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Die Hochschulzeitung der Technischen Universität Berlin
6/10
Juni 2010
www.tu-berlin.de/newsportal
INNENANSICHTEN
Mobile Spielkiste und
Elternnetzwerk
Das Familienbüro der TU Berlin
erweitert sein Angebot und hilft
Eltern, sich zu vernetzen Seite 6
INTERNATIONALES
Heißer Draht nach China
Die TU Berlin bietet deutschland-
weit die meisten „Dual Degree“-
Programme mit chinesischen Uni-
versitäten Seite 8
FORSCHUNG
Stets bestens verbunden
Zusammen mit der TU Berlin hat
das Fraunhofer-Institut FOKUS
neue Anwendungen für Smart-
phone oder Tablet PC entwickelt
Seite 9
Inhalt
Gemeinsam wirtschaften
Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom
vertraut auf das Verantwortungsge-
fühl der Menschen. Sie hält die zweite
„Climate Lecture“ an der TU Berlin
Seite 3
Krise als Chance
Wirtschaftsexperte Antonios
Koursovitis mahnt Reformen in
Griechenland an, um die Fehler
der Vergangenheit nicht zu wie-
derholen Seite 2
Bewegung und Ernährung
Mit vielen Veranstaltungen und An-
geboten soll der zweite Gesundheits-
tag an der Universität zum Mitma-
chen auch im Alltag animieren
Seite 6
Rekordsumme von 125 Millionen Euro eingeworben
Drittmittel haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt
I
m Jahr 2009 konnte die TU Berlin
die Rekordsumme von 125,4 Millio-
nen Euro von öffentlichen und priva-
ten Mittelgebern einwerben. Das be-
deutet ein Plus von rund 27 Prozent
beziehungsweise 26,6 Millionen Euro
gegenüber dem Vorjahr. Der positive
Trend in der Leistungsbilanz wird da-
mit weiter fortgesetzt.
Mit Abstand die meisten Drittmit-
tel flossen mit 41,5 Millionen Euro
von der Deutschen Forschungsge-
meinschaft (DFG). Sie umfassen rund
ein Drittel aller eingeworbenen For-
schungsgelder. Im Vergleich zu den
Jahren vor 2007 hat sich dieses Volu-
men sogar nahezu verdoppelt.
Der große Zuwachs an Drittmitteln
ist schließlich auch auf die gestiege-
ne Förderung durch den Bund zurück-
zuführen: Mit rund 31 Millionen Euro
wurden knapp 50 Prozent mehr Mittel
akquiriert als im Jahr 2008 (21 Milli-
onen Euro). Das gilt auch für den EU-
Bereich: Von der Europäischen Uni-
on warb die TU Berlin 20,7 Millionen
Euro ein, rund 56 Prozent mehr als im
Vorjahr.
Insgesamt konnten alle Fakultäten ihre
Drittmittel erheblich steigern. Spit-
zenreiter sind die Fakultät II Mathe-
matik und Naturwissenschaften mit
27,8 Millionen Euro und die Fakultät
IV Elektrotechnik und Informatik mit
25,3 Millionen Euro. Den größten Zu-
wachs von rund 40 Prozent haben je-
weils die Fakultäten VI Planen Bauen
Umwelt und VII Wirtschaft und Ma-
nagement.
Die Höhe der Drittmittel zeigt die At-
traktivität der TU Berlin als stark nach-
gefragte Forschungsuniversität. In den
vergangenen Jahren gehörte sie bun-
desweit immer zu den zehn besten Uni-
versitäten ohne medizinische Einrich-
tung bei der Drittmitteleinwerbung.
„Unsere Drittmittel haben sich in den
vergangenen zehn Jahren verdoppelt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass das
eingeworbene Geld im Jahr 2009 rund
die Hälfte des Landeszuschusses für
die Universität umfasste. Im Vergleich:
Gibt das Land Berlin uns 1000 Euro,
so akquirieren unsere Forscherinnen
und Forscher zusätzlich 500 Euro.
Diese Leistung hat eine sehr positive
Auswirkung auf die Hauptstadtregion,
denn mit den Drittmitteln werden an
unserer Universität rund 2000 Perso-
nen zusätzlich beschäftigt, die in der
Stadt nicht nur arbeiten, sondern auch
konsumieren. Ich danke allen TU-Mit-
gliedern, die zu diesem Rekordergeb-
nis beigetragen haben. Das ist eine be-
achtliche Leistung“, sagt TU-Präsident
Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach. stt
Hilfe für Orthopädie und Rehabilitation
Mit dem Rehabtech Research Lab besitzt die TU Berlin ein neues An-Institut
D
ie TU Berlin hat jetzt ein neues
An-Institut im Bereich der Pro-
thetik und Rehabilitationstechnolo-
gie eingerichtet. Rehabtech Research
Lab GmbH, ein Tochterunternehmen
der Firma Otto Bock HealthCare, hat
das Ziel, wissenschaftliche Erkennt-
nisse schneller zur Anwendung zu
führen und marktfähige Produkte zu
entwickeln. Geleitet wird das Insti-
tut von Dr. Michael Hasenpusch von
Otto Bock Health Care und Prof. Dr.-
Ing. Marc Kraft vom Fachgebiet Me-
dizintechnik der TU Berlin. Seinen
Sitz hat es im Science Center Medi-
zintechnik des Unternehmens Fa. Otto
Bock HealthCare in Berlin. Die Firma
ist Technologie- und Weltmarktführer
auf dem Gebiet der Prothetik und füh-
render Hersteller weiterer orthopädie-
technischer Hilfsmittel. Die TU Berlin
und Otto Bock HealthCare arbeiten
seit Jahrzehnten eng zusammen. Die
Anerkennung als An-Institut der TU
Berlin erfolgt vorerst für fünf Jahre.
Im Mittelpunkt der Forschungen wer-
den Orthopädie- und Rehabilitations-
technik stehen. Themen, mit denen
sich die Wissenschaftlerinnen und Wis-
senschaftler der vier TU-Fakultäten
Prozesswissenschaften, Elektrotech-
nik und Informatik, Verkehrs- und Ma-
schinensysteme sowie Wirtschaft und
Management im Bereich der Grund-
lagenforschung beschäftigen werden,
sind die elektrische Stimulation von
Muskeln, die Verankerung von künst-
lichen Gliedmaßen in Röhrenknochen,
der Robotikeinsatz in der Rehabilitati-
on, die Erkennung von Signalmustern
im EEG und die Entwicklung von Prüf-
und Messsystemen für Prothesen, Or-
thesen und andere technische Hilfsmit-
tel für Behinderte. Auf Seiten der Re-
habtech Research Lab GmbH wollen
die Forscher vorrangig biomechanische
Kenntnisse für die Weiterentwicklung
von Hilfsmitteln in Orthopädie und
Rehabilitation gewinnen und nutzen.
Künftige Forschungspartner werden
unter anderem die Charité, die Medizi-
nische Hochschule Hannover, das Mut-
terunternehmen Otto Bock und mehre-
re Fachgebiete der TU Berlin sein. sn
Dem Forscherdrang bei Groß und Klein waren keine Grenzen gesetzt: Bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der TU Berlin öffneten sich
mehr als 47 700-mal die Türen in den 30 Wissenschaftshäusern. Damit war die Universität wieder die mit Abstand am häufigsten besuchte Ein-
richtung während der klügsten Nacht des Jahres. Weitere Impressionen finden Sie auf Seite 3
TU Berlin
unter Palmen
Universität richtet deutschen
Campus in Ägypten ein
Die TU Berlin richtet in Ägypten ei-
nen Satellitencampus als wissen-
schaftliche Außenstelle ein. In einer
weltweit einzigartigen Non-Profit Pu-
blic Private Partnership (PPP) im Be-
reich Bildungsexport sollen deutsche
Dienstleistungen der TU Berlin mit
drei Masterstudiengängen auf dem
Campus im ägyptischen El Gouna am
Roten Meer angeboten werden. Da-
mit ist sie die erste deutsche Univer-
sität, die in Ägypten Studiengänge an-
bietet, die sowohl inhaltlich als auch
strukturell ausschließlich deutscher
Hochschulgesetzgebung unterliegen.
Das Zustandekommen dieses Projekts,
das seit mehreren Jahren vorbereitet
wird, ist vor allem dem Engagement
des TU-Alumnus und ägyptischen Un-
ternehmers Samih Sawiris zu verdan-
ken. Damit wird das Projekt komplett
über Drittmittel finanziert. tui
Lesen Sie den ausführlichen Bildbericht
auf den Seiten 4 und 5.
Sauerstoff durch
Silizium aktiviert
In der neuen Online-Ausgabe der Zeit-
schrift „Nature Chemistry“ (DOI:
10.1038/NCHEM.666) berichten Mat-
thias Drieß, Professor für Chemie an
der TU Berlin und Sprecher des Exzel-
lenzclusters „UniCat“, und seine Mit-
arbeiter über die erfolgreiche Aktivie-
rung von Sauerstoff durch Silizium. Sie
beschreiben erstmals eine nichtmetalli-
sche Alternative zur Disauerstoffakti-
vierung auf der Basis von reichlich ver-
fügbaren Ressourcen: Silizium ist ein
ungiftiges Element, zentraler Bestand-
teil von Sand und mit einem Anteil von
zwei Dritteln der Masse der Erdkruste
nach Sauerstoff das zweithäufigste che-
mische Element. Sauerstoff ist allgegen-
wärtig und ein notwendiger Rohstoff
für die chemische Industrie. Die Entde-
ckung der Wissenschaftler ist daher von
großer ökonomischer Bedeutung. tui
Lesen Sie dazu Seite 10.
Zulassung gut
koordiniert
Die TU Berlin nimmt auch in diesem
Jahr an der „Initiative koordinierte
Hochschulzulassung“ teil, der ehemali-
gen Hamburger Initiative. Fast 30 deut-
sche Hochschulen wollen damit dem
Problem der Mehrfachbewerbungen
von Studieninteressierten begegnen.
Auch die Berliner Universitäten wollen
koordiniert vorgehen. Alle Zulassungs-
bescheide für das kommende Semester
in den zulassungsbeschränkten Bache-
lorstudiengängen werden vom 1. bis 13.
August 2010 versandt. Das Ende der
Immatrikulationsfrist wird nicht vor
dem 20. August 2010 sein.
Wegen der fehlenden Zentralvergabe
kam es in den vergangenen Jahren an
den Hochschulen aufgrund der hohen
Bewerbungszahlen immer wieder zu
großen Abständen zwischen Zusagen,
Annahmeerklärungen und der Imma-
trikulation. Das sogenannte „Bewer-
berhopping“, also die Mehrfachbewer-
bungen mit verzögerten Absagen vie-
ler Studienbewerber, hatte zur Folge,
dass sich die Nachrückverfahren teil-
weise weit in das Semester hineinzo-
gen. Die TU Berlin hatte dadurch bis
zu 60 Prozent mehr Bewerbungen als
sonst. Im vergangenen Jahr ist es durch
die Koordinierung der Versandtermine
zum Wintersemester 2009/10 nahezu
allen beteiligten Hochschulen der In-
itiative gelungen, die Studienplätze in
den zulassungsbeschränkten Bache-
lorstudiengängen bereits im Haupt-
verfahren zu über 90 Prozent zu be-
setzen. Die zeitraubenden Nachrück-
verfahren konnten auf ein Minimum
reduziert werden.
Die TU Berlin bietet zum kommenden
Semester fast 100 Studienmöglichkei-
ten an, hat ihr Zulassungsverfahren
verschlankt und als erste Universität
bundesweit ihre Verwaltungsstruktur
rund um Zulassung und Immatrikula-
tion konsequent der Bologna-Reform
angepasst. Bewerbungsschluss für zu-
lassungsbeschränkte Studiengänge ist
der 15. Juli 2010. tui
Lesen Sie auch den Artikel „Jetzt kom-
men die doppelten Abiturjahrgänge“ auf
Seite 7
➥ www.tu-berlin.de/?id=620
Unübertroffen beliebt
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Marc Kraft zeigt innovative Medizintechnik
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
AKTUELL
Seite 2 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Neue Uni-Präsidenten
in Berlin
/tui/ Am 12. Mai 2010 wurde der Lite-
raturwissenschaftler Prof. Dr. Peter-André
Alt zum Präsidenten der Freien Universi-
tät Berlin gewählt. Anfang Juni trat er sein
Amt an. Erste Vizepräsidentin wurde Prof.
Dr. Monika Schäfer-Korting. Peter-André
Alt folgte Dieter Lenzen im Amt, der als
Präsident an die Hamburger Universität
ging. Ebenfalls Anfang Juni bestellte Wis-
senschaftssenator E. Jürgen Zöllner den
am 20. April 2010 gewählten ehemaligen
Kultusminister Sachsen-Anhalts, Prof. Dr.
Jan-Hendrik Olbertz, zum Präsidenten der
Humboldt-Universität zu Berlin. Er tritt
sein Amt am 18. 10. 2010 an.
Zöllner für dritte Säule
im Hochschulpakt 2020
/tui/ Alle Studierenden sollten die Chan-
ce haben, einen Masterabschluss zu ma-
chen, so Professor E. Jürgen Zöllner. Bei
der Bologna-Konferenz Mitte Mai in
Berlin unterstützte der Berliner Wissen-
schaftssenator daher die Überlegungen
zu einer dritten Säule im Hochschulpakt
2020. Er plädierte für grundlegende,
auch inhaltliche Verbesserungen der Stu-
diengänge, die flexibel und individueller
ausgestaltet werden müssten, sowie für
finanzielle Fortschritte beim BaföG, um
den Studierenden mehr Raum für das
Studium und die Freiheit der eigenen
Schwerpunktsetzung zu ermöglichen.
Ein gutes Qualitätsmanagement könne
es darüber hinaus nicht ohne die Beteili-
gung der Studierenden geben.
Länder regeln zu viel
/tui/ Die Präsidentin der Hochschulrek-
torenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret
Wintermantel, hat sich gegen die Rege-
lungsmöglichkeiten der Länder bei An-
gelegenheiten der Studiengänge wie
Modulgrößen, Begrenzung der Gesamt-
dauer oder Umfang von Abschlussarbei-
ten ausgesprochen. Außerdem hat die
HRK eine Broschüre mit Bologna-Reform-
projekten herausgegeben.
➥
www.bolognanet.hrk.de
Spitzenwerte für Berlin
/tui/ Berlin ist ein attraktiver Wissen-
schaftsstandort mit exzellenten Hoch-
schulen. Das zeigen neue Berichte des
Statistischen Bundesamtes. Mit einer Er-
folgsquote von 82,4 Prozent liegen die
Berliner Studierenden fast zehn Prozent
über dem Bundesdurchschnitt von 72,5
Prozent. Auch ein „Wanderungsgewinn“
innerhalb der Bundesländer von 24 000
Studierenden bringt Berlin ins Spitzen-
feld. Außerdem belegt die Hauptstadt
den ersten Platz beim Anteil der Profes-
sorinnen. Mit 25,5 Prozent liegen Berlins
Hochschulen hier weit über dem Bundes-
durchschnitt von 17,4 Prozent. Berlin will
in den nächsten Jahren auch die Quote
der Studienberechtigten weiter erhöhen.
Zwar liegt hier die Stadt mit 45,4 Prozent
ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt
von 45,2 Prozent, der Bedarf an Fachkräf-
ten steigt aber ebenfalls kontinuierlich.
➥
www.destatis.de
Uni in der Brauerei
/tui/ Das 45 000 Quadratmeter große
Industriegelände der ehemaligen Kindl-
Brauerei im Berliner Rollbergviertel soll
demnächst unter anderem eine weite-
re Privat-Universität erhalten. Diese Idee
stellte Mitte Mai Prof. Dr. Franz W. Peren
von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in
Sankt Augustin vor. An der englischspra-
chig geplanten Hochschule sollen dann
Betriebswirtschaft, Informatik, Medien-
und Kommunikationswissenschaften so-
wie Gesundheitsmanagement von inter-
nationalen Dozenten gelehrt werden. Ein
Antrag ist bei der Berliner Bildungsver-
waltung noch nicht gestellt.
Meldungen
Referat für Presse und Information
TUB-newsportal
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Neues aus Forschung und Lehre
zum Lesen, Hören und Sehen
www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal
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ie Technische Universität Berlin
hat Mitte Mai den Lohn- und Ver-
gütungstarifvertrag Nr.1 für die Ber-
liner Hochschulen unterzeichnet. Er
tritt rückwirkend zum 1. Juni 2009 in
Kraft. Das teilte die Kanzlerin der TU
Berlin, Dr. Ulrike Gutheil, mit. Wie
bereits berichtet, sieht dieser Tarif-
vertrag eine Erhöhung des tariflichen
Entgelts in Höhe von 65 Euro monat-
lich vor, Teilzeitbeschäftigte erhalten
einen anteiligen Betrag. Die nachzu-
zahlenden Beträge, die den Beschäf-
tigten nach dem neuen Vertragswerk
für den Zeitraum von Juni 2009 bis
Februar 2010 zustehen, sind bereits
außertariflich im Monat März 2010
ausgezahlt worden. Die Maiabrech-
nung enthielt die Beträge für März
und April 2010. Ab Mai werden die
65 Euro in die laufenden Bezüge mit
aufgenommen.
Paraphiert wurde der Tarifvertrag, der
die Übernahme des TV-L, des „Tarif-
vertrages für den öffentlichen Dienst
der Länder“, für die Berliner Hoch-
schulen (TV-L Berliner Hochschulen)
regeln soll, sowie ein Eckpunktepa-
pier dazu. Es legt fest, dass sich die
Überleitung der Berliner Hochschul-
beschäftigten in den TV-L an den Rah-
menbedingungen des Landes Berlin
orientieren soll. Berlin war 1993 aus
der Tarifgemeinschaft deutscher Län-
der (TdL) ausgetreten.
Das Eckpunktepapier enthält noch
eine weitere wichtige Regelung, die
den Ausgleich der Arbeitszeitguthaben
betrifft: Im Anwendungstarifvertrag
Berliner Hochschulen, der von Janu-
ar 2004 bis Dezember 2009 galt, sind
für die Hochschulbeschäftigten Ar-
beitszeitguthaben zum Ausgleich von
Gehaltskürzungen entstanden. Die-
se können nun noch bis zum 31. Juli
2011 nach den Bedingungen des „al-
ten“ Anwendungstarifvertrages ausge-
glichen werden. Erst danach werden
eventuell noch vorhandene Guthaben
in Stunden umgerechnet und gemäß
der dann regelmäßigen wöchentlichen
Arbeitszeit ausgeglichen.
„Ich freue mich, dass wir in den Ver-
handlungen diese Regelung zugunsten
der Beschäftigten erreichen konnten“,
sagte dazu die TU-Kanzlerin Ulrike
Gutheil. „Den Abschluss des Über-
leitungstarifvertrages für die Berliner
Hochschulen erwarten wir in Kürze.
Er orientiert sich an dem des Landes
Berlin, daher müssen wir die entspre-
chenden Tarifwerke des Landes abwar-
ten. Nach derzeitigem Stand ist jedoch
in jedem Fall ein Tarifwechsel in den
TV-L rückwirkend zum 1. April 2010
vorgesehen.“ pp
Tarifwechsel kommt
Eckpunkte für Überleitung festgelegt– Einigung über Zeitguthaben
N
ach monate-
langen Stu-
dierendenprotes-
ten diskutierten
Mitte Mai Hoch-
schullehrer, Po-
litiker, Studie-
rende und Wirt-
schaftsvertreter
auf der „Nationa-
len Bologna-Kon-
ferenz“ über die
Umsetzung des
Bologna-Prozes-
ses und mögliche
Nachbesserun-
gen. Bundesbil-
dungsministerin
Annette Scha-
van schlug dabei
einen Qualitäts-
pakt für die Lehre vor. Eine „Akade-
mie“ für Lehre solle nach dem Vorbild
der Deutschen Forschungsgemein-
schaft, die für die Fördermittelverga-
be im Bereich Forschung zuständig
ist, über die Verbesserung der Lehre
an deutschen Hochschulen wachen.
Sie solle zunächst über zehn Jahre im
Schnitt mit jährlich 200 Millionen Euro
ausgestattet werden und von einer Stif-
tung getragen werden. Die Mittel sollen
vor allem für mehr Personal und auch
für die Weiter-
bildung der Do-
zenten verwen-
det werden. Die
Reaktionen wa-
ren unterschied-
lich. Der Weg sei
zwar richtig und
könne wichti-
ge Impulse für
die Verbesserung
der Lehre ge-
ben, könne aber
das Problem der
Unterfinanzie-
rung der Hoch-
schulen nicht lö-
sen, so Margret
Wintermantel,
Präsidentin der
Hochschulrekto-
renkonferenz. Kritisiert wurde, dass
diese Mittel durch die in den nächsten
Jahren in die Hochschulen drängen-
den doppelten Abiturjahrgänge unbe-
merkt versickern würden. Seit dem 7.
Juni 2010 rufen in vielen Städten Stu-
dierende wieder zu Protesten und Voll-
versammlungen auf, um die Bildungs-
situation zu diskutieren und gegen an-
gedrohte Kürzungen in verschiedenen
Bundesländern zu protestieren; so
auch an der TU Berlin. pp
Eine Akademie für alle Fälle
Wie der Bund die Situation in der Lehre verbessern will
Dringender Bedarf: Platz für Studierende
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Dr. Koursovitis, Griechenlands größ-
te Krise, die wir derzeit erleben, sei
gleichzeitig seine größte Chance, sa-
gen Sie. Welche Möglichkeiten sehen
Sie für das krisengeschüttelte Land?
Griechenland ist ein Land, das schon
seit Langem unter seinen wenig trans-
parenten Strukturen leidet. Auch das
eigene Volk hat kein Vertrauen in seine
öffentlichen Dienste und seine Politi-
ker. In den letzten 30 Jahren– Grie-
chenland trat 1981 in die EU ein– ist
es nicht gelungen, zum Beispiel das
durchschnittliche Pro-Kopf-Einkom-
men der EU zu erreichen, und das,
obwohl das Land seit den „Integrier-
ten Mittelmeerprogrammen“ in den
Achtzigerjahren bis zur aktuellen För-
derperiode zu den größten Leistungs-
empfängern an Fördermitteln für die
Regionalpolitik gehört. Die Frage ist,
was wurde in den griechischen Regi-
onen erreicht? Wie wurden die Pro-
gramme umgesetzt? Sind die ehemals
armen Regionen reicher geworden?
Ein Ergebnis meiner Untersuchun-
gen war, dass es nicht ausreicht, mit
der Gießkanne den warmen Geldre-
gen über das Land auszugießen, um
die Lebensverhältnisse zu verbessern,
Arbeitslosigkeit zu verhüten oder zu
verringern beziehungsweise das Pro-
Kopf-Einkommen nennenswert zu er-
höhen. Es fehlten gezielte Maßnahmen
und vor allem Kontrollen und Sankti-
onen für Missbrauch.
Die derzeitige Krise hat all dies of-
fenbar gemacht. Mit der milliarden-
schweren Unterstützung der EU und
dem Druck, den die Ländergemein-
schaft zur Änderung der Rahmenbe-
dingungen ausübt, hat die Regierung
eine Chance, auf allen Ebenen von Po-
litik, Wirtschaft und Gesellschaft Re-
formen einzuleiten, Korruption abzu-
bauen und Gerechtigkeit herzustellen
und damit wieder das Vertrauen des ei-
genen Volkes zu gewinnen und das der
Europäischen Gemeinschaft.
Welche Ursachen liegen der derzeiti-
gen Krise konkret zugrunde?
Im letzten Jahr, als die neue sozialis-
tische Regierung gewählt wurde, ver-
öffentlichte sie die neuen makroöko-
nomischen Daten, zum Beispiel ein
Haushaltsdefizit von 12,6 Prozent.
Interessanterweise waren es zwei Wo-
chen vorher, unter der alten Regie-
rung, nur 3,6 Prozent. Zwischen die-
sen beiden Zahlen liegen ganze Wel-
ten. Es sind einige Milliarden, die da
fehlen. Der gesamten Weltöffentlich-
keit war ersichtlich, dass diese Zahlen
nicht stimmen konnten, wahrschein-
lich weder die einen noch die ande-
ren. Unter solchen Vorkommnissen
leidet die Glaubwürdigkeit einer Re-
gierung natürlich massiv. Es war klar,
dass hier in der Vergangenheit Mani-
pulation im Spiel war, um an die För-
dertöpfe zu gelangen, denn anhand
dieser Daten werden Kredite und För-
dermittel der EU vergeben, aber auch
Mahnungen ausgesprochen. Am Ende
musste der Staat ungefähr 30 Milliar-
den Euro bis 2014 einsparen, weil alte
Kredite fällig geworden sind und be-
dient werden müssen. Normalerweise
kann das Geld auf den Kapitalmärk-
ten besorgt werden. Doch der Markt
hat sensibel auf die Unstimmigkeiten
in den statistischen Daten reagiert.
Die Märkte bestrafen so etwas und
nun hat Griechenland ein Problem.
Griechische Anleihen wurden herab-
gestuft, wurden zu Risikoanleihen.
Bereits Anfang 2010 war Griechen-
land gezwungen, für die neu emittier-
ten Anleihen eine höhere Rendite an-
zubieten, damit sie überhaupt gekauft
werden. Das verursacht hohe Kosten.
Die Zinsen haben zehn, ja sogar bis
zu 18 Prozent erreicht. Da gerät man
schnell in einen Strudel, der einen bis
an den Rand der Zahlungsunfähigkeit
treibt.
Es gibt Ökonomen, die einen Staats-
bankrott eines wirtschaftlich kleinen
Landes wie Griechenland für ver-
schmerzbar halten und dafür plädie-
ren. Es soll einen Dominoeffekt ver-
meiden– dass andere Länder es Grie-
chenland gleichtun. Auch befürchten sie
ein Fass ohne Boden.
Meiner Ansicht nach haben die Staats-
und Regierungschefs sehr vernünftig
reagiert, indem sie Griechenland Kre-
dite zur Verfügung gestellt haben. Sie
haben dem Land damit Luft verschafft
und es von dem Druck der Kapital-
märkte befreit, der es immer tiefer in
den Sumpf reißen würde. Sie haben
aber auch Recht daran getan, Bedin-
gungen an die Vergabe der Kredite zu
knüpfen und Kontrollen auszuüben,
zum Beispiel durch die Europäische
Kommission oder durch die Aufsicht
des Internationalen Währungsfonds.
Ein Staatsbankrott– andere Länder
wie Argentinien haben das auch ge-
macht– hat, wie der Austritt aus der
Währungsunion, sicher Vorteile. Man
kehrt zu seiner alten Währung zurück,
die man abwertet, und wird dadurch
billiger auf dem Markt. Das gilt jedoch
nur für ein exportfähigeres Land, als
es Griechenland ist. Es kommt noch
hinzu– und das ist meines Erachtens
viel wichtiger–, dass ein Staatsbank-
rott für ein europäisches Land keine
gute Lösung ist. Denn nicht nur das
Land selbst würde an Glaubwürdig-
keit verlieren, sondern das ganze po-
litische Gebilde EU würde in Misskre-
dit geraten. Man würde unterstellen,
dass die EU ihre Mitglieder nicht un-
ter Kontrolle hat. Zudem könnte ein
Staatsbankrott Griechenlands andere
animieren, es dem Land gleichzutun.
Spanien, Portugal, Irland, Italien ha-
ben die gleichen Probleme.
Welches ist nun Griechenlands Chan-
ce? Wie kommt das Land wieder auf
einen grünen Zweig?
