Zur McLafferty-Umlagerung bei Radikalkationen
von Phenylpyridylalkanonen [1]
On the McLafferty Rearrangement of Ionized Phenyl Pyridyl Alkanones [1]
Bernd Richter und Helmut Schwarz*
Institut für Organische Chemie der Technischen Universität Berlin,
Straße des 17. Juni 135, D-1000 Berlin 12
Herrn Professor Dr. F. Bohlmann zum 60.
Geburtstag
gewidmet
Z. Naturforsch. 36b, 865-877 (1981); eingegangen am 16. Dezember 1980
Mass Spectrometry, Hydrogen Rearrangement, Keto Enol Tautomerism,
Metastable Ions, Collisional Activation
A detailed investigation concerning the genesis of McLafferty rearrangement products
from molecular ions of phenyl pyridyl alkanones reveals the following features: 1) The
various products are not formed by competitive dissociations of the molecular ion. Most
of the relevant fragment ions are generated from the primary McLafferty product of a
hydrogen transfer to the ionized carbonyl group (M+> ->m/z 163, ion k). The ion k plays a
decisive role for the generation of the abundant product ions at m/z 93 (ion g) and m/z 106
(ion s) both of which are formed by further dissociation of k. Details of the mechanisms
for the decomposition of k are obtained by investigating [D]-labelled isotopomers, the
analysis of low and high resolution data, the application of MIKE and CA spectra. The
problem of keto/enol tautomerism between some ions, relevant in this context, is discussed
and it is shown that these isomerization processes are not involved. A detaüed description
is given for the syntheses of various [D]-labelled phenyl pyridyl alkanones.
Unter den elektronenstoßinduzierten Umlage-
rungsprozessen besitzt die yH-Übertragung
(,,McLafferty''-Umlagerung [2]) eine zentrale Be-
deutung, da diese Reaktion nicht nur struktur-
analytisch wertvolle Informationen für die Konsti-
tutionsermittlung komplex strukturierter organi-
scher Substanzen liefert, sondern auch eine Vielzahl
mechanistisch interessanter Fragen aufwirft [3].
Eingehende Untersuchungen an vielen hundert
Modellsystemen haben ergeben, daß die Reaktion
(Schema 1) durch folgende Merkmale charakteri-
siert ist:
1. Die Umlagerung wird durch die regiospezifische
Abstraktion eines zur (C=X)-Doppelbindung
y-ständigen Wasserstoffs eingeleitet.
2. Die Homolyse der /3-ständigen (C-C)-Bindung
liefert als Reaktionsprodukte meistens ein Enol-
radikalkation c und ein Olefin d und nur in
Ausnahmefällen Produkte mit umgekehrter
Ladungs Verteilung.
3. Der Gesamtprozeß verläuft stufenweise, wobei
der wandernde Wasserstoff vermutlich als H-
Atom transferiert wird.
4. Wasserstoffe
aus
sekundären und tertiären (C-H)-
Bindungen besitzen eine höhere Wanderungs-
tendenz als solche aus primären (C-H)-Gruppen.
5. Enthält das Radikalkation a neben einer Carbo-
nylgruppe andere (C=X)-Funktionen, die poten-
tiell als H-Acceptoren fungieren können, so
dominiert im allgemeinen der H-Transfer auf die
(C=0)-Gruppe.
iY
c
\
~T
,c<
~H
H
V C<
r
c tC
/r
+-
Schema 1.
McLafferty-Umlagerung.
X,Y: O.N.S.C
* Sonderdruckanforderungen an Prof. Dr. H. Schwarz. 0340-5087/81/0700-0865/$ 01.00/0
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6. Der Prozeß a ->b verlangt bestimmte sterische
Voraussetzungen, wie a) einen Abstand von höch-
stens
ca.
1,8 Ä zwischen dem wandernden H-Atom
und dem Acceptor X, b) einen Interplanarwinkel
zwischen der (C=X)-Ebene und der (CCH)-Ebene
von weniger als 50°.
Der weitaus überwiegende Teil bisher publizierter
Untersuchungen handelt von Modellsystemen oder
Naturstoffen, bei denen a nur einen H-Acceptor
besitzt, während Substrate mit zwei oder mehr
(C=X)-Funktionen nur vereinzelt [3, 4] analysiert
worden sind.
Wir berichten hier über die Ergebnisse einer
detaillierten Untersuchung [5] des Modellsystems 1.
7-Phenyl-l-(2-pyridyl)-heptan-4-on(l) ist gekenn-
zeichnet a) durch drei unterschiedliche H-Accep-
toren (Carbonylgruppe, Pyridin- bzw. Phenylring)
H(1)
H{1)
©L,
~r
e,
m/z 105 < 0.05%
OH ~>
H(3)
H(3)
:H2)3C=CH2 m/Z 162 °'05°/o
g,
m/z
93 100%
H(5)
ßli "> .
^SCH^-C^C^ h,
m/z 174
< 0.05%
(PL !
N'iCH K>CH=CH_ I,
23 2
H(5) a-
H!+'
m/z 175 <0,05%
J,m/z 92 2%
H(7)
OL
T n+' L
^N^NCH2)JC=CH2 k, m/z 163 62%
H(7)
l,
m/z 104
8%
Schema 2. Denkbare Reaktionsprodukte der McLaffer-
ty-Umlagerimg von l+\ Die Zahlen (in %) entsprechen
den unter Hochauflösungsbedingungen erhaltenen re-
lativen Intensitäten der jeweiligen Ionen [7].
und b) eine Konstellation, bei der für den H-Transfer
grundsätzlich Wasserstoffe aus den a-, a'-, y- und
y'-Methylengruppen in Frage kommen. Zur Auf-
klärung der reaktionsmechanistischen Details der
y-Wasserstoffwanderung [6] bei 1+* - über die hier
berichtet wird - wurden mehrere [D2]-Isotopomere
von 1 synthetisiert, hoch- und niederaufgelöste
Massenspektren aufgenommen, Spektren bei Ioni-
sierungsenergien von 70 eV und 20 eV (Nominal-
energie) verglichen, die Massenspektren metastabiler
Ionen (Mi-Spektren) und in gewissen Fällen auch
die Stoßaktivierungsspektren (CA) analysiert. Fer-
ner wird 1 mit den stellungsisomeren 2- und 3-
Pyridylderivaten verglichen, um konstitutionell
bedingte Nachbargruppeneffekte erkennen zu kön-
nen.
In Schema 2 sind die bei einer McLafferty-Um-
lagerung von 1+- grundsätzlich zu erwartenden
Ionen zusammen mit den experimentell gefundenen
relativen Intensitäten dieser Fragmente [7] zu-
sammengestellt. Die Ergebnisse legen folgende Inter-
pretation nahe: Nimmt man an, daß 1. die Produkte
ausschließlich durch direkten Zerfall der Molekül-
Ionen erzeugt werden (s. weiter unten) und 2. die
(C-H)-Bindungen der C(3>- und C;5)-Positionen in
erster Näherung äquivalent sind (eine Annahme,
die wohl gerechtfertigt ist), dann folgt aus der
Produktverteilung g/j, daß der Pyridinring (bzw.
das freie Elektronenpaar am Stickstoff) einen we-
sentlich besseren H-Acceptor darstellt als der
Phenylring. Die bei dieser H-Wanderung grund-
sätzlich mögliche Ladungsreorganisation unter Bil-
dung der Ionen h und i findet praktisch nicht statt.
H-Übertragungen mit und ohne Ladungstransfer
auf die Carbonylgruppe (formal aus den Methylen-
gruppen C(i) und C(7), siehe weiter unten) werden
ebenfalls beobachtet. Sie sind allerdings nur dann
von Bedeutung, wenn die entsprechende (C-H)-
Bindung durch einen Phenylring aktiviert ist (Ionen
k und 1). Da die Ionen e und f in den Spektren prak-
tisch fehlen, muß geschlossen werden, daß ein
Pyridinring eine a-ständige (C-H)-Bindung um
wenigstens eine Größenordnung schlechter aktiviert
als dies eine Phenylgruppe tut. Kann man diese
Resultate durch eine Energiebetrachtung verständ-
lich machen? Die Antwort lautet schlicht: Nein!
