu Formaten siehe unter 2.3.
32
2.2.3.2 Hessischer Rundfunk (hr), Frankfurt am Main
Der Hessische Rundfunk verfügt über insgesamt acht Hörfunkpro-
gramme. Die „Plus-Programme“ werden erst seit Januar 1998 ausge-
strahlt. Sitz des HR ist Frankfurt am Main, darüber hinaus gibt es ein
Studio Südhessen in Bensheim, ein Studio Osthessen in Fulda sowie
die Studios Kassel, Rhein-Main Frankfurt, Mittelhessen Wetzlar, Wies-
baden und das Studio Berlin im ARD-Hauptstadtstudio. Im Sendege-
biet des Hessischen Rundfunks leben 5,6 Millionen Bundesbürger.98
hr 1:
Populäres Informations- und Unterhaltungsprogramm, Hintergrundbe-
richte und Analysen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und
Sport in Magazinform, Nachrichten, Wetter, Verkehrsservice.
hr 1 plus:
DAB-Projekt, über Satellit bzw. DAB zu empfangen; kompakte Infor-
mationssendungen, Überblick über die Ereignisse des Tages, Musik
ruhiger als hr 1, mehr Instrumentalmusik, Folk, Jazz, Chansons.
hr 2:
Klassische Musik und Sendungen aus allen Bereichen der Kultur,
Konzert- und Festivalbertragungen, Jazzkonzerte, Wortsendungen.
hr 2 plus: Klassik:
DAB-Projekt, über Satellit bzw. DAB zu empfangen, in den Stadtgebie-
ten von Wiesbaden und Kassel über UKW; das Ergänzungsprogramm
zur Kulturwelle hr 2, Wortsendungen von hr 2 werden nach und nach
durch Musik ersetzt.
hr 3:
Unterhaltendes Magazinprogramm, Nachrichten, Service, aktuelle In-
formationen über das Neueste in Hessen und aller Welt, internationale
Pop-Musik.
98 Alle Informationen aus Broschüren des Hessischen Rundfunks, u.a. Hes-
sischer Rundfunk (Hg.): hr. Der Hessische Rundfunk, Frankfurt/Main o.J.
(Broschüre), www.hr-online.de, 10.08.1999, ARD (Hg.): Abc der ARD, Ba-
den-Baden 1994 sowie ARD (Hg.): ARD-Jahrbuch ´99, Hamburg, 1999.
33
hr 4:
Unterhaltungs- und Musikprogramm mit regionalen Informationsteilen;
für mittlere und ältere Generation, Evergreens, aktuelle Schlager,
Filmmelodien.99
hr XXL:
DAB-Projekt, neue Jugendwelle für Hörer zwischen 14 und 23 Jahren,
Nachrichten, Berichte zu Konzerten und Bands im Studio, neue Platten
und News aus der Szene.100
hr skyline:
DAB-Projekt, über UKW und DAB zu empfangen: hr 4 plus-Programm
mit Berichterstattung über Wirtschaft, Verkehr und Life-Style mit
Schwerpunkt im Verkehrs- und Wirtschaftsraum Rhein-Main.
2.2.3.3 Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Leipzig
Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schlossen im
August 1991 einen Vertrag zur Gründung des Mitteldeutschen Rund-
funks. Der Sendebeginn der MDR-Programme war der 1. Januar
1992.101 Der MDR sendet sieben Hörfunkprogramme102 bzw. er sendet
fünf Programme, und davon wird ein Hörfunkkanal in drei „erste“ Lan-
deshörfunkprogramme mit Berichten aus den Regionen Sachsen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen auseinandergeschaltet. Im Sendege-
biet leben etwa 10 Millionen Einwohner. Sitz des MDR ist in Leipzig,
darüber hinaus gibt es die Landesfunkhäuser Sachsen in Dresden,
Sachsen-Anhalt in Magdeburg und Thüringen in Erfurt sowie mehrere
Regionalstudios und Korrespondenten in der Region.
MDR 1 Radio Sachsen:
Der Heimatsender, Nachrichten, Informationen aus der Region, Lan-
des- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Kultur, Service, Sport; für die
99 Wird regelmäßig auseinandergeschaltet in fünf Regionalprogramme:
Radio Bergstraße, Radio Frankfurt, Radio Fulda, Radio Kurhessen, Ra-
dio Lahn.
100 Über DAB, UKW und Satellit zu empfangen.
101 Vgl. www.gez.de, 21.09.1999; Die Historie des MDR reicht bis in die
20er Jahre zurück.
102 Alle, auch die folgenden Informationen zum MDR aus Broschüren des
MDR, ARD (Hg.): Abc der ARD, Baden-Baden 1994 sowie ARD (Hg.):
ARD-Jahrbuch ´99, Hamburg 1999.
34
mittlere und ältere Generation; Kernzielgruppe ab 30 Jahre; Schlager,
Oldies, Evergreens, Volksmusik.
MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt:
Der Heimatsender, Nachrichten, Service, Informationen aus der Regi-
on; Kernzielgruppe ab 30 Jahre; Schlager, Oldies, Evergreens,
Volksmusik.
MDR 1 Radio Thüringen:
Der Heimatsender, Nachrichten, Service, Regionales, Sport; Kernziel-
gruppe ab 30 Jahre; Schlager, Oldies, Volksmusik.
MDR Sputnik:
Jugendradio, Nachfolger des ostdeutschen Rock-Radios DT 64; Sati-
re, Nachrichten, politische Comedy, Spiel-Shows, Musikspecials, nur
über Satellit zu empfangen, keine Werbung.
MDR info:
Nachrichten alle 15 Minuten; Wetter, Verkehrsinformationen; Themen:
Politik, Wirtschaft, Börse, Regionales, Sport, Zeitgeschehen, Wissen-
schaft, Kultur, Service; Hintergrundinformationen, ohne Werbung und
Gewinnspiele, keine Musik.
MDR Kultur:
Wortbeiträge, Magazine, Hörspiele, Features, Lesungen, Wunschkon-
zerte, Rätselsendungen, Kinderfunk, Übertragungen von Konzerten;
Klassische Musik, auch Operette, Musical, Volksmusik, Jazz, Folk;
keine Werbung.
Jump FM:
Programm für die 20 bis 40jährigen, Pop-Musik und aktuelle Hits der
90er Jahre im Hot AC-Format103.
2.2.3.4 Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg
Der NDR bietet acht Hörfunkprogramme bzw. fünf, von denen ein Pro-
gramm in vier „erste“ Landeshörfunkprogramme auseinandergeschal-
103 Zu Formaten siehe unter 2.3.
35
tet wird. Im Sendegebiet wohnen rund 13,3 Millionen Einwohner. Der
Sitz des NDR ist in Hamburg. In Hannover, Schwerin und Kiel gibt es
Landesfunkhäuser, hinzu kommen mehrere Studios und Korrespon-
dentenbüros.104
NDR 1 Hamburg-Welle 90,3:
Informatives Stadtradio, Nachrichten, Politik, Service, Oldie-Musik und
Waterkant-Kolorit.
NDR 1 Radio Niedersachsen:
Regionale Informationen zwischen Ems und Elbe, Nachrichten, Politik,
Service.
NDR 1 Welle Nord:
Regionalprogramm für Schleswig-Holstein, Nachrichten, Landespolitik,
Service.
NDR 1 Radio MV:
Regionalprogramm für Mecklenburg-Vorpommern mit populärer Musik,
Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur, Ratgebersendungen.
NDR 2:
Popwelle, Informationen und Service, verbraucherorientiert.
Radio 3:
Klassikwelle, früher NDR 3. Seit 3. Oktober 1997 unter Radio 3 für
NDR, ORB und den SFB, seit dem 1. Januar 2001 ohne den SFB.105
Anregend-unterhaltsames und anspruchsvoll-informatives Programm,
Hörspiele, Lesungen; zeitweise Auseinanderschaltung von NDR und
ORB/SFB.
NDR 4 Info:
Aktuelles Informationsangebot, regelmäßig Nachrichten, Informationen
aus Politik, Wirtschaft, Börse, Kultur, Bildung und Sport; am Wochen-
104 Informationen entnommen aus Informationsmaterial des NDR und
www.mvnet.de, 17.11.1999, ARD (Hg.): Abc der ARD, Baden-Baden
1994 sowie ARD (Hg.): ADR-Jahrbuch 99, Hamburg 1999.
105 Vgl. dazu auch: o.V.: „Krach zwischen SFB und ORB“, in: Neue Westfä-
lische, 28. Oktober 2000, o.S. und telefonische Bestätigung von der Öf-
fentlichkeitsarbeit des SFB am 29.12.2000.
36
ende auch Magazine und Hörspiele; tagsüber keine Musik, nur am
Abend mit Schwerpunkt Jazz und Folklore.106
N-Joy Radio:
Jugendwelle für Hörer unter 20 Jahre; Top-News aus aller Welt, Infos
über Umwelt, Politik, Schule und Ausbildung.
2.2.3.5 Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB), Pots-
dam
Der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg bietet zwei Landeshörfunk-
programme sowie vier weitere Programme in Zusammenarbeit mit
dem SFB bzw. NDR. Sitz der Landesrundfunkanstalt ist Potsdam, wei-
tere Studios sind in Cottbus, Frankfurt/Oder, Prenzlau, Perleberg so-
wie ein Büro in Berlin im ARD-Hauptstadtstudio. Im Sendegebiet des
ORB leben 2,6 Millionen Einwohner.107
Antenne Brandenburg:
Regionale Berichterstattung, internationale Pop-Musik und deutsche
Schlager.
Radio Eins:
Gemeinsames Programm von ORB und SFB mit Hintergrundinforma-
tionen, Talk und Service zu Kino, Theater, Medien, Mode, Literatur,
Sport und Politik.
Fritz:
Gemeinsames Jugendradio von ORB und SFB, produziert vom ORB,
Kommunikations- und Aktionsradio für Hörer zwischen 15 und 25 Jah-
ren mit News, Kino-, Öko-, High-Tech- und Sport-Themen für junge
Hörer.
106 Hinzu kommt NDR 4 - Spezial auf Mittelwelle und über Satellit, neben
dem normalen Programm werden Sondersendungen aus Politik und
Sport sowie Sendungen für Ausländer angeboten.
107 Informationen zum ORB aus ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.):
Was Sie über Rundfunk wissen sollten, S. 118 sowie ARD (Hg.): Abc der
ARD, Baden-Baden 1994.
37
InfoRadio:
Siehe SFB.
Radio 3:
Siehe NDR.
radio kultur:
Siehe SFB.
2.2.3.6 Radio Bremen (RB), Bremen
Für die etwa 800.000 Menschen im Stadtgebiet von Bremen und Bre-
merhaven bietet die öffentlich-rechtliche Landesanstalt Radio Bremen
vier Wellen. Sitz von Radio Bremen ist in Bremen, daneben gibt es ein
Studio in Bremerhaven und Bonn sowie ein Büro in Oldenburg und ein
Büro im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin.108
Hansawelle:
Populäre Musik, regionale Ereignisse.
Radio Bremen 2:
Kulturprogramm; Jazz, Klassik, Politik, Kultur, Hörspiele, Features.
Radio Bremen Melodie:
Schlagerradio; Familienprogramm, Regionalinformationen, Mundart-
sendungen.
Radio Bremen 4:
Popwelle, Jugendprogramm mit internationaler Rock- und Popmusik.
108 Informationen zu Radio Bremen aus ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing
(Hg.): Was Sie über Rundfunk wissen sollten, S. 118 und ARD (Hg.):
ADR-Jahrbuch 99, Hamburg 1999.
38
2.2.3.7 Saarländischer Rundfunk (SR), Saarbrücken
Der Saarländische Rundfunk bietet vier Hörfunkprogramme. Zusätzlich
gibt es das Radioprojekt UnserDing in Zusammenarbeit mit dem SWR.
Das Sendegebiet umfasst mehr als eine Million Einwohner.109 Sitz des
Saarländischen Rundfunks ist in Saarbrücken, das Funkhaus steht auf
dem Halberg in Saarbrücken, in der Stadt gibt es einen zusätzlichen
Zuschauer- und Hörer-Service. Daneben existieren ein Büro in Bonn
sowie eine Vertretung im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin.
Der Saarländische Rundfunk sieht sich als Mittler und Vermittler im
Dreiländereck Deutschland/Saarland, Luxemburg, Frankreich. Mit
grenzüberschreitender Programmarbeit, wie zum Beispiel mit dem Lu-
xemburger sozio-kulturellen Radio „honnert, 7“ und mit Veranstaltun-
gen, wie der Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenprei-
ses, wird diesem Anliegen Rechnung getragen.
SR 1 Europawelle:
Pop- und Servicewelle, viel Musik, Nachrichten, aktuelle Wetter- und
Verkehrsinformationen, Berichte aus der ganzen Welt.
SR 2 KulturRadio:
Informationen, Kommentare, Berichte aus der Welt und der Region,
Kultursendungen; Literatur, Hörspiel, klassische bis anspruchsvoll-
populäre Musik.
SR 3 Saarlandwelle:
Infos aus der Region für die Region, volkstümliche Musik, aktuelle
deutsche Schlager, Evergreens, Operette.
SR 4:
Morgens Ausländersendungen, sonst Übernahme der Sendungen von
SR 2 KulturRadio, montags bis samstags nachmittags bis in den spä-
ten Abend Sendungen des „Offenen Kanals“ (verantwortlich: Landes-
medienanstalt Saarland), Sonntagmittag Übernahme von „Rendezvous
109 Alle Informationen zum SR aus Broschüren des Saarländischen Rund-
funks, u.a. Saarländischer Rundfunk (Hg.): Saarländischer Rundfunk.
Zahlen, Daten, Fakten, o.O. o.J. (Broschüre) und www.sr-online.de,
08.08.2000, ARD (Hg.): Abc der ARD, Baden-Baden 1994 sowie ARD
(Hg.): ADR-Jahrbuch 99, Hamburg 1999.
39
in Deutschland“ vom Hessischen Rundfunk; unregelmäßig Übertra-
gungen aus dem Bundes- oder Landtag.
UnserDing:
Jugendradio des SR für Jugendliche; Teil von DasDing, Gemein-
schaftsprojekt von SR und SWR.110
2.2.3.8 Sender Freies Berlin (SFB), Berlin
Im Angebot des SFB sind sieben Hörfunkprogramme, die zum Teil in
Kooperation mit anderen öffentlich-rechtlichen Anstalten erstellt wer-
den. Als Gemeinschaftsprojekt von SFB und ORB startete am 3. Okto-
ber 1997 das Programm *radio kultur, bei dem der SFB die Federfüh-
rung übernimmt. In Kooperation mit dem ORB und dem NDR wird seit
dem 3. Oktober 1997 das Klassik- und Kulturprogramm RADIO 3 aus-
gestrahlt, aus dem sich der SFB seit dem 1. Januar 2001 wieder aus-
geklinkt hat. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit bei RADIO EINS,
beim Info-Radio und beim Jugendradio FRITZ zwischen ORB und
SFB.111 Sitz des Senders ist Berlin.
88Acht Berlin:
Aktuelle Informationen aus der Stadt, Themen des Tages, Kurzrepor-
tagen, Mischung aus deutschsprachigem Pop, Kultschlagern, Oldies,
aktuellen Hits aus den Charts.
SFB 4 MultiKulti:
Mehrsprachiges Programm (insgesamt 18 Sprachen) für ethnische
Bevölkerungsgruppen in Berlin.
InfoRadio (SFB/ORB):
Nachrichten, aktuelle Berichterstattung; Börsennachrichten, Kultur-
und Sportberichterstattung.
110 Siehe auch unter SWR DasDing.
111 Alle Informationen zum SFB aus Sender Freies Berlin (Hg.): SFB Jah-
resbericht 1997, Berlin 1998, S. 8, und FID Verlag GmbH: Kabel & Satel-
lit Spots Planungsdaten Hörfunk, Deutschland/Österreich/Schweiz, Bonn
1999, S. 223.
40
*radio kultur (SFB/ORB):
Magazinsendungen, Berichterstattung, Kultur, Politik, Feuilleton, Hör-
spiele, klassische Musik.
RADIO EINS (SFB/ORB):
Tagesbegleitprogramm, AC-Format112.
Fritz (ORB/SFB):
Siehe ORB.
2.2.3.9 Südwestrundfunk (SWR), Stuttgart
Der Südwestrundfunk (SWR) sendet seit dem 30. August 1998. Er
entstand als Fusion aus dem Süddeutschen Rundfunk (SDR), Stutt-
gart, und dem Südwestfunk (SWF), Baden-Baden. Sitz des SWR ist
Stuttgart, zum Sender gehören Funkhäuser in Baden-Baden und
Mainz sowie Landesstudios in Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Mann-
heim, Tübingen und Ulm, hinzu kommen Regional- und Korres-
pondentenbüros. Alle sechs Hörfunkprogramme des SWR sind in digi-
taler Tonqualität zu empfangen und werden auch über Satellit ausge-
strahlt. Es gibt ein DAB-Pilotprojekt und außerdem mit dem Jugend-
programm DasDing ein multimediales Radioprojekt.113
SWR 1 Baden-Württemberg:
Aktuelle Infowelle; Themen: Politik, Sport, Showbusiness, Börse, Ser-
vice, Comedy, Reportagen und Berichte über Ereignisse in Baden-
Württemberg und in aller Welt; Hits der letzten vier Jahrzehnte.
SWR 1 Rheinland-Pfalz:
Nachrichten, Hintergrundberichte aus aller Welt, Regionales; interna-
tionale Popmusik und Oldies.
SWR 2:
Kulturprogramm, Musik und Wortsendungen im Wechsel; politische
Informationen, Kulturberichterstattung, Reportagen aus dem Alltag,
112 Zu Formaten siehe unter 2.3.
113 Alle Informationen aus Broschüren des SWR u.a. SWF (Hg.): SWF Jah-
res- und Geschäftsbericht 1997, Baden-Baden 1998.
41
Hörspiele, Literatur; klassische Musik aber auch außereuropäische
Musik und Jazz; gemeinsamer Kulturkanal für Baden-Württemberg
und Rheinland-Pfalz, schaltet sich für bestimmte Sendungen ausein-
ander.114
SWR 3:
Rock und Pop, neueste Trends, aktuelle Informationen.
SWR 4 Baden-Württemberg:
Heimatliches Programm, Berichterstattung aus der Region bzw. Ba-
den-Württemberg, Schlager, Evergreens, Volksmusik.
SWR 4 Rheinland-Pfalz:
Heimatliches Programm, Berichte aus der Region; Schlager, Ever-
greens, Volksmusik.
DasDing:
Werbefreies Jugendradio, Audio- und Online-Angebot, Multimediapro-
jekt (via Internet, Digitalradio, Satellit und im Südwest-Fernsehen);
Zielgruppe 10 bis 19jährige.
2.2.3.10 Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Nordrhein-Westfalen bietet fünf
terrestrisch empfangbare Hörfunkprogramme, die auch über Satellit
oder Kabel europaweit zu empfangen sind. Hinzu kommt ein Pro-
gramm für die ausländische Bevölkerung und ein DAB-Programm. Im
Sendegebiet wohnen 16,7 Millionen Einwohner. Der WDR hat seinen
Sitz in Köln und unterhält daneben ein Funkhaus in Düsseldorf sowie
Regionalstudios in Aachen, Berlin, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen,
Köln, Münster, Siegen und Wuppertal und zusätzlich einige Büros.115
114 Vor dem Zusammenschluss von SWF und SDR gab es das von beiden
Anstalten getragene Programm S2 Kultur, ein Kulturkanal für Baden-
Württemberg und Rheinland-Pfalz.
115 Alle Informationen zum WDR aus www.wdr.de, 03.08.1999 und ARD
(Hg.): Abc der ARD, Baden-Baden 1994.
42
EinsLive:
Jugendprogramm, Interviews, Neuigkeiten aus der internationalen
Szene, Top-Hits.
WDR 2:
Beiträge zum Tagesgeschehen, Nachrichten und Verkehrsmeldungen,
Kurzberichte aus den Regionen von NRW, Pop-Musik.
WDR 3:
Kulturprogramm; klassische Musik, Kultur und Politik, zu geringem Teil
auch Features und Hörspiele.
WDR 4:
Populäre Welle, Informationen; Service, Evergreens, Schlager, Ope-
rettenmelodien, für mittlere und ältere Generation.
WDR Radio 5:
Politisches Kulturprogramm; vom Wort geprägtes Programm, Hinter-
grundinformationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft,
Wissenschaft; Schul- und Bildungsfunk, Hörspiele.
WDR Radio 5 Funkhaus Europa:
Kosmopolitisches Radio; für ausländische Bevölkerung in NRW, ge-
sendet wird auf Deutsch und in 15 weiteren Sprachen; Informationen
und Musik rund um die Uhr.116
WDR 2 Klassik:
DAB-Programm, über Satellit zu empfangen: Übernahme aller Wort-
beiträge von WDR 2, gemischt mit populärer, klassischer Musik, seit
Anfang 1999.
116 Noch nicht im gesamten Sendegebiet terrestrisch zu empfangen, jedoch
über Kabel und Satellit zu empfangen.
43
2.2.3.11 Deutsche Welle, Köln/Berlin
Die Deutsche Welle ist eine Anstalt des Bundesrechts und veranstaltet
Rundfunk für das Ausland, sowohl in deutscher Sprache als auch in
Fremdsprachen. Den Rundfunkteilnehmern im Ausland soll ein umfas-
sendes Bild des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in
Deutschland vermittelt und ihnen die deutschen Auffassungen zu wich-
tigen Fragen dargestellt und erläutert werden. Werbung und Sponso-
ring ist möglich. Die Deutsche Welle bietet Radioprogramme in 35
Sprachen mit einem Musikangebot von Klassik und Moderne, Jazz
und Schlager bis hin zu Rock und Pop, dazu ein Fernsehangebot auf
Deutsch, Englisch und Spanisch. Finanziert wird die Deutsche Welle
aus dem jährlichen Zuschuss des Bundes und aus sonstigen Einnah-
men. Die Deutsche Welle mit Sitz in Köln und Berlin verfügt über Stu-
dios in Brüssel, Moskau und Washington.117
In der Funktion als Sender für das Ausland gibt es die Deutsche Welle
seit 1953, als Bundesrundfunkanstalt strahlte die Deutsche Welle erst-
mals 1962 Sendungen aus.118
2.2.3.12 DeutschlandRadio, Berlin
Den Sender DeutschlandRadio gibt es seit 1994. Er ist der Nachfolge-
sender des seit 1962 sendenden Deutschlandfunks, des 1946 in Berlin
eingerichteten RIAS und des 1990 im Zuge der Abwicklung des Rund-
funks in der Deutschen Demokratischen Republik entstandenen
Deutschlandsenders Kultur. Nach der Wiedervereinigung waren die
Rechtsgrundlagen der drei Sender hinfällig geworden.119
117 Zur Historie: Ein überregionaler Rundfunkdienst, die Deutsche Welle
GmbH, sendete bereits ab Januar 1926 mit vielfältigem Programm, dar-
unter auch pädagogische Themen; vgl. Dahl, Peter: Radio. Sozialge-
schichte des Rundfunks, S. 43 ff. und Fischer, E. Kurt: Dokumente, S.
201.
118 Vgl. Kapust, Wolfgang: „Entwicklung des Rundfunks nach 1945“, in: Auf-
ermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.): Fernsehen und
Hörfunk für die Demokratie. Ein Handbuch über den Rundfunk in der
Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1979, S. 42f.
119 Vgl. Jenke, Manfred: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt sich dem
Wettbewerb“, in: Ory, Stephan und Helmut G. Bauer: Hörfunk-Jahrbuch
´94, Berlin 1994, S. 93.
44
DeutschlandRadio strahlt mit dem DeutschlandRadio Berlin und dem
Deutschlandfunk zwei Programme mit Schwerpunkt Information und
Kultur aus. Die beiden Programme können zum Teil über UKW emp-
fangen werden, ansonsten über Mittelwelle, Langwelle120 oder Satellit.
DeutschlandRadio hat ein Funkhaus in Köln und in Berlin und verfügt
darüber hinaus über zahlreiche Studios in den einzelnen Bundeslän-
dern. Der Sender hat den gesetzlichen Auftrag, zur Vollendung der
deutschen Einheit beizutragen und Vorurteile in Ost- und West-
Deutschland abzubauen.121 Der Sender wird getragen von ARD und
ZDF. Mit dem ZDF gibt es eine Verwaltungskooperation in den Berei-
chen Personal, Finanzen, Honorar und Lizenzen sowie Einkauf. Mit
der ARD werden Features und Hörspiele koproduziert. Deutschland-
Radio erhält 0,698 DM im Rahmen der Rundfunkgebühr von jedem
Gebührenzahler. In beiden Programmen wird keine Werbung ausge-
strahlt.122
Deutschlandfunk (Köln):
Bundesweites, service-orientiertes Programm mit Informationen aus
Politik, Wirtschaft und Kultur; Wortanteil von über 75 Prozent, europa-
weit über Satellit, keine Werbung.
DeutschlandRadio Berlin (Berlin):
Bundesweites, themenreiches Programm mit Schwerpunkt Kultur,
Wortsendungen, Features, Hörspiele, auch europaweit über Satellit
und Kurzwelle, z.T. über Langwelle zu hören, keine Werbung.
120 Frequenzbereich von 148,5 kHz bis 283,6 kHz für internationale Radio-
Ausstrahlungen in Sprachqualität, sehr störungsbehaftet; vgl.
www.mediendaten.de, 19.01.2000.
121 Alle Informationen zum DeutschlandRadio aus Informationsmaterialien
des DeutschlandRadios, 1998 und 1999, sowie www.dradio.de,
13.09.1999.
122 Zur Historie des Deutschlandfunks: Der seit 1962 sendende Deutsch-
landfunk wandte sich an Hörer in der Bundesrepublik Deutschland, im
europäischen Ausland und in der damaligen Deutschen Demokratischen
Republik. Er hatte den Auftrag, in Rundfunksendungen für Deutschland
und das europäische Ausland ein umfassendes Bild Deutschlands zu
vermitteln; vgl. Aufermann, Jörg, Wilfried Scharf und Otto Schlie (Hgg.):
Fernsehen und Hörfunk für die Demokratie, S. 44.
45
2.3 Aktuelle Situation des privaten Hörfunks
Derzeit gibt es in Deutschland etwa 250 private Sender. Die Struktur
der privaten Hörfunklandschaft wird in jedem Bundesland anders ge-
regelt. Somit hat sich die Situation in den einzelnen Ländern unter-
schiedlich entwickelt. Es wird in landesweite, regionale oder lokale Pri-
vatfunkprogramme in den einzelnen Ländern unterschieden. Hinzu
kommen nichtkommerzielle Radioprogramme oder Offene Kanäle.123
Je nach Region kann ein Hörer zwei bis drei private Radioprogramme
empfangen.
Die öffentlich-rechtlichen und die privaten Programme unterliegen im
dualen Rundfunksystem gemeinsamen gesetzlichen Rahmenbedin-
gungen. Sie sind im Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten
Deutschland festgelegt. Die privaten Sender sind eher als eine Zu-
satzversorgung zu sehen, sie dürften ohne die öffentlich-rechtlichen
Sender nicht existieren.124
Die privaten Sender haben mehrere Möglichkeiten der Finanzierung,
etwa durch Werbung, Entgelte, Spenden und Eigenmittel. In der Auf-
bauphase waren es hauptsächlich Eigenmittel, die als finanzielle Quel-
le dienten, seit Sendebeginn ist es die Werbung.125 Im Rundfunk-
staatsvertrag steht dazu:
„Private Veranstalter können ihre Rundfunkprogramme durch
Einnahmen aus Werbung, durch sonstige Einnahmen, insbe-
sondere durch Entgelte der Teilnehmer (Abonnements oder
Einzelentgelte), sowie aus eigenen Mitteln finanzieren. Eine Fi-
nanzierung privater Veranstalter aus der Rundfunkgebühr ist
unzulässig.“126
123 Offene Kanäle sind lokale oder regionale Rundfunkveranstalter, deren
Fernseh- oder Hörfunkprogramme aus Einzelbeiträgen von Bürgern be-
stehen und nicht von professionellen Mitarbeitern produziert werden; vgl.
ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): ARD + ZDF Medienbox, Nr. 1,
Peter Christian Hall: Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland. Dua-
ler Rundfunk: Ein neues System – und die Folgen, Stuttgart 1996, S. 47f.
124 ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): ARD + ZDF Medienbox, Nr. 1,
Peter Christian Hall: Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland. Dua-
ler Rundfunk: Ein neues System – und die Folgen, Stuttgart 1996, S. 31.
125 Vgl. Hoffmann-Riem, Wolfgang: „Das Finanzierungsdilemma lokalen
Hörfunks“, in: Schröder, Hermann-Dieter (Hg.): Finanzierung lokaler Hör-
funkprogramme, Baden-Baden/Hamburg 1990 (Symposien des Hans-
Bredow-Instituts 11), S. 19.
126 Rundfunkstaatsvertrag vom 31. August 1991, in der Fassung des Dritten
Rundfunkänderungsstaatsvertrags vom 26. August 1996 bis 11. Sep-
tember 1996, § 43.
46
Auch die Dauer der Werbung bei privaten Sendern ist geregelt. Sie
darf insgesamt 20 von Hundert, die der Spotwerbung 15 von Hundert
der täglichen Sendezeit nicht überschreiten.127
Anfang der 90er Jahre gab es einen raschen Zuwachs an privaten
Programmen, mit ihnen hat sich eine Vielzahl von Unternehmen am
privaten Hörfunk beteiligt. Die privaten Sender haben allerdings auch
mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen, so ist zum Beispiel in eini-
gen Gegenden die UKW-Frequenzausstattung schlecht, im engen
Frequenzbereich sind zu viele Sender, die technische Leistung ist da-
her nur unzureichend, einige Sender überlappen sich. Zudem kann der
Sendebetrieb auch durch Sender aus dem Ausland gestört werden.
Darüber hinaus ist die finanzielle Seite nicht problemlos: Viele regiona-
le oder lokale Sender erreichen nicht die Werbeeinnahmen, die not-
wendig wären. Dies hat zuweilen zur Kapitulation einiger Sender ge-
führt. Besser geht es den landesweiten Sendern, die wegen ihrer gro-
ßen Reichweite ganz andere Akzeptanz beim Werbepublikum haben.
Bei einigen Sendern fehlt es zudem an finanziellen Ressourcen und
ausreichend qualifizierten Mitarbeitern.128
Die privaten Radiosender sind von den in den jeweiligen Bundeslän-
dern existierenden Landesmedienanstalten an bestimmte Auflagen
gebunden, gerade was den Anteil an Wortsendungen und die regiona-
le Berichterstattung angeht. Die Programme sind fast ausschließlich
Unterhaltungsprogramme, die als Nebenbeimedien den Hörer durch
den Tag begleiten können. Ein inhaltlich breit angelegtes Programm
können die privaten Sender nicht bieten, da sie eine möglichst große
Hörerschaft ansprechen müssen. Hohe Reichweiten sind für sie not-
wendig, um Werbekunden zu gewinnen:
„Die Anbieter stehen deshalb vor der wirtschaftlichen Notwen-
digkeit, möglichst massenattraktive, unter dem Gesichtspunkt
der Maximierung der Zuschauer- und Hörerzahlen erfolgreiche
Programme zu möglichst niedrigen Kosten zu verbreiten. Sen-
dungen, die nur für eine geringere Zahl von Teilnehmern von In-
teresse sind und die oft - wie namentlich anspruchsvolle kultu-
127 Außerdem darf innerhalb eines Einstundenzeitraums die Dauer der
Spotwerbung 20 vom Hundert nicht überschreiten.
128 Vgl. Pintzke, Thomas: „Expansion und Verspartung: Zur Wettbewerbs-
strategie des öffentlich-rechtlichen Hörfunks im dualen System“, in: Ver-
band Privater Rundfunk und Telekommunikation (Hg.): Privater Hörfunk
in Deutschland. Zur Situation des dualen Rundfunksystems und den
Rahmenbedingungen des Wettbewerbs, Berlin 1996, S. 30ff.
47
relle Sendungen - einen hohen Kostenaufwand erfordern, wer-
den in der Regel zurücktreten, wenn nicht gänzlich fehlen.“129
Der Musikstil variiert je Programm und spricht unterschiedliche Alters-
gruppen an, am weitesten verbreitet ist jedoch ein Stil für die jüngere
bis mittlere Generation. Die meisten der privaten Hörfunkprogramme
sind Formatradios.
Bei dem aus den USA kommenden Formatradio, dessen Form bei pri-
vaten Radioprogrammen in Deutschland weit verbreitet ist, bestimmt
ein bestimmter Musikstil das Format eines Programms. Dazu werden
nach einem immer gleichmäßig ablaufenden Schema Nachrichten,
Werbung und Wortbeiträge gesendet. Die Tendenz geht zu wenigen
Informationen. Das Formatradio richtet sich an eine altersmäßig fest-
gelegte Hörerschaft. Seit Einführung des privaten Hörfunks in
Deutschland spezialisierten sich die einzelnen Radioprogramme im-
mer mehr, die gängigsten Formate sind Adult Contemporary (AC),
Contemporary Hitradio (CHR), Middle of the Road (MOR), Melodie,
Oldie, Album Oriented Rock (AOR).130 Als Beispiel: Adult Contempora-
ry (AC), die Kernzielgruppe sind 25 bis 49jährige mit hohem Einkom-
men, speziell weibliche Hörer werden von diesem Format angespro-
chen. Es gibt bei AC die Unterteilungen in Oldie based AC (Musikfar-
be: Titel aus den 60ern, 70ern, 80ern, ergänzt mit Recur-
rents/Aktuellem, z.B. Abba, Phil Collins), Current based AC (Schwer-
punkt aktuelle Titel und Recurrents, ergänzt mit Titeln aus den 70ern
und 80ern, z.B. Elton John, Whitney Houston, Mathias Reim), Soft AC
und Hot AC.
Mit der Wahl eines bestimmten Musikstils bzw. Programmstils versucht
man, bestimmte Zielgruppen anzusprechen und sich eine Nische im
Markt zu suchen.
„Ein Formatradioprogramm verfolgt das Ziel, im Hörfunkmarkt
auf der Grundlage von Marktfoschungsinformationen und einer
daraus entwickelten Marketingsstrategie ein unverwechselbares
Radioprogramm als Markenprodukt zu etablieren, das genau
auf die Bedürfnisse einer klar definierten Zielgruppe abgestimmt
ist.“131
129 Berg, Klaus: „Grundversorgung. Begriff und Bedeutung im Verhältnis von
öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk nach der neueren Recht-
sprechung des Bundesverfassungsgerichts“, in: Media Perspektiven,
5/1987, S. 268.
130 Vgl. www.radioszene.de, 06.09.1999.
131 www.radioszene.de, 06.09.1999.
48
Alle Aktivitäten des Senders werden konsequent auf die strategischen
Marketingvorgaben ausgerichtet und auf die Hörerakzeptanz überprüft.
Die Hörbedürfnisse der Zielgruppe sollen optimal befriedigt werden,
damit möglichst viele Hörer an das Programm gebunden werden kön-
nen. Die demnach als hoch erwarteten Einschaltquoten lassen sich gut
für Werbekunden einbringen.132
Von der Auswahl der Musiktitel könnten auch einigen öffentlich-
rechtlichen Programmen Formate zugeschrieben werden. Die weiteren
Programmteile und die Gestaltung des Konzeptes an sich mit weniger
geformten Sendungen sprechen jedoch gegen die Verwendung des
Begriffes Formatradio für öffentlich-rechtliche Programme.
132 Vgl. www.radioszene.de, 06.09.1999.
49
2.3.1 Landesmedienanstalten
In den einzelnen Bundesländern regeln die ab Ende der 80er Jahre
gegründeten Landesmedienanstalten, je nach Bundesland auch Lan-
desanstalten für Rundfunk genannt, die Lizenzerteilung für private Hör-
funk- und Fernseh-Sender und damit auch die Zuteilung von Frequen-
zen. Die Landesmedienanstalten sind Anstalten des öffentlichen
Rechts, sie beobachten und kontrollieren, informieren und beraten. Je
nach Bundesland übernehmen die Landesmedienanstalten weitere
Aufgaben, wie zum Beispiel die Förderung von Medienforschungspro-
jekten.
Die Zulassung erteilen die Landesmedienanstalten den privaten Sen-
dern für die Programmart, die Programmkategorie, die Programm-
dauer, das Programmschema, das Verbreitungsgebiet, die Verbrei-
tungsart und die Übertragungskapazität eines Programms.133
Es bestehen in den 16 Bundesländern insgesamt 15 Landesmedien-
anstalten (für die Bundesländer Berlin und Brandenburg ist eine ge-
meinsame Landesmedienanstalt zuständig). Diese sind134
Baden-Württemberg: Landesanstalt für Kommunikation (LfK) mit Sitz
in Stuttgart
Bayern: Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) mit Sitz in
München
Berlin/Brandenburg: Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) mit
Sitz in Berlin
Bremen: Bremische Landesmedienanstalt mit Sitz in Bremen
Hamburg: Hamburgische Anstalt für neue Medien (HAM) mit Sitz in
Hamburg
Hessen: Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) mit
Sitz in Kassel
Mecklenburg-Vorpommern: Landesrundfunkzentrale Mecklenburg-
Vorpommern (LRZ) mit Sitz in Schwerin
Niedersachsen: Niedersächsische Landesmedienanstalt für privaten
Rundfunk (NLM) mit Sitz in Hannover
Nordrhein-Westfalen: Landesanstalt für Rundfunk (LfR) mit Sitz in
Düsseldorf
133 Vgl. www.lfr.de, 27.07.1999.
134 Vgl. www.alm.de, 28.07.1999.
50
Rheinland-Pfalz: Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter
(LPR) mit Sitz in Ludwigshafen
Saarland: Landesmedienanstalt Saarland (LMS) mit Sitz in Saarbrük-
ken
Sachsen: Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue
Medien (SLM) mit Sitz in Dresden
Sachsen-Anhalt: Landesrundfunkausschuß für Sachsen-Anhalt (LRA)
mit Sitz in Halle
Schleswig-Holstein: Unabhängige Landesanstalt für das Rundfunk-
wesen (ULR) mit Sitz in Kiel
Thüringen: Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) mit Sitz in Arnstadt.
Zur Wahrnehmung der Aufgaben bei der Zulassung und Kontrolle so-
wie bei dem Aufbau und der Fortentwicklung des privaten Rundfunks
in Deutschland arbeiten die Landesmedienanstalten in derArbeits-
gemeinschaft für Landesmedienanstalten in der Bundesrepublik
Deutschland“ (ALM) in grundsätzlichen, länderübergreifenden Angele-
genheiten zusammen. Sie wollen unter anderem auch eine einheitliche
Rechtsauslegung gewährleisten. Die Aufgaben der ALM sind unter
anderem die Wahrnehmung der Interessen der Mitgliedsanstalten auf
dem Gebiet des Rundfunks auf internationaler Ebene, der Informati-
ons- und Meinungsaustausch mit Rundfunkveranstaltern, oder auch
die Behandlung gemeinsamer Fragen im Bereich der audiovisuellen
Medien, insbesondere Technik, Forschung und Finanzierung.135
135 Vgl. www.lfr.de, 27.07.1999 und www.alm.de, 28.07.1999. Zur Darstel-
lung der Gremien und Arbeitskreise im einzelnen vgl. www.alm.de,
28.07.1999.
51
2.3.2 Privater Hörfunk in den Ländern
Der private Rundfunk ist in den Bundesländern nach unterschiedlichen
Modellen organisiert.136
In Baden-Württemberg gibt es ein gemischtes System mit regionalen
und lokalen Sendern. Es existierten zunächst eine Vielzahl von sich
überlappenden Sendern. Meist waren mindestens vier unterschiedli-
che private Hörfunkprogramme empfangbar. Probleme bereitete der
enge Frequenzbereich, in dem die privaten Programme lagen, sowie
technische Störungen des Sendebetriebs auch aus dem Ausland.137
Die Hörfunklandschaft in Baden-Württemberg wurde nach einigen Jah-
ren Erfahrung mit einem breiten Lokalsenderangebot neu geordnet, da
die Finanzierbarkeit von zu vielen lokalen Sendern sich schwierig ge-
staltete. Die Zahl der Sender wurde reduziert, Mantelprogramm-
Zulieferer wurden erlaubt und das Frequenz-Splitting beseitigt.138
In Baden-Württemberg sind nun drei Bereichssender zugelassen: Ra-
dio Regenbogen (Mannheim), Antenne 1 (Stuttgart) und Radio 7
(Ulm). Hinzu kommen 15 Lokalsender. Außerdem senden 14 private
nichtkommerzielle lokale Hörfunksender. Hinzu kommen noch ein son-
stiger privater kommerzieller Sender im UKW-Bereich und zwei nicht
von der LfK lizensierte Radioprojekte.139
In Bayern besteht ein gemischtes System mit landesweiten und loka-
len Sendern. Neben dem landesweiten Privatsender Antenne Bayern
senden über 50 Lokalsender, von denen viele das Mantelprogramm
des reinen Programmzulieferes BLR (Dienstleistungsgesellschaft für
Bayerische Lokal-Radioprogramme mbH & Co.KG, München) über-
nehmen.
136 Die private Hörfunklandschaft ist sehr schnelllebig, gerade was die Li-
zenzierung von neuen Sendern betrifft. Daher kann an dieser Stelle nicht
auf Programme eingegangen werden, die zur Zeit beantragt sind oder
die nach Oktober 2000 eingerichtet wurden.
137 Vgl. Schurig, Christian: „Programmangebote zwischen Gesetz und Kom-
merz. Mediengesetzliche Vorgaben und Programmrealität“, in: Mast,
Claudia (Hg.): Rivalen im Äther: Radioprofile und Hörerwünsche in Ba-
den-Württemberg, Konstanz 1990, S. 40.
138 Vgl. Schulte Döinghaus, Uli: „50 Jahre Radiowerbung. Es war pure
Geldnot“, in: w & v, 49/99, S. 193.
139 Vgl. www.mediendaten.de, 03.01.2000.
52
Die private Hörfunklandschaft in Berlin und Brandenburg ist sehr
vielfältig. Auf UKW-Frequenzen und überwiegend auch im Berliner
Kabelnetz senden 16 Programme: berlin aktuell 93,6 (Nachrichten-
und Serviceradio, seit 1996), 94,8 Metropol Radio (Hot AC-Format,
seit 1999, für die türkische Bevölkerung), BB Radio (AC-Format, seit
1993), Berliner Rundfunk 91!4 (AC-Fortmat, seit 1992), Energy 103,4
(European Hit Radio, seit 1991), Hundert,6 – Das Berlin Radio (AC-
Format, seit 1987), Klassik Radio (Klassik-Programm, seit 1990, in
Berlin über UKW seit 1993). Jazz Radio 101,9 (Mainstream Jazz, seit
1995), 98,8 Kiss FM (Black Musik, HipHop, seit 1993), Power Radio 4
(AC-Format, seit 2000), Radio France International (französischspra-
chiges Hörfunkprogramm, seit 1995), 98 ZWO Radio Paradiso (Soft
AC, seit 1997), 94,3 r.s.2 (Hot AC-Format, seit 1992), 104,6 RTL- Ber-
lins Hit-Radio (Hot AC-Format, seit 1991), SPREERADIO 105,5 (Soft
AC, seit 1994), 87,9 STAR FM - Der Rocksender (Rock, seit 1997).
Ausschließlich über Kabel zu empfangen sind außerdem: Radio Melo-
die (Volksmusik, seit 1991), r@adio.mp3 (seit 2000), RTL Radio – Die
größten Oldies (seit 1992) und JAM FM (Black Musik, seit 1994). Hin-
zu kommen englischsprachige Programme, Universitäts-Radios und
Internet-Radios. Weitere Programme auch auf Mittelwelle sind in Pla-
nung.140
In Bremen gibt es seit Juli 1999 ein landesweites Privatradio. „Wir von
Hier“ sendet auf UKW-Frequenzen im Großraum Bremen sowie in der
rund 70 Kilometer entfernten Stadt Bremerhaven und im Umland. Das
Musikformat ist Adult-Contemporary, die Zielgruppe sind die 30 bis
50jährigen.141 Daneben gibt es in Bremen Projekte von Offenen Kanä-
len. Ins Bundesland einstrahlende private Programme sind Hit-Radio
Antenne und Radio ffn.142
In Hamburg verfügen insgesamt sieben Hörfunksender über eigene
Zulassungen von der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM).
Es sind alster radio, Energy Hambug 97,1, FSK, Hamburger Lokalra-
dio, Klassik Radio, Fun Fun Radio 95,0 und Radio Hamburg. Hinzu
kommt der Offene Kanal. Insgesamt können in Hamburg terrestrisch
140 Vgl. www.mabb.de, 30.10.2000.
141 Vgl. www.ok-bremen.de, 18.11.1999.
142 Vgl. Kemmerer, Thomas: „Ganz private Töne“, in: kress report, Nr.
28/99, 16.07.1999, S. 17.
53
30 Hörfunkprogramme und über Kabel 35 Programme empfangen
werden.143
In Hessen sendet der landesweite private Sender FFH. Er ist seit 1989
hessenweit über Antenne und über Kabel zu empfangen. Mehrmals
täglich wird das Programm auseinandergeschaltet, aus sechs Regio-
nalstudios in Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Fulda und
Kassel kommen dann Informationen für die jeweiligen Regionen. Au-
ßerdem sendet Klassik Radio in einigen hessischen Städten über An-
tenne und ist im gesamten Bundesland über Satellit zu empfangen.
Weiterhin gibt es das Jugendradio Planet Radio, das in einigen hessi-
schen Städten terrestrisch, ansonsten über Satellit oder Kabel, zu
empfangen ist. Im Herbst 2000 hat Sky Radio eine Zulassung für eine
terrestrische Frequenz bekommen. Zudem sind in Hessen auch nicht-
kommerzieller lokaler Hörfunk in sieben Städten sowie Offene Kanäle
auf Sendung.
Die erste private Hörfunklizenz wurde 1985 in Niedersachsen an
radio ffn erteilt, das seit Ende 1986 landesweit auf Sendung ist. Der
zweite landesweite Hörfunksender ist seit 1989 Antenne
Niedersachsen, heute unter dem Namen Hit-Radio Antenne. 1999
erhielt Mega-Radio (Frankfurt) eine Lizenz auf Mittelwelle. Dazu haben
mehrere Offene Kanäle sowie nichtkommerzielle Lokalradios und
Veranstalter für Ladenfunk (Programme für Einzelhandelsgeschäfte)
Lizenzen erhalten. Zudem sind in Niedersachsen mehrere aus
anderen Bundesländern einstrahlende Sender zu hören.144
In Nordrhein-Westfalen nahm am 1. April 1990 mit Radio DU (Duis-
burg) der erste Lokalsender seine Tätigkeit auf. Er gehört wie die wei-
teren über 40 Lokalsender zum Rahmenprogrammanbieter radio NRW
mit Sitz in Oberhausen. radio NRW liefert ein 24-Stunden-Programm,
das die einzelnen Lokalsender für mehrere Stunden am Tag zuschal-
ten, zudem die Nachrichten zur vollen Stunde sowie um vier Minuten
vor der vollen Stunde landesweite Werbung. Zudem erstellt radio NRW
143 Vgl. www.ham-online.de, 16.11.1999 und FID Verlag GmbH: Kabel &
Satellit Spots Planungsdaten Hörfunk, Deutschland/Österreich/Schweiz,
Bonn 1999, S. 89.
144 Vgl. www.nlm.de, 17.11.1999 und www.antenne.com, 18.11.1999.
54
für alle Lokalsender verbindliche Musiklaufpläne für die einzelnen
Stunden des Tages.145
In Mecklenburg-Vorpommern sind drei landesweite private Radio-
sender zugelassen: Antenne MV sendet seit 1993 und liefert politi-
sche, wirtschaftliche, kulturelle und sportliche Informationen, die Ost-
seewelle ist seit 1995 auf Sendung im oldiebased soft AC-Format,
Zielgruppe sind die 30 bis 59jährigen, und zu empfangen ist Mega Ra-
dio, das seit 1999 für eine jugendliche Hörerschaft sendet.146 Hinzu
kommen Bürgerfunk und Offene Kanäle.
In Rheinland-Pfalz sind drei landesweite private Radioprogramme
über UKW auf Sendung: das Vollprogramm RPR Eins, das Sparten-
programm RPR zwei und Rockland Radio. Außerdem sendet das Lo-
kalfunkprogramm Radio Donnersberg. Über Satellit sind weitere priva-
te Programme zu empfangen, darunter Klassik Radio oder auch der
Berliner Sender JAM FM. Offene Kanäle gibt es in Rheinland-Pfalz
ebenfalls.
Radio Salü sendet seit 1989 landesweit im Saarland, ein Programm
im Hot AC-Format für die 18 bis 35jährigen, Europe 1, ein französi-
sches Programm, ist über Langwelle zu empfangen, JAM FM, das
Programm mit Black Musik für die 18 bis 35jährigen ist über Kabel und
Satellit zu empfangen und seit 1999 auch über UKW. Außerdem exi-
stiert im Saarland ein Offener Kanal.
In Schleswig-Holstein vergab die Unabhängige Landesanstalt für das
Rundfunkwesen (ULR) insgesamt sechs Lizenzen für Hörfunkpro-
gramme. Darunter vertreten sind drei Vollprogramme für die Zielgrup-
pen Jugendliche und junge Erwachsene, junge Erwachsene und mitt-
lere Generation sowie mittlere und ältere Generation: Radio Schles-
wig-Holstein, Radio Nora und Delta Radio. Daneben gibt es mit Power
612 ein speziell auf Jugendliche ausgerichtetes Programm. Ferner
sendet der private Klassiksender Klassik Radio in Schleswig Holstein
über Antenne. Neben diesen Programmen ist noch ein für den Einzel-
145 Vgl. Böhnke, Frank: „Interner Wettbewerb im Zwei-Säulen-Modell“, in:
Ory, Stephan und Helmut G. Bauer: Hörfunk-Jahrbuch ´94, Berlin 1994,
S. 68. Allein Antenne AC und Radio Aachen 100.1 übernehmen nicht
mehr das Rahmenprogramm von radio NRW; vgl. Kurp, Matthias: „Die
erste Dekade. Zehn Jahre NRW-Lokalfunk – eine Bilanz“, in: Landesan-
stalt für Rundfunk (Hg.): Newsletter Funk-Fenster, 2/00, S. 5.
146 Vgl. www.mvnet.de, 17.11.1999.
55
handel zu empfangenes Ladenfunk-Programm zugelassen, Radio
P.O.S. (Point of sale).147
In Sachsen-Anhalt gibt es vier kommerzielle private Radiosender. Hit-
Radio Antenne Sachsen-Anhalt sendet seit 1992 landesweit über
UKW (Musikfarbe: Oldies und Hits, Klassiker der 70er und 80er Jahre),
ebenfalls seit 1992 sendet radio SAW landesweit über UKW (Musik-
farbe: Hot-AC-Format). Seit 1995 ist Radioropa 2.6.1. über Langwelle
zu empfangen, ein Magazin-Programm mit Nachrichten und Wortbei-
trägen (Musikfarbe: populäre Hits der letzten Jahrzehnte). Für das
über Mittelwelle zu empfangene Programm Mega Radio Sachsen-
Anhalt, ein Programm mit jugendorientierter Musik und Informationen,
ist der Sendebeginn für 2000 geplant. Außerdem gibt es Offene Kanä-
le und nichtkommerzielles Radio in Sachsen-Anhalt.148
Das Bundesland Sachsen hat ein gemischtes System mit landeswei-
ten und lokalen Sendern. Landesweite Radiosender sind Radio PSR
und Hit-Radio Antenne Sachsen. Außerdem gibt es zwei lokale Stadt-
radioketten: Zum einen Dresden 103 Punkt 5, Leipzig 91 Punkt 3,
Chemnitz 102 Punkt 1, Lausitz 107 Punkt 6 und Zwickau 96 Punkt 2,
zum anderen Energy Leipzig, Energy Dresden, Energy Chemnitz und
Energy Zwickau. Es senden weiterhin oldie.fm, Elsterwelle oldie.fm
und Vogtland Radio. Das Programm Radio WSW für die Region
Weißwasser ist in Planung. Zudem gibt es nichtkommerzielle Pro-
gramme, Universitätsradio und Digitalradio.149
In Thüringen gibt es vier zugelassene private Radiosender: Antenne
Thüringen, Landeswelle Thüringen, TOP 40 und Star*Sat Radio.150
Antenne Thüringen war 1993 das erste, die Landeswelle Thüringen
1995 das zweite Privatradio in Thüringen. TOP 40 ist das erste private
Hörfunkprogramm in Thüringen, was über eine DAB-Frequenz verbrei-
tet wird. Star*Sat Radio ist ein bundesweit verbreitetes Satellitenradio
mit Sitz in Thüringen. Hinzu kommen Offene Kanäle und nichtkom-
merzieller Hörfunk.
147 Vgl. www.ulr.de, 17.11.1999.
148 Vgl. www.msa-online.de, 30.10.2000.
149 Vgl. www.slm-online.de, 30.10.2000.
150 Vgl. www.webcache.ibu.de, 07.02.2000.
56
2.4 Hörerforschung und Hörfunknutzung
2.4.1 Allgemeines zur Hörerforschung
Hörfunkforschung wurde, wenn auch zunächst in begrenztem Rah-
men, schon seit der Einführung des Mediums Hörfunk betrieben. Nach
1945 stand die Forschung wieder intensiver im Blickpunkt und erhielt
je nach Landesrundfunkanstalt mehr oder weniger Gewicht. Mit der
Bildung des dualen Rundfunksystems ist es für die Vielzahl der Hör-
funksender notwendig geworden, die jeweiligen Reichweiten und
Marktanteile der Programme zu erforschen, um in erster Linie Werbe-
kunden aussagekräftige Daten zu liefern. Dies führte zu einer intensi-
veren, wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Hörfunk in den
letzten 10 bis 15 Jahren.151
Die Gründe für Hörerforschungen richten sich nach unterschiedlichen
Motiven, wie etwa der höhere Bedarf an Programmnutzungsdaten, der
höhere Datenbedarf bei der Programmplanung, die Notwendigkeit von
Konkurrenzanalysen und auch rechtliche Gründe wie Datenerhebung
zur Einhaltung der Lizensierungsbedingungen. Jeder Auftraggeber
verfolgt eigene Interessen, was zu ganz unterschiedlichen Fragestel-
lungen von Studien führt.152
Die Hörer- oder auch Hörfunkforschung ist durch unterschiedliche For-
schungsinteressen und inhaltliche Schwerpunkte gekennzeichnet. Sie
hängt davon ab, wer die Studien in Auftrag gibt. Generell lassen sich
drei Bereiche unterscheiden:153
Zum einen sind Studien eigeninitiierte Studien der Sender. Sie dienen
in erster Linie dazu, die Positionierung am Markt zu bestimmen und
Informationen zur Programmplanung zu liefern. Diese Studien werden
151 Vgl. Gleich, Uli: „Hörfunkforschung in der Bundesrepublik. Methodischer
Überblick, Defizite und Perspektiven“, in: Media Perspektiven, 11/1995,
S. 554.
152 Vgl. Klingler, Walter und Christian Schröter: „Strukturanalysen von Ra-
dioprogrammen 1985 bis 1990. Eine Zwischenbilanz der Hörfunkfor-
schung im dualen System“, in: Bucher, Hans-Jürgen, Walter Klingler und
Christian Schröter (Hgg.): Radiotrends, Baden-Baden 1995, S. 54 und
67.
153 Vgl. Gleich: Hörfunkforschung, S. 554.
57
aus Wettbewerbsgründen meistens nicht veröffentlicht und stehen für
Sekundäranalysen nicht zur Verfügung.154
Zum anderen gibt es Studien, die von den Sendern in Auftrag gegeben
werden, sogenannte Auftragsstudien. Sie sollen Reichweiten und Nut-
zungsdaten ermitteln. Hierzu zählen zum Beispiel die Media-Analyse
und die Langzeitstudie Massenkommunikation. Diese Studien werden
regelmäßig veröffentlicht und liefern als Rahmen- und Vergleichsdaten
für weitere Forschungsinteressen.155
Die Landesmedienanstalten geben einen großen Teil der in diese Ka-
tegorie fallenden Studien in Auftrag, um zur Wahrnehmung ihrer Li-
zensierungs- und Kontrollfunktionen empirische Planungs- und Ent-
scheidungsgrundlagen zu haben. In diesen Studien geht es etwa um
die Entwicklung des privaten Radios in den einzelnen Ländern, die
Nutzung und Akzeptanz des Hörfunks und um Programmanalysen.156
Zum dritten resultieren Studien aus der akademischen Hörfunkfor-
schung. Diese Forschungsprojekte sind jedoch sehr gering, da das
Medium Fernsehen in der Medienforschung im Vordergrund steht und
allgemein die Finanzmittel knapp bemessen sind. Das führt auch zur
verstärkten Auftragsforschung, die mit inhaltlichen Einschränkungen
und Abhängigkeiten einhergeht.157
Studien zu Programmanalysen werden oft sehr kritisch betrachtet, ihre
Zuverlässigkeit und ihr Aussagewert werden angezweifelt, gerade
154 Ebd. und Breunig, Christian: „Programmforschung – Kontrolle ohne Kon-
sequenzen. Projekte der Landesmedienanstalten 1988 – 1994“, in: Me-
dia Perspektiven, 12/1994, S. 581. Zu diesen Studien zählen zum Bei-
spiel sogenannte Panels, regelmäßige Befragungen, bei denen die befrag-
ten Personen wechseln, die Kennzeichen der ausgewählten Personen
aber gleich bleiben. Diese Panels liefern langfristig vergleichbare, den Zeit-
verlauf gut abbildende Ergebnisse. Zu diesen Panels gehört zum Beispiel
der WDR-Radiotrend, ein internes Forschungspanel des WDR. - Auch gibt
es nichtrepräsentative Umfragen der einzelnen Sender, zum Beispiel ver-
schickt der SFB (Stand: Frühjahr 2000) mit seinem Informationsmaterial
an Interessierte eine Antwortkarte, auf der einige Fragen stehen, wie: Zu
welcher Zeit hören Sie 88,Acht? Was gefällt ihnen an 88,Acht beson-
ders? Gefragt wird nach Anregungen, Tipps oder Musikwünschen, Lieb-
lingsmoderatoren, Anschrift mit Altersangabe, Ort mit Stadtbezirk. Als
Anreiz, diese Karte zurückzuschicken, verlost der SFB 888 Überra-
schungspakete unter den Einsendern pro Monat.
155 Vgl. Gleich: Hörfunkforschung, S. 554.
156 Ebd.
157 Ebd., S. 555.
58
wenn die beiden Seiten privater und öffentlich-rechtlicher Hörfunk an-
gesprochen sind:
„Die Auseinandersetzungen über die wissenschaftliche Qualität
von Programmanalysen hat mitunter dazu geführt, dass Studien
mit Gegenstudien bzw. -gutachten beantwortet werden, wenn
sie den Interessen einer Partei zuwiderlaufen.“158
Probleme ergeben sich außerdem bei oftmals wertenden Aussagen zu
Inhaltsanalysen und Programmanalysen, etwa wenn die Häufigkeit
und Länge von Wort- und Musikbeiträgen allein eine bestimmte Ein-
stellung aufzeigen sollen.159 Auch beziehen sich Programmanalysen
oft nur auf einige wenige Programme, die Ergebnisse werden dann
jedoch leicht ohne Grundlage generalisiert. Zudem ist es schwer, Er-
gebnisse verschiedener Forschungen zu vergleichen, da gemeinsame
inhaltsanalytische Standards fehlen. Auch ist es schwierig, quantitative
Bestimmungen von Programmelementen zu Aussagen über die Pro-
grammqualität heranzuziehen. Häufig wird das Wort-Musik-Verhältnis
mit einer Informationsleistung gleichgesetzt, es ist bisher der Zusam-
menhang zwischen diesen Merkmalen nicht geklärt.160 Notwendig sind
zudem Wirkungsstudien, die Aussagen über die Effekte eines Pro-
grammangebots liefern.161
Außerdem wird der rezipientenorientierte Ansatz vernachlässigt:
„Während für die Erhebung von Nutzungsdaten ein erheblicher
Aufwand betrieben wird, sind Studien, die den Rezipienten stär-
ker in den Vordergrund des Interesses rücken, eher selten. [...]
Empirische Untersuchungen zu den Bedürfnissen und Motiven
der Zuhörer, den Funktionen und Gratifikationen des Radios
sowie den Wirkungen von Hörfunkkonsum sind selten.“162
Studien zur Rundfunknutzung vergeben die Rundfunkanstalten meist
ausschließlich als Auftragsforschung an kommerzielle Institute. Es ist
auch nicht primär die Aufgabe öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten,
Forschung zu betreiben, sondern sie wollen diese Studien zur Optimie-
rung ihres Programmauftrags heranziehen.163
158 Ebd., S. 556.
159 Ebd.
160 Ebd.
161 Ebd., S. 557.
162 Ebd., S. 558.
163 Vgl. Drengberg, Joachim: „Programm und Publikum. Aspekte zur Hörer-
und Zuschauerforschung“, in: Köhler, Wolfram (Hg.): Der NDR. Zwi-
schen Programm und Politik. Beiträge zu seiner Geschichte, Hannover
1991, S. 402.
59
Es gibt sowohl quantitative als auch qualitative Forschungsstudien
zum Thema Hörfunk. Bei der quantitativen Hörerforschung geht es um
Zahlen, um Größenangaben. Es wird beispielsweise den Fragen
nachgegangen, wer was wann hört. Dabei werden soziodemografische
Merkmale wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen ebenso
abgefragt wie gehörtes Programm oder Verweildauer. Demgegenüber
untersucht die qualitative Hörerforschung die Reaktionen oder Verhal-
tensweisen der Hörer, wie Intensität, Urteile, Kommentare, Wünsche.
Es geht um das wie und warum des Hörens, die Hörermeinungen und
damit die Wirkung des Rundfunks.164 Die qualitative Hörerforschung
liefert zum Beispiel durch Gruppendiskussionen oder Interviews Infor-
mationen zur Akzeptanz und zum Image eines Programms oder eines
Senders.165
Für den Erfolg eines Programms sind nicht nur Reichweiten aus-
schlaggebend, notwendig ist es, die Wünsche und Erwartungen der
Hörer zur erfassen und deren Motive für die Wahl und Nutzung eines
Mediums zu kennen.
„Das Image, das erkennbare Profil eines Radioprogrammes,
entscheidet im wesentlichen über die Zuwendung des Hörers.
Es steuert sein Auswahlverhalten bzw. Verweilen bei einem
bestimmten Programm und wird so zum ökonomischen
Erfolgsfaktor. Werbe- und Öffentlichkeitsmaßnahmen können
die Wahrnehmung von Medienprofilen unterstützen.“166
Gemeinsam ist der quantitativen und qualitativen Hörerforschung, dass
sie Informationen über die Hörfunknutzung und über das Verhältnis der
Hörer zu diesem Medium, über die Beziehung zwischen Programm und
Publikum, erhalten wollen:
„Die Beziehungen zwischen Hörer und Rundfunk zu aktivieren, zu
intensivieren und praktisch zu gestalten, ist die konkret gefaßte
Zielursache jeder Hörerforschung.“167
164 Vgl. Lenz, Friedrich: Einführung in die Soziologie des Rundfunks, S. 13.
165 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-
Management, S. 153.
166 Claudia Mast: „Radio - erfolgreiches Medium mit Handicap. Zum Thema
dieses Buches“, in: Mast, Claudia (Hg.): Rivalen im Äther: Radioprofile
und Hörerwünsche in Baden-Württemberg, Konstanz 1990, S. 13.
167 Friedrich Lenz: Einführung in die Soziologie des Rundfunks, S. 21.
60
2.4.2 Media-Analyse
Die Rundfunk-Studie, die fast alle Radioprogramme umfasst, ist die
Media-Analyse (MA).168 Sie liefert bundesweit vergleichbare quantitati-
ve Radionutzungsdaten und ist eine stichtagsmäßige Erhebung von
Reichweiten von Printmedien, Hörfunk und Fernsehen in Bezug zu de-
mografischen Größen, wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Berufs-
tätigkeit und Haushaltsnettoeinkommen.
Die Media-Analyse wird von der Arbeitsgemeinschaft MediaAnalyse
AG.MA, die 1972 aus der 1954 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Leser
Analyse AG.LA hervorgegangen ist, in Auftrag gegeben. Ihr gehören
Printmedien, Werbegesellschaften der öffentlich-rechtlichen Rundfunk-
anstalten, Werbungstreibende und Werbeagenturen sowie private Hör-
funkanbieter an. Die Media-Analyse Radio zeigt eine viertelstundenge-
naue Abbildung der Nutzung. Es ist eine Tagesablaufstudie, die Aus-
kunft über alle Hörfunkprogramme, nicht jedoch einzelne Sendungen,
gibt. Neben den Radiodaten ermittelt sie Informationen zu Zielgruppen
und Verhaltensbeschreibungen, zur Nutzung anderer Medien, Fragen
zum Freizeitverhalten sowie zur technischen Ausstattung der Haushal-
te.169 Sie gibt daher ein soziokulturelles Abbild der bundesdeutschen
Bevölkerung. Die Media-Analyse wird für Werbezwecke erhoben und
dient der Programmplanung der Sender:
„Die Media-Analyse ist [...] für die überwiegende Zahl der Hör-
funkplaner und Programmverantwortlichen die Leitwährung und
damit Grundlage für wichtige programmliche Entscheidungen so-
wie für die Vergabe von Werbebudgets. Nicht zuletzt ist die MA
Datenlieferant für die Gewinn- und Verlustrechnung von Hörfunk-
reichweiten und gibt damit direkt Auskunft darüber, wer in der
Gunst der Hörerschaft vorne liegt und wer nicht.“170
Die Media-Analyse fand bis einschließlich 1997 einmal im Jahr statt,
1998 halbjährlich. Eine halbjährliche Befragung war 1999 wegen des
Zusammenschlusses von SWF und SDR nicht möglich, im Jahr 2000
168 Informationen u.a. aus: NDR (Hg.): NDR – Das Beste im Norden, Ham-
burg 1998 (Broschüre), o.S. - Nicht alle Programme werden in der Me-
dia-Analyse registriert, nicht zum Beispiel Jazzradio in Berlin, weil die
Hörerschaft zu klein ist und nicht die Mindestzahl von 351 Nennungen
vorweisen kann; vgl. Meyer, Michael: „Radio als Ich-Kanal“, in: Landes-
anstalt für Rundfunk (Hg.): Newsletter Funk-Fenster, 5/99, S. 9.
169 Vgl. Keller, Michael und Walter Klingler: „Hörfunk behauptet sich im
Wettbewerb“, in: Media Perspektiven, 11/95, S. 522.
170 Ebd.
61
fand die Befragung einmal statt, ab 2001 ist sie zweimal im Jahr vor-
gesehen.171
Interviewt werden etwa 50.0000 Personen in ganz Deutschland.172
Grundgesamtheit ist die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in
Privathaushalten. Die Werte aus den Fallzahlen der Stichprobe wer-
den auf die Grundgesamtheit der Bevölkerung hochgerechnet. Seit
Herbst 1999 sind es nicht mehr Face-to-face-Interviews sondern tele-
fonische Interviews nach dem CATI-Verfahren (Computer Assisted
Telephone Interview).
Durchgeführt wird die MA von verschiedenen Instituten (Emnid Institut,
Bielefeld, GfK, Nürnberg, IFAK Institut, Taunusstein, Infratest, Mün-
chen, INRA, Mölln, IPSOS, Hamburg, Marplan, Offenbach am Main,
Media Markt Analysen, Frankfurt am Main), das Auswahlverfahren ist
eine Zufallsstichprobe.173
Die Media-Analyse Radio liefert genaue Informationen darüber, wer
zum Beispiel wie lange und zu welcher Zeit ein bestimmtes Programm
eingeschaltet hat. Diese Werte gibt es für die verschiedenen Zeiträu-
me. Zudem besteht die Möglichkeit, diese Werte nach Prozent und
nach Hochrechnung aufzuführen. Die Kriterien und die daraus abgelei-
teten Werte, die nach sozidemografischen Daten wie Alter, Schulbil-
dung, Einkommen aufgesplittet werden können, sind im wesentli-
chen:174
Hörer gestern:
Anteil der Personen an der gesamten Bevölkerung ab 14 Jahren, die
am Vortag der Befragung ein bestimmtes Programm gehört haben oh-
ne Rücksicht auf die Dauer des Hörens.
171 Dies erwähnte Dieter K. Müller, Geschäftsleiter Forschung der ARD
Werbung und Radio-Vorstand in der AG.MA (Arbeitsgemeinschaft Me-
dia-Analyse); vgl. Jacob, Elke: „Planer fordern bessere Funkdaten“, in:
Horizont, 26/99, Juli 1999, S. 33.
172 Beispiel: Bei der MA 99 lag die Fallzahl bei 51.162. Erhebungszeitraum
war 20. September 1998 bis 27. März 1999, die Daten wurden am 23.
Juni 1999 veröffentlicht.
173 Vgl. Bayerischer Rundfunk (Hg.): Media-Daten, o.O. o.J., o.S.
174 Erklärungen aus Media-Analyse Radio 1996.
62
Weitester Hörerkreis (WHK):
Anteil der Personen, die ein bestimmtes Programm innerhalb der letz-
ten 14 Tage an mindestens einem Tag gehört haben; erster grober
Indikator für die Attraktivität eines Programms.
Verweildauer:
Wert in Minuten, der angibt, wie lange ein Hörer eines Senders oder
Programms im Durchschnitt den betreffenden Sender oder das Pro-
gramm gehört hat (Summe der gehörten Viertelstunden geteilt durch
alle Hörer des Senders oder des Programms).
Hördauer:
Zeitaufwand in Minuten gerundet pro Kopf der Bevölkerung, der täglich
im Durchschnitt für das Hören eines bestimmten Programms aufge-
wendet wird (Summe der gehörten Viertelstunden geteilt durch die
Gesamtzahl der Befragten; durchschnittliche Hördauer bezogen auf
die Gesamtbevölkerung); Kennwert für die durchschnittliche Nut-
zungsdauer eines Mediums.
Marktanteil:
Prozentualer Anteil der Hördauer des Programms an der Hördauer
insgesamt (anteilige Nutzung aller in einer bestimmten Zeitspanne an-
gebotenen Rundfunkprogramme, sagt nichts über die tatsächliche Zahl
der Nutzer eines Rundfunkprogramms aus).
Reichweite:
Anteil der Personen in Prozent oder in Millionen, die insgesamt bzw. in
einer Zielgruppe von einem Medium erreicht werden.
Hörer pro Tag (HpT):
Nachträglich bestimmter Wahrscheinlichkeitswert: Errechnet wird die
Nettoreichweite aller Sendestunden eines Programms mit je einer Ein-
schaltung (Prozentsatz der Gesamtbevölkerung, der mindestens eine
Viertelstunde pro Tag Radio hört).
Hörerschaft pro Sendetag und Zeitabschnitt (HpZ):
Zählung aller Personen, die an einem durchschnittlichen Sendetag
während des angegebenen Zeitabschnittes (z.B. Stunde, Viertelstun-
de) das Programm gehört haben.
63
Hörer pro Stunde:
Aufgrund der Hörwahrscheinlichkeit rechnerisch ermittelte Nutzungs-
wahrscheinlichkeit für die durchschnittliche Sendestunde eines
Programms. Dieser Wert ist wichtig für den für Werbekunden
bedeutenden Wert Tausenderkontaktpreis (TKP; Werbekosten pro
eintausend Zielgruppeneinheiten: TKP = (Preis pro 30 Sekunden :
Hörer pro Stunde) x 1.000).
Die Daten der Media-Analyse sind jedoch nicht so umfassend, wie
vermutet werden könnte:
„Bis heute erreicht die Detailliertheit der Daten aller Radiopro-
gramme also der öffentlich-rechtlich wie privatwirtschaftlich ver-
antworteten, nicht jene der Fernsehdaten. Angesichts der über
300 Hörfunkprogramme wäre ein solches Vorhaben weder über
Werbeeinnahmen noch über Gebühren zu finanzieren.“175
Weitere Studien größeren Umfangs werden besonders in den Bundes-
ländern mit einer hohen Anzahl an lokalen oder regionalen Hörfunk-
sendern, wie in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg
durchgeführt. Diese zum Teil an die Media-Analyse angelehnten Stu-
dien sollen für die vielen lokalen und regionalen Sender aussagekräfti-
gere Daten ermitteln. In Nordrhein-Westfalen ist dies die Elektronische
Medien-Analyse (E.M.A.). Auftraggeber sind die Landesanstalt für
Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR), die Radio NRW GmbH und der
Verband der Betriebsgesellschaften in Nordrhein-Westfalen (BG-
Verband), bis 1998 war auch der WDR beteiligt, die Durchführung liegt
bei der GfK Medienforschung in Nürnberg. Diese Reichweitenuntersu-
chung liefert vergleichbare Ergebnisse über die Akzeptanz der Hör-
funkprogramme in Nordrhein-Westfalen.176
175 ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk wis-
sen sollten, S. 236.
176 Da es in NRW sehr viele lokale Sender gibt, können durch die E.M.A. mit
ihrem weiteren Kreis an Interviews ergänzende Daten zur Media-
Analyse bereitgestellt werden. Die E.M.A. wird nach den methodischen
Vorgaben der bundesweiten Media-Analyse durchgeführt, seit der
E.M.A. NRW 98/99 I (Februar 1998) nach der CATI-Methode (Computer
Assisted Telephone Interview). Aufgrund der Änderung der Methode
sind die Daten nach der CATI-Methode nicht direkt vergleichbar mit den
bisherigen Ergebnissen. Die Grundgesamtheit der Studie bildet wie bei
der MA die in NRW lebende deutschsprachige Wohnbevölkerung in Pri-
vathaushalten ab 14 Jahren (das entspricht 13,56 Millionen Personen);
vgl. Landesanstalt für Rundfunk (Hg.): E.M.A. NRW 1998/99I. Lokale
Reichweitenuntersuchung NRW. Zusammenfassung der Halbjahreser-
gebnisse, LfR-Materialien Band 24, Düsseldorf 1998, S. 3 und 8ff.
64
In Bayern gibt es als weitere Studie die Funkanalyse Bayern (FA):
Diese Analyse der Hörfunk- und Fernsehprogramme in Bayern wird
jährlich von der BLM bei Infratest Burke Kommunikationsforschung in
Auftrag gegeben. Die Medienbetriebsgesellschaften beteiligen sich
finanziell daran. Die Analyse liefert Daten über Reichweiten und
Marktanteile der einzelnen Programme. Grundlage sind Interviews von
etwa 20.000 Personen ab 14 Jahren. Bei der Funkanalyse Bayern
wird ebenfalls das CATI-Verfahren eingesetzt.177
Auch in Baden-Württemberg werden zusätzlich zur MA regionale
Funkanalysen durchgeführt. Im Jahre 1997 hat man sich beispielswei-
se dazu entschlossen, mit Zuschuss von weiteren finanziellen Mitteln
im Rahmen der MA die Interviewzahlen für Baden-Württemberg aufzu-
stocken, was 1997 auch für Hamburg vorgesehen war. In Baden-
Württemberg stieg hierdurch die Basisstichprobe von 3.200 Fällen auf
10.000 Fälle.178
177 Vgl. www.blm.de, 08.12.1999.
178 Vgl. Keller, Michael und Walter Klingler: „Media-Analyse 1997: Der Hör-
funk als Gewinner“, in: Media Perspektiven, 10/97, S. 526ff.
65
2.4.3 Allgemeine Radionutzungsdaten
Die Nutzung des Mediums Hörfunk hat in den letzten 20 Jahren
zugenommen, sowohl absolut als auch im Vergleich mit den Medien
Fernsehen und Tageszeitungen. Das Radio ist ein fester Bestandteil
im täglichen Leben, nicht zuletzt wegen seiner nicht an einen Ort
gebundenen Verfügbarkeit.179 Dabei steht es ständig in Konkurrenz zu
anderen Medien wie Zeitschriften, Zeitungen, Film, Hörfunk,
Fernsehen, aber auch dem Internet. Sie alle stehen in enger
Wechselwirkung zueinander und bedingen sich gegenseitig:
„Die Einführung jedes neuen Objekts verändert oder verdrängt die
etablierten Medien und zugleich auch ihre Bedeutung und Funkti-
on.“180
Das Medium Radio hat trotz wachsender Zahl an Print-Titeln und einem
breiten Angebot an Fernsehprogrammen nicht an Attraktivität verloren.
Der Hörfunk zeigt eine gute Stabilität im Umfeld der elektronischen Kon-
kurrenz.181
An einem durchschnittlichen Wochentag 1999 hörten 83 Prozent der
Bundesbürger ab 14 Jahren Radio. Dieser Wert, die Tagesreichweite,
schließt alle Hörer ein, egal wie lange sie hören. In Personen
ausgedrückt entspricht dies 52,18 Millionen Hörern. Die
Tagesreichweite ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich
gestiegen: Im Jahre 1968 lag sie bei 64 Prozent, im Jahre 1976 waren
es 76 Prozent.182 In der Media-Analyse 1987 lag sie bei 78 Prozent, in
der MA 1992, die erstmals Ost und West-Deutschland insgesamt
erfasst, bei 82 Prozent (siehe auch Tabelle).
Auch die Hördauer, der Zeitaufwand in Minuten gerundet pro Kopf der
Bevölkerung, der täglich im Durchschnitt für das Hören eines bestimm-
ten Programms aufgewendet wird, hat sich gesteigert. Sie lag 1976 bei
138 Minuten183, bei der MA 1987 bei 146 Minuten (siehe Tabelle).
179 Vgl. Franz, Gerhard und Walter Klingler: „Hörfunk zu Beginn der 90er
Jahre. Trends und Analysen“, in: Media Perspektiven, 8/91, S. 542.
180 Joachim Drengberg: Programm und Publikum, S. 402.
181 Vgl. Klingler, Walter und Jens Schaack: „MA 99: Hörfunk behauptet sich
in der Medienkonkurrenz“, in: Media Perspektiven, 10/99, S. 516.
182 Vgl. Franz, Gerhard und Walter Klingler: „Hörfunknutzung in West- und
Ostdeutschland. Ergebnisse der Media-Analyse 1992“, in: Media Per-
spektiven, 7/92, S. 447.
183 Ebd.
66
Ebenso gestiegen ist die Verweildauer. Dieser Wert nennt die Dauer
derjenigen, die wirklich Radio gehört haben. 214 Minuten betrug die
Verweildauer 1997, im Vergleich dazu lag sie bei der MA 1987 bei 188
Minuten (siehe auch Tabelle). Die Steigerung von Tagesreichweite und
Hördauer wurde in allen soziodemografischen Gruppen festgestellt.184
Hörfunknutzung 1987 bis 1999
Personen ab 14 Jahren (Mo – So, BRD)
Hörer gestern
(5-24 Uhr)
in Prozent
Hördauer
in Min. Verweildauer
in Min.
MA
87
78 146 188
MA 88 78 156 198
MA 89 79 154 197
MA 90 80 156 196
MA 91 81 162 199
MA 92 82 169 206
MA 93 82 169 206
MA 94 81 168 207
MA 95 80 167 209
MA 96 80 169 212
MA 97 83 177 214
MA 98/I 82 175 214
MA 98/II 82 172 211
MA 99 82 179 217
Aus: Klingler, Walter und Jens Schaack: „Hörfunk behauptet starke Position“,
in: Media Perspektiven, 11/98, S. 560, Quelle: MA 87 - MA 98II, und Klingler,
Walter und Jens Schaack: „MA 99: Hörfunk behauptet sich in der Medien-
konkurrenz“, in: Media Perspektiven, 10/99, S. 506ff.
184 Vgl. Keller, Michael und Walter Klingler: „Media-Analyse 1997: Der Hör-
funk als Gewinner“, in: Media Perspektiven, 10/97, S. 527.
67
Ob der leichte Einbruch bei der Hördauer und Verweildauer bei der MA
98/II reale Nutzungsveränderungen widerspiegelt oder durch die leicht
unterschiedlichen Erhebungszeiträume bedingt ist - eventuell ergibt sich
eine höhere Winternutzung in der MA 97 - läßt sich nicht feststellen.185
Eine andere Hörfunkstudie ist die Studie Massenkommunikation. Sie
zeigt den Umgang der Bundesbürger mit den Massenmedien
Fernsehen, Hörfunk und Zeitung sowie ihr Meinungsbild von den
Medien. Es werden nur Angebotstypen von Medien abgefragt, nicht
einzelne Programme. Die Studie wurde erstmals 1964 von den
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Auftrag gegeben. Sie ist
bisher bereits sieben Mal durchgeführt worden und spiegelt einen
Zeitraum von 30 Jahren wider. Auch diese Studie zeigt die steigende
Nutzung des Mediums Radio. Nach dieser Studie belief sich die
Verweildauer für das Radio 1964 auf durchschnittlich 2 Stunden und 11
Minuten, 1995 waren es schon 3 Stunden und 27 Minuten.186
Radio: Verweildauer
Jahr Verweildauer in
Stunden/Minuten
1964 2: 11
1970 1: 47
1974 2: 41
1980 3: 15
1985 3: 22
1990 3: 42
1995 3: 27
Nach: Kiefer, Marie-Luise: Massenkommunikation 1995, S. 234-248 sowie
Berichtigung der Zahlen in Media Perspektiven, 6/96, S. 357. – Zu 1990: Als
Erklärung für den hohen Wert wird der Golfkrieg angegeben.
185 Vgl. Klingler, Walter und Jens Schaack: „Hörfunk behautet starke Positi-
on“, in: Media Perspektiven, 11/98, S. 560.
186 Vgl. Kiefer, Marie-Luise: Massenkommunikation 1995. Ergebnisse der
siebten Welle der Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medien-
bewertung“, in: Media Perspektiven, 5/96, S. 357.
68
Im Tagesverlauf wird Radio am meisten morgens, mittags oder spät-
nachmittags gehört.187 Die Prime-Time, die Hauptsendezeit des Radi-
os, liegt morgens zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr.188 Der Zeitaufwand
für die Mediennutzung allgemein wird mehr, immer häufiger werden
mehrere Medien ergänzend zu verschiedenen Tageszeiten genutzt.189
Radio dient zur Informationsbeschaffung, Ablenkung und Entspannung.
Die Bedeutung des Radios ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen,
seine Funktion hat sich jedoch völlig geändert.190 Radio ist zu einem
Begleitmedium geworden:
„Der Begriff legt keine Wertung fest, da eine eindeutige Gewich-
tung von Haupt- und Nebentätigkeiten empirisch nicht zu ermitteln
ist. Er beinhaltet vielmehr das Element der beiläufigen wie auch
der intensiven Mediennutzung und stellt kein zweitrangiges
Merkmal der Mediennutzung dar, sondern ist Ausdruck einer im
Laufe der Jahre grundsätzlich veränderten Nutzungssituation.“191
Wenn das Radio eingeschaltet ist, widmet sich der Hörer anderen
Tätigkeiten wie Körperpflege (26 Minuten), Essen (45 Minuten),
Autofahren (69 Minuten) oder Hausarbeit (127 Minuten).192
Das Radioprogramm wird meistens nach der Musikfarbe gewählt,193
die Programmauswahl wird vom Gefühl gesteuert.194 So können je
nach Stimmungslage des Hörers die Präferenzen wechseln. Es gibt
aber auch andere Kriterien bei der Radioauswahl, weil auch reine
Wortprogramme, Informationsprogramme wie sie in den letzten Jahren
187 Vgl. Franz, Gerhard und Walter Klingler: Hörfunknutzung in West- und
Ostdeutschland, S. 442ff.
188 Vgl. ARD/ZDF Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): ARD + ZDF Medienbox,
Nr. 8, Ricky Matejka: Glossar, Chronik, Hinweise zu Radio- und Video-
beispielen, Stuttgart 1996, S. 20.
189 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 243.
190 Vgl. Arnold, Bernd-Peter: „Die Eigenarten des Mediums - Programmauf-
trag und Programmstrukturen“, in: Arnold, Bernd-Peter und Siegfried
Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjournalismus.
Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991, S. 133.
191 ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk wis-
sen sollten, S. 402.