Es muss alle Kräfte mobilisieren, um
die dringend notwendigen Reformen
umzusetzen. Dazu gehört es, dass
das Wettbewerbsamt seine Arbeit tut,
die das bisher versäumt hat. Es muss
ein funktionierender Wettbewerb ge-
währleistet werden und jegliche Art
von Marktmacht muss unterbunden
werden, zum Beispiel Kartelle und
Absprachen. Die Regierung muss das
Vertrauen der Bevölkerung wieder
zurückgewinnen, indem sie vor allem
Gerechtigkeit herstellt, indem sie dem
Volk zeigt, dass Missbrauch auch be-
straft wird. Das geschieht bisher näm-
lich nicht, auch wenn diejenigen, die
sich auf Kosten der Allgemeinheit be-
reichern, bekannt sind. Die Regierung
muss ihren öffentlichen Dienst refor-
mieren. Eine Million Angestellte sind
für ein Land wie Griechenland, das auf
der anderen Seite keine innovativen
Produkte zu verkaufen hat, einfach zu
viel. Das belastete Verhältnis zwischen
Staat, Gesellschaft und Wirtschaft
muss normalisiert werden. Korrupti-
on muss bekämpft werden. Es braucht
mehr Investitionen in Bildung und For-
schung für moderne, innovative Pro-
dukte. Fördermittel aus der Regional-
politik müssen kontrolliert, effizient
und effektiv eingesetzt werden. Das
dauert natürlich seine Zeit. Griechen-
land braucht jetzt mindestens zehn bis
fünfzehn Jahre, um die Fehler, die ge-
macht wurden, zu korrigieren. Europa
hat ihm diese Chance gegeben. Damit
kann es sich langsam, sozusagen un-
ter dem Schutz der Europäischen Ge-
meinschaft, wieder erholen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Patricia Pätzold
Griechenland: größte Krise– größte Chance
Wirtschaftsexperte Antonios Koursovitis mahnt Reformen in dem hellenischen Land an
Dr. Antonios Koursovitis ist Wissenschaftler am TU-Fachgebiet Internationale Wirtschaftsbezie-
hungen von Prof. Dr. Hans H. Lechner und lehrt auch an der International Business School Ber-
lin. Sein Forschungsschwerpunkt sind Struktur- und Regionalpolitik der Europäischen Union
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Seite 3
AKTUELL
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
A
ls erste Frau hatte Elinor Ostrom
2009 den Wirtschaftsnobelpreis er-
halten. Anders als viele, die vom Kli-
magipfel 2009 in Kopenhagen ent-
täuscht waren, ist die Norwegerin der
Meinung, dass globale Kooperation
durchaus gelingen
kann. „Wem gehört
die Atmosphäre?
Gemeineigentum
und die Grundlagen
einer realistischen
Klimapolitik“ heißt
der Vortrag der Pro-
fessorin für Politik-
wissenschaft von
der Indiana Univer-
sity in Bloomington
(USA), den sie bei
der zweiten „Cli-
mate Lecture“ an
der TU Berlin hält.
Nach klassischer
ökonomischer The-
orie stehen die
Chancen für inter-
nationale Kooperation meist schlecht.
Gemeingüter wie die Atmosphäre, die
Wälder oder die Ozeane würden über-
nutzt, weil es keine privaten Eigentums-
rechte gibt. Die Tragödie der Allmen-
de, des Allgemeinguts, ist ein ökono-
mischer und politischer Allgemeinplatz
geworden: Was allen gehört, scheint
niemandem etwas wert. Wo Markt und
Staat versagen, scheint die Lösung von
Umweltproblemen unmöglich. Dieser
Auffassung widerspricht Elinor Ostrom
vehement. Gemeineigentum, so ihre
These, kann auch ohne private Eigen-
tumsrechte oder zentralstaatliche In-
terventionen nachhaltig bewirtschaftet
werden, denn Menschen sind durch-
aus bereit zu kooperieren. Sie erforscht
die Bedingungen
für die nachhal-
tige Bewirtschaf-
tung von Gemein-
gütern. Formale
und informelle In-
stitutionen auf lo-
kaler Ebene kön-
nen nach ihrer
Auffassung ent-
scheidend dazu
beitragen, die Tra-
gödie der Allmen-
de zu entschärfen.
Ostrom hebt auch
die Bedeutung von
Vertrauen, mora-
lischen Normen
und Altruismus
hervor und weist
empirisch nach, dass Menschen nicht
immer egoistisch und kühl berechnend
handeln. Die „Climate Lecture“ findet
in Kooperation mit der Vattenfall Eu-
rope AG und dem Potsdam-Institut für
Klimafolgenforschung (PIK) statt. Die
Vortragssprache ist Englisch. tui
Dienstag, 22. Juni 2010, 14 Uhr, Audimax,
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin.
Der Eintritt ist frei.
➥ www.tu-berlin.de/?id=83510
Gemeinsam wirtschaften für das Klima
„Climate Lecture“ mit Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom an der TU Berlin
Elinor Ostrom
Spannende Forschung, heiße Rhythmen und kalte Getränke
TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach
(oben) eröffnete die Lange Nacht der
Wissenschaften an der TU Berlin auf dem
Vorplatz des Hauptgebäudes. Dieser zog bis
in die frühen Morgenstunden Besucherin-
nen und Besucher an, die bei heißer Musik,
Snacks und kalten Getränken kurz von den
Eindrücken von Wissenschaftsshow, Kinder-
campus, Sommernachtssalon und mehr als
270 Projekten in den 30 TU-Wissenschafts-
häusern ausruhen wollten. Allein das „Haus
der Ideen“ (Hauptgebäude) hatte 12 346
Besuche gezählt, im Haus der Mathematik
öffneten sich 6000-mal die Türen. Noch am
Morgen bedankte sich der TU-Präsident bei
den vielen TU-Mitgliedern, die zu diesem Er-
folg bei dem größten Wissenschaftsevent der
Region beigetragen haben.
M
ir hat es auf dem Kindercampus
besonders gut gefallen, da konnte
ich ganz viel anfassen und ausprobie-
ren. Toll war es auch im Haus der Phy-
sik. Da wurde eine Banane so tief einge-
froren, dass damit ein Nagel in ein Brett
gehämmert werden konnte. Es war so
kalt, dass ich auch fühlen konnte, wie
Luft in einem Ballon flüssig wird. Und
ich bin stolz, dass ich es geschafft habe,
meine Minimaster-Urkunde und einen
Preis zu bekommen.
Ich freue mich riesig darüber, dass un-
ser Angebot der Sprach- und Kultur-
börse so gut ankommt. Wir haben viele
Besucher bei unseren kleinen Theater-
aufführungen, obwohl die komplett in
Französisch sind. Die Leute sind sehr
neugierig. Es muss nicht übersetzt wer-
den, sondern sie lassen sich direkt in
die Welt der Fremdsprache ziehen.
Beigeistert sind sie auch darüber, dass
wir 31 verschiedene Sprachen anbie-
ten, darunter viele, die man nirgendwo
sonst in Berlin lernen kann, und dass
wir Lehrer alle Muttersprachler sind.
Ich habe im „Sommernachtssalon der
schönen Künste“ tolle Vorträge ge-
hört. Die Themen waren spannend und
ich konnte Dinge mal aus einem an-
deren, neuen Blickwinkel betrachten.
Das Gespräch von Wolfgang Benz über
Vorurteile und Feindbilder in Kinder-
und Jugendbüchern fand ich beson-
ders interessant. Aus dieser Sicht habe
ich darüber bislang nicht nachgedacht.
Die schöne, stimmungsvolle Musikbe-
gleitung am Flügel passte super zum
Saloncharakter.
I
ch interessiere mich sehr für Inno-
vationen in Naturwissenschaft und
Technik, deshalb war ich zuerst in der
„Fabrik der Zukunft“. Da war es sehr
informativ, die Wissenschaftler haben
ihre Projekte einfühlsam und anschau-
lich erklärt. Ich habe viele kompeten-
te Gesprächspartner getroffen, bei der
Robotersteuerung gab es interessante
Überschneidungen zu meinem Beruf.
Hier auf dem Hauptcampus habe ich
mich zusammen mit meinem Sohn da-
rüber gefreut, dass es auch sehr viele
kindgerechte Angebote gibt.
Anfassen und Ausprobieren
Einige Eindrücke der großen und kleinen Wissbegierigen von der „Langen Nacht“ an der TU Berlin
Giovanna
Tonelli
Florian
Sylke
Eich
Wolf
Lindner
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl (4)
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl (11)
© Indiana University Bloomington
Seite 4 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
INTERNATIONALES
Viel wird über die Pflege von Alum-
ni geredet, darüber, wie man sie
anregen kann, später Verantwortung
für die Universität zu übernehmen–
hier kam die Initiative vom Alumnus
Samih Sawiris selbst und es ist ein
einmaliges Projekt daraus geworden.“
Mit diesen Worten leitete Prof. Dr. Dr.
h. c. Kurt Kutzler, Altpräsident der TU
Berlin, Anfang Mai 2010 die öffentli-
che Präsentation einer einzigartigen
Public Private Partnership im Bereich
Bildungsexport ein: Die Technische
Universität Berlin richtet in Ägypten
einen Satellitencampus als wissen-
schaftliche Außenstelle ein. In einer
Non-Profit Public Private Partnership
(PPP) sollen deutsche Dienstleistun-
gen der TU Berlin auf dem Campus
im ägyptischen El Gouna am Roten
Meer angeboten werden. Drei Master-
studiengänge wurden dafür von der
TU Berlin eingerichtet. Damit ist sie
die erste deutsche Universität, die in
Ägypten Studiengänge anbietet, die
sowohl inhaltlich als auch strukturell
ausschließlich deutscher Hochschulge-
setzgebung und damit der besonderen
deutschen Qualitätssicherung unterlie-
gen. Es sei der erste Ort, so Kutzler,
wo Ingenieure in Afrika nach vollkom-
men unverfälschtem deutschem Stan-
dard ausgebildet würden.
Dank des Engagements von TU-
Alumnus Samih Sawiris, der von
1976 bis 1980 an der TU Berlin
Wirtschaftsingenieurwesen studier-
te, wird der neue Campus komplett
über Drittmittel finanziert. Derzeit
werden dort, auf einem Gelände von
10 000 Quadratmetern, neben einem
Audimax eine Bibliothek sowie sie-
ben weitere Seminar-, Büro- und La-
borgebäude errichtet. Nach den Kos-
tenrichtwerten für den Hochschul-
bau von 2008 beträgt der Wert des
Gebäudekomplexes samt Ausstattung
rund 38 Millionen Euro, so rechnete
Kurt Kutzler vor. Er ist einer der In-
itiatoren des Projektes, der sich jah-
relang dafür engagiert hat.
Mit Beharrlichkeit und Einsatz sind
in den letzten Jahren manche Hürden
überwunden worden. „Ich bin sicher,
wenn Präsident Kutzler das Projekt
nicht so nachhaltig unterstützt hätte,
es nicht über Jahre zur ,Chefsache‘ ge-
macht hätte, wären wir das eine oder
andere Mal sowohl an deutscher als
auch an ägyptischer Bürokratie ge-
scheitert“, erklärte Alumnus und Fi-
nancier Samih Sawiris.
Auch der TU-Präsident, Prof. Dr.-Ing.
Jörg Steinbach, hat sich die zukünftige
Unterstützung auf die Fahne geschrie-
ben: „Das bislang weltweit einzigarti-
ge PPP-Projekt im Bereich ,Bildungs-
export‘ bereichert die Internationa-
lisierungsstrategie der TU Berlin mit
einem besonderen Leuchtturmprojekt
und eröffnet der Universität und dem
Land Berlin einen idealen Zugang zu
Forschungsaufgaben und -vorhaben in
der sogenannten MENA-Region, dem
Nahen Osten sowie Nordafrika. Hier
kann man mit neuen Projekten direkt
vor Ort zeigen, was nachhaltig ist und
was nicht.“
„Es war immer mein Traum, dass noch
mehr meiner Landsleute in den Ge-
nuss einer solch fundierten Ausbil-
dung kommen sollten, wie ich sie an
der TU Berlin genossen habe“, erklär-
te Samih Sawiris, wie er im Jahr 2006
auf die Idee kam, dem damaligen Prä-
sidenten Kurt Kutzler das Projekt „El
Gouna Campus“ vorzuschlagen. Am
Geld sollte es nicht scheitern. Als Un-
ternehmer– er steht der Orascom Ho-
tels und Development (OHD) vor, die
zur Orascom-Gruppe gehört– ist Sa-
mih Sawiris heute einer der reichsten
Männer Ägyptens. Die Orascom-Grup-
pe entwickelt aktuell unter anderem
Technische Universität
Die TU Berlin richtet deutschen Campus im
Vor mehr als fünf Jahren kehrte Sa-
mih Sawiris an seine Alma Mater
in Berlin das erste Mal zurück, nach-
dem er im Jahr 1980 seinen Abschluss
in Wirtschaftsingenieurwesen ablegte.
Sein Weg führte ihn zum damaligen
Präsidenten Kurt Kutzler. Der ägypti-
sche Unternehmer, der 1957 in Kai-
ro geboren wurde, unterbreitet ihm
seine Idee eines deutschen Satelliten-
campus, der in der ägyptischen Stadt
El Gouna, die Samih Sawiris vor mehr
als 20 Jahren initiierte und erbaute,
errichtet werden sollte. Damit nahm
die Idee Gestalt an. „Die akademi-
sche Ausbildung in Ägypten ist mit
der deutschen nicht zu vergleichen.
Der deutsche Ingenieur ist ein beson-
deres Markenzeichen.“ Die meisten
Ägypter, das ist dem Unternehmer
klar, können es sich nicht leisten, ihre
Kinder ins Ausland zum Studium zu
schicken. „Deshalb soll El Gouna eine
Möglichkeit bieten“, so Sawiris, „hier
vor Ort dieselbe Ausbildungsqualität
wie in Deutschland zu bekommen.“
Samih Sawiris’ Vater gründete wäh-
rend seines Studiums 1950 eine Bau-
firma und konnte zunächst ein Ver-
mögen erarbeiten. Nach dem Militär-
putsch in Ägypten und der Einführung
des arabischen Sozialismus erfolg-
te 1961 die Enteignung. Sawiris ging
nach Libyen und gründete eine neue
Baufirma, die er nach der Machtüber-
nahme durch Muammar al-Gadda-
fi auch verlor. Mitte der 70er-Jahre
kehrte er nach Ägypten zurück und
gründete Orascom. Mitte der 1990er,
als Orascom die größte Privatfirma in
Ägypten war, zog sich Sawiris aus dem
operativen Geschäft zurück und teilte
das Imperium auf seine drei Söhne auf.
Samih Sawiris, der an der Deutschen
Evangelischen Oberschule in Kairo
1976 sein Abitur ablegte, steht heu-
te der „Orascom Developement Hol-
ding“ vor. „Mit dem vielen Geld, das
ich verdient habe, möchte ich etwas für
mein Land tun“, sagt er in perfektem
Deutsch. Er weiß, dass die Förderung
des nationalen Bildungsniveaus den
Wohlstand steigert und damit die Ba-
sis für wirtschaftliches Wachstum und
sozialen Frieden ist. „Für mich steht
ganz klar Deutschland an erster Stel-
le, wenn es um Technik und Qualität in
der Industrie geht. Mit dem Campus in
El Gouna wird eine weitere bedeuten-
de Verbindung zwischen Deutschland
und Ägypten wachsen“, sagt der Ge-
schäftsmann.
„Ohne das Studium in Berlin wäre ich
nicht in der Lage gewesen, Projekte von
großem Ausmaß durchzuführen. Es ist
die Art und Weise, wie man lernt. Das
macht die wachsende Kompetenz und
damit den Erfolg aus.“ Und Sawiris
hegt keinerlei Zweifel, dass das Projekt
erfolgreich sein wird: „Ich gehe davon
aus, dass diese Universität die beste in
ganz Ägypten sein wird. Schon jetzt
bekommen die Absolventen der deut-
schen Schulen die besten Jobs. Und die
Absolventen, die ein Zertifikat von der
TU Berlin– El Gouna Campus vorwei-
sen können, werden sich überall pro-
filieren. Das ist auch gut für Deutsch-
land.“ Patricia Pätzold
Ein Traum wird wahr
Der ägyptische Unternehmer und TU-Alumnus Samih Sawiris
ist der Initiator des El-Gouna-Projekts
Samih Sawiris, TU-Absolvent des Wirtschafts-
ingenieurwesens, gehört heute zu den reichs-
ten Männern Ägyptens
Vor der Pressekonferenz Mitte Mai an der TU Berlin: Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach,
Präsident der TU Berlin (3. v. l.), Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Kutzler, Altpräsident der TU Berllin (r.), Sa-
mih Sawiris, CEO Orascom Hotels and Development und Alumnus der TU Berlin (4. v. r.), Prof.
Dr. E. Jürgen Zöllner, Wissenschaftssenator Land Berlin (2. v. l.), Nadja Abdel Razek, Projektbe-
vollmächtigte Orascom (2. v. r.), Ramzy Ezzeldin Ramzy, Ägyptischer Botschafter in Deutschland
(3. v. r.), Dipl.-Ing. Kester von Kuczkowski (l.), Projektkoordinator an der TU Berlin
I
n El Gouna soll man zunächst drei
viersemestrige weiterbildende Mas-
terstudiengänge der TU Berlin studie-
ren können: „Energy Engineering“,
„Urban Development“ und „Water
Engineering“. Sie starten 2011 mit
je 30 Studienplätzen pro Jahrgang.
Wissenschaftlich verantwortlich für
die Studiengänge sind die TU-Profes-
soren Martin Jekel (Fachgebiet Was-
serreinhaltung), Uwe Tröger (Fachge-
biet Hydrogeologie), Frank Behrendt
(Fachgebiet Energieverfahrenstech-
nik und Umwandlungstechniken re-
generativer Energien), Felix Ziegler
(Fachgebiet Maschinen und Energie-
Anlagentechnik) und Rudolf Schäfer
(Fachgebiet Baurecht und Bauverwal-
tungslehre). Neben dem Erwerb von
Fachkompetenzen gibt es übergrei-
fende Studienziele für alle drei Mas-
ter: Dazu gehören Interdisziplinarität,
Nachhaltigkeit und Ressourcenscho-
nung, Teamfähigkeit sowie interkultu-
relle und Managementkompetenzen.
75 Prozent des Studiums erfolgen in
Ägypten, das jeweils zweite Semes-
ter absolvieren die Studierenden im
„Mutterhaus“ in Berlin. Die Studien-
gebühr beträgt 5000 Euro pro Semes-
ter, Samih Sawiris hat allerdings ein
umfangreiches Stipendienprogramm
vorgesehen: „Es soll jeder die Mög-
lichkeit haben, dort studieren zu kön-
nen, denn das intellektuelle Potenzi-
al ist in allen Gesellschaftsschichten
vorhanden.“Ab dem Wintersemester
2010/11 werden einleitende und vor-
bereitende Schools und andere Pro-
gramme durchgeführt. Perspektivisch
sollen über die drei Masterangebote
hinaus weitere Studiengänge, Dokto-
randenprogramme, regionalbezogene
Forschung, Weiterbildungsprogramme
auch für Führungskräfte aus der Regi-
on und Konferenzen entstehen. pp
Die drei neuen Masterstudiengänge
M
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Patricia
Pätzold
Der neue TU-Campus in El Gouna am Roten Meer hat eine Nutzfläche
von rund 10 000 Quadratmetern. Die Fotos oben zeigen den Baufort-
schritt im April 2010.
Heute leben in El Gouna (Fotos 2. und 3. Reihe) , 22 Kilometer nord-
westlich von Hurghada am Roten Meer, etwa 15 000 Einwohner auf 11
Millionen Quadratmetern entwickelter Fläche. Es gibt unter anderem 14
Hotels, 100 Restaurants und Bars mit Schwimmbädern und Golfplätzen,
2500 private Immobilien, eine internationale Schule, eine öffentliche
Zweigstelle der Biliotheca Alexandrina, eine Kirche, eine Moschee, einen
privaten Flughafen und sogar einen Fußballverein, eine Brauerei und ei-
nen Weinkeller.
So wird der El Gouna Campus der TU Berlin eines Tages aussehen (Animation)
© Orascom
© TU Berlin/Pressestelle/Ruta (8)
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Ruta
Seite 5TU intern Nr. 6 · Juni 2010 INTERNATIONALES
etwa 20 Standorte beziehungsweise
Tourismusregionen, darunter Ander-
matt in der Schweiz und das englische
Cornwall.
Ägyptens Lebensraum konzentriert
sich seit prähistorischen Zeiten auf
das Niltal und damit auf nur circa fünf
Prozent der gegenwärtigen Staatsflä-
che. Das schnelle Wachstum der ägyp-
tischen Bevölkerung erfordert die Er-
schließung neuer Flächen als Lebens-
räume. Auf die dafür notwendigen
Bereiche konzentrieren sich daher
auch Forschung und Lehre des neuen
Zentralinstituts „El Gouna Campus“,
zumal es in der gesamten Region des
Mittleren Ostens und Nordafrikas ähn-
liche Probleme gibt.
Grundvoraussetzung für eine weite-
re Entwicklung ist eine ausreichende
Wasserversorgung. Diese wiederum
erfordert eine ausreichende Energie-
verfügbarkeit. Absolventen der drei
zunächst eingerichteten Studiengänge
(siehe Artikel unten links) werden be-
sonders qualifiziert sein, bei der Lö-
sung dieser Grundprobleme mitzuwir-
ken: Gewinnung von Energie aus den
unbegrenzt vorhandenen Ressourcen
Sonne und Wind sowie Erschließung
von Trinkwasser durch Entsalzung
und Recycling. Die aktuellen Fragen
der Gestaltung von ländlichen und ur-
banen sowie sozialen und technischen
Infrastrukturen, die durch die wach-
sende Gesellschaft entstehen, müssen
von der Stadtentwicklung und -pla-
nung gelöst werden.
Und auch die Rechtsform ist abgesi-
chert. Anfang 2010 beschlossen die
Gremien der TU Berlin die Eingliede-
rung des „Campus El Gouna“ in die
Hochschule in der Rechtsform eines
Zentralinstitutes. Eine Vereinbarung
zwischen dem ägyptischen Ministe-
rium für Hochschulbildung und For-
schung, der Berliner Senatswissen-
schaftsverwaltung und der TU Ber-
lin ermöglicht den Betrieb in Ägypten
nach dem Berliner Hochschulgesetz
sowie den Privilegien und den Zielen
des Deutsch-Ägyptischen Kulturab-
kommens von 1960. Das Zentralins-
titut wird alle Funktionen einer Fa-
kultät und damit die Zuständigkeit
für die wichtigsten akademischen
Entscheidungen besitzen. Die Studie-
renden werden nach deutschem Recht
an der TU Berlin immatrikuliert und
sind damit TU-Studierende. Für die
Lehrenden und Forschenden gel-
ten das deutsche Arbeits- und Besol-
dungsrecht sowie die Tarifverträge der
TU Berlin. Zunächst entstehen damit
rund 30 neue Arbeitsplätze. Ein ent-
sprechender Kooperationsvertrag zwi-
schen der TU Berlin und dem ägypti-
schen Unternehmen Orascom garan-
tiert der TU Berlin die akademische
und administrative Unabhängigkeit
der Universität.
Hocherfreut sind auch Behörden und
Verbände in beiden Ländern. Der Ber-
liner Senat hat das gesamte Konstrukt
abgesegnet, der Wissenschaftssenator
Prof. E. Jürgen Zöllner blickt äußerst
zufrieden in die bildungspolitische Zu-
kunft seiner Stadt: „Der TU Berlin ist
ein Qualitätssprung gelungen. Nicht
nur sie, der gesamte Wissenschafts-
standort Berlin wird von diesem Mo-
tor für die Wissenschaft profitieren.“
Und die ägyptische Regierung ist voll
des Lobes, das stellvertretend der Bot-
schafter Ramzy Ezzeldin Ramzy äu-
ßert: „Dieses Projekt hat eine ganz
besondere Bedeutung für die bereits
bestehende Zusammenarbeit zwi-
schen Deutschland und Ägypten in
Bildung und Forschung. Vor allem bin
ich glücklich, zu wissen, dass die neue
Organisation Angebote in lebenswich-
tigen Entwicklungsbereichen unseres
Landes bereithalten wird.“ stt/pp
Berlin unter Palmen
ägyptischen El Gouna am Roten Meer ein
El Gouna–
die grüne Stadt
am Roten Meer
E
in Rezept des Erfolges von Samih
Sawiris lautet sicherlich: immer
noch eine Überraschung bereitzuhal-
ten. So hielt er es auch in Berlin. Auf
der Pressekonferenz Mitte Mai an der
TU Berlin überraschte er die Zuhörer
mit seinem jüngsten Plan: El Gouna
soll die erste CO2-freie Stadt Ägyp-
tens werden. Schon jetzt gilt El Gou-
na als ein Ort, in dem Nachhaltigkeit
bewusst gelebt wird.
Der Ferienort etwa 22 Kilometer
nördlich von Hurghada direkt am Ro-
ten Meer setzt auf neue Ideen und Lö-
sungen in Sachen Umweltschutz und
Nachhaltigkeit und ist damit Vorreiter
in Ägypten. Das Ziel: die faszinieren-
de Natur des Landes und die Umwelt
zu pflegen, zu schützen und zu erhal-
ten. Nicht umsonst wurde der Badeort
als Ägyptens umweltfreundlichstes Ur-
laubsziel ausgezeichnet.
Wassersparmaßnahmen, Recycling so-
wie Energie- und Abfallmanagement
stehen an erster Stelle. So wird für die
Bewässerung des Golfplatzes und der
Grünanlagen aufbereitetes Abwasser
verwendet. Durch die Entsalzung von
Meer- und Brunnenwasser gewinnt die
Stadt ihr eigenes Wasser. Mithilfe von
Öko-Festivals, Säuberungsaktionen
und Sensibilisierungskampagnen wird
das Umweltbewusstsein der Bewohner
und Hotelangestellten, Unternehmer
und auch der Besucher gestärkt.
Heute leben in El Gouna mehr als
15 000 Menschen. Gearbeitet wird
fast ausschließlich für den Tourismus.
14 Hotels aller Kategorien sowie zahl-
reiche Ferienwohnungen und -häuser
machen El Gouna zu einem der be-
liebtesten Badeorte des Roten Meeres,
vor allem wegen der extremen Sau-
berkeit. Aber auch Bildungs- und Ge-
sundheitseinrichtungen befinden sich
am Ort. tui
Engagement für
deutsch-ägyptische
Zusammenarbeit
Erste TU-Ehrenmedaille für
I. E. Suzanne Mubarak
E
in herausragendes Ereignis im Zu-
sammenhang mit der Campus-
Gründung war die Ehrung I. E. Suzan-
ne Mubaraks mit der Großen Ehren-
medaille der TU Berlin. Im April 2010
wurde die Auszeichnung der First
Lady Ägyptens von Alt-Präsident Kurt
Kutzler im Beisein des ägyptischen Mi-
nisters für Wissenschaft und Forschung
und des deutschen Botschafters in
Ägypten, Michael Bock, anlässlich
der offiziellen Gründung des „Cam-
pus El Gouna der Technischen Uni-
versität Berlin“ überreicht. Suzanne
Mubarak ist die erste Person, die die-
se besondere Auszeichnung erhält. Die
Medaille würdigt die besonderen Ver-
dienste, die sich die Ägypterin sowohl
um die Förderung der wissenschaftli-
chen und technologischen Kooperati-
on zwischen beiden Ländern erwor-
ben hat, als auch um die Förderung
von Frauen in der Wissenschaft sowie
um die Intensivierung des wirtschaftli-
chen Austauschs innerhalb eines Netz-
werks von Public Private Partnerships,
von denen die Gründung des „Cam-
pus El Gouna“ der Höhepunkt ist.