Keine der benutzten Modell Überlegungen [5] (wie
z.B. Analyse der Thermochemie, Anwendung des
Hammond-Prinzips oder der Stevenson-Regel) er-
laubt es, die Produkt Verteilung auch nur annähernd
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richtig wiederzugeben. Aus den Überlegungen ist
wohl zu schließen, daß die Bildung der Ionen h
und i energetisch wesentlich aufwendiger sein sollte
als die der übrigen Fragmente, aber es wird gleich-
zeitig gefunden, daß die Genese von j besonders
begünstigt sein soll - was aber offensichtlich nicht
der Fall ist. Auch die Produkte e, f, k und
1
sollten,
wenn diese Spezies ausschließlich durch direkten
Zerfall von M+- entstehen, mit vergleichbarer Inten-
sität registriert werden - auch hiervon kann keine
Rede sein. Offensichtlich läßt sich die in Schema 2
angegebene Produktverteilung nicht durch ein ein-
faches System konkurrierender Zerfallsprozesse des
Molekül-Ions beschreiben. Die Details der H-Über-
tragungen und der der Produktbildungen müssen
sehr viel komplizierter sein, als dies bisher in der
Literatur angenommen wurde. Für die Berechtigung
einer solchen Vermutung gibt
es
mehrere experimen-
telle Hinweise:
Würden die Ionen, z.B. g, durch direkten Zerfall
der Molekül-Ionen von 1 entstehen, dann sollte z.B.
bei der Untersuchung des Isotopomeren [3.3-D2]-l
das Signal m/z 93 quantitativ zu
m/z
94 verschoben
werden. Tatsächlich findet man aber unter Hoch-
auflösungsbedingungen Ionen der Zusammenset-
zungen C6H6DN+- (m/z 94) und C6H7N+- (m/z 93)
im Verhältnis 1,9:1. Dieser Befund, wie auch die
Tatsache, daß aus den in den Positionen 0(3), C(5>
und 0(7) deuterierten Isotopomeren von 1 sowohl
C6H7N+- als auch CeH6DN+- entstehen, ist nicht mit
der Vorstellung eines direkten Zerfalls M+- ->g ver-
träglich. Daß g tatsächlich gar nicht direkt aus M+-
entsteht, läßt sich experimentell leicht beweisen.
Refokussierungsaufnahmen [8] belegen, daß als
direkter Vorläufer für g das Ion k fungiert, und die
(MIKES)-Spektren [9] von k belegen umgekehrt,
daß das Ion k
u. a.
direkt zu g weiter zerfällt (siehe
weiter unten). Der zweistufig verlaufende Prozeß für
die Bildung von g (Schema 3) manifestiert sich auch
direkt in den ,,low voltage"-Spektren: Verringert
man die Ionisierungsenergie, so nimmt die rel.
Intensität für m/z 163 (k) stark zu, während die von
m/z 93 (g) rasch abnimmt (bei 70 eV beträgt das
Verhältnis m/z 163/m/z 93 nur 0,62 und bei 20 eV
bereits 6,5). Schließlich und endlich belegt das
MIKES-Spektrum von 1, in dem in erster Näherung
die energetisch günstigsten Prozesse registriert wer-
den, daß 1+- praktisch ausschließlich zu k zerfällt.
Während der Prozeß 1+-->k (Schema 3) regio-
spezifisch unter Übertragung eines Wasserstoffes
o ~H(7) Ol 2 0
H(7) I
CH.
1 3
r-k, m/z 163
direkt via
~ H(3)
Schema 3. Genese des Ions g aus 1+-
Q
rf^CH.
hi
9. m/z 93
aus der C(7)-Position verläuft (z.B. erfolgt eine
quantitative Verschiebung von m/z 163 zu m/z 164
bei [7.7-D2]-l), ist die Folgereaktion k->g in ihren
Einzelheiten sehr viel komplizierter. Die Daten in
Tab. I schließen mit Sicherheit einen direkten Zer-
fall k-»g aus, da ein solcher Prozeß folgende Iso-
topenverteilung für m/z 93, 94, 95 zur Folge haben
müßte: ki-*m/z95 (100%); k2^m/z93 (100%);
k3^m/z94 (100%); k5, k7->m/z93 (100%). Eine
solche Verteilung wird aber nicht gefunden. Offen-
sichtlich muß k vor dem unimolekularen Zerfall
diverse Umlagerungen eingehen, an denen vor allem
Wasserstoff-Platzwechsel zwischen dem Wasserstoff
der C(i)-Methylengruppe und der OH-Funktion be-
teiligt sind (z.B. k^±m, Schema 4). Die Annahme
einer Isomerisierung der Enolform
k
zur Ketoform n,
wäre mit den Daten in Tab. I ebenfalls völlig unver-
träglich
;
eine Reaktion k
-> n
g ergäbe eine Iso-
topenverteilung für g, wie sie auch für den direkten
Zerfall k ->-g zu erwarten ist. Umgekehrt deutet der
hohe Anteil von m/z 94 (aus k7) bzw. m/z 93, 94
(aus kx) auf einen der eigentlichen Dissoziation
vorgelagerten Prozeß k<±m hin. Es kann aber auf-
grund der Daten in Tab. I nicht übersehen werden,
daß bei diesem Wasserstoff-Platzwechsel in Wirk-
lichkeit vermutlich neben m noch andere, bisher
unbekannte Zwischenstufen durchlaufen werden.
Hierfür sprechen der sehr starke Anteil von m/z 93
bei k3, wie auch die Genese von m/z 94 aus k2 und ks.
Bezüglich der Strukturen der aus k entstehenden
C6H7N+--Ionen, m/z 93, könnte argumentiert wer-
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Vorläufer k Rel. Intensität von g
m/z 93 m/z 94 m/z 95
(Do) (Di) (D2)
[i.i-D2]-r+--> PyCD2CH2CH2C(OH):
k-1 = CH<f+-9 28 63
[2.2-D2]-l +•
-> PyCH2CD2CH2C(OH)
k-2 = CH2"1+-87 13 -
[3.3-D2]-r+--> PyCH2CH2CD2C(OH)
k-3 = CH2"1+' 59 41 -
[5.5-D2]-r+-PyCH2CH2CH2C(OH)
k-5 =CD2"I+-87 13 -
[7.7-D2]-r+--> PyCH2CH2CH2C(OD)
k-7 =CH2->+-41 59 -
Tab. I*. Intensitäten der Ionengruppe
m/z 93-95 der Ionen g.
* Die Intensitäten sind normiert auf
Egg = 100%. Die Daten wurden er-
halten aus den MIKE-Spektren der
Isotopomeren von k.
Py \ CH,
CH.
\ / \
CH2 CH3
T
0-H
I
? C
\ / \
CH2 CH2
"CH
I
CH.
< / \
CH2 CH.
Schema 4.
Wasserstoff-Platzwechsel in
k vor dem Zerfall zu g.
den, daß diese gar nicht
als
g vorliegen, sondern viel-
leicht in der isomeren Form o existieren, die beide
formal als Paare von Keto-Enoltautomeren von
Radikalkationen angesehen werden können [10].
Zur Klärung dieser Frage haben wir das Stoß-
aktivierungsspektrum (CA) [11] von
m/z
93 (erzeugt
aus 1) aufgenommen und dieses mit demjenigen von
2-Methylpyridin, 0, verglichen. Aus den Daten
(Tab. II) ist zwingend zu schließen, daß die aus 1
erzeugten Ionen
m/z
93 mit Sicherheit eine von o
verschiedene Struktur besitzen müssen. Die Daten
beweisen allerdings nicht positiv, daß der H-Transfer
ausschließlich auf das N-Atom erfolgt (Ion g). Die
Möglichkeit, daß hierbei z.B. ringprotonierte Ionen
n+-
L9 0-H + "
cm
h, n+-
Sr^CH-CjXcH2 ^
H
g, m/z 93
CH_
Schema 5. Isomere CeHvN"1--Ionen (m/z 93).
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Tab. II*. Stoßaktivierungsspektren des Ions mlz 93
(C6H7N+-).
CA-Fragmente
m/z Vorläufer
2 -Methy lpyridin 1
92 158* (65) 89* (52)
91 25 13* (6)
90 1,5 0,9 (6)
79 0,8 4,5
78 29* (2) 13* (4)
77 1,5 1,8* (4)
76 2,3 0,9 (4)
75 0,8 0,9
67 9* (6) 2,7* (3)
66 25* (23) 15* (10)
65 48* (4) 45* (21)
64 10 19 (21)
63 12 14
62 3 4,4
61 0,8 1,8
54 1,5 0,8
53 1,5 0,8
52 6,8 5,4
51 9 11
50 6 7,3
49 1,5 1,8
41 2,3 3,6
40 1,5 1,8
39 7,6 1,5
38 3,0 4,5
37 1,5 1,8
* Die in Prozent angegebenen Intensitäten sind be-
zogen auf S37 = 100%. Von der Normierung ausge-
nommen sind die Intensitäten jener Ionen, die
unimolekulare Beträge enthalten können (gesternte
Zahlen). Die Daten der reinen Mi-Spektren sind in
Klammern gesetzt.
p entstehen, kann nicht mit letzter Sicherheit ver-
neint werden; mangels geeigneter Referenz-Ionen
ist dieses Problem z.Z. experimentell nicht lösbar.