192 Vgl. www.blm.de, 08.12.1999: Pressemitteilung: „Spezial 2: Faszination
Radio. Warum ist Radio das Medium mit der höchsten Bindungskraft?“
193 Vgl. Liepelt, Klaus, Wolfgang Neuber und Michael Schenk: Lokalradio in
Nordrhein-Westfalen. Analysen zur Mediennutzung, Opladen 1993 (=
Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nord-
rhein-Westfalen, 4), S. 34.
194 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-
Management, S. 55f.
69
entstanden sind, eingeschaltet werden. Einige Hörer sehen im Radio
gezielt ein Informationsmedium, das sie mit den wichtigsten Neuigkei-
ten aus aller Welt versorgt.
Die Vorteile des Hörfunks gegenüber anderen Medien sind seine
ständige Verfügbarkeit und die lange Tradition, die Nutzer sind vertraut
mit diesem Medium.195 Die Möglichkeit seiner mobilen Nutzung
verschafft dem Radio einen besonderen Stellenwert, es ist damit im
Gegensatz zum Fernsehen unabhängig von festen Antennen oder
Anschlüssen.196
Auch bei einem Vergleich mit anderen Medien kann das Radio
bestehen: In der MA 99 liegt die Reichweite des Fernsehens bei 84,7
Prozent, der Hörfunk erreicht 82,2 Prozent. Das Radio ist nach wie vor
dominanter als auditive Speichermedien: Kassetten und CDs werden am
meisten von der Altersgruppe der 14 bis 29jährigen genutzt, ihre
Tagesreichweite liegt jedoch nur bei 14 Prozent.197
Media-Analyse-Reichweite im Vergleich
Personen ab 14 Jahren (Mo – So, BRD)
MA 96 MA 97 MA 99
Tagesnettoreichweiten
(5.00-24.00 Uhr) in Prozent
Radio 79,8 82,5 82,2
Fernsehen 85,3 81,5 84,7
Schallplatten, Tonband,
Kassetten, CD 10,7 13,6 14,0
Video 3,2 3,8 3,8
PC-Nutzung - 3,4 5,1
195 Vgl. Keller, Michael und Walter Klingler: „Hörfunk behauptet sich im
Wettbewerb“, in: Media Perspektiven, 11/95, S. 523.
196 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 53.
197 Vgl. Klingler, Walter und Jens Schaack: „Hörfunk behautet starke
Position“, in: Media Perspektiven, 11/98, S. 565.
70
Nutzungsdauer in Min.
Radio 169 177 179
Fernsehen 179 168 182
Schallplatten, Tonband,
Kassetten, CD 14 17 18
Video 4 4 4
PC-Nutzung - 6 8
Aus: Keller, Michael und Walter Klingler: „Media-Analyse 1997: Der Hörfunk
als Gewinner“, in: Media Perspektiven, 10/98, S. 533; Quelle: MA 96 - MA 97
und Klingler, Walter und Jens Schaack: „MA 99: Hörfunk behauptet sich in
der Medienkonkurrenz“, in: Media Perspektiven, 10/99, S. 516.
Anfang der 90er Jahre - gut fünf Jahre nach dem Start der privaten
Programme - befanden sich die öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogram-
me noch klar in einer Führungsposition mit einem Marktanteil von 70
Prozent. Die privaten Radiosender konnten in den letzten Jahren ihre
Stellung jedoch stetig ausbauen. 1999 lag der Marktanteil der privaten
Radiosender im Bundesdurchschnitt bei 45 Prozent, 1995 waren es nur
40,1 Prozent.198
Marktanteile des Hörfunks nach Sendesystem
Personen ab 14 Jahren, in Prozent (Mo – So, BRD)
ARD-Hörfunk Privater Hörfunk
MA 92 70 29
MA 93 66 34
MA 94 60 40
MA 95 59 40
MA 96 59 41
MA 97 58 42
MA 98/I 57 43
MA 98/II 56 44
MA 99 53 45
198 Vgl. www.blm.de, 20.04.2000 und Klingler, Walter und Jens Schaack:
„MA 99: Hörfunk behauptet sich in der Medienkonkurrenz“, in: Media
Perspektiven, 10/99, S. 517.
71
Aus: Klingler, Walter und Jens Schaack: „MA 99: Hörfunk behauptet sich in
der Medienkonkurrenz“, in: Media Perspektiven, 10/99, S. 517.
Radiohörer sind Hörer mit hoher Programmbindung und Programmtreue,
es sind in erster Linie Stammrer.199 Ein Rückblick in die 70er und 80er
Jahre belegt, dass einmal entwickelte Hörgewohnheiten sich relativ resi-
stent auf Angebotsveränderungen im Medienmarkt zeigen.200 Das Ra-
diohören ist geprägt durch konstante Nutzungsmuster und weniger
durch eine situative Auswahl von Sendungen. Beim Radio ist daher auch
eher eine Senderidentifikation gegeben, als dass sich der Hörer nach
programmlichen Inhalten orientiert, wie es etwa beim Fernsehen der Fall
ist.201
Die MA 98/II ergab, dass innerhalb der letzten 14 Tage durchschnittlich
2,8 Programme gehört wurde, bezogen auf den gestrigen Tag waren es
sogar nur 1,3 Programme.202
Anzahl durchschnittlich genutzter Hörfunkprogramme
Personen ab 14 Jahren (Mo – So, BRD)
Durchschnittlich wurden ... Programme/Sender gehört
Innerhalb der letzten
14 Tage
Gestern (5-24 Uhr)
MA 89 2,8 1,3
MA 90 2,8 1,3
MA 91 2,8 1,3
199 Vgl. Baldauf, Monika und Walter Klingler: „Konstante Hörfunknutzung in
Deutschland. Ergebnisse der Media-Analyse 1993“, in: Media Perspekti-
ven, 9/93, 1993, S. 410 und Liepelt, Klaus, Wolfgang Neuber und Micha-
el Schenk: Lokalradio in Nordrhein-Westfalen, S. 23.
200 Vgl. Franz, Gerhard und Walter Klingler: „Hörfunknutzung in West- und
Ostdeutschland. Ergebnisse der Media-Analyse 1992“, in: Media Per-
spektiven, 7/92, S. 446.
201 Vgl. Keller Michael und Walter Klingler: „Hörfunk behauptet sich im
Wettbewerb“, in: Media Perspektiven, 11/95, S. 533.
202 Ein Umschalten ist beim Radio weitaus schwieriger als etwa beim Fern-
sehen, auch erleichtert die optische Senderkennung beim Fernsehen
das Zurechtfinden in den Programmen. Vgl. Merten, Prof. Dr. Klaus:
„Marktverdrängung mit Konvergenz“, in: Verband Privater Rundfunk und
Telekommunikation (Hg.): Privater Hörfunk in Deutschland. Zur Situation
des dualen Rundfunksystems und den Rahmenbedingungen des Wett-
bewerbs, Berlin 1996, S. 51.
72
MA 92 3,0 1,4
MA 93 3,0 1,3
MA 94 3,0 1,3
MA 95 3,0 1,3
MA 96 2,9 1,3
MA 97 2,8 1,3
MA 98/I 2,8 1,3
MA 98/II 2,8 1,3
Aus: Klingler, Walter und Jens Schaack: „Hörfunk behautet starke Position“,
in: Media Perspektiven, 11/98, S. 560, Quelle: MA 89 - MA 98/II.
86 Prozent der Hörer hören Radio auf terrestrischem Weg, 55 Prozent
verfügen über Kabel- oder Satellitenanschluss, aber nur 24 Prozent von
diesen nutzt die Möglichkeit des Radioempfangs über Kabel, das sind 14
Prozent der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren.203 Im Jahr 1998 hatten
26,0 Mio. Wohnungen die Möglichkeit sich ans Kabelnetz anschließen
zu lassen, 17,7 Mio. Wohnungen waren tatsächlich angeschlossen. Als
Vergleich dazu: 1991 waren 9,9 Mio. Wohnungen angeschlossen, 17,7
Mio. hätten es sein können.204 Der Empfang von Radioprogrammen
über Kabel und Satellit spielt eine untergeordnete Rolle, überwiegend
werden Radioprogramme terrestrisch gehört.205 Hörer von Sendern per
Kabel gehören zu den Wechselhörern, die häufig zwischen
verschiedenen Radioprogrammen umschalten.206
In den ländlichen Regionen, in Gemeinden unter 5.000 Einwohnern,
wird mehr Radio gehört als in den Städten, gleichgültig in welchem
Bundesland. Die Tagesreichweite (Mo-So) liegt bei knapp 85 Prozent
auf dem Land im Gegensatz zu 81 Prozent in den Städten mit mehr
als 500.000 Einwohnern. Auf dem Land liegt die Hördauer bei 194
Minuten, in den Städten bei 170 Minuten.207
203 Vgl. Baldauf, Monika und Walter Klingler: Konstante Hörfunknutzung, S.
411.
204 Vgl. www.mediendaten.de, 03.01.2000, Quelle der Daten: Deutsche Tele-
kom AG, Stand 12/98.
205 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 259.
206 Vgl. Liepelt, Klaus, Wolfgang Neuber und Michael Schenk: Lokalradio in
Nordrhein-Westfalen, S. 106.
207 Vgl. Klingler, Walter und Jens Schaack: „MA 99: Hörfunk behauptet sich
in der Medienkonkurrenz“, in: Media Perspektiven, 10/99, S. 513.
73
Festzustellen ist, dass das aktuelle Hörfunkangebot für die Jüngeren
etwas attraktiver ist als in der Vergangenheit. Dieses ist wahrscheinlich
auf die erfolgreichen Jugendradios, wie N-Joy vom NDR oder EinsLive
vom WDR, zurückzuführen. Dennoch hören die Jüngeren, 14 bis
19jährigen, unterdurchschnittlich Radio.208 Dass die Jugendlichen wie-
der mehr Radio hören, ist für das Medium sehr wichtig:
„Denn Tatsache ist: Wer nicht bereits in frühen Jahren Radio
gehört hat, wird auch später schwer für dieses Medium gewon-
nen werden können.“209
Neben Jugendradio wurden laut der MA 99 auch Infowellen verstärkt
gehört, beides Programmarten, die spezielle Hörerbedürfnisse befrie-
digen.210
208 Ebd., S. 506.
209 Michael Keller und Walter Klingler: „Media-Analyse 1997: Der Hörfunk
als Gewinner“, in: Media Perspektiven, 10/97, S. 535.
210 Vgl. Cathrin Hegner: „Radio gewinnt in der Hörergunst“, in: Horizont,
26/99, 1. Juli 1999, S. 34. Daten aus Media-Analyse 1999.
74
3. Analyse der Klassik-Programme
Die Übertragung von klassischer Musik geht in die Gründerzeit des
Mediums Radio zurück211, eine Zeit, in der Schlager im heutigen Sinne
und Rock- und Pop-Musik noch nicht bekannt waren. Zusammen mit
den Nachrichten gehörte damals die klassische Musik zu den Pro-
grammbestandteilen des Hörfunks. Die Bedeutung dieses Hörfunkan-
gebots ist auch heutzutage noch an den großartigen Sendesälen der
ARD-Landesrundfunkanstalten zu erkennen, die meist eine besondere
Akustik besitzen.212
Jede öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt hat mindestens ein
Programm, das fast ausschließlich klassische Musik sendet, einige
Landesrundfunkanstalten haben bei diesen Programmen auch eine
Zusammenarbeit getroffen. Als Programme gibt es
!"Bayern 4 Klassik (Bayerischer Rundfunk)
!"hr 2 (Hessischer Rundfunk)
!"MDR Kultur (Mitteldeutscher Rundfunk)
!"Radio 3 (Norddeutscher Rundfunk, Ostdeutscher Rundfunk
Brandenburg)
!"Radio Bremen 2 (Radio Bremen)
!"*radio kultur (Sender Freies Berlin, Ostdeutscher Rundfunk
Brandenburg)
!"SR 2 KulturRadio (Saarländischer Rundfunk)
!"SWR 3 (Südwestrundfunk)
!"WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk).
211 Vgl. Haas, Michael H., Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Manage-
ment, S. 207.
212 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, Berlin 1997, S. 121. - Nicht näher berücksichtigt in dieser
Arbeit sind die Klangkörper der einzelnen Landesrundfunkanstalten. Sie
leisten einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben in den Regio-
nen der einzelnen Landesrundfunkanstalten und bieten durch Gastspiel-
reisen zusätzliche kulturelle Effekte. Bei der eigenen Studie dieser Arbeit
spielen die Klangkörper jedoch keine Rolle. Ebenfalls nicht berücksicht
in dieser Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Klassik-
Programme und ihr kultureller Faktor im Musikleben, wie etwa Komposi-
tionsaufträge, Berücksichtigung von Neuer Musik oder Genres abseits
der „klassischen“ Werke.
75
Hinzu kommen die beiden Programme vom DeutschlandRadio:
!"Deutschlandfunk
!"DeutschlandRadio Berlin.
Außerdem gibt es in Deutschland ein privates Programm mit klassi-
scher Musik mit Sitz in Hamburg, das
!"Klassik Radio.
Alle öffentlich-rechtlichen Programme sind im jeweiligen Sendegebiet
terrestrisch über UKW-Frequenzen zu empfangen sowie über Kabel
und europaweit über Satellit. Klassik Radio ist nur in einigen Regionen
terrestrisch zu empfangen sowie bundesweit über Kabel und europa-
weit über Satellit. Bis auf Bayern 4 Klassik als einzigem öffentlich-
rechtlichen Programm und dem privaten Programm Klassik Radio sind
alle Klassik-Programme werbefrei.
Nicht betrachtet werden an dieser Stelle die vom WDR und HR im
Rahmen von DAB-Projekten neu geschaffenen Programme WDR 2
Klassik und hr 2 plus, da sie wegen der neuen Technik nur von einem
kleinen Teil der Bevölkerung gehört werden können und sie sich erst
im Aufbaustadium befinden. WDR 2 Klassik sendet seit Anfang 1999,
alle Wortbeiträge von WDR 2 werden übernommen und mit populärer,
klassischer Musik gemischt. Das Ergänzungsprogramm hr 2 plus zur
Kulturwelle hr 2 ist ein DAB-Projekt, es kann auch über Satellit, in den
Stadtgebieten von Wiesbaden und Kassel auch über UKW, gehört
werden. Es ist ein werbefreies Programm, bietet den gleichen Pro-
gramminhalt wie hr 2, aber die Wortsendungen von hr 2 werden nach
und nach durch Musik ersetzt.
In diesem Kapitel drei geht es um verschiedene Aspekte der zwölf
Klassik-Programme. Zunächst liefern allgemeine Informationen zur
Programmgestaltung und zur Hörertypologie der Klassik-Programme
einen einführenden Rahmen. Auch wird näher auf zwei in der Sekun-
därliteratur erwähnten Studien zu Klassik-Programmen eingegangen.
Bei der Darstellung der Klassik-Programme im einzelnen werden zu-
nächst die jeweiligen Programme inhaltlich vorgestellt. Eine kurze
Selbstdarstellung der Sender, wie sie ihre Programme mit klassischer
Musik sehen, bildet den Anfang. Danach folgen Daten zur Programm-
leistung, das heißt zum Wort-Musik-Verhältnis, und es schließt sich die
76
Struktur der Programmschemata an. Das Schema des jeweiligen Pro-
gramms befindet sich detailliert im Anhang.
Zum Ende der Darstellung der jeweiligen Programme wird die Hör-
funknutzung anhand von Daten der Media-Analysen erläutert. Insge-
samt werden die vier Media-Analysen 1997, 1998/I, 1998/II und 1999
und damit ein Zeitraum von drei Jahren betrachtet. Näher beschrieben
wird das Ergebnis der Media-Analyse 1999. Als Kriterien wurden he-
rausgegriffen, jeweils Montag bis Sonntag, Sendegebiet BRD (Mo –
So, BRD):
!"Hörer gestern – diejenigen Hörer, die gestern dieses Programm
eingeschaltet hatten, unabhängig von der Dauer – hochgerechnet
auf die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren, nach Gesamtzahl, Ge-
schlecht, Alter, Bildungsgrad, Berufstätigkeit und monatlichem
Haushaltsnettoeinkommen
!"Weitester Hörerkreis – diejenigen Hörer, die innerhalb der letzten
14 Tage dieses Programm eingeschaltet hatten – hochgerechnet
auf die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren, nach Geschlecht und Al-
ter
!"Verweildauer – durchschnittliche Hördauer eines Programms – in
Minuten nach Gesamtzahl, Geschlecht und Alter.213
Eine kritische Beurteilung der einzelnen Programme nach dem
Höreindruck eines Wochentages von 06.00 bis 18.00 Uhr beendet
dieses Kapitel. Hier werden die Programme beurteilt und verglichen.
213 Bei den Daten der Media-Analyse zur Hörfunknutzung ist zu beach-
ten, daß in Zeitschriften oder sendereigenen Broschüren auch Werte
kursieren, die erheblich von den in dieser Arbeit aufgeführten Daten ab-
weichen. Grund für die Diskrepanz ist die unterschiedliche Bezugsgröße.
Die Daten für Angaben dieser Arbeit beziehen sich auf die Media-
Analyse, Mo – So, BRD. Viele Daten in der Literatur werten zum Beispiel
nur für das jeweilige Sendegebiet aus, etwa NDR-Sendegebiet oder
Sendegebiet Hamburg, andere beziehen sich auf die Daten von Mo – Fr,
da die Radiohörer am Wochenende meist weniger Radio hören, ergeben
sich auch dadurch veränderte Zahlen. – Die Daten der Media-Analyse
repräsentieren zwar die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren, die Fall-
zahlen zu den einzelnen Klassik-Programmen sind zum Teil jedoch nicht
allzu hoch, so daß aussagefähige Tendenzen der Daten der Media-
Analyse vorsichtig zu betrachten sind. Zum Teil variieren von Studie zu
Studie beispielsweise die Anzahl der Klassikprogramm-Hörer oder auch
die Verteilungen in Altersgruppen, daher sind allgemeine Rückschlüsse
nur bedingt möglich.
77
3.1 Allgemeines zur Programmgestaltung
Je nach Konzept der einzelnen Programme werden innerhalb der
Klassik-Programme Nachrichten, Informationen aus Politik und Kultur,
Hörspiele und Features gesendet. Die einzelnen Programme charakte-
risieren sich über die Musikauswahl, das Verhältnis Musik und Wort so-
wie den Inhalt der Wortsendungen und die Art der Moderation, über die
Art und Qualität der Nachrichten, aber auch über das Image und Er-
scheinungsbild des Senders allgemein oder speziell des Programms.
Bei den Klassik-Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender reicht
die Musik von den Anfängen der europäischen Kompositionskunst bis
zu Werken aller Epochen, wie Barock, Romantik, Klassik, auch zum
Teil außereuropäische Musik und moderne Werke bis hin zu avantgar-
distischen Experimenten. Das Spektrum reicht von Konzerten, Sinfoni-
en, Kammermusik bis hin zu Operetten, darunter bekannte und unbe-
kannte Stücke. Die Werke werden meist in voller Länge gespielt, dazu
gibt es eine An- oder Abmoderation. Beim privaten Sender Klassik-
Radio werden meist nur einzelne Sätze aus Werken gespielt. Es
überwiegen Werke aus den Epochen Barock, Klassik, Romantik.
Das Angebot an Wortsendungen ist unterschiedlich groß und reicht
von der Lesung, über Kritik, Kommentar, Reportage, Interview, Maga-
zin, Literaturstudio bis hin zum Essay, Gespräch, Schulfunk und Hör-
spiel.214
Das Verhältnis Wort und Musik ist bei den einzelnen Programmen un-
terschiedlich. Einen auffallend hohen Musikanteil gibt es bei Bayern 4
Klassik mit 97,7 Prozent, einen auffallend niedrigen beim Deutschland-
funk mit 27,9 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Musikanteil zwischen
65 und 75 Prozent. Allgemein ist bei einem Wortanteil von unter 30
Prozent die Grenze zwischen Begleit- und Einschaltmedium.215
214 Vgl. Buggert, Christoph: „Kulturprogramme“, in: Arnold, Bernd-Peter und
Siegfried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunk-
journalismus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main
1991, S. 209ff.
215 Vgl. Volpers, Helmut, Detlef Schnier und Christian Salwiczek: „Öffentlich-
rechtliche Kulturradios. Eine vergleichende Analyse der Programme von
*radio kultur, Radio 3 und Deutschland Radio Berlin“, in: Media Perspek-
tiven, 11/1998, S. 536.
78
Verhältnis Musik und Wort, 1998
Musikanteil
in % Wortanteil
in %
Bayern 4 Klassik 97,7 2,2
hr 2 76,5 23,5
MDR Kultur 68,9 31,1
Radio 3 80,3 19,7
Radio Bremen 2 67,1 32,9
*radio kultur 58,2 41,8
SR 2 KulturRadio 79,2 20,8
SWR 2 61,3 38,7
WDR 3 81,2 18,8
Deutschlandfunk 27,9 72,1
DeutschlandRadio Berlin 42,7 57,3
Klassik Radio 75 - 80 20 – 25
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, Hamburg 1999, S. 396ff. Daten für Klassik Radio
aus: Klassik Radio (Hg.): Media-Daten. Preise – Reichweiten ´99, Hamburg
1998. Bei Bayern 4 Klassik ergibt sich in der Addition eine Differenz, die auf
Rundungswerte zurückzuführen ist.
Die meisten Klassik-Programme können als Spartenprogramme be-
zeichnet werden, da sie sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren. Sie
zielen auf ein bestimmtes Interesse der Hörer, in diesem Fall auf das
Interesse an kulturellen Informationen und klassischer Musik. Generell
gesagt ist ein Spartenprogramm ein Rundfunkprogramm mit im we-
sentlichen gleichartigen Inhalten.216
Wie es Formate im Unterhaltungsbereich gibt, so ist auch die Bezeich-
nung Format für ein Klassik-Programm gängig. Die Musik eines Klas-
sik-Formats ist eine Mischung aus unterhaltender E- und niveauvoller
U-Musik. Zielgruppe sind die 30 bis 60jährigen Besserverdiener. Die
Moderation soll wissend, kultiviert und anspruchsvoll sein. Als Klassik-
216 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 99. Nach dieser Definition ist speziell Bayern 4 Klassik
ein Spartenprogramm.
79
format lassen sich die Programme Bayern 4 Klassik und Klassik Radio
bezeichnen.217
Die Klassik-Programme werden nur von einer kleinen Hörerschaft ge-
hört:
„Das Kulturprogramm wendet sich mit seinen intellektuell oft an-
spruchsvollen Wort- und Musiksendungen an ein Publikum, das
prozentual zwar eine relativ kleine Minderheit darstellt, aber
auch einen Anspruch - im Sinne der Grundversorgung hat, be-
dient zu werden.“218
Gerade diese kleine Hörergruppe von Klassikprogrammen ist für Wer-
bekunden interessant:
„Klassik-Sender sprechen besonders gebildete und ein-
kommensstarke Bevölkerungsschichten an und sind daher
weniger wegen der Quantität ihrer Hörer, als vielmehr wegen
der Qualität ihrer Hörer für die werbungstreibende Industrie von
Interesse.“219
Konträr dazu ist jedoch, dass die werbungstreibende Wirtschaft sich
mit ihren Werbebotschaften besonders an die 14 bis 49jährigen richtet.
Diese machen allerdings nur knapp 50 Prozent der bundesdeutschen
Bevölkerung aus220, und ein großer Teil der Hörer von Klassik-
Programmen ist über 50 Jahre alt.221 Auch wird die Meinung, Klassik-
programme seien für Werbekunden interessant, nicht von allen geteilt:
„Kulturprogramme erreichen höchstens den zehnten Teil der
Hörerschaft einer Pop- und Servicewelle. Deshalb kommen sie
auch nicht als Werbeträger in Betracht, während Pop- und
217 Vgl. www.radioszene.de, 06.09.1999.
218 ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk wis-
sen sollten, S. 99.
219 Michael H. Haas, Uwe Frigge und Gert Zimmer: Radio-Management, S.
208.
220 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 216f.
221 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: „Zuwendungsbarrieren zum Kulturradio. Ist
anspruchsvolles Radio ein verschwindendes Medium?“, in: Media Per-
spektiven, 11/95, S. 548. Die Grundlage für diesen Artikel von Oehmi-
chen, aus dem im folgenden noch vielfach zitiert wird, bilden qualitative Un-
tersuchungen von Anfang 1995 in Hessen. Untersucht wurden die Gründe
für die Distanz bzw. Ignoranz gegenüber gehobenen ARD-
Hörfunkprogrammen. Zu dieser Kategorie zählten nach der Definition ne-
ben den Klassik-Programmen auch Wort- und Informationsprogramme wie
zum Beispiel MDR Info, WDR 5, SFB MultiKulti. Oehmichen war 1995 in
der Medienforschung beim Hessischen Rundfunk tätig.
80
Servicewellen immer noch relativ hohe Werbeeinnahmen
erzielen.“222
Ein Spartenprogramm, das nur eine spezielle Hörerschaft anspricht,
kann jedoch als privates Programm finanziell tragbar sein:
„Privat betriebene Klassik-Programme beispielsweise [...] wer-
den vielleicht nie mehr als fünf Prozent Marktanteil ergattern.
Dafür eine scharf konturierte ´kleine aber feine´ Zielgruppe.
Auch das kann sich rechnen. Erfolgreich kann auch ein akzep-
tiertes ´Kulturprogramm´ im klassischen Sinne sein - finanziert
durch Gebühren, ohne Chance auf reichweitenabhängige Wer-
beeinnahmen.“223
Geringe Hörerzahlen bei Kultur-Programmen sind kein Beleg für ein
geringes Interesse an diesen Themen.224
Klassik-Programme erreichen um die zwei Millionen Hörer täglich. Somit
wird der klassischen Musik schon eine gewisse Popularität zugeschrie-
ben, so dass diese Radioprogramme auch für kommerzielle Veranstalter
interessant werden. Der Marktanteil von Klassik-Programmen liegt bun-
desweit bei 2,4 Prozent, bei den zwischen 14 und 29jährigen sind es
etwas über ein Prozent.225 Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen
Sendern, die mit Klassikprogrammen eine gewisse kulturelle Verpflich-
tung verbinden, sehen private Veranstalter einen rein wirtschaftlichen
Nutzen.226
222 Gert Haedecke: „S 2 Kultur. Entstehungsgeschichte und Programmkon-
zept“, in: Bucher, Hans-Jürgen, Walter Klingler und Christian Schröter
(Hgg.): Radiotrends, Baden-Baden 1995, S. 21. S 2 Kultur war seit 1991
das gemeinsame Programm von Süddeutschem Rundfunk und Süd-
westfunk, es wurde nach dem Zusammenschluss der beiden Sender
1998 durch SWR 2 abgelöst.
223 Hans-Dieter Hillmoth: „Privatradio als Alternative“, in: Arnold, Bernd-
Peter und Siegfried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im
Hörfunkjournalismus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frank-
furt/Main 1991, S. 224. Hillmoth war 1991 Programmdirektor bei Radio
FFH, Frankfurt.
224 Vgl. Krüger, Martin: „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Aufbruch. Zweite
öffentliche Tagung des Fribourger Arbeitskreises für die Ökonomie des
Rundfunks“, in: Media Perspektiven, 7/88, S. 444.
225 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 547.
226 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk
wissen sollten, S. 259ff.
81
3.2 Hörertypen von Klassik-Programmen
Schaltet ein Hörer ein Programm mit klassischer Musik ein, so lassen
sich hieraus noch keine Informationen ableiten, welche sonstigen Inhalte
dieser Hörer bevorzugt, ob er neben der Musikrichtung kulturelle
Berichte, Nachrichten, Lesungen, Hörspiele oder Wirtschaftsinforma-
tionen schätzt. Der Musikgeschmack sagt noch nichts über die weiteren
Vorlieben und Erwartungen der Hörer an das Medium aus.227 Daher ist
es schwer, ein für jeden Geschmack passendes Programm zu gestalten.
Welcher Personentyp interessiert sich in erster Linie für die Sparten-
programme mit klassischer Musik?
„Kulturelle Angebote im Radio wie im Fernsehen (werden)
besonders von jenen Menschen wahrgenommen, die auch
sonst ein starkes kulturelles Interesse aufweisen. ... Hörspiel
und klassische Musik werden vor allem von Personen genutzt,
die ein außerordentliches Interesse hieran bekunden.“228
Wer sehr interessiert ist an einem der fünf Kulturbereiche Theater, bel-
letristische Literatur, Malerei/bildende Kunst, Musik und Spielfilm, tritt
auch den anderen Bereichen aufgeschlossen gegenüber.229
227 Vgl. Sommer, Heinz: „Musik im Radio“, in: Arnold, Bernd-Peter und Sieg-
fried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjourna-
lismus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991,
S. 168.
228 ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über Rundfunk wis-
sen sollten, S. 275.
229 Vgl. Eckhardt, Josef und Imme Horn: „Kultur und Medien. Ausgewählte
Ergebnisse einer Studie der ARD/ZDF-Medienkommission“, in: Media
Perspektiven, 6/91, S. 366. Diese Folgerung ist ein Ergebnis der Studie
Kultur und Medien, die Ende der 80er Jahre von einer Arbeitsgruppe, die
die ARD/ZDF Medienkommission 1987 berufen hatte, ausgearbeitet
wurde. Sie sollte klären, wieweit sich das Publikum verschiedener Kul-
turbereiche überschneidet und in welchem Verhältnis die Nutzung der
Kultur vor Ort, also von Theater, Konzert oder Kunstausstellung zur Nut-
zung von Kultur im Rundfunk steht. Unter Kultur wurden die fünf Kultur-
bereiche Theater, belletristische Literatur, Malerei/bildende Kunst, Musik
und Spielfilm subsumiert. Im März/April 1989 fand eine Umfrage mit
3.000 Personen ab 14 Jahren statt, die Erhebung setzte sich aus einem
mündlichen Interview und einer schriftlichen Anhangsbefragung zusam-
men. Hinzu kam eine schriftliche Erhebung von Kultureinrichtungen und
Kulturangeboten in den 126 Orten, in denen die Befragung stattfand. Die
Erhebung hatte die Schwerpunkte: Ermittlung des jeweiligen kulturellen
Interesses, Nutzung kultureller Angebote vor Ort und in den Medien, Zu-
gangsbedingungen und -voraussetzungen des Kultur-Kontaktes, Fragen
zum Verständnis von Kunst und Kultur.
82
Betrachtet man hierbei den Bereich Theater im Verhältnis zu klassi-
scher Musik im Hörfunk und klassischer Musik auf Tonträger, läßt sich
feststellen, dass Theaterkenner und Bildungsorientierte sich stark für
klassische Musik im Hörfunk interessieren, mehr als für klassische
Musik auf Tonträger. Menschen, die eher desinteressiert am Theater
sind, zeigen sich auch nicht besonders aufgeschlossen der klassi-
schen Musik gegenüber, egal ob im Hörfunk oder auf Tonträger. Die
Leser von belletristischer Literatur stehen der Kultur in den Medien als
Ergänzung der Vor-Ort-Kultur aufgeschlossen gegenüber. Aus dem
Bereich der Malerei und bildenden Kunst zeigt sich, dass Kunstkenner
und Bildungsinteressierte in ihrer Freizeit überproportional viel klassi-
sche Musik im Radio oder über Tonträger hören. Das Kinopublikum
hat nur eine geringe Verbindung mit dem sonstigen Kulturbetrieb. Die
Mehrheit der Kinobesucher ist nicht am kulturellen Gesamtgeschehen
interessiert und nutzt weder die institutionellen Kulturangebote noch
die des Rundfunks.230
Der Hörfunk (aber auch das Fernsehen) mit seinen kulturellen Pro-
grammen zieht einen großen Teil der Personenkreise an, die anson-
sten ein geringes kulturelles Interesse zeigen. Im Rundfunk werden
damit die Zufallsinteressierten erreicht, die außer Haus nicht beson-
ders kulturell aktiv sind. Für die Ausbildung eines intensiven kulturellen
Interesses ist die formale Bildung und die kulturelle Sozialisation im
Elternhaus sehr bestimmend.231
Für das Verhältnis zu klassischer Musik232 - hochgerechnet auf die
Gesamtbevölkerung - ergeben sich nach dieser Studie folgende
Zahlen: 13,4 Prozent bezeichnen sich als Musikkenner, 24,7 Prozent
sind Musikliebhaber, 33,4 Prozent Populärinteressierte und 28,6
Prozent Desinteressierte. Bei den Vorlieben für Hörfunkprogramme
zeigt sich folgendes Bild: Aus den zur Wahl gestellten drei
Programmtypen bevorzugten 79,6 Prozent die Unterhaltungsmusik,
66,1 Prozent die Rock- und Popmusik und 43,2 Prozent die klassische
Musik. Mehrere Hörer interessieren sich für mehrere Programm-
kategorien, wie die hohe Überschneidungsquote zeigt. Klassische
Musik wird eher von älteren, Rock- und Popmusik von jüngeren
Menschen gehört.233
230 Ebd., S. 354ff.
231 Ebd., S. 358ff.
232 In der Studie wurde der Begriff E-Musik verwendet.
233 Vgl. Eckhardt, Josef und Imme Horn: Kultur und Medien, S. 352ff.
83
Die Hörer von Radioprogrammen mit klassischer Musik gehören
hauptsächlich zur gesellschaftlichen Schicht des Bildungsbürgertums. Es
sind vorwiegend gebildete, ältere Personen über 40 Jahre, meist
Akademiker, Angehörige der Elite in Politik und Gesellschaft, sie sind an
klassischer Musik, Theater, Konzert und Museum interessiert und
verfügen über ein großes Interessenspektrum.234 Das Kulturinteresse ist
eine notwendige, aber keine zureichende Zugangsbedingung zum
Kulturradio:
„Kulturaktive oder Kulturinteressierte können nicht als quasi Hörer
oder gar Intensivnutzer des Kulturradios betrachtet werden“.235
Die Gruppe der Kulturinteressierten nutzt auch Fernsehen oder
Pressemedien, Ereignisse vor Ort, Theater, Konzertsaal, Ausstellung,
die die Medienzeit allgemein reduzieren.236
Als Persönlichkeitsmerkmale von Hörern von Klassik-Programmen
lassen sich Selbstdisziplin, Konzentrationsfähigkeit, Kontemplations-
fähigkeit, persönliche Selbstbestimmung, ein hohes Bewusstsein für
Zeitökonomie sowie wenig äußere Erlebnisorientierung festmachen.237
Doch alle diese Charakterisierungen können nicht verallgemeinert
werden:
„Den grundlegenden Musikfarben lassen sich zweifellos gewisse
Hörerschichten und -typen zuordnen, aber derartige Verknü-
pfungen müssen mit Vorsicht betrachtet werden, da sie oft zu
allgemein gehalten sind und innere Widersprüche aufweisen.“238
Auch allgemein Radiohörer in gewisse Kategorien einzuteilen, wäre
nicht richtig:
„Dabei weiß man von demoskopischen Untersuchungen, daß
solche Hörerkategorisierungen keineswegs soziologischen
Grundmustern – zum Beispiel Gruppierungen nach unter-
schiedlichem Bildungsniveau – entsprechen, sondern sich mehr
an den persönlichen Usancen der Mediennutzung, an momen-
tanen oder durchgängigen Stimmungen, an den wechselnden
Lebensgewohnheiten des Tages orientieren.“239
234 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 550.
235 Ebd.
236 Ebd.
237 Ebd.
238 Heinz Sommer: „Musik im Radio“, in: Arnold, Bernd-Peter und Siegfried
Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjournalismus.
Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991, S. 163.
239 Heinz Garber: „Auswirkungen der privaten Anbieter auf das Marketing
der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt“, in: Eichhorn, Peter und Hans
84
Auch bevorzugen die meisten Hörer von Kultur-Programmen nicht alle
Sendungen:
„Zum Beispiel werden klassische Musik und politische Sendun-
gen gerne gehört, Hörspiele dagegen abgelehnt. In einem tradi-
tionellen Klassikspartenprogramm würde dieser Hörer deshalb
nur einen Teil seiner Radiobedürfnisse erfüllt sehen und des-
wegen die Welle immer wieder verlassen.“240
Die Hörer von Programmen mit klassischer Musik sind eine kleine
Minderheit von Personen, die oft eine bewusste Distanz zum Fernsehen
aufweisen, weil sie entweder im Elternhaus und Umfeld stigmatisiert
worden sind oder weil sie ohne Fernsehen aufgewachsen sind.241 Doch
die Hörer dieser Programme sind keine Exklusivhörer, sie hören auch
andere, populäre Programme.242
Personen, die sich sehr breit für viele Wissensgebiete interessieren und
sich allseitig orientieren wollen, gehören ebenfalls zu den Nutzern von
Radioprogrammen mit klassischer Musik. Gezieltes Einschalten nach
intensiver Programmrecherche ist dabei nur bedingt erforderlich:
„Dieser Personenkreis verfügt in der Regel über die Zeit und die
Muße, sich auch Fernliegendem interessiert zu widmen.“243
Auch Personen aus dem sogenannten Selbstverwirklichungsmilieu sind
potentielle Hörer von Kulturprogrammen. Gemeint sind Personen unter
40 Jahren, mit mittlerer bis höherer Bildung, Kopfarbeiter aus sozialen,
pädagogischen, wissenschaftlichen Berufen der 68er Generation,
zugleich Sympathisanten der Alternativ- und Friedensbewegung mit
Streben nach Selbstverwirklichung. Diese müßten eventuell mit neuen
Radiokonzepten gewonnen werden.244
Raffée: Management und Marketing von Rundfunkanstalten, Baden-
Baden 1990, S. 48.
240 Heinz-Dieter Sommer: „Öffentlich-rechtliche Programmstrategien im digi-
talen Hörfunk“, in: Media Perspektiven, 8/1997, S. 425. Sommer war
1997 Hörfunk-Programmdirektor beim HR.
241 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 549.
242 Vgl. Eckhardt, Josef: „Typologie der Programmnutzer“, in: Kultur im
rfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusammen-
arbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994 in
ln, Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 60.
243 Ekkehardt Oehmichen: Zuwendungsbarrieren, S. 550.
244 Ebd., S. 552. Zur Definition Selbstverwirklichungsmilieu siehe auch Schul-
ze, Gerhard: Die Erlebnisgesellschaft - Kultursoziologie der Gegenwart,
Frankfurt/Main 1992, S. 312ff.
85
Einer der potentiellen Hörer ist der Typ, der sich nach Bildung und
Interessenspektrum durchaus für Klassik-Programme interessiert, aber
kein Intensivnutzer ist. Er geht mit Informationen selektiver und
strategischer um. Er ist nicht an universeller Wissensvermehrung
interessiert, sondern an speziellem Wissen. Dieser Typ kann auf das
Angebot im Radio nicht warten, er müßte sich Sendungen gezielt
auswählen. Es gibt jedoch nur wenige Hörer, die gezielt Radio-
sendungen aussuchen.245
Ein potentieller Hörer muss zunächst den Zugang zu dem Programm
finden. Ihm fehlt meist das Erlebnis, dass Sendungen in diesen
Programmen, wie Erzählungen, Hörspiele etc. spannend sein können
wie bebilderte Varianten, dass sie unterhaltsam, informativ und
lehrreich246 und damit eine Alternative zu anderen Medien und
Aktivitäten sein können.
Die Hörer klassischer Musik liegen eher über dem Altersdurchschnitt
der Bevölkerung und deutlich über dem Bildungsdurchschnitt:
„Die Nutzung klassischer Musik ist im Vergleich zu den anderen
Musikrichtungen am wenigsten (trotz aller Differenzierungen) al-
tersabhängig, am stärksten schlägt hier ... die formale Bildung
durch.“247
Das Publikum des Kulturradios stammt vor allem aus urbanen Zentren,
obwohl gerade hier die Ablenkungs- und Medienmöglichkeiten wesent-
lich größer sind als in ländlichen Regionen.248
Der Zugang zu den Radioprogrammen mit klassischer Musik wird durch
einige Hürden erschwert: Es liegt nicht an dem Journalistischen, an den
Themen, an der Vermittlung, sondern an den strukturellen Eigenschaften
des Mediums. Das bedeutet: Wortsendungen zum Beispiel erfordern
Konzentration, und das zu dem Zeitpunkt des Sendetermins, außerdem
ist das Rezeptionstempo des Radios vorgegeben, auch ein
zeitversetztes Hören ist unüblich und demnach sind zeitprogrammier-
bare Aufnahmegeräte für das Radio nicht gefragt.249
245 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 550 und S. 548.
246 Ebd., S. 549.
247 Walter Klingler und Jens Schaack: „Hörfunk behautet starke Position“, in:
Media Perspektiven, 11/98, S. 568.
248 Vgl. Oehmichen, Ekkehardt: Zuwendungsbarrieren, S. 550.
249 Ebd., S. 551.
86
Radio ist ein sprachgebundenes Medium und hat durchaus Grenzen in
der Darstellung bestimmter Themen:
„Konzentrationsfähigkeit, innere Ruhe, Bereitschaft zur Muße,
werden infolge subjektiv erlebten Zeitdrucks, durch Informations-
flut und der damit erzeugten Rezeptionsbeschleunigung medialer
Angebote als Bewältigungsstrategie der Individuen immer
weniger aufgebracht.“250
Radio hat auch seine Stärken: Bei gut gemachten Wortbeiträgen kann
ein Lernen sehr intensiv und gehaltvoll stattfinden, auch neben anderen
Tätigkeiten. Damit hat das Radio einen Vorteil gegenüber der Zeitung
oder dem Buch.251
Es besteht auch eine spezielle Chance des Hörfunks in der isolierten
Tonübertragung:
„Musik wendet sich ausschließlich ans Ohr. Dabei stört die Op-
tik. Bei dem vom Fernsehen übertragenen Sinfoniekonzert lenkt
das Bild von dem musikalischen Geschehen ab. Der Zuhörer
kann sich nicht voll auf Motivik und Rhythmik, auf Stimmführung
und Zusammenspiel der einzelnen Instrumente konzentrie-
ren.“252
Dem Kultur-Radio fehlt es jedoch an einem umfassenden Informations-
angebot:
„Bislang ist es dem anspruchsvollen Radio nicht gelungen, sein
Publikum in ausreichender Differenziertheit über sein Angebot zu
informieren.253
Jüngere Personen hören oftmals kein Radioprogramm mit klassischer
Musik, weil sie die Programmkonzeption und die Präsentationsformen
ablehnen. Das Image dieser Programme sei zudem antiquiert, das
Programm ist elitär, abgehoben, lehrerhaft, es hat keine natürliche
Sprache, nur Vortragscharakter. Jüngere werden langfristig von
anspruchsvollen Radioprogrammen kaum mehr angesprochen.254 Eine
Änderung dieser Haltung wäre durch eine Neupositionierung mit
intensiver publizistischer Unterstützung möglich.255 Damit bestände
allerdings das Risiko, vorhandene Hörer zu verärgern.
250 Ebd.
251 Ebd.
252 Peter Coulmas: Radio ohne Zukunft? Wiederkehr und Wandel eines
Mediums, Osnabrück 1973, S. 23.
253 Ekkehardt Oehmichen: Zuwendungsbarrieren, S. 552.
254 Ebd., S. 551.
255 Ebd., S. 552.
87
Es besteht die Meinung, durch veränderte Inhalte von Klassik-
Programmen, wie etwa eine Öffnung des vorherrschenden Kulturbegriffs
zugunsten von Szene- und Alltagskultur, durch eine verständlichere
Vermittlung, neue Beweglichkeit und Überraschung, den Hörerkreis zu
vergrößern. Eine Öffnung der Angebote wäre sinnvoll und notwendig,
auch eine Grenzöffnung über den klassischen E-Musik-Kanon hinaus.
Ein Problem ist dabei, dass sich bestehende Hörer durch diese
Modifikationen von ihrem Programm abwenden könnten. Würde jedoch
das Niveau gleich bleiben, wäre dieses Risiko nicht gegeben.256
Auch ist festgestellt worden, dass geeignete Marketingmaßnahmen
gefunden werden müßten, dass Informationen über das Programm
geliefert und die Hörer mehr eingebunden werden müßten. Eine
Möglichkeit wären auch Querverweise zum Programm in anderen
Programmen. Zudem sollte das Radio eine stärkere außermediale
Präsenz seiner Themen und Repräsentanten zeigen:
"Welche Rolle dabei neue Kommunikationswege, neue interaktive
Technologien spielen können, ist zu prüfen.“257
256 Ebd., S. 552ff.
257 Ebd., S. 553.
88
3.3 Forschungsstudien zu Klassik-Programmen als Bei-
spiele
Studien von unterschiedlichen Inhalten und Methoden zu Klassik-
Programmen existieren, sie werden nicht oder nur selten der Öffent-
lichkeit zugänglich gemacht.258
Demzufolge ist auch der Umfang an Literatur über Studien zu Klassik-
Programmen äußerst gering. Neben der oben vielzitierten Studie zu
Hörertypen von Kulturprogrammen von Oehmichen aus dem Jahre
1995 gibt es eine Veröffentlichung zu einer vom SFB in Auftrag gege-
benen Studie aus dem Jahre 1998. Sie untersucht das Programman-
gebot von *radio kultur, Radio 3 und DeutschlandRadio Berlin, drei
öffentlich-rechtliche Programmangebote in Berlin, die als Kulturpro-
gramme bezeichnet werden. Es wird dabei der Frage nachgegangen,
ob diese drei Programme ein unterschiedliches Angebot liefern und
wenn es denn so ist, ob diese Angebote auch von potentiellen Hörern
als unterscheidbar wahrgenommen werden.259
258 Bei der Recherche für diese Arbeit wurden alle öffentlich-rechtlichen
Landesrundfunkanstalten sowie Klassik Radio angeschrieben (außer
NDR, wo es zu einem Gespräch vor Ort kam). Gefragt wurde nach Stu-
dien oder sonstigen Unterlagen zu Medienanalysen über die Klassik-
Programme. Beim NDR fand am 10. Dezember 1999, beim WDR am 26.
April 2000 ein Gespräch mit der Medienforschung statt, mit dem Pro-
grammchef für SR 2 KulturRadio vom Saarländischen Rundfunk ergab
sich ein telefonisches Gespräch im Frühjahr 2000. Bei den meisten Sen-
dern liegen Auswertungen über die Programme vor, die auf Daten der
Media-Analyse oder auf eigeninitiierten Umfragen beruhen. Diese Daten
widmen sich globalen oder einzelnen Fragestellungen und sind im all-
gemeinen nicht publiziert. - Der BR schickte Daten der hausinternen Re-
präsentativbefragung BR-Hörfunk-Trend von März 1998 sowie Juni/Juli
1998 und darauf bzw. auf die Media-Analyse aufbauende Unterlagen in
der Broschüre „Bayern 4 Klassik – Bayerns Klassikprogramm und seine
Hörer“. Informationen zu den Hörfunk-Trends siehe unter 3.4.1.4 Bayern
4 Klassik, Hörfunknutzung. Der MDR lieferte Daten einer Studie aus
1997 zu MDR Kultur. Informationen zu dieser Studie siehe unter 3.4.3.4
MDR Kultur, Hörfunknutzung. Radio Bremen und der SFB teilten mit,
daß es keine Spezialuntersuchungen zu Radio Bremen 2 bzw. zu *radio
kultur gibt. - Den bei den Sendern vorhandenen Studien weiter nachzu-
gehen soll nicht Ziel dieser Arbeit sein. Vielmehr sollen mit der eigenen
Untersuchung im vierten Kapitel dieser Arbeit spezielle Fragestellungen
geprüft werden.
259 Vgl. Volpers, Helmut, Detlef Schnier und Christian Salwiczek: „Öffentlich-
rechtliche Kulturradios. Eine vergleichende Analyse der Programme von
*radio kultur, Radio 3 und Deutschland Radio Berlin, in: Media Perspek-
tiven 11/1998, S. 534-544.
89
Eine andere Veröffentlichung bezieht sich auf eine Fallstudie zur Nut-
zung von Klassik Radio im dualen Rundfunksystem aus dem Jahre
1995. Hier geht es um das Mediennutzungsverhalten der Hörer und
Nicht-Hörer von Klassik Radio, wobei Vergleiche zu NDR 3 gezogen
werden.260 Im folgenden sollen die Ergebnisse dieser Studien kurz
dargestellt werden.
Die Studie zum Programmangebot von *radio kultur, Radio 3 und
DeutschlandRadio Berlin basiert auf einer quantitativen Inhaltsanalyse
der drei Programme. Untersucht wurde eine Woche (12. bis 18. Januar
1998) mit dem täglichen Sendevolumen von 6.00 bis 24.00 Uhr. Der
Sendeumfang wurde anhand eines bestimmten Plans sekundengenau
vermessen. Mittels einer qualitativen Analyse wird der Präsentations-
stil beschrieben.
Nach dem Untersuchungsmuster dieser Studie, speziell am Verhältnis
von Information und Unterhaltung (zu letzteren zählt in dieser Analyse
die Musik allgemein und die Wortunterhaltung) ist zu erkennen, dass
die beiden Programme *radio kultur und Radio 3 sich deutlich vonein-
ander unterscheiden, sie bieten außerdem eine Abgrenzung zu
DeutschlandRadio Berlin. Dieses läßt sich unter anderem an folgen-
den Aspekten erkennen: DeutschlandRadio Berlin sendet etwa doppelt
so viele Nachrichten und Servicemeldungen wie die beiden anderen
Programme, vom Umfang her betrachtet. Zudem sind die Nachrichten
bei DeutschlandRadio Berlin mit Berichten und Interviews kombiniert,
bei *radio kultur und Radio 3 sind es ausschließlich Sprechermeldun-
gen. Bei Radio 3 wird 49 Prozent des Wortprogramms durch Modera-
tion abgedeckt. Das An- und Absagen von Musikstücken sowie die
ausführliche Sachinformation zu Musikstücken oder Interpreten nimmt
einen großen Raum ein. Demgegenüber werden bei *radio kultur und
bei DeutschlandRadio Berlin bei der Moderation oft Interviewpartner
einbezogen. Diese beiden Programme haben einen höheren Anteil an
journalistischen Darstellungsformen als Radio 3.
Allen drei Programmen ist eine klassische, anspruchsvolle Radioun-
terhaltung gemeinsam. Populäre Unterhaltung, wie Sketche, Witze
260 Vgl. Ahrens, Eva und Petra Sievers: „Klassische Musik im Hörfunk. Eine
Fallstudie zur Nutzung von Klassik Radio im dualen Hörfunksystem“, in:
Media Perspektiven, 7/95, S. 340-347.
90
oder Spiele, wird nicht gesendet. Es dominiert die formal und inhaltlich
anspruchsvolle „radiophone Wortunterhaltung“.261
Bei DeutschlandRadio Berlin liegt der Themenschwerpunkt der Infor-
mationen auf tagesaktueller Berichterstattung mit Themen von öffentli-
chem Interesse. Diese machen etwa 60 Prozent des Sendeumfangs
an Informationen aus. Demgegenüber senden *radio kultur und Radio
3 mehr Berichte zu dem Thema Kultur. Dabei liegt bei *radio kultur der
Hauptteil für Kulturthemen in längeren Wortstrecken, bei Radio 3 sind
es vorwiegend erläuternde Musikmoderationen.
*radio kultur läßt sich demnach als Vollprogramm mit dem Schwer-
punkt Kultur oder als wortbetontes Kulturradio, dessen Kulturthemen
oftmals einen regionalen Bezug zum Gebiet Berlin/Brandenburg auf-
weisen, bezeichnen. Radio 3 ist ein Spartenprogramm für klassische
Musik, DeutschlandRadio Berlin liefert eine breite Themenpalette an
Informationen und ist ein Einschaltprogramm mit dem Themenschwer-
punkt Information, wobei jedoch ein erkennbarer Akzent auf den Kul-
turbereich gesetzt wird.262
Alle drei Programme unterscheiden sich beim Sprechertempo von Be-
gleitprogrammen, die einem flotten Rhythmus folgen. Die drei unter-
suchten Programme haben Moderatoren mit gut modulierenden Stim-
men, die für das Zuhörern geeignet sind. Zudem verzichten die Pro-
gramme auf die Musikunterlegung der Wortstrecken. Die Nachrichten
werden sehr sachlich wiedergegeben, bei der informationsbetonten
Moderation und bei journalistischen Darstellungsformen zeigen sich
jedoch häufig kommentierende, ironisierende und bewertende Elemen-
te. Der Sprachstil ist oft geprägt durch eine gehobene Ausdruckswei-
se, die an die Schriftsprache angelehnt ist.263
Der musikalische Schwerpunkt liegt bei Radio 3 ausschließlich auf
Klassik, *radio kultur hat einen starken Akzent auf klassischer Musik,
umfasst jedoch auch Musikstile wie Jazz, Chansons, Lieder und ethni-
sche Musik besonders in den Abendstunden. Bei DeutschlandRadio
Berlin herrscht keine einheitliche Musikfarbe vor. Die Stücke reichen
261 Vgl. Volpers, Helmut, Detlef Schnier und Christian Salwiczek: Kulturradi-
os, S. 537ff.
262 Ebd., S. 539ff.
263 Ebd., S. 542.
91
von Klassik über Jazz, Rock und Pop, Country und Chansons bis hin
zu deutschen Schlagern.264
Als Fazit dieser Studie läßt sich feststellen:
„Die Programmangebote von *radio kultur, Radio 3 und
DeutschlandRadio Berlin unterscheiden sich in ihrer Struktur, ih-
ren hörfunkjournalistischen Angebotsformen, ihren Themen-
agenden sowie in ihrer Anmutung jeweils deutlich voneinan-
der.“265
Eine weitere Studie zu Radioprogrammen mit klassischer Musik, wie
oben erwähnt, ist die Fallstudie zur Nutzung von Klassik Radio im
dualen Rundfunksystem, bei der NDR 3 (heute Radio 3) als Vergleich
herangezogen wird. Diese Studie wurde als Diplomarbeit an der
Universität Göttingen vorgelegt. Grundlage war eine Höreranalyse im
April/Mai 1993, bei der 1.035 Fragebogen unter Besuchern kultureller
Veranstaltungen in Hamburg ausgeteilt wurden. Die Rücklaufquote lag
bei 41 Prozent, also 423 Fragebogen.
In der Studie sollte unter anderem der Frage nachgegangen werden,
ob neben NDR 3 ein zweites Spartenprogramm mit klassischer Musik,
in diesem Fall Klassik Radio, das 1990 auf den Markt kam und zu-
nächst nur im Raum Hamburg bzw. über Satellit sendete, neue Nut-
zersegmente erschließen kann und ob sich die Hörer der beiden Pro-
gramme unterscheiden. Es sollten die Merkmale der Exklusivhörer
herausgefunden werden, also derjenigen Hörer, die in den letzten 14
Tagen ausschließlich eines der beiden Programme gehört haben.266
Allgemein waren unter den 423 Personen 18 Prozent, die Klassik Ra-
dio hörten, 15 Prozent, die NDR 3 hörten, 36 Prozent, die sowohl das
eine als auch das andere Programm hörten und 30 Prozent, die keines
der beiden Programme hörten.267
264 Ebd., S. 542ff.
265 Ebd., S. 543.
266 Vgl. Ahrens, Eva und Petra Sievers: „Klassische Musik im Hörfunk. Eine
Fallstudie zur Nutzung von Klassik Radio im dualen Hörfunksystem“, in:
Media Perspektiven, 7/95, S. 341.
267 Ebd.
92
Bei der Analyse der Exklusivhörer ergab sich folgendes Bild:
Zusammensetzung der Exklusivhörer von
NDR 3 und Klassik Radio
NDR 3 Hörer
in %
Klassik Radio-Hörer
in %
Alter
14 bis 34 Jahre 27,0 34,6
35 bis 49 Jahre 22,2 23,1
50 Jahre und älter 50,8 42,3
Beruf
Arbeiter/Angestellter/
Beamte 49,0 56,7
Leitender Angestellter/
Beamte 25,5 16,4
Manager/Selbstständiger 25,5 26,9
Haushaltsnettoeinkommen
unter 3.000 DM 22,6 40,0
3.000 bis 5.000 DM 30,6 33,3
über 5.000 DM 46,8 26,7
93
Familienstand
alleinlebend 41,3 51,3
zusammenlebend 58,7 48,7
Besuch klassischer Konzerte
schon mal 59,6 47,1
häufiger 40,4 52,9
Aus: Ahrens, Eva und Petra Sievers: „Klassische Musik im Hörfunk. Eine
Fallstudie zur Nutzung von Klassik Radio im dualen Hörfunksystem“, in: Me-
dia Perspektiven, 7/95, S. 342.
Aus dieser Zusammensetzung halten die Autoren fest: Über ein Drittel
der Hörer von Klassik Radio ist zwischen 14 und 34 Jahren alt, die
Mehrzahl der Hörer ist in nicht leitenden Positionen tätig (Arbeiter,
Angestellte oder Beamte). NDR 3 wird eher von einem älteren
Publikum gehört, die Hörer verfügen über ein deutlich höheres
Einkommen als Hörer von Klassik Radio. Der Schulabschluss und das
Geschlecht haben keinen Einfluss auf die Wahl des
Klassikprogramms. Beide Programme werden von höher Gebildeten
gehört. Kaum Einfluss hat das Allein- oder Zusammenleben der
Personen.268
Auch wurden in dieser Studie die Motive abgefragt, die zum Hören
eines Programms führen. Die Exklusivhörer von Klassik Radio hören
das Programm gerne zur „Untermalung anderer Tätigkeiten“. Dieses
Motiv kommt bei den NDR 3 Hörern seltener vor, sie lassen sich daher
intensiver und bewusster auf das Medium ein. Das Motiv „Radiohören
als Entspannung“ gilt vornehmlich bei Exklusivhörern von Klassik
Radio, ihnen kommt das Programmkonzept von Klassik Radio mit den
nur kurzen und bekannten Werkteilen – so die Autoren – entgegen.
Das Programm von NDR 3 ist mehr auf Information im Bereich
268 Ebd., S. 342.
94
klassischer Musik ausgerichtet. Ein drittes Motiv ist das „Durchbrechen
von Stille“. Dieses Motiv tritt bei Exklusivhörern von Klassik Radio
stärker als bei Exklusivhörern von NDR 3 auf. Es steht mit dem Motiv
„Untermalung anderer Tätigkeiten“ eng in Verbindung, dieses
Nebenbeihören macht den Hörfunk zum Tagesbegleiter.
Die beiden Exklusivhörergruppen unterscheiden sich daher in ihrem
situationsabhängigen Handeln. Zudem haben die Hörer von Klassik
Radio einen stärkeren Bezug zum Fernsehen als die Hörer von NDR
3.269
Die Exklusivhörer von Klassik Radio sind auch Hörer von anderen
privaten Programmen, zum Beispiel Radio Hamburg, OK Radio, Alster
Radio, Jazz Welle Plus. Die meisten privaten Programme sind
Formatradios, daher ist also die Formatierung eines Radioprogramms
entscheidend für die Programmwahl. Exklusivhörer von NDR 3
bevorzugen, wenn sie andere Radioprogramme hören, die öffentlich-
rechtlichen Hörfunkprogramme, zum Beispiel NDR 1, NDR 2, NDR 4
und Deutschlandfunk. Exklusivhörer von NDR 3 haben zudem ein
größeres Interesse an Wortbeiträgen.270
Exklusivhörer-Gruppen ziehen auch die Art der Präsentation, den
Anspruch und das Niveau mit dem in der Moderation Musik
dargeboten wird zu ihrer Wahl heran. NDR 3 Exklusivhörer hören
seltener als Klassik Radio-Exklusivhörer Unterhaltungsmusik,
Schlager- oder Pop- und Rock-Musik. Sie verfügen meist über gewisse
Kenntnisse im Bereich klassischer Musik. Exklusivhörer von Klassik
Radio hören Musik als tägliche Freizeitbeschäftigung.271
Fazit dieser Studie ist: Die soziodemografischen Merkmale erlauben
nur eine unzureichende Unterscheidung der Exklusivhörer-Gruppen
von Klassik Radio und NDR 3. Die Einteilung in die Exklusivhörer-
Gruppe kann jedoch über das Mediennutzungsverhalten erfolgen. Die
Hörer von Klassik Radio wünschen sich Musik zum Nebenbeihören,
ein Programm mit wenigen Wortbeiträgen. Die NDR 3 Exklusivhörer
sind auch interessiert an den Wortbeiträgen. Nach Meinung der
269 Ebd., S. 343.
270 Ebd., S. 344.
271 Ebd., S. 344ff.
95
Autoren bilden NDR 3 und Klassik Radio eine gelungene Ergänzung
für den Hörermarkt in Hamburg.272
272 Ebd., S. 346ff.
96
3.4 Klassik-Programme im Einzelnen
Insgesamt neun Programme mit klassischer Musik der jeweiligen
öffentlich-rechtlichen Landesanstalten können terrestrisch über UKW
aber auch über Kabel und Satellit gehört werden. Bundesweit
terrestrisch empfangbar sind darüber hinaus die zwei Programme des
DeutschlandRadios. Der private Sender Klassik Radio kann sein
Programm in wenigen Gebieten Deutschlands terrestrisch über UKW
anbieten, ansonsten ist er bundesweit über Kabel bzw. europaweit
über Satellit zu empfangen.
3.4.1 Bayern 4 Klassik
3.4.1.1 Selbstdarstellung273
Bayern 4 Klassik hat das Motto „Klassik zum Hinhören“. Das Angebot
umfasst klassische Musik, Live-Übertragungen von Festivals, aus
Opernhäusern und Konzertsälen der ganzen Welt, unter anderem
Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, des
Münchner Rundfunkorchesters, des Chors des Bayerischen Rund-
funks, Musik von Veranstaltungen wie „Kissinger Sommer“, „Sommer-
konzerte zwischen Donau und Altmühl“ oder „Richard-Strauss-Tage“ in
Garmisch. Hinzu kommen Nachrichten neunmal am Tag zur vollen
Stunde. Zwischen 24.00 und 6.00 Uhr wird das Nachtprogramm der
ARD-Anstalten gesendet. Die Zielgruppe sind Freunde klassischer
Musik, ausgewiesene Klassik-Kenner wie auch ein breites Publikum.
Bayern 4 Klassik wird vom Bayerischen Rundfunk charakterisiert als
„ein besonderes Programm für ein besonderes Publikum“.
273 Die inhaltlichen Angaben unter dem Punkt Selbstdarstellung unter Bay-
ern 4 Klassik sowie fortlaufend bei den anderen Programmen geben die
Bezeichnungen und den Wortlaut der jeweiligen Sender wieder. Diese
sind aus verschiedenen Broschüren oder den Internet-Auftritten der je-
weiligen Sender entnommen. Nach dem Umfang dieser Informationen
richtet sich auch die Länge des Inhalts unter dem Punkt Selbstdarstel-
lung. Unter diesem Punkt sind auch Äußerungen aus der Sekundärlitera-
tur aufgenommen, zum Beispiel von Autoren, die bei den jeweiligen
Sendern beschäftigt sind. Zu Bayern 4 Klassik vgl. Bayerischer Rund-
funk (Hg.): Portrait Bayerischer Rundfunk, München 1997, S. 12 und S.
47, www.br-online.de, 07.04.2000 und FID Verlag GmbH: Kabel & Satel-
lit Spots Planungsdaten Hörfunk, Deutschland/Österreich/Schweiz, Bonn
1999, S. 194.
97
Gesendet wird klassische Musik aus allen Epochen der Musikge-
schichte, dabei bilden Meisterwerke der Klassik und Romantik den
Programmschwerpunkt. Zu bestimmten Zeiten gibt es auch Jazzmusik.
Bayern 4 Klassik startete sein Programm am 4. Oktober 1980, es war
das erste E-Musik-Spartenprogramm in Deutschland. Seit dem 5. Ok-
tober 1985 läuft es als Vollprogramm. Es ist das einzige öffentlich-
rechtliche Programm mit klassischer Musik, in dem Werbung gesendet
wird, immer montags bis samstags von 9.27 bis 9.30 Uhr.
Der Grund für den Aufbau dieses Programms sei gewesen, dass die
E-Musik beim BR seit jeher einen besonders hohen Stellenwert hatte,
was sich auch an der Unterhaltung von drei Klangkörpern zeigt. Zu-
dem habe der BR erkannt, dass die Zukunft des Hörfunks neben den
Massenprogrammen in spezialisierten Spartenprogrammen liegt.274
Außerdem will der BR mit diesem Programm ein unüberhörbares Be-
kenntnis zum Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks abge-
ben:
„In diesem Programm soll sich Musikkultur ereignen ohne be-
sondere Rücksicht auf Einschaltquoten und sonstige Zwänge
eines Massenprogramms.“275
Bei Bayern 4 Klassik wird vornehmlich Mozart, Beethoven, Bach,
Brahms, Mahler gespielt, „all das eben, was sich 95 Prozent der Hörer
wünschen, wenn sie klassische Musik hören wollen“276. Neben großen
Sinfonie-Konzerten, renommierten Orchestern, namhaften Dirigenten
sei aber „auch noch Platz für Neues, Interessantes, Unbekanntes, das
dem Publikum vorgestellt und nähergebracht werden soll“277. Die Pro-
grammverantwortlichen versuchen, einen Mittelweg einzuschlagen.
Positive Meinungen äußern auch Externe: Bayern 4 Klassik strahle für
das Zielpublikum ein Ganztagsprogramm auch zum beiläufigen Hören
aus278 und:
274 Vgl. Udo Reiter: „Bayern 4 Klassik“, in: Arnold, Bernd-Peter und Sieg-
fried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjourna-
lismus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991,
S. 107. Reiter war 1991 Hörfunk Programmdirektor beim BR.
275 Ebd.
276 Ebd., S. 108.
277 Ebd.
278 Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Rundfunk, S. 121.
98
„Spätestens seit ´Bayern 4 Klassik´ erfüllt die E-Musik eine der
U-Musik vergleichbare Tagesbegleitfunktion innerhalb des Ra-
dios. Sie ist damit aus dem Kontext der reinen Einschaltpro-
gramme herausgetreten. Die Entstehung privater Klassikpro-
gramme ... bestätigt diesen Trend.“279
3.4.1.2 Programmleistung
Bayern 4 Klassik:
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 499.937 97,7
Ernste Musik 486.430 95,1
Leichte Musik 13.507 2,6
Wort 11.551 2,2
Politik 3.505 0,6
Kultur - -
Bildung - -
Unterhaltung - -
Hörspiele - -
Sport - -
Familienprogramm - -
Magazine - -
Sonstiges 8.046 1,6
Werbefunk 288 0,1
Gesamt 511.776 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 387.
279 Heinz Sommer: „Musik im Radio“, in: Arnold, Bernd-Peter und Siegfried
Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjournalismus.
Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main 1991, S. 162.
99
Bayern 4 Klassik hat einen äußerst hohen Musikanteil mit 97,7 Pro-
zent. Ein Wert, der bei privaten Programmen nicht für eine Lizensie-
rung reichen würde. 95,1 Prozent belaufen sich auf Ernste Musik, nur
2,6 Prozent auf Leichte Musik280. Der Politikanteil von 0,6 Prozent
stammt aus den Nachrichten, die neun Mal am Tag gesendet werden.
Unter Sonstiges fallen zum Beispiel Programmankündigungen, Veran-
staltungshinweise oder die Presseschau. Bayern 4 Klassik bietet keine
Sendungen aus den Bereichen Kultur, Bildung, Unterhaltung, Hörspie-
le, Familienprogramm und Magazine, das heißt also auch keine weite-
ren kulturellen, politischen oder wirtschaftlichen Informationen. Diese
Struktur führt in der Regel zu relativ geringen Programmkosten.281
3.4.1.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang zu finden.
Das Programm von Bayern 4 Klassik ist stark formatiert. Von Montag
bis Freitag sind - bis auf die Abende - die Sendeplätze identisch. Die
einzelnen Sendungen sind großflächig angelegt und dauern meist
mindestens eine Stunde. Dieses ermöglicht dem Hörer einen leichten
Überblick über das Gesamtprogramm. Auch die Samstage und Sonn-
tage folgen einem bestimmten Schema, sie weichen von den anderen
Wochentagen in Struktur und Inhalt nur geringfügig ab. Nur allein die
Abende sind unterschiedlich und lassen sich nicht schematisieren, so
erreicht man ein hohes Maß an Flexibilität für unterschiedlich lang an-
dauernde Konzerte oder Live-Aufführungen.
280 Die Begriffe „Ernste Musik“ und „Leichte Musik“ werden im ARD-
Jahrbuch nicht näher erläutert. Sie werden nicht nur bei Bayern 4 Klassik
verwendet, sondern bei allen öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen.
Sicherlich fallen unter „Ernste Musik“ Werke aus allen Gattungen klassi-
scher Musik, wie Kammermusik, Oper, Oratorium, Lied, Sinfonie und un-
ter „Leichter Musik“ sind sicher Musicalmelodien, Filmmusiken, Instru-
mentalmusiken, eventuell gemäßigte Popmusik zu fassen.
281 Je nach Kategorie sind die Kosten für Radiosendungen pro Minute sehr
unterschiedlich: Ernste Musik: 140,00 DM, Leichte Musik 23,00 DM, Kul-
tur 166,00 DM, Magazine 188,00 DM, Bildung 381,00 DM und Hörspiel
502,00 DM. Daten für Hörfunk 1998, vgl. www.mediendaten.de,
03.01.2000 und ARD (Hg.): ADR-Jahrbuch ´99, Hamburg 1999, S. 369.
100
3.4.1.4 Nutzung
Bayern 4 Klassik:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 339.000 368.000 291.000 297.000
Männer 150.000 177.000 130.000 100.000
Frauen 190.000 191.000 162.000 197.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Bayern 4 Klassik:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14-29 Jahre 52.000 17.000 16.000 12.000
30-49 Jahre 100.000 114.000 90.000 71.000
50+ Jahre 191.000 238.000 186.000 214.000
101
0
100.000
200.000
300.000
400.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29 Jahre
30-49 Jahre
50+ Jahre
Laut Media-Analyse 1999282 haben 297.000 Hörer bei dem Kriterium
Hörer gestern Bayern 4 Klassik eingeschaltet. Dieser Wert bewegt sich
annähernd bei dem Wert der Media-Analyse 1998/II, für 1997 und
1998/I ergaben sich schon einmal höhere Werte mit 339.000 und
368.000 Hörern (siehe Tabelle). Von den 297.000 Hörern der Media-
Analyse 1999 waren 100.000 männlich (34 Prozent) und 197.000
weiblich (66 Prozent).283 In den Jahren zuvor war der Anteil der weibli-
chen Hörer auch höher als der der männlichen, der Abstand war je-
doch nicht derart groß. Zu der Anzahl der Hörer gestern äußert sich
der Bayerische Rundfunk sehr positiv:
282 Die Grundlage für diese Media-Analyse 1999 sind 51.162 Interviews, die
als Grundgesamtheit die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in
Privathaushalten in Deutschland repräsentieren, insgesamt 63,779 Mio.
Erwachsene ab 14 Jahren. Die 1. Erhebungswelle fand vom 20. Sep-
tember bis 19. Dezember 1998 statt, die 2. Welle vom 3. Januar bis 27.
März 1999. Die Stichprobe repräsentiert 30.397.000 Männer (48 Pro-
zent) und 33.382.000 Frauen (52 Prozent). 13.662.000 (21 Prozent) sind
zwischen 14 und 29 Jahren alt, 22.176.000 (35 Prozent) zwischen 30
und 49 Jahren alt und 27.942.000 (44 Prozent) über 50 Jahre alt.
11.191.000 verfügen über Abitur oder Studium (18 Prozent), 20.693.000
waren auf einer weiterführenden Schule, haben aber kein Abitur (32
Prozent), 23.171.000 waren auf einer Volks- oder Hauptschule und ha-
ben eine Lehre (36 Prozent) und 8.724.000 waren auf der Volks- oder
Hauptschule und haben keine Lehre (14 Prozent). 6.495.000 befanden
sich noch in der Ausbildung (10 Prozent), 33.386 waren berufstätig (52
Prozent) und 23.899.000 waren nicht berufstätig, Rentner oder Pensio-
näre (37 Prozent). 7.104.000 (11 Prozent) verfügten über ein monatli-
ches Haushaltsnettoeinkommen bis zu 2.000 DM, 13.876.000 (22 Pro-
zent) hatten 2.000 bis 3.000 DM, 14.721.000 (23 Prozent) hatten 3.000
bis unter 4.000 DM und 28.078.000 (44 Prozent) hatten 4.000 DM und
mehr. - Bei Additionen in einzelnen Kategorien können sich differieren-
de Werte auf Grund von Rundungsverlusten ergeben.
283 Vgl. Media-Analyse (MA) 1999, Hörer gestern, Geschlecht, Mo - So,
BRD.
102
„Mit rund 300.000 Hörern spricht Bayern 4 Klassik an einem
einzigen Tag mehr Klassikinteressierte an, als alle Kulturorche-
ster Deutschlands in sechs Wochen Besucher aufweisen.“284
Die Mehrzahl der Hörer von Bayern 4 Klassik ist über 50 Jahre alt, es
sind bei der MA 1999 214.000 oder 72 Prozent. 71.000 Hörer sind
zwischen 30 und 49 Jahren alt (24 Prozent) und 12.000 zwischen 14
und 29 Jahren alt (4 Prozent).285 Diese Verhältnisse treffen auch für
die MA 1998/I und 1998/II zu, für 1997 war jedoch der Anteil der jünge-
ren Hörer größer, der der älteren kleiner (siehe Tabelle).
Bayern 4 Klassik: Weitester Hörerkreis:
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 1.170.000 1.148.000 998.000 1.082.000
Männer 550.000 563.000 459.000 450.000
Frauen 620.000 585.000 540.000 632.000
0
400.000
800.000
1.200.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
284 Bayerische Rundfunkwerbung (Hg.): Bayern 4 Klassik. Bayerns Klassik-
programm und seine Hörer, München 1998, S. 10.
285 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
103
Bayern 4 Klassik:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14-29 Jahre 120.000 82.000 87.000 91.000
30-49 Jahre 350.000 361.000 309.000 330.000
50+ Jahre 700.000 704.000 602.000 661.000
0
400.000
800.000
1.200.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Der Weiteste Hörerkreis ergab bei der Media-Analyse als Gesamtzahl
der Hörer einen Wert von 1.082.000, davon waren 450.000 Männer
(42 Prozent) und 632.000 Frauen (58 Prozent).286 Die Tendenz des
Ergebnisses der Hörer gestern läßt sich auch im Weitesten Hörerkreis
erkennen, mehr Frauen als Männer hören das Programm, aber die
Differenz ist nicht besonders groß (siehe Tabelle). 61 Prozent
(661.000) der Hörer in der Kategorie Weitester Hörerkreis sind über 50
Jahre alt, 30 Prozent (330.000) sind zwischen 30 und 49 Jahren alt
und 8 Prozent (91.000) sind zwischen 14 und 29 Jahren alt.287 Diese
Gewichtung zeigt sich auch bei den früheren Media-Analysen (siehe
Tabelle).
286 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Geschlecht, Mo – So, BRD.
287 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
104
Bayern 4 Klassik:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 19.000 14.000 13.000 22.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 62.000 67.000 49.000 47.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 104.000 107.000 75.000 72.000
Abi/Hochschule/Studium 154.000 180.000 154.000 156.000
Bayern 4 Klassik:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 180.000 190.000 132.000 135.000
nicht berufstätig 156.000 173.000 151.000 160.000
in Ausbildung 3.000 6.000 9.000 2.000
Bayern 4 Klassik:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 6.000 4.000 1.000 4.000
1.500 – 2.000 DM 13.000 8.000 11.000 17.000
2.000 – 2.500 DM 25.000 20.000 15.000 10.000
2.500 – 3.000 DM 39.000 35.000 21.000 38.000
3.000 – 4.000 DM 47.000 54.000 50.000 66.000
4.000 DM und mehr 209.000 246.000 194.000 163.000
156.000 (53 Prozent) Hörer des Kriteriums Hörer gestern bei der MA
1999 haben Abitur oder ein Studium, 72.000 (24 Prozent) besuchten
eine weiterführende Schule, haben aber kein Abitur, 47.000 (16 Pro-
zent) waren auf der Volks- oder Hauptschule und haben eine Lehre
gemacht, 22.000 (7 Prozent) waren auf der Volks- oder Hauptschule
105
und haben keine Lehre.288 Diese Tendenz der Aufteilung ist auch in
den Jahren zuvor zu erkennen (siehe Tabelle).
Das Publikum von Bayern 4 Klassik ist kulturell interessiert und aktiv
sowie formal hochgebildet:
„Der Anteil derjenigen, die ihren formalen Bildungsweg mit Abi-
tur oder Studium beendet haben, ist fast dreimal so hoch wie in
der Gesamtbevölkerung. Entsprechend stark überproportional
vertreten sind die kaufkräftigen Konsumentengruppen der Selb-
ständigen, leitenden Angestellten und Spitzenverdiener.“289
Und eine weitere Feststellung zeigt:
„Charakteristisch für das Publikum von Bayern 4 Klassik ist sein
breites Interessenspektrum. Die Beschäftigung mit Malerei, Mu-
sik, Literatur, der Besuch von kulturellen Veranstaltungen sowie
das Kennenlernen fremder Kulturen auf Reisen zeichnen den
Bayern 4 Klassik-Hörer im Vergleich zum Durchschnitt der
bayerischen Bevölkerung aus. Der Lebensstil und die Lebens-
einstellungen der Bayern 4 Klassik-Hörer spiegeln sich in ihren
Freizeitinteressen wider. Sie sind nicht nur kulturell hochinteres-
siert, sondern stellen einen Personenkreis dar, der aufgrund
vielfältiger Interessen seine Freizeit aktiv gestaltet – allein oder
im Kreis von Familie und Freunden.“290
Der Anteil der berufstätigen und nicht-berufstätigen Hörer von Bayern
4 Klassik ist etwa gleich groß. Er lag bei der Media-Analyse 1999 bei
45 Prozent (Berufstätige) und 54 Prozent (nicht Berufstätige). 1 Pro-
zent der Hörer befand sich noch in der Ausbildung.291 Als Vergleich
dazu betrug der Wert bei der Media-Analyse 1998/I für berufstätige
Hörer 51 Prozent und für nicht berufstätige 45 Prozent (siehe Tabelle).
Das Haushaltsnettoeinkommen lag bei der Media-Analyse 1999 für
163.000 Hörer (55 Prozent) und 66.000 (22 Prozent) über 4.000 DM
bzw. zwischen 3.000 und 4.000 DM.292 Auch in den Jahren zuvor wa-
ren diese Einkommensklassen die am höchsten vertretenen (siehe
Tabelle).
288 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
289 Bayerische Rundfunkwerbung (Hg.): BRW-Info. MA 99 Radio, München
1999, S. 18.
290 Bayerische Rundfunkwerbung (Hg.): Bayern 4 Klassik. Bayerns Klassik-
programm und seine Hörer, München 1998, S. 18.
291 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
292 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo - So, BRD.
106
Bayern 4 Klassik:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 135 137 145 133
Männer 139 135 131 134
Frauen 131 139 157 132
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich hörten die Hörer von Bayern 4 Klassik 133 Minuten ihr
Programm am Tag, die Männer waren mit 134, die Frauen mit 132 Mi-
nuten dabei.293 Dieser Wert der Verweildauer lag in den vergangenen
Studien etwa auf einem ähnlichen Niveau: Bei der Media Analyse
1998/I waren es 137 Minuten, bei der Media-Analyse 1998/II 145 Mi-
nuten. Generell läßt sich nicht sagen, ob die Männer oder die Frauen
länger Bayern 4 Klassik hören (siehe Tabelle). Bei der Media-Analyse
1999 ist das Ergebnis der Verweildauer nach Altersgruppen für die
einzelnen Gruppen durchaus ähnlich: Die 14 – 29 Jahre alten Hörer
hören durchschnittlich 121 Minuten Bayern 4 Klassik, die 30 – 49 Jah-
re alten Hörer 127 Minuten und die über 50jährigen Hörer 135 Minuten
ihr Programm.294 Verglichen mit den letzten Jahren hören die älteren
Hörer generell länger Bayern 4 Klassik als die jüngeren Hörer (siehe
Tabelle).
293 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Geschlecht, Mo – So, BRD.
294 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
107
Bayern 4 Klassik:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 97 110 84 121
30 – 49 Jahre 114 116 108 127
50+ Jahre 144 149 169 135
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Bayern 4 Klassik: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Ergebnisse des BR-Hörfunk-Trends in Auswahl295
Bei der 24. Welle des Hörfunk-Trends vom Bayerischen Rundfunk,
einer hausinternen Repräsentativbefragung, die im Juni/Juli 1998 statt-
fand, wurden Fragen zur Affinität der bayerische Bevölkerung zu klas-
sischer Musik und zur Akzeptanz von Bayern 4 Klassik gestellt. Der
295 Wie unter 3.3 erwähnt sind dies Informationen des Bayerischen Rund-
funks zu Bayern 4 Klassik, die für diese Arbeit freundlicherweise zur Ver-
fügung gestellt wurden. Es werden in dieser Arbeit nur ausgewählte Er-
gebnisse wiedergegeben. Die Bewertungen zu den einzelnen statisti-
schen Ergebnissen wurden von der Autorin vorgenommen. Ein Teil der
Ergebnisse des Hörfunk-Trends sind in einer Broschüre vom Bayeri-
schen Rundfunk publiziert worden: Bayerische Rundfunkwerbung (Hg.):
Bayern 4 Klassik. Bayerns Klassikprogramm und seine Hörer, München
1998. Die Darstellung zielt jedoch, da sie speziell für Werbekunden ge-
dacht ist, in erster Linie auf den Bayern 4 Klassik-Hörer als Konsumen-
ten ab.
108
Hörfunk-Trend ist repräsentativ für die Bevölkerung ab 14 Jahren in
Bayern. Die Stichprobe umfaßte 1.502 Befragte.
Auf die Frage „Wie häufig hören Sie im allgemeinen klassische Musik,
egal ob in Konzerten, auf CDs, Musikkassetten, LPs oder im Radio?“,
die für die Nutzungshäufigkeit von klassischer Musik allgemein steht,
ergab die Antwort: 4 Prozent hören klassische Musik täglich bzw. fast
täglich, 12 Prozent mehrmals in der Woche, 10 Prozent einmal in der
Woche, 10 Prozent alle paar Wochen, 5 Prozent alle paar Monate, 15
Prozent seltener und 44 Prozent nie. Fasst man die ersten drei Kate-
gorien zusammen, so hören 24 Prozent der Bevölkerung regelmäßig
klassische Musik. Die Frauen sind bei diesen Kategorien ein wenig
häufiger vertreten als die Männer.
Zur Nutzungshäufigkeit von klassischer Musik im Radio wurde folgen-
de Frage gestellt: „Hören Sie selbst zumindest gelegentlich auch im
Radio klassische Musik?“ 28 Prozent beantworteten diese Frage mit
ja, 26 Prozent mit nein, 41 Prozent mit seltener oder nie und 5 Prozent
hörten kein Radio. Dabei war die Anzahl der Antworten von Männern
und Frauen ungefähr gleich.
Zu den Aussagen zu klassischer Musik ergaben sich diese Daten: Die
Frage lautete: „Stimmen Sie folgenden Aussagen ´voll und
ganz/weitgehend´ zu?“
- Ich mag Kompositionen, die nachvollziehbare Stimmungen und
Ereignisse beschreiben, wie beispielsweise Smetanas “Die Mol-
dau”: 73 Prozent stimmten dieser Behauptung voll und
ganz/weitgehend zu.
- An schönen Opernstimmen kann ich mich immer begeistern: 59
Prozent stimmten dem voll und ganz/weitgehend zu.
- Ich mag klassische Musik, wenn sie heiter und beschwingt ist
wie z. B. bei Vivaldi: 80 Prozent stimmten dem voll und
ganz/weitgehend zu.
- Klassische Musik höre ich in der Regel ganz bewußt und kon-
zentriert: Zustimmung von 71 Prozent.
- Klassische Musikwerke höre ich am liebsten vollständig, also
zum Beispiel eine ganze Symphonie, statt einzelner besonders
populärer Sätze: Hier stimmten 41 Prozent zu.
109
Dieses Ergebnis zeigt, dass Werke, die eine positive Grundstimmung
vermitteln, besonders gerne gehört werden. Zudem ist die Bereitschaft
zum konzentrierten Zuhören gegeben und die Hörer hören lieber ein
ganzes Werk, als einzelne populäre Sätze.