„Mit besonderem Engagement hat Ihre
Exzellenz, Frau Suzanne Mubarak, die
Zusammenarbeit ägyptischer wissen-
schaftlicher Einrichtungen mit der TU
Berlin gefördert“, erklärte Prof. Dr.
Kurt Kutzler bei der Übergabe. „Die
TU Berlin ist ihr hierfür zu großem
Dank verpflichtet.“ pp
„Das Projekt steht fest auf
dem Fundament unserer inter-
nationalen Strategie. Das wird
nicht nur für die TU Berlin ein
außergewöhnliches Leucht-
turmprojekt sein, sondern für
den gesamten Wissenschafts-
standort Berlin.“
Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach,
Präsident der TU Berlin
❖
„Es war für mich immer ein
Traum, dass noch mehr meiner
Landsleute in den Genuss
einer solch fundierten
Aus bildung gelangen,
wie ich sie an der TU Berlin
erhalten habe.“
„El Gouna ist nicht nur eine
besondere Form der Entwick-
lungshilfe, sondern auch ein
sehr persönliches Statement
aller Beteiligten.“
Samih Sawiris,
ägyptischer Unternehmer Orascom
Development Holding AG und
El-Gouna-Gründer und -Financier
❖
„Auf dem Campus El Gouna
steht nicht nur TU drauf,
da ist auch TU drin.“
„Samih Sawiris ist ein Unter-
nehmer, der nicht nur mehr
Bildung fordert, sondern mit
hohem Risiko und unter Ein-
satz eigener Mittel handelt.“
„Viel wird über die Pflege von
Alumni geredet. Hier hat einer
eine große Verantwortung
übernommen.“
Prof. Dr. Dr. h. c. Kurt Kutzler,
Altpräsident der TU Berlin
❖
„Der TU Berlin ist ein
Qualitätssprung gelungen.
Nicht nur sie, der gesamte
Wissenschaftsstandort Berlin
wird von diesem Motor für die
Wissenschaft profitieren.“
„Das Projekt EL Gouna berei-
chert den interkulturellen Dia-
log und stärkt die Beziehun-
gen zwischen Deutschland und
der arabischen Welt.“
Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner,
Berliner Wissenschaftssenator
❖
„Deutsche Universitäten
haben 2009 mit 1000
Absolventen die zweitgrößte
Anzahl ägyptischer Univer-
sitätsabsolventen hervorge-
bracht. Die meisten gehen
zurück und dienen ihrem
Land. Ein Beispiel dafür, wie
wertvoll, die deutsche Ausbil-
dung für Ägypten ist.“
„Dieses Projekt hat eine ganz
besondere Bedeutung für die
bereits bestehende Zusam-
menarbeit zwischen Deutsch-
land und Ägypten in Bildung
und Forschung. Vor allem bin
ich glücklich, zu wissen, dass
die neue Institution Angebote
in lebenswichtigen Entwick-
lungsbereichen unseres Landes
bereithalten wird.“
Ramzy Ezzeldin Ramzy,
ägyptischer Botschafter
in Deutschland
Weitere Informationen, Fotogalerien
und die Ansprechpartner zum Projekt
finden Sie unter
➥
www.campus-elgouna.tu-berlin.de/
campus-elgouna/
INNENANSICHTEN
Seite 6 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Wahlen zum verkleinerten
Kuratorium
Am 13. Juli 2010 von 9.30 bis 16.30
Uhr wird das sogenannte verkleinerte
Kuratorium der Technischen Universität
Berlin gewählt. Zu wählen ist jeweils ein
Vertreter oder eine Vertreterin aus der
Gruppe der Hochschullehrerinnen und
-lehrer, der Akademischen Beschäftig-
ten, der Sonstigen Beschäftigten sowie
der Studierenden. Wählbar und wahl-
berechtigt sind Mitglieder der TU Ber-
lin, jeweils nur in den Bereichen, denen
sie gemäß der TU-Grundordnung zu-
geordnet sind. Detaillierte Informatio-
nen zu den zu wählenden Mitgliedern
des Kuratoriums, den Wahlgrundsät-
zen, der Wahlberechtigung sowie den
ausliegenden Wählerverzeichnissen hält
das Zentrale Wahlamt der TU Berlin be-
reit.
➥
www.tu-berlin.de/uploads/media/
Wahlbek-KU-GrO-2010.pdf
Krankheit im Büro
ist berufsabhängig
/tui/ In der öffentlichen Verwaltung ist
die Krankheitsanfälligkeit keine Frage des
Arbeitgebers, sondern eine Frage des Be-
rufs. Eine Erhebung des Bundesverban-
des der Betriebskrankenkassen zeigt,
dass die Beschäftigten der öffentlichen
Verwaltung zwar 15,9 Kalendertage im
Jahr 2008 krankgeschrieben waren, die
Arbeitnehmer in der Metallverarbei-
tung beispielsweise nur an 12,7 Tagen;
die Anzahl der „Kranktage“ bei den An-
gestellten der Verwaltung variiert dabei
aber zwischen 25,2 Tagen bei Gärtnern
und 10,7 Tagen bei Büro- und Verwal-
tungsfachleuten. Am stärksten ist die Ge-
sundheit von Aufsehern und Wächtern
angegriffen (31,5 Tage). Am gesündes-
ten sind Architekten und Bauingenieure
(8,4 Tage).
➥
www.bkk.de
Meldungen
Oft verbringen die Universitätsmit-
glieder einen Großteil des Tages am
Schreibtisch oder in Veranstaltun-
gen sitzend. Ihre Ernährung pas-
sen sie dabei häufig den äußeren
Rahmenbedingungen an. Das heißt
oft: schnelles Essen am Schreibtisch,
wenig ausgewogen. Der diesjähri-
ge Gesundheitstag am 30. Juni 2010
steht deshalb im Zeichen der The-
men „Ernährung“ und „Bewegung“.
Es ist ein abwechslungsreiches Pro-
gramm entstanden, das zu diesen
Themen informiert und das durch
Probieren, Mitmachen, Verkostun-
gen und weitere Angebote anregen
soll, das eine oder andere in den All-
tag zu übernehmen.
Im Herbst 2008 fand an der TU Ber-
lin erstmalig ein Gesundheitstag statt.
Die gute Resonanz hat den Arbeits-
kreis Gesundheitsförderung und die
Universitätsleitung dazu bewogen, den
Gesundheitstag zu einer regelmäßigen
Einrichtung zu machen. Die Arbeit des
„AK Gesundheitsförderung“ zielt da-
rauf hin, durch verschiedene Maßnah-
men und Aktivitäten zu einem größe-
ren Wohlbefinden der Studierenden
und Beschäftigten an der TU Berlin
beizutragen.
Nicht nur TU-Forschende und andere
Unimitglieder sind beteiligt, sondern
es konnten auch verschiedene Instituti-
onen und Verbände gewonnen werden.
So wird allerlei Wissenswertes rund um
das Thema „Ernährung“ durch Vorträ-
ge vermittelt, zum Beispiel Informati-
onen zur Lebensmittelkennzeichnung,
sowie durch weitere Programmpunk-
te wie ein Quiz der Verbraucherzen-
trale. Auch die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung beteiligt sich und in-
formiert speziell zum Thema „Gesun-
de Ernährung am Arbeitsplatz“. Das
Gesamtprogramm ist online abrufbar.
„Kleine Bewegungshäppchen des TU-
Sports“ bietet die Zentraleinrichtung
Hochschulsport (ZEH), gemäß dem
zweiten Schwerpunkt der Veranstal-
tung „Bewegung“. Sie stellt ihr Ange-
bot vor und hofft, dass manch einer
oder eine Appetit auf mehr bekommt.
Durch ihr sehr breites Angebot ermög-
licht es die ZEH Beschäftigten und Stu-
dierenden das ganze Jahr über, sport-
lich aktiv zu sein. Der Gesundheitstag
bietet die Möglichkeit, einen Teil des
Angebots ohne großen Aufwand ken-
nenzulernen.
Aktive Mitmachangebote, auch Kre-
atives wie zum Beispiel Malen, grei-
fen unter anderem die Themen „Be-
wegung“, „Balance“, „Lebensfreu-
de“ auf. Eine kleine Bühnen-Show,
auf der beispielsweise ein Zauberer
Zauberhaftes zu Ernährung und Be-
wegung präsentiert, rundet die Veran-
staltung ab.
Wie schon beim ersten Gesundheits-
tag sind verschiedene große Kranken-
kassen und die Deutsche Rentenver-
sicherung beteiligt. Sie bieten neben
vielem anderen zum Beispiel Choles-
terinwertmessungen, Blutzuckertests,
Messungen des Körperfetts sowie die
Überprüfung von Herzfunktionen und
der Rückenmuskulatur an.
Wir hoffen, dass der Gesundheitstag
mit seinem unterhaltsamen Programm
zahlreiche Besucherinnen und Besu-
cher anzieht und möglichst jede und
jeder von uns einen kleinen Beitrag für
die individuelle Gesundheit und das
persönliche Wohlbefinden von diesem
Tag mitnimmt.
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter haben sich in den vergangenen Wo-
chen und Monaten außerordentlich
engagiert, um diesen Tag so abwechs-
lungsreich zu gestalten und das Pro-
gramm auf die Beine zu stellen. Ihnen
allen möchte ich an dieser Stelle schon
jetzt herzlich für ihr großes Engage-
ment für unsere Universität danken.
Dr. Gabriele Wendorf,
3. Vizepräsidentin der TU Berlin
✉
➥ www.tu-berlin.de/?id=60315
Ernährung und Bewegung
Gesundheitstag an der TU Berlin am 30. Juni 2010 bietet ein abwechslungsreiches Programm
Enormes Entspannungspotenzial besitzt die Position auf dem tragbaren Stuhl bei der Shiatsu-
Massage, die beim TU-Sport buchbar ist. Sie entlastet die Wirbelsäule und ist gelenkschonend.
Hier mit Übungsleiterin Anja Franke
Kinderbetreuung am
Gesundheitstag
Auf Wunsch vermittelt das Familien-
büro der TU Berlin für die Veranstal-
tung Kinderbetreuungsmöglichkeiten.
Interessierte können sich an Carola
Wanzek und Rosemarie Ihn vom Fami-
lienbüro wenden.
☎
314-2 33 32/2 56 93
✉
➥
www.tu-berlin.de/?id=64533
I
n Beratungsgesprächen gab es von El-
tern immer wieder Nachfragen, wie
sich TU-Eltern gegenseitig unterstüt-
zen könnten“, erzählt Carola Wan-
zek, Leiterin des neuen TU-Familien-
büros, das 2009 an den Start ging. So
kam es am 19. Mai zu einem ersten
Eltern-Netzwerktreffen, zu dem Ca-
rola Wanzek in das Eltern-Kind-Zim-
mer im Erweiterungsbau (EB 324–
326) eingeladen hatte. „Ziel des neu-
en Netzwerkes ist der Austausch und
die gegenseitige Unterstützung sowie
die Vernetzung mit anderen Eltern, die
zum Beispiel eine selbstständige Kin-
derbetreuung organisieren möchten“,
erklärt Carola Wanzek. „Die Teilneh-
menden, sowohl Studierende als
auch TU-Beschäftigte, wünschten sich
Betreuungsmöglichkeiten in den spä-
ten Nachmittags- und Abendstunden,
Hilfe bei der Suche nach Kitaplatz
oder Betreuungsmöglichkeiten nach
dem Ende von Urlaubssemestern oder
Betreuungen für Nachmittagsvorle-
sungen. Sie boten auch an, für selbst-
organisierte Betreuungen Kapazitäten
zur Verfügung zu stellen.“ Es wurde
eine Mailingliste eingerichtet, auf die
sich nun alle an einem Netzwerk inte-
ressierten Eltern für weitere Informa-
tionen setzen lassen können.
Inzwischen hat das Familienbüro sein
Programm erheblich erweitert. Neben
der Kinderferienbetreuung in der Kita
Siegmundshof, die bereits erfolg-
reich in den Osterferien stattfand
und ihre Fortsetzung in den
Sommerferien findet (s. In-
fokasten), und den bereits
bekannten Eltern-Kind-
Zimmern wurde unter
anderem im Mai die ers-
te Mobile Spielkiste eingerichtet. Sie
enthält Spiel- und Beschäftigungsma-
terial für Kinder bis acht Jahren und
kann kostenlos gegen ein Pfand im
Sekretariat des Familienbüros ausge-
liehen werden (Hauptgebäude, Raum
H 1111). Ausleihen kann man von 8
bis 14 Uhr, die Kiste kann mit an den
Arbeitsplatz oder in die Vorlesung ge-
nommen werden. Voraussetzung ist
eine Absprache mit den jeweiligen Vor-
gesetzten oder Lehrenden.
Für die Kinder- und Schulkindbe-
treuung ebenso wie für die Ferienbe-
treuung sucht das Familienbüro noch
Personen, die Erfahrung mit Kinder-
betreuung haben. Über Näheres zur
Ferienbetreuung einschließlich Anmel-
dung und Preise gibt das Familienbüro
gern Auskunft. pp
✉
(Mailingliste Elternnetzwerk)
✉
➥ www.tu-berlin.de/familie
➥ www.tu-berlin.de/?id=81466
(Mobile Spielkiste)
➥ www.tu-berlin.de/?id=81464
(Kinderbetreuungspersonal)
➥ www.tu-berlin.de/?id=71555
(Ferienbetreuung)
Mobile Spielkiste und Elternnetzwerk
Das Familienbüro erweitert sein Betreuungsprogramm
Spiel und Spaß für die Kleinen
Von Anfang Juli bis Mitte Oktober bietet das Fa-
milienbüro eintägige Workshops für verschiedene
Altersklassen an. Dort kann man lernen, eine Stim-
mungslampe und einen elektronischen Würfel zu bau-
en, Klänge zu erzeugen, Roboter zu bauen oder einen
Knetmännchenfilm herzustellen. Außerdem gibt es ein
Berufsorientierungsseminar nur für Mädchen der 7.–10.
Klasse sowie eine Intensiv-Woche, in der Hunderoboter
programmiert werden. Die genauen Daten sind im Inter-
net zu finden. Treffpunkt ist immer 9.00 Uhr im Foyer des
Hauptgebäudes.
➥
www.tu-berlin.de/familie
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Am 12. Juli 2010 feiert das Fachge-
biet Heiz- und Raumlaufttechnik,
Hermann-Rietschel-Institut, der TU
Berlin sein 125-jähriges Bestehen. Bei
einem Festkolloquium werden ehema-
lige Professoren sowie Institutsfreun-
de Fachvorträge halten. Im Rahmen
der Veranstaltung wird außerdem der
IMTECH-Hermann-Rietschel-Preis
an Absolventen im Bereich Heiz- und
Raumlufttechnik verliehen.
Doch wessen Namen trägt das ehrwür-
dige Institut? Hermann Rietschel gilt
als einer der Wegbereiter des moder-
nen Maschinenbaus. Die Technische
Hochschule Charlottenburg, Vorgän-
gereinrichtung der TU Berlin, erkann-
te als erste Hochschule Deutschlands
die zukünftige Bedeutung des Faches
„Heizung und Lüftung“ und besetz-
te im Juli 1885 den neu geschaffenen
Lehrstuhl für Ventilation und Hei-
zungswesen mit Hermann Rietschel.
Nach Abschluss des Studiums des Ma-
schinenbaus an der Königlichen Ge-
werbeakademie gründete er 1871
eine Installationsfirma für Heizungs-,
Lüftungs- und Sanitäranlagen. Doch
trotz großen Erfolges füllte sie Her-
mann Rietschel allein nicht aus. Ne-
ben publizistischen Tätigkeiten auf
dem Gebiet der Heizungs- und Lüf-
tungstechnik untersuchte er die Be-
lüftung und Beheizung von Schulen
und stellte damit seine wissenschaft-
liche Befähigung eindrucksvoll unter
Beweis.
1893 wurde Hermann Rietschel Rek-
tor der Technischen Hochschule Ber-
lin und 1894 deren Prorektor. Seine
Idee war es, die bei der Erzeugung
von Energie anfallende Wärme als
Fernwärme für die Heizung von Ge-
bäuden und Stadtteilen zu nutzen. Au-
ßerdem entwickelte er den bekannten
Rippenheizkörper. Er war Mitglied
des Gremiums zur Vergabe der Aufträ-
ge zum Bau der technischen Anlagen
des Reichstagsgebäudes sowie diverser
Schauspielhäuser.
Seit Rietschels Zeit wurden im Fach-
gebiet Heiz- und Raumlufttechnik, das
seit 1965 in der Marchstraße 4 ansäs-
sig ist, grundlegende Forschungen zu
Rohr- und Kanalnetzen, Heizungs- und
Lüftungsanlagen, zu Wärme- und Stoff-
transport sowie zur Behaglichkeit in
Innenräumen durchgeführt. Studieren-
de lernen in den Studiengängen Heiz-
und Raumlufttechnik, Architektur und
Energietechnik. Seit 1992 existiert der
Forschungsschwerpunkt „Empfundene
Luftqualität in Gebäuden“. Das Fach-
gebiet ist inzwischen federführend in
der Gestaltung von nationalen und in-
ternationalen Richtlinien und Normen.
Weitere Forschungsvorhaben sind Un-
tersuchungen zu Latentwärmespei-
chern, Raumströmungen in Lokfüh-
rerständen und Flugzeugkabinen so-
wie Strömungssimulationen. Nach wie
vor im Fokus der Forschung steht, wie
zu Rietschels Zeiten, die Beheizung
und Belüftung von Schulgebäuden.
Valeska Michel,
Fachgebiet Heiz- und Raumluft -
technik, Hermann-Rietschel-Institut
12. Juli 2010, Marchstraße 4, Raum HL 1
✉
➥ www.hri.tu-berlin.de
Bessere Qualität der Raumluft
An der TU Berlin wird seit 125 Jahren Heiz- und Raumlufttechnik gelehrt
Hermann Rietschel (1847–1914)
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Seite 7
LEHRE & STUDIUM
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Einheitlicher Sozialbeitrag
/tui/ Am 13. März 2010 trat die neue
Verordnung über Sozialbeiträge zum Stu-
dentenwerk Berlin in Kraft. Es gilt nun-
mehr ein einheitlicher Sozialbeitrag zum
Studentenwerk Berlin in Höhe von 41,20
Euro je Semester. Die Beiträge nach die-
ser Verordnung werden erstmalig für das
Wintersemester 2010/2011 erhoben.
Lotse spürt Stipendien auf
/tui/ Eine vom Bundesministerium für Bil-
dung und Forschung (BMBF) initiierte In-
ternetseite bringt Transparenz in die deut-
sche Stipendienlandschaft. Sie schafft die
Möglichkeit, auch weniger bekannte Sti-
pendien aufzuspüren. Der „Stipendienlot-
se“ ist eine umfassende bundesweite Da-
tenbank, mit der Schülerinnen, Schüler
und Studierende sowie Nachwuchswis-
senschaftlerinnen und Nachwuchswis-
senschaftler nach dem für sie passenden
Stipendium suchen können. Gleichzeitig
haben alle privaten und öffentlichen Sti-
pendiengeber die Möglichkeit, sich auf
dem Internetportal vorzustellen.
➥
www.stipendienlotse.de
Studierquoten
steigen wieder
/tui/ Ein halbes Jahr nach Erwerb der
Hochschulreife haben 44 Prozent Schul-
abgängerinnen und-abgänger ein Hoch-
schulstudium bereits aufgenommen oder
planen diesen Schritt „sicher“ für die Fol-
gezeit (28 Prozent). Insgesamt lag die Stu-
dierquote bei 72 Prozent. Damit scheint
der Trend des Absinkens der Studiernei-
gung, die zwischen 2002 und 2006 auf 68
Prozent gesunken war, zunächst gestoppt,
so das Bundesbildungsministerium.
➥
www.bmbf.de
Bildungsrendite nützt
auch dem Staat
/tui/ Ökonomen des Instituts der deut-
schen Wirtschaft (IW) haben errechnet,
dass ein Studium gegenüber der Auf-
nahme einer unqualifizierten Arbeit eine
jährliche Rendite von 7,5 Prozent bringt.
Unter dieser „Bildungsrendite“ verstehen
die Forscher den Prozentsatz, mit dem
sich das während der Ausbildung ent-
gangene Einkommen durch höhere Ver-
dienste nach der Ausbildung verzinst.
Mit steigender Ausbildung nehmen au-
ßerdem nicht nur kulturelles Interesse,
sportliche Betätigung, ehrenamtliches
Engagement und Interesse an Politik,
sondern auch Lebenszufriedenheit und
die Gesundheit zu. Und auch der Staat
geht nicht leer aus. Er profitiert durch
Rückfluss von Steuern und Sozialversi-
cherungsbeiträgen.
➥
www.iwkoeln.de
Kosten für Bachelor
im Ausland
/tui/ Ein neues interaktives Online-Tool
zeigt, mit welchen Kosten Studierende
rechnen müssen, die ihren Bachelor im
Ausland absolvieren. Es gibt dabei teure
und eher preiswerte Studienländer. Ge-
bühren und Lebenshaltungskosten sind
international sehr unterschiedlich. „Län-
derCHEck Auslandsstudium“ heißt das
neue Portal, das die Centrum für Hoch-
schulentwicklung GmbH anbietet. Es lie-
fert auch Hinweise darauf, in welchen
Ländern auch Deutsche die dortigen För-
dersysteme in Anspruch nehmen können.
➥
www.che-consult.de/cms/
?getObject=702
IMPETUS Summer School
geht in die nächste Runde
/tui/ Im Mittelpunkt der diesjähri-
gen Summer School des IMPETUS-Pro-
gramms für Studentinnen der Ingeni-
eur- und Naturwissenschaften sowie der
Mathematik steht ein Forschungsprojekt
mit erfahrenen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern. Zugelassen sind
TU-Studentinnen, die sich mindestens
im 3. Fachsemester befinden. Die Sum-
mer School findet vom 9. August bis zum
3. September 2010 statt. Bewerbungs-
schluss ist der 30. Juni 2010.
➥
www.tu-berlin.de/?id=7148
Meldungen
WAHLEN
Studierenden-
parlament
Vom 28. 6. bis 2. 7. jeweils von 9.45
Uhr bis 16.45 Uhr wird das XXXI.
Studierendenparlament der TU Berlin
gewählt. Die eingereichten Wahlvor-
schläge sowie die Ergebnisse der Prü-
fung durch den Studentischen Wahl-
vorstand sind auf den Schwarzen Bret-
tern des Zentralen Wahlvorstandes
bekannt gemacht. Sie befinden sich
hinter dem Foyer des Hauptgebäudes,
im linken Gang Richtung Mensa (hin-
ter den Kaffee- und Süßigkeitenauto-
maten) sowie vor dem Büro der Ge-
schäftsstelle des Zentralen Wahlvor-
standes, ebenfalls im Hauptgebäude,
Räume H 2028/30. Es werden noch
Bewerbungen für Wahlhelferinnen und
Wahlhelfer entgegengenommen. tui
➥ www.tu-berlin.de/?id=37513
Studentischer
Personalrat
V
om 5. bis 9. Juli 2010 findet die
Wahl des Personalrats der studen-
tischen Beschäftigten für die Amts-
periode von Oktober 2010 bis Sep-
tember 2011 statt. Kandidieren kön-
nen alle studentischen Beschäftigten
der TU Berlin. Die Urnen sind täglich
von 10 bis 14 Uhr geöffnet: Montag
und Mittwoch: Hauptgebäude (Foy-
er), Mensa (Foyer), Dienstag: Hauptge-
bäude (Foyer), VW-Bibliothek (Foyer),
Donnerstag: Hauptgebäude (Foyer),
Franklingebäude (Aufgang A), Freitag:
Hauptgebäude (Foyer), Mathematikge-
bäude (Foyer). Die öffentliche Auszäh-
lung findet am 9. Juli 2010 ab 14.30
Uhr im Raum H 1001 statt. tui
➥ www.tu-berlin.de/?id=83493
Im Jahr 2012 rechnen die Berliner
Hochschulen mit einem besonderen
Ansturm. Dann nämlich werden die
Berliner und Brandenburger „Dop-
pelten Abiturjahrgänge“ Studienplät-
ze suchen. Um diesen Studierchancen
zu bieten, wird die TU Berlin mehr
Studienplätze als bisher zur Verfü-
gung stellen und damit eine freiwilli-
ge Überlast tragen. Die entsprechen-
den Zahlen wurden bereits in den
Anfang des Jahres unterzeichneten
Hochschulverträgen verabredet. Die
TU Berlin hat sich zu folgenden Auf-
wüchsen im Vergleich zum Jahr 2008
bereit erklärt: Sie wird im Jahr 2010
für Studienanfänger im ersten Hoch-
schulsemester 390 Plätze mehr anbie-
ten, im Jahr 2011 580 Plätze und im
Jahr 2012 1230 Plätze mehr.
Für das Immatrikulationsverfahren in
den zulassungsbeschränkten Studi-
engängen sind die Zulassungszahlen
eine wichtige Grundlage. Sie spielen,
aufgrund des neuen „leistungsbasier-
ten Hochschulfinanzierungssystems“,
ebenfalls eine Rolle bei der Zuweisung
der Finanzmittel an die TU Berlin. Der
Akademische Senat der TU Berlin hat
daher am 26. 5. 2010 Zulassungszah-
len für das kommende Wintersemester
2010/2011 und für das Sommersemes-
ter 2011 beschlossen: In den Bache-
lorstudiengängen werden 3886 Plätze
vergeben (154 mehr als 2009), in den
Masterstudiengängen 1439 (435 mehr
als 2009). Die deutliche Erhöhung im
Master entsteht, da zunehmend die
TU-eigenen Bachelorabsolventinnen
und -absolventen einen Masterstudi-
enplatz suchen werden. Ob es zu ei-
ner Auslastung kommt, wird natürlich
erst erkennbar, wenn die Zahl der Im-
matrikulationen bekannt ist. Aufgrund
der hohen Nachfrage nach Studien-
plätzen ist es allerdings wahrschein-
lich, dass die zusätzlich angebotenen
Plätze auch in Anspruch genommen
werden. Mit dieser freiwilligen Über-
last wird die TU Berlin allerdings mehr
als ausgelastet sein.
Exzellent sind jedoch die Berufsaus-
sichten für Absolventinnen und Ab-
solventen der „MINT-Fächer“ auch in
den nächsten Jahren, da die Wirtschaft
hier bereits seit Längerem einen Fach-
kräftemangel befürchtet.
Die Studien-
gänge sind inzwischen flächendeckend
auf das Bachelor/Master-System um-
gestellt. Es deutet sich sogar an, dass
die Erfolgsquoten im Vergleich zum
alten System signifikant höher sind,
auch wenn im Detail noch hier und da
Nachbesserungsbedarf besteht. Über
den Studienerfolg entscheiden aber
vor allem auch Qualität und Relatio-
nen der Betreuung. Daher hat der Aka-
demische Senat den Präsidenten gebe-
ten, sich für eine Neuregelung der Ka-
pazitätsberechnung einzusetzen, die
den Änderungen durch die Bologna-
Reform gerecht wird. Das könne eine
Grundlage schaffen, um eine besse-
re Betreuung der Studierenden zu ge-
währleisten. Hintergrund ist, dass in
den nächsten Jahren kein zusätzliches
Lehrpersonal eingestellt werden kann.