Das Ion k scheint auch eine zentrale Rolle zu spie-
len bei der Erzeugung des Fragmentes
m\z
106, das
aufgrund einer Hochauflösung die Zusammenset-
zung C7H8N+. besitzt und im 70-eV-Spektrum von 1
mit einer Intensität von 82% (bezogen auf den
Basis-Peak
m/z
93) registriert wird. C7HsN+--Ionen
sind charakteristisch für die Massenspektren von
Pyridinderivaten [12], und aus [2H]- und [13C]-
Markierungsstudien ist zu schließen, daß für die
zerfallenden C7H8N+--Ionen von den beiden Valenz-
isomeren q und r praktisch nur q zu berücksichtigen
ist [13].
Besitzen die aus 1 erzeugten C7HsN+.-Ionen auch
die Struktur q und wie entstehen diese Spezies ?
Antworten auf diese Fragen gibt wiederum die
kombinierte Anwendung verschiedener Methoden.
Erste Hinweise, daß
m/z
106 nicht direkt aus dem
Molekül-Ion von 1 entsteht, sondern
m/z
163 (k) als
Zwischenstufe hat, erhält man wieder aus dem Ver-
gleich der 70 eV und ,,low voltage"-Spektren. Hier-
aus folgt, daß das Intensitätsverhältnis
m/z
163/
m\z
106 von 0,71 auf 6,4 ansteigt, wenn die Ioni-
sierungsenergie von 70 auf 20 eV gesenkt wird.
Refokussierungsaufnahmen belegen ferner, daß für
C7HsN+. als einziger Vorläufer das Ion
m/z
163
fungiert, und das MIKE-Spektrum von m/z 163
beweist umgekehrt, daß
m/z
163 u.a. direkt zu
m/z 106 zerfällt. Auch die [2H]-Markierungsvertei-
lungen wären mit einem direkten Zerfall M+-
m/z 106 nicht verträglich. So beobachtet man im
70-eV-Spektrum von [7.7-D2]-l Signale bei m/z 106
und 107 im Verhältnis 1:0,95 oder von [1.1-D2]-1
Signale bei
m\z
106, 107, 108 im Verhältnis 1:5:2.
Alle Ergebnisse lassen sich jedoch gut erklären,
wenn das Ion k als Zwischenstufe für die Genese von
CeH7N+- akzeptiert wird. Allerdings sind auch hier
(siehe Diskussion weiter oben für k->g, Schema 3)
dem Zerfall von k Wasserstoff-Platzwechsel vorge-
lagert, an denen vor allem die Wasserstoffe der
Hydroxyl- und der C(i)-Methylengruppe (Schema 4,
k«±m) beteiligt sind (Tab. III).
Tab. III*. Intensitäten der Ionengruppe m/z 106-108
(MIKE-Spektren der Isotopomeren kj**).
Vorläufer m/z 106
(D0)
m\z 107
(Di)
m\z 108
(D2)
k-1 9 78 13
k-2 — 6 94
k-3 79 21 -
k-5 92 8 -
k-7 23 77 -
* Die Intensitäten sind normiert auf = 100%.
** Zur Bedeutung von ki siehe Tab. I, Spalte 1.
Welche Struktur besitzt nun das C7H8N+--Ion,
wenn es aus k entsteht, aber nur noch so wenig
innere Energie besitzt, daß es nicht weiterzerfällt ?
Eine Antwort hierauf geben die in Tab. IV zu-
sammengestellten Daten der CA-Spektrenf für
m/z 106-Ionen, die aus zwei verschiedenen Vorläu-
fern erzeugt winden (1 und l-Brom-l-(2-pyridyl)-
ethan). Auffallend ist zunächst, daß die beiden CA-
Spektren innerhalb der Meßgenauigkeit praktisch
identisch sind, woraus zu schließen ist, daß aus
beiden Vorläufern ein strukturgleiches C7H8N+,-Ion
erzeugt wird; dies könnte natürlich q oder auch r
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Br
•CH- -Br'
S, m/z 106
CH„
Schema 6. Genese von C7HsN+-Ionen.
Tab. IV*. Stoßaktivierungsspektren des Ion m/z 106
(C7H8N+).
CA-Fragmente Vorläufer
m/z l-Brom-2-(2-pyridyl)-ethan 1
105 202** 334**
104 244** 261**
91 8 8
78 332** 229**
65 16 17
63 11 11
51 51 50
39 10 10
28 4 4
* Siehe Fußnote zur Tab. II;
** MI-Beiträge; Signal von der Normierung ausge-
nommen.
sein. Die Tatsache, daß aus C7HgN+- stoßinduziert
CH3- eliminiert wird (CA-Fragment
m/z
91), weist
jedoch darauf hin, daß C7HsN+' eine Methylgruppe
als Strukturelement enthalten sollte. Wir bevor-
2 : 3-Pyri dylketon k'
3 : 4-Pyri dylketon
zugen deshalb als wahrscheinlichste Struktur der
(nicht-zerfallenden) CvHsN4"-Ionen, die Struktur r
(Schema 6), die aus k in der Weise entstehen kann,
daß Bruch der (C-C)-Bindung gekoppelt ist mit
einer [ 1.2]-H-Wanderung [14].
Einen weiteren Hinweis, daß die CTHSN"1"'-Ionen
nicht als q oder r vor hegen, liefert die Untersuchung
der mit 1 stellungsisomeren Ketone 2 und 3. Auch
hier wird in den 70-eV-Spektren ein intensives
Signal bei
m/z
106 registriert (1: 82%; 2: 93%;
3: 74%), das - wie Refokussierungsaufnahmen be-
legen - ebenfalls in einem Zweistufenprozeß via
m/z
163 entsteht. Im Gegensatz zu 1 kann bei 2
und 3 der Bruch der (C-C)-Bindung aus konstitu-
tionellen Gründen grundsätzlich nicht durch Nach-
bargruppenbeteiligung des Stickstoffs unterstützt
werden; Zerfall der Zwischenstufe k' unter Erzeu-
gung eines primären Kations t ist beliebig unwahr-
scheinlich, da solche Spezies entweder gar nicht exi-
?
t m/z 106
H
* (0)^3
S* m/z 106
Q
CHj Schema 7. Genese von
C7H8N+ (m/z 106) aus 2
q m/z 106 und 3.
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stieren oder energetisch unattraktiv sind. Erklären
lassen sich die experimentellen Befunde, wenn für
den Zerfall von 2 und 3 zu
m/z
106 ebenfalls eine
Kopplung von (C-C)-Dissoziation und H-Wande-
rung vorliegt (Schema 7; k'-*s'). Die ausgeprägte
Tendenz zur Bildung von
m/z
106 (CTHSN"1-) bei
3-Pyridylpropan-l-ol [15] ist vermutlich auf einen
ähnlichen Zerfallsmechanismus zurückzuführen [16].
Experimenteller Teil
A)
Spektroskopische
Messungen
Die 70 eV- und die ,,low voltage"-Massenspektren
wurden an einem Massenspektrometer Varian MAT
311A aufgenommen: Emissionsstrom 500
/u,A
(kom-
binierte EI/CI-Ionenquelle), Temperatur der Ionen-
quelle 180-200 °C, direkte Probenzufuhr. Hochauf-
lösungen winden an einem Varian MAT 711 be-
stimmt
:
Ionisierungsenergie 70 eV, Emissionsstrom
0,5 mA, Temperatur der Ionenquelle 180-200 °C,
Auflösungsvermögen 10000-15000 (10% Tal-Defi-
nition). Die MI- und CA-Spektren [8, 9] wurden am
MAT 311A unter Benutzung der ,,linked scan"-
Technik [18] aufgenommen. Ionisierungsenergie
70 eV, Emissionsstrom 1 mA, Beschleunigungsspan-
nung 3 kV, Stoßgas (für CA) Luft (Reduktion der
Intensität des Vorläufer-Ions auf ca. 33%). IR-
Spektren wurden mit den Geräten Beckman IR 9
oder IR 4230 aufgenommen. H-NMR-Spektren
wurden an den Varian-Instrumenten EM 390,
XL 100, HA 100 oder dem Bruker WH 270 gemes-
sen. Die chemische Verschiebung, d, ist in ppm
angegeben und die Kopplungskonstante, J, in Hz.
Als interner Standard wurde Tetramethylsilan ver-
wendet.
B)
Präparativer
Teil
Säulenchromatographische Trennung (SC) wur-
den an AI2O3 (neutral, Aktivitätsstufe I) oder an
Kieselgel (0,2-0,5 mm Korngröße) durchgeführt.
Für die Dünnschichtchromatographie (DC) wurde
DC Kieselgel 60 F 254 (Merck, Darmstadt) verwen-
det. Zur Synthese der D-markierten Verbindungen
wurden folgende Reagentien eingesetzt: LiAlD4
(>99% D4; Merck, Sharp und Dohme, München),
NaBD4 (> 98% D4; dto.), CD3COOD (> 99,5% D4;
Aldrich, Beerse); D20 (>99% D2; Merck, Sharp
und Dohme, München). Die [D]-Einbaurate wurde
aus den bei ca. 20 eV aufgenommenen Massenspek-
tren ermittelt.