In der 23. Welle des BR-Hörfunk-Trends, die im März 1998 stattfand,
wurde das Einschaltverhalten zu Bayern 4 Klassik abgefragt. Die
Stichprobe umfasste 1.501 Befragte, davon war eine Teilgruppe mit
133 Bayern 4 Klassik-Hörern in den letzten 14 Tagen.
35 Prozent schalten Bayern 4 Klassik gezielt bei einzelnen Sendungen
ein, 33 Prozent davon sind männliche Hörer, 20 Prozent weibliche. 75
Prozent hören Bayern 4 Klassik unabhängig davon, was gerade
kommt, davon sind 67 Prozent männlich und 80 Prozent weiblich. Die-
ses ergibt, dass mehr als zwei Drittel der Hörer das Programm einfach
einschalten und nicht gezielt auswählen. Wenn ausgewählt wird, so
wird dieses mehr von Männern getan als von Frauen.
Es wurde die Frage gestellt, was an Bayern 4 Klassik besonders gut
gefällt, mehrere Antworten waren möglich. Die meisten Nennungen: 65
Prozent gefällt die Musikrichtung, sie sind Klassikfans (davon sind 76
Prozent Männer und 54 Prozent Frauen), 12 Prozent mögen die Opern
(davon 8 Prozent Männer und 17 Prozent Frauen) und 10 Prozent
können bei diesem Programm entspannen und abschalten (davon 9
Prozent Männer und 11 Prozent Frauen).
Auf die Frage, was nicht so gut gefällt, antworteten 58 Prozent mit
nichts Negatives oder machten keine Angabe. Nur 4 Prozent der Hörer
missfiel die Werbung.
Zur Beurteilung von Bayern 4 Klassik ergab sich auf die Frage: “Bitte
sagen Sie mir zu jeder Meinung, ob Sie ihr ´voll und ganz/weitgehend´
zustimmen?” 87 Prozent sind der Meinung Bayern 4 Klassik habe „vie-
le interessante Sendungen“, 85 Prozent sehen in dem Programm eine
„notwendige Alternative zum Einerlei der Programmangebote“, 91 Pro-
zent halten das Programm für „unterhaltsam“, 45 Prozent halten es für
„informativ“, 88 Prozent schätzen Bayern 4 Klassik als „anspruchsvoll“
ein und 18 Prozent ist es zu „elitär“. Damit entspricht Bayern 4 Klassik
den Vorstellungen der Hörer, sie äußern sich positiv über das Pro-
110
gramm. Dass es zu elitär sein könnte, wird nur von fast einem Fünftel
geäußert.
111
3.4.2 hr 2
3.4.2.1 Selbstdarstellung296
Das Motto von hr 2 lautet „vielfalt in kultur“. hr 2 bietet ernste Musik
und Sendungen aus allen Bereichen der Kultur, Konzert- und Festival-
Übertragungen sowie Jazzkonzerte, aber auch Hörspielreihen, Lesun-
gen oder Sendereihen über neue Musik. Das Programm vermittelt Zu-
gänge zu Wissenswertem und erwartet von den Hörern Neugier und
Bereitschaft zum Zuhören. hr 2 informiert über das aktuelle Kulturge-
schehen morgens, mittags und abends, liefert Hintergründiges zu
wichtigen gesellschaftlichen Themenfeldern.
In erster Linie wird klassische Musik gesendet. Aber die Vielfalt der
Stile und Arten entspricht der Vielfalt von hr 2, von der klassischen
Musik über Jazz und Rock-Musik sowie Klängen aus musikalischen
Grenzbereichen.
Das Programm hr 2 engagiert sich auch als Veranstalter oder Mit-
Veranstalter von verschiedenen Konzerten, Ausstellungen oder Le-
sungen. Er ist beispielsweise Medienpartner des Rheingau-Musik-
Festivals.
3.4.2.2 Programmleistung
hr 2,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 387.146 76,3
Ernste Musik 371.673 73,5
Leichte Musik 15.473 3,0
Wort 118.880 23,5
296 Vgl. www.hr-online.de, 06.04.2000, 31.07.2000 und Hessischer Rund-
funk (Hg.): hr. Der Hessischer Rundfunk, Frankfurt/Main o.J. (Broschü-
re).
112
Politik 11.539 2,3
Kultur 67.140 13,3
Bildung 17.784 3,5
Unterhaltung 840 0,2
Hörspiele 9.216 1,8
Sport - -
Familienprogramm 10.373 2,0
Magazine - -
Sonstiges 1.988 0,4
Werbefunk - -
Gesamt 506.026 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 387.
Bei hr 2 sind 76,3 Prozent Musik, davon 73,5 Ernste Musik und 3,0
Leichte Musik. 23,5 Prozent entfallen auf das Wort. Beim Wortanteil
dominiert der Bereich Kultur mit 13,3 Prozent. Vertreten sind außer-
dem Bildung, Hörspiele und Familienprogramme. Der Politikanteil mit
2,3 Prozent bezieht sich in erster Linie auf die Nachrichten.
3.4.2.3 Programmschema
Detailliert ist das Programmschema im Anhang zu finden.
Das Wochenprogramm von Montag bis Freitag folgt einem ähnlichen
Schema. Der Morgen bringt viel Musik, um die Mittagszeit herum
überwiegen Wortbeiträge, wie Kulturberichte, Lesungen oder Bil-
dungsmagazine. Nachmittags dominiert wieder Musik, der Spätnach-
mittag unterscheidet sich in den Wochentagen, er ist Journalen zu un-
terschiedlichen Themen vorbehalten. Abends gibt es je nach Wochen-
tag Konzerte, Hörspiel oder Funkkolleg. Der Samstag unterscheidet
sich von den Wochentagen. An diesem Tag ist neben viel Musik Raum
113
für Kinder- und Sprachsendungen, am Abend wird eine Oper gesen-
det. Der Sonntag hat ebenfalls ein von den anderen Tagen unter-
schiedliches Programm. Am Nachmittag ist Zeit für Hörspiel und
Wunschkonzert. Am späten Abend stehen Jazz und ein Krimi auf dem
Programm.
3.4.2.4 Nutzung
hr 2: Hörer gestern:
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 77.000 99.000 120.000 138.000
Männer 34.000 50.000 61.000 68.000
Frauen 43.000 50.000 58.000 70.000
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
114
hr 2: Hörer gestern:
Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 - 29 Jahre 10.000 15.000 12.000 17.000
30 - 49 Jahre 29.000 45.000 42.000 26.000
50+ Jahre 39.000 39.000 65.000 95.000
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
138.00 Hörer hörten bei dem Kriterium Hörer gestern durchschnittlich
hr 2. Davon sind 68.000 Männer (49 Prozent) und 70.000 Frauen (51
Prozent).297 Die Gesamtzahl der Hörer gestern ist in den letzten Jah-
ren kontinuierlich gestiegen. Der Anteil der Männer und Frauen war
dabei etwa gleich groß (siehe Tabelle).
69 Prozent der Hörer gestern war über 50 Jahre alt, 19 Prozent zwi-
schen 30 und 49 Jahren und 12 Prozent zwischen 14 und 29 Jahren
alt.298 Der Anteil der älteren Hörergruppe war in den Jahren zuvor nicht
derart hoch (siehe Tabelle).
297 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Geschlecht, Mo – So, BRD.
298 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
115
hr 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 466.000 565.000 584.000 475.000
Männer 258.000 327.000 323.000 242.000
Frauen 208.000 238.000 261.000 234.000
0
250.000
500.000
750.000
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
hr 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 56.000 80.000 70.000 52.000
30 – 49 Jahre 143.000 192.000 204.000 162.000
50+ Jahre 267.000 293.000 310.000 262.000
116
0
250.000
500.000
750.000
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Beim Weitesten Hörerkreis zeigt sich folgendes Bild: Die Gesamtzahl
lag bei der Media-Analyse 1999 bei 475.000 Hörern, davon waren
242.000 Männer (51 Prozent) und 234.000 Frauen (49 Prozent).299 In
den Jahren zuvor schwankte die Hörerzahl von 466.000 auf 565.000
auf 585.000 und zurück auf 475.000 (siehe Tabelle). Damit läßt sich
die stetig steigende Tendenz bei den Hörer gestern nicht auf den Wei-
testen Hörerkreis übertragen. Der Anteil der Frauen war immer mehr
oder weniger leicht geringer als der Anteil der Männer. Betrachtet man
die Altersstruktur, so ergibt sich über die Jahre ein einheitlicheres Bild
als bei den Hörer gestern. Die Altersgruppe der über 50jährigen ist
dabei immer am höchsten vertreten gewesen (siehe Tabelle). Die Me-
dia-Analyse 1999 ergab, dass 55 Prozent der Hörer des Weitesten
Hörerkreises über 50 Jahre alt sind, 34 Prozent sind zwischen 30 und
49 Jahren alt und 11 Prozent sind zwischen 14 und 29 Jahren alt.300
299 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Geschlecht, Mo – So, BRD.
300 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
117
hr 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 7.000 8.000 15.000 10.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 29.000 47.000 53.000 32.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 18.000 15.000 20.000 55.000
Abi/Hochschule/Studium 23.000 29.000 32.000 41.000
hr 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 48.000 57.000 56.000 75.000
nicht berufstätig 23.000 38.000 60.000 53.000
in Ausbildung 6.000 5.000 3.000 10.000
hr 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 3.000 1.000 1.000 4.000
1.500 - 2.000 DM 3.000 4.000 6.000 11.000
2.000 - 2.500 DM 3.000 6.000 11.000 11.000
2.500 - 3.000 DM 14.000 11.000 8.000 8.000
3.000 - 4.000 DM 14.000 26.000 33.000 14.000
4.000 DM und mehr 40.000 52.000 60.000 90.000
Beim Ausbildungsstand zeigt sich, dass bei den Hörer gestern 41.000
Hörer (30 Prozent) Abitur oder Studium haben, 55.000 Hörer (40 Pro-
zent) haben eine weiterführende Schule besucht, aber kein Abitur ge-
macht, 32.000 Hörer (23 Prozent) waren auf der Volks- oder Haupt-
schule und haben eine Lehre absolviert und 10.000 Hörer (7 Prozent)
118
waren auf der Volks- oder Hauptschule und haben keine Lehre.301 Die
prozentuale Verteilung auf die einzelnen Kategorien differiert nicht all-
zu stark. Es läßt sich nicht verallgemeinern, dass die Hörer von hr 2
überwiegend zu den Höhergebildeten gehören.
54 Prozent der Hörer gestern von hr 2 waren laut Media-Analyse 1999
nicht berufstätig, 39 Prozent waren berufstätig und 7 Prozent befanden
sich noch in der Ausbildung.302
Der überwiegende Teil der hr 2 Hörer gehört zu den Besserverdienen-
den: Bei der Media-Analyse 1999 waren es 65 Prozent, die 4.000 DM
und mehr verdienten. 10 Prozent lagen zwischen 3.000 und 4.000 DM,
6 Prozent zwischen 2.500 und 3.000 DM, 8 Prozent zwischen 2.000
und 2.500 DM, weitere 8 Prozent zwischen 1.500 und 2.000 DM und 3
Prozent verdienten bis 1.500 DM.303
hr 2:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 134 122 102 109
Männer 172 105 78 79
Frauen 105 139 126 138
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
301 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
302 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
303 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
119
Die Verweildauer lag bei der Media-Analyse 1999 bei 109 Minuten. 79
Minuten hörten die Männer hr 2, 138 Minuten die Frauen.304 Bei den
Media-Analysen 1998/I und 1998/II zeigte sich ein ähnliches Bild, mehr
aus dem Rahmen fällt das Ergebnis der Media-Analyse 1997: Hier lag
die Verweildauer mit 134 Minuten am höchsten, die Männer hörten mit
172 äußerst lange das Programm (siehe Tabelle). Berechnet auf das
Alter hörten bei der Media-Analyse 1999 die 14 bis 29jährigen 84 Mi-
nuten hr 2, die 30 bis 49jährigen 173 Minuten und die über 50jährigen
95 Minuten. Auffallend ist, dass die mittlere Altersgruppe mit Abstand
die Gruppe ist, die am längsten hr 2 hört.
hr 2:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 87 36 37 84
30 – 49 Jahre 171 158 129 173
50+ Jahre 119 113 96 95
304 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Geschlecht, Mo – So, BRD.
120
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
hr 2: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
121
3.4.3 MDR Kultur
3.4.3.1 Selbstdarstellung305
MDR Kultur bezeichnet sich als „Das Zuhör Radio“. Das Angebot von
MDR Kultur liegt bei Wortbeiträgen, Magazinen, Hörspielen, Features,
Lesungen, Wunschkonzerten, Rätselsendungen, Kinderfunk und Über-
tragungen von Konzerten. Informative und kulturelle Wortbeiträge wer-
den mit Musik aller Zeiten, Genres, Stile und Präsentationsformen ge-
mischt:
„MDR Kultur mischt künstlerisches und kulturelles Wort mit E-
Musik aller Zeiten, Genres und Stile. Operette, Jazz und ethno-
graphische Musik ergänzen das Repertoire, wobei der Musikan-
teil im Programm bei etwa 70 % liegt.“306
Es wird klassische Musik, auch Operette, Musical, Volksmusik, Jazz,
Folk gesendet. Aufnahmen mit dem MDR-Sinfonieorchester und dem
MDR-Chor werden ebenso gesendet wie Aufnahmen mit Orchestern,
Gruppen und Solisten aus Mitteldeutschland und von internationalen
Konzertereignissen.
3.4.3.2 Programmleistung
MDR Kultur,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 362.125 68,9
Ernste Musik 343.302 65,3
Leichte Musik 18.823 3,6
Wort 163.475 31,1
305 Vgl. MDR (Hg.): mdr Kultur. Das Zuhör Radio, Leipzig 1997 (Broschüre).
306 Dr. Detlef Rentsch: „Das Modell MDR Kultur“, in: WDR (Hg.): Kultur im
Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusammen-
arbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994 in
Köln, Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 68. Rentsch war
1994 bei MDR Kultur.
122
Politik - -
Kultur 100.648 19,1
Bildung 4.985 1,0
Unterhaltung 15.025 2,9
Hörspiele 33.727 6,4
Sport - -
Familienprogramm 3.411 0,6
Magazine - -
Sonstiges 5.679 1,1
Werbefunk - -
Gesamt 525.600 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 388f.
MDR Kultur hat einen relativ hohen Wortanteil mit fast einem Drittel
des gesamten Programms, genau mit 31,1 Prozent. Im Wortbereich
fällt auf die Kultur das größte Gewicht mit 19,1 Prozent. Auch Hörspie-
le werden gesendet, ihr Volumen am Gesamtprogramm beträgt 6,4
Prozent. Die gesendeten Nachrichten werden nicht unter Politik einge-
ordnet, sie finden sich in den anderen Wortrubriken wieder. Auch für
Unterhaltung und Bildung sind Sendezeiten eingeplant. Bei dem Mu-
sikanteil von 68,9 Prozent entfällt auf Ernste Musik 65,3 und auf Leich-
te Musik 3,6 Prozent.
3.4.3.3 Programmschema
Detailliert ist das Programmschema im Anhang aufgeführt.
MDR Kultur hat ein wiederkehrendes Schema, von Montag bis Freitag
ist die Programmabfolge identisch, nur am Abend wechseln die Pro-
grammteile je nach Wochentag. Am Vormittag gibt es mit „Figaro
Das Journal am Morgen“ und „Pasticcio – Musik und Informationen“
zwei Blöcke, die Magazincharakter haben. Jeden Nachmittag sind drei
123
Stunden für das Wunschkonzert reserviert, am Spätnachmittag ist
noch einmal ein Journal zu hören. Am Abend werden je nach Wochen-
tag Konzerte, Hörspiele, Features, Jazz oder Folkmusik gesendet. Der
Samstag und Sonntag übernimmt viele Teile aus dem Wochenplan,
wie etwa am Samstag die Magazine am Morgen. Am Samstag und
Sonntag gibt es nachmittags wie auch in der Woche gewohnt das
Wunschkonzert (am Wochenende eine Stunde kürzer), am frühen
Abend wird an beiden Tagen eine halbe Stunde Programm speziell für
Kinder ausgestrahlt. Nachrichten werden in der gesamten Woche fast
zu jeder Stunde gesendet.
3.4.3.4 Nutzung
MDR Kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 96.000 85.000 88.000 107.000
Männer 43.000 33.000 29.000 47.000
Frauen 53.000 52.000 59.000 60.000
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
124
MDR Kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 - 29 Jahre 20.000 11.000 9.000 8.000
30 - 49 Jahre 16.000 20.000 25.000 23.000
50+ Jahre 59.000 54.000 55.000 76.000
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
MDR Kultur hat durchschnittlich 107.000 Hörer gestern laut Media-
Analyse 1999. Davon sind 47.00 Männer (44 Prozent) und 60.000
Frauen (56 Prozent).307 Die Hörerzahlen insgesamt sind in den letzten
Jahren leicht gestiegen, es hörten immer mehr Frauen als Männer das
Programm (siehe Tabelle). Die meisten Hörer von MDR Kultur sind
über 50 Jahre alt, laut Media-Analyse 1999 waren es 76.000 (71 Pro-
zent), 23.000 Hörer (21 Prozent) sind zwischen 30 und 49 Jahren alt
und 8.000 Hörer (8 Prozent) sind zwischen 14 und 29 Jahren alt.308
307 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
308 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
125
MDR Kultur:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 323.000 356.000 397.000 408.000
Männer 168.000 171.000 169.000 206.000
Frauen 155.000 185.000 227.000 202.000
0
150.000
300.000
450.000
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
MDR Kultur:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 58.000 71.000 82.000 36.000
30 – 49 Jahre 93.000 112.000 117.000 134.000
50+ Jahre 171.000 173.000 198.000 238.000
126
0
150.000
300.000
450.000
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Dass immer mehr Frauen als Männer MDR Kultur hören, läßt sich al-
lerdings bei der Betrachtung des Weitesten Hörerkreises nicht bestäti-
gen. Hier wechselte das Verhältnis in den letzten Jahren (siehe Tabel-
le). Die Media-Analyse 1999 ergab, dass von den 408.000 Hörern des
Weitesten Hörerkreises 49 Prozent Frauen waren und 51 Prozent
Männer.309 Der Blick auf die Altersstruktur zeigt ein ähnliches Bild wie
bei Hörer gestern: Die Mehrzahl der Hörer beim Weitesten Hörerkreis
liegt über 50 Jahre. Bei der Media-Analyse 1999 waren es 58 Prozent,
33 Prozent waren zwischen 30 und 49 Jahren und 9 Prozent zwischen
14 und 29 Jahren alt.310
MDR Kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 0 0 0 5.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 21.000 9.000 10.000 18.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 27.000 39.000 25.000 24.000
Abi/Hochschule/Studium 48.000 38.000 53.000 60.000
MDR Kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
309 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
310 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
127
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 38.000 38.000 43.000 50.000
nicht berufstätig 42.000 39.000 39.000 52.000
in Ausbildung 16.000 9.000 6.000 5.000
MDR Kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 20.000 11.000 6.000 6.000
1.500 - 2.000 DM 9.000 13.000 8.000 3.000
2.000 - 2.500 DM 12.000 11.000 9.000 20.000
2.500 - 3.000 DM 7.000 11.000 10.000 10.000
3.000 - 4.000 DM 23.000 20.000 26.000 37.000
4.000 DM und mehr 23.000 19.000 29.000 32.000
56 Prozent der MDR Kultur-Hörer haben laut MA 1999 Abitur oder ein
Studium, 22 Prozent besuchten eine weiterführende Schule ohne Abi-
tur, 17 Prozent waren auf der Volks- oder Hauptschule und haben eine
Lehre und 5 Prozent waren auf der Volks- oder Hauptschule und ha-
ben keine Lehre.311 47 Prozent der Hörer sind berufstätig, 49 Prozent
sind nicht berufstätig und 4 Prozent befinden sich in der Ausbildung.312
32.000 Hörer (30 Prozent) verfügen über ein monatliches Haushalts-
nettoeinkommen von über 4.000 DM, 37.000 Hörer (35 Prozent) haben
zwischen 3.000 und 4.000 DM, 10.000 Hörer (9 Prozent) besitzen zwi-
schen 2.500 und 3.000 DM und 20.000 Hörer (19 Prozent) zwischen
2.000 und 2.500 DM. 3.000 Hörer (3 Prozent) haben zwischen 1.500
und 2.000 DM zur Verfügung und 6.000 Hörer (6 Prozent) bis 1.500
DM.313 Die Anteile der einzelnen Einkommensgruppen liegen gerade
im höheren Bereich nicht so weit auseinander.
311 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
312 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
313 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
128
MDR Kultur:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 106 121 134 167
Männer 107 97 131 148
Frauen 105 137 135 182
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich hörten die MDR Kultur-Hörer 167 Minuten ihr Pro-
gramm, die Männer hörten in der Regel 148 Minuten, die Frauen
182.314 Die Verweildauer ist in den letzten Jahren angestiegen, über-
wiegend hörten die Frauen das Programm länger als die Männer (sie-
he Tabelle). Die jüngere Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren schaltete
112 Minuten ein, die 30 bis 49jährigen hörten 156 Minuten und die
über 50jährigen 176 Minuten das Klassik-Programm.315
MDR Kultur:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 82 62 39 112
30 – 49 Jahre 79 103 113 156
50+ Jahre 121 141 159 176
314 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
315 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
129
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
MDR Kultur: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Ergebnisse einer MDR-Studie316
Von September bis November 1997 initiierte der MDR eine eigene
Studie zum Programm MDR Kultur und im speziellen zur seit Mai 1997
laufenden neuen Morgensendung Figaro. Die Studie umfasst 500 Hö-
rer von MDR Kultur im MDR-Sendegebiet, zur Hälfte Stammhörer und
zur Hälfte Nicht-Stammhörer. Als Ergebnis zeigte sich, dass den Hö-
rern an MDR besonders wichtig ist, dass in diesem Programm an-
spruchsvolle Musik gespielt wird, es in kulturellen Themen weiterbildet,
es den Hörer am Leben der Region teilhaben läßt und insgesamt ein
abwechslungsreiches Programm bietet. „Über alles Wichtige informiert
zu werden“, war ein bedeutendes Motiv zum Einschalten. Auch, dass
man beim Hören von MDR Kultur entspannen kann, war für viele Hörer
wichtig. Die Mehrheit der Hörer hört MDR Kultur zu Hause, aber auch
beim Autofahren wird das Programm eingeschaltet.
Auf die Sendung Figaro bezogen ergab die Umfrage, dass diese Sen-
dung mehr als das Gesamtprogramm nebenbei im Haus genutzt wird.
Die Sendung Figaro wird von den meisten Hörern als informativ be-
trachtet, und sie bringe schöne Musik. Die wichtigsten Programmbe-
standteile sind für die Hörer Nachrichten, Informationen über die Regi-
on, Veranstaltungshinweise aus der eigenen Region und dem eigenen
316 Wie unter 3.3 erwähnt sind dies Informationen der Medienforschung des
MDR zu MDR Kultur, die für diese Arbeit freundlicherweise zur Verfü-
gung gestellt wurden. Es liegt dieser Arbeit eine sehr kurze Zusammen-
fassung der Ergebnisse vor. In dieser Arbeit werden nur ausgewählte
Ergebnisse wiedergegeben.
130
Bundesland sowie Servicemeldungen. Die Stammhörer hören zudem
gerne Nachrichten aus der Welt der Kunst und Kultur, Informationen
zur Musik oder zu Theater- und Literaturthemen sowie Kommentare.
Die Stammhörer über 40 Jahren wünschen sich überwiegend klassi-
sche Musik in der Sendung Figaro, 38 Prozent der 25 bis 39jährigen
Stammhörer könnten sich auch zur Hälfte nichtklassische Musik vor-
stellen, die Nicht-Stammhörer tendieren generell zu einer Mischung zu
gleichen Teilen. Auffallend ist, dass über 20 Prozent der unter
40jährigen Nicht-Stammhörer sich in dieser Morgensendung überwie-
gend klassische Musik wünschen. Allgemein ist auch Operette, Musi-
cal und zum gewissen Grad auch Filmmusik erwünscht. Die Moderati-
on in Figaro wird als „sachlich“, „gut zum Programm passend“, „sym-
pathisch“, „kompetent“, „seriös“ und „glaubwürdig“ beurteilt.317
3.4.4 RADIO 3
3.4.4.1 Selbstdarstellung318
Radio 3319 ist ein unterhaltsames und informatives Programm mit In-
formationen, das von klassischer Musik geprägt ist. Es bietet Hinter-
grundinformationen zu zahlreichen Aspekten, Sendungen auch von
Außenschauplätzen sowie Live-Sendungen, Feuilleton, Literatur, re-
gionale Veranstaltungshinweise und Nachrichten.
Radio 3 will dem interessierten Publikum ein anregend-unterhaltsames
wie anspruchsvoll-informatives Angebot zum Zuhören anbieten.
317 Vgl. MDR (Hg.): Zusammenfassung der MDR-Studie zu MDR Kultur und
Morgensendung Figaro (4 Seiten Ausdruck), Leipzig 1997/1998.
318 Vgl. Norddeutscher Rundfunk (Hg.): Geschäftsbericht NDR 1997, Ham-
burg 1998; Norddeutscher Rundfunk (Hg.): NDR. Das Beste am Norden,
Hamburg 1998 (Broschüre).
319 Das Klassikprogramm vom NDR war früher NDR 3. Seit dem 3. Oktober
1997 sendet es unter dem neuen Namen Radio 3 für den NDR, den
ORB und den SFB. Dabei übernehmen SFB und ORB rund zwei Drittel
der in Hamburg und Hannover produzierten Sendungen. Möglich wurde
dieses nach einem Kooperationsvertrag über die Schaffung eines ge-
meinsamen Klassik-Programms. Radio 3 ist damit in sechs Bundes-
ländern zu hören. Seit dem 1. Januar 2001 hat sich der SFB aus dem
Programm ausgeklinkt.
131
3.4.4.2 Programmleistung
Radio 3,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 421.953 80,3
Ernste Musik 417.003 79,4
Leichte Musik 4.950 0,9
Wort 103.623 19,7
Politik 28.383 5,4
Kultur 41.975 8,0
Bildung - -
Unterhaltung 28.980 5,5
Hörspiele 2.460 0,5
Sport - -
Familienprogramm - -
Magazine - -
Sonstiges 1.825 0,3
Werbefunk - -
Gesamt 525.576 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 388f.
Radio 3 hat einen Musikanteil von 80,3 Prozent, 79,4 Prozent entfallen
auf Ernste Musik, 0,9 auf Leichte Musik. Der Wortanteil von 19,7 Pro-
zent teilt sich auf in die Bereiche Politik, Kultur, Unterhaltung, Hörspiel
und Sonstiges. Dabei nimmt die Kultur mit 8,0 Prozent an der Ge-
samtprogrammleistung einen großen Platz ein. 5,5 Prozent entfallen
auf Unterhaltung und 5,4 Prozent auf Politik. Hörspiele sind mit 0,5
Prozent vertreten. Nicht gesendet werden Sportthemen, Familienpro-
gramm und Magazine.
132
3.4.4.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang aufgeführt.
Radio 3 hat ein Programmschema, das an jedem Wochentag wieder-
kehrt, nur die Abende sind unterschiedlich. Da Radio 3 ein Gemein-
schaftsprogramm ist, an dem der NDR, der ORB und bis Ende 2000
der SFB beteiligt sind, gibt es eine Besonderheit gegenüber anderen
Klassikprogrammen: Zu bestimmten Zeiten (morgens, mittags und
abends für etwa zwei Stunden) wird Radio 3 auseinandergeschaltet:
Der NDR und der SFB zusammen mit dem ORB bieten seinen Hörern
dann unterschiedliche Sendungen an. Die Auseinanderschaltung fin-
det auch am Samstag (morgens, nachmittags und frühabends) sowie
am Sonntagabend statt.
Der Vormittag innerhalb der Woche und auch am Wochenende ist ge-
kennzeichnet durch eine dreistündige Klassiksendung (Matinee, am
Samstag Klassik auf Wunsch, am Sonntag Sonntagsmatinee). Am
Nachmittag innerhalb der Woche gibt es zum Beispiel die zweistündige
Sendung Musikforum mit Noten und Notizen aus dem Musikleben, bis
in den Abend hinein folgen kürzere Sendeabschnitte wie etwa (von
Sonntag bis Freitag) die halbstündige Sendung Klassik-Panorama.
Auch am Abend (bis auf Freitag) sind die einzelnen Sendungen eher
von kürzerer Dauer (halbe bis eine Stunde). Das Programm am Wo-
chenende unterteilt sich auch in mehrere halb- bis einstündige Sen-
dungen, die aber zum Teil thematisch von denen innerhalb der Woche
abweichen.
3.4.4.4 Nutzung
Radio 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 326.000 338.000 317.000 259.000
Männer 139.000 108.000 99.000 111.000
Frauen 187.000 229.000 218.000 149.000
133
0
100.000
200.000
300.000
400.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Radio 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 33.000 39.000 38.000 17.000
30 – 49 Jahre 63.000 66.000 51.000 65.000
50+ Jahre 230.000 233.000 228.000 177.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Radio 3 hatte bei der Media-Analyse 1999 bei Hörer gestern 259.000
Hörer, davon waren 111.000 Männer (42 Prozent) und 149.000 Frauen
134
(58 Prozent).320 In den Jahren zuvor lag die Gesamtzahl um etwa
70.000 Hörer höher. Der Anteil an weiblichen Hörern war immer grö-
ßer als der Anteil an männlichen Hörern (siehe Tabelle).
Bei der Altersaufteilung zeigt sich, dass die Mehrzahl der Radio 3-
Hörer mit 68 Prozent über 50 Jahre alt sind, 25 Prozent sind zwischen
30 und 49 Jahren alt und 7 Prozent sind zwischen 14 und 29 Jahren
alt.321 Auch bei den Studien in den Jahren zuvor waren die älteren Hö-
rer in der Mehrzahl (siehe Tabelle).
Radio 3:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 1.107.000 1.028.000 904.000 873.000
Männer 537.000 455.000 392.000 431.000
Frauen 571.000 573.000 512.000 443.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
320 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
321 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
135
Radio 3:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 - 29 Jahre 107.000 125.000 102.000 92.000
30 - 49 Jahre 329.000 264.000 222.000 268.000
50+ Jahre 671.000 639.000 580.000 514.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Dieses Bild zeigt sich auch bei dem Weitesten Hörerkreis: 873.000
Hörer sind es laut Media-Analyse 1999, davon 431.000 Männer und
443.000 Frauen.322 In den Jahren zuvor lag der Anteil der Frauen im-
mer – wenn auch nur leicht – über dem der Männer, die Hörerzahlen
erreichten höhere Werte (siehe Tabelle). Die Mehrzahl der Hörer von
Radio 3 ist über 50 Jahre alt. Beim Weitesten Hörerkreis der Media-
Analyse 1999 waren es 59 Prozent, die Hörer zwischen 30 und 49
Jahren hatten einen Anteil von 31 Prozent und die Hörer von 14 bis 29
Jahren von 10 Prozent.323
322 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
323 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
136
Radio 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 23.000 37.000 33.000 17.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 66.000 70.000 67.000 59.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 109.000 105.000 104.000 85.000
Abi/Hochschule/Studium 127.000 125.000 113.000 98.000
Radio 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 134.000 133.000 121.000 119.000
nicht berufstätig 174.000 185.000 182.000 135.000
in Ausbildung 19.000 20.000 14.000 5.000
Radio 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 22.000 17.000 7.000 12.000
1.500 - 2.000 DM 9.000 16.000 25.000 11.000
2.000 - 2.500 DM 28.000 29.000 22.000 28.000
2.500 - 3.000 DM 38.000 35.000 42.000 26.000
3.000 - 4.000 DM 73.000 88.000 77.000 54.000
4.000 DM und mehr 157.000 154.000 144.000 129.000
Von den 259.000 Hörern gestern der Media-Analyse 1999 haben
98.000 (38 Prozent) Abitur oder Studium, 85.000 (33 Prozent) waren
auf einer weiterführenden Schule ohne Abitur, 59.000 Hörer (23 Pro-
zent) besuchten die Volks- oder Hauptschule und haben eine Lehre
und 17.000 Hörer (6 Prozent) waren auf der Volks- oder Hauptschule
137
und hatten keine Lehre.324 Diese Tendenz war auch in den Jahren zu-
vor zu erkennen. Berufstätig waren nach der Media-Analyse 1999 46
Prozent, nicht berufstätig 52 Prozent und in der Ausbildung waren 2
Prozent.
129.000 Hörer (50 Prozent) verfügten über ein Haushaltsnettoein-
kommen von 4.000 DM und mehr, 54.000 (20 Prozent) hatten zwi-
schen 3.000 und 4.000 DM, zwischen 2.500 und 3.000 hatten 26.000
Hörer (10 Prozent), über ein Einkommen zwischen 2.000 und 2.500
DM verfügten 28.000 Hörer (11 Prozent), 11.000 Hörer (4 Prozent)
hatten zwischen 1.500 und 2.000 DM und 12.000 Hörer (4 Prozent) bis
1.500 DM.325
Radio 3:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 138 155 167 167
Männer 112 151 150 151
Frauen 157 157 174 179
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Die Verweildauer bei der MA 1999 lag durchschnittlich bei 167 Minu-
ten, die Männer hörten 151 Minuten, die Frauen 179 Minuten Radio
324 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
325 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
138
3.326 Diese Werte sind in den letzten Jahren gestiegen (siehe Tabelle).
Bezogen auf die Altersgruppen zeigten sich bei der Verweildauer in
den letzten Media-Analysen sehr differierende Werte (siehe Tabelle).
Radio 3:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 105 96 102 43
30 – 49 Jahre 133 114 121 177
50+ Jahre 144 177 188 175
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Radio 3: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
3.4.5 Radio Bremen 2
3.4.5.1 Selbstdarstellung327
Radio Bremen 2 ist ein Kulturprogramm. Es bietet ein breites Spek-
trum von Klassik, Jazz, Politik, Kultur, Hörspiele und Features, aber
auch Kinderprogramm und Literarisches.
326 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
327 Vgl. www.rb-online.de, 08.08.2000.
139
Der Musikanteil besteht überwiegend aus klassischer Musik, es wird
aber auch Folk und Jazz gesendet.
Radio Bremen 2 versteht sich:
„[...] als eine eigenständige Welle mit einem eigenen Profil, also nicht
als Abfallhalde für unliebsam gewordene Produkte der beiden
Massenwellen RB 1 und RB 4. Allerdings, RB 2 ist, wie die Mas-
senwellen, ein Begleitmedium; das Einschaltprogramm reduziert
sich auf die Abendstunden.“328
3.4.5.2 Programmleistung
Radio Bremen 2:
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 350.878 67,1
Ernste Musik 298.684 57,1
Leichte Musik 52.194 10,0
Wort 171.894 32,9
Politik 35.780 6,8
Kultur 43.400 8,3
Bildung 16.044 3,1
Unterhaltung - -
Hörspiele 11.417 2,2
Sport - -
Familienprogramm 8.166 1,6
Magazine 49.600 9,5
328 Hermann Vinke: „Das Modell von Radio Bremen“, in: WDR (Hg.): Kultur
im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusam-
menarbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994
in Köln, Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 40. 1994 war
Hermann Vinke Programmdirektor Hörfunk bei Radio Bremen.
140
Sonstiges 7.487 1,4
Werbefunk - -
Gesamt 522.722 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 392f.
Radio Bremen 2 bietet eine breite Mischung an. Der Musikanteil liegt
mit 67,1 Prozent recht niedrig, auffallend dabei ist der hohe Anteil von
Leichter Musik mit 10,0 Prozent. Der Anteil an Ernster Musik liegt bei
57,1 Prozent. Im Wortteil von 32,9 Prozent gibt es in größerem Maße
Politik (6,8 Prozent), Kultur (8,3 Prozent) und Magazine (9,5 Prozent),
hinzu kommen Familienprogramm, Bildung und Sonstiges. Die Hör-
spiele sind mit 2,2 Prozent vertreten.
3.4.5.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang zu finden.
Das Programm hat von Montag bis Freitag ein wiederkehrendes
Schema. Morgens und mittags werden Magazine oder Journale ge-
sendet. Das Programm allgemein ist gesplittet in viele verschiedene
Sendeeinheiten. Auch das Wochenendschema sind wiederkehrend,
zudem finden sich einige Programmteile der Woche auch am Samstag
oder Sonntag wieder. Die Abendgestaltung differiert innerhalb der Wo-
che und am Wochenende, sie folgt jedoch einem festen Ablauf. Neben
Sendungen für Klassikinteressierte gibt es auch Sendungen für Kinder,
Studenten, Jazz- und Folkfreunde. Literarisches und Regionales sowie
Features gehören zum Bestandteil des Programms. Nachrichten wer-
den jede Stunde gesendet.
3.4.5.4 Nutzung
RB 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 32.000 25.000 20.000 30.000
141
Männer 15.000 10.000 9.000 16.000
Frauen 17.000 15.000 12.000 14.000
0
10.000
20.000
30.000
40.000
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
RB 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 1.000 2.000 1.000 2.000
30 – 49 Jahre 22.000 13.000 10.000 7.000
50+ Jahre 8.000 9.000 9.000 21.000
0
10.000
20.000
30.000
40.000
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
142
Radio Bremen 2 verfügte bei Hörer gestern der Media-Analyse 1999
über eine Höreranzahl von 30.000. Davon waren 16.000 Männer (53
Prozent) und 14.000 Frauen (47 Prozent).329 Die Werte lagen in den
vergangenen Jahren bei ähnlichen Größenordnungen (siehe Tabelle).
21.000 Hörer (70 Prozent) sind über 50 Jahre alt, 7.000 Hörer (23 Pro-
zent) zwischen 30 und 49 Jahren und 2.000 Hörer (7 Prozent) zwi-
schen 14 und 29 Jahren.330 Diese starke Gewichtung auf der älteren
Hörergruppe konnte in den Jahren zuvor nicht festgestellt werden.
Statt dessen war die mittlere Altersgruppe am meisten vertreten gewe-
sen (siehe Tabelle).
RB 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 161.000 137.000 140.000 161.000
Männer 80.000 76.000 81.000 96.000
Frauen 81.000 61.000 58.000 66.000
0
50.000
100.000
150.000
200.000
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
329 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
330 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
143
RB 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 16.000 13.000 18.000 26.000
30 – 49 Jahre 82.000 60.000 52.000 59.000
50+ Jahre 63.000 64.000 70.000 76.000
0
50.000
100.000
150.000
200.000
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Auf den Weitesten Hörerkreis bezogen lag die Gesamtzahl bei der
Media-Analyse 1999 bei 161.000 Hörern, davon waren 96.000 Hörer
Männer (60 Prozent) und 66.000 Hörer Frauen (40 Prozent).331 Bei
den Altersgruppen ist die Gruppe der Hörer über 50 Jahren prozentual
am höchsten: Laut Media-Analyse 1999 waren 47 Prozent der Hörer
des Weitesten Hörerkreises von Radio Bremen 2 über 50 Jahre alt, 37
Prozent waren zwischen 30 und 49 Jahren alt und 16 Prozent waren
zwischen 14 und 29 Jahren alt332 (siehe auch Tabelle).
331 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
332 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
144
RB 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 1.000 1.000 0 8.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 10.000 8.000 4.000 3.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 4.000 6.000 8.000 9.000
Abi/Hochschule/Studium 16.000 9.000 8.000 9.000
RB 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 23.000 15.000 14.000 15.000
nicht berufstätig 7.000 7.000 5.000 14.000
in Ausbildung 1.000 2.000 1.000 1.000
RB 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 3.000 2.000 0 0
1.500 - 2.000 DM 1.000 0 1.000 2.000
2.000 - 2.500 DM 3.000 1.000 2.000 3.000
2.500 - 3.000 DM 2.000 2.000 2.000 4.000
3.000 - 4.000 DM 5.000 6.000 5.000 5.000
4.000 DM und mehr 18.000 13.000 11.000 15.000
9.000 der Hörer (30 Prozent) unter Hörer gestern von Radio Bremen 2
haben Abitur oder Studium, weitere 9.000 (30 Prozent) besuchten eine
weiterführende Schule, haben aber kein Abitur gemacht. 3.000 Hörer
waren auf der Volks- oder Hauptschule und absolvierten eine Lehre
und 8.000 Hörer waren auf der Volks- oder Hauptschule, haben aber
145
keine Lehre absolviert.333 Für die Media-Analysen der Jahre zuvor er-
gibt sich ein wesentlich geringerer Wert für die Hörer der niedrigsten
Ausbildungsstufe, die die Volks- oder Hauptschule besuchten und kei-
ne Lehre haben (siehe Tabelle).
Die Hälfte der Radio Bremen 2 Hörer ist laut Media-Analyse 1999 be-
rufstätig (15.000 Hörer), 47 Prozent sind nicht berufstätig, nur 3 Pro-
zent sind noch in der Ausbildung.334 In den Analysen der Jahre zuvor
war die Mehrzahl der Hörer berufstätig (siehe Tabelle).
Das Haushaltsnettoeinkommen lag für 50 Prozent der Hörer bei 4.000
DM und mehr. 17 Prozent verfügten über 3.000 bis 4.000 DM, 13 Pro-
zent hatten zwischen 2.500 und 3.000 DM, 10 Prozent zwischen 2.000
und 2.500 DM und 7 Prozent zwischen 1.500 und 2.000 DM.335
RB 2:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 125 140 129 101
Männer 97 112 160 111
Frauen 149 157 106 91
333 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Alter, Mo – So, BRD.
334 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Alter, Mo – So, BRD.
335 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Alter, Mo – So,
BRD. Die Addition der Prozentzahl beträgt 97 Prozent. Aufgrund von
Rundungsverlusten ist diese Differenz von 3 Prozent zu 100 Prozent
möglich.
146
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich lag die Verweildauer von Radio Bremen 2 bei 101 Mi-
nuten, Männer hörten das Programm 111 Minuten, Frauen 91 Minu-
ten.336 Die Verweildauer erreichte in den Jahren zuvor auch höhere
Werte zwischen 125 und 140 Minuten, mal hörten die Männer das
Programm länger, mal die Frauen (siehe Tabelle). Die Aufteilung der
Verweildauer nach Altersgruppen zeigt für die letzten Media-Analysen
ein völlig uneinheitliches Bild (siehe Tabelle): Bei der Media-Analyse
1999 war die jüngere Altersgruppe der 14 bis 29jährigen übermäßig
stark vertreten (106 Minuten), die mittlere der 30 bis 49jährigen (99
Minuten) und ältere Altersgruppe der über 50jährigen (102 Minuten)
waren auf etwa gleichem Niveau. 337
RB 2:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 85 48 22 106
30 – 49 Jahre 105 124 163 99
50+ Jahre 181 180 110 102
336 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
337 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
147
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
RB 2: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
3.4.6 *radio kultur
3.4.6.1 Selbstdarstellung338
*radio kultur339 ist ein wortorientiertes und werbefreies Kulturpro-
gramm. Es berichtet über kulturelle und politische Ereignisse vorwie-
gend aus Berlin und Brandenburg. Das Kulturverständnis von *radio
kultur ist breit angelegt und reicht von Sinfonien bis zur Love-Parade in
Berlin. Es gibt Informationsmagazine ebenso wie Features und Hör-
spiele.
Das Musikspektrum umfasst Klassik, Jazz und Chanson ebenso wie
Weltmusik.
3.4.6.2 Programmleistung
*radio kultur,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
338 Vgl. www.orb.de, 07.04.2000.
339 *radio kultur ist ein Gemeinschaftsprojekt vom SFB und ORB. Der Start
war am 3. Oktober 1997.
148
Musik 305.936 58,2
Ernste Musik 257.019 48,9
Leichte Musik 48.917 9,3
Wort 219.664 41,8
Politik 49.076 9,3
Kultur 110.755 21,1
Bildung - -
Unterhaltung - -
Hörspiele 6.405 1,2
Sport - -
Familienprogramm 13.915 2,7
Magazine 39.513 7,5
Sonstiges - -
Werbefunk - -
Gesamt 525.600 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 390f.
*radio kultur hat einen sehr hohen Wortanteil von 41,8 Prozent. Von
den Wortbeiträgen entfällt der größte Teil auf kulturelle Themen mit
21,1 Prozent am Gesamtprogramm. Magazine machen 7,5 Prozent
aus, Politik 9,3 Prozent. Außerdem werden Hörspiele gesendet (1,2
Prozent) und Beiträge im Bereich Familienprogramm (2,7 Prozent).
Der Musikanteil von *radio kultur liegt bei 58,2 Prozent, dabei sind 48,9
Prozent der Ernsten Musik vorbehalten, 9,3 Prozent der Leichten Mu-
sik.
3.4.6.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang dargestellt.
149
Auch *radio kultur hat ein einheitliches Programmschema für die Wo-
che. Montags bis Freitags werden morgens, mittags und nachmittags
Magazine gesendet. Der spätere Abend ist für Jazz, Blues oder Chan-
sons sowie für Hörspiele, Features oder Dokumentationen reserviert.
Fast stündlich gibt es Nachrichten. Auch am Samstag und am Sonntag
sorgt ein wiederkehrendes Programmschema für Wiedererkennung.
Die einzelnen Sendungen dauern meist nur eine Stunde. Der späte
Sonntagabend ist dem Jazz vorbehalten.
3.4.6.4 Nutzung
*radio kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 25.000
Männer 9.000
Frauen 17.000
0
10.000
20.000
30.000
1999
*radio kultur: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Erst seit Oktober 1997 ist *radio kultur auf Sendung. Zur Darstellung
der Hörfunknutzung werden daher nur die Daten der Media-Analyse
1999 herangezogen. Laut dieser Analyse hatte *radio kultur bei den
Hörern gestern 25.000 Hörer, 9.000 waren Männer, 17.000 Frauen.
150
*radio kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 – 29 Jahre 3.000
30 – 49 Jahre 12.000
50+ Jahre 10.000
0
10.000
20.000
30.000
1999
*radio kultur: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Von diesen 25.000 Hörern waren 3.000 zwischen 14 und 29 Jahren
alt, 12.000 zwischen 30 und 49 Jahren alt und 10.000 über 50 Jahre
alt.340
*radio kultur:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 128.000
Männer 56.000
Frauen 73.000
340 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Hochrechnung, Gesamtzahl, Mo – So,
BRD. Gerade bei derart geringen und gerundeten Gesamtzahlen ist eine
prozentuale Aufteilung wegen der großen Rundungswerte nicht sehr er-
giebig.
151
0
50.000
100.000
150.000
1999
*radio kultur:
Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
*radio kultur:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 - 29 Jahre 17.000
30 - 49 Jahre 58.000
50+ Jahre 54.000
0
50.000
100.000
150.000
1999
*radio kultur: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Die Gesamtzahl des Weitesten Hörerkreises liegt bei 128.000 Hörern,
davon sind 56.000 Männer (44 Prozent) und 73.000 Frauen (56 Pro-
152
zent). 17.000 Hörer (13 Prozent) sind zwischen 14 und 29 Jahren alt,
58.000 (45 Prozent) zwischen 30 und 49 Jahren und 54.000 (42 Pro-
zent) über 50 Jahre.341
*radio kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 1.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 4.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 5.000
Abi/Hochschule/Studium 14.000
*radio kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1999
berufstätig 16.000
nicht berufstätig 7.000
in Ausbildung 3.000
*radio kultur:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1999
bis 1.500 DM 2.000
1.500 - 2.000 DM 1.000
2.000 - 2.500 DM 2.000
2.500 - 3.000 DM 2.000
3.000 - 4.000 DM 6.000
4.000 DM und mehr 12.000
341 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Hochrechnung, Gesamtzahl und
Alter, Mo – So, BRD.
153
Von den 25.000 Hörer gestern haben 14.000 Abitur oder Studium,
5.000 waren auf einer weiterführenden Schule, haben aber kein Abitur,
4.000 besuchten die Volks- oder Hauptschule und haben eine Lehre
und 1.000 besuchten die Volks- oder Hauptschule und haben keine
Lehre absolviert.342 16.000 Hörer sind berufstätig, 7.000 sind nicht
berufstätig und 3.000 befinden sich in einer Ausbildung.343 Von den
25.000 Hörer gestern verfügen 12.000 über ein monatliches Haus-
haltsnettoeinkommen von 4.000 DM und mehr, 6.000 haben zwischen
3.000 und 4.000 DM.344
*radio kultur:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 88
Männer 92
Frauen 86
0
50
100
150
1999
*radio kultur: Verweildauer in
Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Die Verweildauer lag bei der MA 1999 bei 88 Minuten, Männer hören
*radio kultur durchschnittlich 92 Minuten am Tag, Frauen 86 Minuten.
342 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Hochrechnung, Ausbildung, Mo – So,
BRD.
343 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Hochrechnung, Berufstätigkeit, Mo – So,
BRD.
344 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Hochrechnung, Haushaltsnettoein-
kommen, Mo – So, BRD.
154
Die über 50jährigen hören das Programm 101 Minuten, die 30 bis
49jährigen 84 Minuten und die 14 bis 29jährigen 66 Minuten.345
*radio kultur:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 - 29 Jahre 66
30 - 49 Jahre 84
50+ Jahre 101
0
50
100
150
1999
*radio kultur: Verweildauer
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
3.4.7 SR 2 KulturRadio
3.4.7.1 Selbstdarstellung346
Das Motto von SR 2 KulturRadio ist „... gut zu hören“. SR 2 KulturRa-
dio bietet tagesaktuelle Informationen, Kommentare, Hintergrundbe-
richte aus aller Welt und aus der Region. Hinzu kommen Kultursen-
dungen mit: Literatur, Hörspiel, Essay, Vortrag, Gespräch und Doku-
mentation. Es ist ein Kulturprogramm für „Mehrheiten unter den Min-
derheiten“.
345 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl und Alter, Mo – So, BRD.
346 Vgl. www.sr-online.de, 08.08.2000 und Saarländischer Rundfunk (Hg.):
Saarländischer Rundfunk. Zahlen, Daten, Fakten, o.O. o.J. (Broschüre).
155
Die Musik ist als klassisch bis anspruchsvoll-populär zu bezeichnen,
sie reicht von Begleitung durch den Tag bis zum Konzert am Abend:
mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester, mit berühmten Solisten und Diri-
genten, live aus dem Lande oder aus den internationalen Konzertsälen
der Welt.
3.4.7.2 Programmleistung
SR 2 KulturRadio
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 404.832 79,2
Ernste Musik 377.739 73,9
Leichte Musik 27.093 5,3
Wort 106.235 20,8
Politik 38.971 7,6
Kultur 37.995 7,5
Bildung 6.931 1,4
Unterhaltung 10.348 2,0
Hörspiele 4.275 0,8
Sport - -
Familienprogramm 7.715 1,5
Magazine - -
Sonstiges - -
Werbefunk - -
Gesamt 511.067 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 392f.
156
SR 2 KulturRadio hat einen Musikanteil von 79,2 Prozent, dabei nimmt
die Ernste Musik 73,9 Prozent ein, die Leichte Musik 5,3 Prozent. Der
Wortanteil von 20,8 Prozent gilt in erster Linie politischen (7,6 Prozent)
und kulturellen (7,5 Prozent) Themen. Bildung, Unterhaltung, Famili-
enprogramm und Hörspiele sind auch vertreten.
3.4.7.3 Programmschema
Das Programmschema findet sich detailliert im Anhang.
SR 2 KulturRadio hat ein gleiches Programmschema von montags bis
freitags. Das morgendliche „Forum“ und die Sendung „Thema“ bieten
Informationen aus verschiedenen Bereichen, wie etwa Gesundheit,
Kulturreport, Zeitgeschehen. Es ist ebenfalls Raum für politische und
wirtschaftliche Themen sowie für Presseschauen vorhanden. Abends
gibt es je nach Wochentag ein wechselndes Programm. Die Samstage
und Sonntage sind ebenfalls strukturiert. Einige Sendeteile entspre-
chen dem Programm innerhalb der Woche. Jeden Samstagabend fin-
det ein Opernabend statt, am Sonntagabend wird das Programm eines
anderen Kultursenders übernommen.
3.4.7.4 Nutzung
SR 2 KulturRadio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 16.000 14.000 18.000 14.000
Männer 7.000 8.000 9.000 11.000
Frauen 8.000 7.000 9.000 3.000
157
0
5.000
10.000
15.000
20.000
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt / Männer / Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Die Anzahl der Hörer gestern betrug bei der Media-Analyse 1999 für
SR 2 KulturRadio 14.000, 11.000 Männer und 3.000 Frauen.347 Die
Zahlen bewegten sich bei den Studien zuvor bei ähnlichen Größen-
ordnungen, die Differenz zwischen Männern und Frauen war jedoch
nicht derart stark (siehe Tabelle).
SR 2 KulturRadio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 2.000 0 0 0
30 – 49 Jahre 7.000 7.000 6.000 5.000
50+ Jahre 6.000 8.000 12.000 8.000
347 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
158
0
5.000
10.000
15.000
20.000
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
8.000 Hörer waren bei der MA 1999 über 50 Jahre alt und 5.000 Hörer
waren zwischen 30 und 49 Jahren alt, Werte für die Altersgruppe der
14 bis 29jährigen konnten nicht nachgewiesen werden.348
SR 2 KulturRadio:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 83.000 85.000 92.000 93.000
Männer 40.000 53.000 56.000 58.000
Frauen 42.000 33.000 36.000 34.000
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
348 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD. Gerade bei derart
geringen und gerundeten Gesamtzahlen ist eine prozentuale Aufteilung
wegen der großen Rundungswerte nicht sehr ergiebig.
159
SR 2 KulturRadio:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14-29 Jahre 17.000 20.000 15.000 6.000
30-49 Jahre 31.000 32.000 39.000 39.000
50+ Jahre 35.000 34.000 39.000 47.000
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Beim Weitesten Hörerkreis lag die Anzahl der Hörer bei 93.000, davon
58.000 Männer (63 Prozent) und 34.000 Frauen (37 Prozent).349 Ähnli-
che Werte wiesen die Jahre zuvor auf (siehe Tabelle). 47.000 (51 Pro-
zent) von 93.000 Hörern waren über 50 Jahre alt, 39.000 (42 Prozent)
zwischen 30 und 49 Jahren und 6.000 (7 Prozent) zwischen 14 und 29
Jahren.350
SR 2 KulturRadio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule 1.000 1.000 1.000 1.000
349 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
350 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
160
ohne Lehre
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 3.000 3.000 5.000 8.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 4.000 4.000 5.000 1.000
Abi/Hochschule/Studium 8.000 6.000 7.000 4.000
SR 2 KulturRadio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 11.000 10.000 9.000 8.000
nicht berufstätig 5.000 5.000 9.000 6.000
in Ausbildung 0 0 0 0
SR 2 KulturRadio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 0 0 0 0
1.500 - 2.000 DM 1.000 1.000 2.000 1.000
2.000 - 2.500 DM 1.000 1.000 1.000 2.000
2.500 - 3.000 DM 2.000 2.000 2.000 2.000
3.000 - 4.000 DM 2.000 2.000 2.000 1.000
4.000 DM und mehr 9.000 8.000 11.000 7.000
Bei der Media-Analyse 1999 unterteilte sich der Ausbildungsgrad der
Hörer gestern wie folgt: 4.000 der 14.000 Hörer hatten Abitur oder ein
Studium, 1.000 besuchten eine weiterführende Schule, sie hatten aber
kein Abitur, 8.000 waren auf der Volks- oder Hauptschule und hatten
eine Lehre und 1.000 waren auf der Volks- oder Hauptschule und hat-
ten keine Lehre absolviert.351 Insgesamt 8.000 der 14.000 Hörer waren
berufstätig, 6.000 waren nicht berufstätig, für Hörer in der Ausbildung
ließen sich keine Daten nachweisen.352 Der überwiegende Teil der
351 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
352 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
161
Hörer gestern, 7.000 Hörer von 14.000 Hörern verfügten über ein mo-
natliches Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 DM und mehr.353
SR 2 KulturRadio:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 110 182 147 121
Männer 117 220 192 115
Frauen 104 138 105 143
0
50
100
150
200
250
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich verweilten die Hörer 121 Minuten bei SR 2 KulturRa-
dio, die Männer 115 Minuten, die Frauen 143 Minuten.354 Diese Werte
schwankten in den Jahren zuvor, die Verweildauer reichte von 110 bis
182 Minuten (siehe Tabelle). Betrachtet man die Verweildauer im Hin-
blick auf das Alter der Hörer, so ließen sich bei den letzten drei Media-
Analysen für die Gruppe der 14 bis 29jährigen keine Daten feststellen,
demnach gliederte sich die Gesamtverweildauer in die beiden anderen
Altersgruppen auf, mal hörten die über 50jährigen länger SR 2 Kultur-
Radio, mal länger die 30 bis 49jährigen (siehe Tabelle).
SR 2 KulturRadio:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
353 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
354 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
162
14 - 29 Jahre 66 0 0 0
30 - 49 Jahre 128 142 139 133
50+ Jahre 108 217 151 113
0
50
100
150
200
250
1997 1998/I 1998/II 1999
SR 2 KulturRadio: Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
3.4.8 SWR 2
3.4.8.1 Selbstdarstellung355
SWR 2 ist ein Kulturprogramm, ein Einschaltprogramm für kulturinter-
essierte Hörer. Sein Motto ist „Wir kultivieren Radio“. Es bietet Musik
und Wortsendungen im Wechsel, politische Informationen, Berichte
über das Tagesgeschehen, politische Features, Kulturberichterstat-
tung, Reportagen aus dem Alltag, Hörspiele und Literatur.
Gesendet wird klassische Musik, aber auch außereuropäische Musik
und Jazz. Es ist ein gemeinsamer Kulturkanal für Baden-Württemberg
und Rheinland-Pfalz und schaltet sich für bestimmte Sendungen
auseinander, zum Beispiel für „Thema Musik“ (Montagnachmittag)
355 Vgl. SWR (Hg.): SWR 2. Wir kultivieren Radio. Entdecken Sie SWR 2,
o. O. o. J. (Broschüre) und SWR (Hg.): SWR ... Volles Programm, o. O.
o. J. (Broschüre) und ARD (Hg.): ARD Radio & TV, 1998/99, Frank-
furt/Main 1998 (Broschüre), o.S.
163
einander, zum Beispiel für „Thema Musik“ (Montagnachmittag) oder
„Der Samstagabend aus dem Land“ (Samstagabend):
„Wir wollen unserem Publikum ein Programm bieten, das zuver-
lässig informiert und angenehm unterhält, ein Programm, daß
das Gefühl hinterläßt, etwas sinnvolles getan zu haben, wenn
man es gesehen oder gehört hat. Ein wesentlicher Baustein
dieses Programmangebots ist die Kultur. Dabei hat der SWR
längst einen veralteten und strengen Kulturbegriff überwunden,
der Kultur mit klassischer Musik und Literaturtheater oder Kunst
für Minderheiten gleichsetzt. Der SWR pflegt und fördert das
kulturelle Geschehen im Land, indem er selbst als Veranstalter
auftritt oder über herausragende Ereignisse berichtet. Dabei
umfaßt dieser Kulturbegriff sowohl die Pop-Kultur als auch die
Leistungen der volkstümlichen Kultur genauso wie die der klas-
sischen.“356
SWR 2 informiert, stellt Zusammenhänge her und zeigt Hintergründe
auf. Wach für die Gegenwart, stellt SWR 2 entscheidende Fragen an
die Vergangenheit. SWR 2 bietet den Luxus anspruchsvoller Wort- und
Musikbeiträge neben breit angelegter Information über politisches und
kulturelles Leben. SWR 2 greift gesellschaftliche Debatten ebenso auf
wie literarische Neuheiten und Werke der musikalischen Avantgarde:
„Unser Ehrgeiz ist nicht, dass Sie uns möglichst nie ausschalten,
sondern dass Sie neugierig bleiben und einschalten; dass Sie
uns gelegentlich ebenso aufmerksam zuhören, wie Sie Ihre Zei-
tung oder ein Buch lesen.“357
3.4.8.2 Programmleistung
SWR 2,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 117.469 61,3
Ernste Musik 115.959 60,5
Leichte Musik 1.510 0,8
356 Arthur Landwehr, Leiter Unternehmenskommunikation und Marketing, in:
SWR (Hg.): SWR ... mit allen Sinnen, Stuttgart o. J. (ca. 1999) (Broschü-
re), o.S.
357 Dr. Hildegard Bußmann, Programm-Chefin SWR 2, in: SWR (Hg.): Ent-
decken Sie SWR 2, Baden-Baden o.J. (Broschüre), S. 3.
164
Wort 74.314 38,7
Politik 21.172 11,0
Kultur 36.244 18,9
Bildung - -
Unterhaltung 11.126 5,8
Hörspiele 4.961 2,6
Sport - -
Familienprogramm - -
Magazine - -
Sonstiges 811 0,5
Werbefunk - -
Gesamt 191.783 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 394f.
SWR 2 hat einen hohen Wortanteil von 38,7 Prozent. Mit 11,0 Prozent
und 18,9 Prozent nehmen dabei die Bereiche Politik und Kultur den
größten Part ein. Die Unterhaltung ist mit 5,8 Prozent vertreten, die
Hörspiele kommen auf 2,6 Prozent. Der Musikanteil beträgt 61,3 Pro-
zent, 60,5 Prozent entfallen auf die Ernste Musik, 0,8 Prozent auf die
Leichte Musik.
3.4.8.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang aufgelistet.
SWR 2 hat ein schematisiertes Programm, das von montags bis frei-
tags identisch ist. Auch die Samstage und Sonntage folgen einem be-
stimmten Programmschema. Die einzelnen Sendungen sind überwie-
gend eine Stunde lang. Am späten Vormittag an jedem Tag innerhalb
der Woche und auch am Wochenende werden eineinhalb Stunden
lang Hörerwünsche erfüllt. In Sendungen wie „Journal“, „SWR 2 Aktu-
ell“ oder „SWR 2 Forum“ wird dem Wortbereich viel Raum gegeben.
165
Jeden Abend von Montag bis Freitag läuft die Sendung „Abendkon-
zert“.
3.4.8.4 Nutzung
Nach dem Zusammenschluss des Südwestfunks und des Süddeut-
schen Rundfunks zum Südwestrundfunk entstand das Programm
SWR 2. Daher sind die Daten der Media-Analyse erst ab 1999 aufge-
führt. Vor dem Zusammenschluss der beiden Landesrundfunkanstal-
ten hatten die beiden Sender mit SR 2 Kultur ein gemeinsames Kultur-
programm. Reichweitenvergleiche mit dem vorherigen Programm S2
Kultur sind nur bedingt möglich, da die Erhebungszahlen der Media-
Analyse 1999 genau in der Startphase des neuen SWR liegen.358
SWR 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 313.000
Männer 163.000
Frauen 151.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
1999
SWR 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
358 Vgl. Gajek, Henning: “Mit einem lachenden Auge”, in: kress report, Nr.
25/99, 25.06.1999, S. 19.
166
Die Ergebnisse der Hörer gestern ergaben laut Media-Analyse 1999
für SWR 2 313.000 Hörer, davon waren 163.000 Männer und mit
151.000 fast ebensoviel Frauen.359
SWF 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 – 29 Jahre 33.000
30 – 49 Jahre 94.000
50+ Jahre 187.000
0
100.000
200.000
300.000
1999
SWR 2: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
33.000 Hörer (10 Prozent) waren zwischen 14 und 29 Jahren alt,
94.000 (30 Prozent) zwischen 30 und 49 Jahren alt und 187.000 (60
Prozent) - und damit der weitaus höchste Teil - über 50 Jahre alt.360
SWR 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 976.000
Männer 491.000
Frauen 485.000
359 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
360 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Hochrechnung, Alter, Mo – So, BRD.
167
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1999
SWR 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
SWR 2:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 – 29 Jahre 135.000
30 – 49 Jahre 330.000
50+ Jahre 512.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1999
SWR 2: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Beim Weitesten Hörerkreis ergab sich eine Gesamtzahl von 976.000
Hörern, davon waren 491.000 Männer und 485.000 Frauen. Männer
und Frauen waren damit fast gleich stark vertreten. 135.000 (14 Pro-
zent) waren zwischen 14 und 29 Jahren alt, 330.000 (34 Prozent) zwi-
168
schen 30 und 49 Jahren alt und 512.000 (52 Prozent) über 50 Jahre
alt.361 Im Vergleich zu den Hörern gestern liegt die Verteilung auf den
Altersgruppen ähnlich, die Hörer des Weitesten Hörerkreises sind ein
wenig jünger als die der Hörer gestern.
SWR 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 16.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 65.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 82.000
Abi/Hochschule/Studium 150.000
SWR 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1999
berufstätig 168.000
nicht berufstätig 132.000
in Ausbildung 13.000
SWR 2:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1999
Bis 1.500 DM 9.000
1.500 – 2.000 DM 14.000
2.000 – 2.500 DM 23.000
2.500 – 3.000 DM 25.000
3.000 - 4.000 DM 39.000
4.000 DM und mehr 204.000
361 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl und Alter, Mo – So,
BRD.
169
Bei den Hörern gestern ergeben sich folgende Werte für die Ausbil-
dung der Hörer: 150.000 und damit 48 Prozent haben das Abitur oder
ein Studium, 82.000 und 26 Prozent besuchten eine weiterführende
Schule ohne Abitur, 65.000 (21 Prozent) waren auf der Volks- oder
Hauptschule und hatten eine Lehre und 16.000 (5 Prozent) waren auf
der Volks- oder Hauptschule und hatten keine Lehre.362 Damit hat der
überwiegende Teil der SWR 2-Hörer eine höhere Schulbildung. 54
Prozent der Hörer gestern waren berufstätig, 42 Prozent waren nicht
berufstätig und 4 Prozent befanden sich noch in der Ausbildung.363
204.000 von den 313.000 Hörer gestern und damit 65 Prozent verfüg-
ten über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 DM
und mehr, 12 Prozent hatten zwischen 3.000 und 4.000 DM zur Verfü-
gung.364 Dies läßt den Schluss zu, dass die Mehrzahl der SWR 2-
Hörer zu den Besserverdienenden gehörten.
SWR 2:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1999
Gesamt 118
Männer 111
Frauen 126
0
50
100
150
1999
SWR 2: Verweildauer in Minuten
Gesamt / Männer / Frauen Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich schalten die Hörer von SWR 2 ihr Programm 118 Mi-
nuten am Tag ein, die Männer 111 Minuten, die Frauen 126 Minuten.
bei der Verteilung dieser Zahlen auf die Altersgruppen zeigen sich kei-
362 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
363 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
364 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
170
ne deutlichen Unterschiede: Die 14 bis 29jährigen hören SWR 2 109
Minuten, die 30 bis 49jährigen 116 Minuten und die über 50jährigen
121 Minuten.365
SWR 2:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1999
14 - 29 Jahre 109
30 - 49 Jahre 116
50+ Jahre 121
0
50
100
150
1999
SWR 2:
Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
365 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl und Alter, Mo – So, BRD.
171
3.4.9 WDR 3
3.4.9.1 Selbstdarstellung366
Das Motto vom WDR 3 ist „Das Kulturereignis.“ WDR 3 ist ein musikori-
entiertes Wortprogramm mit klassischer Musik, Themen aus Kultur und
Politik, Berichten und Kommentaren, Features und Hörspielen.
Die gesendete klassische Musik umfasst eine große Bandbreite von
Symphonien, Opern, Kammerkonzerten und auch experimenteller Musik
der Moderne. WDR 3 gehört zu den wichtigsten Musik- und Literaturpro-
duzenten in Nordrhein-Westfalen und engagiert sich besonders für die
Musik der Avantgarde.
3.4.9.2 Programmleistung
WDR 3,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 416.973 81,2
Ernste Musik 405.958 79,0
Leichte Musik 11.015 2,2
Wort 96.744 18,8
Politik 34.202 6,7
Kultur 51.044 9,9
Bildung - -
Unterhaltung - -
Hörspiele 7.051 1,4
Sport - -
366 Vgl. www.wdr.de, 03.08.1999.
172
Familienprogramm 3.545 0,7
Magazine - -
Sonstiges 902 0,1
Werbefunk - -
Gesamt 513.717 100
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 394.
WDR 3 sendet zu 81,2 Prozent Musik, 79,0 Prozent entfallen auf Ern-ste
Musik, 2,2 Prozent auf Leichte Musik. Der Wortanteil liegt bei 18,8 Pro-
zent. Dabei nehmen die Bereiche Politik mit 6,7 Prozent und Kultur mit
9,9 Prozent den größten Raum ein. Außerdem werden Hörspiele gesen-
det zu 1,4 Prozent, Familienprogramm zu 0,7 Prozent und 0,1 Prozent
entfallen auf Sonstiges.
3.4.9.3 Programmschema
Das Programmschema findet sich detailliert im Anhang.
Auch WDR 3 hat ein klares Programmschema, das jeden Wochentag
wiederkehrt und auch am Wochenende nur geringfügig davon abweicht.
Jeden Vormittag gibt es drei Stunden lang das Klassik Forum, am frühen
Nachmittag etwa eineinhalb Stunden das Mittagskonzert, Nachmittags
folgt der dreistündige Block Musikpassagen. Die Abende sind unterhalb
der Woche leicht unterschiedlich, jeder Wochentag hat seinen Schwer-
punkt, z.B. mit Feature, Literatur oder Konzert. Am Samstagabend steht
„Das Konzert“ auf dem Programm, am Sonntagabend eine Oper oder ein
Oratorium. Der späte Samstag- und Sonntagabend ist dem Studio Aku-
stische Musik und dem Studio Neue Musik vorbehalten.
173
3.4.9.4 Nutzung
WDR 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 360.000 421.000 399.000 400.000
Männer 169.000 181.000 178.000 206.000
Frauen 192.000 240.000 221.000 194.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
WDR 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 44.000 52.000 42.000 15.000
30 – 49 Jahre 91.000 115.000 114.000 82.000
50+ Jahre 226.000 253.000 243.000 302.000
174
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Bei der Media-Analyse 1999 lag die Zahl der Hörer gestern für WDR 3
bei 400.000. Dieser Wert schwankte in den Jahren zuvor zwischen
360.000 und 421.000. Die MA 1999 ergab, dass 206.000 Männer WDR 3
hörten (51 Prozent) und 194.000 Frauen (49 Prozent). In den Jahren zu-
vor haben jedoch mehr Frauen als Männer WDR 3 gehört (siehe Tabel-
le).
4 Prozent der Hörer sind zwischen 14 und 29 Jahren alt, 21 Prozent sind
zwischen 30 und 49 Jahren alt und 75 Prozent sind über 50 Jahre alt,
laut Media-Analyse 1999. Vergleicht man diese Werte mit den vorange-
gangenen Jahren, so sind die Werte für 1999 extrem verteilt, wenig jün-
gere, sehr viele ältere Menschen: Für 1998/I ergab sich zum Beispiel ein
Verhältnis von 12 Prozent jüngerer Hörer, 27 Prozent Hörer in der mittle-
ren Altersgruppe und 60 Prozent in der älteren Altersgruppe (siehe
Tabelle).
WDR 3:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 1.361.000 1.438.000 1.339.000 1.346.000
Männer 666.000 667.000 630.000 711.000
Frauen 694.000 771.000 709.000 634.000
175
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
WDR 3:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 164.000 213.000 188.000 141.000
30 – 49 Jahre 435.000 457.000 458.000 414.000
50+ Jahre 762.000 769.000 693.000 792.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1.250.000
1.500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Betrachtet man die Werte des Weitesten Hörerkreises, so haben nach
der Media-Analyse 1999 1.346.000 Hörer WDR 3 gehört, davon waren
711.000 Hörer Männer und 634.000 Hörer Frauen. Zurückblickend zeigt
176
sich auch hier das gleiche Bild wie bei den Hörern gestern: In den Jahren
zuvor überwog der Anteil der Frauen. Auch die Werte für die Verteilung
nach Altersgruppen liegt bei der Media-Analyse 1999 beim Weitesten
Hörerkreis ähnlich hoch wie bei Hörern gestern. In den vorangegangen
Jahren hörten etwas mehr jüngere Hörer und etwas weniger ältere Hörer
das Programm.
WDR 3
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 32.000 29.000 21.000 11.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 89.000 111.000 116.000 117.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 87.000 101.000 106.000 127.000
Abi/Hochschule/Studium 152.000 178.000 156.000 144.000
WDR 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 168.000 193.000 183.000 190.000
nicht berufstätig 182.000 209.000 194.000 206.000
in Ausbildung 9.000 19.000 21.000 4.000
WDR 3:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 9.000 13.000 9.000 9.000
1.500 - 2.000 DM 25.000 24.000 8.000 5.000
2.000 - 2.500 DM 41.000 39.000 34.000 32.000
2.500 - 3.000 DM 35.000 67.100 62.000 46.000
3.000 - 4.000 DM 59.000 69.000 80.000 79.000
4.000 DM und mehr 192.000 208.000 206.000 230.000
177
Nach der Media-Analyse 1999 hatten 36 Prozent der Hörer (Hörer ge-
stern) von WDR 3 das Abitur oder ein Studium, 32 Prozent hatten eine
weiterführende Schule besucht ohne Abitur, 29 Prozent hatten einen
Volks- oder Hauptschulabschluss mit Lehre und nur 3 Prozent hatten ei-
nen Volks- oder Hauptschulabschluss ohne Lehre. Allgemein läßt sich
sagen, dass die meisten Hörer von WDR 3 über einen hohen Bildungs-
abschluss verfügen.367 Der Anteil der nicht berufstätigen Hörer der Me-
dia-Analysen der letzten Jahre liegt leicht über dem Wert der berufstäti-
gen Hörer. Der Anteil der Hörer in einer Ausbildung erreicht höchstens 5
Prozent.368
58 Prozent der WDR 3-Hörer verfügen nach der MA 1999 über ein mo-
natlichen Haushaltsnettoeinkommen von über 4.000 DM, 19 Prozent ha-
ben zwischen 3.000 und 4.000 DM. Diese Daten spiegeln sich auch in
den vorangegangenen Jahren wider.369
WDR 3:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 113 98 103 118
Männer 96 92 89 105
Frauen 128 103 114 131
0
50
100
150
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
367 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
368 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
369 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
178
Insgesamt hörten die WDR 3-Hörer laut Media-Analyse 1999 im Durch-
schnitt 118 Minuten Radio. Die Frauen hörten 131 Minuten, die Männer
105 Minuten WDR 3. Der Wert für die Verweildauer lag auch in den Jah-
ren zuvor ähnlich: 1997 bei 113 Minuten 1998/I bei 98 und 1998/II bei
103 Minuten. Die Frauen haben durchschnittlich immer länger WDR 3
gehört als die Männer.370
Für die Aufgliederung in Altersgruppen ergaben sich für die Media-
Analysen 1998/I und 1998/II ähnliche Werte: Die Altersgruppe über 50
Jahre war am stärksten vertreten, dicht gefolgt von der mittleren Alters-
gruppe. Anders sahen die Zahlen bei der Media-Analyse 1997 aus. Hier
war die jüngere Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren zwar immer noch am
geringsten vertreten, ihr Abstand zur mittleren Altersgruppe war jedoch
relativ unbedeutend. Bei der Media-Analyse 1999 nun war die jüngste
Altersgruppe mit 144 Minuten am meisten vertreten, die 30 bis 49jährigen
hörten 107 Minuten und die über 50jährigen 119 Minuten WDR 3.371
WDR 3:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 82 52 57 144
30 – 49 Jahre 93 98 101 107
50 + Jahre 126 108 112 119
0
50
100
150
1997 1998/I 1998/II 1999
WDR 3: Verweildauer
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
370 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Mo – So, BRD.
371 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
179
3.4.10 DeutschlandRadio Berlin
3.4.10.1 Selbstdarstellung372
DeutschlandRadio Berlin bietet Informationen rund um die Uhr, Buchtipps
und Filmkritiken, Hörspiele, Börsenkurse, Politikerinterviews und viele
Hintergrundsendungen. Es wird in der ganzen Bundesrepublik über
UKW, Mittelwelle und Langwelle übertragen und ist werbefrei. Das Pro-
gramm soll – wie auch Deutschlandfunk – zur Vollendung der deutschen
Einheit beitragen.
3.4.10.2 Programmleistung
DeutschlandRadio Berlin,
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 236.494 42,7
Ernste Musik 113.480 20,5
Leichte Musik 123.014 22,2
Wort 316.753 57,3
Politik 138.442 25,0
Kultur 46.770 8,5
Bildung 5.240 0,9
Unterhaltung - -
Hörspiele 15.300 2,8
Sport 2.640 0,5
Familienprogramm 20.537 3,7
Magazine 87.824 15,9
Sonstiges - -
Werbefunk - -
Gesamt 553.247 100
372 Vgl. www.dradio.de, 08.08.2000.
180
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 398.
Das DeutschlandRadio Berlin hat einen sehr hohen Wortanteil von 57,3
Prozent. Der Schwerpunkt liegt dabei bei politischen Themen mit 25,0
Prozent am Gesamtvolumen, 15,9 Prozent machen Magazine aus. Die
weiteren Bestandteile des Wortbereiches sind Kultur mit 8,5 Prozent,
Familienprogramm mit 3,7 Prozent, Hörspiele mit 2,8 Prozent, Bildung
mit 0,9 Prozent und Sport mit 0,5 Prozent. Beim Musikanteil von 42,7
Prozent entfallen 20,5 Prozent auf Ernste Musik und 22,2 Prozent auf
Leichte Musik. Das DeutschlandRadio Berlin hat kein einheitliches Musik-
format, sondern bietet ein breites Spektrum von Musikstilen.
3.4.10.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang aufgeführt.
Das Deutschlandradio Berlin übernimmt nicht das ARD-Nachtprogramm.
Das für die Nacht selbst gestaltete Programm hat innerhalb der Woche je
nach Wochentag unterschiedliche Schwerpunkte, zum Beispiel dienstags
Hörspiel und Blues, Soul und Jazz, mittwochs Neue Musik und Chansons
sowie Balladen. Am frühen Vormittag sendet das Deutschlandradio Berlin
an jedem Tag in der Woche und auch am Samstag die vierstündige Sen-
dung OrtsZeit mit Nachrichten und Informationen. Diese Sendung wird
am Mittag und am Spätnachmittag fortgeführt. Allgemein gibt es überwie-
gend länger andauernde Programmblöcke. Die Abende sind unterhalb
der Woche immer anderen Themen gewidmet, zum Beispiel mittwochs
Hörspiel und Chormusik, freitags Literatur und Musik heute. Wie auch die
anderen Programme verfolgt DeutschlandRadio Berlin innerhalb der Wo-
che und auch am Wochenende ein festes Programmschema.
181
3.4.10.4 Nutzung
DeutschlandRadio Berlin:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 112.000 125.000 125.000 143.000
Männer 56.000 69.000 70.000 84.000
Frauen 55.000 56.000 55.000 49.000
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
DeutschlandRadio Berlin wurde laut Media-Analyse1999 bei dem Kriteri-
um Hörer gestern von 134.000 Hörern gehört, davon waren 84.000 Män-
ner (63 Prozent) und 49.000 Frauen (37 Prozent).373 Die Werte bewegten
sich in den Jahren zuvor auf etwa gleichem Niveau mit leicht steigender
Tendenz (siehe Tabelle).
DeutschlandRadio Berlin:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 6.000 6.000 7.000 16.000
30 – 49 Jahre 30.000 40.000 31.000 30.000
50+ Jahre 76.000 79.000 86.000 87.000
373 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
182
0
50.000
100.000
150.000
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Der höchste Anteil der Hörer entfällt auf die Gruppe der über 50jährigen
(65 Prozent), die Hörer zwischen 30 und 49 Jahren machen 22 Prozent
aus und die zwischen 14 und 29 Jahren 12 Prozent.374
DeutschlandRadio Berlin:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 705.000 766.000 731.000 686.000
Männer 402.000 461.000 419.000 412.000
Frauen 303.000 305.000 312.000 274.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
374 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
183
DeutschlandRadio Berlin:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 119.000 113.000 107.000 104.000
30 – 49 Jahre 252.000 290.000 270.000 223.000
50+ Jahre 334.000 363.000 354.000 359.000
0
250.000
500.000
750.000
1.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Beim Weitesten Hörerkreis lag die Hörerzahl der MA 1999 bei 686.000,
davon 412.000 Männer und 274.000 Frauen. Die Gesamtzahl an sich
bewegte sich bei den letzten Studien zwischen 686.000 und 766.000. Der
Anteil der Männer war immer deutlich höher als der der Frauen.375 Auch
beim Weitesten Hörerkreis der MA 1999 überwog der Anteil der älteren
Hörer: 52 Prozent ist über 50 Jahre alt, 33 Prozent ist zwischen 30 und
49 Jahren alt und 15 Prozent ist zwischen 14 und 29 Jahren alt.376 Diese
Aufteilung sah in den Jahren zuvor ähnlich aus (siehe Tabelle).
DeutschlandRadio Berlin
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 18.000 13.000 15.000 10.000
375 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
376 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
184
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 26.000 27.000 26.000 30.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 23.000 33.000 31.000 30.000
Abi/Hochschule/Studium 44.000 52.000 53.000 63.000
DeutschlandRadio Berlin:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 45.000 51.000 49.000 56.000
nicht berufstätig 63.000 70.000 69.000 73.000
in Ausbildung 4.000 4.000 6.000 4.000
DeutschlandRadio Berlin:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 9.000 10.000 11.000 6.000
1.500 - 2.000 DM 4.000 9.000 1.000 10.000
2.000 - 2.500 DM 6.000 7.000 11.000 13.000
2.500 - 3.000 DM 27.000 18.000 11.000 8.000
3.000 - 4.000 DM 17.000 23.000 34.000 30.000
4.000 DM und mehr 50.000 57.000 48.000 66.000
63.000 Hörer (47 Prozent) der Hörer gestern haben Abitur oder Studium,
30.000 Hörer (23 Prozent) waren auf einer weiterführenden Schule, ha-
ben aber kein Abitur, ebenfalls 30.000 (23 Prozent) haben die Volks-
oder Hauptschule besucht und eine Lehre absolviert und 10.000 Hörer (7
Prozent) waren auf der Volks- oder Hauptschule und habe keine Leh-
re.377 Diese Werte sind tendenziell auch in den vergangenen Jahren vor-
zufinden (siehe Tabelle).
377 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
185
Die Mehrzahl der Hörer gestern ist nicht berufstätig: Bei der Media-
Analyse 1999 waren es 54 Prozent, 42 Prozent sind berufstätig und 3
Prozent sind noch in der Ausbildung.378
Die Mehrzahl der DeutschlandRadio Berlin-Hörer gehört zu den Besser-
verdienenden: Bei der Media-Analyse 1999 betrug der Anteil der Hörer
mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 DM und mehr 49 Pro-
zent, immerhin noch 22 Prozent verfügten über einen Betrag zwischen
3.000 und 4.000 DM.379
DeutschlandRadio Berlin:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 114 125 131 125
Männer 80 102 105 109
Frauen 150 153 164 153
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin: Verweildauer
in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Die Verweildauer lag laut Media-Analyse 1999 bei 125 Minuten, davon
hörten die Männer durchschnittlich 109 Minuten DeutschlandRadio Ber-
lin, die Frauen hörten 153 Minuten.380 Bezogen auf das Alter ergaben
378 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD. Aufgrund von
Rundungen der vorgegebenen Analysewerte ist diese Differenz von 1 Pro-
zent zu 100 Prozent möglich.