Daher müssen die Mittel intern so ver-
teilt werden, dass die Universität ihre
Aufgaben in Lehre, Forschung und Wei-
terbildung möglichst effektiv und effi-
zient leisten kann. Noch in diesem Jahr
nimmt die Universitätsleitung eine An-
passung der internen Mittelvergabe in
Angriff. Ziel ist es, einen von allen als
gerecht empfundenen Modus zu fin-
den. Denn die Motivation aller Mit-
glieder ist neben der Ausstattung ent-
scheidend für die Erfolge in Lehre und
Forschung der Universität.
Dr. Patrick Thurian,
Strategisches Controlling
Jetzt kommen die doppelten Abiturjahrgänge
TU Berlin hat sich zu freiwilliger Überlast verpflichtet– gute Berufsaussichten für MINT-Absolventen
Mathe-Brückenkurs
auch im Jahr 2010
D
er Online-Mathematik-Brücken-
kurs, der an der TU Berlin im ver-
gangenen Jahr als Pilotprojekt sehr
erfolgreich gestartet ist, wird jetzt auf
ganz Deutschland ausgeweitet. Dazu
unterzeichneten die TU Berlin und
weitere TU9-Universitäten sowie die
TU Kaiserslautern einen Kooperati-
onsvertrag mit der Königlich-Techni-
schen Universität Stockholm, mit der
zusammen das Programm entwickelt
wurde. Der Kurs soll die Erfolgsquo-
te der Studierenden im ersten Studi-
enjahr erhöhen. Die Anmeldung ist in
Kürze wieder möglich. pp
Wo die „doppelten
Abiturjahrgänge“ herkommen
2007 Sachsen-Anhalt
2008 Mecklenburg-Vorpommern
2009 Saarland
2010 Hamburg
2011 Bayern, Niedersachsen
2012 Baden-Württemberg, Berlin,
Brandenburg, Bremen
2013 Hessen I, Nordrhein-Westfalen
2014 Hessen II
2016 Schleswig-Holstein
So schwer ist es gar nicht, an einen Studienplatz zu kommen. Die TU
Berlin versucht, die bürokratischen Hürden für die Bewerbung um ei-
nen Studienplatz möglichst niedrig zu halten. E intern verfolgt den
Weg der 18-jährigen Abiturientin Meta aus Greetsiel, die sich für ein
Studium an der TU Berlin interessiert.
Auf der TU-Homepage unter dem Link „Studieninteressierte“ er-
fährt Meta, dass sie sich für ihren
Wunschstudiengang „Technischer
Umweltschutz“ bewerben muss, und
wird weiter zum Link für die Online-
Bewerbung geleitet. In dem Formular
Online-Bewerbung findet Meta sich
schnell zurecht, da ihr zahlreiche Hil-
fefenster zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus geben der „Telefon-
service“ des Bereichs Zulassung und
Immatrikulation sowie das „Campus
Center“ Hilfestellung und Tipps zum
Ausfüllen der Online-Bewerbung.
Nachdem Meta ihre Daten erfasst
und übermittelt hat, erhält sie automatisch eine Bewerbernum-
mer, mit der sie jederzeit den Stand ihrer Bewerbung im Selbstbe-
dienungsportal für Studienbewerber abfragen kann.
Die Bewerbung muss Meta jetzt nur noch ausdrucken und das un-
terschriebene Exemplar der TU Berlin fristgerecht zuschicken. Da
Metas Wunschstudiengang zulassungsbeschränkt ist, muss sie ihre
Bewerbung bis einschließlich 15. Juli 2010 eingesandt haben. Hätte
sie sich einen zulassungsfreien Studiengang ausgesucht, könnte sie
ihren Antrag auf Einschreibung bis einschließlich 1. Oktober 2010
stellen, ohne vorherige Bewerbung.
Der Eingang der Bewerbung an der TU Berlin ist mit einem Scan-
vorgang verbunden. Daher kann Meta anschließend das Selbst-
bedienungsportal für Studienbewerberinnen und-bewerber nut-
zen. Sie gibt dazu nur noch die Bewerbernummer an, um sich
eine Eingangsbestätigung für ihre
Bewerbung auszudrucken. Jetzt hat
sie auch jederzeit die Möglichkeit,
sich über den aktuellen Stand ihrer
Bewerbung zu informieren.
In dem Zulassungsbescheid für ih-
ren Wunschstudiengang, den Meta
kurz darauf erhält, sind einige weite-
re Unterlagen aufgeführt, die sie zur
Einschreibung noch einreichen muss.
Meta beschließt, zur Einschreibung
persönlich in den Bereich „Zulassung
und Immatrikulation“ der TU Berlin
zu kommen, denn dort kann sie ihre
erste Immatrikulationsbescheinigung sowie das Anschreiben für die
Erstellung ihres neuen Studierendenausweises, ihre „Campuskarte“,
inklusive Semesterticket für die öffentlichen Verkehrsmittel gleich
in Empfang nehmen. Außerdem kann sie dort noch letzte Fragen
stellen und findet kompetente und freundliche Hilfe. Nun kann das
Studium beginnen!
➥
www.tu-berlin.de
➥
www.tu-berlin.de/?id=7516
Wie bewerbe ich mich richtig?
Nachhaltigen
Konsum lehren
S
eit diesem Sommersemester gibt
es an der TU Berlin das Fachgebiet
Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhal-
tiger Konsum (ALÖNK). Damit ist das
Zukunftsthema des sozial, ökologisch
und ökonomisch verantwortlichen
Konsums erstmals in der Fachgebiets-
bezeichnung einer Universitätsprofes-
sur in Deutschland verankert. Lehre
und Forschung konzentrieren sich auf
die Themen Konsumökologie, Verbrau-
cherpolitik, Daseinsvorsorge und die
Förderung der Volksbildung in diesem
Bereich. Fachgebietsleiter ist Prof. Dr.
Ulf Schrader. tui
Karriere in der
Wissenschaft
Das Referat für Studium und Lehre
der Fakultät VI Planen Bauen Um-
welt, der Gründungsservice, der Care-
er Service und das Nachwuchsbüro
der TU Berlin bieten die Vortrags- und
Diskussionsreihe „Berufliche Pers-
pektiven Planen– Bauen– Umwelt“
an. Unter Mitwirkung des Nationalen
Alumniprogramms konnten beruflich
erfahrene TU-Alumni als Referenten
gewonnen werden. Am 30. Juni geht
es um „Karriere in der Wissenschaft“.
17.00 Uhr, Fakultätsforum des Archi-
tekturgebäudes, Straße des 17. Juni
152. tui
© TU Berlin/Pressestelle
Im „Campus Center“
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Allein 2010 hält die TU Berlin 390 Plätze zusätzlich für Studienanfänger im ersten Hochschulsemester bereit
Seite 8 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
INTERNATIONALES
China-Woche: Der goldene Löwe tanzte im Audimax
Der „Löwentanz“ bringt Glück. Doppeltes Glück also versprachen gleich zwei Auf-
sehen erregend in Gold und Silber gewandete „Löwen“, die durch laute Trommel-
rhythmen geweckt wurden. Mit ihrem akrobatischen Tanz verwandelten sie das mit
bunten Blumen und Lampions geschmückte Audimax in eine fernöstliche Traum-
welt. Die Galashow mit Gesang, Tanz und viel Folklore bildete den Abschluss der
ersten China-Woche an der TU Berlin. Mehrere Tage lang hatte sich an der TU Berlin
das Land im Rahmen des vom Bundesbildungsministerium initiierten deutschland-
weiten „Chinesischen Jahres“ mit Kunst, Kultur und Wissenschaft präsentiert. Ein
Kung-Fu-Meister lud zu Workshops ein, ebenso Kalligrafen und eine Schachmeis-
terin, und auf einem „Markt der Möglichkeiten“ stellten chinesische Akademiker
die Studien- und Forschungsmöglichkeiten im Land der Mitte vor. Jeden Abend
zeigte das „Uni-Kino“ bekannte chinesische Kinofilme. TU-Vizepräsidentin Prof.
Dr. Ulrike Woggon begrüßte nicht nur S. E. WU Hongbo (Bild l. u.), Botschafter der
Volksrepublik China in Deutschland bei der Auftaktveranstaltung der einwöchigen
Präsentationen seines Landes, sondern eröffnete auch die Abschluss-Gala. Zugleich
hatte das Akademische Auslandsamt eine „Internationale Woche“ organisiert und
beriet zu Studien- und Praktikumsmöglichkeiten nicht nur in China, sondern auch
in vielen Ländern auf allen Kontinenten.
pp
Keine deutsche Hochschule bietet
mehr „Dual Degree“-Programme mit
chinesischen Universitäten an als die
TU Berlin. Das hat eine Erhebung der
Hochschulrektorenkonferenz zu ge-
meinsamen Deutsch-Chinesischen
Studien- und Promotionsprogram-
men ergeben. In diesen Programmen
wird den Studierenden die Möglich-
keit geboten, gleich zwei Abschlüsse
international renommierter Univer-
sitäten zu erhalten und dabei inter-
kulturelle Erfahrungen zu sammeln.
„Ich sitze sozusagen in der ersten Rei-
he des Theaterstücks ›Neues aus der
Chinesenstadt’, sagt Peter Sailer, ehe-
maliger Student der Stadt- und Re-
gionalplanung und TU-Stipendiat an
der Tongji University in Schanghai,
wenn er von seiner Wohnung im 25.
Stock eines Wohnhochhauses der chi-
nesischen Millionenstadt spricht. „Die
Szenen könnte man nennen: ,Frische
Fische zappeln in viel zu kleinen und
fast trockenen Wannen‘ oder ,Braten
wie am Spieß– wie aus Fleisch, Gemü-
se, Brot und Schaschlikspießen an ille-
galen Straßenständen direkt neben der
Polizeistation ein preiswertes, leckeres
und vor allem steuerfreies Abendessen
gezaubert wird‘ “. Peter Sailer hat von
den ausgezeichneten Beziehungen sei-
ner Uni, der TU Berlin, zu chinesischen
Partnern profitiert. Denn nicht nur die
Bauwirtschaft in China boomt, son-
dern auch die China-Aktivitäten des
Auslandsamtes der TU Berlin. Mit Er-
folg, denn die Zahl der Austausch- und
„Dual Degree“-Programme – für die
Universitäten die Königsdisziplin des
Austauschgeschäftes – zwischen der
TU Berlin und einigen der besten chi-
nesischen Hochschulen nimmt konti-
nuierlich zu. So konnten in den letzten
Jahren unter anderem neue Austausch-
programme mit der Zhejiang Univer-
sity (ZJU) in Hangzhou, dem Beijing
Institute of Technology in Peking und
auch mit der National Taiwan Univer-
sity in Taipei unterzeichnet werden.
Ein bestehendes Austauschprogramm
mit der Tongji University in Schang-
hai wurde ausgebaut und für Studie-
rende der Ingenieur- und Geisteswis-
senschaften geöffnet.
Im Jahr 2003 entwickelte die TU Ber-
lin im Bereich Informatik ein Doppel-
diplomprogramm mit der Jiao Tong-
Universität in Schanghai. Es war das
erste seiner Art zwischen einer deut-
schen und einer chinesischen Hoch-
schule. Mittlerweile sind sechs weite-
re dazugekommen. Kaum getrocknet
ist beispielsweise die Tinte der Unter-
schriften auf den Verträgen zu zwei
neuen „Dual Master“-Programmen
im Bereich Wirtschaftsingenieurwe-
sen mit der Tongji University sowie
für den Studiengang „Sprache und
Kommunikation“ mit der renommier-
ten ZJU. Weitere Austausch- und Dual
Degree-Programme, unter anderem
mit der Tsinghua University in Peking,
der laut Rankings besten Universität
des Landes, stehen kurz vor der Un-
terzeichnung.
Die Studierenden nutzen die vielfälti-
gen neuen Möglichkeiten eifrig: Gin-
gen im akademischen Jahr 2005/06
erst sechs TU-Studierende über das
Akademische Auslandsamt für einen
ein- oder zweisemestrigen Aufenthalt
nach China, waren es 2009/10 bereits
31. Eine ähnliche Entwicklung lässt
sich hinsichtlich der chinesischen Aus-
tausch– und Dual Degree-Studieren-
den an der TU Berlin feststellen, der
sogenannten „Incomings“. Hier haben
sich die Zahlen im gleichen Zeitraum
von 13 auf 41 mehr als verdreifacht.
Der Chinaboom im Auslandsamt trägt
Früchte: Der junge Stadt- und Regi-
onalplaner Peter Sailer arbeitet zum
Beispiel heute in einem chinaweit tä-
tigen Architekturbüro in Schanghai.
Und vor wenigen Wochen hat im Aus-
landsamt der Zhejiang University YE
Ying die Betreuung der Austauschpro-
gramme mit deutschen Hochschulen
übernommen. Sie war im Winterse-
mester 2008 als Austauschstudentin
an der TU Berlin und berät nun zu-
künftige Generationen von deutschen
und chinesischen Studierenden, die
ein Austauschstudium an der Partner-
hochschule planen.
Informationen zu diesen und weiteren
Studienmöglichkeiten in China sind in
der Infothek des Akademischen Aus-
landsamtes im „Campus Center“ er-
hältlich.
Uta Kirchner, Überseereferentin im
Akademischen Auslandsamt
➥ www.auslandsamt.tu-berlin.de
➥ www.deutsch-chinesisches-jahr-2009-
2010.de/de/344.php
E
ine besondere Überraschung hatten
die Vertreter der Zhejiang-Universi-
tät in Hangzhou, 180 Kilometer von
Schanghai, im Gepäck, als sie auf der
China-Woche der TU Berlin (s. Artikel
auf dieser Seite) ihre Hochschule vor-
stellten. Das „Cambridge des Ostens“
bietet speziell TU-Studierenden die
Möglichkeit, an der Zhejiang-Univer-
sität einen Masterstudiengang „China
Studies“ zu studieren und damit eine
Zusatzqualifikation in China-Angele-
genheiten zu erwerben. Für das Le-
ben in der für seine Gartenanlagen,
Seen und Pagoden bekannten moder-
nen chinesischen Großstadt erhalten
die Studierenden ein Vollstipendium,
das freie Kost und Logis beinhaltet,
eine Befreiung von Studiengebühren
sowie eine Krankenversicherung und
1700 RMB monatlich, etwa 170 Euro.
„Dieser Betrag ist zum Leben völlig
ausreichend“, erklärt Prof. Dr. LI Yuan,
stellvertretende Direktorin des Insti-
tute of German Studies der ZJU, eine
der Initiatorinnen des Programms.
„Der durchschnittliche Student gibt
etwa 1000 RMB aus.“ LI Yuan kennt
die Verhältnisse in Deutschland gut.
Sie hat selbst Deutsch studiert und
war als Alexander von Humboldt-Sti-
pendiatin an der der TU Berlin (E in-
tern 04/2009).
Der neue Studiengang „China Stu-
dies“ für internationale Studierende,
ist einmalig in der chinesischen Hoch-
schullandschaft und unterscheidet sich
in wesentlichen Punkten von der tra-
ditionellen Sinologie. Er kombiniert
Grundlagen der chinesischen Sprache
und Kommunikation mit Studien über
das gegenwärtige China in Bezug auf
Politik, Wirtschaft, Recht, Geografie,
Medien sowie interkulturelle Kommu-
nikation und schließt mit einer Master-
arbeit in Englisch ab.
Die TU-Studierenden werden im Rah-
men der Hochschulpartnerschaft, der
ältesten, die mit China besteht, bevor-
zugt zugelassen. Der Studiengang ist
offen für alle Bachelorabsolventen;
wer über Grundkenntnisse des Chi-
nesischen verfügt, wird bevorzugt.
Außerdem können durch ein Äquiva-
lenzverfahren Studienleistungen aner-
kannt werden, wodurch sich das Studi-
um auf ein Jahr reduziert. Der nächs-
te Starttermin ist der September 2011
(Bewerbungsschluss: 15. 3. 2011).
✉
➥ www.china.tu-berlin.de/?id=75908
➥ www.zju.edu.cn
Modernes China kennenlernen
Zhejiang-Universität bietet „China Studies“ inklusive Vollstipendium speziell für TU-Studierende
Heißer Draht ins Reich der Mitte
TU Berlin bundesweit führend bei „Dual Degree“-Programmen mit chinesischen Universitäten
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl (6)
Wissenschaftlicher
Austausch mit Südafrika
/tui/ Die ganze Welt blickt auf die Fuß-
ball-WM in Südafrika. Aber auch der
südafrikanische Bildungsmarkt wird für
deutsche Hochschulen und Forschungs-
einrichtungen immer interessanter. Die
neue Ausgabe der Publikationsreihe „Län-
derprofile“ von GATE-Germany stellt die
Möglichkeiten und Rahmenbedingun-
gen für Kooperationen und wissenschaft-
lichen Austausch mit Südafrika vor. Das
Hochschulkonsortium GATE-Germany
wurde 2001 vom Deutschen Akademi-
schen Austauschdienst (DAAD) und der
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ge-
gründet. Das „Länderprofil Edition Süd-
afrika“ kann kostenlos bestellt werden.
➥
www.gate-germany.de/
publikationsbestellung
Studium in Israel
/tui/ Das Technion in Haifa (Israel Insti-
tute of Technology), Israels älteste Hoch-
schule und exzellente Universität, bietet
mehrere Ingenieurstudiengänge in sei-
ner International School of Engineering
(ISE) in englischer Sprache an. Unter an-
derem bietet das Programm Bachelor in
Bauingenieurwesen und Umwelttechnik
oder Master in diesen Fächern. Noch
bis zum 25. Juli 2010 können sich moti-
vierte und hochqualifizierte Studierende
und Gymnasiasten aus Deutschland ein-
schreiben. Informationen gibt auch die
Deutsche Technion-Gesellschaft e.V. mit
Sitz an der TU Berlin.
➥
www.deutsche-technion-gesellschaft.de
➥
www.ise.technion.ac.il
Sorge um psychische
Gesundheit
/tui/ Anbieter von Auslandsstudien-Pro-
grammen sollten auch Maßnahmen tref-
fen, für die mentale Gesundheit der Stu-
dierenden zu sorgen und darauf vorbe-
reitet sein, junge Leute in der Krise zu
behandeln. Eine amerikanische Studie
hat ergeben, dass bis zu 30 Prozent der
College-Studierenden unter zeitweiligen
oder permanenten Depressionen litten.
Diese Zahl habe sich in den vergangenen
15 Jahren verdreifacht, so die Autoren der
Studie. Gerade unter dem Stress eines
Übersee-Studiums, weit weg von Familie
und Freunden, könnten sich bislang un-
erkannte psychische Probleme verstärken.
Meldungen
© privat
Frühsport auf dem Campus der Schanghai Jiao-Tong-Universität
Forschung in Tunesien
Mit den deutsch-tunesischen wissenschaftli-
chen und wirtschaftlichen Kooperationen be-
schäftigte sich die Botschafterin der Tunesi-
schen Republik, Dr. Alifa Chaabane Farouk (im
Bild l.), in einem Gastvortrag an der TU Ber-
lin. Das Referat für Außenbeziehungen der TU
Berlin hatte ein Seminar veranstaltet, um Stu-
dierende und Fachleute über Stand und Pers-
pektiven der Beziehungen zu dem nordafrika-
nischen Land zu informieren. Im Herbst 2010
wird es in Sfax und Hammamet, Tunesien, ein
internationales Seminar „Trinkwassererschlie-
ßung, Trinkwasserschutz und Abwasserreini-
gung“ geben, an dem auch Studierende und
Alumni der TU Berlin teilnehmen können.
tui
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Seite 9
FORSCHUNG
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
M
ehr als 10 000 lettische Mehrfa-
milienhäuser müssen dringend
saniert werden. Nach der Errichtung
fanden in den letzten Jahrzehnten an
den Gebäuden so gut wie keine In-
standsetzungsmaßnahmen statt. Erst
recht genügen sie den heutigen ener-
getischen Anforderungen nicht. Um
diesem Missstand abzuhelfen, drück-
ten nun drei Wochen lang 25 Letten
in Berlin die „Schulbank“, um sich zu
Managern für energetische Gebäude-
sanierung fortzubilden.
„Der Deutschlandbesuch war Teil ei-
nes neuen Projekts, das im Rahmen
der langjährigen Zusammenarbeit
des deutschen und des lettischen Um-
weltministeriums zur Verbesserung
der Energieeffizienz von Gebäuden
durchgeführt wird“, erklärt TU-Profes-
sor Dr.-Ing. Frank U. Vogdt, an dessen
Fachgebiet Bauphysik und Baukonst-
ruktionen die Vorlesungen und Schu-
lungen zum Thema „Energetisch sanie-
ren– Fehler vermeiden“ durchgeführt
werden. Die zukünftigen „Gebäude-
sanierer“ werden dort zu den relevan-
ten technischen Inhalten geschult und
praxisorientiert auf die von ihnen zu
betreuenden Sanierungsprojekte vor-
bereitet, da in Lettland derzeit
Förderprogramme für die
dringend notwendige Er-
höhung der Anzahl sa-
nierter Gebäude auf-
gelegt werden. Erhöht
werden soll dabei nicht
nur die Zahl der Bau-
projekte, sondern auch
die Qualität der Sanierung.
„Diese Maßnahme schließt
an ein mehrjähriges Projekt in
Jelgava an“, erzählt Frank U. Vogdt.
Dort wurden mehrere Gebäude mo-
dellhaft energetisch saniert, von der
Dämmung der Gebäudehülle über die
Erneuerung oder den Austausch der
Fenster bis zur Optimierung der Hei-
zungsanlage mit verbrauchsgerechter
Abrechnung. Die Fortbildung nutze
dabei die deutschen Sanierungserfah-
rungen ebenso wie die gemeinsamen
Erfahrungen bei der Sanierung meh-
rerer Wohngebäude in Lett-
land.
Die theoretische Ausbil-
dung in Berlin mündet
in eine 15-monatige
Trainings- und Coa-
chingphase in Lett-
land, in deren Mittel-
punkt die konkreten
Projekte der Teilneh-
mer stehen: die planeri-
sche Vorbereitung der Sa-
nierungsvorhaben und die Sicherung
der Qualität bei der baulichen Um-
setzung. Die Teilnehmer werden da-
bei von deutschen Sanierungsex-
perten beraten und begleitet. Paral-
lel dazu wird das Netzwerk „Majas
Draugs“aufgebaut, was im Lettischen
„Freund des Gebäudes“ bedeutet. Es
soll Interessierten und Beteiligten den
Austausch erleichtern.
An dem Projekt arbeiten die für Ge-
bäudesanierung zuständigen Ministe-
rien für Umwelt und Wirtschaft eben-
so mit wie die Staatliche Agentur für
Bauen, Wohnen und Energie (BEMVA)
sowie die Verbände der großen Städ-
te Lettlands (LLPA), der Gebäude-
verwalter (LNPAA) und der Lettische
Bauingenieurverband (LBS). Das Pro-
jekt wird vom deutschen Umweltmi-
nisterium und der KfW-Bankengrup-
pe sowie dem Projektverantwortlichen
IWO e.V. finanziell unterstützt. Im
Juli wird bereits eine Gruppe aus der
Ukraine an der TU Berlin erwartet.
Patricia Pätzold
Philosophie des Bauens
Humboldt-Stipendiat und
Renaissance-Spezialist
Branko Mitrovic´ forscht an
der TU Berlin über Italiens Palladio
Seite 12
Saubere Lkws
Der Güterverkehr auf deutschen
Straßen wird noch zuneh-
men. Eine Studie prognostiziert
die Auswirkungen
Seite 10
Lebendiger Stein
Eine TU-Alumna begutachtet die
Natursteine im Neuen Museum
Berlin und sorgt für die Beschaf-
fung originalgetreuer Ersatzsteine
Seite 11
JUNGE WISSENSCHAFT
Der FinRay-Effekt
In einer Serie stellen wir in Eintern
junge Wissenschaftler und ihre For-
schungen an der TU Berlin vor.
Längst wird von Gebäuden erwartet,
mehrere Funktionen zu erfüllen. Ein
Hallenbad hat auch ein Freibad zu
sein, ein Fußballstadion eine Konzert-
halle. Bewegliche Dächer und Fassa-
den machen diese Verwandlung mög-
lich. „Beim Öffnen und Schließen wer-
den Elemente gefaltet, geschoben oder
gerollt und immer entstehen Fugen“,
erklärt Christian Hartz (37), wissen-
schaftlicher Mitarbeiter am Fachge-
biet Entwerfen
und Konstruie-
ren – Massivbau,
das von Prof. Dr.
Mike Schlaich ge-
leitet wird. Diese
Fugen sind Gegen-
stand eines For-
schungsprojekts
am Fachgebiet,
das vom Bundes-
ministerium für Bildung und For-
schung mit 300 000 Euro über zwei
Jahre gefördert wird. Entwickelt wer-
den sollen innovative Fügetechniken
beziehungsweise effiziente und intel-
ligente Fugendetails ohne komplizier-
te Steuerungsmechanismen. Die Wis-
senschaftler bedienen sich dabei eines
Phänomens aus der Natur– des „Fin-
Ray-Effekts“. Er bezeichnet ein Funk-
tionsprinzip bei Fischflossen, die sich
bei Krafteinwirkungen zur angreifen-
den Kraft wölben und diese umschlie-
ßen. „Die Eigenschaft des FinRay, sich
einer Geometrie anzuschmiegen, soll
zu einer das Material nicht zerstören-
den, dichteren, bauphysikalisch hoch-
wertigen und damit nachhaltigen Fu-
genkonstruktion für leichte, beweg-
liche Membran- und Folienbauten
führen“, erklärt Christian Hartz. Mit
der Anwendung des „FinRay-Effekts“
im Bauwesen betreten die Wissen-
schaftler und ihre Partner Neuland. sn
➥ www.bionische-innovationen.de/
#projekte/finRayEffect.html
Stets bestens verbunden
Neue Anwendungen für Smartphone oder Tablet PC
Es ist Sonntagabend. Mal wieder
geht das Fußballspiel in die Verlän-
gerung. Und mal wieder rückt die
Abfahrt zum Flughafen unaufhalt-
sam näher. Die Sportübertragung
auf dem Smartphone weiterverfol-
gen? Kaum möglich. Die schwanken-
de Qualität der Netzabdeckung von
der Wohnung bis zur Abflughalle
schließt oft eine qualitativ hochwer-
tige und kontinuierliche Darstellung
aus.
Eine Lösung zur Entwicklung und
praktischen Erprobung von mobilen
Multimediadiensten und Cloud-An-
wendungen, die auf heutigen und zu-
künftigen Breitband-Mobilfunktech-
nologien basieren, bietet jetzt eine
neue, weltweit einzigartige Techno-
logie. Sie wurde federführend vom
Fraunhofer-Institut für Offene Kom-
munikationssysteme (Fraunhofer
FOKUS) entwickelt, in Zusammenar-
beit mit der TU Berlin, Prof. Dr. Tho-
mas Magedanz, dem Fraunhofer Hein-
rich-Hertz Institut und den Deutsche
Telekom Laboratories.
Die offene Test- und Entwicklungsum-
gebung „Future Seamless Communi-
cation Playground“, kurz „FUSECO
Playground“, ermöglicht erstmals die
Erforschung, Optimierung und Erpro-
bung von Prototypen für mobile Breit-
bandanwendungen der nächsten Ge-
neration. So lassen sich Endgeräte,
Dienste und Businessmodelle entwi-
ckeln. Netzkomponenten und Proto-
kolle können erweitert und im Feld-
test praxisnah überprüft werden. Der
„FUSECO Playground“ wurde Mitte
Mai 2010 auf der 6. Internationalen
Testbedconference „TridentCom“ in
Berlin erstmals vorgestellt.