Für die Synthese
der
Verbindungen
1,
3, [2.2-D2]-l
und [7.7-D2]-l erwies sich die in Schema 8 skizzierte
Reaktionsfolge als optimal. Hierbei werden in An-
lehnung an Untersuchungen von Boekelheide [19]
und Doering [20] die Anionen von /3-Ketoestern an
2- bzw. 4-Vinylpyridin addiert, die so erhaltenen
jö-Ketoester verseift und via Decarboxylierung in
die entsprechenden Alkanone umgewandelt. Bei
Verwendung entsprechend [D]-markierter Vorläufer
(5, 7 und 8) ließen sich die an
C(2>
und
C<7)
spezifisch
deuterierten Substrate herstellen.
Zur Synthese des 7-Phenyl-l-(3-pyridyl)-heptan-
4-ons (2) erwies sich die in Schema 9 dargestellte Re-
aktionssequenz als vorteilhaft. Hierbei wird 3-
Phenylpropylbromid (13) mit lithiiertem 1,3-Dithian
zu
14
umgesetzt [21], anschließend mit 3-(3-Pyridyl)-
propylbromid (C-C)-verknüpft
(14 ->15)
und aus 15
Py-CH=CX2 + Ph-CY^CH^C-CH^CO^ ?
Py-CHxCXzCH-C-tCHJ-CYrPh
' 2 2i 2 2 2
K: X = H: 2-Py
5: X=D; 2-Py
6: X=H; 4-Py
7: Y
=
H
8: Y
=
D
C02R
9: X=Y=H; 2-Py
10: X
=
D;Y=H;2-Py
11: X=H;Y=D;2-Py
12: X=Y=H; 4-Py
Py-CH-CX-CH-C-ICH^-CY-Ph
1: X=Y=H; 2-Py
(2.2-D2l-1: X=D;Y=H; 2-Py
[7.7-D2l-1: X=H;Y
=
D;2-Py
3: X=Y=H ; A-Py Schemas.
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S S /nBuLi
PWCH2)-Br
13
3-Py-ICHJ-Br
H ^ >
3-Py-(CH2)-WCH2)5Ph < 3-Py-(CH2)^(CH2)-Ph
2 15
Schema 9.
durch oxidative Thioketalspaltung das Keton 2 er-
halten. Diese Reaktionssequenz ließ sich durch
Verwendung geeignet [D]-markierter Substrate sehr
vorteilhaft zur Herstellung verschiedener [D]-
Analoga von 2 ausnutzen [5].
Für die Synthese der an C<i), C<3) und C(5> deute-
rierten Ketone 1 ließ sich die in Schema 8 beschrie-
bene Reaktionsfolge nicht verwenden, da ausge-
prägte H/D-Austauschprozesse bei den einzelnen
Reaktionen auftraten [5]. Als zweckmäßig erwies
sich ein von Winterfeld [22] und Mujadera [23]
vorgeschlagenes Verfahren, bei dem 2-Pyridin-
carbonsäureester (16) mit diversen phenylalkyl-
substituierten y-Butyrolactonen (17) basenkataly-
siert verknüpft werden und anschließend via
Decarboxylierung, Reduktion der Ketonfunktion
zur CH2-Gruppe [24] und Oxidation der OH-Funk-
tionen zum Keton die gewünschten Produkte mit
hohen [D]-Einbauraten in mäßig bis guter Ausbeute
erhalten wurden. Im einzelnen wurden die in den
Schemata 10-12 skizzierten Reaktionsfolgen be-
nutzt [5].
6-Phenyl-3-oxo-hexansäuremethylester (7) wurde
nach bekannten Verfahren [25] durch Acylierung
von Acetessigester mit 4-Phenylbutansäurechlorid
und anschließender Säurespaltung in 64% Ausbeute
als farbloses Öl erhalten (Sdp. 130 °C/0,1 Torr).
H-NMR (CCLt): m 7,3-6,9 (5H), s 3,67 (3H), s 3,27
(2H), t 2,58 (2H)
«7
=
7
Hz, t 2,45 (2H) J =
1
Hz,
m 2,1-1,7 (2H). Zwei zusätzliche Singuletts bei
12,04 bzw. 4,87 ppm werden der Enolform von 7
zugeschrieben. Integration der H-NMR-Signale
liefert für die Keto/Enolformen ein Verhältnis von
4:1. IR (CCI4) u.a.: 1745 cm-i (s), 1720 (s), 1235 (s).
MS (70 eV) u.a.:
m\z
220 (M+\ 1%), 202 (17), 147
(13), 116 (43), 104 (100), 91 (37).
[6.6-Dz
J-6-Phenyl-3-oxo-carbonsäuremethylester
(8)
wurde analog zur Herstellung von 7 in 60% Aus-
beute aus Acetessigester und [4.4-D2]-4-Phenyl-
butansäure [26] erhalten.
Addition von 7 und 8 an Vinylpyridin (Allgemeine
Vorschrift): In einem 25 ml Zweihalskolben wurden
10 mmol 6-Phenyl-3-oxo-hexansäuremethylester (7)
vorgelegt, mit 50 mg sorgfältig gereinigtem Natrium
versetzt und solange auf 80 °C erwärmt, bis die
Reaktion abgeschlossen war. Anschließend wurden
5 mmol frisch destilliertes Vinylpyridin 4 zugetropft,
die Lösung 5 h bei 130 °C gerührt und nach Ab-
kühlen auf Raumtemperatur mit 6 N HCl zersetzt.
Nach Extraktion mit Ether wurde die wäßrige
PMCH bCH
23 \s
14
;H )
0 r(CHI J-Ph 0 OH
2-PyC02C2H5 + r^CH2)5Ph Na > 2-Py-C-^0 > 2-Py^-(CH2)2CmCH2)-Ph
0
16 17 18 19
AcO/DMAP » ?AC NaBD, ?H 1) S0C12
2-Py-0(CH2)^CH-(CH2)-Ph Z-PyCtWCH^CH-JCH^Ph
2)Zn/CD3C02D
20 21
?AC LiAlH ?H CrCL 9
2-PrCC^(CH2)^CH-<CH2)^Ph * > 2-Py-CD2!CH2)2CWCH2)-Ph p J> 2-PyCC^(CH2)^C-(CH2)3Ph
22 23 [I.I-D2J-1 Schema 10.
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PMCHJ-CD-Br 1) Mg 1) Na 10,
-> Ph-(CH.)-CD-CH-(CHJrCH=CH,
2'2 2 ' 2) CH|CH-(CH2)^CHÖ 2 2 2 2 2 2 2) KMnO^
24
i—r
V
CD2(CH2)-Ph 1) 16
26
2) HCl
25
0 OH
II I N-H./OH- i
2-PyrC-lCH2)-CH-CD-(CH2)-Ph > 2-P/<CH2^CH-C[^CH2)2Ph
OH
I
27 28
CrO,/Py II
2——> 2-Py(CH2^C-CD-{CH2)2Ph
(5.5-D2l-1 Schema 11.
PMCH2)^CH0 + Ph3P=CD2 > Ph(CH2)^CH=CD2 mCPBA> PWCH^CH-C^
A
29 30 31
1)CH (CO Rl/OR- K r(CH )-Ph 1)16
2) HCl -> Dl 2 3
32
2) HCl
? ?H N H /OH"
^ 2-Py-C-CH-CD2CH-(CH2)-Ph —^
33 34
?H Cr03/Py j?
2-Py-(CH2)-CD-CH-{CH2)-Ph 2-Py-<CH2)2CD2C-{CH2);jPh
35 13.3-D21-1 Schema 12.
Phase mit 12 N NH3 auf pH 8 eingestellt und er-
neut mit Ether extrahiert. Die vereinigten etheri-
schen Phasen wurden getrocknet, einrotiert und der
Rückstand an AI2O3 (neutral, 5% H2O) mit
Ether/Petrolether (40/60) chromatographiert.
6-Phenyl-3-oxo-2- f 2'
-
( 2-pyridyl)-ethyl ]-hexan-
säur emethylester (9) wurde in 41% Ausbeute als
schwach gelb gefärbtes öl erhalten. Rf (DC) = 0,45
(Ether). H-NMR (CCI4): ddd 8,42 (1H) J = 5; 2,5
und 1 Hz, dt 7,47 (1H) J = 7 und 2 Hz, m 7,3-6,9
(7H), s 3,62 (3H), t 3,44 (1H) J = 7 Hz, m 2,9-1,7
(10H). IR (CCI4) u.a.: 1745 cm~i (s), 1715 (s).