379 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
380 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
186
sich bei den letzten Studien sehr stark differierende Werte: Bei der Me-
dia-Analyse 1997 und 1998/I überwog der Anteil der älteren Altersgrup-
pe, nahe gefolgt von der mittleren Altersgruppe, die jüngsten Hörer waren
zahlenmäßig am wenigstens vertreten. Bei der Studie 1998/II schnellte
der Wert der jüngeren Hörer in die Höhe, er lag bei 131 Minuten von
durchschnittlich 131 Minuten Gesamtverweilzeit. 1999 war die mittlere
Altersgruppe der 30 bis 49jährigen am stärksten vertreten mit 151 Minu-
ten von durchschnittlich 125 Minuten, die über 50jährigen lagen bei 126
Minuten und die 14 bis 29jährigen bei 76 Minuten.381
DeutschlandRadio Berlin:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 35 45 131 76
30 – 49 Jahre 105 106 105 151
50+ Jahre 125 141 164 126
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
DeutschlandRadio Berlin:
Verweildauer in Minuten
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
381 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
187
3.4.11 Deutschlandfunk
3.4.11.1 Selbstdarstellung382
Deutschlandfunk bietet Informationen rund um die Uhr, Buchtipps und
Filmkritiken, Hörspiele, Börsenkurse, Politikerinterviews und viele Hinter-
grundsendungen. Das Programm wird in der ganzen Bundesrepublik
über UKW, Mittelwelle und Langwelle übertragen und ist werbefrei. Das
Programm soll – wie auch DeutschlandRadio Berlin – zur Vollendung der
deutschen Einheit beitragen.
3.4.11.2 Programmleistung
Deutschlandfunk
Programmleistung 1998
in Minuten in Prozent
Musik 152.755 27,8
Ernste Musik 93.008 17,0
Leichte Musik 59.747 10,9
Wort 395.810 72,2
Politik 185.251 33,8
Kultur 73.665 13,4
Bildung 33.156 6,0
Unterhaltung 27.436 5,0
Hörspiele 8.854 1,6
Sport 12.468 2,3
Familienprogramm - -
Magazine 51.003 9,3
Sonstiges 3.977 0,7
Werbefunk - -
Gesamt 548.565 100
382 Vgl. www.dradio.de, 08.08.2000.
188
Aus: ARD-Jahrbuch 1999, S. 398.
Den größten Wortanteil und den geringsten Teil an Ernster Musik unter
den in dieser Arbeit näher behandelten Programmen nimmt das Pro-
gramm Deutschlandfunk ein. Der Wortanteil liegt bei 72,2 Prozent, davon
entfallen 33,8 Prozent auf Politik, 13,4 Prozent auf Kultur und 9,3 Prozent
auf Magazine. Weitere Wortkategorien sind Bildung, Unterhaltung, Hör-
spiele, Sport und Sonstiges. Der Musikanteil liegt bei 27,8 Prozent, 17,0
Prozent ist Ernste Musik und 10,9 Prozent Leichte Musik.
3.4.11.3 Programmschema
Das Programmschema ist detailliert im Anhang aufgeführt.
Deutschlandfunk hat ein täglich wiederkehrendes Schema. Die Abend-
stunden innerhalb der Woche sind unterschiedlich, je nach Wochentag
gibt es besondere Schwerpunkte, z. B. montags Politische Literatur, Mu-
sikjournal und Jazz live, dienstags Feature, Hörspiel und Musikforum.
Über den Tag werden viele Magazine gesendet. Die Sendungen an sich
sind – abgesehen von den „Informationen am Morgen“ über vier Stunden
– meist nicht länger als eine halbe oder eine Stunde. Das gilt ebenso für
das Programmschema am Wochenende. Nachts sendet Deutschlandfunk
sein eigenes Programm und übernimmt nicht wie die ARD-Anstalten ei-
nes der ARD-Nachtprogramme.
3.4.11.4 Nutzung
Deutschlandfunk:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 555.000 663.000 665.000 585.000
Männer 299.000 350.000 357.000 349.000
Frauen 256.000 312.000 309.000 236.000
189
0
150.000
300.000
450.000
600.000
750.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Durchschnittlich hören laut MA 1999 585.000 Hörer pro Tag den bun-
desweiten Sender Deutschlandfunk. Unter diesen Hörern gestern sind
349.000 Männer (60 Prozent) und 236.000 Frauen (40 Prozent).383 Diese
Gewichtung war in den Jahren zuvor ähnlich (siehe Tabelle).
Deutschlandfunk:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 49.000 57.000 55.000 25.000
30 – 49 Jahre 118.000 164.000 176.000 139.000
50+ Jahre 388.000 441.000 435.000 421.000
383 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter Mo – So, BRD.
190
0
150.000
300.000
450.000
600.000
750.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Laut MA 1999 sind 421.000 (72 Prozent) Hörer bei dem Kriterium Hörer
gestern über 50 Jahre alt, 139.000 (24 Prozent) sind zwischen 30 und 49
Jahren alt und nur 25.000 (4 Prozent) zwischen 14 und 29 Jahren alt.384
Diese Aufteilung war in den Jahren zuvor ähnlich gewichtet. Demnach
hören vorwiegend ältere Hörer Deutschlandfunk.
Deutschlandfunk:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 2.830.000 2.907.000 2.681.000 2.895.000
Männer 1.568.000 1.576.000 1.447.000 1.669.000
Frauen 1.263.000 1.331.000 1.234.000 1.226.000
384 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD.
191
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Deutschlandfunk:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 353.000 360.000 292.000 325.000
30 – 49 Jahre 819.000 828.000 796.000 798.000
50+ Jahre 1.659.000 1.718.000 1.594.000 1.772.000
0
1.000.000
2.000.000
3.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Betrachtet man den Weitesten Hörerkreis bei der MA 1999, so ergibt sich
ein ähnliches Bild: Vorwiegend hören Männer und Personen über 50 Jah-
re Deutschlandfunk. Konkret liegen die Hörerzahlen bei 2.895.000, davon
sind 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen. 61 Prozent der Hörer
192
sind über 50 Jahre alt, 26 Prozent sind zwischen 30 und 49 Jahren und
24 Prozent zwischen 14 und 29 Jahren alt.385 Diese Ergebnisse fielen in
den Jahren zuvor ähnlich aus (siehe Tabelle).
Deutschlandfunk: Hörer gestern:
Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 40.000 62.000 52.000 38.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 160.000 175.000 164.000 117.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 146.000 156.000 144.000 153.000
Abi/Hochschule/Studium 208.000 269.000 306.000 278.000
Deutschlandfunk: Hörer gestern:
Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 234.000 281.000 273.000 291.000
nicht berufstätig 300.000 348.000 354.000 279.000
in Ausbildung 21.000 33.000 38.000 16.000
Deutschlandfunk: Hörer gestern:
Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 39.000 58.000 56.000 15.000
1.500 - 2.000 DM 34.000 41.000 5.000 37.000
2.000 - 2.500 DM 40.000 37.000 44.000 41.000
2.500 - 3.000 DM 70.000 71.000 68.000 41.000
3.000 - 4.000 DM 127.000 141.000 132.000 153.000
4.000 DM und mehr 245.000 314.000 316.000 299.000
385 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Gesamtzahl und Alter, Mo – So, BRD.
193
Für den Bildungsabschluss ergibt sich nach dem Kriterium Hörer gestern,
dass 278.000 Hörer (48 Prozent) Abitur oder Studium haben, 153.000
Hörer (26 Prozent) haben eine weiterführende Schule besucht, aber kein
Abitur, 117.000 Hörer (20 Prozent) waren auf der Volks- oder Hauptschu-
le und haben eine Lehre und 38.000 Hörer (6 Prozent) waren auf der
Volks- oder Hauptschule und haben keine Lehre.386 Die Verteilung der
Hörer nach Ausbildungsgrad schwankte in den letzten Jahren. Generell
trifft die Aussage zu, dass der größte Teil der Hörer über einen höheren
Ausbildungsstand verfügt, der geringste Teil der Hörer über einen niedri-
gen Ausbildungsstand (siehe Tabelle).
50 Prozent der Hörer nach Hörer gestern der MA 1999 sind berufstätig,
47 Prozent sind nicht berufstätig und 3 Prozent befinden sich in der Aus-
bildung.387 In den Jahren zuvor waren die Unterschiede etwas deutlicher,
die Gruppe der nicht berufstätigen Hörer war größer (siehe Tabelle).
Aufgegliedert nach dem Haushaltsnettoeinkommen sieht die Verteilung
bei den Hörern gestern wie folgt aus: 299.000 Hörer (51 Prozent) verdie-
nen über 4.000 DM, 153.000 Hörer (26 Prozent) zwischen 3.000 und
4.000 DM, 41.000 Hörer (7 Prozent) zwischen 2.500 und 3.000 DM,
41.000 Hörer (7 Prozent) zwischen 2.000 und 2.500 DM, 37.000 Hörer (6
Prozent) zwischen 1.500 und 2.000 DM und 15.000 Hörer (2 Prozent) bis
1.500 DM.388 Damit ist klar zu sagen, dass die Mehrheit der Hörer von
Deutschlandfunk zu den Besserverdienenden gehört.
Deutschlandfunk:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 133 129 126 129
Männer 115 118 118 119
Frauen 155 142 135 145
386 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Ausbildung, Mo – So, BRD.
387 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Berufstätigkeit, Mo – So, BRD.
388 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
194
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Verweildauer
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Die durchschnittliche Verweildauer lag bei der MA 1999 bei 129 Minuten.
Männer hörten Deutschlandfunk 119 Minuten, Frauen 145 Minuten.389
Ähnliche Werte zeigten sich auch für die vorangegangenen Jahre (siehe
Tabelle). Bezogen auf das Alter ergibt sich folgendes Bild: 100 Minuten
hören die 14 bis 29jährigen, 125 Minuten die 30 bis 49jährigen und 132
Minuten die über 50jährigen.390 Die Werte für die Jahre zuvor sind leicht
uneinheitlich und lassen daher keine allgemeinen Rückschlüsse zu.
Deutschlandfunk:
Verweildauer in Minuten
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 130 99 82 100
30 – 49 Jahre 103 113 133 125
50+ Jahre 143 139 129 132
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Deutschlandfunk: Verweildauer
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
389 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Gesamtzahl, Mo - So, BRD.
390 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Geschlecht, Mo - So, BRD.
195
3.4.12. Klassik Radio
3.4.12.1 Selbstdarstellung391
Das Motto von Klassik Radio ist „Musik zum Entspannen und Genießen.“
Klassik-Radio ist ein 24stündiges Spartenprogramm für Kultur und klassi-
sche Musik. Es bietet neben unterhaltsam präsentierter Klassik auch In-
formationen zu den Themen Kultur, Literatur, Theater, Opernwelt, Wirt-
schaft, Börse sowie Lifestyle und stündliche Nachrichten. Das Programm
bringt beschwingte Musik am Morgen, leichte, ruhige Musik am Abend
und zur Nacht; Nachrichten zur vollen Stunde, Kultur- und Wirtschaftsin-
formationen zur halben Stunde. Hinzu kommen Veranstaltungshinweise,
Börseninformationen, Deutschlandwetter, Hintergrundinformationen zu
Interpreten und Stücken. Die Moderation ist nach eigenen Angaben „wis-
send, kultiviert, anspruchsvoll“. Zielgruppe sind die 20 bis 59jährigen,
haushaltsführend, mit hohem Bildungs- bzw. Ausbildungsniveau. Es ist
das einzige private Programm mit klassischer Musik. Klassik Radio hat
ein strenges, wiederkehrendes Programmschema, das charakteristisch
ist für ein Formatradio.
Gesendet wird „das Schönste“ aus den Epochen Barock, Klassik und
Romantik, populäre Titel von Bach und Händel, Mozart und Beethoven,
Brahms, Tschaikowsky, Copland, Strawinsky, Debussy, meist nur einzel-
ne Sätze oder Ouvertüren. Es sollen die „Hits der letzten 300 Jahre“ sein,
wobei man sich am Tonträger-Markt für klassische Musik orientiert. Der
Musikanteil liegt bei 75 bis 80 Prozent. Es gibt auch neue Interpretatio-
nen, Präsentation von Top-Stars der Klassik-Szene. Klassische Musik
wird als Unterhaltungsmusik für den ganzen Tag gesehen: „Aus E-Musik
machen wir U-Musik“:
„In einer Zeit, geprägt von Hektik und Streß, verspüren immer
mehr Menschen das Bedürfnis nach einem ´neuen Radio´, das ih-
nen Entspannung und Lebensart vermittelt. Das bietet Klassik Ra-
dio - auf Premium-Niveau, 24 Stunden täglich, garantiert. [...] Wie
keine andere Musikrichtung vermittelt Klassik ein Gefühl der Ent-
spannung und Ausgeglichenheit, sie relaxt. Diesen Effekt nutzen
immer mehr Hörer für ihr persönliches Wohlbefinden und schalten
um auf Klassik Radio. Eine Lebensart.“392
391 Vgl. www.klassikradio.de, 09.08.2000 und Klassik Radio (Hg.): Media-
Daten. Preise – Reichweiten ´99, Hamburg 1998.
392 www.klassikradio.de, 17.11.1999.
196
Weitere Informationen
Klassik Radio wird terrestrisch verbreitet über UKW-Frequenzen in
Hamburg, Schleswig-Holstein sowie in einigen größeren Städten darunter
Berlin, München, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Augsburg sowie seit
September 1999 in den hessischen Städten Bad Hersfeld, Butzbach,
Fulda, Frankfurt und Limburg. Es ist bundesweit über Kanal und
europaweit über Satellit zu empfangen.
Der Sendestart von Klassik Radio war am 27. Oktober 1990, Sitz des
Senders ist Hamburg. Die Gesellschafter sind: Euro Media Group GmbH
& Co.KG, Ufa Film- und Fernseh GmbH & Co.KG, Spiegel-Verlag Rudolf
Augstein GmbH & Co.KG, Burda Broadcast Media GmbH & Co. KG und
Christoph Gottschalk, als Treuhänder für Theo Lieven.
Die einzelnen Musikwerke sind mit 2 bis 20 Minuten im Tagesprogramm
relativ kurz; abends und nachts werden längere Werke gesendet. Das
Programm ist für das Nebenbeihören gemacht, unter den 2500 Stücken
sind nur 300 vollständige Werke. Die Begründung des Senders lautet:
Die Hörer würden nur viertelstundenweise einschalten, dementsprechend
füllen kürzere Orchesterstücke, Klavierkonzerte oder Einzelsätze aus
Sinfonien fast den ganzen Tag. Für Oper und Operette gibt es einen
eigenen Sendeplatz am Mittag.393
Die Weltnachrichten werden seit Februar 1999 eingekauft, nur die Kultur-
nachrichten werden vom Sender selbst erstellt.394 Die Musikauswahl er-
folgt per Computer und wird von einem Musikwissenschaftler nach sinn-
voller Komposition geprüft. Für nachts und sonntags sind Musik und Mo-
deration auf Festplatte gespeichert. Klassik Radio hat nach eigenen An-
gaben 1997 eine „schwarze Null“ geschrieben.395
Bei Klassik Radio sind verschiedene Werbeformen möglich: Spot-
Schaltung und Non-Spot-Kommunikation, z. B. Promotions, Events, oder
Gewinnspiele. Auch außerhalb der Werbeblöcke ist eine individuelle
Kampagnenplanung realisierbar. Für Werbekunden gibt es spezielle
Incentives, z. B. wurde 1998 eine Segelfahrt verlost.
393 Vgl. HAM (Hg.): Privatfunk in Hamburg, Daten, Fakten, Perspektiven, Ham-
burg 1998, S. 30f.
394 Ebd., S. 31.
395 Ebd., S. 30.
197
Kommentare zu Klassik Radio
Über Klassik Radio sind auch einige besonders kritische, negative Stim-
men zu hören. Zum Beispiel findet es nicht immer Anklang, nur einzelne
Sätze von Werken zu spielen:
„Hin und wieder darf man sich zurücklehnen, ´das ganze Werk´
wird angekündigt: Nach den vielen Fragmenten und Einzelsätzen
wird doch tatsächlich darauf hingewiesen, daß ein komplettes Mu-
sikstück folgt. Ob der moderne Klassik-Yuppi noch eine ganze
Beethovensinfonie durchsteht? Jeder hat das Recht auf Trivialität,
banale Unterhaltung und Kitsch. Insofern ist das private Klassikra-
dio eine echte Bereicherung - und ein schönes Eigentor konserva-
tiver Kulturpessimisten, denn zum Glück gibt es sie noch, die ehr-
würdigen Kulturfrequenzen zwischen Potsdam und Baden-Baden,
bei denen man sich hin und wieder seinen bildungsbürgerlichen
Bedarf decken kann.“396
Klassik Radio hat sich verpflichtet, auch regionale Informationen aus
Hessen zu senden und als Unternehmen in Frankfurt am Main präsent zu
sein, was die hessische Landesmedienanstalt besonders schätzt:
„Wir begrüßen die von Klassik Radio zugesagte Kultur- und Wirt-
schaftsberichterstattung aus und für Hessen und die Berücksichti-
gung hessischer Amateur- und Musikschulorchester im Pro-
gramm.“397
Die Finanzierung allein über Werbegelder scheint nicht ganz einfach zu
sein:
„Der schwierige Start des Hamburger Klassik-Radio zeigt deutlich,
daß solche aus dem Rahmen des üblichen fallende Programman-
gebote auf rein werbefinanzierter Grundlage nicht oder nur mit er-
heblichen Anlaufverlusten durchsetzbar sind, weil das erreichte
Publikum zu diffus ist und die Durchschnitts-Stundenreichweiten
sich kaum messen lassen.398
396 Johannes Näumann: Das Literatur-Café im Internet - Näumanns Nörgelei,
1997 unter www.literaturcafe.de, 18.11.1999.
397 Wolfgang Thaenert, Direktor der Landesanstalt für privaten Rundfunk
(LPR), Hessen/Kassel, vgl. www.lpr-hessen.de, 18.11.1999.
398 Manfred Jenke: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt sich dem Wettbe-
werb“, in: Ory, Stephan und Helmut G. Bauer: Hörfunk-Jahrbuch ´94, Berlin
1994, S. 92.
198
3.4.12.2 Programmschema
Das Programmschema findet sich im Anhang.
Das Programmschema von Klassik Radio ist sehr einfach gehalten. Es ist
für die Hörer leicht nachzuvollziehen. Die einzelnen Blöcke der Sendun-
gen sind sehr groß, das heißt drei bis vier Stunden sind durchaus die
Regel. Abends in der Woche oder morgens und nachmittags am Wo-
chenende gibt es auch mal kürzere – in diesem Rahmen betrachtet –
Sendungen von ein bis zwei Stunden.
3.4.12.3 Nutzung
Klassik Radio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 433.000 450.000 376.000 368.000
Männer 215.000 254.000 195.000 174.000
Frauen 218.000 215.000 181.000 193.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
199
Klassik Radio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 29.000 49.000 34.000 26.000
30 – 49 Jahre 88.000 120.000 134.000 85.000
50+ Jahre 316.000 281.000 208.000 257.000
0
100.000
200.000
300.000
400.000
500.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Hörer gestern
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Klassik Radio wird laut MA 1999 von 368.000 Hörern am Tag399 gehört,
davon sind 174.000 Männer (47 Prozent) und 193.000 Frauen (53 Pro-
zent).
7 Prozent der Hörer sind zwischen 14 und 29 Jahre alt, 23 Prozent zwi-
schen 30 und 49 Jahre und 69 Prozent der Hörer sind über 50 Jahre
alt.400 Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren lassen sich hierzu
keine generellen Aussagen treffen: Die Gesamtzahl der Hörer lag schon
399 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Gesamtzahl, Mo – So, BRD.
400 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Alter, Mo – So, BRD. Vergleicht man diese
Altersangaben mit den Altersangaben bei der Selbstdarstellung von Klassik
Radio (die Daten von Klassik Radio beziehen sich auf die MA 1998/II, zu
Tag und Sendegebiet werden keine Angaben gemacht), so ergeben sich
auf den ersten Blick verzerrte Werte: Klassik Radio spricht von 4,1 Prozent
Hörern zwischen 14 und 29 Jahren, 71,6 Prozent Hörern zwischen 25 und
65 Jahren und 24,3 Prozent über 65 Jahre. Dem Leser wird damit sugge-
riert, dass die meisten Hörer in der mittleren Altersschicht liegen - gerade
die Werbekunden bis 49 sind ja für die Werbetreibenden interessant. Nicht
zu vergessen ist jedoch, dass – siehe oben für die MA 1999 - nur 23 Pro-
zent bei der Auswertung Mo – So zwischen 30 und 49 Jahren alt sind.
200
mal wesentlich höher, z.B. 1998/I bei 450.000. Es hören auch nicht ge-
nerell mehr Frauen als Männer das Programm. In allen Jahren lag der
größte Teil der Hörerschaft in der Altersgruppe über 50 Jahre, der pro-
zentuale Anteil schwankt jedoch nicht unerheblich: 1997 lag er bei 73
Prozent, 1998/I bei 62 Prozent, 1998/II bei 55 Prozent und 1999 bei 69
Prozent.
Klassik Radio:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 1.752.000 1.764.000 1.686.000 1.660.000
Männer 849.000 822.000 760.000 798.000
Frauen 904.000 942.000 926.000 862.000
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Klassik Radio:
Weitester Hörerkreis: Hochrechnung (Anzahl)
Alter (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 167.000 209.000 211.000 167.000
30 – 49 Jahre 522.000 494.000 509.000 505.000
50+ Jahre 1.064.000 1.061.000 966.000 988.000
201
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Weitester Hörerkreis
Hochrechnung (Anzahl)
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
Betrachtet man den Weitesten Hörerkreis, also die Hörer, die in den letz-
ten 14 Tagen das Programm gehört haben, so liegt die Höreranzahl von
Klassik Radio bei der MA 1999 bei 1.660.000 Personen, davon sind 48
Prozent Männer und 52 Prozent Frauen. Beim Weitesten Hörerkreis sind
10 Prozent der Hörer zwischen 14 und 29 Jahre alt, 30 Prozent sind zwi-
schen 30 und 49 Jahren und 60 Prozent sind über 50 Jahre alt.401 Bei der
Betrachtung des Weitesten Hörerkreises der MA 1999 ergibt sich eine
ähnliche Verteilung nach Geschlecht wie bei Hörer gestern, bei den vier
letzten Media-Analysen liegt der Anteil der Frauen über dem der Männer.
Bezogen auf das Alter entfallen beim Weitesten Hörerkreis der MA 1999
ein wenig mehr Personen auf die mittlere Altersgruppe, weniger auf die
Personen über 50 Jahre im Vergleich zu Hörer gestern. Allgemein war
die Verteilung nach Alter in den letzten Jahren recht einheitlich (siehe
Tabelle).
Klassik Radio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Ausbildung (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Volks-/Hauptschule
ohne Lehre 11.000 7.000 4.000 19.000
Volks-/Hauptschule
mit Lehre 93.000 109.000 80.000 55.000
Weiterführende Schule
ohne Abitur 145.000 147.000 101.000 98.000
Abi/Hochschule/Studium 184.000 186.000 190.000 196.000
401 Vgl. MA 1999, Weitester Hörerkreis, Alter, Mo – So, BRD.
202
Klassik Radio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Berufstätigkeit (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
berufstätig 196.000 228.000 218.000 142.000
nicht berufstätig 220.000 200.000 144.000 206.000
in Ausbildung 18.000 22.000 14.000 20.000
Klassik Radio:
Hörer gestern: Hochrechnung (Anzahl)
Haushaltsnettoeinkommen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
bis 1.500 DM 11.000 8.000 10.000 23.000
1.500 - 2.000 DM 20.000 21.000 19.000 14.000
2.000 - 2.500 DM 31.000 35.000 35.000 22.000
2.500 - 3.000 DM 40.000 39.000 37.000 29.000
3.000 - 4.000 DM 106.000 87.000 66.000 78.000
4.000 DM und mehr 225.000 259.000 209.000 202.000
Für die Hörer gestern ergibt sich folgende Aufteilung für den Stand der
Ausbildung: Von den 368.000 Hörern haben 19.000 (5 Prozent) die
Volks- oder Hauptschule besucht und keine Lehre absolviert, 55.000 (15
Prozent) haben die Volks- oder Hauptschule besucht und eine Lehre ab-
solviert, 98.000 (27 Prozent) haben die weiterführende Schule besucht
ohne Abitur und 196.000 (53 Prozent) haben das Abitur oder ein Studi-
um. Demnach verfügen die Hörer von Klassik Radio über ein hohes Bil-
dungsniveau.
142.000 (39 Prozent) der Hörer sind berufstätig, 206.000 (56 Prozent)
sind nicht berufstätig und 20.000 Hörer (5 Prozent) befinden sich noch in
der Ausbildung. Man kann jedoch nicht sagen, dass der überwiegende
Teil der Klassik Radio-Hörer nicht berufstätig ist, denn bei den Media-
Analysen 1998/I und 1998/II ergab sich das umgekehrte Bild, die meisten
Hörer waren berufstätig (228.000 zu 200.000 und 218.000 zu 144.000
Hörern). 202.000 Hörer (55 Prozent) verfügen über ein Haushaltsnetto-
203
einkommen von über 4.000 DM, 78.000 Hörer (21 Prozent) haben zwi-
schen 3.000 und 4.000 DM.402 Allgemein läßt sich feststellen, dass die
Mehrzahl der Klassik Radio-Hörer über ein hohes Einkommen verfügt.
Klassik Radio:
Verweildauer in Minuten
Gesamt/Männer/Frauen (Mo – So, BRD)
1997 1998/I 1998/II 1999
Gesamt 144 132 150 135
Männer 136 127 155 122
Frauen 153 138 144 148
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Verweildauer
Gesamt/Männer/Frauen
Gesamt
Männer
Frauen
Insgesamt hört ein Hörer von Klassik Radio durchschnittlich 135 Minuten
dieses Programm am Tag, so die MA 1999. Der Wert liegt bei den Män-
nern bei 122 Minuten, bei den Frauen bei 148 Minuten. Die Frauen hören
damit etwas länger Klassik Radio als die Männer. Dies ist jedoch keine
Aussage, die sich verallgemeinern läßt, denn laut Media-Analyse 1998/II
hörten die Männer länger Klassik Radio als die Frauen. Die Anzahl der
Verweildauer zwischen 1997 und 1999 schwankte zwischen 132 und 150
Minuten (siehe Tabelle).
402 Vgl. MA 1999, Hörer gestern, Haushaltsnettoeinkommen, Mo – So, BRD.
204
Verteilt auf das Alter ergibt sich, dass die 14 bis 29jährigen im Durch-
schnitt 96 Minuten Klassik Radio hören, die 30 bis 49jährigen 191 Minu-
ten und die über 50jährigen 173 Minuten. Am längsten wird Klassik Radio
daher von der mittleren Altersschicht gehört403, in den Jahren zuvor war
es die ältere Altersgruppe (siehe Tabelle).
Klassik Radio:
Verweildauer in Minuten:
Alter
1997 1998/I 1998/II 1999
14 – 29 Jahre 107 129 161 96
30 – 49 Jahre 110 115 147 191
50+ Jahre 157 140 150 173
0
50
100
150
200
1997 1998/I 1998/II 1999
Klassik Radio: Verweildauer
Alter
14-29
Jahre
30-49
Jahre
50+
Jahre
403 Vgl. MA 1999, Verweildauer, Alter, Mo – So, BRD.
205
3.5 Kritische Bemerkungen und Vergleich der
Klassik- Programme
Die zwölf in diesem Kapitel vorgestellten Klassik-Programme sind äu-
ßerst unterschiedlich, wie die obige Darstellung bereits zeigte. Im folgen-
den sollen die Programme nach den Kriterien „Umfang und Präsentation
von Wortsendungen“, „An- und Abmoderation von Musikstücken“ sowie
„Auswahl von Musikstücken“ beschrieben und verschiedenen selbstbe-
stimmten Kategorien zugeordnet werden.404
3.5.1 Kultur-Programme mit klassischer Musik
(SR 2 KulturRadio, Radio 3, WDR 3, hr 2)
Die Klassik-Programme aus dem Saarland, aus Nordrhein-Westfalen,
aus Hessen sowie vom Norddeutschen Rundfunk zeichnen sich alle da-
durch aus, dass sie, wenn sie Musik senden, es ausschließlich klassi-
sche Musik ist. In jedem dieser Programme finden auch Wortbeiträge
Raum, meist mit dem Schwerpunkt auf politischen oder kulturellen The-
men. Die Charakter der einzelnen Programme sind jedoch durchaus un-
terschiedlich: SR 2 KulturRadio liefert Informationen rund um die Kultur
und auch Beiträge zu verschiedenen musikalischen Themen. Dabei ist
das Programm ansprechend aufbereitet. Radio 3 ist ein reines Kultur-
Programm, die politischen Wortsendungen sind gering, meist wird über
kulturelle Themen gesprochen, im Vordergrund steht immer die klassi-
sche Musik. Ausschließlich klassische Musik gibt es auch bei WDR 3,
ermüdend sind allerdings lange Wortstrecken. Die Präsentation des Pro-
gramms ist eher monoton als ansprechend. Ohne eine Besonderheit prä-
404 Grundlage dieses Vergleiches sind die Höreindrücke der Tagesabläufe der
Klassik-Programme eines zufällig ausgewählten Wochentages von 6.00 bis
18.00 Uhr: Bayern 4 Klassik vom 06.12.1999, hr 2 vom 10.12.1999, MDR
Kultur vom 22.12.1999, Radio 3 vom 22.03.2001, Radio Bremen 2 vom
07.01.2000, *radio kultur vom 12.01.2000, SR 2 KulturRadio vom
13.01.2000, SWR 2 vom 07.12.1999, WDR 3 vom 20.02.2001, Deutsch-
landfunk vom 26.02.2001, DeutschlandRadio vom 08.03.2001 und Klassik
Radio vom 16.02.2001. Wichtig ist zu betonen, dass nur der Ablauf von
6.00 bis 18.00 Uhr berücksichtigt ist. Wie sich das Programm am Abend
oder auch an einem Wochenendtag gestaltet, wird hier nicht näher charak-
terisiert, so dass unter Einbeziehung der weiteren Stunden des Tages die
Einschätzung des Programms durchaus anders ausfallen könnte. Zu be-
rücksichtigen ist außerdem, dass die Höreindrucke rein die persönliche
Meinung der Autorin wiedergegeben. Da die Autorin Jahrgang 1967 ist, tref-
fen die Beschreibungen am ehesten die Sichtweise einer mittleren Alters-
gruppe.
206
sentiert sich hr 2, die klassische Musik wird zum größten Teil nur an- und
abmoderiert ohne weitere Erläuterungen, bei den Wortsendungen gibt es
kein besonders erwähnenswertes Highlight.
SR 2 KulturRadio
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: In der Sendung „Mor-
genMusik“ kommen gelegentlich Wortbeiträge vor, wie etwa Glauben
heute, das Kulturtelegramm, der Kommentar oder Veranstaltungshinwei-
se zu diversen Themen. Einzelne Wortbeiträge bilden die Sendungen
„Presseschau Inland“ und „Presseschau Ausland“. Längere Wortbeiträge
gibt es in der Sendung „ZeitZeichen“ (übernommen vom WDR), in dem
„Forum: Menschen und Märkte“, der Reportage um 9.30 Uhr und in der
halbstündigen Sendung „Bilanz am Mittag“. Es sind Beiträge, Interviews
oder Kommentare zu kulturellen, politischen, gesellschaftlichen oder wirt-
schaftlichen Themen, die interessant und journalistisch professionell auf-
bereitet sind. Darüber hinaus gibt es eine Lesung von einer halben Stun-
de am Nachmittag.
An- und Abmoderation von Musikstücken: In der dreistündigen Mor-
gensendung „MorgenMusik“ werden die Musikwerke zum Teil an- oder
abmoderiert. Erklärende Erläuterungen gibt es nicht. Die Anmoderation
ist vom Stil her locker und wirkt nicht abgelesen. In der dreistündigen
Musiksendung „EnPassent“ am Vormittag liefert der Moderator neben der
An- und Abmoderation auch weitere kurze Erläuterungen zu den Werken
oder Komponisten. Auch hier wirkt die Moderation nicht steiff und abge-
lesen. Kurze Erläuterungen eher als Überleitung gibt es auch in der mu-
sikalischen Sendung „Da Capo“. Sehr ausführliche Informationen erhält
der Hörer in der Sendung „Après Midi“, die sich musikalisch einem spezi-
ellen Thema widmet, hier die „Sowjetischen Komponisten in den 20er
Jahren“. Historische Ereignisse aus der Zeit oder Berichte über Kompo-
nisten oder über die Werke bereichern die Sendung.
Auswahl von Musikstücken: Bei der „Morgen-Musik“ bot sich dem Hö-
rer ein Potpourri durch alle musikalischen Stile, klassische Werke wurden
ebenso gesendet wie Filmmusik, Tanzmusik oder Chansons. Konventio-
neller ging es bei „En Passent“ zu: Bekannte oder weniger bekannte
Werke von Bach, Telemann, Händel, Rachmaninow, Beethoven oder
Mahler waren im Programm, darunter Sinfonien, Kammermusik oder
207
auch Ausschnitte aus Oratorien. Die Sendung „Da Capo: KlassikHits“ am
Mittag lieferte, wie der Titel schon sagt, bekannte klassische Stücke, et-
wa von Vivaldi, Bruch, Mozart, Schubert oder Chopin. Dabei wurden sin-
fonische Werke ebenso gesendet wie Kammermusik oder auch einzelne
Arien. Am Nachmittag widmete sich die Sendung „Après Midi“ dem The-
ma „Sowjetische Komponisten in den 20er Jahren“, es gab bekannte und
weniger bekannte Kompositionen von Skrjabin, Prokofjew und Bortni-
ansky.
Fazit: SR 2 KulturRadio liefert ein ansprechendes Klassik-Programm,
das sehr viel Musik sendet, aber auch Raum für Wortbeiträge findet. Die
„Klassiker“ unter den Kompositionen (in der Sendung „DaCapo“) werden
ebenso gespielt wie nicht ganz so bekannte Werke (z. B. in „EnPassant“).
Besonders interessant für klassikinteressierte Hörer könnten sicher die
Musik-Sendungen zu bestimmten Themen sein, wie etwa bei „Après Mi-
di“. Die Wortbeiträge bei SR 2 KulturRadio sprechen verschiedene The-
men an, sind gut aufbereitet und in jeweils nicht allzu langen Phasen
über den Tag verteilt. Die Morgensendung „MorgenMusik“ ist schon fast
eine Art Magazinsendung, die auch Informationen liefert. Einzig ihr Mu-
sikprogramm sollte man kritisch beachten: Auf der einen Seite ist die Öff-
nung hin zu populären Werken sicher ein Versuch, auch neue Hörer zu
gewinnen, auf der anderen Seite wirkt der Mix zuweilen recht wahllos.
Insgesamt ist die Moderation sehr angenehm, wirkt nicht wissend oder
belehrend und ist von der Sprachwahl gut verständlich.
Radio 3
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: In erster Linie Berich-
te zu aktuellen und kulturellen Themen gibt es bei „Texte und Zeichen“,
10 Minuten mittags und eine halbe Stunde spätnachmittags. Kurze Infor-
mationen zu kulturellen Themen werden in der Sendung „Ouvertüre –
Klassik am Morgen“ gesendet, umfangreiche Veranstaltungstipps in der
Sendung „Divertimento“ und kürzere Berichte sowie Features in der Sen-
dung „Musikforum“, immer im Wechsel mit klassischer Musik. Eine halbe
Stunde heißt es zwischen 8.30 und 9.00 Uhr „Am Morgen vorgelesen“.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die Frühsendung „Klassik
am Morgen“ bringt neben der An- und Abmoderation von Titel, Komponist
und Aufführenden auch kurze Erklärungen. Bei der dreistündigen Sen-
dung „Klassik am Morgen“, die ausschließlich Werke aus der frühen
208
Schaffensphase von bekannten Komponisten brachte, übermittelte der
Moderator auch nähere Erläuterungen zu den Werken. Die Musikwerke
in den Sendungen „Divertimento“ und „Musikforum“ wurden in der Regel
nur an- und abmoderiert, in diesen Sendungen gab es weitreichende kul-
turelle Berichte. Die Sendung „Klassik-Panorama“ widmete sich einem
niederländischen Dirigenten und seiner Interpretation verschiedener
Werke, ausführliche Erläuterungen lieferten dem Hörer wissenswerte In-
formationen.
Auswahl von Musikstücken: Die Musik in Radio 3 ist klassische Musik
aus verschiedenen Epochen. Bekannte Werke der großen Komponisten
dominieren das Bild, aber auch weniger bekannte Werke finden Gehör.
Die Auswahl umfasst Sinfoniemusik ebenso wie Kammermusik und Kla-
viermusik oder auch mal einen Ausschnitt aus einem Oratorium oder ei-
ner Operette. Nur die Sendung „Texte und Zeichen“ von 17.30 bis 18.00
Uhr war untermalt mit Jazz-Musik.
Fazit: Radio 3 ist ein Programm für den klassikinteressierten Hörer. Hier
findet er eine reiche Auswahl an klassischer Musik, zuweilen nach be-
stimmten Themen zusammengestellt. Die Erläuterungen zu den Werken
kommen dabei nicht zu kurz. Die Wortsendungen nehmen nur einen ge-
ringen Teil des Tages ein und wenn, so sind es in erster Linie kulturelle
Informationen, die gesendet werden. Wünschenswert wäre zum Beispiel
ein etwas längeres Feature am Tag zu einem bestimmten Thema. Würde
bei vereinzelten Moderatoren ein bischen mehr Begeisterung und Esprit
bei den Ansagen zum Vorschein kommen, so könnte das Programm ein
wenig schwungvoller werden. Insgesamt ist die Mischung von Radio 3
jedoch ein Beispiel für ein schwerpunktmäßig klassik-orientiertes, nie-
veauvolles Programm.
WDR 3
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: WDR 3 präsentierte
verschiedene Wortsendungen, die nicht nur inhaltlich, sondern auch vom
Stil her sehr unterschiedlich sind. So gibt es Sendungen mit einer nüch-
ternen, sachlichen Gestaltung ebenso wie Sendungen mit interessant
aufbereiteten Beiträgen. Beim „Lebensmittelreport“ morgens um 6.05 Uhr
zum Beispiel sind die gebauten Beiträge durch Original-Töne und Atmo-
sphäre spannend aufgemacht. Die Sendung „Das Mosaik“ liefert Informa-
209
tionen aus der Kultur. Die Berichte stammen aus unterschiedlichen Be-
reichen und sprechen daher Hörer mit unterschiedlichen Kulturinteressen
an. So gab es zum Beispiel einen Bericht über den aktuellen Kunststreit
des Bildhauers Wilfried Hagebölling mit der Stadt Minden oder über die
Premierenvorstellung „Der Marquis von Keit“ von Frank Wedekind in Bad
Godesberg. Die Themen sind als Berichte, gebaute Beiträge oder Inter-
views aufbereitet und machen den Programmablauf abwechslungsreich.
Die Wortbeiträge wechseln sich mit an- oder abmoderierten Musikstük-
ken ab. Zu den jeweiligen Berichten gibt es eine Anmoderation, die wis-
send und nüchtern ist.
Die Wortsendungen „Themen des Tages“ (morgens, mittags, abends)
sind inhaltlich breit gestreut und umfassen die Bereiche Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft. Die Themen werden überwiegend nach einem gleichen
Schema gesendet: Anmoderation und Bericht. Der Bericht ist eine sachli-
che Wiedergabe des Themas von dem Autor, es gibt keine Originaltöne
oder Atmosphäre. Der Zuhörer muss intensiv zuhören, da die Inhalte und
die journalistische Art eine eher eintönige Darstellung aufweisen. Die Art
dieser Sendung - eine reine Wortsendung ohne Musikstücke - könnte mit
modernen journalistischen Formen wie gebauten Beiträgen interessanter
gestaltet werden.
Die Sendung „Musikszene“ am Mittag umfasst verschiedene Themen
rund um Musik und Kultur. Eingestreut sind Veranstaltungshinweise. Die
Berichte zu den einzelnen Themen liefern viele Hintergrundinformatio-
nen. Sie sind interessant als gebaute Beiträge oder auch mal als Inter-
view gestaltet. Die Sendung wirkt dadurch sehr abwechslungsreich. Da
jedoch wenig Musikstücke zwischendurch gesendet werden, ist der Hörer
ununterbrochen zum intensiven Zuhören aufgefordert und kann sich nicht
zwischendurch entspannt zurücklehnen.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die An- und Abmoderation
von Musikstücken ist in den einzelnen Sendungen von WDR 3 unter-
schiedlich. Bei „Klassik am Morgen“ zum Beispiel gibt es eine reine An-
und Abmoderation der Stücke ohne zusätzliche Informationen. Für diese
Sendezeit am frühen Morgen erscheint es durchaus angebracht, keine
langen Erläuterungen zu liefern. Die An- und Abmoderation beim „Klas-
sikForum“ ist zum größten Teil mit historischen oder inhaltlichen Erläute-
rungen angereichert, so dass der Hörer viele, auch interessante Informa-
tionen erhält. Der Sender selbst spricht von „Amüsantem und Interessan-
210
tem über Musikstücke und Komponisten“. Es gibt auch schlichte An- oder
Abmoderationen der Stücke mit Nennung des Werktitels, Komponisten
und der Aufführenden.
Die Moderation ist überwiegend sachlich und wissend. Die Sätze sind
zum Teil sehr lang und verschachtelt und damit - sowie auch durch die
teilweise gehäuft vorkommenden Fremdwörter - ist der Inhalt kompliziert
und schwer zu verstehen. Es gibt jedoch auch verständlichere Passagen.
Die Stimme des Moderators beim „KlassikForum“ war sonorig und von
gleichmäßigem Tembre, was sich jedoch über den langen Zeitraum von
drei Stunden auch als eintönig erweisen kann. Die reine An- und Abmo-
deration ohne Zusätze beim „Mittagskonzert“ erfolgte in immer gleicher
Tonalität und macht einen gelangweilten Eindruck.
Auswahl von Musikstücken: Bei der Sendung „Klassik am Morgen“
wurden zum Teil sehr bekannte Werke und damit Klassiker wie etwa die
„Barcarole“ von Offenbach, zum Teil weniger bekannte wie zum Beispiel
„Fantaisie brillante“ von Heinrich Wilhelm Ernst gebracht. Für die Sende-
zeit ist die Mischung bekannter und unbekannter Werke gelungen. Beim
„KlassikForum“ am Vormittag wurden eher bekannte Werke gespielt oder
zumindest Werke bekannter Komponisten, zum Beispiel das „Concerto
grosso op. 1“ von Georg Friedrich Händel, das „Impromptu“ von Franz
Schubert, die „Sinfonie g-moll“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder „Die
Schlittschuhläufer“ von Giacomo Meyerbeer. Platz ist auch für einen Hö-
rerwunsch zum Ende der Sendung. Vom Inhalt ähnlich konzipiert ist die
Sendung „Musikpassagen“ am Nachmittag.
Das „Mittagskonzert“ lieferte ein buntes Programm von Werken verschie-
dener Gattungen und verschiedener Epochen, sowohl sinfonische Werke
als auch Kammermusik oder Klaviermusik. Meist sind die Werke bekannt,
wie etwa die „Sinfonie D-dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder die
„Tragische Ouvertüre op. 81“ von Johannes Brahms. Die Auswahl der
Stücke ist so konzipiert, dass sie der breiten Masse des Publikums gefal-
len, es dennoch nicht nur bekannte Klassiker sind.
Fazit: Die verschiedenen Wortsendungen umfassen politische, wirt-
schaftliche und kulturelle Themen. Die Sendung „Mosaik“ hat Magazin-
charakter, die Wortbeiträge werden durch Musikstücke unterbrochen.
Dies ist nicht der Fall bei den Wortsendungen „Themen des Tages“ und
„Musikpassagen“, hier gibt es keine Unterbrechung durch Musik. Weniger
211
Wortinteressierte könnten hier schnell ausschalten, da sie sicher sein
können, nun längere Zeit keine Musik zu hören. Eine Mischung von
Wortsendungen mit Musikstücken wäre für die Hörer abwechslungsrei-
cher.
Die langen Sendeblöcke mit viel Musik vor- bzw. nachmittags sind allge-
mein betrachtet wenig spannungsvoll. Die Moderation der einzelnen
Sendungen ist sachlich und wissend und von der Stimmlage eher mono-
ton. Sie mag den kulturgewandten Hörer und speziell die ältere Generati-
on ansprechen. Für kulturinteressierte Hörer, die vielleicht weniger in der
Materie bewandert sind, könnte ein lockerer Stil eher in Frage kommen.
Diese Hörergruppe ebenso wie jüngere Hörer könnten sich durch die
strenge, wissende Art der Moderation abgeschreckt fühlen.
Die Musikauswahl in WDR 3 ist durchaus vielfältig, sie umfasst Sinfoni-
sche Musik ebenso wie Kammermusik, Ausschnitte aus Opern oder Kla-
vierwerke. Dabei wird Wert auf eine Mischung der Gattungen und Epo-
chen gelegt. Überwiegend sind die Stücke bekannt, bzw. es überwiegen
die Werke bekannter Komponisten.
hr 2
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Wortbeiträge gibt es
bei hr 2 zum einen am frühen Vormittag, in der Sendung „Die Alternative“
von 08.05 bis 10.00 Uhr. Es werden Hinweise auf Sendungen im Pro-
gramm gegeben, Personen portraitiert, Berichte zu verschiedenen The-
men gesendet, ein Gedicht oder auch eine Erzählung vorgetragen. Die
Sendung ist ein bunter Mix aus verschiedenen Beitragsarten, unterbro-
chen durch kurze Musikstücke. Zum anderen finden sich Wortbeiträge in
der Mittagszeit um 12.05 Uhr in der Sendung „5 nach 12: Kultur im Ge-
spräch“. Hier geht es eine halbe Stunde lang um kulturelle Beiträge oder
Interviews. Diese sind interessant gestaltet und beleuchten diverse Kul-
turthemen. Am frühen Nachmittag gibt es einen weiteren Wortblock: Be-
ginnend mit einer halben Stunden „Domino“, Radio für Kinder, bei dem
für Kinder interessante Themen, nicht aber in einer für Kinder geeigneten
Sprache aufbereitet werden, folgt anschließend eine halbe Stunde Vorle-
sezeit, zum Beispiel aus Märchen. Diesem schließt sich eine Viertelstun-
de lang ein Bericht über ein kulturelles oder gesellschaftliches Thema an.
212
Weitere Wortbeiträge werden zudem in der Sendung „Umweltforum“ um
17.00 Uhr gesendet.
An- und Abmoderation von Musikstücken: In der Sendung „Musik vor
dem Alltag“ am frühen Morgen werden die Musikwerke an- und abmode-
riert, nur zum Teil wird die Moderation mit Erläuterungen zu Werken oder
auch zu Interpreten ergänzt. Bei den beiden „Frankfurter Funkkonzerten“
am Vor- bzw. Nachmittag spricht der Moderator nur die reine An- und
Absage des Werktitels, des Komponisten und der Aufführenden. Auch
beim „Klassik-Boulevard“ am Mittag gibt es nur eine An- und Abmodera-
tion. Die An- und Abmoderation bei hr 2 erfolgte in jeder Sendung auf die
gleiche Art und Weise, der Inhalt ist sachlich, wurde aber angenehm vor-
getragen.
Auswahl von Musikstücken: hr 2 bietet ein abwechslungsreiches Mu-
sikprogramm, wobei bekannte Stücke oder Stücke der gängigen Kompo-
nisten dominieren. Der Schwerpunkt liegt auf Werken des Barocks, der
Klassik und der Romantik. Auch überwiegt die Sinfonische Musik, wenn
auch Kammermusik und Klaviermusik durchaus Berücksichtigung finden.
In den beiden Funkkonzerten ist auch Raum für längere Werke.
Fazit: Die Wortsendungen in hr 2 sind in etwa drei Blöcken über den Tag
verteilt. Sie umfassen insgesamt einen weiten Themenkreis, an einem
Tag werden jedoch insgesamt nicht allzuviele Themen angesprochen, so
dass nicht unbedingt für jeden Hörer ein interessanter Wortbeitrag dabei-
sein könnte. Die Auswahl der Musikstücke trifft den Mehrheitsgeschmack
des Klassik-Hörers und bietet Werke aus allen Epochen. Leider be-
schränkt sich die An- und Abmoderation auf die Nennung des Titels, des
Komponisten und eventuell noch der Aufführenden. Mehr historische
oder inhaltliche Informationen zu einigen Werken, nicht in jeder Sendung,
aber häufiger als aktuell, würden sicher einige Hörer begrüßen. Zusam-
mengefasst muss man sagen, dass hr 2 keine besonderen Stärken, wie
etwa eine besonders ansprechende Moderation, einen ausgefallener
Wortblock oder dergleichen, aufweist. Auf der anderen Seite stechen
Schwächen aber nicht explizit hervor. Das Programm fließt in einem
gleichmäßigen Rhythmus durch die Stunden und hinterläßt keinen blei-
benden Eindruck.
213
3.5.2 Klassik-Programme mit hohem Wortanteil
(SWR 2, *radio kultur)
Die beiden Programme SWR 2 und *radio kultur weisen den höchsten
Wortanteil der Klassik-Programme auf. SWR 2 liegt bei 38,7 Prozent,
*radio kultur bei 41,8 Prozent. Der hohe Wortanteil ist bei SWR 2 sehr
auffallend, auch wenn die Themen an sich abwechslungsreich und gut
aufbereitet sind, gerade auch die Features und Berichte. Etwas weniger
könnte hier besser sein. Die Musikauswahl allerdings ist gelungen und
zuweilen öffnet sich das Programm vorsichtig auch in Richtung anderer
Musikgenres. Noch mehr Wort als SWR 2 sendet *radio kultur. Die ein-
zelnen Wortbeiträge sind allerdings gut und professionell gestaltet. Die
Wortsendungen sind interessant durch Musik umrahmt, so dass auch das
längere Hören nicht ermüdet.
SWR 2
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Der frühe Vormittag
ist durch einige Wortstrecken gekennzeichnet: In dem halbstündigen Ma-
gazin „Journal“ werden in gut gemachten Interviews oder Beiträgen kultu-
relle oder gesellschaftliche Themen behandelt. Danach folgt ein Feature
über ein bestimmtes Thema. Nach der SendungMusikstunde“, mit Wor-
ten und Musik, folgt ein halbstündiger Bericht zu einem einzigen Thema.
Von 12.00 bis 13.00 Uhr steht wiederum das Wort im Vordergrund, in
Form von Berichten oder Interviews zu politischen und kulturellen The-
men. Am Nachmittag folgt noch ein einstündiges Feature zu einem musi-
kalischen Thema, in diesem Fall war es ein Portrait über den Gitarristen
Coco Schumann sowie eine halbstündige Lesung. Über den Tag verteilt
gibt es weitere Wortbeiträge in Form von Programmhinweisen, Kommen-
taren oder als Buchtipp.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die dreistündige Morgen-
sendung brachte neben der An- und/oder Abmoderation von Titel, Kom-
ponist und Aufführenden zum Teil auch einige weiterführende Erläute-
rungen. Der Stil der Moderation war durch eine klare Stimme gekenn-
zeichnet, wirkte jedoch zum Teil statisch, wie abgelesen. Bei den Sen-
dungen „Klassik auf Wunsch“ und „Musik am Mittag“ gab es eine reine
An- und Abmoderation. Zu den drei Werken bei „Thema Musik“ erhielt
der Hörer ausführliche Erläuterungen.
214
Auswahl von Musikstücken: Die frühmorgendliche Sendung „SWR 2
am Morgen“ bringt eine Auswahl bekannter und weniger bekannter klas-
sischer Werke, wie etwa von Bach, Mozart, Haydn, Boccherini oder
Strauss. Darüber hinaus öffnet sie sich zu einem weitergefassten Kultur-
begriff und sendet auch Filmmusiken, Ragtime oder ein Chanson, hier
gesungen von Edith Piaf. Klassische Musik interessant verpackt lieferte
die Sendung „Musikstunde“, mit einer Art musikalischer Reise durch den
Orient. „Klassik auf Wunsch“ am späten Vormittag brachte Hörerwün-
sche, bekannte aber auch ausgefallene klassische Titel. Die Wortsen-
dungen „Journal“ und „Kultur im Land“ wurden nur kurz von musikali-
schen Einspielungen unterbrochen, hier wurde Jazz-Musik gesendet. In
der einstündigen Sendung „Musik am Mittag“ waren Klassiker von Mo-
zart, Chopin und Schumann zu hören, die Sendung „Thema Musik“ war
längeren klassischen Werken vorbehalten, so etwa Szenen aus Monte-
verdis „L´Orfeo“.
Fazit: Der Wortanteil von SWR 2 ist im Vergleich zu anderen Klassikpro-
grammen recht hoch, er liegt wie weiter oben festgehalten ist bei fast 40
Prozent. Dieses fällt auch beim Hören auf. Ein eher am Musikprogramm
interessierter Hörer würde sich eventuell weniger Wort wünschen. Vom
Inhalt und der Präsentation sind die Wortbeiträge, besonders die Berichte
und Features gut gemacht, kürzere journalistische Formen, wie etwa bei
einem Magazin, wären allerdings für den Hörer leichter zu verarbeiten.
Die musikalischen Sendungen bringen Werke aus verschiedenen Jahr-
hunderten und bedienen somit diverse Geschmäcker, gut gelungen war
auch die Einbeziehung von Filmmusiken oder moderneren Werken in der
Frühsendung. Insgesamt wirkte jedoch die Vortragsweise der Moderation
nicht gerade einnehmend, eher eintönig. Bereichernd war die Musikstun-
de zu dem Thema „Der Traum vom Orient“, interessante Informationen
paarten sich mit thematisch passenden, klassischen Vertonungen, die
Vortragsstimme wirkte sehr angenehm. Für Freunde der Swing-Musik
war sicher auch der Bericht über den Gitarristen Coco Schumann hö-
renswert. Für einen klassikinteressierten Hörer, der allerdings kein
Freund von Jazzmusik ist, war aber der Anteil an Jazzmusik am Tag zu
groß.
215
*radio kultur
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Der frühe Vormittag
ist geprägt von einer dreistündigen Magazinsendung. In dieser Sendung
„Der Morgen“ werden kulturelle oder politische Berichte, Interviews oder
Kommentare gesendet. Nachrichten zur vollen Stunden, Schlagzeilen zur
halben Stunden, Verkehrshinweise und Programmhinweise auf andere
Sendungen finden ebenso Platz. Am Vormittag ist eine halbe Stunde Zeit
für eine Lesung vorgesehen. In der Sendung „Klassik Plus“ werden auch
einzelne Wortbeiträge gesendet, feste Zeiten gibt es für einen Studiogast
um „10 nach 10“ und für einen Beitrag im „Feuilleton“. Am Mittag bestim-
men Wortsendungen das Bild: In „Zeitpunkte“ geht es eine Stunde lang
um kulturelle und aktuelle Themen, im „Zeitspiegel“ werden eine halbe
Stunde lang politische oder gesellschaftspolitische Themen behandelt.
Auch am Nachmittag gibt es weite Strecken für Wortsendungen, so etwa
in dem einstündigen Interview (mit Unterbrechung durch Musikstücke)
„Klassik-Galerie – Der Gast“ und in dem „Journal – Kultur aktuell“.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die An- und Abmoderation
ist je nach Sendung äußerst unterschiedlich. Bei dem Magazin am Mor-
gen gibt es nur zuweilen überhaupt eine An- oder Abmoderation, die sich
auf Werktitel und Komponist beschränkt. Dagegen ist die Sendung „Klas-
sik Plus“ gänzlich konträr, hier wird die An- oder Abmoderationen zum
Teil mit Erläuterungen ergänzt. Allerdings war an dem beobachteten Tag
die Art der Präsentation bedingt durch die tiefe Stimme und zum Teil un-
präzise Artikulation des Moderators nicht besonders ansprechend, spezi-
ell für die jüngere oder mittlere Generation. Sehr interessant hingegen
war die An- und Abmoderation bei der Sendung „Belcanto“, Thema wa-
ren Ausschnitte von „The Canterbury Pilgrims“ von Georg Dyson. An dem
Akzent des Moderators war die englische Muttersprache zu erkennen,
der Inhalt der Moderation war interessant und die Art ansprechend.
Die Sendungen am Nachmittag waren eher geprägt durch die Wortbei-
träge. Daher stand die An- oder Abmoderation von Musikstücken nicht so
sehr im Vordergrund. Es gab neben An- und Abmoderationen jedoch
auch einige Erläuterungen. Der klassische journalistische Stil dieser
Sendungen war professionell und die Artikulation der Moderatorinnen
sehr gut.
216
Auswahl von Musikstücken: Die klassische Musik bei *radio kultur
stammt aus verschiedenen Epochen und umfasst am Vormittag weitge-
hend Sinfonische Musik. Am Nachmittag kann die Musikauswahl auch
schon mal nach speziellen Themen ausgesucht sein, so gab es an dem
beobachteten Tag mehrere Werke von Manuel Ponce und Ausschnitte
aus dem schon erwähnten Werk von Georg Dyson. Die Musikauswahl
der „Klassik Galerie“ war nach einem speziellen Schema ausgesucht: Zu
Gast war ein Solotänzer der Komischen Oper Berlin, die Stücke von Jo-
hann Strauß, Vivaldi, Mahler und Tschaikowski stammten aus einem Bal-
lettabend oder waren klassische Ballettstücke. Die Magazinsendung
„Journal - Kultur aktuell“ brachte ausschließlich Swing-Musik.
Fazit: *radio kultur ist ein abwechslungsreiches Programm, das für jeden
kulturinteressierten Hörer etwas bieten kann. Die Vielfalt bewirkt jedoch
auch, dass kein Charakteristikum zu erkennen ist: Die Magazinsendung
am Vormittag ist interessant, der klassikinteressierte Hörer würde sich
aber vielleicht mehr Informationen zu den Musikwerken wünschen. Die
musikalisch geprägte Sendung am Vormittag spricht sicher in erster Linie
ein älteres Publikum an, der Stil der Moderation könnte jüngere Hörer
zum Abschalten veranlassen. Den langen Wortsendungen am Mittag
fehlt die Abwechslung durch Musik. Der Nachmittag ist ansprechend ge-
staltet. Die Mischung aus Wort und Musik und die zum Teil weniger be-
kannten Werke sind interessant. Zu bedenken wäre allerdings, ob ein
Klassik-Hörer sich auch für Swing-Musik interessiert.
3.5.3 Programme mit Musik verschiedener Genre
(Radio Bremen 2, MDR Kultur)
Das Klassik-Programm von Radio Bremen, Radio Bremen 2, und das
Klassik-Programm des Mitteldeutschen Rundfunks, MDR Kultur, verlas-
sen zuweilen die Wege der klassischen Musik. Bei MDR Kultur ist es die
Magazinsendung „Figaro“, die morgens und nachmittags insgesamt meh-
rere Stunden gesendet wird, in der nur noch ein kleiner Teil klassische
Musik ist, gespielt werden auch Pop-Musik und Schlager. Mehrere Sen-
dungen sind bei Radio Bremen 2 von anderen Musikgenres geprägt als
klassischer Musik, in der Magazinsendung am Morgen finden sich auch
historische Schlager und gemäßigte Pop-Musik. Andere Sendungen
schalten ganz auf Jazz- oder Swing-Musik um, auch volkstümliche Musik
kommt zum Tragen. Sind bei MDR Kultur noch einige Sendungen mit
217
speziellen kulturellen Themen und auch klassischer Musik mit umfassen-
den erläuternden Informationen zu finden, die den klassikinteressierten
Hörer sicher sehr ansprechen, so ist bei Radio Bremen 2 an diesen Hö-
rertyp wenig gedacht.
MDR Kultur
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Kernstück von MDR
Kultur tagsüber ist die Magazinsendung „Figaro – das Journal am Mor-
gen“, die von 06.00 bis 09.00 Uhr läuft und seit Anfang 2000 auch am
Nachmittag von 16.00 bis 18.00 Uhr. Diese Sendung bietet einen Mix
unterschiedlicher kultureller aber auch gesellschaftlich relevanter The-
men, die journalistisch gut aufbereitet sind und Interesse wecken. Zum
Teil widmet sich eine gesamte Stunde einem speziellen Thema, das von
verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Die Wortbeiträge wechseln sich ab
mit Musikstücken, die nur zum Teil an- oder abmoderiert werden und
verschiedene klassische Epochen umfassen, aber auch aus dem Bereich
historische Schlager, Pop- oder Rock-Musik stammen können. Von 9.05
Uhr bis 9.30 Uhr gibt es etwa eine halbe Stunde lang eine Lesung. In 10
Minuten heisst es mittags „Weltweit am Mittag“ mit aktuellen und darunter
auch kulturellen Informationen aus aller Welt.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Bei der Magazinsendung
„Figaro – das Journal am Morgen“ beschränkten sich die Informationen
über die Musikstücke auf die gelegentliche An- oder Abmoderation von
Titel und Komponist. Bei der „Ouvertüre“ und der „Matinee“ herrschte die
reine An- und Abmoderation vor, einige Überleitungen waren allerdings
geschickt gewählt. Die Sendung „Da capo“ lieferte in der Moderation Hin-
tergrundinformationen zu Franz Schmidt. Das „Klassik-Wunschkonzert“
brachte kurze inhaltliche oder historische Erläuterungen zu den Werken,
ebenso der „Konzertsaal“ am Nachmittag. Die Sendung „Aus dem MDR-
Musikarchiv“ hatte informative Überleitungen zu bieten und lieferte Hin-
tergründe zu den Aufnahmen.
Auswahl von Musikstücken: Am Vormittag wurden in den Sendungen
„Ouvertüre“ und „Matinee“ klassische Musikwerke aus verschiedenen
Epochen gespielt. In erster Linie waren es bekannte Komponisten, wie
etwa Mendelssohn-Bartholdy, Liszt, Lortzing, Lully und Händel, zum Teil
mit weniger bekannten Werken. Auch das am Nachmittag gesendete
218
Konzert bot eine abwechslungsreiche Zusammenstellung von Werken
verschiedener Jahrhunderte mit Schwerpunkt auf Barock und Klassik.
Das gleiche gilt für das eineinhalbstündige Wunschkonzert am Mittag. Ein
besonderes und interessantes Programm bot die Sendung „Da capo“ am
Mittag, die sich ausschließlich Werken von Franz Schmidt – zu dessem
125. Geburtstag – widmete. Auch etwas nicht Alltägliches bot die Sen-
dung „Aus dem MDR-Musikarchiv“, die historische Aufnahmen zu „70
Jahre deutscher Tonfilm“ präsentierte.
Fazit: MDR Kultur bietet einige besondere Sendungen, die sich von übli-
chen Sendungen in Klassik-Programmen unterscheiden, wie etwa die
Sendung zum 125. Geburtstag von Franz Schmidt oder die historischen
Aufnahmen aus dem MDR-Archiv. In Inhalt und Moderation sind diese
Sendungen interessant gestaltet und fesseln die Zuhörer, auch wenn sich
diese an sich nicht unbedingt für zum Beispiel historische Schlager inter-
essieren. Die Magazinsendung „Figaro“ bildet einen Schwerpunkt bei
MDR Kultur. Inhaltlich bietet diese Sendung viele interessante Themen,
die gut aufbereitet sind. In Frage zu stellen wäre jedoch, ob der Klassik-
Liebhaber die Mischung von klassischer Musik, Pop-Musik und Schlager
innerhalb dieser Sendung gutheißt.
Radio Bremen 2
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Viele Wortbeiträge
finden sich morgens in dem dreistündigen Magazin „Journal am Morgen“,
es geht um kulturelle, politische oder gesellschaftliche Themen vielfach in
Form von Interviews, ebenso gibt es Kritiken und Tipps zu Filmen und
Büchern und einen ausgiebigen Kulturkalender mit Veranstaltungshin-
weisen. Eine Fortsetzung des Journals ist das „Journal am Mittag“ von
13.05 bis 14.00 Uhr sowie das „Journal am Abend“, am späten Nachmit-
tag ebenfalls für eine Stunde. Weitere Wortbeiträge werden in der Sen-
dung „Art und Weise. EuropaMagazin“ von 14.05 bis 16.00 Uhr gesendet.
Hier geht es um Themen aus anderen Ländern, wie etwa Berichte über
die Kulturhauptstadt Avignon, über Kampfhunde in Frankreich oder über
die Esskultur in Irland. Literarische Wortbeiträge, wie Lesungen von Ge-
dichten oder Kurz-Esssays, finden sich in der Sendung „Augustins Minia-
turen“ von 16.05 bis 17.00 Uhr.
219
An- und Abmoderation von Musikstücken: In den Sendungen mit Ma-
gazin-Charakter werden die Musikstücke nur gelegentlich an- oder ab-
moderiert. Bei den Sendungen „Globale Dorfmusik“, hier mit Jazz- und
Swingtiteln, „al fresco“ und „nota bene“, mit klassischer Musik, gab es
neben der An- und Abmoderation der Stücke in der Regel auch weiter-
führende Erläuterungen zum Beispiel zum Inhalt, zur Historie des Werkes
oder zu den Aufführenden.
Auswahl von Musikstücken: Die klassische Musik spielt bei Radio
Bremen 2 keine dominierende Rolle. In den Magazinsendungen „Journal
werden zwar auch einige klassische Stücke gespielt, ebenso jedoch
Country- oder Jazzmusik sowie gemäßigte Popmusik. Bei dem Magazin
„Art und Weise“ beherrschte die volkstümliche, charakteristische Musik
aus anderen Länder das Musikprogramm, bei „Augustins Miniaturen“
fanden sich sowohl klassische Stücke als auch historische Schlager,
Tango und moderne Instrumentalmusik. Die „Globale Dorfmusik“ sendete
ausschließlich Jazz- und Swingmusik. Nur bei „al fresco“ und bei „nota
bene“ herrschte die klassische Musik vor, mit Werken von Bach, Mozart,
Mendelssohn-Bartholdy, Schumann oder Debussy, sowohl Sinfonische
Werke als auch Klaviermusik.
Fazit: Radio Bremen 2 ist ein kulturorientiertes Programm mit einem
weitgefassten Kulturbegriff. Dabei nimmt die klassische Musik nur eine
untergeordnete Rolle ein. Fast alle Kategorien von Musik finden sich in
dem Programm wieder, wie etwa volkstümliche Musik und Jazz, histori-
sche Schlager und gemäßigte Popmusik. Die Wortsendungen haben ei-
nen großen Anteil: Dabei behandeln die Berichte politische und kulturelle
Themen. Der Kulturbegriff ist auch bei den Wortsendungen kaum einge-
schränkt, so dass die diversesten Themen angesprochen werden. Ein
klassikorientierter Hörer, der sich in erster Linie Musik wünscht, wird bei
Radio Bremen 2 nicht befriedigt.
220
3.5.4 Programme mit ausschließlich klassischer Musik
(Klassik Radio, Bayern 4 Klassik)
Die beiden Programme Klassik Radio und Bayern 4 Klassik haben eines
gemeinsam: Sie senden fast keine Wortbeiträge und die Musik ist aus-
schließlich von klassischen Werken bestimmt. Dennoch sind diese Pro-
gramme vom Charakter her völlig unterschiedlich. Klassik Radio sendet
nur sinfonische Musik und dabei die „Hits“ der klassischen Musik, die
Moderation ist locker, aber inhaltlich fast schon niveaulos. Demgegen-
über ist die Moderation bei Bayern 4 Klassik auch locker, aber mit inhalt-
lichen Wert, mit geschickten Überleitungen und informativen Erläuterun-
gen. Auch ist der musikalische Rahmen bei Bayern 4 Klassik weiter ge-
fasst und schließt auch Kammermusik, Klaviermusik oder Vokalwerke mit
ein. Ein wenig mehr an kulturellen Berichten könnte sich ein klassikorien-
tierter Hörer - und dass trifft nun wiederum auf beide Programm zu -
jedoch wünschen.
Klassik Radio
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Die Wortsendungen
bei KlassikRadio beschränken sich auf kurze Veranstaltungstipps sowie
Nachrichten, Wettermeldungen und Börseninformationen. Berichte, Fea-
tures oder Interviews kommen nicht vor.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Alle Musikstücke werden
an- und/oder abmoderiert. Die Moderation beschränkt sich in der Regel
auf die Nennung des Titels, des Komponisten sowie der Aufführenden.
Der Stil der Moderation ist äußerst locker.
Auswahl von Musikstücken: Pro Stunde werden etwa sieben bis neun
Musikstücke gesendet. Es sind ausschließlich sinfonische Werke, von
Opern nur Ouvertüren. Vokalwerke kommen nicht vor. Meist werden von
den Werken nur einzelne Sätze gespielt. Die Auswahl umfasst gängige,
bekannte Stücke. Schwerpunktmäßig sind die Komponisten Bach, Mozart
und Haydn vertreten. Allein an dem Beobachtungstag wurden innerhalb
der zwölf Stunden zehn Mozartstücke, zum Teil einzelne Sätze, gesen-
det. Sehr vereinzelt werden poppig-aufgemachte Klassikwerke oder
Filmmusiken gesendet.
Fazit: Klassik Radio ist als Formatradio konzipiert, die einzelnen Stunden
ähneln sich vom Ablauf her. Über den Tag verteilt gibt es großflächige
Sendungen mit verschiedenen Namen, wie etwa „Klassik Vision“, „Terra
221
Classica“ oder „City Klassik“. Man kann diesen Sendungen jedoch keine
Charakteristika zuordnen, da der Stil des Programms immer gleich bleibt.
Es wäre aus inhaltlicher Sicht nicht notwendig, die Sendungen mit unter-
schiedlichen Namen zu deklarieren. Informationen rund um die Kultur,
Wortsendungen allgemein oder näher erläuternde Informationen zu ein-
zelnen Stücken werden in dem Programm nicht ausgestrahlt. Dem kultur-
interessierten Hörer fehlen diese Informationen sicher. Einzelne Veran-
staltungstipps zu nicht vorhersehbaren Zeiten sind für diese Hörergruppe
bestimmt zu wenig. Es fehlt an Abwechslung. Die Moderation ist locker,
aber fast schon zu lässig. Die Sprache ist äußerst einfach gehalten, zu-
weilen spricht der Moderator fast kumpelhaft über Komponist und Stück
und verliert jede Distanz zu dem Kulturwerk. Die Auswahl der Stücke
wirkt auf die Dauer ermüdend, da rein sinfonische Werke gesendet wer-
den. Die bekanntesten Komponisten sind mehrfach am Tag vertreten.
Klassik Radio kann als Nebenbeiradio mit klassischer Musik sicher seine
Nische finden. Den kulturinteressierten Hörer, der von einem Klassikpro-
gramm Niveau beim Umfang und bei der Präsentation des Inhalts erwar-
tet, spricht dieses Programm nicht an.
Bayern 4 Klassik
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Bei Bayern 4 Klassik
gibt es keine expliziten Wortsendungen. Gesprochene Sprache kommt
neben der An- oder Abmoderationen mit oder ohne weitere Erläuterun-
gen in einzelnen Sendungen vor, wie etwa bei der CD-Vorstellung oder
bei dem Terminkalender, den Veranstaltungstipps aus Bayern oder einer
eher zufällig wirkenden Meldung aus dem aktuellen Kulturbetrieb. Kultu-
relle Berichte oder Beiträge zu anderen Themen werden nicht gesendet.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Alle Musikstücke werden
an- und/oder abmoderiert. Dabei ist der Umfang der An- und Abmodera-
tion je nach Sendung unterschiedlich. Beim Konzert am Morgen zum
Beispiel erfolgt in erster Linie eine reine Nennung von Titel, Komponist
und Interpret, nur zum Teil sind weitere Erläuterungen etwa zu Instru-
menten oder in Form einer geschickten Überleitung zu hören. Bei den
Sendungen „Schöne Stimmen“ und „Panorama“ am Nachmittag erfolgte
auch nur die An- und/oder Abmoderation der Werke. Der Stil der Modera-
tion ist zum Teil nüchtern-sachlich, zum Teil mehr wissend aber nie über-
heblich. Die Moderation wirkte von der Stimmlage und von der Wortwahl
sehr ansprechend.
222
Auswahl von Musikstücken: Bei der Sendung „Klassik am Morgen“
werden Werke von bekannten Komponisten oder bekannte Werke ge-
sendet, wie etwa von Mozart, Offenbach oder Händel. Es gibt aber auch
weniger bekannte Stücke. Durchschnittlich werden etwa fünf Stücke pro
Stunde gespielt. Überwiegend handelt es sich um Sinfonische Musik,
vereinzelt kommt Kammermusik vor, ein ausgefallenes Beispiel war ein
Stück für zwei Gitarren. Die Sendung „Podium International“ am Vormit-
tag bietet Raum für größere Werke: In den 2,5 Stunden wurden insge-
samt drei Werke gesendet, von Suk, Janácek und Mahler.
Beim „Klassik-Boulevard“ am Mittag standen verschiedene Werke, auch
unbekanntere Kompositionen oder Bearbeitungen, aus verschiedenen
Jahrhunderten auf dem Programm, sowohl sinfonische als auch kam-
mermusikalische Stücke. Am frühen Nachmittag ist bei „Schöne Stim-
men“ Raum für Werke mit Gesang, an diesem Tag waren es Ausschnitte
aus der Rossini-Oper „Otello“, verschiedene Aufnahmen mit unterschied-
lichen Interpreten. Freunde der Klaviermusik kommen am späten Nach-
mittag in der Sendung „Klaviermusik“ auf ihre Kosten. Auch hier um-
spannt die Auswahl der Werke verschiedene Jahrhunderte, an diesem
Tag waren es Werke von Bach und Beethoven.
Fazit: Bayern 4 Klassik bietet eine ansprechende Auswahl von klassi-
schen Werken, die abwechslungsreich, zum Teil zu einem bestimmten
Thema oder im Rahmen eines Konzertmitschnitts vorgestellt werden.
Dabei werden die unterschiedlichen Epochen behandelt, wobei bekann-
tere Werke einen großen Raum einnehmen, aber auch weniger bekannte
Stücke finden Gehör. Die An- und Abmoderation ist weder intellektuell
noch leger. Ein Nachteil dieses Programms ist es jedoch, dass Berichte
gänzlich fehlen. Kurzgefasste Informationen zu kulturellen oder gesell-
schaftspolitischen Themen würden das Programm bereichern.
223
3.5.5 Kulturorientierte Wortprogramme
(Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Berlin)
Die beiden Programme Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Berlin
sind durch ihren hohen Wortanteil geprägt. Wenn Musik gesendet wird,
so ist es nicht allein klassische Musik. Diese beiden Programme können
– zumindest tagsüber – eher nicht als Klassik-Programme bezeichnet
werden, sondern eher als kulturorientierte Informationsprogramme. Beide
Programme zeichnen sich durch excellente journalistische Leistungen
aus.
Deutschlandfunk
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: Fast ausschließlich
besteht das Programm aus Wortsendungen. Dabei werden alle journali-
stischen Formen verwendet. Sowohl Berichte, Kommentare, gebaute Bei-
träge, Interviews, Diskussionsrunden oder auch das Beantworten von
live-zugeschalteten Hörerfragen ergeben ein abwechslungsreiches Wort-
programm. Die Themen stammen aus Politik und Wirtschaft oder Kultur,
das Spektrum ist breit gefächert. Die Sendungen können einzelne Berich-
te zu verschiedenen Themen umfassen, wie etwa bei „Informationen am
Morgen“, oder aber sie sind einem Thema gewidmet, das ausführlich be-
handelt wird, wie beim „Journal am Vormittag“.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die Musikstücke beim
Deutschlandfunk werden nicht an- oder abmoderiert. Sie dienen eher als
Zwischenmodulation zwischen ausgeprägten Wortbeiträgen.
Auswahl von Musikstücken: Gesendet wird sowohl Unterhaltungs-
Musik als auch Ernste Musik. Das Programm legt sich nicht auf eine spe-
zielle Richtung fest. Die Musik beläuft sich nur auf einen sehr geringen
Teil der Sendezeit.
Fazit: Deutschlandfunk bietet interessierten Radiohörern ein niveauvolles
Wortprogramm, das abwechslungsreich gestaltet ist und alle journalisti-
schen Formen berücksichtigt. Viele Hintergrundinformation in einem pro-
fesssionellem Stil aufbereitet liefern Fakten und Details zu verschiedenen
Themen. Das Programm ist nicht als Nebenbeimedium geeignet, da es
ein intensives Zuhören erfordert. Deutschlandfunk als Klassik-Programm
zu bezeichnen, wäre nicht besonders zutreffend, da der Umfang an klas-
sischer Musik - zumindest was das Programm am Tag betrifft - äußerst
gering ist. Das Programm ist eher ein wortorientiertes Programm, das
sich neben wirtschaftlichen und politischen auch kulturellen Themen wid-
met.
224
Deutschlandfunk produziert ein ansprechendes und vor allem äußerst
informatives Programm mit sehr vielen professionell erarbeiteten
Wortbeiträgen zu unterschiedlichen Themen. Viel Wert scheint
Deutschlandfunk auf eine präzise Recherche und umfassende Infor-
mationsbreite zu legen.
DeutschlandRadio Berlin
Umfang und Präsentation von Wortsendungen: DeutschlandRadio
Berlin bietet sehr viele Wortsendungen. Diese sind nicht nur vom Inhalt
äußerst unterschiedlich, sie behandelt unter anderem wirtschaftliche, kul-
turelle, politische aber auch gesundheitliche oder sportlichen Themen.
Auch die Art der Präsentation umfasst alle journalistischen Möglichkeiten,
von Beiträgen, Kommentaren bis hin zu Live-Interviews. Die Sendungen
können einzelne Beiträge beinhalten, wie etwa bei „OrtsZeit“, oder sie
widmen sich einem einzelnem Thema wie etwa bei „HörenSagen“. Vom
Stil her sind die Sendungen professionell gemacht, die Moderation ist
relativ locker und damit sehr ansprechend.
An- und Abmoderation von Musikstücken: Die Pop-Musikstücke wer-
den bis auf wenige Ausnahmen nicht an- oder abmoderiert. Die E-Musik-
Werke werden meist an- oder abmoderiert, indem Werk und Komponist
genannt werden.
Auswahl von Musikstücken: In erster Linie wird bei DeutschlandRadio
Berlin eingängige Pop-Musik gespielt. Zwischendurch gibt es auch weni-
ge Stücke klassischer Musik. Im Rahmen einiger Sendungen ist es auch
möglich, sich einem musikalischen Stil intensiv zu widmen, zum Beispiel
in der Sendung „MusikNovitäten“. Insgesamt ist der Anteil der Musik
weitaus geringer als der Wortanteil.
Fazit: Für DeutschlandRadio Berlin gilt das gleiche wie für Deutschland-
funk: Dieses Programm als Klassik-Programm einzustufen, wäre zu weit
gefasst. Die gesendeten Klassik-Werke und die kulturellen Themen sind
am Tage zu vereinzelt, als dass dadurch eine Einordnung als Klassik-
Programm zutreffen würde. Vom Musikstil her prägt am Tage die Pop-
Musik das Bild des Senders, am Abend herrscht jedoch die klassische
Musik vor. Charakteristisch sind die gehaltvollen Wortsendungen.
225
4. Untersuchung zur Akzeptanz von Klassikprogrammen
Zu Radioprogrammen mit klassischer Musik liegen, wie erwähnt, neben
der Media-Analyse nur wenige Studien vor, die selten publiziert werden.
Diese speziellen Studien über die Klassikprogramme, die meist von den
jeweiligen Sendern in Auftrag gegeben werden, gehen einzelnen Frage-
stellungen nach, wie zum Beispiel Einstellungen der Hörer zu kulturellen
Angeboten allgemein, Meinungen zu einer speziellen Sendung oder Da-
ten zur Nutzung des Programms. Die Möglichkeiten für Fragestellungen
zum Thema Hörfunknutzung sind zahlreich. So kann auch nach der Moti-
vation der Hörer, nach regionalen Vorlieben oder Verbindungen zum
Freizeitverhalten gefragt werden. Die getroffenen Schwerpunkte wieder-
um lassen sich meist nach soziodemografischen Kriterien gewichten.
Die Neigungen zu Forschungsstudien über Klassikprogramme sind un-
terschiedlich. Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Sender gibt es zum
einen die Tendenz, keine Forschungsprogramme zu diesen Spartenpro-
grammen zu forcieren, da Daten für Werbekunden - bis auf Bayern 4
Klassik - nicht benötigt werden. Budgets für Forschungsstudien werden
eher für Werbeprogramme verwendet.405 Zum anderen gibt es die Mei-
nung, dass schon wegen der Darstellung im Haus auch Studien zu klas-
sischen Programmen betrieben werden sollten, um das Programm bes-
ser gestalten zu können.406
Im Rahmen dieser Arbeit soll eine eigene Untersuchung Informationen
zur Akzeptanz von Radioprogrammen mit klassischer Musik liefern. Für
die Untersuchung wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt, der den
für die Befragten leicht verständlichen Titel „Klassische Musik“ trägt.
4.1 Fragestellungen
Durch den Fragebogen sollen Erkenntnisse zu ganz bestimmten Aspek-
ten gewonnen werden, in erster Linie zum Bedarf an Informationen über
das Programm. Fest steht, dass Radioprogramme mit klassischer Musik
405 Diese Sichtweise legte die Medienforschung des NDR dar, Gespräch in
Hamburg vom 10. Dezember 1999.
406 Diese Sichtweise legte die Medienforschung des WDR dar, Gespräch in
Köln vom 26. April 2000.
226
generell eine geringere Anzahl an Hörern erreichen als Unterhaltungs-
programme, die eine breite Masse ansprechen. Einzeln betrachtet sind
die Hörerzahlen für diese Spartenprogramme jedoch nicht zu vernach-
lässigen. Auch positiv ist die relativ lange Verweildauer. Woran liegt es,
dass nicht mehr Hörer Radioprogramme mit klassischer Musik einschal-
ten, und was müßte man ändern, um aus dem Potential von Anhängern
klassischer Musik neue Hörer zu gewinnen? Hören die bestehenden Hö-
rer besonders gerne ein Klassikprogramm, weil sie Informationen über
dieses Programm vorliegen haben? Würden potentielle Hörer das Pro-
gramm eher hören, wenn sie mehr Informationen zum Inhalt hätten?
Des weiteren wurde mit dem Fragebogen die Chance genutzt, auch an-
dere Aspekte zu Klassikprogrammen abzufragen, so zum Einschaltmotiv,
zur Rolle als Nebenbeimedium und zum Programminhalt.
Um diesen Fragen nachzugehen soll mit dem Fragebogen insbesondere
geprüft werden:
A Informationen
für potentielle Hörer von Klassik-Programmen
Bestätigt sich die folgende Annahme:
Personen, die Freude an klassischer Musik haben und nur selten ein
Klassikprogramm hören, würden öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik einschalten, wenn sie wüßten, was wann gespielt wird, d.h. wenn
sie mehr Informationen über das Programm zur Verfügung hätten. (Hypo-
these) (Frage 3 und Frage 10)
Welche Informationsmedien wünschen sich diese potentiellen Hörer?
(Frage 3 und Frage 11)
B Informationen
für bestehende Hörer von Klassik-Programmen
Wenn ein Radioprogramm mit klassischer Musik gehört wird, dann infor-
mieren sich die Hörer über das Programm. (Hypothese) (Frage 3 und
Frage 12)
An welchen Informationsmedien wären die Klassik-Programm-Hörer ge-
nerell interessiert? (Frage 3 und Frage 11)
227
C Anzahl potentieller Hörer
Wie viele Personen, die Freude an klassischer Musik haben, hören kein
Radioprogramm mit klassischer Musik? (Frage 3) Oder nach nochmali-
gem Insistieren: Wie viele Personen hören Radioprogramme mit klassi-
scher Musik fast gar nicht? (Frage 4)
D Einschaltmotiv
Warum hören Hörer Radioprogramme mit klassischer Musik? Was ist das
Motiv zum Einschalten? Ist es die Musik selbst, oder sind es die Informa-
tionen im Programm, oder bietet dieses Radioprogramm Entspannung?
Gibt es weitere Motive? (Frage 6)
E Programminhalt
Welcher Programminhalt wird von den Hörern besonders bevorzugt?
Mögen sie in erster Linie die Musik, speziell Kammermusik, Sinfonische
Musik oder Oper? Oder ist es das Wort, mit Wortsendungen oder
Hörspielen? Gibt es weitere Programminhalte, die die Hörer besonders
gern hören? (Frage 7)
F Nebenbeimedium
Werden Klassikprogramme eher ausschließlich gehört, d.h. konzentriert,
und die Hörer beschäftigen sich in dieser Zeit mit nichts Anderem? Oder
sind viele Hörer nebenbei mit anderen Dingen beschäftigt, wie etwa
Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten oder Lesen oder Gespräche führen?