„Mit dem ,FUSECO Playground‘ ist
es möglich, Technologien für mobi-
le Breitbanddienste und Endgeräte,
vor allem für Smartphones und Tablet
PCs, unabhängig von Geräteherstel-
lern, Mobilfunknetzbetreibern und An-
bietern zu entwickeln“, erklärt Profes-
sor Thomas Magedanz vom Fraunho-
fer FOKUS, der gleichzeitig an der TU
Berlin das Fachgebiet „Architektur der
Vermittlungsknoten“ vertritt. Erstmals
ließen sich in ein Testbed neu erarbei-
tete Anwendungen inklusive aller re-
levanten Funktionen und Komponen-
ten an aktuelle und an Mobilfunknetze
der nächsten Generation anbinden: an
sogenannte Femtozellen und 3G-Net-
ze, an WLAN und insbesondere an LTE
(Long Term Evolution)-Netze. „Durch
den Zusammenschluss von neuen und
alten Mobilfunknetzen werden in spä-
testens drei Jahren föderative Kommu-
nikationsnetzumgebungen existieren“,
prophezeit Magedanz. „Bereits heute
ermöglicht die offene, flexibel erwei-
terbare Laborumgebung FUSECO sol-
che Umgebungen im Labor zu konstru-
ieren und zu erproben.“ tui
➥ www.fuseco-playground.org
Der Freund des Gebäudes
TU-Experten bilden osteuropäische Sanierungsfachleute fort
Bund braucht
Innovation
D
ie Branche der Innovations- und
Kommunikationstechnologien
(IKT) ist besonders stark durch klei-
ne und mittlere Unternehmen (KMU)
geprägt: Sie machen 90 Prozent der
IT-Unternehmen in Deutschland aus,
sind ein wichtiger Innovationsmotor
und eine wichtige Schnittstelle für den
Transfer von Forschungsergebnissen
aus der Wissenschaft in die Wirtschaft.
Mit einer neuen Fördermaßnahme,
„KMU-Innovationsoffensive Informa-
tions- und Kommunikationstechnolo-
gie“ will das Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) deren
Innovationspotenzial in der Spitzen-
forschung stärken. Gleichzeitig soll die
Forschungsförderung im Rahmen des
IKT-Fachprogramms attraktiver gestal-
tet werden. Themenübergreifend wer-
den Forschungs- und Entwicklungs-
vorhaben in vier Technologiebereichen
gefördert:
■ Automobil und Mobilität
■ Maschinenbau und Automatisie-
rung
■ Gesundheit und Medizintechnik
■ Logistik und Dienstleistungen
■ Energie und Umwelt
■ Informations- und Kommunikati-
onstechnologie
Damit will das BMBF die Zusam-
menarbeit zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft stärken und kleinen und
mittleren Unternehmen, die im IKT-
Bereich tätig sind, helfen, sich im Tech-
nologiemarkt zu etablieren und wett-
bewerbsfähiger zu werden. Projekt-
skizzen können jederzeit eingereicht
werden. Bewerbungsstichtage für Pro-
jektskizzen sind jeweils der 15. April
und der 15. Oktober. KoKo
➥ www.hightech-strategie.de/de/
430.php
Das Leben des Produkts
Renommierte Wissenschaftler aus Ma-
schinenbau und Wirtschaftswissenschaf-
ten haben sich zusammengefunden, um
Innovationen im Lebenszyklus (life-cycle)
eines Produktes zu entwickeln. Dabei wird
die gesamte Entwicklung eines Produk-
tes von der Idee bis zur Rücknahme vom
Markt betrachtet. Der erstmals 2006 be-
willigte Sonderforschungsbereich/Trans-
regio 29 „Engineering Hybrider Leistungs-
bündel– Dynamische Wechselwirkungen
von Sach- und Dienstleistungen in der
Produktion“, der über vier Jahre sechs Mil-
lionen Euro erhielt, wurde nun um weitere
vier Jahre verlängert. Beteiligt ist auf TU-
Seite das Institut für Werkzeugmaschinen
und Fabrikbetrieb unter Leitung von Prof.
Dr.-Ing. Eckart Uhlmann, der stellvertre-
tender Sprecher des an der Ruhr-Univer-
sität Bochum angesiedelten Transregio ist.
Konkret arbeiten die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler an Vorgehensweisen,
Methoden und Werkzeugen zur Planung,
Entwicklung, Erbringung und Nutzung
sogenannter hybrider Leistungsbündel,
einer Kombination aus Sachleistungen
und technischen Dienstleistungen. Um
die Ergebnisse in den Projektbereichen
„Planung/Entwicklung“, „Erbringung/
Nutzung“, „life-cycle“ fortlaufend an ei-
nem realen Anwendungsszenario über-
prüfen und konkretisieren zu können,
baut das TU-Institut einen „Demonstra-
tor“ der Mikroproduktion auf.
pp
Neu bewilligt
Christian Hartz
© privat
Ruckelfreies Bild auch unterwegs: Dafür sorgen die Forscher mit dem „FUSECO Playground“
In den meisten osteuropäischen Ländern, wie hier in Lettland, haben viele Häuser einen hohen
energetischen Sanierungsbedarf
© pixelio.de/Bretagne
© Fraunhofer/FOKUS
FORSCHUNG
Seite 10 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Metaphern und
Methoden der
Nazipropaganda
A
ls ein Rad in der Propagandama-
schinerie im Dritten Reich durch-
aus bekannt, ist die Ausstellung „Der
ewige Jude“, die 1937 in München
im Deutschen Museum gezeigt wur-
de, wissenschaftlich jedoch noch nicht
aufgearbeitet worden. Diese Lücke in
der Forschung ist nun von Prof. Dr.
Wolfgang Benz geschlossen worden.
In seiner jüngsten Publikation „Der
ewige Jude. Metaphern und Metho-
den nationalsozialistischer Propagan-
da“ hat der Leiter des Zentrums für
Antisemitismusforschung der TU Ber-
lin seine Ergebnisse veröffentlicht.
Trotz schwierigster Quellenlage ist es
Wolfgang Benz gelungen, die Ausstel-
lung zu rekonstruieren und deren Ge-
schichte zu beschreiben. Darüber hin-
aus zeigt er die Absichten und Wirkun-
gen der Ausstellung im Gesamtkontext
der nationalsozialistischen antisemiti-
schen Propaganda. Der berüchtigte
Film „Der ewige Jude“ war eine di-
rekte Folge der Ausstellung.
Benz erläutert die Metapher vom
„ewigen Juden“ und deren Instru-
mentalisierung zur Beschwörung ju-
denfeindlicher Stereotype und Ressen-
timents in der Bevölkerung, stellt die
Schau in den Kontext zweier die Ju-
den ebenfalls diffamierender und stig-
matisierender Ausstellungen: „Entar-
tete Kunst“ und die „Große antibol-
schewistische Schau“. Er verfolgt den
Weg der Ausstellung durch Deutsch-
land, benennt die Initiatoren, unter-
sucht die Resonanz und legt anhand
der Ausstellung einmal mehr die Me-
thoden des Antisemitismus, eine gan-
ze Bevölkerungsgruppe anzuprangern
und zu diffamieren und damit Ängs-
te zu schüren und die Vernichtung der
Juden vorzubereiten, offen. Methoden
des Antisemitismus, so Benz, „die mit
dem Nationalsozialismus nicht unter-
gegangen sind“. Sybille Nitsche
Mehr als 2,5 Millionen Nutzfahrzeu-
ge rollen über deutsche Straßen. Der
Gesamtbestand hat sich seit 1990
um nahezu zwei Drittel erhöht. Der
Straßengüterverkehr entwickelte
sich außerordentlich dynamisch und
wird dies voraussichtlich auch wei-
terhin tun.
Das ist das Ergebnis einer Studie, die
das Deutsche Institut für Luft- und
Raumfahrt im Auftrag des Shell-Kon-
zerns erarbeitete und die Ende April
der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Ausgangspunkt waren Fragen, die sich
immer dringlicher stellen: Wie geht es
mit dem Verkehrsaufkommen weiter?
Wie kann insbesondere die Nachhal-
tigkeit des Lkw in der Umwelttechno-
logie, in Energieverbrauch und Klima-
schutz verbessert werden?
„Der Straßengüterverkehr wird saube-
rer werden, die Flotte leichter Nutz-
fahrzeuge modernisiert sich jedoch
nur langsam“, erklärt Prof. Dr. Barbara
Lenz dazu. Sie leitet das DLR-Institut
für Verkehrsforschung und ist Inhaberin
der S-Professur Verkehrsnachfrage und
Verkehrswirkungen an der TU Berlin.
2008 habe das Güterverkehrsaufkom-
men in Deutschland bei vier Milliarden
Tonnen gelegen, die Güterverkehrsleis-
tung bei rund 670 Milliarden Tonnen-
kilometern. „Die Verkehrsleistung wird
bis 2030 auf über 1000 Milliarden Ton-
nenkilometer ansteigen“, prognosti-
ziert Barbara Lenz. Insbesondere wür-
den sich die Fahrleistungen von schwe-
ren Lkw bis 2030 nahezu verdoppeln.
Trotz erheblicher und aussichtsreicher
Verbesserung der Technologie werden
technische Anstrengungen aus Sicht
der Wissenschaftlerin allerdings nicht
ausreichen, um den CO2-Ausstoß des
Straßengüterverkehrs unter das heuti-
ge Niveau zu senken. Der Anteil des
Straßengüterverkehrs an den gesam-
ten Kohlendioxid-Emissionen beträgt
derzeit etwa fünf Prozent. Durch die
Steigerung der Fahrleistungen wird
dieser Anteil jedoch, trotz in Aussicht
gestellter technologischer Verbesse-
rungen wie bessere Dieseltechnologie
oder verstärkter Einsatz von Hybrid-
fahrzeugen und Biokraftstoff, noch um
etwa 50 Prozent zunehmen. Schwere
Lkw fahren heute zu 99 Prozent mit
Diesel-Antriebsstoffen. Der Diesel-
Antrieb bei der Gesamtflotte liegt bei
etwa 93 Prozent. In der Leistung ver-
gleichbare Antriebskonzepte fehlen
allerdings derzeit noch. Deutschland
steht es dabei gut an, sich um die Ent-
wicklung ressourcenschonender Tech-
nologien im Kraftfahrzeugverkehr zu
kümmern, denn es ist mit einem Anteil
von rund einem Viertel an den Neuzu-
lassungen von Lkw und Sattelzugma-
schinen über 3,5 Tonnen der größte
Fahrzeugmarkt in Europa.
„Wir haben mit einem aus Umwelt-
sicht ambitionierten Alternativ-Sze-
nario den Anstieg des CO
2
-Ausstoßens
auf 32 Prozent bei gleicher Güterver-
kehrsleistung begrenzen können“, so
die Verkehrsforscherin Barbara Lenz.
„Schlüsselpositionen nehmen dabei
der Einsatz Kraftstoff sparender Tech-
niken sowie eine Zunahme alternati-
ver Antriebe wie des Elektroautos und
Kraftstoffe wie Erdgas und Biodiesel
ein, ebenso wie eine veränderte CO2-
Bilanz beim deutschen Strommix.“
Doch um dies alles umzusetzen, blei-
be noch viel zu tun, denn gerade für
schwere Lkw und Sattelzugmaschinen
stünden keine alternativen Antriebs-
konzepte zur Verfügung und die Effi-
zienzsteigerung müsse noch vorange-
bracht werden. „Um die Entwicklung
solcher Konzepte anzuregen, müssen
vor allem wirtschaftliche Anreize ge-
geben sein“, empfiehlt die Verkehrsex-
pertin. Patricia Pätzold
➥ www.verkehrsnachfrage.tu-berlin.de
Wie der Güterverkehr sauberer werden kann
Eine Studie zeigt die Zunahme des Lkw-Verkehrs auf deutschen Straßen bis 2030
Derzeit liegt die Lkw-Fahrleistung bereits bei rund tausend Millarden Tonnenkilometern. Bis 2030 wird sie sich nahezu verdoppeln
D
eutsche Unternehmen und For-
schungseinrichtungen müssen erst
wieder den Anschluss an das interna-
tionale Entwicklungsniveau finden,
wenn es um Elektromobilität geht.
Das stellt die Expertenkommission
Forschung und Innovation (EFI), die
an der TU Berlin angesiedelt ist, in ih-
rem aktuellen Jahresgutachten klar.
Der Wettlauf um die Zukunft des Au-
tos ist in eine heiße Phase getreten.
Bundesregierung und Wirtschaft ma-
chen Druck, um elektrisch betriebene
Fahrzeuge endlich aus ihrem eher be-
lächelten Nischendasein auf die Straße
zu holen. Nach dem Willen von Kanz-
lerin Angela Merkel sollen es bis 2020
eine Million E-Mobile sein. Die För-
derung der Elektromobilität ist dabei
nicht nur ökologisch motiviert. Wach-
sende Unsicherheit bei der Versorgung
mit fossilen Brennstoffen, weltweite
Verstädterungstendenzen sowie Fort-
schritte in der Batterietechnik machen
Elektromobilität zunehmend attraktiv.
Ob sich das Autoland Deutschland auf
diesem Markt der Zukunft ähnlich er-
folgreich behaupten kann wie im kon-
ventionellen Fahrzeugsektor, bleibt
indes offen. Gerade in der Batterie-
technik und Leistungselektronik, den
Schlüsseltechnologien für die Elektro-
mobilität, ist Deutschland schlecht ge-
rüstet. Führend sind hier Japan, Süd-
korea und China.
Um den Anschluss zu schaffen, müs-
sen Wirtschaft und Politik zusammen-
arbeiten. Für die Versorgungsinfra-
struktur der Elektrofahrzeuge können
nur wenige der derzeit dominanten
Technologien genutzt werden. Der
Konkurrenzkampf der deutschen Au-
tobauer schadet noch zusätzlich allen
Beteiligten, da er– dem Expertengut-
achten zufolge– zu einer Aufsplitte-
rung der Anstrengungen in Forschung
und Entwicklung (FuE) führt. Sinnvoll
wären daher staatlich geförderte vor-
wettbewerbliche Forschungs- und Ko-
operationsprojekte, in denen die FuE-
Aktivitäten aller deutschen Akteure
zusammengeführt würden.
Einige Hochschulen haben sich bereits
des Themas E-Mobilität angenommen.
Damit diese Aktivitäten wirken, be-
darf es aber einiger Zeit. Vor allem der
bestehende Mangel an Fachkräften ist
nicht von heute auf morgen zu über-
winden. Umso wichtiger ist eine star-
ke Einbindung der Hochschulen in die
neuen Forschungsinitiativen, um qua-
lifizierten Nachwuchs zügig auszubil-
den. Dr. Helge Dauchert, EFI
Herausforderung und Chance
Elektromobilität in Wirtschaft und Hochschulen
© pixelio.de/Steinbrich
Expertenkommission Forschung
und Innovation (EFI)
Seit 2008 ist die Geschäftsstelle der Ex-
pertenkommission Forschung und Inno-
vation (EFI) an der TU Berlin beheima-
tet. Geleitet wird sie von Prof. Dr. Knut
Blind, Fachgebiet Innovationsökono-
mie. Die von der Bundesregierung ein-
gesetzte Kommission leistet wissen-
schaftliche Politikberatung und legt
der Regierung jährlich ein Gutachten zu
Forschung, Innovation und technologi-
scher Leistungsfähigkeit Deutschlands
vor, das auf einer umfassenden Analyse
der Stärken und Schwächen des deut-
schen Innovationssystems basiert.
➥
www.e-fi.de/gutachten.html
T
U-Professor Matthias Drieß und sei-
ne Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter haben erstmals mithilfe eines che-
mischen Tricks ein bei Raumtemperatur
stabiles ringförmiges (cylisches) SiO
2
-
Molekül (Siliziumdioxid)hergestellt
und isoliert. Bisher war ein solcher
SiO
2
-Ring nur
bei extrem tie-
fen Temperaturen
von– 233° C in ei-
ner Argon-Matrix
stabil. Über diese
erfolgreiche Akti-
vierung von Sau-
erstoff durch Sili-
zium berichteten
die Forscher um
Matthias Drieß,
der Sprecher des
Exzellenzclusters
„Unifying Con-
cepts in Cataly-
sis“ ist, in der On-
line-Ausgabe der
Zeitschrift „Nature Chemistry“ (DOI:
10.1038/NCHEM.666).
Die gezielte Aktivierung des Disau-
erstoffmoleküls gehört zu den wich-
tigsten Prozessen in der Natur und
in der chemischen Produktion, wo-
bei überwiegend Metalle wie Kup-
fer, Gold, Platin oder Palladium zum
Einsatz kommen. Die Reaktionsträg-
heit von molekularem Sauerstoff– ein
Grund dafür, dass Papier nicht spon-
tan brennt– hängt mit der elektroni-
schen Struktur des Disauerstoffmole-
küls zusammen. Die Natur verwendet
hochkomplexe Metalloproteine für
die Aktivierung von Disauerstoff, um
diesen für die schrittweise Oxidation
von organischen Stoffen in der Bio-
chemie und zur Energieerzeugung in
Zellen verfügbar zu machen. Sauer-
stoff ist allgegenwärtig und ein not-
wendiger Rohstoff für die chemische
Industrie. Die Suche nach alternativen
Aktivatoren, um teure und toxische
Schwermetalle zu ersetzen, ist daher
von großer ökonomischer Bedeutung.
Drieß und seine Mitarbeiter beschrei-
ben nun erstmals eine nichtmetalli-
sche Alternative zur Disauerstoffak-
tivierung auf der Basis von reichlich
verfügbaren Ressourcen: Silizium ist
ein ungiftiges Element, zentraler Be-
standteil von Sand und mit zwei Drit-
teln der Masse der Erdkruste nach
Sauerstoff das zweithäufigste chemi-
sche Element. tui
➥ www.nature.com/nchem/journal/vaop/
ncurrent/full/nchem.666.html
Erfolgreiche Aktivierung von Sauerstoff
Alternativer Aktivator kann teure und toxische Schwermetalle ersetzen
TU-Professor Matthias Drieß, Sprecher des Exzellenzclusters „Unifying
Concepts in Catalysis“, im Labor
Autonomes Lernen
DFG-Schwerpunktprogramm
Wie funktioniert Lernen? Können
intelligente Systeme in Zukunft
so flexibel und selbstständig lernen
wie Menschen? Zu diesen Themen för-
dert die Deutsche Forschungsgemein-
schaft (DFG) ein deutschlandweites
Schwerpunktprogramm mit dem Titel
„Autonomes Lernen“.
Koordinator des Programms ist Dr.
Marc Toussaint, der an der TU Ber-
lin auf dem Gebiet des Maschinellen
Lernens und der Robotik forscht. Sei-
ne Forschungsgruppe am Fachgebiet
Maschinelles Lernen wird im Rah-
men des Emmy-Noether-Programms
der DFG gefördert. Mit dem neuen
Schwerpunktprogramm „Autonomes
Lernen“ wird die DFG die Forschung
auf diesem Gebiet in den kommenden
sechs Jahren gezielt mit circa 15 Mil-
lionen Euro finanzieren. Deutschland-
weit sollen Projekte unterstützt, koor-
diniert und vernetzt werden mit dem
Ziel, die strategische Entwicklung die-
ses zukunftsweisenden Forschungsge-
biets in Deutschland zu sichern. tui
Wolfgang Benz: „Der ewige Jude“. Meta-
phern und Methoden nationalsozialistischer
Propaganda, Metropol Verlag Berlin 2010
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Seite 11
ALUMNI
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Eine Firma gründen
/bk/ Sie interessieren sich für das The-
ma „Selbstständigkeit“? Sie haben be-
reits eine Idee für eine Unternehmens-
gründung oder wollen erst einmal wis-
sen, ob Sie die nötigen persönlichen
Eigenschaften als Unternehmerin oder
Unternehmer mitbringen? Dann sollten
Sie den 5. Informationstag „Unterneh-
men gründen“ am 16. Juni 2010 in der
Gründungswerkstatt der TU Berlin be-
suchen. Im Rahmen der Veranstaltung
können Sie sich über Aktuelles rund um
das Thema „Unternehmensgründung“
informieren, an einem spannenden Kre-
ativworkshop mitwirken, der in Koope-
ration mit der Lufthansa Systems GmbH
durchgeführt wird, sowie an grün-
dungsbezogenen Erfahrungsberichten
und Vorträgen teilnehmen, unter ande-
rem mit der Kunstmatrix GbR und der
Investitionsbank Berlin. Begleitend wird
eine professionelle, individuelle Grün-
dungsberatung beispielsweise zu Förde-
rungs- und Finanzierungsmöglichkeiten
angeboten. Zum Ausklang des Abends
wird es die Möglichkeit geben, bei ei-
nem kleinen Buffet mit allen Beteiligten
des Informationstages ins Gespräch zu
kommen.
Ort: TU-Gründungswerkstatt (AM), Har-
denbergstr. 38, 10623 Berlin
Zeit: 13–19 Uhr
➥
www.gruendung.tu-berlin.de/455
Um das Thema „Team- und Personal-
entwicklung“ geht es zwei Wochen spä-
ter, am 29. Juni 2010, zwischen 14.00
und 17 Uhr beim Gründerforum aus
der Forschung (GFF) des Bundesminis-
teriums für Bildung und Forschung, das
ebenfalls in der TU-Gründungswerk-
statt stattfindet. Alle Gründungsinteres-
sierten sowie Gründerinnen und Grün-
der haben die Möglichkeit, ihre Fragen
und Erfahrungen zum Thema „Team-
und Personalentwicklung“ zu erörtern,
Erfahrungen auszutauschen und neue
Kontakte zu knüpfen. Eine Anmeldung
ist erbeten.
➥
www.gruendung.tu-berlin.de/452
Golfen in Berlin-Pankow
/bk/ Sortieren Sie Ihre Golfschläger,
denn bald ist es wieder so weit. Am 26.
Juni 2010 ab 14 Uhr starten, der 7. Uni-
Golf-Cup sowie die „Berliner Hochschul-
meisterschaften Golf“, und Studierende,
Beschäftigte sowie TU-Alumni mit Platz-
erlaubnis sind eingeladen, mit Sportgeist
und guter Laune an den Turnieren teil-
zunehmen. Für Berlinerinnen und Berli-
ner ist dieses Mal auch der Weg nicht so
weit, denn das Turnier findet nur rund
zehn Autominuten vom Alexanderplatz
im Golfclub Pankow von Berlin e. V. statt.
Sie haben noch keine Platzreife? Kein
Problem. Auch Golfspielerinnen und
Golfspieler, die noch keine „Platzreife“
haben, können auf dem Sechs-Loch-
Kurzplatz an einem Golfturnier für An-
fängerinnen und Anfänger teilnehmen.
☎
314-2 46 47
☎
314-2 76 50 (TU-Alumniteam)
➥
www.tu-sport.de
Empfang des Präsidenten
/bk/ Traditionell lädt der Präsident der
TU Berlin seinen wissenschaftlichen
Nachwuchs alljährlich zu einem Empfang
ein. Dieses Jahr findet der Empfang von
TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Stein-
bach am 1. Juli statt. Eingeladen sind
diejenigen, die in den letzten zwölf Mo-
naten ihre Promotion oder Habilitation
an der TU Berlin abgeschlossen haben.
Die Feier beginnt um 15 Uhr.
✉
Meldungen
Dunkelrot und knollig– was eher wie
eine Beschreibung aus dem Pilzbuch
klingt, charakterisiert den „oberde-
vonischen Kalkstein“. Und der wie-
derum ist neben rund 50 weiteren
Natursteinen im Neuen Museum auf
der Museumsinsel in Berlin-Mitte ver-
baut. Wenn Dr. Gerda Schirrmeister
beginnt, von Steinen zu erzählen, ist
man schnell gefesselt von ihrer Lei-
denschaft für Kalk, Quarz und Sand-
stein, die den Stein förmlich zum Le-
ben erweckt. Es dürfte nicht über-
trieben sein, wenn man sagt, dass sie
wohl jeden Stein in dem mit großem
Aufwand restaurierten und im ver-
gangenen Jahr wiedereröffneten Mu-
seumsgebäude kennt.
Gerda Schirrmeister war durch das
Bundesamt für Bauwesen und Raum-
ordnung mit der „Identifizierung aus-
gewählter Natursteine“ im Rahmen
der Renovierung des Neuen Muse-
ums beauftragt. Sie ist Geologin und
arbeitet seit 2005 unter anderem als
freie Gutachterin für Naturwerkstei-
ne. Aber nicht nur identifizieren sollte
Gerda Schirrmeister die Steine, son-
dern auch Vorschläge für die Beschaf-
fung von Ersatz machen. Wie zum
Beispiel bei den Säulen im „Moder-
nen Saal“ des Museums, die aus dem
bereits erwähnten oberdevonischen
Kalkstein bestehen. „Nach längerem
Suchen konnte ich einige dieser Ge-
steinsblöcke in Frankreich ausfindig
machen“, erzählt Schirrmeister. „Al-
lerdings reichten die Blöcke nicht ganz
aus und so musste ich gleichwertigen
Ersatz besorgen, den fand ich wiede-
rum in Thüringen.“ Über ihre jahrelan-
ge Tätigkeit als Geologin hat sie sich
ein eigenes, internationales „Stein-
Netzwerk“ aufgebaut, auf das sie in
solchen Fällen zurückgreifen kann.
„Über Messen, Seminare, Tagungen
und Weiterbildungen kenne ich zahl-
reiche Natursteinhändler, aber auch
Wissenschaftler, die ich kontaktieren
kann und die mir bei der Beschaffung
behilflich sind.“
Nach dem Geologie-Studium und der
Promotion an der Universität Greifs-
wald arbeitete sie zwischen 1992 und
2003 als wissenschaftliche Mitarbeite-
rin im heutigen Institut für Angewand-
te Geowissenschaften an der TU Ber-
lin. „Hier habe ich viel wissenschaft-
liches Rüstzeug vermittelt bekommen,
das mir bei meiner Arbeit hilft“, sagt
die Geologin. Den Sprung in die
Selbstständigkeit wagte sie mehr oder
weniger notgedrungen, da eine dauer-
hafte, feste Stelle an der Universität für
sie nicht in Sicht war. „Ich bin sowieso
nicht der Typ, der den ganzen Tag im
Büro sitzen kann, ich muss mich bewe-
gen und will auch unabhängig arbeiten.
So kam ich zur Selbstständigkeit.“
Neben den gutachterlichen Tätigkeiten
hat sie ein weiteres Standbein: Sie bie-
tet Stadtführungen zu Naturwerkstei-
nen an und eröffnet den Teilnehmerin-
nen und Teilnehmern ihrer Führungen
einen neuen und spannenden Einblick
in die Berliner Baugeschichte aus Sicht
der Steine. Darüber hinaus führt sie
offizielle Gäste des Regierenden Bür-
germeisters durch das Rote Rathaus.
Übrigens: Dunkelrot und knollig ist
der oberdevonische Kalkstein, da sich
in ihm Kalkknollen aus rötlichem Ton
befinden. Bettina Klotz
Kalkknollen aus rötlichem Ton
Gerda Schirrmeister begutachtete die Natursteine des Neuen Museums
Tag für
Unternehmerinnen
D
ie Investitionsbank Berlin veran-
staltet gemeinsam mit der Senats-
verwaltung für Wirtschaft, Technologie
und Frauen des Landes Berlin den 5.