[l'.l'-Dz ]-6-Phenyl-3-oxo-2-[2'- (2-pyridyl )-ethyl ]-
hexansäuremethylester (10) wurde analog zu 9 aus 5
und 7 [27] in 43% Ausbeute als gelbgefärbtes Öl
erhalten. Im H-NMR-Spektrum von 10 tritt das
Signal bei ö = 3,44 ppm (CD2C#(CO)COOR) als ver-
breitertes Singulett auf.
[6.6-D2 ]-6-Phenyl-3-oxo-2-f 2'- (2-pyridyl)-ethyl ]-
hexansäur
emethylester
(11) wurde aus 4 und 8 in 40%
Ausbeute als gelbgefärbtes öl erhalten. H-NMR
(CCI4): ddd 8,43 (1H) J = 5; 2,5 und 1 Hz, dt 7,5
(1H) J = 7 und 2 Hz, m 7,3-6,9 (7H), s 3,62 (3H),
t 3,4 (1H), t 2,7 (2H) J = 7 Hz, m 2,6-2,1 (4H),
t(br) 1,83 (2H) J = 7 Hz.
6-Phenyl-3-oxo-2-[ 2'
-
( 4-pyridyl) -ethyl ]-hexan-
säuremethylester (12) wurde in 40% Ausbeute als
gelblich gefärbtes öl aus 6 und 7 hergestellt.
Rf (DC) = 0,17 (Ether). H-NMR (CCI4): d(br) 8,38
(2H) J = 5 Hz, m 7,3-7,05 (5H), d(br) 6,97 (2H)
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«7 = 5 Hz, s 3,64 (3H), t 3,25 (1H) J = 7 Hz,
m 2,8-2,3 (6H), m 2,25-1,7 (4H). IR (CC14) u.a.:
1745 cm-i (s), 1715 (s).
Verseifung und Decarboxylierung der ß-Ketoester
9-12 (Allgemeine Vorschrift): 4 mmol des Keto-
esters wurden mit 5 ml 6 N HCl 3 h unter Rückfluß
erhitzt. Nach dem Abkühlen wurde die Reaktions-
lösung mit 12 N NH3 schwach alkalisch gemacht
und mit Ether extrahiert. Nach Trocknen und Ein-
rotieren der org. Phase wurde der Rückstand an
AI2O3 (neutral, 5% H20) mit Ether/Petrolether
(40/60) chromatographiert.
7-Phenyl-1- (2-pyridyl)-heptan-4-on (1) wurde aus
9 in 81% Ausbeute als farbloses öl erhalten.
RF (DC) = 0,25 (Ether). H-NMR (CDC13): ddd 8,52
(1H) J = 5; 2,5 und 1 Hz, dt 7,58 (1H) J = 8 und
2 Hz, m 7,4-7,0 (7H), t 2,75 (2H) J = 7 Hz, t 2,58
(2H) J = 7 Hz, t 2,4 (2H) J = 7 Hz, t 2,36 (2H)
J = 7 Hz, m 2,15-1,6 (4H). IR (CCI4) u.a.: 1720 (s).
MS: CigHsiNO ber. 267,1623, gef. 267,1628.
[ 2.2-D2 ]-7-Phenyl-1-( 2-pyridyl) -heptan-4-on
([2.2-D2]-l) wurde aus 10 in 78% Ausbeute als farb-
loses Öl erhalten. Im H-NMR-Spektrum (270 MHz)
von [2.2-D2]-l treten die Signale bei
<5
= 2,77 ppm
(PyC#2) und (5 = 2,41 ppm (PyCH2CD2C#2) als
verbreiterte Singuletts auf, während das Signal bei
<5
= 1,89 ppm (PhCH2C#2CH2) als Quintett mit
J = 7 Hz registriert wird. D2 = 95%, Di = 4%,
D0 = 1%.
[7,7-Z)2 ]-7-Phenyl-1 - ( 2-pyridyl)-heptan-4-on
([7.7-D2]-l) wurde aus 11 in 80% Ausbeute als
farbloses öl isoliert. Im H-NMR von [7.7-D2]-l
fehlt das Signal bei d = 2,58 ppm (PhC#2). D2 =
85%, Di = 10%, Do = 5%.
7-Phenyl-l-(4-pyridyl)-heptan-4-on (3) wurde aus
12 in 74% Ausbeute als farbloses öl erhalten.
Rf (DC) = 0,12 (Ether). H-NMR (CDC13): d(br) 8,48
(2H) J = 5Hz, m 7,4-7,0 (7H), t(br) 2,6 (4H)
J = 7 Hz, t 2,37 (4H) J = 7 Hz, m 2,1-1,7 (4H).
IR (CCI4) u.a.: 1715 cm-i (s). MS: CI8H2INO ber.
267,1623, gef. 267,1631.
2-(3-Phenylpropyl)-1.3-Dithian (14): 4,8 g 1.3-
Dithian/50 ml abs. THF wurden unter ^-Atmo-
sphäre auf —80 °C gekühlt und mit 20 ml w-BuLi/
Hexan-Lösung (20%) versetzt. Nach zweistündigem
Rühren bei —20 °C wurde erneut auf —80 °C ge-
kühlt und anschließend 7,9 g l-Brom-3-phenylpro-
pan (13) innerhalb von 5 min zugetropft. Nach
Rühren bei 0 °C (14 h) wurde die Lösung mit 200 ml
Petrolether/CH2C12 (1:1) verdünnt, mit ges. NH4C1-
Lösung zersetzt und mit NaCl-Lösung und H20
gewaschen. Die org. Phase wurde abgetrennt, ge-
trocknet, einrotiert und der Rückstand an AI2O3
(neutral, 5% H20) mit Ether/Petrolether (1:9)
chromatographiert. 14 wurde in 84% Ausbeute als
farbloses öl isoliert (Sdp. 140 °C/0,1 Torr). H-NMR
(CCI4): m 7,25-7,1 (5H), t 4,05 (1H) J = 6 Hz,
m 3,0-2,7 (6H), m 2,3-1,8 (6H). MS (70 eV):
mjz 238 (M+-, 51%), 134 (50), 120 (22), 119 (100),
104 (51), 91 (55).
2-(3-Phenylpropyl)-2-[3-(3-pyridyl)-propyl J-1.3-
dithian (15): 2,38 g 14 wurden in 20 ml abs. THF
gelöst und analog zur Herstellung von 14 metalliert
(5 ml w-BuLi/Hexan-Lösung). Nach Zugabe von
2,0 g l-Brom-3-(3 -pyridyl)-propan [28] bei —30 °C
wurde die Reaktionslösung sieben Tage bei dieser
Temperatur gerührt und anschließend, wie oben
beschrieben, aufgearbeitet. 15 wurde chromatogra-
S
hisch gereinigt und in 45% Ausbeute als farbloses
»1
erhalten. H-NMR (CC14): d 8,34 (1H) J = 2 Hz,
dd 8,31 (1H) J = 5 und 2 Hz, m 7,4-7,2 (1H),
m 7,2-6,9 (6H). m 2,7-2,4 (8H), m 2,0-1,5 (10H).
MS (70 eV): m/z 357 (M+\ 39%), 283 (27), 238 (48),
237(33), 107(26), 106(100), 105(88), 104(10), 93(91),
92 (32), 91 (13).
7-Phenyl-l-(3-pyridyl)-heptan-4-on (2): 0,53 g
N-Chlorsuccinimid und 0,77 g AgN(>3 wurden in
10 ml wäßrigem Acetonitril (80%) gelöst und zu
dieser Lösung bei 0 °C 0,36 g 15 (gelöst in 1 ml
Acetonitril) zugegeben. Nach 10 min Rühren wurde
der Niederschlag abfiltriert und das Filtrat mit
Ether extrahiert, die org. Phase mit NaHCC>3-
Lösung und H20 gewaschen, getrocknet und ein-
rotiert. Der Rückstand wurde an Kieselgel mit
Ether chromatographiert. 2 wurde in 80% Ausbeute
als farbloses Öl isoliert. Rf (DC) = 0,15 (Ether).
H-NMR (CCU): m 8,43-8,3 (2H), m 7,45-7,25 (1H),
m 7,25-6,95 (6H), t(br) 2,58 (4H) J = 7 Hz, t 2,3
(4H) J = 7 Hz, m 2,05-1,65 (4H). IR (CCU) u.a.:
1720 (s). MS: Ci8H2iNO, ber. 267,1623, gef. 267,1618.
4-(3-Phenylpropyl)-2-pyridoyl-y-butyrolaceton(\S):
In einem 100 ml Dreihalskolben wurden 4,53 g
Pyridicarbonsäureethylester (16) und 6,12 g 4-
Hydroxy-7-phenylheptansäure-y-lacton (17) [29] in
50 ml abs. Benzol vorgelegt, mit 50 mg Natrium
versetzt und kurz auf 70 °C erwärmt. Nach dem
Einsetzen der Reaktion (Braunfärbung) wurde die
Innentemperatur bei 40-50
°C
gehalten und portions-
weise wurden weitere 0,64 g Natrium zugegeben. An-
schließend wurde 8 h unter Rückfluß erhitzt, die auf
Raumtemperatur gekühlte Reaktionslösung mit
H20 extrahiert, die wäßrige Phase mit 2 N HCl
neutralisiert und mit Ether extrahiert. Die ver-
einigten org. Phasen wurden getrocknet, einrotiert
und der Rückstand an Kieselgel chromatographiert.