(Frage 8)
G Andere Programme:
Welche anderen Kategorien von Programmen hören Klassik-Programm-
Hörer? Hören sie auch Programme mit Pop-Musik oder Schlagern oder
vielen Wortbeiträgen? (Frage 3)
4.1.1 Zu den Fragen im Detail
Der Fragebogen enthält 12 Fragen. Ihnen vorangestellt sind die sozio-
demografischen Angaben zu Geschlecht und Alter. Die Befragten sollen
ankreuzen, ob sie männlich oder weiblich sind und in welcher Altersgrup-
pe sie sich befinden. Es sind beim Alter drei Unterteilungen vorgenom-
men, zum einen die Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren, zum ande-
ren die zwischen 30 und 49 Jahren und zum dritten die über 50jährigen.
228
Die Einteilung in diese Altersgruppen spiegelt die Einteilung bei der Me-
dia-Analyse wider.
Die Fragestellungen wurden derart formuliert, dass die Befragten sich
konkret angesprochen fühlen, d.h. es wurde keine abstrakte Frage ge-
stellt, vielmehr wurde ein Sachverhalt vorgegeben und die befragte Per-
son konnte die für sie zutreffende Aussage ankreuzen. Frage 1 könnte
lauten: Wie oft besuchen Sie in der Regel Konzerte oder Theaterauffüh-
rungen? Sie wurde umgestellt in eine Antwort: Ich besuche Konzerte
oder Theateraufführungen in der Regel... . Es ist ein Fragebogen nach
dem Prinzip „multiple choice“, d.h. die möglichen Antworten sind vorge-
geben, die Befragten müssen nur eine oder mehrere Antworten pro Fra-
ge ankreuzen. Bei einigen Fragen ist den Befragten die Möglichkeit ge-
geben, eigene Aussagen hinzuzufügen.
Auf der ersten Seite des Fragebogens steht eine kurze Bitte zum Ausfül-
len und Rücksenden des Fragebogens sowie die Postlageradresse und
die Faxnummer. Es schließen sich die soziodemografischen Fragen so-
wie die Fragen 1 bis 6 an. Auf der zweiten Seite, der Rückseite, befinden
sich die Fragen 7 bis 12.
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Re-
gel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Mit dieser Frage soll geprüft werden, wie es um die Affinität der befragten
Person zu Konzerten oder Theateraufführungen steht. Besucht jemand
mehrmals im Monat diese Veranstaltungen, gilt er als sehr kulturinteres-
siert, was den Bereich der klassischen Musik angeht. Der Kulturbegriff an
sich geht selbstverständlich weit über diese Kriterien heraus. Es kann
jedoch davon ausgegangen werden, dass jemand, der gerne in ein Kon-
zert geht, an klassischer Musik interessiert ist und ein Hörer von Klassik-
programmen sein könnte. Auch wenn die befragte Person einige Male im
Jahr solche Veranstaltungen aufsucht, muss dies nichts über das grund-
sätzliche Interesse an ihnen aussagen, ein voller Terminkalender, Geh-
behinderungen oder die Wohnlage könnten einen häufigeren Besuch
verhindern. Das Interesse an diesem Thema zeigt jedoch, dass auch die-
229
se befragte Person möglicherweise ein Hörer oder eine Hörerin von
Klassikprogrammen ist oder werden kann.
Besucht jemand kaum Konzerte oder Theateraufführungen, so ist davon
auszugehen, dass sein Interesse an klassischer Musik eher gering ist.
Damit ist er als Hörer von Klassikprogrammen eher auszuschließen. Es
kann auch Befragte geben, die „kaum“ angekreuzt haben, weil sie mögli-
cherweise z.B. wegen körperlicher Behinderungen diese Veranstaltungen
nicht besuchen können. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass im allge-
meinen Befragte, die „kaum“ angekreuzt haben, nicht sehr an klassischer
Musik interessiert sind.
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavier-
konzerte, Opern) und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten
(mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Diese Frage soll klären, über welche Wege klassikinteressierte Personen
klassische Musik bevorzugt hören. Hört jemand am liebsten Konzerte
live, so ist dies ein Zeichen dafür, dass der Event-Charakter einer sol-
chen Veranstaltung, die spezifische Akustik oder die gastierenden Musi-
ker eine besondere Anziehung ausüben. Wird über CD oder Schallplatte
gehört, spricht das für eine größere private Sammlung dieser Tonträger,
möglich ist dadurch die Auswahl eines Musikstückes je nach Gefühlsla-
ge. Hört jemand gerne ein Konzert über das Radio, so ist dieser bereits
ein Hörer oder eine Hörerin von Klassikprogrammen. Wird Fernsehen
angekreuzt, kann man davon ausgehen, dass die befragte Person das
Fernsehprogramm intensiv verfolgt und daher selektiv die Sendung aus-
wählt.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten
möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
230
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Mit dieser Frage soll festgestellt werden, welche Radioprogramme die
Befragten am liebsten hören. So kann ein Ergebnis dieser Frage sein,
dass die befragte Person kein Radio mit klassischer Musik hört, statt
dessen zum Beispiel ein Programm mit Pop-Musik oder mit Wortbeiträ-
gen. Dieses läßt nicht den Rückschluss zu, dass die befragte Person
nicht an klassischer Musik interessiert ist, sie hört diese Musik eben nicht
über das Radio. Weitere Ergebnisse dieser Frage können sein, dass Be-
fragte, die gerne Programme mit klassischer Musik hören, sich für kein
anderes Radioprogramm interessieren oder dass diese Personen gerne
auch ein Radioprogramm mit einer anderen Musikrichtung hören.
Diese Frage dient zur Differenzierung von Klassik-Programm-Hörern und
Nicht-Klassik-Programm-Hörern.
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und an im Monat
Ο fast gar nicht
Diese Frage soll klären, wie intensiv die Befragten Radio mit klassischer
Musik hören. Hört jemand „fast ausschließlich“ oder „mehrmals die Wo-
che“ ein Radioprogramm mit klassischer Musik, so kann man ihn zu den
Intensivhörern zählen.
Wenn er es „ab und an im Monat“ hört, so verweist dies zumindest auf
Interesse an Klassik-Programmen.
Hört jemand ein Radioprogramm mit klassischer Musik „fast gar nicht“, so
heißt dies nicht ohne weiteres, dass diese Person klassischer Musik ab-
lehnend gegenüber steht. Der Punkt „fast gar nicht“ dient auch als Krite-
rium für nicht Klassik-Programm-Hörer. Man kann jedoch annehmen,
dass bei dieser Frage viele Nicht-Hörer oder Selten-Hörer eher zur An-
kreuzmöglichkeit „ab und an im Monat“ tendieren. Die Frage 3 erfasst die
Nicht-Klassik-Programm-Hörer wahrscheinlich besser als die Frage 4.
231
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre,
dann in erster Linie
Ο WDR 3
Ο Radio 3
Ο Radio Bremen 2
Ο SR 2 KulturRadio
Ο SWR 2
Ο hr 2
Ο Bayern 4 Klassik
Ο mdr kultur
Ο *radio kultur
Ο Deutschlandfunk
Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο Klassik Radio
Ο Sonstige
Mit dieser Frage wird geklärt, welches Radioprogramm von der befragten
Person bevorzugt wird. Dies läßt jedoch keinen Rückschluss auf den
Wohnsitz der befragten Person zu: Sicher ist es wahrscheinlich, dass
zum Beispiel ein WDR 3 Hörer in Nordrhein-Westfalen wohnt, es ist je-
doch auch möglich, dass dieser im grenznahen Gebiet ansässig ist, zum
Beispiel in Niedersachsen oder auch in Hessen. Er kann das Programm
jedoch auch über Satellit in einem weiter entfernten Bundesland hören.
Bei den Programmen Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Berlin so-
wie bei Klassik Radio läßt sich keine regionale Zuordnung treffen.
Diese Frage ist im wesentlichen zur Orientierung der Befragten gedacht,
die somit erfassen können, um welche Klassik-Programme es sich han-
delt und ob das eine oder andere Klassik-Programm von ihnen einge-
schaltet wird.
Interessant ist es bei dieser Frage festzustellen, ob die befragte Person
mehrere Klassik-Programme hört, ob sie sowohl ein öffentlich-rechtliches
als auch ein privates Programm nutzt, ob sie aus anderen Ländern ein-
strahlende Programme oder in der Anfangsphase befindliche DAB-
Programme einschaltet.
232
Bis zu Frage 5 einschließlich ist es für die befragte Person noch sehr ein-
fach, entsprechend anzukreuzen. Die Fragen lassen sich leicht und ohne
großes Nachdenken beantworten. Das ist absichtlich so gestaltet, um die
Befragten langsam auf den Fragebogen und die Art der Fragestellung
einzustimmen.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik (meh-
rere Antworten möglich),
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
Diese Frage fragt nach dem Motiv oder den Motiven, die zum Einschalten
von Klassikprogrammen bewegen. Motive können beispielsweise die
Musik selbst sein, die Informationen in diesen Programmen, die Funktion
der Entspannung oder Sonstiges. Hört die befragte Person kein Klassik-
programm, so wird sie hier „fast gar nicht“ ankreuzen.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich (mehrere Antworten möglich)
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Ο Hörspiel
Ο Sonstiges:_____________________
Welche Themen, Sendungen oder Musikrichtungen innerhalb der klassi-
schen Musik die Befragten am liebsten bei einem Radioprogramm mit
klassischer Musik hören, soll durch Frage 7 geklärt werden. Als Möglich-
keiten werden vorgegeben im Bereich der musikalischen Schwerpunkte
die Kammermusik, Sinfonische Musik und Oper und im Bereich der
Wortbeiträge allgemein Wortsendungen sowie Hörspiele. Da dieses nur
Programm-Schwerpunkte sind, ist es den Befragten möglich, unter Son-
stiges für sie besonders relevante andere Programminhalte aufzuführen.
233
Generell kann mit dieser Frage geklärt werden, ob die befragte Person
eher am musikalischen Teil oder am Wortteil eines Klassikprogramms
interessiert ist.
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre
(mehrere Antworten möglich),
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts an-
deres
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Diese Frage zeigt, ob die befragte Person ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik als Nebenbeimedium nutzt, also neben dem Hören diverse
Arbeiten erledigt, liest oder sich unterhält, oder ob sie es ausschließlich
und damit konzentriert hört. Interessant ist es zu erfahren, in welchem
Umfang ein Programm mit klassischer Musik als Nebenbeimedium ge-
nutzt wird.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar
nicht oder selten (mehrere Antworten möglich),
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Diese Frage zielt in erster Linie auf befragte Personen ab, die Radiopro-
gramme mit klassischer Musik nicht oder eher selten hören. Diese Per-
sonen haben ihre sehr unterschiedlichen Gründe, warum sie diese Pro-
gramme nicht hören. Ein Grund kann zum Beispiel sein, dass in dem
234
Wohngebiet der befragten Person der Empfang nicht so gut ist, oder
dass die Person nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
und daher ein Klassikprogramm für sie nicht in Frage kommt.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik hören (mehrere Antworten möglich),
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüß-
te, wann was gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Diese Frage ist auch eher für befragte Personen geeignet, die nur selten
oder gar nicht Radioprogramme mit klassischer Musik hören. Diese Fra-
ge liefert Hinweise, was geändert werden müßte, damit die befragten
Personen - und damit potentielle Hörer und Hörerinnen - öfter ein solches
Programm einschalten.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde
ich mich gerne informieren durch (mehrere Antworten möglich),
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten,
ausliegen
Ο
ΟΟ
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein
Jahresentgelt besondere Informationen und Vergünstigungen
erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο
ΟΟ
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Diese Frage zielt auf das Thema Informationsvermittlung zu einem Klas-
sikprogramm ab. Sie kann von bestehenden und von potentiellen Hörern
235
von Klassikprogrammen beantwortet werden. Hintergrund dieser Frage-
stellung ist, dass es für den Hörer mehrere Möglichkeiten gibt, sich In-
formationen über sein Programm zu beschaffen.
Hier müßte sich eine Verbindung zwischen Frage 10 und Frage 11 erge-
ben: Wenn jemand bei Frage 10 angekreuzt hat, dass er öfter ein Klas-
sikprogramm hören würde, wenn er Informationen zu dem Programm
hätte, so ist das ein potentieller Hörer oder ein seltener Hörer. Dieser
könnte zu einem bestehenden oder intensiven Hörer werden, wenn er
über den unter Frage 11 angekreuzten Informationskanal bedient würde.
Die Antworten auf Frage 11 zeigen, auf welchem Wege sich die beste-
henden oder potentiellen Hörer von Klassikprogrammen über ihr Pro-
gramm informieren würden. Zum Teil nutzen sie diese Informationskanä-
le bereits (bestehende Hörer) oder sie würden sie in Zukunft gerne nut-
zen (potentielle Hörer).
Interessant ist es, wie hoch der Anteil der Befragten ist, die keine weite-
ren Informationen benötigen, ob also ein dementsprechender Anteil an
bestehenden oder auch potentiellen Hörern mit dem Informationsangebot
zufrieden ist. Bei dieser Antwort muss man untersuchen, ob es sich eher
um Intensivhörer von Klassikprogrammen oder eher um potentielle Hörer
handelt. Ein Vergleich mit Frage 4 ist dazu notwendig.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik (mehrere Antworten möglich),
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lasse
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein.
Diese Frage ist für Hörer gedacht, die intensiv Radioprogramme mit klas-
sischer Musik hören. Bei Frage 12 läßt sich herausfinden, ob die Informa-
tionskanäle „Programmzeitschrift“ und „verschickte Informationen der
Sender“ eine Rolle spielen. Hier müßten sich Verbindungen zu Frage 11
ergeben. So könnten beispielsweise Befragte bei Frage 11 angekreuzt
haben, dass sie keine weiteren Informationen benötigen, und bei Frage
236
12 dementsprechend, dass sie schon ihre Informationen aus einer Pro-
grammzeitschrift oder aus Informationen der Sender entnehmen, oder
aber auch, dass sie bereits den Programmablauf kennen.
Interessant ist es auch bei Frage 12 festzustellen, wie hoch der Anteil der
Befragen ist, denen der Programmablauf gleichgültig ist, die einfach nur
an der Musikrichtung oder dem Audio-Angebot allgemein interessiert
sind.
Auch wäre es hilfreich zu erfahren, wie viele Personen sich bereits Infor-
mationen der Sender zuschicken lassen. Diesem muss die Initiative der
befragten Person vorangegangen sein, sie muss ihr Interesse an Infor-
mationen dem Sender mitgeteilt haben.
4.1.2 Zielgruppen
Aus der Gesamthörerschaft wurden für diese Studie zwei spezielle Hö-
rergruppen selektiert, und zwar a) Freunde von klassischer Musik und b)
Personen, die nach ihrer sozialen Schichtzugehörigkeit als Klassik-
Interessierte in Frage kommen (über 30 Jahre alt, gute Ausbildung, gut
verdienend).
Es wird angenommen, dass gerade Personen, die gerne in ein Konzert
oder zu einer Theaterveranstaltung gehen, dem Bereich klassischer Mu-
sik aufgeschlossen gegenüber stehen und mit Vorliebe diese Musikrich-
tung hören, also Freunde von klassischer Musik sind. Um diese beste-
hende oder potentielle Hörergruppe zu erreichen, wurde nach
Möglichkeiten gesucht, diese Gruppe als Einheit anzusprechen. Denkbar
wären Besucher von Konzerten oder sonstigen musikalischen Veranstal-
tungen oder Mitglieder von Gesellschaften zur Förderung klassischer
Musik. Eine bundesweite repräsentative Untersuchung war aus
finanziellen und organisatorischen Gründen nicht möglich.
Ein erster Ansatz war der Kontakt zu Konzertveranstaltern. Zunächst
wurde die Stadt Bielefeld angesprochen. Sie hat einen Kreis von Konzert-
Abonnenten (ca. 1000 Adressen) sowie Theater-Abonnenten (ca. 4000
Adressen). Im März 2000 sollten diese beiden Gruppen im Rahmen re-
gelmäßiger Aussendungen angeschrieben werden. Einer solchen
237
Aussendung sollte der Fragebogen beigelegt werden. Für den Inhalt gab
es von Seiten der Stadtverwaltung die Freigabe. Organisatorische Bedin-
gung war, dass der Fragebogen nur eine DIN A 4 Seite umfasste, die
allerdings doppelseitig bedruckt werden konnte. Ein Briefumschlag als
Rückantwort konnte nicht beigelegt werden.
Kurz vor der Ausssendung hat es sich jedoch ergeben, dass der reguläre
Rundbrief umfangreicher als geplant war. Aus organisatorischen Grün-
den (das Porto hätte sich erhöht und man hätte per Hand falzen müssen)
konnte daher der Fragebogen nicht mitgeschickt werden. Die Nachfrage
beim Justitiariat der Stadt Bielefeld hat dann ergeben, dass es aus Da-
tenschutzgründen nicht möglich ist, die Adressen separat nur für eine
Aussendung der Fragebögen zu nutzen.
Wenn es bei der Umfrage zu einer Kooperation mit der Stadt Bielefeld
gekommen wäre, so hätten dennoch weitere Befragungen in anderen
Städten folgen müssen, um Daten aus anderen Bundesgebieten zu
erhalten. So wurde mit der Philharmonie der Stadt Köln Kontakt aufge-
nommen. Von dort gab es einen negativen Bescheid, sowohl was das
Anschreiben von Konzertbesuchern als auch das Verteilen von Fragebö-
gen vor Ort angeht. Einen anderen ersten, aber nicht weiter intensivierten
Kontakt gab es zu dem Abonnentenkreis der NDR-Konzerte. Wegen viel-
fältiger organisatorischer Schwierigkeiten, d.h. wegen des Datenschutzes
beim Weiterleiten von Adressen bzw. wegen des organisatorischen Auf-
wands beim Verteilen von Fragebogen bei Konzerten in mehreren Städ-
ten Deutschlands, wurde die Idee, sich an Konzertbesucher zu wenden,
fallen gelassen.
Daher wurde eine andere Möglichkeit gesucht, sich an musikinteressierte
Personen zu wenden, die eine besondere Beziehung zu klassischer Mu-
sik haben, also gerne klassische Musik hören, ins Konzert oder ins Thea-
ter gehen. Die am meisten gespielten Komponisten in Radioprogrammen
mit klassischer Musik sind bekannte Namen wie Mozart, Beethoven,
Brahms, Haydn, Tschaikowsky. Daher kam es zu der Idee, mit ausge-
wählten Musikgesellschaften zusammenzuarbeiten.
Nach diversen Recherchen ergab sich eine Zusammenarbeit mit der Jo-
hannes Brahms-Gesellschaft Internationale Vereinigung e.V., Hamburg,
mit der Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e.V., Berlin,
und mit dem Beethoven-Haus Bonn. Die Mitglieder dieser drei Gesell-
238
schaften werden als klassik-affine Gruppen betrachtet. Die Daten aus
den Untersuchungen der einzelnen Gesellschaften bieten selbst-
verständlich keine Repräsentativität, da im Hinblick auf die Gesamtbevöl-
kerung die Mitglieder der Gesellschaften bzw. die Teilnehmer an der Fra-
gebogenaktion nicht die bundesdeutsche Bevölkerung nach Alter und
Geschlecht repräsentieren.
Als zweite Zielgruppe wurden Personen gewählt, die nach ihrer sozialen
Schichtzugehörigkeit als Klassik-Interessierte in Frage kommen und
demnach potentielle Hörer von Klassikprogrammen sind (über 30 Jahre
alt, gute Ausbildung, gut verdienend): Mitglieder von Golf-Clubs oder re-
gelmäßige Golf-Spieler. Hierzu wurden Personen unterschiedlichen Al-
ters von vier Golf-Plätzen in der Region Ostwestfalen-Lippe befragt, und
die Fragebogen wurden auch an vereinzelte Golf-Spieler bundesweit ge-
schickt.
239
4.2 Brahms-Gesellschaft
4.2.1 Daten zur Befragung
Die erste Aussendung erfolgte an die Mitglieder der Brahms-
Gesellschaft. Von der Gesellschaft standen die Adressen im Etiketten-
format zur Verfügung. Insgesamt waren es 248 Adressen. Es wurden die
25 Adressen, die das Ausland betrafen, nicht berücksichtigt, da es sich
bei der Untersuchung nur um inländische Radioprogramme handelt. So
konnten 223 Adressen genutzt werden.
Von den 223 Adressen strukturierten sich die Adressaten wie folgt: 125
männliche, 71 weibliche, 7 mit Anrede „Herr und Frau“, 20 Institutionen.
Die Mitglieder verteilen sich wie folgt auf die Sendegebiete der öffentlich-
rechtlichen Landesrundfunkanstalten:
NDR: 168 (+ 1 vom SFB)
WDR: 20
SFB: 1
MDR: 4
SWR: 6
BR: 14
hr: 9
RB: 1
Bei der Aussendung handelte es sich um ein Anschreiben, den doppel-
seitigen Fragebogen und einen Rückumschlag. Die Aussendung wurde
am 8. Juni 2000 per Infobrief aufgegeben, d.h. in der 23. Kalenderwoche
(KW). Dem Brief lag ein Rückumschlag bei, auf dem eine Postlager-
adresse angegeben war, sowie die Vermerke „Antwort“ und „Porto zahlt
Empfänger“. Für die Adressaten bestand außerdem die Möglichkeit, per
Fax zu antworten.407
Das erste Fax ging am 11. Juni 2000 ein. In der 24. Kalenderwoche sind
insgesamt 70 Antworten eingegangen, davon 6 per Fax. In der 25. KW
waren es insgesamt 33 Rücksendungen, davon 2 per Fax. 17 Antworten
kamen in der 26. KW, davon 1 per Fax. In der 27. KW waren es 6 Ant-
407 Die Fragebogen für die einzelnen Aussendungen sowie die Anschreiben
befinden sich im Anhang.
240
worten, 1 per Fax. In der 28. KW kamen 2 Rücksendungen, davon 1 per
Fax. In der 29. KW folgten 2 Antworten per Post.
Insgesamt gingen 130 Antworten ein, davon 119 per Post und 11 per
Fax. Bei einer Gesamtaussendung von 223 Fragebogen lag der Rücklauf
bei der Brahms-Gesellschaft bei 58 Prozent. Diese Rücklaufquote kann
man als sehr zufriedenstellend einstufen. Der hohe Rücklauf liegt wahr-
scheinlich an mehreren Faktoren: Das Rückporto wurde vom Empfänger
bezahlt, die Mehrzahl der Mitglieder der Brahms-Gesellschaft ist sicher in
der höheren Altersgruppe über 50 Jahre und verfügt damit über relativ
viel Zeit, und die Mehrzahl der Mitglieder gehört sicher zu den höher Ge-
bildeten und ist wahrscheinlich unterstützungwillig für ein Forschungsvor-
haben.
4.2.2 Auswertung408
Sechs Teilnehmer haben vergessen, bei dem Kriterium männlich oder
weiblich ein Kreuz zu machen, es ergeben sich demnach hier sechs feh-
lende Werte. Für die Auswertung werden nur die gültigen Werte heran-
gezogen. 63,7 Prozent der antwortenden Teilnehmer an der Fragebo-
genaktion, die sich an die Mitglieder der Brahms-Gesellschaft richtete,
sind männlich, 36,3 Prozent weiblich.
Geschlecht
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 45 34,6 36,3
männlich 79 60,8 63,7
Gesamt 124 95,4 100,0
Fehlende Werte 6 4,6
Gesamt 130 100,0
Etwa 1/3 der Teilnehmer ist weiblich, ein Blick auf die Ausgangsdaten
zeigt, dass auch hier etwa 1/3 weiblich waren (71 weibliche und 125
männliche Mitglieder der Brahms-Gesellschaft). Demnach haben anteil-
408 Die Auswertung der Daten für alle Hörergruppen erfolgte mit dem Soft-
wareprogramm spss, Version 8.0 für Windows. Es handelt sich um eine de-
skriptive Analyse der Ergebnisse der einzelnen Fragen sowie um Kreuzta-
bellen zwischen zwei Fragen oder soziodemografischen Angaben.
241
berechnet etwa gleichviel Frauen wie Männer an der Aktion teilgenom-
men und den Fragebogen zurückgeschickt.
Alter
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29
Jahren
3
2,3
2,4
zwischen 30 und 49
Jahren
29
22,3
23,6
über 50 Jahre 91 70,0 74,0
Gesamt 123 94,6 100,0
Fehlende Werte 7 5,4
Gesamt 130 100,0
7 Teilnehmer haben hier vergessen, eine Angabe zu machen. Für die
restlichen 123 Teilnehmer ergibt sich folgende Zusammensetzung: Zwi-
schen 14 und 29 Jahren sind 2,4 Prozent aller Teilnehmer, 23,6 Prozent
sind zwischen 30 und 49 Jahren und 74 Prozent sind über 50 Jahre.
Die Daten Geschlecht und Alter in Kombination ergeben: Die Teilnehmer
zwischen 14 und 29 Jahren sind ausschließlich männlich, von der mittle-
ren Teilnehmergruppe, denjenigen zwischen 30 und 49 Jahren, sind 7,4
Prozent weiblich und 16,4 Prozent männlich und von den 73,8 Prozent
der Teilnehmer über 50 Jahren (wegen der fehlenden Werte - bei Ge-
schlecht sind es 6, bei Alter jedoch 7 - ergibt sich oben ein Wert von 74
Prozent) sind 28,7 Prozent weiblich und 45,1 Prozent männlich.
Kreuztabelle: Geschlecht und Alter
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über 50
Jahre Gesamt
weiblich
Anzahl - 9 35 44
% vom Geschlecht - 20,5 79,5 100,0
% von der Gesamt-
zahl -
7,4
28,7
36,1
männlich
Anzahl 3 20 55 78
% vom Geschlecht 3,8 25,6 70,5 100,0409
409 Aufgrund von Rundungsverlusten können bei den Auswertungen die zu
100,0 Prozent addierten Werte um 0,1 bis 0,2 Prozent nach oben oder nach
242
% von der Gesamt-
zahl
2,5
16,4
45,1
63,9
Gesamt
Anzahl 3 29 90 122
% von der Gesamt-
zahl
2,5
23,8
73,8
100,0
Betrachtet man als Grundlage die jeweilige Gesamtzahl der Männer und
Frauen, so sind 20,5 Prozent der weiblichen Teilnehmer zwischen 30 und
49 Jahren alt und 79,5 Prozent der weiblichen Teilnehmer sind über 50
Jahre alt. 3,8 Prozent der männlichen Teilnehmer sind zwischen 14 und
29 Jahren alt, 25,6 Prozent der männlichen Teilnehmer sind zwischen 30
und 49 Jahren und 70,5 Prozent der männlichen Teilnehmer sind über 50
Jahre alt. Damit liegen etwa 3/4 der weiblichen und männlichen Teilneh-
mer in der Altersgruppe über 50 Jahre und nur etwa 1/4 in der mittleren
Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren. Die Teilnehmer in der jüngeren
Altersgruppe (2,5 Prozent und nur Männer) spielen hier so gut wie keine
Rolle.
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Anzahl P
rozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 44 33,8 34,4
mehrmals im Jahr 77 59,2 60,2
kaum 7 5,4 5,5
Gesamt 128 98,5 100,0
Fehlende Werte 2 1,5
Gesamt 130 100,0
Insgesamt haben 128 Teilnehmer diese Frage beantwortet. Es ergeben
sich demnach zwei fehlende Werte. 34,4 Prozent der Teilnehmer besu-
chen Konzerte oder Theateraufführungen mehrmals im Monat und 60,2
Prozent mehrmals im Jahr. Zusammengefasst sind etwa 95 Prozent die-
ser Teilnehmer sehr an klassischer Musik interessiert.
unten abweichen. Das Softwareprogramm addiert jedoch auf 100,0 Pro-
zent.
243
Von den Teilnehmern, die mehrmals im Monat ein Konzert oder eine
Theateraufführung besuchen, stammen 21,4 Prozent aus der mittleren
Altersgruppe und 78,6 Prozent aus der älteren Altersgruppe. Von den
Teilnehmern, die mehrmals im Jahr eine dieser Veranstaltungen besu-
chen, sind 26,4 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 70,8 Prozent in
der höheren Altersgruppe.
Kreuztabelle Frage 1 und Alter
Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen...
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
mehrmals im
Monat
(in Prozent)
-
21,4
78,6
100,0
mehrmals im
Jahr
(in Prozent)
2,8
26,4
70,8
100,0
kaum
(in Prozent)
14,3
14,3
71,4
100,0
Kaum besuchen 5,5 Prozent der Teilnehmer Konzerte oder Theaterauf-
führungen. Von dieser Gruppe sind 71,4 Prozent, fast 3/4 der Personen,
über 50 Jahre alt. Das lässt darauf schließen, dass aus dieser Gruppe
viele zum Beispiel wegen körperlicher Erkrankungen oder Immobilität
nicht öfter ein Konzert oder eine Theateraufführung besuchen können.
Fast alle Teilnehmer sind also an klassischer Musik sehr interessiert. Da
die Teilnehmer Mitglieder einer mit klassischer Musik zusammenhängen-
den Gesellschaft sind, war dieses Ergebnis zu erwarten.
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavier-
konzerte, Opern) und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (meh-
rere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
244
Würde man diese Frage eng interpretieren, wäre nur eine Antwort pro
Teilnehmer möglich gewesen, denn in der Frage hieß es „am liebsten“.
Es war jedoch gewollt, dass die Teilnehmer mehrere Antworten ankreu-
zen würden, was diese auch getan haben. Alle Teilnehmer haben diese
Frage beantwortet. Es gab damit 130 gültige Werte.
Fast alle Teilnehmer (92,3 Prozent) hören Konzerte am liebsten live, das
Ereignis vor Ort, das Live-Konzert, steht an erster Stelle in der Gunst der
Klassikliebhaber. Diesem folgt mit 3/4 aller Teilnehmer (75,4 Prozent) die
CD oder Schallplatte. 46,2 Prozent und damit fast die Hälfte hören Kon-
zerte im Radio und sind damit Hörer von Klassik-Programmen, und nur
15,4 Prozent hören klassische Musik im Fernsehen, das als Medium da-
mit keinen großen Stellenwert einnimmt.
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik und höre diese Konzerte oder
Opern am liebsten
Anzahl Prozent der
Nennungen
Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 120 40,3 92,3
über CD/Schallplatte 98 32,9 75,4
im Radio 60 20,1 46,2
im Fernsehen 20 6,7 15,4
Gesamt 298 100,0 229,2
Von den Teilnehmern, die Konzerte gerne im Radio hören sind 1,8 Pro-
zent in der jüngsten Altersgruppe, 18,2 Prozent in der Altersgruppe zwi-
schen 30 und 49 Jahren und 80 Prozent in der ältesten Altersgruppe.
Von den 46,2 Prozent der Teilnehmer, die Konzerte gerne im Radio hö-
ren sind 38,6 Prozent weiblich und 61,4 Prozent männlich. Vergleicht
man dies mit der Grundgesamtheit der Teilnehmer, so hören die Hälfte
aller weiblichen Teilnehmer (Anzahl: 22 von 45) Konzerte gerne über das
Radio, ebenso die Hälfte aller männlichen Teilnehmer (Anzahl 35 von
79). Noch einmal zur Erinnerung: Die Ausgangsbasis spiegelt keine bun-
desdeutsche Repräsentanz von etwa 51 Prozent männlichen und 49
Prozent weiblichen Teilnehmern wider, sondern die Teilnehmer sind zu
34,6 Prozent weiblich und zu 60,8 Prozent männlich.
245
Kreuztabelle: Alter und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
zwischen
14 und 29
Jahren in
Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren in
Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
in Prozent
angekreuzt 1,8 18,2 80,0 100,0
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
männlich
in Prozent weiblich
in Prozent Gesamt
in Prozent
angekreuzt 61,4 38,6 100,0
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten mög-
lich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Insgesamt 128 Teilnehmer haben diese Frage gültig ausgefüllt. 2 Teil-
nehmer haben kein Kreuz gemacht. Da Mehrfachantworten möglich wa-
ren, gab es insgesamt 179 Kreuze.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens Programme mit
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 17 9,5 13,3
Schlagermusik, Oldies 10 5,6 7,8
vielen Wortbeiträge 43 24,0 33,6
klassischer Musik 109 60,9 85,2
Gesamt 179 100,0 139,8
Wenn die Teilnehmer Radio hören, dann hören 13,3 Prozent gerne Pop-
Musik, 7,8 Prozent Schlager und Oldies, 33,6 Prozent hören gerne Pro-
246
gramme mit vielen Wortbeiträgen und 85,2 Prozent hören gerne klassi-
sche Musik.
Von den 109 Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik hören, hören 32 Teilnehmer (29,0
Prozent) auch gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen, 7 (6,4 Pro-
zent) hören auch Pop-Musik und Hits und 7 (6,4 Prozent) hören auch
Schlagermusik und Oldies.
Von den insgesamt 19 Teilnehmern, die keine Radioprogramme mit klas-
sischer Musik hören, wurden 11 Kreuze für Programme mit Wortbeiträ-
gen abgegeben, 10 Kreuze für Popmusik und nur 3 Kreuze für Schla-
germusik und Oldies (Mehrfachnennungen waren möglich). Das heißt
nicht, dass diese 19 Teilnehmer nicht an klassischer Musik interessiert
sind - wie in Frage 1 schon gezeigt wurde, sind nahezu alle Teilnehmer
an klassischer Musik interessiert -, es heißt nur, dass diese Teilnehmer
keine klassische Musik über das Radio hören.
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und an im Monat
Ο fast gar nicht
Bei dieser Frage ergaben sich 10 fehlende Werte, d.h. 10 Teilnehmer
haben diese Frage nicht beantwortet. Setzt man die verbliebenen 120
Fragebogen als 100,0 Prozent an, so kommt man zu folgendem Ergeb-
nis: 38,3 Prozent der Teilnehmer hören fast ausschließlich klassische
Musik im Radio. Etwa ebensoviel, 35,0 Prozent, hören klassische Musik
mehrmals in der Woche. 20,0 Prozent schalten diese Programme ab und
an im Monat ein und 6,7 Prozent hören diese Programme fast gar nicht.
Demnach gehören gut 73 Prozent zu den Intensivhörern von Radiopro-
grammen mit klassischer Musik. 20 Prozent zeigen immerhin Interesse
an diesen Programmen und nur fast 7 Prozent sind eher keine Hörer von
Klassik-Programmen.
247
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich...
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 46 35,4 38,3
mehrmals in der Woche 42 32,3 35,0
ab und an im Monat 24 18,5 20,0
fast gar nicht 8 6,2 6,7
Gesamt 120 92,3 100,0
Fehlende Werte 10 7,7
Gesamt 130 100,0
Es ist eindeutig eine Verbindung zwischen den Ergebnissen zu Frage 3
und Frage 4 zu erkennen: Diejenigen, die bei Frage 3 angekreuzt haben,
dass sie, wenn sie Radio hören, meistens klassische Musik hören, hören
Radioprogramme mit klassischer Musik zu 45,5 Prozent fast ausschließ-
lich, zu 36,6 Prozent mehrmals in der Woche, zu 14,9 Prozent ab und an
im Monat und zu 3 Prozent fast gar nicht. Sie gehören also in der großen
Mehrheit zu den Intensivhörern.
Kreuztabelle: Frage 3 (Programme mit klassischer Musik: ange-
kreuzt) und Frage 4
Radioprogramme mit klassischer Musik höre
ich ... (in Prozent)
fast aus-
schließlich mehrmals in
der Woche ab und an im
Monat fast gar nicht
Wenn ich
Radio höre,
dann mei-
stens Pro-
gramme mit
klass. Mu-
sik:
(angekreuzt)
45,5
36,6
14,9
3,0
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in
erster Linie
Ο WDR 3
Ο Radio 3
Ο Radio Bremen 2
248
Ο SR 2 KulturRadio
Ο SWR 2
Ο hr 2
Ο Bayern 4 Klassik
Ο mdr kultur
Ο *radio kultur
Ο Deutschlandfunk
Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο Klassik Radio
Ο Sonstige
126 Teilnehmer haben auf diese Frage geantwortet. 4 Teilnehmer haben
diese Frage nicht beantwortet, sie haben es entweder vergessen, oder
sie hören kein Klassik-Programm.
19 Teilnehmer haben bei Frage 3 nicht angekreuzt, dass sie ein Klassik-
Programm hören. Von diesen Personen müssen bei Frage 5 doch einige
ein Kreuz gemacht haben, sie hören dann das Programm wohl nur sehr
selten, kennen es aber zumindest vom Namen.
Die Antworten auf Frage 5 lassen keinen Rückschluss auf den Wohnsitz
der befragten Personen zu, da Programme im angrenzenden Bundesge-
biet oft noch terrestrisch, bundesweit aber über Kabel oder Satellit zu
empfangen sind. Da aber über 75 Prozent der Mitglieder der Brahms-
Gesellschaft (168 von 223) im Sendegebiet vom NDR wohnen, ist es
wahrscheinlich, dass die Mehrzahl der Teilnehmer an der Fragebogenak-
tion auch im Sendegebiet wohnt und daher ein Großteil der Teilnehmer
Radio 3 angekreuzt hat.
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre,
dann in erster Linie
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 21 10,0 16,7
Radio 3 71 33,8 56,3
Radio Bremen 2 5 2,4 4,0
SR 2 KulturRadio 3 1,4 2,4
SWR 2 6 2,9 4,8
hr 2 8 3,8 6,3
Bayern 4 Klassik 18 8,6 14,3
mdr Kultur 1 0,5 0,8
*radio kultur - - -
Deutschlandfunk 23 11 18,3
DeutschlandRadio Berlin 9 4,3 7,1
249
Klassik Radio 37 17,6 29,4
Sonstige 8 3,8 6,3
Gesamt 210 100,0 166,7
Die Teilnehmer konnten mehrere Antworten ankreuzen, insgesamt erga-
ben sich 210 Ankreuzungen.
Wie zu erwarten war, hören sehr viele Teilnehmer und zwar 56,3 Prozent
Radio 3. WDR 3, Bayern 4 Klassik und der Deutschlandfunk werden von
14 bis 16 Prozent gehört. Das private Programm Klassik Radio wird von
29,4 Prozent eingeschaltet. Kein Teilnehmer hört *radio kultur.
Wenn Sonstiges angekreuzt wurde, so wurden ausschließlich Program-
me mit einem Musikprogramm, das nicht klassischer Musik entspricht,
aufgeführt. Demnach wurde dieser Punkt von den Teilnehmern falsch
verstanden, da die Frage hieß, welche Radioprogramme mit klassischer
Musik sie sonst hören. Es hätten zum Beispiel DAB-Programme oder aus
dem Ausland einstrahlende Programme genannt werden können.
Von den Teilnehmern, die das private Programm Klassik Radio hören -
es sind insgesamt 29 Personen -, hören 19 Personen auch Radio 3, 8
Personen Bayern 4 Klassik, 6 Personen Deutschlandfunk und 3 Perso-
nen Sonstige Programme, 2 Personen sind auch Hörer von WDR 3, 1
Person hört auch hr 2 (Mehrfachnennungen waren möglich).
Die 17 Teilnehmer, die den bundesweit zu empfangenden Deutschland-
funk hören, hören auch andere Klassik-Programme, 10 Programme wur-
den genannt: Am häufigsten hören die 17 Deutschlandfunk-Hörer auch
WDR 3 und Radio 3 sowie DeutschlandRadio Berlin und Klassik Radio.
Auffallend war, dass sehr viele Teilnehmer unter Sonstige das Programm
NDR 3 aufgeführt haben. Für diese Teilnehmer war es nicht klar, dass
das Programm schon seit 1997 Radio 3 heißt. Der ehemalige Name NDR
3 ist noch ein Begriff.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik (mehre-
re Antworten möglich)
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
250
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
Welches Motiv oder welche Motive bewegen zum Einschalten von Klas-
sik-Programmen? Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage 6 mög-
lich. Insgesamt wurden 215 Antworten vergeben, 3 Teilnehmer haben
diese Frage nicht beantwortet.
89,0 Prozent der Teilnehmer hören ein Klassik-Programm, weil sie klas-
sische Musik gerne mögen. 47,2 Prozent finden auch die Informationen
in diesem Programm sehr interessant, 16,5 Prozent können beim Hören
dieses Programms entspannen oder abschalten, 12,6 Prozent geben
sonstige Gründe an (siehe unten) und 3,9 Prozent hören Klassik-
Programme fast gar nicht.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik ...
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
113
52,6
89,0
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
60
27,9
47,2
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
21
9,8
16,5
weil... 16 7,4 12,6
fast gar nicht 5 2,3 3,9
Gesamt 215 100,0 169,2
Unter Sonstiges wurde genannt:
- weil ich am Steuer nicht einschlafen will
- weil ich Autofahren muss und mich langweile
- weil ich auch unbekannte Klassik-Werke kennenlernen kann
- weil selten gespielte Werke zu hören sind
- weil ich neue Musik kennenlernen kann
- weil ich besonders Übertragungen höre
- weil bestimmte Sendereihen Musik systematisch erschließen
- weil ich dabei stets lerne und mein musikalisches Gehör trainiere
- weil mich eine Sendung oder der Ausführende interessiert
- weil Hören die intensivste Form des Sehens ist
- weil ich zu faul bin, um CD zu wechseln
251
- weil ich Hausaufgaben dabei machen kann
- weil ich einmal vom Elend dieser Welt wegkomme
- weil ich vieles kenne und selbst musiziert habe
- weil es beruflich manchmal wichtig ist
- weil es mein Beruf ist
- weil es mein Fach ist
- weil ich selbst Musikerin bin
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 6:
Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik,
ange-
kreuzt:
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
ange-
kreuzt:
weil auch
Informa-
tionen in
diesem
Programm
sehr
interes-
sant sind
ange-
kreuzt:
weil ich
dabei ent-
spannen
oder ab-
schalten
kann
ange-
kreuzt:
weil...
ange-
kreuzt:
fast gar
nicht
Fehlwerte
in %
4,4
3,3
0,0
12,5
0,0
weiblich
% vom
Ge-
schlecht
86,7
48,9
20,0
11,1
4,4
% von an-
gekreuzter
Antwort
34,5
36,7
42,9
31,3
40,0
männlich
% vom
Ge-
schlecht
87,3
45,6
15,2
11,4
3,8
% von an-
gekreuzter
Antwort
61,1
60,0
57,1
56,3
60,0
(Zur Erklärung: Die Fett gedruckten Werte ergeben genau bzw. annä-
hernd wegen Rundungsverlusten 100,0 Prozent.)
Fast alle Frauen (86,7 Prozent) und fast alle Männer (87,3 Prozent) hö-
ren ein Radioprogramm mit klassischer Musik, weil sie klassische Musik
gerne mögen. Von den Teilnehmern, die insgesamt dieses Motiv ange-
kreuzt haben, sind 34,5 Prozent Frauen und 61,1 Prozent Männer. Auch
hier ist wieder zu berücksichtigen, dass bei der Grundgesamtheit doppelt
so viele Männer wie Frauen waren. Demnach hören ungefähr gleich viele
Frauen wie Männer das Programm, weil sie klassische Musik gerne mö-
gen.
252
Fast die Hälfte der Frauen (48,9 Prozent) und fast die Hälfte aller Männer
(45,6 Prozent) finden auch die Informationen in diesem Programm sehr
interessant. Die Funktion des Entspannens oder Abschaltens wird von
1/5 der Frauen und von etwa 1/6 der Männer angegeben.
Matrix: Parallel erwähnte Motive
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
Informa-
tionen entspan-
nen und
abschalten
Sonstiges fast gar
nicht
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
113
58
19
8
1
Informa-
tionen
58 60
11
7
0
entspan-
nen und
abschalten
19
11
21
2
0
Sonstiges 8 7 2
16 0
fast gar
nicht
1
0
0
0
5
Von den 113 Personen, die das Programm wegen seiner Musik hören,
halten 58 und damit etwa 50 Prozent auch die Informationen für sehr in-
teressant, immerhin noch 19 Personen - etwa 1/6 - nutzen dieses Pro-
gramm auch zum Entspannen und Abschalten.
Von den 60 Personen, die die Informationen sehr interessant finden, mö-
gen auch 58 Personen, also fast alle, die Musik besonders gerne, 11
Personen und damit 1/6 können bei dem Programm auch gut entspannen
und abschalten.
Von den 21 Teilnehmern, die das Programm gerne zum Entspannen und
Abschalten hören, mögen 19 - und damit fast alle - auch besonders die
klassische Musik. Immerhin noch 11 - das sind etwa 50 Prozent - sind
auch an den Informationen interessiert.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann
interessiert mich (mehrere Antworten möglich)
253
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Ο Hörspiel
Ο Sonstiges:_____________________
Welche Themen, Sendungen oder Musikrichtungen innerhalb der klassi-
schen Musik die Befragten am liebsten hören, wird in Frage 7 eruiert.
Diese Frage wurde von 2 Teilnehmern nicht beantwortet, es ergeben sich
demnach 128 gültige Fragebogen. Bei dieser Frage waren mehrere Ant-
worten möglich. Insgesamt wurden 333 Kreuze gemacht.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 101 30,2 78,9
Sinfonische Musik 114 34,2 89,1
Oper 50 15,0 39,1
Wortsendungen 40 12,0 31,3
Hörspiele 9 2,7 7,0
Sonstiges 19 5,7 14,8
Gesamt 333 100,0 260,2
Besonders Sinfonische Musik mögen die Teilnehmer im Radio: Dieses
haben 89,1 Prozent geäußert. An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala
liegt die Kammermusik: 78,9 Prozent der Teilnehmer hören diese gerne.
Nur 39,1 Prozent der Teilnehmer mögen Opern im Radio. Wortsendun-
gen stehen erst an vierter Stelle nach den Musikkategorien, insgesamt
sind 31,3 Prozent der Teilnehmer an Wortsendungen interessiert. Hör-
spiele werden nur von 7,0 Prozent der Hörer bevorzugt. Unter den 14,8
Prozent Sonstiges fallen sehr viele Nennungen zu Klaviermusik, mehrere
Nennungen zu Liedern und einige Male Kirchenmusik. Einzelne Nennun-
gen entfielen auf Neue Musik ab 1960 sowie Avantgarde und Jazz-
Kabarett, Blasmusik, Kirchenmusik und Festspielübertragungen.
Die Teilnehmer sind eher am musikalischen Teil eines Klassik-
Programms (79,4 Prozent der Nennungen) als am Wortteil (Wortsendun-
gen und Hörspiele) interessiert (14,7 Prozent der Nennungen).
254
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre
(mehrere Antworten möglich),
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts ande-
res
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Ar-
beiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Diese Frage zeigt, ob die Befragten ein Radioprogramm mit klassischer
Musik als Nebenbeimedium hören, d.h. sie erledigen neben dem Hören
diverse Arbeiten, fahren Auto, lesen oder unterhalten sich, oder ob sie es
ausschließlich und damit konzentriert hören. Interessant ist es zu erfah-
ren, ob ein Programm mit klassischer Musik stark als Nebenbeimedium
genutzt wird.
Frage 8 wurde von 5 Teilnehmern nicht beantwortet, es gibt demnach
125 gültige Fragebogen. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage
glich.
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
63
36,6
50,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
86
50,0
68,8
dann lese ich nebenbei 17 9,9 13,6
dann unterhalte ich mich
nebenbei
6
3,5
4,8
Gesamt 172 99,9 137,6
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich beim Gesamtwert Prozent der
Nennungen nur 99,9 Prozent.)
50,4 Prozent der Teilnehmer nutzen ein Radioprogramm mit klassischer
Musik auch ausschließlich, d.h. sie hören dieses Programm konzentriert
und nutzen es nicht als Nebenbeimedium. 68,8 Prozent erledigen neben-
bei etwa Hausarbeit, Autofahren oder Arbeiten. 13,6 Prozent lesen ne-
benbei und nur 4,8 Prozent unterhalten sich nebenbei. Bezogen auf die
255
Anzahl der Nennungen ergeben sich 36,6 Prozent für ein ausschließli-
ches Hören und 63,4 Prozent für ein Nebenbeihören.
Es lässt sich also sagen, dass die Kombination von Radiohören klassi-
scher Musik und Lektüre oder Unterhaltungen eine untergeordnete Rolle
spielt.
Von den Hörern, die, wenn sie ein Radioprogramm mit klassischer Musik
hören (Frage 8), dieses ausschließlich tun, sind 80,0 Prozent über 50
Jahre alt, 18,3 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren alt und 1,7 Prozent
zwischen 14 und 29 Jahren alt. 66,1 Prozent sind männlich und 33,9 Pro-
zent weiblich. Da in der Gesamtheit die weiblichen Teilnehmer nur halb
so stark wie die männlichen vertreten waren, ergibt sich, dass die Anzahl
der männlichen und der weiblichen Teilnehmer, die ausschließlich das
Programm hören, etwa gleich groß ist.
Von den Hörern, die nebenbei auch irgend etwas erledigen, wie Autofah-
ren, Hausarbeit oder Arbeiten, sind 72 Prozent über 50 Jahre alt, 25,6
Prozent zwischen 30 und 49 Jahren alt und 2,4 Prozent zwischen 14 und
29 Jahren alt; 57,1 Prozent sind männlich und 42,9 Prozent sind weiblich.
Da in der Gesamtheit die weiblichen Teilnehmer nur halb so stark vertre-
ten waren, läßt sich demnach sagen, dass Männer und Frauen zu glei-
chen Anteilen ausschließlich das Programm hören, dass mehr Frauen
nebenbei noch etwas erledigen als Männer, und mehr Männer nebenbei
lesen als Frauen (14 Männer, 2 Frauen).
Kreuztabelle: Frage 8 und Alter in Prozent
Wenn ich ein
Radiopro-
gramm mit
klassischer
Musik höre,
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
dann höre
ich aus-
schließlich
Radio und
mache ne-
benbei nichts
anderes
1,7
18,3
80,0
100,0
dann erledi-
ge ich ne-
benbei ir-
g
end etwas
2,4
25,6
72,0
100,0
256
(Hausarbeit,
Autofahren,
Arbeiten)
dann lese ich
nebenbei
6,1
40,0
53,3
100,0
dann unter-
halte ich
mich neben-
bei
0
50,0
50,0
100,0
Kreuztabelle: Frage 8 und Geschlecht in Prozent
weiblich männlich Gesamt
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
33,9
66,1
100,0
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
42,9
57,1
100,0
dann lese ich nebenbei 12,5 81,5 100,0
dann unterhalte ich mich
nebenbei
33,3
66,7
100,0
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten (mehrere Antworten möglich),
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Diese Frage zielt in erster Linie auf Personen ab, die Radioprogramme
mit klassischer Musik nicht oder eher selten hören. Diese Frage soll den
Grund dafür herausfinden.
257
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
4
6,3
12,1
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
5
7,9
15,2
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
3
4,8
9,1
weil mir die Musikstücke
zu lang sind - - -
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
3
4,8
9,1
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
5
7,9
15,2
weil der Empfang nicht
so gut ist
4
6,3
12,1
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
19
30,2
57,6
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
17
27,0
51,5
weil ... 3 4,8 9,1
Gesamt 63 100,0 190,9
Diese Frage wurde nur von 33 Teilnehmern beantwortet, die insgesamt,
da Mehrfachnennungen möglich waren, 63 Kreuzchen machten. 97 Teil-
nehmer haben bei dieser Frage keine Angabe gemacht. Der Grund dafür
ist, dass fast alle diese Teilnehmer - bei Mitgliedern der Brahms-
Gesellschaft naheliegend - Radioprogramme mit klassischer Musik eher
häufig hören und sie daher nicht auf die Frage antworten können, warum
sie ein Radioprogramm mit klassischer Musik gar nicht oder selten hören.
Von den 33 Teilnehmern haben 19 geantwortet (57,6 Prozent), dass sie
klassische Musik lieber live in einem Konzert hören und 17 sagten (51,5
Prozent), dass sie klassische Musik lieber von CD/Schallplatte hören. 5
Teilnehmer und damit 15,2 Prozent hören ein Klassik-Programm nicht,
weil sie nie wissen, was für Musikstücke gerade gesendet werden oder
weil ihnen die Auswahl der Stücke nicht gefällt. 4 Teilnehmer (12,1 Pro-
zent) hören lieber einen anderen Sender und bei ebenso vielen ist der
258
Empfang nicht so gut. Jeweils 3 antworteten, sie hören diese Programme
eher nicht, weil sie das Programm im einzelnen nicht kennen oder weil
sie bei den Werken öfter den Anfang verpassen.
Ein Mangel an Informationen scheint nicht der Grund zu sein, warum die
Teilnehmer das Programm seltener hören. Eher bevorzugen diese Teil-
nehmer andere Darbietungsformen für klassische Musik als das Radio.
Unter Sonstiges fiel:
- höre selten Radio
- höre bestimmte Werke gerne mehrfach
- liebe Jazz und mache klassische Musik selber
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik hören (mehrere Antworten möglich),
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüß-
te, wann was gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Diese Frage ist eher für Teilnehmer geeignet, die kein Radioprogramm
mit klassischer Musik hören oder dies nur selten tun. Diese Frage liefert
Informationen, was geändert werden müßte, damit die Teilnehmer - und
damit potentielle Hörer - öfter dieses Programm einschalten.
67 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet, sie gaben insgesamt 77
Wertungen ab. Die geringe Teilnahme an dieser Frage liegt daran, dass
die Teilnehmer mehrheitlich ein Klassik-Programm hören. Die Personen,
die hier geantwortet haben, sind überwiegend bestehende Hörer von
Klassik-Programmen, sie würden jedoch aus verschiedenen Gründen
das Programm öfter hören.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik hören,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
26
33,8
38,8
259
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
9
11,7
13,4
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
33
42,9
49,3
wenn... 9 11,7 13,4
Gesamt 77 100,1 114,9
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich beim Gesamtwert Prozent der
Nennungen 100,1 Prozent.)
49,3 Prozent gaben an, dass sie ein Klassik-Programm öfter hören wür-
den, wenn sie mehr Zeit oder Ruhe dazu hätten. 38,8 Prozent würden
öfter einschalten, wenn sie Informationen zu diesem Programm hätten
und genau wüßten, wann was gespielt wird (ein Teilnehmer bemerkte
dazu, dass es mindestens „Hör zu Level“ sein müßte). 13,4 Prozent hät-
ten gerne einen anders zusammengestellten Inhalt und weitere 13,4 Pro-
zent äußerten ihre Meinung unter Sonstiges.
Zum Programminhalt ergaben sich folgende Äußerungen: Der Inhalt des
Programms sollte anders zusammengestellt sein und die Hörbereitschaft
wäre größer...
- wenn das Angebot nicht so potpourri-artig wäre
- wenn ganze Stücke gespielt würden (dies äußerte ein Hörer von Radio
3 und Klassik Radio)
- wenn es einen reinen Klassik-Sender gäbe (dies äußerte ein WDR 3
Hörer)
- wenn es kein beziehungsloses Durcheinander wäre
- wenn es Interpretenvergleiche geben würde
- wenn Interpretationen von berühmten bzw. guten Interpreten angebo-
ten würden
- wenn öfter ganze Werke, weniger Publikumswünsche und Telefonate
mit Zuhörern zu hören wären (dies äußerte ein Hörer von Radio 3,
Bayern 4 Klassik und Deutschlandfunk)
- wenn weniger nach dem Rezept „Leipziger Allerlei“ ausgewählt würde
sondern thematik-orientiert
Unter Sonstiges ergaben sich folgende Äußerungen: Ich würde eher
oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören, wenn...
- ich auch zu Hause ein Radio hätte und nicht auf das Bürogerät
angewiesen wäre
260
- die Moderatoren nicht immer so ernst, altmodisch und lieblos wären
- der Empfang besser wäre
- ich nicht alte Geräte benutzen würde, bei denen ich lange nach dem
Sender suchen muss
- andere Sender mit klassischer Musik leichter zu empfangen wären
(dies äußerte ein Hörer von Radio 3 und Klassik Radio)
- es mehr klassische Sender gäbe (dies äußerte ein Hörer von Radio 3
und Bayern 4 Klassik)
- wenn weniger dummes Zeug dazu geredet würde
Mehr Ruhe und Zeit für das Hören eines Klassik-Programms wünschen
sich die meisten Teilnehmer. Aber auch mehr Informationen. Unter Frage
9 war der Wunsch nach Informationen noch nicht so ausgeprägt. Es liegt
vielleicht daran, dass sich viele Teilnehmer nicht an Frage 9 beteiligt ha-
ben. Noch einmal nachgefragt mit Frage 10 ergibt sich, dass etwa 1/3 der
Teilnehmer gerne Informationen zu einem Klassik-Programm hätten. Ein
Vorteil der Frage 10 war sicherlich, dass sie einfacher zu beantworten
war: Es gab nur vier Varianten zum Ankreuzen im Gegensatz zu zehn
Varianten bei Frage 9.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich
gerne informieren durch (mehrere Antworten möglich),
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten,
ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresent-
gelt besondere Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Diese Frage zielt auf das Thema Informationsvermittlung zu einem Klas-
sikprogramm ab. Sie kann von bestehenden und potentiellen Hörern von
Klassikprogrammen beantwortet werden. Über welche Medien würde
sich ein Hörer gerne Informationen zu seinem Klassikprogramm beschaf-
fen?
261
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
29
19,2
26,1
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
45
29,8
40,5
das Internet 7 4,6 6,3
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
12
7,9
10,8
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
8
5,3
7,2
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
6
4,0
5,4
Sonstiges 2 1,3 1,8
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
42
27,8
37,8
Gesamt 151 100,0 136,0
An dieser Frage beteiligten sich 111 der 130 Teilnehmer, es gab 19 Teil-
nehmer, die diese Frage nicht beantwortet haben. Die 111 Teilnehmer
machten wegen Mehrfachnennungen insgesamt 151 Kreuze.
40,5 Prozent der Teilnehmer wünschen sich eine Radiozeitschrift, die
man auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekommt. Fast
ebenso viele, 37,8 Prozent und damit mehr als 1/3 der Teilnehmer, benö-
tigen keine weiteren Informationen. 26,1 Prozent würden sich durch eine
Programmzeitschrift oder eine Tageszeitung informieren, die man am
Kiosk kaufen kann. 10,8 Prozent achten auf Programmhinweise im Fern-
sehen oder im Radio. Um die 6 Prozent der Hörer stehen den Möglichkei-
ten Internet, Informationsblätter bei Konzerten und Radio-Clubs offen
gegenüber.
262
Die Antworten unter Sonstiges hatten - bis auf den einen Aspekt, dass
der Teilnehmer zu wenig Zeit zum Lesen der Informationen hat - thema-
tisch mit der Frage nichts zu tun.
Hier müßte sich eine Verbindung zwischen Frage 10 und Frage 11 erge-
ben: Wenn jemand bei Frage 10 angekreuzt hat, dass er öfter ein Klas-
sikprogramm hören würde, wenn er Informationen zu dem Programm
hätte, so müßte er bei 11 angekreuzt haben, über welchen Informations-
kanal er am liebsten bedient würde. Das Ergebnis: Die Hörer, die gerne
Informationen zu dem Programm hätten (25 Personen, nicht 26 wie bei
Frage 10 wegen fehlender Werte bei der Kombination von Frage 10 und
Frage 11), würden sich am liebsten über eine Radiozeitschrift, die sie auf
Wunsch vom Sender zugeschickt bekommen, informieren, gerne hätten
sie auch eine Programmzeitschrift, die man am Kiosk kaufen kann. Alle
weiteren Informationskanäle sind nicht weiter von Interesse.
Kreuztabelle: Frage 10 (angekreuzt: Informationen) und Frage 11
(angekreuzt) (Anzahl der Teilnehmer)
Frage 11:
Über das Programmangebot klassi-
scher Musik würde ich mich gerne
informieren durch
Frage 10:
Ich würde eher oder öfter ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik
hören, wenn ich Informationen zu
diesem Programm hätte und genau
wüsste, wann was gespielt wird.
eine Programmzeitschrift oder Ta-
geszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
11
eine Radiozeitschrift, die ich auf
Wunsch kostenlos vom Sender zu-
geschickt bekomme
19
das Internet 1
Programmhinweise, die ich im Fern-
sehen oder im Radio höre
3
Informationsblätter, die an öffentli-
chen Orten, z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
2
die Mitgliedschaft in einem Radio-
Club
1
Sonstiges 1
Ich benötige keine weiteren Informa-
tionen
0
Gesamt 25
Laut Frage 11 benötigen 37,8 Prozent der Teilnehmer (Anzahl: 42) keine
weiteren Informationen. Die Hälfte dieser Teilnehmer sind Intensivhörer,
263
die Radioprogramme mit klassischer Musik fast ausschließlich oder
mehrmals die Woche hören, wie ein Vergleich mit Frage 4 ergab. 46
Teilnehmer haben bei Frage 4 angekreuzt, dass sie fast ausschließlich
Klassik-Programme hören, von diesen kreuzten 14 bei Frage 11 an, dass
sie keine weiteren Informationen benötigen. 42 Teilnehmer kreuzten bei
Frage 4 an, dass sie mehrmals in der Woche ein Klassik-Programm hö-
ren, von diesen kreuzten 11 bei Frage 11 an, dass sie keine weiteren
Informationen benötigen.
Sehr viele Intensivhörer wünschen sich aber eine Programmzeitschrift,
gerne vom Kiosk, aber noch besser kostenlos vom Sender.
Alle anderen Informationsmedien nehmen beim Vergleich der Frage 4
und Frage 11 keinen bedeutenden Stellenwert ein.
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 11
Frage 11:
Über das Programm-
angebot klassischer
Musik würde ich mich
gerne informieren
durch
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
fast ausschließlich
(angekreuzt)
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
mehrmals in der
Woche (angekreuzt)
eine Programmzeit-
schrift oder Tageszei-
tung, die man z.B. am
Kiosk kaufen kann
12
(von 46) 10
(von 42)
eine Radiozeitschrift,
die ich auf Wunsch ko-
stenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
18
(von 46) 15
(von 42)
Ich benötige keine wei-
teren Informationen 14
(von 46) 11
(von 42)
Hörer, die Klassik-Programme fast gar nicht hören (Frage 4), sind auch
an Informationsmedien nicht interessiert (Frage 11).
Um dieses Ergebnis noch einmal zu prüfen, wurde ein Vergleich zwi-
schen den Antworten der Frage 3 und Frage 11 vorgenommen: Von den
19 Teilnehmern, die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich Radio hö-
re, dann meistens Programme mit klassischer Musik“ kein Kreuz ge-
macht haben, haben 8 bei Frage 11 angekreuzt, dass sie keine weiteren
Informationen benötigen. 3 Kreuze gab es für die Programmzeitschrift
vom Kiosk, 5 für die vom Sender. Internet, Programmhinweise und Clubs
264
waren mit 2 Stimmen vertreten. Auch hier ist also der überwiegende Teil
der Teilnehmer, die Klassik-Programme nicht hören, an weiteren Informa-
tionen nicht interessiert. Nur bei wenigen käme eine Programmzeitschrift
in Frage.
Von den 109 Teilnehmern, die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich
Radio höre, dann meistens Programme mit klassischer Musik“ ein Kreuz
gemacht haben, sind 26 an Programmzeitschriften vom Kiosk und 40 an
Programmzeitschriften vom Sender interessiert (also 1/4 bzw. etwa 1/3
der Teilnehmer). Etwa ebenfalls ein Drittel (34 Personen) sind an keiner-
lei weiteren Informationen interessiert. Dieses Ergebnis deckt sich mit
dem allgemeinen Ergebnis von Frage 11.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer
Musik (mehrere Antworten möglich),
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lasse
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein.
Diese Frage ist für Hörer gedacht, die intensiv ein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören. Hier geht es noch einmal um die Informations-
medien Programmzeitschrift und Informationen vom Sender. Auch wäre
es interessant zu wissen, wie viele Teilnehmer bestens informiert sind
oder das Programm einfach nur so einschalten.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
32
25,0
31,7
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
37
28,9
36,6
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
10
7,8
9,9
Sonstiges 8 6,3 7,9
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
41
32,0
40,6
Gesamt 128 100,0 126,7
265
Diese Frage wurde von 101 Teilnehmern beantwortet. Diese 101 Teil-
nehmer machten insgesamt 128 Kreuze.
40,6 Prozent der Hörer ist es egal, was konkret gespielt wird, sie schalten
einfach so ein. 36,6 Prozent lesen regelmäßig eine Programmzeitschrift.
31,7 Prozent kennen den Programmablauf, 9,9 Prozent lassen sich In-
formationen von den Sendern zuschicken (und sind damit vorab initiativ
auf diese Sender zugegangen und haben um die Zusendung von Infor-
mationen gebeten) und 7,9 Prozent haben Sonstiges angekreuzt.
Unter Sonstiges fiel:
- mitunter bekomme ich Tips
- bin geöffnet gegenüber dem Zufall
- weiß nichts über die Sender, kann keine Zeit erübrigen
- bin Mitglied im Klassik-Club (Hörer von Radio 3 und Klassik Radio)
Auffallend ist der hohe Anteil an Teilnehmern, die einfach wegen der Mu-
sikrichtung einschalten, denen der konkrete Programmablauf gleichgültig
ist.
Den Personen, die keine weiteren Informationen benötigen (aus Frage
11), ist es meist egal, was konkret gespielt wird, sie schalten einfach so
ein: Das sagen 50,0 Prozent. 23,8 Prozent kennen den Programmablauf,
16,7 Prozent lesen eine Programmzeitschrift und 9,5 Prozent lassen sich
Informationen vom Sender zuschicken. (Frage 11 und Frage 12).
Die Personen, die ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast aus-
schließlich oder mehrmals in der Woche hören (die Intensivhörer von
Frage 4), haben bei Frage 12 – wenn sie etwas angekreuzt haben – ver-
merkt, dass sie eine Programmzeitschrift lesen (16 von 46 von den „fast
ausschließlich“-Antworten und 13 von 42 von den „mehrmals in der Wo-
che“-Antworten) oder dass es ihnen gleichgültig ist, was gespielt wird (13
von 46 bzw. 15 von 42). Sehr viele kennen auch bereits den Programm-
ablauf. Die anderen Antworten unter Frage 12 fielen nicht ins Gewicht
266
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 12
Frage 4:
Frage 12:
Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Radioprogram-
me mit klassi-
scher Musik höre
ich
da ich den Pro-
grammablauf
kenne
(angekreuzt)
da ich regelmä-
ßig eine Pro-
grammzeitschrift
lese
(angekreuzt)
Mir ist egal, was
konkret gespielt
wird, ich schalte
einfach so ein.
(angekreuzt)
fast ausschließ-
lich 19
(von 46) 16
(von 46) 13
(von 46)
mehrmals in der
Woche 8
(von 42) 13
(von 42) 15
(von 42)
267
4.2.3 Fazit
A Informationen
für potentielle Hörer
Die Teilnehmer der Brahms-Gesellschaft sind fast alle sehr an klassi-
scher Musik interessiert. Die Teilnehmer, die nur selten ein Klassikpro-
gramm im Radio hören, würden dies nicht eher oder öfter hören, wenn
sie mehr Informationen zu diesem Programm hätten (nur 14,3 Prozent
sind an Informationen interessiert). Sie würden ein Klassik-Programm
schon eher einschalten, wenn sie mehr Zeit oder Ruhe dazu hätten (das
meinten 28,6 Prozent). (Fragen 3 und Frage 10) Damit ist die Hypothese
„Mehr Information, mehr Hörbereitschaft“ widerlegt.
Von den Teilnehmern, die kein Radioprogramm mit klassischer Musik
hören, benötigen 38,1 Prozent auch keine weiteren Informationen, 14,3
Prozent der Personen wünschen sich eine Programmzeitschrift vom Ki-
osk und 23,8 Prozent eine vom Sender. Jeweils 9,5 Prozent sind an In-
ternet-Angeboten, Programmhinweisen und Clubs interessiert. (Frage 3
und Frage 11)
B Informationen
für bestehende Klassik-Programm-Hörer
Die Teilnehmer der Brahms-Fragebogenaktion, die ein Radioprogramm
mit klassischer Musik hören, informieren sich zum Teil über das Pro-
gramm: 32,1 Prozent lesen eine Programmzeitschrift und 8,3 Prozent
lassen sich Informationen vom Sender zuschicken. 28,4 Prozent kennen
den Programmablauf und 30,3 Prozent ist es egal, was konkret gespielt
wird, sie schalten einfach so ein. (Frage 3 und Frage 12). Damit trifft die
Hypothese, Klassik-Programm-Hörer informieren sich über das Pro-
gramm, nur zu 40,4 Prozent zu.
Generell besteht bei den Klassik-Programm-Hörern schon ein Interesse
an Informationen: 36,7 Prozent interessieren sich für eine Programmzeit-
schrift vom Sender, 23,9 Prozent für eine Programmzeitschrift vom Kiosk.
9,2 Prozent achten auf Programmhinweise im Fernsehen oder im Radio,
7,3 Prozent lesen Informationsblätter, 4,6 Prozent würden ins Internet
schauen und 3,7 Prozent einem Radio-Club beitreten. 31,2 Prozent
benötigen keine weiteren Informationen. (Frage 3 und Frage 11)
268
C Anzahl potentieller Hörer
Die Teilnehmer an dieser Fragebogenaktion, Mitglieder der Brahms-
Gesellschaft, sind sehr an klassischer Musik interessiert. Nur 14,8 Pro-
zent hören keine Radioprogramme mit klassischer Musik (Frage 3). Nach
nochmaligen Nachfragen gaben 6,7 Prozent an, dass sie ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik fast gar nicht hören (Frage 4). Die 14,8 Pro-
zent von Frage 3 sind hier jedoch eher wahrscheinlich.
D Einschaltmotiv
Fast jeder Klassik-Programm-Hörer (89,0 Prozent) hört dieses Programm
der Musik wegen: Die Teilnehmer mögen klassische Musik gerne. Noch
etwa die Hälfte (47,2 Prozent) ist auch an den Informationen in diesen
Programmen sehr interessiert. Das Motiv Entspannung wird von etwa 1/6
der Teilnehmer (16,5 Prozent) genannt. Neue Werke kennenzulernen
oder weil es zum Beruf vieler Teilnehmer gehört, ist außerdem noch ein
Motiv. (Frage 6)
E Programminhalt
Die Musik selbst ist das Wichtigste bei einem Klassik-Programm. Beson-
ders Kammermusik und Sinfonische Musik werden von fast allen Teil-
nehmern bevorzugt (78,9 bzw. 89,1 Prozent). Opern hören nur 39,1 Pro-
zent. Wortsendungen werden von 31,3 Prozent der Teilnehmer gerne
gehört. Hörspiele sind nicht so beliebt in Klassik-Programmen, nur 7,0
Prozent der Teilnehmer mögen sie. (Frage 7)
F Nebenbeimedium
Die meisten Teilnehmer widmen sich beim Radiohören auch anderen
Tätigkeiten: Bezogen auf die Anzahl der Nennungen ergibt sich, dass
36,6 Prozent auf ein ausschließliches Hören fallen und 63,4 Prozent auf
ein Nebenbeihören. Beim Nebenbeihören spielen Erledigungen wie etwa
Hausarbeit, Autofahren oder Arbeiten die größte Rolle. Die Nebenbeilek-
türe oder Gespräche treten nur untergeordnet auf. Bezogen auf die An-
zahl der Teilnehmer ergibt sich, dass 50,4 Prozent der Teilnehmer Ra-
dioprogramme mit klassischer Musik auch mal ausschließlich hören, 68,8
269
Prozent erledigen nebenbei irgendetwas und 13,6 Prozent lesen neben-
bei. (Frage 8)
G Andere Programme
Von den Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Radio-
programm mit klassischer Musik hören, hören 29,0 Prozent auch Pro-
gramme mit vielen Wortbeiträgen, 6,4 Prozent hören auch Pop-Musik
und Hits und ebenso viele Schlagermusik und Oldies. (Frage 3)
4.3 Weber-Gesellschaft
4.3.1 Daten zur Befragung
Als weitere Adressatengruppe für die Befragung konnte die Internationale
Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft e.V., Berlin, gewonnen werden. Im
August 2000 gab es eine geplante Aussendung an alle Mitglieder. Ver-
schickt wurden die „Weberiana“, eine jährliche Schrift für alle Mitglieder
mit Informationen über die Aktivitäten des Vereins, über die Gesamtaus-
gabe der Werke und Schriften von Weber sowie über Aufführungen We-
berscher Werke. Dieser Aussendung konnte der Fragebogen mit einem
Anschreiben und einem Antwortumschlag beigelegt werden. Das An-
schreiben unterschied sich inhaltlich leicht von dem an die Brahms-
Gesellschaft, da die Autorin selbst Mitglied in der Weber-Gesellschaft ist.
Ansonsten war die Methode die gleiche wie bei der Brahms-Gesellschaft.
Die Anzahl der Mitglieder der Internationalen Carl-Maria-von-Weber-
Gesellschaft beläuft sich auf 148. Da die ausländischen Mitglieder und
die Autorin keinen Fragebogen erhielten, ergaben sich insgesamt 120
Adressen. Davon waren 97 Einzelmitglieder (27 weiblich und 70 männ-
lich), 1 mal „Herr und Frau“ und 22 Institutionen.
Diese Mitglieder verteilten sich bei Betrachtung des Wohnsitzes auf die
Sendegebiete der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten wie
folgt:
270
NDR: 38 (+ 18 vom SFB)
WDR: 19
SFB: 18
MDR: 16
SWR: 10
BR: 9
hr: 8
SR: 2
In der 36. Kalenderwoche (KW) gingen 32 Fragebogen per Post ein und
8 per Fax, in der 37. KW waren es 8 per Post und 2 per Fax, in der 38.
KW 4 per Post und 2 per Fax, in der 39. KW 2 per Post, in der 40. KW
waren es 2 Fragebogen per Post, in der 41. KW 1 Fragebogen per Post,
in der 42. KW gingen 3 per Post ein, in der 43. KW war es 1 Brief, in der
44. KW war es 1 Brief und in der 45. KW 1 Fax.
Von den 120 angeschrieben Mitgliedern der Weber-Gesellschaft haben
67 den Fragebogen, davon 54 per Post und 13 per Fax, zurückgeschickt.
Damit ergibt sich ein Rücklauf von 56 Prozent. Die als hoch einzustufen-
de Rücklaufquote liegt - ähnlich wie bei der Brahms-Gesellschaft - wohl
an der hohen Altersstufe und dem sicher hohen Bildungsniveau der Teil-
nehmer, die sich damit leichter für ein Forschungsthema interessieren.
4.3.2 Auswertung
Bei dem Kriterium männlich oder weiblich haben zwei Teilnehmer der
Weber-Gesellschaft kein Kreuz gemacht. Es ergeben sich demnach zwei
fehlende Werte. Bei Betrachtung der gültigen Prozente zeigt sich folgen-
des Bild: 38,5 Prozent der Teilnehmer sind weiblich und 61,5 Prozent
sind männlich. Damit haben anteilmäßig etwa gleich viel männliche wie
weibliche Mitglieder der Weber-Gesellschaft den Fragebogen ausgefüllt,
da die Anzahl der männlichen Mitglieder in der Weber-Gesellschaft
überwiegt.
Geschlecht
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 25 37,3 38,5
männlich 40 59,7 61,5
271
Gesamt 65 97,0 100,0
Fehlende Werte 2 3,0
Gesamt 67 100,0
Alter
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29
Jahren
3
4,5
4,5
zwischen 30 und 49
Jahren
17
25,4
25,4
über 50 Jahre 47 70,1 70,1
Gesamt 67 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 67 100,0
Das Kriterium Alter ist von allen 67 Teilnehmern an der Fragebogenakti-
on angekreuzt worden. Der überwiegende Teil der Teilnehmer, prozentu-
al gesehen 70,1 Prozent, ist über 50 Jahre alt. 25,4 Prozent sind zwi-
schen 30 und 49 Jahren alt, und nur 4,5 Prozent sind zwischen 14 und
29 Jahren alt.
Die Kombination Geschlecht zu Alter ergibt: In der Altersgruppe zwischen
14 und 29 Jahren gibt es ausschließlich männliche Teilnehmer, von der
mittleren Teilnehmergruppe, den Personen zwischen 30 und 49 Jahren,
sind 12,3 Prozent weiblich und 13,8 Prozent männlich und von den Teil-
nehmern über 50 Jahren sind 26,2 Prozent weiblich und 43,1 Prozent
männlich.
Kreuztabelle: Geschlecht und Alter
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
weiblich
Anzahl - 8 17 25
% vom Geschlecht - 32,0 68,0 100,0
% von der Gesamt-
zahl
-
12,3
26,2
38,5
männlich
Anzahl 3 9 28 40
% vom Geschlecht 7,5 22,5 70,0 100,0
% von der Gesamt-
zahl
4,6
13,8
43,1
61,5
Gesamt
Anzahl 3 17 45 65
272
% von der Gesamt-
zahl
4,6
26,2
69,2
100,0
Ist die Grundlage die jeweilige Gesamtzahl der Männer und Frauen, so
sind 32,0 Prozent der weiblichen Teilnehmer zwischen 30 und 49 Jahren
alt und 68,0 Prozent der weiblichen Teilnehmer sind über 50 Jahre alt.
7,5 Prozent der männlichen Teilnehmer sind zwischen 14 und 29 Jahren
alt, 22,5 der männlichen Teilnehmer sind zwischen 30 und 49 Jahren und
70,0 Prozent der männlichen Teilnehmer sind über 50 Jahre alt. Damit
liegen mehr als 2/3 der weiblichen und männlichen Teilnehmer in der Al-
tersgruppe über 50 Jahre und nur gut 1/4 in der mittleren Altersgruppe
zwischen 30 und 49 Jahren. Die Teilnehmer in der jüngsten Altersgruppe
(4,6 Prozent und nur Männer) spielen hier so gut wie keine Rolle.
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 33 49,3 49,3
mehrmals im Jahr 32 47,8 47,8
kaum 2 3,0 3,0
Gesamt 67 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 67 100,0
Diese Frage wurde von allen Teilnehmern beantwortet. Fast die Hälfte
aller Teilnehmer, nämlich 49,3 Prozent besuchen Konzerte oder Theater-
aufführungen in der Regel mehrmals im Monat. Fast ebenso viele, 47,8
Prozent, gehen mehrmals im Jahr zu einer dieser Veranstaltungen. Nur 3
Prozent besuchen kaum ein Konzert oder eine Theateraufführung. Dem-
nach sind 97 Prozent der Teilnehmer sehr an klassischer Musik interes-
siert.
Von denjenigen, die mehrmals im Monat in ein Konzert oder ins Theater
gehen (Anzahl: 33 Teilnehmer), sind 36,4 Prozent zwischen 30 und 49
Jahren alt und 63,6 Prozent über 50 Jahre alt. 81,3 Prozent derjenigen,
die mehrmals im Jahr ins Konzert gehen (Anzahl: 32 Teilnehmer), sind
273
81,3 Prozent über 50 Jahre alt, 15,6 Prozent sind zwischen 30 und 49
Jahre alt und 3,1 Prozent sind zwischen 14 und 29 Jahren alt. Die zwei
Teilnehmer, die kaum in ein Konzert oder ins Theater gehen, sind zwi-
schen 14 und 29 Jahren alt.
Kreuztabelle Frage 1 und Alter
Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen...
zwischen
14 und 29
Jahren
in Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren
in Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
mehrmals im
Monat
(in Prozent)
36,4
63,6
100,0
mehrmals im
Jahr
(in Prozent)
3,1
15,6
81,3
100,0
kaum
(in Prozent)
100,0
-
-
100,0
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavier-
konzerte, Opern) und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (meh-
rere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
66 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Nur ein Teilnehmer hat
bei dieser Frage kein Kreuz gemacht. Da Mehrfachankreuzungen mög-
lich waren, ergaben sich insgesamt 157 Antworten.
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik und höre diese Konzerte
oder Opern am liebsten
Anzahl Prozent der
Nennungen
Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 61 38,9 92,4
über CD/Schallplatte 48 30,6 72,7
im Radio 35 22,3 53,0
im Fernsehen 13 8,3 19,7
Gesamt 157 100,0 237,9
274
Fast alle Teilnehmer, insgesamt 92,4 Prozent, hören klassische Musik
gerne live bei einem Konzert. 72,7 Prozent mögen sie über CD oder
Schallplatte. Immerhin hören mehr als die Hälfte, nämlich 53,0 Prozent,
klassische Musik auch gerne über das Radio. Für klassische Musik im
Fernsehen interessieren sich nur 19,7 Prozent.
Kreuztabelle: Alter und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
zwischen
14 und 29
Jahren
in Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren
in Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
in Prozent
angekreuzt - 8,6 91,4 100,0
Von den Teilnehmern, die Konzerte gerne über das Radio hören ist kei-
ner in der jüngsten Altersgruppe, 8,6 Prozent sind in der Altersgruppe
zwischen 30 und 49 Jahren und 91,4 Prozent in der ältesten Altersgrup-
pe.
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
männlich
in Prozent weiblich
in Prozent Gesamt
in Prozent
angekreuzt 61,8 38,2 100,0
Von den Teilnehmern, die Konzerte am liebsten über das Radio hören,
sind 38,2 Prozent weiblich und 61,8 Prozent männlich. Da bei der Grund-
gesamtheit der Teilnehmer die männlichen Teilnehmer grob gerechnet
(die Institutionen kann man hier nicht zuordnen) doppelt so viele waren
wie die weiblichen, kann man hier sagen, dass unter den Teilnehmern,
die klassische Musik am liebsten im Radio hören, anteilmäßig genauso
viele Männer wie Frauen sind.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten mög-
lich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
275
Alle Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Da Mehrfachnennungen
möglich waren, ergaben sich insgesamt 95 Angaben.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens Programme mit
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 5 5,3 7,5
Schlagermusik, Oldies 7 7,4 10,4
vielen Wortbeiträge 22 23,2 32,8
klassischer Musik 61 64,2 91,0
Gesamt 95 100,0 141,8
Wenn die Teilnehmer Radio hören, so hören 7,5 Prozent Pop-Musik oder
Hits, 10,4 Prozent Schlagermusik oder Oldies und 32,8 Prozent Pro-
gramme mit vielen Wortbeiträgen. 91,0 Prozent hören meistens Pro-
gramme mit klassischer Musik.
Von den 61 Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik hören, hören 18 Teilnehmer (29,5
Prozent) auch gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen, 2 (3,3 Pro-
zent) hören auch gerne Pop-Musik und Hits und 7 (11,5 Prozent) hören
auch gerne Schlagermusik und Oldies.
Von den insgesamt 6 Teilnehmern, die keine Radioprogramme mit klas-
sischer Musik hören, wurden 4 Kreuze für Programme mit Wortbeiträgen
abgegeben und 3 Kreuze für Pop-Musik (Mehrfachnennungen waren
möglich). Auch hier muss man wieder betonen, dass es nicht heißt, dass
diese 6 Teilnehmer nichts von klassischer Musik halten - wie in Frage 1
schon gezeigt wurde, sind nahezu alle Teilnehmer an klassischer Musik
interessiert -, es heißt nur, dass diese Teilnehmer keine klassische Musik
über das Radio hören.
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und an im Monat
Ο fast gar nicht
Bei dieser Frage ergaben sich insgesamt 65 gültige Nennungen, nur zwei
Teilnehmer haben diese Frage nicht beantwortet.
276
Frage 4: Radiogrogramme mit klassischer Musik höre ich...
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 24 35,8 36,9
mehrmals in der Woche 25 37,3 38,5
ab und an im Monat 11 16,4 16,9
fast gar nicht 5 7,5 7,7
Gesamt 65 97,0 100,0
Fehlende Werte 2 3,0
Gesamt 67 100,0
Mehr als ein Drittel der Teilnehmer hören Radioprogramme mit klassi-
scher Musik fast ausschließlich, weitere ein Drittel hören sie mehrmals in
der Woche. 16,0 Prozent sind ab und an im Monat Hörer von Klassik-
Programmen, nur 7,7 Prozent hören diese Sender fast gar nicht.
Gut 75 Prozent sind demnach Intensivhörer von Radioprogrammen mit
klassischer Musik, etwa 17 Prozent sind an diesen Programmen mehr
oder weniger interessiert und nur gut 7 Prozent sind eher keine Hörer von
Klassik-Programmen.