Berliner Unternehmerinnentag. Die
ganztägige Informations-, Weiterbil-
dungs- und Netzwerkveranstaltung
richtet sich an Berliner Unternehme-
rinnen, Gründerinnen und gründungs-
interessierte Frauen. Unter dem Mot-
to „Erfolg hat viele Gesichter“ stehen
2010 auch die Chancen und Heraus-
forderungen für Berliner Unterneh-
merinnen mit Migrationshintergrund
im Fokus des 5. Berliner Unterneh-
merinnentages.
Die Veranstaltung findet am 19. Juni
2010 im Ludwig Erhard Haus,
Fasanenstraße 85, 10623 Berlin, zwi-
schen 9 und 18 Uhr statt. bk
Anmeldung und weitere Information:
➥
www.berliner-unternehmerinnentag.de
Fakultätstag Physik
A
m Ende eines jeden Sommerse-
mesters veranstalten die Physi-
kalischen Institute der TU Berlin ei-
nen Fakultätstag Physik. Dabei wer-
den im Rahmen einer akademischen
Feierstunde die Physikabsolventen
des zurückliegenden Jahres offiziell
verabschiedet. Außerdem stellen sich
die neu berufenen Professorinnen
und Professoren der Fakultätsöffent-
lichkeit vor. Die Veranstaltung klingt
mit einem Physikfest aus. Der nächste
Fakultätstag Physik findet am 9. Juli
2010 statt und beginnt um 16 Uhr im
Eugen Paul Wigner Gebäude, Harden-
bergstr. 36a. bk
Ihre Verbindung zur TU Berlin
TU-Alumni-Portal
t
a
a
l
Neues erfahren, Freunde treffen,
Netzwerke aufbauen
www.alumni.tu-berlin.de
E
s gibt wohl kaum eine Sportart,
in der man so viele passende Ver-
gleiche zum Berufsleben ziehen kann
wie beim Segeln: „Das Steuer über-
nehmen“, „In ruhigem Fahrwasser se-
geln“, „Im selben Boot sitzen“. Fred
Kapella, der sein Studium der Be-
triebswirtschaftslehre 1980 an der TU
Berlin abschloss, ist ein leidenschaftli-
cher Segler, und er ist Geschäftsfüh-
rer der Kapella Baustoffe GmbH. Oft
schon hat ihm sein Hobby interessante
Perspektiven auf sein berufliches Agie-
ren eröffnet. Im Segelboot sitzen sie zu
dritt, mit von der Partie ist unter ande-
rem seine Tochter.
„Wir segeln seit 2005 gemeinsam,
nachdem ich eine 20-jährige Segelpau-
se hinter mir hatte“, erzählt Fred Ka-
pella. Segeln heißt für ihn jedoch nicht
einfach nur, im Boot über den See zu
fahren, sondern sich im Wettkampf mit
anderen zu messen. Im Jahr 2009 be-
legte sein Team in seiner Bootsklasse,
dem sogenannten H-Boot, Platz 7 auf
der deutschen Rangliste. „Das klingt
nach viel Training und viel gemeinsa-
mer Vorbereitung“,
sagt Kapella, „aber
dazu haben wir gar
keine Zeit. Wir tref-
fen uns immer nur
zu den Regatten.
Erfolgreich sind wir,
weil wir Spaß ha-
ben, miteinander
harmonieren und
die Aufgaben an
Bord gut verteilen.
Eben ein perfektes
Teamplay.“ Genau-
so wie in der Firma,
die er gemeinsam
mit seiner Schwes-
ter Anne Keding,
ebenfalls TU-Alum-
na, seit 1985 leitet.
„Ich bin in der Fir-
ma genauso wenig
Einzelkämpfer wie
auf dem Boot, man
kommt nur gemein-
sam ans Ziel. Im Boot wie im Job.“
So traf er auch mit seiner Schwester
gemeinsam eine bestimmt nicht ganz
leichte, aber dennoch für die Zukunft
des Unternehmens wichtige Entschei-
dung. Seit dem Jahr 2007 gehört Ka-
pella Baustoffe GmbH zur BAUKING-
Gruppe, einem Unternehmen im Be-
reich Baustoff- und Holzhandel und
Hagebaumärkte. Ein Grund für diese
Integration in ein großes Unternehmen
war die Erkenntnis, dass die eigenen
Kinder das Unternehmen nicht über-
nehmen werden. „Meine Schwester
und ich wollten nicht den Fehler vieler
Unternehmer machen, die sich oft zu
spät um die Nachfolge kümmern, und
daher sind wir das Thema rechtzeitig
angegangen“, sagt er. „Wir haben un-
sere Marktposition durch die Einbin-
dung in BAUKING deutlich gestärkt.“
Immerhin geht es auch um die Zukunft
von 170 Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern, die, um beim Segeln zu blei-
ben, „mit im Boot sitzen“. Weniger Ar-
beit hat Fred Kapella durch die „Über-
nahme“ nicht auf dem Tisch. Eher im
Gegenteil. Neben dem Baustoffhandel
bietet die Firma auch Baustellenlogis-
tik an und ist hier stark nachgefragt.
Zum Segeln bleibt da wenig Zeit, aber
Anfang August geht es auf zur nächs-
ten Regatta. Zur Weltmeisterschaft in
Norwegen– nach „ruhigem Fahrwas-
ser“ klingt das nicht. Bettina Klotz
„Man kommt nur gemeinsam ans Ziel“
Baustoff-Unternehmer Fred Kapella ist ein Steuermann im Team
Als Ausgleich für die anstrengenden Managementaufgaben im Unternehmen segelt Fred Kapella gern
Fred Kapella
© privat
© privat
Gerda Schirrmeister diskutiert mit Architekt Thomas Benk über die richtige Wahl der Steine
© Johannes H. Schröder
© Rainer Strum
MENSCHEN
Seite 12 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Volker Mehrmann neuer
GAMM-Präsident
/tui/ Der Sprecher des DFG-Forschungs-
zentrums MATHEON und TU-Professor
Volker Mehrmann ist auf der 81. Jahres-
tagung der Gesellschaft für Angewandte
Mathematik und Mechanik (GAMM) in
Karlsruhe zum Präsidenten der Vereini-
gung gewählt worden. Prof. Mehrmann
wird das Amt am 1. Januar 2011 für drei
Jahre antreten. Er wird dann den bisheri-
gen Präsidenten, Prof. Peter Wiggers von
der Leibniz-Universität Hannover, ablö-
sen. Die GAMM wurde 1922 von Ludwig
Prandtl und Richard von Mises gegrün-
det. Sie pflegt in besonderem Maße die
internationale Zusammenarbeit in der
Angewandten Mathematik sowie auf al-
len Teilgebieten der Mechanik und Phy-
sik, die zu den Grundlagen der Ingeni-
eurwissenschaften zählen. Die GAMM
ist eine Gesellschaft mit einer ausgepräg-
ten internationalen Orientierung. Sie hat
über 2000 Mitglieder. Volker Mehrmann
ist seit Juni 2008 Sprecher des MATHEON
und seit 2000 Professor an der TU Berlin
im Fachgebiet Numerische Mathematik.
Ziegler im „Jugend
forscht“-Beirat
/tui/ TU-Mathematiker Prof. Günter M.
Ziegler wurde zu einem von zehn Mit-
gliedern des neu geschaffenen wissen-
schaftlichen Beirats der Stiftung Jugend
forscht e. V. ernannt. Dem Gremium ge-
hören Experten aus Bildung, Forschung,
Wissenschaft, Wirtschaft und Medien an
wie zum Beispiel der SUN-Microsystems-
Gründer Andreas von Bechtolsheim, der
„Tagesthemen“-Moderator Tom Buh row
sowie der Bildungsforscher und nationale
PISA-Koordinator Prof. Dr. Manfred Pren-
zel. Der Beirat soll relevante Themen und
Trends identifizieren sowie Empfehlun-
gen zur künftigen Ausrichtung von „Ju-
gend forscht“ geben.
➥
www.jugend-forscht.de
Best Paper Award
/tui/ Burkhard Butschke, wissenschaftli-
cher Mitarbeiter im Fachgebiet Organi-
sche Chemie bei Prof. Dr. Drs. h. c. Helmut
Schwarz, wurde für seine Veröffentlichung
„Platinum(II)-mediated dehydrosulfuri-
zation and oxidative carbon-carbon cou-
pling in the gas-phase decomposition of
thioethers“ mit dem „2010 IJMS Best Stu-
dent Paper Award“ des International Jour-
nal for Mass Spectrometry ausgezeichnet.
Überreicht wurde der mit 1500 US$ do-
tierte Preis während der Jahrestagung der
„American Society For Mass Spectrometry“
in Salt Lake City (Utah) am 26. Mai 2010.
Baugeschichte
lehren in Israel
/tui/ Die Industriearchitektur in Ame-
rika zwischen 1890 und 1925 wird Ge-
genstand einer Forschungsarbeit sein,
die Prof. Dr. Miron Mislin, ehemaliger
TU-Professor der Baugeschichte, ab Juni
2010 am Deutschen Historischen Institut
(DHI/GHI) in Washington, USA, durch-
führen wird. Für diese Arbeit erhielt er
ein Forschungsstipendium der „Homer
Library“ des DHI. Ab Oktober 2010 wird
er dann für zwei Semester als Gastprofes-
sor am Shenkar College of Engineering
& Design in Tel Aviv (Ramat-Gan) Bau-
technologie und Konstruktionsgeschich-
te lehren.
Meldungen Philosophie der Baukunst
Humboldt-Stipendiat und Renaissance-Spezialist Branko Mitrovi´c forscht an der TU Berlin
Ausweis für die
Zukunftsforschung
D
aniel Barben,
langjähriger
Mitarbeiter des
Zentrums Tech-
nik und Gesell-
schaft der TU Ber-
lin (ZTG)), trat im
April 2010 die neu
eingerichtete VDI-
Professur für Zu-
kunftsforschung an der Rheinisch-
Westfälischen Technischen Hochschu-
le Aachen (RWTH) an. Die vom Verein
Deutscher Ingenieure e. V. beziehungs-
weise der VDI-Technologiezentrum
GmbH für fünf Jahre eingerichtete Pro-
fessur soll aus interdisziplinärer wis-
senschaftlicher Perspektive Fragen zu-
künftiger Entwicklungen untersuchen
und dabei die Balance finden zwischen
dem technisch Machbaren und dem so-
zial Akzeptierten und Gewünschten.
„Die Einrichtung der Professur stärkt
die akademische Zukunftsforschung
an den technischen Universitäten in
Deutschland“, so Dr. Hans-Luidger
Dienel, wissenschaftlicher Geschäfts-
führer des ZTG. „Auch im ZTG der
TU Berlin planen wir, die Zukunftsfor-
schung weiter auszubauen.“
Daniel Barben forschte von 2000 bis
2006 am Zentrum Technik und Ge-
sellschaft der TU Berlin (ZTG) zu den
Themenfeldern Biotechnologie, Nano-
technologie, Science and Democracy,
gesellschaftliche Akzeptanz von tech-
nologischer Innovation, Risiko- und
Sicherheitsanalyse sowie Nachhaltig-
keit. Vom ZTG der TU Berlin ging er
zunächst als Professor für sozialwis-
senschaftliche Technikforschung in die
USA und nun an die RWTH. Die Beru-
fung sei auch ein Ausweis für die bisher
in diesem Themenfeld geleistete Arbeit
am ZTG der TU Berlin, so Hans-Luid-
ger Dienel. tui
Expertin für
nachhaltige
Entwicklung
P
rof. Dr. Dr. Martina Schäfer vom
Zentrum Technik und Gesellschaft
(ZTG) der TU Berlin wurde von der
Brandenburger Umweltministerin Ani-
ta Tack in den Beirat für Nachhaltige
Entwicklung und Ressourcenschutz be-
rufen, in dem sie bereits in der vergan-
genen Legislaturperiode seit 2008 tätig
war. In dem Gremium sind 13 Berliner
und Brandenburgische Wissenschaftle-
rinnen und Wissenschaftler vertreten.
Es soll die Ministerin bei der Aufstel-
lung der Landesnachhaltigkeitsstra-
tegie beraten und an deren Entwurf
mitwirken. Professorin Martina Schä-
fer bearbeitet am ZTG insbesondere
die Themen „Nachhaltige Regional-
entwicklung“ und „Nachhaltiger Kon-
sum“ und setzt sich für eine umfassen-
de Stadt-Land-Partnerschaft ein. tui
➥ www.nachhaltigkeitsbeirat.
brandenburg.de
Schöpferisch und eigenwillig integ-
rierte Andrea Palladio, einer der be-
deutendsten Architekten der Hoch-
renaissance in Oberitalien, Vorbilder
aus der römischen Antike und aus
der Renaissance, wie Brunelleschi
und Bramante, in seinen besonde-
ren Baustil. Mit seinen Theorien des
Bauens wurde er zum einflussreichs-
ten Architekturtheoretiker der frü-
hen Neuzeit. Bekannte Stadtpaläste
und Landsitze, öffentliche Gebäude,
Brücken, religiöse Bauten und The-
ater, aber auch große Portale und
Grabmonumente zählen zu seinem
umfangreichen Opus.
Einer der intensivsten Kenner die-
ser schillernden Architektenpersön-
lichkeit ist Branko Mitrovi´c von der
School of Architecture des UNITEC
Institute of Technology in Auckland
(Neuseeland). Noch bis Ende Juni
2010 forscht der Architekturhistori-
ker als Humboldt-Stipendiat im Fach-
gebiet Kunstgeschichte von Prof. Dr.
Adrian von Buttlar.
In der Fachgemeinde ist Professor
Branko Mitrovi´c bekannt als einer
der innovativsten Erforscher der ita-
lienischen Architektur der Renais-
sance und von deren theoretischem,
wissenschaftlichem und philosophi-
schem Hintergrund. In seiner Arbeit
versucht er vor allem auch, die Archi-
tekturgeschichte in der Wissenschafts-
geschichte zu verorten. Neben sei-
nen umfassenden interdisziplinären
Kenntnissen der europäischen Kultur-
geschichte profitiert Branko Mitrovi´cs
Arbeit auch von seinen ausgepräg-
ten Sprachkenntnissen. So spricht der
Wissenschaftler, dessen Muttersprache
Serbokroatisch ist, fließend Englisch,
Deutsch und Italienisch, ist aber auch
im Französischen, Russischen, Latei-
nischen und Griechischen zu Hause.
Während seines Forschungsaufenthalts
in Berlin will Branko Mitrovi´c die Ent-
wicklung des Wissens um die Renais-
sance in Deutschland im 20. Jahrhun-
dert erforschen sowie die Struktur die-
ses Wissens.
Prof. Dr. Dr. Branko Mitrovi´c ist kein
Fremder in der Fakultät I Geistes-
wissenschaften der TU Berlin. Auch
2002/2003 war der Architekturhisto-
riker bereits Gast an der TU Berlin.
14 Monate lang forschte er mit einem
Humboldt-Forschungsstipendium zur
Entwurfstheorie Andrea Palladios so-
wie zum Einfluss des Aristotelismus
auf die Architekturtheorie des Quat-
tro- und Cinquecento.
Branko Mitrovi´c studierte in Belgrad
Architektur und Philosophie. In Penn-
sylvania, USA, erlangte er seinen ers-
ten Ph.D. in Architekturgeschichte
(1996), in Auckland den zweiten in
Philosophie (2007). Er lehrt und lehrte
in Rom und an der University of Notre
Dame in Indiana (USA) und ist Inha-
ber diverser Fellowships und Stipen-
dien, unter anderem von der Harvard
University oder vom Canadian Cen-
tre for Architecture, von der National
Gallery of Art in Washington und dem
Clark Institute, Williamstown, Massa-
chusetts. 2008 erhielt er außerdem
für seine bedeutsamen Arbeiten den
renommierten Humboldt-Forschungs-
preis.
Und auch die Studierenden profitie-
ren in ganz besonderer Weise vom
Aufenthalt Mitrovi´cs an der TU Ber-
lin. Im April war der Palladio-Exper-
te mit Prof. Adrian von Buttlar und
einer studentischen Gruppe in Itali-
en unterwegs, wo sie unter kundiger
Führung verschiedene Villen Palladios
besuchten. Patricia Pätzold
Wer schon einmal eine Knie-Ope-
ration hinter sich gebracht hat
oder unter einer Knieverletzung litt,
dem sind sie sicherlich schon einmal
begegnet: den Knieorthesen, orthopä-
dische Hilfsmittel, die bei der Rehabi-
litation eingesetzt werden. Es gibt auf
dem Markt eine große Vielzahl, doch
die Auswahl der richtigen ist schwie-
rig, da bislang standardisierte Bewer-
tungsmethoden für die Charakterisie-
rung besonders ihrer mechanischen
Eigenschaften fehlten. Diese Lücke
hat Dr. David Hochmann geschlos-
sen, der sich in seiner Forschungstätig-
keit als wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Fachgebiet Medizintechnik der
TU Berlin mit Knieorthesen beschäf-
tigt. Für seine Dissertation mit dem Ti-
tel „Prüf- und Bewertungsmethoden
für Knieorthesen“, die von Prof. Dr.
Marc Kraft betreut wurde, bekam er
den ersten Preis der Fachzeitschrift
Medizinisch-Orthopädische Technik
(MOT) auf dem süddeutschen Ortho-
pädenkongress in Baden-Baden. Der
mit 5000 Euro dotierte MOT-Preis
wird jährlich für eine innovative Ar-
beit auf dem Gebiet der technischen
Orthopädie vergeben.
David Hochmann entwickelte in sei-
ner mit „Auszeichnung“ abgeschlosse-
nen Dissertation völlig neue Ansätze,
um die Stützwirkung von Knieorthe-
sen in verschiedenen Ebenen, ihre Be-
triebsfestigkeit und ihre mikroklimati-
schen Eigenschaften bewerten zu kön-
nen. Dazu wurden Knieorthesen mit
Sensoren versehen, um beispielsweise
Zugkräfte in den Gurten, Druck in den
Schellen, Biegemomente in den An-
schlägen und Orthesenflexionswinkel
zu messen und auf diese Weise fehlen-
de Informationen über die Wechselwir-
kungen zwischen Mensch und Orthese
zu sammeln. Er setzte die entwickel-
te Messtechnik in umfangreichen kli-
nischen Untersuchungen sowie Pro-
bandentests ein und gewann Messda-
ten, die die Basis für die Entwicklung
und Validierung der Prüftechnik bilde-
ten. Diese bildet einerseits experimen-
tell erfasste Gegebenheiten so genau
wie möglich ab und erlaubt anderer-
seits praktikable und wiederholba-
re Messungen. Unter anderem entwi-
ckelte David Hochmann ein Beinmo-
dell als Prüfvorrichtung, welches mit
pneumatisch gefüllten Schläuchen die
Eigenschaften der Haut, des darunter
liegenden Fettgewebes und der Mus-
kulatur am Ober- und Unterschenkel
nachbildet sowie einen Vergleich der
lasttragenden Wirkung von Knieorthe-
sen ermöglicht. Muss beispielsweise
bei einem Riss eines Kreuzbandes ein
Rutschen des Knies in der seitlichen
Ebene verhindert werden, ist diese Ei-
genschaft einer Orthese, falls sie vor-
handen ist, nun anhand der Messung
von sogenannten „Kraft-Weg-Kennli-
nien“ erkennbar. Bettina Klotz
Branko Mitrovi´c ist einer der besten Kenner des italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio
Referat für Presse und Information
TUB-newsportal
ma
t
t
a
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a
t
a
l
Neues aus Forschung und Lehre
zum Lesen, Hören und Sehen
www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal
Dr. David Hochmann (l.) bei der Verleihung
des MOT-Preises. Unten die Knieorthese wäh-
rend einer Belastbarkeitsmessung
© privat (2)
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Daniel Barben
Martina Schäfer
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© privat
Hilfe für das verletzte Knie
David Hochmann entwickelte Prüfverfahren für die Eigenschaften von Orthesen
Seite 13
MENSCHEN
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
A
m 25. Juni 2010 lädt das Institut
für Chemie zu einem Gedenkkol-
loquium für Prof. Dr. Herbert Schu-
mann ein, der am 12. Januar 2010
nach kurzer schwerer Krankheit ver-
storben ist.
Von 1970 bis 2003 war Herbert Schu-
mann Professor für Anorganische Che-
mie/Metallorganische Chemie an der
Technischen Universität Berlin. Inter-
nationale Anerkennung erlangten sei-
ne bahnbrechenden Arbeiten auf dem
Gebiet der Organolanthanoid-Kom-
plexe, die zu weltweiten Kooperatio-
nen, insbesondere mit Universitäten
in den USA, in Israel, Südafrika, Chi-
na, Australien und Russland, führten.
Herbert Schumann war Verfasser von
25 Bänden des Gmelin-Handbuchs für
Anorganische und Metallorganische
Chemie über Organo-Zinn-Verbin-
dungen. Als langjähriger Direktor des
Instituts für Anorganische und Analy-
tische Chemie und des 2001 gegrün-
deten Instituts für Chemie der Techni-
schen Universität Berlin galt seine Für-
sorge stets dem einzelnen Menschen
und der Gemeinschaft. Herbert Schu-
mann war ein leidenschaftlicher For-
scher, akademischer Lehrer und Welt-
bürger. Zukünftig wird ein anspruchs-
voll ausgestatteter Praktikumssaal den
Namen „Herbert-Schumann-Saal“
tragen. Die Enthüllung einer Gedenk-
tafel und des bronzenen Schriftzuges
wird den Abschluss des Kolloquiums
bilden.
Dr. Feodor Oestreicher,
Institut für Chemie
Elektronik für die Produkte von morgen
Fraunhofer-IZM-Direktor und TU-Professor Herbert Reichl geht in den Ruhestand
Seit April 2010 sind für das Fraunho-
fer-Institut für Zuverlässigkeit und
Mikrointegration (IZM) neue Zeiten
angebrochen. Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c.
Herbert Reichl, einer der Gründer-
väter des Instituts, ist in den Ruhe-
stand getreten. Am 6. 7. 2010 wird
er sich offiziell verabschieden; nicht
nur mit einem Festakt, sondern mit
einer wissenschaftlich-technischen
Tagung im ehemaligen Staatsrats-
gebäude in Berlin-Mitte. Dass diese
Veranstaltung dann noch mit einem
geselligen Beisammensein enden
soll, kennzeichnet auch das Wirken
Herbert Reichls.
Die Vermittlung von Wissen war ei-
ner der wesentlichen Gründe, warum
er 1987 dem Ruf an die TU Berlin ge-
folgt ist. Er vertrat das TU-Fachgebiet
Mikroelektronik, Aufbau- und Verbin-
dungstechniken im Institut für Hoch-
frequenz- & Halbleiter-Systemtechno-
logien der Fakultät IV Elektrotechnik
und Informatik. Als überzeugter Leh-
rer stellte er seine Vorlesungen und
Skripte im Wesentlichen immer selbst
zusammen. Bis 2003 war er zudem
Mitglied in der Ausbildungskommissi-
on, später dann Mitglied in der Kom-
mission zur Vorbereitung des Bache-
lorstudiengangs.
Wissenschaftlich-technischer Tief-
gang und neue Ideen hatten bei ihm
stets Vorrang. Mit seinen Ideen hat er
sein Fachgebiet zunächst allein, später
dann in Kooperation mit dem Fraun-
hofer IZM international zu einer der
ersten Adressen im Bereich des „Elec-
tronic Packaging“ gemacht. Sein Fach-
gebiet gehörte zu den drittmittel-
stärksten der TU Berlin.
Eines seiner vielen besonderen Ver-
dienste ist die Tatsache, dass er die
Wiedervereinigung Deutschlands und
die damit einhergehende Umstruktu-
rierung der Wissenschaftslandschaft
der DDR als Chance begriff und 1993
das erste gesamtdeutsche Fraunhofer-
Institut in Berlin gründete. Die Ar-
beitsgruppen speisten sich aus der TU
Berlin, der Humboldt-Universität und
der Akademie der Wissenschaften in
Chemnitz. Durch seinen Fokus auf
wissenschaftliche Inhalte erübrigten
sich Fragen nach Ost oder West. Zu-
sammen mit seinen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern am IZM und seinem
Fachgebiet an der TU Berlin hat Her-
bert Reichl in den vergangenen 16
Jahren Berlin zu einem der weltweit
führenden Standorte bei der Integra-
tion von Elektronik in Produkte von
morgen gemacht. Ob Abstandradar, Si-
cherheitsdokument oder Herzschritt-
macher, Technologien aus der Ideen-
schmiede Reichls beflügeln eine Viel-
zahl innovativer Produkte. So reichte
sein Wirkungskreis weit über Deutsch-
land und Europa hinaus. Weltweite Eh-
rungen, so etwa die höchste Auszeich-
nung des Institute of Electrical and
Electronics Engineers (IEEE) aus den
USA, zeugen von dem Respekt, den er
sich mit seinem Team aufgrund seines
nahezu unerschöpflichen Forschergeis-
tes in den vergangenen Jahren erarbei-
tet hat (s. Eintern 5/10).
In seiner Nachfolge tritt eine „Dop-
pelspitze“ an. Zunächst noch kommis-
sarisch werden Dr.-Ing. Dr. sc. techn.
Klaus-Dieter Lang und der TU-Profes-
sor Dr.-Ing. Karlheinz Bock, Fachge-
biet Polytronische Mikrosysteme, die
Leitung des Fraunhofer IZM überneh-
men. Georg Weigelt, Fraunhofer IZM
Sicheres Radnetz für die Hauptstadt
TU-Wissenschaftler Arvid Krenz ist Berlins Fahrradbeauftragter
Gedenkkolloquium für Herbert Schumann
TU-Praktikumssaal wird nach dem anerkannten Chemiker benannt
Erfolgreiche
Maßnahmen im
Gesundheitswesen
Innovationskraft sei entscheidend für
eine nachhaltige Entwicklung mo-
derner Volkswirtschaften, so Junior-
professor Dr. Carsten Schultz von der
TU Berlin. Er gewann den 1. Preis des
5.wissenschaftlichen Nachwuchswett-
bewerbs des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF). Die-
ser Wettbewerb wurde aus der Tau-
fe gehoben, um junge Wissenschaftler
anzuregen, innovative und zukunftsfä-
hige Wirtschaftsformen zu entwickeln,
die das dauerhafte Funktionieren der
sozialen Sicherheitssysteme oder poli-
tischer Prozesse sicherstellen.
Carsten Schultz’ Arbeit greift die Re-
levanz von Innovationen und die Pro-
blematik, diese umzusetzen, am Bei-
spiel des Gesundheitswesens auf. An-
hand einer Prozesskette, an deren
Ende die Einführung von Innovatio-
nen im Gesundheitsmarkt steht, stellt
sich der Wissenschaftler folgenden Fra-
gen: Welche Koordinationsprobleme
treten in Gesundheitsnetzwerken auf
und wie können diese durch innovati-
ve Versorgungskonzepte überwunden
werden? Was determiniert die Inno-
vationsfähigkeit der an der medizini-
schen Versorgung beteiligten Akteure
und wie kann die Innovationsleistung
gesteigert werden? Welche Maßnah-
men wirken erfolgsfördernd? Carsten
Schultz entwickelte in seiner Habilita-
tionsschrift Methoden und Antworten
für das Management von Dienstleis-
tungsinnovationen im Gesundheits-
wesen.
Der Preis wurde während der 8.