Hierbei fiel in 50% Ausbeute 18 an. Die Verbindung
war trotz SC-Trennung verunreinigt und wurde ohne
weitere Reinigung zu 19 umgesetzt.
4-Hydroxy-7-phenyl-1
-
( 2-pyridyl)-heptan- 1-on
(19): 4,64 g 19 wurden mit 30 ml 6 N HCl 2 h unter
Rückfluß erhitzt. Nach Neutralisieren mit 12 N
NH3 wurde mit Ether extrahiert, die org. Phase
über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der Rück-
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stand wurde an Kieselgel chromatographies (Lauf-
mittel: Ether). 19 wurde in 70% Ausbeute als
schwach gelb gefärbtes Öl isoliert. Rf (DC) = 0,36
(Ether). H-NMR (CC14): d(br) 8,64 bzw. 8,5 (1H)
J = 5 Hz, dt 7,97 bzw. 7,8 (1H) J = 8 und 2 Hz,
m 7,5-7,1 (7H), m 3,7-3,1 (3H), t(br) 2,6 (2H)
J = 7 Hz, m 2,3-1,4 (6H). IR (CC14) u. a.: 3640 cm-i
(sw), 3450 (br), 1700 (s). MS (70 eV): m/z 283
(M+-, 1%), 265 (1), 205 (5), 104 (100), 91 (50), 79 (7),
78 (11), 77 (9).
4-Acetoxy-7-phenyl-1-pyridiyl-heptan-l-on (20):
1,13 g 19 wurden mit 0,5 g Essigsäureanhydrid, 0,5 g
Triethylamin und 50 mg 4-N.N-Dimethylamino-
pyridin (DMAP) [30] versetzt und 2 h bei Raum-
temperatur gerührt. Nach Zugabe von 2 ml CH3OH
wurde im Vakuum eingeengt und der Rückstand an
Kieselgel chromatographiert (Laufmittel: Ether).
Man erhielt 20 in 78% Ausbeute als schwach gelb
gefärbtes Öl. Rf (DC) = 0,23 (Ether/Petrolether 1:1).
H-NMR (CC14): d(br) 8,6 (1H) J = 5 Hz, dd(br )7,97
(1H) J = 8 und 2 Hz, dt 7,83 (1H) J = 8 und 2 Hz,
ddd 7,33 (1H) J = 8; 5 und 2 Hz, m 7,2-7,0 (5H),
m5,1-4,8 (IH), t3,l (2H) J = 7 Hz, t(br)2,57 (2H)
J = 7 Hz, m 2,0-1,8 (2H), s 1,9 (3H), m 1,75-1,5
(4H). IR (CCI4) u.a.: 1735 cm-* (s), 1700 (s), 1245 (s).
MS (70 eV):
m/z
325 (M+\ 4%), 265 (15), 106 (27),
104 (100), 91 (25), 79 (6), 78 (15).
[ 1-Di ]-4- Acetoxy-7-phenyl-l-[ 2-pyridyl J-heptan-
l-ol (21): 0,65 g 20 wurden in 20 ml Isopropanol/H20
(85:15) mit 25 mg NaBD4 versetzt und 2 h bei
Raumtemperatur gerührt. Nach Zersetzen mit 2 N
H2S04 und mehrfacher Extraktion mit Ether wurde
das erhaltene Rohprodukt an Kieselgel chromato-
graphiert (Laufmittel: Ether). 21 wurde in 80%
Ausbeute als farbloses öl erhalten. Rf (DC) = 0,27
(Ether). H-NMR (CC14): d(br) 8,5 (1H) J = 5 Hz,
dt 7,61 (1H) J = 7 und 2 Hz, m 7,2-7,0 (7H),
m 5,1-4,7 (1H), s(br) 4,2 (1H), m 2,8-2,5 (2H), s 2,0
(3H), m 1,9-1,3 (8H). IR (CCU) u.a.: 3450 cm-i (br),
1740 (s), 1250 (s). MS (70 eV): m/z 328 (M+\ 29%),
269 (10), 268 (10), 267 (10), 251 (6), 212 (14), 110 (90),
109 (100), 104 (57), 91 (40).
[I.I-D2 ]-4-Acetoxy-7-phenyl-1- (2-pyridyl)-heptan
(22): 0,33 g 21 wurden in 2 ml abs. Benzol gelöst,
bei 0°C mit 0,14 g S0C12 versetzt und 2 h bei
Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden das
überschüssige SOCI2 abgezogen, der Rückstand in
1,3 ml CD3COOD aufgenommen, 0,16 g Zn-Staub
zugegeben und 4 h unter Rückfluß erhitzt. Die er-
haltene Reaktionslösung wurde dann mit 12 N NH3
auf pH 8 eingestellt und ausgeethert, die org. Phase
wurde getrocknet und einrotiert und der Rückstand
an Kieselgel chromatographiert (Laufmittel: Ether).
22 wurde in 55% Ausbeute als farbloses Öl isoliert.
Rf (DC) = 0,54 (Ether). H-NMR (CCU): dd 8,47
(1H) J = 5 und 2 Hz, dt 7,50 (1H) J = 7 und 2 Hz,
m 7,2-6,9 (7H), m 5,04-4,75 (1H), t(br) 2,57 (2H)
J = 7 Hz, s 1,97 (3H), m 1,8-1,35 (8H). IR (CCU)
u.a.: 1735 cm-i (s), 1250 (s). MS (70 eV): m/z 313
(M+-, 5%), 270 (6), 254 (18), 253 (9), 104 (100), 95 (70),
94 (37).
[l.l-T>i]-7-Phenyl-1-(2-pyridyl)-heptan-4-ol (23):
0,16 g 22 wurden in 10 ml abs. Ether gelöst und mit
38 mg LiAlH4 bei Raumtemperatur reduziert. Nach
üblicher Aufarbeitung wurde der Rückstand an
Kieselgel chromatographiert und 23 in 96% Aus-
beute als farbloses öl erhalten. Rf (DC) = 0,16
(Ether). H-NMR (CCI4): ddd 8,41 (1H) J = 5; 2 und
1 Hz, dt 2,45 (1H) J = 7 und 2 Hz, m 7,2-6,9 (7H),
m 3,65-3,45 (1H), m 3,05-2,87 (1H), t 2,59 (2H)
J = 7 Hz, m 1,95-1,3 (8H). IR (CCL) u.a.:3620cm-i
(sw), 3350 (br). MS (70 eV) u.a.: m/z 271 (M+-, 4%).
[ I.I-D2, ]-7-Phenyl-1-( 2-pyridyl)-heptan-4-on
([1.1-D2]-1)
:
0,1 g 23 wurden bei 0 °C zu einer Sus-
pension von 0,2 g Cr03 in 3 ml abs. Pyridin gegeben
und 2 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach Ver-
dünnen mit 20 ml abs. Ether wurde vom Nieder-
schlag abfiltriert und das Filtrat eingeengt. Das
Rohprodukt wurde an Kieselgel chromatographiert
(Laufmittel: Ether) und [1.1-D2]-1 in88% Ausbeute
als farbloses Öl erhalten. Rf (DC) = 0,25 (Ether).
H-NMR (CCU): dd(br) 8,4 (1H) J = 5 und 2 Hz,
dt 7,47 (1H) J = 8 und 2 Hz, m 7,25-6,9 (7H), 12,57
(2H) J = 7 Hz, t(br) 2,33 (4H), m 2,1-1,7 (6H).
D2 = 72%, Di = 22%, Do = 6%.
[6.6-D2]-5-Hydroxy-8-phenyl-octen-l (25): 8 g
[l.l-D2]-l-Brom-3-phenylpropan wurde grignar-
diert, auf
0
°C gekühlt, mit 3,36 g Penten-4-al-l [32]
in 20 ml abs. Ether versetzt und 2 h unter Rückfluß
erhitzt. Anschließend wurde mit 10-proz. eiskalter
H2S04 vorsichtig zersetzt, mit Ether extrahiert, die
org. Phasen neutral gewaschen, getrocknet und ein-
rotiert. Die fraktionierte Destillation des Rückstan-
des lieferte 25 als farbloses Öl in 67% Ausbeute (Sdp.
98-100 °C/0,1 Torr). H-NMR (CCU): m 7,3-6,95
(5H), ddt5,75 (1H) J = 16; 10 und 7 Hz, dd(br) 4,97
(2H) J — 16 und 10 Hz, t(br) 3,55 (1H) J = 6 Hz,
t2,6 (2H) J = 7 Hz, m2,3-1,9 (2H), m 1,8-1,4 (4H).