Es ist eine deutliche Verbindung in den Ergebnissen zwischen Frage 3
und Frage 4 zu erkennen: Diejenigen die bei Frage 3 angekreuzt haben,
dass sie, wenn sie Radio hören, meistens klassische Musik hören, hören
Radioprogramme mit klassischer Musik zu 40,7 Prozent fast ausschließ-
lich, zu 42,4 Prozent mehrmals in der Woche, zu 13,6 Prozent ab und an
im Monat und zu 3,4 Prozent fast gar nicht. Sie gehören also zu den In-
tensivhörern.
Kreuztabelle: Frage 3 (Programme mit klassischer Musik: ange-
kreuzt) und Frage 4
Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich ...
(in Prozent)
fast aus-
schließlich
mehrmals in
der Woche ab und an im
Monat fast gar nicht
Wenn ich
Radio höre,
dann mei-
stens Pro-
40,7
42,4
13,6
3,4
277
gramme mit
klassischer
Musik:
angekreuzt
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in
erster Linie
Ο WDR 3
Ο Radio 3
Ο Radio Bremen 2
Ο SR 2 KulturRadio
Ο SWR 2
Ο hr 2
Ο Bayern 4 Klassik
Ο mdr kultur
Ο *radio kultur
Ο Deutschlandfunk
Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο Klassik Radio
Ο Sonstige
Diese Frage haben 64 der 67 Teilnehmer beantwortet. Aufgrund von
Mehrfachnennungen ergaben sich 107 Antworten. Etwa ein Drittel der
Mitglieder der Weber-Gesellschaft wohnen im Sendegebiet des NDR,
daher ist es wahrscheinlich, dass das Programm Radio 3 viele Stimmen
erhalten wird.
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre,
dann in erster Linie
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 10 9,3 15,6
Radio 3 24 22,4 37,5
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 2 1,9 3,1
SWR 2 5 4,7 7,8
hr 2 3 2,8 4,7
Bayern 4 Klassik 6 5,6 9,4
mdr Kultur 8 7,5 12,5
*radio kultur 8 7,5 12,5
Deutschlandfunk 8 7,5 12,5
DeutschlandRadio Berlin 12 11,2 18,8
Klassik Radio 17 15,9 26,6
Sonstige 4 3,7 6,3
Gesamt 107 100,0 167,2
278
Mehr als ein Drittel der Teilnehmer hört Radio 3, gut ein Viertel hört Klas-
sik Radio. Noch relativ stark vertreten sind WDR 3 mit 15,6 Prozent und
DeutschlandRadio Berlin mit 18,8 Prozent. Radio Bremen 2 wurde von
keinem Teilnehmer angekreuzt.
Von den Teilnehmern, die Klassik Radio hören (insgesamt 17 Teilneh-
mer) hören 29,4 Prozent auch DeutschlandRadio Berlin, 23,5 Prozent
auch Radio 3 und 17,6 Prozent auch mdr Kultur.
Bei Sonstige wurde einmal Swiss Classic aufgeführt, ein Teilnehmer äu-
ßerte sich an dieser Stelle, dass er ein „Radio-Muffel“ wäre, die anderen
Nennungen waren keine Klassik-Programme. Einige wenige haben hier -
ähnlich wie bei der Brahms-Aussendung - NDR 3 aufgeführt und wurden
demnach unter Radio 3 vermerkt.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik (mehre-
re Antworten möglich)
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
Welches Motiv oder welche Motive bewegen zum Einschalten von Klas-
sik-Programmen? Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich.
Insgesamt wurden 106 Kreuze gemacht, 1 Teilnehmer hat diese Frage
nicht beantwortet.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik ...
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
60
56,6
90,9
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
29
27,4
43,9
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
9
8,5
13,6
weil... 5 4,7 7,6
fast gar nicht 3 2,8 4,5
Gesamt 106 100,0 160,6
279
90,9 Prozent der Teilnehmer hören ein Radioprogramm mit klassischer
Musik, weil sie klassische Musik gerne mögen. 43,9 finden auch die In-
formationen in diesem Programm sehr interessant. 13,6 Prozent können
dabei entspannen oder abschalten. Nur 4,5 Prozent hören ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik fast gar nicht.
Unter Sonstiges wurde von den Teilnehmern genannt:
- weil ich dabei in der Regel noch anderes tun kann
- weil ich gerne die Musik „errate“
- weil ich Repertoire kennen lerne
- weil mich bestimmte Interpretationen interessieren
- weil ich ohne nicht leben möchte
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 6:
Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik,
ange-
kreuzt:
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
angekreuzt:
weil auch
Informatio-
nen in die-
sem Pro-
gramm
sehr inter-
essant sind
ange-
kreuzt:
weil ich
dabei ent-
spannen
oder ab-
schalten
kann
ange-
kreuzt:
weil...
ange-
kreuzt:
fast gar
nicht
Fehlwerte
in % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
weiblich
% vom Ge-
schlecht
88,0
44,0
20,0
8,0
4,0
% von an-
gekreuzter
Antwort
37,9
37,9
55,6
40,0
33,3
männlich
% vom Ge-
schlecht
90,0
45,0
10,0
7,5
5,0
% von an-
gekreuzter
Antwort
62,1
62,1
44,4
60,0
66,7
(Zur Erklärung: Die Fett gedruckten Werte ergeben genau bzw. annä-
hernd wegen Rundungsverlusten 100,0 Prozent.)
Fast alle Frauen (88,0 Prozent) und fast alle Männer (90,0 Prozent) hö-
ren ein Radioprogramm mit klassischer Musik, weil sie klassische Musik
280
gerne mögen. Von den Teilnehmern, die insgesamt dieses Motiv ange-
kreuzt haben, sind 37,9 Prozent Frauen und 62,1 Prozent Männer. Auch
hier ist wieder zu berücksichtigen, dass bei der Grundgesamtheit etwa
doppelt so viele Männer wie Frauen waren. Demnach hören anteilmäßig
gleich viele Frauen wie Männer das Programm, weil sie klassische Musik
gerne mögen.
Nicht ganz die Hälfte der Frauen (44,0 Prozent) und nicht ganz die Hälfte
aller Männer (45,0 Prozent) finden auch die Informationen in diesem Pro-
gramm sehr interessant. Die Funktion des Entspannens oder Abschal-
tens trifft für 1/5 der Frauen und für etwa 1/10 der Männer zu.
Matrix: Parallel erwähnte Motive
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
Informa-
tionen entspan-
nen und
abschalten
Sonstiges fast gar
nicht
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
60
27
9
3
0
Informa-
tionen
27
29
4
1
0
entspan-
nen und
abschalten
9
4
9
0
0
Sonstiges 3 1 0 5 0
fast gar
nicht
0
0
0
0
3
Von den 60 Personen, die das Programm wegen seiner Musik hören,
halten 27 und damit fast 50 Prozent auch die Informationen für sehr in-
teressant, 9 Personen - etwa 1/6 - nutzen dieses Programm auch zum
Entspannen und Abschalten.
Von den 29 Personen, die die Informationen sehr interessant finden, mö-
gen auch 27 Personen, also fast alle, die Musik besonders gerne, 4 Per-
sonen und damit 1/7 können bei dem Programm auch gut entspannen
und abschalten.
281
Von den 9 Teilnehmern, die das Programm gerne hören zum Entspannen
und Abschalten, mögen 9 - und damit alle - auch besonders die klassi-
sche Musik, immerhin noch 4 - das sind etwa 50 Prozent - sind auch an
den Informationen interessiert.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich (mehrere Antworten möglich)
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Ο Hörspiel
Ο Sonstiges:_____________________
Diese Frage haben 64 von 67 Teilnehmern beantwortet. Mehrfachantwor-
ten waren möglich, daher ergaben sich insgesamt 161 Kreuze.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 48 29,8 75,0
Sinfonische Musik 55 34,2 85,9
Oper 29 18,0 45,3
Wortsendungen 22 13,7 34,4
Hörspiele 3 1,9 4,7
Sonstiges 4 2,5 6,3
Gesamt 161 100,1 251,6
(Wegen Rundungsverlusten ergibt sich ein Wert von 100,1 Prozent.)
85,9 Prozent aller Teilnehmer mögen Sinfonische Musik. An zweiter Stel-
le der Beliebtheitsskala steht die Kammermusik, sie wird von 75,0 Pro-
zent der Teilnehmer gern gehört. 45,3 Prozent interessieren sich für
Opern und 34,4 Prozent für Wortsendungen. Hörspiele werden nur von
4,7 Prozent der Teilnehmer bevorzugt. Unter Sonstiges wurde genannt:
Features, zeitgenössische Musik, Klaviermusik und Interviews (Portraits).
Die Teilnehmer sind eher am musikalischen Teil eines Klassik-
Programms (82,0 Prozent der Nennungen) als am Wortteil (Wortsendun-
gen und Hörspiele) interessiert (15,6 Prozent der Nennungen).
282
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre
(mehrere Antworten möglich),
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts ande-
res
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Ar-
beiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Diese Frage zeigt, ob der Teilnehmer ein Radioprogramm mit klassischer
Musik als Nebenbeimedium hört oder ob er es ausschließlich und damit
konzentrierter hört. Interessant ist es zu erfahren, ob ein Programm mit
klassischer Musik stark als Nebenbeimedium genutzt wird. Diese Frage
wurde von 65 Teilnehmern beantwortet. Man konnte mehrere Kreuze
machen, damit ergaben sich insgesamt 90 Antworten.
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
36
40,0
55,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
46
51,1
70,8
dann lese ich nebenbei 8 8,9 12,3
dann unterhalte ich mich
nebenbei
-
-
-
Gesamt 90 100,0 138,5
55,4 Prozent der Teilnehmer, und damit über die Hälfte, hören schon mal
ausschließlich Radio und tun nichts nebenbei, wenn sie ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik hören. 70,8 Prozent erledigen nebenbei
etwa Hausarbeit, Autofahren oder Arbeiten, und 12,3 Prozent lesen ne-
benbei. Nicht ein einziger Teilnehmer hat angekreuzt, dass er sich ne-
benbei unterhält. Festzustellen ist, dass die Kombination Radiohören
klassischer Musik und Lektüre eine untergeordnete Rolle spielt.
Da beim „Nebenbei etwas erledigen“ und beim Lesen das Radio die
Funktion eines Nebenbeimediums hat, ergibt sich, dass auf Grundlage
283
aller Nennungen 60,0 Prozent auf das Nebenbeimedium entfallen und
40,0 Prozent auf ein ausschließliches Hören.
Von den Hörern, die, wenn sie ein Radioprogramm mit klassischer Musik
hören, dieses ausschließlich tun, sind 77,8 Prozent über 50 Jahre alt,
19,4 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren alt und 2,8 Prozent zwischen 14
und 29 Jahren alt. 65,7 Prozent sind männlich und 34,3 Prozent weiblich.
Da in der Gesamtheit die weiblichen Teilnehmer nur etwa halb so viel
vertreten waren, ergibt sich hierbei, dass der Anteil der männlichen und
der weiblichen Teilnehmer, die ausschließlich das Programm hören, etwa
gleich groß ist.
Von den Hörern, die nebenbei auch irgend etwas erledigen, wie Autofah-
ren, Hausarbeit oder Arbeiten, sind 67,4 Prozent über 50 Jahre alt, 30,4
Prozent zwischen 30 und 49 Jahren alt und 2,2 Prozent zwischen 14 und
29 Jahren alt. 60 Prozent sind männlich und 40 Prozent sind weiblich. Da
in der Gesamtheit die weiblichen Teilnehmer nur halb so starkl vertreten
waren, läßt sich hieraus sagen, dass Männer und Frauen zu gleichen
Anteilen ausschließlich das Programm hören, aber dass prozentual mehr
Frauen nebenbei noch etwas erledigen als Männer. Mehr Frauen lesen
anteilmäßig nebenbei als Männer (5 Frauen, 3 Männer).
Kreuztabelle: Frage 8 und Alter in Prozent
Wenn ich ein
Radiopro-
gramm mit
klassischer
Musik höre,
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
dann höre
ich aus-
schließlich
Radio und
mache ne-
benbei nichts
anderes
2,8
19,4
77,8
100,0
dann erledi-
ge ich ne-
benbei ir-
gend etwas
(Hausarbeit,
Autofahren,
Arbeiten)
2,2
30,4
67,4
100,0
dann lese ich
284
nebenbei - 12,5 87,5 100,0
dann unter-
halte ich
mich neben-
bei
-
-
-
Kreuztabelle: Frage 8 und Geschlecht in Prozent
weiblich männlich Gesamt
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
34,3
65,7
100,0
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
40,0
60,0
100,0
dann lese ich nebenbei 62,5 37,5 100,0
dann unterhalte ich mich
nebenbei - -
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten (mehrere Antworten möglich),
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Diese Frage zielt in erster Linie auf Personen ab, die Radioprogramme
mit klassischer Musik nicht oder eher selten hören. Diese Frage soll den
Grund dafür herausfinden.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar
nicht oder selten,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
285
einen anderen Sender
höre 3 7,7 12,5
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
4
10,3
16,7
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
2
5,1
8,3
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
-
-
-
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
1
2,6
4,2
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
2
5,1
8,3
weil der Empfang nicht
so gut ist
3
7,7
12,5
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
9
23,1
37,5
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
9
23,1
37,5
weil ... 6 15,4 25,0
Gesamt 39 100,1 162,5
(Wegen Rundungsverlusten kommt es zu 100,1 Prozent.)
Diese Frage wurde nur von 24 der 67 Teilnehmer beantwortet, die insge-
samt, da Mehrfachnennungen möglich waren, 39 Kreuzchen machten. 43
Teilnehmer haben bei dieser Frage kein Kreuz gemacht. Der Grund dafür
ist, dass fast alle diese Teilnehmer - Mitglieder der Weber-Gesellschaft -
Radioprogramme mit klassischer Musik hören und sie daher nicht auf die
Frage antworten können, warum sie ein Radioprogramm mit klassischer
Musik gar nicht oder selten hören.
Von den 24 Teilnehmern hören 37,5 Prozent klassische Musik lieber live
in einem Konzert und 37,5 Prozent lieber von CD/Schallplatte. 16,7 Pro-
zent hören ein Klassik-Programm nicht, weil sie nie wissen, was für Mu-
sikstücke gerade gesendet werden, 12,5 Prozent hören im Radio lieber
einen anderen Sender und bei 12,5 Prozent ist der Empfang nicht so gut.
25,0 Prozent haben Sonstiges angekreuzt. Unter Sonstiges fiel:
- weil ich kein Radio habe (hab das Ding verliehen)
- weil ich wenig Zeit habe, mich ausschließlich vor das Radio zu setzen
- weil ich selber profes. Musiker bin
- weil ich keine klassische Musik mag
Zwei Angaben unter Sonstiges gehörten nicht zum Thema.
286
Ein Mangel an Informationen (d.h. die Teilnehmer hätten hier ankreuzen
müssen, dass sie nicht wissen, welche Musikstücke gerade gesendet
werden oder dass sie das Programm im einzelnen nicht kennen), scheint
nicht ein signifikanter Grund dafür zu sein, dass Teilnehmer seltener Ra-
dioprogramme mit klassischer Musik hören.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik hören (mehrere Antworten möglich),
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüß-
te, wann was gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Diese Frage haben 44 der 67 Teilnehmer beantwortet. Durch Mehrfach-
nennungen ergaben sich 48 Kreuze.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik hören,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
21
43,8
47,7
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
2
4,2
4,5
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
23
47,9
52,3
wenn... 2 4,2 4,5
Gesamt 48 100,0 109,1
52,3 Prozent, also etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer, gaben an,
dass sie ein Radioprogramm mit klassischer Musik eher oder öfter hören
würden, wenn sie mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätten. Von den Teil-
nehmern nannten 47,7 Prozent, dass sie eher oder öfter ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik hören würden, wenn sie Informationen zu
diesem Programm hätten und genau wüssten, was wann gespielt wird.
Nur 4,5 Prozent sind mit dem Inhalt nicht zufrieden und wünschen sich
287
eine andere Zusammenstellung des Programms. Als Möglichkeiten wur-
den genannt: ... und zwar...
- auch unbekanntere Musik dazu käme
- mehr Musik aus dem 1. Drittel des 19. Jh.
4,5 Prozent (2 Personen) nutzten die Möglichkeit, weitere Gründe aufzu-
führen. Die Teilnehmer sagten: Ich würde eher oder öfter ein Radiopro-
gramm mit klassischer Musik hören, wenn...
- mehr Informationen zur Musik im Programm wären
Eine Antwort unter Sonstiges hatte nichts mit der Fragestellung zu tun:
Der Teilnehmer äußerte sich, dass er lieber CD höre.
Die meisten Teilnehmer wünschen sich mehr Ruhe und Zeit für das Hö-
ren eines Klassik-Programms. Sehr viele sind auch an Informationen in-
teressiert. Unter Frage 9 kam dies noch nicht so explizit zum Ausdruck.
Noch einmal nachgefragt mit Frage 10 ergibt sich, dass etwa die Hälfte
der Teilnehmer gerne Informationen zu einem Klassik-Programm hätten.
Ein Vorteil der Frage 10 war sicherlich, dass sie einfacher zu beantwor-
ten war: Es gab nur vier Varianten zum Ankreuzen im Gegensatz zu zehn
Varianten bei Frage 9.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch (mehrere Antworten möglich),
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten,
ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresent-
gelt besondere Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Diese Frage zielt auf das Thema Informationsvermittlung zu einem Klas-
sikprogramm ab. Sie kann von bestehenden und potentiellen Hörern von
Klassikprogrammen beantwortet werden. Über welche Medien würde
sich ein Hörer gerne Informationen zu seinem Klassikprogramm beschaf-
288
fen? 62 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet, es gab nur 5 fehlen-
de Werte. Wegen Mehrfachnennungen kam es zu 92 Kreuzen.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
22
23,9
35,5
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
30
32,6
48,4
das Internet 8 8,7 12,9
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
8
8,7
12,9
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
5
5,4
8,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
3
3,3
4,8
Sonstiges - - -
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
16
17,4
25,8
Gesamt 92 100,0 148,4
48,4 Prozent der Teilnehmer und damit fast die Hälfte, wünschen sich
eine Radiozeitschrift, die man auf Wunsch kostenlos vom Sender zuge-
schickt bekommt. 35,5 Prozent, also gut ein Drittel, hätten gerne eine
Programmzeitschrift oder eine Tageszeitung, die man am Kiosk kaufen
kann. 25,8 Prozent oder ein Viertel der Teilnehmer benötigen keine wei-
teren Informationen, 12,9 Prozent achten auf Programmhinweise im
Fernsehen oder im Radio und ebenso viele schauen ins Internet. 8,1
Prozent werfen einen Blick auf Informationsblätter, die an öffentlichen
Orten ausliegen und 4,8 Prozent interessieren sich für einen Radio-Club.
289
Hier müßte sich eine Verbindung zwischen Frage 10 und Frage 11 erge-
ben: Wenn jemand bei Frage 10 angekreuzt hat, dass er öfter ein Klas-
sikprogramm hören würde, wenn er Informationen zu dem Programm
hätte, so müßte er bei 11 angekreuzen, über welchen Informationskanal
er am liebsten bedient würde. Das Ergebnis: Von den 21 Teilnehmern,
die bei Frage 10 angekreuzt haben, dass Sie eher oder öfter ein Radio-
programm mit klassischer Musik hören, wenn sie Informationen zu die-
sem Programm hätten und genau wüßten, wann was gespielt wird, ha-
ben bei Frage 11:
- 16 Teilnehmer angekreuzt, dass sie gerne eine Programmzeitschrift
vom Sender zugeschickt bekommen würden
- 7 Teilnehmer angekreuzt, dass sie eine Programmzeitschrift kaufen
würden.
Alle weiteren Informationskanäle sind nicht weiter von Interesse.
Kreuztabelle: Frage 10 (angekreuzt: Informationen) und Frage 11
(angekreuzt) (Anzahl der Teilnehmer)
Frage 11:
Über das Programmangebot klassi-
scher Musik würde ich mich gerne
informieren durch
(angekreuzt)
Frage 10:
Ich würde eher oder öfter ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik
hören, wenn ich Informationen zu
diesem Programm hätte und genau
wüsste, wann was gespielt wird.
(angekreuzt)
eine Programmzeitschrift oder Ta-
geszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
7
eine Radiozeitschrift, die ich auf
Wunsch kostenlos vom Sender zu-
geschickt bekomme
16
das Internet 3
Programmhinweise, die ich im Fern-
sehen oder im Radio höre
2
Informationsblätter, die an öffentli-
chen Orten, z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
2
die Mitgliedschaft in einem Radio-
Club
1
Sonstiges -
Ich benötige keine weiteren Informa-
tionen 1
Gesamt 21
290
Laut Frage 11 benötigen 25,8 Prozent der Teilnehmer (Anzahl: 16) keine
weiteren Informationen. Unter diesen 16 Teilnehmern sind 10 Intensivhö-
rer, die Radioprogramm mit klassischer Musik fast ausschließlich oder
mehrmals die Woche hören, wie ein Vergleich mit Frage 4 ergab. 24
Teilnehmer haben bei Frage 4 angekreuzt, dass sie fast ausschließlich
Klassik-Programme hören, von diesen kreuzten 4 bei Frage 11 an, dass
sie keine weiteren Informationen benötigen. 42 Teilnehmer kreuzten bei
Frage 4 an, dass sie mehrmals in der Woche ein Klassik-Programm hö-
ren, von diesen kreuzten 6 bei Frage 11 an, dass sie keine weiteren In-
formationen benötigen.
Einige Intensivhörer wären an einer Programmzeitschrift vom Kiosk inter-
essiert, mehr allerdings an einer Zeitschrift kostenlos vom Sender.
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 11
Frage 11:
Über das Programm-
angebot klassischer
Musik würde ich mich
gerne informieren
durch
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
fast ausschließlich
(angekreuzt)
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
mehrmals in der Woche
(angekreuzt)
eine Programmzeit-
schrift oder Tageszei-
tung, die man z.B. am
Kiosk kaufen kann
9
(von 24)
7
(von 25)
eine Radiozeitschrift,
die ich auf Wunsch ko-
stenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
13
(von 24)
10
(von 25)
Ich benötige keine wei-
teren Informationen 4
(von 24) 6
(von 25)
Die Hörer, die Klassik-Programme fast gar nicht hören (Frage 4), sind
schon an Informationsmedien interessiert (Frage 11). Von den 5 Hörern,
die bei Frage 4 angekreuzt haben, dass sie ein Klassik-Programm fast
gar nicht hören, haben 3 bei Frage 11 angekreuzt, dass Sie gerne eine
Zeitschrift vom Sender zugeschickt, jeweils einer würde sich auch über
das Internet informieren, Informationsblätter an öffentlichen Orten beach-
ten oder eine Programmzeitschrift am Kiosk kaufen. Nur einer hat ange-
kreuzt, dass er keine weiteren Informationen benötigt.
291
Um dieses Ergebnis noch einmal zu prüfen, wurde ein Vergleich zwi-
schen den Antworten auf Frage 3 und Frage 11 vorgenommen: Von den
6 Teilnehmern, die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich Radio höre,
dann meistens Programme mit klassischer Musik“ kein Kreuz gemacht
haben, haben 4 bei Frage 11 angekreuzt, dass sie keine weiteren Infor-
mationen benötigen. Ein Kreuz gab es für die Programmzeitschrift vom
Kiosk, ebenfalls eins für die vom Sender. Hier ergibt sich also ein ande-
res Ergebnis, das dem der Brahms-Aussendung eher ähnelt: Personen,
die kein Radioprogramm mit klassischer Musik hören, würden es auch
nicht öfter hören, wenn sie Informationen dazu hätten. Die Verbindung zu
Frage 3 und Frage 11 hat sicherlich mehr Gewicht als die Verbindung
zwischen Frage 4 und Frage 11, da bei Frage 3 die Teilnehmer sponta-
ner geantwortet haben.
Von den 61 Teilnehmern, die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich
Radio höre, dann meistens Programme mit klassischer Musik“ ein Kreuz
gemacht haben, sind 21 an Programmzeitschriften vom Kiosk und 29 an
Programmzeitschriften vom Sender interessiert (also 1/3 bzw. die Hälfte
der Teilnehmer). 12 Teilnehmer, etwa ein Fünftel, sind an keinen weite-
ren Informationen interessiert. Dieses Ergebnis deckt sich in etwa mit
dem allgemeinen Ergebnis von Frage 11.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer
Musik (mehrere Antworten möglich),
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lasse
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein.
Diese Frage ist für Hörer gedacht, die intensiv ein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören. Hier geht es noch einmal um die Informations-
medien Programmzeitschrift und Informationen vom Sender. Auch inter-
essant wäre es zu wissen, wie viele Teilnehmer bestens informiert sind
oder das Programm einfach nur so einschalten.
292
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
18
25,0
31,0
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
18
25,0
31,0
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
7
9,7
12,1
Sonstiges 8 11,1 13,8
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
21
29,2
36,2
Gesamt 72 100,0 124,1
Diese Frage wurde von 58 Teilnehmern beantwortet, es gab 9 fehlende
Werte. Da Mehrfachnennungen möglich waren ergaben sich insgesamt
72 Nennungen.
36,2 Prozent der Hörer (gut ein Drittel) ist es gleichgültig, was konkret
gespielt wird, sie schalten einfach so ein. 31,0 Prozent (fast ein Drittel)
lesen regelmäßig eine Programmzeitschrift und ebenso viele kennen den
Programmablauf. 12,1 Prozent lassen sich Informationen von den Sendern
zuschicken (und sind damit vorab initiativ auf diese Sender zugegangen
und haben um die Zusendung von Informationen gebeten). Die 13,8
Prozent, die Sonstiges angekreuzt haben, erwähnten:
- da mir mein Kollege die besten Tipps gibt
- FAZ
- weiß wenig
- vor allem bei Übertragungen in der Festspielzeit
- Clubmitglied Radio 3
Einige Ankreuzungen unter Sonstiges sind nicht zu werten, da keine
Antworten gegeben wurden.
Von den Personen, die keine weiteren Informationen benötigen (aus Fra-
ge 11), kennen etwa die Hälfte den Programmablauf (7 von 16), etwa
einem Drittel (6 von 16) ist es einerlei, was gespielt wird, und etwa ein
Drittel ( 5 von 16) liest eine Programmzeitschrift.
293
Die Personen, die ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast aus-
schließlich oder mehrmals in der Woche hören (die Intensivhörer von
Frage 4), haben bei Frage 12 – wenn sie etwas angekreuzt haben – ver-
merkt, dass sie eine Programmzeitschrift lesen (7 von 24 von den „fast
ausschließlich“-Antworten und 6 von 25 von den „mehrmals in der Wo-
che“-Antworten) oder sie kennen den Programmablauf (8 von 24 von den
„fast ausschließlich“-Antworten und 8 von 25 von den „mehrmals in der
Woche“-Antworten). Einigen ist es egal, was gespielt wird (6 von 24 bzw.
8 von 25).
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 12
Frage 4:
Frage 12:
Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Radioprogram-
me mit klassi-
scher Musik höre
ich
da ich den Pro-
grammablauf
kenne
(angekreuzt)
da ich regelmä-
ßig eine Pro-
grammzeitschrift
lese
(angekreuzt)
Mir ist egal, was
konkret gespielt
wird, ich schalte
einfach so ein.
(angekreuzt)
fast ausschließ-
lich 8
(von 24) 7
(von 24) 6
(von 24)
mehrmals in der
Woche 8
(von 25) 6
(von 25) 8
(von 25)
294
4.3.3 Fazit
A Informationen
für potentielle Hörer
Die Teilnehmer der Weber-Gesellschaft sind Freunde von klassischer
Musik. Nur wenige Teilnehmer hören kein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik. Diese potentiellen Hörer würden mehrheitlich ein Radio-
programm mit klassischer Musik nicht eher oder öfter hören, wenn sie
Informationen zu diesem Programm hätten, allerdings würden sie diese
Programme eher oder öfter hören, wenn sie mehr Zeit und Ruhe hätten
(Frage 3 und Frage 10). Damit ist die Hypothese „Mehr Information
mehr Klassik-Hörer“ auch für die Teilnehmer der Weber-
Fragebogenaktion widerlegt. (Aufgrund der geringen Zahl von Befragten,
die kein Radioprogramm mit klassischer Musik hören, sind die Ergebnis-
se hier jedoch nicht besonders aussagekräftig.)
Von den Teilnehmern, die kein Radioprogramm mit klassischer Musik
hören, benötigen die meisten auch keine weiteren Informationen. Einige
hätten gerne eine Programmzeitschrift vom Sender oder vom Kiosk.
(Aufgrund der geringen Zahl von Befragten, die kein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören, sind die Ergebnisse hier nicht besonders aus-
sagekräftig) (Frage 3 und Frage 11).
B Informationen
für bestehende Klassik-Programm-Hörer
Die Teilnehmer der Weber-Fragebogenaktion, die Radioprogramme mit
klassischer Musik hören, informieren sich nur zum Teil über ihr Klassik-
programm. 27,9 Prozent lesen eine Programmzeitschrift und 9,8 Prozent
lassen sich Informationen vom Sender zuschicken. 27,9 Prozent der be-
stehenden Hörer von Klassik-Programmen kennen den Programmablauf.
27,9 Prozent ist es gleichgültig, was im Programm läuft, sie schalten so
ein. (Frage 3 und Frage 12).
Allgemein sind Informationen aber schon gefragt (Frage 3 und Frage 11):
47,5 Prozent interessieren sich für eine Programmzeitschrift vom Sender,
34,4 Prozent für eine Zeitschrift vom Kiosk, 13,1 Prozent schauen ins
Internet, ebenso viele informieren sich über Programmhinweise. 8,2 Pro-
zent würden einen Blick auf Informationsblätter werfen und 4,9 Prozent
295
einem Radio-Club beitreten. 19,7 Prozent benötigen keine weiteren In-
formationen.
C Anzahl potentieller Hörer
Die Teilnehmer an dieser Fragebogenaktion, Mitglieder der Weber-
Gesellschaft, sind sehr an klassischer Musik interessiert. Nur 9,0 Prozent
hören keine Radioprogramme mit klassischer Musik (Frage 3). Nach
nochmaligen Nachfragen gaben sogar nur 7,7 Prozent an, dass sie ein
Radioprogramm mit klassischer Musik fast gar nicht hören (Frage 4). Die
9,0 Prozent von Frage 3 sind hier jedoch wahrscheinlicher.
D Einschaltmotiv
Die Klassik-Programm-Hörer hören dieses Programm in erster Linie, weil
sie klassische Musik gerne mögen. Das sagen 90,9 Prozent. Noch fast
die Hälfte aller Teilnehmer, 43,9 Prozent, ist auch an den Informationen
während der Sendungen sehr interessiert. Das Motiv Entspannung wird
von etwa 1/7 der Teilnehmer (13,6 Prozent) genannt. (Frage 6)
E Programminhalt
Die Musik selbst ist für die Befragten das Wichtigste bei einem Klassik-
Programm. Kammermusik interessiert 75,0 Prozent, Sinfonische Musik
85,9 Prozent der Teilnehmer. Opern hören 45,3 Prozent. Wortsendungen
werden von 34,4 Prozent der Teilnehmer gerne gehört. Hörspiele sind
nicht so beliebt in Klassik-Programmen, nur 4,7 Prozent der Teilnehmer
mögen sie. (Frage 7)
F Nebenbeimedium
Die Mehrheit dieser Hörer widmet sich während des Hörens von Radio-
programmen mit klassischer Musik auch anderen Tätigkeiten. Bezogen
auf die Anzahl der Nennungen ergibt sich, dass 60,0 Prozent auf das
Radio als Nebenbeimedium entfallen und 40,0 Prozent auf ein aus-
schließliches Hören. Bezogen auf die Teilnehmer ergibt sich, dass 70,8
Prozent nebenbei etwas erledigen, wie Hausarbeit, Autofahren oder Ar-
beiten, 12,3 Prozent lesen nebenbei. Keiner führt nebenbei Gespräche.
55,4 Prozent der Teilnehmer nutzen ein Radioprogramm mit klassischer
Musik auch ausschließlich. (Frage 8)
296
G Andere Programme
Von den Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Radio-
programm mit klassischer Musik hören, hören 29,5 Prozent auch Pro-
gramme mit vielen Wortbeiträgen, 11,5 Prozent hören auch Schlagermu-
sik und Oldies, nur 3,3 Prozent hören auch Pop-Musik und Hits. (Frage 3)
297
4.4 Beethoven-Haus Bonn
4.4.1 Daten zur Befragung
Mit dem Beethoven-Haus Bonn, das eine weitere klassik-affine Hörer-
gruppe repräsentiert, konnte ebenfalls zusammengearbeitet werden. En-
de November 2000 gab es eine regelmäßige Aussendung an alle Mitglie-
der, mit der das Rundschreiben „Appassionato“ verschickt wurde, ein
Faltblatt mit Informationen für die Mitglieder. Dieser Aussendung konnte
der Fragebogen mit einem Antwortumschlag beigelegt werden. Der Di-
rektor des Beethoven-Hauses Bonn wies in seinem Anschreiben auf den
Fragebogen hin (siehe Brief im Anhang).410
Die Anzahl der Mitglieder des Beethoven-Hauses Bonn, an die der Fra-
gebogen geschickt wurde, kann nur grob geschätzt werden, da der Fra-
gebogen nur an die Mitglieder in Deutschland ging, die nicht in einer se-
paraten Liste aufgeführt sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass
etwa 800 Mitglieder den Fragebogen erhielten. Aussagen über die Al-
tersstruktur der Mitglieder sowie die Anteile der Männer oder Frauen gibt
es nicht. Anzunehmen ist, dass ein großer Teil im Umkreis von Bonn
wohnt und somit das Programm WDR 3 am meisten eingeschaltet wird.
In den ersten zwei Wochen (48. und 49. KW) gingen 169 Fragebogen per
Post ein und 4 per Fax, in der 50. KW kamen 28 per Post und 1 per Fax,
in der 51. KW waren es 19 per Post und 1 per Fax, in der 52. KW gingen
6 per Post und 2 per Fax ein. In der 1. KW 2001 kamen 3 per Post und 1
per Fax.
Von den etwa 800 angeschriebenen Mitgliedern des Beethoven-Hauses
Bonn haben 234 den Fragebogen zurückgeschickt, davon 225 per Post
und 9 per Fax. Die Rücklaufquote beträgt 29,3 Prozent (bei einer Grund-
410 Wegen eines technischen Versehens unterschied sich der Fragebogen an
das Beethoven-Haus Bonn bei zwei Fragen leicht von den anderen Frage-
bogen. Bei Frage 5 war das DeutschlandRadio Berlin nicht aufgeführt. Es
ist unter Sonstiges von zwei Teilnehmern genannt worden. Frage 5 liefert
jedoch ansonsten keine wesentlichen Aussagen, so dass dieser Unter-
schied ohne Bedeutung ist. Bei Frage 9 fehlte die Ankreuzmöglichkeit „weil
ich das Programm im einzelnen nicht kenne“. Auch dieser Unterschied zu
den anderen Fragebogen ist nicht weiter von Belang, da Frage 9 bei den
Fazitthemen nicht auftritt und allgemein Frage 9 von vielen klassikinteres-
sierten Teilnehmer nicht beantwortet wurde, da diese ein Radioprogram mit
klassischer Musik schon hören.
298
gesamtheit von 800 Personen). Sie ist im Vergleich mit der Brahms- und
Weber-Aussendung geringer, liegt jedoch im Bereich der Erwartungen,
denn die Mitglieder des Beethoven-Hauses erhielten erst bei der vorher-
gehenden Aussendung ebenfalls einen Fragebogen und bekommen ins-
gesamt sehr viele Informationsmaterialien zugeschickt, so dass die Moti-
vation zur Beteiligung vermutlich geringer als bei den anderen Befragten-
gruppen war.
4.4.2 Auswertung Beethoven-Haus
Bei dem Kriterium männlich oder weiblich haben 12 Teilnehmer des
Beethoven-Hauses kein Kreuz gemacht. Es ergeben sich demnach 12
fehlende Werte. Bei Betrachtung der Prozente zeigt sich folgendes Bild:
45,0 Prozent der Teilnehmer sind weiblich und 55,0 Prozent sind männ-
lich.
Geschlecht
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 100 42,7 45,0
männlich 122 52,1 55,0
Gesamt 222 94,9 100,0
Fehlende Werte 12 5,1
Gesamt 234 100,0
Alter
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29
Jahren
5
2,1
2,2
zwischen 30 und 49
Jahren
26
11,1
11,5
über 50 Jahre 195 83,3 86,3
Gesamt 226 96,6 100,0
Fehlende Werte 8 3,4
Gesamt 234 100,0
Das Kriterium Alter ist von 8 Teilnehmern des Beethoven-Hauses nicht
ausgefüllt worden. Von den verbliebenen 226 Teilnehmern sind 2,2 Pro-
zent zwischen 14 und 29 Jahren alt, 11,5 Prozent zwischen 30 und 49
Jahren alt und 86,3 Prozent über 50 Jahre alt. Der weitaus überwiegen-
de Teil der Teilnehmer ist demnach in der ältesten Altersgruppe.
299
Kreuztabelle: Geschlecht und Alter
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
weiblich
Anzahl - 16 82 98
% vom Geschlecht - 16,3 83,7 100,0
% von der Gesamt-
zahl
-
7,3
37,3
44,5
männlich
Anzahl 5 10 107 122
% vom Geschlecht 4,1 8,2 87,7 100,0
% von der Gesamt-
zahl
2,3
4,5
48,6
55,5
Gesamt
Anzahl 5 26 189 220
% von der Gesamt-
zahl
2,3
11,8
85,9
100,0
Ist die Grundlage die jeweilige Gesamtzahl der Männer und Frauen, so
sind 0 Prozent der Teilnehmer zwischen 14 und 29 Jahren, 7,3 Prozent
der Teilnehmer zwischen 30 und 49 Jahren und 37,3 Prozent der Teil-
nehmer über 50 Jahre weiblich. 2,3 Prozent aller Teilnehmer zwischen 14
und 29 Jahren, 4,5 Prozent der Teilnehmer zwischen 30 und 49 Jahren
und 48,6 Prozent der Teilnehmer über 50 Jahre sind männlich.
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
300
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Anzahl P
rozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 78 33,3 33,5
mehrmals im Jahr 135 57,7 57,9
kaum 20 8,5 8,6
Gesamt 233 99,6 100,0
Fehlende Werte 1 0,4
Gesamt 234 100,0
Diese Frage wurde nur von einem Teilnehmer nicht angekreuzt. 33,5
Prozent gehen mehrmals im Monat in Konzerte oder Theateraufführun-
gen. 57,9 Prozent der Teilnehmer besuchen diese Veranstaltungen
mehrmals im Jahr. 8,6 Prozent gehen kaum ins Konzert oder zu Theater-
aufführungen. Demnach sind 91,4 Prozent der Teilnehmer an Kultur im
weitesten Sinne und demnach aller Wahrscheinlichkeit nach an klassi-
scher Musik interessiert. Dieser Prozentsatz liegt eventuell sogar höher,
da viele Teilnehmer wohl auf Grund ihres hohen Alters nicht mehr zu
Veranstaltungen gehen, dennoch aber wahrscheinlich an klassischer
Musik interessiert sind.
Von denjenigen, die mehrmals im Monat in ein Konzert oder ins Theater
gehen (Anzahl: 75 Teilnehmer, wegen der fehlenden Werte bei der Al-
tersangabe ergeben sich hier nicht die oben erfassten 78 Teilnehmer),
sind 2,7 Prozent zwischen 14 und 29 Jahren alt, 12,0 Prozent zwischen
30 und 49 Jahren alt und 85,3 Prozent über 50 Jahre alt. 53,3 Prozent
derjenigen, die mehrmals im Jahr im Monat ins Konzert gehen sind weib-
lich, 46,7 Prozent sind männlich.
Von denjenigen, die mehrmals im Jahr ins Konzert oder ins Theater ge-
hen (127 Teilnehmer, wegen der fehlenden Werte bei der Altersangabe
ergeben sich hier nicht die oben erfassten 135 Teilnehmer), sind 2,3 Pro-
zent zwischen 14 und 29 Jahren alt, 11,5 Prozent zwischen 30 und 49
Jahren alt und 86,3 Prozent über 50 Jahre alt. 42,5 Prozent sind weiblich
und 57,5 Prozent männlich.
301
Kreuztabelle Frage 1 und Alter
Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen...
zwischen
14 und 29
Jahren
in Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren
in Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
mehrmals im
Monat
2,7
12,0
85,3
100,0
mehrmals im
Jahr
2,3
11,5
86,3
100,0
kaum - 10,5 89,5 100,0
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavier-
konzerte, Opern) und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (meh-
rere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
233 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Da Mehrfachankreuzun-
gen möglich waren, ergaben sich insgesamt 578 Antworten. Nur 1 Teil-
nehmer hat bei dieser Frage kein Kreuz gemacht.
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik und höre diese Konzerte
oder Opern am liebsten
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 218 37,7 93,6
über CD/Schallplatte 185 32,0 79,4
im Radio 133 23,0 57,1
im Fernsehen 42 7,3 18,0
Gesamt 578 100,0 248,1
Fast alle Teilnehmer, insgesamt 93,6 Prozent, hören klassische Musik
gerne live bei einem Konzert. 79,4 Prozent mögen sie über CD oder
Schallplatte. Immerhin 57,1 Prozent hören klassische Musik auch gerne
im Radio. Für klassische Musik im Fernsehen interessieren sich nur 18,0
Prozent.
302
Kreuztabelle: Alter und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
zwischen
14 und 29
Jahren in
Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren in
Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
in Prozent
angekreuzt 0,8 8,5 90,7 100,0
Von den Teilnehmern, die klassische Musik im Radio hören, sind 0,8
Prozent in der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren, 8,5 Prozent sind
zwischen 30 und 49 Jahren alt und 90,7 Prozent sind in der ältesten Al-
tersgruppe.
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
männlich
in Prozent weiblich
in Prozent Gesamt
in Prozent
angekreuzt 42,1 57,9 100,0
Von den Teilnehmern, die klassische Musik im Radio hören, sind 57,9
Prozent weiblich und 42,1 Prozent männlich.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten mög-
lich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
231 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Da Mehrfachnennungen
möglich waren, ergaben sich insgesamt 315 Angaben. Drei Teilnehmer
haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens Programme mit
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 11 3,5 4,8
Schlagermusik, Oldies 14 4,4 6,1
vielen Wortbeiträge 78 24,8 33,8
klassischer Musik 212 67,3 91,8
Gesamt 315 100,0 136,4
Wenn die Teilnehmer des Beethoven-Hauses Radio hören, so hören sie
fast alle Programme mit klassischer Musik: 91,8 Prozent hören diese
303
Programme. 33,8 Prozent der Teilnehmer hören auch Programme mit
vielen Wortbeiträgen, 6,1 Prozent interessieren sich für Programme mit
Schlagermusik und Oldies und nur 4,8 Prozent hören Radioprogramme
mit Pop-Musik und Hits.
Von den 212 Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik hören, hören 29,2 Prozent (62 Teil-
nehmer) auch gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen, 5,2 Prozent
(11 Teilnehmer) hören auch gerne Schlager und Oldies und 3,8 Prozent
(8 Teilnehmer) auch gerne Programme mit Pop-Musik und Hits.
Von den Teilnehmern, die keine Radioprogramme mit klassischer Musik
hören, hören 13,6 Prozent gerne Programme mit Pop-Musik, ebenfalls
13,6 Prozent hören gerne Schlager oder Oldies und 72,7 Prozent hören
gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen.
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und an im Monat
Ο fast gar nicht
Bei dieser Frage ergaben sich insgesamt 230 gültige Nennungen, nur
vier Teilnehmer haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich...
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 88 37,6 38,3
mehrmals in der Woche 86 36,8 37,4
ab und an im Monat 42 17,9 18,3
fast gar nicht 14 6,0 6,1
Gesamt 230 98,3 100,0
Fehlende Werte 4 1,7
Gesamt 234 100,0
38,3 Prozent der Teilnehmer hören Radioprogramme mit klassischer Mu-
sik fast ausschließlich. 37,4 Prozent hören sie mehrmals in der Woche.
18,3 Prozent sind ab und an im Monat Hörer von Klassik-Programmen,
und nur 6,1 Prozent hören diese Programme fast gar nicht.
304
75,7 Prozent sind demnach Intensivhörer von Radioprogrammen mit
klassischer Musik und 18,3 Prozent sind an diesen Programmen mehr
oder weniger interessiert. 6,1 Prozent sind kaum Hörer von Klassik-
Programmen.
Der Vergleich zwischen den Resultaten von Frage 3 und Frage 4 ergibt:
Die Klassik-Hörer (aus Frage 3) sind auch die Intensiv-Hörer von Klassik-
Programmen: 41,4 Prozent hören diese Programme fast ausschließlich
und 40,0 Prozent hören sie mehrmals in der Woche.
Kreuztabelle: Frage 3 (Programme mit klassischer Musik: ange-
kreuzt) und Frage 4
Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich ...
(in Prozent)
fast aus-
schließlich
mehrmals in
der Woche ab und an
im Monat fast gar nicht
Wenn ich
Radio höre,
dann mei-
stens Pro-
gramme mit
klassischer
Musik:
angekreuzt
41,4
40,0
16,7
1,9
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in
erster Linie
Ο WDR 3
Ο Radio 3
Ο Radio Bremen 2
Ο SR 2 KulturRadio
Ο SWR 2
Ο hr 2
Ο Bayern 4 Klassik
Ο mdr kultur
Ο *radio kultur
Ο Deutschlandfunk
Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο Klassik Radio
Ο Sonstige
305
Diese Frage haben 224 der 234 Teilnehmer beantwortet. Auf Grund von
Mehrfachnennungen ergaben sich 397 Antworten.
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre,
dann in erster Linie
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 157 39,5 70,1
Radio 3 18 4,5 8,0
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 6 1,5 2,7
SWR 2 36 9,1 16,1
hr 2 21 5,3 9,4
Bayern 4 Klassik 28 7,1 12,5
mdr Kultur 9 2,3 4,0
*radio kultur 6 1,5 2,7
Deutschlandfunk 42 10,6 18,8
DeutschlandRadio Berlin
Klassik Radio 61 15,4 27,2
Sonstige 13 3,3 5,8
Gesamt 397 100,1 177,2
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 100,1 Prozent.)
Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer hören WDR 3 (70,1 Prozent), gut ein
Viertel hören Klassik Radio (27,2 Prozent). Noch relativ stark vertreten ist
Deutschlandfunk mit 18,8 Prozent und SWR 2 mit 16,1 Prozent,
Von den Teilnehmern, die Klassik Radio hören (insgesamt 61 Teilneh-
mer), hören 62,3 Prozent auch WDR 3, 22,2 Prozent auch Radio 3, 14,8
Prozent hören auch SWR 2 und 11,5 Prozent auch Deutschlandfunk
(Mehrfachnennungen waren möglich). Die anderen Angaben sind zu ver-
nachlässigen.
Unter Sonstige wurde genannt:
- Kanal 2 (Schweden)
- Swiss Classic (zweimal genannt)
- Ö 1, Radio Stephansdom
- Radio 4 (Niederlande)
- RTBF (Belgien) (zweimal genannt)
Weitere Nennungen unter Sonstiges waren keine Klassik-Programme.
306
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik (mehre-
re Antworten möglich)
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
Welche Motive bewegen zum Einschalten von Klassik-Programmen? Bei
dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Insgesamt wurden 391
Kreuze gemacht, 3 Teilnehmer haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik ...
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
213
54,5
92,2
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
103
26,3
44,6
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
47
12,0
20,3
weil... 17 4,3 7,4
fast gar nicht 11 2,8 4,8
Gesamt 391 99,9 169,3
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 99,9 Prozent.)
Fast alle Teilnehmer (92,2 Prozent) hören Radioprogramme mit klassi-
scher Musik, weil sie die klassische Musik selbst gerne mögen. 44,6 Pro-
zent finden auch die Informationen in diesen Programmen sehr interes-
sant. 20,3 Prozent können dabei entspannen oder abschalten. 4,8 Pro-
zent hören ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast gar nicht.
Unter Sonstiges wurde von den Teilnehmern genannt:
- weil ich dabei Stücke entdecke, die ich noch nicht kenne
- weil ich Musikerin bin (mehrmals genannt)
- Programmankündigung
- weil ich selbst Bratsche spiele und in privatem Kreis Kammermusik
spiele
- weil ich mich (nach Vorankündigung in einer Programmzeitschrift) auf
bestimmte Werke konzentrieren kann
307
- weil ich selbst Musik mache und wegen Literaturkenntnissen und In-
terpretationen
- weil ich außer meinen Lieblingskomponisten auch andere höre
- weil Programme, die ich nicht auf CD habe
- weil ich damit aufgewachsen bin
- weil auch seltene Werke gespielt werden
- weil es mich in angenehme Stimmung versetzt
- weil die Musik manchmal wie eine Droge wirkt
- weil ich mich freue (erfreue)
Matrix: Parallel erwähnte Motive
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
Informa-
tionen entspan-
nen und
abschalten
Sonstiges fast gar
nicht
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
213
96
45
15
2
Informa-
tionen
96
103
20
8
1
entspan-
nen und
abschalten
45
20
47
3
2
Sonstiges 15 8 3 17 1
fast gar
nicht
2
1
2
1
11
Von den 213 Personen, die das Programm wegen seiner Musik hören,
halten 96 - und damit fast die Hälfte - auch die Informationen für sehr in-
teressant. 45 Personen - etwa ein Viertel - nutzen dieses Programm auch
zum Entspannen und Abschalten.
Von den 103 Personen, die die Informationen sehr interessant finden,
mögen 96 - und damit fast alle - die Musik besonders gerne, 20 Personen
und damit etwa 1/5 können bei dem Programm auch gut entspannen und
abschalten.
Von den 47 Teilnehmern, die das Programm gerne zum Entspannen und
Abschalten hören, mögen 45 - und damit fast alle – vor allem auch die
klassische Musik selbst. 20 Teilnehmer, etwas weniger als die Hälfte,
sind auch an den Informationen interessiert.
308
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich (mehrere Antworten möglich)
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Ο Hörspiel
Ο Sonstiges:_____________________
Diese Frage haben 228 von 234 Teilnehmern beantwortet. Es gab 6 feh-
lende Werte. Durch Mehrfachantworten ergaben sich insgesamt 545
Kreuze.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 182 33,4 79,8
Sinfonische Musik 200 36,7 87,7
Oper 81 14,9 35,5
Wortsendungen 51 9,4 22,4
Hörspiele 13 2,4 5,7
Sonstiges 18 3,3 7,9
Gesamt 545 100,1 239,0
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 100,1 Prozent.)
Die Sinfonische Musik ist in Radioprogrammen mit klassischer Musik am
beliebtesten: 87,7 Prozent der Teilnehmer interessieren sich für sie. Die
Kammermusik wird von 79,8 Prozent gerne gehört. Opern stehen mit
35,5 Prozent an der dritten Stelle. 22,4 Prozent der Teilnehmer interes-
sieren sich für Wortsendungen und 5,7 Prozent für Hörspiele.
Unter Sonstiges wurde genannt:
- Lieder (mehrmals genannt)
- Klaviermusik (mehrmals genannt)
- Chor und Geistlich (mehrmals genannt)
- Orgelmusik (leider viel zu selten)
- Vokalmusik
- Solistische Konzerte (versch. Instrumente)
- Jazz
- Zeitgenössische Musik
- Alte Musik
309
- Musiktheorie
- Interviews mit Musikern
- Sendungen mit Erläuterungen oder Interpretationsvergleiche o.ä.
- Hintergrundinformationen
- Biographisches
Die Teilnehmer sind eher am musikalischen Teil eines Klassik-
Programms (85,0 Prozent der Nennungen) als am Wortteil (Wortsendun-
gen und Hörspiele) interessiert (11,8 Prozent der Nennungen).
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre
(mehrere Antworten möglich),
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts ande-
res
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Ar-
beiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Diese Frage will herausfinden, ob der Teilnehmer ein Radioprogramm mit
klassischer Musik als Nebenbeimedium hört oder ob er es ausschließlich
und damit konzentrierter hört. Interessant ist es zu erfahren, ob ein Pro-
gramm mit klassischer Musik stark als Nebenbeimedium genutzt wird.
Die Frage wurde von 228 der 234 Teilnehmer beantwortet. Man konnte
mehrere Kreuze machen, damit ergaben sich insgesamt 337 Antworten.
Nur 6 Teilnehmer haben nicht auf diese Frage geantwortet.
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
108
32,0
47,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
150
44,5
65,8
dann lese ich nebenbei 69 20,5 30,3
dann unterhalte ich mich
nebenbei
10
3,0
4,4
Gesamt 337 100,0 147,8
310
47,4 Prozent der Teilnehmer hören Radioprogramme mit klassischer Mu-
sik auch ausschließlich und tun nichts nebenbei. 65,8 Prozent erledigen
nebenbei Hausarbeit, Autofahren oder Arbeiten, und 30,3 Prozent lesen
nebenbei. Nur 4,4 Prozent führen nebenbei Gespräche.
Auf Grundlage aller Nennungen ist zu 68,0 Prozent ein Radioprogramm
mit klassischer Musik ein Nebenbeimedium, zu 32,0 Prozent ein Medium
zum ausschließlichen Hören.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten (mehrere Antworten möglich),
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Diese Frage zielt in erster Linie auf Personen ab, die Radioprogramme
mit klassischer Musik nicht oder eher selten hören. Sie soll den Grund für
diese Distanz herausfinden.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar
nicht oder selten,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
7
7,2
13,5
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
9
9,3
17,3
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
2
2,1
3,8
weil ich bei den Werken
311
öfters den Anfang ver-
passe 2 2,1 3,8
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
3
3,1
5,8
weil der Empfang nicht
so gut ist
5
5,2
9,6
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
32
33,0
61,5
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
28
28,9
53,8
weil ... 9 9,3 17,3
Gesamt 97 100,2 186,5
(Wegen Rundungsverlusten ergibt sich ein Wert von 100,2 Prozent.)
Diese Frage wurde von 52 Teilnehmern beantwortet, die insgesamt, da
Mehrfachnennungen möglich waren, 97 Kreuze machten. 182 Teilneh-
mer und damit etwa 3/4 aller Teilnehmer haben bei dieser Frage kein
Kreuz gemacht. Sie haben diese Frage nicht beantwortet, weil sie bereits
Hörer von Radioprogrammen mit klassischer Musik sind.
Von den 52 Teilnehmern, die diese Frage beantwortet haben, hören 61,5
Prozent klassische Musik lieber live in einem Konzert und 53,8 Prozent
lieber von CD oder Schallplatte, 17,3 Prozent wissen nie, welche Stücke
gerade gespielt werden, und 13,5 Prozent hören lieber einen anderen
Sender im Radio.
Die Teilnehmer nannten unter Sonstiges:
- weil oft nur „Häppchen“, keine vollständigen Werke (z. B. Sonaten),
gespielt werden
- weil zu wenig Kammermusik gesendet wird und zu wenig Programm-
abwechslung
- weil gezielte Auswahl nach jeweiliger Interessenlage kaum möglich
- weil häufig nur Teile gespielt werden
- weil ich eine umfangreiche CD-Sammlung besitze
- weil man Ruhe dazu braucht und viel Zeit
- weil selten Zeit
- weil zu sehr der Standard-Kanon gesendet wird
312
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik hören (mehrere Antworten möglich),
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüß-
te, wann was gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Diese Frage haben 131 der 234 Teilnehmer beantwortet. Durch Mehr-
fachnennungen ergaben sich 154 Kreuze. 103 Teilnehmer - also fast die
Hälfte - haben diese Frage nicht beantwortet. Auch hier liegt der Grund
für die wenigen Nennungen darin, dass die Teilnehmer meist schon Hö-
rer von Klassik-Programmen sind.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik hören,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
76
49,4
58,0
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
11
7,1
8,4
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
55
35,7
42,0
wenn... 12 7,8 9,2
Gesamt 154 100,0 117,6
58,0 Prozent würden ein Radioprogramm mit klassischer Musik eher oder
öfter hören, wenn sie Informationen zu diesem Programm hätten und ge-
nau wüßten, wann was gespielt wird. 42,0 wünschten sich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dafür. 8,4 Prozent sind mit dem Inhalt nicht zufrieden und
wünschen sich eine andere Zusammenstellung des Programms. Als
Möglichkeiten wurden genannt: ... und zwar...
- Bandbreite größer und mehr 20. Jahrhundert
- mehr wirklich substanzvolle Musik (am Morgen)
- nicht wie Klassik Radio: Fast Food-Musik
- mehr Kammermusik
- weniger Feuilleton (ohne „Musik-Passagen“)
313
- weniger zeitgen. Musik
- mehr Klaviermusik
- ausgefallener
- nach musikalischen Richtungen (Renaissance, Romantik, Barock...)
oder Gattungen (Kammermusik, Symphonien...)
9,2 Prozent gaben weitere Gründe an. Die Teilnehmer äußerten: Ich
würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
- wenn ich schon Rentner wäre
- wenn die Empfangsqualität so gut wäre wie bei SWR 3
- wenn solche Programme öfter gesendet würden
- wenn nicht so viele Wortbeiträge wären
- wenn auch die Frequenzen der Sender angegeben würden
- wenn ich älter bin und mehr Zeit habe
- wenn ich über Kabel mehr Sender empfangen könnte
- wenn bei HR 2 der Empfang besser wäre. Bei Klassik-Radio ist mir zu
viel Geschwafel und Werbung drin
- wenn das Programm statt nach Mitternacht zu normalen Tages-/
Abendzeit gesendet würde
- wenn wir mehr Auto fahren würden
- wenn ich systematisch Programm-Vorschau lesen würde
- wenn nicht so viel Werbegeschwätz dazwischen wäre bei Klassik-
Radio (Hörer von Klassik Radio und WDR 3)
- wenn hier nicht moderne Musik käme.
Mehr als die Hälfte der Teilnehmer wünscht sich mehr Informationen,
nicht ganz die Hälfte hätte gerne mehr Ruhe und Zeit für das Hören eines
Klassik-Programms.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch (mehrere Antworten möglich),
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten,
ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresent-
gelt besondere Informationen und Vergünstigungen erhalte
314
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Diese Frage zielt auf das Thema Informationsvermittlung zu einem Klas-
sikprogramm ab. Sie kann von bestehenden und potentiellen Hörern von
Klassikprogrammen beantwortet werden. Über welche Medien würde
sich ein Hörer gerne Informationen zu seinem Klassikprogramm beschaf-
fen? 209 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet, es gab 25 fehlende
Werte. Wegen Mehrfachnennungen kam es zu 298 Kreuzen.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
56
18,8
26,8
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
90
30,2
43,1
das Internet 12 4,0 5,7
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
27
9,1
12,9
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
19
6,4
9,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
8
2,7
3,8
Sonstiges 5 1,7 2,4
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
81
27,2
38,8
Gesamt 298 100,1 142,6
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 100,1 Prozent.)
43,1 Prozent würden sich gerne durch eine Programmzeitschrift, die sie
kostenlos vom Sender zugeschickt bekommen, über das Programm in-
formieren. 26,8 Prozent interessieren sich für eine Programmzeitschrift
315
vom Kiosk. 12,9 Prozent würden auf Hinweise im Fernsehen oder im Ra-
dio hören. 9,1 Prozent würden auf Informationsblätter achten und 5,7
Prozent würden ins Internet schauen. 38,8 Prozent benötigen keine wei-
teren Informationen.
Unter Sonstiges fiel:
- Infos zum Satellitenradio
- ich habe eine Programmzeitschrift
- Klassik-Akzente
Hier müßte sich eine Verbindung zwischen Frage 10 und Frage 11 erge-
ben: Wenn jemand bei Frage 10 angekreuzt hat, dass er öfter ein Klas-
sikprogramm hören würde, wenn er Informationen zu dem Programm
hätte, so müßte er bei 11 angekreuzt haben, über welchen Informations-
kanal er am liebsten bedient würde. Das Ergebnis: Von den 76 Teilneh-
mern, die bei Frage 10 angekreuzt haben, dass Sie eher oder öfter ein
Radioprogramm mit klassischer Musik hören würden, wenn sie Informa-
tionen zu diesem Programm hätten und genau wüßten, wann was ge-
spielt wird, haben bei Frage 11:
- 48 Teilnehmer angekreuzt, dass sie gerne eine Programmzeitschrift
vom Sender zu geschickt bekommen würden
- 33 Teilnehmer angekreuzt, dass sie eine Programmzeitschrift kaufen
würden
- 15 Teilnehmer angekreuzt, dass sie sich über Programmhinweise in-
formieren würden
- 12 Teilnehmer angekreuzt, dass sie Informationsblätter lesen würden
- 8 Teilnehmer angekreuzt, dass sie ins Internet schauen würden
- 6 Teilnehmer angekreuzt, dass sie keine weiteren Informationen benö-
tigen.
Kreuztabelle: Frage 10 (angekreuzt: Informationen) und Frage 11
(angekreuzt) ( Anzahl der Teilnehmer)
Frage 11:
Über das Programmangebot klassi-
scher Musik würde ich mich gerne
informieren durch
(angekreuzt)
Frage 10:
Ich würde eher oder öfter ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik
hören, wenn ich Informationen zu
diesem Programm hätte und genau
wüsste, wann was gespielt wird.
(angekreuzt)
eine Programmzeitschrift oder Ta-
g
eszeitun
g,
die man z.B. am Kiosk
33
316
kaufen kann
eine Radiozeitschrift, die ich auf
Wunsch kostenlos vom Sender zu-
geschickt bekomme
48
das Internet 8
Programmhinweise, die ich im Fern-
sehen oder im Radio höre
15
Informationsblätter, die an öffentli-
chen Orten, z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
12
die Mitgliedschaft in einem Radio-
Club
3
Sonstiges 1
Ich benötige keine weiteren Informa-
tionen
6
Gesamt 76
Nach den Antworten bei Frage 11 benötigen 38,8 Prozent der Teilnehmer
(Anzahl: 81) keine weiteren Informationen. Sind diese Teilnehmer Inten-
sivhörer, die Radioprogramme mit klassischer Musik fast ausschließlich
oder mehrmals die Woche hören? Dazu ein Vergleich mit Frage 4: 88
Teilnehmer haben bei Frage 4 angekreuzt, dass sie fast ausschließlich
Klassik-Programme hören, von diesen kreuzten 34 bei Frage 11 an, dass
sie keine weiteren Informationen benötigen. 86 Teilnehmer kreuzten bei
Frage 4 an, dass sie mehrmals in der Woche ein Klassik-Programm hö-
ren, von diesen kreuzten 27 bei Frage 11 an, dass sie keine weiteren
Informationen benötigen. Etwa ein Drittel der Intensivhörer benötigt also
keine weiteren Informationen.
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 11
Frage 11:
Über das Programm-
angebot klassischer
Musik würde ich mich
gerne informieren
durch
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
fast ausschließlich
(angekreuzt)
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
mehrmals in der Woche
(angekreuzt)
eine Programmzeit-
schrift oder Tageszei-
tung, die man z.B. am
Kiosk kaufen kann
21
(von 88)
21
(von 86)
eine Radiozeitschrift,
die ich auf Wunsch ko-
34
36
317
stenlos vom Sender
zugeschickt bekomme (von 88) (von 86)
Ich benötige keine wei-
teren Informationen 34
(von 88) 27
(von 86)
Hörer, die Klassik-Programme fast gar nicht hören (Frage 4), sind zum
Teil an Informationen darüber interessiert (Frage 11). Von den 14 Hörern,
die bei Frage 4 angekreuzt haben, dass sie ein Klassik-Programm fast
gar nicht hören, haben 3 bei Frage 11 angekreuzt, dass Sie gerne eine
Zeitschrift vom Sender zugeschickt bekommen würden, 4 sind an einer
Zeitschrift vom Kiosk interessiert. 6 sind an keinen weiteren Informatio-
nen interessiert.
Ein Vergleich zwischen Frage 3 und Frage 11 ergab: Von den 22 Teil-
nehmern, die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich Radio höre, dann
meistens Programme mit klassischer Musik“ kein Kreuz gemacht haben,
haben 8 und damit 36,4 Prozent bei Frage 11 angekreuzt, dass sie keine
weiteren Informationen benötigen. 5 (22,7 Prozent) hätten gerne eine
Programmzeitschrift vom Kiosk, 7 (31,8 Prozent) wären an einer Zeit-
schrift vom Sender interessiert.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer
Musik (mehrere Antworten möglich),
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lasse
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein.
Diese Frage ist für Hörer gedacht, die intensiv ein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören. Hier geht es noch einmal um die Informations-
medien Programmzeitschrift und Informationen vom Sender. Auch wäre
es interessant zu wissen, wie viele Teilnehmer bestens informiert sind
oder das Programm einfach nur so einschalten.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
73
32,0
41,7
318
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
67
29,4
38,3
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
17
7,5
9,7
Sonstiges 9 3,9 5,1
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
62
27,2
35,4
Gesamt 228 100,0 130,3
Diese Frage wurde von 175 Teilnehmern beantwortet, es gab 59 fehlen-
de Werte. Da Mehrfachnennungen möglich waren ergaben sich insge-
samt 228 Nennungen. Der Grund für die Anzahl an fehlenden Werten ist
sicherlich, dass diese Teilnehmer nicht viel über Radioprogramme mit
klassischer Musik wissen.
35,4 Prozent der Hörer und damit etwa 1/3 ist es gleichgültig, was im ein-
zelnen gespielt wird, sie schalten einfach so ein. 38,3 Prozent lesen re-
gelmäßig eine Programmzeitschrift und 41,7 Prozent kennen den Pro-
grammablauf.
Unter Sonstiges wurde erwähnt:
- Hörgewohnheiten
- da ich die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) lese (FAZ wurde
mehrmals genannt)
- Radiozeitschrift, die ich mir aber nicht extra schicken lasse, sondern in
Bibliotheken o.ä. mitnehme
- Meine Frau liest Hör zu und macht mich häufig auf Sendungen auf-
merksam
- bin Abo. von „WDR-Radio-Programm“ aus Dampf-Radio-Verlag
- ich bearbeite die Hör zu im voraus, und streiche an, was mich interes-
siert
Von den Personen, die keine weiteren Informationen benötigen (aus Fra-
ge 11, in der Kombination mit Frage 12 sind es 72 statt 81 Teilnehmer
wegen fehlender Werte), ist es 29 von 72 Teilnehmern gleichgültig, was
gespielt wird, sie schalten einfach so ein, 28 von 72 Teilnehmer kennen
den Programmablauf und 26 von 72 Teilnehmern lesen eine Programm-
zeitschrift (Mehrfachnennungen waren möglich).
319
Die Personen, die ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast aus-
schließlich oder mehrmals in der Woche hören (die Intensivhörer von
Frage 4), lesen zum Teil eine Programmzeitschrift (Frage 12) (30 der 88
„fast ausschließlich“-Antworten und 29 von 86 der „mehrmals in der Wo-
che“-Antworten haben angekreuzt, dass sie eine Programmzeitschrift
lesen). Etwa ebensoviele kennen den Programmablauf (41 von 88 von
den „fast ausschließlich“-Antworten und 27 von 86 von den „mehrmals in
der Woche“-Antworten haben angekreuzt, dass sie den Programmablauf
kennen). Einigen ist es gleichgültig, was im einzelnen gespielt wird, sie
schalten einfach so ein (17 von 88 bzw. 27 von 86).
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 12
Frage 4:
Frage 12:
Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Radioprogram-
me mit klassi-
scher Musik höre
ich
da ich den Pro-
grammablauf
kenne
(angekreuzt)
da ich regelmä-
ßig eine Pro-
grammzeitschrift
lese
(angekreuzt)
Mir ist egal, was
konkret gespielt
wird, ich schalte
einfach so ein.
(angekreuzt)
fast ausschließ-
lich 41
(von 88) 30
(von 88) 17
(von 88)
mehrmals in der
Woche 27
(von 86) 29
(von 86) 27
(von 86)
320
4.4.3 Fazit
A Informationen
für potentielle Hörer
Die Befragten des Beethoven-Hauses sind fast alle sehr an klassischer
Musik interessiert. Von den Teilnehmern, die kein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören (8,2 Prozent), würde die Hälfte (50,0 Prozent)
dieses Programm eher oder öfter einschalten, wenn sie Informationen zu
dem Programm hätte. 36,4 Prozent hätten gerne mehr Zeit und Ruhe
dafür (Frage 3 und Frage 10). Damit ist die Hypothese „Mehr Informatio-
nen – mehr Klassik-Hörer“ für diese Hörergruppe zu 50,0 Prozent bestä-
tigt.
Von den Teilnehmern, die kein Radioprogramm mit klassischer Musik
hören, wünschen 36,4 Prozent auch keine weiteren Informationen. 22,7
Prozent wünschen sich eine Programmzeitschrift vom Kiosk und 31,8
Prozent eine Programmzeitschrift vom Sender. 13,6 Prozent interessie-
ren sich für Programmhinweise und 4,5 Prozent für Informationen im In-
ternet hierzu. (Frage 3 und Frage 11)
B Informationen
für bestehende Klassik-Programm-Hörer
Die Teilnehmer des Beethoven-Hauses, die Hörer von Radioprogrammen
mit klassischer Musik sind, informieren sich zum Teil über das Pro-
gramm: 31,1 Prozent lesen eine Programmzeitschrift und 8,0 Prozent
lassen sich Informationen zuschicken. 34,0 Prozent kennen den Pro-
grammablauf und 26,4 Prozent schalten einfach so ein. Damit hat sich
die Hypothese, dass Klassik-Programm-Hörer sich über ihr Programm
informieren, in dieser Hörergruppe nur zu 39,1 Prozent bestätigt.
Überwiegend besteht bei den Klassik-Programm-Hörern ein Interesse an
einschlägigen Informationen. 24,1 Prozent hätten gerne eine Programm-
zeitschrift vom Kiosk, 39,2 Prozent eine Programmzeitschrift kostenlos
vom Sender, 5,2 Prozent würden auch mal Informationen im Internet ab-
fragen, 11,3 Prozent könnten sich vorstellen, sich über Programmhinwei-
se im Fernsehen oder im Radio zu informieren, 9,0 Prozent schaut auf
Informationsblätter und 3,8 Prozent interessiert sich für einen Radio-Club.
321
34,4 Prozent wünschen keine weiteren Informationen. (Frage 3 und Fra-
ge11)
C Anzahl potentieller Hörer
Die Teilnehmer an der Fragebogenaktion des Beethoven-Hauses sind
sehr an klassischer Musik interessiert: Über 90 Prozent besuchen regel-
mäßig kulturelle Veranstaltungen (Frage 1). Insgesamt hören 91,8 Pro-
zent Radioprogramme mit klassischer Musik. Nur 8,2 Prozent hören kei-
ne Radioprogramme mit klassischer Musik (Frage 3).
D Einschaltmotiv
Als Motiv zum Hören von Klassik-Radioprogrammen nennen fast alle
Teilnehmer die klassische Musik an sich (92,2 Prozent) und etwa die
Hälfte (44,6 Prozent) sagt, dass die Informationen für sie in diesen Pro-
grammen sehr interessant sind. 20,3 Prozent können beim Hören dieser
Programme entspannen oder abschalten. (Frage 6)
E Programminhalt
Die Musik selbst ist das Wichtigste bei einem Klassik-Programm. Die Sin-
fonische Musik liegt dabei an der Spitze: Sie wird von 87,7 Prozent gern
gehört. Kammermusik steht an zweiter Stelle mit 79,8 Prozent. Opern
werden von 35,5 Prozent gehört. Wortsendungen hören 22,4 Prozent, 5,7
Prozent interessieren sich für Hörspiele. (Frage 7)
F Nebenbeimedium
Von den Teilnehmern des Beethoven-Hauses hören 47,4 Prozent ein
Radioprogramm mit klassischer Musik auch ausschließlich, 65,8 Prozent
erledigen nebenbei irgendetwas, 20,5 Prozent lesen nebenbei und 4,4
Prozent führen nebenbei Gespräche. Auf Grundlage aller Nennungen
hören 32,0 Prozent ein Radioprogramm mit klassischer Musik
ausschließlich und 68,0 Prozent hören es als Nebenbeimedium. (Frage
8)
322
G Andere Programme
Von den Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Radio-
programm mit klassischer Musik hören, hören 29,2 Prozent auch Pro-
gramme mit vielen Wortbeiträgen, 5,2 Prozent auch Schlagermusik und
Oldies und 3,8 Prozent hören auch Pop-Musik und Hits. (Frage 3)
4.5 Golf-Spieler
4.5.1 Daten zur Befragung
Als Kontrast zu der Zielgruppe der klassik-affinen Personen, die mit der
Brahms-Gesellschaft, der Weber-Gesellschaft und dem Beethoven-Haus
erfasst wurden, wurde eine andere Zielgruppe befragt, die auf Grund ih-
res sozialen Status den Zugang zu einem Kulturprogramm suchen könn-
te, bei der jedoch nicht von vorn herein Interesse an klassischer Musik
vorausgesetzt werden kann. Aus anderen Studien ist bekannt, dass ein
großer Anteil an Freunden von klassischer Musik älteren Jahrgangs ist,
über eine gute Ausbildung verfügt und in der Regel gut verdient. Diese
Kriterien treffen auch auf einen Großteil von Golf-Spielern zu.
Daher sollten auch Golf-Spieler zu ihrer Nutzung von Radioprogrammen
mit klassischer Musik befragt werden. Zu diesem Zweck wurden vier
Golf-Plätze in der Gegend um Bielefeld aufgesucht und die Fragebögen
an Mitglieder dieser Golf-Clubs oder an dort spielende Golfer verteilt. Es
waren die Golf-Clubs „Ravensberger Land“ in Enger-Pödinghausen, „Bie-
lefelder Golfclub“ in Bielefeld-Kirchdornberg, „Golf- und Landclub“ in Bad-
Salzuflen und „Heerhof“ in Herford. Ausserdem wurden Fragebogen an
einzelne Golf-Spieler bundesweit verschickt
Die Befragung startete im September 2000. Bis November wurden Golf-
Spieler der genannten Golf-Clubs befragt. Der Rücklauf der Fragebogen
von Golf-Spielern, die angeschrieben wurden, reichte bis in den Dezem-
ber 2000 hinein. Insgesamt haben 206 Golf-Spieler einen Fragebogen
ausgefüllt.
323
4.5.2 Auswertung
Bei dem Kriterium männlich oder weiblich haben fünf Golf-Spieler kein
Kreuz gemacht. Es ergeben sich demnach fünf fehlende Werte. Bei Be-
trachtung der gültigen Prozente zeigt sich folgendes Bild: 56,2 Prozent
der Teilnehmer sind weiblich und 43,8 Prozent sind männlich.
Geschlecht
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 113 54,9 56,2
männlich 88 42,7 43,8
Gesamt 201 97,6 100,0
Fehlende Werte 5 2,4
Gesamt 206 100,0
Alter
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29
Jahren
8
3,9
4,0
zwischen 30 und 49
Jahren
69
33,5
34,3
über 50 Jahre 124 60,2 61,7
Gesamt 201 97,6 100,0
Fehlende Werte 5 2,4
Gesamt 206 100,0
Das Kriterium Alter ist von fünf der Golf-Spieler nicht ausgefüllt worden.
Somit kommt es zu fünf fehlenden Werten. Von den verbliebenen 201
Teilnehmern sind 4,0 Prozent zwischen 14 und 29 Jahren alt, 34,3 Pro-
zent zwischen 30 und 49 Jahren und 61,7 Prozent über 50 Jahre alt. Der
überwiegende Teil der Teilnehmer ist demnach in der ältesten Alters-
gruppe.
Kreuztabelle: Geschlecht und Alter
zwischen
14 und 29
Jahren
zwischen
30 und 49
Jahren
über
50 Jahre Gesamt
weiblich
Anzahl 4 35 72 111
% vom Geschlecht 3,6 31,5 64,9 100,0
% von der Gesamt-
zahl
2,0
17,7
36,4
56,1
männlich
Anzahl 4 33 50 87
324
% vom Geschlecht 4,6 37,9 57,5 100,0
% von der Gesamt-
zahl
2,0
16,7
25,3
43,9
Gesamt
Anzahl 8 68 122 198
% von der Gesamt-
zahl
4,0
34,3
61,6
100,0
Ist die Grundlage die jeweilige Gesamtzahl der Männer und Frauen, so
sind 3,6 Prozent der weiblichen Teilnehmer zwischen 14 und 29 Jahren,
31,5 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren alt und 64,9 Prozent sind über
50 Jahre alt. 4,6 Prozent der männlichen Teilnehmer sind zwischen 14
und 29 Jahren, 37,9 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren und 57,5 Pro-
zent über 50 Jahre alt. Damit liegen 2/3 der weiblichen und männlichen
Teilnehmer in der Altersgruppe über 50 Jahre und nur etwa 1/3 in der
mittleren Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren. Die jüngste Alters-
gruppe ist nur marginal vertreten.
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Anzahl P
rozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 9 4,4 4,4
mehrmals im Jahr 118 57,3 57,3
kaum 79 38,3 38,3
Gesamt 206 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 206 100,0
Diese Frage wurde von allen Teilnehmern angekreuzt. Nur wenige Teil-
nehmer, genauer gesagt 4,4 Prozent, gehen mehrmals im Monat in Kon-
zerte oder Theateraufführungen. 57,3 Prozent besuchen diese Veranstal-
tungen mehrmals im Jahr. 38,3 Prozent gehen kaum ins Konzert oder zu
Theateraufführungen. Demnach sind 61,7 Prozent der Teilnehmer an
Kultur in diesem Verständnis und demnach aller Wahrscheinlichkeit nach
an klassischer Musik interessiert.
325
Von denjenigen, die mehrmals im Monat in ein Konzert oder ins Theater
gehen (Anzahl: 9 Teilnehmer), sind 22,2 Prozent zwischen 30 und 49
Jahren und 77,8 Prozent über 50 Jahre alt. 64,7 Prozent derjenigen (oder
75 Teilnehmer), die mehrmals im Jahr ins Konzert gehen (Anzahl: 116
Teilnehmer; wegen der fehlenden Werte bei der Altersangabe ergeben
sich hier nicht die oben erfassten 118 Teilnehmer), sind über 50 Jahre,
34,5 Prozent zwischen 30 und 49 Jahre und 0,9 Prozent zwischen 14
und 29 Jahren alt.
Von den insgesamt 76 Teilnehmern, die kaum in ein Konzert oder ins
Theater gehen (wegen der fehlenden Werte bei der Altersangabe erge-
ben sich hier nicht die oben erfassten 79 Teilnehmer), sind 9,2 Prozent
zwischen 14 und 29 Jahren, 35,5 Prozent zwischen 30 und 49 Jahren
und 55,3 Prozent über 50 Jahre alt.
Kreuztabelle Frage 1 und Alter
Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen...
zwischen
14 und 29
Jahren
in Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren
in Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
mehrmals im
Monat
-
22,2
77,8
100,0
mehrmals im
Jahr
0,9
34,5
64,7
100,1
kaum 9,2 35,5 55,3 100,0
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 100,1 Prozent.)
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavier-
konzerte, Opern) und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (meh-
rere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
185 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Da Mehrfachankreuzun-
gen möglich waren, ergaben sich insgesamt 319 Antworten. 21 Teilneh-
mer haben bei dieser Frage kein Kreuz gemacht. Entweder sie haben es
vergessen, diese Frage zu beantworten, oder - was näherliegend er-
scheint - sie hören nicht gerne klassische Musik.
326
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik und höre diese Konzerte
oder Opern am liebsten
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 118 37,0 63,8
über CD/Schallplatte 115 36,1 62,2
im Radio 61 19,1 33,0
im Fernsehen 25 7,8 13,5
Gesamt 319 100,0 172,4
Etwa zwei Drittel der Teilnehmer, insgesamt 63,8 Prozent, hören klassi-
sche Musik gerne live bei einem Konzert. Etwa ebenso viele, 62,2 Pro-
zent, mögen sie über CD oder Schallplatte. Ein Drittel, 33,0 Prozent, hört
klassische Musik auch gerne über das Radio. Für klassische Musik im
Fernsehen interessieren sich nur 13,5 Prozent.
Kreuztabelle: Alter und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
zwischen
14 und 29
Jahren in
Prozent
zwischen
30 und 49
Jahren in
Prozent
über
50 Jahre
in Prozent
Gesamt
in Prozent
angekreuzt - 21,7 78,3 100,0
Von den Teilnehmern, die Konzerte gerne im Radio hören, sind 21,7 Pro-
zent in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren und 78,3 Prozent in
der ältesten Altersgruppe.
Kreuztabelle: Geschlecht und Frage 2 (Radio):
Ich höre Konzerte am liebsten im Radio...
männlich
in Prozent weiblich
in Prozent Gesamt
in Prozent
angekreuzt 43,3 56,7 100,0
Von den Teilnehmern, die Konzerte im Radio hören, sind 56,7 Prozent
weiblich und 43,3 Prozent männlich.
327
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten mög-
lich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
204 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet. Da Mehrfachnennungen
möglich waren, ergaben sich insgesamt 298 Angaben. Zwei Teilnehmer
haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens Programme mit
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 85 28,5 41,7
Schlagermusik, Oldies 70 23,5 34,3
vielen Wortbeiträge 64 21,5 31,4
klassischer Musik 79 26,5 38,7
Gesamt 298 100,0 146,1
Wenn die Teilnehmer Radio hören, so hören mit 41,7 Prozent die mei-
sten Teilnehmer Pop-Musik oder Hits. Etwa jeweils ein Drittel hört Schla-
germusik oder Oldies (34,3 Prozent), Programme mit vielen Wortbeiträ-
gen (31,4 Prozent) oder Programme mit klassischer Musik (38,7 Pro-
zent).
Von den 79 Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik hören, hören 25 Teilnehmer (31,6
Prozent) auch gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen, 23 Teilnehmer
(29,1 Prozent) hören auch gerne Schlagermusik und Oldies und 13 Teil-
nehmer (16,5 Prozent) hören auch gerne Pop-Musik und Hits.
Von den insgesamt 127 Teilnehmern, die keine Radioprogramme mit
klassischer Musik hören, hören 72 Teilnehmer (56,7 Prozent) gerne Pro-
gramme mit Pop-Musik, 47 Teilnehmer (37,0 Prozent) hören gerne
Schlager oder Oldies und 39 Teilnehmer (31,1 Prozent) hören gerne
Programme mit vielen Wortbeiträgen (Mehrfachnennungen waren mög-
lich).
Frage 4: Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
328
Ο ab und an im Monat
Ο fast gar nicht
Bei dieser Frage ergaben sich insgesamt 203 gültige Nennungen, nur
drei Teilnehmer haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 4: Radiogrogramme mit klassischer Musik höre ich...
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 13 6,3 6,4
mehrmals in der Woche 50 24,3 24,6
ab und an im Monat 67 32,5 33,0
fast gar nicht 73 35,4 36,0
Gesamt 203 98,5 100,0
Fehlende Werte 3 1,5
Gesamt 206 100,0
6,4 Prozent der Teilnehmer hören Radioprogramme mit klassischer Mu-
sik fast ausschließlich. Etwa ein Viertel, 24,6 Prozent, hören sie mehr-
mals in der Woche. Ein Drittel, 33,0 Prozent, sind ab und an im Monat
Hörer von Klassik-Programmen, und mehr als ein Drittel, 36,0 Prozent,
hören diese Programme fast gar nicht.
Etwa 30 Prozent sind demnach Intensivhörer von Radioprogrammen mit
klassischer Musik und fast 25 Prozent sind an diesen Programmen mehr
oder weniger interessiert. Gut 35 Prozent kann man nicht zu den Hörern
von Klassik-Programmen zählen.
Der Vergleich zwischen Frage 3 und Frage 4 ergibt: Die Klassik-Hörer
(aus Frage 3) sind nicht unbedingt Intensiv-Hörer von Klassik-
Programmen, die Hälfte (53,8 Prozent) hört diese Programme zwar
mehrmals in der Woche, aber ein Viertel (23,1 Prozent) schaltet sie nur
ab und an im Monat ein. Nur 16,7 Prozent hören Klassik-Programme fast
ausschließlich.
329
Kreuztabelle: Frage 3 (Programme mit klassischer Musik: ange-
kreuzt) und Frage 4
Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich ...