Dienstleistungstagung am 22. April
2010 im Berliner Congress Center ver-
liehen. pp
✉
➥ www.dienstleistungstagung.de
Herbert Schumann
Herbert Reichl war 23 Jahre lang TU-Professor und leitete das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration
D
ass Fahrradfahren ein be-
sonderes Anliegen von
Arvid Krenz ist, merkt man
schnell. Doch der 33-jährige
TU-Wissenschaftler mit dem
Forschungsschwerpunkt Rad-
sicherheit ist kein verbissener
Radler, der gegen jeden Auto-
fahrer wettert: „Für mich ist das
Fahrrad ein Gebrauchsgegen-
stand, um schnell von A nach B
zu kommen. Das ist in Berlin oft
die schnellste Variante.“ Dieses
Expertentum wurde auch „hö-
heren Orts“ schnell erkannt.
Seit 2009 ist Arvid Krenz der
ehrenamtliche Fahrradbeauf-
tragte Berlins, den die Haupt-
stadt unbedingt benötigt. Denn
Radler sind zwar nur zu fünf
Prozent an den Verkehrsunfäl-
len beteiligt. Doch wenn sie in-
volviert sind, sind die Folgen
meist schwer.
„Fahrradbeauftragter bin ich
aus purem Eigennutz“, sagt
Arvid Krenz augenzwinkernd.
„Ich will schließlich auch mei-
nen eigenen zehn Kilome-
ter langen Arbeitsweg zur TU
Berlin verbessern.“ Schlechte
Wege, schlecht geschaltete Am-
peln oder eine verbesserungs-
würdige Radwegführung fallen
dem Verkehrsplaner natürlich
auf– und er kennt die Lösungs-
möglichkeiten.
Dem Wissenschaftler, der im Institut
für Land- und Seeverkehr der Fakul-
tät V Verkehrs- und Maschinensysteme
lehrt und forscht, liegt die Verbesse-
rung des gesamten Berliner Radnetzes
mit seinen vielen kleinen Schwachstel-
len am Herzen. „Ich will das Radnetz
sicherer und attraktiver machen und
damit mehr Berlinerinnen und Ber-
liner aufs Fahrrad bekommen. Denn
das wäre ein Gewinn für die gesam-
te Stadt.“ Mit Bachelorstudierenden
untersucht er in der Projekt-Lehrver-
anstaltung „Projekt im Verkehrswesen
B“ reale Verkehrsführungssituationen,
wie zum Beispiel die am Alexander-
platz. Dabei lernen die zukünftigen
Verkehrsplanerinnen und-planer, dass
auf die unterschiedlichen Befindlich-
keiten und Bedürfnisse der Verkehrs-
teilnehmer– jung und alt, motorisiert,
per Rad oder zu Fuß– geachtet wer-
den muss. Nach der Bestandsaufnah-
me und Auswertung werden schließ-
lich Empfehlungen ausge-
sprochen. Auch in diesem
Projekt arbeitet Krenz
mit der Unfallkommission
Berlin zusammen.
Als Fahrradbeauftragter
berät Arvid Krenz aber
vor allem die Verantwortli-
chen der Stadt in allen Fra-
gen rund um das Fahrrad.
In der Unfallkommission
(Polizei, Bezirksvertreter
und Verkehrslenkung Ber-
lin) untersucht er auffälli-
ge Streckenabschnitte und
Kreuzungen und schlägt
Maßnahmen zur Entschär-
fung der Unfallgefahr vor.
Aber nicht nur der Senat
wird durch Arvid Krenz
beraten, auch für die Ver-
kehrsteilnehmer ist er di-
rekter Ansprechpartner
und geht auf Anregungen
und Fragen ein. Der Allge-
meine Deutsche Fahrrad-
club (ADFC) hat Anfang
Mai den ADFC-Frühlings-
Check initiiert. Dabei
wurden an unterschiedli-
chen Standorten kosten-
lose Reparaturen und Er-
satzteile angeboten, um
die Radgemeinschaft fit
für den Verkehr zu ma-
chen. In den Beratungs-
gesprächen wurde betont,
dass Rücksichtnahme im Straßen-
verkehr auch für Fahrradfahrer das
wichtigste Gebot ist. Augenkontakt
suchen, den eigenen geplanten Weg
kommunizieren und nicht immer auf
der Vorfahrt beharren, empfiehlt er.
„Ich habe das selbst erst lernen müs-
sen, früher hab ich im Straßenver-
kehr auch viel geschimpft.“ Daher
die Idee des Fahrrad-Checks mit Be-
ratung, der im Herbst wiederholt wird.
Nadja Zivkovic´
© Fraunhofer IZM
Der Festakt zu Ehren Herbert Reichls
im ehemaligen Staatsratsgebäude,
der heutigen European School of Ma-
nagement and Technology, findet am
6.7.2010 ab 10 Uhr statt.
Das Gedenkkolloquium findet am 25.
Juni 2010 um 14 Uhr im Hörsaal C 130
im Altbau Chemie statt. In vier Festvor-
trägen werden Leben und Werk von
Professor Herbert Schumann aus ver-
schiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Gäste sind herzlich willkommen.
Arvid Krenz
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© privat
TIPPS & TERMINE
Seite 14 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Begehen und Umgehen. Vom 18. Mai bis zum 27. Juli 2010 zeigt die Galerie in der Mathema-
tischen Fachbibliothek der TU Berlin den international renommierten Bildhauer und Maler Volker
Bartsch. Ausgestellt werden Skulpturen, Malerei und Grafiken. Volker Bartsch, in Goslar geboren,
stellt seit 1977 im In- und Ausland aus. Er ist einer der prominenten und viel beschäftigten Bild-
hauer seiner Generation. Davon zeugen unter anderem seine großen plastischen Werke im öf-
fentlichen Raum. In Berlin gehören dazu zum Beispiel der „Ammonitenbrunnen“ am Elefantentor,
Olav-Palme-Platz, das „Tor am Karlsbad“ oder „Aufbruch“ am Lützowplatz. Volker Bartsch ist es
wichtig, dass seine Skulpturen tatsächlich benutzt werden. Die Plastik als begehbares Gebilde ist
eindrucksvoll erfahrbar in dem Werk „Option“, einer Bronze für das Ludwig-Ehrhard-Haus in der
Fasanenstraße, oder der Großplastik „Perspektiven“ vor dem Henry Ford Bau der FU Berlin. Das
Begehen und Umgehen garantiert einen immer anderen und neuen Eindruck. Die Gemälde von
Volker Bartsch entstehen häufig parallel zur skulpturalen Arbeit und stehen somit immer in ei-
nem Bezug zu seinem plastischen Werk. Die Ausstellung in der Bibliothek im Mathematikgebäu-
de, Straße des 17. Juni 136, ist geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
tui
Studienabschlussförderung
für ausländische Studierende
Der Deutsche Akademische Austausch-
dienst (DAAD) stellt für ausländische Stu-
dierende der TU Berlin, die sich in der Di-
plomhauptprüfung oder in der Endpha-
se ihres Bachelor- oder Masterstudiums
befinden und deren Studienabschluss bis
spätestens Ende 2010 erfolgen kann, in
geringem Umfang Studienabschlussbei-
hilfen zur Verfügung. Die Stipendien wer-
den unter Berücksichtigung der Bedürftig-
keit und der bisherigen Studienleistungen
für die Dauer von maximal sechs Monaten
vergeben (Förderungsbeginn frühestens ab
Juli 2010). Bewerbungen von Studieren-
den in weiterbildenden Masterstudiengän-
gen sind nicht möglich. Ausführliche Bera-
tung und Antragstellung noch bis 17. Juni
2010 (=letzter Abgabetermin) beim Team
Betreuung für internationale Studierende,
Raum H 51/53, Di/Do 9.00–13.00 Uhr
➥ www.tu-berlin.de/?id=83497
Deutsch-japanisches Elite-
Austauschprogramm
Die Studienstiftung des deutschen Volkes
und die Robert Bosch Stiftung ermögli-
chen ab September 2010 fünf deutschen
und fünf japanischen Studierenden ein
zweijähriges Master-Stipendium. Das Aus-
tauschprogramm richtet sich an Studie-
rende aller Fachrichtungen mit sehr guten
Studienleistungen und möglichst ersten
Kenntnissen der jeweiligen Fremdsprache.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer er-
langen nach absolviertem Programm einen
Doppel-Master-Abschluss der Keio-Uni-
versität Tokio und der Martin-Luther-Uni-
versität Halle-Wittenberg. Das Stipendium
deckt die Kosten für Reise und Studienge-
bühren sowie Sprachkurse und beinhaltet
Zuschüsse für den Lebensunterhalt. Inte-
ressierte Absolventinnen und Absolventen
(mindestens Bachelor) können sich bis zum
1. Juli 2010 bewerben.
➥ www.studienstiftung.de/japan.html
Innovationspreis
Berlin-Brandenburg 2010
Der Innovationspreis Berlin-Brandenburg
wird seit 1984 jährlich vergeben und von
den Berliner und Brandenburger Wirt-
schaftsministerien unterstützt. Er wird für
Produkt-, Verfahrens- und Dienstleistungs-
innovationen verliehen, die einem hohen
technischen Anspruch genügen und gute bis
sehr gute Aussichten auf Markterfolg ha-
ben. Der Preis wird an maximal fünf Preis-
träger vergeben und ist mit jeweils 10 000
Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 9.
Juli 2010.
➥ www.innovationspreis.de
DUH-Umwelt-Medienpreis
Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) ver-
gibt 2010 zum 15. Mal den DUH-Umwelt-
Medienpreis für herausragende journalisti-
sche und schriftstellerische Leistungen im
Themenfeld „Erhaltung der natürlichen Le-
bensgrundlagen“. Der undotierte Preis soll
Ansporn und Förderung sein, sich mit der
Zukunft der Erde auseinanderzusetzen und
andere Menschen für die Bewahrung der
Natur zu begeistern. Nominierungen kön-
nen bis zum 31. Juli 2010 eingereicht wer-
den.
➥ www.duh.de/526.html
Begabtenförderung für
Lehramtsstudierende
Studierende mit dem festen Berufsziel
„Lehrer“ können sich für ein Stipendi-
um im „Studienkolleg – Begabtenförde-
rung für Lehramtsstudierende“ bewer-
ben, das die Stiftung der Deutschen Wirt-
schaft (sdw) in Kooperation mit der Robert
Bosch Stiftung durchführt. Jährlich vergibt
das Studienkolleg bis zu 100 Stipendien in
Höhe von maximal 585 Euro pro Monat.
Kern des Förderprogramms sind Semina-
re zu Schulthemen und Trainings zur Per-
sönlichkeitsentwicklung. Die Bewerbungs-
frist für die Aufnahme zum Wintersemes-
ter 2010/2011 läuft bis Ende August 2010.
➥ www.sdw.org/studienkolleg
–––––– Preise und Stipendien ––––––
Setz dich ein!
Mit dem Ideenwettbewerb
GENERATION-D
sollen bundesweit Studierende und Pro-
movierende aller Fachrichtungen dazu
motiviert werden, sich mit den aktuel-
len Herausforderungen Deutschlands
zu beschäftigen und kreative Ideen für
nachhaltige und realisierbare Projekte
und Initiativen zu entwickeln.
Mitmachen können Teams, die ein Kon-
zept einreichen zu einer der drei Ka-
tegorien
„Arbeit, Wirtschaft & Umwelt“
„Bildung & Kultur“
„Soziale Gesellschaft“.
Einsendeschluss: 31. Juli 2010
➥ www.setz-dich-ein.de/
Ideenwettbewerb
Ruferteilung
Professorin Dr. Ulrike Vedder-Porath, Pro-
fessorin an der Humboldt-Universität zu
Berlin, für das Fachgebiet Literaturwissen-
schaft mit dem Schwerpunkt Literatur und
Wissenschaft in der Fakultät I Geisteswis-
senschaften der TU Berlin.
Rufannahme
Professorin Dr. Monika Schwarz-Friesel,
Ruferteilung vom 18. Februar 2010, Pro-
fessorin an der Friedrich-Schiller-Universi-
tät Jena, für das Fachgebiet Allgemeine Lin-
guistik in der Fakultät I Geisteswissenschaf-
ten der TU Berlin.
Außerplanmäßige
Professur – verliehen
Professorin Dr. Kerstin Wittmann-Englert,
tätig als Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit
Daueraufgaben an der TU Berlin, für das
Fachgebiet Kunstgeschichte in der Fakultät
I Geisteswissenschaften der TU Berlin, zum
7.Mai 2010.
Ergebnis von
Bleibeverhandlungen
Professorin Dr. Petra Wittbold, Fachgebiet
Mathematik-Differentialgleichungen in der
Fakultät II Mathematik und Naturwissen-
schaften der TU Berlin, hat einen Ruf an die
Universität Duisburg-Essen angenommen.
Gast-/Vertretungs-
professur – verliehen
Professor Mike Scherfner, Fachgebiet Ma-
thematik-Differentialgeometrie, in der Fa-
kultät II Mathematik und Naturwissen-
schaften der TU Berlin, zum 11. Mai 2010.
Lehrbefugnisse – verliehen
Dr. Günther Oestmann, für das Fachge-
biet Geschichte der Naturwissenschaften
in der Fakultät I Geisteswissenschaften der
TU Berlin, zum 7. Mai 2010.
Dr. Christiane Schlote, für das Fachgebiet
Neuere Englische und Amerikanische Li-
teraturwissenschaft in der Fakultät I Geis-
teswissenschaften der TU Berlin, zum 21.
Mai 2010.
Dr. Birgit R. Erdle Wildmann, Gastprofesso-
rin an der Universität Wien, für das Fachge-
biet Neuere Deutsche Philologie, Allgemei-
ne und Vergleichende Literaturwissenschaft
in der Fakultät I Geisteswissenschaften der
TU Berlin, zum 19. März 2010.
Dr. Friederike Wissmann, für das Fachge-
biet Musikwissenschaft in der Fakultät I
Geisteswissenschaften der TU Berlin, zum
18. Mai 2010.
Berufungen in Ausschüsse,
Beiräte, Gremien
Professor Dr. Matthias Finkbeiner, Fach-
gebiet Systemumwelttechnik, wurde
vom Bundesminister für Umwelt, Natur-
schutz und Reaktorsicherheit Dr. Norbert
Röttgen in die Jury Umweltzeichen beru-
fen.
Professor Dr. Dodo zu Knyphausen-Auf-
seß, Fachgebiet Strategische Führung und
Globales Management, wurde auf der
Hauptversammlung des Verbandes der
Hochschullehrer für Betriebswirtschaft
(VHB) e. V. in den Vorstand und zu dessen
stellvertretendem Vorsitzenden ab dem 1.
Januar 2011 gewählt.
Professor Günter M. Ziegler, Fachgebiet
Diskrete Mathematik, wurde in den neu
geschaffenen wissenschaftlichen Beirat der
Stiftung Jugend forscht e. V. berufen. Auf-
gabe des wissenschaftlichen Beirats ist es,
relevante Themen und Trends zu identifi-
zieren sowie konkrete Empfehlungen zur
künftigen Ausrichtung von Jugend forscht
im Rahmen der Nachwuchsforschung in
Deutschland auszusprechen.
Wechsel
Professor Dr. Christian Wey, Fachgebiet
Volkswirtschaftslehre, insbesondere Netz-
werk- und IuK-Ökonomie, in der Fakul-
tät VII Wirtschaft und Management der TU
Berlin, wechselte zum 6. Mai 2010 an die
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
– Ausstellungen –
Le monde en miniature
Streiflichter interkultureller Kommunikation
in der Neuen Romania
Noch bis Mitte August zeigt die Universi-
tätsbibliothek die Ausstellung „Begegnun-
gen, Studien und Forschungsprojekte des
Fachgebietes Romanistische Linguistik der
TU Berlin von Nord- und Südamerika über
Afrika bis zum Indischen Ozean“ im Fo-
yer, Fasanenstr. 88 (im VOLKSWAGEN-
HAUS), 10623 Berlin, Öffnungszeiten: Mo–
Fr 09.00–22.00 Uhr, Sa 10.00–18.00 Uhr
HOME RUN
Bildarchitektur und Architektur im Bild
Gemeinsam mit dem Fachgebiet Bildende
Kunst präsentiert das Architekturmuseum
der TU Berlin in der Universitätsbibliothek
einen ungewohnten Blick auf Architektur
und den bildnerischen Umgang mit archi-
tektonischen Strukturen. Die Werke etab-
lierter Künstler wie auch junger Talente zei-
gen Grenzgänge zwischen Architektur und
bildender Kunst. Oben: Manfred Peckl:
39°Celsius, Papier und UV-Lack auf Holz.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. pp
5. 6. bis 9. 7. 2010, Mo bis Do 12 bis 16 Uhr
und nach Vereinbarung in der Galerie des
Architekturmuseums, Straße des 17. Juni
150, 10623 Berlin
➥
http://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de
–––––––– Personalia ––––––––
ILA (Berlin) Internationale Luft- und Raum-
fahrtausstellung und -konferenzen Berlin-
Brandenburg.
Die Technische Universität Berlin beteiligt
sich mit sieben Exponaten am Gemein-
schaftsstand Berlin-Brandenburg in Halle
8a, Stand 204.
Projekt: TUBROB– Micro-Rover für plane-
tare Exploration
Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Klaus Brieß, Dipl.-
Ing. Walter Frese, Institut für Luft- und
Raumfahrt, Fachgebiet Raumfahrttech-
nik, ☎ 314-2 13 39
✉ klaus.briess@ilr.tu-berlin.de
Projekt: Flexible Separationssysteme für
Pico- und Nano-Satelliten
Kontakt: Dr. Harry Adirim, Dipl.-Ing. Nor-
bert Pilz, Institut für Luft- und Raumfahrt,
Fachgebiet Raumfahrttechnik, Projekt
Raumfahrtsysteme,
☎ 314-2 10 81
✉ harry.adirim@ilr.tu-berlin.de
✉ norbert.pilz@ilr.tu-berlin.de
Projekt: Studierendenprojekt IFSys
Kontakt: Alexander Hamann, Institut für
Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet Flugme-
chanik, Flugregelung und Aeroelastizität,
☎ 314-2 13 30, ✉ F5@ilr.tu-berlin.de
Projekt: PW-IsoLuftschiff der Technischen
Universität Berlin
Kontakt: Carsten Seltz, Institut für Luft-
und Raumfahrt, Projektwerkstatt IsoLuft-
schiff, ☎ 314 2 28 92
➥ www.isoluftschiff.de
Projekt: FIPAC– Future Integrated Passen-
ger Aircraft Cockpit (The Windowless Air-
craft Cockpit)
Kontakt: Dipl.-Ing. Christian Berth, Ins-
titut für Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet
Flugführung und Luftverkehr,
☎ 314-2 27 04
✉ [email protected]lin.de
Projekt: Planetenforschung an der TU Berlin:
Die Lunar Reconnaissance Orbiter Mission
Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Oberst, Institut
für Geodäsie und Geoinformationstech-
nik, Fachgebiet Planetengeodäsie,
☎ 314-2 63 98/2 32 05,
✉ juergen.ober[email protected]
Projekt: CoRoT– die Jagd nach Planeten
um andere Sterne
Kontakt: Ruth Titz-Wieder, ZAA (Zent-
rum für Astronomie und Astropysik) an
der TU Berlin in Zusammenarbeit mit
dem Institut für Planetenforschung, DLR,
☎ 67 05 51 85, ✉ ruth.titz@dlr.de
Die TU Berlin auf der ILA
23. Juni 2010, 18.00 Uhr
Ein Schwede
Der Architekt und Designer Alfred
Grenander und die Berliner Architektur
(1890–1914) in Berlin
Aus dem Kolloquium, das das Fachge-
biet Kunstgeschichte der TU Berlin in
Kooperation mit dem Schinkelzent-
rum und der Schwedischen Botschaft
im Jahr 2007 über den Berliner Archi-
tekten und Designer Alfred Grenander
veranstalteten, ist ein Buch entstanden:
Adrian von Buttlar, Institut für Kunst-
wissenschaft und Historische Urbanis-
tik, sowie Christoph Brachmann und
Thomas Steigenberger (Herausgeber)
stellen das Buch vor.
Ort: TU Berlin, Architekturgebäude,
Vorlesungssaal A 053, Straße des 17.
Juni 152, U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz
Der schwedische Architekt Alfred Gre-
nander (1863–1931) – in Berlin kommt
fast jeder mit seinem Werk in Berüh-
rung. Mit zu Beginn des 20. Jahrhun-
derts völlig neuartigen U-Bahn-Bauten
prägte er das Bild der Metropole bis
heute. Grenanders Bedeutung als Ar-
chitekturlehrer und Entwerfer zahlrei-
cher Landhäuser, Industriegebäude und
Raumausstattungen ist hingegen weit
weniger bekannt. Neben Peter Behrens,
Alfred Messel, Hermann Muthesius und
Bruno Paul zählt er zu den Hauptver-
tretern der Architekturreform vor dem
Ersten Weltkrieg. Reich illustriert und
mit einem Werkverzeichnis versehen,
präsentiert das Buch erstmals Grenan-
ders gesamtes Œuvre.
Buchpräsentation
Seite 15
TIPPS & TERMINE
TU intern Nr. 6 · Juni 2010
„Preis für das beste deutsche Hoch-
schulmagazin“, verliehen von „Die
Zeit“ und der Hochschulrektoren-
konferenz (HRK), November 2005,
für das Publikationskonzept der TU-
Presse stelle
Herausgeber: Presse- und Informa tions-
referat der Technischen Universität Ber-
lin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
☎ (030) 314-2 29 19/-2 39 22
Fax: (030) 314-2 39 09
✉ pressestelle@tu-berlin.de
➥ www.pressestelle.tu-berlin.de
Chefredaktion:
Stefanie Terp (stt)
Chef vom Dienst:
Patricia Pätzold-Algner
(pp, KoKo)
Redaktion:
Ramona Ehret
(ehr) (Tipps & Termine), Bettina Klotz
(bk) (Alumni), Sybille Nitsche (sn)
Layout:
Patricia Pätzold-Algner
Fotos:
Ulrich Dahl
WWW-Präsentation:
Ulrike Friedrich,
Özlem Beyta¸s
Gesamtherstellung:
omnisatz GmbH,
Blücherstraße 22, 10961 Berlin
☎ (030) 2 84 72 41 10
Fax: (030) 2 84 72 41 20
✉ produktion@omnisatz.de
Anzeigenverwaltung:
unicom Werbe-
agentur GmbH, Hentigstraße 14a,
10318 Berlin, ☎ (030) 5 09 69 89-0,
Fax: (030) 5 09 69 89-20
➥ www.unicommunication.de
✉ hello@unicommunication.de
Vertrieb:
Ramona Ehret, ☎ 314-2 29 19
Auflage: 16 000
Erscheinungsweise:
monatlich, neunmal
im Jahr/25. Jahrgang
Redaktionsschluss:
siehe letzte Seite.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge
müssen nicht unbedingt mit der Mei-
nung der Redaktion übereinstimmen.
Unverlangt eingesandte Manuskripte
und Leserbriefe können nicht zurück-
geschickt werden. Die Redaktion behält
sich vor, diese zu veröffentlichen und
zu kürzen. Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck, auch auszugsweise, sowie
Vervielfältigung u. Ä. nur mit ausdrück-
licher Genehmigung des Herausgebers.
E intern wird auf überwiegend aus Alt-
papier bestehendem und 100 % chlor-
frei gebleichtem Papier gedruckt.
Impressum
Akademischer Senat
jeweils um 13.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Hauptgebäude, Str. des
17 Juni 135, Raum H1035
16. Juni 2010
7. Juli 2010
8. September 2010
27. Oktober 2010
17. November 2010
8. Dezember 2010
➥ www.tu-berlin.de/asv/menue/
gremien/akademischer_senat/
Kuratorium
jeweils um 9.30 Uhr
Ort: TU Berlin, Hauptgebäude, Str. des
17 Juni 135, Raum H 1035
17. Juni 2010
24. September 2010
26. Oktober 2010
14. Dezember 2010
➥ www.tu-berlin.de/asv/menue/
gremien/kuratorium/
Sprechstunden des
TU-Präsidenten
TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Stein-
bach bietet allen TU-Angehörigen an,
sich mit ihren Anliegen und Vor schlägen
direkt an den Präsidenten zu wenden.
Termine:
30. Juni 2010, 11.00–12.00 Uhr
25. August 2010
29. September 2010
24. November 2010
26. Januar 2010
23. Februar 2010
jeweils von 11.00–12.30 Uhr
Aus organisatorischen Gründen bit-
ten wir um Voranmeldung bei der Per-
sönlichen Referentin, Gabriele Müller:
p1@tu-berlin.de
Gremien
Wei te re In for ma tio nen zu Ver an stal tun gen und
Terminen der TU Berlin:
➥ http://archiv.pressestelle.tu-berlin.de
➥ www.ca reer.tu-ber lin.de/ver an stal tun gen
➥ www.gruendung.tu-berlin.de/286.html
➥
www.studienberatung.tu-berlin.de/
?id=7007
––– Diverses –––
Alexander von Humboldt-
Vorlesung
Am 18. Juni 2010 hält Prof. Dr. Dr. h. c.
Yitzhak Apeloig, Israel Institute of Techno-
logy (Technion), Haifa/Israel, Preisträger
der Alexander von Humboldt-Stiftung und
Ehrendoktor der TU Berlin, die Alexander
von Humboldt-Vorlesung auf Einladung
des Präsidenten der Alexander von Hum-
boldt-Stiftung und TU-Professors Dr. Drs.
h. c. Helmut Schwarz.
Low-Coordination Silicon Compounds. Mul-
tiple Bonds, Silylenes, Silyl Radicals and
Metallosilanes (Silyl Anions)
Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 115,
10623 Berlin, altes Chemiegebäude, Hör-
saal C 243, Zeit: 16.00 Uhr c. t.
Kontakt: 314-2 34 83
✉
Helmut.Schw[email protected]lin.de
Um Anmeldung wird gebeten unter:
✉ ilse.kurenbach@avh.de
MATHEathlon startet
in zweite Saison
Schon im vergangenen Jahr rannten und
rechneten etwa 600 Schülerinnen und
Schüler beim MATHEathlon des DFG-For-
schungszentrums MATHEON um die Wet-
te. Beim „MATHEathlon“ laufen die Schü-
lerinnen und Schüler 400 (1.–6. Klasse)
beziehungsweise 800 Meter (7.–13. Klas-
se) und müssen unterwegs drei kleine Ma-
theaufgaben lösen. Für jede gelöste Auf-
gabe gibt es eine Zeitgutschrift. Ab sofort
können sich Schulen im Netz für den MA-
THEathlon 2010 registrieren lassen. Der
Endlauf wird am 18. September stattfinden.
Bildungssenator E. Jürgen Zöllner wird den
Startschuss geben.
➥ www.matheon.de/matheathlon/
register.asp
Berlin und die TU Berlin feiern Konrad Zuses 100. Geburtstag:
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eröffnet am 22. Juni im
Deutschen Technikmuseum die Veranstaltung zum 100. Geburtstag von
Konrad Zuse. In Berlin baute Zuse, der an der TH Charlottenburg, der
Vorgängereinrichtung der TU Berlin, studierte, in den Jahren 1931 bis
1945 die ersten Computer der Welt. Seine Werkstatt befand sich im el-
terlichen Haus an der Methfesselstraße 10, das im Krieg zerstört wur-
de. Heute wächst auf dem Grundstück der Kreuzberger Wein. Zu Ehren
Konrad Zuses und seiner Erfindung laden das Bezirksamt Friedrichshain-
Kreuzberg von Berlin, die Technische Universität Berlin und das Deutsche
Technikmuseum Berlin am 22. Juni 2010 ab 16.00 Uhr in das Museum
ein. Nach einer Würdigung des Computerpioniers unter anderem durch
den Regierenden Bürgermeister von Berlin finden Führungen durch die
Zuse-Ausstellung im Museum statt. Anschließend lädt die Gesellschaft
von Freunden der TU Berlin zur ihrer Höllerer-Vorlesung 2010. Nach der
Begrüßung durch den Präsidenten der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Jörg Stein-
bach, und dem Vortrag „Konrad Zuse – Gedanken zum Rechnen“ von
TU-Prof. Dr. Bernd Mahr wird der Schriftsteller F. C. Delius aus seinem Zu-
se-Roman „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ lesen. Im Roman
erklärt das frühe Computergenie Konrad Zuse der Tochter Lord Byrons,
Ada Lovelace, seine große Liebe. Ohne Ada Lovelace, so suggeriert die
unterhaltsame Geschichte, wäre der erste Rechner der Welt von Zuse
vielleicht nie erfunden worden.