IR (CCU) u.a.: 3640 cm-i (m), 1640 (m), 920 (s).
MS (70 eV): m/z 206 (M+, 4%), 188 (7), 146 (6),
133 (15), 105 (15), 104 (100), 92 (11), 91 (31).
f 5.5-Dz ]-4-Hydroxy-7-phenyl-heptansäure-y-lacton
(26): 1,63 g 25 wurden in 700 ml wäßriger NaI04/
KMn04-Lösung [33] 4 h bei Raumtemperatur inten-
siv geschüttelt. Anschließend wurde mit 10% H2SCU
angesäuert, das überschüssige Oxidationsmittel mit
NaHS03-Lösung zerstört und mit Ether extrahiert.
Die etherische Phase wurde neutral gewaschen, ge-
trocknet und einrotiert und der Rückstand an
Kieselgel chromatographiert (Laufmittel: Ether/
Petrolether (60/40)). 26 wurde in 55% Ausbeute als
farbloses öl erhalten. Rf (DC) = 0,16 (Ether/Petrol-
ether (1:1)). H-NMR (CCU): m 7,3-7,1 (5H), t(br)
4,35 (1H) J = 7 Hz, 12,7 (2H) J = 7 Hz, m 2,5-2,1
(2H), m 1,9-1,5 (4H). IR (CCU) u.a.: 1780 (s). MS
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(70 eV): m/z 206 (M+-, 6%), 188 (3), 146 (4), 133 (7),
105 (12), 104 (100), 92 (6), 91 (27).
[5.5-D2]-4-Hydroxy-7-phenyl-l-(2-pyridyl)-heptan-
4-on (27) wurde aus 26 analog zur Herstellung von
19 in 34% Ausbeute als nicht ganz reines Produkt
erhalten. Rf (DC = 0,36 (Ether).
[ 5.5-D2-]-7-Phenyl-1- (2-pyridyl )-heptan-4-ol (28):
0,43 g 27 wurden mit 0,3 g N2H4/H20 (80%) und
5 ml CH3OH 2 h unter Rückfluß erhitzt. Anschlie-
ßend wurden das überschüssige Hydrazin und
Methanol im Vakuum abdestilliert, der Rückstand
in 5 ml abs. Toluol aufgenommen und nach Zugabe
von 50 mg K-O-i-Butylat 2 h unter Rückfluß er-
hitzt [34]. Nach Abkühlen auf Raumtemperatur
wird mit H20 extrahiert. Die org. Phase wird ein-
rotiert und der Rückstand an Kieselgel chromato-
graphiert. 28 wird in 78% Ausbeute als farbloses öl
erhalten. Rf (DC) = 0,16 (Ether). H-NMR (CC14):
ddd 8,43 (1H) J = 5; 2 und 1 Hz, m 7,6-7,4 (1H),
m 7,25-6,95 (7H), t(br) 3,56 (1H) J = 7 Hz, t 2,78
(2H) J = 7 Hz, t 2,59 (2H) J = 7 Hz, m 2,0-1,25
(6H). IR (CCU) u.a.: 3640 cm-i (sw), 3340 br). MS
(70 eV): m/z271 (M+-, 3%), 270 (3), 150 (27), 120 (20),
106 (20), 104 (12), 93 (100), 91 (30), 79 (17), 78 (20),
77 (15).
[5.5-Ü2 ]-7-Phenyl-1-( 2-pyridyl)-heptan-4-on
([5.5-D2]-l) wurde aus 28 analog zur Herstellung von
[1.1-D2]-1 in 83% Ausbeute erhalten. Rf (DC) =
0,25 (Ether). H-NMR (CCI4): m 8,55-8,4 (1H),
m 7,6-7,4 (1H), m 7,3-6,9 (7H), t 2,73 (2H) J =
7 Hz, t 2,57 (2H) J = 7 Hz, t 2,34 (2H) «/ = 7 Hz,
m 2,1-1,7 (4H). D2 = 73%, Dx = 23%, D0 = 4%.
[I.I-D2]-5-Phenylpenten-l (31): 23 g Ph3PCD3I
wurden in 120 ml abs. THF suspendiert und bei 0 °C
tropfenweise mit 25,8 ml w-BuLi/w-Hexan-Lösung
(20%) versetzt. Nach 1 h Rühren bei Raumtem-
peratur wurde eine Lösung von 8,4 g 4-Phenylbutan-
1-al (29) [35] in 60 ml abs. THF zugetropft und
anschließend unter Rückfluß erhitzt. Nach Ein-
engen des Reaktionsvolumens wurde mit 100 ml
PE versetzt, vom ausfallenden PI13PO abfiltriert
(über Si02), das Filtrat eingeengt und das Roh-
produkt an Kieselgel chromatographiert (Lauf-
mittel: Ether/Petrolether, 1:4). 31 wurde in 72%
Ausbeute als farbloses öl erhalten. H-NMR (CCI4):
m 7,3-7,0 (5H), m 5,9-5,6 (1H), t 2,57 (2H) J =
7 Hz, m 2,2-1,95 (2H), m 1,9-1,6 (2H). IR (CCI4)
u.a.: 1600 cm"1 (m). MS (70 eV):
m/z
148
(M+-,
14%),
131 (15), 130 (35), 129 (25), 128 (15), 105 (30), 104
(100), 92 (38), 91 (88).
[l.l-D2]-1.2-Epoxy-5-phenylpentan (32): 6,0 g 31
wurden in 80 ml CH2C12 gelöst und bei 0 °C mit
einer Lösung von 8,4 g m-Chlorperbenzoesäure in
70 ml CH2C12 versetzt. Nach 24 h Rühren bei Raum-
temperatur wurde die entstandene m-Chlorbenzoe-
säure mit NaHC03-Lösung extrahiert, die neutral
gewaschene org. Phase getrocknet und einrotiert.
Der Rückstand wurde fraktioniert destilliert und
ergab 32 in 77% Ausbeute als farbloses öl (Sdp.
140-145 °C/20 Torr). H-NMR (CCU): m 7,3-6,95
(5H), m 2,8-2,4 (3H), m 2,1-1,3 (4H). MS (70 eV):
m/z 164 (M+., 2%), 162 (1), 148 (4), 131 (9), 117 (6),
105 (16), 104 (100), 92 (12), 91 (45).
[ 3.3-D2 ]-4-Hydroxy-7-phenylheptansäure-y-lacton
(33): 8,2 g Malonsäuredimethylester wurden in
40 ml abs. CH3OH gelöst und Vit 1,67 NaOCHg
versetzt. Zu der auf 60 °C erwärmten Lösung wur-
den langsam 5,1 g 32 innerhalb von 30 min zuge-
tropft [36] und 4 h unter Rückfluß erhitzt. An-
schließend wurde das Lösungsmittel weitgehend
abdestilliert, der Rückstand mit eiskalter 6 N
H2S(>4 neutralisiert und mit Ether extrahiert. Der
beim Einengen verbleibende Rückstand wurde in
20 ml CH30H/H20 (1:1) aufgenommen, mit 1,36 g
NaOH versetzt und 4 h unter Rückfluß erhitzt.
Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wurde mit
6 N HCl bei pH 2 angesäuert und mit Ether extra-
hiert. Das nach dem Abziehen des Ethers verblei-
bende Rohprodukt wurde bei 0,1 Torr und 150 °C
decarboxyliert und fraktioniert destilliert. Hierbei
wurde 33 in 30% Ausbeute als farbloses Öl erhalten
(Sdp. 160 °C/0,1 Torr). H-NMR (CC14): m 7,35-7,0
(5H), m 4,5-4,25 (1H), t(br) 2,65 (2H) J = 7 Hz,
s(br) 2,35 (2H), m 2,0-1,45 (4H). IR (CC14) u.a.:
1780 (s), 1745 (s), 1160 (s). MS (70 eV): m/z 206 (M+-,
5%), 104 (100), 91 (50).
[ 3.3-D2 ]-4-Hydroxy-7-phenyl-1-( 2-pyridyl )-
heptan-l-on (34) wurde aus 33 und Pyridincarbon-
säureester 16 in 33% Ausbeute nach der oben ange-
gebenen Vorschrift erhalten. Rf (DC) = 0,36 (Ether).
H-NMR (CCU): d(br) 8,6 bzw. 8,45 (1H) J = 5 Hz,
m 8,0-7,0 (8H), m 3,7-3,1 (3H), 12,6 (2H) J = 7 Hz,
s(br) 2,1 (1H), m 2,3-1,4 (4H). IR (CCI4) u.a.:
3620 cm-i (sw). MS (70 eV):
m\z
285 (M+-, 11%),
267 (11), 166 (20), 150 (10), 147 (10), 137 (20), 136
(16), 122 (20), 104 (100), 91 (54), 79 (22), 78 (40),
77 (36).