(in Prozent)
fast aus-
schließlich
mehrmals in
der Woche ab und an
im Monat fast gar nicht
Wenn ich
Radio höre,
dann mei-
stens Pro-
gramme mit
klassischer
Musik:
angekreuzt
16,7
53,8
23,1
6,4
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in
erster Linie
Ο WDR 3
Ο Radio 3
Ο Radio Bremen 2
Ο SR 2 KulturRadio
Ο SWR 2
Ο hr 2
Ο Bayern 4 Klassik
Ο mdr kultur
Ο *radio kultur
Ο Deutschlandfunk
Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο Klassik Radio
Ο Sonstige
Diese Frage haben nur 159 der 206 Teilnehmer beantwortet. Auf Grund
von Mehrfachnennungen ergaben sich 206 Antworten. 47 Teilnehmer
haben diese Frage nicht beantwortet. Es kann davon ausgegangen wer-
den, dass somit ein Viertel der Teilnehmer keine Radioprogramme mit
klassischer Musik hört. Der Rückblick auf Frage 4 ergibt, dass sogar
mehr als ein Drittel der Teilnehmer keine Radioprogramme mit klassi-
scher Musik hören, laut Frage 3 sind es sogar mehr als 60 Prozent.
330
Da in erster Linie Golf-Clubs in der Region um Bielefeld herum befragt
wurden, ist davon auszugehen, dass WDR 3 sehr häufig angekreuzt
werden müsste.
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre,
dann in erster Linie
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 97 47,1 61,0
Radio 3 10 4,9 6,3
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 2 1,0 1,3
SWR 2 1 0,5 0,6
hr 2 1 0,5 0,6
Bayern 4 Klassik 20 9,7 12,6
mdr Kultur - - -
*radio kultur 1 0,5 0,6
Deutschlandfunk 9 4,4 5,7
DeutschlandRadio Berlin 4 1,9 2,5
Klassik Radio 44 21,4 27,7
Sonstige 17 8,3 10,7
Gesamt 206 100,2 167,2
(Wegen Rundungsverlusten ergeben sich 100,2 Prozent.)
Fast zwei Drittel der Teilnehmer hören WDR 3, gut ein Viertel hört Klassik
Radio. Noch relativ stark vertreten ist Bayern 4 Klassik mit 12,6 Prozent.
Von den Teilnehmern, die Klassik Radio hören (insgesamt 44 Teilneh-
mer), hören 29,5 Prozent auch WDR 3, 22,7 Prozent auch Bayern 4
Klassik. Die anderen Angaben sind zu vernachlässigen.
Unter Sonstige wurde kein Radioprogramm mit klassischer Musik ge-
nannt.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik (mehre-
re Antworten möglich)
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
331
Welche Motive bewegen zum Einschalten von Klassik-Programmen? Bei
dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. Insgesamt wurden 265
Kreuze gemacht, 12 Teilnehmer haben diese Frage nicht beantwortet.
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik ...
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
95
35,8
49,0
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
23
8,7
11,9
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
91
34,3
46,9
weil... 2 0,8 1,0
fast gar nicht 54 20,4 27,8
Gesamt 265 100,0 136,6
Die Hälfte der Teilnehmer (49,0 Prozent) hören Radioprogramme mit
klassischer Musik, weil sie diese Musik gerne mögen. 11,9 Prozent fin-
den auch die Informationen in diesen Programmen sehr interessant. 46,9
Prozent können dabei entspannen oder abschalten. 27,8 Prozent hören
ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast gar nicht.
Unter Sonstiges wurde von den Teilnehmern genannt:
- weil ich dabei gut geistig arbeiten kann
- weil ich dann dafür in Stimmung bin
Matrix: Parallel erwähnte Motive
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
Informa-
tionen entspan-
nen und
abschalten
Sonstiges fast gar
nicht
weil ich
klassische
Musik ger-
ne mag
95
14
51
1
2
Informa-
tionen
14
23
9
0
0
entspan-
nen und
abschalten
51
9
91
2
0
Sonstiges 1 0 2 2 0
fast gar
nicht
2
0
0
0
54
332
Von den 95 Personen, die das Programm vor allem wegen der Musik
selbst hören, halten 14 auch die Informationen für sehr interessant, 51
Personen - etwa die Hälfte - nutzen dieses Programm auch zum Ent-
spannen und Abschalten.
Von den 23 Personen, die die Informationen sehr interessant finden, mö-
gen auch 14 Personen, also etwa die Hälfte, die Musik besonders gerne,
9 Personen und damit fast 1/3 können bei dem Programm auch gut ent-
spannen und abschalten.
Von den 91 Teilnehmern, die das Programm gerne zum Entspannen und
Abschalten hören, mögen 51 - und damit die Hälfte - auch besonders die
klassische Musik. Nur 9 Teilnehmer, also 1/10, sind auch an den Informa-
tionen interessiert.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich (mehrere Antworten möglich)
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Ο Hörspiel
Ο Sonstiges:_____________________
Diese Frage haben 176 von 206 Teilnehmern beantwortet. 30 Teilnehmer
haben kein Kreuz bei dieser Frage gemacht. Durch Mehrfachantworten
ergaben sich insgesamt 250 Kreuze. Auch hier ist anzunehmen, dass
sich die Teilnehmer, die diese Frage nicht beantwortet haben, nicht für
klassische Musik interessieren.
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 31 12,4 17,6
Sinfonische Musik 137 54,8 77,8
Oper 47 18,8 26,7
Wortsendungen 16 6,4 9,1
Hörspiele 14 5,6 8,0
333
Sonstiges 5 2,0 2,8
Gesamt 250 100,0 142,0
77,8 Prozent aller Teilnehmer mögen Sinfonische Musik. Weit abge-
schlagen mit 26,7 Prozent liegt die Oper auf der zweiten Stelle der
Beliebtheitsskala. Die Kammermusik wird von 17,6 Prozent gerne gehört.
9,1 Prozent interessieren sich für Wortsendungen. Hörspiele werden von
8,0 Prozent der Teilnehmer bevorzugt. Unter Sonstiges wurde genannt:
Jazz und „von allem etwas“. (Die weiteren Aussagen hatten mit der Fra-
gestellung nichts zu tun oder nannten keine Ergänzungen.)
Die Teilnehmer sind eher am musikalischen Teil eines Klassik-
Programms (86,0 Prozent der Nennungen) als am Wortteil (Wortsendun-
gen und Hörspiele) interessiert (14,4 Prozent der Nennungen).
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre
(mehrere Antworten möglich),
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts ande-
res
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Ar-
beiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Diese Frage soll herausfinden, ob der Teilnehmer ein Radioprogramm
mit klassischer Musik als Nebenbeimedium hört oder ob er es
ausschließlich und damit konzentrierter hört. Interessant ist es zu erfah-
ren, ob ein Programm mit klassischer Musik stark als Nebenbeimedium
genutzt wird. Die Frage wurde von 173 der 206 Teilnehmer beantwortet.
Man konnte mehrere Kreuze machen, damit ergaben sich insgesamt 215
Antworten. 33 Teilnehmer haben nicht auf diese Frage geantwortet.
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
27
12,6
15,6
dann erledi
g
e ich ne-
334
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
123 57,2 71,1
dann lese ich nebenbei 48 22,3 27,7
dann unterhalte ich mich
nebenbei
17
7,9
9,8
Gesamt 215 100,0 124,3
15,6 Prozent der Teilnehmer hören ausschließlich Radio und tun nichts
nebenbei, wenn sie ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören.
71,1 Prozent erledigen nebenbei etwa Hausarbeit, Autofahren oder
Arbeiten, und 27,7 Prozent lesen nebenbei. 9,8 Prozent führen nebenbei
Gespräche. Festzustellen ist, dass relativ wenige Teilnehmer ausschließ-
lich Radio mit klassischer Musik hören.
Auf Grundlage aller Nennungen ergeben sich 87,4 Prozent für das Klas-
sik-Programm als Nebenbeimedium, 12,6 Prozent entfallen auf das aus-
schließliche Hören.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten (mehrere Antworten möglich),
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Diese Frage zielt in erster Linie auf Personen ab, die Radioprogramme
mit klassischer Musik nicht oder eher selten hören. Die Frage soll den
Grund dafür herausfinden.
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar
nicht oder selten,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
51
24,8
40,2
335
höre
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
23
11,2
18,1
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
17
8,3
13,4
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
1
0,5
0,8
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
5
2,4
3,9
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
5
2,4
3,9
weil der Empfang nicht
so gut ist
4
1,9
3,1
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
43
20,9
33,9
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
54
26,2
42,5
weil ... 3 1,5 2,4
Gesamt 206 100,0 162,2
Diese Frage wurde von 127 der 206 Teilnehmer beantwortet, die insge-
samt, da Mehrfachnennungen möglich waren, 206 Kreuze machten. 79
Teilnehmer haben bei dieser Frage kein Kreuz gemacht.
Von den 127 Teilnehmern, die diese Frage beantwortet haben, hören
33,9 Prozent klassische Musik lieber live in einem Konzert und 42,5 Pro-
zent lieber von CD oder Schallplatte. 40,2 Prozent hören lieber einen an-
deren Sender im Radio. 18,1 Prozent hören ein Klassik-Programm nicht,
weil sie nie wissen, was für Musikstücke gerade gesendet werden, 13,4
Prozent weil sie das Programm im einzelnen nicht kennen.
Die Nennungen unter Sonstiges ergaben keine zusätzlichen Antworten.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik hören (mehrere Antworten möglich),
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüß-
te, wann was gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
336
Diese Frage haben 140 der 206 Teilnehmer beantwortet. Durch Mehr-
fachnennungen ergaben sich 155 Kreuze.
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer
Musik hören,
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
60
38,7
42,9
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
4
2,6
2,9
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
87
56,1
62,1
wenn... 4 2,6 2,9
Gesamt 155 100,0 110,7
62,1 Prozent, also fast zwei Drittel der Teilnehmer, gaben an, dass sie
ein Radioprogramm mit klassischer Musik eher oder öfter hören, wenn
sie mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätten. 42,9 Prozent würden eher
oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören, wenn sie In-
formationen zu diesem Programm hätten und genau wüssten, was wann
gespielt wird. Nur 2,9 Prozent sind mit dem Inhalt nicht zufrieden und
wünschen sich eine andere Zusammenstellung des Programms. Als
Möglichkeiten wurden genannt: ... und zwar...
- wenn ich mir das Programm selbst zusammenstelle
- ohne moderne Mehrtöner
Ebenfalls 2,9 Prozent gaben weitere Gründe an. Die Teilnehmer sagten:
Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hö-
ren, wenn...
- weniger geredet würde
- das Programm durchgängiger meiner Klassik-Musik-Richtung entsprä-
che und nicht durch Wortbeiträge unterbrochen würde
Die meisten Teilnehmer wünschen sich mehr Ruhe und Zeit für das Hö-
ren eines Klassik-Programms. Aber auch mehr Informationen sind ge-
fragt.
337
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch (mehrere Antworten möglich),
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten,
ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresent-
gelt besondere Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Diese Frage zielt auf das Thema Informationsvermittlung zu einem Klas-
sikprogramm ab. Sie kann von bestehenden und potentiellen Hörern von
Klassikprogrammen beantwortet werden. Über welche Medien würde
sich ein Hörer gerne Informationen zu seinem Klassikprogramm beschaf-
fen? 175 Teilnehmer haben diese Frage beantwortet, es gab 31 fehlende
Werte. Wegen Mehrfachnennungen kam es zu 198 Kreuzen.
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
28
14,1
16,0
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
42
21,2
24,0
das Internet 9 4,5 5,1
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
27
13,6
15,4
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
9
4,5
5,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
1
0,5
0,6
338
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
Sonstiges 1 0,5 0,6
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
81
40,9
46,3
Gesamt 198 100,0 113,1
46,3 Prozent und damit fast die Hälfte wünschen keine weiteren Informa-
tionen. 24,0 Prozent wären an einer Radiozeitschrift, die man auf
Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekommt, interessiert. 16,0
Prozent hätten gerne eine Programmzeitschrift oder eine Tageszeitung,
die man am Kiosk kaufen kann und 15,4 Prozent verlassen sich auf Pro-
grammhinweise im Radio oder im Fernsehen, 5,1 Prozent bevorzugen
das Internet. Alle anderen Möglichkeiten fanden keinen nennenswerten
Zuspruch.
Hier müßte sich eine Verbindung zwischen Frage 10 und Frage 11 erge-
ben: Wenn jemand bei Frage 10 angekreuzt hat, dass er öfter ein Klas-
sikprogramm hören würde, wenn er Informationen zu dem Programm
hätte, so müßte er bei 11 angekreuzt haben, über welchen Informations-
kanal er am liebsten bedient würde. Das Ergebnis: Von den 60 Teilneh-
mern, die bei Frage 10 angekreuzt haben, dass Sie eher oder öfter ein
Radioprogramm mit klassischer Musik hören würden, wenn sie Informa-
tionen zu diesem Programm hätten und genau wüßten, wann was ge-
spielt wird, haben bei Frage 11:
- 24 Teilnehmer angekreuzt, dass sie gerne eine Programmzeitschrift
vom Sender zu geschickt bekommen würden
- 15 Teilnehmer angekreuzt, dass sie eine Programmzeitschrift kaufen
würden
- 12 Teilnehmer angekreuzt, dass sie sich über Programmhinweise in-
formieren würden
- 12 Teilnehmer angekreuzt, dass sie keine weiteren Informationen be-
nötigen.
Kreuztabelle: Frage 10 (angekreuzt: Informationen) und Frage 11
(angekreuzt) ( Anzahl der Teilnehmer)
Frage 11:
Über das Programmangebot klassi-
scher Musik würde ich mich gerne
informieren durch
Frage 10:
Ich würde eher oder öfter ein Ra-
dioprogramm mit klassischer Musik
hören
,
wenn ich Informationen zu
339
(angekreuzt) diesem Programm hätte und genau
wüsste, wann was gespielt wird.
(angekreuzt)
eine Programmzeitschrift oder Ta-
geszeitung, die man z.B. am Kiosk
kaufen kann
15
eine Radiozeitschrift, die ich auf
Wunsch kostenlos vom Sender zu-
geschickt bekomme
24
das Internet 6
Programmhinweise, die ich im Fern-
sehen oder im Radio höre
12
Informationsblätter, die an öffentli-
chen Orten, z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
6
die Mitgliedschaft in einem Radio-
Club
-
Sonstiges -
Ich benötige keine weiteren Informa-
tionen
12
Gesamt 60
Laut Frage 11 benötigen 46,3 Prozent der Teilnehmer (Anzahl: 81) keine
weiteren Informationen. Sind diese Teilnehmer Intensivhörer, die Radio-
programme mit klassischer Musik fast ausschließlich oder mehrmals die
Woche hören? Dazu ein Vergleich mit Frage 4: 13 Teilnehmer haben bei
Frage 4 angekreuzt, dass sie fast ausschließlich Klassik-Programme hö-
ren, von diesen kreuzten 6 bei Frage 11 an, dass sie keine weiteren In-
formationen benötigen. 50 Teilnehmer kreuzten bei Frage 4 an, dass sie
mehrmals in der Woche ein Klassik-Programm hören, von diesen kreuz-
ten 13 bei Frage 11 an, dass sie keine weiteren Informationen benötigen.
Etwa ein Drittel der Intensivhörer benötigt keine weiteren Informationen.
Etwa jeweils ein Viertel der Intensivhörer wäre an einer Programmzeit-
schrift vom Kiosk interessiert oder an einer Zeitschrift kostenlos vom
Sender.
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 11
Frage 11:
Über das Programm-
angebot klassischer
Musik würde ich mich
gerne informieren
durch
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
fast ausschließlich
(angekreuzt)
Frage 4:
Radioprogramme mit
klassischer Musik höre
ich:
mehrmals in der Woche
(angekreuzt)
340
eine Programmzeit-
schrift oder Tageszei-
tung, die man z.B. am
Kiosk kaufen kann
2
(von 13) 11
(von 50)
eine Radiozeitschrift,
die ich auf Wunsch ko-
stenlos vom Sender
zugeschickt bekomme
4
(von 13) 13
(von 50)
Ich benötige keine wei-
teren Informationen 6
(von 13) 13
(von 50)
Die Hörer, die Klassik-Programme fast gar nicht hören (Frage 4), sind
zum Teil an Informationsmedien interessiert (Frage 11). Von den 73 Hö-
rern, die bei Frage 4 angekreuzt haben, dass sie ein Klassik-Programm
fast gar nicht hören, haben 13 bei Frage 11 angekreuzt, dass Sie gerne
eine Zeitschrift vom Sender zugeschickt bekommen würden, 6 sind an
einer Zeitschrift vom Kiosk interessiert, 4 würden Programmhinweise im
Internet, 3 im Fernsehen oder Radio nutzen. 29 sind an keinen weiteren
Informationen interessiert.
Um dieses Ergebnis noch einmal zu prüfen, wurde ein Vergleich zwi-
schen Frage 3 und Frage 11 herangezogen: Von den 125 Teilnehmern,
die bei Frage 3 bei der Möglichkeit „Wenn ich Radio höre, dann meistens
Programme mit klassischer Musik“ kein Kreuz gemacht haben, haben 53
und damit 41,7 Prozent bei Frage 11 angekreuzt, dass sie keine weiteren
Informationen benötigen. 16 (12,6 Prozent) hätten gerne eine Programm-
zeitschrift vom Kiosk, 23 ( 18,1 Prozent) wären an einer Zeitschrift vom
Sender interessiert. Auch hier ist also der überwiegende Teil der Teil-
nehmer, die Klassik-Programme nicht hören, an weiteren Informationen
nicht interessiert. Nur bei wenigen käme eine Programmzeitschrift in Fra-
ge.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer
Musik (mehrere Antworten möglich),
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lasse
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein.
341
Diese Frage ist für Hörer gedacht, die intensiv ein Radioprogramm mit
klassischer Musik hören. Hier geht es noch einmal um die Informations-
medien Programmzeitschrift und Informationen vom Sender. Auch wäre
es interessant zu wissen, wie viele Teilnehmer gut informiert sind oder
das Programm einfach nur so einschalten.
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
16
10,6
10,7
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
16
10,6
10,7
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
3
2,0
2,0
Sonstiges 5 3,3 3,4
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
111
73,5
74,5
Gesamt 151 100,0 101,0
Diese Frage wurde von 149 Teilnehmern beantwortet, es gab 57 fehlen-
de Werte. Da Mehrfachnennungen möglich waren, ergaben sich insge-
samt 151 Nennungen. Der Grund für die hohe Anzahl an fehlenden Wer-
ten ist sicherlich, dass viele Teilnehmer nichts oder nicht viel über Radio-
programme mit klassischer Musik wissen.
74,5 Prozent der Hörer und damit drei Viertel ist es gleichgültig, was im
einzelnen gespielt wird, sie schalten einfach so ein. 10,7 Prozent lesen
regelmäßig eine Programmzeitschrift und ebenso viele kennen den Pro-
grammablauf. Unter Sonstiges wurde erwähnt, dass noch Informationen
benötigt werden oder dass nichts über die Programme bekannt ist.
Von den Personen, die keine weiteren Informationen benötigen (aus Fra-
ge 11), ist es fast allen (54 von 66) gleichgültig, was gespielt wird, etwa
jeweils ein Sechstel kennt den Programmablauf (7 von 66) oder liest eine
Programmzeitschrift (6 von 66).
Die Personen, die ein Radioprogramm mit klassischer Musik fast aus-
schließlich oder mehrmals in der Woche hören (die Intensivhörer von
342
Frage 4), lesen eher keine Programmzeitschrift (Frage 12) (nur 2 von 13
von den „fast ausschließlich“-Antworten und 3 von 50 von den „mehrmals
in der Woche“-Antworten haben angekreuzt, dass sie eine Programm-
zeitschrift lesen). Auch kennen sie überwiegend den Programmablauf
nicht (nur 3 von 13 von den „fast ausschließlich“-Antworten und 9 von 50
von den „mehrmals in der Woche“-Antworten haben angekreuzt, dass sie
den Programmablauf kennen). Den meisten ist es gleichgültig, was im
einzelnen gespielt wird, sie schalten einfach so ein (7 von 13 bzw. 29 von
50).
Kreuztabelle: Frage 4 (Intensivhörer) und Frage 12
Frage 4:
Frage 12:
Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassi-
scher Musik
Radioprogram-
me mit klassi-
scher Musik höre
ich
da ich den Pro-
grammablauf
kenne
(angekreuzt)
da ich regelmä-
ßig eine Pro-
grammzeitschrift
lese
(angekreuzt)
Mir ist egal, was
konkret gespielt
wird, ich schalte
einfach so ein.
(angekreuzt)
fast ausschließ-
lich 3
(von 13) 2
(von 13) 7
(von 13)
mehrmals in der
Woche 9
(von 50) 3
(von 50) 29
(von 50)
343
4.5.3 Fazit
A Informationen
für potentielle Hörer
Die Hypothese lautete, dass die Teilnehmer, die an klassischer Musik
interessiert ist, aber kein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
dieses öfter hören würden, wenn sie Informationen dazu hätten. Um die
Golf-Spieler zu selektieren, die sich für klassische Musik interessieren,
aber kein Radio mit klassischer Musik hören, wurde die Kombination zwi-
schen Frage 1 und Frage 3 hergestellt. Dieses Ergebnis wurde anschlie-
ßend Frage 10 gegenübergestellt. (Frage 1 und Frage 3 in Verbindung
mit Frage 10)411 Insgesamt gibt es 61 Teilnehmer, die mehrmals im Jahr
ins Konzert gehen, aber keine Radioprogramme mit klassischer Musik
hören (Frage 1 und Frage 3).
Es gibt 20 Teilnehmer, die mehrmals im Jahr ins Konzert gehen, keine
Klassik-Programme hören und diese öfter hören würden, wenn sie Infor-
mationen zu dem Programm hätten. Außerdem gibt es 27 Hörer, die
mehrmals im Jahr ins Konzert gehen, keine Klassik-Programme hören
und diese öfter hören würden, wenn sie mehr Zeit und mehr Ruhe dazu
hätten. Die Hypothese, dass klassik-interessierte Personen, die Nicht-
Hörer von Klassik-Programmen sind, diese eher oder öfter hören würde,
wenn sie Informationen zu den Programmen hötten, trifft demnach zu
32,8 Prozent zu.
Man könnte annehmen, dass die Golf-Spieler von ihrem sozialen Status
her allgemein an klassischer Musik interessiert sind. Es gehen aber von
diesen nur 61,7 Prozent ins Konzert oder zu Theateraufführungen (Fra-
ge 1).
411 Bei der Zielgruppe klassik-affine Personen (Brahms-Gesellschaft, Weber-
Gesellschaft, Beethoven-Haus) hatte es sich ergeben, dass sich fast alle
Befragten für klassische Musik interessieren. Demnach konnten die Nicht-
Hörer (aber potentiellen Hörer) von Klassik-Programmen erfaßt werden, in-
dem man Frage 3 auswählte und dabei die Personen, die nicht angekreuzt
haben, dass sie Radioprogramme mit klassischer Musik hören. Für die
Auswertung der Golf-Spieler muß eine andere Grundlage herangezogen
werden, denn die Grundgesamtheit ist hier nicht unbedingt an klassischer
Musik interessiert.
344
Nur 38,7 Prozent der Golf-Spieler hören ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik. Betrachtet man die Teilnehmer, die kein Radioprogramm
mit klassischer Musik hören (61,3 Prozent), so wünschen 41,7 Prozent
von diesen auch keine weiteren Informationen. 18,1 Prozent wären an
einer Programmzeitschrift kostenlos vom Sender interessiert, 12,6 Pro-
zent hätten gerne eine Programmzeitschrift vom Kiosk, immerhin noch
10,2 Prozent sind an Programmhinweisen in Fernsehen und Radio inter-
essiert.
B Informationen
für bestehende Klassik-Programm-Hörer
Wenn jemand ein Hörer von Klassik-Programmen ist, dann informiert er
sich über das Programm, lautete die Hypothese. Von den Golf-Spielern,
die ein Klassik-Programm hören, schalten 57,0 Prozent einfach so ein.
16,5 Prozent kennen den Programmablauf. Nur 10,1 Prozent lesen eine
Programmzeitschrift und 2,5 Prozent lassen sich Informationen von dem
Sender zuschicken (Frage 3 und 12). Damit bestätigt sich die Hypothese
nicht.
Immerhin bekunden einige der Klassik-Programm-Hörer ein Interesse an
Informationen (Frage 3 und Frage 11): 24,1 Prozent sind an einer Zeit-
schrift vom Sender interessiert, 17,7 Prozent an Programmhinweisen im
Fernsehen oder im Radio und 15,2 Prozent an einer Zeitschrift vom Ki-
osk. 35,4 Prozent wünschen keine weiteren Informationen.
C Anzahl potentieller Hörer
Die Teilnehmer an der Fragebogenaktion für Golf-Spieler sind nur zu
61,7 Prozent an klassischer Musik interessiert (Frage 1). Insgesamt hö-
ren 61,3 Prozent keine Radioprogramme mit klassischer Musik (Frage 3).
Laut Frage 4 hören 36,0 Prozent fast keine Klassik-Programme, nur ab
und an im Monat schalten 33,0 Prozent ein. Wie bei den Zielgruppen zu-
vor ist der Wert von Frage 3 ausschlaggebend.
345
D Einschaltmotiv
Als Motiv zum Hören von Klassik-Radioprogrammen nennt fast die Hälfte
der Teilnehmer die klassische Musik selbst (49,0 Prozent) und etwa
ebenso viele (46,9 Prozent) sagen, dass sie dabei entspannen oder ab-
schalten können. Die Informationen sind nur für 11,9 Prozent von Inter-
esse. Immerhin haben 27,8 Prozent bei dieser Frage angekreuzt, dass
sie keine Radioprogramme mit klassischer Musik hören. (Frage 6)
E Programminhalt
Die Musik selbst ist das Wichtigste bei einem Klassik-Programm. Die Sin-
fonische Musik liegt dabei weit abgeschlagen an der Spitze: Sie wird von
77,8 Prozent gern gehört. Opern liegen an zweiter Stelle mit 26,7 Pro-
zent, Kammermusik folgt mit 17,6 Prozent. Wortsendungen werden nicht
gern gehört, nur 9,1 Prozent mögen sie. Immerhin können sich 8,0 Pro-
zent für Hörspiele begeistern. (Frage 7)
F Nebenbeimedium
Für die befragten Golf-Spieler hat ein Klassik-Programm ganz überwie-
gend die Funktion eines Nebenbeimediums. Auf Grundlage aller Nen-
nungen gilt dies zu 87,4 Prozent. Betrachtet man alle Teilnehmer, so er-
ledigen 71,1 Prozent etwas nebenbei, 27,7 Prozent lesen nebenbei und
immerhin 9,8 Prozent unterhalten sich nebenbei. (Frage 8)
346
G Andere Programme
Von den Teilnehmern, die angekreuzt haben, dass sie gerne ein Radio-
programm mit klassischer Musik hören, hören 31,6 Prozent auch Pro-
gramme mit vielen Wortbeiträgen, 29,1 Prozent hören auch Schlagermu-
sik und Oldies und 16,5 Prozent hören auch Pop-Musik und Hits. (Frage
3)
347
5. Schlusszusammenfassung
5.1 Allgemeines
Radio ist ein schnelllebiges Medium. Es ist das Medium, das aktuelle In-
formationen am schnellsten verbreiten kann. Es ist ein Medium, das sich
über die Jahrzehnte seines Bestehens einem stetigen Wandel unterzo-
gen hat, der auf neuen technischen Möglichkeiten und veränderten Hör-
gewohnheiten basierte. Es ist ein Medium, das sicher auch in der Zukunft
noch viele programmliche und strukturelle Veränderungen erleben wird,
denn die Hörfunklandschaft ist auch weiterhin neuen Umweltbedingun-
gen ausgesetzt.
Wie das zweite Kapitel ergab, wurde aus einem öffentlich-rechtlichen
Hörfunkprogramm pro Bundesland nach dem Zweiten Weltkrieg etwa ein
halbes Dutzend öffentlich-rechtlicher Programme pro Bundesland, die
terrestrisch zu empfangen sind, ein Vielfaches ist über Kabel oder Satellit
zu hören. Außerdem hat der Hörer seit Beginn des dualen Rundfunk-
systems Mitte der 80er Jahre die Möglichkeit, sich privaten Hörfunkpro-
grammen zuzuwenden, insgesamt an die 200 Programme sind heute
bundesweit auf Sendung. Die öffentlich-rechtlichen Sender mussten ihre
Monopolstellung aufgeben. Die Rundfunk- und Medienlandschaft hat sich
mit Bildung der privaten Sender von einem Verkäufermarkt zu einem
Käufermarkt entwickelt. Der Hörer kann unter verschiedenen Program-
men wählen: Programme mit Pop-Musik und aktuellen Hits, mit Schla-
germusik und Oldies, mit Jazzmusik, Hip-Hop oder mit klassischer Musik,
mit Servicemeldungen oder mit vielen Wortbeiträgen bieten sich an.
Die Medienlandschaft hat sich auch insofern verändert, als es nun nicht
nur einen intermediären Wettbewerb zwischen Hörfunk, Fernsehen und
Presse und auch neuen Medien wie Videotext oder Internet gibt, sondern
es ist auch ein Wettbewerb innerhalb des Hörfunkmarktes, also ein in-
tramediärer Wettbewerb, entstanden. Die privaten Sender erreichten
1999 immerhin einen Marktanteil von 45 Prozent, die öffentlich-
rechtlichen fielen von 70 Prozent in 1992 auf 53 Prozent in 1999. Auch
neue Entwicklungen durch beginnende DAB-Projekte oder Internet-
Radios werden in der Zukunft den Markt beeinflussen.
Die Darstellung der vielfältigen Hörfunklandschaft zeigte, dass das
Medium Radio ständig im Wandel ist: Auch über die Monate der
348
Recherche ergab es sich, dass sich Programme veränderten, neue
Kooperationen zwischen Sendern geschlossen oder bestehende
verändert wurden, Programme den Sendebetrieb einstellten oder
Programme neu auf den Markt kamen. Eine komplette Auflistung aller
Hörfunkprogramme in der Bundesrepublik ist somit immer nur für einige
Wochen aktuell.
Über mangelnde Hörer allgemein können sich die Programme nicht be-
klagen. Radio wird gern, oft und lange gehört, wie beim Blick auf die Nut-
zungszahlen zu erkennen war. 82 Prozent der Bundesbürger über 14
Jahren hören täglich Radio. Etwa 3 1/2 Stunden schalten sie das Radio
durchschnittlich pro Tag ein. Meist übernimmt das Radio die Funktion
eines Begleitmediums, zum Beispiel beim Autofahren oder beim Arbei-
ten. Es ist ständig verfügbar, und es ist ein vertrautes Medium.
Radiohörer sind ganz überwiegend Stammhörer. Sie hören in der Regel
nur ein bis zwei Programme. Und 86 Prozent hören diese Programme auf
terrestrischem Wege. Auch wenn die technischen Möglichkeiten heute
schon eine Vielfalt an Radioprogrammen für jeden Hörer zur Verfügung
stellen, so werden die Alternativen über Kabel oder Satellit nur relativ
selten genutzt. Es gibt einen Wettbewerb unter den Programmen, aber
nicht bundesweit. Der Wettbewerb beschränkt sich auf eine Handvoll von
Programmen. Für den Hörer ist es meist ganz einfach, „sein“ Programm
auszuwählen: Er richtet sich nach der Musikfarbe.
Eine spezielle Hörergruppe bedienen die Klassikprogramme. Deren Hö-
rer hören gerne klassische Musik und sind generell sehr an kulturellen
Themen, etwa aus den Bereichen Theater, Literatur und Malerei, interes-
siert, wie das dritte Kapitel dieser Arbeit zeigte. Die Hörer von Klassik-
Programmen sind meist sehr gebildet und älteren Jahrgangs, auch wenn
es durchaus einen Teil der Hörerschaft gibt, auf den diese Kriterien nicht
zutreffen. Die Hörer von Klassik-Programmen können in ihrem jeweiligen
Bundesland ein öffentlich-rechtliches Programm empfangen, nur im
grenznahen Bereich zu anderen Bundesländern oder wenn sie zu den
Nutzern von Kabel- oder Satelliten-Programmen gehören, haben sie die
Wahl zwischen mehreren Klassik-Programmen. Einige dieser Hörer kön-
nen terrestrisch, alle selbstverständlich über Kabel oder Satellit das ein-
349
zige private Klassik-Programm „Klassik Radio“ empfangen.412 Insgesamt
kann man im weitesten Sinne zwölf Programme zu den Klassik-
Programmen zählen, deren Programmschema und Nutzung im dritten
Kapitel ausführlich dargestellt wurde.
Die Klassik-Hörer sind im Vergleich zu der Hörerschaft publikumsstarker
Unterhaltungsprogramme im Radio zwar relativ gering an der Zahl, doch
es ist eine Hörergruppe, die durchaus das Recht hat, mit einem Pro-
gramm ihres Interessensgebietes bedient zu werden. Das zumindest läßt
sich aus den Vorgaben der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstal-
ten an Information, Bildung und Unterhaltung ableiten. Auch ist diese Hö-
rerschaft durchaus konsumstark, so dass auch die kommerzielle Wer-
bung in ihnen eine ihrer Zielgruppen sehen mag.
Radioprogramme mit klassischer Musik
Hörfunknutzungsdaten MA 1999
Hörer
gestern
in Mio.
Weitester
Hörerkreis
in Mio.
Verweil-
dauer in
Minuten
Bayern 4 Klassik 297.000 1.082.000 133
hr 2 138.000 475.000 109
MDR Kultur 107.000 408.000 167
Radio 3 259.000 873.000 167
Radio Bremen 2 30.000 161.000 101
SR 2 KulturRadio 14.000 93.000 121
*radio kultur 25.000 123.000 88
412 Es ist nicht auszuschließen, dass das einzige private Klassik-Programm
„Klassik Radio“ auch private Konkurrenz bekommen kann: Bereits 1999 en-
gagierte sich Julian Allitt, Chef von Jazzradio Berlin, für einen regionalen
Klassiksender, den er zusammen mit Jazzradio vermarkten wollte. Dafür
hatte sich der Betreiber des Berliner Jazzradios, eine britische Venture-
Capital-Firma, um die Berliner Frequenz von Klassik Radio beworben; vgl.
o.V. o.T (Rubrik: Last Minute), in: w + v, Nr. 25/99, S. 8. Ebenfalls bewor-
ben hatte sich Rupert Murdoch mit Sky Klassik für eine Berliner UKW-
Frequenz; vgl. Müller, Eckhard: „Ausgeschieden“, in: kressreport, 36/99,
10.09.1999, S. 21. Die Frequenz blieb jedoch bei Klassik Radio, Hamburg;
vgl. www.mabb.de, 08.01.2001.
350
SWR 2 313.000 976.000 118
WDR 3 400.000 1.346.000 118
DeutschlandRadio Berlin 134.000 686.000 125
Deutschlandfunk 585.000 2.895.000 129
Klassik Radio 368.000 1.660.000 135
Aus: Eigene Selektion der Daten der MA 1999 und ARD (Hg.): ADR-
Jahrbuch ´99, Hamburg 1999, S. 418ff., Quelle: MA 1999, jeweils Mo-So,
5.00 bis 24.00 Uhr, Hörer ab 14 Jahren. DeutschlandRadio: Wegen bis-
lang unzureichender Frequenzversorgung sind die MA-Werte von
Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Berlin als auf das gesamte Bun-
desgebiet bezogene Durchschnittswerte nur mit Einschränkung zum Ver-
gleich heranzuziehen.
Einwohnerzahlen nach Sendegebieten, ab 14 Jahren
Gesamt BRD 63,78 Mio. 100 %
Bayerischer Rundfunk 9,20 Mio. 14,0 %
Hessischer Rundfunk 4,52 Mio. 7,0 %
Mitteldeutscher
Rundfunk 8,33 Mio. 13,0 %
Norddeutscher Rundfunk 11,21 Mio. 18,0 %
Ostdeutscher Rundfunk
Brandenburg 2,15 Mio. 3,0 %
Radio Bremen 0,51 Mio. 1,0 %
Saarländischer
Rundfunk 0,87 Mio. 1,5 %
Sender Freies Berlin 2,62 Mio. 4,0 %
Südwestrundfunk 10,78 Mio. 17,0 %
Westdeutscher
Rundfunk 13,6 Mio. 21,5 %
Aus: ARD (Hg.): ADR-Jahrbuch ´99, Hamburg 1999, S. 419.
351
Selbstverständlich hängt die Zahl der Klassik-Programm-Hörer von der
Anzahl der Hörer in den Sendegebieten der Landesrundfunkanstalten ab.
Demnach können zum Beispiel die Programme des Bayerischen Rund-
funks, des Norddeutschen Rundfunks, des Südwestrundfunks und des
Westdeutschen Rundfunks auf eine höhere Hörerzahl verweisen im Ge-
gensatz zu den Programmen der kleineren Landesrundfunksanstalten.
Zusammengerechnet schalten etwa 2,67 Millionen Personen über 14
Jahren in Deutschland pro Tag ein Klassik-Programm ein. Das sind im-
merhin 4,2 Prozent aller Bundesbürger über 14 Jahren. Durchschnittlich
hören die Klassik-Programm-Hörer 125 Minuten pro Tag, also gut zwei
Stunden, ihr Programm.
Nicht zu vergessen ist, dass ein Klassik-Programm nicht mit einem ande-
ren Klassik-Programm gleichzusetzen ist. Kapitel drei hat gezeigt, dass
die einzelnen Programme sich inhaltlich sehr unterscheiden. Sie unter-
scheiden sich in der Art der Präsentation und haben verschiedene
thematisch-inhaltliche Schwerpunkte: Die einen sind mehr
informationsbetont, die anderen mehr musikbetont, weitere legen beson-
deren Wert auf Informationen aus dem kulturellen Bereich:
„Dabei existiert bundesweit kein einheitliches Muster für das geho-
bene Angebot der einzelnen Landesrundfunkanstalten, um diese
hier im weiteren beispielhaft zu erwähnen. Im Rahmen jeweils
ähnlicher Gesamtkonzepte (Grundversorgung, öffentlich-
rechtlicher Auftrag und Gestaltung von Programmen für Mehr- und
Minderheiten) existieren heute (mit)bedingt durch die jeweiligen
medienpolitischen Rahmenbedingungen, programmphilosophi-
schen Überlegungen sowie finanziellen und frequenztechnischen
Möglichkeiten unterschiedliche Ausdifferenzierungsmodelle.“413
Das Wort-Musik-Verhältnis ist zum Beispiel ein Kriterium für die Differen-
zierung: Bayern 4 Klassik sendet beispielsweise zu 97,4 Prozent Musik,
die meisten Programme haben einen Musikanteil zwischen 70 und 80
Prozent, SWR 2 sendet nur zu 61,3 Prozent Musik, DeutschlandRadio
Berlin nur zu 42,7 Prozent und der Deutschlandfunk liegt am Ende der
Skala mit einem Musikanteil von 27,9 Prozent. Auch ist es es fraglich, ob
man Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Berlin überhaupt zu den
413 Dr. Walter Klingler: „Gehobene Hörfunkprogramme der ARD im Überblick“,
in: WDR (Hg.): Kultur im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-
Medienforschung in Zusammenarbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunk-
forschung. 27. April 1994 in Köln, Dokumentation der Fachtagung, Köln
1994, S. 18. Klingler war 1994 bei der SWF-Medienforschung.
352
Klassik-Programmen zählen kann: Ihr Anteil an Ernster Musik, also klas-
sischer Musik, beträgt nur 17,7 Prozent bzw. 20,5 Prozent.414
Die einzelnen Klassik-Programme haben unterschiedliche Schwerpunkte
in den Textbeiträgen was zum Beispiel kulturelle Berichte, Politik oder
etwa Hörspiel anbelangt. Das machte auch die kritische Analyse von
zwölf Stunden eines jeweiligen Programms deutlich: Die einzelnen Klas-
sik-Programme differieren sehr. Der Schwerpunkt kann auf kulturellen
Themen liegen, aber auch auf einer großen Bandbreite an politischer Be-
richterstattung. Es gibt Programme mit einem hohen Musikanteil und ei-
nigen kulturellen Berichten, Programme mit einem hohen Wortanteil,
Programme mit durchaus unterschiedlichem Musikrepertoire und kultur-
orientierte Wortprogramme. Gerade auch die Moderation ist sehr bedeu-
tend für die Hörerakzeptanz und für die Zielgruppenansprache. Sie reicht
von wissend und lehrerhaft bis zu monoton oder oberflächlich.
Wie ein Blick auf die Media-Analysen der letzten Jahre für die Klassik-
Programme zeigte, ist allerdings das Kernpublikum der Klassik-
Programm-Hörer genauer zu charakterisieren: Es besteht zu gleichen
Teilen aus Männer und Frauen. Es ist über 50 Jahre alt, hat Abitur oder
Studium oder zumindest eine weiterführende Schule besucht und verfügt
über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 DM oder
mehr.
„Alle Kulturprogramme leben gleichermaßen von einem sie bevor-
zugt nutzenden Kernpublikum wie von weiteren Hörern und Höre-
rinnen, die die Angebote mehr oder minder gezielt, aus Sendungs-
kenntnis oder Programmmneugier, einschalten. Der treuere Kern
lässt sich dabei mit soziodemographischen und biographischen
Variablen beschreiben, die tendenziell auch für den weiteren Hö-
rerkreis gelten: Eher älter und formal überdurchschnittlich gebildet,
kulturorientiert, in der Kindheit und Jugend für Themen und (E-
)Musik sensibilisiert.“415
Es stellt sich die Frage: Was will eigentlich ein Hörer von Klassik-
Programmen hören? Wie soll das Programm gestaltet sein? Auch da
zeigt sich, dass die Hörfunklandschaft vielfältig ist, nicht nur was die Art
der Programme angeht, sondern auch was den Geschmack der Hörer
414 Siehe dazu auch 5.4.
415 Dr. Walter Klingler: „Gehobene Hörfunkprogramme der ARD im Überblick“,
in: WDR (Hg.): Kultur im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-
Medienforschung in Zusammenarbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunk-
forschung. 27. April 1994 in Köln, Dokumentation der Fachtagung, Köln
1994, S. 21.
353
betrifft: Einige der Hörer mögen politische Sendungen, andere wiederum
nicht, ebenso verhält es sich mit Hörspielen oder mit Jazz, mit Neuer Mu-
sik oder mit Operneinspielungen. Einheitlichkeit ist also nicht vorhanden
und auch nicht machbar. Doch mit dieser Feststellung läßt sich ein Kon-
zept für die Zukunft der Klassik-Programme nicht erstellen.
5.2 Aussagen aus der eigenen Untersuchung
Die eigene Untersuchung in Kapitel vier sollte weitere Informationen über
das Hörerpublikum von Klassik-Programmen und über Vorstellungen von
klassikinteressierten Personen liefern: Ihre Wünsche an das Programm,
ihre Motive zum Einschalten, ihre Anreize zum Hören, ihr Informations-
bedarf. Würden die Sendeanstalten mit einem breiteren Angebot an In-
formationen zu ihrem Klassik-Programm mehr Hörer gewinnen? Sind die
bestehenden Hörer mit dem Angebot an Inhalt und Anzahl zufrieden?
Dabei wurden mit der Brahms-Gesellschaft, der Weber-Gesellschaft und
dem Beethoven-Haus drei Personenkreise einer Zielgruppe befragt, die
in ihrer Grundgesamtheit sehr an klassischer Musik interessiert sind, die
kurz als klassik-affin zu definieren sind. Als weitere Zielgruppe wurden
Golf-Spieler angesprochen, die auf Grund ihres sozialen Status Zugang
zu einem Klassik-Programm suchen könnten, bei denen jedoch nicht von
vorn herein Interesse an klassischer Musik vorausgesetzt werden kann.
Auswertend läßt sich feststellen, dass sich die Aussagen der Teilnehmer
der Brahms-Gesellschaft, der Weber-Gesellschaft und des Beethoven-
Hauses sehr ähnlich sind und sich von denen der Golf-Spieler unter-
scheiden. Mitzubedenken ist: Die Aufteilung nach Geschlecht liegt bei
den klassik-affinen Hörergruppen jeweils ähnlich, etwa 60 Prozent sind
Männer. Bei den Golfern beträgt der Anteil der Männer etwa 44 Prozent.
Die Altersstruktur ergab eine starke Gewichtung auf ein älteres Publikum:
Bei allen drei klassik-affinen Zielgruppen sind mindestens 70 Prozent der
Teilnehmer über 50 Jahre alt, von den Golf-Spielern sind es etwa 60 Pro-
zent. Das Ergebnis von Frage 1 ist, dass von den klassik-affinen Hörer-
gruppen über 90 Prozent mehrmals im Monat oder wenigstens mehrmals
im Jahr ins Konzert gehen, von den Golf-Spielern sind das nur 60 Pro-
zent. Die Ergebnisse von Frage 2 sind unter den klassik-affinen Hörer-
gruppen fast identisch. Bei den Golf-Spielern ist die Aufteilung ähnlich
gewichtet, pro Teilnehmer ergaben sich jedoch weniger Nennungen. Für
354
alle entfallen um die 20 Prozent der Nennungen auf das Hören von klas-
sischer Musik im Radio. Das Konzert vor Ort sowie die CD/Schallplatte
sind jedoch beliebter für das Hören von klassischer Musik. Bei Frage 3
zeigte sich, dass bei den klassik-affinen Hörergruppen um die 90 Prozent
Radioprogramme mit klassischer Musik hören, Pop-Musik-Programme
werden nur von etwa 7 Prozent bevorzugt. Bei den Golf-Spielern sieht
dieses Ergebnis anders aus: Nur etwa 38 Prozent hören Radioprogram-
me mit klassischer Musik, fast 42 Prozent bevorzugen Pop-Musik-
Programme. Frage 4 ergab, das fast 80 Prozent der klassik-affinen Hö-
rergruppen Intensivhörer sind, von den Golfern sind es nur 30 Prozent.
Auffällig bei Frage 5 war, dass unter allen Hörergruppen einschließlich
der Golf-Spieler etwa 28 Prozent das private Programm Klassik Radio
hören.416
Im Fazit der einzelnen Auswertungen wurden sieben Punkte näher be-
leuchtet, die im folgenden für alle Hörergruppen zusammengefasst sind:
A Informationen
für potentielle Hörer von Klassik-Programmen
Bestätigt sich die folgende Annahme: Personen, die Freude an klassi-
scher Musik haben und nur selten ein Klassikprogramm hören, würden
öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik einschalten, wenn sie
wüßten, was wann gespielt wird, d.h. wenn sie mehr Informationen über
das Programm zur Verfügung hätten. (Hypothese) (Frage 3 und Frage
10)
Nur 14,3 Prozent der Nicht-Klassik-Programm-Hörer würden Klassik-
Programme öfter einschalten, wenn sie Informationen zu den Program-
men hätten, so das Ergebnis bei der Brahms-Gesellschaft. Bei der We-
ber-Gesellschaft sieht es ähnlich aus: Nur 16,7 Prozent sind dieser Mei-
nung. Anders beim Beethoven-Haus: Hier sagen 50,0 Prozent, dass sie
ein Klassik-Programm öfter hören würden, wenn sie mehr Informationen
hätten. Damit ist die Hypthese in zwei klassik-affinen Hörergruppen zu
zirka 85 Prozent widerlegt, in der dritten Hörergruppe zu 50 Prozent be-
stätigt. Wenn die befragten Personen mehr Ruhe und Zeit hätten, würden
sie diese Programme öfter hören, das sagen 28,6 Prozent der Brahms-
416 Eine Gegenüberstellung der Ergebnisse der einzelnen Fragen der Brahms-
Gesellschaft, der Weber-Gesellschaft, des Beethoven-Hauses und der Golf-
Spieler befindet sich im Anhang.
355
Gesellschaft, 50,0 Prozent der Weber-Gesellschaft und 35,4 Prozent des
Beethoven-Hauses.
Die befragten Golf-Spieler liegen hinsichtlich dieser Frage zwischen den
klassik-affinen Hörergruppen: 32,8 Prozent der klassik-interessierten
Golfspieler würden Klassik-Programme eher oder öfter hören, wenn sie
Informationen zu den Programmen hätten.
Welche Informationsmedien wünschen sich diese potentiellen Hörer?
(Frage 3 und Frage 11)
Von den Teilnehmern, die keine Radioprogramme mit klassischer Musik
hören, wünschen von den klassik-affinen-Hörergruppen Brahms-
Gesellschaft und Beethoven-Haus etwa 38 Prozent auch keine weiteren
Informationen, bei der Weber-Gesellschaft sind es sogar 66,7 Prozent.
Für eine Programmzeitschrift vom Kiosk interessieren sich durchschnitt-
lich 17 Prozent, für eine Programmzeitschrift kostenlos vom Sender zwi-
schen 16 und 31 Prozent.
Von den befragten Golf-Spielern, die keine Klassik-Programme hören,
wünschen 41,7 Prozent auch keine Informationen. 18,1 Prozent wären an
einer kostenlosen Programmzeitschrift vom Sender interessiert, 12,6
Prozent hätten gerne eine Programmzeitschrift vom Kiosk, und 10,2 Pro-
zent sind an Programmhinweisen in Fernsehen und Radio interessiert.
B Informationen
für bestehende Hörer von Klassik-Programmen
Wenn ein Radioprogramm mit klassischer Musik gehört wird, dann infor-
miert sich der Hörer oder die Hörerin über das Programm. (Hypothese)
(Frage 3 und Frage 12)
Das Ergebnis bei den klassik-affinen Hörergruppen ist hinsichtlich dieser
Hypothese ähnlich: Die Hypothese trifft durchschnittlich nur zu 39 Pro-
zent zu (40,4 Prozent bei der Brahms-Gesellschaft, 37,7 Prozent bei der
Weber-Gesellschaft und 39,1 Prozent bei dem Beethoven-Haus). Eine
Programmzeitschrift lesen durchschnittlich 30 Prozent, etwa 8 Prozent
356
lassen sich Informationen vom Sender zuschicken. Etwa 30 Prozent ken-
nen den Programmablauf, und etwa 28 Prozent schalten einfach so ein.
Die Hypothese trifft für die Klassik-Hörer unter den befragten Golf-
Spielern weniger zu: Nur 12,6 Prozent informieren sich über das Pro-
gramm (10,1 Prozent lesen eine Programmzeitschrift, und 2,5 Prozent
lassen sich Informationen zuschicken). Die meisten schalten einfach so
ein (57,0 Prozent), immerhin noch 16,5 Prozent kennen den Programm-
ablauf.
An welchen Informationsmedien wären die Klassik-Programm-Hörer ge-
nerell interessiert? (Frage 3 und Frage 11)
Die Klassik-Hörer der Brahms- und Weber-Gesellschaft sowie des Beet-
hoven-Hauses interessieren sich durchschnittlich zu 40 Prozent für eine
kostenlose Programmzeitschrift vom Sender, im Durchschnitt 27 Prozent
würden eine Programmzeitschrift vom Kiosk lesen, etwa 11 Prozent wür-
den auch auf Programmhinweise im Fernsehen oder im Radio achten.
Keine weiteren Informationen wünschen: 31,2 Prozent bei der Brahms-
Gesellschaft, 19,7 Prozent bei der Weber-Gesellschaft und 34,4 Prozent
beim Beethoven-Haus.
Bei den befragten Golf-Spielern ist das Informationsbedürfnis unter den
Klassik-Hörern nicht ganz so hoch: 24,1 Prozent sind an einer Zeitschrift
vom Sender interessiert und 15,2 Prozent an einer Zeitschrift vom Kiosk.
17,7 Prozent würden auf Programmhinweise achten. 35,4 Prozent benö-
tigen keine weiteren Informationen.
C Anzahl potentieller Hörer
Wie viele Personen, die Freude an klassischer Musik haben, hören kein
Radioprogramm mit klassischer Musik? (Frage 3 bzw. Frage 1 und Frage
3)
Bei der Brahms-Gesellschaft hören nur 14,8 Prozent keine
Radioprogramme mit klassischer Musik. Bei der Weber-Gesellschaft sind
es 9,0 Prozent, beim Beethoven-Haus 8,2 Prozent. Vergleicht man diesen
Wert aus Frage 3 mit dem bei den befragten Golf-Spielern so zeigt sich ein
357
erheblicher Unterschied: 31,0 Prozent der klassik-interessierten Golfspieler
(Frage 1 und 3) hören keine Radioprogramme mit klassischer Musik.
D Einschaltmotiv
Warum hören Hörer Radioprogramme mit klassischer Musik? Was ist das
Motiv zum Einschalten? Ist es die Musik selbst, oder sind es die Informa-
tionen im Programm, oder bietet dieses Radioprogramm Entspannung?
Gibt es weitere Motive? (Frage 6)
Die Motive zum Hören von Klassik-Programmen sind bei den klassik-
affinen Hörergruppen identisch. Etwa 90 Prozent hören die Programme
wegen der Musik, etwa 45 Prozent halten die Informationen für interes-
sant. 15 Prozent können sich bei den Programmen entspannen. Bei den
befragten Golf-Spielern sieht das Ergebnis anders aus: Nur 50 Prozent
schalten wegen der Musik ein, nur 12 Prozent finden die Informationen
interessant. Das Motiv Entspannen und Abschalten hat hier einen we-
sentlich größeren Stellenwert: Für 47 Prozent ist dies der Grund zum Hö-
ren des Programms.
E Programminhalt
Welcher Programminhalt wird von den Hörern besonders bevorzugt?
Mögen sie in erster Linie die Musik, speziell Kammermusik, Sinfonische
Musik oder Oper? Oder ist es das Wort, mit Wortsendungen oder
Hörspielen? Gibt es weitere Programminhalte, die die Hörer besonders
gern hören? (Frage 7)
Die Ergebnisse bei den klassik-affinen Hörergruppen sind auch hier sehr
ähnlich: Durchschnittlich 87 Prozent interessieren sich für Sinfonische
Musik, zirka 78 Prozent für Kammermusik, Opern werden von 35 bis 45
Prozent gern gehört. Wortsendungen sind für 22 bis 34 Prozent interessant
und Hörspiele für durchschnittlich 6 Prozent. Die befragten Golf-Spieler
haben eine leicht andere Gewichtung: Die Sinfonische Musik steht auch bei
ihnen an der Spitze mit 78 Prozent, dann folgt die Oper, die für 27 Prozent
358
interessant ist. 18 Prozent mögen Kammermusik, 9 Prozent
Wortsendungen und 8 Prozent Hörspiele417.
F Nebenbeimedium
Werden Klassikprogramme eher ausschließlich gehört, d.h. konzentriert,
und die Hörer beschäftigen sich in dieser Zeit mit nichts Anderem? Oder
sind viele Hörer nebenbei mit anderen Dingen beschäftigt, wie etwa
Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten oder Lesen oder Gespräche führen?
(Frage 8)
Etwa 50 Prozent der Teilnehmer aller klassik-affinen Hörergruppen hören
ein Radioprogramm mit klassischer Musik auch ausschließlich. Da
Mehrfachnennungen möglich waren, hat ein Teil auch andere Antworten
angekreuzt. Etwa 68 Prozent der klassik-affinen Hörergruppen erledigen
nebenbei etwas, etwa 13 Prozent der Teilnehmer der Brahms-Gesellschaft
und der Weber-Gesellschaft lesen nebenbei, beim Beethoven-Haus sind es
30 Prozent. Nur etwa 4 Prozent führen nebenbei Gespräche, bei der
Weber-Gesellschaft ist es kein einziger Teilnehmer. Das Ergebnis unter
den befragten Golf-Spielern sieht anders aus: Nur 15 Prozent hören
Klassik-Programme ausschließlich. 71 Prozent erledigen nebenbei etwas
(in diesem Punkt ähneln sie den klassik-affinen Hörergruppen). 27 Prozent
lesen nebenbei und fast 10 Prozent führen nebenbei Gespräche.
417 Die Hörspiele sind bei den befragten Golf-Spielern im Vergleich zu den
anderen Kategorien besser akzeptiert als bei den klassik-affinen
Hörergruppen. Die an Hörspielen interessierten Hörer können nur von den
öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten bedient werden: Das Hörspiel
hat einen festen Platz im Angebot einiger Radioprogramme von öffentlich-
rechtlichen Rundfunkanstalten. Es kann als eine Kunstform des Radios
betrachtet werden und beschränkt sich auf ein Kernpublikum. Die privaten
Programme setzen auf musikalische Unterhaltung, aufwendige Produktionen
für Hörspiele oder Konzertaufnahmen sind in diesen Konzepten nicht
vorgesehen. Vgl. ARD/ZDF-Arbeitsgruppe Marketing (Hg.): Was Sie über
Rundfunk wissen sollten. Materialien zum Verständnis eines Mediums, Berlin
1997, S. 167 und 140.
359
G Andere Programme
Welche anderen Kategorien von Programmen hören Klassik-Programm-
Hörer? Hören sie auch Programme mit Pop-Musik oder Schlagern oder
vielen Wortbeiträgen? (Frage 3)
Von den klassik-affinen Hörergruppen hören fast 30 Prozent der Klassik-
Programm-Hörer auch gerne Programme mit vielen Wortbeiträgen, 5 bis
11 Prozent hören auch gerne Programme mit Schlagern oder Oldies und
3 bis 6 Prozent hören auch Programme mit Pop-Musik. Die befragten
Golf-Spieler sind offener für andere Programme: Gut 30 Prozent der Hö-
rer von Klassik-Programmen interessieren sich für Programme mit vielen
Wortbeiträgen, fast 30 Prozent hören auch Schlagermusik und Oldies
und immerhin 16 Prozent interessieren sich auch für Pop-Musik und
Hits.418
418 Auffallend bei der Befragung war, dass neue Hör-Projekte anscheinend
noch nicht von den Klassik-Hörern akzeptiert werden. So wurden zum Bei-
spiel unter Frage 5 keine DAB-Programme genannt. Auch gab es allgemein
im Fragebogen keine aktive Nennung von Internet- oder DAB-Projekten.
360
5.3 Probleme der Klassik-Programme
Wie die Ergebnisse aus der Media-Analyse und der eigenen Untersu-
chung gezeigt haben, sind unter den Klassik-Hörern überwiegend Perso-
nen älteren Jahrgangs. Werden im Laufe der Jahre genügend heute jün-
gere Personen sich Klassik-Programmen zuwenden, um deren Existenz-
berechtigung zu sichern oder um genügend Werbekunden zu finden?
Dieses Problem ist den Programm-Machern durchaus bewusst:
„Stellt man die Frage nach den Zukunftsperspektiven der Kultur im
Hörfunk, so bedeutet dies vordringlich eine Frage nach ihren Ver-
mittlungsformen. Die überdurchschnittliche Nutzung von WDR 3
durch die Altersgruppe 50-63 Jahre bedeutet eine, vor allem durch
die gewünschte Musikfarbe bedingte strukturelle Überalterung der
Hörerschaft. Da es sich hierbei weniger um eine alters- als eher
generationsbedingte Erscheinung handelt, ist zu befürchten, dass
bei gleichbleibender Angebotslage langfristig die ältere Hörer-
schaft dieses Programms durch Jüngere nicht mehr ersetzt wird.
Der Befund gilt sicherlich auch für andere Kulturprogramme des
öffentlich-rechtlichen Hörfunks.“419
Oder wie es ein Kollege einer anderen öffentlich-rechtlichen Landesrund-
funkanstalt etwas drastischer ausdrückt:
„Ich kann es ganz ketzerisch formulieren. Wenn die Kulturpro-
gramme, die sich mit der Magazinierung noch nicht weiter vorge-
wagt haben, so weitersenden, wie sie im Moment sind, dann wer-
den sie mit ihren Trägern aussterben. Die Redakteure sind dann
bei ihrer Pensionierung bei 0,5 % Reichweite gelandet.“420
Schaut man in den Media-Analysen speziell auf die Hörergruppe zwi-
schen 14 und 29 Jahren, so verzeichneten 1999 alle Klassik-Programme
im Durchschnitt bei dem Kriterium „Hörer gestern“ nur 20.000 Hörer. Die
eigene Untersuchung zeigt keine Tendenzen für Wunschvorstellungen
der jüngeren Hörer auf, denn nur sehr wenige Teilnehmer stammten aus
der Altersschicht der 14 bis 29jährigen.
Die meisten Kultur-Programme sind gegenwärtig allein von ihrer Selbst-
darstellung her auf ein älteres Publikum ausgerichtet:
419 Dr. Josef Eckhard: „Typologie der Programmnutzer“, in: WDR (Hg.): Kultur
im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusammen-
arbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994 in Köln,
Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 61. Eckhard war 1994 bei
der WDR-Medienforschung.
420 Joachim Drengberg: „Formatierung von Kulturprogrammen“, in: WDR (Hg.):
Kultur im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zu-
sammenarbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994
in Köln, Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 39. Drengberg war
1994 in der NDR-Medienforschung.
361
„Meiner Beobachtung nach haben die Kulturprogramme zu lange
den Fehler begangen, Kultur nur unter einem ganz bestimmten
Aspekt, auch unter dem Rezeptionsverhalten der älteren Hörer zu
betrachten. [...] Da läuft dann aber oft Langeweile, es läuft noch zu
oft eine Art von Ansprache, die irgendwie nicht normal ist. So redet
man nicht! Man hat das Gefühl, wenn sich ModeratorInnen in ein
Kulturstudio begeben, legen sie vorher Smoking oder Abendkleid
an.“421
Der Stil der Moderation bei Programmen mit klassischer Musik ist zum
Teil umstritten. Die Vermittlungsfrage spielt eine große Rolle: Soll die
klassische Musik zur Unterhaltung werden oder sich bewusst als „Kunst-
musik“ abheben? Der Moderator steht für den Inhalt der An- und Abmo-
deration und die Präsentationsart der Musikstücke. Er ist aber auch ein
Faktor einer möglichen Hörerbindung. Gerade für die massenattraktiven
Unterhaltungsprogramme mit Pop-Musik oder Schlagern steht fest, dass
die Moderation nicht unwesentlich zur notwendigen Hörerbindung bei-
trägt. Für einen Moderator in Klassik-Programmen ist es schwieriger, Hö-
rerbindung zu bewirken, da durch die zeitliche Ausdehnung der Stücke
ein Moderator hier nicht die akustische Präsenz erreichen kann, wie sei-
ne Kollegen in den Unterhaltungsprogrammen.422 Die eigene Untersu-
chung hat gezeigt, dass die Klassik-Programme zum überwiegenden Teil
– von zirka 70 Prozent der Teilnehmer – als Nebenbeimedium genutzt
werden. Sollte demnach die An- und Abmoderation nicht eher leichteren
Stils sein? Allerdings gibt es auch ausschließliche Hörer: Unter den klas-
sik-affinen Hörergruppen immerhin 50 Prozent, unter den befragten Golf-
Spielern nur etwa 15 Prozent. Erwarten diese Hörer detailliertere Infor-
mationen bei der Moderation?
Neue Programminhalte, neue Zusammensetzungen, andere Präsentati-
onsformen könnten die Lösung des Problems eines generationsbeding-
ten zukünftigen Hörermangels sein. Dazu gibt es bereits diverse Überle-
gungen bei einigen Sendern:
„Neue Hörer wollen wir jedoch hinzugewinnen: etwa mit
´Dschungel´ am frühen Nachmittag, wo auch bislang ´unerhörte´
421 Hans-Peter Archner bei der Abschlussdiskussion, in: WDR (Hg.): Kultur im
Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusammenar-
beit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994 in Köln,
Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 109. Archner war 1994 bei
SDR 3 Wort.
422 Vgl. Sommer, Heinz: „Musik im Radio“, in: Arnold, Bernd-Peter und Sieg-
fried Quandt (Hgg.): Radio heute. Die neuen Trends im Hörfunkjournalis-
mus. Kommunikation heute und morgen, Band 3, Frankfurt/Main: Institut für
Medienentwicklung und Kommunikation, 1991, S. 161ff.
362
Themen und Musikfarben auftauchen werden. Mit jüngeren Mitar-
beitern gelangen jüngere Vorstellungen von Kultur in die Redak-
tionen; wir wollen, dass auch jüngere Hörerinnen und Hörer das
vielfältige Angebot von SWR 2 kennenlernen.“423
Wenn aber das Programm von vielen in der jetzigen Art akzeptiert wird,
wie kann man dann Änderungen vornehmen, ohne bestehende Hörer zu
verlieren? Läßt man das Programm allerdings so wie es ist, verschließt
man sich potentiellen jüngeren Hörern.
Eine andere Überlegung wäre eine weitere Diversifizierung der Klassik-
Programme: Unterschiedliche Inhalte für unterschiedliche Hörergruppen,
entweder in einem Klassik-Programm oder aufgeteilt in mehrere Klassik-
Programme. Die Realisation des zweitgenannten Konzepts wäre aller-
dings mit erheblichen Kosten verbunden, wenn sie denn frequenztech-
nisch überhaupt möglich werden könnte:
„Die naheliegende Vorstellung, dass das Kernpublikum des Kul-
turbetriebs gleichzeitig die natürliche Zielgruppe der Kulturangebo-
te im Hörfunk sein müßte, ist nicht aufrecht zu erhalten. Das an-
spruchsvolle Kulturprogramm WDR 3 wird z. B. in der Mehrzahl
von Menschen gehört, die kulturellen Angeboten gegenüber ins-
gesamt eher distanziert gegenüberstehen. Die Konzentration des
kulturellen Hörfunkangebots auf ein anspruchsvolles Programm
entspricht nicht dem vielseitigen Nutzungsverhalten des kulturin-
teressierten Hörerpotentials. Unter dem Aspekt der Publikumsma-
ximierung erscheint es sinnvoller, die Kulturangebote in generati-
onsspezifisch geprägte Programmkontexte einzubringen. Unter
dem Gesichtspunkt kulturbezogener Publikumstypen rekrutiert sich
die Mehrheit der Hörerschaft von Kulturprogrammen aus Gelegen-
heitsnutzern und Unterhaltungsorientierten, die von vornherein
keine oder nur geringe Voraussetzungen für die Nutzung an-
spruchvoller Programmangebote aufweisen.“424
Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Hörern mehr Informationen über
die Klassik-Programme zu liefern. Die eigene Untersuchung hat aller-
dings gezeigt, dass mehr Informationen nur in geringem Umfang neue
Hörer anziehen würden. Auch zu diesem Thema gibt es Meinungen aus
den Reihen der Landesrundfunkanstalten, auch wenn damit nicht explizit
die Klassik-Programme gemeint sind:
„Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten werden selbst mehr
für ihre Programminformationen tun müssen. Das kann einmal da-
423 Dr. Hildegard Bußmann, Programm-Chefin SWR 2, in: SWR (Hg.): Qultur-
Tips, Baden-Baden o.J. (Broschüre), S. 5
424 Dr. Josef Eckhard: „Typologie der Programmnutzer“, in: WDR (Hg.): Kultur
im Hörfunk. Eine Veranstaltung der WDR-Medienforschung in Zusammen-
arbeit mit der ARD-Arbeitsgruppe Hörfunkforschung. 27. April 1994 in Köln,
Dokumentation der Fachtagung, Köln 1994, S. 61. Eckhard war 1994 bei
der WDR-Medienforschung.
363
durch geschehen, dass in den laufenden Sendungen verstärkt
hingewiesen wird auf die folgenden aktuellen Angebote in den
´eigenen´ Programmen. Auch zwischen Hörfunk und Fernsehen
kann durch Querverweise verstärkt kooperiert werden.“425
Eine spezielle Eigeninitiative aus den öffentlich-rechtlichen Reihen im
Bereich der Printpublikationen käme durchaus in Betracht:
„Die wirklich wichtige Entscheidung in diesem schwierigen Balan-
ceakt zwischen Programmanbietern und begleitender Publizistik
fällt im Bereich der Publikumszeitschriften. Sollte es dort zu einem
Verdrängungswettbewerb zu Lasten der öffentlich-rechtlichen An-
stalten kommen, wird uns m.E. nichts anderes übrig bleiben, als
selber auf diesem Markt Fuß zu fassen. [...] Schon jetzt ist eines
abzusehen. Je unzuverlässiger die begleitende Printpublizistik
wird, desto phantasiereicher werden sich die beiden elektroni-
schen Medien der öffentlich-rechtlichen Anstalten untereinander
stützen. Das Fernsehen wird die Programme des Hörfunks zu be-
gleiten haben, umgekehrt der Hörfunk das Fernsehen.“426
Nicht zuletzt könnten die Klassik-Programme in ihrer Außendarstellung
aktiver werden: Viele Sender engagieren sich bereits als Veranstalter von
kulturellen Events. Wichtiger mag es in Zukunft jedoch sein, die potentiel-
len und bestehenden Hörer über diese Aktivitäten zu informieren. Vielfäl-
tige Kundenbindungsaktivitäten gibt es bereits bei den Sendern: Vom
Kunden-Club zur Kundenhotline oder zum Kundenshop. Der Umfang des
Engagements ist dabei unterschiedlich groß.
Für welchen Weg sich die einzelnen Klassik-Programme entscheiden,
hängt sicherlich auch von strategischen Überlegungen und finanziellen
Möglichkeiten ab. Das Ziel ist immerhin klar und läßt sich mit den folgen-
den Worten - hier vom NDR geäußert - gut beschreiben:
„Aufgabe, und zwar neue Aufgabe, des NDR ist es also, nicht nur
Programme zu produzieren und zu verbreiten, sondern alles zu
tun, um Menschen, die unsere Programme bereits hören und se-
hen, in ihrer Entscheidung zu bestärken und andere Menschen für
die Entscheidung zugunsten unserer Programme zu gewinnen.“427
425 Hansjörg Bessler: „Entwicklungsperspektiven der Programminformation“, in:
Schröder, Hermann-Dieter (Hg.): Programminformationen in Printmedien,
Baden-Baden 1988, S. 96. Bessler war 1988 beim SDR, Öffentlichkeitsar-
beit und Presse.
426 Rolf Seelmann-Eggebrecht: „Erwartungen der Programmanbieter an die
begleitende Publizistik, in: Schröder, Hermann-Dieter (Hg.): Programmin-
formationen in Printmedien, Baden-Baden 1988, S. 39. Seelmann-
Eggebrecht war 1988 Programmdirektor Fernsehen, NDR.
427 Martin Schumacher: „Markenpflege im Dualen Rundfunksystem. PR für den
Norddeutschen Rundfunk“, in: Donsbach, Wolfgang (Hg.): Public Relations
in Theorie und Praxis, München 1997, S. 121.
364
5.4 Kernproblem und Lösungsvorschläge aus Sicht der
Autorin
Die Radioprogramme mit klassischer Musik werden in der Regel von ei-
nem älteren Publikum gehört. Im Laufe der nächsten zehn bis zwanzig
Jahre wird diese Hörergruppe versterben. Während dieser Zeit werden
die jetzigen noch jüngeren Hörer in die Gruppe der älteren Hörer hinein-
wachsen, es werden aber meiner Meinung nach nur einige oder wenige
jüngere Hörer nachkommen. Ich schließe mich der Meinung an, dass es
sich bei den prognostizierten, geringeren Hörerzahlen bei Klassik-
Programmen um ein generationsspezifisches Problem handelt, nicht um
ein altersbedingtes Problem. Es werden keine jüngeren Hörer nachwach-
sen, die - dann im höheren Alter - eines oder mehrere der bestehenden
Klassikprogramme einschalten.
Grund dafür ist die Aufmachung der bestehenden Klassik-Programme.
Die aktuelle Präsentation, die Inhalte, die Moderation und das ihnen an-
haftende Image liefern keine marktfähigen Radioprodukte, die zukünftig
Hörer ansprechen. Die Problemfelder sind:
!"Umfang der Wortsendungen
!"Inhalt der Wortsendungen
!"Aufbau der Wortsendungen
!"Moderation der Wortsendungen
!"Umfang und Inhalt der An- und Abmoderation von Musikstücken
!"Moderation der Musiksendungen
!"Aufbau der Musiksendungen
!"Image des Programms
!"Bekanntheitsgrad des Programms
!"Informationen über das Programm
Umfang der Wortsendungen: Aus meiner Sicht sind bei vielen Klassik-
Programmen die Wortstrecken zu lang, beispielsweise eine halbe oder
sogar eine ganze Stunde reine Wortsendungen ohne einen Anteil an Mu-
sik ist für einen musikorientierten Hörer zu lang. Interessiert sich ein Hö-
rer sehr für Wortbeiträge, so hat er die Möglichkeit reine Informations-
Programme einzuschalten, zum Beispiel MDR info oder NDR 4 Info,
oder auch Programme mit einem hohen Wortanteil, wie etwa Deutsch-
landfunk. Vertretbar sind Features zu musikalischen Themen, die durch
die Art dieser journalistischen Form schon zumindest kurze Musikbeiträ-
365
ge enthalten können und sollten. Keine negative Kritik würde ich an den
Programmen Deutschlandfunk und DeutschlandRadio Berlin üben: Diese
beiden Programme gelten aus meiner Sicht nicht als Klassik-Programme,
da ihr Anteil an Musik allgemein und an klassischer Musik im speziellen
zu gering ist. Als kulturorientierte Wortprogramme, die terrestrisch bun-
desweit zu empfangen sind, haben sie durchaus ihre Hörergruppe. Die
Programme werden auch von einem generationsbedingten Hörermangel
nicht betroffen sein.
Inhalt der Wortsendungen: Einige Klassikprogramme bringen einen
hohen Anteil an politischen Themen, zum Beispiel WDR 3. Meiner Mei-
nung nach ist der eine oder andere politische Bericht vertretbar, auch
regelmäßige Nachrichtensendungen bieten sich bei einem Radiopro-
gramm an, ein Klassik-Programm sollte jedoch, wenn es denn Wortsen-
dungen bringt, seinen Schwerpunkt auf kulturellen Themen haben.
Aufbau der Wortsendungen: Nicht zuletzt durch das Aufkommen neuer
Medien, durch die sogenannte Multimedialandschaft, durch die Beein-
flussung von bunten Fernsehbildern und Informationsreizen durch das
Internet, ist der Medienkonsument heutiger und speziell zukünftiger Zei-
ten Abwechslung gewohnt. Dieses sollte sich auch in den Wortsendun-
gen der Radioprogramme widerspiegeln. Die vielfältigen journalistischen
Formen wie etwa gebaute Beiträge und Features, die sich durch die Ver-
wendung von Original-Tönen, von gesprochenen Zitaten, von Untermi-
schung von Atmosphäre und Geräuschen auszeichnen, sollten auch bei
der Vermittlung von Wortthemen genutzt werden. Reine Berichterstat-
tung, wie sie etwa häufig bei WDR 3 vorkommt, wird auf Dauer nicht be-
stehen können, wird keine jüngeren Hörer ansprechen.
Moderation der Wortsendungen: Bei diesem Kriterium leisten die Klas-
sik-Programme überwiegend gute Arbeit. Die Moderatoren zeichnen sich
durch Bildung und Wissen aus und können gut zu anderen Themen über-
leiten. Speziell bei langen Interviews zeigt sich ihre Professionalität, so
etwa bei *radio kultur.
Umfang und Inhalt der An- und Abmoderation von Musikstücken:
Hier gibt es weitreichende Unterschiede, nicht nur von Programm zu
Programm, sondern auch von Sendung zu Sendung. Die reine An- und
Abmoderation von Titel, Komponist und Aufführenden ist zum Teil durch-
aus angebracht. Nicht immer will ein Hörer eine lange Erklärung. Sicher
366
spielt hier auch die Sendezeit eine Rolle. Aus meiner Sicht sind gerade in
den frühen Morgenstunden lange Erläuterungen nicht angebracht. Am
späten Vormittag könnte man allerdings schon eher die Muße für weitere
Informationen zu den Stücken haben. Bei hr 2 zum Beispiel ist mir die
An- und Abmoderation zu kurz. Einige Erläuterungen halte ich für sehr
sinnvoll, auch damit sich ein Radioprogramm zum Beispiel von einer CD
unterscheidet und einen Mehrwert liefert.
Moderation der Musiksendungen: Die wissende und zum Teil überheb-
liche Art der Moderation wird aus meiner Sicht keine Zukunft haben. Ich
als jüngerer und selbstbewusster Hörer fühle mich durch einen belehren-
den Stil abgeschreckt. Ein anderes Extrem in negativem Sinne ist die
Moderation bei Klassik Radio: Hier geht man mit dem Kulturgut, sprich
den Komponisten und ihren Werken aus historischer Zeit, sehr „flapsig
und distanzlos um. Etwas mehr Niveau würde ich mir als Klassikhörer
vorstellen. Eine lockere, aber durchaus niveauvolle Präsentation kann
sich sicherlich nicht negativ auf die Hörerzahlen auswirken. Aus meiner
Sicht besonders gelungen ist die Moderation bei Bayern 4 Klassik und
SR 2 KulturRadio.
Aufbau der Musiksendungen: Bekannte und gängige Stücke aus ver-
schiedenen Epochen werden in den meisten Musiksendungen der Klas-
sikprogramme gespielt. Es überwiegt der Anteil an Sinfonischer Musik,
und damit treffen die Programm-Macher auch die Wünsche der Hörer:
Sinfonische Musik wurde in der eigenen Untersuchung auch am meisten
gewünscht. Bei diesem Punkt gibt es sicherlich kaum Modifikationsbedarf
in der Zukunft. Allerdings halte ich es nicht für angebracht, nicht-
klassische Musik in den Klassik-Programmen zu platzieren. Die Musik-
farbe sollte konstant bleiben. Auch Elemente wie Jazz und Swing haben
meiner Meinung nach in den Klassik-Programmen nichts zu suchen.
Auch eine Öffnung hin zu einem weitgefassten Kulturbegriff und damit
Musikbegriff, halte ich nicht für angebracht.
Image des Programms: Die derzeitigen Klassik-Programme haben ihr
eigenes Image. Meiner Meinung nach ist es: Ein Programm mit klassi-
scher Musik, für die Älteren, mit vielen Wortbeiträgen, mit einer wissen-
den Moderation im negativen Sinne. Positiv empfinde ich das Engage-
ment einzelner Programme im off-air-Bereich, beispielsweise als Veran-
stalter von Konzerten oder kulturellen Events. Dennoch ist es schwer,
diese Facette der Programme positiv auf das Image zu transferieren. Das
367
Image zu verändern ist nur mit einem hohen Marketingaufwand möglich,
wenn es überhaupt machbar ist. Einfacher und damit auch kostengünsti-
ger wäre es sicherlich, ein neues Image für ein neues Programm aufzu-
bauen.
Bekanntheitsgrad des Programms: Den meisten Hörern im Sendege-
biet der jeweiligen Landesrundfunkanstalt ist es sicherlich bekannt, dass
es ein Klassik-Programm gibt. Auch durch einen Suchlauf haben sicher-
lich viele Hörer schon einmal das Programm gefunden. Da jedoch aus
oben beschrieben Gründen jüngere Hörer die bestehenden Klassik-
Programme nicht einschalten oder einschalten werden, ist eine Erhöhung
des Bekanntheitsgrades dieser Programme nicht erforderlich. Sollten
neue Programme konzipiert werden, so müssen diese selbstverständlich
mit Hilfe von Kommunikationsmaßnahmen einen hohen Bekanntheits-
grad erreichen.
Informationen über das Programm: Viele Sender liefern Informationen
über ihre Klassik-Programme, zum Beispiel in eigenen Zeitschriften oder
in speziellen Broschüren. Die Umfrage hat gezeigt, dass die bestehenden
Hörer nicht unbedingt an Informationen interessiert sind. Auch potentielle
Hörer reizt ein Mehr an Informationen nicht. Daraus läßt sich ableiten,
dass die Sender weitere Informationsbestrebungen nicht forcieren müs-
sen. Nicht richtig wäre aus meiner Sicht der Rückschluss, bestehende
Informationsmedien abzubauen.
Wie weiter oben beschrieben arbeiten die Sender an Modifikationen der
einzelnen Programme und diskutieren auch das Hörerproblem. Nach
meiner Ansicht ist es nur möglich, mittelfristig auch jüngere Hörer für ein
Klassik-Programm zu finden, wenn jede Landesrundfunkanstalt (auch
Kooperationen unter den Anstalten sind denkbar und aus Kostenge-
sichtspunkten zu befürworten) ein neues Klassik-Programm neben dem
derzeit bestehenden aufbaut. Zwei Probleme ergeben sich dabei: Zum
einen ist es der Frequenzmangel im terrestrischen Bereich, zum anderen
sind es die höheren Kosten.
Beim Frequenzmangel wäre eventuell eine Lösung in Sicht, sollte mittel-
fristig auf DAB umgestellt werden. Auch könnten sich Möglichkeiten er-
368
geben, wenn „Internet-Radio“ oder „Radio on demand“ Thema werden
würden. Internet-Radio ist jedoch wegen der derzeitigen auf Dauer hohen
Online-Gebühren und der abgesehen von Wap-Handys noch nicht mobi-
len Nutzung noch nicht attraktiv und Radio on demand, die Möglichkeit,
sich selbst ein präferiertes Programm zusammenzustellen, wird noch
nicht nachgefragt. Die hohen Kosten eines zweiten Klassik-Programms
ließen sich durch eine geschickte Zweitverwendung von produzierten
Wortbeiträgen und Moderationsinhalten sowie durch Kooperationen unter
den Landesrundfunkanstalten in Grenzen halten.
Mit dem bestehenden Klassik-Programm hält sich der Sender die derzei-
tigen Hörer, mit dem neuen Programm zielt der Sender auf eine neue,
jüngere Hörergruppe.
Das neue Klassik-Programm sollte sich klar als ein Programm mit klassi-
scher Musik positionieren. Die Musikfarbe sollte daher ausschließlich aus
klassischer Musik verschiedener Epochen bestehen. Dabei sollten die
Epochen Barock, Klassik und Romantik mit bekannten und weniger be-
kannten Werken überwiegen. Neue Musik sollte nur zu bestimmten Zei-
ten und eher zu den späten Tagesstunden ihren Platz finden. Die Wort-
strecken dürften nur einen geringen Umfang einnehmen und nur als Ma-
gazinsendung oder als Feature, eventuell noch als ein ansprechendes
Interview mit Musikunterbrechung gesendet werden. Die Themen sollten
sich dabei auf kulturelle und eventuell noch gesellschaftspolitische Inhal-
te beschränken. Die An- und Abmoderation der Musikstücke muss wech-
seln: Zum einen als kurze Moderation und zum anderen als Moderation
mit Erläuterungen als Vermittlung von Wissen. Der Stil der Moderation
muss dynamisch und locker sein, niveauvoll und in verständlicher Spra-
che. Das Programm muss sich ein eigenes Image aufbauen, sich be-
wusst von dem bestehenden Programm distanzieren. Mit off-air-Aktionen
muss speziell ein jüngeres Publikum angesprochen werden.
Ob ein neues Klassik-Programm für jüngere Hörer implementiert werden
wird, richtet sich nach noch durchzuführenden Studien unter jungen Per-
sonen: Wie hoch wird der Prozentsatz der Personen sein, die ein neu
konzipiertes Klassik-Programm mit jugendlichem Stil hören würden? Wie
hoch müssen die Hörerzahlen sein, damit sich die Kosten rechtfertigen?
Schließt der Programmauftrag nach Information, Bildung und Unterhal-
tung zwingend ein neues Programm ein? Inwiefern leidet das bestehende
Programm hinsichtlich Attraktivität, Inhalt und Interesse der Programm-
369
macher, wenn es als „aussterbendes Programm“ positioniert ist? Wie
wäre diese weitere Diversifizierung zu kommunizieren? Diese Fragestel-
lungen liefern Inhalte für weitere Studien zu Hörerwünschen und Hör-
funknutzung.