Während der Veranstaltung wird ein Umschlag mit Prägung, Sonder-
briefmarke und Sonderstempel zu Konrad Zuse angeboten. Sie findet im
Rahmen des Zuse-Jahres 2010 statt, das unter der Schirmherrschaft von
Bundesbildungsministerin Annette Schavan steht.
Deutsches Technikmuseum Berlin, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin
➥ www.freunde.tu-berlin.de
Anmeldung: sekretariat@freunde.tu-berlin.de
–––––––– Veranstaltungen ––––––––
9. bis 16. Juli 2010
Interkulturelles Arbeiten
Blockseminar
Kontakt: Frau Waschewko,
✉
jwaschew-
ko@yahoo.de,
➥
www.semiotik.tu-ber-
lin.de/fileadmin/fg150/SS2010_Interkul-
turelles_Arbeiten_Blockseminar.pdf, Ort
und Zeit: werden bei der Anmeldung be-
kannt gegeben, Hinweis: Anmeldung er-
forderlich, damit Akkreditierungen für
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei
der UNO beantragt werden können. Be-
schränkte Teilnehmerzahl, deshalb ggf.
Auswahlgespräche.
14. Juni 2010
Mongolei– Nachhaltige Wirtschafts-,
Stadt- und Regionalentwicklung
Referentin ist Ruth Erlbeck, GTZ Program
Director, Integrated Urban Development,
Mongolia
Kontakt: Dr. Ingo Meyer, ☎ 314-2 40 28,
Anja Sato, ☎ 314-2 27 60, ✉ seminare@
abz.tu-berlin.de,
➥
www.alumni.tu-berlin.
de/fileadmin/Redaktion/ABZ/Downloads/
Programm_Mongolei.pdf, Ort: TU Ber-
lin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin,
Hauptgebäude, Raum H 2035, Zeit: 13.45–
16.45 Uhr
16. Juni 2010
5. Informationstag
„Unternehmen gründen“
Kontakt: Aleksandra Bartczak-Gingold,
☎ 314-7 96 42, ✉ a.bartczak-gingold@
tu-berlin.de, Ort: TU Berlin, Hardenberg-
straße 38, 10623 Berlin, Gründungswerk-
statt (AM), Zeit: 13.00–19.00 Uhr, Hin-
weis: Programm und Anmeldung unter:
➥ www.gruendung.tu-berlin.de/455
16. bis 19. Juni 2010
Try it! Junge Frauen erobern die Technik
Bundesweiter Schülerinnenworkshop
Kontakt: Martina Battistini, Femtec.GmbH,
☎ 314-2 56 43, ✉ battistini@femtec.org,
➥ www.femtec.org, Ort und Zeit: werden
bei Anmeldung bekannt gegeben.
Hinweis: Die Teilnahme ist kostenfrei. Un-
terkunft und Verpflegung werden von der
Femtec.GmbH übernommen. Zu den Rei-
sekosten wird ein Zuschuss von maximal
30 Euro gewährt. Eine Bewerbung ist leider
nicht mehr möglich.
18. Juni 2010
Eröffnung des Joint Lab Silicon Photonics
des IHP – Leibniz-Institut für innovative
Mikroelektronik und der TU Berlin.
Anmeldung: ✉ crichter@ihp-microelectro-
nics.com, ➥ www.tu-berlin.de/?id=78810
Ort: TU-Hauptgebäude, Hörsaal H 3005,
Straße des 17. Juni 135 Zeit: 9.00 Uhr
19. Juni 2010
Landwirtschaft in China: Grüne Hoffnung
oder Gentech-Alptraum?
Tagesseminar
Kontakt: Rosalyn Hoppe, ☎ 0201/
8 30 38 23, Fax: 0201/8 30 38 30, ✉ rosa-
höfe, Reinhardstraße 14, 10117 Berlin, Saal
2, Zeit: 11.00–17.00 Uhr
23. Juni 2010
Abiological Self-Assembly: Predesigned
Metallacycles and Metallacages via Coor-
dination
Prof. Peter J. Stang, Department of Che-
mistry, The University of Utah, Salt Lake
City, USA, UniCat-Kolloquium
Kontakt: Prof. Dr. Drs. h. c. Helmut
Schwarz, ☎ 314-2 34 83, ✉ Helmut.
Berlin, Straße des 17. Juni 115, 10623 Ber-
lin, altes Chemiegebäude, Hörsaal C 243,
Zeit: 17.00 Uhr c. t.
24. Juni 2010, 19.00 Uhr
Buchvorstellung
Prof. Dr. Barbara Schaeffer-Hegel stellt
ihren neuen Erzählband „Julia und der
Schattenmann – Erzählungen“, erschienen
in der Edition Cornelius vor. Schaeffer-He-
gel gründete mit der TU Berlin die Femtec
GmbH.
Ort: Landesvertretung der Freien und
Hansestadt Bremen, Hiroshima Straße 24,
10785 Berlin
25. Juni bis 9. Juli 2010
Energie-Konzepte 2030
GASAG Summer School
Kontakt: Dipl.-Ing. Kristina Bognar, ☎
314-2 59 72, ✉ GSS-Info@euref-institut.
eu, ➥ www.energie.tu-berlin.de/filead-
min/a3337/Aktuelles/Summer_School_.
pdf, Hinweis: Auswahlverfahren: Die 30
Stipendien wurden im Wettbewerbsverfah-
ren vergeben. Die Auswahl erfolgte durch
eine gemeinsame Kommission der GA-
SAG, des EUREF-Instituts und der TU Ber-
lin. Das Bewerbungsverfahren ist bereits
abgeschlossen.
26. Juni 2010
TU-Chemiker jagen das runde Leder
Kontakt: Andrea Rahmel, ☎ 314-2 97 31,
Fax: -29732,
✉
andrea.rahmel@tu-berlin.
de, Ort: Friedrich-Ebert-Stadion, Bose-
straße 21, Berlin, Zeit: 13.00 Uhr, 29. Juni
2010
Gründerforum aus der Forschung zum
Thema „Team- und Personalentwicklung“
Kontakt: Aleksandra Bartczak-Gingold,
☎ 314-7 96 42, ✉ a.bartczak-gingold@
tu-berlin.de, ➥ www.gruendung.tu-ber-
lin.de/452, Ort: TU-Gründungswerkstatt
(AM), Hardenbergstraße 38, 10623 Berlin,
Zeit: 14.00–17.00 Uhr
30. Juni 2010
2. Gesundheitstag der TU Berlin
Thema: Ernährung und Bewegung
Kontakt: Ulrike Hartmann-Voß, ☎ 314-
2 40 91,
✉
ulrike.hartmann-voss@tu-ber-
lin.de, Ort: Campus der TU Berlin, Zeit:
10.00–15.00 Uhr
30. Juni 2010
Karriere in der Wissenschaft
Ricarda Pätzold, Institut für Stadt- und Re-
gionalplanung, in Kooperation mit dem TU-
DOC-Büro für Nachwuchsförderung
Kontakt: Dr. Helga Beste, ☎ 314-7 88 23,
✉ helga.beste@tu-berlin.de, Ort: TU Ber-
lin, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin,
Architekturgebäude, Fakultätsforum, Zeit:
17.00 Uhr
12. Juli 2010
Nucleophilic Substitution of Hydrogen in
Electron-deficient Arenes
Prof. M. Makosza, Institute of Organic Che-
mistry, Polish Academy of Sciences, Warsaw
Kolloquium
Kontakt: Prof. Dr. Siegfried Blechert,
☎ 314-2 22 55, ✉ b[email protected]-
lin.de, Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni
115, 10623 Berlin, altes Chemiegebäude,
Hörsaal C 243, Zeit: 17.00 Uhr c. t.
12. Juli 2010
125 Jahre Hermann-Rietschel-Institut
Festkolloquium
Kontakt: Valeska Michel,
☎
314-2 33 76,
✉
werden noch bekannt gegeben.
13. Juli 2010
Verleihung des Clara-von-Simson-Preises 2010
Kontakt: Dr. Andrea Blumtritt, Zentrale
Frauenbeauftragte, ☎ 314-2 14 39 oder
-214382, ✉ andrea.blumtritt@tu-berlin.
de, Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni
135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Raum
H 3005, Zeit: 15.00 Uhr
18. bis 21. Juli 2010
PRIME 2010
6th Conference on Ph.D. Research in Mic-
roelectronics & Electronics
Kontakt: Daniel Gruner, ☎ 314-2 10 34,
✉ daniel.gruner@tu-berlin.de und pri-
me2010.organiza[email protected], ➥ www.
prime2010.org, Ort und Zeit: werden noch
bekannt gegeben.
Sonntag, 18. bis 21. Juli 2010
Nietzsches Wissenschaftsphilosophie/
Nietzsche’s Philosophy of Science
Internationale Konferenz
Kontakt: Claudio Roller M. A., TU Berlin,
Forschungskoordinator des Innovations-
zentrums Wissensforschung (IZW), ☎ 314-
7 94 07, ✉ claudio.roller@tu-berlin.de,
➥ www.nietzsche-colloquium.de, Ort und
Zeit: werden noch bekannt gegeben.
26. bis 30. Juli 2010
Strategic Faculty Management
Workshop mit Vertreterinnen und Vertre-
tern der Universitäten Escuela Politecnica
Nacional de Quito (Ecuador) und der Uni-
versidad Católica de Temuco (Chile)
Kontakt: Anja Peter, ☎ 314-2 87 30,
✉
peter@FakII.tu-berlin.de, Ort und Zeit:
werden noch bekannt gegeben.
Der neue Sonderforschungsbereich/
Transregio 63– Integrierte chemische
Prozesse in flüssigen Mehrphasensyste-
men lädt ein zur
Auftaktveranstaltung
am 25. Juni 2010
Vorgestellt werden Projekte und Pers-
pektiven des SFB/Transregio 63
Festvortrag
„Maßstabsübertragung in der
Verfahrensentwicklung“
Prof. Dr.-Ing. Peter Zehner, vormals
BASF AG Ludwigshafen, anschließend
Empfang und Postershow
Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Matthias Krau-
me, Sprecher des SFB/Transregio, Fach-
gebiet Verfahrenstechnik, Ort: TU Ber-
lin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Ber-
lin, Hauptgebäude, Raum H 3005, Zeit:
13.00 bis 16.00 Uhr, ☎ 314-2 23 48,
✉ matthias.kraume@tu-berlin.de
Transregio
Perspektiven und Herausforderungen
der Dynamik Maritimer Systeme
an der TU Berlin
Antrittsvorlesung von Prof. Dr.-Ing. An-
drés Cura Hochbaum, neu berufener
Professor für „Dynamik Maritimer Sys-
teme“ des Instituts für Land- und See-
verkehr der TU Berlin. 24. Juni 2010,
um 16:00 Uhr, Hauptgebäude der TU
Berlin, Raum H 0111, Straße des 17.
Juni 135, 10623 Berlin
Antrittsvorlesung
© privat
VERMISCHTES
Seite 16 TU intern Nr. 6 · Juni 2010
Die beschleunigte Industrialisierung
und Urbanisierung während des
19. Jahrhunderts schränkte die Le-
bensqualität in den großen Städten
erheblich ein. Gerade in Ballungs-
zentren führten die hygienischen
Verhältnisse immer wieder zu Seu-
chen und Infektionskrankheiten. Auf
medizinischem Gebiet erforschte Dr.
Robert Koch dieses Phänomen und
entwickelte die Bakteriologie. Doch
schon bald wurde diskutiert, dass
das soziale Umfeld– als Brutstät-
te von Mikroorganismen– verän-
dert werden müsse. Daran nahmen
neben Architekten auch Techniker,
Künstler, Ökonomen, Hygieniker,
Sozialpolitiker, Verwaltungsbeamte
und viele andere aktiv Anteil. Zu den
Pionieren gehörte auch Joseph Brix.
1859 als Sohn eines bayerischen Bau-
unternehmers in Rosenheim gebo-
ren, machte er in München Abitur
und studierte an der dortigen Techni-
schen Hochschule Bauingenieurwe-
sen. Er wurde Kulturingenieur in Mün-
chen, Mainz, Wiesbaden und schließ-
lich Stadtbaurat in Hamburg-Altona.
1887 heiratete er Thekla Hehner und
hatte mir ihr zwei Töchter. 1898 wurde
Brix Direktor der „Allgemeinen Städ-
tereinigungs-Gesellschaft“ Wiesbaden,
die als erste deutsche Spezialfirma für
Entwässerungs- und Klärungstechnik
Stadtentwässerungsarbeiten durch-
führte. Brix galt auf diesem Gebiet
bald als Experte. Bereits 1894 hatte
er in seinem Fachgebiet der Wasserver-
sorgung ein Lehrbuch „Hygienische-
technische Maßnahmen“ publiziert. Es
war übrigens Robert Koch gewidmet.
1904 kam Joseph Brix nach Berlin und
wurde an der TH Berlin Professor für
Städtebau und städtebaulichen Tief-
bau. Es war der erste selbstständige
Lehrstuhl dieser Disziplin in Deutsch-
land. Zusammen mit Prof. Felix Genz-
mer (siehe Hintern 11/06) etablier-
te Brix an der Berliner Hochschule
1907/08 das „Seminar für Städtebau,
Siedlungs- und Wohnungswesen“. Es
wurde ein Wegweiser für den neuen
deutschen Städtebau. Die rein ästhe-
tische und künstlerische Betrachtung
im Städtebau wandelte sich hier zur
sozial-wirtschaftlichen und hygieni-
schen Städteplanung. Brix entwickel-
te preisgekrönte Bebauungspläne für
Berlin-Frohnau, Montevideo, Groß-
Belgrad und für Darul-Aman in Af-
ghanistan. Zusammen mit Genzmer
beteiligte er sich 1908 am Generalbe-
bauungsplan von Groß-Berlin. Er ge-
hörte 1910– genau vor hundert Jah-
ren– zu den siegreichen Preisträgern.
Mit einer Konzeption von Groß-Ber-
lin. 1920 konnte endlich– nach ver-
lorenem Krieg und Revolution– die-
se Idee als politischer Wille der dama-
ligen Linksparteien Realität werden.
Die wissenschaftliche Würdigung von
Brix’ Lebenswerk steht heute noch
weitgehend aus. Er starb am 10. Ja-
nuar 1943 und fand seine letzte Ru-
hestätte auf dem Friedhof Heerstraße.
Das Grab ist nicht mehr vorhanden,
der Platz wurde neu belegt.
Hans Christian Förster
Die Serie „Orte der Erinnerung” im Netz:
➥ www.tu-berlin.de/?id=1577
Die nächste Ausgabe der
E intern erscheint im Juli.
Redaktionsschluss:
26. Juni 2010
SCHLUSS
E intern fragt Menschen in der
Uni, was sie empfehlen würden.
Gökan Dumlupinar, 27, studiert
Wirtschaftsingenieurwesen an der
TU Berlin.
In seinem Roman „Martin Eden“
beschreibt der berühmte Verfasser
vieler Abenteuerromane Jack Lon-
don die Geschichte des ungebilde-
ten Martin Eden, der Ende des 19.
Jahrhunderts in London lebt und
sich um die Liebe von Ruth, einem
Mädchen aus der gehobenen Ge-
sellschaftsschicht, bemüht. Durch
das Erlangen von Bildung und Re-
spekt versucht er, die Zuneigung
von Ruth zu gewinnen. Seine Mit-
tellosigkeit lässt es jedoch nicht
zu, dass er sich Schule oder Leh-
rer leisten kann. Mit dreizehn Jah-
ren arbeitet er als Matrose und eig-
net sich das
Lesen und
Schreiben
auf hoher
See an. Das
befähigt ihn,
seine Erfah-
rungen und
Eindrücke
ebenso wie
die anderer
Personen niederzuschreiben. Diese
Kurzgeschichten geben Einblicke in
eine gesellschaftliche Schicht, die
von Ruth, ihren Eltern und deren
sozialem Umfeld verpönt wird. Er
möchte aber gern sein Leben und
seine Bildung durch seine Kurzge-
schichten finanzieren. Aber gesell-
schaftliche Barrieren verhindern,
dass er als angesehener Schriftstel-
ler gewürdigt wird. Aber Martin
Eden gibt nicht auf– wo ein Wil-
le ist, ist auch ein Weg. Der Durch-
bruch gelingt ihm, als eine Zeitung
sich bereit erklärt, seine Kurzge-
schichten zu veröffentlichen. Erst-
mals verdient er mit seinen Schrif-
ten Geld. Der finanzielle Gewinn
verschafft ihm Ansehen und Auf-
merksamkeit, auch von seiner gro-
ßen Liebe Ruth. Das Ende dieser
Geschichte ist allerdings kein ein-
faches Happy End, aber auch kein
Trennungsdrama. Mehr sei hier
nicht verraten. Besonders span-
nend an dem Buch ist, dass der
Autor Erkenntnisse gewinnt und
sie dem Leser und der Leserin zu-
gänglich macht, die weit über eine
Liebesgeschichte hinausgehen. Der
zum Teil autobiografische Roman
erschien erstmals 1909.
Jack London: Martin Eden, Olms-
Verlag 2008, Nachdruck der Aus-
gabe,
Berlin 1927,
ISBN-13: 978-3487136158
BUCHTIPP
Fallobst
„Man hört, dass es nach den Sendun-
gen immer wieder zu Gelagen gekom-
men sein soll... Kellergelagen mit viel
Rotwein.“
„Das waren keine Gelage, sondern Kul-
turveranstaltungen. Ich bin ein Genuss-
mensch.“
Günther Netzer im Interview
„Der Tagesspiegel“, 6. Juni 2010
Roboter saugen Staub, bauen Autos,
spielen Fußball und räumen Mi-
nen. Sie haben keine Angst. Sie han-
deln emotionslos und sind daher zum
Kuscheln leider ungeeignet. Versuchs-
weise werden sie in Japan aber den-
noch bereits zur Betreuung älterer
Menschen eingesetzt. Das war Grund
genug für den britischen Roboter-
Experten Noel Sharkey, schon 2008
ethische Regeln für den Umgang mit
Robotern zu fordern. Überall auf der
Welt arbeiten Forscher inzwischen
daran, die Blechkameraden immer
weiter zu verfeinern, ihnen fließen-
de Bewegungen zu ermöglichen. So
auch das große EU-Forschungspro-
jekt „Eccerobot“. Insgesamt wird
versucht, die metallenen Helferlein
mit den Raffinessen der Natur aus-
zustatten, die Lebewesen aus Fleisch
und Blut zur Verfügung stehen. Lei-
der klappt das nicht mit den Emotio-
nen. Das heißt aber nicht, dass echte
Gefühle den Robotern nicht trotzdem
unterstellt werden. In dem Stephen-
Spielberg-Film „A. I. – Künstliche
Intelligenz“ rührte der kleine Robo-
ter „David“ Millionen Menschen auf
der ganzen Welt zu Tränen, weil er
so sehnlichst wünschte, ein richtiger
Junge zu sein. Doch nun wurde end-
lich reagiert: Es waren die herzensgu-
ten Holländer, die als Erste ein Herz
für einsame und verstoßene Robo-
ter zeigten. Kunststudierende aus Ut-
recht richteten ein Auffangzentrum
für die intelligenten Maschinen ein.
„Eine immer größer werdende Prob-
lemgruppe“, wie sie meinten. Ihr ers-
ter „Patient“: ein verstoßener Spiel-
zeugroboter, dem sie ein gefühlvolles
Weihnachtsfest ausrichteten. Unbe-
dingt nachahmenswert! pp
DAS ALLERLETZTE
Ein Herz für Roboter
ZUKUNFT DER ENERGIE
Eine Frage des
Überlebens
A
ls vor 100 Jahren Wissenschaftler
der TH Charlottenburg aktuelle
Defizite der Großstadt Berlin reflek-
tierten, bedeutete das für die Stadt-
entwicklung, Probleme des Verkehrs,
der Kanalisation, der Hygiene und der
Stadtbegrünung zu lösen. Heute ist die
nachhaltige Energieversorgung– lokal
wie global– eine Frage des Überlebens.
Ihr widmet sich das 2007 gegründete
Innovationszentrum Energie (IZE) an
der TU Berlin. Es bündelt und vernetzt
alle Forschungen mit Energiebezug
und vereint so fakultätsübergreifend
das hier vorhandene Expertenwissen
von über 50 Fachgebieten. Eine nach-
haltige Energieversorgung ist heute
nicht nur eine technische Frage; sie ist
eingebunden in ein komplexes System
von Ökologie, Ökonomie, Technologie
und Gesellschaft. Im Wissenschafts-
jahr der Energie hat das IZE das The-
ma „Energieeffiziente Stadt“ als For-
schungsschwerpunkt gewählt. Anders
als vor 100 Jahren können sich heute
die Wissenschaftler nicht bloß auf lo-
kale Großstadtprobleme konzentrie-
ren. Das wäre „provinziell“. Dennoch
spielen die lokalen Besonderheiten
der Stadt Berlin durchaus eine Rolle.
Deren Energiebilanz ist geprägt durch
eine spezifische Verkehrs- und Gebäu-
destruktur. Der energetisch sanierungs-
bedürftige Altbaubestand ist noch re-
lativ hoch. Außerdem sind die städ-
tischen Energieprobleme durch den
anwachsenden „Speckgürtel“ nur im
wissenschaftlichen Verbund mit dem
Land Brandenburg lösbar. Auch nach
Einführung der „Grünen Plakette“
gibt es noch ungelöste Fragen: Dürfen
Dieselloks die Stadt passieren? Wie
sauber und energieeffizient sind die
Berliner Fahrgastschiffe? So manches
Detail erzwingt zeitweilige Kompro-
misse. Die weitere Hauptstadtplanung
stellt zugleich neue Anforderungen
an die Versorgungsinfrastruktur. Und
nach der Verbesserung der Energiebi-
lanz im Gebäudebereich fokussiert sich
das Interesse auf die relativ angestie-
gene Energiebilanz des Verkehrs, die
kurzfristig nicht durch erneuerbare
Energiealternativen minimiert werden
kann. So bleibt das IZE auch zukünf-
tig wissenschaftlich herausgefordert.
Hans Christian Förster
Joseph Brix‘ Grab befand sich auf dem Waldfriedhof Heerstraße. Ein Blick über den See fällt auf
die historische Stelle
Von der Ästhetik zur Hygiene
Orte der Erinnerung: Joseph Brix– der Robert Koch unter den Bauingenieuren
„Fliege dich frei“
Die Akademische Fliegergruppe der TU Berlin bietet zweiwöchigen Lehrgang für jedermann
Der Traum vom Fliegen ist so alt wie
die Menschheit: mit den Störchen
kreisen, über Felder und Wälder glei-
ten, die Luft mit Geschwindigkeiten
von bis zu 280 Kilometern pro Stun-
de durchschneiden, die Urgewalten
der Natur in Aufwinden und Wolken
zu erleben oder einfach nur die ruhi-
ge, elegante und perfekte Art des Flie-
gens genießen. „Akaflieg“, die Akade-
mische Fliegergruppe der TU Berlin,
bestehend aus segelflugbegeisterten
Studierenden aller Disziplinen und
aller Hochschulen Berlins, ermöglicht
dieses einzigartige Erlebnis in einem
zweiwöchigen Lehrgang im Septem-
ber 2010. Danach soll– im Erfolgs-
fall– auch bereits der erste Alleinflug
möglich sein. Erfahrene Fluglehrerin-
nen und-lehrer vermitteln theoreti-
sche und praktische Grundlagen des
Segelfliegens. Vorkenntnisse sind nicht
erforderlich, eine gesunde körperliche
Verfassung ist jedoch Voraussetzung.
Geschult wird auf zwei modernen
Doppelsitzern vom Typ „Grob Twin II“
und „Grob Twin III Acro“. Als Starthil-
fe ist eine 320 PS starke Doppeltrom-
melwinde vorhanden. „Ganz Enga-
gierte schaffen in diesen zwei Wochen
die A-Prüfung und ,fliegen sich frei‘“,
so Benjamin Albrecht von „Akaflieg“.
„Das heißt, man hat die Möglichkeit,
seine ersten drei Starts und Landungen
ohne Fluglehrer im Flugzeug zu ma-
chen. Hierfür ist allerdings ein gülti-
ges fliegerärztliches Tauglichkeitszeug-
nis Voraussetzung.“ Ausgebildet wird
vom 11. bis 25. September 2010 auf
dem Segelfluggelände Kammermark
nahe Pritzwalk, 150 Kilometer nörd-
lich von Berlin. Die Teilnehmerzahl
ist begrenzt. Die Kosten betragen für
Studierende 600 Euro inklusive Über-
nachtungen und Versicherung. pp
☎
314-2 49 95
✉
➥ www.akaflieg.-berlin.de
© Förster
© privat
Referat für Presse und Information
gesucht &
gefunden
n
Die Tauschbörse der TU Berlin
www.tu-berlin.de/?id=7643
„Charly Tango“ ist eins von den Schulungsflug-
zeugen von „Akaflieg“. Der Name entspricht
seinem Wettbewerbskennzeichen „CT“ nach
dem internationalen Funk-Alphabet
Experimente mit Blitzen im TU-Labor
Großer Sport
G
leich bei
zwei gro-
ßen Sporter-
eignissen wa-
ren TU-Studie-
rende Anfang
Juni 2010 er-
folgreich. Beim
Worldcup im
Modernen Fünf-
kampf, der im
Berliner Olym-
piapark statt-
fand, war auch die TU-Studentin Clau-
dia Knack, Staffel-Weltmeisterin und
Mannschafts-Vizeweltmeisterin der
Junioren-WM von 2009, am Start.
Gegen die Weltklasse-Konkurrenz er-
rang sie einen beachtlichen 31. Platz.
Siegerin wurde Olympiasiegerin Lena
Schöneborn.
Mit einer Medaille und zwei Platzie-
rungen sind die Berliner Studierenden
bei der Deutschen Hochschulmeister-
schaft in Karate
gekrönt worden.
Die Veranstal-
tung war vom
TU-Sport orga-
nisiert worden.
In der von Prä-
zision und Äs-
thetik geprägten
Disziplin „Kata“
gewann Mar-
cus Walther (FU
Berlin) die Bron-
zemedaille in der Leistungsklasse. TU-
Student Frank Stähr kam auf den drit-
ten Rang in der Kategorie 9. – 4. Kyu.
Christopher Wählisch (FU Berlin) er-
kämpfte sich in derselben Kategorie im
Freikampf „Kumite“ den ersten Rang.
Erfolgreichste Hochschule war die WG
Bochum, gefolgt von der WG Karlsruhe
und der WG Gießen. tui
➥ www.tu-sport.de
TU-Student Frank Stähr (r.) kam auf einen 3. Platz
© TU Berlin
© privat
© Akaflieg