[3.3-Ü2]-7-Phenyl-1-(2-pyridyl)-heptan-4-ol (35)
wurde aus 34 in 75% Ausbeute als farbloses öl
erhalten (Vorschrift analog zur Synthese von 28,
Schema 11). i?/ (DC) = 0,16 (Ether). H-NMR (CC14):
d(br) 8,45 (1H) J = 5 Hz, m 7,6-7,35 (1H), m 7,25-
6,05 (7H), t(br) 3,5 (1H) J = 7 Hz, t 2,73 (2H)
J = 7 Hz, t 2,55 (2H) J = 7 Hz, s(br) 2,4 (1H),
m 1,9-1,2 (6H). IR (CCU) u.a.: 3640cm"1 (sw),
3340 (br). MS (70 eV): m/z 271 (M+-, 5%), 253 (4),
152 (5), 131 (6), 106 (23), 105 (17), 104 (100), 93 (26),
92 (12), 91 (42).
[ 3.3-Ü2 ]-7 - Phenyl-1
-
( 2-pyridyl)
-
heptan-4-on
([3.3-D2]-l) wurde aus 35 in 85% Ausbeute durch
Cr03-Oxidation erhalten (s. oben). Rf (DC) = 0,25
(Ether). H-NMR (CCU): d(br) 8,4 (1H) J = 5 Hz,
dt 7,47 (1H) J = 8 und 2 Hz, m 7,3-6,9 (7H), 12,71
(2H) J — 1 Hz, t 2,57 (2H) J = 7 Hz, t 2,3 (2H)
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J = 7Hz,m2,1-1,65 (6H). D2 = 81%, Di = 15%,
Do = 4%.
Für die Förderung dieser Arbeit danken wir der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projekt Schw
221/1,3), dem Fonds der Chemischen Industrie und
der Schering AG Berlin. Den Herren Dipl.-Chem.
B. Ciommer und R. Wolfschütz sei für die
Durchführung von Spezialmessungen besonders ge-
dankt.
[1] Massenspektrometrische Untersuchung organi-
scher Stickstoffverbindungen, 33 als 32. Mittei-
lung gilt: J. K. Terlouw, P. C. Burgers, H.
Schwarz und H. Thies, Org. Mass Spectrom. 16,
144 (1981).
[2] a) G. P. Happ und P. W. Stewart, J. Am. Chem.
Soc. 74, 4404 (1952);
b) F. W. McLafferty, Anal. Chem. 28, 306 (1956);
ibid. 31, 82 (1959).
[3] Für eine umfassende, kritische Übersicht mit
651 Literaturzitaten siehe: D. G. I. Kingston,
J. T. Bursey und M. M. Bursey, Chem. Rev. 74,
215 (1974).
[4] a) H. Budzikiewicz, C. Fenselau und C. Djerassi,
Tetrahedron 22, 1391 (1966);
b) J. K. McLeod und C. Djerassi, J. Org. Chem.
32, 3485 (1967);
c) K. B. Tomer und C. Djerassi, J. Org. Chem. 38,
4152 (1973);
d) H. Schwarz, R. Herrmann und R. Wolfschütz,
J. Heterocycl. Chem. 12, 633 (1975).
[5] B. Richter, Dissertation D 83, Technische Uni-
versität Berlin 1979.
[6] Für andere elektronenstoßinduzierte Prozesse von
1 siehe
1.
c. [5].
[7] Hochauflösende Massenspektrometrie (Auflö-
sungsvermögen ca. 15000; 10% Tal-Definition)
ist erforderlich, um sicherzustellen, daß die hier
interessierenden Nominalmassen auch die richtige
Elementarzusammensetzung haben. Dies ist nicht
selbstverständlich: Im niederaufgelösten Spek-
trum von 1 tritt ein Signal bei m/z 105 auf, das
dem C7H7N-Fragment e zugeordnet werden
könnte. Nach den Hochauflösungsdaten handelt
es sich aber bei m/z 105 ausschließlich um das Ion
CgH9+.
[8] Zur Methode siehe: R. G. Cooks, J. H. Beynon,
R. M. Caprioli und G. R. Lester, Metastable Ions,
Elsevier, Amsterdam 1973.
[9] Zur Methode siehe:
a) K. Levsen und H. Schwarz, Angew. Chem. 88,
589 (1976); Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 15, 509
(1976);
b) K.Levsen,Fundamental Aspects ofOrganicMass
Spectrometry, Verlag Chemie, Weinheim 1978.
[10] Zu diesem Thema siehe: H. Schwarz, Nachr.
Chem. Techn. Lab. 26, 792 (1978).
[11] Zur Methode siehe I.e. [8, 9].
[12] G. Spiteller, Massenspektrometrische Struktur-
analyse organischer Verbindungen, Verlag Che-
mie, Weinheim 1966.
[13] H. Budzikiewicz und U. Besler, Org. Mass
Spectrom. 11, 398 (1976).
[14] Für viele Beispiele solcher Prozesse siehe: H.
Schwarz, Top. Curr. Chem., im Druck; Org. Mass
Spectrom. 15, 491 (1980); Ann. Chim. (Rome) 29
(1981).
[15] R. G. Cooks, R. N. McDonald, P. T. Cranor,
H. E. Petty und N. L. Wolfe, J. Org. Chem. 38,
1114 (1973).
[16] Es muß natürlich eingeräumt werden, daß s' nicht
der einzige plausible Kandidat für die C?H8N+-
Ionen aus 2 und 3 darstellt. Denkbar wäre - in
Analogie zum isoelektronischen CsHg+'System
[17] - auch die Erzeugimg von spirostrukturierten
Ionen. Derzeit gibt es allerdings keine Möglich-
keit, aufgrund von Experimenten zwischen diesen
Alternativen zu unterscheiden.
[17] C. Koppel, C. C. Van de Sande, N. M. M. Nibbe-
ring, T. Nishishita und F. W. McLafferty, J. Am.
Chem. Soc. 99, 2883 (1977).
[18] a) R. K. Boyd und J. H. Beynon, Org. Mass
Spectrom. 12, 163 (1977);
b) A. P. Bruins, K. R. Jennings und S. Evans, Int.
J. Mass Spectrom. Ion Phys. 26, 395 (1978).
c) H. Schwarz, G. Höhne, J. M. Blender und H. J.
Veith, Varian Application Note 40, 1 (1979).
[19] a) V. Boekelheide und S. Rothchild, J. Am.
Chem. Soc. 69, 3149 (1947);
b) V. Boekelheide und E. J. Agnello, ibid. 72,
5005 (1950).
[20] W. E. Doering und R. A. Weil, J. Am. Chem. Soc.
69, 2461 (1947).
[21] D. Seebach, Synthesis 1969, 17.
[22] K. Winterfeld und F. Holschneider, Arch. Pharm.
273, 305 (1935).
[23] T. Mujadera und T. Iwai, Chem. Pharm. Bull.
(Tokyo) 12, 1338 (1964).
[24] Bei der Herstellung von [1.1-D2]-1 konnte die
Ketofunktion nicht direkt zur CD2-Gruppe redu-
ziert werden, da hierbei erhebliche H/D-Aus-
tauschprozesse an der benachbarten Methylen-
gruppe beobachtet wurden. Infolgedessen mußte
das in Schema 10 skizzierte sequentielle Verfahren
benutzt werden.
[25] H. Hundsdiecker, Ber. Dtsch. Chem. Ges. 75, 460
(1948).
[26] P. Perros, J. P. Morizur, J. Kossanyi und M.
Duffield, Bull. Soc. Chim. Fr. 2105 (1973).
[27] 2-PyCH = CD2 (5) wurde durch Wittig-Reaktion
von 2-PyCHO mit Ph3P = CD2 in 33% Ausbeute
erhalten.
[28] E. M. Hawes und H. L. Davis, J. Heterocycl.
Chem. 10, 39 (1973).
[29] K. Thewalt und W. Rudolph, Chem. Ber. 96, 136
(1963).
[30] G. Höfle, W. Steglich und H. Vorbrüggen, Angew.
Chem. 90, 602 (1978); Angew. Chem. Int. Ed.
Engl. 17, 569 (1978).
[31] R. P. A. Sneeden und H. H. Zeiss, J. Label.
Comp. 5, 54 (1969).
[32] L. K. Montgomery und J. W. Matt, J. Am. Chem.
Soc. 89, 6564 (1967).
[33] E. von Rudioff, Can. J. Chem. 33, 1714 (1955).
[34] M. F. Grundon, H. B. Henbest und M. D. Scott,
J. Chem. Soc. 1855 (1963).
[35] W. D. Kunter, L. A. Strait und E. L. Alpen,
J. Am. Chem. Soc. 72, 1463 (1950).
[36] W. E. Grigsby, I. Hind, J. Chainly and F. H.
Westheimer, J. Am. Chem. Soc. 64, 2606 (1942).
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