370
Literaturliste
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Anhang
A 2
Programmschema Bayern 4 Klassik
Uhrzeit Mo – Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert 00.05 - 06.00 ARD-Nachkonzert 00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten 06.00 - 06.05 Nachrichten 06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 09.00 Konzert am Morgen 06.05 - 09.00 Konzert am Mor-
gen 06.05 - 07.00 Auftakt
(stündlich Nachrichten) (stündlich Nachrichten) 07.00 - 07.06 Nachrich-
ten/Wetter
07.06 - 08.00 Laudate Dominum
08.00 - 08.04 Nachrichten
08.04 - 08.30 Die Bach-Kantate
08.30 - 10.00 Concertino
09.00 - 09.03 Nachrichten 09.00 - 09.03 Nachrichten 10.00 - 10.03 Nachrichten
09.03 - 09.27 B 4 - heute (Programmpräsentation) 09.03 - 09.27 B 4 - am Wochen-
ende 10.03 - 12.00 Symphonische
Matinee
09.27 - 09.30 Werbung 09.27 - 09.30 Werbung
09.30 - 11.55 Podium international 09.30 - 11.55 Podium Interna-
tional
11.55 - 12.00 Terminkalender. Musik in Bayern 11.55 - 12.00 Terminkalender
12.00 - 12.05 Nachrichten 12.00 - 12.05 Nachrichten 12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 12.30 CD – aktuell 12.05 - 13.00 Kaiser´s Corner 12.05 - 13.30 Promenadenkon-
zert
12.30 - 14.00 Klassik-Boulevard 13.00 - 14.00 Klassik ohne Wor-
te 13.30 - 14.00 Tafel-Confect
A 3
14.00 - 14.05 Nachrichten 14.00 - 14.03 Nachrichten 14.00 - 14.03 Nachrichten
14.05 - 15.00 Schöne Stimmen 14.03 - 15.00 Das Lied 14.03 - 17.00 B 4-
Wunschkonzert
15.00 - 17.00 B 4 - Panorama 15.00 - 17.00 B 4 spezial
17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.03 Nachrichten 17.00 - 17.03 Nachrichten
17.05 - 17.30 Pour le piano - Tastenspiele in B 4 17.03 - 18.00 Meisterinterpreten 17.03 - 18.00 Meisterinterpreten
17.30 - 18.45 Divertimento musicale 18.00 - 23.00 wechselnde Pro-
grammteile, z.B.
18.00 - 18.30 Jean Sibelius
18.00 - 19.00 Phonoarchiv.
Historische Aufnahmen
18.45 - 19.00 Musik aktuell. Information und Kritik 18.30 - 22.20 Claude Debussy
(Oper)
Oder:
18.00 - 19.45 Prisma. CDs kri-
tisch gehört
19.00 - 23.00 wechselnde Pro-
grammteile, z.B.
19.00 - 21.30 Musical-Gala des
Münchner Rundfunkorchesters
19.00 - 20.00 KlassikPlus 19.45 - 20.00 Für Sie gelesen.
Die B 4-Presseschau 21.30 - 22.00 Klaviermusik zu
vier Händen
20.00 - 20.05 Nachrichten 20.00 - 20.05 Nachrichten
20.05 - 23.00 Ständig wechselnde Programmteile, z.B.:
Mo 20.05 - 21.45 Konzert, 21.45 - 22.00
Franz Liszt, 22.00 - 22.05 Nachrichten,
22.05 - 23.00 Der Chor des Bayerischen
Rundfunks
Di 20.05 - 22.20 Nikolai Rimskij-Korsakow,
22.20 - 22.25 Nachrichten, 22.25 - 23.00
Alte Musik
Mi 20.05 - 21.12 Kammermusik, 21.12 -
20.05 - 22.00 Kammermusik
22.00 - 22.05 Nachrichten
22.05 - 23.00 Geistliche Musik
22.00 - 22.05 Nachrichten
22.05 - 23.00 Orgelstunde
A 4
22.00 Musik von Bohuslav Martinu, 22.00 -
22.05 Nachrichten, 22.05 - 23.00 colla voce
Do 20.05 - 21.35 Konzerte aus 50 Jahren,
21.35 - 22.00 Franz Schubert, 22.00 - 22.05
Nachrichten, 22.05 - 23.00 Alte Musik,
Fr 20.05 - 22.00 Konzert des Symphonieor-
chesters des BR, 22.00 - 22.05 Nachrich-
ten, 22.05 - 23.00 Kammermusikaufnah-
men des BR
23.00 - 00.00 Jazztime 23.00 - 00.00 Musik der Welt 23.00 - 00.00 Studio für Musik
Nach: www.br-online, 05.04.2000, 26.06.2000, je nach Tag und Umfang einzelner Werke sind geringe zeitliche und inhaltliche Ver-
schiebungen möglich.
A 5
Programmschema hr 2
Uhrzeit Mo – Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr) (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 08.00 Musik vor dem Alltag (mit: Kalenderblatt,
Zuspruch, Frühkritik, Veranstaltungshinwei-
se)
06.05 - 08.00 Klassik zum Auf-
wachen 06.05 - 07.00 Klassik zum Auf-
wachen
07.00 - 07.05 Nachrichten
08.00 - 08.05 Nachrichten 08.00 - 08.05 Nachrichten 07.05 - 08.00 Domino - Radio
für Kinder
08.05 - 10.00 Die Alternative (mit: CD des Tages, Wis-
senswert, Gedicht, Durchblick, Buch, Fea-
ture/Essay/ Erzählung)
08.05 - 09.00 Musikal. Werkrei-
hen
09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 10.30 Mikado. Ein Spiel
mit Texten und Tönen
08.00 - 08.05 Nachrichten
08.05 - 09.00 Singet dem Herrn
- Geistliche Musik mit Bachkan-
tate
09.00 - 09.30 Feature
10.00 - 10.05 Nachrichten 10.30 - 11.00 Wissenswert
11.00 - 11.05 Nachrichten 09.30 - 11.00 Sonntagskonzert
11.00 - 11.03 Nachrichten
10.05 - 12.00 Frankfurter Funkkonzert I
11.05 - 12.55 Radio Sinfonie
Orchester 11.03 - 11.30 Camino - Religio-
nen auf dem Weg
12.00 - 12.05 Nachrichten 11.30 - 12.00 Evang./Kath. Mor-
genfeier im Wechsel
12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 12.30 Kultur im Gespräch. Diskussionen und Hin-
tergründe 12.05 - 13.55 Prima la musica
(Klassische Musik)
A 6
12.30 - 14.00 Klassik-Boulevard. Klassik zur Mittagszeit 12.55 - 13.05 Nachrichten
13.05 - 14.00 Hörplatz. Fea-
tures, Reihen, historische Auf-
nahmen
14.00 - 14.30 Domino - Radio für Kinder 14.00 - 14.05 Nachrichten 13.55 - 14.05 Nachrichten
14.30 - 15.00 Die Lesung. Weltliteratur aller Zeiten und
Kontinente 14.05 - 15.00 Domino-Radio für
Kinder 14.05 - 15.30 Hörspiel
15.00 - 15.15 Wissenswert. Das kreative Bildungspro-
gramm für alle Generationen 15.00 - 15.15 Wissenswert. Po-
lyglott. Sprachkurse 15.30 - 17.00 Was Ihr wollt!
Wunschkonzert
15.15 - 17.00 Frankfurter Funkkonzert II 15.15 - 17.00 Musikszene Hes-
sen
17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten
17.05 - 18.00 Forum
Mo Frauenforum
Di Gesellschaftsforum
Mi Forum Leib und Seele
Do Bildungsforum
Fr Umweltforum
17.05 - 18.00 Medienforum 17.05 - 18.30 hr 2 - Treffpunkt.
Die Sendung zum Mitraten und
Mitreden
18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.05 Nachrichten
18.05 - 18.30 Kultur kompakt
18.05 - 19.30 Apropos Musik -
Aus aller Welt 18.30 - 20.00 Kammermusik.
Konzerte aus Hessen
18.30 - 19.30 Apropos Musik
Mo Neue CDs, Di Im Gespräch, Mi Histori-
sche Aufnahmen, Do Thema, Fr Opern-
platz
19.30 - 20.00 Solitär. Das be-
sondere Musikstück
19.30 - 20.00 Jazz
A 7
20.00 - 20.05 Nachrichten 20.00 - 20.05 Nachrichten 20.00 - 20.05 Nachrichten
20.05 - 20.30 Journal
Mo Wissenschaftsjournal
Di Medien-/Film-/ Theaterjournal
Mi Bücherjournal
Do Musikjournal
Fr Der Konzertsaal (bis 22.30), dann bis
23.00 Kabarett / Jazz Classics
20.05 - 23.00 Oper 20.05 - 21.00 Abendstudio. Intel-
lektuelle Debatten, Streitfragen
21.00 - 22.00 Live-Jazz
22.00 - 23.00 Crimetime
20.30 - 23.00 Wechselnde Programmteile, z.B.
Mo Internationales Konzert
Di bis 22.00 Neue Musik, 22.00 - 23.00 Alte
Musik
Mi bis 22.00 Hörspiel, 22.00 - 23.00 Kam-
mertöne
Do bis 21.00 Das Neue Funkkolleg, 21.00 -
22.00 musica mundi, 22.00 - 23.00 Klassi-
sche Moderne
Fr bis 22.30 Konzertsaal, 22.30 - 23.00 Ka-
barett / Jazz Classics
23.00 - 23.05 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten
23.05 - 00.00 Crossover 23.05 - 00.00 Crossover. Jazz-
pects 23.05 - 00.00 Crossover. Voya-
ger
Nach: www.hr-online.de, 29.02.2000, 26.06.2000.
A 8
Programmschema MDR Kultur
Uhrzeit Mo – Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert 00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten 06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 06.10 Turmmusik / Wort zum Tage 06.05 - 06.10 Turmmusik/Wort
z.Tage
06.10 - 09.00 Figaro - Das Journal am Morgen
06.45 Das Kalenderblatt
07.30 MDR Kultur – Weltweit
08.30 Blick in die Feuilletons
08.45 Kritik
08.50 MDR Kultur-Fundus
(stündlich Nachrichten)
06.10 - 09.00 Figaro - Das Jour-
nal am Morgen (wie Mo – Fr,
zusätzlich Rätsel)
06.10 - 07.00 Morgenstimmung -
Musik zum Aufstehen
06.45 Kalenderblatt
07.00 Nachrichten
07.05 - 08.00 Die Bachkantate
08.00 Nachrichten
08.05 - 09.00 Hör-Spiel-Kiste
09.00 - 09.05 Nachrichten 09.00 - 10.00 Radio DOK - Fea-
ture im 09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 09.35 Lesezeit MDR 09.05 - 10.00 Musikal. Sonn-
tagsraten
09.35 - 13.00 Pasticcio - Musik und Information
(mit CD-Tip, Veranstaltungsservice für die
Regionen, stündlich Nachrichten)
10.00 - 10.05 Nachrichten
10.05 - 13.00 Pasticcio - Musik
und Information (mit CD-Tip,
Veranstaltungsservice für die
Regionen, stündlich Nachrich-
ten)
10.00 - 11.00 Gottesdienst
11.00 - 11.05 Nachrichten
11.05 - 13.00 Triangel - das Mu-
sikjournal aus Sachsen, Thürin-
gen und Sachsen-Anhalt
(12.00 Nachrichten)
13.00 - 13.05 Nachrichten 13.00 - 13.05 Nachrichten 13.00 - 13.05 Nachrichten
A 9
13.05 - 13.15 MDR Kultur - Weltweit am Mittag 13.05 - 13.15 MDR Kultur -
Weltweit 13.05 - 13.15 MDR Kultur -
Weltweit
13.15 - 16.00 Klassik-Wunschkonzert
(14.00 und 15.00 Nachrichten) 13.15 - 15.00 Klassik-
Wunschkonzert
(14.00 Nachrichten)
13.15 - 15.00 Klassik-
Wunschkonzert
(14.00 Nachrichten)
16.00 - 16.05 Nachrichten 15.00 - 16.30 Musik-Feature 15.00 - 16.30 Musikfeature /
MDR Kultur-Café aus dem MDR
Funkhaus Halle
16.05 - 18.00 Figaro - das Journal am Nachmittag
16.30 Kultur kompakt
17.00 Nachrichten
17.30 MDR Kultur - Weltweit
16.30 - 18.00 Konzertsaal 16.30 - 17.45 Konzertsaal
17.45 - 18.00 Aus Religion und
Gesellschaft
18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.05 Nachrichten
18.05 - 19.00 Tutti - Musik vor dem Abend
18.30 MDR Kultur-Fundus 18.05 - 18.30 Krims Krams Kra-
xel - Kids & Co.
18.30 - 19.00 Songs und Chan-
sons
18.05 - 18.30 Krims Krams Kra-
xel - Kids & Co.
18.30 - 19.00 Chormusik
19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten
19.05 - 19.35 Lesezeit 19.05 - 19.30 Studiozeit 19.05 - 19.30 Studiozeit
19.35 - 20.00 Satchmo 19.30 - 00.00 wechselnde 19.30 - 21.30 Konzertsaal
20.00 - 23.58 Wechselnde Programmteile, z.B.
Mo 20.00 - 22.00 Konzertsaal,
22.00 - 23.30 MDR Kultur - Café (Wdhl.
vom Sonntag), 23.30 - 23.58 Bordun
Di 20.00 - 22.00 Konzertsaal,
22.00 - 23.30 Hör-Spiel-Zeit,
Programmteile, z.B.
Logenplatz: Claude Debussy
oder Live-Übertragung aus der
Met., New York, oder Kurt Weill
und Kabarett und Jazz-Zeit
21.30 - 22.00 Die Orgel
22.00 - 23.00 Der Krimi zur gu-
ten Nacht
23.00 - 23.58 Jazz in Concert
A 10
23.30 - 23.58 Bordun
Mi 20.00 - 21.00 Profile, 21.00 - 22.00 Bor-
dun - Folk Roots & World Music,
22.00 - 23.00 Radio DOK – Feature im
MDR,
23.00 - 23.58 Musikalisches Sonntagsraten
(Wdhl.)
Do 20.00 - 22.00 Das Neue Werk,
22.00 - 23.00 Studio Spezial,
23.00 - 23.58 Nocturne
Fr 20.00 - 22.30 Konzertsaal,
22.30 - 23.00 Musicalische Spezereyen,
23.00 - 23.58 Jazz - Klangaspekte
23.58 - 00.00 Turmmusik 23.58 - 00.00 Turmmusik
Nach: www.mdr.de, 05.04.2000, 26.06.2000.
A 11
Programmschema Radio 3
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr) (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 08.30
08.30 - 09.00
09.00 - 09.05
09.05 - 12.00
NDR: Ouvertüre
SFB/ORB: Klassik zum Frühstück
(stündlich Nachrichten)
Am Morgen vorgelesen
Nachrichten
Matinee. Das Klassik-Magazin
NDR:
06.05 - 07.55 Ouvertüre
07.55 - 08.30 Morgenandacht
(07.00, 08.00 Nachrichten)
08.30 - 09.00 Am Morgen vorge-
lesen
09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 12.00 Klassik auf
Wunsch
SFB/ORB:
06.05 - 09.00 Klassik zum Früh-
stück
(07.00, 08.00 Nachrichten)
09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 12.00 Klassik nach
Wunsch
06.05 - 08.00 Auftakt
08.00 - 08.05 Nachrichten
08.05 - 08.40 Kantate
08.40 - 09.00 Glaubenssachen
09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 12.00 Sonntagsmatinee
12.00 - 12.10 Texte und Zeichen - Telegramm
(12.00 Nachrichten) 12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 13.00 Neues vom Pho-
nomarkt
12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 12.30 Reißwolf
12.10 - 14.00 NDR: Divertimento 13.00 - 13.05 Nachrichten 12.30 - 13.30 Concerto
A 12
SFB/ORB: Figaro!!
(13.00 Nachrichten) 13.05 - 14.00 Radio 3 Klassik
Club. Mit Tipps und Terminen 13.30 - 15.00 Musikserie
14.00 - 14.05 Nachrichten 14.00 - 15.00 Belcanto Berlin
14.05 - 16.00 Musikforum. Noten und Notizen aus dem
Musikleben 15.00 - 15.05 Nachrichten
NDR:
15.05 - 16.00 Debüt
16.00 - 16.05 Nachrichten
16.05 - 17.00 Operetten-Revue
SFB/ORB:
15.05 - 17.00 Musikmagazin
(16.00 Nachrichten)
15.00 - 15.05 Nachrichten
15.05 - 16.00 Oper in einer
Stunde
16.00 - 16.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten 16.00 - 16.05 Nachrichten
16.05 - 17.30 Klassik-Panorama 17.05 - 18.00 Konzert 16.05 - 17.30 Klassik-Panorama
17.30 - 18.00 Texte und Zeichen - Journal 17.30 - 18.00 Galerie des Thea-
ters
18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.30 Bach 2000 18.00 - 18.05 Nachrichten
18.05 - 19.00 NDR: Serenade
SFB/ORB: Alte Musik – Morbach live 18.30 - 19.00 Glocken und Chor 18.05 - 19.00 Serenade
19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten
19.05 - 22.00 Mo
NDR:
19.05 - 19.25 Texte und Zeichen - Thema
19.25 - 19.30 Neue Bücher
19.30 - 20.00 A la Carte. Musikwünsche
und mehr
20.00 - 22.00 Konzertstadt
NDR:
19.05 - 19.20 Gedanken zur Zeit
19.20 - 19.30 Buch im Gespräch
19.30 - 20.00 A la carte. Musik-
wünsche und mehr
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Kammermusik
NDR:
19.05 - 19.20 Texte und Zeichen
-Thema
19.20 - 19.30 Das Archiv der
Poesie
19.30 - 20.15 Neue Musikszene.
Berichte, Trends und Interviews
A 13
20.15 - 22.00 Sonntagsstudio
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Klavierstunde
20.00 - 22.00 Konzertstadt
Di
NDR:
19.05 - 19.25 Texte und Zeichen - Thema
19.25 - 19.30 Neue Bücher
19.30 - 20.00 A la carte. Musikwünsche und
mehr
20.00 - 21.00 Kulturforum
21.00 - 22.00 Die Großen Stimmen
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Klavierstunde
20.00 - 21.00 Goldberg-Variationen
21.00 - 22.00 Musik der Gegenwart
Mi
NDR:
19.05 - 19.25 Texte und Zeichen - Thema
19.25 - 19.30 Neue Bücher
19.30 - 20.00 A la carte
20.00 - ca. 21.00 Hörspiel
ca. 21.00 - 22.00 Das Alte Werk
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Klavierstunde
20.00 - 21.00 Goldberg-Variationen
21.00 - 22.00 Musik der Gegenwart
NDR und SFB/ORB:
20.00 - ca. 22.10/22.30 Musik-
theater
oder: Radio 3 - Start. Junge
Künstler live
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Streichquartett
20.00 - 20.05 Nachrichten, Wet-
ter
20.05 - 22.00 Soiree
A 14
Do
NDR:
19.05 - 19.25 Texte und Zeichen -Thema
19.25 - 19.30 Neue Bücher
19.30 - 20.00 A la carte
20.00 - 21.00 Cross over. Musik für Grenz-
gänger
21.00 - 22.00 Musik auf CD
SFB/ORB:
19.05 - 20.00 Klavierstunde
20.00 - 21.00 Goldberg-Variationen
21.00 - 22.00 Musik der Gegenwart
Fr
NDR:
19.05 - 19.25 Texte und Zeichen -Thema
19.25 - 19.30 Neue Bücher
SFB/ORB:
19.05 - 19.30 Alte Musik - Morbach live
Gesamtes Sendegebiet:
19.30 - 22.00 Da Capo. Aufnahmen aus
dem Musikarchiv des NDR
oder z.B.:
19.30 - 20.00 Meisterwerk
20.00 - 22.00 Konzertstadt Hannover
22.00 - 22.05 Nachrichten ca. 22.10/22.30 - 00.00 Welt der
Musik 22.00 - 22.05 Nachrichten
22.05 - 22.35 Am Abend vorgelesen 22.05 - 00.00 Konzert. Live-
A 15
Mitschnitte aus 50 Jahren, oder:
Neue Musik
22.35 - 00.00 Notturno
Nach: www.ndr.de, 06.04.2000, 26.06.2000, 02.10.2000.
A 16
Programmschema Radio Bremen 2
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr) (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 06.57
06.57 - 07.00 FrühStücke
Kurz und gut 06.05 - 07.57 FrühStücke
07.57 - 08.00 Kurz und gut 06.05 - 08.00 FrühStücke
(inkl. Sonntagschoral, Bachkan-
tate)
07.00 - 07.05 Nachrichten 08.00 - 08.05 Nachrichten 08.00 - 08.05 Nachrichten
07.05 - 10.00 Journal am Morgen
(stündlich Nachrichten) 08.05- 09.00 Frühmusik
09.00 - 09.05 Nachrichten 08.05 - 09.00 8 Punkt 5. Zeit für
Kinder
09.00 - 10.00 Forum Kultur
10.00 - 10.05 Nachrichten 09.05 - 12.00 zettBeh. 10.00 - 11.00 Gottesdienst
10.05 - 11.00 Globale Dorfmusik Samstagsjournal
11.00 - 11.05 Nachrichten 11.00 - 11.05 Nachrichten
11.05 - 12.00 ... al fresco. Das Musikfeuilleton 11.05 - 12.00 Bremen 2000
12.30 - 13.00 OrtsZeit (DLR Berlin) 12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 13.00 Junge Interpreten 12.00 - 12.05 Nachrichten
12.05 - 13.00 nota bene
13.00 - 13.05 Nachrichten 13.00 - 13.05 Nachrichten 13.00 - 13.10 Nachrichten
13.05 - 14.00 nota bene 13.05 - 14.00 Daheim in der
Fremde 13.10 - 15.00 Sinfoniekonzert
14.00 - 14.05 Nachrichten 14.00 - 14.05 Nachrichten
14.05 - 17.00 Art & Weise, Europa-Magazin
Mo - Do mit Stadt-Land-Fluss
Fr mit Augustins Miniaturen
14.05 - 15.00 Kinder & Co.
15.00 - 15.05 Nachrichten
15.05 - 16.00 CampusRadio
15.00- 15.05 Nachrichten
15.05 - 16.00 Radiozeit für Lite-
ratur. Lesezeichen
A 17
(stündlich Nachrichten) 16.00 - 16.05 Nachrichten
16.05 - 17.00 Hot Jazz 16.00 - 16.05 Nachrichten
16.05 - 17.00 WortWeisen
17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten
17.05 - 18.00 Journal am Abend. Der Tag im Rückspiegel 17.05 - 18.00 studio bremen 17.05 - 18.30 Hörspiel
18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.05 Nachrichten 18.30 - 19.00 Open Music
18.05 - 18.30 Auf schwarzen und weißen Tasten 18.05 - 19.00 musica sacra
18.30 - 19.00 Lesebuch 19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten
19.00 - 19.05 Nachrichten 19.05 - 20.00 Geist und Zeit 19.05 - 21.00 NetChat
19.05 - 23.30 Wechselnde Programmteile, z.B.
Mo 19.05 - 20.30 alla breve, 20.30 - 22.00
musica antiqua, 22.00 - 22.05 Nachrichten,
22.05 - 23.00 Square Music Square. Musik
für offene Ohren
23.00 - 23.30 Jazz-Zeit
Di 19.05 - 20.30 alla breve,
20.30 - 22.00 Konzertsaal Bremen,
22.00 - 22.05 Nachrichten,
22.05 - 23.00 Square Music Square,
23.00 - 23.30 Jazz-Zeit
Mi 19.05 - 20.30 alla breve,
20.30 - 22.00 musica nova,
22.00 - 22.05 Nachrichten,
22.05 - 23.30 Live in Bremen
Do 19.05 - 20.30 alla breve,
20.30 - 22.00 Historische Aufnahmen,
22.00 - 22.05 Nachrichten,
20.00 - 20.05 Nachrichten
20.05 - 22.00 Im wöchentlichen
Wechsel: Heimatfunk am Wo-
chenend, Niederdeutsches Hör-
spiel und FolkWelt
22.00 - 22.05 Nachrichten
22.05 - 00.00 Konzertsaal inter-
national
(20.00 Nachrichten)
21.00 - 21.05 Nachrichten
21.05 - 22.00 Radi-O-La
22.00 - 00.00 On the tracks
A 18
22.05 - 23.00 Square Music Square,
23.00 - 23.30 Open Music
Fr 19.05 - 22.00 Großer Musikabend,
22.00 - 22.05 Nachrichten,
22.05 - 23.00 Square Music Square,
23.00 - 23.30 Hörspiel für Nachtschwärmer
23.30 - 00.00 Berichte von heute (NDR/WDR)
Nach: www.radiobremen.de, 14.07.2000.
A 19
Programmschema *radio kultur
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr) (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.05 Nachrichten, Wetter, Verkehr
06.05 - 09.00 Der Morgen. Das kultur-politische Magazin.
Berichte, Interviews, Kritiken und klassische
Musik
06.05 - 06.57 Konzert am Mor-
gen
06.57 - 07.00 Worte für den Tag
07.00 - 07.05 Nachrichten, Wet-
ter, Verkehr
07.05 - 09.00 Der Morgen. Das
Kultur-politische Magazin (darin
um 08.00 Nachrichten, Wetter.
Verkehr)
06.05 - 07.00 Jubilate Deo.
Geistliches Konzert
07.00 - 07.05 Nachrichten
07.05 - 09.00 Konzert am Mor-
gen
(darin um 08.00 Nachrichten,
Wetter, Verkehr)
09.00 - 09.05 Nachrichten, Wetter, Verkehr 09.00 - 10.00 Feature 09.00 - 09.30 Gott und die Welt
09.30 - 10.00 Kantate
09.05 - 09.30 Lesung 10.00 - 10.05 Nachrichten, Wet-
ter 10.00 - 11.00 Gottesdienst
09.30 - 12.00 Klassik Plus (Klassische Musik, Gespräche
mit Künstlern, Kultur- und Buchtips) 10.05 - 13.00 Kontrapunkte
(darin um 12.00 Nachrichten,
Wetter)
11.00 - 11.05 Nachrichten, Wet-
ter
12.00 - 12.05 Nachrichten, Wetter 11.05 - 11.30 Große Interpreten
12.05 - 13.00 Zeitpunkte (Berichte, Kommentare, Glos-
sen, Streitgespräche) 11.30 - 12.00 Galerie des Thea-
ters
13.00 - 13.05 Nachrichten, Wetter 13.00 - 13.05 Nachrichten, Wet- 12.00 - 12.05 Nachrichten, Wet-
A 20
ter ter
12.05 - 13.00 Berlin Mitte (Talk)
13.00 - 13.05 Nachrichten, Wet-
ter
13.05 - 13.30 Zeitspiegel (Mittagsmagazin) 13.05 - 13.15 Politik Aktuell 13.05 - 15.00 Sonntagskonzert
13.30 - 14.00 Mittagsmusik 13.15 - 14.00 Das Gespräch
14.00 - 14.05
14.05 - 15.00 Nachrichten, Wetter
Belcanto 14.00 - 15.00 Belcanto
15.00 - 15.05
15.05 - 16.00 Nachrichten
Klassik-Galerie 15.00 - 15.05 Nachrichten, Wet-
ter 15.00 - 15.05 Nachrichten, Wet-
ter
16.00 - 16.05 Nachrichten, Wetter, Verkehr 15.05 - 17.00 Musikmagazin 15.05 - 16.15 Feature
16.05 - 18.00 Journal - Kultur aktuell (Gespräche und
Musik, Informationen und Kritik) (darin um
17.00 Nachrichten, Wetter, Verkehr)
17.00 - 17.05 Nachrichten, Wet-
ter
17.05 - 18.00 Gulliver. Sätze
und Gegensätze
16.15 - 18.00 Noten zur Literatur
18.00 - 18.05 Nachrichten, Wetter, Verkehr 18.00 - 18.05 Nachrichten, Wet-
ter 18.00 - 18.05 Nachrichten, Wet-
ter
18.05 - 18.30 Politik aktuell 18.05 - 18.30 Politik aktuell. Eu-
ropaforum 18.05 - 18.30 Fokus Politik
18.30 - 19.00 The Voice 18.30 - 19.00 The Voice. Stim-
men der Welt 18.30 - 19.00 The Voice
19.00 - 19.05 Nachrichten, Wetter 19.00 - 19.05 Nachrichten, Wet-
ter 19.00 - 19.05 Nachrichten, Wet-
ter
19.05 - 19.30 Termin nach 7 (Themen: Kirche, Umwelt,
Medien, Dritte-Welt, Wissenschaft) 19.05 - 19.30 Termin nach 7.
Medienmagazin 19.05 - 19.30 Termin nach 7.
Medienmagazin
19.30 - 20.30 Komponist der Woche 19.30 - 20.00 Kammermusik 19.30 - 20.00 Literaturzeit
A 21
20.30 - 21.00 Lesung 20.00 - 22.00 Musikportrait 20.00 - 22.00 Das Konzert
21.00 - 21.05 Nachrichten, Wetter
21.05 - 22.00 Jazz / Blues / Chansons
22.00 - 23.00 Nachtstudio: Hörspiel / Feature / Dokumen-
tationen / Forum 22.00 - 23.00 Nachtstudio
(Passagen / Hörspiel) 22.00 - 00.00 Jazz
23.00 - 00.00 Musik der Gegenwart / Neue und Ethno-
Musik 23.00 - 00.00 Balladen, Blues
und leise Lieder
Nach: www.sfb.de, 07.04.2000, 26.06.2000.
A 22
Programmschema SR 2 KulturRadio
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten (wie Mo - Fr) (wie Mo - Fr)
00.05 - 06.00 ARD-Nachtkonzert
06.00 - 06.04 Nachrichten
06.04 - 09.00 MorgenMusik (mit Glauben heute, KulturTe-
legramm, Kommentar, Presseschau Inland)
(stündlich Nachrichten)
06.05 - 07.00 Froh in den Tag
hinein
07.00 - 07.05 Nachrichten
07.05 - 09.30 SonntagsMusik
(mit Bachkantate, Europa zur
Zeit,
09.00 - 09.04 Nachrichten Nachrichten)
09.04 - 09.30 Forum
Mo Gesundheit und Umwelt
Di Alltag und Leben
Mi Sinn- und Glaubensfra-
gen/Krankensendung
Do Menschen und Märkte
Fr Buch und Leser
09.04 - 09.30 Forum:
Frau, Familie und Gesellschaft 09.30 - 10.00 Tacheles: nicht
nur für Kinder
09.30 - 10.00 Thema
Mo Kultur in der Region
Di Musik-/Kulturreport
Mi Wissenschaft
Do Für die Frau
Fr Arbeitswelt / Zeitgeschehen
09.30 - 10.00 Thema:
Erste Welt - Dritte Welt 10.00 - 10.04 Nachrichten
10.04 - 10.30 Morgenfeier
10.30 - 11.00 Orientierung
im Wechsel mit
10.04 - 11.00 Gottesdienst
A 23
10.00 - 10.04 Nachrichten (wie Mo - Fr)
10.04 - 12.55 EnPassant (mit ZeitZeichen) 11.00 - 13.00 SR-Konzert (in der
Pause: Blickpunkt Musik)
12.55 - 13.00 Presseschau Ausland 12.55 - 13.06 Presseschau Aus-
land 13.00 - 13.04 Nachrichten
13.00 - 13.30 Bilanz am Mittag (Politik, Wirtschaft, Kultur) 13.06 - 14.00 Blickpunkt (Poli-
tik,Kultur) 13.04 - 15.00 WunschMusik
13.30 - 15.00 DaCapo: KlassikHits 14.00 - 15.00 DaCapo: Klassik-
Hits für Kids
15.00 - 15.04 Nachrichten 15.00 - 15.04 Nachrichten 15.00 - 15.04 Nachrichten
15.04 - 15.30 Fortsetzung folgt... 15.04 - 15.30 BücherLese 15.04 - 18.00 HörspielZeit
15.30 - 17.30 AprèsMidi 15.30 - 17.35 AprèsMidi (anschließend AprèsMidi: CD-
17.30 - 18.00 Bilanz am Abend (Politik, Wirtschaft, Kultur) 17.35 - 18.00 MedienWelt Neuheiten)
18.00 - 18.30 Thema (wie 9.30)
(am letzten Freitag des Monats: En direct) 18.00 - 18.30 Thema (wie 09.30) 18.00 - 18.05 Nachrichten
18.30 - 20.00 AbendMusik (mit CD des Tages) 18.30 - 20.00 Musik an der Saar
18.05 - 19.00 Feature
19.00 - 20.00 JazzBits
20.00 - 20.04 Nachrichten 20.00 - 20.04 Nachrichten 20.00 - 20.04 Nachrichten
20.04 - 22.30 Wechselnde Programmteile, z.B.
Mo 20.04 - 20.30 SR 2 Diese Woche. Die
Programmvorschau,
20.30 - 22.30 Internationales Konzert
Di HiFiClub
Mi SR-Konzert
Do Aktuelles Konzert
Fr Deutsch-Französisches Konzert
20.04 - 22.30 OpernAbend
20.04 - 00.00 Zu Gast bei ...
(Kulturprogramme anderer Sen-
der)
A 24
22.30 - 23.30 Radiotop
Mo Neue Musik / Weltmusik
Di HörKunst
Mi Kabarett
Do Literatur im Gespräch
Fr Diskurs
22.30 - 00.00 Radiotop. Jazz
round about Midnight
23.30 - 00.00 Bilanz vor Mitternacht. Berichte von heute
Nach: www.sr-online.de, 07.04.2000, 26.06.2000.
A 25
Programmschema DeutschlandRadio Berlin
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten
00.05 - 01.00 DeutschlandRadio Werkstatt
Mo Neue Musik
Di Akustische Kunst (Hörspiel / Feature)
Mi Neue Musik
Do Literatur
Fr Akustische Kunst (Hörspiel / Feature)
00.05 - 02.00 Lange Nacht
(zur vollen Stunde Nachrichten) 00.05 - 01.00 DeutschlandRadio
Werkstatt. Hörspiel / Feature
01.00 - 01.05
01.05 - 02.00 Nachrichten
DeutschlandRadio 2254
Gespräche mit Hörerinnen und Hörern
01.00 - 01.05 Nachrichten
02.00 - 02.05
02.05 - 05.00 Nachrichten
DeutschlandRadio TonArt
Mo Eine Welt Musik
Di Blues, Soul und Jazz
Mi Chansons und Balladen
Do Lonesome Cowboy
Fr SoundStage / It´s Musical Time
(zur vollen Stunde Nachrichten)
02.00 - 02.05 Nachrichten
02.05 - 05.00 DeutschlandRadio
TonArt. Nachtshow. Die RIAS
Big Band / Wonderful World of
Swing
(zur vollen Stunde Nachrichten)
01.05 - 02.00 DeutschlandRadio
2254
02.00 - 02.05 Nachrichten
02.05 - 05.00 DeutschlandRadio
TonArt
(zur vollen Stunde Nachrichten)
05.00 - 05.05 Nachrichten 05.00 - 05.05 Nachrichten 05.00 - 05.05 Nachrichten
05.05 - 09.00 DeutschlandRadio OrtsZeit.
Nachrichten und Informationen 05.05 - 09.00 Deutschlandradio
OrtsZeit. Nachrichten und Infor-
mationen
05.05 - 07.00 SonnTakt
(zur vollen Stunde Nachrichten)
07.00 - 07.05 Nachrichten
07.05 - 07.30 SonntagsMotette
A 26
07.30 - 08.00 Feiertag. Kirchli-
che Morgenfeier
08.00 - 08.08 Nachrichten
08.08 - 09.00 Kakadu. Pro-
gramm für Kinder
09.00 - 09.05 Nachrichten 09.00 - 09.05 Nachrichten 09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 12.30 HörenSagen 09.05 - 12.30 HörenSagen
(zur vollen Stunde Nachrichten) 09.05 - 12.30 HörenSagen. Mu-
sikalische Matinee
12.30 - 13.30 DeutschlandRadio OrtsZeit.
Nachrichten und Informationen 12.30 - 13.00 DeutschlandRadio
OrtsZeit mit Wochenendkom-
mentar
13.00 - 13.05 Nachrichten
13.05 - 13.30 NeonLicht. Das
Großstadtmagazin / Metropole
Berlin
12.30 - 13.00 DeutschlandRadio
OrtsZeit. Nachrichten und Infor-
mationen
13.00 - 13.05 Nachrichten
13.05 - 13.30 Die Reportage
13.30 - 14.00 Kakadu. Programm für Kinder
Mo InfoTag
Di ErzählTag
Mi MusikTag
Do RauskriegTag
Fr QuasselTag
13.30 - 14.00 Kakadu. Pro-
gramm für Kinder 13.30 - 14.30 Kakadu. Pro-
gramm für Kinder
14.00 - 14.05 Nachrichten 14.00 - 14.05 Nachrichten
14.05 - 17.00 Galerie
(zur vollen Stunde Nachrichten) 14.05 - 15.00 DeutschlandRadio
WortWechsel
15.00 - 15.05 Nachrichten
15.05 - 17.00 DeutschlandRund-
14.30 - 15.00 MusikSalon
15.00 - 15.05 Nachrichten
15.05 - 16.00 ZeitFragen
16.00 - 16.05 Nachrichten
A 27
fahrt. Ein akustischer Reisefüh-
rer
(zur vollen Stunde Nachrichten)
16.05 - 17.00 Variationen mit
Thema
17.00 - 18.00 DeutschlandRadio OrtsZeit Akzente.
Nachrichten und Informationen 17.00 - 17.30 DeutschlandRadio
OrtsZeit mit Sport und Aktuellem
aus der Bundesliga
17.30 - 18.00 BeispielsWeise.
Aus Religion und Gesellschaft
17.00 - 18.00 DeutschlandRadio
OrtsZeit. Aktuelles und Sport
18.00 - 18.30 Nachrichten.
Weltzeit 18.00 - 18.05 Nachrichten 18.00 - 18.03 Nachrichten
18.30 - 19.00 Musik Exklusiv 18.05 - 19.00 Musik Exklusiv 18.03 - 18.30 Musik Exklusiv
19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten 18.30 - 20.00 WortSpiel. Hör-
spiel
19.05 - 20.00 WortSpiel
Mo Krimi
Di Literatur
Mi Hörspiel
Do Bildung und Wissen / Feature
Fr Literatur
19.05 - 19.30 WortSpiel.
Zeitreisen 2000
20.00 - 22.30 Konzert im DeutschlandRadio
anschließend ab ca. 22.00
Mo Die besondere Aufnahme
Di Alte Musik
Mi Chormusik
Do Musiktraditionen
Fr Musik heute
19.30 - 22.30 Konzert im
DeutschlandRadio
anschließend ab ca. 22.00 Mu-
sik-Feuilleton
20.00 - 22.30 Konzert im
DeutschlandRadio
anschließend ab ca. 22.00
Einstand
A 28
22.30 - 23.00 DeutschlandRadio OrtsZeit.
Nachrichten und Informationen 22.30 - 23.00 OrtsZeit. Doku-
mente und Debatten 22.30 - 23.00 DeutschlandRadio
OrtsZeit mit politischem Buch
23.00 - 23.05 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten
23.05 - 00.00 Fazit. Kultur vom Tage 23.05 - 00.00 Fazit. Kultur vom
Tage 23.05 - 00.00 Fazit. Kultur vom
Tage
Nach: www.dradio.de, 14.07.2000.
A 29
Programmschema Deutschlandfunk
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten 00.00 - 00.05 Nachrichten
00.05 - 01.00 Fazit. Kultur vom Tage 00.05 - 01.00 Mitternachtskrimi 00.05 - 02.00 Lange Nacht
(zur vollen Stunde Nachrichten)
01.00 - 01.05 Nachrichten 01.00 - 01.05 Nachrichten 02.00 - 02.05 Nachrichten
01.05 - 02.00 Deutschlandfunk-Nacht-Radio
Mo Klang-Horizonte
Di Blues zur Nacht / Jazz zur Nacht
Mi Lieder-Laden
Do Rock-Zeit
Fr Midnight-Blue
01.05 - 03.00 Soundcheck
(Nachrichten zur vollen Stunde) 02.05 - 04.00 Nachtkonzert vom
Deutschlandfunk
(zur vollen Stunde Nachrichten)
02.00 - 02.05 Nachrichten 03.00 - 03.05 Nachrichten
02.05 - 05.00 Nachtkonzert vom Deutschlandfunk
(zur vollen Stunde Nachrichten) 03.05 - 05.00 Nachtkonzert vom
Deutschlandfunk
(Nachrichten zur vollen Stunde)
04.00 - 04.05 Nachrichten
04.05 - 06.00 Oldies und Ever-
greens / Country- und Western-
musik
05.00 - 05.05 Nachrichten 05.00 - 05.05 Nachrichten
05.05 - 09.00 Informationen am Morgen. Berichte, Inter-
views, Reportagen
(zur vollen Stunde Nachrichten)
05.05 - 07.15 Musik am Morgen
07.15 - 08.00 Informationen am
Morgen
06.00 - 06.05 Nachrichten
06.05 - 06.10 Kommentar
06.10 - 07.00 Sonntagskonzert
07.00 - 07.05 Nachrichten
09.00 - 09.05 Nachrichten 07.05 - 08.00 Geistliche Musik
09.05 - 09.10 Wir erinnern 08.00 - 08.10 Nachrichten 08.00 - 08.10 Nachrichten
09.10 - 09.30 Europa heute 08.10 - 10.00 Das Wochenend- 08.10 - 08.30 Am Sonnta
g
mor-
A 30
journal
(mit Presseschau) gen. Religiöses Wort
09.30 - 09.35 Nachrichten (Nachrichten zur vollen Stunde) 08.30 - 08.50 Klaviermusik
09.35 - 10.00 Tag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft 08.50 - 09.00 Presseschau /
Programmvorschau
09.00 - 09.05 Nachrichten
09.05 - 09.30 Die neue Platte
09.30 - 10.00 Kultur am Sonn-
tagmorgen
10.00 - 10.10 Nachrichten 10.00 - 10.05 Nachrichten 10.00 - 10.05 Nachrichten
10.10 - 11.30 Journal am Vormittag
Mo Kontrovers
Di Sprechstunde
Mi Berlin Friedrichstraße
Do Marktplatz
Fr Forum Kultur
10.05 - 11.00 Klassik-Pop-et
cetera
11.00 - 11.05 Nachrichten
11.05 - 11.50 Europäische Re-
gionen. Musik und Notizen aus
Europa
10.05 - 11.00 Gottesdienst
11.00 - 11.05 Nachrichten
11.05 - 11.30 Interview der Wo-
che
(darin: Nachrichten)
11.30 - 11.35 Nachrichten 11.50 - 12.00 Aus der Landwirt-
schaft 11.30 - 13.00 Sonntagsspazier-
gang.
11.35 - 12.00 Umwelt und Landwirtschaft Reisenotizen aus Deutschland
und der
12.00 - 12.10 Nachrichten 12.00 - 12.10 Nachrichten Welt (darin: Nachrichten)
12.10 - 14.30 Informationen am Mittag. Berichte, Inter-
views, Musik 12.10 - 13.00 Informationen am
Mittag
(darin: Internationale Presse-
schau) 13.00 - 13.10 Nachrich-
ten
13.00 - 13.05 Nachrichten
13.05 - 13.30 Informationen am
Mittag
13.30 - 15.00 Zwischentöne.
Musik und Fra
g
en zur Person
A 31
13.10 - 13.30 Themen der Wo-
che
13.30 - 14.00 Eine Welt. Aus-
landkorrespondenten berichten
14.00 - 14.05 Nachrichten
(darin: Nachrichten)
14.30 - 14.35 Nachrichten 14.05 - 16.00 Corso Extra
(zur vollen Stunde Nachrichten)
14.35 - 15.00 Campus und Karriere
15.00 - 15.05 Nachrichten 15.00 - 15.05 Nachrichten
15.05 - 15.30 Corso - Kultur nach 3 15.05 - 16.00 Musikszene
15.30 - 16.00 Nachrichten Deutschland
16.00 - 16.10 Nachrichten 16.00 - 16.05 Nachrichten 16.00 - 16.10 Nachrichten
16.10 - 16.30 Büchermarkt 16.05 - 16.30 Büchermarkt. Aus
dem literarischen Leben 16.10 - 16.30 Büchermarkt. Aus
dem literarischen Leben
16.30 - 16.35 Nachrichten 16.30 - 17.00 Forschung aktuell. 16.30 - 17.00 Forschung aktuell.
16.35 - 17.00 Forschung aktuell Computer und Kommunikation Wissenschaft im Brennpunkt
17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten 17.00 - 17.05 Nachrichten
17.05 - 17.30 Wirtschaft und Gesellschaft 17.05 - 17.30 Markt und Medien 17.05 - 17.30 Markt und Kultur
17.30 - 17.35 Nachrichten 17.30 - 18.00 Kultur heute 17.30 - 18.00 Kultur heute
17.35 - 18.00 Kultur heute
18.00 - 18.10 Nachrichten 18.00 - 18.10 Nachrichten 18.00 - 18.10 Nachrichten
18.10 - 18.40 Informationen am Abend 18.10 - 18.30 Informationen am
Abend 18.10 - 18.40 Informationen am
Abend
18.40 - 19.00 Hintergrund Politik 18.30 - 18.40 Blick in die Wo-
chenzeitungen
18.40 - 19.00 Hintergrund Politik
18.40 - 19.00 Hintergrund Wirt-
schaft
A 32
19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten 19.00 - 19.05 Nachrichten
19.05 - 19.15 Kommentar 19.05 - 19.10 Kommentar 19.05 - 19.10 Kommentar
19.15 - 20.00 Mo Politische Literatur
Di Das Feature
Mi Zur Diskussion
Do DLF-Magazin
Fr Das Feature
19.10 - 20.00 Sport am Samstag 19.10 - 20.00 Sport am Sonntag
20.00 - 20.10 Nachrichten 20.00 - 20.05 Nachrichten 20.00 - 20.05 Nachrichten
20.10 - 21.00 Studiozeit
Mo Musikjournal
Di Hörspiel
Mi Aus Religion und Gesellschaft
(20.30 – 21.00 Lesezeit)
Do Aus Kultur- und Sozialwissenschaften
Fr Literatur und Kunst
20.05 - 22.00 Hörspiel / Studio
LCB 20.05 - 21.00 Freistil
21.00 - 21.05 Nachrichten
21.05 - 23.00 Konzertdokument
der Woche (darin: Nachrichten)
21.00 - 21.05 Nachrichten
21.05 - 22.00 Mo Jazz live
Di Musikforum
Mi Querköpfe (Kabarett, Comedy und
schräge Lieder)
Do Festspiel-Panorama
Fr …live
22.00 - 22.05 Nachrichten 22.00 - 22.05 Nachrichten
22.05 - 22.50 Mo Rock et Cetera
Di Musikforum
Mi Tonkost
22.05 - 22.50 Atelier Neue Mu-
sik
A 33
Do Festspiel-Panorama
Fr JazzFacts
22.50 - 23.00 Sport aktuell 22.50 - 23.00 Sport aktuell
23.00 - 23.10 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten 23.00 - 23.05 Nachrichten
23.10 - 23.58 Das war der Tag. Journal vor Mitternacht 23.05 - 23.58 Lange Nacht 23.05 - 23.30 Sportplatz
23.30 - 23.58 Historische Auf-
nahmen
23.58 - 00.00 Nationalhymne 23.58 - 00.00 Nationalhymne 23.58 - 00.00 Nationalhymne
Nach: www.dradio.de, 14.07.2000.
A 34
Programmschema Klassik Radio
Uhrzeit Mo - Fr Sa So
23.00 - 7.00 Mo, Di, Mi
23.00 - 07.00 Klassik Luna.
Die Nacht der großen Meister
Do, Fr
23.00 - 01.00 Legenden der Klassik. Mu-
sikmagazin
01.00 - 07.00 Klassik Luna
23.00 - 06.00 Klassik Luna
06.00 - 07.00 Klassik Vision 23.00 - 06.00 Klassik Luna
06.00 - 07.00 Klassik Vision
07.00 - 10.00 Klassik Vision.
Der erste Blick in den neuen Tag 07.00 - 09.00 Fit mit Klassik.
Gesundheitsmagazin
09.00 - 10.00 Klassik Count-
down. Klassik Hitparade
07.00 - 08.00 Hessen Klassik.
Musikmagazin
08.00 - 09.00 Klassik und Kir-
che. Kirchenmagazin
09.00 - 10.00 Klassik Count-
down.
Klassik Hitparade
10.00 - 14.00 Planet Classic.
Große Musik für den blauen Planeten 10.00 - 14.00 Planet Classic.
Große Musik für den blauen
Planeten
10.00 - 14.00 Planet Classic.
Große Musik für den blauen
Planeten
14.00 - 16.00 Mo City Klassik
Di City Klassik
Mi Klassik Leute. Mit Nina Ruge
Do City Klassik
Fr City Klassik
14.00 - 16.00 Classic Cuts. Mu-
siksendung
14.00 - 16.00 Bei Anruf Klassik.
Wochenendwunschmusik
16.00 - 18.00 Cit
y
Klassik. Der ents
p
annte We
g
durch 16.00 - 17.00 Radio investor- 16.00 - 17.00 Seitenweise. Lite-
A 35
den ganzen Nachmittag world. Das Anleger Magazin
17.00 - 19.00 Terra Classica raturmagazin
17.00 - 19.00 Klassik Leute. Mit
Nina Ruge (Wdhl.)
18.00 - 19.00 Mo Blickpunkt Berlin. Hauptstadttalk
Di New Classics. Musikmagazin
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Musik zum Entspannen und Genießen 19.00 - 23.00 Klassik Dreams 19.00 - 23.00 Klassik Dreams
Dazu: Mo - Fr von 06.30 bis 18.30, jeweils um halb: Klassik Radio Kompakt - Börse und Kultur
Dazu: Mo - So von 06.00 bis 19.00, jeweils zur vollen Stunde: Weltnachrichten
Nach: www.klassikradio.de, 13.07.2000.
A 36
Martina Bergler
Bardenhorst 18
33739 Bielefeld
Tel. 0521/34793
Fax 0521/9825750
Mobil 0171/9523362
mbergler@aol.com
Martina Bergler - Bardenhorst 18 - 33739 Bielefeld
Mitglieder der
Brahms-Gesellschaft
6. Juni 2000
Dissertation
Sehr geehrte Mitglieder der Brahms-Gesellschaft,
für wissenschaftliche Forschungszwecke habe ich freundlicherweise die Adressen der Mit-
glieder der Brahms-Gesellschaft erhalten. Ich hoffe, daß Sie keine Einwände hierzu haben
und versichere Ihnen, daß ich Ihre Adresse allein für dieses einzige Anschreiben genutzt
habe.
Ich bitte Sie um Unterstützung für meine Dissertation, die ich derzeit im Fachbereich Musik-
wissenschaft an der Universität Paderborn schreibe. Mein Doktorvater ist Herr Prof. Dr.
Gerhard Allroggen, (Musikwissenschaft), Zweitbetreuer ist Herr Prof. Dr. Arno Klönne, (So-
ziologie). Für diese Dissertation untersuche ich die Zusammenhänge zwischen Personen,
die klassischer Musik aufgeschlossen gegenüberstehen, und Hörern von Radioprogrammen
mit klassischer Musik.
Dafür habe ich einen Fragebogen entwickelt und bitte Sie um 3 Minuten Ihrer Zeit. Bitte
füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich
zurück (Porto zahlt Empfänger). Selbstverständlich sind Ihre Daten anonym, und Ihre Teil-
nahme ist freiwillig.
Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich bitte an. Nach Abschluß der Auswertung liefere ich
der Brahms-Gesellschaft eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen recht herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Bergler
Anlagen
A 37
Fragebogen „Klassische Musik“
Bitte füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich zurück
(Briefumschlag liegt bei, Porto zahlt Empfänger). Herzlichen Dank!
Deutsche Post oder per Fax: 0521 / 9825750
postlagernd
Kennwort: „Klassische Musik“
33501 Bielefeld
Geschlecht: # Alter
Ο weiblich Ο zwischen 14 und 29 Jahren
Ο männlich Ο zwischen 30 und 49 Jahren
Ο über 50 Jahre
Frage 1. Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 2. Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavierkonzerte, Opern)
und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Frage 3. Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Frage 4. Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und wann im Monat
Ο fast gar nicht
Frage 5. Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in erster Linie
Ο WDR 3 Ο SWR 2 Ο * radio kultur
Ο Radio 3 Ο hr 2 Ο Deutschlandfunk
Ο Radio Bremen 2 Ο Bayern 4 Klassik Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο SR 2 KulturRadio Ο mdr kultur Ο Klassik Radio
Ο Sonstige _________________
(Bei den folgenden Fragen sind immer mehrere Anworten möglich)
Frage 6. Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht - bitte wenden -
A 38
Frage 7. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann interessiert mich
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Οrspiel
Ο Sonstiges:____________________________
Frage 8. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts anderes
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Frage 9. Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht oder selten,
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Frage 10. Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüßte, wann was
gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Frage 11. Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich gerne informieren durch
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten, ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresentgelt besondere
Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Frage 12. Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer Musik,
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lassen
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein. Vielen Dank!
A 39
Porto zahlt
Empfänger
- Antwort -
Deutsche Post
postlagernd
Kennwort „Klassische Musik“
33501 Bielefeld
A 40
Martina Bergler
Bardenhorst 18
33739 Bielefeld
Tel. 0521/34793
Fax 0521/9825750
Mobil 0171/9523362
mbergler@aol.com
Martina Bergler - Bardenhorst 18 - 33739 Bielefeld
Mitglieder der
Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft
Juli 2000
Dissertation
Sehr geehrte Mitglieder der Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft,
für wissenschaftliche Forschungszwecke habe ich freundlicherweise die Möglichkeit erhal-
ten, dieses Schreiben dem Versand der Weberiana beizulegen. Wie Sie vielleicht wissen,
bin ich selbst auch Mitglied der Weber-Gesellschaft und habe nun ein Anliegen an meine
„Mitglieder-Kollegen“.
Ich bitte Sie um Unterstützung für meine Dissertation, die ich derzeit im Fachbereich Musik-
wissenschaft an der Universität Paderborn schreibe. Mein Doktorvater ist der Herausgeber
der Weber-Gesamtausgabe und Mitglied des Beirats der Weber-Gesellschaft Herr Prof. Dr.
Gerhard Allroggen (Musikwissenschaft), Zweitbetreuer ist Herr Prof. Dr. Arno Klönne (Sozio-
logie). Für diese Dissertation untersuche ich die Zusammenhänge zwischen Personen, die
klassischer Musik aufgeschlossen gegenüberstehen, und Hörern von Radioprogrammen mit
klassischer Musik.
Dafür habe ich einen Fragebogen entwickelt und bitte Sie um 3 Minuten Ihrer Zeit. Bitte
füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich
zurück (Briefumschlag liegt bei, Porto zahlt Empfänger). Selbstverständlich sind Ihre Daten
anonym, und Ihre Teilnahme ist freiwillig.
Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich bitte an. Nach Abschluß der Auswertung liefere ich
der Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Gesellschaft eine Zusammenfassung der Ergeb-
nisse.
Für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen recht herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Bergler
Anlagen
A 41
Fragebogen „Klassische Musik“
Bitte füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich
zurück (Briefumschlag liegt bei, Porto zahlt Empfänger). Herzlichen Dank!
Deutsche Post oder per Fax: 0521 / 9825750
postlagernd
Kennwort: „Klassische Musik“
33501 Bielefeld
Geschlecht: # Alter
Ο weiblich Ο zwischen 14 und 29 Jahren
Ο männlich Ο zwischen 30 und 49 Jahren
Ο über 50 Jahre
Frage 1. Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 2. Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavierkonzerte, Opern)
und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Frage 3. Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Frage 4. Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und wann im Monat
Ο fast gar nicht
Frage 5. Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in erster Linie
Ο WDR 3 Ο SWR 2 Ο * radio kultur
Ο Radio 3 Ο hr 2 Ο Deutschlandfunk
Ο Radio Bremen 2 Ο Bayern 4 Klassik Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο SR 2 KulturRadio Ο mdr kultur Ο Klassik Radio
Ο Sonstige _________________
(Bei den folgenden Fragen sind immer mehrere Anworten möglich)
Frage 6. Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht - Bitte wenden -
A 42
Frage 7. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann interessiert mich
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Οrspiel
Ο Sonstiges:____________________________
Frage 8. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts anderes
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Frage 9. Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht oder selten,
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Frage 10. Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüßte, wann was
gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Frage 11. Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich gerne informieren durch
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten, ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresentgelt besondere
Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Frage 12. Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer Musik,
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lassen
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein. Vielen Dank!!
A 43
A 44
A 45
Fragebogen „Klassische Musik“
Sehr geehrte Damen und Herren,
für meine Dissertation in Musikwissenschaft, Univ. Paderborn, untersuche ich Zusammenhänge zwischen
Klassik-Freunden und Hörern von Radioprogrammen mit klassischer Musik. Dafür bitte ich Sie um Ihre
Unterstützung und um 3 Minuten Ihrer Zeit. Bitte füllen Sie diesen Fragebogen aus und schicken oder
faxen Sie ihn an mich zurück (Porto zahlt Empfänger). Selbstverständlich sind ihre Daten anonym und Ihre
Teilnahme ist freiwillig. Wenn Sie Fragen haben rufen Sie mich an: Martina Bergler, Tel. 0521 / 34793.
Herzlichen Dank!
Deutsche Post oder per Fax: 0521 / 9825750
postlagernd
Kennwort: „Klassische Musik“
33501 Bielefeld
Geschlecht: # Alter
Ο weiblich Ο zwischen 14 und 29 Jahren
Ο männlich Ο zwischen 30 und 49 Jahren
Ο über 50 Jahre
Frage 1. Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 2. Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavierkonzerte, Opern)
und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Frage 3. Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Frage 4. Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und wann im Monat
Ο fast gar nicht
Frage 5. Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in erster Linie
Ο WDR 3 Ο SWR2 Ο radio kultur
Ο Radio 3 Ο hr 2 Ο Deutschlandfunk
Ο Bremen 2 Ο Bayern 4 Klassik Ο Klassik-Radio
Ο SR 2 Ο mdr kultur Ο Sonstige _________________
(Bei den folgenden Fragen sind immer mehrere Anworten möglich)
Frage 6. Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind - bitte wenden -
A 46
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht
Frage 7. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann interessiert mich
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Οrspiel
Ο Sonstiges:____________________________
Frage 8. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts anderes
Ο dann erledige ich nebenbei irgendetwas (Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Frage 9. Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht oder selten,
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gesendet werden
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Frage 10. Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüßte, wann was
gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Frage 11. Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich gerne informieren durch
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten, ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresentgelt besondere
Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Frage 12. Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer Musik,
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lassen
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein. Vielen Dank!
A 47
Martina Bergler
Bardenhorst 18
33739 Bielefeld
Tel. 0521/34793
Fax 0521/9825750
Mobil 0171/9523362
mbergler@aol.com
Martina Bergler - Bardenhorst 18 - 33739 Bielefeld
An
Mitglieder eines Golf-Clubs und
interessierte Golf-Spieler
September 2000
Dissertation
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Golf-Sports,
ich bitte Sie um Unterstützung für meine Dissertation, die ich derzeit im Fachbereich Musik-
wissenschaft an der Universität Paderborn schreibe. Mein Doktorvater ist Herr Prof. Dr.
Gerhard Allroggen, (Musikwissenschaft), Zweitbetreuer ist Herr Prof. Dr. Arno Klönne, (So-
ziologie). Für diese Dissertation untersuche ich die Akzeptanz von Radiogrammen mit klas-
sischer Musik bei verschiedenen Zielgruppen, so auch bei Mitgliedern von Golf-Clubs bzw.
interessierten Golf-Spielern.
Dafür habe ich einen Fragebogen entwickelt und bitte Sie um 3 Minuten Ihrer Zeit. Bitte
füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich
zurück. Ein Rückumschlag liegt bei (Porto zahlt Empfänger). Selbstverständlich sind Ihre
Daten anonym, und Ihre Teilnahme ist freiwillig.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie mich gerne anrufen.
Für Ihre Unterstützung danke ich Ihnen recht herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Bergler
Anlage
A 48
Fragebogen „Klassische Musik“
Bitte füllen Sie diesen doppelseitigen Fragebogen aus und faxen oder schicken Sie ihn an mich
zurück (Briefumschlag liegt bei, Porto zahlt Empfänger). Herzlichen Dank!
Deutsche Post oder Fax: 0521 / 9825750
postlagernd
Kennwort: „Klassische Musik“
33501 Bielefeld
Geschlecht: # Alter
Ο weiblich Ο zwischen 14 und 29 Jahren
Ο männlich Ο zwischen 30 und 49 Jahren
Ο über 50 Jahre
Frage 1. Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 2. Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavierkonzerte, Opern)
und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Frage 3. Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Frage 4. Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und wann im Monat
Ο fast gar nicht
Frage 5. Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in erster Linie
Ο WDR 3 Ο SWR 2 Ο * radio kultur
Ο Radio 3 Ο hr 2 Ο Deutschlandfunk
Ο Radio Bremen 2 Ο Bayern 4 Klassik Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο SR 2 KulturRadio Ο mdr kultur Ο Klassik Radio
Ο Sonstige _________________
(Bei den folgenden Fragen sind immer mehrere Anworten möglich)
Frage 6. Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht - Bitte wenden -
A 49
Frage 7. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann interessiert mich
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Οrspiel
Ο Sonstiges:____________________________
Frage 8. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts anderes
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Frage 9. Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht oder selten,
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Frage 10. Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüßte, wann was
gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Frage 11. Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich gerne informieren durch
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten, ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresentgelt besondere
Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Frage 12. Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer Musik,
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lassen
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein. Vielen Dank!!
A 50
Fragebogen „Klassische Musik“
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Golf-Sports,
ich bitte Sie um Unterstützung für meine Dissertation, die ich derzeit im Fachbereich Musikwissenschaft
an der Universität Paderborn schreibe. Für diese Dissertation untersuche ich die Akzeptanz von Radio-
grammen mit klassischer Musik, unter anderem bei Mitgliedern von Golf-Clubs bzw. interessierten Golf-
Spielern.
Dafür habe ich einen Fragebogen entwickelt und bitte Sie um 3 Minuten Ihrer Zeit. Bitte füllen Sie diesen
doppelseitigen Fragebogen aus und legen Sie ihn anschließend in den Papp-Kasten, den ich wieder abho-
le. Selbstverständlich sind Ihre Daten anonym, und Ihre Teilnahme ist freiwillig.
Herzlichen Dank! Martina Bergler (Bardenhorst 18, 33739 Bielefeld, Tel. 0521 / 34793)
Geschlecht: # Alter
Ο weiblich Ο zwischen 14 und 29 Jahren
Ο männlich Ο zwischen 30 und 49 Jahren
Ο über 50 Jahre
Frage 1. Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Ο mehrmals im Monat
Ο mehrmals im Jahr
Ο kaum
Frage 2. Ich höre gerne klassische Musik (z.B. Symphonien, Klavierkonzerte, Opern)
und höre diese Konzerte oder Opern am liebsten (mehrere Antworten möglich)
Ο live bei einem Konzert (Musiksaal, Kirche), Theater, Musik-Festival
Ο über CD/Schallplatte
Ο im Radio
Ο im Fernsehen
Frage 3. Wenn ich Radio höre, dann meistens (mehrere Antworten möglich)
Ο Programme mit Pop-Musik, Hits
Ο Programme mit Schlagermusik, Oldies
Ο Programme mit vielen Wortbeiträgen
Ο Programme mit klassischer Musik
Frage 4. Radioprogramme mit klassischer Musik höre ich
Ο fast ausschließlich
Ο mehrmals die Woche
Ο ab und wann im Monat
Ο fast gar nicht
Frage 5. Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann in erster Linie
Ο WDR 3 Ο SWR 2 Ο * radio kultur
Ο Radio 3 Ο hr 2 Ο Deutschlandfunk
Ο Radio Bremen 2 Ο Bayern 4 Klassik Ο DeutschlandRadio Berlin
Ο SR 2 KulturRadio Ο mdr kultur Ο Klassik Radio
Ο Sonstige _________________
(Bei den folgenden Fragen sind immer mehrere Anworten möglich)
Frage 6. Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik
Ο weil ich klassische Musik gerne mag
Ο weil auch Informationen in diesem Programm sehr interessant sind
Ο weil ich dabei entspannen oder abschalten kann
Ο weil ________________________________
Ο fast gar nicht - Bitte wenden -
A 51
Frage 7. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, dann interessiert mich
Ο Kammermusik
Ο Sinfonische Musik
Ο Oper
Ο Wortsendungen
Οrspiel
Ο Sonstiges:____________________________
Frage 8. Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
Ο dann höre ich ausschließlich Radio und mache nebenbei nichts anderes
Ο dann erledige ich nebenbei irgend etwas (Hausarbeit, Autofahren, Arbeiten)
Ο dann lese ich nebenbei
Ο dann unterhalte ich mich nebenbei
Frage 9. Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht oder selten,
Ο weil ich im Radio lieber einen anderen Sender höre
Ο weil ich nie weiß, was für Musikstücke gerade gesendet werden
Ο weil ich das Programm im einzelnen nicht kenne
Ο weil mir die Musikstücke zu lang sind
Ο weil ich bei den Werken öfters den Anfang verpasse
Ο weil mir die Auswahl der Stücke nicht gefällt
Ο weil der Empfang nicht so gut ist
Ο weil ich klassische Musik lieber live in einem Konzert höre
Ο weil ich klassische Musik lieber von CD/Schallplatte höre
Ο weil _________________________________
Frage 10. Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassischer Musik hören,
Ο wenn ich Informationen zu diesem Programm hätte und genau wüßte, wann was
gespielt wird
Ο wenn der Inhalt des Programms anders zusammengestellt wäre,
und zwar______________________________
Ο wenn ich mehr Zeit oder mehr Ruhe dazu hätte
Ο wenn _________________________________
Frage 11. Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich mich gerne informieren durch
Ο eine Programmzeitschrift oder Tageszeitung, die man z.B. am Kiosk kaufen kann
Ο eine Radiozeitschrift, die ich auf Wunsch kostenlos vom Sender zugeschickt bekomme
Ο das Internet
Ο Programmhinweise, die ich im Fernsehen oder im Radio höre
Ο Informationsblätter, die an öffentlichen Orten, z.B. bei Konzerten, ausliegen
Ο die Mitgliedschaft in einem Radio-Club, bei dem ich für ein Jahresentgelt besondere
Informationen und Vergünstigungen erhalte
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Ich benötige keine weiteren Informationen.
Frage 12. Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer Musik,
Ο da ich den Programmablauf kenne
Ο da ich regelmäßig eine Programmzeitschrift lese
Ο da ich mir Informationen von den Sendern zuschicken lassen
Ο Sonstiges: ___________________________
Ο Mir ist es egal, was konkret gespielt wird, ich schalte einfach so ein. Vielen Dank!!
A 52
Ergebnisse der eigenen Untersuchung
Geschlecht
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 45 34,6 36,3
männlich 79 60,8 63,7
Gesamt 124 95,4 100,0
Fehlende Werte 6 4,6
Gesamt 130 100,0
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 25 37,3 38,5
männlich 40 59,7 61,5
Gesamt 65 97,0 100,0
Fehlende Werte 2 3,0
Gesamt 67 100,0
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 100 42,7 45,0
männlich 122 52,1 55,0
Gesamt 222 94,9 100,0
Fehlende Werte 12 5,1
Gesamt 234 100,0
A 53
Golf-Spieler
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
weiblich 113 54,9 56,2
männlich 88 42,7 43,8
Gesamt 201 97,6 100,0
Fehlende Werte 5 2,4
Gesamt 206 100,0
A 54
Alter
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29 Jah-
ren
3
2,3
2,4
zwischen 30 und 49 Jah-
ren
29
22,3
23,6
über 50 Jahre 91 70,0 74,0
Gesamt 123 94,6 100,0
Fehlende Werte 7 5,4
Gesamt 130 100,0
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29 Jah-
ren
3
4,5
4,5
zwischen 30 und 49 Jah-
ren
17
25,4
25,4
über 50 Jahre 47 70,1 70,1
Gesamt 67 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 67 100,0
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29 Jah-
ren
5
2,1
2,2
zwischen 30 und 49 Jah-
ren
26
11,1
11,5
über 50 Jahre 195 83,3 86,3
Gesamt 226 96,6 100,0
Fehlende Werte 8 3,4
Gesamt 234 100,0
A 55
Golf-Spieler
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
zwischen 14 und 29 Jah-
ren
8
3,9
4,0
zwischen 30 und 49 Jah-
ren
69
33,5
34,3
über 50 Jahre 124 60,2 61,7
Gesamt 201 97,6 100,0
Fehlende Werte 5 2,4
Gesamt 206 100,0
A 56
Frage 1: Ich besuche Konzerte oder Theateraufführungen in der Regel
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 44 33,8 34,4
mehrmals im Jahr 77 59,2 60,2
kaum 7 5,4 5,5
Gesamt 128 98,5 100,0
Fehlende Werte 2 1,5
Gesamt 130 100,0
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 33 49,3 49,3
mehrmals im Jahr 32 47,8 47,8
kaum 2 3,0 3,0
Gesamt 67 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 67 100,0
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 78 33,3 33,5
mehrmals im Jahr 135 57,7 57,9
kaum 20 8,5 8,6
Gesamt 233 99,6 100,0
Fehlende Werte 1 0,4
Gesamt 234 100,0
A 57
Golf-Spieler
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
mehrmals im Monat 9 4,4 4,4
mehrmals im Jahr 118 57,3 57,3
kaum 79 38,3 38,3
Gesamt 206 100,0 100,0
Fehlende Werte - -
Gesamt 206 100,0
A 58
Frage 2: Ich höre gerne klassische Musik und höre diese Konzerte
oder Opern am liebsten
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 120 40,3 92,3
über CD/Schallplatte 98 32,9 75,4
im Radio 60 20,1 46,2
im Fernsehen 20 6,7 15,4
Gesamt 298 100,0 229,2
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 61 38,9 92,4
über CD/Schallplatte 48 30,6 72,7
im Radio 35 22,3 53,0
im Fernsehen 13 8,3 19,7
Gesamt 157 100,0 237,9
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 218 37,7 93,6
über CD/Schallplatte 185 32,0 79,4
im Radio 133 23,0 57,1
im Fernsehen 42 7,3 18,0
Gesamt 578 100,0 248,1
A 59
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
live bei einem Konzert 118 37,0 63,8
über CD/Schallplatte 115 36,1 62,2
im Radio 61 19,1 33,0
im Fernsehen 25 7,8 13,5
Gesamt 319 100,0 172,4
A 60
Frage 3: Wenn ich Radio höre, dann meistens Programme mit
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 17 9,5 13,3
Schlagermusik, Oldies 10 5,6 7,8
vielen Wortbeiträge 43 24,0 33,6
klassischer Musik 109 60,9 85,2
Gesamt 179 100,0 139,8
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 5 5,3 7,5
Schlagermusik, Oldies 7 7,4 10,4
vielen Wortbeiträge 22 23,2 32,8
klassischer Musik 61 64,2 91,0
Gesamt 95 100,0 141,8
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 11 3,5 4,8
Schlagermusik, Oldies 14 4,4 6,1
vielen Wortbeiträge 78 24,8 33,8
klassischer Musik 212 67,3 91,8
Gesamt 315 100,0 136,4
A 61
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Pop-Musik, Hits 85 28,5 41,7
Schlagermusik, Oldies 70 23,5 34,3
vielen Wortbeiträge 64 21,5 31,4
klassischer Musik 79 26,5 38,7
Gesamt 298 100,0 146,1
A 62
Frage 4: Radiogrogramme mit klassischer Musik höre ich...
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 46 35,4 38,3
mehrmals in der Woche 42 32,3 35,0
ab und an im Monat 24 18,5 20,0
fast gar nicht 8 6,2 6,7
Gesamt 120 92,3 100,0
Fehlende Werte 10 7,7
Gesamt 130 100,0
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 24 35,8 36,9
mehrmals in der Woche 25 37,3 38,5
ab und an im Monat 11 16,4 16,9
fast gar nicht 5 7,5 7,7
Gesamt 65 97,0 100,0
Fehlende Werte 2 3,0
Gesamt 67 100,0
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 88 37,6 38,3
mehrmals in der Woche 86 36,8 37,4
ab und an im Monat 42 17,9 18,3
fast gar nicht 14 6,0 6,1
Gesamt 230 98,3 100,0
Fehlende Werte 4 1,7
Gesamt 234 100,0
A 63
Golf-Spieler
Anzahl Prozent Gültige
Prozente
fast ausschließlich 13 6,3 6,4
mehrmals in der Woche 50 24,3 24,6
ab und an im Monat 67 32,5 33,0
fast gar nicht 73 35,4 36,0
Gesamt 203 98,5 100,0
Fehlende Werte 3 1,5
Gesamt 206 100,0
A 64
Frage 5: Wenn ich Radioprogramme mit klassischer Musik höre, dann
in erster Linie
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 21 10,0 16,7
Radio 3 71 33,8 56,3
Radio Bremen 2 5 2,4 4,0
SR 2 KulturRadio 3 1,4 2,4
SWR 2 6 2,9 4,8
hr 2 8 3,8 6,3
Bayern 4 Klassik 18 8,6 14,3
mdr Kultur 1 0,5 0,8
*radio kultur - - -
Deutschlandfunk 23 11 18,3
DeutschlandRadio Berlin 9 4,3 7,1
Klassik Radio 37 17,6 29,4
Sonstige 8 3,8 6,3
Gesamt 210 100,0 166,7
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 10 9,3 15,6
Radio 3 24 22,4 37,5
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 2 1,9 3,1
SWR 2 5 4,7 7,8
hr 2 3 2,8 4,7
Bayern 4 Klassik 6 5,6 9,4
mdr Kultur 8 7,5 12,5
*radio kultur 8 7,5 12,5
Deutschlandfunk 8 7,5 12,5
DeutschlandRadio Berlin 12 11,2 18,8
Klassik Radio 17 15,9 26,6
Sonstige 4 3,7 6,3
Gesamt 107 100,0 167,2
A 65
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 157 39,5 70,1
Radio 3 18 4,5 8,0
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 6 1,5 2,7
SWR 2 36 9,1 16,1
hr 2 21 5,3 9,4
Bayern 4 Klassik 28 7,1 12,5
mdr Kultur 9 2,3 4,0
*radio kultur 6 1,5 2,7
Deutschlandfunk 42 10,6 18,8
DeutschlandRadio Berlin
Klassik Radio 61 15,4 27,2
Sonstige 13 3,3 5,8
Gesamt 397 100,1 177,2
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
WDR 3 97 47,1 61,0
Radio 3 10 4,9 6,3
Radio Bremen 2 - - -
SR 2 KulturRadio 2 1,0 1,3
SWR 2 1 0,5 0,6
hr 2 1 0,5 0,6
Bayern 4 Klassik 20 9,7 12,6
mdr Kultur - - -
*radio kultur 1 0,5 0,6
Deutschlandfunk 9 4,4 5,7
DeutschlandRadio Berlin 4 1,9 2,5
Klassik Radio 44 21,4 27,7
Sonstige 17 8,3 10,7
Gesamt 206 100,2 167,2
A 66
Frage 6: Ich höre ein Radioprogramm mit klassischer Musik ...
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
113
52,6
89,0
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
60
27,9
47,2
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
21
9,8
16,5
weil... 16 7,4 12,6
fast gar nicht 5 2,3 3,9
Gesamt 215 100,0 169,2
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
60
56,6
90,9
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
29
27,4
43,9
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
9
8,5
13,6
weil... 5 4,7 7,6
fast gar nicht 3 2,8 4,5
Gesamt 106 100,0 160,6
A 67
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
213
54,5
92,2
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
103
26,3
44,6
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
47
12,0
20,3
weil... 17 4,3 7,4
fast gar nicht 11 2,8 4,8
Gesamt 391 99,9 169,3
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich klassische Musik
gerne mag
95
35,8
49,0
weil auch Informationen
in diesem Programm
sehr interessant sind
23
8,7
11,9
weil ich dabei entspan-
nen oder abschalten
kann
91
34,3
46,9
weil... 2 0,8 1,0
fast gar nicht 54 20,4 27,8
Gesamt 265 100,0 136,6
A 68
Frage 7: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre,
dann interessiert mich
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 101 30,2 78,9
Sinfonische Musik 114 34,2 89,1
Oper 50 15,0 39,1
Wortsendungen 40 12,0 31,3
Hörspiele 9 2,7 7,0
Sonstiges 19 5,7 14,8
Gesamt 333 100,0 260,2
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 48 29,8 75,0
Sinfonische Musik 55 34,2 85,9
Oper 29 18,0 45,3
Wortsendungen 22 13,7 34,4
Hörspiele 3 1,9 4,7
Sonstiges 4 2,5 6,3
Gesamt 161 100,1 251,6
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 182 33,4 79,8
Sinfonische Musik 200 36,7 87,7
Oper 81 14,9 35,5
Wortsendungen 51 9,4 22,4
Hörspiele 13 2,4 5,7
Sonstiges 18 3,3 7,9
Gesamt 545 100,1 239,0
A 69
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
Kammermusik 31 12,4 17,6
Sinfonische Musik 137 54,8 77,8
Oper 47 18,8 26,7
Wortsendungen 16 6,4 9,1
Hörspiele 14 5,6 8,0
Sonstiges 5 2,0 2,8
Gesamt 250 100,0 142,0
A 70
Frage 8: Wenn ich ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre, ...
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
63
36,6
50,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
86
50,0
68,8
dann lese ich nebenbei 17 9,9 13,6
dann unterhalte ich mich
nebenbei
6
3,5
4,8
Gesamt 172 99,9 137,6
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
36
40,0
55,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
46
51,1
70,8
dann lese ich nebenbei 8 8,9 12,3
dann unterhalte ich mich
nebenbei
-
-
-
Gesamt 90 100,0 138,5
A 71
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
108
32,0
47,4
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
150
44,5
65,8
dann lese ich nebenbei 69 20,5 30,3
dann unterhalte ich mich
nebenbei
10
3,0
4,4
Gesamt 337 100,0 147,8
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
dann höre ich aus-
schließlich Radio und
mache nebenbei nichts
anderes
27
12,6
15,6
dann erledige ich ne-
benbei irgend etwas
(Hausarbeit, Autofahren,
Arbeiten)
123
57,2
71,1
dann lese ich nebenbei 48 22,3 27,7
dann unterhalte ich mich
nebenbei
17
7,9
9,8
Gesamt 215 100,0 124,3
A 72
Frage 9: Ein Radioprogramm mit klassischer Musik höre ich gar nicht
oder selten,
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
4
6,3
12,1
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
5
7,9
15,2
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
3
4,8
9,1
weil mir die Musikstücke
zu lang sind - - -
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
3
4,8
9,1
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
5
7,9
15,2
weil der Empfang nicht
so gut ist
4
6,3
12,1
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
19
30,2
57,6
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
17
27,0
51,5
weil ... 3 4,8 9,1
Gesamt 63 100,0 190,9
A 73
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
3
7,7
12,5
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
4
10,3
16,7
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
2
5,1
8,3
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
-
-
-
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
1
2,6
4,2
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
2
5,1
8,3
weil der Empfang nicht
so gut ist
3
7,7
12,5
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
9
23,1
37,5
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
9
23,1
37,5
weil ... 6 15,4 25,0
Gesamt 39 100,1 162,5
A 74
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
7
7,2
13,5
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
9
9,3
17,3
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
2
2,1
3,8
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
2
2,1
3,8
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
3
3,1
5,8
weil der Empfang nicht
so gut ist
5
5,2
9,6
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
32
33,0
61,5
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
28
28,9
53,8
weil ... 9 9,3 17,3
Gesamt 97 100,2 186,5
A 75
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
weil ich im Radio lieber
einen anderen Sender
höre
51
24,8
40,2
weil ich nie weiß, was für
Musikstücke gerade ge-
sendet werden
23
11,2
18,1
weil ich das Programm
im einzelnen nicht kenne
17
8,3
13,4
weil mir die Musikstücke
zu lang sind
1
0,5
0,8
weil ich bei den Werken
öfters den Anfang ver-
passe
5
2,4
3,9
weil mir die Auswahl der
Stücke nicht gefällt
5
2,4
3,9
weil der Empfang nicht
so gut ist
4
1,9
3,1
weil ich klassische Musik
lieber live in einem Kon-
zert höre
43
20,9
33,9
weil ich klassische Musik
lieber von
CD/Schallplatte höre
54
26,2
42,5
weil ... 3 1,5 2,4
Gesamt 206 100,0 162,2
A 76
Frage 10: Ich würde eher oder öfter ein Radioprogramm mit klassi-
scher Musik hören,
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
26
33,8
38,8
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
9
11,7
13,4
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
33
42,9
49,3
wenn... 9 11,7 13,4
Gesamt 77 100,1 114,9
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
21
43,8
47,7
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
2
4,2
4,5
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
23
47,9
52,3
wenn... 2 4,2 4,5
Gesamt 48 100,0 109,1
A 77
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
76
49,4
58,0
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
11
7,1
8,4
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
55
35,7
42,0
wenn... 12 7,8 9,2
Gesamt 154 100,0 117,6
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
wenn ich Informationen
zu diesem Programm
hätte und genau wüßte,
wann was gespielt wird
60
38,7
42,9
wenn der Inhalt des Pro-
gramms anders zusam-
mengestellt wäre, und
zwar
4
2,6
2,9
wenn ich mehr Zeit oder
mehr Ruhe dazu hätte
87
56,1
62,1
wenn... 4 2,6 2,9
Gesamt 155 100,0 110,7
A 78
Frage 11: Über das Programmangebot klassischer Musik würde ich
mich gerne informieren durch
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
29
19,2
26,1
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
45
29,8
40,5
das Internet 7 4,6 6,3
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
12
7,9
10,8
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
8
5,3
7,2
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
6
4,0
5,4
Sonstiges 2 1,3 1,8
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
42
27,8
37,8
Gesamt 151 100,0 136,0
A 79
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
22
23,9
35,5
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
30
32,6
48,4
das Internet 8 8,7 12,9
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
8
8,7
12,9
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
5
5,4
8,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
3
3,3
4,8
Sonstiges - - -
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
16
17,4
25,8
Gesamt 92 100,0 148,4
A 80
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
56
18,8
26,8
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
90
30,2
43,1
das Internet 12 4,0 5,7
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
27
9,1
12,9
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
19
6,4
9,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
8
2,7
3,8
Sonstiges 5 1,7 2,4
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
81
27,2
38,8
Gesamt 298 100,1 142,6
A 81
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
eine Programmzeitschrift
oder Tageszeitung, die
man z.B. am Kiosk kau-
fen kann
28
14,1
16,0
eine Radiozeitschrift, die
ich auf Wunsch kosten-
los vom Sender zuge-
schickt bekomme
42
21,2
24,0
das Internet 9 4,5 5,1
Programmhinweise, die
ich im Fernsehen oder
im Radio höre
27
13,6
15,4
Informationsblätter, die
an öffentlichen Orten,
z.B. bei Konzerten, aus-
liegen
9
4,5
5,1
die Mitgliedschaft in ei-
nem Radio-Club, bei
dem ich für ein Jahres-
entgelt besondere Infor-
mationen und Vergünsti-
gungen erhalte
1
0,5
0,6
Sonstiges 1 0,5 0,6
Ich benötige keine weite-
ren Informationen
81
40,9
46,3
Gesamt 198 100,0 113,1
A 82
Frage 12: Ich weiß bereits viel über Radioprogramme mit klassischer
Musik,
Brahms-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
32
25,0
31,7
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
37
28,9
36,6
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
10
7,8
9,9
Sonstiges 8 6,3 7,9
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
41
32,0
40,6
Gesamt 128 100,0 126,7
Weber-Gesellschaft
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
18
25,0
31,0
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
18
25,0
31,0
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
7
9,7
12,1
Sonstiges 8 11,1 13,8
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
21
29,2
36,2
Gesamt 72 100,0 124,1
A 83
Beethoven-Haus
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
73
32,0
41,7
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
67
29,4
38,3
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
17
7,5
9,7
Sonstiges 9 3,9 5,1
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
62
27,2
35,4
Gesamt 228 100,0 130,3
Golf-Spieler
Anzahl Prozent der
Nennungen Prozent der
Teilnehmer
da ich den Programmab-
lauf kenne
16
10,6
10,7
da ich regelmäßig eine
Programmzeitschrift lese
16
10,6
10,7
da ich mir Informationen
von den Sendern zu-
schicken lasse
3
2,0
2,0
Sonstiges 5 3,3 3,4
Mir ist es egal, was kon-
kret gespielt wird, ich
schalte einfach so ein
111
73,5
74,5
Gesamt 151 100,0 101,0